ADAC Urlaub Juli-Ausgabe 2016, Westfalen
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Inspiration. Tipps. Angebote.<br />
Frankreich<br />
Auf dem Hausboot<br />
über Flüsse und Kanäle<br />
Afrika-Safari<br />
Zebras und Löwen live<br />
– im Jeep durch die Savanne<br />
Gutes Gefühl<br />
Das Wellness-Abc<br />
von Ayurveda bis Zen<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
www.adac-reisebuero.de · <strong>Ausgabe</strong> 4/ <strong>2016</strong><br />
Das Magazin der <strong>ADAC</strong> Reisebüros<br />
Seite<br />
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Namasté *<br />
Indien<br />
Warum jeder, wirklich jeder, das Land<br />
der vielen Gesichter besuchen muss<br />
*<br />
Etwa: Meine Seele grüßt deine Seele
Editorial<br />
„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“<br />
Mahatma Gandhi (1869 – 1948), indischer Revolutionär und Pazifist<br />
Eine Karte. All inclusive!<br />
Die <strong>ADAC</strong> Kreditkarte GOLD.<br />
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überall beim <strong>ADAC</strong>, telefonisch unter (0 89) 76 76 17 05<br />
oder auf www.adac.de/urlaubskarte<br />
Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />
vermutlich steht er jetzt unmittelbar bevor: Ihr <strong>Urlaub</strong>. Und vielleicht wundern<br />
Sie sich in ein paar Wochen, wie schnell diese schöne Zeit verflogen ist.<br />
Dies liegt auch daran, dass der Mensch das, was er erlebt, unterschiedlich<br />
wahrnimmt. An den ersten Kuss erinnert man sich meist. An den 12.835 eher<br />
nicht. Das erste Mal prägt sich also deutlich tiefer ins Gedächtnis als die Routine.<br />
Hinzu kommt: „An je mehr Ereignisse wir uns erinnern“, erläutert der<br />
Zeitforscher Marc Wittmann, „desto länger kommt uns eine Zeitspanne vor.“<br />
Unsere Autorinnen und Autoren können ein Lied davon singen – sei es bei<br />
einer Taxifahrt in Indien (Seite 14), auf einer Safari in Tansania (Seite 24)<br />
oder auf einem malerischen Kanal in Frankreich (Seite 34). Doch auch, wer<br />
solche Reisen nicht unternehmen kann oder mag: Es gibt viele Tricks, den<br />
eigenen <strong>Urlaub</strong> wieder in ein erstes Mal zu verwandeln.<br />
Vishram Ghat am Fluss Yamuna, Indien<br />
Ich war …<br />
Florian Blümm<br />
Reise-Blogger<br />
… in Indien<br />
Er besitzt ein Informatik-Diplom,<br />
kündigte aber 2011 Wohnung und<br />
Job als Programmierer, um zu einer<br />
einjährigen Weltreise aufzubrechen.<br />
Auf ihr ist er heute noch … Seite 14<br />
<strong>ADAC</strong> Finanzdienste GmbH<br />
TITELFOTO: DAVID DAVIS/MAURITIUS IMAGES; FOTOS DIESE SEITE: GETTY IMAGES, PRIVAT (3)<br />
Der Straßburger Journalist Joël Henry hat in seinem „Labor für experimentellen<br />
Tourismus“ entsprechende Ideen entwickelt: „Für mich ist es charakteristisch“,<br />
sagt er, »dass man beides macht: Reisen und Spielen.“ Auf<br />
seiner Website www.latourex.org finden sich deshalb rund 30 Vorschläge,<br />
wie man auch den Besuch gut bekannter Orte in Abenteuer verwandeln<br />
kann. Durch die anachronistischen Reise beispielsweise, indem man einfach<br />
einem längst veralteten Reiseführer folgt. Durch die Insider-Reise, indem man<br />
Einheimische befragt, was deren persönliche Lieblingsplätze sind und diese<br />
dann besucht. Oder durch die Expedition zum K2: Man besucht in einer Stadt<br />
exakt jene Gegend, welche sich auf dem Stadtplan im Quadrat K2 befindet.<br />
Henrys einprägsamer Rat: Geht anders! In diesem Sinne:<br />
Gute Reisen,<br />
Ihre Redaktion <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />
P. S.: Im letzten Heft stand, dass man Leipzig dank der Elbe vom Boot aus durchqueren kann. Das geht<br />
zwar, aber nur mit enormen Umwegen. Die Elbe fließt u. a. durch Magdeburg oder Dresden, nicht durch<br />
Leipzig. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.<br />
Schreiben Sie uns: redaktion@adac-urlaub.net<br />
Wolfgang Siesing<br />
Foto-Reporter<br />
… auf Safari<br />
Selbst wer in Berlin lebt, muss mal<br />
raus. Der Lichtbildner war zwischen<br />
Tansania und Kenia unterwegs, um<br />
den Kreis des Lebens zu beobachten<br />
und zu beschreiben. Seite 24<br />
Beate Kierey<br />
Hausboot-Expertin<br />
… in Frankreich<br />
Die Freiburger Journalistin liebt<br />
es, mit ihrem Mann <strong>Urlaub</strong> auf<br />
dem Hausboot zu machen, etwa im<br />
Burgund. Später schreiben beide<br />
darüber Bücher und auf Seite 34.<br />
4 / <strong>2016</strong> 3
Jetzt<br />
am Kiosk:<br />
outdoor mit<br />
Skandinavien-<br />
Special<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
Inhalt<br />
4 /<strong>2016</strong><br />
14 Indien<br />
24 Afrika<br />
34 Frankreich 42 Wellness<br />
Die neue outdoor-Welt – mehr als nur Wandern:<br />
2 Monate GRATIS testen:<br />
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Auch als E-Paper erhältlich.<br />
Ob Alpentrekking oder Dschungeltrip, ob Wanderung im Schwarzwald oder<br />
Traumtour ans Ende der Welt, ob zu Fuß, per Boot oder Rad: outdoor zeigt<br />
Ihnen die schönsten Touren auf dem Globus sowie das beste Equipment<br />
dafür, von der Funktionsjacke bis zum Trekkingschuh, vom Schlafsack bis<br />
zum Rucksack, von der Stirnlampe bis zum GPS-Gerät. Wer die Natur liebt<br />
und draußen aktiv sein will, der muss outdoor haben.<br />
FOTO: GETTY IMAGES (2), MAURITIUS IMAGES, ISTOCK (2)<br />
6 Postkarte aus der Schweiz<br />
In Interlaken treffen Sportler auf<br />
Einheimische wie Außerirdische<br />
8 Panorama<br />
Neuigkeiten aus aller Welt<br />
14 Indien<br />
Rundreise durch den Subkontinent<br />
der wunderbaren Widersprüche<br />
22 Fünf Mal … Paris<br />
Was Sie in der Stadt der Liebe<br />
unbedingt erleben sollten<br />
24 Safari in Afrika<br />
Leben und Sterben in der Savanne<br />
– vom Jeep aus live und in Farbe<br />
32 Mein Lieblingsland: Kroatien<br />
<strong>ADAC</strong> Reise-Experten stellen<br />
ihre Traumziele vor<br />
34 Frankreich<br />
Lebensart marsch: mit dem<br />
Hausboot durchs Burgund<br />
40 Fragen & Antworten<br />
<strong>ADAC</strong> Reise-Experten erklären, was<br />
für Reisende wirklich wichtig ist<br />
42 Wellness<br />
Wohlbefinden von Anti-Aging<br />
bis Zeit zu weit<br />
49 Mein Reisebüro<br />
Ihr Kontakt zu allen <strong>ADAC</strong><br />
Reisebüros in Ihrer Umgebung<br />
49 Impressum<br />
50 Vorschau<br />
Das bringt die nächste<br />
<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />
22 Paris<br />
Digital<br />
Bilder, Karten, Kontakte<br />
und Videos: Mit <strong>ADAC</strong><br />
<strong>Urlaub</strong> und der LAYAR-<br />
App erweitern Sie das<br />
Magazin um eine neue<br />
Dimension. Mehr Infos<br />
zur LAYAR-App auf<br />
Seite 10. Des Weiteren<br />
finden Sie im Heft Bitly-Kurzlinks, diese<br />
können Sie einfach in Ihren Internet-<br />
Browser eingeben und Sie werden zur<br />
entsprechenden Website weitergeleitet.<br />
Legende<br />
Weblink<br />
Video<br />
Information<br />
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4 / <strong>2016</strong> 5
Postkarte<br />
INTERLAKEN, SCHWEIZ<br />
Einheimische und Außerirdische<br />
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FOTO: OLIVER FORRER/ MAURITIUS IMAGES<br />
Interlaken im Berner Oberland – der Name ist abgeleitet vom lateinischen „inter lacus“,<br />
zwischen den Seen, nämlich Thunersee und Brienzersee – ist erst einmal Schönheit pur.<br />
Die kleine Stadt liegt zu Füßen des imposanten Dreigestirns der Berge Eiger, Mönch<br />
und Jungfrau. In der Umgebung finden sich für Wander- oder Radbegeisterte imposante<br />
Schlösser und Wasserfälle, aber auch sonnige Hänge für Gleitschirmflieger oder die<br />
magischen Moore der Lombachalp. Ernsthaft mysteriös wird es aber im Jungfraupark,<br />
einem von dem in Interlaken wohnhaften Bestseller-Autoren Erich von Däniken initiierten<br />
Freizeitereignis, das seiner Theorie folgt, Außerirdische hätten vor langer Zeit die<br />
Erde besucht und unsere Vorfahren veredelt. Was immer man von dieser These hält:<br />
Es ist so bizarr wie faszinierend, inmitten der Schweizer Alpen auf Nachbauten indischer<br />
Kultobjekte, orientalischer Pyramiden und der Megalithen von Stonehenge zu stoßen.<br />
Neben diesen vorgeblich extraterrestrischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch irdische<br />
Vergnügungen, beispielsweise Flugsimulatoren und einen Zoo mit Kamelen und Lamas.<br />
Schicken Sie uns Ihre Postkarte an: postkarte@adac-urlaub.net<br />
6 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 7
Panorama Regional<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
Panorama<br />
Reisetipps präsentiert von Ihrem <strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong><br />
Kreuzfahrt<br />
Nachhaltig entlang der Adria<br />
Zugegeben, der Name „Mein Schiff 3“ ist wohl nicht<br />
der originellste Name, auf den ein Ozeanriese je<br />
getauft wurde. Dafür punktet das schwimmende<br />
Hochhaus – 2014 offiziell von der Schlagersängerin Helene<br />
Fischer vom Stapel gelassen – mit anderen Qualitäten.<br />
Etwa mit dem ersten Museum an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.<br />
Mit dem ersten Konzertsaal auf See. Oder mit<br />
einem Pool nicht nur zum Planschen, sondern dank des<br />
ersten 25-Meter-Außenbeckens auch zum Schwimmen.<br />
Außerdem ist es das nachhaltigste Schiff seiner Klasse.<br />
„Es verbraucht 30 Prozent weniger Energie pro Person als<br />
‚Mein Schiff 1‘“, sagt TUI-Chef Richard Vogel nicht ohne<br />
Stolz. 99 Prozent der Schwefeloxide, 60 Prozent der Rußpartikel<br />
und 75 Prozent der Stickoxide werden aus den<br />
Schwerölabgasen herausgewaschen und gefiltert.<br />
Ein gutes Gefühl vermittelt das Schiff mit 15 Decks und<br />
1000 Mann Besatzung selbst, es ist größer als die Konkurrenz<br />
und nimmt dabei weniger Passagiere mit. Neben viel<br />
Platz sind die Kabinen nordisch klar gestaltet, das Premiumall-inclusive-Paket<br />
umfasst das umfangreiche Spa- und<br />
Sport-Angebot an Bord, mehr als 100 Markengetränke,<br />
das Entertainment-Programm oder die Kinderbetreuung.<br />
Einziges Problem: Wer etwa die Adria-Tour bucht, muss<br />
sich entscheiden. Bleibe ich an Bord oder stromere ich<br />
durch die schmalen Gassen von Maltas Hauptstadt Valletta<br />
samt Kreuzritter-Burg? Bleibe ich an Bord oder schaue ich<br />
auf einer Zwei-Kilometer-Tour auf der mittelalterlichen<br />
„Diamant<br />
Bar“ Geschliffener<br />
Blick auf<br />
den Sonnenuntergang<br />
Kontaktieren<br />
Sie uns, wir<br />
beraten Sie<br />
gern. Alle<br />
Reisebüros<br />
finden Sie<br />
auf Seite 49<br />
Stadtmauer über das Atem verschlagene Dächergewirr<br />
von Dubrovnik? Bleibe ich an Bord oder steige ich in Korfu<br />
aus, jene grüne Insel, auf der schon Kaiserin Sissi sich ein<br />
<strong>Urlaub</strong>sschlösschen hat errichten lassen?<br />
Unsere Empfehlung: Steigen Sie ruhig aus. Es bleibt<br />
genug Zeit auf See, um in der „Diamant Bar“ – deren namensgebende<br />
Glasfassade sich am Heck über zwei Decks<br />
erstreckt – den Sonnenuntergang oder<br />
den Sternenhimmel zu genießen.<br />
Experten-Tipp<br />
Michael Krause vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Gelsenkirchen<br />
über die Qual der Wahl<br />
Wer nur eine Woche an der<br />
Adria unterwegs ist, wird es<br />
kaum schaffen, alle Restaurants<br />
der „Mein Schiff 3“<br />
zu testen. Inklusive sind das<br />
Hauptrestaurant „Atlantik“<br />
– klassisch, mediterran oder<br />
eurasisch –, das Buffet-Restaurant<br />
„Anckelmannsplatz“,<br />
das rund um die Uhr geöffnete<br />
Bistro, die marktfrischen<br />
Fischgerichte im „Gosch Sylt“<br />
oder erfrischende Eissorten<br />
und frisch gebackene Waffeln.<br />
Und dann gibt es noch<br />
das feine „Richards“, das<br />
Steakhouse „Surf & Turf“ für<br />
Rinderfilet und Langustenschwänze<br />
sowie das „Hanami“<br />
für Spezialitäten aus dem<br />
Land der aufgehenden Sonne.<br />
Verhungern kann man also<br />
nicht – und verdursten bei bis<br />
zu zwölf Bars ebenfalls nicht.<br />
FOTO: TUI CRUISES GMBH HAMBURG (2), LANGHOLZ FOTO<br />
„Das<br />
schönste<br />
Klo der<br />
Welt“<br />
Okay, niemand<br />
fährt<br />
auf der Landschaftsroute<br />
zwischen<br />
Laerdal und<br />
Aurland<br />
zum Wasser<br />
lassen nach<br />
Fjordnorwegen.<br />
Aber<br />
wenn man<br />
mal muss …<br />
Dass man<br />
muss, meint<br />
die Jury des<br />
britischen<br />
Magazins<br />
„Design Curial“,<br />
die den<br />
Preis jährlich<br />
vergibt. Diesmal<br />
wegen<br />
der Aussicht<br />
auf den<br />
Aurlandsfjord<br />
durch<br />
große<br />
Glasfronten,<br />
in die<br />
allerdings<br />
niemand<br />
hineinschauen<br />
kann.<br />
39%<br />
Neues<br />
aller Deutschen fotografieren im <strong>Urlaub</strong> was<br />
am liebsten? Sich selbst. Genau derselbe<br />
Prozentsatz bearbeitet die Fotos mit Filtern,<br />
um schönere Erlebnisse zu präsentieren.<br />
Service<br />
Hal-lo, Koh-len-stoff-ein-heit<br />
China<br />
Brücke mit Aussicht<br />
Der Zhangjiajie-Nationalpark in der südchinesischen Provinz Hunan ist<br />
wegen seiner rund tausend Sandsteinpfeiler, von<br />
denen manche mehr als 200 Meter hoch sind,<br />
UNESCO-Weltnaturerbe – und im <strong>Juli</strong><br />
um eine Attraktion reicher. Dann wird<br />
nämlich die höchste und längste<br />
Glasbrücke der Welt eröffnet –<br />
385 Meter lang, sechs Meter<br />
breit und in einer Höhe von<br />
fast 300 Metern. Bis zu<br />
800 Personen können<br />
gleichzeitig über die<br />
Brücke laufen, sie<br />
sollten allerdings<br />
schwindelfrei sein,<br />
denn große Teile<br />
des Bodens lassen<br />
durch das Glas tief<br />
blicken.<br />
bit.ly/<br />
1rTCmrf<br />
Vor einem Jahr trat Mario<br />
seinen Job an, als Rezeptionist<br />
des Marriott-Hotels in<br />
Gent. Mario ist 57 Zentimeter<br />
groß, sechs Kilo schwer<br />
– und war der erste Roboter<br />
im touristischen Service. Er<br />
blieb nicht lange allein: Roboter<br />
mixen inzwischen an<br />
Bord des Kreuzfahrtschiffes<br />
„Quantum of the Seas“<br />
Drinks, gaben an Flughäfen<br />
in Amsterdam und Tokio<br />
Auskünfte, im technik-<br />
begeisterten<br />
Japan eröffnete<br />
sogar<br />
das vollautomatisierte<br />
Hotel<br />
Henn-na,<br />
auf mehreren<br />
Kreuzfahrtschiffen<br />
der Aida-Cruises-Flotte soll<br />
demnächst Pepper zum<br />
Einsatz kommen (Foto).<br />
Als Wegweiser – und als<br />
Gimmick. Noch.<br />
Meldungen Panorama<br />
IN KÜRZE<br />
aus<br />
aller Welt<br />
China Die Volksrepublik erhöht<br />
ihre Visa-Gebühren. Das Visa<br />
selbst (60 Euro) plus<br />
die Bearbeitungsgebühr<br />
(65,45 Euro)<br />
kommen nun zusammen<br />
auf 125,45 Euro.<br />
Kenia Die Eintrittspreise<br />
für die vom Kenya Wildlife<br />
Service gemanagten<br />
Nationalparks betragen<br />
ab <strong>Juli</strong> etwa umgerechnete<br />
54 Euro statt bisher<br />
63 Euro.<br />
Rom Die jüdischen Katakomben,<br />
in zehn Metern<br />
Tiefe und mit hebräischen<br />
Fresken versehen, sind bis zum<br />
Herbst zugänglich – an jedem<br />
ersten Sonntag eines Monats.<br />
Malta Seit Juni wird eine Touristen-<br />
und Umweltabgabe erhoben.<br />
<strong>Urlaub</strong>er zahlen pro Person<br />
und Übernachtung 50 Cent, maximal<br />
fünf Euro pro Aufenthalt.<br />
Singapur Bei Ein- wie Ausreise<br />
werden ab sofort Fingerabdrücke<br />
gescannt. Momentan gilt das für<br />
Land- und See-Grenzübergänge,<br />
die Flughäfen folgen.<br />
USA Im Bundesstaat Mississippi<br />
dürfen Geschäftsleute und<br />
Beamte Homosexuellen ihren<br />
Service verweigern, wenn sie aus<br />
religiösen Gründen ein Problem<br />
mit diesem Lebensstil haben.<br />
North Carolina hat ein ähnliches<br />
Gesetz verabschiedet.<br />
Vietnam Die Halong-Bucht ist<br />
eines von Vietnams Top-Zielen,<br />
allerdings will die Regierung<br />
offenbar „in Kürze“ aus Sicherheitsgründen<br />
Übernachtungen<br />
auf Kreuzfahrtbooten verbieten.<br />
8 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 9
Panorama Meldungen<br />
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<strong>Urlaub</strong><br />
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Nutzen Sie die kostenlose<br />
App „Layar“, um mithilfe<br />
von Smartphone oder Tablet<br />
das Magazin zu überraschend<br />
neuem Leben zu erwecken.<br />
Auf Ihrem Bildschirm erscheinen<br />
Videos, Karten,<br />
Bildergalerien, Kontaktdaten und viele<br />
weitere interaktive Inhalte. Viel Spaß!<br />
1 Herunterladen der App<br />
Laden Sie die „Layar“-App<br />
kostenlos herunter.<br />
für iPhone und iPad<br />
für Android-Geräte<br />
2 Aktivieren<br />
Öffnen Sie die „Layar“-App und<br />
drücken Sie auf „Scannen“.<br />
3 Scannen & los!<br />
Scannen Sie mithilfe von Smartphone<br />
oder Tablet die gesamte Heftseite,<br />
