HR1214_Reisebericht_Japan_W

dakoimaf

Von allen Organisationen in Deutschland nur in der IMAF-DAKO:

Authentische Ausbildung & KYU/DAN-Prüfungen unter der Schirmherrschaft des höchsten Samurai

IMAF-Präsiden Yasuhisa Tokugawa

IMAF-Kokusai Budoin

Deutscher Repräsentant: DEUTSCH-ASIATISCHE KAMPFKUNST-ORGANISATIONaDAKO, Anerkannter Fachverband

für asiatische KampfkunstPhilosophie · Geschichte und Kultur Asiens · Meditation · Sport & Selbstverteidigung

Reisebericht Japan

2. – 14. April 2007

IMAF Trainings- und Studienreise

von Sensei Johannes Meyer und Careen Pollmer, München

Montag, 2.4.2007: Abflug in Frankfurt

Endlich ist der Tag der Abreise da. Der Flug

startet in Frankfurt um 21:00 Uhr. Also

genug Zeit zum Packen und zum gemütlichen

Anreisen. Da wir nichts riskieren wollen

nehmen wir einen früheren Zug und

sind bereits um 18:00 Uhr am richtigen

Terminal.

Beim Einchecken läuft uns auch schon das

erste bekannte Gesicht über den Weg. So

sammelt sich nach und nach die ganze

Reise gruppe um Sensei H.D. Rauscher und

seine Frau Sensei Christine Rauscher und

wir sind alle rechtzeitig am Gate. Pünktlich

wie die (japanische) Eisenbahn sitzen wir

im Flieger und es geht los in Richtung

Japan. Naja – zumindest Richtung Norden.

Wir fliegen die Kontinental route über

Sibirien.

gemeinsamen Abendessen. In einem der

vielen durchgehend geöffneten kleinen

Supermärkten kann man sich anschließend

noch mit Getränken und japanischen

Süßigkeiten versorgen. Dann endet der

doch recht lange Tag in einem gemütlichen

und natürlich äußerst sauberen

Hotelzimmer.

Mittwoch, 4.4.2007:

Sightseeing, erstes Training und

Frühstück

Heute steht etwas Sightseeing und das

erste Training auf dem Programm.

Zunächst aber unser erstes japanisches

Frühstück. Miso-Suppe, geräucherter

Fisch, Reis, Gemüse, süßes Omlette und

Nato (Sojabohnen-Eiweis-Gemisch in das

man etwas Sojasoße kippt). Es ist wissenschaftlich

erwiesen, dass dieses Nato

sehr, sehr gesund ist. Leider schmeckt es

auch so und wird daher von 95% der Reise -

gruppe einfach ignoriert.

Falls man sich mit dem japanischen

Frühstück nicht anfreunden kann gibt es

auch noch ein kontinentales Früh -

stücksbuffet mit Omlette, Bacon, Würst -

Dienstag, 3.4.2007: Ankunft in Japan

Am Nachmittag des folgenden Tages sind

wir dann endlich in Narita/Japan. Ein

Reisebus bringt uns anschließend zu dem

im Süden Tokios (Bezirk Shinagawa) gelegenen

Hotel. Als wir um 18:30 dort ankommen

warten dort zu unserer Überraschung

ungefähr zehn Senseis um uns zu begrüßen.

Darunter auch Sato Sensei, der

Chiefdirector der IMAF, Iwasa Sensei, der

uns auf die Ausflüge begleiten wird, und

John Gage, der die Organisation vor Ort

unterstützt und für uns alle Welcome-

Packages vorbereitet hat.

Wir treffen uns kurze Zeit später zu einem

kleinen Rundgang im Viertel und einem

chen, Salat und Brot. Nach einigen Tagen

bildet sich bei den meisten eine Mischform

aus japanischem und europäischem

Frühstück heraus. Schön, wenn man die

Wahl hat.

