04.07.2016 Aufrufe

ADAC Urlaub Juli-Ausgabe 2016, Westfalen

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Inspiration. Tipps. Angebote.<br />

Frankreich<br />

Auf dem Hausboot<br />

über Flüsse und Kanäle<br />

Afrika-Safari<br />

Zebras und Löwen live<br />

– im Jeep durch die Savanne<br />

Gutes Gefühl<br />

Das Wellness-Abc<br />

von Ayurveda bis Zen<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

www.adac-reisebuero.de · <strong>Ausgabe</strong> 4/ <strong>2016</strong><br />

Das Magazin der <strong>ADAC</strong> Reisebüros<br />

Seite<br />

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erfahren<br />

Namasté *<br />

Indien<br />

Warum jeder, wirklich jeder, das Land<br />

der vielen Gesichter besuchen muss<br />

*<br />

Etwa: Meine Seele grüßt deine Seele


Editorial<br />

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“<br />

Mahatma Gandhi (1869 – 1948), indischer Revolutionär und Pazifist<br />

Eine Karte. All inclusive!<br />

Die <strong>ADAC</strong> Kreditkarte GOLD.<br />

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überall beim <strong>ADAC</strong>, telefonisch unter (0 89) 76 76 17 05<br />

oder auf www.adac.de/urlaubskarte<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

vermutlich steht er jetzt unmittelbar bevor: Ihr <strong>Urlaub</strong>. Und vielleicht wundern<br />

Sie sich in ein paar Wochen, wie schnell diese schöne Zeit verflogen ist.<br />

Dies liegt auch daran, dass der Mensch das, was er erlebt, unterschiedlich<br />

wahrnimmt. An den ersten Kuss erinnert man sich meist. An den 12.835 eher<br />

nicht. Das erste Mal prägt sich also deutlich tiefer ins Gedächtnis als die Routine.<br />

Hinzu kommt: „An je mehr Ereignisse wir uns erinnern“, erläutert der<br />

Zeitforscher Marc Wittmann, „desto länger kommt uns eine Zeitspanne vor.“<br />

Unsere Autorinnen und Autoren können ein Lied davon singen – sei es bei<br />

einer Taxifahrt in Indien (Seite 14), auf einer Safari in Tansania (Seite 24)<br />

oder auf einem malerischen Kanal in Frankreich (Seite 34). Doch auch, wer<br />

solche Reisen nicht unternehmen kann oder mag: Es gibt viele Tricks, den<br />

eigenen <strong>Urlaub</strong> wieder in ein erstes Mal zu verwandeln.<br />

Vishram Ghat am Fluss Yamuna, Indien<br />

Ich war …<br />

Florian Blümm<br />

Reise-Blogger<br />

… in Indien<br />

Er besitzt ein Informatik-Diplom,<br />

kündigte aber 2011 Wohnung und<br />

Job als Programmierer, um zu einer<br />

einjährigen Weltreise aufzubrechen.<br />

Auf ihr ist er heute noch … Seite 14<br />

<strong>ADAC</strong> Finanzdienste GmbH<br />

TITELFOTO: DAVID DAVIS/MAURITIUS IMAGES; FOTOS DIESE SEITE: GETTY IMAGES, PRIVAT (3)<br />

Der Straßburger Journalist Joël Henry hat in seinem „Labor für experimentellen<br />

Tourismus“ entsprechende Ideen entwickelt: „Für mich ist es charakteristisch“,<br />

sagt er, »dass man beides macht: Reisen und Spielen.“ Auf<br />

seiner Website www.latourex.org finden sich deshalb rund 30 Vorschläge,<br />

wie man auch den Besuch gut bekannter Orte in Abenteuer verwandeln<br />

kann. Durch die anachronistischen Reise beispielsweise, indem man einfach<br />

einem längst veralteten Reiseführer folgt. Durch die Insider-Reise, indem man<br />