und die virtuelle Reise beginnt! Einmal<br />
abgerufen, können Sie die Inhalte<br />
anschauen, wo und wann immer Sie<br />
möchten.<br />
36.000<br />
Rollen Klopapier<br />
werden monatlich<br />
auf dem Berliner<br />
Flughafen Tegel<br />
verbraucht. Hinzu<br />
kommen zwei<br />
Millionen Papierhandtücher,<br />
150<br />
Liter Seifenschaum<br />
und zahlreiche<br />
Schmutzfangmatten.<br />
Italien<br />
Messners Museum<br />
Hamburg<br />
Neue Hafenrundfahrt<br />
Es war das letzte der sechs von Reinhold Messner initiierten<br />
alpinen Museen. Ganz sicher auch das spektakulärste, dank<br />
des in den Fels gehauenen futuristischen Baus der unlängst<br />
verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid, gelegen auf dem<br />
Gipfelplateau des Kronplatzes in 2275 Meter Höhe. Nun<br />
geht es auf dem bekannten Skiberg in die Sommersaison,<br />
seit Juni ist es bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr<br />
geöffnet. Der Blick von der Aussichtsplattform auf die Dolomiten:<br />
majestätisch.<br />
bit.ly/<br />
1TlgKuR<br />
„Mama, guck mal, da schwimmt ein Bus im Wasser!“<br />
Dieser erstaunte Kinderruf dürfte im Frühsommer vielfache<br />
Realität sein, denn inzwischen ist das Amphibienfahrzeug<br />
„HafenCity Riverbus“ auf den Straßen Hamburgs<br />
– und eben auf der Elbe – unterwegs. Etwa 80 Minuten<br />
dauert eine Kreuzfahrt, davon 35 Minuten auf dem Wasser.<br />
Der Preis: 28 € pro Person, Kinder ab 5 bis<br />
14 Jahren 20 €. Weitere Informationen:<br />
www.hafencityriverbus.de<br />
INTERVIEW<br />
„Es gibt genug Menschen, die<br />
verwöhnt werden wollen“<br />
Volker Greiner, Vizepräsident Nord- und Zentraleuropa der Fluglinie Emirates, über Luxus<br />
an Bord, Preisgestaltung bei sinkenden Ölpreisen und den Hamburger Sport-Verein<br />
Herr Greiner, Emirates landet –<br />
gleich, welches Ranking man betrachtet<br />
– immer weit vorn. Was machen<br />
Sie besser als die Konkurrenz,<br />
vor allem die europäische?<br />
Da muss man zuerst das Produkt nennen.<br />
Mit unserem Flaggschiff, dem<br />
Airbus A380 mit seinen zwei Decks,<br />
haben wir Maßstäbe gesetzt, was die<br />
Technologie und den Luxus an Bord<br />
betrifft. Etwa mit den Spa-Duschen<br />
oder der Onboard-Lounge, wo man<br />
sich in 10.000 Metern Höhe die Füße<br />
vertreten kann. Das setzt sich auch am<br />
Flughafen Dubai fort, mit innovativen<br />
Lounges, von denen aus man direkt<br />
boarden kann. All das zeigt, warum<br />
wir die Nase vorn haben.<br />
Dann können Sie mit der Performance<br />
des HSV, dessen Hauptsponsor<br />
Emirates ist, nicht zufrieden sein.<br />
Richtig. Andere Vereine – etwa Real<br />
Madrid, FC Arsenal, Paris St. Germain<br />
– wirken international erfolgreicher.<br />
Aber wir sind ein loyaler Partner, der<br />
Vertrag wurde bis 2019 verlängert und<br />
wir sind guter Hoffnung.<br />
Auch was das Geschäft betrifft offenbar:<br />
Emirates erweitert kontinuierlich<br />
sein Streckennetz. Allein <strong>2016</strong><br />
kamen neue Ziele in China und auf<br />
den Philippinen hinzu. Bald folgen<br />
Myanmar und Vietnam. Positioniert<br />
sich das Unternehmen neu, globaler?<br />
Dubai bleibt unser Drehkreuz, es gibt<br />
ja keinen Grund, das erfolgreiche Geschäftsmodell<br />
zu ändern.<br />
Die arabischen Fluglinien haben<br />
gerade auf den Strecken nach Asien<br />
europäischen viel Geschäft abgenommen.<br />
Welche Auswirkungen hat das<br />
auf den Flughafen Frankfurt?<br />
Ich glaube nicht, dass sich die Verkehrsströme<br />
grundlegend ändern. Deutschland<br />
wird im Sektor Reisen weiter wachsen,<br />
davon werden auch die Flughäfen<br />
profitieren. Ein Problem sind lediglich<br />
Kapazitätsgrenzen, aber da unterstützen<br />
wir den Bau des Terminal 3 in Frankfurt,<br />
der 2022 öffnen soll.<br />
Es gab Spekulationen, dass Lufthansa<br />
in Zukunft mit Emirates<br />
kooperieren will …<br />
Unser Verhältnis zur Lufthansa ist auf<br />
Vorstandsebene trotz des gesunden<br />
Wettbewerbes gut, aber aktuell ist<br />
da nichts geplant.<br />
Das Fliegen teilt sich verstärkt<br />
in zwei Segmente. Hier Flüge<br />
für 49 Euro ohne Beinfreiheit,<br />
dort Luxus mit Weinkeller.<br />
Wird sich diese Entwicklung<br />
verschärfen? Lufthansa reagiert<br />
mit Eurowings auf die Konkurrenz<br />
…<br />
Volker Greiner<br />
Vizepräsident Nord-und<br />
Zentraleuropa Emirates<br />
Meldungen Panorama<br />
Offensichtlich ist ein Markt für den<br />
Low-Cost-Bereich vorhanden, aber<br />
wir bleiben Qualitätscarrier. Wir sehen<br />
an den Auslastungen, dass es genug<br />
Menschen gibt, die auf Service und<br />
Verwöhntwerden Wert legen. Unsere<br />
A380 sorgen schließlich immer noch<br />
für Euphorie. Wir haben über das Jahr<br />
gesehen eine weltweite Auslastung<br />
von 90 Prozent.<br />
In den letzten Monaten ist der Ölpreis<br />
rasant gesunken. Wie wirkt sich das<br />
auf Ihr Geschäftsmodell und auf die<br />
Flugpreise aus?<br />
Natürlich ändert dies etwas an der<br />
Spanne unserer Preisgestaltung.<br />
Wir beobachten den Ölpreis genau<br />
und gestalten unsere Preise<br />
in Abhängigkeit von den aktuellen<br />
Marktgegebenheiten.<br />
Letzte Frage: Wohin geht Ihre<br />
nächste private Reise?<br />
Nach Australien. Mein Sohn absolviert<br />
da ein Auslandssemester,<br />
den besuchen<br />
wir.<br />
10 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 11
Panorama Meldungen<br />
Mautfallen<br />
Augen auf<br />
Sommer Special<br />
Mautregelungen sind für<br />
Reisende in vielen Ländern<br />
oft nur schwer zu<br />
durchschauen:<br />
Frankreich Fahrzeuge werden<br />
nach Höhe in verschiedene<br />
Klassen eingeteilt, feste Aufbauten<br />
mit eingerechnet. An elektronischen<br />
Zahlstellen kann es aber zu falschen<br />
Höhenmessungen kommen. Deshalb<br />
sollte die Kategorie sofort<br />
überprüft und im Zweifelsfall über<br />
die Gegensprechanlage Mautpersonal<br />
gerufen werden.<br />
Slowenien Eine mautfreie Fahrt<br />
ist praktisch unmöglich, da freie<br />
Routen oft durch mobile Straßensperren<br />
unterbrochen werden, die<br />
Reisende auf vignettenpflichtige<br />
Strecken umleiten. Zudem sollte<br />
man sich vorher über die Fahrzeug-<br />
Kategorien informieren.<br />
Polen Autobahnen sind mautpflichtig.<br />
Gespanne mit Zugfahrzeug<br />
und Caravans müssen wie<br />
alle Fahrzeuge mit mehr als<br />
3,5 Tonnen Gesamtgewicht auch<br />
auf Schnell- und Bundesstraßen<br />
zahlen. Außerdem müssen diese<br />
Fahrzeuge mit einem Transponder<br />
ausgestattet sein. Wer im <strong>Urlaub</strong><br />
Fahrten nur mit dem Zugfahrzeug<br />
macht, sollte den Transponder<br />
des Caravans deaktivieren, sonst<br />
zahlt man doppelt.<br />
Portugal Autobahnen sind überwiegend<br />
gebührenpflichtig. Da<br />
auf vielen Strecken nur elektronisch<br />
bezahlt werden kann,<br />
benötigen Fahrzeuge einen Transponder.<br />
Fehlt dieser, wird das<br />
Kennzeichen gespeichert, bis die<br />
Gebühr in einer Postfiliale bezahlt<br />
wurde. Dies ist aber erst 48 Stunden<br />
nach der letzten Fahrt durch<br />
ein Mautportal möglich. Wer vorher<br />
in Richtung Heimat reist, hat<br />
keine Möglichkeit, die Gebühren<br />
ordnungsgemäß zu begleichen.<br />
Ungarn Für Wohnmobile und Kleinbusse<br />
wurde die Vignettenkategorie<br />
D2 eingeführt. Der Preis<br />
für eine Jahresvignette kostet<br />
so viel wie bei einem Pkw –<br />
Unterschiede gibt es aber in der<br />
Kurzzeitversion, hier zahlen Fahrer<br />
von Wohnmobilen und Kleinbussen<br />
mit mehr als sieben Sitzen<br />
nun etwa das Doppelte.<br />
Wir beraten Sie gern.<br />
Alle Reisebüros finden<br />
Sie auf Seite 49<br />
Tempolimits im Ausland<br />
So schnell dürfen Reisende fahren<br />
Wer mit dem Auto in Europa unterwegs ist, muss aufpassen: Temposündern<br />
drohen hohe Bußgelder. Hart geahndet werden Überschreitungen der<br />
Geschwindigkeitsbegrenzung etwa in Italien (ab 170 €), der Schweiz (ab 170 €)<br />
und Großbritannien (ab 140 €). Am teuersten sind Verstöße in Norwegen: Wer<br />
hier 20 km/h zu schnell fährt, riskiert Geldbußen ab 420 €. In vielen europäischen<br />
Ländern gelten zudem Sonderregelungen, daher ist der ständige Blick auf die<br />
Ausschilderung besonders wichtig. Besonders aufpassen müssen <strong>Urlaub</strong>er in<br />
Großbritannien, da die Geschwindigkeit in Meilen angegeben ist: Umgerechnet<br />
sind innerorts 48 km/h erlaubt, auf Landstraßen 96 km/h, auf Autobahnen und<br />
Schnellstraßen maximal 112 km/h.<br />
Weitere Informationen und Tempolimits für Motorrad-, Gespannund<br />
Wohnmobilfahrer finden Sie unter www.adac.de/laenderinfo<br />
Reisen mit Haustieren<br />
Hund, Katze, Aus(land)<br />
Wer sein Tier auf eine Reise<br />
mitnehmen will, muss<br />
viele Vorschriften beachten.<br />
Innerhalb der EU müssen<br />
Vierbeiner gekennzeichnet<br />
sein, dafür ist seit <strong>Juli</strong> 2011<br />
ein Mikrochip Pflicht – eine<br />
zuvor erfolgte, gut<br />
lesbare Tätowierung<br />
wird<br />
anerkannt. Außerdem<br />
ist der<br />
vom Tierarzt<br />
ausgestellte<br />
EU-Heimtierausweis<br />
mitzuführen, der<br />
Angaben zu Tier, Besitzer<br />
und durchgeführter Tollwutimpfung<br />
enthalten muss.<br />
Die Erstimpfung muss<br />
mindestens 21 Tage vor<br />
Grenzübertritt durchgeführt<br />
worden sein, in Finnland,<br />
Großbritannien, Irland und<br />
Malta ist bei Hunden eine<br />
Behandlung gegen Bandwürmer<br />
Pflicht.<br />
Weitere Informationen:<br />
bit.ly/<br />
255aMpj<br />
Hotel-Tipp<br />
Iti Alpenhotel<br />
Kaiserfels<br />
Am Fuße des<br />
Kitzbüheler<br />
Horns auf<br />
670m Höhe<br />
gelegen,<br />
genießen<br />
Sie einen<br />
traumhaften<br />
Blick auf das<br />
Kaisergebirge.<br />
Modern<br />
gemütliches<br />
Hotel mit<br />
Sport- und<br />
Wellnessprogramm<br />
sowie<br />
Kleinkindausstattung<br />
und<br />
Spielmöglichkeiten.<br />
3 Nächte inkl.<br />
Halbpension<br />
pro Person<br />
im DZ ab<br />
165 €<br />
FOTOS: GETTY IMAGES, EIFEL TOURISMUS GMBH - ROADCONCEPT, TODD SAUNDERS (2), SVEN MAINZER/HAFENCITY RIVERBUS,<br />
PEPPER COSTA GROUP, TED FAHN, KRONPLATZ-ZAHA HADID, ISTOCK (8); ILLUSTRATION: <strong>ADAC</strong> E.V.<br />
Tourkarten<br />
Neu für die Eifel<br />
Mit Kraterseen, Lavabomben, kurvigen Straßen und<br />
gewundenen Bachtälern zeigt sich die Eifel von ihrer<br />
schönsten Seite. Vier <strong>ADAC</strong> Motorrad- und Oldtimerkarten<br />
führen durch diese einzigartige Landschaft – die<br />
außergewöhnliche Vulkaneifel mit Abstechern durch steile<br />
Weinberge zum Moseltal, die herrlich verkehrsarmen<br />
Nebenstraßen der Schneifel oder in der Nordeifel vorbei an<br />
Fachwerkstädtchen wie Monschau oder Bad Münstereifel.<br />
Mehr erfahren Sie unter:<br />
bit.ly/1TRqzRw<br />
30,2<br />
Millionen Übernachtungen<br />
verzeichnete Berlin 2015.<br />
Damit ist die Hauptstadt erstmals im<br />
Ü-30-Club angekommen, besitzt aber<br />
noch Luft nach oben: Paris etwa kommt<br />
auf rund 66 Millionen Übernachtungen.<br />
Frankfurt<br />
Im herabsteigenden Hund<br />
Der Frankfurter Flughafen ist eine Drehscheibe für<br />
Fernreisen. Wer hier auf den Anschluss wartet,<br />
kann dies nun im Drehsitz tun: Der Airport<br />
hat zwei Yoga-Räume eröffnet und mit Matten,<br />
Spiegelwänden, gedämpftem Licht, Buddhas<br />
und Anleitungen ausgestattet. Die Räume<br />
befinden sich in den Terminals 1<br />
(bei C14 bis C16) und 2 (bei D1 bis D4) und<br />
sind durchgehend geöffnet und kostenlos.<br />
Erlebnis Südafrika<br />
Gehen Sie auf Entdeckungsreise und erkunden Sie die faszinierende<br />
Tierwelt und beeindruckende Natur Südafrikas.<br />
MIETWAGENREISE<br />
Südafrikas Nationalparks<br />
Rundreise von Johannesburg nach Kapstadt, 16 Nächte in Hotels,<br />
Lodges, Camps, 10 x Frühstück, 2 x Abendessen, AVIS Mietwagen (Kat.<br />
M) inkl. Navigationssystem, <strong>ADAC</strong> Reisen Planer, Straßenatlas<br />
Pro Person im DZ ab € 1.068<br />
Flug mit Lufthansa pro Person ab € 797<br />
Bei Buchung inklusive<br />
q <strong>ADAC</strong> Plus -Mitgliedschaft erhalten<br />
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Weitere Informationen und Buchung<br />
in Ihrem <strong>ADAC</strong> Reisebüro.<br />
<strong>ADAC</strong> Reisen, Veranstalter: DER Touristik Frankfurt GmbH & Co. KG, 60424 Frankfurt · AN-1214/16<br />
12 4 / <strong>2016</strong><br />
Mit Sicherheit<br />
mehr vom <strong>Urlaub</strong>
Inspiration Indien<br />
Seite<br />
scannen,<br />
mehr<br />
erfahren<br />
Das Märchen ist die<br />
Wirklichkeit<br />
Gurus und Start-ups, Slums und Paläste, Mythos und<br />
Moderne – und die Frage: „Was ist der Sinn des Lebens?“<br />
Eine Reise durch das kraftvolle Indien<br />
Text Florian Blümm<br />
Freud und Leid sind ein Rad,<br />
das sich dreht<br />
An die Wiedergeburt glaubende<br />
Hindus versammeln sich in der<br />
Stadt Varanasi am Ganges<br />
14 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 15
Inspiration Indien<br />
Ein guter Freund von mir fährt<br />
nie in indischen Taxis. Er<br />
meint, hinduistische Fahrer<br />
hätten nicht genug Respekt<br />
vor dem Tod – weil sie an<br />
Wiedergeburt glauben. Als ich in ein<br />
Taxi am Flughafen von Delhi steige,<br />
begrüßt mich der Fahrer mit einem<br />
breiten Grinsen: „Hello, my friend!“<br />
Sieht so ein Suizidfahrer aus?<br />
Minuten später, auf Delhis Straßen,<br />
kommen mir alle Verkehrsteilnehmer<br />
wie Suizidfahrer vor. Zu viele Menschen,<br />
zu viele Fahrzeuge. Und Verkehrsregeln<br />
scheinen unter der Sonne<br />
zu zerfließen. Ob hier wirklich Linksverkehr<br />
herrscht? Schwer zu sagen.<br />
Vorfahrtsregeln? Wer lauter und länger<br />
hupt, gewinnt. Bremsen? Nur für<br />
Kühe – die heiligen Vierbeiner stehen<br />
sogar auf Schnellstraßen und käuen<br />
seelenruhig wieder, während Lkw und<br />
Busse an ihnen vorbeirauschen.<br />
Indien – ganz oder gar<br />
nicht<br />
Man hatte mich gewarnt vor dem Kulturschock.<br />
Deshalb wollte ich es langsam<br />
angehen. Aber Delhi – wie auch<br />
Mumbai – ist derart intensiv, es gibt<br />
nur die Wahl zwischen Vollgas oder<br />
sich im Hotel einzuschließen. Aber<br />
aufgeben kommt nicht in Frage, also<br />
hinaus auf die Straßen, hinein in den<br />
Wahnsinn der indischen Hauptstadt.<br />
In einer Sache kapituliere ich dann<br />
aber doch: Die Kontrolle über meine<br />
Reise gebe ich zügig ab – sie war eh<br />
nur eine Illusion. Im Gegenzug lerne<br />
ich schnell: Wenn ich erzwingen will,<br />
dass der Zug nach Fahrplan abfährt,<br />
stresst mich das nur; wenn ich auf<br />
dem bestellten Gericht bestehe, mache<br />
ich mir unnötig das Leben schwer.<br />
Die täglichen Missgeschicke muss<br />
man mit dem indischen Kopfwackeln<br />
hinnehmen, das „Ja“ bedeutet. Oder<br />
„Nein“. Oder „Vielleicht“. Oder nur:<br />
„Ich höre dir zu“.<br />
Doch selbst wer flexibel ist wie<br />
ein Yoga-Guru und Zeit hat wie ein<br />
Elefant, wird in Indien rabiat dazulernen.<br />
Da sind persönliche Leiden: die<br />
Der Mensch<br />
liebt seine<br />
eigenen Fehler<br />
Taxi in Delhi<br />
inmitten<br />
zerfließender<br />
Verkehrsregeln<br />
Das Lächeln, das<br />
du aussendest,<br />
kehrt zu dir zurück<br />
als Glück<br />
Junge Männer<br />
beim Yoga-<br />
Training in<br />
Rishikesh,<br />
Bundesstaat<br />
Uttarakhand<br />
Hitze, der Lärm, der Müll, die fehlende<br />
Privatsphäre. Viel mehr zu schaffen,<br />
macht aber das Mit-Leiden: mit<br />
abgemagerten Kühen, humpelnden<br />
Straßenkötern, bitterer Armut. Die<br />
hoffnungslosen Zustände vieler Inder<br />
sind schwer zu fassen im 21. Jahrhundert.<br />
Bei mancher Straßenszene<br />
denkt man, es würde ein „Brot für die<br />
Welt“-Spot gefilmt – und es ist ein<br />
schöner Gedanke, dass alle Bettler,<br />
Krüppel, Aussätzigen und Obdachlosen<br />
nur Statisten seien, nach dem<br />
Dreh ihre Verkleidung, die Arm- und<br />
Beinstumpen wieder abnehmen.<br />
Doch gerade dann, als ich mich<br />
abwechselnd frage, warum niemand<br />
hilft und was ich eigentlich hier<br />
mache, ruft mir ein schmutziges Straßenkind<br />
„Hello“ zu, lacht mich an.<br />
Es freut sich über die Abwechslung,<br />
die der weiße Mann bietet. Ich erwidere<br />
ein zaghaftes Lächeln, schon<br />
lächeln mich weitere Obdachlose an.<br />
Woher nehmen diese Menschen, von<br />
der Gesellschaft nur getreten, ihre<br />
ungebrochene Lebensfreude?<br />
Incredible India –<br />
Land der Kontraste<br />
Auch der unangenehme Geruch<br />
weicht wenige Meter weiter dem leckeren<br />
Duft von Straßenständen mit<br />
frischen indischen Snacks. Die Buden<br />
stehen vor einem pompösen Palast,<br />
der einen Teil der uralten Geschichte<br />
Indiens erzählt. In der Nähe sehe ich<br />
