die stücke der spielzeit 2011/2012 - Schauspiel Essen

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die stücke der spielzeit 2011/2012 - Schauspiel Essen

schauspiel essen

SPIELZEIT 2011 | 2012


VORWORT

Ich! Widerstand!?

Was kann ich als Einzelner denn schon ausrichten?

Warum also Widerstand?

Und was wäre, wenn wir uns solidarisierten?

Liebes Publikum,

vor Beginn meiner ersten Spielzeit am Schauspiel Essen gab es gegen

weiteren Kulturabbau bürgerlichen Widerstand. Es folgte eine Welle der

Solidarität mit uns Künstlern. Sie, verehrtes Publikum, haben ein deutliches

Zeichen gesetzt, indem Sie unsere Veranstaltungen zahlreich besucht

und uns die Treue gehalten haben. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich!

In der Spielzeit 2011/2012 möchten wir Sie einladen, sich gemeinsam mit

uns mit den Themen „Widerstand“ und „Solidarität“ auseinander zu setzen.

Wir gehen auf die Suche nach Formen des Widerstehens, aber auch

des Solidarisierens, die daraus entstehen können. Welchen Weg wählt der

Einzelne? Wie reagiert die Masse? Wo sind die Keimzellen des Widerstands

und warum gerade dort? Wo beginnt die Hysterie bzw. die Vermarktung

von Volkszorn? – Dies sind nur einige von vielen Fragen, die wir uns

gemeinsam mit Ihnen stellen möchten.

Der Wille zur Veränderung ist seit jeher ein grundlegender Impuls künstlerischer

Arbeit und unentbehrlich für kreative Prozesse. Aber nicht nur das:

Veränderung und vor allem die Bereitschaft zur Bewegung ist auch Grundlage

für demokratische Prozesse und die Weiterentwicklung politischer

Systeme.

Lassen Sie uns diese Herausforderung gemeinsam annehmen und Veränderung

als belebendes Element begreifen!

Ich Ic Ich wü wwünsche ns nsch ch c e Ih Ihne Ihnen ne nen un uund d un uns

s ei eeine ne n spa spannende pa p nn n en end Spielzeit 2011/2012!

Ihr Ih I r

Christian Tombeil

Intendant


INHALT

Vorwort 2

Ich Widerstand 4

Wir haben die Nase voll! 8

Die Stücke der Spielzeit 2011/2012 10

Wiederaufnahmen 13

Coriolanus 14

Das Fieber 16

Satt 18

Ulrike Maria Stuart 20

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 22

Michael Kohlhaas 24

The Black Rider 26

Holger, Hanna und der ganze kranke Rest (DE) 28

Graf Öderland 30

Johnny Hübner greift ein 32

Heim.Spiel.Essen (UA) 34

Kabale und Liebe 36

Richtig alt, so 45 (DE) 38

Die Ästhetik des Widerstands (UA) 40

supernova (wie gold entsteht) 42

Stück auf! 44

Der Wutbürger 48

(Un)Wort des Jahres 50

Und sonst noch … 51

Wie steht es um die Gerechtigkeit? 58

Theaterpädagogik 60

Freiheit und Autonomie 68

Ensemble 70

Rückblick auf die Spielzeit 2010/2011 82

Ein anständiger Mensch 92

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 94

Die Gesellschaft der Gesellschaft 102

Kartenverkauf 104

Anfahrt 107

Sitzpläne 108

Abonnements 2011/2012 110

Die Abonnementbedingungen der TUP 114

Theater und Philharmonie Essen 116

Freunde & Förderer 121

Artikel 20 Grundgesetz 124

So erreichen Sie uns 126

Der Abo-Bestellschein 127

Impressum 128

VORWORT / INHALT

3


Kurz bevor in den frühen Morgenstunden des 1. Oktober 2010 in

Stuttgart die ersten Bäume gefällt wurden, blühte sie wieder auf: eine seit

den 80er Jahren fast in Vergessenheit geratene deutsche Protestkultur.

Und vereinte Bürger aller Schichten und Generationen im gemeinsamen

Engagement gegen die sachzwangdiktierten Beschlüsse „der da oben“.

Nicht nur in Stuttgart, auch in Gorleben und Hamburg: Bewaffnet mit Trillerpfeifen,

Topfdeckeln, Kochlöffeln und Protest-Accessoires aller Art ging

man vielerorts auf die Straße. Deutschland positionierte sich. Und zwar

dagegen. Es war kein Zufall, dass die Demonstrationen jener Tage durchaus

theatralische Züge zeigten, hatte sich doch u. a. mit Regisseur Volker Lösch

ein Spezialist für theatralen Ungehorsam in der Stuttgart 21- Debatte,

aber auch in der um die skandalöse Hamburger Kulturpolitik, auf die Seite

der Demonstranten gestellt. Viele Aktionen des zivilen Protests waren so

geradezu zwangsläufig von einer ungeheuren Theatralität: „musikalisch

und stimmungsvoll geradezu in ihren friedlichen Momenten, schäumend

antikisch in ihren heftigsten Phasen“ (DIE ZEIT).

Sollte der deutsche Wähler tatsächlich endlich seine Politikverdrossenheit

abgelegt haben? Froh unterstellte man dem in politischen Belangen bis

dato eher schläfrig wirkenden deutschen Wähler ein neues gesellschaftliches

Sendungsbewusstsein. Der „Wutbürger“ war geboren. Doch am Image

des neuen deutschen Protestwunders wurde schon bald gekratzt, denn

immer lauter stellte sich die Frage nach der Nachhaltigkeit des bürgerlichen

Engagements: Eigentlich, so kritisierten die Medien, die den „Wutbürger“

im Spätsommer noch wortreich unterstützt hatten, nur wenige Wochen

später, als nicht nur die Blätter, sondern auch die (Stuttgarter) Bäume

fielen, protestiere „die moderne Gesellschaft gegen sich selbst“ (FAZ).

In einer Demokratie wird das politische Geschehen idealerweise nun einmal

nicht unmittelbar von Einzelinteressen und punktuellen Ausschlägen

auf der bürgerlichen Erregungsskala bestimmt – auch wenn diese zweifelsohne

die politische Ausrichtung einer Gesellschaft beeinflussen können.

Im Kampf um tragfähige (Zukunfts-)Konzepte aber braucht es, allen Ängsten

zum Trotz, den visionären Willen zur Veränderung. Konstruktiverweise

sollte die Stimme des Volkes daher vor allem bei den Wahlen laut werden.

„Auch Bürger tragen in einer Demokratie Verantwortung“, kritisierte DIE

ZEIT und ging über zum Generalangriff auf die Vertreter des deutschen

Volkszorns: „Mit ihrem kurzatmigen Hin und Her, mit ihrer leichten Entflammbarkeit

mal für dieses, mal für jenes entziehen die Bürger der Politik

auf Dauer den Boden – nur um deren Haltlosigkeit anschließend umso lauter

zu beklagen.“

Sollten also im Zuge dieser „euphorischen Wutfestspiele“ (DIE ZEIT) nur

„spießiger Anwohnerwiderstand und partikuläre Interessenvertretung mit

der Sorge um das Gemeinwohl“ (Süddeutsche Zeitung) verwechselt worden

sein? War das scheinbar so plötzlich aufgeflammte politische Engagement

nur Hysterie und Lust am politischen (Party-)Event?

Die vielleicht stärkste Antriebskraft in Sachen Protestkultur war wohl die

kollektiv empfundene soziale Ungerechtigkeit, die immer weiter auseinandergehende

Schere zwischen Arm und Reich und die damit verbundene

Angst, irgendwann auf der Verliererseite zu stehen. „Das Zeitalter der Ichlinge

geht zuende“, frohlockte nichtsdestotrotz im September 2010 die

Stiftung für Zukunftsfragen: „Die Krisenerfahrung verändert die Werteskala

der Menschen – das Ich braucht das Wir.“


Wieviel „Wir“ braucht der Mensch wirklich? Wie weit reicht die Solidarität

des „Wutbürgers“? Bis zum Bauvorhaben vor der eigenen Haustür? Zur Theaterschließung

in der eigenen Stadt? Bis nach Stuttgart? Nach Gorleben?

Nach Haiti? Nach Japan? Nach Ägypten, Syrien und Libyen, wo Demonstranten

seit Anfang des Jahres „fast schon eine Epidemie des Virus Demokratie

ausgelöst“ haben (Jörg Armbruster in den Tagesthemen vom 1. Februar

2011)? Dort und in Tunesien, Bahrain und im Jemen setzen Menschen

für ihre Grundrechte, für politische Reformen ihr Leben aufs Spiel. Tag für

Tag verfolgen wir nun die Meldungen über die revolutionären Massen, die

sich im Namen der Freiheit den Machthabern, respektive der Polizei und/

oder dem Militär entgegenstellen. Derweil wird bei uns die Frage nach der

viel beschworenen Solidarität laut: Unterstützung der nordafrikanischen

und arabischen Völker auf ihrem Weg zur Demokratie? Sanktionen gegen

uneinsichtige Diktatoren? Militärische Intervention? Aber um welchen

Preis? Und nicht zuletzt: für welchen Gewinn? Ja? Nein? Vielleicht?

Doch Solidarität lässt sich nicht geografisch verorten; sie führt uns direkt

zur drängendsten Frage unserer Zeit: In welcher Gesellschaft möchten wir

(heute und in Zukunft) leben? Welche Struktur, welche Rahmenbedingungen

wollen wir ihr geben? Dass der derzeitige Status quo optimierbar ist,

wird wohl niemand leugnen wollen. Die Debatten um Bildung und Integration,

die Konsequenzen des demografischen und des Klimawandels: offene

Baustellen, wohin man schaut.

Obwohl der Begriff der Nachhaltigkeit, sowohl in ökologischen als auch in

ökonomischen Belangen, sowie in Fragen der (Aus-)Bildung und Integration,

immer stärker ins Bewusstsein des Bürgers rückt, opfern wir ihn doch häufig

der Angst vor Neuerungen, dem Festhalten an vermeintlich Bewährtem und

nicht zuletzt der eigenen Bequemlichkeit.

Solidarität muss sich nicht zwangsläufig bei politischen Großprojekten zeigen,

sondern ist womöglich einfach nur eine Frage des Interesses an den Menschen,

die nicht im Zentrum unserer leistungsorientierten Gesellschaft stehen.

ICH WIDERSTAND

Das Schauspiel Essen beschäftigt sich in der Spielzeit 2011/2012 mit dem

Wiedererwachen einer längst eingeschlafen geglaubten Protestkultur, die

trotz ihrer unbenommen existenziellen Anliegen immer wieder Gefahr

läuft, zum (Medien-)Event zu verkommen. Mit den Möglichkeiten politischer

Einflussnahme (nicht nur) innerhalb demokratisch geprägter Gesellschaften

und der damit stetig einhergehenden Gefahr der Manipulation

und Instrumentalisierung. Mit jenen „Augenblicken, wo man sich wundert

über alle, die keine Axt ergreifen“ (Max Frisch, Graf Öderland). Mit Frustration,

Angst, Hysterie und Gewalt. Aber auch mit der vielversprechenden

Chance, mit kreativem Potenzial, mit Geschichten aus der Vergangenheit

und aus der Zukunft unserer Gesellschaft gegen die „Zukunftsvergessenheit“

(Spiegel) unserer Zeit anzugehen. Denn, so der Soziologe Heinz Bude:

„Die Frage der Politik (…) betrifft weder das Erlebnis von Handlungsfähigkeit

noch das Wissen um eine bessere Welt, sondern die Frage, wie wir

leben wollen. Darin steckt der Streit, der die Gesellschaft zusammenhält.

Denn die Antwort darauf sagt immer auch, wie ich mich selbst verstehe.

Es ist dieser Zusammenhang zwischen dem privaten und dem öffentlichen

Glück, der die Leidenschaft zur Politik erklärt. Das Ich sucht den Kontakt

zu einem Wir, mit dem es sich verbünden kann. Wer die Politik zu einem

schmutzigen Geschäft erklärt, das einen nichts angeht, hat es aufgegeben,

ein Leben mit Bedeutung zu führen.“

Vera Ring

Quellen:

Peter Kümmel: Spiele im Sturm, in: DIE ZEIT, 9.10.2010

Gerd Roellecke: Nur Müdigkeit wird den Protest beenden, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.11.2010

Matthias Krupa: Das erregte Land, in: DIE ZEIT, 21.10.2010

Johan Schloemann: Falsche Formel, in: Süddeutsche Zeitung, 25.11.2010

Dirk Kurbjuweit: Der Wutbürger, in: Der Spiegel 41/2010

Heinz Bude: Glück in der Politik, in: DIE ZEIT, 4.1.2005

5


Die Gründe, sich zu empören, sind heutzutage oft nicht

so klar auszumachen – die Welt ist komplex geworden.

Wer befiehlt, wer entscheidet? Es ist nicht immer

leicht, zwischen all den Einflüssen zu unterscheiden,

denen wir ausgesetzt sind. Wir haben es nicht mehr

nur mit einer kleinen Oberschicht zu tun, deren Tun und

Treiben wir ohne weiteres verstehen. Die Welt ist groß,

wir spüren die Interdependenzen, leben in Kreuz- und

Querverbindungen wie noch nie.


Um wahrzunehmen, dass es in dieser Welt auch un-

erträglich zugeht, muss man genau hinsehen, muss

man suchen. Ich sage den Jungen: Wenn ihr sucht,

werdet ihr finden. „Ohne mich“ ist das Schlimmste,

was man sich und der Welt antun kann. Den „Ohne

mich“-Typen ist eines der absolut konstitutiven Merk-

male des Menschen abhanden gekommen: die Fähigkeit

zur Empörung und damit zum Engagement.

Stéphane Hessel


WIR HABEN DIE NASE VOLL!

Was ist geschehen? Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist

Deutschland nicht die selbstversöhnte Nation, die es in extraordinärer

Behaglichkeit gar nicht fassen kann, endlich wieder normal zu sein. Im

Deutschland des Jahres 2010 gehen die Bürger auf die Straße, sie werden

renitent und machen mobil. Politiker machen einen Plan, und ihre Wähler

machen ihn wieder zunichte. Die Waldschlösschenbrücke in Dresden,

die Bologna-Reform an den Universitäten, der Atomkompromiss der Regierung,

die Schulreform in Hamburg und der Monsterbahnhof in Stuttgart –

kaum eine Entscheidung amtierender Volksvertreter lässt sich noch gegen

das Volk durchsetzen.

Der Protest ist bunt und frech und erfasst alle Milieus, es versammeln sich

Linke und Rechte, Brave und Widerborstige, Junge und Alte, es kommen die

Graumelierten und die gut Betuchten. Inzwischen geraten sogar die „Zukunftsprojekte“

der BRD-Vergangenheit, die Kommunalreformen der siebziger

Jahre, ins Visier. Die ersten Retrodemonstranten wollen die alten Autokennzeichen

wiederhaben, gern auch das schnuckelige Rathaus und die

duftenden Geranien im selbst bemalten Bottich gleich mit.

„In der Gesellschaft brodelt es“, schreibt der Soziologe Oskar Negt in seinem

neuen Buch „Der politische Mensch“, und er hat recht. Das Gemeinwesen

ist aufgewühlt und trotzig, gespalten und rebellisch. Doch immer dann,

wenn es gegen „die da oben“ geht, gegen die gewählten politischen Eliten,

sind sich die Wähler einig, und dann redet das Volk über seine Volksvertreter,

als handele es sich um eine Zusammenrottung von Rosstäuschern

und Berufsversagern, die nichts Richtiges zustande bringen, und wenn ausnahmsweise

doch, dann das Falsche.

Man ahnt, so viele Fehler können Politiker gar nicht machen, als dass sich

die neue „Barrikadenrepublik Deutschland“ (Spiegel) allein durch Politikerversagen

erklären ließe. Tatsächlich gibt es eine Krise im System, und

zumindest die Außenseite dieser Krise ist für jeden sichtbar: Was sich früher

durch Regierungshandeln scheinbar leichthändig steuern ließ, das

läuft heute aus dem Ruder. Politische Institutionen sind mit der Lösung

von Problemen beschäftigt, die bei der Lösung älterer Probleme („Atommülllagerung“)

entstanden waren. Ob Hartz IV oder das Gesundheitssystem

die Reibungshitze steigt, während die politische Wirkung sinkt. Was

früher eine freie Entscheidung war, das scheint heute ein Sachzwang. Der

Gordische Knoten ist das Wappenzeichen der Regierungskunst und die

fluchtartige Selbstentfernung aus dem Amt der neue Standardreflex des

Politikers.

Die Erfinder der liberalen Gesellschaft hatten sich das alles ganz anders

vorgestellt. Noch in den achtziger Jahren lernten Studenten im Grundstudium,

dass sie wie ein großes Mobile funktioniere: Die Einzelteile der liberalen

Gesellschaft hängen säuberlich getrennt in einem kräftigen

politischen Rahmen und arbeiten – streng nach Aufgabenbereichen geschieden

– vernünftig vor sich hin. Hier gibt es die Wirtschaft, dort das

Recht, daneben die Kultur mit ihren Theatern, ihren Opern und Museen.

Nicht zu vergessen die Wissenschaften und die Medien. Und obwohl die

einzelnen Teilsysteme ihren eigenen Gesetzen folgen, ihrer „Rationalität“,

spielen sie im Großen und Ganzen zusammen. Durch Innovation und Reform

mehren sie den Nutzen der Gesellschaft, sie fördern Wohlstand und

Fortschritt. Protest ist überflüssig, denn in der liberalen Gesellschaft ist

das Wirkliche vernünftig und das Vernünftige wirklich.

Dieses Modell klingt ausgesprochen putzig, es klingt wie ein politisches

Märchen aus den alten Zeiten der Bundesrepublik. Wenn man im Bild bleiben

will, müsste man sagen, dass sich das Gesellschafts-Mobile heute „verhakt“

hat: Die gesellschaftlichen Teilsysteme erzeugen Abwehr und Unmut,

sie erzeugen Misstrauen und Widerstand, wenig spielt noch zusammen.

Oder wie Soziologen sagen würden: Die Bürger zweifeln an der Rationalität

der Funktionssysteme, der Veränderungsfuror macht ihnen Angst, und

sie empfinden den Fortschritt („Innovation, Reform“) als Eingriff in ihre

Lebenswelt, als „Landnahme“. (…) Auch der Aufstand gegen die Untertunnelung

des Stuttgarter Hauptbahnhofs gehört ins Bild. (…) Die Abwehrschlacht

kreuzbraver schwäbischer Bürger entzündet sich nämlich nicht


nur an der Zerstörung eines Bahnhofsflügels, am Imperialismus der Bagger,

am Abholzen deutscher Eichen oder dem Pendelschlag der Abrissbirnen

der Widerstand richtet sich gegen eine Kernpassion der Moderne,

gegen das Prinzip Geschwindigkeit und die Verkürzung von Zeit. (…) Mit

einem Wort: Hat die Ökonomisierung von Zeit, die glorreiche Rationalität

des „Immer schneller“ nicht längst einen Punkt erreicht, an dem die Kosten

den Nutzen übersteigen? (…)

Bis jetzt lautet der Befund, Protest rege sich immer dort, wo die Bürger an

der „Vernunft“ von Wachstums- und Beschleunigungsdruck zweifeln, an

den Verheißungen von Fortschritt, Reform und Ökonomisierung. Dieses

Unbehagen ist strukturell konservativ, man kämpft nicht für etwas, man

kämpft gegen etwas. Atomkraftgegner kämpfen gegen die verlängerte Produktion

von radioaktivem Hochrisiko; Studenten und Professoren möchten

verhindern, dass ihre Universität progressiv zum Profitcenter umgebaut

wird, Eltern wollen, dass eine Schule eine Schule bleibt, und protestieren

– ob zu Recht oder zu Unrecht – gegen die bürokratische Rationalität einer

eingreifenden Verwaltung. Künstler wehren sich gegen den „symbolischen

Kapitalismus“ des Stadtmarketings und bestehen auf der Unterscheidung

von Kunst und Reklame.

Aber warum tragen die Bürger ihren Unmut auf die Straße? Warum wählen

sie nicht einfach eine andere Partei? Warum vertrauen sie nicht auf die

„Legitimation durch Verfahren“ und fühlen sich von ihren Repräsentanten

nicht mehr repräsentiert? (…) Wenn man Meinungsumfragen Glauben

schenken darf, dann ist das Vertrauen in die Demokratie und in die Steuerungsfähigkeit

der Politik erdrutschartig gesunken. (…)

Vieles spricht dafür, dass sich die Entfremdung von Politik und Gesellschaft

einer intrikaten Mischung aus Sachzwangpolitik und Entparlamentarisierung

verdankt. Schon die rot-grüne Regierung Schröder versuchte,

die Bürger mit dem Imperativ des „Sachzwangs“ einzuschüchtern: „Es

gibt keine Alternative.“ (…) Es gibt diese Zwänge wirklich, dennoch steckt

in der Politik des Sachzwangs eine subtile Erpressung. Sie demütigt den

WIR HABEN DIE NASE VOLL!

demokratischen Geist und beleidigt den politischen Freiheitssinn, weil sie

Inhalt und Ziel einer „Innovation“ immer schon vorgibt, weil sie dem Wähler

die Wahl nimmt und ihn nötigt, der alternativlosen Entscheidung in

freier Einsicht „zwanglos“ zuzustimmen. Die Implantierung von Sachnotwendigkeiten

in die mentale Verfassung der Gesellschaft mag eine Weile

funktionieren, aber früher oder später erzeugt sie Ohnmachtsgefühle, die

sich als Protest Ausdruck verschaffen. (…)

Die diffusen Protestbewegungen dieser Wochen erobern in unkalkulierbaren

Gravitationen den politischen Raum zurück; erstaunt genießen die vereinzelten

Bürger der Ego-Gesellschaft eine neue Gemeinsamkeit, sie testen

ihre Souveränität und sind prinzipiell erst einmal „dagegen“. (…) Möglich

ist, dass sich – wie der französische Historiker Pierre Rosanvallon glaubt –

Demokratien durch solche Proteste transformieren. (…) Möglich auch, dass

sich ein Teil des angestauten Erregungspotenzials der „Wutbürger“ (Spiegel)

parteipolitisch bindet und auf Sarrazins Spuren rechts von der CDU

einen neuen Volkstribun ausruft. Nicht sehr wahrscheinlich scheint dagegen,

dass die Modernisierungsproteste ihre lokalen Interessen hintanstellen

und die Regierungen dazu bringen, Druck auf die EU auszuüben, um

endlich eine europäische Sozial- und Wirtschaftsordnung zu etablieren,

die ihren Namen wirklich verdient. (…)

Wie immer es sich damit verhält – die Angst vor dem Verlust lebensweltlicher

Verlässlichkeit wird man politisch weder rückstandsfrei „bearbeiten“

noch sonst wie aus der Welt schaffen können. Um es mit dem Kulturwissenschaftler

Hartmut Böhme zu sagen: Die entfesselte kapitalistische Moderne

ist nun einmal gezwungen, ihre „Identität auf permanenten und damit riskanten

Wandel einzustellen. Unsicherheit ist ihre Entwicklungsvoraussetzung.

Aber der Innovationsdruck in Kombination mit Enttraditionalisierung

bedeutet für immer mehr Menschen nur noch Stress und Schmerz.“

Thomas Assheuer (Die Zeit Nr. 42, 14.10.2010)

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DIE STÜCKE DER SPIELZEIT 2011/2012

Coriolanus

von William Shakespeare

Premiere am 1. Oktober 2011, Grillo-Theater

Ulrike Maria Stuart

Königinnendrama von Elfriede Jelinek

Premiere am 21. Oktober 2011, Grillo-Theater

Das Fieber

von Wallace Shawn

Premiere am 2. Oktober 2011, Box

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner

von Ingrid Lausund

Premiere am 6. November 2011, Grillo-Theater

Satt

von Marianna Salzmann

Premiere am 14. Oktober 2011, Casa

Michael Kohlhaas

Nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Premiere am 2. Dezember 2011, Casa


The Black Rider

The Casting of the Magic Bullets

Musical von William S. Burroughs, Tom Waits

und Robert Wilson

Premiere am 3. Dezember 2011, Grillo-Theater

Johnny Hübner greift ein

Ein mobiles Theaterabenteuer

von Hartmut El Kurdi

Premiere im Februar 2012, Box

6+

Deutsche Erstaufführung

Holger, Hanna und der ganze kranke Rest

von Jan Demuth

Premiere am 20. Januar 2012, Casa

Uraufführung

Heim.Spiel.Essen

Geschichten von und mit Menschen dieser Stadt

Premiere am 23. März 2012, Casa

DIE STÜCKE DER SPIELZEIT 2011/2012

Graf Öderland

Eine Moritat von Max Frisch

Premiere am 3. Februar 2012, Grillo-Theater

Kabale und Liebe

Ein bürgerliches Trauerspiel

von Friedrich Schiller

Premiere am 24. März 2012, Grillo-Theater

11


Deutsche Erstaufführung

Richtig alt, so 45

von Tamsin Oglesby

Premiere am 15. April 2012, Grillo-Theater

supernova (wie gold entsteht)

von Philipp Löhle

Premiere am 2. Juni 2012, Casa

Uraufführung

Die Ästhetik des Widerstands

Nach dem Roman von Peter Weiss

Für die Bühne bearbeitet von Thomas Krupa

und Tilman Neuffer

Premiere am 24. Mai 2012, Grillo-Theater

Stück auf!

