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Einmalig - Das Pécser Schülermagazin

Einmalig ist das erste schulübergreifene deutschsprachige Schülermagazin von Schülerinnen und Schülern sowie deutschen Freiwilligen aus Pécs.

Einmalig ist das erste schulübergreifene deutschsprachige Schülermagazin von Schülerinnen und Schülern sowie deutschen Freiwilligen aus Pécs.

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Das Pécser Schülermagazin

06/2016


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihr haltet nun die erste Ausgabe unseres Schülermagazins „Einmalig“ in der

Hand. Nun mögt ihr euch vielleicht wundern, was das Ganze so einmalig

macht. Die Anzahl der Auflagen ist zumindest hoffentlich nicht damit gemeint

(Wenn ihr Lust habt im nächsten Schuljahr mitzumachen oder das Projekt

zu unterstützen, dann meldet euch sehr gerne im Lenauhaus!)

Vielmehr ist der Grundgedanke dieses Projekts einmalig. Zum ersten Mal

arbeiten Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Pécser Schulen gemeinsam

an einem Magazin. Die Idee kam uns bei einem inspirierenden Bier

in unserer Lieblings Bar in Pécs. Wer sich nun fragen mag, wer „wir“ eigentlich

sind, der findet auf Seite siebzehn einige Antworten. Für die ganz neugierigen:

Wir sind Aileen und Max. Beide jeweils kulturweit-Freiwillige an

zwei Pécser Gymnasien. Während unserer Arbeit an den beiden Schulen fiel

uns dann auch auf, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich eventuell zwar

untereinander kennen, aber bisher noch nie gemeinsam an einem Projekt gearbeitet

haben. Dies wollten wir ändern. Dazu suchten wir motivierte Schülerinnen

und Schüler die Spaß am Schreiben, am Deutschlernen und am kreativen

Arbeiten haben. Rasch fanden sich viele begeisterte Schülerinnen und

Schüler. Regelmäßig trafen wir uns im Lenauhaus, tauschten uns über den

neusten Stand aus und standen den rasenden Reportern zur Seite. Gemeinsam

entstand diese großartige Ausgabe, in der ihr Artikel rund um die Ressorts

„Stadt“, „Kultur“, „Leben“ und „Ungarndeutsch“ findet. Neben den Artikeln

unserer tollen fünf ständigen Redaktionsmitglieder, lassen sich hier auch einige

wunderbare Artikel von Gastautoren finden.

Bevor es nun an das Lesen geht, sei an dieser Stelle ganz herzlichen unseren

finanziellen Sponsoren dem „Institut für Auslandsbeziehungen“ (ifa) und der

„Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen“ gedankt. Ein fettes Dankeschön

geht darüberhinaus an die liebe Sandra, Stefan und das Team vom Lenauhaus,

an die Deutschkollegien des Babits Gymnasiums, sowie des Janus

Pannonius Gymnasiums und an alle, die uns während des kreativen Prozesses

zur Seite gestanden haben, ohne euch alle wäre dieses Projekt nicht möglich

gewesen!

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Aileen und Max


Impressum

Verantwortliche Schlussredaktion:

Aileen Kleve

Maximilian Paul Pittke

Lenau Haus

Munkácsy Mihály utca 8

7621 Pécs

Druckerei:

XPRESS digital

Radnics utca 1

7624 Pécs

Die Sponsoren:

Deutsche

Selbstverwaltung

Fünfkirchen


Inhalt

Vorwort 1

Impressum 2

Inhalt 3

Autoren 4

Weltanschauung 6

Stadt

Kultur

Geheimnisse von Pécs 9

Döner hier, Döner da 12

Humans of Pécs 14

Von Hamburg und Berlin nach Pécs

17

Ein Bild 22

Endlich frei 24

Graffiti und Street Art in Pécs 25

Ein Interview ohne Worte 28

Leben

Zählen mit 31

Natürlich Frisch 34

Unterwasserhockey 37

Ultras 39

Ungarndeutsch

Mit Herz und Hand 41

Der Treffpont 44

Die GJU 46

3


Autoren

Die einmaligen Redakteure im Portrait.

Barbara Kovács ist 16 und besucht das Babits Gymnasium

in Pécs. Für das Magazin kamen ihre großartigen

kreativen Fähigkeiten zum Einsatz.

Emília Panna Szélig ist 17 und besucht das Babits

Gymnasium in Pécs. Das Einmalig Team unterstützt

sie im Bereich Grafik.

Márk Fehér ist 18 und besucht das Janus Pannonius

Gymnasium in Pécs. Seine Sportfaszination lebt er

auch in der Redaktion aus.

Márk Halász ist 17 und besucht das Janus Pannonius

Gymnasium in Pécs. Für das Magazin schreibt er im

Bereich Leben.

Patrick Nick ist 17 und besucht das Babits Gymnasium

in Pécs. Seine vielfältigen Interessen spiegeln

sich auch in seinen Artikeln wieder. Er stand dem

Team auch beim Editing und der grafischen Gestaltung

zur Seite.

4


Max, waschechter Berliner und word-2010 Experte, übernahm für „Einmalig

nicht nur die Ideenfindung, sondern auch die Grafische Gestaltung sowie

das Editing. Ohne sein Auge fürs Detail und seinen großartigen unermüdlichen

Einsatz wäre das Magazin nie so genial hipsterig berlinerisch

geworden.

Aileen ist die Hamburger Wasserratte und Spaßkannone unserer Redaktion.

Ohne Aileens unglaublich positive Einstellung hätten wir schon oft einfach

aufgegeben. Daneben war sie unser Organisationstalent und hat nicht nur

all unsere Redaktionssitzungen geschmissen, sondern auch den gesamten

gestalterischen Prozess geführt.

5


WELTANSCHAUUNG

Albanien, Tirana

„Die Firma "Deutsch Color" ist eine Firma, auf deren Werbeschilder oder Standorte

man überall in Tirana trifft. Durch den Namen und den Slogan "Ihre professionelle

Wahl!" suggeriert die Firma, dass sie aus Deutschland wäre und deutsche Qualität anbieten

würde. Die Firma ist aber eine albanische, die mit Deutschland eigentlich nichts

am Hut hat.“

Merve Freiwillige in Tirana.