einen farbenfrohen Hindu-Tempel,<br />
atme tief den Duft von Sandelholz<br />
ein. Eine Gruppe schöner Frauen in<br />
knallbunten Saris betet zahlreiche<br />
Götter an, während ein halbnackter<br />
Priester die Runden macht. Auf diesen<br />
Tempel folgt ein Konsumtempel, den<br />
Autos zufolge, die vor der modernen<br />
Mall halten, muss es Inder geben, die<br />
sehr viel Geld haben. Die Kontraste<br />
könnten kaum größer sein.<br />
In einer bekannten indischen Fabel<br />
versuchen fünf Blinde einen Elefan-<br />
Was du weggibst,<br />
ist das<br />
Einzige, was<br />
dir verbleibt<br />
Frau vor dem<br />
Taj Mahal,<br />
jenem Mausoleum,<br />
das ein<br />
Großmogul<br />
für seine 1631<br />
verstorbene<br />
große Liebe<br />
errichten ließ<br />
ten zu ertasten. Der erste berührt ein<br />
Bein und sagt, ein Elefant sei wie eine<br />
Säule; der zweite erfasst den Schwanz<br />
und sagt, ein Elefant sei wie ein Seil,<br />
der dritte umgreift einen Stoßzahn<br />
und sagt, ein Elefant sei wie ein<br />
Speer – und so weiter zu Rüssel und<br />
Ohr. Keiner der fünf hat unrecht,<br />
keiner sieht die ganze Wahrheit. So<br />
ähnlich ergeht es Indien-Reisenden:<br />
dem Strandurlauber im Beach-Resort<br />
in Kerala. Dem Sinnsucher im Ashram<br />
von Rishikesh. Der Bergsteigerin<br />
im Himalaja. Dem wandernden<br />
Teeliebhaber auf der Tour in den Ort<br />
Darjeeling. Dem Luxusreisenden im<br />
Palasthotel in Jaipur. Der Yoga-Lehrerin<br />
auf den Spuren von Swami<br />
Sivananda. Dem Geschäftsreisenden,<br />
der eines der 4200 Start-ups sondiert,<br />
gefördert von den Indian Institutes<br />
of Information Technology.<br />
Dem Althippie an einem Palmenstrand<br />
in Goa. Dem Backpacker im<br />
Dritte-Klasse-Abteil neben dem Tritt-<br />
Klo in der Eisenbahn. Sie alle sehen<br />
eine der vielen Seiten des Landes. Alle<br />
liegen aber falsch, wenn sie behaupten:<br />
16 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 17
Inspiration Indien<br />
„So ist Indien und nicht anders!“<br />
Die Vielfalt Indiens erschlägt nicht<br />
nur Reisende. Für einen südindischen<br />
Hindu ist Varanasi eine sagenumwobene<br />
Stadt im fernen Norden. Bei seiner<br />
Pilgerfahrt muss er aber Englisch<br />
reden, Hindi wird im Süden kaum gesprochen.<br />
Voller Ehrfurcht badet er im<br />
heiligen Ganges, den er nur aus den<br />
heiligen Schriften und dem Fernsehen<br />
kennt, der ihn von allen Sünden reinigen<br />
soll, während neben ihm Wäsche<br />
Experten-Tipp<br />
Bettina Bacak vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Augsburg<br />
über Gesundheit auf Indien-Reisen<br />
Was muss man medizinisch beachten, wenn man nach Indien<br />
will? Brigitte Kneidl, eine Ärztin, die seit sieben Jahren<br />
Indien-Reisen für Tour Vital begleitet, sagte mir: 98 Prozent<br />
aller Reisenden erleben Indien problemlos. Etwa zwei Prozent<br />
erkranken, meist an Durchfall oder weil sie bei der Hitze<br />
zu wenig trinken. Sie empfiehlt daher, Elektrolytpräparate in<br />
der Reiseapotheke zu haben. Auch soll man trotz des vielfältigen<br />
Angebots maßvoll essen und viel Wasser trinken,<br />
aus industriell abgefüllten, original verschlossenen Flaschen.<br />
Oft unterschätzt wird auch die Kraft der Sonne: „Das Tragen<br />
von Hüten ist kein sicherer Schutz“, sagt Kneidl. „Ich rate,<br />
lieber öfter in den Schatten zu gehen.“<br />
<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Indien:<br />
bit.ly/1OnRtTN<br />
Videotipp „Faszinierendes Indien“:<br />
bit.ly/1TC2X2q<br />
Wenn du<br />
glaubst, so<br />
ist es eine<br />
Gottheit;<br />
wenn nicht,<br />
ein Stein<br />
Auf dem<br />
Yuksom-<br />
Dzongri-Trek<br />
im Bundesstaat<br />
Sikkim<br />
im südlichen<br />
Himalaja<br />
Seite<br />
scannen,<br />
mehr<br />
erfahren<br />
gewaschen wird, bestenfalls. Verschlägt<br />
es ihn auf dem Rückweg in das Finanzzentrum<br />
Mumbai, denkt er vermutlich,<br />
er sei in London gelandet. Ebenso befremdet<br />
wäre ein tamilischer Südinder,<br />
würde man ihn in die Wüste von Rajasthan<br />
schicken, in das muslimische<br />
Kaschmir, nach Ladakh im Himalaja,<br />
auch Klein-Tibet genannt, oder auf<br />
die Inselgruppe der Andamanen, deren<br />
Ureinwohner – obwohl Teil eines<br />
Milliardenvolkes – fast völlig isoliert<br />
vom Rest der Welt leben.<br />
Es gibt keinen einzelnen Satz, der<br />
die Facetten Indiens beschreiben<br />
kann. Das bedeutet im Umkehrschluss,<br />
dass das Land für fast jeden<br />
etwas zu bieten hat, egal ob Sinn- oder<br />
Sonnensucher. Aber Indien schenkt<br />
seinen Besuchern nichts: Die viel beschworene<br />
Horizont-Erweiterung ist<br />
oft nur eine Folge der Schwierigkeiten,<br />
denen Reisende in Indien begegnen<br />
– vom Essen mit der rechten Hand (die<br />
linke gilt als unrein) bis zu den rituellen<br />
öffentlichen Totenverbrennungen.<br />
Touristen sind so eher an Land geworfene<br />
Fische, die nach Luft schnappend<br />
zum ersten Mal begreifen, was<br />
Wasser ist. Kein Wunder also, dass<br />
es von Indien heißt, das Land halte<br />
einem den Spiegel vor.<br />
Karma und Wiedergeburt<br />
Auf die Vielfalt Indiens stoße ich<br />
schon bei meiner ersten Taxifahrt vom<br />
Flughafen in Delhi. Der Taxifahrer<br />
ist nämlich kein Hindu, sondern<br />
Moslem. Er glaubt nicht an die Wiedergeburt<br />
der Hindus, trotzdem fährt<br />
er wie ein Henker.<br />
Der Islam gehört zu Indien wie das<br />
weltberühmte Taj Mahal – übrigens<br />
ein muslimisches Bauwerk und einer<br />
Moschee nachempfunden. Indien<br />
besitzt die drittgrößte muslimische<br />
Bevölkerung weltweit, zwei von drei<br />
Muslimen leben in Süd- und Südostasien.<br />
Überwiegend friedlich.<br />
Daneben leben auf dem Subkontinent<br />
Christen, Buddhisten, vegane<br />
Jainisten, Turban tragende Sikh und<br />
zahlreiche weitere Minoritäten: Indien<br />
ist neben dem Heiligen Land eine der<br />
beiden großen Wiegen der Weltreligionen.<br />
Aber selbst bei den kleinen<br />
Religionen macht sich die Übermacht<br />
des Hinduismus bemerkbar:<br />
Neue Konvertiten zum Christentum,<br />
Buddhismus und Sikhismus stammen<br />
häufig aus der Kaste der Unberührbaren<br />
– sie wollen so der untersten<br />
Schicht im Kastensystem entfliehen.<br />
Inder nennen ihr Land daher Hindustan:<br />
Heimat der Hindus. Mit dem<br />
Hinduismus, der ältesten Weltreligion,<br />
lässt sich zumindest erklären, warum<br />
viele Inder so schicksalsergeben wirken.<br />
Wenn Beruf, Einkommen, Status<br />
und teilweise sogar die Ehepartner von<br />
Geburt an festgelegt sind, ist es nicht<br />
nur sinnlos, sich nach oben zu arbeiten,<br />
sondern geradezu unmöglich. Der<br />
amerikanische Traum: vom Tellerwäscher<br />
zum Millionär werden. Der indische<br />
Traum: ein guter Tellerwäscher<br />
sein. Denn jede Handlung – ob körperlich<br />
oder geistig – hat unweigerlich<br />
Folgen. Wer sich also positiv in sein<br />
Schicksal fügt, kann Karma sammeln<br />
und wird vielleicht im nächsten oder<br />
übernächsten Leben Millionär.<br />
Das Mitleid gilt mir<br />
Die Frage nach dem Glauben ist eine<br />
der Zensusfragen, die nicht nur mein<br />
Taxifahrer in den ersten Minuten<br />
unseres Gesprächs stellt, sondern fast<br />
alle Gesprächspartner. „Atheist“ ist<br />
dabei keine gute Antwort. Nicht an<br />
Elefanten- oder Affengötter zu glauben,<br />
okay. Aber an gar keinen Gott?<br />
Ich ernte mitleidige Blicke. Ab dem<br />
zweiten Tag bin ich katholisch.<br />
Noch vor der Religionsfrage wollen<br />
viele Inder wissen, ob ich verheiratet<br />
bin, wie viele Kinder ich habe. Neugier<br />
wird zu Sprachlosigkeit, wenn ich die<br />
Wahrheit sage: weder Frau noch Kind.<br />
Noch überraschter sind sie, wenn sie<br />
erfahren, dass ich als Mittdreißiger<br />
bei meinen Eltern ausgezogen bin.<br />
Nicht mit Eltern, Großeltern und<br />
möglichst vielen Tanten und Onkeln<br />
zusammenzuleben, scheint eine große<br />
Strafe zu sein. Mein Mitleid für die<br />
wirtschaftliche Situation vieler Inder<br />
kehrt sich um, sobald die Familie<br />
zur Sprache kommt: Das Mitleid gilt<br />
plötzlich mir. Die Familie ist offenbar<br />
bestimmender, als es die Götter<br />
Brahma, Vishnu und Shiva sind – und<br />
die sind immerhin für Erschaffung,<br />
Erhalt und Zerstörung zuständig.<br />
Verschiedene<br />
Religionen<br />
sind nur verschiedene<br />
Tore<br />
zur selben Stadt<br />
Das Sikh-Heiligtum<br />
Goldener<br />
Tempel in<br />
Amritsar,<br />
Bundesstaat<br />
Punjab<br />
Erst am Ende meiner Reise habe ich<br />
die Lektion gelernt. Der diesmal hinduistische<br />
Taxifahrer stellt auf dem Weg<br />
zum Flughafen die unvermeidliche<br />
Frage. Ich habe eine Frau, sechs Kinder,<br />
einen Hund und lebe mit Eltern,<br />
Oma, Opa, Onkel und Tante zusammen.<br />
Der Fahrer quittiert die Antwort<br />
mit einem Lächeln und einem Kopfwackeln.<br />
Diesmal bedeutet es: „Was<br />
für ein wundervolles Leben du hast!“<br />
Nehme ich jedenfalls an, denn die<br />
Wirklichkeit ist in Indien ein Märchen.<br />
Wieder daheim fühlt sich die Welt<br />
einsam und farblos an. Und es dauert<br />
fast so lange wie die Reise selbst, bis ich<br />
mich eingewöhnt, die Erfahrung Indien<br />
halbwegs verdaut habe. Freunde<br />
fragen natürlich: „Und, wie war’s?“ Ich<br />
lächle, wackle mit dem Kopf und sage:<br />
„Musst du dir selbst anschauen!“<br />
Autor Florian Blümm<br />
vor dem Dal-See in Srinagar,<br />
Bundesstaat Kashmir<br />
Angebote<br />
Majestätisch<br />
Taj Mahal Palace & Tower, Mumbai<br />
In der wichtigsten Hafenstadt des<br />
Subkontinents und nur wenige<br />
Minuten vom Zentrum entferntes<br />
farbenfrohes 5-Sterne-Haus mit<br />
Außenpool.<br />
ab 108 € / pro Nacht und Person /<br />
inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />
Veranstalter: TUI<br />
Monumental<br />
Am Hofe des Maharajas<br />
Eine 13-tägige Busreise durch Altund<br />
Neu-Delhi, in die Wüste, zum<br />
Fort von Khimsar, zu Einheimischen<br />
und, vor allem, zu zahlreichen Festungen<br />
und Palästen.<br />
ab 2199 € / p. P. inkl. Flug von/<br />
nach Deutschland / 12 Übernachtungen<br />
und viele inkludierte Mahlzeiten /<br />
Deutsch sprechende Reiseleitung<br />
Veranstalter: Meier’s Weltreisen<br />
Modern<br />
Dusit Devarana, Delhi<br />
Inmitten der Natur gelegenes,<br />
dennoch zentrales und stylishes, erst<br />
2013 renoviertes 5-Sterne-Resort mit<br />
Gartenanlage, Spa, Wellness-Bereich<br />
und Außenpool.<br />
ab 170 € / pro Nacht und Person /<br />
inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />
Veranstalter: Airtours<br />
18 4 / <strong>2016</strong><br />
Änderungen vorbehalten
Inspiration Indien<br />
Inspiration Indien<br />
Indien – alles Wichtige auf einen Blick<br />
Das Beste zwischen Amritsar und Kerala<br />
<strong>Urlaub</strong> Expertin Bettina Bacak vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Augsburg<br />
An-, Ein- und Ausreise<br />
Von Frankfurt und München werden<br />
Delhi und Mumbai direkt von Lufthansa<br />
und Air India angeflogen. Für<br />
andere Ziele und Abflugorte sind arabische<br />
Fluggesellschaften eine gute<br />
Wahl mit Zwischenstopp in Dubai,<br />
Abu Dhabi, Muskat, Jedda oder Katar.<br />
Bei der Größe des Landes bieten<br />
sich Gabelflüge an, etwa über Delhi<br />
ein- und Mumbai ausfliegen.<br />
Ein Visum mit bis zu 30 Tagen<br />
Gültigkeit gibt es am Flughafen, es<br />
kostet 60 Euro, zahlbar per Kreditkarte<br />
– nach vorherigem Antrag, der mindestens<br />
zwischen vier und maximal<br />
34 Tagen vor Einreise online gestellt<br />
werden muss. Auf der Homepage<br />
https://indianvisaonline.gov.in/visa/<br />
tvoa.html sind die Voraussetzungen<br />
dafür aufgeführt. Achten Sie darauf,<br />
dass Sie einen Einreisestempel erhalten<br />
– ohne ihn kommt es bei der Ausreise<br />
zu erheblichen Schwierigkeiten.<br />
Reisezeit<br />
Von Oktober bis Mitte April ist die<br />
günstigste Reisezeit. In Nordindien<br />
kann es von Dezember bis Februar<br />
kalt und neblig werden, in den Bergen<br />
fällt auch Schnee. Die besten<br />
Zeiten zum Wandern in den Bergen<br />
sind Oktober/November und<br />
März/April.<br />
Geld<br />
Offizielle Währung ist die indische<br />
Rupie. Geldautomaten finden sich im<br />
ganzen Land. Kreditkarten werden<br />
nur in Restaurants und Hotels der<br />
gehobenen Preisklasse akzeptiert.<br />
Sicherheit<br />
Gewaltverbrechen gegenüber Touristen<br />
sind in Indien extrem selten.<br />
Taschendiebstähle und Versuche,<br />
Touristen zu übervorteilen, sind dagegen<br />
sehr häufig, vor allem an touristischen<br />
Orten. Indien ist sehr konservativ:<br />
Frauen kleiden sich besser<br />
zurückhaltend und zeigen möglichst<br />
wenig Haut mit Ausnahme von touristischen<br />
Stränden. Nachts sollten<br />
sie nicht allein reisen.<br />
Medizinische Hinweise<br />
Leitungswasser ist kein Trinkwasser.<br />
Essen sollte verpackt bzw.<br />
durchgekocht, gebraten oder frittiert<br />
sein. Neben den Basis-Impfungen<br />
sind zusätzlich Hepatitis-A- und Typhus-Impfungen<br />
empfehlenswert.<br />
Unterhalb von 1500 Metern besteht<br />
ein mittleres Dengue-Fieber- und<br />
Malaria-Risiko. Die medizinische Versorgung<br />
entspricht vor allem auf den<br />
Land nicht europäischem Standard.<br />
Transport<br />
Die indische Eisenbahn kann in den<br />
höheren Klassen sehr komfortabel<br />
sein, kostet dann aber teilweise mehr<br />
als ein Flug. Dieser bietet sich – da<br />
auch deutlich schneller – bei langen<br />
Strecken an, etwa mit Air India, Indigo,<br />
Spicejet, GoAir, Jet Airways und<br />
Air Asia.<br />
Keine gute Idee ist es, selbst zu fahren,<br />
der indische Straßenverkehr ist<br />
nicht mit Deutschland vergleichbar,<br />
die Fahrzeuge werden technisch nicht<br />
überwacht. Mietwagen mit Fahrer<br />
sind üblich und preiswert. In Indien<br />
bieten sich organisierte Touren selbst<br />
für Individualreisende an.<br />
Hotel-Tipp<br />
Schlafen wie ein Maharaja? Besondere<br />
Übernachtungen gewähren in<br />
Nordindien Palast-Hotels. Die sogenannten<br />
Haveli- oder Heritage-Hotels<br />
sind vor allem in Rajasthan verbreitet<br />
und oft nicht so teuer wie sie<br />
aussehen.<br />
Baedeker<br />
Reiseführer<br />
Natur, Kultur,<br />
Geschichte<br />
und Genuss<br />
auf 736 Seiten<br />
für 27,99 € im<br />
<strong>ADAC</strong> Shop<br />
bit.ly/1rVL9cd<br />
Bild des<br />
Gottes Shiva<br />
Der Mensch<br />
sagt, die Zeit<br />
vergeht; die<br />
Zeit sagt, der<br />
Mensch vergeht<br />
Shopping<br />
In Basaren ist das erste Angebot<br />
eines Händlers garantiert mehrfach<br />
überteuert, Feilschen wird auf Märkten<br />
vorausgesetzt.<br />
Nicht versäumen<br />
In Nordindien strahlen das 1 Taj<br />
Mahal und 2 Fatehpur Sikri noch<br />
majestätischer als auf den Bildern.<br />
3 Der goldene Tempel in Amritsar,<br />
Hochburg der Sikh, ist ebenso beeindruckend<br />
und lässt sich gut mit<br />
einer Tanz-Zeremonie an der indischpakistanischen<br />
Grenze verbinden.<br />
Rajasthan ist nicht umsonst einer der<br />
beliebtesten indischen Staaten, egal<br />
ob Udaipur, Pushkar, Jaipur, Jodhpur<br />
oder Jaisalmer. In Südindien<br />
gilt 4 Hampi als das Angkor Wat<br />
Indiens, die Kombination mit einem<br />
Strandurlaub in 5 Goa liegt nahe.<br />
6 Mysore ist als Stadt der Paläste<br />
bekannt und lädt zu Ausflügen in die<br />
Umgebung ein. 7 Kerala lässt sich<br />
am besten mit einem Hausboot in<br />
den Backwaters erkunden.<br />
Feiertage<br />
In Indien werden vor allem religiöse<br />
Feste groß gefeiert, die sich allerdings<br />
nach dem Mondkalender<br />
richten, also nicht in jedem Jahr<br />
auf denselben Tag festgelegt sind.<br />
Zu den buntesten gehören: das<br />
Holi-Fest zu Ehren Krishnas (März),<br />
bei dem mit Farbe und Wasser gespritzt<br />
wird. Kumbh Mela (März/<br />
April), das Fest des Kruges, wird<br />
an vier Orten gleichzeitig gefeiert.<br />
Ganesha Chaturthi (August/Sept.)<br />
feiert den Elefantengott Ganesha<br />
vor allem in Mumbai. Bei Dussehra<br />
(Sept./Okt.) geht es zehn Tage um<br />
den Kampf zwischen Gut und Böse.<br />
Und Diwali (Okt./Nov.) ist das große<br />
Lichterfest zu Ehren der Glücksgöttin<br />
Lakshmi.<br />
FOTO: GETTY IMAGES (6), PRIVAT (2), ISTOCK (2), DUSIT DEVARANA,<br />
TAJ MAHAL PALACE & TOWER; KARTE: MAPS4NEWS.COM/© HERE<br />
3<br />
5<br />
6<br />
4<br />
7<br />
2<br />
1<br />
Indien liegt südlich<br />
des Himalaja<br />
175 km<br />
Besser nicht<br />
Egal ob Hyderabad, Bangalore, Chennai,<br />
Kolkata oder Delhi: Indische<br />
Metropolen sind noch intensiver<br />
als der Rest von Indien und nur<br />
wenig sehenswert. Den Aufenthalt<br />
sollte man zu Gunsten von schöneren<br />
Flecken in Indien kurz gestalten.<br />