Autorentage am Schauspiel Essen

13. bis 15. April 2012


WIEDERAUFNAHMEN

Prinz Friedrich von Homburg

Ein Schauspiel von Heinrich von Kleist

Inszenierung: Christian Hockenbrink

Uraufführung

Jede Menge Kohle

Eine Aussteigerkomödie

Nach dem Film von Adolf Winkelmann

Bühnenfassung von Caroline Stolz

und Carola Hannusch

Inszenierung: Caroline Stolz

Die Zweite Prinzessin

von Gertrud Pigor

Inszenierung: Katja Lillih Leinenweber

Deutschsprachige Erstaufführung

Pounding Nails in the Floor

with my Forehead

Mit dem Kopf schlage ich Nägel in den Boden

von Eric Bogosian

Inszenierung: Donald Berkenhoff

Die Grönholm-Methode

von Jordi Galceran

Inszenierung: Jens Pesel

4+

Die kleine Meerjungfrau

Nach dem Märchen von Hans Christian Andersen

Bühnenfassung von Jörg Schade

Bearbeitung und Liedtexte von

Martina Eitner-Acheampong

Inszenierung: Martina Eitner-Acheampong

Die fetten Jahre sind vorbei

Nach dem gleichnamigen Film von

Hans Weingartner

Für die Bühne eingerichtet von

Gunnar Dreßler

Inszenierung: Henner Kallmeyer

Deutschsprachige Erstaufführung

Choke

von Cathleen Rootsaert

Inszenierung: Elina Finkel

6+

Buddenbrooks

Nach dem Roman von Thomas Mann

Bühnenfassung von John von Düffel

Inszenierung: Christoph Roos

DIE STÜCKE DER SPIELZEIT 2011/2012

Corpus delicti

von Juli Zeh

Inszenierung: Florian von Hoermann

8+

Angstmän

Ein panisches Kammerspiel

von Hartmut El Kurdi

Inszenierung: Karsten Dahlem

Deutschsprachige Erstaufführung

Das Bergwerk

von Michal Walczak

Inszenierung: Tilman Gersch

Uraufführung

Balls

Fußball ist unser Leben!

Ein Abend über das, was uns verbindet

Ein Projekt von Marc-Oliver Krampe

Inszenierung: Marc-Oliver Krampe

Abgesagt!

Eine musikalische Leerstellenkompensation

Musikalische Leitung: Stephan Kanyar

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CORIOLANUS

VON WILLIAM SHAKESPEARE

Inszenierung Thomas Krupa

Bühne, Kostüme und Video Andreas Jander, Jana Findeklee, Joki Tewes

Musik Mark Polscher

Dramaturgie Vera Ring

Premiere am 1. Oktober 2011, Grillo-Theater

Rebellion liegt in der Luft: Das Volk von Rom geht auf die Straße. Es hat

kein Brot, keine Stimme, keine Zukunft. Vor allem gegen den erfolgreichen

General Caius Martius, der kein Hehl aus seiner Verachtung für den protestierenden

Pöbel macht, richtet sich der Volkszorn. Doch die aufkeimende

Revolte wird erstickt durch die drohende Invasion der Volsker, angeführt

von Martius’ Todfeind Tullus Aufidius. Caius Martius zieht in die Schlacht –

und kehrt als gefeierter Kriegsheld zurück. „Corialanus“ nennt man ihn

nun, hat er doch fast im Alleingang die Stadt Corioli eingenommen. Jetzt

steht ihm die Tür in die Politik offen. Zwar hält sein eigener politischer

Ehrgeiz sich in Grenzen, aber nicht wenige seiner Mitstreiter und vor allem

seine Mutter Volumnia sähen ihn gerne in einer führenden Position. Doch

Coriolanus mag ein brillanter Feldherr sein, ein Diplomat ist er nicht: Viel

zu stolz ist er, seine militärischen Verdienste für seinen Wahlkampf zu

nutzen. Er hat sein Leben riskiert für die Stadt – muss das nicht reichen?

Diesen Mangel an Diplomatie machen sich seine Gegner zunutze und

instrumentalisieren das Volk für ihre eigenen Zwecke: Es kommt zum

Aufstand gegen Coriolanus. Der einstige Kriegsheld wird verbannt und

schwört Rache. Er verbündet sich mit seinem größten Feind Tullus Aufidius

und marschiert gegen Rom …

CORIOLANUS

William Shakespeare hat seinen um 1607/08 entstandenen „Coriolanus“

im Rom des 4. Jahrhunderts v. Chr. angesiedelt, doch die zeitlose Parabel

um Machtgewinn und -erhalt könnte auch an jedem anderen Ort spielen,

zu jeder anderen Zeit. In seinem vielleicht politischsten Drama analysiert

Shakespeare die Strukturen einer Gesellschaft, in der das Mitspracherecht

noch absolutes Neuland ist und zeigt die Mechanismen von (Selbst-)Inszenierung

und Instrumentalisierung, von Täuschung, Manipulation und

Widerstand.

Regisseur Thomas Krupa, geboren in Bonn, studierte Germanistik,

Romanistik und Philosophie in Köln und Rom. Nach ersten Regiearbeiten

am Deutschen Theater Göttingen, Theater Basel, Schauspiel Dortmund und

am Meininger Theater war er von 1996–2000 Hausregisseur und Mitglied

der Schauspieldirektion am Staatstheater Darmstadt. Seine Inszenierung

von „Chroma“ von Werner Fritsch wurde 2001 zum Berliner Theatertreffen

eingeladen. Von 2002–04 war Krupa zunächst Oberspielleiter am Theater

Freiburg, dann bis 2006 Hausregisseur und Mitglied der Künstlerischen

Leitung. Seit 2000 arbeitet er als freier Regisseur für Schauspiel und Oper

u. a. in Freiburg, Karlsruhe, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt, Dortmund, Mainz,

Bonn, New York und München. Thomas Krupa lebt in Berlin. „Coriolanus“

ist nach der Revue „25 Sad Songs“ seine zweite Regiearbeit am Schauspiel

Essen.

Die „Coriolanus“-Inszenierung wird auf einer Raumbühne realisiert.

Sitzplan siehe S. 109

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DAS FIEBER

VON WALLACE SHAWN

DEUTSCH VON DOROTHEA RENCKHOFF

Inszenierung, Bühne und Kostüme Bruno Klimek

Dramaturgie Vera Ring

Premiere am 2. Oktober 2011, Box

„Ich habe nie daran gezweifelt, daß das Leben kostbar ist. Ich war

immer der Meinung, man sollte das Leben feiern. Das Leben ist ein Geschenk.“

Ja, das Leben ist ein Geschenk. Für ihn schon. Er lebt in einer

eleganten Wohnung, er liebt Kunst, Literatur und Theater. Er kümmert sich

um Freunde und Familie und spendet Geld für wohltätige Zwecke. Was

zum Teufel sollte man ihm vorwerfen? Doch nun liegt er zitternd auf dem

Badezimmerboden eines Hotels in irgendeinem namenlosen Land. Einem

Land, in dem Armut, Gewalt, Folter und Unterdrückung herrschen, in dem

der Bürgerkrieg zu grausamen Exzessen geführt hat. Immer wieder hatte

es ihn, schwankend zwischen Mitleid und Unbehagen, dort hingezogen,

und die Begegnungen mit denen, die für ihre Überzeugungen kämpften

und starben, hatten ihn zugleich fasziniert und beängstigt. In dieser nicht

enden wollenden Nacht erkennt er endlich, von Fieberträumen geschüttelt,

was ihn mit all jenen namenlosen Opfern verbindet: dass ihre Aus beutung,

ihr Elend direkte Konsequenzen seines eigenen komfortablen Lebensstils

sind.

DAS FIEBER

Der amerikanische Dramatiker und Schauspieler Wallace Shawn

(*1943) „ist einer der wichtigsten Stückeschreiber dieser Tage, weil er

die Ruhe stört. Eine Ruhe, an der das System krepieren wird, wenn es

sich nicht selbst als Feind erkennt.“ (Der Spiegel) In seinem verstörenden

Monolog „Das Fieber“ skizziert Shawn den Zusammenhang zwischen den

derzeitigen globalen ökonomischen Strukturen und den Lebensbedingungen

auf dieser und der anderen Seite der Welt und stellt gleichzeitig die

drängende Frage nach der Bereitschaft jedes Einzelnen, politische und persönliche

Verantwortung zu übernehmen. „Das Fieber“ wurde 1991 mit dem

„Obie Award for Best Play“ ausgezeichnet und 2004 mit Vanessa Redgrave

und Angelina Jolie verfilmt.

Regisseur Bruno Klimek, 1958 in Stuttgart geboren, arbeitete schon während

seiner Schulzeit als Bühnentechniker, Beleuchter, Tontechniker,

Schreiner, Kascheur, Requisiteur, Inspizient und Regieassistent am Zimmertheater

Tübingen. Nach dem Abitur folgten Engagements als Regieassistent

in München, Bochum und Nürnberg, wo er auch erstmals inszenierte.

Von 1985 bis 1988 war Bruno Klimek als Spielleiter am Theater

Krefeld Mönchengladbach engagiert. 1988 wechselte er als Oberspielleiter

ans Nationaltheater Mannheim. Als Gastregisseur inszenierte er von

1992 bis 1996 unter anderem am Schauspiel Köln, am Düsseldorfer Schauspielhaus,

am Staatstheater Darmstadt und am Berliner Schillertheater,

bevor er 1996 als Schauspieldirektor ans Nationaltheater Mannheim zurückkehrte.

Seit 2000 arbeitet Bruno Klimek wieder als freier Opern- und

Schauspielregisseur und immer häufiger auch als sein eigener Bühnenbildner.

Er schreibt Hörspiele, Theatertexte und Gedichte und bekleidet an der

Folkwang Universität der Künste Essen eine Professur für Szenische Ausbildung

im Bereich Gesang/Musiktheater.

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SATT

VON MARIANNA SALZMANN

Inszenierung Moritz Peters

Bühne Lisa Marie Rohde

Kostüme Christina Hillinger

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere am 14. Oktober 2011, Casa

Goscha, eine junge Frau mit Migrationshintergrund, fühlt sich nirgendwo

zugehörig. In Russland herrschen Angst und Aberglaube und Deutschland

wirkt mit seiner Ordnung, Bildungsbürgerlichkeit und „Leitkultur“ auch nicht

wirklich einladend. Sie wird nicht heimisch im „Wunderland“, das Mutter

Larissa mit so vielen Hoffnungen verband. Während diese alles tut, um sich

anzupassen und ihren Töchtern eine Zukunft zu ermöglichen, reibt sich Goscha

an einer für sie nicht nachvollziehbaren Wirklichkeit, sucht gemeinsam mit

Freund Steff den Nervenkitzel beim Umherstreifen im U-Bahntunnel und

auf Raubzug in den Lebensmittel-Müllcontainern der Supermärkte. Goschas

Schwester Su flüchtet ihrerseits lieber in die virtuelle Realität. Dort ist sie als

Junge unterwegs und erlernt den Sprachcode der Internetgemeinde. Im Netz

findet sie die Gemeinschaft, die sie sonst vermisst. Steff indes meint, dass man

etwas wollen muss, machen, nicht nur meckern und „ein wenig über die Politik

verzweifeln“. Er plant etwas Großes, eine riskante, Aufsehen erregende Aktion.

Und da will Goscha dabei sein, um ihrer Wut endlich Luft zu verschaffen.

Es ist der Wunsch gesehen zu werden und dazu zu gehören, das Aufbegehren

gegen die Isolation und die Ohnmacht, was diese vier Menschen –

jeden auf seine Art – umtreibt. „Satt“ beschreibt in pointierten Dialogen

und mit lakonischem Humor die Sehnsucht nach Authentizität und

Integration.

SATT

Marianna Salzmann wurde 1985 in Russland geboren und immigrierte

1995 nach Deutschland. Nach einem Literatur-, Theater- und Medien-

Studium an der Universität Hildesheim setzte sie ihre Ausbildung an der

Universität der Künste Berlin fort, wo sie seit 2008 Szenisches Schreiben

studiert. „Satt“ wurde im März 2011 am Bayerischen Staatsschauspiel in

München uraufgeführt.

Regisseur Moritz Peters wurde 1981 in New Haven/USA geboren. Nach

einer Zwischenstation in den Niederlanden wuchs er in Bochum auf.

2001–2005 absolvierte er ein Schauspielstudium an der Hochschule für

Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Danach war er vier

Jahre lang Ensemblemitglied des Schauspiel Frankfurt. 2009 wechselte

er ans Zimmertheater Tübingen, wo er auch eine erste eigene Inszenierung

realisierte. Seit 2010 ist Moritz Peters Regieassistent am Schauspiel

Essen. Hier zeigte er mit „Lachsfieber“ bereits eine Regiearbeit.

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ULRIKE MARIA STUART

KÖNIGINNENDRAMA VON ELFRIEDE JELINEK

Inszenierung Hermann Schmidt-Rahmer

Bühne Thilo Reuther

Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere am 21. Oktober 2011, Grillo-Theater

Zwei Königinnen streiten – über Revolution und Gewalt, Männer und

Mode, Widerstand und Freiheit. Resigniert und einsichtig die eine, trotzig

und stur die andere. Es sind Friedrich Schillers Maria Stuart und

Elisabeth I., die hier als Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin neu aufeinander

treffen. Nur noch im Widerspruch vereint, stolpern die beiden durch

die Zeiten und liefern sich einen virtuosen verbalen Schlagabtausch über

die (Un-)Möglichkeit, die Welt zu verändern, über bewaffneten Kampf,

Idealismus und Ideologie. Anhand der Königinnen veranschaulicht Elfriede

Jelinek mit Eloquenz und Sprachwitz mehr die Unmöglichkeit des Aufbegehrens,

als dass sie die Geschichte der RAF und des Deutschen Herbstes

nacherzählt. Zwei starke Frauen und ihr Wille zum Widerstand scheitern

an „den Verhältnissen“, aber auch an persönlichen Differenzen – an der

Aus einandersetzung um einen Mann (Andreas Baader) beispielsweise –,

an der Diskrepanz zwischen revolutionärer Gesinnung und der eigenen

Ver strickung in kapitalistische Mechanismen, an mangelnder Solidarität,

blindem Aktionismus und niederen Instinkten wie Neid und Eifersucht.

ULRIKE MARIA STUART

Elfriede Jelinek (*1946) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen

Gegenwartsautorinnen. Ihr Werk umfasst Romane wie „Die Klavierspielerin“

(1983), „Lust“ (1989) und „Gier“ (2000) sowie Lyrik, Essays,

Übersetzungen, Hörspiele, Drehbücher und über 20 Theaterstücke. „Ulrike

Maria Stuart“ wurde erstmalig 2006 in Hamburg aufgeführt; ihr jüngstes

Stück „Winterreise“ kam im Januar 2011 an den Münchner Kammerspielen

zur Uraufführung. Elfriede Jelinek wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet

und erhielt 2004 den Nobelpreis für Literatur.

Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer wurde 1960 in Düsseldorf geboren.

Er studierte Musikwissenschaft und Philosophie in München und absolvierte

ein Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin. Nach

Engagements an der Freien Volksbühne Berlin, am Schauspiel Köln, dem

Hamburger Schauspielhaus und dem Wiener Burgtheater arbeitet er seit

1990 als freier Regisseur, u. a. in Köln, Berlin, Basel, am Theater Dortmund,

am Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am Hessischen Staatstheater

Wiesbaden. Hermann Schmidt-Rahmer arbeitet zudem als Autor und

Übersetzer und ist Professor für Szene an der Universität der Künste in

Berlin.

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BENEFIZ – JEDER RETTET

EINEN AFRIKANER

VON INGRID LAUSUND

Inszenierung Thomas Ladwig

Bühne Jürgen Höth

Kostüme Asima Amriko

Dramaturgie Judith Heese

Premiere am 6. November 2011, Grillo-Theater

„Ernstes Thema heute, Afrika“, steigt Leo in die Proben zur Benefizveranstaltung

ein. Er und vier weitere Mitstreiter befinden sich mitten in den

Vorbereitungen für einen Gala-Abend zu Gunsten einer Schule im afrikanischen

Guinea-Bissau. Oberstes Ziel dabei: Authentizität wahren. Doch

nicht nur das bereitet Schwierigkeiten. Die Vorstellungen davon, wie man

potenzielle Spender am ehesten für das Projekt gewinnt, gehen weit auseinander:

Braucht es ein höchstprominentes Zugpferd oder reicht es, wenn

man Uschi Glas von der Sache überzeugt? Lädt man vielleicht eine echte

Afrikanerin zur Gala ein? Darf zwischendurch auch mal Bierzelt-Stimmung

aufkommen oder ist stets seriöse Sachlichkeit zu demonstrieren? Zeigt

man Bilder von dahinsiechenden Kindern? Wie viel Unwohlsein darf beim

Publikum aufkommen?

Zwischen immer wiederkehrenden Diskussionen über Political Correctness

und die Wirkung des gerade Inszenierten werden Redeanteile neu

verteilt, spontane Umarmungen und die richtige Betonung des Wortes

„Hungerkatas trophe“ einstudiert sowie die effektivste Stelle für den ergreifenden

Tränenausbruch festgelegt. Und doch, aller Professionalität

zum Trotz, kommt mitunter Betroffenheit auf. Dabei bleibt es nicht aus,

dass die Beteiligten ihre eigenen Haltungen hinterfragen.

BENEFIZ – JEDER RETTET EINEN AFRIKANER

Autorin Ingrid Lausund, die „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ auch

nach der Uraufführung am Schauspiel Köln 2004 noch mehrfach selbst

inszenierte, nimmt mit ihrem Stück nicht allein gutmenschliche Betroffenheitsveranstaltungen

à la RTL-Spendenmarathon auf die Schippe. Wenn

bei der Probe um jeden Satz gebuhlt und Solo-Nummern haarklein gegeneinander

aufgerechnet werden, führt sie ebenso geschickt die Eitelkeiten

und Befindlichkeiten der fünf vermeintlichen Vorzeigebürger vor.

Regisseur Thomas Ladwig, geboren 1981 in Essen, studierte Theaterwissenschaft

und Germanistik an der Universität Leipzig. Während des

Studiums inszenierte er unter anderem „Frühlings Erwachen“ und „Ein

paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ nach dem Roman von

Sibylle Berg. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Regieassistent

am Schauspiel Leipzig mit Regisseuren wie Christian Schlüter, Wulf Twiehaus,

Robert Schuster und Wolfgang Engel. Kontinuierlich entwickelte er

währenddessen eigene Arbeiten. 2008 wechselte Ladwig ans Schauspiel

Essen und assistierte unter anderem Cilli Drexel, Anselm Weber, Roger

Vontobel und Sebastian Nübling. In dieser Zeit entstanden seine Inszenierungen

„Ein Volksfeind“ und die Uraufführung „Der Kaiser von China“

sowie diverse Arbeiten für die Heldenbar. Seit Oktober 2010 arbeitet

Ladwig als freier Regisseur.

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MICHAEL KOHLHAAS

NACH DER NOVELLE VON HEINRICH VON KLEIST

Inszenierung Christoph Roos

Bühne und Kostüme Peter Scior

Musik Markus Maria Jansen

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere am 2. Dezember 2011, Casa

Der rechtschaffene Pferdehändler Michael Kohlhaas lebt gemeinsam

mit seiner Frau und seinen Kindern in Kohlhaasenbrück an den Ufern der

Havel. Auf einer Reise ins Sächsische, wo er seine Pferde auf den Märkten

verkaufen will, wird er an der Landesgrenze bei einer Ritterburg an der

Elbe mit ungewohnten Einreiseformalitäten konfrontiert: Neuerdings verlangt

der Schlossherr, Junker von Tronka, einen Passierschein. Kohlhaas

verspricht notgedrungen, sich in Dresden nachträglich darum zu bemühen.

Als Pfand muss er zwei seiner Rappen zurücklassen, die er seinem Knecht

anvertraut. In Dresden stellt sich jedoch heraus, dass die Forderung nach

einem Passierschein jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt. Und damit

nicht genug: Zurück in der Tronkenburg findet er seine Pferde auch noch

abgemagert im Schweinekoben vor. Der Burgvogt hatte diese als Zugtiere

auf dem Feld und seinen Knecht als Prügelknaben missbraucht. In seinem

gerechten Zorn sucht Kohlhaas juristischen Beistand, muss aber erkennen,

dass die verwandtschaftlichen Beziehungen derer von Tronka bis weit in

die Gerichtsbarkeit reichen.

Als seine Frau bei dem Versuch, in der Sache ihres Mannes beim Landesherrn

vorzusprechen, tödlich verletzt wird, beginnt Kolhaas einen blutigen

Rachefeldzug: Er sammelt seine Getreuen und bläst zur Jagd auf Junker

Tronka. Blind vor Wut und prinzipientreu bis zur Selbstaufgabe kämpft

er gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt und zündet ganze Städte an.

Martin Luther höchstpersönlich gemahnt ihn, in die Gemeinschaft zurück-

MICHAEL KOHLHAAS

zukehren und die Obrigkeit anzuerkennen. Doch Kohlhaas, der sich vom

Rechtsstaat verstoßen sieht, überzieht das Land mit rigorosem Terror, welcher

Opfer fordert, Angst und Denunziation gedeihen lässt und eine Spirale

der Gewalt in Gang setzt.

Der Willkür und Korruption des Staates stehen in Kleists Erzählung – nicht

minder zerstörerisch – private Rachgier und Selbstjustiz gegenüber. Das

Stück zeigt die Verzweiflung des Menschen am Unrecht in der Gesellschaft

und stellt die Frage, ob Gerechtigkeit mit Gewalt durchgesetzt werden darf.

Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ wurde – in vollständiger Form –

1810 veröffentlicht, ein Jahr vor dem Freitod des Dichters. „Ich passe mich

nicht unter die Menschen“, zog dieser das Fazit aus seinem Leben. Wie

Kohlhaas waren auch viele andere Protagonisten Kleists, wie ihr Autor

selbst, Entrechtete, Außenseiter. Das Gefühl des Ausgestoßenseins und das

Aufbegehren dagegen sind seinen Figuren eingeschrieben. Neben „Prinz

Friedrich von Homburg“ ist „Michael Kohlhaas“ der zweite Kleist-Stoff, den

das Schauspiel Essen anlässlich des 200. Todestages des Dichters im November

2011 auf die Bühne bringt.

Regisseur Christoph Roos, 1969 in Düsseldorf geboren, studierte zunächst

Theater- und Filmwissenschaft, Germanistik und Religionswissenschaft

und anschließend Schauspielregie. Während des Studiums übernahm

er die künstlerische Leitung der Tournee „Doctor Faustus Lights the

Light“ von Gertrude Stein in der Inszenierung von Robert Wilson. 1994

wechselte er als Regieassistent an die Schaubühne am Lehniner Platz in

Berlin. Seit 1996 ist er freischaffender Regisseur, Übersetzer und Autor. Er

inszeniert u. a. am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Bonn und am

Staatsschauspiel Dresden. Am Schauspiel Essen ist mit „Buddenbrooks“

bereits eine Inszenierung von Christoph Roos zu sehen.

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THE BLACK RIDER

THE CASTING OF THE MAGIC BULLETS

MUSICAL VON WILLIAM S. BURROUGHS,

TOM WAITS UND ROBERT WILSON

Inszenierung Reinhardt Friese

Musikalische Leitung Willi Haselbek

Bühne Günter Hellweg

Kostüme Annette Mahlendorf

Dramaturgie Vera Ring

Premiere am 3. Dezember 2011, Grillo-Theater

„Es muss ein Jäger sein, so will’s der Brauch!“ Was die Wahl seines zukünftigen

Schwiegersohnes angeht, kennt Förster Bertram kein Wenn und

kein Aber, da mag sich seine Tochter Käthchen sträuben, wie sie will. Und

auch die Einwände von Förstersgattin Anne verhallen ungehört. Der junge

Jägersbursche Robert scheint genau der richtige Kandidat zu sein, kennt

er doch den Wald wie seine Westentasche. Aber Käthchen liebt nun einmal

den Schreiber Wilhelm, und so stellt der Vater schließlich eine Bedingung:

Mit einem „Probeschuss“ soll Wilhelm seine Zielsicherheit unter Beweis

stellen. So macht sich der junge Mann, das Gewehr geschultert, zu Übungszwecken

auf in den Wald, doch gleich seine ersten Schussversuche scheitern

jämmerlich. In seiner Angst, in der Prüfung zu versagen und Käthchen

für immer zu verlieren, lässt Wilhelm sich auf einen Handel mit dem undurchsichtigen

Pegleg ein. Sieben Gewehrkugeln erhält er von diesem,

magische Geschosse, die niemals ihr Ziel verfehlen. Doch der Pakt mit dem

Teufel hat seinen Preis …

THE BLACK RIDER

Der Schwarze Reiter bittet zum Tanz: Nach seiner spektakulären Uraufführung

in Hamburg ist das Musical des Dreiergespannes Robert Wilson,

Tom Waits und William S. Burroughs mit überwältigendem Erfolg um die

Welt gegangen. „The Black Rider“ ist ein furioser Höllenritt durch eine

skurrile Traum- und Schattenwelt, angelehnt an die alte, schaurig-schöne

Freischütz-Sage aus J. A. Apels „Gespensterbuch“ (1810), die auch schon

Vorlage für Carl Maria von Webers berühmte Oper war.

Regisseur Reinhardt Friese ist seit 1997 als freier Regisseur tätig, u. a. an

den Stadttheatern Augsburg, Bern und Wuppertal, dem Deutschen Theater

in Göttingen, den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach

und den Staatstheatern Karlsruhe und Wiesbaden. Von 2001 bis

2007 war er Oberspielleiter an der Landesbühne Niedersachsen Nord in

Wilhelmshaven, wo er neben Werken von Shakespeare, Goethe, Gryphius

und Büchner auch zahlreiche Ur- und Deutsche Erstaufführungen, u. a. von

Marina Carr, Katharina Gericke und David Lescot, inszenierte. In der Spielzeit

2010/2011 war er außerdem an der Folkwang Universität der Künste

Essen tätig und erarbeitete dort mit den Absolventen des Musical-Studienganges

deren Abschlussprojekt. Ab der Spielzeit 2012/2013 wird Reinhardt

Friese als Intendant das Städtebundtheater Hof leiten. „The Black Rider

ist nach „Shock headed Peter“ seine zweite Inszenierung am Schauspiel

Essen.