Asakusa

Nach einem Besuch des Tokio-Towers

geht es weiter zum Sensouji-Tempel der

zusammen mit anderen Tempeln im Bezirk


Asakusa liegt. Das Tempelviertel ist sehr

ursprünglich und man vergisst sehr schnell,

dass man eigentlich in einer Millionenstadt ist.

Iwasa Sensei zeigt uns dort das kurze

Reinigungsritual das üblicherweise durchgeführt

wird, bevor man vor einen Schrein tritt. Außerdem

führt er uns in der Tempelanlage herum (man

muss nur schnell genug sein ihm zu folgen),

erklärt sehr viel und ist, wie jeder

Japaner, absolut begeistert von der

Kirschblüte (Sakura Sakura). Wir

haben das Glück zur Zeit der

Hochblüte in Japan zu sein.

Aus einem überdachten Becken

dringt (glücksbringender Rauch),

überall sind kleine Stände an denen man sich

Stärken kann und die großartigen Tempel und

Pagoden – so stellt man sich Japan vor.

Gegen Mittag hat sich die Reisegruppe in alle

Winkel des Bezirks (vor allem in den

Andenkenläden) verstreut. Der Hunger meldet

sich und Iwasa Sensei und Hara Sensei gehen

mit den verbliebenen Drei in einem traditionellen

japanischen Restaurant Essen. In den meisten

Restaurants sitzt man inzwischen an „normalen“

Tischen mit „normalen“ Stühlen. In diesem

Restau rant hat man jedoch die Wahl. Und so finden

wir uns kurze Zeit später vor einem 25 cm

hohen Tischen auf einer Tatami sitzend wieder.

Iwasa Sensei übernimmt die Bestellung der

Speisen und wir lassen uns überraschen.

Nacheinander werden Schälchen mit Fisch,

Meeres früchten, Gemüse und Hühnchen aufgetragen.

Iwasa Sensei perfektioniert noch nebenher

unsere Stäbchen technik und dann sind wir

schon wieder unterwegs.

Es folgt eine Stadtrundfahrt. Der Einkaufs -

bummel in der Einkaufsmeile fällt auf allgemeinen

Wunsch wegen Regens und Kälte aus.

Das erste Training

Das Stadtviertel in das wir per S- und U-Bahn

zu unserem ersten Training fahren heißt

Ropongi und ist auch ein sehr begehrter Ort für

Nacht schwärmer. Nun ist aber

Nachmittag und wir laufen das

restliche Stück von der U-Bahn

bis zur Amerikanischen Bot -

schaft. Das Dojo liegt auf dem

Botschaftsgelände und so ist es

nur mit Personalausweis zu

erreichen. John Gage Sensei

wird uns heute eine Einführung in Nihon-

Jujutsu geben und wir freuen uns auf das

Training.

Dojos sind in Japan meistens klein und so

schult man neben der Bewegung auch gleichzeitig

die Rücksichtnahme auf andere. Gage

Sensei ist ein hervorragender Lehrer und kann

die Details und Feinheiten der Technik sehr gut

zeigen und lehren.

Müde und erschöpft wie wir sind gehen wir

noch alle zusammen in Ropongi Essen. In

Japan wird sehr häufig Ramen gegessen, eine

Art Nudelsuppe mit verschiedensten Ein lagen.

Dazu kann man sich z.B. Gyosa bestellen,

gefüllte und gebratene Teig röllchen die wirklich

phenomenal schmecken. Wasser steht an

jedem Tisch und man bekommt kostenlos so

viel man will. Das Bier ist etwas teurer aber,

selbst für jemanden aus Bayern, sehr gut.

In der „Zen“-Bar in Shinagawa trinkt ein harter

Kern um Rauscher Sensei noch einen

abschließenden Sake, bevor wir in Bett fallen

und hervorragend schlafen.