Einheimische befragt, was deren persönliche Lieblingsplätze sind und diese<br />

dann besucht. Oder durch die Expedition zum K2: Man besucht in einer Stadt<br />

exakt jene Gegend, welche sich auf dem Stadtplan im Quadrat K2 befindet.<br />

Henrys einprägsamer Rat: Geht anders! In diesem Sinne:<br />

Gute Reisen,<br />

Ihre Redaktion <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />

P. S.: Im letzten Heft stand, dass man Leipzig dank der Elbe vom Boot aus durchqueren kann. Das geht<br />

zwar, aber nur mit enormen Umwegen. Die Elbe fließt u. a. durch Magdeburg oder Dresden, nicht durch<br />

Leipzig. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.<br />

Schreiben Sie uns: redaktion@adac-urlaub.net<br />

Wolfgang Siesing<br />

Foto-Reporter<br />

… auf Safari<br />

Selbst wer in Berlin lebt, muss mal<br />

raus. Der Lichtbildner war zwischen<br />

Tansania und Kenia unterwegs, um<br />

den Kreis des Lebens zu beobachten<br />

und zu beschreiben. Seite 24<br />

Beate Kierey<br />

Hausboot-Expertin<br />

… in Frankreich<br />

Die Freiburger Journalistin liebt<br />

es, mit ihrem Mann <strong>Urlaub</strong> auf<br />

dem Hausboot zu machen, etwa im<br />

Burgund. Später schreiben beide<br />

darüber Bücher und auf Seite 34.<br />

4 / <strong>2016</strong> 3


Jetzt<br />

am Kiosk:<br />

outdoor mit<br />

Skandinavien-<br />

Special<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

Inhalt<br />

4 /<strong>2016</strong><br />

14 Indien<br />

24 Afrika<br />

34 Frankreich 42 Wellness<br />

Die neue outdoor-Welt – mehr als nur Wandern:<br />

2 Monate GRATIS testen:<br />

www.outdoor-magazin.com/adac<br />

Auch als E-Paper erhältlich.<br />

Ob Alpentrekking oder Dschungeltrip, ob Wanderung im Schwarzwald oder<br />

Traumtour ans Ende der Welt, ob zu Fuß, per Boot oder Rad: outdoor zeigt<br />

Ihnen die schönsten Touren auf dem Globus sowie das beste Equipment<br />

dafür, von der Funktionsjacke bis zum Trekkingschuh, vom Schlafsack bis<br />

zum Rucksack, von der Stirnlampe bis zum GPS-Gerät. Wer die Natur liebt<br />

und draußen aktiv sein will, der muss outdoor haben.<br />

FOTO: GETTY IMAGES (2), MAURITIUS IMAGES, ISTOCK (2)<br />

6 Postkarte aus der Schweiz<br />

In Interlaken treffen Sportler auf<br />

Einheimische wie Außerirdische<br />

8 Panorama<br />

Neuigkeiten aus aller Welt<br />

14 Indien<br />

Rundreise durch den Subkontinent<br />

der wunderbaren Widersprüche<br />

22 Fünf Mal … Paris<br />

Was Sie in der Stadt der Liebe<br />

unbedingt erleben sollten<br />

24 Safari in Afrika<br />

Leben und Sterben in der Savanne<br />

– vom Jeep aus live und in Farbe<br />

32 Mein Lieblingsland: Kroatien<br />

<strong>ADAC</strong> Reise-Experten stellen<br />

ihre Traumziele vor<br />

34 Frankreich<br />

Lebensart marsch: mit dem<br />

Hausboot durchs Burgund<br />

40 Fragen & Antworten<br />

<strong>ADAC</strong> Reise-Experten erklären, was<br />

für Reisende wirklich wichtig ist<br />

42 Wellness<br />

Wohlbefinden von Anti-Aging<br />

bis Zeit zu weit<br />

49 Mein Reisebüro<br />

Ihr Kontakt zu allen <strong>ADAC</strong><br />

Reisebüros in Ihrer Umgebung<br />

49 Impressum<br />

50 Vorschau<br />

Das bringt die nächste<br />

<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />

22 Paris<br />

Digital<br />

Bilder, Karten, Kontakte<br />

und Videos: Mit <strong>ADAC</strong><br />

<strong>Urlaub</strong> und der LAYAR-<br />