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Deutsche Erstaufführung

HOLGER, HANNA UND

DER GANZE KRANKE REST

VON JAN DEMUTH

Inszenierung Henner Kallmeyer

Bühne Franziska Gebhardt

Kostüme Silke Rekort

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere am 20. Januar 2012, Casa

Wer ist hier eigentlich krank? Der 16-jährige Holger hat nicht das Gefühl,

dass die Situation, mit ihm auf dieser Couch, so stimmt. Wenn es nach ihm

ginge, gehörten vielmehr seine Eltern dringend von einem Therapeuten ins

Visier genommen. Dass sie ihn, unerträglich einfühlsam und verständnisvoll

wie immer, auch noch in die Sitzung begleiten, findet er einfach nur

peinlich. Und dann dieses ständige Gerede davon, dass sie ihn durch ihre

Trennung fürs Leben vermurkst hätten – völliger Schwachsinn. Holger wirft

sie kurzerhand raus und redet anschließend befreit Tacheles. Sein Zustand

hat nämlich so gar nichts mit der Scheidung seiner Eltern zu tun, der Grund

für nachlassende Schulleistungen und geistige Abwesenheit ist ein ganz

anderer: Hanna. Gerade auf seine Schule gewechselt, ein paar Jahre älter,

ist sie neuer Mittelpunkt seiner Gedanken.

Leider hatten sie einen denkbar schlechten Start: Im ersten Gespräch fiel

Holger durch mangelhaftes Wissen in Sachen Tierschutz auf und bei ihrer

zweiten Begegnung übergab er sich beherzt auf ihre Schuhe. Jetzt darf einfach

nichts mehr schief gehen – sonst sinken seine Chancen endgültig gen

Null. Zu gut könnte er ein paar verlässliche Tipps brauchen, doch ein sportfanatischer

Vater und eine Mutter, die sich auf ihre Energiemeridiane und

HOLGER, HANNA UND DER GANZE KRANKE REST (DE)

ein optimal fließendes Chi konzentriert, sind keine große Hilfe. Im Gegenteil,

Hannas plötzliche Begeisterung für Zahnarztbesuche bei seinem Vater

passt Holger überhaupt nicht …

Wunderbar ironisch beschreibt Jan Demuth in „Holger, Hanna und der

ganze kranke Rest“ die Zeit, in der die Eltern anfangen, schwierig zu werden:

die Pubertät mit ihrem geballten Gefühlschaos und harten Prüfungen

wie dem Kampf um die erste große Liebe oder dem Zurechtfinden zwischen

zwei Elternteilen, die ab sofort getrennte Wege gehen. 2010 am Theater

St. Gallen uraufgeführt, kommt Demuths Jugendstück nun am Schauspiel

Essen zur Deutschen Erstaufführung.

Regisseur Henner Kallmeyer, 1974 in Lübeck geboren, arbeitete als

Regieassistent am Schauspielhaus Bochum und bei Christina Paulhofer

am Staatstheater Hannover, bevor er 2002 dort mit der Uraufführung von

A. L. Kennedys „Gleißendes Glück“ sein Regiedebüt gab. Seitdem arbeitete

er unter anderem am Deutschen Theater Göttingen, am Schauspielhaus

Salzburg, am schauspielhannover und am Theater Bielefeld. In Essen

inszenierte er unter der Intendanz von Anselm Weber unter anderem „Die

kleine Hexe“ von Otfried Preußler und Edward Albees „Die Ziege oder Wer

ist Sylvia?“. Seit der vergangenen Spielzeit ist seine Inszenierung „Die

fetten Jahre sind vorbei“ nach der gleichnamigen Filmvorlage in der Casa

zu sehen.

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GRAF ÖDERLAND

EINE MORITAT IN ZWÖLF BILDERN VON MAX FRISCH

Inszenierung Konstanze Lauterbach

Bühne Kathrin Frosch

Kostüme Karen Simon

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere am 3. Februar 2012, Grillo-Theater

Die Frage nach dem „Warum?“ raubt dem Staatsanwalt den Schlaf.

Warum hat ein redlicher Bankangestellter einen Hausmeister mit einer Axt

erschlagen? Warum gibt es für diese Tat kein Motiv? Beziehungsweise: Ist

Langeweile, Überdruss an einem Leben, das zu großen Teilen aus Pflichterfüllung

besteht, ein Motiv? Der angesehene Staatsanwalt kann den Mann,

den er eigentlich anklagen soll, sehr gut verstehen. Und ehe er sich versieht,

hat er sie selbst in der Hand – die Axt. Traumwandlerisch, wie ein

Wiedergänger des sagenumwobenen Grafen Öderland, zieht er durchs

Land. Und wehe, ihm stellt sich jemand entgegen! Schnell finden sich

Anhänger, der Solotrip wird zum Aufstand und der Staatsanwalt zur Ikone.

Ohne erkennbares Ziel vor Augen rebelliert die Menge, bis sie das Land ins

Chaos gestürzt hat und ihr das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht.

Dabei wollte der Staatsanwalt doch einfach nur leben. Gibt es ein Erwachen

aus diesem Albtraum?

Max Frisch (1911–1991) betrachtet „Graf Öderland“ als eines seiner wichtigsten

Werke. Er beschäftigte sich mit dem Topos bereits 1946 in einer

Prosaskizze, bevor 1951 das Theaterstück in Zürich uraufgeführt wurde.

1956 und 1961 überarbeitete Frisch das Stück und legte neue Fassungen

vor, die in Frankfurt am Main bzw. in Berlin zur Uraufführung gelangten. In

seiner Moritat beschwört Frisch den Mythos des Axt schwingenden Revolutionärs,

dessen Kampf für ein pflichtbefreites Leben zum willkürlichen

GRAF ÖDERLAND

Amoklauf wird. „Graf Öderland“ wirft zugleich einen Blick auf eine Gesellschaft,

in der sowohl die Bereitschaft zur Rebellion als auch der Wille, am

Status quo festzuhalten, sich in ihrer Bedingungslosigkeit nicht voneinander

unterscheiden. Veränderung und Besitzstandswahrung – beide Ziele

werden um jeden Preis verfolgt, mit unterschiedlichen Mitteln, aber der

gleichen Kompromisslosigkeit.

Regisseurin Konstanze Lauterbach begann nach ihrem Studium der Germanistik

und Literaturwissenschaften an der Studentenbühne der Karl-

Marx-Universität Leipzig zu inszenieren. Von 1982 bis 1984 arbeitete sie

als Regieassistentin in Chemnitz. Es folgten zahlreiche Gastinszenierungen

und von 1987 bis 1990 ein festes Engagement in Rudolstadt. Von 1990 bis

1999 brachte sie als Hausregisseurin am Schauspiel Leipzig 16 Inszenierungen

heraus und inszenierte in dieser Zeit auch regelmäßig am Theater

Bremen sowie am Burgtheater Wien, bei den Wiener Festwochen und am

Bayerischen Staatsschauspiel München. Von 2001 bis 2004 war sie Hausregisseurin

am Deutschen Theater in Berlin. Konstanze Lauterbach arbeitet

als freie Regisseurin für Oper und Schauspiel u. a. an der Volksbühne

Berlin, am Theater Bonn, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Hessischen

Staatstheater Wiesbaden, am Staatstheater Braunschweig, am Theater

Konstanz und an der Semperoper in Dresden. 1997 wurde ihr der Preis

des deutschen Kritikerverbandes verliehen, 2002 erhielt sie den Caroline-

Neuber-Preis der Stadt Leipzig. Konstanze Lauterbach lebt in Berlin.

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JOHNNY HÜBNER GREIFT EIN

EIN MOBILES THEATERABENTEUER

VON HARTMUT EL KURDI

Premiere im Februar 2012, Box

Wenn Johnny Hübner eingreift, ist Gefahr im Verzug. Denn Johnny ist

Geschichten-Retter. Naja, er rettet keine Geschichten, sondern Menschen,

die aus Versehen in eine Geschichte hineingezogen wurden und jetzt nicht

mehr alleine aus ihr rauskommen. Das kennt man ja: Wenn ein Buch so

richtig spannend ist, fühlt man sich mittendrin im Geschehen. Was aber,

wenn es sich hierbei um ein lebensgefährliches Abenteuer handelt, bei

dem man sich nur eines wünscht: auf der Stelle wieder zu Hause zu sein?

Dann kann nur noch Johnny Hübner vom „Mobilen Geschichten-Rettungs-

Kommando“ helfen. Und da man gemeinsam immer stärker ist als alleine,

braucht Johnny bei seinen Rettungsaktionen immer die tatkräftige Unterstützung

aller kleinen Zuschauer.

Diesmal hat es Olga „erwischt“: Beim Lesen ihres zerfledderten Abenteuerbuches

wurde sie von ihrer Lektüre regelrecht verschluckt. Eigentlich

wollte sie nur auf ihrem Bett liegen, um gemütlich zu schmökern, als

sie sich auch schon ruckzuck auf den harten Planken des Piratenschiffs

„Hinkende Seekuh“ wiederfindet. Hier hat der blutrünstige Killer-Pirat Bert

Braunbart das Kommando, der gerade seinen Schiffskoch über Bord werfen

will, bloß weil der Hai-Eintopf versalzen ist. Aber dazu kommt es zum

Glück nicht, denn Braunbart und seiner Mannschaft kommen soeben zwei

Schiffe vor die Kanonen. Olga flüchtet mit dem Smutje in die Kombüse und

staunt nicht schlecht, als sie dort P elz-Jan kennen lernt, eine waschechte

6+

JOHNNY HÜBNER GREIFT EIN

Piratenratte, die sogar sprechen kann. Die drei rufen zur Meuterei auf,

fesseln wagemutig die schlafende Mannschaft – übersehen dabei aber

leider den Kapitän … Jetzt wird es wirklich eng für Olga und ihre neuen

Freunde. Wird es Johnny Hübner und den Kindern gelingen, das Mädchen

wohlbehalten in ihr Kinderzimmer zurückzuholen?

„Johnny Hübner greift ein“ ist ein Theaterspaß für Schüler ab der ersten

Klasse. Ein einziger Schauspieler ist Johnny Hübner, Schiffskoch, Pirat

und sprechende Ratte – kurz: Er ist Geschichtenerzähler. Virtuos zwischen

allen Rollen wechselnd, nimmt er die Kinder mit auf eine spannende Reise

und beschwört dabei die Kraft und Magie der Phantasie sowie die große

Anziehungskraft, die packende Geschichten nicht nur auf Kinder ausüben

können.

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Uraufführung

HEIM.SPIEL.ESSEN

GESCHICHTEN VON UND MIT MENSCHEN DIESER STADT

Inszenierung und Bühne Tom Gerber

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere am 23. März 2012, Casa

Ein Heimspiel ist im Sport zunächst einmal von Vorteil. Wer zuhause

seine Gegner empfängt, bewegt sich in gewohntem Umfeld, auf sicherem

Terrain. Er kennt den Ort und dessen Eigenarten und die Menschen. Das

stützt im Spiel, weil es vor bösen Überraschungen feit. Man lädt daher

gerne zu sich nach Hause ein. Hier kennt man sich aus und fühlt sich geschützt.

Umso tragischer sind verlorene Spiele daheim! Wer im vertrauten

Umfeld eine Niederlage einstecken muss, geht mit noch größerer Angst in

die Fremde. Das gilt für den Sport genauso wie fürs Leben.

Essener Bürger haben uns von ihrer Heimat und dem Weg dorthin bzw. von

dort weg erzählt. Sie sind daheim in Essen; nicht immer ist die Stadt auch

ihre Heimat geworden. Spannende und bewegende Geschichten sind dies –

über das Ankommen im Ruhrgebiet, das Dortbleibenwollen oder Sichwiederwegwünschen.

Freundliches Willkommen oder diskriminierende Skepsis,

herzliche Offenheit oder unverhohlenes Misstrauen – sie entscheiden,

ob das neue Heim zur Heimat wird. Die privaten Eindrücke von der Arbeit,

aus der Nachbarschaft oder dem Familien- bzw. Vereinsleben stellen daher

auch ein allgemeines Nachdenken über Integration, Solidarität und die

Hoffnung auf Zugehörigkeit dar.

HEIM.SPIEL.ESSEN (UA)

Gemeinsam mit Menschen aus Essen und Schauspielern des Ensembles

wird Tom Gerber den Geschichten nachspüren sowie diesem schwer zu

fassenden Begriff von Heimat, der weniger einen Ort beschreibt als ein

Gefühl, ein Grundbedürfnis, eine Sehnsucht.

Regisseur Tom Gerber wurde 1967 in Brandenburg an der Havel geboren.

Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock Schauspiel.

Es folgten Engagements u. a. in Nürnberg, Göttingen und Braunschweig.

In den vergangenen zehn Jahren war er am Badischen Staatstheater

in Karlsruhe tätig und ist seit der Spielzeit 2010/11 festes

Ensemblemitglied am Schauspiel Essen. Gastverträge führten ihn u. a.

nach Berlin, Amsterdam und Glasgow. Tom Gerber inszeniert seit einigen

Jahren regelmäßig u. a. am Staatstheater Karlsruhe („Shakespeare ROME!

Democracy“, „Fräulein Julie“ von August Strindberg, „Verbrennungen“ von

Wajdi Mouawad u. a.), am Volkstheater Rostock („Das Orchester“ von Jean

Anouilh) und am Staatstheater Braunschweig („Das trunkene Schiff“ von

Rimbaud). Er ist Mitbegründer von „arts in dialog“.

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KABALE UND LIEBE

EIN BÜRGERLICHES TRAUERSPIEL

VON FRIEDRICH SCHILLER

Inszenierung Martina Eitner-Acheampong

Bühne Jan Steigert

Kostüme Yvette Schuster

Dramaturgie Judith Heese

Premiere am 24. März 2012, Grillo-Theater

Was Flötenunterricht anrichten kann! Ohne die Stunden bei Musiklehrer

Miller hätten sich die bürgerliche Luise, Millers einzige Tochter, und der

adlige Major Ferdinand niemals kennen und lieben gelernt – und einen

vielleicht weitaus glücklicheren Lebensweg eingeschlagen. Nun beruht

ihre junge Liebe aber auf Gegenseitigkeit und entgegen der Pläne, die

ihre Väter für sie haben, verteidigen sie die nicht standesgemäße Verbindung

mit aller Kraft. Ferdinands Vater, Präsident von Walter, interessiert

das herzlich wenig. Aus politischen Gründen will er seinen Sohn um jeden

Preis mit Lady Milford, der Geliebten des Herzogs, vermählen, wodurch

sich sein eigener Einfluss bei Hofe bedeutend vergrößern würde. Um

Ferdinand dazu zu bewegen, sich von Luise loszusagen und der Zweckehe

zuzustimmen, spinnt der Präsident – angetrieben von Haussekretär

Wurm – eine perfide Intrige, die seinen Sohn glauben macht, Luise betröge

ihn. Das grausame Spiel geht auf: Aus tiefster Zuneigung wird rasende

Eifersucht. Und so ist es letztlich Ferdinands eigener Mangel an Vertrauen,

der die beiden Liebenden das Leben kostet.

Im Alter von 23 Jahren schrieb Friedrich Schiller mit dem bürgerlichen

Trauerspiel „Kabale und Liebe“ sein drittes Bühnenwerk. 1784 in Frankfurt/Main

uraufgeführt, ist dieser Klassiker des Sturm und Drangs eine

radikale Abrechnung mit der herrschenden Gesellschaftsordnung, der

KABALE UND LIEBE

damals streng bewahrten Grenze zwischen Adel und Bürgertum. Die Anarchie,

mit der vor allem Ferdinand zu verhindern versucht, ein ihm nicht

zusagendes Lebensmodell aufgezwungen zu bekommen, und die niederträchtige

Verbissenheit, mit der die ältere Generation wiederum an der

Welt, wie sie sie kennt, festhält, sind nur zwei Facetten eines Generationenkonflikts,

der nicht weniger zeitlos ist als der ebenso thematisierte

Gegensatz zwischen individuellem Interesse und gesellschaftlicher Norm.

Regisseurin Martina Eitner-Acheampong, 1960 in Cottbus geboren,

absolvierte eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst

Ernst Busch. Ihre Theaterlaufbahn begann sie 1985 am Theater

Rudolstadt. Es folgten Engagements u. a. am Schauspiel Leipzig (1991–

2000) und am Schauspielhaus Bochum (2000–2005). Zudem arbeitet

Martina Eitner-Acheampong als Dozentin an den Schauspielschulen in

Bochum, Essen und Leipzig und inszeniert u. a. am Theater Heilbronn, am

Central Theater Leipzig, Staatstheater Stuttgart und Theater Chemnitz.

Ihre Inszenierung „Ego-Shooter: Generation Peer“ wurde beim Treffen

der deutschsprachigen Schauspielschulen in Zürich 2009 mit dem

Vontobel-Preis der Jury sowie dem Publikumspreis ausgezeichnet.

„Kabale und Liebe“ ist nach „Die kleine Meerjungfrau“ ihre zweite Arbeit

am Schauspiel Essen.

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Deutsche Erstaufführung

RICHTIG ALT, SO 45

VON TAMSIN OGLESBY

Inszenierung Jens Pesel

Bühne und Kostüme Diana Pähler

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere am 15. April 2012, Grillo-Theater

London, irgendwann in der Zukunft. Drei Wissenschaftler suchen in

einem Forschungslabor der Regierung nach Lösungen für die beiden drängendsten

Probleme der Zeit: das Alter und die Jugend. Einerseits leben

Senioren länger, als es biologisch natürlich bzw. ökonomisch sinnvoll

erscheint und machen das Gemeinwesen uneffektiv und teuer. Auf der

anderen Seite ist die Anzahl der von ihren überarbeiteten Eltern vernachlässigten

Jugendlichen in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Die

Forscher haben einen Weg gefunden, diese zwei demografischen Zeitbomben

zu entschärfen: die Daseinsberechtigung der Alten unter Vorbehalt.

Nur wenn diese bereit sind, nach einem festgelegten System Punkte zu

sammeln, indem sie beispielsweise einen vernachlässigten Jugendlichen

als Adoptivenkel bei sich aufnehmen oder alternativ an medizinischen

Tests in der neuen Klinik „Die Arche“ teilnehmen, werden sie weiterhin

geduldet. Für unkooperative Alte gibt es eine ultimative Dienstleistung: die

Pille für den sanften Tod. Immerhin sieht man mit „Ryanol“ farbenprächtige

Papageien, bevor man stirbt. So macht das Leben der Alten wieder

Sinn, die Jugendproblematik ist gelöst und der effiziente und reibungslose

Ablauf des öffentlichen Lebens wieder gewährleistet.

Dies ist die Welt, in der die betagten Geschwister Lynn, Alice und Robbie

sich behaupten müssen – immer im Kampf um die erforderlichen Punkte:

Die an fortschreitendem Gedächtnisverlust leidende Lynn adoptiert die

16-jährige Millie, was sie dennoch nicht vor der „Arche“ bewahrt. Lynns

RICHTIG ALT, SO 45 (DE)

Schwester Alice leidet an Schwerhörigkeit, Diabetes und Gelenkverschleiß

und findet sich nach einem schweren Sturz ebenfalls in der berüchtigten

Klinik wieder. Und Robbie versucht verzweifelt, mittels Mode, Pflegeprodukten

und Haarfärbemitteln immer jünger zu wirken.

Aus der politischen und der privaten Perspektive heraus und mit tiefschwarzem

Humor betrachtet „Richtig alt, so 45“ eine fiktive, ungeduldige

Leistungsgesellschaft, in der das Alter als Ordnungswidrigkeit begriffen

wird. Das Stück entwirft eine zugespitzte Dystopie von „Menschen ohne

Funktion“ in einer Gesellschaft, die nichts mehr zu verschenken hat.

Die Stücke der britischen Autorin Tamsin Oglesby laufen u. a. an der Royal

Shakespeare Company und am National Theatre. Dort feierte 2010 auch

„Really old, like 45“ seine Uraufführung. Nun kommt es als Deutsche Erstaufführung

am Schauspiel Essen heraus.

Regisseur Jens Pesel wurde 1945 geboren. Nach Engagements als Regieassistent,

u. a. am Thalia Theater in Hamburg und an den Münchner Kammerspielen,

wo auch seine ersten Inszenierungen entstanden, holte ihn

Benno Besson 1974 als Mitarbeiter und Regisseur an die Volksbühne in

Berlin-Ost. 1981 folgte ein Engagement am Staatstheater Darmstadt, wo er

1983 die Schauspielleitung übernahm. Nach acht Jahren Theaterarbeit in

Darmstadt war er als freier Regisseur in Bern, Zürich, Salzburg, Nürnberg

und Bremen tätig. Zur Spielzeit 1992/1993 ging er als Schauspieldirektor

ans Theater Dortmund. Von 1996 bis 2010 war Jens Pesel Generalintendant

der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach.

In der vergangenen Spielzeit war am Schauspiel Essen bereits seine Inszenierung

des Manager-Krimis „Die Grönholm-Methode“ zu sehen.

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Uraufführung

DIE ÄSTHETIK

DES WIDERSTANDS

NACH DEM ROMAN VON PETER WEISS

FÜR DIE BÜHNE BEARBEITET VON THOMAS KRUPA

UND TILMAN NEUFFER

Inszenierung Thomas Krupa

Bühne, Kostüme und Video Jana Findeklee, Joki Tewes, Andreas Jander

Musik Mark Polscher

Dramaturgie Tilman Neuffer

Premiere am 24. Mai 2012, Grillo-Theater

Berlin, Spanien, Paris, Stockholm: Das sind die Stationen des Exils, die

ein junger Arbeiter in den Jahren 1937 bis 1945 im Widerstand gegen den

Hitlerfaschismus zurücklegt. Stets leidet er darunter, dass er sich nur unter

sehr großen Anstrengungen bilden kann, jedoch Bildung benötigt, um die

Welt zu deuten und in ihr tätig zu werden. Peter Weiss schickt teils frei

erfundene, teils historisch authentische Personen auf eine surreale Reise

durch eine sich auflösende Welt. Er erzählt dabei nicht nur von den Konflikten

innerhalb des linken antifaschistischen Widerstands und davon,

wie das Leben im Untergrund die Menschen geformt, sie deformiert hat,

sondern auch von der Bedeutung von Kunst-Erfahrung, von Ästhetik für den

gemeinsamen politischen Kampf. Der Roman ist gleichsam eine Schule der

Wahrnehmung des Widerstands und dessen kollektiver Erinnerung, die er

als verdrängte Geschichte sinnlich erfahrbar macht.

Drei Bände, 1000 Seiten, zehn Jahre Arbeit – 1981 vollendete Peter Weiss

kurz vor seinem Tod den Roman „Die Ästhetik des Widerstands“. Das Werk

des literarischen Malers und malenden Literaten wurde zu einem Kultbuch.

DIE ÄSTHETIK DES WIDERSTANDS (UA)

Seine ungeheure Sprachkraft und der am Film geschulte, musikalische Aufbau

sind ästhetisch einzigartig. Der Roman zeigt, was für eine wichtige

Rolle Kunst für die demokratische Entwicklung einer Gesellschaft spielt.

Und wie überlebensnotwendig eine Kultur, die Diskussion und Widersprüche

zulässt, nicht nur für unsere Gesellschaft, sondern auch für diejenige

ist, die sich wie zurzeit in Nordafrika erst demokratische Freiheiten

erkämpfen muss. „Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand

leisten heißt Neues schaffen.“ (Stéphane Hessel)

Maler, Filmregisseur, Theaterautor und Romancier Peter Weiss

(1916–1982) emigrierte 1934 von Deutschland über London und Prag nach

Schweden. 1960 erschien sein erstes Prosabuch „Der Schatten des Körpers

des Kutschers“. Daran schlossen sich 1961 und 1962 „Abschied von den

Eltern“ und „Fluchtpunkt“ an. In den folgenden Jahren feierte Weiss

u. a. mit den Theaterstücken „Marat/Sade“ und „Die Ermittlung“ Welterfolge.

Zwischen 1975 und 1981 veröffentlichte er die Roman-Trilogie „Die

Ästhetik des Widerstands“. Immer wieder auch für den Nobelpreis vorgeschlagen,

wurde der Autor 1982 posthum mit dem Georg-Büchner-Preis

ausgezeichnet.

Regisseur Thomas Krupa erstellt gemeinsam mit dem Dramaturgen Tilman

Neuffer und in enger Zusammenarbeit mit Gunilla Palmstierna-Weiss,

der Witwe des Autors, eine Theaterfassung des Romans für die Uraufführung

am Schauspiel Essen. 2008 inszenierte er die Uraufführung von

Peter Weiss’ nachgelassenem Drama „Inferno“ am Badischen Staatstheater

Karlsruhe. Am Schauspiel Essen inszenierte er in der Spielzeit 2010/11 die

Uraufführung „25 Sad Songs“. Thomas Krupa eröffnet die Spielzeit 2011/12

mit der Inszenierung von William Shakespeares „Coriolanus“.

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SUPERNOVA

(WIE GOLD ENTSTEHT)

VON PHILIPP LÖHLE

Inszenierung Katja Blaszkiewitz

Bühne, Kostüme und Video Kathrin Hauer, Christina Hillinger

Dramaturgie Judith Heese

Premiere am 2. Juni 2012, Casa

Irgendwo im Schwarzwald. Friedrich, ein gelernter Geologe Anfang dreißig,

hat bereits zwölf unbezahlte Praktika auf dem Buckel, als er sich ein

Herz fasst und Berry, seinem aktuellen Chef, mal so richtig auf den Schreibtisch

pinkelt: „Sorry. Das musste mal raus.“ Ein normal bezahlter Acht-

Stunden-Job, ein Auto vor der Tür, sonntags Tatort und ein, zwei Mal Urlaub

im Jahr, das ist doch nicht zu viel verlangt! Dass seine Freundin Laura

als Immobilienmaklerin locker für ihn mitverdient, macht die Sache nicht

leichter. Doch das Blatt wendet sich: Friedrich entdeckt im Wald einen

Klumpen Gold. Und wo ein Klumpen ist, da ist auch noch mehr. Er pimpt

ein paar Computeranalysen auf – für irgendwas muss das Geologiestudium

schließlich gut sein – und bietet Berry ein unwiderstehliches Geschäft an:

die Ausbeutung der Goldreserven des Nordschwarzwaldes. Endlich bekommt

Friedrich ein Stück vom Kuchen. Einschließlich Dienstwagen und

Anerkennung Lauras. Da halten ihn auch keine Öko-Demonstranten auf. Der

Schwarzwald muss den Goldsuchern weichen und wird kurzerhand nach

Mecklenburg-Vorpommern verpflanzt. Jetzt muss das Gold nur noch gefunden

werden.

