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dakoimaf

The Spirit

of the Samurai

FIMAFF

GERMANY

Budo

IMAF-KOKUSAI BUDOIN

Deutscher Repräsentant: DEUTSCH-ASIATISCHE KAMPFKUNST-ORGANISATIONaDAKO, Anerkannter Fachverband

für asiatische KampfkunstPhilosophie · Geschichte und Kultur Asiens · Meditation · Sport & Selbstverteidigung

Faszination

Ein Europa-Taikai

der IMAF-Kokusai-Budoin


IMAF – Europa Budo Taikai

Fortschritte durch Japanische Spitzentechniken und den Geist der Samurai

für die Europäischen Budoka

Prof. Sato, H.D. Rauscher, A. Torres, A. Frederix, J. Gage leiteten ein Kampfkunst Großereignis

Vom 30.10.2009 bis 01.11.2009 fand in Walbourg,

Frankreich, das diesjährige Europaseminar

der IMAF statt. Walbourg ist ein kleines

Dorf mit nicht ganz 800 Einwohnern. Es liegt ca.

45 Km nördlich von Straßburg. Das Seminar

fand in den Anlagen des Séminaire de Jeunnes

statt, einem katholischem Internat. So fanden

sich alle benötigten Dinge unter einem

Dach: Schlafräume, Sanitär räume, eine Kantine

und natürlich die Räume, in denen das Training

gegeben wurde. Karate-Do, Judo und Nihon

Jujutsu fanden in der großen Sporthalle

statt. Aikido wurde in der Aula unterrichtet, Iaido

im Theatersaal.

Am frühen Abend des 30. Okt., trafen die ersten

Teilnehmer ein. An der Rezeption konnten

mit französisch, englisch und deutsch alle

Sprachbarrieren überwunden werden. Die

Teilnehmer kamen unter anderem aus: Frankreich,

Deutschland, Belgien, Österreich, Ungarn,

Tschechien und Dänemark. Das Organisationsteam

vor Ort mit seinen zahlreichen

Helfern war immer hilfsbereit und äußerst flexibel

wenn es darum ging, den Teilnehmern

einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Allen

Beteiligten hierfür ein großes Dankeschön.

Mitglieder des Organisationsteams

Seltene Budo – Titel und besondere Ehrenurkunden

Der Samstag begann morgens mit der Eröffnungs

aufstellung. Branch Director A. Torres, Prof. Sato

v.l.: Sensei Kumoto, Yamaguchi, Jioka und

IMAF Präsident H.D. Rauscher und Branch Director

A. Frederix begrüßten die Teilnehmer.

Die japanischen Sensei wurden vorgestellt:

Prof. Shizuya Sato 10. Dan Nihon Jujutsu Hanshi,

Shuji Yamaguchi 8. Dan Iaido Kyoshi, Jioka 8.

Dan Karate Do Kyoshi, Kumoto 6. Dan Aikido

Kyoshi und der Chefassistent von Prof. Sato

H. D. Rauscher

John Gage 7. Dan Nihon Jujutsu Kyoshi.

Es folgte die Überreichung mehrerer Kyoshi

und Renshi Titel durch Prof. Sato. Der IMAF

Chairman Europe H.D. Rauscher Hanshi und

die Branch Directoren A. Torres, A. Frederix

und Dr. Noisser wurden mit Ehrenurkunden für

A. Torres

ihre hervorragende Arbeit ausgezeichnet.

Anschließend hielt Chiefdirector Prof. Hanshi

Sato Sensei, 10. Dan Nihon Jujutsu, 9. Dan

Judo, eine Ansprache. Er bedankte sich bei allen

Teilnehmern für ihr zahlreiches Erscheinen

und wünschte allen ein erfolgreiches Training

und gute Fortschritte auf ihrem Weg des Budo.

A. Frederix

Danach fand ein kurzer Rückblick auf die Geschichte

der IMAF statt. Er drückte seine Freude

darüber aus, zum wiederholten Male bei einem

Seminar in Europa dabei sein zu dürfen,

und hob die Bedeutung des internationalen

Austauschs und der Verständigung unter den

Völkern hervor.

Dr. Noisser

2


Budo – Die Harmonie von Körper und Geist

Zum Abschluss seiner Rede forderte er die

versammelten Budoka auf, Budo nicht nur als

Sport zu sehen, oder als Mittel, körperliche Fitness

zu erreichen. Vielmehr sollte Budo dazu

dienen, mit dem Körper auch den Geist zu

schulen. Auf diese Weise gewinnt der Budoka

zusätzliche Stärke im täglichen Leben und er

wird in die Lage versetzt, Außergewöhnliches

zu leisten. Als Beispiel gab er die hervorragende

Aufbauleistung an, die es Japan nach

dem 2. Weltkrieg ermöglichte, innerhalb weniger

Jahrzehnte zur wirtschaftlich zweitstärksten

Nation der Welt zu werden.

Es wurde anschließend den Tag über trainiert.

Die Mahlzeiten fanden in der Schulkantine

statt. Das Essen war einfach aber schmackhaft

und, nach anstrengendem Training besonders

wichtig, reichlich. Am Abend trafen

sich die Teilnehmer in lockeren Runden um

alte Freundschaften zu pflegen und Neue zu

schließen. Auch in den Pausen ergaben sich

viele Gelegenheiten, mit Gleichgesinnten zu

reden und Erfahrungen auszutauschen.

Der Sonntag begann mit einer kurzen gemeinsamen

Aufstellung, in deren Rahmen einige

weitere Kyoshi und Renshi Titel verliehen wurden.

Viel zu schnell ging der Vormittag zu Ende.

Kurz vor Mittag stellten sich einige Budoka ihren

Dan Prüfungen. Es folgte die Schlussaufstellung.