Bulgarien, Sofia

„Für den Rückweg von Belgrad nach Sofia entschieden wir uns für einen

Nachtzug. Bei der Ankunft in Sofia fiel uns auf, dass wir in einem alten deutschen

Liegewagen unterwegs gewesen waren.“

Svenja, Freiwillige am Goethe-Institut in Sofia


Stadt


Geheimnisse

von Pécs

Pécs, Europas Kulturhauptstadt

2010. Wenn man als Tourist in das

mediterrane Fünfkirchen kommt,

wird man bestimmt durch die alte

Innenstadt über den Széchenyi Platz, über den Dom Platz, und entlang der Király

Straße geführt. Man schaut sich die Sehenswürdigkeiten an, die Denkmäler aus der

türkischen Zeit und verweilt nachts in den Kneipen von Pécs. Jedoch wird man bei

keiner Stadtführung hoch auf den Berg "Mecsek" geführt, von wo aus man ein

schönes Panorama über die ganze Stadt hat. Erstaunlicherweise schauen auch nur

wenige Pécser die Stadt von dieser Stelle an.

D

eshalb habe ich hier einige Hotspots auf dem Berg von Pécs gesammelt,

von wo aus ihr einen schönen Blick auf die Stadt bekommt, ein Selfie

für ein neues Profilbild schießen oder euch nachts mit den Freunden bei einem

Bier gemeinsam unterhalten könnt.

Havihegy

Der Berg aus Kalkstein ist der südliche

Teil des Mecseks und bietet

einen der besten Blicke auf Pécs.

Ein bisschen höher gelegen als der

Tettyer Park, die Tettyer Kalksteinhöhle

und die Tettyer Ruine

befindet sich ein gemütlicher Promenadenweg

vor der Havihegyer

Kirche. Trotz eines etwas furchtbar

wirkenden Kreuzes am Rande

9


des Felsens, wählen viele den

Tettye, um romantische Stunden

während des Sonnenuntergangs zu

verbringen. Da es relativ nah zum

Stadtzentrum ist, kann man sich

morgens früh nach einer Party den

Sonnenaufgang anschauen, bevor

man sich ins Bett legt.

Niké-

Denkmal

Das Denkmal von

Niké, Göttin des Sieges

wurde zum 30. Jubiläum

der Befreiung von

der deutschen Besetzung

während des

zweiten Weltkriegs

gebaut.

Das Gelände auf dem

die Statue errichtet

wurde, erinnert uns an

die sozialistische Zeit in Ungarn, weshalb es

oft als das sozialistische Denkmal bezeichnet

wird.

„das hässlichste Denkmal von Pécs

– dafür entschädigt der Blick“

Natürlich ist die Statue über die kopflose Göttin

nicht das schönste Denkmal in Pécs, jedoch

ist es ein guter Platz um mit Freunden hinzugehen

und sich zu amüsieren. Da in der Nähe

niemand gestört wird, kann man abends Musik

hören, sich bei einem Bier unterhalten und den

schönen Blick auf die Lichter der Stadt genießen.

10


Der Fernsehturm

Falls ihr die gesamte Umgebung

von Pécs von oben aus anschauen

möchtet, ist der Pécser Fernsehturm

der perfekte und ideale Ort. Er steht

auf dem Mecsek und wurde 1973

fertiggestellt. Mit 176 Metern ist

der Pécser Fernsehturm sogar das

höchste Gebäude in ganz Ungarn.

Er dient sowohl als Aussichtsturm,

als auch als Restaurant. Zwar muss

man eine Eintrittskarte kaufen, aber

der Blick wird euch darüber hinweg

trösten. Mit Hilfe eines Liftes kann

man zu dem offenen runden Raum

des gigantischen Turmes kommen,

von wo aus man in Richtung Süden

sogar kroatische Hügellandschaften

und in Richtung Norden den ungarischen

Balaton sehen kann.

Das Verhältnis der Pécser zu ihrem

Fernsehturm ist gespalten. Der

Stahlbetonklotz ist einerseits keine

Augenweide, andererseits gehört er

einfach zu Pécs dazu und ist ein

einmaliges

Wahrzeichen.

Genießt in 500 Meter Höhe über

den Häusern von Pécs entweder ein

gemütliches Mittagessen mit der

Familie, oder ein romantisches

Abendessen mit eurer Liebe während

des Sonnenuntergangs in dem

Restaurant.

Patrick Nick

11


Döner hier, Döner da...

Wenn man durch Pécs läuft, ist es unmöglich über keinen

Dönerladen zu stolpern. Oder besser gesagt keinen

Gyrosladen, denn in Ungarn heißt der geliebte Döner

Gyros. Aber woran liegt es, dass Pécs einer

Dönerhochburg gleicht?


Schlendert man durch die Pécser

Innenstadt vereinen sich die herrlichen

Düfte von feurigen Gwürzen,

Knoblauch, Zwiebeln und geröstetem

Fleisch. Grund hierfür sind die zahlreichen

Gyrosimbisse. Der Gyrosfanatismus,

den man sonst eventuell nur

aus Berlin kennt, ist jedoch auch in

Pécs omnipräsent.

„Ich esse am liebsten bei

’Repeta Gyros’, weil die

Bedienung sehr schnell ist.“

Doch woher kommt diese Liebe zu

den gefüllten Fladenbroten? Für

den Grund sollten wir vielleicht in

der Zeit zurückreisen. Ungarn war

150 Jahre lang von den Osmanen

besetzt. Während dieser Zeit

konnten die verschiedenen

kulturellen Bräuche, wie zum

Beispiel die Essspezialitäten,

ausgetauscht werden. Insofern ist

es kein Wunder, dass es, in der

voller Erinnerungen an die Türken

geprägten Stadt, fast in jeder

Straße ein Laden für diese

osmanische Spezialität gibt.

„Mein Lieblings Gyrosladen

ist ’Oasis’. Dort bekomme

ich nicht nur einen super

Gyros, sondern kann mich

auch noch nett mit dem

Besitzer unterhalten.”

Es ist wichtig festzustellen, dass

Döner und Gyros eigentlich nicht

das Gleiche sind. Zwar kennen

Deutsche kein Gyros, denn auf

Deutsch heißt das Döner, aber

zwischen den beiden Fastfoods

gibt es doch einen Unterschied:

Die Herkunft nämlich. Beide

stammen aus dem alten

Osmanischen Reich, aber während

Gyros von den Griechen verbreitet

wurde, ist Döner türkisch. Es ist

auch kein Wunder, dass in

Deutschland dieses Gericht als

Döner bezeichnet wird, denn es ist

in den 1970- Jahren von einem in

Deutschland lebenden Türken zum

ersten Mal zubereitet worden. Bei

der Zubereitung unterscheiden sich

Döner und Gyros nur beim

Fleisch. Der Döner wird

traditionell mit Schafsfleisch

gemacht und Gyros kann auch aus

Rind- Schweine- oder

Hühnerfleisch zubereitet werden.