Friedrichs Mutter Emma indes hat ganz andere Sorgen: Ihre einsamen

Gedanken kreisen – das Klimakterium lässt grüßen – um die fixe Idee, ihr

Leben zu ändern. Der zweite Frühling via parship.de und ein Seniorenstudium

sollen Abhilfe schaffen. An der Uni recherchiert sie das Leben

SUPERNOVA (WIE GOLD ENTSTEHT)

eines badischen Revolutionärs und kommt einem Schatz auf die Spur, den

dieser Mitte des 19. Jahrhunderts irgendwo im Schwarzwald vergraben

haben muss.

Diese Handlungsstränge verbinden sich zu einem Spiegelbild unserer vergeblichen

Kämpfe und unserer verzweifelten Gier. Mit absurdem Humor

zeigt das Stück die Tragikomik menschlichen Strebens: Da wird spekuliert

ohne realen Gegenwert und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt für ein

vages Quentchen Glück.

Der 1978 geborene Dramatiker Philipp Löhle bekam für sein Stück

„ Genannt Gospodin“ den Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen

Industrie und wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert.

Beim Heidelberger Stückemarkt wurde sein Jugendstück „Lilly Link“ mit

dem Jurypreis ausgezeichnet. Von 2008-2010 war er Hausautor am Maxim

Gorki Theater in Berlin. „supernova (wie gold entsteht)“ wurde im Januar

2011 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt. Laut „Theater der Zeit“

zählt Philipp Löhle zu den „erfolgreichsten und interessantesten Dramatikern

der Gegenwart“.

Regisseurin Katja Blaszkiewitz wurde in Berlin geboren. Nach dem

Studium der Theater-, Kunst- und Rechtswissenschaft und mehreren

Hospitanzen und Assistenzen u. a. am Schauspiel Frankfurt und am Thalia

Theater in Hamburg arbeitete sie als Regieassistentin und Regisseurin am

Staatstheater Braunschweig. Seit der Spielzeit 2010/2011 ist sie als Regieassistentin

am Schauspiel Essen engagiert.

43


Die Autorentage „Stück auf!“ finden 2012 zum ersten Mal am Schauspiel

Essen statt. Acht Dramatiker werden eingeladen, sich und ihr ausgewähltes

Theaterstück dem Publikum und der Fachwelt vorzustellen. Das Schauspiel

Essen denkt in der Spielzeit 2011/12 über Formen des (bürgerlichen) Widerstands

nach, über eine neu erwachte Protestkultur, zivilen Ungehorsam,

Demokratie, Volkszorn und die damit verbundene Hysterie, den Wunsch nach

Solidarität – zwischen den Generationen, den Kulturen – und darüber, welche

Rolle Kunst im Rahmen einer neu erwachten „Widerstands kultur“ spielen

kann. Viele Aktionen des zivilen Ungehorsams sind von einer ungeheuren

Theatralität; inwiefern Theater und Kultur über einen konkreten, gesellschaftspolitischen

Einfluss verfügen, gilt es zu diskutieren.

Unter dem Motto „Widerstehen!“ können noch bis zum 15.09.2011

(Datum des Poststempels oder der E-Mail) Stücke eingereicht werden.

Die detaillierten Teilnahmemodalitäten finden sich unter

www.schauspiel-essen.de/stueck-auf/

Vom 13. bis 15. April 2012 präsentieren Schauspieler des Essener

Ensem bles die ausgewählten Stücke in szenischen Lesungen den Zuschauern.

Publikumsgespräche, Autorenporträts und Parties begleiten die Stückvorstellungen,

so dass das Schauspiel Essen ein Wochenende lang ganz im

Zeichen neuer deutscher Dramatik steht. Außerdem vergibt eine Fachjury

folgenden Preis: Die Uraufführung des prämierten Stücks am Schauspiel

Essen in der Spielzeit 2012/13, verbunden mit einem Autorenpreis in Höhe

von € 5.000.

Gefördert von

STÜCK AUF!

45


DER WUTBÜRGER

Eine neue Gestalt macht sich wichtig in der deutschen Gesellschaft: Das

ist der Wutbürger. Er bricht mit der bürgerlichen Tradition, dass zur politischen

Mitte auch eine innere Mitte gehört, also Gelassenheit, Contenance.

Der Wutbürger buht, schreit, hasst. Er ist konservativ, wohlhabend und

nicht mehr jung. Früher war er staatstragend, jetzt ist er zutiefst empört

über die Politiker. Er zeigt sich bei Veranstaltungen mit Thilo Sarrazin und

bei Demonstrationen gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. (…)

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen den beiden Beispielen.

Wer in Stuttgart brüllt, würde vielleicht nicht für Sarrazin schreien, und

umgekehrt. Aber es gibt Parallelen, es geht jeweils um Zukunftsvergessenheit.

Der Wutbürger wehrt sich gegen den Wandel, und er mag nicht Weltbürger

sein. Beide Proteste sind Ausdruck einer skeptischen Mitte, die bewahren

will, was sie hat und kennt, zu Lasten einer guten Zukunft des

Landes. Warum ist das so? Warum sind Bürger, die den Staat getragen, die

Gesellschaft zusammengehalten haben, derzeit so renitent?

Natürlich ist der neue Stuttgarter Bahnhof teuer. Aber es geht nicht nur

um Zahlen. Es geht auch darum, was für eine Stadt Stuttgart sein will. (…)

Stuttgart würde im globalen Wettbewerb der Metropolen weit besser aussehen.

Aber das dauert. Es geht um Zukunft, nicht um Gegenwart. Erst in

zehn Jahren ist der Bahnhof fertig, und das ist das eigentliche Problem.

Zehn Jahre lang wird in Stuttgart gebaut werden, Dreck, Lärm, Umleitungen,

ein hässliches Loch in der Mitte, gut sichtbar von den Hügeln ringsum.

Dort wohnen die wohlhabenden Bürger. Stuttgart wird leiden müssen für

diesen Bahnhof. Daher kommt die Wut, nicht wegen der vier oder fünf

Milliarden Euro Kosten für das Projekt. Eine so abstrakte Zahl löst nicht

diesen Hass aus.

Der Wutbürger denkt an sich, nicht an die Zukunft seiner Stadt. Deshalb

beginnt sein Protest in dem Moment, da das Bauen beginnt, also die Un-

annehmlichkeit. Nun schiebt er das beiseite, was Bürgertum immer ausgemacht

hat: Verantwortlichkeit, nicht nur das Eigene und das Jetzt im Blick

zu haben, sondern auch das Allgemeine und das Morgen.

Er vergisst zudem, dass er die Demokratie trägt. Es spielt keine Rolle mehr,

dass das Bahnhofsprojekt in einem langen Prozess durch alle demokratischen

Instanzen gegangen ist. Der Wutbürger hat das Gefühl, Mehrheit zu

sein und die Lage besser beurteilen zu können als die Politik. Er macht sich

zur letzten Instanz und hebelt dabei das gesamte System aus.

Er versteht nicht oder will nicht verstehen, dass ein Sieg der Gegner von

Stuttgart 21 jeden anderen Protest in Deutschland beflügelt. Fast jedes

neue Kraftwerk, fast jede Hochspannungsleitung, fast jedes Windrad, fast

jede Straße ist umstritten, weil sie nicht in Lebensgefühle passen oder

Lebenslagen verändern. Deutschland wird erstarren, wenn sich allerorten

die Wutbürger durchsetzen. (…)

Natürlich gibt es Migranten, die es sich im Hartz-IV-System bequem

machen, natürlich haben manche Muslime in Deutschland Eigenarten

oder Bräuche, die schwer oder gar nicht zu ertragen sind. Aber ist das ein

Grund, sich zu benehmen wie die Wutbürger von München? Sie haben die

Kritiker Sarrazins auf dem Podium nieder geschrien und verhöhnt, sie

haben sich aufgeführt wie ein Mob. Ihr solltet euch was schämen, das wäre

die Reaktion eines Bürgers, der etwas auf sich hält.

Aber im Moment dominiert der Wutbürger. Er schreibt Hasspamphlete im Internet

und schilt den Bundespräsidenten, wenn der den selbstverständlichen

Satz sagt, dass der Islam zu Deutschland gehört. Ein paar Leute sind deshalb

schon aus der CDU ausgetreten. Man kann diesen Wandel nur Hysterie

nennen. Die zählte nie zu den bürgerlichen Eigenschaften. Contenance im Angesicht

von Schwierigkeiten, das zeichnet ein wohlverstandenes Bürgertum


aus. (…) Aber der Wutbürger sieht das nicht mehr. Er fühlt sich ausgebeutet,

ausgenutzt, bedroht. Ihn ärgert das andere, das Neue, er will, dass

alles so bleibt, wie es war. Aber Deutschland wird türkischer und damit islamischer

werden, das ist eine Gewissheit. Man kann das nicht aufhalten,

nur gestalten. (…)

Bei weitem nicht alle Bürger sind Wutbürger. Aber weil die sich so laut

empören, prägen sie das Gesicht der Gesellschaft, prägen sie den Geist der

Zeit. Und ihre Zahl steigt. Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste Grund ist,

dass die Wutbürger der Politik die Gefolgschaft aufgekündigt haben. (…)

Der Wutbürger macht nicht mehr mit, er will nicht mehr. Er hat genug vom

Streit der Parteien, von Entscheidungen, die er nicht versteht und die ihm

unzureichend erklärt werden. Er will nicht mehr staatstragend sein, weil

ihm der Staat fremd geworden ist. (…) Man kommt jetzt allein klar, man

braucht nicht mehr so viel „wir“, man ist jetzt ganz „ich“. Der Wutbürger

verteidigt zwar das christliche Abendland, geht aber nicht in die Kirche.

Er bindet, verpflichtet sich nicht, sondern macht sein Ding. Was wird aus

meinem Land, ist eine Frage, die sich Bürger stellen. Was wird aus mir, ist

die Frage, die sich Wutbürger stellen. Wird diese Frage nicht befriedigend

beantwortet, verliert er die Gelassenheit.

Der zweite Grund ist, dass die Deutschen älter werden. Was jetzt passiert,

ist ein Vorbote der demografisch gewandelten Gesellschaft. Die Wutbürger

sind zu einem großen Teil ältere Menschen, und wer alt ist, denkt wenig

an die Zukunft. (…) Er ist saturiert, er hat keine großen Ziele mehr, strebt

nicht, sondern erhält, verteidigt den Status quo, ihm graut vor dem Wandel.

Weil Deutschland altert, erlahmt es auch. Denn das Verhältnis von

denen, die viel vom Wandel haben, und denen, die wenig davon haben,

wird immer ungünstiger für eine dynamische Entwicklung des Landes.

DER WUTBÜRGER

Wer alt ist, hat auch mehr Angst, Angst vor Neuem, Fremdem. (…) Und der

Angstbürger wird leicht ein Wutbürger, der sich gegen alle wendet, die

anders leben, anders aussehen, anders glauben. (…) Die Politik muss sich

nun stärker um den Wutbürger kümmern, seine Wut dämpfen, seine Verantwortlichkeit

hervorlocken. Es stimmt, dass da vieles versäumt wurde.

Aber es ist wohlfeil, die ganze Schuld auf die Politik zu schieben. Zur Freiheit

der Bürger in einer Demokratie gehört auch die Pflicht, über sich nachzudenken,

das eigene Verhalten, die eigene Rolle. Die meisten Bürger, die

sich jetzt ihrer Wut hingeben, müssten dazu eigentlich in der Lage sein.

Es könnte ihnen helfen, mal wieder die „Buddenbrooks“ zu lesen, den

großen Roman deutscher Bürgerlichkeit von Thomas Mann. Weil Thomas

Buddenbrook die Zeichen der Zeit nicht erkennt, geht sein Familienunternehmen

unter. Das ist sein Versäumnis, aber auf eine andere Art ist er

beeindruckend: in seiner Contenance, in seiner tadellosen Haltung angesichts

vieler Schwierigkeiten.

Dirk Kurbjuweit (Der Spiegel Nr. 41, 11.10.2010)

Wutbürger ist ein Schlagwort des deutschen Feuilletons. Es soll Personen des bürgerlichen

Milieus bezeichnen, die Wut und Empörung gegen als Willkür empfundene politische Entscheidungen

aufgrund fehlender Möglichkeiten einer Partizipation oder fehlender Bürgerbeteiligung

einsetzen und sich daher durch einen wachsenden Protestwillen auszeichnen. Der vorher kaum

verwendete Begriff wurde durch den Essay „Der Wutbürger“ des Journalisten Dirk Kurbjuweit in

der Ausgabe 41/2010 des Magazins „Der Spiegel“ geprägt und popularisiert. 2010 wurde „Wutbürger“

in Deutschland zum „Wort des Jahres“ gewählt, gefolgt von Begriffen wie „Stuttgart 21“,

„Sarrazin-Gen“, „Cyberkrieg“, „WikiLeaks“ oder „schottern“, die sich teilweise in thematischer

Nähe zum „Wutbürger“ befinden.

www.wikipedia.de, 21.3.2011

49


(UN)WORT DES JAHRES –

DER WUTBÜRGER, DER KEINER

SEIN WILL

Eine Welle der Wut erfasst das Land: Im Zuge eines beispiellosen Protests

könnte das „Wort des Jahres“ nun auch zum „Unwort des Jahres“

gewählt werden.

Eine solche Konstellation gab es noch nie. Da hat die altehrwürdige Gesellschaft

für deutsche Sprache (GfdS) gerade erst den „Wutbürger“ zum „Wort

des Jahres“ gekürt. Keine zwei Wochen ist das her, nun zeichnet sich bei

der Wahl zum „Unwort des Jahres“ ein womöglich folgenschweres Ergebnis

ab: Der Begriff „Wutbürger“ habe Chancen auf den Sieg. Wie bitte? Die

Wortkomposition könnte folglich „Un-/Wort des Jahres“ in Begriffsunion

werden. Was hat das zu bedeuten?

Es ist im Prinzip ganz einfach. Der Ausdruck „Wutbürger“ bezeichnet den

Anhänger der wieder erwachten Protestkultur in Deutschland: Der gemeine

Wutbürger ging 2010 in Stuttgart und andernorts auf die Straße, um zu

demonstrieren. Er selbst empfindet es jedoch als diffamierend, wenn man

ihn als Wutbürger bezeichnet: Der Begriff impliziert, dass die Triebfeder

seines Handelns nichts als Wut sei. Das wertet sein Engagement ab.

Schließlich handelt er wohlüberlegt, wenn er für seine Rechte einsteht –

nicht aus blinder Wut heraus. Merke: Erst die Unterstellung, er sei wütend,

macht aus dem friedliebenden Wutbürger einen Bruder Grimm. Darüber,

dass dieser Begriff zu allem Überfluss zum „Wort des Jahres“ geadelt

wurde, ist er so erbost, dass er ihn nun wutschnaubend als „Unwort des

Jahres“ vorschlägt.

Welche Lehren ziehen wir daraus? Könnten die beiden bislang separat

abgehaltenen Wahlen künftig vielleicht in einem Aufwasch durchgeführt

werden? Das „Wort des Jahres“ könnte immer gleich zum „Unwort“ mitgekürt

werden, entsprechende Siegerehrung inklusive. Man kann gleich mit

dem Wutbürger anfangen: Ein Vertreter, etwa ein Castor-Gegner, könnte

bei einer feierlichen Verleihungszeremonie auf die Bühne treten und sich

vom Publikum schmähfeiern (Un-/Wort 2011?), das heißt wechselweise mit

faulen Eiern und roten Rosen bewerfen lassen.

Es wäre schizophren – ein Begriff, der beliebteste wie meistgehasste der

Nation. Ein FC Bayern München der Linguistik, wenn man so will. Der

aktuelle Favorit für den Negativtitel „Unwort des Jahres“, „Stuttgart 21“,

belegte bei der Wahl zum „Wort des Jahres“ übrigens den zweiten Platz.

Was immer das zu bedeuten hat.

Jassien Kelm (www.sueddeutsche.de, 29.12.2010)

„Unwort des Jahres 2010“ wurde „alternativlos“.

(Anmerkung der Redaktion)


UND SONST NOCH…

THEATERFEST UND TAG DER OFFENEN TÜR

Samstag, 24. September 2011, ab 15:00 Uhr

Mit einem Spielzeiteröffnungsfest und gleichzeitigem Tag der offenen Tür

startet das Schauspiel Essen in die neue Saison. Wenn Sie wissen möchten,

wie es hinter den Kulissen der „Traumfabrik“ aussieht, wenn Sie mit Schauspielern

auf Tuchfühlung gehen oder sich bei unterschiedlichen Bühnenshows

bestens unterhalten und auf die Spielzeit 2011/2012 einstimmen lassen

möchten, dann sollten Sie diesen Termin keinesfalls verpassen. Lassen Sie

sich von unseren Technikern einige ihrer speziellen Tricks und Kniffe zeigen,

beobachten Sie unsere Maskenbildnerinnen und -bildner bei ihrer faszinierenden

Arbeit oder erobern Sie selbst die Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten.

Natürlich wird es auch wieder eine Kostümversteigerung im Grillo-Theater

geben: Der Erlös kommt in diesem Jahr der Essener Tafel zugute, mit der das

Schauspiel Essen seit dem KunstRauschFest anlässlich des Welttheatertages

2011 zusammenarbeitet.

Diverse Spiele und Mitmachaktionen für Kinder, kulinarische Köstlichkeiten

im und rund ums Theater sowie musikalische Highlights runden das

(theater)festliche Angebot ab. Herzlich willkommen!

MATINEEN

In unseren Matineen informieren wir Sie – noch vor der Premiere – auf

vielfältige und unterhaltsame Weise über die Stücke des Spielplans und

deren Autoren. An Sonntagvormittagen stellen die betreuenden Dramaturgen

gemeinsam mit Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern und Schauspielern

erstmals die bis dahin entstandene Inszenierung vor. Sie erklären

besondere Hintergründe, inhaltliche Überlegungen, Regie- und Bühnenbildkonzepte,

geben erste Textkostproben und vielleicht auch die ein oder

andere Anekdote aus der Probenzeit preis.

EINFÜHRUNGEN UND PUBLIKUMSGESPRÄCHE

Zu ausgewählten Inszenierungen bieten wir Ihnen vor Beginn der Vorstellung

eine informative Einführung an oder im Anschluss an die Aufführung

ein Publikumsgespräch. In diesem Rahmen haben Sie Gelegenheit, sich

über das zuvor Gesehene auszutauschen, Ihre Meinung zu äußern und mit

Mitgliedern des Regieteams und Schauspielern mögliche Fragen zu diskutieren.

Wir freuen uns auf anregende und kontroverse Gespräche. Wann

und wo die Einführungen und Publikumsgespräche stattfinden, entnehmen

Sie bitte unseren Monatsspielplänen.


LESEPROBE

Am Anfang ist die Leseprobe: die Probe, in der das Ensemble, erstmals gemeinsam

lesend, das neue Stück und seine Figuren lebendig werden lässt.

Mitglieder unseres Schauspielensembles erproben in szenischen Lesungen

neuere und neueste Theatertexte auf ihre Bühnentauglichkeit, heben alte,

selten gespielte Schätze der Dramatik, erweisen ihren Lieblingsdichtern

ihre Reverenz und stöbern im Fundus der Weltliteratur nach Politischem,

Skurrilem und Bewegendem, kurz: nach Lesenswertem rund um unseren

Spielplan.

Und auch an die kleinsten Zuschauer ist gedacht: Im Lesepröbchen kommt

vom Kinderbuchklassiker über Märchen bis zum spannenden Krimi Lesestoff

für Kinder aller Altersklassen zu Gehör.

THEATERKINO

„TheaterKino“ lautet der Titel unserer Filmreihe im Astra Theater. Gemeinsam

mit den Essener Filmkunsttheatern präsentiert das Schauspiel Essen

einmal im Monat, montags, ausgewählte Filme, die sich – mal ergänzend,

mal kontrastierend – auf Themen und Stücke des aktuellen Spielplans

beziehen. Im Anschluss an die Filmvorführungen haben die Kinobesucher

Gelegenheit zum Austausch und Gespräch mit unterschiedlichen, zum

jeweiligen Thema eingeladenen Gästen.

TheaterKino ist eine Kooperation des Schauspiel Essen mit den Essener

Filmkunsttheatern.

UND SONST NOCH …

VOLKSHOCHSCHULKURS

Theater ist mehr als das, was im Rampenlicht zu sehen ist. Vom Stück über

Idee und Konzept bis hin zur fertigen Inszenierung ist es ein langer, spannender

Weg. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Essen bietet Dramaturgin

Judith Heese einen VHS-Kurs an, der Einblicke in die Entstehung

einzelner Inszenierungen des Spielplans ermöglicht. Die Dramaturgen des

Grillo-Theaters geben Hintergrundinformationen, Einblicke in Theorie und

Praxis des Theaters und diskutieren mit Ihnen über Inszenierungen, Stücke

und über das, was Sie schon immer mal über Theater wissen wollten.

Frei

schuss.

FREISCHUSS.

Einen sollte jeder haben: Mit unserer Reihe Freischuss. bekommen unsere

Regie- und Ausstattungsassistenten, Schauspieler und Musiker ihr eigenes

Versuchslabor. Hier darf experimentiert und (wild) ausprobiert werden.

Freischuss. bietet Raum für ungewöhnliche Themen und verborgene

Talente, für Experimentelles und Bewährtes. Freischuss. entsteht innerhalb

weniger Proben und lebt vom Engagement und der Spontaneität aller

Beteiligten.

53


TRASHKANTINE

Immer überraschend.

Immer am Puls der Stadt.

Immer in der Heldenbar.

Trash

kantine

Konzept und Moderation Marc-Oliver Krampe

Co-Moderation Lisa Jopt

Ausstattung Asima Amriko, Christina Hillinger,

Anne Koltermann, Lisa Marie Rohde

Die sozioregionale Kultur-Talkshow „TrashKantine“ ist seit der vergangenen

Spielzeit das Forum für interessante Menschen aus Essen und dem Ruhrgebiet.

In der Heldenbar des Grillo-Theaters zeigen wir Ihnen in monat lichen

Themenabenden die rauere, ungeschliffenere Seite des Theaters und der

Stadt, gehen gemeinsam mit Ihnen auf Tuchfühlung mit Originalen des

Ruhrgebietes und horchen mit Neugier hinein in den Alltag der Region.

Dabei haben uns bisher z. B. die Spiritualität, das Glück, der Sex und die

phantasievolle Widerständigkeit des Ruhrgebietes interessiert. In lustvollen

Abenden und rauschenden Nächten stellten wir Ihnen Hexen und Schamanen

aus dem Pott vor, Essener Stricher und den Weihnachtsmann aus Dortmund,

BeraterInnen für Prostituierte, eine Gogo- und Pole-Dance-Lehrerin, Lachyoga-

Therapeuten, Glückssucher, Klinik-Clowns und Guerilla-Stricker. Für musikalische

Untermalung sorgten Didgeridoo- und Gongspieler, ein ungewöhnliches

Essener Streichquartett, das Ukulelen-Orchester des Ruhrgebiets, ein Obertonsänger,

eine polnische Chanteuse aus Duisburg und ein fast echter Schlagerstar.

Literarisch und kulinarisch betreuten Sie Schauspieler aus unserem

Ensemble und thematisch gebastelt wurde auch immer. Der Abend mit „Pornogami“

ist sicher noch einigen in fröhlicher Erinnerung.

In unserer zweiten Spielzeit werden wir mit neuen Themen Querköpfe und

Kreative unserer Region vorstellen und herausfinden, was es alles zu entdecken

gibt zwischen Himmel und Erde des Ruhrgebietes. Streng subjektiv

und stets in unterhaltsam-trashigem Rahmen. Und natürlich wird auch wieder

thematisch gebastelt, getrunken und Musik gehört. Das TrashKantinen-

Themensofa steht bereit für neue, ungewöhnliche Begegnungen!

TIME

CAPSULES

TIME CAPSULES

Ab Mitte der 70er Jahre sammelte Andy Warhol bis zu seinem Lebensende

(1987) in rund 600 Schachteln alles, was ihm in seinem Alltag bewahrenswert

erschien – vom wertvollen Gegenstand bis zum schäbigen Souvenir.

Dies war mehr als ein Geschenk an Fans und Verehrer, boten die „Time

Capsules“ doch einen (zugegeben subjektiven) Eindruck vom Leben in

einer bestimmten Zeit. Ähnlich wie die Goldene Schallplatte, die seit Jahren

durchs Weltall schwebt und irgendwann irgendwo irgendwem einen

Eindruck von Musik und Alltagsgeräuschen der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts

vermitteln wird: Stützen der Erinnerung.

Ausgehend von der Uraufführung „25 Sad Songs“ in der Spielzeit 2010/11,

die im Jahr 2525 spielt und unter anderem die Schwierigkeit des Erinnerns

thematisiert, startete im April 2011 die neue Reihe „Time Capsules“. Die

erste Folge beschäftigte sich in Inszenierungen, Gastspielen, Gesprächen

und Vorträgen mit der Frage nach dem „Theater der Zukunft“ und dem Einfluss,

über den Kultur gesellschaftspolitisch (noch) verfügt. Spielplanbegleitend

wird das Schauspiel Essen weitere „Time Capsules“-Folgen zu

Themen anbieten, die wir für erinnernswert halten und zu denen wir Gastspiele

und Experten einladen.