Die Ausnahme von dieser<br />
Regel ist die mondäne Bollywood-<br />
Stadt Mumbai.<br />
Internet<br />
Indien-Bereich im Weltreiseforum:<br />
traveltalk.weltreiseforum.com/<br />
forum9.html<br />
Indientexte im Süd- und<br />
Südostasien-Blog:<br />
faszination-suedostasien.de/rubrik/<br />
reiseziele/indien<br />
Literatur<br />
Für Einsteiger in die indische Philosophie:<br />
„Siddharta“ von Hermann<br />
Hesse. Henry Miller sagte: „Eine wirksamere<br />
Medizin als das Neue Testament.“<br />
Suhrkamp, 128 Seiten, 6,99 €.<br />
Zur Vorbereitung auf das Land: „Notbremse<br />
nicht zu früh ziehen!“ von<br />
Andreas Altmann. Kurzweiliger Reisebericht<br />
über eine Zugreise durch das<br />
Land. Rowohlt, 204 Seiten, 7,90 €.<br />
Für Abenteuer-Fans: „Shantaram“<br />
von Gregory David Roberts. Großes,<br />
manchmal eitles Kino, das tief in die<br />
Geheimnisse von Mumbai eintaucht.<br />
Goldmann, 1088 Seiten, 9,95 €.<br />
Film-Tipps<br />
„Outsourced“ (2006) beschreibt den<br />
Kulturschock eines Managers, der zu<br />
einer Filiale nach Mumbai geschickt<br />
wird. „Ghandi“ (1982) erzählt von<br />
Indiens gewaltlosem Unabhängigkeitskampf.<br />
20 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 21
Fünf Mal ... Inspiration<br />
Duft<br />
DAS PARFÜM<br />
DER METRO<br />
Ausgehen<br />
DER SPASS DER VIERTEL<br />
Damit es spät wird Paris ist kein Dorf, Paris ist mehrere Dörfer. Deshalb startet<br />
man tagsüber im Quartier Latin, dem inzwischen teuren Studentenviertel. In Saint-<br />
Germain-des-Prés geht man in Cafés wie das „Flore“ am Boulevard Saint-Germain<br />
und das „Les Deux Magots“ um die Ecke, Heimat aller Existenzialisten. Im Marais,<br />
dem jüdischen und hippen Szeneviertel, kann man gut essen, trinken, sitzen und<br />
plaudern. In der Bastille findet man mit der Rue de Lappe eine Straße, die eher<br />
einem Tresen gleicht. Montmartre und Pigalle, die Rotlicht-, Amüsier- und Neppviertel,<br />
weltbekannt dank des „Moulin Rouge“. Wer es luxuriös liebt, versucht<br />
in den legendären Club „Les Bains Douches“ (7, Rue du Bourg-l’Abbé,<br />
Mi – Sa ab 23 Uhr) zu kommen, dessen Tanzfläche neben dem Pool ist.<br />
Wobei: Angeblich sind hier schon Karl Lagerfeld, Catherine Deneuve und Keith<br />
Richards am Türsteher gescheitert. Mehr Lässigkeit findet sich im Dreieck des<br />
ehemaligen Arbeiterstadtteils Oberkampf, République und dem Canal Saint<br />
Martin, wo die Clubs gleich „Kitsch Bar“ oder „Panic Room“ heißen.<br />
Klassiker<br />
DIE WUCHT DES DEBÜTS<br />
Das erste Mal Das ehemalige Lutetia ist reich an Höhepunkten.<br />
Man erklimmt den Eiffelturm – dessen Bau die Pariser<br />
ablehnten. Besucht den „Denker“ im Musée Rodin und die<br />
„Mona Lisa“ im Louvre – Letztere ist enttäuschend klein. Freut<br />
sich über den Sonnenuntergang hinter dem Arc de Triomphe<br />
– zweimal im Jahr. Steht mit offenem Mund vor Wallfahrtskirchen<br />
wie Sacré-Cœur und Kathedralen wie Notre<br />
Dame – mit der einzigen Glocke aus der französischen<br />
Revolution. Erblickt ein Gegenstück, das Centre Pompidou<br />
mit sichtbarer Gebäudetechnik – und Zinédine-Zidane-<br />
Statue. Entspannt an Plätzen wie dem Place des Vosges<br />
und in Gärten wie dem Jardin de Luxembourg. Bestaunt<br />
am chaotischen Umsteigebahnhof Châtelet – Les Halles<br />
mit 800.000 anderen das neue, lichtdurchflutete und<br />
umstrittene Blätterdach samt Wasserfall – bei Regen.<br />
Verzichten sollte man aber auch nicht darauf, Eintrittskarten<br />
für Museen und den Eiffelturm online vorauszubuchen.<br />
So umgeht man lange Warteschlangen<br />
und spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.<br />
Genießen und shoppen<br />
DIE FÜLLE DER<br />
MÖGLICHKEITEN<br />
Ja, Mahlzeit Man sieht es nie, dass sich Pariser Essensreste<br />
einpacken lassen. Aus gutem Grund: Genuss<br />
und Erlebnis sind hier eins. Ob im Bistro, etwa dem „Le<br />
Servan“ (32, Rue Saint-Maur), im Café „La Caféothèque“<br />
(52, Rue de l’Hôtel de ville) oder im Macarons-Shop<br />
„Ladurée“ (75, Avenue de Champs-Élysées): Alles ist<br />
leicht, jedes Problem scheint fluffig. Wobei sich die<br />
Restaurant-Szene wahnsinnig schnell bewegt. Ewig<br />
Gültiges findet man dagegen im legendär verwunschenen<br />
Buchladen „Shakespeare & Company“ (37, Rue de la<br />
Bûcherie, tgl. 10 – 23 Uhr). Im Kunstbedarfshandel „Adam“<br />
(11, Boulevard Edgar Quinet), wo schon das Blau von<br />
Yves Klein erfunden wurde. Oder unter der Glaskuppel<br />
der grande dame der Kaufhäuser, dem Jugendstilidol der<br />
„Galeries Lafayette“ (40, Boulevard Haussmann).<br />
Immer der Nase nach Paris ist – abgesehen vielleicht<br />
vom Seine-Ufer im Hochsommer – eine Stadt des<br />
Duftes. Das Institut Supérior International du Parfum<br />
in Versailles etwa ist die wohl bekannteste Ausbildungsstätte<br />
für Parfümeure. Im Museum Fragonard<br />
(9, Rue Scribe, Mo – Fr 9 – 18, Sa 9.30 – 16 Uhr, Eintritt<br />
frei) wird die Geschichte von 3000 Jahren Parfümherstellung<br />
erzählt, samt Miniaturfabrik und Flakon-<br />
Schau. Die großen Gärten und Blumenmärkte, etwa<br />
auf der Binneninsel Île de la Cité, verströmen ihr<br />
eigenes Odeur. Am charakteristischsten aber: der<br />
Duft in der Metro. Die Schienen<br />
werden zum Schutz des Eisens<br />
nämlich regelmäßig mit Teebaumöl<br />
eingerieben, für die<br />
weißen Kacheln unter der<br />
Erde werden eigens entwickelte<br />
Reinigungschemikalien<br />
eingesetzt. Diese<br />
olfaktorische Kombination<br />
ergibt: Paris.<br />
5Empfohlen von Anja Laukner<br />
aus dem <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Plauen<br />
-mal ...<br />
Paris<br />
Wie hieß es einst in einem Song?<br />
Die Heimat von Edith Piaf und<br />
Charles Aznavour muss etwas<br />
richtig gemacht haben. Und Paris<br />
macht weiter, einfach immer weiter …<br />
<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Paris:<br />
bit.ly/1W1RKyj<br />
Impressionen aus Paris:<br />
bit.ly/1sqjKit<br />
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FOTO: GETTY IMAGES (2), PUBLIC DOMAIN, <strong>ADAC</strong>, ISTOCK (3)<br />
Liebe<br />
DAS GLÜCK DER STADT<br />
Überwältigend Dass Paris die Stadt der Liebe ist, wird oft behauptet.<br />
Manchmal auch bewiesen: 2014 brach ein Teil des Geländers der<br />
Pont des Arts – der Fußgängerbrücke, die das 1. Arrondissement am<br />
rechten Ufer der Seine mit dem 6. Arrondissement am linken Ufer<br />
verbindet – unter „Liebesschlössern“ zusammen. Allerdings sollten<br />
sich Suchende darauf einstellen, dass sich die Romantik erst zeigt,<br />
wenn man nicht mehr mit ihr rechnet. Vielleicht, wenn man sich mit<br />
einem Rotwein erschöpft an die Seine setzt oder über den verwunschenen<br />
Friedhof Père Lachaise schlendert – sich also Zeit nimmt,<br />
das Leben zu beachten, zu beobachten.<br />
22 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 23
Der Zirkel des<br />
Lebens<br />
Wilde Tiere und weite Landschaften – beides erlebte<br />
unser Autor auf seiner Auto-Safari im Grenzgebiet von<br />
Tansania und Kenia. Und noch ein paar Abenteuer mehr …<br />
Text und Fotos Wolfgang Siesing<br />
Safari Inspiration<br />
Die Wüste lebt<br />
Frei umherstreifendes<br />
Nashorn (links)<br />
und halbnomadischer<br />
Massai-Krieger<br />
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24 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 25
Inspiration Safari<br />
Erster Tag<br />
Kilimanjaro Airport/<br />
Arusha-Nationalpark<br />
Zehn Stunden Flug liegen hinter uns,<br />
einer Gruppe, die die Enge Deutschlands<br />
mit der Weite Tansanias getauscht hat.<br />
Wir sechs kommen aus verschiedenen<br />
Berufen und Himmelsrichtungen, sind<br />
aber an rustikalen Safari-Hüten, Outdoor-Rucksäcken<br />
und Teleobjektiven zu<br />
erkennen. Uns eint die – romantische? –<br />
Vorstellung einer ursprünglichen Natur.<br />
In unmittelbarer Nähe des Kilimanjaro<br />
befindet sich nämlich die<br />
Champions League der afrikanischen<br />
Nationalparks. Die Serengeti – 15.000<br />
Quadratkilometer baumlose Savanne<br />
– hat sich auch dank des oscargekrönten<br />
Grzimek-Films ins Gedächtnis eingegraben.<br />
Tobende Zebraherden und jagende<br />
Löwen wollen wir nun live erleben.<br />
Allerdings wird erst einmal die<br />
Vision mit der Realität getauscht: Nach<br />
Verlassen des Flughafens begrüßt uns<br />
das wahre Afrika. Ein Destillat aus lautem<br />
Hupen, Taarab-Musik, dem Geruch<br />
von verbranntem Holz und gegrilltem<br />
Ziegenfleisch. Unser Guide durchbricht<br />
das kindliche Staunen: „Hi, I’m John.“<br />
John, um die 30 Jahre alt, demonstrativ<br />
ein WWF-Basecap tragend, arbeitet<br />
schon viele Jahre als Ranger und<br />
gehört zur Volksgruppe der Sukuma,<br />
meist Fischer oder Farmer, die etwa<br />
ein Achtel der Bevölkerung Tansanias<br />
ausmachen. Er führt uns zu einem Land<br />
Cruiser, unserem Packesel.<br />
Eine Stunde später sind wir im<br />
Arusha-Nationalpark – zwischen neugierigen<br />
Diademmeerkatzen, farbenfrohen<br />
Turakos und akrobatischen<br />
Stummelaffen – und lassen den Abend<br />
entspannt ausklingen: Die Runde der<br />
„Freunde Ostafrikas“ lässt sich auf der<br />
Terrasse der Lodge nieder, prostet sich<br />
mit Flaschenbier zu und sieht in der<br />
Ferne den vulkanischen Mount Meru<br />
und die untergehende Sonne.<br />
Überlebenskampf<br />
in der Natur<br />
Angegriffene<br />
Zebraherde<br />
(oben), Ranger<br />
und Fahrer John<br />
Zweiter Tag<br />
Arusha-Nationalpark<br />
Um sieben Uhr gibt es Frühstück:<br />
Omelett mit Speck, Tomaten und<br />
Bohnen, eine ideale Grundlage für die<br />
anstehende Wanderung. Ein Ranger,<br />
bewaffnet mit einem Sturmgewehr,<br />
bittet zur Pirsch.<br />
Der Arusha-Nationalpark wird<br />
durch einen Bergregenwald unterhalb<br />
des Mount Meru dominiert. Wir<br />
durchwandern ihn in fast 2000 Meter<br />
Höhe, die Luft ist knackig. Der Ranger<br />
erklärt Pflanzen- und Tierwelt, immer<br />
wieder greift er nach einem Strauch,<br />
deutet auf Bäume, erklärt, welches Heilmittel<br />
gegen welche Krankheit genutzt<br />
wird. Die Art Visite wird überraschend<br />
gestört: Ein Wasserbüffel steht im Abstand<br />
von rund 50 Metern auf einer<br />
Lichtung und bewegt seine Hörner<br />
– Spannbreite knapp zwei Meter – zu<br />
einer Musik, die nur er hört.<br />
„Hmm“, sagt unser Guide. „Wasserbüffel<br />
in dieser Höhe sind eher selten.“<br />
Er beschließt einen Umweg zu gehen.<br />
„Wasserbüffel greifen Menschen nur<br />
an, wenn sie sich bedroht fühlen. Gilt<br />
übrigens auch für Leoparden, die man<br />
manchmal auch in luftiger Höhe bestaunen<br />
kann. Genießt es, die nächsten<br />
Tage seht ihr die Tiere nur vom Jeep aus.“<br />
Eine ideale Akklimatisierung also.<br />
Dritter Tag<br />
Arusha-Nationalpark/<br />
Tarangire-Nationalpark<br />
Die Nacht findet ein rasches Ende, wir<br />
erleben vom Auto aus den Sonnenaufgang<br />
in der Savanne. Wir sind noch<br />
schlaftrunken, die Giraffen aber, die<br />
unseren Weg kreuzen, sind hellwach:<br />
Kaum erblicken sie uns, flüchten sie<br />
einige Meter, um dann zu stoppen und<br />
uns aus großer Höhe zu mustern. Ihre<br />
Zungen scheinen blau. „Starke Pigmente“,<br />
erklärt John, „zum Schutz vor<br />
Sonnenbrand.“<br />
Immer wieder müssen wir Fernglasund<br />
Fotostopps einschieben. Etwa, weil<br />
uns eine große Elefantenherde wenig<br />
später im Tarangire-Nationalpark willkommen<br />
heißt. Eines der Tiere umwickelt<br />
mit seinem Rüssel einen jungen<br />
Baum und rupft ihn aus.<br />
Nun liegen vor uns mehr als 20.000<br />
Quadratkilometer Savanne, ein gedeckter<br />
Tisch für alle Raubtierarten.<br />
Wir durchqueren die Ebene, und stattliche<br />
Herden ziehen an uns vorbei. Ein<br />
unglaubliches Schauspiel: der Kreislauf<br />
des Lebens. Sind die Weidegründe<br />
im Süden abgegrast, ziehen bis zu zwei<br />
Millionen Gnus, eine halbe Million<br />
Gazellen und 250.000 Zebras durch die<br />
Serengeti bis hinauf in das Masai-Mara-Schutzgebiet<br />
in Kenia. Drei Monate<br />
später geht es zurück in den Süden, der<br />
Kreislauf beginnt von vorn. Kein Regen,<br />
keine Dürre kann die Tiere davon abbringen,<br />
das Rad des Lebens dreht sich.<br />
Abends genießen wir ein Abendessen,<br />
gedeckter Tisch unterm Sternenhimmel.<br />
Deutschland kann weiter weg<br />
nicht sein.<br />
Für den<br />
Durchblick<br />
Das Fernglas,<br />
das vielleicht<br />
wichtigste<br />
Utensil<br />
auf Safari<br />
Malerische Welt<br />
Blick auf den<br />
Kilimanjaro (ganz<br />
oben), skeptische<br />
Impala-Antilope<br />
Angebote<br />
Faszination Afrika<br />
Rundreise durch Kenia<br />
Nach der Ankunft in Nairobi (Flug<br />
nicht inkludiert) erwarten Sie elf Tage<br />
Safari im Mini-Bus in den beliebtesten<br />
Nationalparks von Kenia und Tansania.<br />
Sie wohnen beispielsweise am Fuß<br />
des Kilimanjaro, gehen auf Pirschfahrten<br />
durch Krater, erleben malerische Seen<br />
und Orte, die als „Wiege der Menschheit“<br />
betrachtet werden können,<br />
sowie Einheimische wie die Massai.<br />
Und natürlich Elefanten und Büffel,<br />
Antilopen und Gazellen, Nashörner und<br />
Leoparden, Löwen und Giraffen, Gnus<br />
und Zebras – aber auch Hyänen und<br />
Schakale. Die ideale Reise für Naturliebhaber<br />
beinhaltet neben stilvollen und<br />
gehobenen Lodges und entsprechender<br />
Verpflegung auch zwei Inlandsflüge,<br />
Flying-Doctor-Service und wird bereits<br />
ab zwei Personen durchgeführt.<br />
ab 5310 € / 10 Nächte in<br />
kleiner Gruppe mit Übernachtung<br />
in gehobenen Lodges oder Camps /<br />
Vollpension / Fensterplatzgarantie /<br />
Deutsch sprechende Reiseleitung<br />
Veranstalter: Meier’s Weltreisen<br />
26 4 / <strong>2016</strong><br />
Änderungen vorbehalten
Inspiration Safari<br />
Am Anfang war das Feuer<br />
Ein Massai wirft eine Art Grill<br />
an, um Ziegenfleisch zu garen<br />
Experten-Tipp<br />
Melanie Kandelhardt aus dem <strong>ADAC</strong> Reisebüro in<br />
Mannheim über Kleidungsregeln auf Safaris<br />
Man denkt immer: Afrika ist warm. Das stimmt meist auch.<br />
Nur: Afrika ist auch groß. Größer als China, Europa, Indien,<br />
Japan und die USA zusammen. Das bedeutet für Safaris,<br />
dass häufig längere Strecken auf Straßen zu absolvieren<br />
sind, die nicht so befahrbar sind, wie wir es gewohnt sind.<br />
Da Tiere zudem mittags oft im Schatten dösen, beginnen<br />
viele Touren oft vor Sonnenaufgang – oder enden nach<br />
Sonnenuntergang. In offenen Jeeps kann es da durch den<br />
Fahrtwind schnell kalt und zugig werden, gerade dann,<br />
wenn man noch oder schon wieder müde ist. Entsprechend<br />
warme Kleidung sollte man mit sich führen.<br />
<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Tansania:<br />
bit.ly/1qi8Tpm<br />
Video „Safari in Tansania“:<br />
bit.ly/224hgms<br />
Vierter Tag<br />
Tarangire-Nationalpark<br />
Beim späten Frühstück um halb neun<br />
gibt es Hochlandkaffee aus dem Nachbarland<br />
Kenia und eine Stimmung wie<br />
auf einem Schulausflug: Gegen zehn<br />
besuchen wir ein Massai-Dorf.<br />
Auf dem Weg dorthin versorgt uns<br />
John mit ein paar Kurzinformationen<br />
über die bekannteste Volksgruppe<br />
Ostafrikas. Sie macht nur zwei bis drei<br />
Prozent der Bevölkerung aus, steht aber<br />
für den Stolz Tansanias. Massai leben<br />
nach festen Ritualen als Halbnomaden<br />
in unmittelbarer Nachbarschaft zu den<br />
Nationalparks: Ihre Vorstellung von<br />
Reichtum basiert auf dem Besitz von<br />
Rindern und der Anzahl der Ehefrauen.<br />
Nach knapp zwei Stunden Fahrt<br />
durch ein Gebiet, das den Begriff<br />
Weite erfunden haben muss, erreichen<br />
wir eine kleine Hüttensiedlung. Hinter<br />
einem Wall aus Dornenbüschen finden<br />
sich zehn, zwölf kleine Unterkünfte<br />
aus Lehm, Kuh-Dung und Stroh und<br />
eine Freifläche, die ebenfalls mit Dornenhecken<br />
abgeriegelt ist. Hier wird<br />
nachts das Vieh in Sicherheit vor Löwen<br />
und Hyänen gebracht.<br />
Wir werfen einen Blick in die fensterlosen<br />
Hütten, nur von einem Feuer<br />
erhellt. Drei junge Massai führen uns<br />
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Afrikanischer<br />
Elefant<br />
Herden legen<br />
pro Tag rund<br />
zwölf Kilometer<br />
zurück<br />
zu ihren Rindern und erklären – John<br />
übernimmt das Dolmetschen – am<br />
lebenden Tier, wo man zum Blutabzapfen<br />
einen Stich setzen muss, damit das<br />
Tier nicht ernsthaft verletzt wird. Das<br />
gewonnene Blut wird mit Milch gemischt,<br />
in einem Gefäß geschüttelt und<br />
anschließend frisch getrunken. Dieser<br />
„Saroi“ ist in manchen Ansiedlungen<br />
immer noch Hauptnahrungsmittel.<br />
John lässt durchblicken, dass es für<br />