„Mein Lieblingsgyrosladen ist der ’Trójai Faló’, weil dort das

Fleisch und die Sauce sehr gut schmecken. Er ist auch nachts

geöffnet und der Laden sieht richtig gut aus.”

Patrick Nick

13


Humans of Pécs


Humans of Pécs ist ein Fotoprojekt von Schülern des Babits

Gymnasiums über das Leben, Arbeiten und Studieren in der

mediterranen, südungarischen Stadt. Die Inspiration und Idee

für die Seite kam von einem amerikanischen Blogger, der anfing,

verschiedenste Menschen aus New York zu fotografieren und zu

interviewen.

Alles begann, als unser

Englischlehrer uns von

dieser spannenden

New Yorker Facebookseite

erzählte, die vor

kurzem auch einen

Bildband herausgebrachte.

Wir alle waren

sofort von der Idee

begeistert und stürzten

uns alle erwartungsvoll

in die Arbeit.

Unser Seite war zu Beginn

noch sehr einfach

gestaltet und die Bilder

waren noch nicht

von besonders guter

Qualität. Doch mit der

Zeit und der Hilfe eines

Mitschülers, der

tolle Fotographien fertigte,

wurde die Seite

immer komplexer und

besser.

Einer unserer Höhepunkte

während der

Arbeit an „Humans of

Pécs” war der Besuch

der Medizinischen Fakultät

und die Interviews,

die wir dort

führten. Dort entstanden

die spannendsten

und interessantesten

Fotos und Kommentare

und nirgends waren

so viele Leute bereit

teilzunehmen.

15

Neben der Arbeit am

Projekt hat uns „Humans

of Pécs” geholfen

offener zu sein sowie

mutiger auf Andere

zuzugehen und mit

ihnen zu sprechen.

Auch die Benutzung

von diversen Medien

hat und viel gebracht.

Durch das Projekt

konnten wie eine

Bandbreite an Leuten

erreichen und ihnen

neue Perspektiven

vermitteln. Vielleicht ist

das der Grund, warum

uns die Arbeit so viel

Spaß gemacht hat und

wir es kaum erwarten

können, das nächste

Mal loszuziehen und

neue Leute zu treffen.

Kevin Fenyö


Wie lang kennen Sie beide sich schon?

Wir kennen uns schon seit Jahrzehnten.

Seit 49 Jahren sind wir schon Beste Freundinnen.

Was war der schönste Moment in Ihrem Leben?

Die Geburt meiner Tochter war ein Wendepunkt in

meinem Leben, da es für mich ein wirklicher Erfolg war.


von

Hamburg

und

Berlin

nach

Pécs

V on Hamburg und Berlin nach

Pécs – Zwei Stadtkinder entdecken

das Kleinstadtleben.

Die Diskussion darüber, ob nun

das Stadtleben oder das Kleinstadtleben

erstrebenswerter sei,

ist ewig alt. Je nach Gesprächspartner

mögen die Meinungen

sehr vielseitig ausfallen, zumeist

sind sich die Stadtkinder aber einig:

Kleinstädte und Dörfer sind

langweilig, beengend und einseitig.

Ein buntes, abwechslungsreiches

und lebendiges Leben sei

definitiv nur in der Stadt möglich.

Sowohl Max als auch Aileen sind

beide waschechte Stadtkinder,

geboren in Deutschlands größter

Stadt Berlin und in Hamburg, der

nur zweitgrößten, dafür viel schöneren

Stadt. Beide sind im Rahmen

ihres Freiwilligendienstes das

erste Mal für einen längeren Zeitraum

in einer Kleinstadt gelandet:

In Pécs. Wie die beiden den

Wechsel von der Großstadt in die

Kleinstadt erlebt haben, haben die

beiden in einem Gespräch besprochen.

17


Aileen: Ich bin in Hamburg geboren

und aufgewachsen. Bei

knapp zwei Millionen Einwohnern

mag man denken, dass ich als

Kind die Natur quasi nie erlebt

habe, zwischen Autos gespielt

habe und dachte, dass Kühe lila

sind. Das Schöne an Hamburg ist

jedoch, dass es trotz viel Stadtleben

und Beton, enorm viel Grün

gibt. Ich bin in einem Stadtteil am

Rande Hamburgs aufgewachsen,

wo es nebenan einen Reiterhof und

ein 10 Minuten entferntes Naturschutzgebiet,

aber eben auch zwei

Einkaufszentren, mehrspurige

Straßen, Hochhäuser und U-

Bahnen gibt. Mittlerweile wohne

ich wesentlich zentraler, aber auch

jetzt gibt es um die Ecke einen

riesigen Park, die Alster und einen

Flusslauf. Die Mischung macht’s

in Hamburg. Das hat mir schon

immer gefallen, vor allem aber

auch die Vielseitigkeit und die

zahlreichen Möglichkeiten. Auch

nach 24 Jahren habe ich noch

längst nicht alle Ecken in Hamburg

abgeklappert und entdecke

noch immer Neues.

Max: Ich hab immer schon im

Zentrum von Berlin gelebt. 19

Jahre in der gleichen Straße, im

gleichen Haus, in der gleichen

Wohnung. Mir hat es dort auch

immer unheimlich gut gefallen.

Schöneberg, der Bezirk in dem

mein Zuhause liegt, ist ideal.

Nichts ist schöner, als im Sommer

über die vielen Plätze in der Gegend

zu schlendern und sich auf

die grünen Wiesen zu legen, die

man auch in Berlin mitten in der

Stadt finden kann. Was das Großstadtleben

für mich aber immer

einzigartig gemacht hat, ist die

Vielfalt, nicht nur an Geschäften,

sondern auch an Bezirken, Kulturen,

Küchen und natürlich Menschen.

Und keiner wird dich eigentlich

jemals schräg anschauen,

egal wie verrückt du heute verkleidet

sein magst.