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Wenn Bertolt Brecht – der große Sozio-

biologe unter den Dichtern – Recht haben

sollte, „kommt erst das Fressen und

dann die Moral“. Folgerichtig müsste es

in einem Land wie Deutschland, in dem es

so viel Fressen im Überfluss gibt, auch

sehr viel Moral geben. Tatsächlich leben

wir in einem sehr liberalen Land, der wohl

freiheitlichsten und tolerantesten Kultur

der Geschichte. Doch dagegen steht die

nicht ganz unberechtigte Klage über den

Werteverlust. Tugenden und öffentliche

Moral schmelzen derzeit dramatisch da-

hin. Kirche, Vaterland, Heimatmilieu und

Weltanschauung – die Altbauten aus der

bürgerlichen Gründerzeit, in denen unsere

Moral früher schlecht oder recht haus-

te, bröckeln oder verfallen. Wer will sich

darüber wundern? Ein außerirdischer

Beobachter, der auch nur einen einzi-

gen Tag lang die Werbung in Fernsehen,

Radio, Zeitung und Internet studierte,

würde wohl kaum ein Indiz dafür finden,

dass wir in einer Demokratie leben; ei-

ner Gesellschaftsordnung, die auf Ko-

operation, Solidarität und Zusammenhalt

beruht. Was er wahrnähme, wäre eine Pro-

paganda, die mit finanziellem Milliarden-

aufwand nichts anderes betreibt als die

unausgesetzte Förderung des Egoismus.

Richard David Precht


WIE STEHT ES UM

DIE GERECHTIGKEIT?

Wilhelm Heitmeyer, 63, Konfliktforscher an der Universität Bielefeld,

führt seit 2002 die Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ durch, er kennt

die Deutschen und ihre Gefühlslage wie kaum ein anderer, er wird weiterhelfen.

(...) Er zeichnet das Bild eines verunsicherten, wütenden und enttäuschten

Deutschen: Immer mehr Deutsche fühlen sich immer ungerechter

behandelt, jeder zweite Deutsche denkt, er bekäme weniger als seinen

gerechten Anteil, zwei Drittel der Deutschen glauben, Arme würden immer

ärmer und Reiche immer reicher. Die Hälfte der Deutschen ist der Meinung,

es würden in Deutschland immer mehr Leute an den Rand der Gesellschaft

gedrängt. „Wir erleben eine Demokratieentleerung, eine wachsende Distanz

der Menschen zum demokratischen System, die Menschen fühlen sich

ohne Stimme, nicht mehr vertreten.“

In den Fragebögen, die Heitmeyer ausgibt, ist auch das Entsetzen über

den plötzlichen Abstieg herauslesbar, der mit dem Jobverlust einsetzt und

nach einem Jahr schon bei Hartz IV endet. „Ich bin in einer Kategorie mit

den Pennern gelandet“, heißt es da zum Beispiel, und Heitmeyer sagt, dass

diese Wut nicht selten ist: „Die Menschen nehmen die Entwicklung unserer

Gesellschaft als ungerecht wahr, sie haben das Gefühl, in einem immer ungerechteren

Land zu leben.“

Was besonders ins Gewicht fällt: Dieses Phänomen ist neu in Deutschland.

Seit 1964 wird in Umfragen regelmäßig gefragt, ob die wirtschaftlichen

Verhältnisse – was Menschen besitzen und was sie verdienen – im Großen

und Ganzen gerecht oder ungerecht seien. Über die Jahrzehnte blieb das

Ergebnis relativ konstant, fast gleich viele Befragte hielten das Land für

gerecht beziehungsweise ungerecht. Erst ab der Jahrtausendwende wurde

Deutschland als immer ungerechter empfunden, zuletzt standen 73 Prozent,

die das Land als ungerecht ansahen, gegen nur mehr 13 Prozent, die

die Lage als gerecht wahrnahmen. Aber warum? Wilhelm Heitmeyer sagt:

„Weil das Land sichtbar ungleicher geworden ist.“

Hans-Olaf Henkel, Ex-Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie,

meint: „Weil eine Armee von Meinungsführern den Deutschen seit Jahren

einredet, unser Land wäre besonders ungerecht, dabei kann mir kaum

jemand ein Land nennen, wo der Unterschied zwischen Arm und Reich so

gering ist wie in Deutschland!“

Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln,

sagt: „Weil wir die meiste Zeit nicht von Fakten ausgehen, sondern von Gefühlen.“

Hüther hat darüber ein Buch geschrieben, der Titel „Die gefühlte

Ungerechtigkeit“, er sagt, mit talkshowgestähltem Lächeln, alle Zahlen, die

in das Bild des ungerechten Landes passen, würden sofort aufgebauscht,

und alle gegenteiligen Entwicklungen weitgehend ignoriert. Was er nicht

sagt: dass es gerade ziemlich wenige gegenteilige Entwicklungen gibt. (...)

Die Ungleichheit in Deutschland wächst. Das sagen die Zahlen, das sagen

die Umfragen und das sagen die Menschen, denen man im Lauf dieser

Reise durch Deutschland die kurze Frage stellt, ob Deutschland sozial

gerecht sei: Die Bedienung in einem Göttinger „McDonald’s“, der Rentner

in der Bremer Innenstadt, die Frau an der Rezeption eines Dessauer

Hotels, der Maurer im thüringischen Stadtroda. Sie alle antworten sofort

mit „Nein“. Genauso der Theaterintendant und ausgewiesene Linke Claus

Peymann in Berlin, der gleich noch den großen Knall prophezeit, den Aufstand:

Es sei doch kein Zufall, dass Schriftsteller wie Elfriede Jelinek oder

Peter Handke die ganze Zeit vom Untergang schrieben. „Niemand glaubt

das“, ruft Peymann, „wir lachen darüber, aber ich sage Ihnen, das sind die

Seher, die haben den klareren Blick!“ Auch Wachtmeister Heinz- Jürgen


Dembinski, der im Bochumer Landgericht Klaus Zumwinkel in den

Gerichtssaal geführt hat, sagt: „Wat? Nää! Sozial gerecht ist das nicht,

wie es zugeht in Deutschland.“

Gleichzeitig sagen 66 Prozent der Deutschen, soziale Gerechtigkeit sei

ihnen ganz besonders wichtig. Aber was ist das: soziale Gerechtigkeit?

Eine Wahlkampfparole? Das Erkennungszeichen der Gutmenschen? Ein

anderes Wort für Neid, weil der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit fast immer

verbunden ist mit der Forderung der Umverteilung, von oben nach unten?

Oder ist soziale Gerechtigkeit doch etwas, wofür der Staat zu sorgen hat,

weil sie die Gesellschaft zusammenhält, weil das Gefühl wichtig ist, dass

irgendwie an alle gedacht wird? Dass jeder in Würde an unserer Gesellschaft

teilhaben kann? Und wo setzt man an? Kann man dem Kind eines

Fließbandarbeiters die gleichen Chancen verschaffen wie dem eines Richters?

Und wie oft soll der Staat nachjustieren? Immer wieder?

In einer Befragung sollten vergangenes Jahr Menschen erklären, was sie

unter dem Begriff „soziale Gerechtigkeit“ verstehen, weil man wissen

wollte, welche Art von Gerechtigkeit die Menschen sich wünschen. Heraus

kam von allem ein bisschen: Die meisten wollen gleiche Chancen für alle,

sehr viele eine gerechte Verteilung von Löhnen sowie ordentliche Sozialleistungen

und einige sagten noch, die Leistung solle entscheiden, wie viel

jemand bekomme. Aber haben in Deutschland alle die gleichen Chancen?

Kann jemand so viel leisten, dass mehrere Millionen Gehalt gerechtfertigt

sind? Sind vier Euro in der Stunde ein gerechter Lohn und ist Hartz IV

eines Menschen würdig? (...)

WIE STEHT ES UM DIE GERECHTIGKEIT?

„In unserem Land gärt es. Da hat sich viel Wut und Empörung aufgestaut.

Das Gerechtigkeitsgefühl ist tief verletzt“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat

Frank-Walter Steinmeier. In Frankreich entlädt die Wut sich schon, arbeitslose

Jugendliche randalieren in den Pariser Vorstädten, Manager werden

von ihren aufgebrachten Angestellten „gebossnappt“, im Büro festgehalten.

Laut einer Umfrage rechnet eine knappe Mehrheit der Deutschen mit

jenen Unruhen, vor denen Gesine Schwan und Gewerkschaftsboss Michael

Sommer gewarnt hatten. Stehen die Deutschen kurz vor der Revolte?

Entschuldigung? Ausgerechnet die Deutschen?

Bastian Obermeyer (Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 25, 19.06.2009)

59


THEATERPÄDAGOGIK

Die Theaterpädagogik am Schauspiel Essen bietet die Möglichkeit,

Theaterarbeit von allen Seiten kennenzulernen. Entweder als Zuschauer

oder beim Mitmachen – wir freuen uns auf intensiven Austausch, gute

Zusammenarbeit und gemeinsames Proben.

Das Angebot unterteilt sich in zwei Bereiche:

Das Theaterlabor ist der offene Werkstattbereich für alle jungen und junggebliebenen

Menschen, die selbst aktiv werden möchten. Hier wird in Zusammenarbeit

mit Schauspielern szenisch experimentiert und mit einer Tongestalterin

eine Soundinstallation entwickelt. Dabei entdecken wir das Theaterhaus

bis in den letzten Schlupfwinkel, erkunden neue Spielstätten abseits

der großen Bühne und intervenieren im öffentlichen Raum. Im Mai 2012 präsentieren

wir unsere Erarbeitungen in der Casa. Wer lieber schreibt und Theaterstücke

anschaut, ist in unserer Kritikerrunde willkommen.

Unter Theater und Schule finden sich alle Angebote für Schulklassen und

Lehrkräfte. Im Rahmen des Columbus-Projekts haben Schüler die Möglichkeit,

zu günstigen Konditionen Vorstellungen zu besuchen. In theaterpraktischen

Einstiegswerkstätten erarbeiten sie sich einen persönlichen Zugang zu den

Stückinhalten und setzen sich mit Regiekonzeption sowie Bühnenästhetik auseinander.

Bei den Lehrertreffs wird mit wechselnden Gästen über Chancen und

Herausforderungen im Bereich „Kulturelle Bildung“ diskutiert. Die Lehrerfortbildungen

vermitteln kreative Arbeitsweisen für den Regelunterricht und die

Probenarbeit in Theater-AGs.

Der Einstieg ist laufend möglich. Alle, die mitmachen möchten, bitten wir um

einen Anruf oder eine E-Mail.

Bis bald,

Frank Röpke und Katharina Feuerhake

In Zusammenarbeit mit:

Ulla Gilbert (Theaterpädagogin)

Laura Kiehne (Schauspielerin)

Karolin Killig (Tongestalterin)

Lisa Balzer (Folkwang Universität der Künste / Physical Theatre)

Tine Bargstedt (Kulturpädagogin / Projektschneiderei)

Weitere Informationen zu unseren Angeboten gibt es im Booklet

„Young Experts“, das in Zusammenarbeit mit Jugendlichen gestaltet

wird und ab Juli 2011 kostenlos bei uns bestellt werden kann.

Kontakt:

Frank Röpke

T 0201 81 22-334

F 0201 81 22-331

frank.roepke@schauspiel-essen.de

Katharina Feuerhake

T 0201 81 22-332

F 0201 81 22-331

katharina.feuerhake@schauspiel-essen.de

THEATERPÄDAGOGIK

61


YOUNG EXPERTS // UNGEHORSAM // DRAMAPOLIS // KRITIKERRUNDE ////////


THEATER ABC // DAS VERSTECKTE ZIMMER // ALTE HELDEN // SOUNDCITY


In der Stadt unterwegs mit …


FREIHEIT UND AUTONOMIE

Freiheit und Autonomie sind entscheidend für unser Wohlgefühl. Und

Wahlmöglichkeiten sind entscheidend für Freiheit und Autonomie. Doch

obwohl die Menschen in unserer Gesellschaft mehr Wahlmöglichkeiten

haben als irgendeine Gruppe jemals zuvor – und damit vermutlich auch

mehr Freiheit und Autonomie –, scheint uns das psychologisch keinen

Gewinn zu bringen.

Zu wählen hat einen eindeutigen und wichtigen instrumentalen Wert: Es

versetzt Menschen in die Lage, das zu bekommen, was sie im Leben brauchen

und wünschen. Während viele Bedürfnisse universell sind (Nahrung,

Unterkunft, medizinische Versorgung, soziale Hilfe, Ausbildung und so

fort), ist nicht wenig von dem, was wir brauchen, um uns zu entfalten,

höchst individuell. Wir brauchen sicherlich Nahrung, aber nicht unbedingt

chilenischen Seebarsch. Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, aber

nicht unbedingt einen Filmvorführraum, eine Basketballhalle und eine

Garage mit sechs Stellplätzen. Solche Beverly-Hills-Extravaganzen dürften

jemanden, der lieber am Holzofen seines Häuschens in Vermont liest,

ziemlich kalt lassen. Zu wählen ermöglicht jedem Menschen, sich um genau

die Dinge und Tätigkeiten zu bemühen, die seine Präferenzen im Rahmen

seiner finanziellen Möglichkeiten am besten befriedigen. Sie können

Vegetarier sein und ich Fleischesser. Sie können Hiphop hören und ich die

öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender. Sie können Single bleiben und

ich heiraten. Immer ist die freie Entscheidung eingeschränkt: Irgendwo

muss es jemanden geben, der nicht die Möglichkeit hat, das zu wählen,

was für ihn persönlichen Wert besitzt. (…)

So wichtig der instrumentale Wert der Wahl auch sein mag, es kommt noch

ein anderer Wert in ihr zum Ausdruck. Der Wahlfreiheit ist auch etwas

eigen, was man als expressiven Wert bezeichnen könnte. Durch unsere

Wahlhandlungen können wir der Welt mitteilen, wer wir sind und worauf

wir Wert legen. Das gilt selbst für so oberflächliche Dinge wie die Art, uns

zu kleiden. Die Kleidung, die wir wählen, ist ein bewusster Ausdruck unseres

Geschmacks, dazu bestimmt, eine Botschaft zu übermitteln. Um

sich auszudrücken, brauchen Sie einen angemessenen Spielraum von

Wahlmöglichkeiten.

Das Gleiche gilt für fast jeden Lebensbereich, in dem wir wählen und entscheiden.

Die Lebensmittel, die wir essen, die Autos, die wir fahren, die

Häuser, in denen wir leben, die Musik, die wir hören, die Bücher, die wir

lesen, die Hobbys, die wir pflegen, die wohltätigen Zwecke, für die wir

spenden, die Demonstrationen, an denen wir teilnehmen – alle diese Wahlhandlungen

haben, unabhängig von ihrer praktischen Bedeutung, eine

expressive Funktion. Und einige Wahlhandlungen haben ausschließlich

expressive Funktion. Nehmen Sie beispielsweise die Präsidentschaftswahl.

Viele Wähler glauben – ungeachtet der Wahl im Jahr 2000 –, dass eine einzige

Stimme so gut wie nie von instrumentaler Bedeutung ist. Dass eine

Stimme etwas ausmacht, ist so unwahrscheinlich, dass es kaum lohnt,

deshalb den Weg zum Wahllokal auf sich zu nehmen. Trotzdem wählen die

Menschen, vermutlich nicht zuletzt, weil sie damit etwas über sich aussagen

können. Wähler nehmen ihre staatsbürgerlichen Rechte wahr, sie

tun ihre Pflicht und halten die politische Freiheit nicht für selbstverständlich.

Ein Beispiel für die expressive Funktion der politischen Wahl ist die

Geschichte von den beiden amerikanischen Politikwissenschaftlern, die

am Tag der Präsidentschaftswahl in Europa weilten. Sie nahmen eine dreistündige

Autofahrt in Kauf, um ihre Briefwahl abzugeben, obwohl sie wussten,

dass sie für verschiedene Kandidaten stimmten und ihre Stimmen sich

daher exakt aufhoben.

Jede Wahl, die wir treffen, ist ein Zeugnis für unsere Autonomie, für unser

Gefühl der Selbstbestimmung. Und mit jeder neuen Ausweitung der Wahl-


möglichkeiten erhalten wir noch mehr Gelegenheit, unsere Autonomie auszuüben

und damit unseren Charakter unter Beweis zu stellen. (…)

Der Wert der Autonomie ist unauflöslich mit unserem Rechts- und Moralsystem

verflochten. Auf die Autonomie gründet sich unser Anspruch, uns

gegenseitig moralisch (und rechtlich) für unsere Handlungen verantwortlich

zu machen. Das ist der Grund, warum wir den Einzelnen für seine Leistungen

preisen und ihm seine Versäumnisse zum Vorwurf machen. Es gibt nicht

einen einzigen Bereich unseres gesellschaftlichen Lebens, der bliebe, was er

ist, wenn wir in ihm unsere Verpflichtung zur Autonomie aufgäben. (…)

Betrachten wir nun die Beziehung zwischen Hilflosigkeit und Wahlhandlung.

Wenn wir in einer bestimmten Situation Wahlmöglichkeiten haben,

sollten wir in der Lage sein, die Situation zu beeinflussen, und das sollte

uns vor Hilflosigkeit schützen. Nur in einer Situation, die uns keine Wahl

lässt, dürften wir anfällig für das Gefühl von Hilflosigkeit werden. Ganz

abgesehen von den instrumentalen Vorteilen der Wahl – dass sie Menschen

ermöglicht, das zu bekommen, was sie wünschen – und den expressiven

Vorteilen der Wahl – dass sie Menschen ermöglicht zu dokumentieren, wer

sie sind –, versetzt sie die Menschen auch in die Lage, aktiv und wirkungsvoll

in der Welt zu handeln, was weit reichende psychologische Vorteile hat.

Auf den ersten Blick scheint daraus zu folgen, dass wir die Optionsvielfalt

erweitern müssen, wo immer es möglich ist. Da unsere Gesellschaft das in

jüngster Zeit getan hat, müsste das Gefühl der Hilflosigkeit selten geworden

sein. Doch der amerikanische Meinungsforscher Louis Harris hat in

zwei Erhebungen – 1966 und 1986 – die Befragten aufgefordert anzugeben,

ob sie mit einer Reihe von Aussagen übereinstimmten wie „Ich fühle

mich von den Vorgängen um mich herum ausgeschlossen“ und „Was ich

denke, spielt keine Rolle mehr“. 1966 fühlten sich neun Prozent von den

Vorgängen um sie herum ausgeschlossen, 1986 waren es 37 Prozent. 1966

FREIHEIT UND AUTONOMIE 69

meinten 36 Prozent, was sie dächten, zähle überhaupt nicht, 1986 stimmten

60 Prozent dieser Aussage zu.

Es gibt zwei mögliche Erklärungen für dieses scheinbare Paradox. Die

erste: Wenn sich die Erfahrung von Wahlmöglichkeiten und Kontrolle ausweitet

und vertieft, steigen möglicherweise auch die Erwartungen an Wahlmöglichkeiten

und Kontrolle entsprechend. Wird ein Autonomiehindernis

nach dem anderen eingerissen, stören vielleicht diejenigen, die bleiben,

umso mehr. Wie das mechanische Kaninchen, das auf der Rennbahn unmittelbar

vor den Hunden rast, egal, wie schnell diese laufen, so sind die

Ansprüche und Erwartungen in Bezug auf Kontrolle ihrer Verwirklichung

immer etwas voraus, egal, wie viel Befreiung diese Verwirklichung bringt.

Die zweite Erklärung besagt einfach, dass mehr Wahlmöglichkeiten nicht

unbedingt mehr Kontrolle bedeuten müssen. Vielleicht kommt ein Punkt,

wo die Optionsvielfalt so groß wird, dass wir uns überwältigt fühlen. Statt

des Empfindens, die Dinge im Griff zu haben, stellt sich das Gefühl ein,

sie nicht mehr bewältigen zu können. Die Möglichkeit zu wählen ist kein

Segen, wenn wir glauben, uns würden die Voraussetzungen für eine kluge

Wahl fehlen. (…)

Damit solche Belastungen nicht überhand nehmen, müssen wir lernen,

unsere Wahlfreiheit selektiv auszuüben. Wir müssen im Einzelfall entscheiden,

wann unsere Wahlhandlungen wirklich von Bedeutung sind,

und unsere Energie darauf richten, selbst wenn es zur Folge hat, dass wir

dann andere Möglichkeiten auslassen. Die Wahl, wann wir wählen wollen,

ist möglicherweise die wichtigste Wahl, die wir treffen können.

Barry Schwartz (Anleitung zur Unzufriedenheit.

Warum weniger glücklicher macht, Berlin 2004)


Stefan Diekmann Ingrid Domann


Tom Gerber

Gerhard Hermann


Lisa Jopt Laura Kiehne


Floriane Kleinpaß

Ines Krug


Holger Kunkel Jörg Malchow


Jannik Nowak

Jens Ochlast


Jan Pröhl Bettina Schmidt


Sven Seeburg Johann David Talinski


Rezo Tschchikwischwili

Silvia Weiskopf


RÜCKBLICK AUF DIE SPIELZEIT 2010/2011

Prinz Friedrich von Homburg

Schauspiel von Heinrich von Kleist


Osama der Held (DSE)

von Dennis Kelly

RÜCKBLICK AUF DIE SPIELZEIT 2010/2011

Jede Menge Kohle (UA)

Eine Aussteigerkomödie

Nach dem Film von Adolf Winkelmann

83


Pounding Nails in the Floor with my Forehead (DSE)

Mit dem Kopf schlage ich Nägel in den Boden

von Er Eri

Eric Bogosian

Shockheaded Peter

Junk-Oper von Phelim McDermott, Julian Crouch, Martyn Jacques

nach Motiven aus „Der Struwwelpeter“ von Dr. Heinrich Hoffmann


Die Grönholm-Methode

von Jordi Galceran

RÜCKBLICK AUF DIE SPIELZEIT 2010/2011

Die Zweite Prinzessin

von Gertrud Pigor

85


Die kleine Meerjungfrau

nach dem Märchen von Hans Christian Andersen

Abgesagt!

Eine musikalische Leerstellenkompensation


Die fetten Jahre sind vorbei

Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Hans Weingartner

Für die Bühne eingerichtet von Gunnar Dreßler

25 Sad Songs (UA)

Eine Revue von Thomas Krupa und Ari Benjamin Meyers

RÜCKBLICK AUF DIE SPIELZEIT 2010/2011

87


Choke (DSE)

von Cathleen Rootsaert

Buddenbrooks

nach dem Roman von Thomas Mann

Bühnenfassung von John von Düffel


(UA)

Ein Projekt von Samir Akika, Anna K. Becker und Sebastian Zarzutzki

RÜCKBLICK AUF DIE SPIELZEIT 2010/2011

Corpus delicti

von vo Juli Zeh

89


EIN ANSTÄNDIGER MENSCH

Natürlich, manchmal denkst du an das Leid der Armen – wenn du in

deinem Bett liegst, hast du so etwas wie Mitleid, du murmelst ein paar Worte

der Zuversicht in dein Kissen: Bald habt ihr alle Medikamente für eure Kinder,

bald ein Zuhause. Die herzlose Welt, die herzlosen Menschen wie meine Nachbarin

Jean werden bald nachgeben, und schrittweise Veränderung wird eintreten,

wie sie in Holland im 19. Jahrhundert eingetreten ist.

Aber während dieser Periode des Wartens, Wartens, dieses endlosen Wartens

auf schrittweise Veränderung kommen sie einer nach dem anderen

und klopfen bei dir an die Tür und sie schreien auf, sie flehen dich um

Hilfe an. Und du sagst: Haltet sie mir vom Leib. Ich kann dies dauernde

An-die-Tür-Klopfen nicht ertragen, diese Leute, die da mit ihren lächerlichen

Geschichten ankommen, die behaupten, sie wären meine Schwester,

die behaupten, sie wären mein Bruder, den ganzen Tag über, jeden Tag.

Und darum schafft man diese Menschen alle weg, und man zwingt sie, an

Orten zu leben, wo man sie reizt, sie zum Narren hält, sie heruntermacht,

sie verhöhnt, bis ein paar von ihnen anfangen, ohne Sinn und Verstand zu

rasen, und sogar gemein lachen, und dann jagen ihre gemeinen Untaten

wirklich jedem Entsetzen ein. Und dann wird jeder einzelne dieser gemeinen

Menschen bei den Schultern gepackt und niedergehalten, und der Kopf

wird ihnen geschoren, und sie werden auf einen Stuhl geschnallt, und sie

werden hingerichtet, und der, für den sie hingerichtet werden, das bist du,

genau wie du es immer warst, den all diese Leute vor so vielen Jahren gemeint

haben, wenn sie immer wieder gesagt haben: “Unseren Kindern zuliebe

müssen wir das tun, müssen wir diese Stadt in Brand stecken, diesen

Stall, diese Klinik, diese Wälder, diese Tiere, diesen Reis, diesen Honig”,

genau wie du es immer noch bist, wegen deiner Vorliebe für diese sauberen

weißen Laken und die Musik und die Tänzer und die Telefongespräche,

für den all diese Menschen mit den leuchtenden Augen heute nacht gefoltert

werden, heute nacht sterben.

Weißt du noch, dieser Tag in der Schule, als du mit diesen drei anderen

Kindern gespielt hast und die Lehrerin mit vier kleinen Kuchen in der

Klasse auftauchte und alles, alle vier Kuchen, dem kleinen Jungen gab,

der Arthur hieß, und keinen dir oder deinen beiden anderen Freunden?

Na ja, zuerst wart ihr alle vier einfach verblüfft. In diesem ersten Augenblick

war euch allen vieren klar, daß das ungerecht war, unsinnig. Aber

dann hat deine Freundin Ella versucht, einen kleinen Scherz zu machen,

und Arthur ist wütend geworden, und er hat Ella gehauen, und dann hat er

sich in eine Ecke verzogen und den ganzen Kuchen aufgegessen. Das war

ein Beispiel dafür, wie einer ungeschoren davonkommt.

Und dein Leben ist noch ein Beispiel dafür. Es ist das Leben von einem,

der ungeschoren davongekommen ist. Und doch geht dein Fanatismus so

weit, daß du dir diesen Gedanken gar nicht erst in den Sinn kommen läßt.