Leider konnten einige Leute an dieser

Zeremonie nicht mehr teilnehmen, da sie

schon früher abreisten.

Die Perfektion der Basis

Iaido – Schwertkunst mit Kyoshi Shuji Yamaguchi

Yamaguchi Sensei

Training im Bewusstsein der Tradition der

IMAF Schwertgroßmeister und der Tokugawa

Shogune.

Nach dem Gruß widmete Sensei Yamaguchi

die ersten Minuten der Trainingseinheit der

Erläuterung des Iaido-Shomens. Sensei Yamaguchi

erklärte den Teilnehmern die Bedeutung

der auf den Bildern zu sehenden

Personen und ordnete diese mit Blick auf die

IMAF-Geschichte und die japanische Historie

in einen umfassenden Gesamt zu sammenhang

ein.

So ließ Sensei Yamaguchi durch seine Worte

beim Bild des derzeitigen IMAF-Präsidenten

Yasuhisa Tokugawa die glorreiche Vergangenheit

der Tokugawa-Shogun-Dynastie

wieder aufleben. Ebenso rief er die immensen

Verdienste des IMAF-Chief-Directors

Shizuya Sato 10. Dan Nihon-Jujutsu/ -

Judo, Hanshi für die KOKUSAI-BUDOIN und

das Budo allgemein in Erinnerung. Sensei

Yamaguchi benannte namentlich alle abgebildeten

Iaido-Großmeister, wobei er die

Namen seines verstorbenen Vaters Meijin

Katsuo Yamaguchi 10. Dan Iaido zusammen

mit Meijin Keiji Tose 10. Dan Iaido und Hanshi

Tadao Ochiai 10. Dan Iaido in einem Atemzug

aussprach, da alle drei Schüler von Meijin

Tsugiyoshi Ota 10. Dan Iaido gewesen

waren.

Nachdem allen Teilnehmern ins Gedächtnis

gerufen worden war, in welch großer historischen

Tradition das von Ihnen ausgeübte Iaido

steht, begann das Training in einer dieser

Tradition verpflichteten Würde und Ernsthaftigkeit.

3


Hara, Metsuke und

Körperhaltung

Sensei Yamaguchi setzte den Schwerpunkt seines Trainings auf die

fundamentalen Basistechniken des Iaido. Zunächst erklärte er die korrekte

Körperhaltung, angefangen vom Kopf, über die Haltung der

Schultern, des Rückens bis hin zur Haltung der Hände und Finger und

der Stellung der Füße. Die Bedeutung des Hara wurde ebenso betont

wie des Metsuke, des richtigen Blickes.

Details in den Einzelphasen bringen Fortschritt

Anhand der Kata Seiza Mae, der ersten

Kata aus der Reihe Seiza no Bu, wurden von

Sensei Yamaguchi dann im Laufe der ersten

Trainingseinheit die weiteren Grund tech niken

kurz erläutert, vorgeführt, und anschließend

unter seinem kritischem Blick von den

Teilnehmer geübt. Schritt für Schritt arbeitete

man sich auf diese Weise durch die gesamte

Kata Seiza Mae: Nukitsuke, Furikaburi,

Yokogiri, Kiriotoshi, Chiburi, Noto. Sensei

Yamaguchi achtete unerbittlich auf die

korrekte Ausführung selbst der kleinsten

Details, wodurch er es möglich machte,

dass auch die hohen Dan-Grade neben den

in der gleichen Übungsgruppe trainierenden

Kyu-Graden herausgefordert waren,

ihre Tech niken und ihr Zanshin stetig weiter

zu verbessern und den Anfänger-Geist

während ihres Trainings niemals zu vergessen.

Am Ende der ersten Trainingeinheit

war jedem Iaidoka aufs Neue bewusst geworden,

welch elementare Bedeutung die

Kata Seiza Mae für die korrekte Ausführung

aller weiteren Kata besitzt.

Lernen durch Aufmerksamkeit

Die zweite Einheit nach der Mittagspause begann

mit der Übung der Kata Junto Sono Ichi

und Junto Sono Ni. Die Teilnehmer sollten hierbei

das vorher Erlernte auf diese beiden ersten

Kata der Serie Batto Ho no Bu umsetzen. Sensei

Yamaguchi teilte hierfür die Teil nehmergruppe

auf und bildete eine Vielzahl von 3er-

Gruppen, die abwechselnd die Kata den anderen

Iaidoka vorführten. Geduldig und bestimmt

nahm Sensei Yamaguchi Korrekturen bei einzelnen

Teilnehmern vor.

Danach wandte man sich wieder der Seiza-

Serie zu und übte die Kata Seiza Migi, Hidari,

Ushiro und Yaegaki. Auch diese Kata wurden

in 3er-Gruppen geübt bzw. vorgeführt. Auf diese

Weise konnte jeder Teilnehmer durch aufmerksames

Zusehen von den Techniken der

anderen lernen und es wurde offensichtlich,

dass sich in einer Kata, obwohl ihre Bewegungen

grundsätzlich festgelegt sind, gleichzeitig

immer auch die Individualität des Ausführenden

spiegelt.

4


Die Verbindungen und Zusammenhänge

Seiza und Battoho

In der dritten und letzten Trainingseinheit

am folgenden Vormittag wurden die sieben

Kata der Serie Battoho no Bu geübt: Junto

Sono Ichi, Junto Sono Ni, Tsuigekito, Shato,

Shihoto Sono Ichi, Shihoto Sono Ni und

Zantotsuto.