Aileen: Diese ganzen Vorurteile,

die viele Menschen über Städte

haben, haben sich mir noch nie

erschlossen. Ich habe das Stadtleben

nie als anonym, einsam, stressig

oder laut empfunden. Vielmehr

hatte ich immer viele Vorurteile

über das Kleinstadt- oder Dorfleben:

engstirnige Menschen, langweilig,

ohne kulturelles Angebot,

rückständig in der Denkweise und

Lebensart.

Max: Ja, da kann ich dir nur zustimmen.

Manchmal kommt mir

Berlin selbst wie ein Dorf vor.

Eigentlich bewegt man sich auch

in der Großstadt hauptsächlich in

seinem eigenen Kiez, geht oft in

die gleichen Cafés, kauft immer

beim gleichen Bäcker und Supermarkt

ein, kennt nicht nur die

Nachbarn beim Namen, sondern

auch die aus der Straße. Natürlich

fahre ich auch sehr oft nach

Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer

Berg, da gibt es schließlich die

wesentlich cooleren und besseren

Restaurants und Bars, aber das

18


eigentliche Leben spielt sich in

einem Bereich ab, der nicht wirklich

viel größer als Pécs ist. Deshalb

war der Umzug hierher für

mich vielleicht ungewohnt, aber

nicht unbedingt eine riesige Umstellung.

Monate Kleinstadtleben kann man

ja mal ausprobieren.

Max: Bei mir sind es sogar 12

Monate. Und ich bin eigentlich

einer dieser typischen Berliner, die

immer sagen, dass keine Stadt dieser

Welt über „das Berlin“ geht.

Aileen: Als ich erfuhr, dass es

für 6 Monate an das ANK in Pécs

gehen sollte, musste ich zunächst

einmal googeln wo Pécs überhaupt

liegt. Den Balaton und Budapest

kannte ich natürlich, aber von Pécs

hatte ich noch nie zuvor etwas

gehört. Als ich dann sah, dass Pécs

nur knapp 160.000 Einwohner hat,

war ich etwas schockiert. Die

wirklich schönen Bilder der Altstadt

und der Reisebericht meines

damaligen Chefs, der vor vielen

Jahren in Pécs gearbeitet hatte,

überzeugten mich dann aber. 6

Ich konnte mir einfach nicht vorstellen,

dass man auch in einer

Kleinstadt was erleben kann und

nicht den immer gleichen Alltag

hat, doch der ist eigentlich fast

genauso abwechslungsreich wie in

Berlin. Ich mag es mittlerweile

sehr, dass ich durch die Straßen

von Pécs gehen kann und immer

mal wieder bekannte Gesichter

sehe, kurz stehenbleibe und mit

den Leuten rede. Ich glaube aber,

dass Pécs da nochmal ganz anders

ist als einige andere Kleinstädte in

Deutschland und Ungarn. Das liegt

natürlich auch an den vielen vielen

19


internationalen Studenten hier in

der Stadt.

Aileen: Ich weiß noch wie ich im

März das erste Mal in der Kiraly

Utca war und völlig überrascht

von der Auswahl an Bars, Cafés

und Restaurants war. In Studentenstädten

wie Kiel oder Flensburg

beispielsweise gibt es längst nicht

so ein reiches Angebot wie in

Pécs. Es ist auch wirklich ständig

etwas los. Jede Woche gibt es

Konzerte, man kann immer in eine

der vielen Bars gehen und ich liebe

es in Pécs spazieren zu gehen. Vor

allem der Weg hoch zum Tettye

Park und auf den Mecsek mag ich

besonders.

Max: Auf jeden Fall. Ich bin immer

noch ganz fasziniert wie viel

hier los ist. Das fing alles schon im

ersten Monat in Pécs während des

Karnevals an. Mitten auf dem Szechenyi

tér war eine riesige Bühne

aufgebaut und Punnany Massif hat

ein Konzert gegeben. Alle Menschen

haben mitgesungen und ausgelassen

getanzt. Das war wirklich

ein schöner Abend an den ich mich

noch erinnern kann. Auch das PEN

Festival hat viel Spaß gemacht.

Viele der anderen Freiwilligen in

Ungarn haben in ihren Städten

nicht so ein reichhaltiges Angebot.

Aileen: Wer hätte gedacht, dass

es uns Stadtkindern so gut in einem

kleinen Dorf wie Pécs gefallen

würde.

Max: Und wer weiß, vielleicht

kehren wir eines Tages alle wieder

zurück nach Pécs…

20


Kultur


22

Nele Lenzen


oh bartleby – ein

Song von Spacemann

Spiff

irgendwer hat versucht

mit leuchtenden augen

und milch im gesicht

herz ohne gewicht

auf der stelle zu gehen

irgendwer hat versucht

alles runde zu meiden

und mit geschickt

alle kanten im blick

sich im achteck zu drehen

irgendwer hat versucht

keine uhr mehr zu tragen

nur ein er und ein nacktes

handgelenk

am rande der zeit

irgendwer hat versucht

durch den alltag zu reisen

der weg ins büro

ist sowieso

so fürchterlich weit

und alle haben sie gezweifelt

und über ihn gelacht

irgendwer hat versucht

sich nicht zu verbergen

im weltall zu leben

und klingonisch zu reden

ohne sich zu genieren

sein alter hat irgendwer

ganz einfach vergessen

bloß nicht alt, nicht zu jung

noch immer in schwung

und kein ruf zu verlieren

irgendwer hat versucht

gelassen zu bleiben

den zeitgeist im nacken

den tod auf den fersen

zu ignorieren

irgendwer hat versucht

ein niemand zu werden

von namen befreit

nun endlich bereit

rumzuexistieren

und alle haben sie gezweifelt

und über ihn gelacht

um dann auf ihn zu hoffen

auf irgendwen zu hoffen

ganz heimlich

in der nacht.

23


Freizeit ist für Teenager immer sehr wichtig. Man kann ein bisschen abschalten,

die Probleme außer Acht lassen und das machen, wozu man Lust hat. Oder vielleicht

doch nicht?

Freizeit ist auch für mich ein sehr wichtigeR Teil des Lebens. Wenn man keine Zeit

dafür hat, was man wirklich gern hat und Spaß macht, dann trifft man immer nur auf

Stress und ProblEme, ist immer nervös und man kann sich nicht richtig erholen. Das

kann in einigen Fällen zu ganz großen Problemen führen.