unsere Gastgeber nicht einfach ist, den<br />
Spagat zu leben zwischen den Annehmlichkeiten<br />
der Moderne und<br />
dem archaischen Dasein in der Steppe.<br />
Nicht wenige junge Massai kehren ihren<br />
Dörfern den Rücken und versuchen<br />
fern der Savanne neue Lebensentwürfe<br />
zu finden. Wir erfahren aber auch, wie<br />
man mit viel Geschick zu viert einen<br />
Löwen jagt, mit monotonen Gesängen<br />
Tiere bei Gewitter beruhigt und von der<br />
Überlieferung, derzufolge die Massai<br />
alle Rinder dieser Welt von den Göttern<br />
als Geschenk erhielten – weshalb es zu<br />
„Verständnisproblemen“ kommt, wenn<br />
man sie wegen Viehdiebstahls belangt.<br />
Auf der Terrasse der Lodge debattieren<br />
wir noch lange über das Volk im<br />
leuchtenden Karo-Rot mit den geweiteten<br />
Ohrläppchen.<br />
Fünfter Tag<br />
Serengeti-Nationalpark<br />
Die Nachtruhe endet wieder früh. Ein<br />
kurzer Kaffee und frischer Joghurt müssen<br />
reichen. Über Nacht hat es geregnet,<br />
im Gelb der Steppe leuchten satte grüne<br />
Flecken. John hat am Frühstückstisch<br />
den Spannungsbogen noch einmal erhöht,<br />
uns gigantische Gnuherden und<br />
wilde Löwenrudel versprochen.<br />
Gegen neun durchfahren wir das<br />
Tor zum Nationalpark Serengeti. Die<br />
rote Waschbrettpiste kontrastiert sattes<br />
Grün, wir umfahren tiefe Regenlöcher,<br />
an erhöhte Geschwindigkeit<br />
verschwendet trotz Strecken von mehr<br />
als 300 Kilometern am Tag niemand<br />
einen Gedanken. Wer auf Tempo setzt,<br />
hat die Savanne nicht verstanden.<br />
Keine halbe Stunde später hören<br />
wir das Trommeln von Hufen: Wir<br />
steuern auf ein langes schwarzes Band<br />
zu, zum Staunen verdammt. Über<br />
den kompletten Horizont spannt<br />
sich ein gigantisches schwarz-weißes<br />
Muster. Bei näherem Hinsehen erkennen<br />
wir Tausende von Gnus und<br />
Zebras. Zwar fahren wir weiter, doch<br />
der Motor ist nicht mehr zu hören –<br />
übertönt vom Schlagzeug-Solo der<br />
Natur. John gestikuliert wild. Mehrere<br />
Löwen tauchen auf einer Seite der<br />
Flanke auf, versuchen einzelne Tiere zu<br />
isolieren, schlagen Keile in das bewegliche<br />
Band. Immer wieder aber schließt<br />
sich die Lücke. Irgendwann ermüden<br />
die Angreifer und drehen ab, werden<br />
langsamer, legen sich ins hohe Gras.<br />
Wir passieren ihre ermüdeten Körper,<br />
sehen, wie das Blut in ihren Halsadern<br />
pulsiert. Sie schauen den Herden nach<br />
und wissen, bei einem der nächsten<br />
Angriffe werden sie erfolgreich sein.<br />
Auf dem weiteren Weg entdecken wir<br />
einige Zeugen, die im Zirkel des Lebens<br />
auf der Strecke geblieben sind. Oft<br />
junge Tiere oder kranke – leichte Beute<br />
für Löwen und Hyänen. Ihr Tod hat<br />
mehr Nutznießer als nur die Jäger, ein<br />
Pulk von Leichenschmaus-Freunden<br />
setzt sich an die Tafel: Geier, Schakale,<br />
selbst Leoparden laben sich.<br />
Gegen Mittag wird die Savanne<br />
wieder mit der Lodge getauscht. Antilopen<br />
und Büffel suchen den Schatten,<br />
wir ein kaltes Getränk. Um vier ruft<br />
John zur letzten Safari: Wir fahren zu<br />
einer Wasserstelle.<br />
Noch vor dem Ziel werden wir Zeuge<br />
der Attacke eines Geparden auf eine<br />
Zwergantilope. Die schnellste Raubkatze<br />
der Welt sollte ihr Opfer jederzeit packen<br />
können. Doch die Antilope schlägt<br />
beständig Haken, bis der Gepard resigniert.<br />
„Noch nie habe ich erlebt“,<br />
sagt John und lacht, „dass ein Gepard<br />
ein Dikdik erlegt hat. Geparden werden<br />
Opfer ihrer eigenen Beschleunigung.“<br />
An der Wasserstelle treffen wir im<br />
letzten Tageslicht noch einmal viele<br />
Protagonisten unserer Reise. Hier<br />
trinken Wasserbüffel neben Antilopen<br />
und Giraffen, zwischendurch<br />
tauchen Paviane auf und vertreiben<br />
mit lautem Geschrei alle Durstigen,<br />
um selbst wiederum<br />
von einem alten Löwen<br />
vertrieben zu werden.<br />
Wir schießen die<br />
letzten Fotos, bevor die<br />
Sonne hinter den Affenbrotbäumen<br />
untergeht. Ein<br />
letztes Mal genießen wir ein Bier<br />
am offenen Feuer.<br />
Sechster Tag<br />
Kilimanjaro Airport/<br />
Zanzibar Airport<br />
Natürlich klingelt der Wecker wieder<br />
zu früh, doch eine halbe Tagestour ist<br />
für den Rückweg eingeplant. Selbst von<br />
der recht gut ausgebauten Fahrstrecke<br />
aus sehen wir Giraffen und Büffel in<br />
Herden wandern.<br />
Manche sind in Gedanken vertieft,<br />
checken ihre Bilder auf dem Display<br />
oder versuchen noch etwas afrikanische<br />
Atmosphäre einzusaugen. Die<br />
Luft scheint zu stehen, die Natur ruft<br />
noch einmal alle Schattierungen ihrer<br />
Schönheit ab, am Horizont sieht man<br />
die Silhouetten knorriger Baobabs, der<br />
Affenbrotbäume. Dann geht es ab, in<br />
eine andere Welt.<br />
Wohnen im<br />
Kuh-Dung<br />
Hütte der<br />
Massai, Enkaji<br />
genannt<br />
Siebter Tag<br />
Sansibar<br />
Die Verlängerung auf der Gewürzinsel<br />
bildet eine formidable Ergänzung. Weiße<br />
Sandstrände unter den Fußsohlen, ein<br />
Türkis des Meeres, das man nur mit<br />
Réunion oder Mauritius vergleichen<br />
kann. Die Hauptstadt ist UNESCO-<br />
Weltkulturerbe, ihre Altstadt Stone<br />
Town noch nicht poliert und schlägt<br />
mit ihrem Gassengewirr und orientalischen<br />
Märkten die Brücke zur<br />
arabischen Vergangenheit. Die ausgebauten<br />
Gewürzfarmen produzieren Vanille,<br />
Nelke, Pfeffer, Kardamom, Muskat<br />
und vieles mehr, eine Wunderkammer<br />
dieser Welt. Dazu eine Kokosnuss und ein<br />
Sundowner auf „The Rock“, einer bei Flut<br />
umspülten Felsenbar. Mehr geht nicht.<br />
Für einen Moment denke ich an jene<br />
Gnus und Zebras, die es in der Savanne<br />
nicht geschafft haben. Ich hebe mein<br />
Glas und murmele einen Nekrolog.<br />
Autor Wolfgang Siesing<br />
mit einem Massai in rotem Karo<br />
und vollem Ornat<br />
28 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 29
Inspiration Safari<br />
Safari Inspiration<br />
Safari – alles Wichtige auf einen Blick<br />
Das Beste zwischen Tansania und Kenia<br />
<strong>Urlaub</strong> Expertin Melanie Kandelhardt vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Mannheim<br />
Endlose Weite<br />
Steppe in Tansania<br />
Wohnen<br />
Direkt in oder in Nähe von Nationalparks<br />
befinden sich Camps und<br />
Lodges aller Kategorien. Die meisten<br />
Anbieter stellen individuelle Reisemodule<br />
zusammen.<br />
Essen & Trinken<br />
An- und Abreise<br />
Sicherheit<br />
Die ostafrikanische Küche ist vielfältig.<br />
Neben klassischen Maisgerichten<br />
wie Irio und Ugali und<br />
exotischen Matoke-Speisen aus<br />
grünen Kochbananen sind Grillgerichte<br />
beliebt. Auch ist die indische<br />
Küche weit verbreitet. Jedes Essen<br />
sollte gekocht, gegrillt oder geschält<br />
sein. Auf nicht abgekochtes Wasser<br />
in allen Formen – Eis, Eiswürfel oder<br />
auf Salaten – verzichten.<br />
Der Flughafen Kilimanjaro (JRO) bietet<br />
sich als Ausgangsort für Safaris im<br />
Norden Afrikas an. Für die Einreise<br />
wird ein Visum benötigt, das entweder<br />
bei der Botschaft Tansanias (www.<br />
tanzania-gov.de) beantragt werden<br />
kann oder am Flughafen ausgestellt<br />
wird, die Gebühr beträgt 50 US-Dollar.<br />
Reisezeit<br />
Die besten Reisezeiten liegen zwischen<br />
Dezember und März sowie<br />
zwischen Juni und Oktober. Im <strong>Juli</strong><br />
und August ist Hochsaison.<br />
Gesundheit<br />
Man sollte ggf. die Immunisierung<br />
gegen Tetanus, Diphtherie, Polio,<br />
Typhus und Hepatitis auffrischen.<br />
Darüber hinaus sollte man sich von<br />
einem Tropenmediziner zu Gelbfieber<br />
und Malaria-Prophylaxe beraten<br />
lassen. Eine Auslandskrankenversicherung<br />
sollte abgeschlossen<br />
sein. Eine kleine Reiseapotheke –<br />
Pflaster, Durchfallmittel, Schmerztabletten<br />
– gehört ins Reisegepäck.<br />
Tansania ist das sicherste Land Ostafrikas.<br />
Nur auf Sansibar kommt es<br />
zu Konflikten zwischen den Religionen.<br />
Allerdings sind Reisende im<br />
Vergleich zu Einheimischen sehr<br />
reich und damit womöglich Ziel<br />
von Diebstählen. Das Leben in den<br />
Lodges und Camps gilt als sehr sicher.<br />
Wer im Zelt übernachtet, sollte<br />
es zum Schlafen fest geschlossen<br />
halten. Für Safaris gilt: Steigen Sie<br />
ohne Aufforderung nicht aus dem<br />
Wagen aus, stecken Sie nicht den<br />
Kopf heraus, wenn wilde Tiere in der<br />
Nähe sind. Selbst behäbig wirkende<br />
Tiere sind in Beschleunigung und<br />
Endgeschwindigkeit läuferischen<br />
Fähigkeiten europäischer Touristen<br />
oft deutlich überlegen.<br />
Darüber hinaus gelten die üblichen<br />
Sicherheitsvorkehrungen für tropische<br />
Länder: Schauen Sie in Ihre<br />
Schuhe, bevor Sie diese anziehen,<br />
um Schlangen und Skorpione auszuschließen.<br />
Sparen Sie nicht mit<br />
Insektenschutzmittel, tragen Sie in<br />
Morgen- und Abendstunden lange<br />
Hosen und Jacken. An Bahn- und<br />
Flughäfen nicht auf Geldtauschangebote<br />
eingehen, sie sind strafbar<br />
und können gefährlich sein.<br />
Baedeker<br />
Reiseführer<br />
Natur, Kultur,<br />
Geschichte<br />
und Genuss<br />
auf 456 Seiten<br />
für 22,99 € im<br />
<strong>ADAC</strong> Shop<br />
bit.ly/21cbkXC<br />
Kleidung<br />
Wer auf Safari geht, benötigt helle<br />
und strapazierfähige Kleidung mit<br />
Sonnenschutz. In Morgen- und<br />
Abendstunden sollten Sie lange<br />
Hosen und Jacken auch als Mückenschutz<br />
tragen. Die Temperaturen<br />
steigen tagsüber auf über 30 Grad,<br />
fallen nachts aber auf bis zu fünf Grad<br />
– ein Pullover gehört in den Koffer.<br />
Sprache<br />
Swahili ist die offizielle Landessprache,<br />
Englisch wird aber fast überall<br />
gesprochen und verstanden.<br />
Geld<br />
Offizielle Landeswährung ist der Tanzania-Shilling.<br />
Der US-Dollar ist aber<br />
als Parallelwährung etabliert, sollte<br />
aber bar von zu Hause mitgebracht<br />
werden, Wechselstuben finden sich<br />
nur in größeren Orten. Kreditkarten<br />
akzeptieren nur große Hotels.<br />
FOTO: WOLFGANG SIESING (10), ISTOCK (2), <strong>ADAC</strong> E.V. (2), TASCHEN VERLAG; KARTE: MAPS4NEWS.COM/© HERE<br />
Tansania und Kenia<br />
im Osten Afrikas<br />
Nicht versäumen<br />
Nach der Safari am Abend langsam<br />
runterkommen und den Sonnenuntergang<br />
über der Savanne genießen.<br />
Mit einem Sundowner in der Hand<br />
auf der Campterrasse sitzen und<br />
sich an der Weite einer malerisch<br />
schönen Landschaft erfreuen. Einen<br />
geführten bush walk unternehmen –<br />
nur selten kommt man der afrikanischen<br />
Flora und Fauna so nah.<br />
Besser nicht<br />
Halten Sie Abstand zu Wasserstellen.<br />
Es müssen nicht einmal hungrige<br />
Raubkatzen in der Nähe sein, auch<br />
die Aggression und Schnelligkeit<br />
überraschter Flusspferde kann lebensgefährlich<br />
werden.<br />
Literatur<br />
„Das verlorene Paradies“ von Abdulrazak<br />
Gurnah. Der Autor stammt von<br />
Sansibar und schildert die Wirren<br />
eines jungen Mannes, der von seiner<br />
sicheren Insel in das dunkle Herz<br />
Ostafrikas vorstößt. Eine Reise in die<br />
Zeit der Kolonialmächte. Flüssig<br />
geschriebene Historie.<br />
Fischer, 336 Seiten, antiquarisch<br />
„Das Geständnis der Löwin“ von<br />
Mia Couto. Ein Dorf wird immer<br />
Bildgewaltiger<br />
Einstieg<br />
„Eye on<br />
Africa“ des<br />
weltberühmten<br />
Fotografen<br />
Sebastião<br />
Salgado.<br />
Taschen, 336<br />
Seiten, 49,95 €<br />
100 km<br />
wieder von einer menschenfressenden<br />
Löwin angegriffen. Ein Großwildjäger<br />
und ein Möchtegern-Schriftsteller<br />
kommen tödlichen Ritualen<br />
inmitten der Magie des Dorfes auf<br />
die Spur. Dicht, poetisch, dabei amüsant<br />
und zugleich leicht verständlich<br />
geschrieben.<br />
Unionsverlag, 272 Seiten, 12,95 €<br />
Internet<br />
Umfangreiche Reiseinformationen<br />
stellt die Tourismusbehörde zur<br />
Verfügung:<br />
www.tanzaniatouristboard.com<br />
Eine gute Übersicht über die<br />
Nationalparks:<br />
www.tanzaniaparks.com<br />
30 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 31
Experten-Tipp TraumzielTürkei<br />
Herr Gündra, Sie fuhren in Ihrer<br />
Jugend das erste Mal nach Kroatien.<br />
Warum? Wegen der „Winnetou“-<br />
Filme, die dort gedreht wurden?<br />
Nein, ich wusste damals gar nicht,<br />
dass diese abenteuerlichen Landschaften<br />
in Kroatien zu finden waren.<br />
Mein Onkel hat mich dort hingelockt,<br />
als ich 21 Jahre alt war.<br />
Familiäre Empfehlungen können<br />
heikel sein.<br />
Diese nicht. Mein Onkel besaß ein<br />
Schlauchboot und wollte mir die wunderschöne<br />
Inselwelt zeigen. Rechnet<br />
man alles ein, was aus dem Wasser<br />
ragt, sind es wohl mehr als 1000 Inseln.<br />
Und seither war ich mindestens<br />
fünf Mal dort.<br />
Was begeistert Sie an dem Land?<br />
Vieles. Auf der Halbinsel Istrien kann<br />
man herrlich Motorrad fahren. Es<br />
macht Spaß, sich in den Gassen der<br />
Altstadt von Split zu verirren – dort<br />
steht ein Palast, den der römische<br />
Kaiser Diokletian um das Jahr 300 erbauen<br />
ließ. Schwer beeindruckt bin<br />
ich vom Nationalpark Plitwitzer Seen,<br />
die wie Kaskaden angeordnet sind. Die<br />
Adria wirkt in Kroatien dank ihrer Strömung<br />
so unfassbar samtig und klar. Ich<br />
Mein<br />
Lieblingsland<br />
Kroatien<br />
schätze aber auch die kroatische Küche.<br />
Sie ist sehr abwechslungsreich,<br />
mit italienischen und ungarischen<br />
Einflüssen, und es gibt leckere Fischgerichte.<br />
Und dann die Vielfalt der<br />
dalmatinischen Inseln! Die Ruhe einsamer<br />
Buchten auf Brač. Auf Hvar kann<br />
man, so sagt ein Sprichwort, bei schlechtem<br />
Wetter umsonst essen – was wohl<br />
so gut wie nie passiert. Und die Jugend<br />
ist von den Partys auf Pag begeistert.<br />
Mit anderen Worten: alles?<br />
Ziemlich alles, ja. In den Küstenstädten<br />
sind natürlich viele Touristen. Dubrovniks<br />
mittelalterliche Altstadt war nicht<br />
ohne Grund Kulisse für die Fantasy-<br />
Serie „Game of Thrones“ – und lockt<br />
eine entsprechende Zahl von Fans an.<br />
Wie haben Sie die Einheimischen<br />
erlebt?<br />
Sie sind sehr entgegenkommend,<br />
offen und freundlich. Wenn man in<br />
so einem Land lebt, kann man ja auch<br />
entspannt sein.<br />
Spürt man denn noch Folgen der<br />
Jugoslawienkriege?<br />
An der Küste nicht. Kommt man ins<br />
Hinterland, sieht man schon noch Ruinen<br />
mit Einschusslöchern. Das sind<br />
Momente, die nachdenklich stimmen.<br />
Hans-Jürgen Gündra vom <strong>ADAC</strong><br />
Reisebüro in Ludwigshafen am<br />
Rhein über römische Kaiser,<br />
tausend Inseln und die Kulisse<br />
von „Game of Thrones“<br />
Fischgerichte<br />
Bei mehr als<br />
6000 Küstenkilometern<br />
gehören sie<br />
zum kroatischen<br />
Alltag<br />
Muss man bei der Reise mit dem<br />
Auto nach Kroatien etwas beachten?<br />
Die Flüchtlingskrise hat einiges verändert,<br />
etwa die Kontrollen an den<br />
Grenzen Österreichs, wo es zu Wartezeiten<br />
kommen kann. Hier muss man<br />
sich aktuell informieren. Und, ganz im<br />
Ernst: Gerade auf den Küstenstraßen<br />
sollte man auf den Verkehr achten,<br />
auch wenn das schwerfällt: Man fährt<br />
ja quasi über Hunderte von Kilometern<br />
durch Postkarten.<br />
Ihr Highlight dort?<br />
Trogir, zehn Kilometer von Split entfernt.<br />
Die Altstadt wirkt auf mich so,<br />
als hätte sich Pippi Langstrumpf ein<br />
Seeräuberdorf ausgedacht.<br />
<strong>ADAC</strong> Reiseinfos<br />
Kroatien: bit.ly/1TC39i3<br />
Video-Tipp „Land<br />
der tausend Inseln“:<br />
bit.ly/1sk27BJ<br />
Seite<br />
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FOTO: TIMO HECHT, GETTY IMAGES, ISTOCK (2)<br />
4.290.600<br />
Bevölkerung<br />
6278 km KÜSTENLÄNGE<br />
34,3 % WALDFLÄCHE<br />
PIPI<br />
heißt eine kroatische<br />
Orangenlimonade.<br />
1:7<br />
ist etwa das Verhältnis von<br />
Euro zu Kuna, der kroatischen<br />
Währung. Obwohl das Land<br />
in der EU ist, wird der Euro<br />
längst nicht überall akzeptiert,<br />
oft auch nicht an Tankstellen.<br />
130.000 Jahre<br />
sind die ältesten Siedlungsbelege alt. Nach den<br />
Neandertalern kamen die Griechen, die Römer,<br />
bis zum frühen Mittelalter gehörte Kroatien zum<br />
Byzantinischen Reich. Nach wechselvoller Geschichte<br />
löste sich Kroatien nach dem Ersten Weltkrieg aus<br />
der österreichisch-ungarischen Monarchie, nach dem<br />
Zweiten Weltkrieg war es bis 1991 Teilrepublik von<br />
Jugoslawien. Seit 2013 ist Kroatien Mitglied der EU.<br />
QUELLEN: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, STATISTISCHES BUNDESAMT, WIKIPEDIA<br />
32 4 / <strong>2016</strong>