Sensei Yamaguchi führte die einzelnen Kata

mit der ihm eigenen Entschlossenheit, mit unerschütterlicher

Ruhe und geradezu unglaublicher

Präzision und Intensität vor. In seinen kurzen

Erklärungen zu den einzelnen Kata lenkte er das

Augenmerk der Teilnehmer auf ausgewählte Details,

auf die sie sich bei ihrer Ausübung besonders

konzentrieren sollten. Sensei Yama guchi

griff auf das bewährte Konzept des Trainierens

und Vorführens in 3er-Gruppen zurück.

Klarheit und Frieden

Iaido verändert das Leben positiv

Auch der theoretische Teil fand während

des Seminars seinen Platz Die Schwertteile

wurden benannt, die Schwertschmiedekunst

erwähnt, die Gründungs-Geschichte

der IMAF beleuchtet und das letzte Ziel des

Iaido dargelegt. Sensei Yamaguchi sprach

darüber, dass sich am ursprünglichen Ziel

der Schwertkunst, gleichgültig welchem

Stil man angehöre, zu keiner Zeit etwas geändert

habe: Ziel sei es, zu siegen. In früheren

Zeiten sei der Sieg entweder durch

die Unterwerfung oder den Tod des Gegners

definiert gewesen, wenngleich auch

schon damals gesagt wurde, dass „den

Schwertgriff freizulassen“ als der größte Sieg

anzusehen sei. In der heutigen Zeit hingegen

üben wir die Schwertkunst, um an unserer

Persönlichkeit zu arbeiten. Sensei Yamaguchi

zitierte in seiner Muttersprache das Motto des

Eishin-Ryu-Iaido und übersetzte es - sinngemäß

- mit den Worten: Der Weg des Iaido habe

zum Ziel, das Leben des Übenden positiv zu

verändern und Schritt für Schritt klarer und

friedvoller werden zu lassen. Ob im Dojo, im

Beruf, in der Familie, im Alltag: Siegen, ohne

das Schwert zu ziehen.

Begeisterung und großer Anklang des Trainings von Shuji Yamaguchi

Die letzte Trainingseinheit endete dann mit einer

beeindruckenden Iaido-Vorführung von

Kyoshi Shuji Yamaguchi 8. Dan Iaido, Kyoshi

Dr. Elisabeth Noissers 6. Dan Iaido und Renshi

Detlef Matschenz 6. Dan Iaido. Zu sehen waren

Techniken aus fast allen Kata-Serien des

Muso-Jikiden-Eishin-Ryu: Seiza no Bu, Batto

Ho no Bu (oku no waza), Tatehiza no Bu, Tachiwaza

no Bu sowie Toho Kata.

Und als Sensei Yamaguchi sich nach der Vorführung

von den Iaido-Seminar-Teil nehmern

verabschiedete, erklang im Dojo ein herzliches

und dankbares „Domo arigato gozaimashita“.

Ein großartiges und lehrreiches Seminar

hatte seinen Abschluss gefunden.

5


Seit 25 Jahren enge Zusammenarbeit

zwischen Meijin Katsuo Yamaguchi 10. Dan Iaido, Kyoshi Shuji Yamaguchi und den beiden höchstgraduierten

aktiven Iaido-Großmeistern der IMAF-KOKUSAI BUDOIN in Europa Kyoshi H.D. Rauscher 7. Dan Iaido und

Kyoshi Ch. Rauscher 7. Dan Iaido

Mitte der 80 er Jahre begegneten H.D. Rauscher

und Ch. Rauscher erstmals MEIJIN Katsuo

Yamaguchi anlässlich des IMAF – Europaseminars

in Italien. Beide waren tief beeindruckt

von der großen Persönlichkeit des Meisters

und von der Perfektion seiner Iaido -

Schwertkunst.

Lange Gespräche mit dem Meister, die damals

begannen, brachten den beiden Deutschen

großes und neues Wissen über die Samurai,

ihre Geschichte und ihre Tradition und über die

Iaido-Schwertkunst.

Meijin Katsuo Yamaguchi

MEIJIN YAMAGUCHI 10. Dan und MEIJIN OTA 10. Dan,

zwei Legenden der Samurai Schwertkunst,

beherrschten TOSA EISHIN RYU, den härtesten Stil

Meijin Ota

MEIJIN Yamaguchi beherrschte viele Iaido

Stile mit allen ihren Formen, insbesondere

das MUSO JIKI DEN-EISHIN-RYU und den

härtesten überliefertven Stil, das TOSA-EIS-

HIN-RYU. Zu seinen eigenen Lehrmeistern

gehörte die Iaido Legende MEIJIN Ota, 10.

Dan Iaido, der einer Mitbegründer der IMAF

und lange Jahre auch einer ihrer SHIHAN

und Direktoren war. Das freundschaftliche

Treffen führte zu einer Einladung von MEIJIN

Yamaguchi an Christine und Hans-D. Rauscher,

bei ihm in seinem Privat-Dojo in Tokyo-Kaminoge,

Iaido persönlich weiter zu

trainieren.

Das IMAF Großseminar 1990 in Freiburg und Stegen

mit MEIJIN YAMAGUCHI 10. Dan und HANSHI SHIZUYA SATO 10. Dan Nihon Jujutsu wurde auch im Iaido zum

Meilenstein in Europa

1990 hatten H.D. Rauscher und

Christine Rauscher die große

Freude, erstmals gemeinsam

MEIJIN Katsuo

Yamaguchi und

KYOSHI Shuji Yamaguchi,

anlässlich eines

IMAF Groß-Seminars,

in Freiburg

und in Stegen zu begrüßen.

Delegationsleiter

war Prof.

Shizuya Sato 10. Dan HANSHI. Die deutschen

Iaidoka waren fasziniert von dem unendlich

großen Wissen und Können von MEIJIN Katsuo

Yamaguchi. KYOSHI Shuji Yamaguchi

übersetzte die Erklärungen seines Vaters hervorragend

und assistierte bei den Korrekturen

der Teilnehmer.