Mit meinen Freunden ausgehen, oder mit meiner Familie zusammen sein. Ins Kino gehen,

oder einen Film zu Hause anschauen. Musik hören oder Gitarre spielen. Mit jemandem

im Internet chatten oder persönlich spazieren gehen. Wenn ich frei bin, mache

ich sehr gern eine von diesen Tätigkeiten. Jedoch habe ich leider immer weniger Zeit

dafür. Natürlich bin ich auch der Meinung, dass die Schule, und das Lernen wichtig

sind, aber man verbringt damit sehr viele Stunden. Dank des veränderten ungarischen

Schulsystems bin ich jeden Tag bis 15.30 oder 16.30 in der Schule und danach muss ich

noch Zu Hause für den nächsten Tag lernen. Deswegen haben die ungarischen Jugendlichen

immer weniger Freizeit.

Endlich Frei!

Bei den deutschen JugendlichEn sieht es genauso aus. Ich habe bei einigen Freunden

aus Deutschland nachgefragt, was sie in ihrer Freizeit machen und wie viele freie Stunden

sie eigentlich haben.

„Ich habe zwar recht viel Freizeit da mein Fußball Training erst um

9 Uhr abends ist und man davor noch viel machen kann aber das

wird eingeschränkt durch die vielen Tage an denen man 8 Stunden

hat.” Jannes (16)

Jugendliche in Deutschland sind weniger beschäftigt, wegen des lockeren Schulsystems.

Zwar sind einige auch in Ganztagsschulen, dann haben sie aber oftmals keine Hausaufgaben

mehr zu tun. Sie treffen sich gern mIt ihren Freunden, machen etwas zusammen,

die Jungs spielen auch besonders gern Fußball. Die Mädchen tanzen gern oder treiben

auch Sport, wie zum Beispiel Volleyball.

Meines Erachtens nach, unterscheiden sich die Jugendlichen der verschiedenen Länder

voneinander insofern nicht so sehr, weil wir uns alle in unseren freien Stunden damiT

beschäftigen wollen, was wir gerne machen. Das kann von Musik hören, Roller fahren,

bis mit Freunden etwas zusammen machen oder auf einem Instrument spielen, alles

sein. Ganz typisch für die Jugend von heute ist, dass sie sehr viel im Internet surfen,

also chatten oder die Community-Seiten aufsuchen oder am PC spielen.

Patrick Nick


Street-Art und Graffiti in Pécs


Graffiti und Street-Art

gehören zu jeder Stadt, so auch

zu Pécs. Man sieht sie vor allem

auf abgelegenen Parkplätzen,

alten Transformatorenhäuschen

oder an verschlissenen Mauerwerken

im Bahnhofsviertel. Ob

Bilder, Schriftzüge oder Zeichen

– überall in der Stadt sind

sie verstreut. Die Unterschiede

zwischen Graffiti und Street-Art

sind dabei nicht unverkennbar.

Viele meinen, dass Street-Art

Artisten insbesondere ihre Meinung

kundtun möchten und

durch eine Botschaft mit den

Menschen kommunizieren wollen.

Graffiti stellen hingegen

eine Art Reviermarkierung dar,

bei der der Sprayer seinen Tag

(Schriftzug) an markante, öffentliche

Orte platziert.

Andere hingegen meinen, dass

der Unterschied sich darin ausdrückt,

dass ein Graffito aus

Buchstaben besteht und Street-

Art alles Andere verkörpert.

Uneinigkeit herrscht auch bei

der Anerkennung von Graffiti

als Straßenkunst. Ob sie als

Verschönerung der Stadt oder

als illegaler Vandalismus gese-

hen wird, hängt sehr stark vom

Betrachter ab. Für die Einen

sind Sprayer Schmierfinken, für

die Anderen Künstler. Für mich

werden Städte durch Graffitis

und Street-Art meist individueller

und interessanter.

Nicht nur in anderen Städten

verschönern Graffitis das Stadtbild,

sondern auch in Pécs. So

lässt sich zum Beispiel auf dem

Parkplatz hinter der ehemaligen

Druckereigesellschaft eines

Stadtmagazins Street-Art finden.

Dieser eher verlassene,

staubige und trostlos wirkende

Stellplatz, verwandelt sich

durch die Vielfalt an Farben zu

einem interessanteren und spannenderen

Ort, den es sich lohnt

zu entdecken.

Stefan Schuchort

26


Street-Art und Graffiti in Pécs


Ein Interview ohne Worte mitl

Balásy Szabolcs

gggggggg

Balásy Szabolcs ist

Musiklehrer am

Babits Gymnasium

in Pécs. An so manchem

Abend steht er

neben diesem Job

auch noch auf der

Bühne. Sowohl mit

dem Chor „Voice

Singers“ als auch als

Pianist. Wir haben

uns mit ihm zu einem

Interview ohne

Worte getroffen.

Herr Balásy,

sagen sie jetzt

nichts!

Barbara Kovács

Emília Panna Szélig


Stehen sie lieber auf der Bühne

oder vor der Klasse?

Sie sind Musiklehrer und professioneller

Musiker, was haben beide Berufe

gemeinsam?

Mit welchem Gefühl betreten

Sie die Bühne?

Wie entspannen Sie sich?


Leben


Zählen mit - Konsti

.

Wir haben uns mit Konsti zum Zählen getroffen.

Er ist nicht nur Student in Pécs, sondern auch

Erfinder des Namens unseres Magazins.

1 bedeutungsvoller Song:

„Die 9. Sinfonie, Ode an die Freude von

Beethoven, weil das Stück für ein gemeinsames

Europa steht, fernab von Hass, Grenzen und

Feindseligkeiten. Ein Europa der Einigkeit und

des Friedens.“

2 Alben, die jeder besitzen sollte:

„Nevermind von Nirvana und Abby

Road von den Beatles.“

3 Menschen

und Dinge, die mich geprägt haben:

„1. Meine Lebenseinstellung: wenn ich heute sterben

würde, möchte ich, dass mein letzter Gedanke ist, dass

ich Gutes getan habe und kein Arschloch war. Nach dieser

Einstellung handele ich, wenn auch manchmal unterbewusst,

jeden Tag.