Donnerstag, 5.4.2007:

47 Ronin, Karate- und Iaido-Training

Besuch des Sengaku-ji-Tempels

In Fußnähe des Hotels befindet sich der

Sengaku-ji-Tempel. Auf einem kleinen Hügel

neben dem Tempel liegen die sterblichen

Überreste der 47 Ronin und ihres Herren, deren

Geschichte jedem Japaner bekannt ist.

Die Ronin (herrenlose Samurai) haben den

Tod ihres Herren gerächt, der Seppuku begehen

musste. Sie selbst wurden wegen der Tat

zu der gleichen Strafe verurteilt, hatten aber

die Sympathie und das Verständnis der Be -

völkerung auf ihrer Seite. In einer Zeit des

Wandels in Japan, in der immer mehr

Samurai wegen der fallenden Reispreise

hoch verschuldet und verarmt waren, hielten

sie die alten Werte wie Selbstbeschränkung

und Pflichterfüllung hoch und sind so zu einer

Legende in Japan geworden (siehe auch

Wolfgang Schwentker, „Die Samurai“ – ein

sehr gutes, wissenschaftlich fundiertes Buch

über die Samurai und die japanische

Geschichte).

Nach dem Besuch des Tempels und des

angegliederten Museums laufen wir

gemächlich zum Hotel zurück. Noch haben

wir etwas Zeit bevor wir zum ersten

Karatetraining fahren.


Impressionen aus Tokyo. Zahlreiche Tempel und Parks prägen

auch das Bild der Großstadt. Baukunst und Gartenkunst haben

einen hohen Stellenwert in Japan.


Donnerstag, 5.4.2007:

47 Ronin, Karate- und Iaido-Training im

Dojo von Higuchi Sensei

Nach etwa 45 Minuten Fahrt mit dem öffentlichen

Verkehrssystem kommen wir im neu

eröffneten Dojo von Higuchi Sensei an. Voller

Freude erwarten uns bereits die Iaido-Senseis

(Tose Sensei, Ochiai Sensei, Iwasa Sensei und

Toude Sensei). Für einige auf dieser Reise wird

es das erste Iaido-Training sein. Aber nachdem

das hier eine Budo-Reise ist stellen sich

auch alle tapfer der Aufgabe. Am Ende der

Reise werden (fast) alle komplett ausgestattet

mit Hakama und Schwert die Rückreise antreten.

Es werden die sitzenden Basis-kata geübt

und immer wieder anschaulich die Idee hinter

der Kata dargestellt (siehe Kaichaku).

Anschließend kommt Higuchi Sensei und

bringt uns richtig auf Trab. Etwas amüsiert von

unserer schlechten Kondition (die Reise stra -

pazen stecken uns allen noch in den Knochen)

legt er einen etwas gemächlicheren Gang bei

den nun folgenden Grundkata ein.

Im ersten Training wollen die Senseis die Basis

sehen, damit sie wissen wie der Stand der

Teilnehmer ist und was sie mit uns Üben müssen.

Freitag, 6.4.2007:

Budo-Shop und Nihon-Jujutsu

Heute haben wir den Vormittag zu unserer

freien Verfügung. Wir rotten uns also zusammen

und begeben uns nach Suidobashi, wo

es zwei Budo-Shops gibt, die

traditionell von den

Reiseteilnehmern „überfallen“

werden. Im Gegensatz zu

unseren sonstigen Gewohn -

heiten sind wir sehr früh

unterwegs und stehen daher

vor ver schlossenen Läden. Glück -

licher weise ist der Kodokan gleich in

der Nähe und so besichtigen wir

das dortige Museum und den

Trainingsraum. Ebenfalls ganz in

der Nähe gibt es einen riesigen

Vergnügungspark dessen Achter -

bahn durch ein Loch in der hochgezogene

Fassade des angrenzenden Gebäudes führt.

Platzmangel macht erfinderisch.

Aber schließlich können wir doch in den Shops

einkaufen und kommen gerade noch rechtzeitig

zurück um mit der Gruppe nach Ropongi zu

einem weiteren Jujutsu-Training zu fahren.