App erweitern Sie das<br />

Magazin um eine neue<br />

Dimension. Mehr Infos<br />

zur LAYAR-App auf<br />

Seite 10. Des Weiteren<br />

finden Sie im Heft Bitly-Kurzlinks, diese<br />

können Sie einfach in Ihren Internet-<br />

Browser eingeben und Sie werden zur<br />

entsprechenden Website weitergeleitet.<br />

Legende<br />

Weblink<br />

Video<br />

Information<br />

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E-Mail<br />

Kontakt<br />

Ort<br />

4 / <strong>2016</strong> 5


Postkarte<br />

INTERLAKEN, SCHWEIZ<br />

Einheimische und Außerirdische<br />

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FOTO: OLIVER FORRER/ MAURITIUS IMAGES<br />

Interlaken im Berner Oberland – der Name ist abgeleitet vom lateinischen „inter lacus“,<br />

zwischen den Seen, nämlich Thunersee und Brienzersee – ist erst einmal Schönheit pur.<br />

Die kleine Stadt liegt zu Füßen des imposanten Dreigestirns der Berge Eiger, Mönch<br />

und Jungfrau. In der Umgebung finden sich für Wander- oder Radbegeisterte imposante<br />

Schlösser und Wasserfälle, aber auch sonnige Hänge für Gleitschirmflieger oder die<br />

magischen Moore der Lombachalp. Ernsthaft mysteriös wird es aber im Jungfraupark,<br />

einem von dem in Interlaken wohnhaften Bestseller-Autoren Erich von Däniken initiierten<br />

Freizeitereignis, das seiner Theorie folgt, Außerirdische hätten vor langer Zeit die<br />

Erde besucht und unsere Vorfahren veredelt. Was immer man von dieser These hält:<br />

Es ist so bizarr wie faszinierend, inmitten der Schweizer Alpen auf Nachbauten indischer<br />

Kultobjekte, orientalischer Pyramiden und der Megalithen von Stonehenge zu stoßen.<br />

Neben diesen vorgeblich extraterrestrischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch irdische<br />

Vergnügungen, beispielsweise Flugsimulatoren und einen Zoo mit Kamelen und Lamas.<br />

Schicken Sie uns Ihre Postkarte an: postkarte@adac-urlaub.net<br />

6 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 7


Panorama Regional<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

Panorama<br />

Reisetipps präsentiert von Ihrem <strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong><br />

Kreuzfahrt<br />

Nachhaltig entlang der Adria<br />

Zugegeben, der Name „Mein Schiff 3“ ist wohl nicht<br />

der originellste Name, auf den ein Ozeanriese je<br />

getauft wurde. Dafür punktet das schwimmende<br />

Hochhaus – 2014 offiziell von der Schlagersängerin Helene<br />

Fischer vom Stapel gelassen – mit anderen Qualitäten.<br />

Etwa mit dem ersten Museum an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.<br />

Mit dem ersten Konzertsaal auf See. Oder mit<br />

einem Pool nicht nur zum Planschen, sondern dank des<br />

ersten 25-Meter-Außenbeckens auch zum Schwimmen.<br />

Außerdem ist es das nachhaltigste Schiff seiner Klasse.<br />

„Es verbraucht 30 Prozent weniger Energie pro Person als<br />

‚Mein Schiff 1‘“, sagt TUI-Chef Richard Vogel nicht ohne<br />

Stolz. 99 Prozent der Schwefeloxide, 60 Prozent der Rußpartikel<br />

und 75 Prozent der Stickoxide werden aus den<br />

Schwerölabgasen herausgewaschen und gefiltert.<br />

Ein gutes Gefühl vermittelt das Schiff mit 15 Decks und<br />

1000 Mann Besatzung selbst, es ist größer als die Konkurrenz<br />

und nimmt dabei weniger Passagiere mit. Neben viel<br />

Platz sind die Kabinen nordisch klar gestaltet, das Premiumall-inclusive-Paket<br />