2. Eine recht durchwachsene Jugend.

3. Meine Familie.“

4 Festivals, die spitze sind:

„Rock am Ring, Tomorrowland, Sonne,

Mond und Sterne, Balaton Sound.“

31


5 Dinge an die ich früher geglaubt habe:

„Ich war früher eigentlich immer der, der die Lügen verbreitet hat, deshalb

nun fünf Lügen und Schandtaten aus der nahen und fernen Vergangenheit:

1. Da ich mir noch ein Geschwisterchen gewünscht hatte, durchstach ich die

Kondome meiner Eltern.

2. Meine Stimme ähnelte der meiner großen Schwester sehr. Einmal rief ich

meine Oma an und gab mich für meine Schwester aus. Ich beschwerte mich

bei ihr, dass meine Mama vergessen hätte mich zum Ferienlager zu fahren.

Woraufhin meine Oma entsetzt bei meiner Mutter nachharkte.

3. Mit Fünf Jahren erzählte ich meinem Vater, dass der Schiefe Turm von Pisa

umgestürzt sei. Ich war dabei so glaubhaft, dass mein Vater die Geschichte

tatsächlich weitererzählte.

4. Vor einiger Zeit zerbeulte ich das Auto meines Vaters leicht. Ohne meinem

Vater Bescheid zu geben, fuhr ich nach Pécs zurück. Immerhin ließ ich

als Entschädigung einen Kasten Bier für ihn zurück.

5. Mit zwei Jahren stellte ich mich vor die Praxis meines Vaters und kassierte

von den Patienten Eintritt, den ich tatsächlich sogar bekam.“

6Dinge, die ich bisher noch nicht gemacht habe und

unbedingt noch machen möchte:

1. „Eine Reise nach Südamerika.

2. Einen Segelflugschein.

3. Für Ärzte ohne Grenzen arbeiten.

4. Im Ausland arbeiten.

5. Den höchsten Berg der Schweiz, die Dufourspitze, besteigen.

6. Mit dem Fahrrad von Pécs nach Hause in den Schwarzwald

fahren.“

32


Meine 7Leben:

1. „Arzt

2. Chef sein

3. Harry Potter

4. Super Mario, die Bananen werden natürlich professionell

umfahren.

5. Aussteiger back to the roots

6. Weltverbesserer

7. Panda (den ganzen Tag essen).“

Nach

8Uhr abends...:

„Genieße ich das Leben.“

Vor 9 Stunden...:

„Habe ich die Katze eines Freundes

gefüttert.“

Etwas, dass ich noch nicht einmal mit einer 10 Meter

langen Stange berühren wollen würde:

„Plutonium!“

33


Natürlich frisch:

Limonade und Eistee

selbstgemacht

Sandra György. Nichts geht über ein kühles Erfrischungsgetränk

im Sommer! In diesem Beitrag zeige

ich euch, wie man ganz einfach aus natürlichen Zutaten

eine Limonade oder einen Eistee zaubern kann.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und

selber Kreieren!


Salbei-Ingwer-Limette-Limonade

Zutaten:

1 großer Behälter

(500ml-1 Liter)

1 Handvoll Salbei

ein daumengroßes

Stück Ingwer

2-5

Limettenscheiben

(Schale entfernen)

Honig nach

Geschmack

Dieses Getränk ist nicht nur super erfrischend und

sehr lecker, sondern auch wirklich gesund. Ich sage

nur: Kräuternote trifft auf würzig-scharf und lustigsauer.

Und so geht‘s:

Fülle das Glas bis zur Hälfte mit Wasser. Zupfe danach den

Salbei und schneide den Ingwer in kleine Stücke und die

Limette in Scheiben. Nun gib alle Zutaten ins Glas und fülle

eventuell noch etwas Wasser nach. Nach Geschmack kannst

du noch etwas Honig dazu geben. Nun wird die Limonade

für 1-2 Stunden in den Kühlschrank gestellt und ist danach

bereit, getrunken zu werden.

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Zutaten:

1 großes Glas

(500ml-1 Liter)

½ Gurke

1 handvoll Minze

1 daumengroßes

Stück Ingwer

2-5 Scheiben

Zitrone (Schale

entfernen)

Honig nach

Geschmack

Minze-Zitronen-Gurken-Limonade

Ja, in diese Limonade kommt Gemüse! Wusstet ihr,

dass Gurken sehr viel Wasser enthalten und daher auch

gute Durstlöscher sind? So sind sie auch perfekt für

diese Limonade geeignet.

Und so geht‘s:

Fülle den Behälter zur Hälfte mit Wasser. Schneide die Gurke

und den Ingwer in kleine Stücke und die Zitrone in Scheiben.

Nun befülle das Glas mit den Zutaten und füge etwas Honig

dazu. Fülle das Glas bis zum Rand mit Wasser auf – und dann

ab in den Kühlschrank mit dem Getränk. Nach 1-2 Stunden.

ist die Limo fertig!

Nektarinen-Minze-Honig-Zitronen-Eistee

Diese Variante des Eistees überrascht mit einer

Kombination von Obst, einigen Kräutern und etwas

Honig. Ich kann euch garantieren, dass ihr bestimmt

nicht nur ein Glas trinken werdet!

Und so geht‘s:

Setze Wasser auf und lass die Teebeutel 5-10 Minuten

ziehen. Schneide nun die Nektarinen in Würfel und die

Zitronen in Scheiben. Rupfe anschließend die Minze

und fülle alle Zutaten in das Glas. Der Tee sollte nur die

Hälfte der Flüssigkeit ausmachen. Anschließend gieße

noch Wasser dazu. Wer mag, kann den Tee noch mit

Honig süßen. Nun lass den Eistee etwas abkühlen und

stell ihn danach für 1-2 Stunden in den Kühlschrank.

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Zutaten:

1 großes Glas

(500ml-1Liter)

2 Teebeutel schwarzen

Tee (z.B.

Darjeeling)

2 Nektarinen

1 handvoll Minze

2-3 Scheiben

Zitrone (ohne

Schale)

Honig nach

Geschmack


Unterwasserhockey


Unterwasserhockey

Dein erster Gedanke

wird wahrscheinlich

sein: „Was ist das?”

Unterwasserhockey

ist ein nicht so

weit verbreiteter

Sport. Die mit

Schnorchel, Kappe,

Maske, Flossen,

Schläger und einem

Handschuh ausgerüsteten

Spieler

versuchen am Grund

eines Schwimmbeckens

einen Bleipuck

mit Hilfe eines

Schlägers ins gegnerische

Tor zu bringen.