Diesmal hält Sato Sensei das Training persönlich

und demonstriert an John Gage sehr

anschaulich, dass man mit der richtigen

Technik keine Kraft benötigt.

Ein Teilnehmer der Gruppe legt anschließend

noch erfolgreich seine Prüfung im

Nihon-Jujutsu ab. Dann geht es zurück in das

Hotel.

Am Abend treffen wir uns mit Michael, Robert,

Gilbert und Gerhard um Essen zu gehen und

das Nachtleben etwas anzutesten.

In dem ersten Restaurant gibt es eine Art

Omlette vom Tepan-Yaki-Grill. Im Zweiten

essen wir Sashimi und im Dritten Yakitori

(Grillspieße mit verschiedensten Leckereien).

Als das Restaurant schließt ist es bereits 1:00

Uhr und wir sind sehr, sehr satt. Zum Glück gibt

es ja genug Training um die überschüssige

Energie wieder loszuwerden.


Aber es wartet noch eine kleine Überraschung

auf uns: auch am Freitag fahren die S- und U-

Bahnen nur ungefähr bis 12:00 Uhr. Inzwischen

sind alle Stationen dicht. Pech gehabt. Es

bleibt nur noch das Taxi. Nach einigem

Bemühen stelle ich fest, dass man als langhaariger

Mann in Tokio kein Taxi anhalten

kann. Also halte ich mich im Hintergrund und

kurz darauf sitzen wir in einem Taxi Richtung

Shinagawa.

Samstag, 7.4.2007:

Ganztagesausflug nach

Kamakura

Kamakura ist eine im Südwesten von

Tokio an der Sagami-Bucht gelegene

Stadt. Einst war sie Hauptstadt die

Hauptstadt eines Shogunats und gab

einer ganzen Periode ihren Namen.

Sie ist von drei Seiten von Bergen

umschlossen und war deshalb leicht zu verteidigen.

Geblieben sind sehr viele schöne und

beeindruckende Tempel, wie zum Beispiel der

Hachimango-Tempel, der dem Schutzgott der

Samurai geweiht ist.

Bei strahlendem Wetter treffen wir uns in

Kamakura wieder mit Iwasa Sensei, der uns

auch hier wieder herumführen wird. Die

Anlagen beeindrucken durch die Ruhe und

Harmonie die sie ausstrahlen. Ein Bild sagt

mehr als tausend Worte. Daher lasse ich jetzt

auch lieber Bilder sprechen.

Die den Tempeln angeschlossenen Klöster sind

noch bewohnt. Die Religion ist hier um einiges

lebendiger als wir es vielleicht gewohnt sind.

Besonders beeindruckend war für uns ein herzförmiger

Teich, der hinter dem Langhaus im

zweiten Tempel angelegt wurde. Auf einer Bank

konnte man die Ruhe und den Frieden genießen

und die Harmonie in sich aufsaugen.

Zumindest solange bis uns Iwasa

Sensei mitteilte, dass dieser Garten

ein bevorzugter Platz war um

Seppuku zu begehen. Irgendwie verständlich,

aber für uns und unsere

europäischen Denk muster hatte die

Harmonie einen Kratzer.

Anschließend trennte sich die

Gruppe. Ein Teil fährt zusammen mit Rauscher

Sensei zurück in das Dojo von Higuchi Sensei

um dort mit seinen Schülern Karate zu trainieren.

Der Rest, darunter wir, bleibt mit Christine

Rauscher Sensei und Iwasa Sensei bei den

Tempeln in Kamakura. Dort begeben wir uns

zuerst zum bereits erwähnten Hachimango.

Hier haben wir in mehrfacher Hinsicht Glück.

Zuerst sehen wir eine Autosegnung. Das wird

in Japan relativ selten gemacht und ist daher

nicht oft zu beobachten. Sehr eindrucksvoll ist

der Priester in seinem zeremoniellen Gewand

und – so wie die anderen die wir später noch

sehen werden – sehr jung.