Klare Stille. Kalkfelsen. Kathedralen. Der Canal du<br />
Nivernais gilt als eines der schönsten Hausboot-<br />
Reviere in Frankreich. Eine Landpartie zu Wasser<br />
Text Beate Kierey und Hubert Matt-Willmatt<br />
Hausboot Inspiration<br />
Französische<br />
Lebenskunst<br />
Immer eine<br />
Handbreit<br />
Savoir-vivre<br />
unter dem Kiel<br />
Nichts<br />
zu meutern<br />
4<br />
Seite<br />
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34 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong><br />
/ <strong>2016</strong> <strong>ADAC</strong> URLAUB 35
Brest<br />
Limoges<br />
Toulouse<br />
PARIS<br />
Strasbourg<br />
Lyon<br />
Marsei le<br />
Inspiration Hausboot<br />
An der Mündung<br />
Mit dem Hausboot in<br />
Decise nahe der Loire<br />
Entschleunigung pur<br />
Die weißen<br />
Kalkfelsen von<br />
Le Saussois<br />
Bœuf<br />
bourguignon<br />
Rindfleisch und<br />
Burgunderwein:<br />
das Lieblingsessen<br />
von<br />
Superman,<br />
seit er im<br />
Comic 1976<br />
mit Lois Lane<br />
die erste Nacht<br />
verbrachte<br />
Im Familienrat – das Kind stimmberechtigt,<br />
der Hund nicht – waren<br />
Hausbootferien längst beschlossen.<br />
Jetzt schauten wir auf die Karte der<br />
französischen Wasserstraßenverwaltung.<br />
Die Qual der Wahl: Führerscheinfreie<br />
Hausbootreviere lockten<br />
mit mehr als 9000 Kilometern von der<br />
Bretagne bis zum Mittelmeer.<br />
Freiburgern wie uns fiel das relativ<br />
nah gelegene Burgund auf. Natürlich<br />
könnte man auch den Loire-Seitenkanal<br />
oder den Canal du Midi bereisen,<br />
beides Klassiker. Unsere Wahl mochte<br />
etwas mit dem gleichnamigen Schinken,<br />
dem homonymen Wein zu tun<br />
haben. Und: Der Canal du Nivernais<br />
sollte mit seinen 174 Kilometern Länge<br />
zu den schönsten Kanälen Frankreichs<br />
gehören. Na, dann: Leinen los!<br />
Für unsere Einwegfahrt haben wir<br />
gut zwei Wochen eingeplant. Am<br />
Abfahrtshafen nahe bei Auxerre –<br />
wir wollen flussaufwärts schleusen<br />
– versorgen wir uns mit<br />
den wichtigsten Lebensmitteln<br />
und einem Verzeichnis<br />
regionaler Markttage. Mitgeführte<br />
Räder sind für weitere<br />
Einkäufe praktisch, auch kann<br />
man auf dem Treidelweg gemütlich<br />
nebenherfahren.<br />
Das Boot wird bezogen, die engen<br />
Kabinen eingerichtet – in der Hoffnung,<br />
die meiste Zeit an Deck verbringen<br />
zu können. Und nach Einweisung<br />
mit Probefahrt steht man plötzlich<br />
allein am Steuerstand. Den Dieselmotor<br />
vorglühen, starten, ein Brummen<br />
und Bollern hören – bei uns<br />
Freizeitkapitänen ist der Pulsschlag<br />
deutlich erhöht. Doch als wolle er<br />
beruhigend abwinken, dass ja<br />
alles gut sei, tuckert der Bootsmotor<br />
jetzt und lässt im Schneckentempo<br />
von maximal acht Stundenkilometern<br />
genügend Zeit, sich mit<br />
allen Handgriffen vertraut zu machen.<br />
Die kanalisierte Yonne ist anfangs,<br />
zum Glück, recht breit. Erste Fahrmanöver<br />
enden in hektischem Steuern,<br />
noch verzweifelterem Gegensteuern<br />
und Schlangenlinien – ein<br />
Boot reagiert nur zeitverzögert. Im<br />
Gegenzug bremst es nicht von allein.<br />
Doch relativ schnell regieren wir es mit<br />
sanften Bewegungen des Steuerrades.<br />
Erstmals konzentrieren wir uns<br />
auf die Landschaft. Reiher warten auf<br />
Beute. Wilde Gärten schmücken alte<br />
Bauernhäuser aus Naturstein. Charolais-Rinder<br />
stehen unbeweglich auf<br />
ihren Weiden. Unsere Hektik fliegt<br />
davon, Eindrücke werden im Slow-<br />
Modus verarbeitet, das satte Grün<br />
am Ufer – Moose, Farne, Schlingpflanzen,<br />
Bäume – übt eine beruhigende<br />
Wirkung aus.<br />
Schnell jedoch weicht die Idylle<br />
erneut innerer Anspannung: Die erste<br />
Schleuse naht. Die erste von insgesamt<br />
Experten-Tipp<br />
Dr. Steffen Häbich, Leiter <strong>ADAC</strong> Sportschifffahrt in<br />
München, über Hausbootreisen ohne Führerschein<br />
Französische Kanäle und Flüsse eignen sich perfekt<br />
für einen Hausboot-<strong>Urlaub</strong>. Wer sich detaillierter über<br />
Reviere informieren möchte, findet – mit ein wenig<br />
Französischkenntnissen – auf den Seiten der französischen<br />
Wasserstraßenverwaltung VNF viele Hinweise,<br />
etwa interaktive Karten, die die Törnplanung schon<br />
von zu Hause möglich macht. Wer nicht ins Ausland<br />
möchte: Im Grenzgebiet zu Frankreich ist die Saar<br />
ab Saarbrücken führerscheinfrei, große Reviere<br />
befinden sich auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.<br />
<strong>ADAC</strong> Tipps zu Charterverträgen:<br />
bit.ly/1UY4KUE<br />
Video „Ferien auf dem Hausboot“:<br />
bit.ly/1NsOiKr<br />
110, oft noch handbetrieben. Unsere<br />
Ampel zeigt Rot, erfordert Festmachen<br />
am Bootssteg vor der Schleuse.<br />
Wasser fließt naturgemäß bergab<br />
– doch mit Hilfe der Schleusen kann<br />
man auf dem Canal du Nivernais selbst<br />
ein kleines Gebirge wie den Morvan<br />
mit beeindruckenden Kalksteinfelsen<br />
mühelos überwinden. Ihren Höhepunkt<br />
erreichte die Kanalbautechnik<br />
Still ruht der Kanal<br />
Am Canal du Nivernais<br />
treffen sich Grün und Blau<br />
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<strong>ADAC</strong><br />
<strong>ADAC</strong><br />
Marinaführer<br />
Revier- und<br />
Länderführer<br />
zum kostenlosen<br />
Download<br />
bit.ly/1T9TnYx<br />
vor rund 200 Jahren unter Ludwig<br />
XIV., koloniale Rohstoffe mussten zur<br />
Verarbeitung in die Manufakturen<br />
geliefert werden. 1843 fertiggestellt,<br />
wurde einst auf dem Canal du Nivernais<br />
zwischen Seine und Loire Brennholz<br />
geflößt oder Wein geliefert.<br />
Alle Bewunderung für die historische<br />
Technik und den Wechsel von<br />
der Last- zur Lustschifffahrt kann<br />
aber nicht überspielen, dass die Einfahrt<br />
durch das geöffnete Schleusentor<br />
die gesamte Familiencrew beschäftigt.<br />
Aber wir nutzen das Bugstrahlruder<br />
zum Steuern, das unterhalb der Wasserlinie<br />
Wasser ansaugt oder abstößt,<br />
wir folgen den Anleitungen des Schleusenwärters<br />
– pah, ein Kinderspiel.<br />
Schwitzflecken trocknen schnell.<br />
Irgendwann regt sich Appetit,<br />
irgendwann wird man müde. Dann<br />
wird einfach in der freien Natur festgemacht.<br />
Links und rechts des<br />
Kanals bieten sich zahlreiche<br />
Gelegenheiten, Produkte direkt<br />
vom Erzeuger zu erstehen und<br />
das Französisch aufzufrischen.<br />
Hier gibt es Eier und Honig,<br />
dort Gemüse, und nicht selten<br />
sind Schleusenwärter nebenbei auch<br />
Grünhöker. Passend zu unserem<br />
Tempo werden in Bassou Weinbergschnecken<br />
angeboten. In Prégilbert dagegen<br />
versorgen wir uns mit lokalem<br />
® 22877 A<br />
TourSet BTI F 10<br />
Bootstouristische Informationen<br />
Frankreich<br />
Daten – Fakten – Regeln<br />
A les, was Skipper wissen müssen<br />
Angebote<br />
Boot der Liebe<br />
Corvette<br />
Das Schiff hat zwei Kabinen und zwei<br />
Toiletten, ist also ideal für zwei Paare.<br />
Lichtdurchfluteter Salon, praktische<br />
Küche, großes Sonnendeck. Abholung:<br />
Migennes, Rückgabe: Tannay.<br />
ab 1816 € / für 7 Nächte und<br />
maximal 4 Personen / Eigenanreise<br />
Veranstalter: TUI Hausboote<br />
Boot der Rasanz<br />
Clipper<br />
Schnittiges Hausboot, Bugstrahlruder<br />
möglich. Zwei Kabinen, private Badezimmer,<br />
großzügiger Essbereich,<br />
zweiter Steuerstand auf dem Oberdeck.<br />
Abholung und Rückgabe:<br />
Casteinaudary.<br />
ab 2587 € / für 7 Nächte und<br />
maximal 6 Personen / Eigenanreise<br />
Veranstalter: TUI Hausboote<br />
Boot der Geselligkeit<br />
Classique Star<br />
Vier Kabinen, drei Toiletten, voll<br />
ausgestattete Küche, Panoramafenster<br />
und Sonnendeck, von dem aus auch<br />
gesteuert werden kann. Abholung und<br />
Rückgabe: Fontenoy-le-Château.<br />
ab 2507 € / für 7 Nächte und<br />
maximal 10 Personen / Eigenanreise<br />
Veranstalter: TUI Hausboote<br />
36 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong><br />
Änderungen vorbehalten
Inspiration Hausboot<br />
Auxerre vom Wasser aus<br />
Der ehemalige<br />
Bischofssitz zeigt<br />
Größe<br />
11 Tipps & Tricks für Hausboot-Einsteiger<br />
Fisch, trotz unserer zu Beginn der<br />
Reise – im Tabakladen – eingeholten<br />
Angelerlaubnis.<br />
Schnell ist der Tisch gedeckt, während<br />
die Sonne langsam versinkt. Wir<br />
lassen in aller Ruhe den Tag Revue passieren<br />
und planen den nächsten. Das<br />
wissen wir schon jetzt: Die Luft wird<br />
frisch am Morgen sein, der Kaffee auch.<br />
An Sehenswertem mangelt es am<br />
Kanal nicht – in unserer Fahrtrichtung:<br />
• im Zentrum der Fachwerkstadt<br />
Auxerre dominiert die gotische<br />
Kathedrale Saint-Étienne samt<br />
imposantem Uhrturm, an dem<br />
ewig gebaut wurde,<br />
• die römische Siedlung von Escolives-Sainte-Camille<br />
mit Trauben-<br />
Fresken,<br />
• die Felsen von Rochers du Saussois<br />
– weiße Kalkfelsen wie mächtige<br />
Walfänge, ein Eldorado für Freikletterer,<br />
• die etwa drei Kilometer entfernten<br />
Grotten von Arcy-sur-Cure in<br />
Accolay mit bizarren Tropfsteinformationen,<br />
einige ihrer Wandmalereien<br />
sollen 28.000 Jahre alt sein,<br />
• das mittelalterliche Clamecy mit<br />
einem Denkmal für die Holzflößer.<br />
Anlegen und Übernachten in einem<br />
Ort bietet selbstverständlich auch die<br />
Möglichkeit zum Restaurantbesuch.<br />
Bœuf bourguignon hatten wir schon<br />
erwähnt, oder? Auch das fünf Kilometer<br />
vom Kanal entfernte Winzerdorf<br />
Irancy, gut 300 Einwohner, der<br />
einzige Ort im Burgund, wo Pinot<br />
noir mit bis zu zehn Prozent César<br />
verfeinert wird, einer seltenen, angeblich<br />
von römischen Legionären eingeführten<br />
Traube?<br />
Am Scheitelpunkt der Strecke angelangt<br />
wartet ein anderer Leckerbissen,<br />
ein kanalbautechnischer. In einer unheimlich<br />
anmutenden Fahrt müssen<br />
In den Straßen<br />
von Auxerre<br />
Gesäumt<br />
von uralten<br />
Fachwerk- und<br />
Patrizierhäusern<br />
wir drei nicht enden wollende Tunnel<br />
durchfahren – insgesamt 1,2 Kilometer<br />
lang, gut fünf Meter breit, knapp vier<br />
Meter hoch, wenn überhaupt. Zum<br />
Glück rumpeln wir nirgendwo gegen<br />
die Tunnelwand.<br />
Spätestens danach werden Schleusenfahrten<br />
aber zum Vergnügen. Bei<br />
Sardy-lès-Épiry, einem 150-Seelen-<br />
Dorf, folgen auf drei Kilometer Strecke<br />
16 Schleusen dicht und unmittelbar<br />
aufeinander. Mit ihnen überwinden<br />
wir eine Höhe von 40 Metern – ein beeindruckendes<br />
Hoch-Gefühl, obwohl<br />
wir bergabschleusen.<br />
Ebenso erhebend das Gefühl, wenn<br />
man, wie ein Seemann schwankend, das<br />
schwimmende Heim wieder verlässt.<br />
Der Familienrat – das Kind stimmberechtigt,<br />
der Hund diesmal auch –<br />
ist sich einig: Das langsame Hausbootfahren<br />
macht schnell süchtig.<br />
Pollerknoten<br />
Festgemacht zum<br />
Landausflug<br />
FOTO: GETTY IMAGES (5), THINKSTOCK, WWW.VERLAGSHAUS.COM, MAURITIUS IMAGES (2), <strong>ADAC</strong>, GLOW IMAGES, ISTOCK, PRIVAT<br />
1. Anbieter<br />
In den Hausbootrevieren Frankreichs<br />
gibt es an unterschiedlichen<br />
Abfahrtshäfen Dienstleister,<br />
etwa Kuhnle Tours (www.kuhnletours.de),<br />
Le Boat (www.leboat.de)<br />
oder Locaboat Holidays<br />
(www.locaboat.de).<br />
2. Mietdauer und -preise<br />
Das Spektrum reicht vom verlängerten<br />
Wochenende bis zu drei<br />
Wochen (eine Woche = sieben<br />
Nächte). Die Preise sind naturgemäß<br />
saison- und größenabhängig.<br />
Circapreis für eine Woche<br />
Nebensaison: 900 bis 3000 Euro.<br />
In der Hauptsaison: 1800 bis<br />
4800 Euro. Bei Fahrtantritt wird<br />
eine Kaution fällig.<br />
3. Vorab zu klärende Fragen<br />
Wie groß ist die Crew? Sind Haustiere<br />
an Bord erlaubt? Kann man<br />
auch Räder mitnehmen? Passt<br />
die Einrichtung und Ausstattung?<br />
Kann man das Boot auch von<br />
Deck aus steuern? Wie sehen die<br />
Übernahmemodalitäten aus? Wie<br />
die Einweisung? Wo befinden sich<br />
Parkmöglichkeiten? Erhalte ich<br />
die Gewässerkarte* und/oder das<br />
Kapitäns-Handbuch vor Fahrtantritt?<br />
*Grober Überblick: bit.ly/1T62KH4<br />
Canal du<br />
Nivernais<br />
Rennes<br />
Nantes<br />
La Rochelle<br />
Bordeaux<br />
Paris<br />
Toulouse<br />
Montpellier<br />
Dijon<br />
Lyon<br />
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Marseille<br />
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Straßburg<br />
4. Führerschein<br />
In allen angebotenen Revieren<br />
Frankreichs ist kein Führerschein<br />
nötig.<br />
5. Verkehrsregeln<br />
Schifffahrtszeichen erschließen<br />
sich sehr schnell. An Bord befindet<br />
sich auch stets ein Infoblatt.<br />
Generell gilt: Berufsschifffahrt hat<br />
immer Vorfahrt. Nur bei guten<br />
Sichtverhältnissen fahren, Seeüberquerungen<br />
nur bei erlaubten<br />
Windgeschwindigkeiten und<br />
Wellenhöhen.<br />
6. Geschwindigkeit<br />
Um Befestigungen und Böschungen<br />
am Ufer vor Wellenschlag zu<br />
schützen: 5 bis 8 km/h in Kanälen,<br />
10 bis 12 km/h in Flüssen. Augen<br />
auf bei Anglern, Segel- und Paddelbooten.<br />
7. Anlegen<br />
Idealerweise gegen die Strömung.<br />
Das Boot, vorn fest gemacht, legt<br />
dann praktisch von allein an.<br />
Wer Klampen- oder Pollerknoten<br />
beherrscht, wirkt fachmännisch.<br />
Das Boot bleibt dann auch sicher<br />
am Platz. In freier Wildbahn macht<br />
man das Boot auch am Ufer, an<br />
Bäumen usw. fest. Jedes Boot<br />
führt auch Eisenstangen mit, die<br />
man mit einem Hammer in den<br />
Boden rammen kann.<br />
8. Schleusen<br />
Kostenfrei. Bei Schleusenwärtern<br />
honoriert man Tipps und Hilfe mit<br />
einem kleinen Trinkgeld. Schleusenzeiten<br />
sind unterschiedlich, meist<br />
aber von 9 bis 12 und von 13 bis<br />
19 Uhr. In der Hauptreisezeit sollte<br />
man mit Wartezeiten rechnen. An<br />
französischen Feiertagen bleiben<br />
Schleusen in manchen Revieren<br />
geschlossen. Es gibt manuelle und<br />
automatische Schleusen. Anfängern<br />
sind Strecken mit Abwärtsschleusen<br />
zu empfehlen, da man vom Boot<br />
leicht aussteigen kann. Zuerst<br />
das vordere Tau um einen Poller<br />
legen, dann das hintere. Taue dabei<br />
nie festbinden! Beim Senken des<br />
Boots vom Boot aus unter Spannung<br />
durch die Hand laufen lassen<br />
(Arbeitshandschuhe tragen!). Ist<br />
das Tor komplett geöffnet, Taue<br />
aufs Boot einholen und vorsichtig<br />
ausfahren. Beim Aufwärtsschleusen<br />
muss vor der Schleuse – meist ist<br />
ein Anlegesteg vorhanden – ein Besatzungsmitglied<br />
aussteigen, um in<br />
der Schleuse die hochgeworfenen<br />
Taue entgegenzunehmen und diese<br />
um die Poller zu legen. Vom Boot<br />
aus ebenfalls per Hand und unter<br />
Spannung einholen. Das Wichtigste:<br />
langsam gewinnt!<br />
9. Fahrtzeit<br />
Täglich sind maximal vier bis fünf<br />
Stunden empfohlen – aus Gründen<br />
der nachlassenden Aufmerksamkeit<br />
und der Erholung.<br />
10. Beste Reisezeit<br />
Im Frühjahr sind manche Kanäle<br />
und Flüsse wegen Hochwasser<br />
nicht schiffbar. Je bekannter ein<br />
Kanal, desto mehr Boote tummeln<br />
sich dort natürlich während der<br />
Ferienzeiten.<br />
11. Treibstoff<br />
Diesel wird nach Verbrauch abgerechnet,<br />
je nach Bootsgröße muss<br />
man zwischen drei und fünf Litern<br />
pro Stunde rechnen.<br />
Von unseren<br />
Autoren:<br />
Frankreich mit<br />
dem Hausboot<br />
ISBN 3800346133<br />
128 Seiten, 259 Bilder, 19,95 €<br />
www.verlagshaus.com<br />
38 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> <strong>ADAC</strong> URLAUB 39
Experten-Tipp Ratgeber<br />
Fragen<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
&Antworten<br />
Sie haben Fragen? Die Experten der <strong>ADAC</strong> Reisebüros antworten<br />
Was sind<br />
Duo-Sitze<br />
und was<br />
kosten sie?<br />
Hierbei handelt es sich um dieSitzplätze<br />
einer Zweierreihe. Je nach Fluglinie und<br />
Flugzeugtyp befinden sich die Duo-Sitze<br />
in unterschiedlichen Reihen. In einer<br />
B777-300 von Air France etwa in den letzten<br />
Sitzreihen, im A380 hingegen nur im<br />
Oberdeck. Meist sind sie kostenpflichtig<br />
reservierbar. Bei Air France starten die<br />
Preise ab 30 Euro pro Person/Strecke.<br />
Ratgeber Experten-Tipp<br />
Worauf habe ich<br />
Anspruch, wenn sich<br />
Reisen verzögern?<br />
Was tun, wenn man<br />
den gebuchten<br />
<strong>Urlaub</strong> nicht antreten kann?<br />
Nur sehr wenige Anbieter vermieten ihre Fahrzeuge ohne<br />
Vorlage einer Kreditkarte, sie dient ihnen als beste Absicherung.<br />
An allen deutschen und den meisten spanischen<br />
Stationen verleiht Sixt aber Autos auch gegen EC/Girocard<br />