12 Spieler gehören

zu einer

Mannschaft: 6

Sportler sind im

Schwimmbecken, 4

Auswechselspieler

warten am Beckenrand

und 2 Sportler

sind die Ersatzmänner.

Sowohl Männer,

als auch Frauen,

Jugendliche und

ältere Menschen

treiben diesen Sport.

Welche Fähigkeiten

braucht man, um

diesen Sport zu treiben?

Unserer Meinung

nach ist Willenskraft

am Wichtigsten.

Ohne Willenskraft

kann ein

Sportler sich nicht

durchsetzen. Wir

meinen, dass dies

wichtiger ist, als

beispielsweise die

Kondition. Außerdem

brauchen die

Sportler Ausdauer,

Kraft, Schnelligkeit

und viel Konzentration.

Es ist schwer,

2x15 Minuten unter

dem Wasser zu spielen.

Wenn ein Sportler

Luft holt möchte,

muss er/sie auftauchen.

Alan Baker erfand

diesen Sport 1954.

Sein Ziel war es,

dass sein Tauchklub

im

Winter keine

Zwangspause machen

muss, weil das

Wasser des Meers

zu kalt war.

Seit 1995 kann man

diesen Sport in Ungarn

treiben. Seit

1998 nehmen die

ungarischen UWH-

Sportler an internationalen

Wettbewerben

teil, wo sie tolle

Ergebnisse erreichen.

In Ungarn

kann man am drei

Plätzen Unterwasserhockey

spielen:

in Budapest, Pécs

und Szigetvár. Am

wichtigsten ist es,

dass die ungarischen

UWH-Sportler gemeinsam

eine große

Familie sind! Für

die großartigen Bilder

bedanken wir

uns bei Róbert

Róka!

Márk Fehér, Márk

Halász

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Ultrasl

U

rsprünglich ist es eine besondere

Organisationsform für fanatische

Anhänger einer Fußballmannschaft.

Die meisten Gruppen haben

einen Vertreter. Dieser organisiert

im Namen der Gruppe die

Kommunikation mit dem zu unterstützenden

Verein, Lagerräume

für Fahnen oder Eintrittskarten für

Auswärtsspiele. Der ‚Capo’ steht

in der Mitte der Fans und er koordiniert

die Anhänger mit einem

Megafon. Es gibt sehr viele Hilfsmittel

um die Choreographie zu

unterstützen wie zum Beispiel

Konfetti, Trommeln, Fahnen, Ballons,

Rauchbomben und Feuer.

Die Choreographie hängt von der

Kreativität der Gruppe, der Finanzierung

und der Mitarbeiterzahl

ab. Ultras finanzieren sich durch

eigene Mitgliedsbeiträge

und durch den Verkauf von selbst

kreierten Fan-Artikeln, weil die

Unterstützung durch Sponsoren

oder Vereine strikt abgelehnt

wird. Das Ziel der Ultra-Bewegung

ist ihren Verein immer und überall

bestmöglich zu unterschützen,

wenn es geht. Es gibt ein paar ungeschriebene

Regeln: Ultras müssen

während der Spielzeit immer

ohne Pause stehen, die Anhänger

müssen klatschen, singen und

hüpfen.

Alle Gruppen haben einen dauerhaften

Platz in dem Stadion. In

Europa war die erste organisierte

Anhängergruppe die B-Közép in

1928 in Budapest bei Ferencvárosi

Torna Club. Heute hat dieser Club

die größte Unterstützung in Ungarn.

Márk Halász, Márk Fehér

.

W ir haben bei einigen Ultras nachgefragt, was für sie das Ultra

Leben bedeutet.

„Es ist meine zweite Familie.“

„Für mich? Alles! Gute Stimmung, gewaltige Menschen, zero

Stress: Befreiung.“

„Es bedeutet für mich nur ein Wort: Leben.“

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Ungarndeutsch


Mit Herz und Hand –

Handwerk in Nadasch


In einem kleinen Dorf im Südwesten von Ungarn lassen sich

Handwerkskünste finden und beobachten, die andernorts schon

lange ausgestorben sind. Blanka Ruppert, die zurzeit die zehnte

Klasse des Valeria Kochs besucht, hat sich auf Spurensuche in ihrem

Heimatdorf Nadasch begeben. Dabei sind zauberhafte Bilder

entstanden, die sie aktuell im Rahmen einer Ausstellung im Lenau

Haus präsentiert. Bei einem Gespräch hat Blanka uns ihr Konzept

hinter dem Projekt verraten und mit uns über ihre Liebe zur Fotografie

gesprochen.

Die Fotografie ist für mich ein sehr bedeutendes Hobby. Ich wollte mit diesem

Projekt eine Fotoreihe über die Nadascher Handwerke machen. Diese

Handwerke sind heute noch lebendige Berufe, die in meinem Heimatdorf

Nadasch ausgeübt werden. Nadasch ist ein mittelgroßes Dorf in Südwest Ungarn,

wo heute noch viele überwiegend Ungarndeutsche leben. Im 18. Jahrhundert

wurden viele Menschen aus Deutschland hier angesiedelt. Die Leute,

die hier ankamen, haben unter anderem ihre Sprache, ihre Kultur, ihre Berufe

und ihren Glauben mitgebracht. Es ist wundervoll, dass diese Berufe von den

älteren Generationen noch ausgeübt werden, dies wollte ich mit meinen Fotografien

festhalten.

Dabei habe ich mir viele Fragen gestellt: Womit beschäftigen sich der Fassbinder,

der Holzdrechsler und der Steinmetz? Weiß eigentlich die jüngere Generation,

was für Berufe das sind? Welche Produkte stellen diese Handwerker her

und welche Materialien benutzen sie?

Ich habe mit Handwerken Interviews geführt und mich nach Einzelheiten ihres

Handwerks erkundigt. Ich wollte wissen, ob das Handwerk eigentlich eine Zukunft

hat. Ich hatte viele Fragen an die Handwerker und meine Recherche hat

mir viele Einblicke beschert. Bei allen meinen Besuchen habe ich Fotos gemacht.

Mit den Fotografien möchte ich das Handwerk erklären sowie die

Schönheit und den Zauber zeigen.


Mit Herz und Hand –

Handwerk in Nadasch


Der Treffpont im Lenau

Haus

Das Lenau Haus ist das geistigkulturelle

Zentrum der Ungarndeutschen.