Wir entdecken, dass in einer kleinen Pagode

auf dem zentralen Platz gerade eine shintoistische

Hochzeit abgehalten wird. Eine sehr

schöne Zeremonie in prächtigen Gewändern.

Beschlossen wird die Hochzeit mit 3 x 3

Schluck Sake aus verschieden großen

Schälchen.

Der Hachimango-Tempel ist ganz in rot und

Gold gehalten.

An den Besuch der Tempel schließt sich ein

Bummel durch Kamakura an. Hier stoßen wir

etwas Abseits der Hauptstraßen auf einen

Schwert- und Messerladen dessen Besitzer,

wie sich herausstellt, die Schwerter selbst

schmiedet. Sein Assistent führt uns in die

Schmiede und wir dürfen uns dort umsehen.

Keiner von uns hätte diesen Einblick ohne

Christine Rauscher Sensei oder Iwasa Sensei

erhalten. Mit einer Begleitung die die

Landessprache spricht erhält man manchmal

ungeahnte Einblicke in ein fremdes Land.

Abends lädt uns Iwasa Sensei ein, ihn in

seine Lieblings-Sushi-Bar zu begleiten. Dort

gibt es running sushi auf einem Förderband

rund um eine Inselküche in der Mitte

der Bar. Iwasa Sensei

bestellt mit unserem

Einverständnis eine Auswahl

an Sashimi und wir

genießen das leckere

Essen. Kaum sind wir fertig,

da taucht ein japanisches

Fernseh team auf,

das einen Bericht über das

Viertel dreht. Also bekommen

wir jeder noch mal zwei

Sashimi, werden einzeln beim

Essen mit Stäbchen gefilmt

und rufen anschließend

aus wie gut es hier

schmeckt. So man denn

sprechen kann mit einem

riesigen Reisbällchen nebst

Tunfisch im Mund, denn die

Küche hat auf eine große Portion

Wert gelegt. Den meisten gelingt

das Essen sogar unfallfrei.


Sonntag, 8.4.2007:

Training, Training, Training

Heute sind wir im Dojo von Tsutsui Sensei.

Vielen sind das Shomen und die Mit -

gliedertafel bereits von unseren DAKO/ IMAF-

Lehrgängen bekannt. Die Tatami sind von

einem Parkett boden eingefasst und können so

nicht verrutschen.

Da wir relativ früh wieder zurück sind

beschließen meine Frau und ich, dass wir die

Buchläden in Ropongi inspizieren wollen.

Ropongi ist das amerikanischste Stadtviertel

Tokios und so kann man dort viel englischsprachige

Literatur finden. Und außerdem das

beste Ramenlokal Tokios (laut John Gage). Und

soweit wir das beurteilen können hat der

Mann Recht.

Dienstag, 10.4.2007:

Ganztagesausflug nach Odawara

Wie schon bei unserem Ausflug nach Kamkura

steht uns auch hier wieder Iwasa Sensei zur

Seite. In Odawara gibt es eine wunderschöne

Burg die wir bei schönstem Wetter besichtigen

werden. Einst rettete der herrschende Daimyo

der ganzen Bevölkerung das Leben, als die

Es beginnt mit Iaido. Diesmal die gehenden

Grundkata. Man merkt bei den Teilnehmern,

die jetzt ihre zweite Stunde Iaido haben, schon

einen Fortschritt. Und es ist immer beeindruckend

die Senseis die Kata laufen zu sehen.

Alle Kata unterscheiden sich, obwohl es die

gleichen Bewegungen sind. So wird auch eine

absolute Basiskata zu einer individuellen

Meisterkata.

Anschließend essen wir im Dojo O Bento. Das

ist ein Oberbegriff für eine kleine Mahlzeit, die

man fertig zusammengestellt überall kaufen

kann.

Etwas eng wird es bei der nun folgenden Bo-

Jutsu-Stunde mit Sakai Sensei. Er bringt uns

die Cho Un No Kon bei. Aber wir überstehen

auch das verletzungsfrei.