Gewisse Dinge dürfen nicht in Frage gestellt werden. Der Kaffee hat da auf

dem Regal zu sein, und dir kommt kein Gedanke je in den Sinn, der sich

nicht mit der Annahme verträgt, daß du – ja, du – ein anständiger Mensch

bist. Also nur weiter, denk nach – denk ungehindert nach – denk nach,

über was du willst. Denk nach über deine Gesundheit, über andere Leute,

welche, die dich schlecht behandeln, denk über die komplizierten Methoden

nach, mit denen du dich selber quälst, denk über die Kinder mit den

unheilbaren Krankheiten nach, die in dieser Zeitschrift interviewt worden

sind. Denk an alles, was beweist, daß du anständig bist, was beweist, daß

die Leute, die wie du sind, anständig sind – deine Freunde, deine Lieben,

und all diese Menschen auf der ganzen Welt, in jedem Land, denen du

dich ähnlich fühlst – Menschen mit den besten Absichten, die ein bißchen

Geld haben, aber aufrichtig an ein besseres Leben für alle glauben. Denk

an alles, was du Menschenfreundliches getan hast, denk an die Menschlichkeit

von allem, was du vorhattest. Und wenn etwas, was du getan

hast, schlimm ausgegangen ist, denk an die gute Absicht, die der Handlung

zugrunde lag – lächle, nick mit dem Kopf, hab Verständnis, nimm es


hin. Sprich nicht mit Leuten, die dich nicht für anständig halten. Lies keine

Bücher, lies keine Artikel von Autoren, die dich nicht für anständig halten,

die Menschen wie dich nicht für anständig halten. Was sie schreiben, basiert

auf einer falschen Voraussetzung. Es ist schief, verzerrt. Dein Denken muß

auf Wahrheit beruhen, der Wahrheit, daß du ein anständiger Mensch bist.

Also, ein anständiger Mensch kann kein Mensch sein, der ungeschoren davongekommen

ist. Ein anständiger Mensch kann nichts haben, was ihm

nicht zusteht. Und dies Selbstverständnis prägt deine Weltsicht. Und so

kannst du dir ansehen, wie es auf der Welt zugeht, und klar, es gibt natürlich

viele, viele Dinge, die dich irritieren – die Situation deines Freundes

Knut, der Wagner liebt, aber von seinem Verlag so schlecht bezahlt wird,

daß er es sich nicht mal leisten kann, in die Opern zu gehen, die er so leidenschaftlich

liebt, oder die ganzen Beispiele menschlicher Grausamkeit,

die man Abend für Abend im Fernsehen sieht, wie dieser gräßliche Aufseher

auf dieser Gummiplantage in Südmalaysia – aber du kannst trotzdem

sagen, daß es grundsätzlich auf der Welt nicht ungerecht zugeht, weil du

einen Teil von den Dingen mitbekommen hast, von dem du weißt, daß er

dir angemessen ist. Und wenn es für dich angemessen ist, den Teil von den

Dingen zu haben, den du tatsächlich hast, und wenn es für alle Menschen

auf der Welt, die wie du sind, angemessen ist, den Teil zu haben, den sie

haben, dann bedeutet das, daß es für alle anderen nicht unangemessen ist,

den Teil zu haben, der übrigbleibt. Du weißt, das, was du hast, ist das, was

du verdienst, und das bedeutet, das, was sie haben, ist das, was sie verdienen.

Sie haben, was ihnen angemessen ist. Und das mußt du zugeben.

Wallace Shawn (Das Fieber)

EIN ANSTÄNDIGER MENSCH

93


DIE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

DER SPIELZEIT 2011/2012

Intendanz

Christian Tombeil

Intendant

Monika Mimietz

Persönliche Referentin

des Intendanten

Geschäftsführung

Berger Bergmann

Geschäftsführer

Heike Tillmanns

Assistentin des Geschäftsführers

Christof Wolf

Unternehmenskommunikation

Feride Yaldizli

Leiterin Gestaltung, Marketing

Stephanie Kateloe

Gestaltung, Marketing

Disposition

Birgit Egger

Künstlerische Betriebsdirektorin

und Chefdisponentin

Sabrina Wagner

Mitarbeiterin im Künstlerischen

Betriebsbüro

Dramaturgie

Vera Ring

Chefdramaturgin und

Mitglied der künstlerischen Leitung

Carola Hannusch

Dramaturgin und

Mitglied der künstlerischen Leitung

Judith Heese

Marc-Oliver Krampe

Tilman Neuffer (als Gast)

Dramaturgen

Ulrike Gondorf

Konzeptionelle Mitarbeit und

Moderation „Stück auf!“

Susanne Wagner

Dramaturgiesekretärin

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Martin Siebold

Leiter Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Christine Nitschke

Assistentin Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Jan Frerichs

Grafi ker

Birgit Hupfeld

Diana Küster

Christoph Sebastian

Matthias Stutte

Theaterfotografen

Theaterpädagogik

Frank Röpke

Katharina Feuerhake

Theaterpädagogen

Ensemble

Stefan Diekmann, Ingrid Domann,

Tom Gerber, Gerhard Hermann,

Lisa Jopt, Laura Kiehne, Floriane

Kleinpaß, Ines Krug, Holger Kunkel,

Jörg Malchow, Jannik Nowak,

Jens Ochlast, Jan Pröhl, Bettina

Schmidt, Sven Seeburg, Johann

David Talinski, Rezo

Tschchikwischwili, Silvia Weiskopf

Wolfram Boelzle, Claudia Frost,

Alexander Gier, Wolfgang Jaroschka,

Andreas Maier, Cornelia Niemann,

Laura Quarg, Lisa Quarg, Alexander

Ritter, Andreas Schneider, David

Simon, Sebastian Tessenow,

Bastian Thurner

Gäste

Prof. Peter Georg Bärtsch

Sprecherziehung


Regie

Donald Berkenhoff, Katja

Blaszkiewitz, Karsten Dahlem,

Martina Eitner-Acheampong, Elina

Finkel, Reinhardt Friese, Tom

Gerber, Tilman Gersch, Christian

Hockenbrink, Florian von

Hoermann, Henner Kallmeyer,

Bruno Klimek, Marc- Oliver Krampe,

Thomas Krupa, Thomas Ladwig,

Konstanze Lauterbach, Katja Lillih

Leinenweber, Jens Pesel, Moritz

Peters, Christoph Roos, Hermann

Schmidt-Rahmer, Caroline Stolz

Katja Blaszkiewitz, Siegfried Hopp,

Susanne Nowack (als Gast), Moritz

Peters

Regieassistenten

Bühnenbild und Kostüme

Andreas Jander

Leitender Bühnen- und

Kostümbildner, Mitglied der

künstlerischen Leitung

Sonja Albartus, Asima Amriko,

Conni Brückner, Mascha Deneke,

Henrike Engel, Jana Findeklee,

Kathrin Frosch, Franziska Gebhardt,

Tom Gerber, Kathrin Hauer, Günter

Hellweg, Christina Hillinger, Jürgen

Höth, Andreas Jander, Kati Kolb,

York Landgraf, Annette Mahlendorf,

Jan Hendrik Neidert, Elena Ortega,

Diana Pähler, Silke Rekort, Thilo

Reuther, Lisa Marie Rohde, Peter

Scior, Petra Schlüter-Wilke, Yvette

Schuster, Michael Sieberock-

Serafi mowitsch, Karen Simon, Jan

Steigert, Lorena Díaz Stephens, Inga

Timm, Joki Tewes

Jana Findeklee, Kathrin Hauer,

Christina Hillinger, Nadine Heinze,

Marc Dietschreit, Joki Tewes

Videografi e

Asima Amriko, Christina Hillinger,

Anne Koltermann, Elena Ortega (als

Gast), Lisa Marie Rohde

Assistenten

Schauspielmusik

Henning Beckmann, Matthias

Flake, Willi Haselbek, Markus

Maria Jansen, Bernd Jestram,

Stephan Kanyar, Andrej Melita,

Barbara Morgenstern, Alexander

Paeffgen, Mark Polscher, Felix

Reisel

Matthias Flake, Laura Flanz, Willi

Haselbek, Kim Jovy, Christoph

Kammer, Stephan Kanyar, Jörg

Kinzius, Olaf Scherf, Tobias Sykora,

Jörn Wegmann

Musiker

Inspizienz

Eckhard Beger, Ekkehart Schardt,

Anna Willert

Soufflage

Karin Gallus, Sieglinde Ritter,

Ursula Robiné

DIE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Technische Direktion

Daniel Kaiser

Technischer Direktor TUP gesamt

Kerstin Beck

Sekretärin

Michael Lüdiger

Technischer Leiter Schauspiel

Frank Schwartze

Technischer Betriebsinspektor

Bühnentechnik

Stephan Abeck

Bühneninspektor Schauspiel

Robert Gehrmann, Klaus-Detlef

Sperl, Kalle Spies, Siegfried

Zywitzki

Bühnenmeister

Willi Köhn, Till Parche, Jürgen

Thiele, Volker Will, Joseph Zboinski

Vorarbeiter Bühnentechnik

Rainer Hölscher, Daniel Kleinen

stellv. Vorarbeiter Bühnentechnik

Nurettin Acar, Michael Fischer,

Kalle Frömberg, Hans-Jochen Gesenhaus-Leineweber,

Gregor Mickinn,

95


Detlef Neuhaus, Peter Nürenberg,

David Perez, Christian Petrat,

Detlef Rauh, Uwe Richter, Daniel

Wichardt, Dimitrij Zozulja

Bühnentechniker

Zeljko Barkovic, Dirk Pretz

Vorarbeiter Schnürboden

Arndt Burberg, Erik Raab,

Mirko Rottmann

Schnürboden

Dekoration

Uwe Schüler

Vorarbeiter

Vanessa Bohnen, Rainer Fischer,

Petra Laschke, Tobias Maas

Dekorateure

Veranstaltungstechnik

Kevin Heppelmann, Marian

Kaminski, Julian Kuhnle,

Christian Ndofuso

Auszubildende

Ton und Videotechnik

Sabine Bormann

Leiterin der Tonabteilung

TUP gesamt

Reinhard Dix, Karolin Killig,

Mark Rabe, Markus Schmiedel

Tonmeister

Beleuchtung

Michael Hälker

Leiter der Beleuchtung Schauspiel

Daniel Bühler, René Dreher,

Eduard Ollinger

Beleuchtungsmeister

Gerd Dombrowski, Dieter Schönfeld,

Dirk Struwe, Heinz Szameitat

Vorarbeiter Beleuchtung

Uwe Ekrutt, Florian Franzen,

Mathias Grotkowsky, Marco Jobst,

Franz Martin, Daniela Schulz, Jörg

Stange, Werner Stein, Harald Ulff,

Stefan Weinert, Ralf Wiesel

Beleuchter

Werkstätten

Ralf Gehrke

Werkstättenleiter, stellv. Direktor

für den Bereich Ausstattung

Maler und Plastiker

Wolfgang Goroncy, Meinhard Groos

Leiter

Peter Uhe

erster Maler

Maike Daum, Henning Dahlhaus,

Thomas Müller, Tobias Wallek

Maler

Reinhard Rohrbach

Maler und Lackierer

Julia Bethke

Auszubildende

Teddy Braun, Martina Flößer,

Stefanie Schubert

Theaterplastiker

Schreinerei

Michael Kramer

Leiter

Kai Balshüsemann

Vorarbeiter Schreinerei

Thomas Gutbier, Dirk Robert,

Dirk Schumacher, Ralf Schwieder,

Thomas Teschke

Schreiner

Mirco Heinen, Robert Kreutzer

Auszubildende

Schlosserei

Frank Karlisch

Leiter

Bernd Hanser

Vorarbeiter Schlosserei

Ray Navarro, Thomas Lesner,

Michael Overfeld

Schlosser

Nicolai Schnell

Auszubildender


Dekorationswerkstatt

Peter Riemann

Leiter

Harald Heid

Vorarbeiter

Rainer Petereit, Joachim Rüth,

Christina Jeske

Dekorateure

Julia Breitbach

Auszubildende

Requisite

Georg Cichosz

Leiter der Requisite TUP gesamt

Dirk Lücker

Leiter der Requisite Schauspiel /

Pyrotechniker

Patrick Alda, Thomas Eyle, Franz

Fahl, Norbert Fairley, Ralf Kuisle,

Julia Lehmann-Müller, Stefanie

Vortkamp

Requisiteure / Pyrotechniker

Kostümabteilung

Ursula Peters

Kostümdirektorin TUP gesamt

Inga Koop

Leiterin Kostümabteilung

Schauspiel

Karin Schöneborn

Damengewandmeisterin

Eduard Batzik

Herrengewandmeister

Doerte Franzen, Claudia Schiek

Damenschneiderinnen

Silke Berns, N.N.

Herrenschneiderinnen

Anke Kortmann

Garderobenmeisterin /

Fundusverwalterin

Manuela Domnik, Katrin Peter,

Max Peter Piatkowski, N.N.

Schneider / Ankleider

Bahri Saridas

Schuhmacher

Maske

Karola Baumgart

Chefmaskenbildnerin Schauspiel

Ulrike Köster, Katharina Kroll,

Angelika Lindner, Nicole Lippik-

Netz, Julia Scheler, Elke Stabenow,

Janina Stark, Claudia Wiencek

Maskenbildnerinnen

Anna Schneider

Auszubildende

Betriebs- und Haustechnik

Leonhard Johae

Leiter der Betriebs- und

Haustechnik

Bernd Sommer

Vorarbeiter

Guido Dudzik, Detlef Kirchner,

Dirk Wilhelm

Maschinisten / Haustechniker

Frank Seltmann

Hausmeister

Nora Frömberg, Werner Meis,

Frank Versen

Pförtner

DIE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Sandra Behrens, Hannelore

Birkenbeul, Edovina Due, Simone

Kolberg, Ruska Rother, Bettina Wolf

Reinigungskräfte

Fahrdienst

Peter Böhrig

Vorarbeiter

Dietmar Dittel, Ralf Lohmeyer

Fahrer und Transportarbeiter

Dirk Kunz, Gaetano Russo-

Hoffmann, Bernd Wensing

Transportarbeiter

97


Verwaltung (TUP gesamt)

Ulrich Werner

Leiter der allgemeinen

Verwaltung und Prokurist

Renate Jefferies

Sekretärin

Holger Kaminski

Bühnenverwaltung

Anke Panic, Gorica Stankovic

Registratur

Personalabteilung

Karsten Stermann

Leiter der Personalabteilung

und Prokurist

Karin Bitting

Sekretärin

Michaela Hellwig, Aldo Pieli,

Elke Piontkowski, Marc Weser

Personalverwaltung

Finanz- / Rechnungswesen

Karin Müller

Leiterin und Prokuristin

Roger Schütz

stellv. Leiter

Melanie Böttger, Heike Taubert,

Marion Young

Sachbearbeiter

EDV

Christoph Herchenröder

Leiter

Dirk Baumgart, Ralf Stuckmann

Zlatko Panic

Datenschutzbeauftragter

Archiv

Gerard S. Kohl, Werner Sommer

Vertrieb

Werner Sehr

Leiter

Sabine Thimm

stellv. Leiterin

Yvonne Blankenburg, Edith

Blockhaus, Iris Fiedler,

Jutta Jeromin, Nicole Momma,

Manuela Müller, Helga Pfaffenberger,

Petra Rinek, Angelika

Vollmer, Daniela Witte-Rothscheroth

TicketCenter

Daniela Gohr, Jakob Laraki, Taha

Laraki, Mitja Müller, Jan Schlenker

Abendkasse Grillo-Theater und Casa

Betriebsrat

Florian Franzen, Patrick Fuchs,

Ioanna Giogos, Saad Hamza,

Edeltraud Kreddig, Adil Laraki,

Annette Meier-Krüger, Heinz-

Wilhelm Norden, Dragan

Selakovic, Karl-Heinz Spies, Gorden

Werker, Johanna Young, Mechthild

Zavodnik

Betriebsratsmitglieder

Heike Kruschel

Sekretärin

Arbeitssicherheit

Michael Mohr

Telefonzentrale

Cornelia Köster

Ehrenmitglieder der

Theater und Philharmonie Essen

Gerd Braese †

Friedel Hanster †

Gerard S. Kohl

Josef Krepela †

Ks. Karl-Heinz Lippe

Ks. Richard Medenbach

Wulf Mämpel

Hans Nowak

Prof. Martin Puttke

Ks. Karoly Szilagyi

Walter Velten

Prof. Heinz Wallberg †


GEBÄUDEREINIGUNG

GASTRONOMIE/CATERING

SICHERHEIT

Servicegesellschaft Essen mbH

Tenderweg 2 · 45141 Essen

Telefon 0201/88-7 23 76

info@rge-essen.de

Besuchen Sie uns

auf unserer Internetseite

www.rge-essen.de

99

Verlässlichkeit

hat einen Namen


Ich gebe zu, dass Gewalt, in welcher Form sie

sich auch immer äußert, ein Scheitern ist.

Aber es ist ein unvermeidbares Scheitern,

weil wir in einer Welt der Gewalt leben;

und wenn es wahr ist, dass der Rückgriff auf

Gewalt gegen Gewalt sie zu verewigen droht,

so ist auch wahr, dass sie das einzige Mittel ist,

sie enden zu lassen.

Jean-Paul Sartre


Vielleicht sollte man doch, um nicht zu resignieren, ein bisschen mehr Demokratie

wagen. Vielleicht sollte man z.B. mal, nach französischem Vorbild, einen Vorstands-

vorsitzenden mit seinen privaten Politikern zusammen als Geiseln nehmen und zu

Einfühlungszwecken in ein kaputtes Klo sperren, so lange, bis ihnen die eigene

Scheiße bis zum Hals steht.

Aber halt! Das ist ja nicht Demokratie. Das ist ja Gewalt.

Es ist zum Verzweifeln: Kaum wagt man ein bisschen Demokratie, schon ist es Gewalt.

Josef Bierbichler


DIE GESELLSCHAFT

DER GESELLSCHAFT

Die Einheit des Systems einer Protestbewegung ergibt sich aus ihrer

Form, eben dem Protest. Mit der Form des Protestes wird sichtbar gemacht,

daß die Teilnehmer zwar politischen Einfluß suchen, aber nicht auf

normalen Wegen. Dies Nichtbenutzen der normalen Einflußkanäle soll zugleich

zeigen, daß es sich um ein dringliches und sehr tiefgreifendes, allgemeines

Anliegen handelt, das nicht auf die übliche Weise prozessiert

werden kann. Die Protestkommunikation erfolgt zwar in der Gesellschaft,

sonst wäre sie keine Kommunikation, aber so, als ob es von außen wäre.

Sie hält sich selbst für die (gute) Gesellschaft, was aber nicht dazu führt,

daß sie gegen sich selber protestieren würde. Sie äußert sich aus Verantwortung

für die Gesellschaft, aber gegen sie. Das gilt gewiß nicht für alle

konkreten Ziele dieser Bewegungen; aber durch die Form des Protestes

und die Bereitschaft, stärkere Mittel einzusetzen, wenn der Protest nicht

gehört wird, unterscheiden diese Bewegungen sich von Bemühungen um

Reformen. Ihre Energie und auch die Fähigkeit, Themen zu wechseln, sofern

sie nur als Protest kommuniziert werden können, erklären sich, wenn

man dem Rechnung trägt, daß hier ein Oszillieren zwischen Innen und

Außen eine Form gefunden hat.

Außerdem kommt auf diese Weise eine spezifische Form gesellschaftlicher

Differenzierung zum Ausdruck, nämlich die Differenzierung von Zentrum

und Peripherie. Die Peripherie protestiert – aber nicht gegen sich selbst.

Das Zentrum soll sie hören und dem Protest Rechnung tragen. Da es aber

in der modernen Gesellschaft kein gesamtgesellschaftliches Zentrum mehr

gibt, findet man Protestbewegungen nur in Funktionssystemen, die Zentren

ausbilden; vor allem im politischen System. Gäbe es diese Zentrum/Peripherie-Differenz

nicht, verlöre auch der Protest als Form seinen Sinn, denn

es gäbe dann keine soziale (sondern nur noch eine sachliche oder zeitliche)

Grenze zwischen Desiderat und Erfüllung.

Mit der Form des Protestes fällt eine deutliche Entscheidung gegen ein

kognitives und für ein reaktives Vorgehen. Man verwendet anerkannte,

resonanzfähige „scripts“ (etwa: Erhaltung des Friedens), spitzt sie aber auf

bestimmte Problemlösungen zu (hier: gegen Rüstung), die nicht mehr ohne

weiteres konsensfähig sind. Man begnügt sich mit einer stark schematisierten

Darstellung des Problems, oft verbunden mit einer Aufmachung als

„Skandal“, und stellt die eigene Initiative als Reaktion auf unerträgliche

Zustände dar. Und auch von den Adressaten wird Reaktion verlangt – und

nicht weiteres Bemühen um Erkenntnis. Denn während Bemühungen um

mehr Information und gut abgesicherte Zukunftsplanung sich verzetteln

und in eine Zukunft ohne Ende ausweichen würden, verspricht reaktives

Vorgehen schnell erreichbare Wirkungen. (Daß dies keine Spezialität der

Protestbewegungen ist, zeigt ein Blick auf die Planungen in der Wirtschaft,

von der monetären Politik der Zentralbanken bis zu den Produktions- und

Organisationsplanungen der Firmen. Auch hier scheint Zeitdruck einen

Übergang von eher kognitiven zu eher reaktiven Strategien zu erzwingen.)

In der Form des Protestes wird mitkommuniziert, daß es Interessierte

und Betroffene gibt, von denen man Unterstützung erwarten kann. Wie

oft gesagt, dienen Protestbewegungen daher auch der Mobilisierung von

Ressourcen und der Fixierung neuer Bindungen. Erst wenn eine solche

Mobilisierung auf Ziele hin zustandekommt, kann man von einem sich

selbst reproduzierenden autopoietischen System sprechen. In erheblichem

Umfange kommt es daher auch zu Protestaktionen (etwa der Organisation

Greenpeace), die nicht zur Bildung sozialer Bewegungen führen, aber ein

Protestklima reproduzieren.

Die Form „Protest“ leistet für Protestbewegungen das, was Funktionssysteme

durch ihren Code erreichen. Auch diese Form hat zwei Seiten: die

Protestierenden auf der einen Seite und das, wogegen protestiert wird


(einschließlich die, gegen die protestiert wird), auf der anderen. Und darin

steckt schon das mit dieser Form nicht zu überwindende Problem: Die Protestbewegung

ist nur ihre eigene Hälfte – und auf der anderen Seite befinden

sich die, die anscheinend ungerührt oder allenfalls leicht irritiert

das tun, was sie sowieso wollen. Der Protest negiert, schon strukturell, die

Gesamtverantwortung. Er muß andere voraussetzen, die das, was verlangt

wird, ausführen. Aber wieso wissen die anderen, daß sie sich auf der anderen

Seite der Protestform befinden? Wie können sie dazu gebracht werden,

diese Situationsdefinition zu akzeptieren, statt ihren eigenen Konstruktionen

zu folgen? Offenbar nur durch drastische Mittel, durch alarmierende

Kommunikation, auch durch den massenhaften Einsatz von Körpern,

die sich selbst als Protest demonstrieren, vor allem aber durch ein heimliches

Bündnis der Protestbewegungen mit den Massenmedien. Es fehlt,

anders gesagt, die Reflexion-in-sich, die für die Codes der Funktionssysteme

typisch ist; und das wird zusammenhängen mit dem unstillbaren

Motivationsbedarf der Protestbewegungen, der weder auf der einen noch

auf der anderen Seite ihrer Leitunterscheidung Protest ein re-entry der

Unterscheidung ins Unterschiedene vertragen könnte.

Es fehlt auch eine Berücksichtigung der Selbstbeschreibungen derjenigen,

gegen die man protestiert. Man versucht nicht: zu verstehen. Ansichten

auf der anderen Seite werden allenfalls als taktische Momente des eigenen

Vorgehens in Rechnung gestellt. Und deshalb ist die Versuchung stark, auf

fremden Pferden moralisch zu voltigieren. Man kann von Protestbewegungen

also keine Reflexion zweiter Stufe, keine Reflexion der Reflexion der

Funktionssysteme erwarten. Sie halten sich statt dessen an die Form des

Protestes. (…)

DIE GESELLSCHAFT DER GESELLSCHAFT

Protest ist kein Selbstzweck – auch nicht für Protestbewegungen. Sie brauchen

ein Thema, für das sie sich einsetzen. (…) Die Themen, die Anlaß

zum Entstehen von Protestbewegungen geben, sind heterogen und bleiben

auch dann heterogen, wenn man sie zu Großgruppen zusammenfaßt

wie: Umwelt, Krieg, Lage der Frauen, regionale Eigenarten, dritte Welt,

Überfremdung. Die Themen entsprechen der Form des Protestes wie Programme

einem Code. Sie verdeutlichen, weshalb man sich als Protestierender

auf der einen Seite der Form findet. Sie dienen der Selbstplacierung

in der Form. Es muß sich deshalb um zwiespältige Themen handeln;

um Themen, an denen mit hinreichender Drastik deutlich gemacht werden

kann, was anders sein sollte und warum. Außerdem muß es sich um individuell

aneignungsfähiges Wissen handeln, und damit ist analytische Tiefenschärfe

ausgeschlossen. Von Protestbewegungen ist nicht zu erwarten, daß

sie begreifen, weshalb etwas so ist, wie es ist; und auch nicht, daß sie sich

klarmachen können, was die Folgen sein werden, wenn die Gesellschaft

dem Protest nachgibt. (…) Protestbewegungen leben von der Spannung von

Thema und Protest – und gehen an ihr zu Grunde. Erfolg und Erfolglosigkeit

sind gleichermaßen fatal. Die erfolgreiche Umsetzung des Themas erfolgt

außerhalb der Bewegung und kann ihr bestenfalls als „historisches

Verdienst“ zugerechnet werden. Erfolglosigkeit entmutigt die Teilnehmer.

Vielleicht ist dieses Dilemma ein Grund dafür, daß neue soziale Bewegungen

untereinander Kontakte suchen und miteinander sympathisieren, sofern

nur die Mindestbedingung einer Alternativvorstellung, eines Protestes

und der Nichtidentität mit den „herrschenden Kreisen“ gegeben ist. Aber

auf diese Weise wird allenfalls erreicht, daß sich eine Kultur des Protestierens

bildet mit der Möglichkeit, immer neue Themen aufzugreifen.