und Vorlage eines Personalausweises mit deutscher Adresse.<br />
Sunnycars wiederum bietet für einige südeuropäische<br />
Ziele Mietwagen, die per Bankeinzug bezahlt und ohne<br />
Kreditkarte oder Kaution übergeben werden.<br />
Manchmal ändern Reiseveranstalter<br />
gebuchte Reisen.<br />
Was kann man tun?<br />
Der Rückflug wird von den späten Abendstunden auf die Frühstückszeit<br />
vorgezogen, eine Kreuzfahrt soll plötzlich andere Häfen<br />
anlaufen – solche gravierenden Änderungen von Pauschalreisen<br />
müssen nicht klaglos akzeptiert werden. Betroffene können<br />
kündigen, wenn gebuchte Leistung wegen einseitiger<br />
Vertragsänderungen nicht mehr zur<br />
Verfügung stehen und dazu Schadenersatz<br />
wegen entgangener <strong>Urlaub</strong>sfreude einfordern.<br />
Vieles ist allerdings Verhandlungssache:<br />
Wer sofort schriftlich widerspricht<br />
und die Reise nur unter<br />
Vorbehalt antritt, erhält<br />
oft eine Preisminderung.<br />
Verbraucherzentralen<br />
können<br />
hier helfen.<br />
Verspätungen kommen vor. Pauschaltouristen<br />
müssen nach gängiger Rechtssprechung<br />
Flugzeitenänderungen von ein, zwei Stunden<br />
generell in Kauf nehmen. Wer sich bereits<br />
selbst beim Verkehrsunternehmen<br />
(Bahn, Bus, Flugzeug, Schiff) ohne<br />
Erfolg beschwert hat, kann sich<br />
an die „Schlichtungsstelle für den<br />
öffentlichen Personenverkehr“<br />
wenden (www.soep-online.de). Sie<br />
setzt sich kostenlos für<br />
Passagiere und die<br />
Durchsetzung<br />
ihrer Rechte ein.<br />
Ich möchte eine Ferienwohnung<br />
anmieten. Lauern da Fallstricke?<br />
Ja, vor allem bei den Nebenkosten. Je nach Anbieter<br />
können Zusatzkosten anfallen, etwa für Bettwäsche,<br />
Endreinigung oder die Nutzung der Klimaanlage. Häufig<br />
wird auch eine Tagespauschale für das Heizen des<br />
Pools verlangt. Wer derartige Kosten nicht vor Buchung<br />
klärt, zahlt am Ende häufig mehr als anfänglich gedacht.<br />
FOTO: XXXXXX<br />
FOTO: GETTY IMAGES, ISTOCK (7)<br />
Ich benötige einen Mietwagen<br />
nur für eine Strecke.<br />
Ist das möglich –<br />
und zu welchen Kosten?<br />
Einwegmieten sind generell möglich. In Deutschland fällt oft<br />
bei Übernahme eine Gebühr an. In südeuropäischen Ländern<br />
ist die Einwegmiete häufig inkludiert, sofern der Wagen für drei<br />
Tage oder länger gemietet wird. In den USA und Kanada wird<br />
häufig eine Zusatzgebühr verlangt, die von der Entfernung des<br />
Abgabeorts abhängig ist. Ausnahmen sind Einwegmieten innerhalb<br />
bestimmter Bundesstaaten, etwa in Kalifornien, Florida<br />
und Nevada. Gute Vermieter zeigen in ihren Übersichten an, ob<br />
eine etwaige Einweggebühr bereits im Mietpreis enthalten ist.<br />
Wo kann man auf<br />
Flugreisen mobil telefonieren?<br />
Fast alle Airlines verbieten das Telefonieren an Bord, damit sich<br />
andere Passagiere nicht gestört fühlen. Ausnahmen sind Swiss<br />
(an Bord der Boeing 777-300ER läuft bis Ende des Jahres eine<br />
Testphase) und Emirates Airlines. Doch den Service Letzterer<br />
können nur Passagiere nutzen, deren Telefongesellschaft einen<br />
Roamingvertrag mit OnAir oder Aeromobile hat, den Dienstleistern<br />
von Emirates. Ansonsten bleibt das Handy stumm.<br />
Praktische <strong>ADAC</strong> Reisetipps:<br />
bit.ly/1KQM3yT<br />
Schicken Sie uns Ihre Fragen an:<br />
redaktion@adac-urlaub.net<br />
Ich muss mit Medikamenten<br />
verreisen. Was gibt es da zu<br />
beachten?<br />
Seite<br />
scannen,<br />
mehr<br />
erfahren<br />
Notwendige Medikamente gehören grundsätzlich in das Handgepäck.<br />
Wer auf dem Flug Medikamente nehmen muss: In fester Form<br />
(Tabletten etc.) sind sie im Handgepäck erlaubt, in flüssiger Form<br />
(Cremes, Salben etc.) nur bis zu 100 Millilitern im verschlossenen<br />
transparenten Beutel. Wer mehr einnehmen muss, benötigt eine<br />
ärztliche Bestätigung. In solchen Fällen sollte man<br />
auch mehr als notwendig mitnehmen,<br />
Verspätungen und Umleitungen<br />
können die Reisezeit verlängern.<br />
In etlichen Ländern unterliegen<br />
zudem diverse Medikamente<br />
strikten Vorschriften, vor allem<br />
Neuroleptika, Antidepressiva<br />
sowie Herz-, Schlaf- oder<br />
Schmerzmittel. Unbedingt vorab<br />
bei der jeweiligen Botschaft<br />
klären, welche Nachweise für<br />
die Einreise notwendig sind.<br />
40 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 41
Spezial Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />
Ein bisschen Spa<br />
muss sein<br />
De Inder? Entwickelten Ayurveda<br />
vor mindestens 3000 Jahren,<br />
eine Lebenswissenschaft,<br />
die Reinigung, Bewegung,<br />
Spiritualität und Ernährung<br />
ganzheitlich betrachtete. Die Griechen und<br />
die Römer? Folgten mit der Badekultur ihrer<br />
Thermen, schon vor Christi Geburt. Die Türken?<br />
Zogen mit dem Hamam nach, ihrem<br />
Dampfbad. Und die Deutschen? Vertrauten<br />
lange dem Philosophen Friedrich Nietzsche,<br />
der da sagte: „Was mich nicht umbringt,<br />
macht mich stärker.“<br />
Seit den Hippies aber, die Yoga und<br />
vieles mehr von ihren Reisen mitbrachten,<br />
sind Härte und körperliche Zucht vielfach<br />
dem Wunsch nach Wohlbefinden gewichen.<br />
Spätestens ab den 90er-Jahren boomte<br />
Wellness – wohl auch als Ausgleich für eine<br />
Leistungsgesellschaft, deren zunehmende<br />
Computerisierung und Globalisierung mehr<br />
Stress bei zugleich weniger Bewegung produzierte.<br />
Inzwischen ist die Wellness-Industrie<br />
jedoch ziemlich komplex geworden.<br />
Uralte Rituale von den Alpen oder aus<br />
Australien, von Hawaii oder aus Japan, von<br />
nepalesischen Mönchen oder den Indianern<br />
Arizonas wurden entdeckt und den klassischen<br />
Anwendungen hinzugefügt. Hier daher<br />
ein wohliger Überblick, von A bis Z.<br />
Wohlbefinden ist ein, vielleicht das entscheidende<br />
Kriterium für den gelungenen <strong>Urlaub</strong>. Von Anti-Aging<br />
bis Zen: das große Wellness-Alphabet<br />
Text Susanne Hoffs<br />
Das Tegernsee<br />
Tegernsee (Bayern)<br />
Himmelhoch: denkmalgeschütztes<br />
Schloss auf 800 Metern im Voralpenbereich,<br />
puristisch und klar.<br />
www.dastegernsee.de,<br />
HP ab 125 € p. P.<br />
42 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 43
Spezial Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />
Jammertal<br />
Datteln (Nordrhein-<strong>Westfalen</strong>)<br />
Wissenschaftlich: Resort mit Sole und<br />
Golf im Naturpark Haard mit Schwerpunkt<br />
auf Nachhaltigkeit und Wissen.<br />
www.jammertal.de,<br />
HP ab 110 € p. P.<br />
Aktivität<br />
Gern vergessener Part der Wellness. Pro Woche<br />
werden Erwachsenen mindestens 150 Minuten<br />
mittlerer Intensität wie Radfahren plus zwei<br />
Mal muskelkräftigende Übungen empfohlen –<br />
nur um die körperliche Gesundheit zu erhalten.<br />
Buddha<br />
Ehrenname – zu Deutsch: Erwachter – des indischen<br />
Religionsstifters Siddhartha Gautama.<br />
Seine Statue findet sich in fast jedem Wellness-<br />
Bereich. Entweder schlank mit den Händen in<br />
Gebetshaltung oder voluminös und grinsend.<br />
Man weiß nie: Freut der sich jetzt oder lacht er<br />
einen aus?<br />
Cleopatra<br />
Letzte Pharaonin Ägyptens, badete angeblich<br />
regelmäßig in Eselsmilch. In nach ihr<br />
benannten Wannenbädern werden unverdünnt<br />
Milch, Honig und Öl auf die Haut<br />
aufgetragen. Cleopatra wurde 40 Jahre alt.<br />
Diversität<br />
Managerwort für Vielfalt. Oberbegriff für<br />
Anwendungen im Wellness-Sektor wie:<br />
• Bier-Wellness: Baden in Essenzen von<br />
Hopfen, Hefe und Malzschrot,<br />
• Collagen-Biomatrix: Gefriergetrocknetes<br />
Collagen wird zur Straffung der Haut<br />
aufgetragen,<br />
• Fasten: Verzicht auf feste Nahrung für begrenzte<br />
Zeit, dafür viel Flüssigkeitsaufnahme,<br />
• Grooming: Bartpflege nach türkischem<br />
Vorbild,<br />
• Hot-Stone-Massage: auf 60 Grad Celsius<br />
erhitzte Steine, meist aus Basalt oder Lava,<br />
ergänzen die Hände,<br />
• Kneipp-Medizin: nach bayerischem Pfarrer<br />
benannte Wasserkur, heißt nun Hydrotherapie,<br />
• Kraxenofen: ein Dampfbad mit erhitztem<br />
Alpen-Heu,<br />
• Lomi-Lomi: hawaiianische Variante der<br />
Hot-Stone-Massage,<br />
• Mandalas: Ausmalen vorgegebener Muster<br />
mit Buntstiften,<br />
• Rhassoulbad: ägyptische Dampfbad-Variante<br />
inkl. Massage mit Pflegeschlämmen,<br />
• Thalasso: Behandlung mit Meerwasser,<br />
-salz, -algen und -schlamm.<br />
Ernährung<br />
Besitzt enorme Wirkung auf das eigene Wohlbefinden<br />
wie auf die Umwelt. Bei Wellness-<br />
<strong>Urlaub</strong>en wird oft lokal angebaute Bio-Nahrung<br />
serviert. Entscheidender ist jedoch, was<br />
und wie man isst, wenn man nicht im <strong>Urlaub</strong><br />
ist. Ernährungsexperten raten zu wenig Fett,<br />
viel Gemüse und frischem Obst, Kohlenhydrate<br />
sollten nicht als Zucker, sondern als<br />
Vollkorngetreide aufgenommen werden.<br />
Faulheit<br />
Oft übersehener Antrieb des menschlichen<br />
Daseins. „Wirklich faule Menschen“, schrieb<br />
der Schriftsteller Peter Glaser, „sind erstaunlich<br />
fleißig – damit sie möglichst bald<br />
wieder faul sein können.“<br />
Geld<br />
Die Wellness-Industrie setzte 2015 nach eigenen<br />
Angaben 105 Milliarden Euro um – in<br />
Deutschland. Mit Kleidung (koffeingetränkte<br />
Strumpfhosen gegen Cellulitis), Kosmetik<br />
(Cremes, die das Altern aufhalten sollen), Lebensmitteln<br />
(Functional Food), medizinischen<br />
Anwendungen (Fango) und Eingriffen (Fettabsaugen)<br />
sowie: Reisen (in Deutschland gibt<br />
es rund 1300 Wellness-Hotels). Das Wellness-<br />
Land nach Indien ist aber vermutlich Österreich,<br />
dort haben Hotels wie das Heuschober<br />
auf der Turracher Höhe sogar eigene erwärmte<br />
Schwimmwelten direkt in eiskalten Bergseen.<br />
Handtuch<br />
Wichtiges Requisit. Ist Unterlage, bedeckt<br />
Blößen, saugt Schweiß, fächelt Luft, verdeckt<br />
kokett Haare und markiert um sieben Uhr<br />
früh Besitzansprüche auf Liegen. Logos oder<br />
Sinnsprüche verraten zudem, ob der Besitzer<br />
Bayern-, Heineken- oder Superman-Fan ist.<br />
Indien, heiliges<br />
Eigentlich Staat in Südasien, in der Wellness-<br />
Bewegung als spirituelles Wohlfühl-Paradies<br />
adoptiert. Von dort stammt auch die ayurvedische<br />
Heilkunst.<br />
Jet-Dusche<br />
Massagedusche, die sehr kalte, sehr harte und<br />
sehr kräftige Strahlen ausstößt und so massiert<br />
und den Kreislauf anregt.<br />
Kräuter<br />
Oberbegriff für rund 700 oft am Wegesrand<br />
wachsende Pflanzenarten, deren ätherische<br />
Öle und Wirkstoffe zur Geschmacksverbesserung<br />
und/oder Heilwirkung eingesetzt<br />
werden. Stets vor Ort gepflückt und frisch<br />
angewendet, weshalb es Kräuter-Wellness à<br />
la Sylt ebenso gibt wie im Bayerischen Wald.<br />
Licht<br />
Wie wichtig Licht ist, spürt man im Winter<br />
(Vitamin-D-Mangel) oder in Umkleidekabinen<br />
(schlechte Laune). Farbigem Licht werden<br />
bestimmte Eigenschaften zugeschrieben: Rot<br />
soll vitalisieren, Gelb entgiften, Grün desinfizieren,<br />
Indigo die Haut straffen und Magenta<br />
Gefühle harmonisieren.<br />
Massage<br />
Behandelt in erster Linie Muskelverspan-<br />
nungen durch Zug oder Druck auf das Gewebe,<br />
also durch streichen, kneten oder<br />
walken. Kopfschmerzen und Erschöpfungssymptome<br />
können auch behoben werden.<br />
Positive Effekte erst bei mehrmaliger Anwendung<br />
– im Idealfall ist die Massage eine Meditation,<br />
bei der ein anderer arbeitet (→ Faulheit).<br />
Nachweis<br />
Die medizinisch positive Wirkung von Wellness<br />
ist nicht immer belegbar. Aber meist geht<br />
es ums Abschalten (→ Aktivität). Außerdem<br />
gilt: Wer heilt, hat Recht.<br />
Om<br />
Häufiger Schlussgesang nach Meditation<br />
und Yoga sowie die Zusammenfassung der<br />
Grundtöne, die ein Mensch machen kann:<br />
a – u – mmm. Om zu chanten, ist anfangs<br />
peinlich, bringt dann aber Brustkorb und<br />
Kopf zum Schwingen.<br />
Peeling<br />
Mit körnigen Cremes, Lotionen oder Meersalz<br />
werden überschüssige Schuppen von der<br />
Haut, vor allem im Gesicht, abgeschält.<br />
Weißenhaus<br />
Weißenhäuser Strand<br />
(Schleswig-Holstein)<br />
Königlich: Schlossareal mit verschiedenen<br />
Gebäuden direkt am Ostseestrand,<br />
Technogym und Schneegrotte.<br />
www.weissenhaus.net,<br />
HP ab 256 p. P.<br />
Angebote<br />
Berauschend<br />
Hotel an der Therme, Bad Orb<br />
Am Tor zum Wanderparadies Spessart<br />
gelegenes komfortables 4-Sterne-Haus<br />
am Kurpark. Mit täglich unbegrenzter<br />
Nutzung der Sol-Therme inkl. Licht-und-<br />
Ton-Show.<br />
Ab 63 € / pro Nacht und Person /<br />
inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />
Veranstalter: Ameropa<br />
Malerisch<br />
Häckers Grand Hotel, Bad Ems<br />
Familiär geführtes 4-Sterne-Haus mit<br />
Saunen, Whirlpool, Kräuterdampfbad,<br />
Felsengrotte sowie einem Thermal-<br />
Hallenbad, das direkt aus der Emser-<br />
Quelle gespeist wird.<br />
Ab 210 € / für zwei Nächte pro<br />
Person / inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />
Veranstalter: DERTOUR<br />
Romantisch<br />
Seehotel Arche Noah, Burg<br />
Im Spreewald mit seinen verzweigten<br />
Flussläufen gelegenes und persönlich<br />
geführtes 3-Sterne-Haus mit Saunen,<br />
Dampfbad, Wassergymnastik und<br />
Naturbadepool.<br />
Ab 41 € / pro Nacht und Person / inkl.<br />
Frühstück / Eigenanreise<br />
Veranstalter: Neckermann Reisen<br />
44 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 45<br />
Änderungen vorbehalten
Inspiration Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />
Fotorätsel Gewinnspiel<br />
Qigong<br />
Gut 2000 Jahre alte, langsam und konzentriert<br />
ausgeführte Atem-, Meditations- und Bewegungsübung<br />
zur Stärkung des Qi. Qi ist in<br />
der chinesischen Medizin (→ TCM) der Begriff<br />
für die Lebensenergie, die den Körper auf<br />
14 bestimmten Bahnen durchströmt, den<br />
Meridianen. In Japan als Ki, in Indien als<br />
Prana bekannt.<br />
Romantik<br />
Oskar Holzberg, Psychotherapeut und Autor<br />
(„Schlüsselsätze der Liebe“), empfiehlt<br />
Wellness vor allem Paaren, denen es an Nähe<br />
mangelt. „Wellness“, so Holzberg, „bietet den<br />
Rahmen für seelische Entspannung, ein Wieder-zu-sich-Finden<br />
– die Grundlage dafür,<br />
auch wieder zum Anderen zu finden.“ Leider<br />
ohne Garantie: Wer reist, nimmt sich selbst<br />
stets mit.<br />
S<br />
19. Buchstabe des Alphabets – und der im<br />
Wellness-Bereich wohl häufigste. Tritt oft<br />
in Verbindung mit Wasser auf: In Sauna<br />
(Aufguss), Schwitzen (Ausscheiden) oder<br />
Sole (Salzwasserquelle). Kommt ebenfalls<br />
am Anfang vor bei: Saugpumpenmassage,<br />
Experten-Tipp<br />
Gesa Honisch vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Hamburg<br />
über die Zeit vor dem Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />
Grundsätzlich gibt es zwei Gründe für Wellness-<strong>Urlaub</strong>e:<br />
Man möchte sich etwas Gutes<br />
tun oder etwas Unangenehmes beseitigen.<br />
Ein wichtiger Schritt in beiden Fällen ist die<br />
Prävention, die Vorsorge hin zu mehr körperlicher<br />
und seelischer Gesundheit. Die allgemeingültigen<br />
Ratschläge dafür – Treppe statt<br />
Aufzug, Fahrrad statt Auto, genügend Schlaf<br />
und frische Luft, ausgewogene Ernährung mit<br />
wenig Fett und viel Obst und Gemüse, Neues<br />
ausprobieren – klingen oft banal, werden aber<br />
im Alltag von vielen von uns zu selten umgesetzt.<br />
Hier gilt es, sich selbst zu fordern, um<br />
sich zu fördern. Je entspannter und fitter Sie<br />
sind, desto mehr können Sie genießen – auch<br />
und gerade im Wellness-<strong>Urlaub</strong>.<br />
Wellnessurlaub in Deutschland:<br />
bit.ly/1Rsy8eT<br />
Videotipp „Musik“:<br />
bit.ly/1qyWyxq<br />
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erfahren<br />
Schlammkur, Schröpfen, Schwefelbad, Seetang-Extrakt,<br />
Solarium, Stirnölguss oder<br />
Stutenmilch. Und natürlich in asiatischen<br />
Anwendungen wie Samvahana, Sanshui,<br />
Saundarya, Scen Tao, Shiatsu, Shiroabhyanga<br />
und Svedana.<br />
TCM<br />
Abkürzung für Traditionelle Chinesische<br />
Medizin. Ergänzung zur wissenschaftlichen<br />
Medizin. Basiert auf der Idee des Qi (→ Qigong)<br />
sowie den Lebenskontrahenten Yin<br />
und Yang, also dunkel, weich, kalt, weiblich,<br />
Ruhe bzw. hell, hart, heiß, männlich, Aktivität.<br />
Bekannteste Therapieform der TCM ist<br />
die Akupunktur. Ihre bekannteste Idee die der<br />
Vorsorge: Ärzte wurden im alten China nur<br />
bezahlt, wenn ihre Patienten gesund waren.<br />
Upanahasveda<br />
Wie Ubatana oder Udvartana ayurvedische<br />
Anwendungen. Die „Süddeutsche Zeitung“<br />
wies darauf hin, dass es schon eine Konzentrationsübung<br />