Montag, 9.4.2007:

Training im Minato Ku

Diesmal sind wir in einer öffentlichen

Sporthalle im direkt an Shinagawa ku angrenzenden

Minato Ku. Auch hier sind die Tatami in

einem Parkettboden eingefasst. Nur diesmal ist

die Fläche um ein vielfaches größer.

Es beginnt mit einer Einheit Goju-Ryu bei

Nobetsu Sensei. Anschließend ein sehr

schnelles Mittagessen in einem nahe gelegenen

Restaurant.

Es folgt eine Iaido-Einheit mit Otani Sensei und

ein sehr intensives Ken-Jutsu-Training mit

Yahagi Sensei. Er lehrt uns Übungen für die

drei Arten des Konterns (Sen no sen, Sen, Go

no sen) sowie einige Kumtachi-Übungen.

Nach dem Training wartet überraschenderweise

Otani Sensei mit zwei seiner Schüler

(Kono Sensei und Suzuki Sensei) auf uns und

wir gehen mit ihm in ein kleines Restaurant.

Dort ist die Gelegenheit ihn über seinen Iaido-

Stil, das Tosa-Eishin-Ryu, auszufragen oder

einige Jujutsu-Techniken mit Kono Sensei auszuprobieren.

Das Essen war nicht sehr reichhaltig und

daher begeben wir uns später noch mal erfolgreich

auf die Suche nach einem Imbiß (und

etwas Sake).

Stadt von feindlichen Truppen eingekesselt

war. Er und seine Familie begingen Seppuku

und beendeten so die Belagerung kampflos

woraufhin die Bevölkerung geschont wurde.

Durch die beeindruckenden Mauern des äußeren

Verteidigungsringes kommt man zu einem

kleinen Museum. Anschließend geht es auf den

Schlossberg wo zu unserer Überraschung ein


Oben die Kobudo-Gruppe mit Großmeister Yahagi (8. Dan

Hanshi).

Links unten Prof. Shizuya Sato (10. Dan Hanshi) lehrt mit

Chefassistent John Gage die legändere Nihon-Jujutsu-

Selbstverteidigung.

Im Dojo von Tsutsui Sensei lehrte K. Sakai (10. Dan Hanshi)

Weltklasse-Bo-Jutsu (unten links).


kleiner Zoo ist. Das Museum im Haupt gebäude

ist absolut sehenswert. Leider darf man dort

nicht fotografieren. Iawasa Sensei erweist sich

als ständig sprudelnde Quelle an Informationen

über Waffen und Alltags gegen stände der

damaligen Zeit. Mit seinem äußerst breiten

Wissen kann er uns jede Frage beantworten.

Ganz oben hat man einen grandiosen Ausblick

auf die im Dunst verschwindenden Berge und

die Bucht. Und einen Andenkenladen der nun

von uns nach Strich und Faden geplündert

wird. Schließlich müssen die Yen raus.

Ein Teil der Gruppe hatte sich gegen Mittag

wieder abgespalten und ist mit Rauscher

Sensei zum Karate-Training in das Dojo von

Higuchi Sensei gefahren. Wir gehen im

Anschluß an die Burgbesichtigung mit Iwasa

Sensei italienisch Essen. Auch eine sehr interessante

Erfahrung.

Mittwoch, 11.4.2007:

Spezialtraining Iaido bzw. Jujutsu

Heute ist erst am Nachmittag Training. Wir

ergreifen die Gelegenheit um noch mal in den

Budoshop zu gehen und unsere Gürtel fertig

besticken zu lassen. Leider hat einer der Shops

geschlossen (japanische Geschäfte können

den Wochentag an dem sie geschlossen

haben frei wählen). Da wir etwas Zeit haben

und Careen noch nicht im Kodokan war holen

wir das nach.