Niklas Luhmann (Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main 1997)

103


KARTENVERKAUF

GUTER SERVICE IST FÜR UNS EHRENSACHE …

… UND DESHALB BAUEN WIR FÜR SIE UM!

Wir vergrößern und verschönern unseren zentralen Karten- und Abonnementsverkauf:

Das AboBüro und das TicketCenter der Theater und Philharmonie

Essen werden zum Ende der Spielzeit 2010/2011 zu einem neu

gestalteten TicketCenter am II. Hagen 2 (am bisherigen Standort des Abo-

Büros) vereint. Ob an der Kartentheke oder im Beratungsbereich – hier

werden Ihnen in freundlicher Atmosphäre alle Anfragen rund um den Karten-

und Abonnementerwerb beantwortet. Die Räumlichkeiten am I. Hagen

26 werden im Zuge der Zusammenlegung aufgegeben. Der Umbau beginnt

Mitte April 2011. Wir freuen uns, Sie voraussichtlich ab Anfang Juli 2011

in unserem neuen eleganten und zweckmäßigen TicketCenter begrüßen zu

dürfen!

Service-Telefon: 02 01 81 22-200

Sie erreichen uns:

Mo 10:00–16:00 Uhr / Di–Fr 10:00–19:00 Uhr / Sa 9:00–15:00 Uhr

Kartenbestellung

Sie können Ihre Karten persönlich, per Post, Telefon, Fax oder E-Mail bestellen.

Bei telefonischer Vorbestellung können Sie per Kreditkarte (Visa/

Mastercard) bezahlen. Schriftliche Bestellungen bitten wir mit einem

Blanko-Verrechnungsscheck und einem adressierten Freiumschlag zu versehen.

Vorbestellte Karten reservieren wir Ihnen für maximal zehn Tage,

danach wird die Reservierung gelöscht. Wir bitten um Verständnis, dass

nur bezahlte Karten an der Abendkasse hinterlegt werden können.

Theaterkarten gelten am jeweiligen Vorstellungstag für freie Hin- und

Rückfahrt mit VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im VRR-Raum.

Kontakt

Per Post: TicketCenter, II. Hagen 2, 45127 Essen

Per Fax: 02 01 81 22-201

Per E-Mail: tickets@theater-essen.de

Internet: www.schauspiel-essen.de

Info-Hotline: 02 01 81 22-600

Vorverkaufsstellen und Öffnungszeiten

TicketCenter (neu)

II. Hagen 2, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di-Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

(von Mitte April bis voraussichtlich Ende Juni 2011 wegen Umbaus

geschlossen)

TicketCenter (alt)

I. Hagen 26, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di–Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

(bleibt auch während der Umbauphase geöffnet und wird voraussichtlich

Anfang Juli 2011 komplett geschlossen)

Theaterferien

Das neue TicketCenter am II. Hagen 2 bleibt auch während der Theaterferien

vom 25.07.2011 bis 07.09.2011 von Montag bis Freitag in der Zeit

von 10:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können Sie auch unseren

telefonischen Service nutzen.


Aalto-Theater

Opernplatz 10, 45128 Essen

Di – Fr 13:00 – 18:30 Uhr*

Sa 15:00 – 18:00 Uhr*

* An den vorstellungsfreien Tagen jeweils eine Stunde länger geöffnet.

Die Abendkasse öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn. Extra: Kurzparkzone

für Kartenkäufer direkt am Haupteingang des Aalto-Theaters

Philharmonie Essen

Kasse am Stadtgarten-Eingang, Huyssenallee 53, 45128 Essen

Mo – Fr 13:00 – 18:00 Uhr

Sa 10:00 – 15:00 Uhr

So 11:00 – 14:00 Uhr

Die Abendkasse öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Abendkassen

Grillo-Theater

Theaterplatz 11, 45127 Essen

Die Abendkasse öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Casa / Box

Theaterplatz 7, 45127 Essen

Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Vorverkaufsbeginn

für „Die kleine Meerjungfrau“: 17.09.2011

Preise Einzelkarten

Grillo-Theater

Repertoire Premiere

Parkett Reihe 01–04 € 26,00 € 34,00

Reihe 05–13 € 24,00 € 28,00

Reihe 14–19 € 17,00 € 20,00

Rang Reihe 01–04 € 11,00 € 11,00

Grillo-Theater / Raumbühne

Repertoire Premiere

Parkett Reihe 01–04 € 26,00 € 34,00

Bühnenraum Reihe 01–04 € 26,00 € 34,00

Parkett Reihe 05–08 € 24,00 € 28,00

Bühnenraum Reihe 05 € 24,00 € 28,00

Parkett Reihe 09–11 € 17,00 € 20,00

Rang Reihe 01–04 € 11,00 € 11,00

(Sitzplan siehe S. 109)

Kinder- und Familienstück im Grillo-Theater

KARTENVERKAUF

Kinder-Festpreis (bis 16 Jahre) € 8,00 € 8,00

Erwachsene

Parkett Reihe 01–11 € 14,00 € 19,00

Reihe 12–20 € 10,00 € 16,00

Rang Reihe 01–04 € 9,00 € 11,00

Casa € 14,00 € 16,00

105


Heldenbar, Box, Café Central

Bitte entnehmen Sie die Preise dem Monatsspielplan.

Alle Preise inkl. Gebühr und Garderobe. Abweichende Preise bei Gastspielen

und Sonderveranstaltungen.

Last Minute

Über die Info-Hotline 02 01 81 22-600 erfahren Sie täglich, ob ein Last-

Minute-Verkauf am Abend stattfindet. Falls ja, können Sie an der Abendkasse

günstige Restkarten erwerben.

Ermäßigungen

30 % Ermäßigung beim Kauf von Einzelkarten erhalten im Vorverkauf und

an der Abendkasse:

p Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende

bis zum vollendeten 27. Lebensjahr

p Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger

p Schwerbehinderte ab 70 % Erwerbsminderung sowie deren

im Ausweis vermerkte Begleitung

p Seniorenpassinhaber der Stadt Essen

Bitte bringen Sie Ihren entsprechenden Ausweis beim Ticketkauf mit und

zeigen Sie ihn am Vorstellungstag mit der Eintrittskarte vor.

Wichtiger Hinweis: Premieren, Fremd- und Sonderveranstaltungen sind

von Ermäßigungen ausgenommen!

Kartenkauf im Internet

Wenn Sie Ihren Theaterbesuch bequem von zuhause oder vom Büro aus

planen möchten, dann nutzen Sie einfach unseren Online-Vorverkauf:

Besuchen Sie uns unter www.schauspiel-essen.de und gehen Sie auf

„Spielzeit“. Klicken Sie bei der von Ihnen gewählten Veranstaltung auf den

Link „Tickets“: Es öffnet sich Ihr Bestellformular. Mit der Angabe Ihrer Kreditkartennummer

kaufen Sie Ihre Tickets direkt – wir schicken sie Ihnen

umgehend zu oder hinterlegen sie bei kurzfristigem Kauf an der jeweiligen

Abendkasse. Und das Schönste: Sie zahlen keine zusätzlichen Vorverkaufs-

oder Ticketgebühren!

Gutscheine

Schenken Sie Ihren Freunden oder Verwandten einen besonderen Abend!

Geschenkgutscheine für kleinere und größere Anlässe in allen Preislagen

(ab € 10,00) erhalten Sie das ganze Jahr hindurch. Unser Service-Team im

TicketCenter berät Sie gern.

Schulklassen

Schulklassen und -kurse erhalten für viele Veranstaltungen Sonderpreise.

Weitere Infos und Sammelbestellungen bei:

Nicole Momma

II. Hagen 2, 45127 Essen

T 02 01 81 22-188

E-Mail: nicole.momma@tup-online.de


ANFAHRT

P

Hindenburgstraße

Adressen

Vereinsstraße

Am Waldthausenpark

Lindenallee

III. Hagen

Maxstraße

U

Hachestraße

II. Hagen

U 11 / U 17 / U 18

Hirschlandplatz

Kruppstraße

Grillo-Theater / Café Central /

Heldenbar

Theaterplatz 11

45127 Essen

P

TicketCenter

Theaterplatz

Grillo-Theater

Casa / Box

Kennedyplatz

Rathenaustraße

I. Hagen

Willy-Brandt-Platz

U

U

Casa / Box

Theaterplatz 7

45127 Essen

Kettwigerstraße

Hbf.

Porscheplatz

I. Dellbrügge

Am Handelshof

Essen Hbf

Gildehofstraße

Hollestraße

TicketCenter

II. Hagen 2

45127 Essen

Wenn Sie mit dem Auto anreisen

Der Theaterplatz mit Grillo-Theater, Casa, Box und Heldenbar befindet sich

mitten in der Essener Innenstadt. Ganz gleich, von welcher Himmelsrichtung

aus Sie sich Essen nähern – ob über die A 40 / A 42 oder A 52 –,

folgen Sie einfach der Beschilderung „Essen-Zentrum“. Und wenn Sie

sich im Zentrum befinden, richten Sie sich nach der Beschilderung

Schauspielhaus“.

Parkplätze

Das Parkhaus am Deutschlandhaus (Lindenallee gegenüber der Lindengalerie)

können Sie ab 18:00 Uhr zum Theatertarif von € 3,00 nutzen.

Weitere Parkmöglichkeiten bietet die gebührenpflichtige Tiefgarage unter

dem Kennedyplatz (kein Theatertarif).

Wenn Sie mit Bus und / oder Bahn (ÖPNV) anreisen

Die Spielstätten des Schauspiels liegen in der Essener Innenstadt, nur

wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Mit den U-Bahnen U 11 /

U 17 / U 18 fahren Sie bis zur Haltestelle Hirschlandplatz.

Theaterkarten gelten am jeweiligen Vorstellungstag für freie Hin- und

Rückfahrt mit VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im VRR-Raum.

Taxi-Service

ANFAHRT

Kommen Sie bequem nach Hause: Besucher des Grillo-Theaters können vor

der jeweiligen Veranstaltung oder in der Pause ein Taxi vorbestellen – melden

Sie sich dazu bitte einfach an der Garderobe. Der Taxi-Service wird in

Zusammenarbeit mit der Taxizentrale Essen angeboten.

107


SITZPLÄNE

Parkett

Rang

GRILLO-THEATER CASA

Bühne Bühne

Block links

Grillo-Theater

Parkett Reihe 01–04

Reihe 05–13

Reihe 14–19

Rang Reihe 01–04

Casa

Block Mitte

Block Mitte 01–06

Block links 01–04

Block rechts 01–04

Block rechts


GRILLO-THEATER / RAUMBÜHNE

5

Bühnenraum Parkett Rang

4

3

2

1

Spielfläche

Grillo-Theater / Raumbühne

Parkett Reihe 01–04

Bühnenraum Reihe 01–04

Parkett Reihe 05–08

Bühnenraum Reihe 05

Parkett Reihe 09–11

Rang Reihe 01–04

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

1

2

3

4

SITZPLÄNE

109


ABONNEMENTS 2011/2012

TicketCenter

II. Hagen 2, 45127 Essen

T 02 01 81 22-200

F 02 01 81 22-201

E-Mail: tickets@theater-essen.de

Sie erreichen uns:

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di-Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

Die Premieren-Abonnements

Das große Premieren-Abo

Coriolanus 01.10.2011

Ulrike Maria Stuart 21.10.2011

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 06.11.2011

The Black Rider 03.12.2011

Graf Öderland 03.02.2012

Kabale und Liebe 24.03.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 15.04.2012

Die Ästhetik des Widerstands (UA) 24.05.2012

Preise Großes Premieren-Abo mit 8 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 200,00

Reihe 05–13 € 160,00

Reihe 14–20 € 125,20

Rang Reihe 01–04 € 56,00

Das kleine Premieren-Abo

Ulrike Maria Stuart 21.10.2011

The Black Rider 03.12.2011

Graf Öderland 03.02.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 15.04.2012

Die Ästhetik des Widerstands (UA) 24.05.2012

Preise Kleines Premieren-Abo mit 5 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 125,00

Reihe 05–13 € 100,00

Reihe 14–20 € 72,00

Rang Reihe 01–04 € 35,00

Die Fest-Abonnements mit je 6 Vorstellungen

Das Mittwochs-Abo

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 09.11.2011

Ulrike Maria Stuart 11.01.2012

Graf Öderland 08.02.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 18.04.2012

Die Ästhetik des Widerstands (UA) 30.05.2012

Kabale und Liebe 27.06.2012

Das Donnerstags-Abo

Coriolanus 27.10.2011

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 12.01.2012

The Black Rider 16.02.2012

Graf Öderland 26.04.2012

Ulrike Maria Stuart 15.03.2012

Die Ästhetik des Widerstands (UA) 14.06.2012


Das Freitags-Abo

Ulrike Maria Stuart 28.10.2011

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 27.01.2012

The Black Rider 16.03.2012

Kabale und Liebe 20.04.2011

Graf Öderland 11.05.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 29.06.2012

Das Samstags-Abo

Ulrike Maria Stuart 26.11.2011

The Black Rider 21.01.2012

Graf Öderland 03.03.2012

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 21.04.2012

Kabale und Liebe 26.05.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 23.06.2012

Das Sonntagnachmittags-Abo – 16:00 Uhr

Coriolanus 09.10.2011

Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner 20.11.2011

The Black Rider 29.01.2012

Graf Öderland 18.03.2012

Richtig alt, so 45 (DE) 29.04.2012

Kabale und Liebe 03.06.2012

Preise Fest-Abonnement mit 6 Vorstellungen

Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag

oder Sonntagnachmittag

Parkett Reihe 01–04 € 102,00

Reihe 05–13 € 90,00

Reihe 14–20 € 66,00

Rang Reihe 01–04 € 42,00

Das Casa-Premieren-Abo

Michael Kohlhaas 02.12.2011

Holger, Hanna und der ganze kranke Rest (DE) 20.01.2012

Heim.Spiel.Essen (UA) 23.03.2012

supernova (wie gold entsteht) 02.06.2012

Preise Das Casa-Premieren-Abo mit 4 Vorstellungen

€ 46,40

Das Fifty-Fifty-Grillo-Casa-Abo

Satt 26.11.2011

Michael Kohlhaas 27.01.2012

Graf Öderland 26.02.2012

The Black Rider 28.04.2012

Kabale und Liebe 20.05.2012

supernova (wie gold entsteht) 06.06.2012

Preise Fifty-Fifty-Grillo-Casa-Abo mit 6 Vorstellungen

Kategorie 1 € 79,50

Kategorie 2 € 73,50

ABONNEMENTS 2011/2012

111


Das Abo Alt & Neu

Coriolanus 07.10.2011

Ulrike Maria Stuart 23.10.2011

Das Bergwerk (DSE) 12.11.2011

Buddenbrooks 19.11.2011

Preise Fest-Abonnement mit 4 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 68,00

Reihe 05–13 € 60,00

Reihe 14–20 € 44,00

Rang Reihe 01–04 € 28,00

Die Wahl-Abos mit 20 / 12 / 10 oder 6 Gutscheinen

Sie möchten flexibel bleiben? Dann entscheiden Sie sich doch für ein

Wahl-Abo! Mit Ihren Gutscheinen haben Sie viele Möglichkeiten: Gehen Sie

alleine, zu zweit, laden Sie Freunde, Nachbarn oder Verwandte zu einem

gemeinsamen Theaterabend ein. Je mehr Gutscheine Sie kaufen, desto

preiswerter ist Ihr Theaterbesuch – je nach Platzgruppe bis zu 50 %!

Preise 20 Gutscheine € 220,00

12 Gutscheine € 144,00

10 Gutscheine € 130,00

6 Gutscheine € 96,00

Die Gutscheine des Wahl-Abonnements gelten für alle Platzgruppen und

alle Bühnen des Schauspiel Essen und sind eine Spielzeit lang gültig. Die

Gutscheine gelten nicht bei Premieren und Sonderveranstaltungen.

Die ermäßigten Fest-Abonnements

Mit einem unserer Fest-Abonnements sind Schüler, Studierende,

Auszubildende sowie Wehr- und Zivildienstleistende bis zum vollendeten

27. Lebensjahr* immer mittwochs, donnerstags, freitags, samstags

oder auch am Sonntagnachmittag auf der sicheren und vor allem günstigen

Seite. Und wer spart nicht gern 60 % gegenüber dem regulären

Tagespreis?

Preise Ermäßigtes Fest-Abonnement mit 6 Vorstellungen / Mittwoch,

Donnerstag, Freitag, Samstag oder Sonntagnachmittag

Parkett Reihe 01-04 € 69,00

Reihe 05-13 € 63,00

Reihe 14-20 € 45,00

Das ermäßigte Jungwähler-Abo mit 8 Gutscheinen

Für nur € 6,00 ins Theater? Das geht! Mit den acht Gutscheinen des ermäßigten

Wahl-Abos können Schüler, Studierende, Auszubildende sowie

Wehr- und Zivildienstleistende bis zum vollendeten 27. Lebensjahr* acht

Vorstellungen allein oder vier Theaterabende zu zweit erleben. Man kann

natürlich auch sechs Mal seine Lieblingsinszenierung besuchen und sie

dann noch einmal mit netter Begleitung ansehen. Fast alles ist möglich!

Die Gutscheine gelten für alle Platzgruppen und alle Bühnen des Schauspiel

Essen und sind eine Spielzeit lang gültig. Allerdings: Bei Premieren

und Sonderveranstaltungen endet die große Gutschein-Freiheit. Sorry!

Preis 8 Gutscheine € 48,00

* Wir bitten um Vorlage der entsprechenden Berechtigung an der Vorverkaufsstelle

bzw. Abendkasse.


Alle Abo-Preise 2011/2012 auf einen Blick

(Den Abobestellschein finden Sie auf Seite 127)

Parkett Parkett Parkett Rang

Reihe 1–4 Reihe 5–13 Reihe 14–20

Das große

Premieren-Abo

(8 Vorstellungen) € 200,00 € 160,00 € 125,20 € 56,00

Das kleine

Premieren-Abo

(5 Vorstellungen) € 125,00 € 100,00 € 72,00 € 35,00

Das Casa-Premieren-Abo (4 Vorstellungen) € 46,40

Die Fest-Abos

(6 Vorstellungen) € 102,00 € 90,00 € 66,00 € 42,00

ermäßigt* € 69,00 € 63,00 € 45,00

Das Fifty-Fifty-Grillo-Casa-Abo

(6 Vorstellungen) € 79,50 € 73,50

Das Abo Alt & Neu

(4 Vorstellungen) € 68,00 € 60,00 € 44,00 € 28,00

ermäßigt* € 46,00 € 42,00 € 30,00

Das Wahl-Abo 20 Gutscheine 12 Gutscheine 10 Gutscheine 6 Gutscheine

€ 220,00 € 144,00 € 130,00 € 96,00

Ermäßigtes Wahl-Abo * 8 Gutscheine für € 48,00

* Die Ermäßigung gilt für Schüler, Studierende, Auszubildende sowie Wehr- und Zivildienstleistende bis zum vollendeten 27. Lebensjahr.

Wir bitten um Vorlage der entsprechenden Berechtigung an der Vorverkaufsstelle bzw. Abendkasse.

ABONNEMENTS 2011/2012

113


DIE ABONNEMENTBEDINGUNGEN DER TUP

I. Zustandekommen eines Abonnement-Vertrages / Änderungen

Mit der Unterzeichnung der schriftlichen Bestellung und der Übersendung

bzw. Übergabe des Abonnement-Ausweises kommt ein Abonnement-Vertrag

zwischen der Theater und Philharmonie Essen GmbH und

dem Besteller zustande. Die hier genannten Abonnementbedingungen

sind Bestandteil des Vertrages. Die TUP behält sich das Recht vor, diese

Abonnementbedingungen für die jeweilige Spielzeit zu ändern. Im Übrigen

gelten die AGB der TUP.

II. Laufzeit des Abonnement-Vertrages

Der Abonnement-Vertrag beginnt in der Spielzeit, die in der schriftlichen

Bestellung angegeben ist. Er läuft auf unbestimmte Dauer und gilt auch

für die Spielzeiten, die der in der Bestellung genannten ersten Spielzeit

folgen.

III. Kündigung des Abonnement-Vertrages

Der Abonnement-Vertrag endet zum Ablauf einer laufenden Spielzeit, wenn

der Abonnent oder die TUP das Vertragsverhältnis bis spätestens zum

30. Juni der laufenden Spielzeit schriftlich kündigt. Eine Kündigung aus

wichtigem Grund (insbesondere bei säumiger Zahlung des Abonnements)

bleibt unberührt.

IV. Abonnement-Preis

Die für die jeweilige Spielzeit gültigen Abonnement-Preise sind aus den

jährlichen speziellen Publikationen und den von der TUP herausgegebenen

Jahresheften ersichtlich. Der Preis für das Abonnement ist in jeder Spielzeit

gesondert zu entrichten.

Er ist für die jeweilige Spielzeit bis zum 15. September des Spielzeitjahres

in einer Summe zu entrichten oder aber in zwei gleichen Raten spätestens

zum 15. September des Spielzeitjahres und zum 2. Januar des Folgejahres.

Zahlungen sind unter Angabe der Abonnenten-Nummer zu überweisen auf

eines der folgenden Konten:

Konto-Nr. 252 312, Sparkasse Essen

(BLZ 360 501 05)

Konto-Nr. 114 316, National Bank Essen

(BLZ 360 200 30)

Konto-Nr. 6630-433, Postgiroamt Essen

(BLZ 360 100 43)

Es sind auch Bareinzahlungen möglich.

V. Terminverlegungen / Platzänderungen

Die TUP wird alles unternehmen, die im Rahmen der Bestellung durch den

Abonnenten getroffene Platzwahl während der gesamten Laufzeit des Vertrages

einzuhalten. Sie hat allerdings das Recht – aus künstlerischen und/

oder organisatorischen Gründen –, kurzfristig Platzänderungen oder auch

Änderungen der Spielstätte vorzunehmen, Abonnement-Vorstellungen auf

einen anderen Termin zu verlegen oder das vorgesehene Programm zu ändern.

Bei Ausfall einer Abonnement-Vorstellung durch Streik oder höhere

Gewalt hat der Abonnent keinen Anspruch auf eine Ersatzleistung. Dies gilt

ebenso bei Versäumnis einer Vorstellung.


VI. Übertragbarkeit

Das Abonnement ist grundsätzlich auf Dritte übertragbar, eine Übertragung

entbindet den Vertragspartner jedoch nicht von seiner Zahlungsverpflichtung.

Bei ermäßigten Abonnements muss die begünstigte Person

ebenfalls einen Anspruch auf diese Ermäßigung nachweisen können. Eine

Auszahlung, die sich aus einer Ermäßigungsberechtigung ergeben würde,

ist ausgeschlossen.

VII. Umtausch(-scheine) und Gültigkeit

Können Sie aus zwingenden Gründen eine Abo-Vorstellung nicht besuchen,

erhalten Sie gegen Vorlage Ihres Abo-Ausweises (bis spätestens zwei

Werktage vor der Veranstaltung) einen Abo-Umtauschschein. Der 1. und

2. Umtausch ist kostenlos; ab dem 3. Tausch erheben wir eine Bearbeitungsgebühr

(zurzeit € 2,00).

Eine Barauszahlung ist ausgeschlossen.

Bei der Einlösung des Umtauschscheins besteht kein Erstattungsanspruch,

wenn nur Plätze einer niedrigeren Preiskategorie angeboten werden können.

Für Plätze einer höheren Preisgruppe wird ein Aufschlag berechnet,

der sich aus der Differenz der Platzgruppen ergibt.

Der Abo-Umtauschschein ist nur innerhalb einer Spielzeit einlösbar und

muss bis zum 31.07. der laufenden Spielzeit für eine der im Vorverkauf befindlichen

Aufführungen eingelöst werden. Eine Garantie für die Einlösung

von Umtauschscheinen bei bestimmten Werken oder Terminen wird nicht

übernommen. Umtauschscheine sind nicht einlösbar für Premieren und

Sonderveranstaltungen.

VIII. Wahl-Abonnements

Alle Sparten der TUP bieten Wahl- oder Gutschein-Abos an, die nach Verfügbarkeit

der Plätze eingelöst werden können. Es gelten die unter VI. genannten

Regelungen zur Übertragbarkeit und die unter VII. genannten Regelungen

zur Einlösung von Gutscheinen. Mit Ablauf der Spielzeit verlieren

nicht eingelöste Wahlabo-Gutscheine ihre Gültigkeit.

IX. Verlust

Der Verlust Ihres Abo-Ausweises ist dem TicketCenter sofort mitzuteilen

(T 02 01 81 22-200). Gegen eine Bearbeitungsgebühr von zurzeit € 2,50

erhalten Sie einen Abo-Ersatzausweis. Verloren gegangene Abo-Umtauschscheine

können nicht ersetzt werden.

X. Datenspeicherung / Adressänderung

Zu internen Zwecken werden sämtliche, das Abonnement betreffende

Daten maschinell gespeichert. Adressänderungen etc. sind bitte

schnellstmöglich dem TicketCenter mitzuteilen.

XI. Gerichtsstand

Gerichtsstand ist Essen.

DIE ABONNEMENTBEDINGUNGEN DER TUP

115


THEATER UND PHILHARMONIE ESSEN

Fünf künstlerische Sparten – das Aalto-Musiktheater, das Aalto Ballett

Theater Essen, die Essener Philharmoniker, das Schauspiel Essen und die

Philharmonie Essen – bilden unter dem Dach der Theater und Philharmonie

Essen (kurz: TUP) einen der größten deutschen Theaterbetriebe.

Die großen Spielstätten der TUP – das Aalto-Theater, die Philharmonie und

das Grillo-Theater – gehören zu den architektonischen Ikonen der Region.

Rund 400.000 Gäste besuchen pro Spielzeit die mehr als 1.000 Veranstaltungen

der TUP. Die Arbeit der künstlerischen Sparten wird von Publikum

und Kritikern gelobt, diverse Auszeichnungen würdigen die Spitzenleistungen.