Christine Rauscher, 7. Dan Iaido, Kyoshi, ist die

höchstgraduierte Iaido-Schwertkunst meisterin,

Hans-D. Rauscher, 7. Dan Iaido, Kyoshi, ist

zusammen mit P. Sabatier der höchstgraduierte

Schwertkunstmeister der IMAF Kokusai Budoin

in Europa. Beide organisierten und leiteten

in den letzten 20 Jahren über 75 Iaido Spezialseminare

und trugen wesentlich

zur Entwicklung des

IMAF Iaido in Europa bei.

6


MEIJIN YAMAGUCHI, 10. Dan Iaido, MEIJIN TOSE, 10. Dan Iaido,

HANSHI Ochiai, 10. Dan Iaido, HANSHI Otani, 8. Dan Iaido,

waren die Direktoren des Iaido Unterrichts für die europäischen Delegationen in Japan

Regelmäßiges Iaido-Training von Hans-D.

Rauscher und Christine Rauscher in Japan

bei MEIJIN Yamaguchi 10. Dan, MEIJIN Tose

10. Dan, HANSHI Ochiai 10. Dan, HANSHI

Otani 8. Dan und vielen anderen Großmeistern

führte sie zu hohen Dan – Prüfungen bei

diesen Meistern, und wurde zu einer großen

Verpflichtung, sich mit allen Kräften für das

Iaido in Deutschland einzusetzen. Große Unterstützung

dieses Plans fanden sie durch

RENSHI Detlef Matschens 6. Dan Iaido, der

mehrmals zu intensiven Studien, Forschung

und Training nach Japan mitreiste. Sie konnten

über 100 Budoka zu Iaido – Meistern ausbilden,

vom 1. - 6. Dan.

Judo / Nihon Jujutsu bei Prof. Sato

Prof. Sato 10. Dan Nihon Jujutsu Hanshi 9.

Dan Judo Hanshi begrüßte die etwa 120 Teilnehmer

an seinem Kurs über die zwei Tatami

Flächen. Er sprach die Rituelle Begrüßung an

und bezog sich hierbei auf die Samuraitradition,

sowie Ehrerbietung gegenüber denjenigen,

die sind und jene dessen Lehren wir studieren.

Prof. Sato ist einer der Gründungsmitglieder

der IMAF–KOKUSAI–BUDOIN und unterrichtet

bis heute sowohl in dem ihm zu Ehren

errichteten Dojo in der amerikanischen Botschaft

in Tokyo, als auch weltweit

auf Seminaren der IMAF. Er ist

Begründer des Nihon- Jujutsu

und hat international Tausende

Budoka begeistert und sein wertvolles

Wissen und Können weitergegeben.

Nach der zeremoniellen Be grüßung

übertrug Prof. Sato seinem

Chefassistenten John Gage 7.

Dan Nihon Jujutsu das Aufwärmen

zu übernehmen. Prof. Sato

wies im Anschluss in der Fallschule

Ukemi nochmals ausdrücklich

auf die Feinheiten hin

und schien mit seinen Augen bei

allen 120 Teilnehmern zu gleich zu sein. Mit

den Leistungen der Teilnehmer zufrieden,

sprach er von der Wichtigkeit der Grundlagen

von Bewegungsformen im Tai Sabaki. Vier

Richtungen wurden einstudiert in links,

rechts, vorne links und vorne rechts. Zu jeder

Technik sollte mit einem Block die Kraft des

Gegners aufgenommen und umgeleitet werden.

Prof. Sato ließ alle Teilnehmer intensiv

Hanshi Shizuya Sato 10. Dan Nihon Jujutsu

üben, bis er mit Sensei J. Gage die Nervenpunkte

von der kurzen Hand sowie Gelenkshebel

zeigte.

Nihon Jujutsu bei Prof. Sato Hanshi

7


Mit Eleganz und Leichtigkeit

Die Perfektion des Prof. Sato beim Nihon Jujutsu

Mit einer Leichtigkeit wie Eleganz

konnte man höchste Perfektion von

Prof. Sato selbst sehen und erahnen,

was in den kommenden Tagen auf die

Lehrgangsteilnehmer zukommen würde.

Ich konnte nicht sagen, was die

Anderen dachten, aber eins war sicher,

man musste die Bewegung mehrere

1000 Male machen und selbst

dann ist es noch fraglich ob man sie so

ausführen würde, dass sie wie ein Gedicht

waren. Prof. Sato erklärte die ersten

beiden Übungen und lies die Teilnehmer

diese ausführen, wobei sein

Chefassistent Sensei J. Gage helfend

zur Seite stand. Die Zeit flog nur so dahin

und Prof. Sato unterbrach hin und

wieder, sprach allgemeine Fehler an

und wies auf Details hin. Zu jeder Bewegungsrichtig

des Tai Sabaki wurden

an diesem Tag je zwei Techniken einstudiert.

Prof. Sato beim

Gleichgewichtsbrechen und Ansatz

zum Tomoe Nage Wurf

Authentisches KODOKAN Judo

mit J. Gage 6. Dan Judo Kyoshi und Prof. Dr. Deegen 5. Dan

Sensei Dr. Deegen übernahm noch eine reine

Judo Einheit und wir gingen Fußtechniken

- Aschi Waza, sowie Schulter und Handwürfe

- Te Waza durch, die Grundlage für das morgige

Training So waren am kommenden Tag die

zwei Tatami wieder mehr als überfüllt und

eine Widerholung der Techniken von gestern

setzte ein, sowie eine Judo Einheit ,die die

Brechung des Gleichgewichtes beinhaltete.