Das Training wird diesmal aufgeteilt. Die fortgeschrittenen

Iaidoka bekommen ein

Spezialtraining als Vorbereitung auf die morgen

anstehenden Prüfungen. Alle anderen

gehen in das Embassy-Dojo von Sato Sensei zu

einer weiteren Einheit Nihon-Jujutsu.

Das Iaido-Training findet in einer Sporthalle in

den Randbezirken Tokios statt. Wir sind gut 1,5

h unterwegs bis wir dort ankommen.

Die Dimensionen dieser Stadt sind

immer wieder beeindruckend.

Iwasa Sensei und Toude Sensei

nehmen jeden einzelnen unter die

Lupe und geben uns wertvolle

Korrekturen.

Dieses Iaido-Training war eigentlich

nicht geplant und es ist nur den

exzellenten Kontakten von H.D.

Rauscher Sensei und Christine

Sensei zu verdanken, dass so etwas

überhaupt möglich ist.

Donnerstag, 12.4.2007:

Ueno-Park und Contest

Heute Abend werden die Iaido-Prüfung und

der Kata-Contest stattfinden. Der Vormittag

steht zur freien Verfügung. Wir beschließen in

den Ueno-Park zu gehen und in den sich darin

befindenden Zoo.

Zum Ueno-Park gelangt man von Shinagawa

ohne umsteigen und so schlendern wir bald

durch den Park. Die Kirschen blühen immer

noch und es ist ein herrlicher Anblick. In der S-

Bahnstation haben wir uns noch mit „Aunt

Stella’s cookies“ eingedeckt und müssen nun

feststellen, dass Aunt Stella nicht backen kann.

Der Zoo ist riesig groß. So groß dass sich auch

die Horden von Schulkindern darin zerstreuen.

Im Gegensatz zu dem kleinen Zoo in Odawara

haben die Elefanten hier auch genug Platz und

ein interessantes Gehege. In der Kürze der Zeit

schafft man natürlich nur einen kleinen Teil,

aber man kann ja wiederkommen (in ein paar

Jahren).

Der Contest findet im Dojo von Higuchi Sensei

statt. Es beginnt mit Iaido. Anschließend die

Iaido-Prüfung unter den strengen Augen von

Tose Sensei, Ochiai Sensei und Iwasa Sensei.

Es geht weiter mit dem Karate-Contest gefolgt

von Bo-Jutsu, Tonfa und abschließend Jujutsu.

Freitag, 13.4.2007:

Packen, Akihabara und Bankett

Der Freitag steht ganz im Zeichen des

Aufbruches. Wir packen und wiegen unsere

Koffer und senden ein 10 kg Paket nach

Deutschland (SAL Sea And Land, also über den

Landweg). Es wird nur zwei Wochen brauchen

und etwas ramponiert sein bei der Ankunft.

Die restliche Zeit bis zum Bankett verbringen

wir damit Mitbringsel in Akihabara zu kaufen.

Dort gibt es unzählige Händler und man findet

mit Sicherheit schöne Geschenke.

Abends dann das Abschiedsbankett mit

Tokugawa Yasuhisa. Ein Urenkel des letzten

regierenden Shoguns. Außerdem ein sehr netter,

lockerer und gesprächiger Mensch. Keine

Spur von Arroganz oder Unnahbarkeit. Einfach

nett und freundlich. Die Kommunikation ist

auch aufgrund seines hervorragenden

Englischs sehr leicht.

Das Buffet bietet sehr viele Köstlichkeiten,

speziell wenn man sich wieder an die

Empfehlungen von John Gage hält. So sagen

wir mit vollem Magen Sayonara.

Alles in Allem eine wundervolle,

spannende und interessante Reise.

Vielen Dank an die Organisatoren,

H.D. Rauscher Sensei und Christine

Rauscher Sensei, für dieses unvergessliche

Erlebnis.

Den Bericht und viele weitere

Bilder gibt es auf

www.asc-freiburg.de

www.imaf-germany.de

HR1214 · www.dtpwork.de

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