darstelle, diese Form der<br />
Rückenmassage fehlerfrei zu bestellen.<br />
Vitalität<br />
Grundversprechen aller Wellness-Angebote.<br />
Geht oft mit doppelter Nutzung des Begriffes<br />
Zeit einher – man soll mehr von ihr haben<br />
und zugleich ihren Lauf aufhalten. Die Zeit<br />
macht derweil unbeeindruckt weiter.<br />
Schindelbruch<br />
Südharz (Sachsen-Anhalt)<br />
Bewegend: ehemaliges fürstliches<br />
Jagdhaus zwischen Bergen und<br />
Burgen mit eigenem Trimm-dich-<br />
Pfad. www.schindelbruch.de,<br />
HP ab 108 € p. P.<br />
Wasser<br />
Reinigt den Körper, erfrischt und umschmeichelt<br />
ihn. Kommt sowohl äußerlich wie inwendig<br />
zum Einsatz, bei Thermalbädern<br />
und Trinkkuren. Gab Spa seinen Namen – als<br />
Abkürzung des lateinischen Begriffs „sanus<br />
per aquam“, gesund durch Wasser.<br />
Yoga<br />
Die knapp 3000 Jahre alte Kunst achtsamer<br />
Verrenkung existiert in vielen Variationen –<br />
sanft als Hatha (ein Bein heben, nachspüren,<br />
anderes Bein heben, nachspüren), tänzerisch<br />
als Jivamukti (mit fließenden Bewegungsabläufen<br />
zu Musik), herausfordernd als<br />
Bikram (praktiziert in einem bis zu 40 Grad<br />
warmen Raum). Allen Spielarten gemein<br />
sind Atemübungen, Gymnastik und Meditation,<br />
um die Harmonie von Körper, Geist<br />
und Seele zu stärken. Inhaltliche Überschneidungen<br />
zu Autogenem Training, Jacobsen-<br />
Entspannung oder Pilates.<br />
Zen<br />
Japanisches Wort für Kontemplation. Die Strömung<br />
des Buddhismus konzentriert sich auf<br />
intuitive Erleuchtung des Geistes, ohne Lehre,<br />
ohne Antworten. Oft werden Koans eingesetzt,<br />
kurze Sentenzen, die sich der Vernunft entziehen:<br />
„Wenn man zwei Hände zusammenschlägt,<br />
entsteht ein Geräusch. Horch auf den<br />
Ton der einen Hand!“<br />
FOTO: DAS TEGERNSEE, KASPER FUGLSANG, HÄCKERS GRAND HOTEL, SEEHOTEL ARCHE NOAH, HOTEL AN DER THERME, WEISSENHAUS/MICHAEL POLIZA, WOLFGANG PFISTERER/JAMMERTAL, SCHINDELBRUCH, ISTOCK (2)<br />
FOTO: IMAGO, ISTOCK, <strong>ADAC</strong> E.V.<br />
Gewinnspiel<br />
Irgendwo in Deutschland. Aber wo?<br />
Machen Sie mit! In jeder <strong>Ausgabe</strong> von <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong> präsentieren wir einen<br />
markanten Ort aus ungewohnter Perspektive. Wer ihn erkennt, kann gewinnen …<br />
Jajaja, es gibt höhere Leuchttürme. Der höchste in Deutschland misst 65,3 Meter, der<br />
gesuchte gerade mal elf. Sicher, es gibt ältere Leuchttürme. Der älteste (aus Backstein<br />
im klassizistischen Stil erbaut) stammt aus dem Jahr 1827, der gesuchte (aus Schmiedeblechteilen<br />
auf ein Metallgerüst genietet) dagegen von 1891. Zugegeben, in die Briefmarken-Serie<br />
„Leuchttürme“ der Deutschen Post hat es der gesuchte, anders als mehr als 20<br />
andere, bisher nicht geschafft – und ist für die nächste Zeit auch nicht vorgesehen. Und<br />
dennoch ist das 1973 und 1998 aufwendig renovierte, rot-gelb-gekringelte Leitfeuer<br />
das Wahrzeichen einer Region, diente einem Götterboten als Wohnung, war in einem<br />
„Tatort“ mit Maria Furtwängler sowie in Kinofilmen zu sehen und ist darüber hinaus<br />
Star einer Kinderbuch-Serie. So, ihr anderen Leuchttürme, jetzt kommt ihr: Habt ihr<br />
mehr drauf? Na? Naaa??? Aber jetzt im Ernst: In welchem Ort steht dieser Leuchtturm?<br />
Auflösung Heft 3/<strong>2016</strong><br />
Gesucht war: Ringseeinsel im Tegernsee, Bayern<br />
Die Gewinner der 5 x 2 Tickets für die Landesgartenschau in Eutin wurden von<br />
uns inzwischen per Post benachrichtigt.<br />
Die im Rätsel ebenfalls erwähnte, aber nicht gesuchte zweite „Liebesinsel“ in der<br />
Mecklenburger Seenplatte liegt übrigens im Brückentinsee.<br />
Teilnahmebedingungen Schicken Sie eine Postkarte an: <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong> Magazin,<br />
Stichwort: Gewinnspiel – Heft 4/<strong>2016</strong>, Pastorenstraße 16–18, 20459 Hamburg.<br />
Oder mailen Sie an: gewinnspiel@adac-urlaub.net, Betreff: Gewinnspiel –<br />
Heft 4/<strong>2016</strong>. Einsendeschluss ist der 01.08.<strong>2016</strong>.<br />
Bitte geben Sie Ihre Adresse und die Ihres <strong>ADAC</strong> Reisebüros an.<br />
Wenn Sie gewinnen, wird Ihnen der Gewinn dort ausgehändigt.<br />
Gewinnen Sie<br />
1 von 3<br />
Reisepaketen<br />
bestehend aus einem Reiseführer,<br />
einem <strong>ADAC</strong> Strandtuch und<br />
einer <strong>ADAC</strong> Sonnenbrille.<br />
Teilnehmen kann jede(r) Volljährige. Mitarbeiter der <strong>ADAC</strong> Geschäftsstellen und Reisebüros sowie verbundener<br />
Unternehmen und Agenturen können leider nicht teilnehmen. Der Gewinn wird unter allen Teilnehmern<br />
ausgelost, Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Adressdaten werden nur für die Durchführung des<br />
Gewinnspiels verwendet und ansonsten nicht an Dritte weitergegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />
Eine Barauszahlung sowie ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist<br />
kostenlos und der Rechtsweg ausgeschlossen.<br />
46 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 47
Seite<br />
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Reisebüro Regional<br />
Vor Ort Reisebüro<br />
<strong>Urlaub</strong> für<br />
die Füße!<br />
Impressum<br />
Gelsenkirchen<br />
Willkommen im <strong>ADAC</strong> ServiceCenter<br />
Ganz in der Nähe der Schalker<br />
Arena befindet sich das<br />
<strong>ADAC</strong> Center mit seinem<br />
Servicebereich, dem zentralen <strong>ADAC</strong><br />
Reisebüro und dem Technischen Prüfzentrum.<br />
Ein junges, dynamisches<br />
Team von sieben Mitarbeitern steht<br />
den Gelsenkirchener Kunden in allen<br />
Belangen rund um <strong>ADAC</strong> Leistungen<br />
zur Verfügung.<br />
Die Reise-Experten Dagmar Winners<br />
und Michael Krause beraten Sie rund<br />
um Ihren <strong>Urlaub</strong>, freudig wedelnd<br />
unterstützt von Hund Uso. Uso bedeutet<br />
„gebraucht“ auf Spanisch, denn der<br />
Hund wurde auf Mallorca aus einer<br />
Mülltonne gerettet. Jeden Arbeitstag<br />
begleitet er Herrchen Krause ins Büro.<br />
Dagmar Winners, Lieblingsziele<br />
sind die Türkei, Österreich, die deutsche<br />
Nord- und Ostsee, Mallorca und Kreuzfahrten.<br />
Auch Michael Krause liebt die<br />
Türkei und darüber hinaus Fuerteventura.<br />
Als begeisterter Kreuzfahrtschiff-<br />
<strong>Urlaub</strong>er berät er seine Kunden besonders<br />
gern über diese schöne und<br />
exklusive Reisemöglichkeit.<br />
Wer nicht gerade <strong>Urlaub</strong> bucht,<br />
kann in Gelsenkirchen auch Erlebnisse<br />
direkt vor Ort machen: Die einstige<br />
„Stadt der 1000 Feuer“ – mit denen<br />
die Kokereien überschüssiges<br />
Koksofengas entsorgten<br />
– wandelt sich mehr und mehr<br />
zum Dienstleistungsstandort.<br />
Viele Projekte der Stadterneuerung<br />
tragen dazu bei, das Bild<br />
dieser Ruhrgebietsstadt zu verschönern<br />
– etwa bei der restaurierten<br />
Vorburg des Renaissancegebäudes<br />
Schloss Horst oder dem<br />
Umbau des Hans-Sachs-Hauses.<br />
Sie können in Gelsenkirchen aber<br />
auch einfach mal eine Weltreise machen,<br />
an einem einzigen Tag. Die<br />
ZOOM-Erlebniswelt mit ihren naturnah<br />
gestalteten Landschaften entführt<br />
in die Tier- und Pflanzenwelt Asiens,<br />
Afrikas und Alaskas. Dazu passt: Gelsenkirchen<br />
ist kinderfreundlich. Vielleicht<br />
sogar eine der kinderfreundlichsten<br />
Städte in Europa – erhielt sie<br />
doch 2010 für ihre Maßnahmen in<br />
den Bereichen Bildung, Frühförderung<br />
Weitere<br />
Freizeittipps<br />
hält der <strong>ADAC</strong><br />
<strong>Westfalen</strong><br />
kostenlos in<br />
allen Geschäftsstellen<br />
mit den<br />
Broschüren<br />
„Sehen – Entdecken<br />
– Erleben“,<br />
„Blickpunkt<br />
<strong>Westfalen</strong>“ und<br />
„48 Stunden<br />
in ...“ bereit<br />
und Unterstützung junger Familien<br />
den City for Children Award.<br />
Außerdem besitzt die Stadt einen<br />
hohen Grünflächenanteil, da auf<br />
ehemaligen Zechen- und Industrieflächen<br />
Landschaftsparks<br />
entstanden sind. Und auch kulturell<br />
kann Gelsenkirchen punkten:<br />
Das Musiktheater im Revier<br />
wurde mehrfach ausgezeichnet. Im<br />
Kunstmuseum ist der Eintritt sogar<br />
frei. Die denkmalgeschützten Wasserburgen<br />
Schloss Berge und Haus<br />
Lüttinghof erlauben derweil die Kombination<br />
von Natur und Architektur.<br />
Aber natürlich führt kein Weg an<br />
König Fußball vorbei, Gelsenkirchen<br />
ist blau-weiß! In der Zeit zwischen<br />
den Fußballspielen wird der Rasen auf<br />
Schienen aus dem Stadion hinausgeschoben,<br />
um ihn zu schonen. Wer<br />
noch mehr erleben will, den schönsten<br />
Tag des Lebens etwa: Die Arena ist<br />
eines der wenigen Stadien in Deutschland,<br />
die mit einer Kapelle ausgestattet<br />
sind, in der regelmäßig Taufen und<br />
kirchliche Trauungen stattfinden.<br />
FOTO: <strong>ADAC</strong> E.V.<br />
Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern<br />
Reisebüro-Hotline: (02 31) 5 49 91 30 (Mo.–Fr. 8.30 –17.30 Uhr)<br />
<strong>ADAC</strong> Geschäftsstellen & Reisebüros des <strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong><br />
Arnsberg<br />
Graf-Gottfried-Straße 20,<br />
59755 Arnsberg<br />
(0 29 32) 2 79 79<br />
rb.arnsberg@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr<br />
Bochum<br />
Ferdinandstraße 17,<br />
44789 Bochum<br />
(02 34) 33 70 16<br />
rb.bochum@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 9–12 Uhr<br />
Bottrop<br />
Schützenstraße 3,<br />
46236 Bottrop<br />
(0 20 41) 2 80 32<br />
rb.bottrop@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–13 Uhr / 14–18 Uhr<br />
Dortmund<br />
Freie-Vogel-Straße 393,<br />
44269 Dortmund<br />
(02 31) 5 49 91 35<br />
rb.dortmund@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Dortmund-Süd<br />
Ruhrallee 98,<br />
44139 Dortmund<br />
(02 31) 1 29 78 42<br />
rb.dortmundsued<br />
@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr<br />
Kostenlos im Abo<br />
<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />
Alle zwei Monate erscheint<br />
<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong>, das kostenlose<br />
Reisemagazin: mehr<br />
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natürlich in allen <strong>ADAC</strong> Centern<br />
und Reisebüros.<br />
Gelsenkirchen<br />
Daimlerstraße 1,<br />
45891 Gelsenkirchen<br />
(02 09) 77 70 31<br />
rb.gelsenkirchen<br />
@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Hagen<br />
Körnerstraße 62,<br />
58095 Hagen<br />
(0 23 31) 2 89 80<br />
rb.hagen@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Hamm<br />
Sternstraße 4,<br />
59065 Hamm<br />
(0 23 81) 1 33 89<br />
rb.hamm@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Lüdenscheid<br />
Knapper Straße 26,<br />
58507 Lüdenscheid<br />
(0 23 51) 2 66 87<br />
rb.luedenscheid<br />
@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Westküste der USA<br />
Von Hippies, Hollywood<br />
und Hütchenspielern<br />
Salam alaikum, Oman<br />
Wo Sindbad zu Hause war:<br />
das märchenhafte Sultanat am Golf<br />
Dänische Ferienhäuser<br />
Eigene vier Wände – plus<br />
kilometerlange Küste<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
Münster<br />
Weseler Straße 539,<br />
48163 Münster<br />
(02 51) 53 10 72<br />
rb.muenster@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Recklinghausen<br />
Martinistraße 11,<br />
45657 Recklinghausen<br />
(0 23 61) 18 13 91<br />
rb.recklinghausen<br />
@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
Siegen<br />
Leimbachstraße 189,<br />
57074 Siegen<br />
(02 71) 33 10 02<br />
rb.siegen@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 9–12 Uhr<br />
Soest<br />
Arnsberger Straße 7,<br />
59494 Soest<br />
(0 29 21) 41 16<br />
rb.soest@wfa.adac.de<br />
Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />
Sa. 10–13 Uhr<br />
www.adac-reisebuero.de · <strong>Ausgabe</strong> 3/ <strong>2016</strong><br />
Inspiration. Tipps. Angebote. Das Magazin der <strong>ADAC</strong> Reisebüros<br />
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12 Jahre):<br />
11 € statt 12,50 €<br />
Großer <strong>ADAC</strong><br />
Familientag am<br />
14.08.<strong>2016</strong><br />
Herausgeber der Regionalseiten:<br />
<strong>ADAC</strong> Berlin-Brandenburg e. V., 10717 Berlin<br />
<strong>ADAC</strong> Hansa e. V., 20097 Hamburg<br />
<strong>ADAC</strong> Hessen-Thüringen e. V., 60528 Frankfurt<br />
<strong>ADAC</strong> Mittelrhein e. V., 56068 Koblenz<br />
<strong>ADAC</strong> Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V.,<br />
30880 Laatzen<br />
<strong>ADAC</strong> Nordbaden e. V., 76135 Karlsruhe<br />
<strong>ADAC</strong> Nordbayern e. V., 90491 Nürnberg<br />
<strong>ADAC</strong> Nordrhein e. V., 50963 Köln<br />
<strong>ADAC</strong> Pfalz e. V., 67433 Neustadt/Weinstraße<br />
<strong>ADAC</strong> Saarland e. V., 66117 Saarbrücken<br />
<strong>ADAC</strong> Sachsen e. V., 01307 Dresden<br />
<strong>ADAC</strong> Schleswig-Holstein e. V., 24114 Kiel<br />
<strong>ADAC</strong> Südbaden e. V., 79098 Freiburg<br />
<strong>ADAC</strong> Südbayern e. V., 80339 München<br />
<strong>ADAC</strong> Weser-Ems e. V., 28207 Bremen<br />
<strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong> e. V., 44269 Dortmund<br />
<strong>ADAC</strong> Württemberg e. V., 70190 Stuttgart<br />
Objektleitung:<br />
Michael Buss<br />
Stellvertretende Objektleitung:<br />
Stephan Baltes<br />
Projektmanagement <strong>ADAC</strong>:<br />
Annika Schön<br />
Verlag und Redaktion:<br />
Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG<br />
Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart<br />
Verlagsleitung:<br />
Ulli Hartmann<br />
Gültige Anzeigenpreisliste:<br />
Nr. 03 vom 01.01.<strong>2016</strong><br />
Produktionsleitung:<br />
Lukas Kramer (verantwortlich), Sarah Menke<br />
Anzeigenleitung<br />
Jonas Pickhardt (verantwortlich)<br />
E-Mail: jpickhardt@blueboxtrade.com<br />
Tel.: +49 (0 40) 87 88 66 110<br />
Chefredaktion:<br />
Diddo Ramm (verantwortlich)<br />
Redaktionsleitung:<br />
Helmut Ziegler<br />
Redaktionelle Mitarbeit:<br />
Florian Blümm, Susanne Hoffs, Beate Kierey,<br />
Volker Marquardt, Hubert Matt-Willmatt,<br />
Dominik Peter, Marcus Rothe, Wolfgang Siesing<br />
Layout:<br />
Dennis Bock<br />
Bildredaktion:<br />
Olaf Rößler, Vika Yarmilko<br />
E-Mail:<br />
redaktion@adac-urlaub.net<br />
Internet:<br />
www.adac-reisebuero.de<br />
Druck:<br />
Vogel Druck und Medienservice<br />
Leibnizstraße 5, 97204 Höchberg<br />
48 4 / <strong>2016</strong><br />
4 / <strong>2016</strong> 49
Vorschau<br />
<strong>Urlaub</strong><br />
Die nächste <strong>Ausgabe</strong><br />
erscheint am 25. August <strong>2016</strong><br />
Camperreise USA<br />
Man kennt New York, man kennt<br />
L. A. Aber was liegt eigentlich<br />
dazwischen? Wir erfahren es<br />
Thüringen<br />
Herzlich willkommen in<br />
Deutschlands unbekanntestem<br />
Bundesland<br />
Extra<br />
Gewinnspiel<br />
Der Sonne entgegen<br />
EXKLUSIV FÜR <strong>ADAC</strong> MITGLIEDER<br />
Weitere Themen<br />
London<br />
Keep calm and carry on: fünf Tipps für<br />
die Hauptstadt von Cool Britannia<br />
Thailand<br />
Alles günstig, alles lecker, alles toll?<br />
Welche Klischees über das Königreich<br />
stimmen – und welche nicht<br />
New England<br />
Indian Summer: Wie Milliarden Blätter<br />
zum Kaleidoskop der Farben werden<br />
50 4 / <strong>2016</strong><br />
Segeln in<br />
der Karibik<br />
Revier zwischen<br />
Palmen und Passat:<br />
Was man an Bord<br />
einer Yacht unter<br />
weißen Segeln so<br />
alles erleben kann<br />
Panoramarouten<br />
Regional genießen auf den<br />
schönsten Wein-Wanderrouten<br />
an Mosel, Neckar und Rhein<br />
FOTO: DEUTSCHES WEININSTITUT , GETTY IMAGES, FOTOLIA, SEA CLOUD CRUISES<br />
Auf der Route der Zugvögel den Sommer verlängern: Im Oktober, zur besten Reisezeit, geht es mit dem Wohlfühlschiff MS Hamburg<br />
rund um Westeuropa bis in den Süden Spaniens. Die vielseitige Kreuzfahrt beginnt in Hamburg, den glanzvollen Schlusspunkt setzt<br />
Sevilla im Binnenland Andalusiens.<br />
Entspannter kann <strong>Urlaub</strong> kaum sein. Ihr schwimmendes Zuhause<br />
MS Hamburg, das kleine, familiäre Schiff für maximal 390 Passagiere,<br />
ist exklusiv unter der Flagge der <strong>ADAC</strong> Mitgliederreisen<br />
unterwegs. Auf einer ausgesuchten Route erleben Sie Wandel<br />
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Antwerpen, die Klosterinsel Mont-Saint-Michel vor der<br />
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Herz Andalusiens, wo das Schiff zwei Nächte in Sevilla liegt.<br />
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