Vielfältige pädagogische Programme ergänzen die Theater- und

Konzertabende.

An die 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fast 40 Theaterberufen

machen in Essen Theater. Neben den festen künstlerischen Ensembles in

Musiktheater, Ballett und Schauspiel sowie dem Orchester und dem Opernchor

verfügt die TUP über eigene Werkstätten für den Bau von kompletten

Kulissen und Dekorationen; Kostüme werden in der hauseigenen Schneiderei,

Perücken in der Maskenbildnerei angefertigt. In den Theatergebäuden

sorgen die technischen Mannschaften sowie die Fachleute für Beleuchtung

und Ton für einen reibungslosen Vorstellungsablauf.

Die Theater und Philharmonie Essen ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft

der Stadt Essen. Seit dem Jahr 2008 wird sie von Geschäftsführer

Berger Bergmann geleitet.

THEATER UND PHILHARMONIE ESSEN 117

DAS GRILLO-THEATER

Das Grillo-Theater gehört zu den ältesten Theatern des Ruhrgebiets. Es

wurde von 1890 bis 1892 nach Plänen des Berliner Theater-Architekten

Heinrich Seeling im neobarocken Stil erbaut und im September 1892 mit

Lessings „Minna von Barnhelm“ eröffnet. Seinen Namen verdankt es seinem

Stifter, dem Essener Großindustriellen Friedrich Grillo (1825–1888).

Das Haus gab zunächst nicht nur dem Schauspiel, sondern auch den Sparten

Oper und Ballett eine Heimat. Nach der Jahrhundertwende reichte der

Platz nicht mehr aus – obwohl der Saal damals immerhin rund 800 Zuschauer

fasste. Das Sprechtheater erhielt 1919 eine zusätzliche Spielstätte

an der Hindenburgstraße.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Grillo-Theater zerstört, mit dem Wiederaufbau

sollte das Haus laut Konzept der Architekten den „Charakter eines

Volkstheaters“ erhalten. Die „klassifizierenden“ zwei Ränge wichen einem

größeren Rang und die Proszeniumslogen fielen weg. Das Theater wurde

zudem mit einer neuen sachlich-neoklassizistischen Front versehen.

Der Wiederaufbau war durchaus umstritten, denn der in Essen seit Jahrzehnten

existierende Wunsch nach einem neuen Opernhaus wurde immer

lauter. Ende der 1950er Jahre stellte der finnische Architekt Alvar Aalto

seine Pläne für einen repräsentativen Bau vor. Als das Aalto-Theater nach

langen Verzögerungen schließlich 1988 eröffnet wurde, begann der Umbau

des Grillo-Theaters zum reinen Schauspielhaus. Die Pläne entwarf der Essener

Architekt Werner Ruhnau. Zwei Jahre später konnte das umgestaltete

und renovierte Haus mit einer Inszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum“

wiedereröffnet werden.

Der große Saal des Grillo-Theaters mit seinen 427 Plätzen ist die Hauptspielstätte

des Schauspiel Essen. Vorstellungen finden zudem in der Casa,

der Box und der Heldenbar statt. Die Intendanz des Hauses liegt seit der

Spielzeit 2010/2011 in den Händen von Christian Tombeil.


DAS AALTO-THEATER

Als „vielleicht schönster deutscher Theaterbau nach 1945“ (FAZ) gerühmt,

gilt das von der finnischen Architekten-Legende Alvar Aalto entworfene

Aalto-Theater mit seinen 1125 Plätzen als eine architektonische Sehenswürdigkeit

von internationalem Rang. Das Haus vereint vollkommene

Ästhetik mit höchstem Nutzwert: Die makellose Akustik, die riesige Bühne,

zeitgemäße Technik und beste Sichtverhältnisse von fast allen Plätzen

machen den Besuch einer Vorstellung zum Erlebnis besonderer Art.

Das Aalto-Theater erinnert mit seinen organisch fließenden Grundformen

und seiner hellen Granitverkleidung an nordische Landschaften. Die

geschwungenen Sitzreihen vor der Bühne und die ansteigende, zudem

asymmetrische Form des Auditoriums lehnte der Architekt an das griechische

Theater in Delphi an. Eine Besonderheit ist der fehlende Bühnenturm:

Das Bühnenhaus ist in die Dachfläche und damit in die plastische Gesamtform

des Baukörpers integriert.

Bereits 1959 gewann Aalto den Architektenwettbewerb für den Neubau.

Bis zur Realisierung seiner Pläne sollten indes 30 Jahre vergehen, in denen

sich Diskussionen über den geplanten Bau, Zweifel an der Realisierbarkeit

und neue Anläufe zur Verwirklichung abwechselten. Die Grundsteinlegung

im Jahr 1984 und die Eröffnung 1988 erlebte Alvar Aalto nicht mehr,

er starb 1976. Die Verzögerungen hatten immerhin ein Gutes: Als Architektur

längst der klassischen Moderne zuzurechnen, ist das Aalto-Theater von

der Gebäude- und Bühnentechnik her ein Haus, das ganz auf der Höhe der

heutigen Zeit steht.

Das Aalto-Theater ist repräsentative Heimat des Aalto-Musiktheaters, des

Aalto Ballett Theaters Essen und der Essener Philharmoniker. Seit 1997 hat

Stefan Soltesz als Intendant des Aalto-Theaters und Generalmusikdirektor

der Stadt Essen die künstlerische Leitung inne. Das Aalto Ballett Theater

Essen wird seit 2008 von Ballettdirektor Ben Van Cauwenbergh geführt.


DIE PHILHARMONIE ESSEN

Mit der Philharmonie Essen ist im Gebäude des historischen Saalbaus

eines der schönsten Konzerthäuser Deutschlands entstanden – mit einer

bewegenden Geschichte: Richard Strauss leitete 1904 das Eröffnungskonzert

des Saalbaus, zwei Jahre später dirigierte Gustav Mahler hier die Uraufführung

seiner sechsten Sinfonie. 1943 zerstörten Bomben das Gebäude,

nach dem Zweiten Weltkrieg gelang rasch der Wiederaufbau. Nach

längeren politischen Diskussionen und einer aufwändigen, zwei Jahre

umfassenden Renovierung wurde das Haus im Juni 2004 als Philharmonie

Essen feierlich wiedereröffnet. Das Kölner Architekturbüro Busmann

+ Haberer verband dabei die historische Bausubstanz mit modernen

Nutzungsanforderungen.

Der vollständig erneuerte Alfried Krupp Saal mit seinen warmen, einladenden

Holztönen, dem tiefblauen Himmel, der roten Bestuhlung, der imposanten

Kuhn-Orgel und nicht zuletzt mit seiner hervorragenden Akustik

bildet das Herzstück des Hauses. Er hat Platz für 1906 Besucher und

ist vielseitig einsetzbar. Die aus mehreren Podien bestehende Bühne lässt

sich an unterschiedliche Ensemblegrößen anpassen – vom großen Orchester

mit Chor bis zum Solo-Interpreten. Für besondere Veranstaltungen,

etwa den Philharmonischen Ball, kann der komplette Parkettbereich der

Höhe des Foyers angepasst werden.

Der gläserne Kubus des RWE Pavillons mit seinen 350 Plätzen und dem

freien Blick in den Stadtgarten bietet eine Bühne für Jazz- und Kinderkonzerte,

aber auch für Empfänge und Feiern. Ein attraktives Programm mit

herausragenden Künstlern und Ensembles trägt zum guten Ruf der Philharmonie

Essen bei; die Essener Philharmoniker geben hier ihre beliebten

Sinfoniekonzerte.

Das Haus dient darüber hinaus als vielfältig nutzbare Veranstaltungsstätte.

Die multifunktional angelegten Räume eignen sich für Tagungen, Kongresse,

Messen, Bälle und Feste.

Die Philharmonie Essen wird seit 2008 von Intendant Dr. Johannes

Bultmann geleitet.


SIE WOLLEN KULTUR FÖRDERN?

Brillante Solisten und exzellente Ensembles, vielversprechender Nachwuchs

und kindgerechte Bühnenabenteuer,

Spitzenleistungen und Nischenprogramme, Räuber und Rosenkavaliere.

Kultur verbindet Innovation mit Tradition, sinnliches Erleben mit intellektuellem

Genuss, Niveau mit Unterhaltung, Unbekanntes mit Bewährtem, Spaß mit Stacheln.

Kultur ist spannend, lebendig, bewegend, berührend, leidenschaftlich

und manchmal zum Heulen.

Kultur braucht mutige Programme, langfristige Planung, finanzielle Sicherheit,

eine gesunde Mischung aus öffentlicher und privater Kulturförderung.

Kultur braucht Ihre Unterstützung!

Ob Unternehmen, Stiftung oder Privatperson, ob Spende oder Sponsoring – Ihr Engagement richtet sich nach Ihren Wünschen.

Infos und Kontakt unter kommunikation@tup-online.de, T 02 01 81 22-115


FREUNDE & FÖRDERER

FREUNDESKREIS THEATER UND PHILHARMONIE ESSEN

Eine der bedeutendsten Bürgerbewegungen in Sachen Kultur und zugleich

die älteste Kulturinitiative der Stadt Essen ist der Freundeskreis Theater

und Philharmonie Essen e.V. Er geht zurück auf einen Zusammenschluss

von Mäzenen vor über 150 Jahren. In den alten Urkunden des Jahres 1852

finden sich so bekannte Namen wie Krupp und von Waldthausen.

Ob Oper, Schauspiel, Ballett oder Philharmonie – die mehr als 1.100 Mitglieder

unterstützen zahlreiche Produktionen mit großzügigen Spenden. In

den über 25 Jahren seines Bestehens konnte der Freundeskreis der Theater

und Philharmonie Essen insgesamt € 10 Mio. zur Verfügung stellen und

hat so immer wieder künstlerische Spitzenleistungen quer durch alle Sparten

ermöglicht.

Das Engagement beschränkt sich allerdings nicht auf hervorragende Konzert-

und Theaterabende, es hilft auch, Orte der Kunst zu schaffen und

langfristig zu erhalten. Ein Einsatz mit Tradition: Die Errichtung des Grillo-

Theaters im 19. Jahrhundert, die Eröffnung des Aalto-Theaters im 20. Jahrhundert

oder der Umbau des Saalbaus zur Philharmonie Essen im 21. Jahrhundert

– all das wäre ohne die Unterstützung von Spendern und Stiftern

nicht möglich gewesen.

Freundeskreis Theater und Philharmonie e.V.

c/o Stadtwerke Essen AG

Rüttenscheider Straße 27/37 | 45128 Essen

T 02 01 800 10 04 (vormittags) | F 02 01 800 10 09

info@freundeskreis-tup.de

www.freundeskreis-tup.de

ESSENER THEATERRING

Der Essener Theaterring ist die größte Besucherorganisation der Ruhrmetropole.

Tausende Mitglieder wissen die Vorteile zu schätzen, zum Beispiel erheblich

ermäßigte Eintrittspreise, regelmäßiger Theaterbesuch und gerechte

Platzverteilung. Sind Sie Opernfreund, Schauspielfan oder Konzertliebhaber?

Unsere Angebotspakete bieten Ihnen alle Möglichkeiten. Außerdem

veranstalten wir Gesprächsabende, Sonderveranstaltungen und nicht zuletzt

die beliebten Kulturreisen.

Essener Theaterring | Haus der Kultur | II. Hagen 2 | 45127 Essen

T 02 01 22 33 08 | F 02 01 23 09 81

info@essener-theaterring.de

www.essener-theaterring.de

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FREUNDE & FÖRDERER

THEATERGEMEINDE ESSEN FÜR DIE METROPOLE RUHR

Seit mehr als 25 Jahren bietet die größte Theatergemeinde für die Metropole

Ruhr bestmöglichen Service für ihre Kunden. Die Vielfalt des Angebotes

spiegelt sich in mehr als 40 unterschiedlichen Abos wider: von

spielstätten- und spartenübergreifend bis hin zu spezialisiert. Das alles erhalten

Sie zu äußerst günstigen Preisen, und die Karten kommen direkt zu

Ihnen nach Hause. Unser Internetauftritt informiert Sie über das breite Angebot.

Mitglieder können gewünschte Vorstellungen direkt online buchen.

Theatergemeinde Essen e.V. | Alfredistraße 32 | 45127 Essen

T 02 01 22 22 29 | F 02 01 24 37 611

info@theatergemeinde-essen.de

www.theatergemeinde-metropole-ruhr.de

121


Wegen

Witteru

deutsch

in der Mu


unguenstiger

ng fand die

Revolution

sik statt. Kurt Tucholsky


ARTIKEL 20 GRUNDGESETZ

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer

Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen

und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung,

der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende

Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht

gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen,

haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere

Abhilfe nicht möglich ist.

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

(Bundeszentrale für politische Bildung, Juli 2009)

WIDERSTANDSRECHT

im engeren Sinn ein Abwehrrecht des Bürgers gegenüber einer rechtswidrig

ausgeübten Staatsgewalt mit dem Ziel der Wiederherstellung

des (alten) Rechts. Im engeren Sinn richtet sich das Widerstandsrecht

auch gegen Einzelne oder Gruppen, wenn diese die Verfassung gefährden;

es dient dann der Unterstützung der Staatsgewalt, etwa wenn diese

zu schwach ist, die verfassungsmäßige Ordnung aufrechtzuerhalten

(„Verfassungshilfe“).

Kriterien für legitimen Widerstand:

1) Es muss sich um einen Akt sozialer Notwehr gegenüber einer verbrecherischen

Obrigkeit, der das Unrecht „auf der Stirn geschrieben“ steht,

handeln. Das ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die Staatsmacht

fundamentale Grund- und Menschenrechte ungeschützt lässt oder selbst

verletzt. Demnach gilt auch, dass ein Gesetz, das in grober Weise gegen

die Gerechtigkeit verstößt, (ungültiges) gesetzliches „Unrecht“ ist; ein

Gesetz, das Gerechtigkeit gar nicht bezweckt, ist „Nichtrecht“ (so der

Rechtsphilosoph und Staatsrechtler Gustav Radbruch). Demgemäß hält

auch das Bundesverfassungsgericht ein Widerstandsrecht gegen ein evidentes

Unrechtsregime für gegeben, wenn normale Rechtsbehelfe nicht

wirksam sind.

2) Widerstand kommt nur subsidiär in Betracht, d. h., wenn alle legalen

und friedlichen Mittel erschöpft sind.

3) Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit muss gewahrt sein. Die angewandten

Mittel müssen in angemessener Relation zu dem angestrebten

Zweck stehen.

4) Es muss begründete Aussicht auf ein Gelingen des Widerstands bestehen,

wobei zu berücksichtigen ist, dass auch faktisch gescheiterter

Widerstand einen sehr hohen moralischen Wert und insofern „Erfolg“

haben kann.

5) Der Widerstand Leistende muss die nötige Einsicht besitzen, um die

Lage richtig beurteilen zu können.

6) Widerstand darf nur um des Rechts willen geleistet werden, nicht zur

Befriedigung persönlicher Interessen.

7) Eine Pflicht zum Widerstand kann es von Rechts wegen nicht geben;

dadurch würde der Einzelne überfordert.

In das GG ist das Widerstandsrecht 1968 im Rahmen der Notstandsverfassung

aufgenommen worden, und zwar aus Furcht vor einem Missbrauch der

Notstandsbefugnisse durch die Staatsgewalt.

Duden Recht A-Z, Mannheim 2007


Ihre

Treffpunkte

2011/2012

2011 2012

15.–16.01. 07.–08.01. Hochzeitsmesse

Die Messe mit Beratung und Verkauf

25.–28.01. 24.–27.01. IPM*

Internationale Fachmesse für Pfl anzen, Technik, Floristik, Verkaufsförderung

– 10.–14.01. Deubau

Internationale Baufachmesse

– 10.–14.01. Leben plus Komfort

Die Fachmesse für Konzepte, Technik, Produkte und Services

02.–03.02. 14.–15.11. easyFairs Gefahrgut

Fachmesse zu Gefahrgut, Gefahrstoffen und Ladungssicherung

08.–10.02. 07.–09.02. E – world energy & water

Internationale Fachmesse und Kongress

09.–13.02. 08.–12.02. Haus Garten Genuss

Die Frühlingsmesse für die ganze Familie

15.–16.02. – Forum Innenraumhygiene*

Kongress und Fachausstellung

20.–22.02. – United Sourcing*

Fashion · Shoes · Accessories · Fabrics

23.–27.02. 22.–26.02. Reise + Camping

Internationale Messe Reise & Touristik · Camping & Caravaning

25.–27.02. 24.–26.02. Fahrrad Essen

Messe für Fahrrad, Zubehör und Freizeit

25.–27.02. 24.–26.02. AngelSport Essen

Ein Erlebnis- und Einkaufsrevier für Angler und Naturfreunde

* Nur für Fachbesucher | Termine Stand Februar 2011 | Auszug aus dem

Veranstaltungsprogramm 2011/2012 | Änderungen vorbehalten

– 07.–10.03. Sanitär Heizung Klima

Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und erneuerbare Energien

12.–20.03. – Equitana

Die Weltmesse des Pferdesports

31.03.–03.04. 22.–25.03. Techno-Classica Essen

Weltmesse für Oldtimer, Classic- + Prestige-Automobile und Motorsport

14.–17.04. 19.–22.04. FIBO

Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit

14.–17.04. 19.–22.04. FIBO POWER

Europas größter Treffpunkt der Bodybuilding- und Kraftsport-Szene

05.–07.05. 12.–14.04. Briefmarken

Internationale Briefmarken-Messe

10.–14.05. – Metpack

Internationale Fachmesse für Metallverpackungen

24.–26.05. Juni Kiosk Europe Expo*

Internationale Fachmesse für Self Service Terminals

24.–26.05. Juni Digital Signage Expo*

Internationale Fachmesse für Digital Signage

– 05.–08.06. Reifen

No. 1 in tires and more

08.06. – STB Marketplace

Trendmesse der deutschen Veranstaltungsbranche

25.–28.06. Juni Modatex Fashion Fair*

Internationale Fachmesse für Braut- und Abendmode

10.–12.07. – United Sourcing*

Fashion · Shoes · Accessories · Fabrics

17.–18.09. September Raumtex WEST*

WohnTrends.RheinRuhr.

17.–18.09. – EXPAT

Die Auswandermesse

– 25.–28.09. Security

Weltmarkt für Sicherheit und Brandschutz

23.–24.09. 16.–17.11. Start

Die Messe für Existenzgründung, Franchising und junge Unternehmen

08.–09.10. 13.–14.10. Euro Teddy

Internationale Teddybären- und Steifftiermesse

20.–23.10. 18.–21.10. Spiel

Internationale Spieltage mit Comic Action

05.–13.11. 03.–11.11. Mode · Heim · Handwerk

Die große Verbrauchermesse für die ganze Familie

11.–12.11. 26.–27.10. Azubi- & Studientage

Die Messe für Ausbildung und Studium

11.–13.11. 09.–11.11. Patienta

Gesund werden. Gesund bleiben.

26.11.–04.12. 01.–09.12. Essen Motor Show

For drivers and dreams

www.messe-essen.de I Messe-Info 01805. 22 15 14

(0,14 �/Minute, Mobilfunkpreise max. 0,42 �/Minute)


SO ERREICHEN SIE UNS

Grillo-Theater

Theaterplatz 11

45127 Essen

Die Abendkasse im Grillo- Theater öffnet

90 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Casa / Box

Theaterplatz 7

45127 Essen

Die Abendkasse im Grillo- Theater öffnet

60 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

TicketCenter (neu)

II. Hagen 2, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di-Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

(von Mitte April bis voraussichtlich Ende

Juni 2011 wegen Umbaus geschlossen)

TicketCenter (alt)

I. Hagen 26, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di–Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

(bleibt auch während der Umbauphase

geöffnet und wird voraussichtlich Anfang

Juli 2011 komplett geschlossen)

Service-Telefon

02 01 81 22-200

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di–Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 9:00–15:00 Uhr

Fax

02 01 81 22-201

E-Mail

tickets@theater-essen.de

Info-Hotline

02 01 81 22-600

Hier erfahren Sie täglich auch, ob ein

Last-Minute-Verkauf am Abend stattfindet.

Falls ja, können Sie an der Abendkasse

günstige Rest karten erwerben.

Telefonzentrale der Theater und

Philharmonie Essen

02 01 81 22-0

Postanschrift

des Schauspiel Essen

II. Hagen 2

45127 Essen

Intendanz

Monika Mimietz, Persönliche

Referentin des Intendanten

T 02 01 81 22-307

F 02 01 81 22-325

monika.mimietz@schauspiel- essen.de

Dramaturgie

Susanne Wagner, Dramaturgiebüro

T 0201 81 22-305

F 0201 81 22-325

susanne.wagner@schauspiel- essen.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Martin Siebold, Leitung

T 02 01 81 22-330

F 02 01 81 22-331

martin.siebold@schauspiel-essen.de

Theaterpädagogik

Katharina Feuerhake

T 02 01 81 22-332

F 02 01 81 22-331

katharina.feuerhake@schauspiel-essen.de

Frank Röpke

T 02 01 81 22-334

F 02 01 81 22-331

frank.roepke@schauspiel-essen.de

Homepage

www.schauspiel-essen.de

facebook

www.facebook.com/schauspielessen

YouTube

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Geschäftsführung (TUP)

Berger Bergmann, Geschäftsführer

T 02 01 81 22-111

F 02 01 81 22-112

geschaeftsfuehrung@tup-online.de

Unternehmenskommunikation (TUP)

Christof Wolf, Leitung

T 02 01 81 22-115

F 02 01 81 22-118

christof.wolf@tup-online.de

Marketing / Gestaltung (TUP)

Feride Yaldizli, Leitung

T 02 01 81 22-114

F 02 01 81 22-118

feride.yaldizli@tup-online.de

Newsletter

Unter der Internetadresse

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Sie gerne über unsere Premieren und Vorstellungen,

besondere Angebote sowie

Gastspiele und Sonderveranstaltungen.


Quellenangaben:

Bierbichler, Josef. In: Theater heute,

März 2010.

Brecht, Bertolt: Die Maßnahme.

Frankfurt am Main 1998.

Hessel, Stéphane: Empört euch! Berlin 2011.

Kahle-Steinweh, Ulrike: Von der Lust, auf

Topfdeckel zu schlagen. In: Theater heute,

November 2010.

Richard David Precht: Die Kunst kein Egoist

zu sein. München 2010.

Sartre, Jean-Paul: Situation des Schriftstellers

im Jahre 1947. In: König, Traugott (Hg.):

Was ist Literatur? Reinbek 1981.

Schwartz, Barry: Anleitung zur Unzufriedenheit.

Warum weniger glücklicher macht.

Berlin 2004.

Schwenke, Philipp: Sauerland. In: Neon,

März 2011.

KULTURPARTNER

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Ab der Spielzeit 2011/2012 bestelle ich _______ Abonnement(s) im

GROSSEN PREMIEREN-ABO Parkett Reihe 1–4 Parkett Reihe 5–13 Parkett Reihe 14–20 Rang

(8 Vorstellungen) € 200,00 € 160,00 € 125,20 € 56,00

KLEINEN PREMIEREN-ABO Parkett Reihe 1–4 Parkett Reihe 5–13 Parkett Reihe 14–20 Rang

(5 Vorstellungen) € 125,00 € 100,00 € 72,00 € 35,00

FEST-ABO MI DO FR SA SO, 16:00 Uhr

(6 Vorstellungen)

Parkett Reihe 1–4 Parkett Reihe 5–13 Parkett Reihe 14–20 Rang

€ 102,00 € 90,00 € 66,00 € 42,00

ermäßigt* € 69,00 € 63,00 € 45,00

FIFTY-FIFTY-GRILLO-CASA-ABO Parkett Reihe 1–4 Parkett Reihe 5–13

(6 Vorstellungen) € 79,50 € 73,50

ABO ALT & NEU Parkett Reihe 1–4 Parkett Reihe 5–13 Parkett Reihe 14–20 Rang

(4 Vorstellungen) € 68,00 € 60,00 € 44,00 € 28,00

ermäßigt* € 46,00 € 42,00 € 30,00

CASA-PREMIEREN-ABO (4 Vorstellungen) € 46,40

Die in diesem Spielzeitheft auf S. 114/115 abgedruckten Abonnementbedingungen habe ich zur Kenntnis genommen und akzeptiere sie.

Ich bestelle hiermit rechtsverbindlich obige(s) Abonnement(s).

* Ich bin ermäßigungsberechtigt. Eine Kopie meines entsprechenden Ausweises liegt diesem Bestellschein bei.

Datum: ______________________________ Unterschrift: __________________________________________________________________

Impressum

Herausgeber

Theater und Philharmonie Essen GmbH

Opernplatz 10

45128 Essen

T 02 01 81 22-0

F 02 01 81 22-503

www.theater-essen.de

Geschäftsführer

Berger Bergmann

SCHAUSPIEL ESSEN

Intendant

Christian Tombeil

Redaktion und Texte

Carola Hannusch, Judith Heese, Marc-Oliver

Krampe, Vera Ring, Martin Siebold;

Christof Wolf (Seite 117–119); Leonie Burgmer,

Laura Kiehne, Karolin Killig,

Frank Röpke (Seite 60–64)

Fotonachweis

Ensemble: Sabrina Weniger

Ensemble/Johann David Talinski: Darek Gontarski

Szenenfotos: Birgit Hupfeld, Diana Küster,

Christoph Sebastian, Matthias Stutte

Aalto- Theater: Thomas Schwoerer

Alfried Krupp Saal: Frank Vinken

Grillo-Theater: Peter Wieler

(Essen Marketing GmbH)

Foto Christian Tombeil: Ralph Lueger

Fotos Theaterpädagogik: Leonie Burgmer

Illustrationen

xhoch4 | design plus kultur, München

Satz: Jan Frerichs

Anzeigen

Feride Yaldizli (TUP Marketing)

Druck

Druckerei: Margreff GmbH

Redaktionsschluss

4. April 2011

Änderungen vorbehalten

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