Die Energie muss fließen, eine unglaubliche,

persönliche Erfahrung für mich. Prof. Sato

führte Würfe mit zwei Fingern aus, die ich

selbst bis jetzt immer mit viel zu viel Kraft geübt

habe und mich dabei selbst blockiert

habe Ko-Uchi-Gari, O-Uchi-Gari; Tai-Otoshi,

Seoi-Nage, Okuri-Ashi-Barai wie Tsuri-Komi-

Goshi waren nur ein Teil des Judo Programms,

das vermittelt wurde. Es machte

sehr viel Spaß bei Prof. Sato trainieren zu

dürfen und ich habe unglaublich viel an

Grundlagenwissen mitgenommen. An alle

die nicht dabei waren kann ich nur sagen,

verpasst das nächste Training mit Prof. Sato

nicht!

Danträger bei Wurfübungen

Prof. Dr. Deegen

8


Schon Freitag intensives Karate – Training mit europäischen Meistern

Nach einer kurzen Begrüßung unserer französischen

Gastgeber begannen die Trainingseinheiten

in Gohonjutsu bei A. Michaud 5. Dan

Karate-Do. In dieser 1.Einheit übten wir

zunächst Grundschule auch in Kombination.

Diese Kombination verwendete Sensei Michaud

dann geschickt für erweiterte Partnerübungen

.Am Ende der Einheit bearbeiteten

wir noch die Heian Sandan und Heian Nidan,

bei der fortgeschrittene Bunkai, insbesondere

Würfe und Hebel, gezeigt und geübt wurden.

Die lehrreiche Übungsstunde bereitete

uns sehr gut auf die erste Trainingseinheit mit

Shihan Jioka Sensei 8. Dan- Karate- Do Kyoshi

vor.

Hikiashi, Hikite und Tai Sabaki

Sakai Sensei

Sensei Jioka 8.Dan Wado Ryu, Kyoshi ist direkter Schüler von Sakai Sensei

10. Dan Hanshi, der auch schon beim Europa Seminar 2006 in Straßburg

Techniken des Wado Ryu unterrichtete. Zunächst übten die rund

100 meist fortgeschrittenen Karate-Ka Grund schul techniken. Hierbei bekam

Jioka Sensei einen 1.Überblick über den Leistungsstand der Teilnehmer.

So wurden zu Beginn ganz grundlegende Techniken besprochen,

Hikiashi und Hikite waren dabei ebenso Thema wie die zeitliche

Abstimmung der Hand- Fuß Koordi nation. In den darauf folgenden Partner

übungen war ein zentrales Thema das Ausweichen Tai Sabaki mit

Einsatz von Gewichtsverlagerung. Außerdem wurde die Gleichzeitigkeit

von Block und Konter in den Partnerübungen angestrebt. Während den

Übungen ging Jioka Sensei von Paar zu Paar, korrigierte und erklärte.

Das Hara beeinflusst

die Dynamik der Technik

Jioka Sensei

Am Anfang der Trainingseinheit wurden Grundtechniken wie Oi- und Gyaku

Tsuki sowie Ashi Waza, insbesondere Mae Geri geübt. Hierbei legte der japanische

Sensei großen Wert auf den richtigen Einsatz der Hüfte, ein Punkt, bei

dem es bei fast allen Trainierenden noch Übungsbedarf gab. Im Verlauf des

Vormittags konnte man dann auch am eigenen Leib spüren, dass beim Einsatz

der Hüfte eine Menge Dinge zu beachten sind und dass Diese einen hohen Einfluss

auf die Dynamik hat.

Judo als Pflichtfach in Schulen

Budo-Väter und - Großväter

Kazuo Ito

Judo Meijin 10. Dan

(1898-1974)

Prof. Sato sieht in Prof. Kano seinen „Judo und Budo Großvater“, in Prof.

Ito seinen „Judo und Budo-Vater“, Beide haben ihm großes Wissen und

tiefes Verständnis vermittelt, so Prof. Sato. Jigoro Kano gilt als Vater und

Begründer des modernen Budo und Judo. Prof. Kano und der Deutsche

Leibarzt des Kaisers haben zusammen ein Gesundheits-und Stärkungs-

Programm für die japanische Jugend ausgearbeitet.So wurde 1911 Judo

an allen Mittelschulen als Pflichtfach eingeführt und galt ab sofort als

gesundheitsfördernd.

Prof. Jigoro Kano Shihan

(1860-1938)

9


Würfe und Hebel

wichtig für jeden

Karateka

Nach einer Mittagspause fuhr Sensei Jioka

mit seinem Programm fort. In den Partnerübungen

wurden nun auch Würfe und Hebel

verwendet. Besonderes Augenmerk lag wieder

auf der Ausweichbewegung und dem

spar samen Einsatz der Technik. Zum Ende der

Einheit besprach Jioka Sensei mit Übersetzungshilfe

der Europäischen Sensei die Bunkai

der Kata Kankudai sehr intensiv und erwähnte

auch die stilbedingten Unterschiede

der Ausführung.

Danträger bei Partnerübungen

Hartes Kumite Training bringt

die entscheidende Routine

Am Sonntagmorgen startete das Karate-Do

Training wieder mit Sensei Jioka. Nach etwas

Grundschule startete er ein besonderes Kumite

Training für die Dan Träger. In Reihen aufgestellt,

sollen die Teilnehmer fortlaufend vorgegebene

Angriffstechniken anbringen; nach

Zuruf wechselten die Dan Träger ihre Positionen,

so dass jeder Dan Träger zu jeder Reihe

der Kyu Grade kam.