Namensgeber der

Institution ist der ungarndeutsche

Dichter Nikolaus Lenau.

Der Lenau Verein ist seit 1985

aktiv und sitzt seit dem 3. Juni

1990 in der Munkácsy Straße.

Der Verein möchte mit seiner

Tätigkeit der deutschen Minderheit

bei der Bewahrung und

Pflege ihrer Kultur und Tradition

helfen.

Der „Treffpont” (was aus dem

deutschen Wort treffen =

találkozni und aus dem ungarischen

pont = Punkt abgeleitet

wurde) ist der Jugendbereich

im Lenau Haus.

Die Kulturmanagerin am Lenau

Haus, Sandra György, betreut

den Treffpont und organisiert

ein buntes und abwechslungsreiche

Programm. Dieses bietet,

den an der deutschen

Sprache interessierten Leuten,

von Woche zu Woche eine

Möglichkeit zur Bildung und

unterhaltsamen Freizeitgestaltung.

In diesem Rahmen werden

auch viele der Programme

organisiert. Den immer aktuellen

Veranstaltungskalender

kann man sowohl auf der Treffpont

Facebook Seite als auch

auf der Webseite des Lenau

Hauses ansehen.

Die deutschen Sprachcafés bieten

einem die Möglichkeit, sich

auf Deutsch zu unterhalten und

miteinander zu spielen. Die

einzelnen Sprachcafés behandeln

immer ein Thema.

An den Spielenachmittagen

kann man die Playstation, den

Kickertisch, Dart, Tischtennis

und viele deutschsprachige

Gesellschaftsspiele ausprobieren.

Bei gutem Wetter werden auch

mal Grillpartys auf dem Hof des

Hauses organisiert. Abends

gibt es auch deutschsprachige

Filmvorführungen in der „Pfälzer

Stube”, dem ausgebauten

Kellerbereich des Lenauhauses.

In Gesellschaft und mit einem

großen Popcorn-Berg kann

man die neusten deutschen

Filme mit ungarischem oder

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deutschem Untertitel anschauen.

Über die nächsten Filmklub-

Abende kann man sich ebenfalls

auf der Webseite erkundigen.

Treffpont hat schon eine Stadtrallye

organsiert, bei der

deutschsprachige Schüler, mit

dem Deutschtum verbundene

Ortskundenaufgaben lösen

mussten. Die Handarbeitworkshops

und die Tanzabende

machen die Auswahl noch bunter.

Wenn du dich aber nur

gerne hinsetzen und ein bisschen

lesen möchtest, dann

steht dir der Lesesaal des

Lenau Hauses mit mehreren

tausenden Bänden zur Verfügung.

Da kann man sich wirklich

weiterbilden! Braucht man

mehr? Die Tore stehen für alle

Interessenten offen, die sich

gerne mit der deutschen Sprache

beschäftigen, ihre Sprachkenntnisse

vertiefen wollen o-

der nur einfach Spaß haben

möchten. Sandra erwartet die

Besucher mit viel Freude. Ich

hoffe, es gelang mir euer Interesse

dafür zu wecken.

Ádám Rétkes

Facebook.de/LenauHaus und

lenau.hu


D

ie Gemeinschaft

Junger Ungarndeutscher

(GJU) ist

am 31. Dezember

1989, in Pécs gegründet

worden, um

den, sich damals

noch in Freundeskreisen

organisierenden

Jugendlichen

die deutschsprachige

Kultur und Traditionen

zu übermitteln,

diese mit ihnen gemeinsam

zu pflegen

und all diese den

kommenden Generationen

zu vererben.

Die Freiwilligen in

der Organisation

haben in den mehr,

als 25 Jahren seit der

Gründung zahlreiche

einheimische und

internationale Programme

organisiert.

Die vielfältigen Programme

werden

nach den Interessen

der Jugendlichen

geformt. Das zentrale

Element, also die

Angehörigkeit zum

Ungarndeutschtum

tritt jedes Mal auf

irgendeine Weise in

Erscheinung. Mithilfe

von spielerischen

Aufgaben, Quizzen,

Wettbewerben und

Workshops werden

den Jugendlichen

die alten Traditionen,

Bräuche und

die ungarndeutschen

Dialekte bekanntgemacht.

Während

der kulturellen Programmelemente

wird der ungarndeutsche

Stil der

diversen Landschaftseinheiten

gezeigt. Des Weiteren

werden die Veranstaltungen

auf

moderne Art ausgetragen,

um anspruchsvoll

für jeden

Jugendlichen zu

bleiben. Wichtig ist

es auch, dass die

Programme von

Ungarndeutschen für

Ungarndeutsche

organisiert werden,

jedoch auch diejenigen

teilnehmen dürfen,

die weniger

gute Deutschkenntnisse

vorweisen

können

oder

keiner ungarndeutschen

Abstammung

sind. Alle, die Lust

haben, sind eingeladen

mitzumachen!

Dank der fleißigen

jahrelangen Arbeit

unserer mehreren

hundert Mitglieder,

ist die GJU sowohl

national, als auch

international bekannt.

Die Öffentlichkeit

erreichen

wir durch mehrere

Kanäle in den sozialen

Medien und auch

in Fernsehsendung

der Ungarndeutschen

(Unser Bildschirm)

sind wir zu

sehen. In der wöchentlichen

Zeitung

der Ungarndeutschen,

der Neuen

Zeitung, kann man

Woche für Woche

über uns lesen.

Die Organisation

pflegt gute Beziehungen

zu Organisa-

46


tionen, Kulturgruppen,

Bildungsinstituten

der eigenen

Minderheit und auch

zu Organisationen

anderer Minderheiten

in Ungarn. Außerdem

ist die GJU

auch international

aktiv. Seit 1991 ist

sie Mitglied der europaweiten

Schirmorganisation

Jugend

Europäischer

Volksgruppen.

Die GJU sichert bei

einheimischen und

internationalen Programmen

die Möglichkeit,

die deutsche

Sprache aktiv

anzuwenden und

neue Kontakte zu

knüpfen. Außerdem

bietet sie den Mittelschülern

die Gelegenheit,

ihren 50

stündigen freiwilligen

Gemeinschaftsdienst

zu erfüllen.

Tekla Matoricz

Mehr über die GJU erfahrt ihr bei FB, Instagram

und Youtube oder unter

+36 20 298 7918, wir freuen uns auf euch!

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