umfasst das umfangreiche Spa- und<br />

Sport-Angebot an Bord, mehr als 100 Markengetränke,<br />

das Entertainment-Programm oder die Kinderbetreuung.<br />

Einziges Problem: Wer etwa die Adria-Tour bucht, muss<br />

sich entscheiden. Bleibe ich an Bord oder stromere ich<br />

durch die schmalen Gassen von Maltas Hauptstadt Valletta<br />

samt Kreuzritter-Burg? Bleibe ich an Bord oder schaue ich<br />

auf einer Zwei-Kilometer-Tour auf der mittelalterlichen<br />

„Diamant<br />

Bar“ Geschliffener<br />

Blick auf<br />

den Sonnenuntergang<br />

Kontaktieren<br />

Sie uns, wir<br />

beraten Sie<br />

gern. Alle<br />

Reisebüros<br />

finden Sie<br />

auf Seite 49<br />

Stadtmauer über das Atem verschlagene Dächergewirr<br />

von Dubrovnik? Bleibe ich an Bord oder steige ich in Korfu<br />

aus, jene grüne Insel, auf der schon Kaiserin Sissi sich ein<br />

<strong>Urlaub</strong>sschlösschen hat errichten lassen?<br />

Unsere Empfehlung: Steigen Sie ruhig aus. Es bleibt<br />

genug Zeit auf See, um in der „Diamant Bar“ – deren namensgebende<br />

Glasfassade sich am Heck über zwei Decks<br />

erstreckt – den Sonnenuntergang oder<br />

den Sternenhimmel zu genießen.<br />

Experten-Tipp<br />

Michael Krause vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Gelsenkirchen<br />