Alles in allem ein hervorragendes und sehr

nützliches Training, auch für jeden Stilisten

des Shotokan, Gojo Ryu oder Shito Ryu. Alles

in allem ein sehr eindrucksvoller Lehrgang

Schnelligkeit und

Perfektion bei den

Partnerübungen

Im weiteren Verlauf des Samstages wurden

sehr effektive Partnerübungen studiert, bei

denen der sehr schnelle, ansatzlose Kizami

Zuki eine Schlüsselrolle spielte. Als Gegenstück

hierzu wurde auch weiterhin besonderer

Wert auf das Tai Sabaki gelegt. Diese sehr

geschickte Körperführung wurde von Sensei

Jioka immer wieder mit katzengleicher Eleganz

vorgeführt. Die Übungen bestanden

häufig aus wenigen Bewegungen, waren

aber für Trainierende aus anderen Stilen neuartig

kombiniert oder wiesen gänzlich andere

Charakteristika auf.

Wijngarden Sensei 7. Dan Karate Do Kyoshi

griff das Kata Training in seiner Abschluss

Einheit nochmals auf und behandelte Feinheiten

in verschiedenen Shotokan Kata und

ihre Bedeutung für die Anwendung.

Jioka Sensei mit europäischen Großmeistern

IMAF Direktor

HIRONORI OHTSUKA

10. Dan MEIJIN

Begründer des

Wado - Ryu Karate – Do

Hironori Ohtsuka

Karate-Do Meijin 10. Dan

(1892-1982)

Von besonderem geschichtlichem Interesse

ist es, dass der Begründer des Wado – Ryu

Karate Hironori Ohtsuka 10. Dan MEIJIN zu

den Gründungsmitgliedern der IMAF–KOKU-

SAI–BUDOIN gehörte und langjähriger IMAF

Direktor und Shihan war. Auch heute noch ist

ein berühmter Vertreter des Wado – Ryu Karate

Kazuo Sakai 10. Dan Karate – Do Hanshi

einer der amtierenden Direktoren der IMAF.

10


Brilliante Techniken des Aikikai – Stils

Shihan Kumoto 6. Dan Kyoshi und Sensei A. Frederix 8. Dan Hanshi

Kumoto Sensei

Aikido ist eine „junge“ japanische Kampfkunst,

die sich mittlerweile großer Beliebtheit

erfreut. Ihr Begründer ist Meister Morihai

Ueshiba. Shihan A. Frederix teilte mit Shihan

Kumoto die Gruppen auf und konnte mit großem

Erfolg sein 40 jähriges Wissen vermitteln.

Aikido ist die Kunst, die Energie des Anderen

aufzunehmen, um zulenken und zurück zugeben.

Diese Budo Disziplin zeichnet sich durch

aktive Defensive aus und kennt keine aggressive

Handlung. Beim Aikido bringt der Übende

seine Be we gungen mit denen des Übungspartners

in Einklang. Vertrauen und einander

spüren sind ebenso unerlässlich, wie weiche

und energiereiche Bewegungen. Die Abwehr

beim Aikido richtet sich grundsätzlich gegen

den Angriff selbst und nicht gegen den An-

greifer. Regelmäßige Fall- Atem- und Bewegungs

übungen sind die Basis des Aikido.

Ebenso das Tai Sabaki, die Ausweichschritte.

Shihan Kumoto, Kyoshi, unterrichtete in

Frankreich vor allem Energieaufnahme und -

umlenkung, zeigte aber auch interessante

Hebeltechniken, die die Fallschule unterstützen,

sowie Ma-Ai, der richtige Kampfabstand.

Er vertiefte bei den Teilnehmern das Wissen

und Verständnis der Basis des Aikido und

überzeugte durch unglaubliche Schnelligkeit.

Die intensive Be treuung jedes einzelnen

Schülers durch Shihan A. Frederix und Shihan

Kumoto, gibt den Budoka einen großen

Entwicklungs schub, mit ungeheuer viel Lehrstoff

und wird sie auf ihrem Do noch lange begleiten.

Frederix Sensei

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IMAF-Chairman / Präsident Europa

Shihan Hans-D. Rauscher

Shihan Hans-D. Rauscher gehört zu den Pionieren

für asiatische Kampfkünste in Deutschland.

Als Mitglied in „Board of European Technical

Directors of IMAF in Europe“ und DAKO-

Chiefinstructor organisierte und leitete er

zahlreiche Welt-, Europa- und nationale

Kampfkunst-Seminare und Turniere. Bei diesen

Budo & Martial-Arts Taikai wurden regelmäßig

alle wichtigen japanischen Kampf künste,

aber auch philippinische, koreanische,

thailändische, chinesische und brasilianische

Kampfkünste, unterrichtet. Bei vielen dieser

Seminare konnten auch Kyu- und Dan- Prüfungen

in rund 20 verschiedenen Budo und

Martial-Arts bis zum 8. Dan erfolgreich organisiert

werden.

Diese einmalige Art der authentischen, Fächerübergreifenden

Ausbildung, mit vergleichender

Forschung, sind die speziellen So-Go

Budo-Taikai, eine Spezialität der DAKO / IMAF

– Germany.

Der jahrzehntelange, große

Einsatz von Shihan

H.D. Rauscher, in 25

Ländern, trug zur erfolgreichen

Verbreitung von

Kampf künsten in ihrer authentischen,

originalen Tradition

bei.

Shihan Rauscher ist der Begründer

des Philippinischen Arnis und der Tosa

Iaido-Schwertkunst in Deutschland

und Mit be gründer des Karate und

Kobudo in Deutschland.

Er leitet die Kampfkunst-Akademie

Asien-Sport Center Samurai Freiburg, das

Deutsche „Honbu -Dojo“, Zentral – Dojo der

DAKO / IMAF Germany.

Er organisiert mit Christine Rauscher,

für die europäischen Budoka,

die Trainings- und Studienreisen

des Budo-Welthauptzentrums

IMAF – Tokyo, mit seinen

Welt-Seminaren und World-Contest.

Diese Studienreisen finden jedes Jahr

an Ostern statt und haben schon vietle

Budoka zu einem Weltklasse – Niveau

in japanischer Spitzentechnik geführt.

Shihan H.D. Rauscher hat bisher als einziger

Europäer vom IMAF – Hqs Tokyo, Präsident

Tokugawa, die hohe, japanische Auszeichnung

BUDO-KOSEKI-SHO erhalten.

Harmonie, Freundschaft und Kooperation

bei der Konferenz der Europäischen IMAF Branch Direktoren

Im Rahmen des IMAF Europa – Seminars fand auch die traditionelle IMAF

Branch – Direktor Konferenz unter der Leitung von Prof. Shizuya Sato 10.

Dan Hanshi, IMAF Präsident Europa H.D. Rauscher 8. Dan Hanshi und Sensei

John Gage 7. Dan Kyoshi, statt.

Nach der Begrüßung von Prof. Sato und H.D. Rauscher, berichtete jede

Nation über ihre Arbeit und Aktivitäten 2008 / 2009. Zahlreiche IMAF –

Branches konnten über große Aufwärts entwicklung mit Seminaren, Turnieren

und Disziplinen erzählen. Manche Länder arbeiten mit sehr viel

Erfolg schon 20 – 30 Jahre mit der IMAF-KOKUSAI-BUDOIN zusammen.

Morihai Ueshiba

Der Begründer des Aikido

Morihei Ueshiba 1883-1969

Morihai Ueshiba wurde 1883 in Tanabe (eine japanische Insel) geboren und 1969 in Tanabe beigesetzt.

Er studierte erstmals 1902 in Tokyo Jujutsu- und Kenjutsu-Kampfkunst. 1930 gründete er das

heutige Aikikai Honbu Dojo in Tokyo. 1950 reiste er durch ganz Japan um Aikido zu unterrichten.

12


Gruppenfoto der Konferenzteilnehmer

Erfreut nahmen die Länder – Direktoren zur Kenntnis, dass die IMAF – Japan Ostern 2010 wieder eine Trainings- und Studienreise nach Japan

organisiert, die von H.D. Rauscher und Christine Rauscher für die europäische Delegation geleitet wird. Alle erwarten bei dieser Reise große technische

und theoretische Fortschritte und freuen sich besonders auf das Treffen mit IMAF Präsident Fürst Yasuhisa Tokugawa. Des Weiteren diskutierten

die Konferenzteilnehmer ausführlich Prüfungs- und Ausbildungs- Richtlinien für die verschiedenen Disziplinen, sowie die verbesserte Organisationsstruktur

der IMAF, die von Prof. Sato vorgestellt wurde. Eine noch engere Zusammenarbeit unter den Ländern wurde vereinbart.

Die Lehrgangsleitung

H.D. Rauscher

IMAF Chairman Europe

A. Torres

Cheforganisator &

IMAF Branch Direktor

A. Frederix

IMAF Generalsekretär Europa

Schon Monate vor dem Taikai der IMAF-Kokusai-Budoin trafen sich IMAF Chairman Europe H.D. Rauscher, IMAF Branch

Direktor und Chefausrichter A. Torres und IMAF Generalsekretär A. Frederix regelmäßig in Frankreich zu Besprechungen für

das große Europa-Seminar in Walbourg. Dank dieser intensiven Vorbereitungen wurde das Europa-Taikai der IMAF zu einem

großen Erlebnis für Budoka aus ganz Europa, erlebten sie doch über 3 Tage hautnah authentische japanische Kampfkünste

unter der Schirmherrschaft des Kaisers und Fürst Yasuhisa Tokugawa.

13


Die Bedeutung des Shomen

Zu Beginn und zum Ende eines jeden Trainings

ist es Bestandteil der Etikette, sich zum Shomen

zu verbeugen. Warum tun wir das? Welche Bedeutung

und Funktion hat eigentlich das Shomen?

Es reicht nicht aus, Judo-, Karate-, Ju-Jutsuoder

Waffentechniken zu erlernen, um Budo zu

verstehen. Insbesondere als Nicht-Japaner

kommt man nicht umhin, sich sowohl mit der

Geschichte und Kultur Japans, als auch mit der

Entwicklung und Philosophie des Budo zu beschäftigen.

Gerade dabei spielt das Shomen

eine wichtige Rolle.

SHOMEN NI REI

Geschichte

Die Kampfkünste haben sich über viele Jahrhunderte

entwickelt. Entscheidend für ihre Entwicklung

waren die gesellschaftlichen, kulturellen

& politischen Verhältnisse des Landes.

In der jüngeren, d.h. In der Nachkriegszeit hatten

die Budo-Großmeister der IMAF entscheidenden

Einfluss auf das Wiederaufleben der

Kampfkünste, die im besetzten Japan verboten

waren. Ohne diese geschichtlichen Ereignisse

hätten wir heute möglicherweise nicht in

der Weise Zugang zu den Budo tech niken und

Budophilosophie, wie es glücklicherweise der

Fall ist.

Kultur

Die Abbildung des Fuji-san, des Daibutsu, der

Tempelanlage von Nikko, des Tori von Miyajima

oder eines Teehauses sind nicht nur ästhetische

Stilelemente zur Gestaltung des Shomen,

sondern Anstoß zum Studium der japanischen

Kultur und Inspiration zur Vervollkommnung unserer

Kampfkünste.

Für Budoka, die nicht mit der japanischen Kultur

aufgewachsen sind, entfaltet das Shomen

in besonderer Weise Bedeutung als Quelle für

Informationen und Hintergründe aber auch für

Ästhetik und Spiritualität,die nicht selbstverständlicher

Bestandteil des täglichen Lebens

sind.

lautet der Gruß zu Beginn des Begrüßungszeremoniells.

Dabei bedeutet

REI Ehrerbietung, Höflichkeit oder

Respekt – Grundregeln des Budo.

Ehrerbietung und Respekt in erster

Linie den Budomeistern gegenüber, die

uns die Kampfkünste überliefert haben.

Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir

uns in den Kampfkünsten üben können.

Ein wichtiges Element des Shomen sind also die

Budomeister – in Japan oft die Ahnen des Meisters

– wie z.B. die Träger des Meijin-Titels der

verschiedenen Budodisziplinen. Duch ihre Präsenz

im Shomen würdigen wir auch die Verdienste

der Großmeister, die sich um unsere

Ausbildung bemühen.

Auszüge aus dem Shomen Text von

Sensei Detlef Matschenz

Das IMAF-Honbu Dojo der IMAF –

Germany,, ASC Freiburg,stellte für das

Europa Seminar 50 seltenen Shomen – Tafeln

zur Verfügung, die bei der japanischen

Meister – Delegation unter Chiefdirektor Shihan

Sato 10. Dan, große Anerkennung und Beifall

fanden.

Durch derart umfangreiche Shomen erhält jeder

Budoka die Chance seine theoretische Ausbildung

zu vertiefen und viel Wissen über Budo,

Geschichte und Kultur zu erlangen.

14


Weltklasse Leistungen bei den Dan-Prüfungen

des IMAF Europa Seminars in Frankreich

Vor einer 10–köpfigen Prüfungskommission

von japanischen und europäischen Großmeistern

traten Budomeister aus vielen Ländern

zu Dan – Prüfungen vom 2. - 7. Dan an.

Den Vorsitz hatten IMAF Chiefdirector Prof.

Sato und IMAF Präsident Europa H.D. Rauscher.

Die 20 Teilnehmer waren bestens vorbereitet.

Die nationalen und internationalen

Cheftrainer hatten jahrelang mit ihnen intensiv

gearbeitet. Hinzu kam der letzte Schliff

durch das Europaseminar.

Absolutes Highlight waren die Nihon – Jujutsu

Prüfungen der deutschen Delegation mit

Prof. Dr. Deegen zum 6. Dan, Rolf Nowarra

zum 4. Dan und Stephan Hohlfeld zum 3. Dan.

Sie führten Kata und Kampf- und Selbstverteidi

gungs techniken mit größter Routine vor.

Die Dynamik und Schnelligkeit war atemberaubend.

Die Prüfungskommission war

ebenso wie die Zuschauer aus vielen Ländern

begeistert von der Vorführung. Die regelmäßige

Fortbildung bei vielen nationalen,

Europa seminaren und Weltseminaren der

IMAF trug ihre glanzvollen Früchte.

Sehr gute Leistungen sah man auch bei den

Karateka. Hier stellten viele IMAF Branches

einige ihrer besten Kämpfer vor. Die dargebotenen

Spitzenleistungen im Freikampf, bei

den Kata und Kata Bunkai beeindruckten die

Prüfer. Auch die Aikidoka zeigten erstklassige

Leistungen. Großartige Körperbeherrschung,

Geschmeidigkeit, Griffsicherheit,

umfangreiches Repertoire und sehr realitätsnahe

Techniken ließen den Fleiß der Einzelnen

bei den Vorbereitungen deutlich erkennen.

Die Judoka waren ein weiterer Höhepunkt

bei den langen und anstrengenden

Prüfungen. Mehrere, zum Teil 70jährige Teilnehmer

zeigten exzellente Körperbeherrschung

bei Würfen, Gegenwürfen, Kombinationswürfen,

hebeln, Würgetechniken und

Haltegriffe. Eines der Glanzlichter war die

seltene Koshikikata, die einer der französischen

6. Dan Anwärter in Vollendung zeigte.

Das außerordentliche Niveau der IMAF-KO-

KUSAI-BUDOIN wurde erneut bei den langen

und anstrengenden Dan Prüfungen

deutlich.

Ausbildung auf höchstem Niveau durch einen Weltweit starken Verband

Gruppenfoto des IMAF Europa Seminars

IMAF – Direktor und Shihan Gozo Shioda 10.

Dan Meijin, der Begründer des Yoshinken Aikido-Stils,

gehörte zu den Gründungs mitgliedern

der IMAF-KOKUSAI-BUDOIN. Somit

wird deutlich, dass in allen gelehrten Disziplinen

auf diesem Europa-Seminar eine tiefe

geschichtliche Verbindung zu den großen

Meistern japanischer Kampfkünste besteht.

Im Einzelnen hat somit jeder Budoka eine direkte

Lehrlinie zu der Tradition authentischer

Kampfkünste und der damit verbundenen

Geschichte und Kultur Japans. Es sollte jedem

Übenden bewusst sein, welch ein Vertrauen

ihm geschenkt wird und in diesem Bewusstsein

sollte ein jeder Budoka mit vollem

Respekt ein jedes Training beginnen und beenden.

Informationen

www.imaf-germany.de

Impressum

Redaktion:

Autoren:

Photos:

Photoredaktion:

Layout und Bildbearbeitung:

Ines Gnichwitz

Matthias Claus, Ines Gnichwitz,

Dirk Hoppensack, Yvonne Kehl,

Stefan Peuker, Simon Thiele

Carola Clement, Christine Rauscher

Matthias Claus

Adrian Kempf, www.dtpwork.de

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The Spirit

of the Samurai

HR1004 · www.dtpwork.de

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