über die Qual der Wahl<br />

Wer nur eine Woche an der<br />

Adria unterwegs ist, wird es<br />

kaum schaffen, alle Restaurants<br />

der „Mein Schiff 3“<br />

zu testen. Inklusive sind das<br />

Hauptrestaurant „Atlantik“<br />

– klassisch, mediterran oder<br />

eurasisch –, das Buffet-Restaurant<br />

„Anckelmannsplatz“,<br />

das rund um die Uhr geöffnete<br />

Bistro, die marktfrischen<br />

Fischgerichte im „Gosch Sylt“<br />

oder erfrischende Eissorten<br />

und frisch gebackene Waffeln.<br />

Und dann gibt es noch<br />

das feine „Richards“, das<br />

Steakhouse „Surf & Turf“ für<br />

Rinderfilet und Langustenschwänze<br />

sowie das „Hanami“<br />

für Spezialitäten aus dem<br />

Land der aufgehenden Sonne.<br />

Verhungern kann man also<br />

nicht – und verdursten bei bis<br />

zu zwölf Bars ebenfalls nicht.<br />

FOTO: TUI CRUISES GMBH HAMBURG (2), LANGHOLZ FOTO<br />

„Das<br />

schönste<br />

Klo der<br />

Welt“<br />

Okay, niemand<br />

fährt<br />

auf der Landschaftsroute<br />

zwischen<br />

Laerdal und<br />

Aurland<br />

zum Wasser<br />

lassen nach<br />

Fjordnorwegen.<br />

Aber<br />

wenn man<br />

mal muss …<br />

Dass man<br />

muss, meint<br />

die Jury des<br />

britischen<br />

Magazins<br />

„Design Curial“,<br />

die den<br />

Preis jährlich<br />

vergibt. Diesmal<br />

wegen<br />

der Aussicht<br />

auf den<br />

Aurlandsfjord<br />

durch<br />

große<br />

Glasfronten,<br />

in die<br />

allerdings<br />

niemand<br />

hineinschauen<br />

kann.<br />

39%<br />

Neues<br />

aller Deutschen fotografieren im <strong>Urlaub</strong> was<br />

am liebsten? Sich selbst. Genau derselbe<br />

Prozentsatz bearbeitet die Fotos mit Filtern,<br />

um schönere Erlebnisse zu präsentieren.<br />

Service<br />

Hal-lo, Koh-len-stoff-ein-heit<br />

China<br />

Brücke mit Aussicht<br />

Der Zhangjiajie-Nationalpark in der südchinesischen Provinz Hunan ist<br />

wegen seiner rund tausend Sandsteinpfeiler, von<br />

denen manche mehr als 200 Meter hoch sind,<br />

UNESCO-Weltnaturerbe – und im <strong>Juli</strong><br />

um eine Attraktion reicher. Dann wird<br />

nämlich die höchste und längste<br />

Glasbrücke der Welt eröffnet –<br />

385 Meter lang, sechs Meter<br />

breit und in einer Höhe von<br />

fast 300 Metern. Bis zu<br />

800 Personen können<br />

gleichzeitig über die<br />

Brücke laufen, sie<br />

sollten allerdings<br />

schwindelfrei sein,<br />

denn große Teile<br />

des Bodens lassen<br />

durch das Glas tief<br />

blicken.<br />

bit.ly/<br />

1rTCmrf<br />

Vor einem Jahr trat Mario<br />

seinen Job an, als Rezeptionist<br />

des Marriott-Hotels in<br />

Gent. Mario ist 57 Zentimeter<br />

groß, sechs Kilo schwer<br />

– und war der erste Roboter<br />

im touristischen Service. Er<br />

blieb nicht lange allein: Roboter<br />

mixen inzwischen an<br />

Bord des Kreuzfahrtschiffes<br />

„Quantum of the Seas“<br />

Drinks, gaben an Flughäfen<br />

in Amsterdam und Tokio<br />

Auskünfte, im technik-<br />

begeisterten<br />

Japan eröffnete<br />

sogar<br />

das vollautomatisierte<br />

Hotel<br />

Henn-na,<br />

auf mehreren<br />

Kreuzfahrtschiffen<br />

der Aida-Cruises-Flotte soll<br />

demnächst Pepper zum<br />

Einsatz kommen (Foto).<br />

Als Wegweiser – und als<br />

Gimmick. Noch.<br />

Meldungen Panorama<br />

IN KÜRZE<br />

aus<br />

aller Welt<br />

China Die Volksrepublik erhöht<br />

ihre Visa-Gebühren. Das Visa<br />

selbst (60 Euro) plus<br />

die Bearbeitungsgebühr<br />

(65,45 Euro)<br />

kommen nun zusammen<br />

auf 125,45 Euro.<br />

Kenia Die Eintrittspreise<br />

für die vom Kenya Wildlife<br />

Service gemanagten<br />

Nationalparks betragen<br />

ab <strong>Juli</strong> etwa umgerechnete<br />

54 Euro statt bisher<br />

63 Euro.<br />

Rom Die jüdischen Katakomben,<br />

in zehn Metern<br />

Tiefe und mit hebräischen<br />

Fresken versehen, sind bis zum<br />

Herbst zugänglich – an jedem<br />

ersten Sonntag eines Monats.<br />

Malta Seit Juni wird eine Touristen-<br />

und Umweltabgabe erhoben.<br />

<strong>Urlaub</strong>er zahlen pro Person<br />

und Übernachtung 50 Cent, maximal<br />

fünf Euro pro Aufenthalt.<br />

Singapur Bei Ein- wie Ausreise<br />

werden ab sofort Fingerabdrücke<br />

gescannt. Momentan gilt das für<br />

Land- und See-Grenzübergänge,<br />

die Flughäfen folgen.<br />

USA Im Bundesstaat Mississippi<br />

dürfen Geschäftsleute und<br />

Beamte Homosexuellen ihren<br />

Service verweigern, wenn sie aus<br />

religiösen Gründen ein Problem<br />

mit diesem Lebensstil haben.<br />

North Carolina hat ein ähnliches<br />

Gesetz verabschiedet.<br />

Vietnam Die Halong-Bucht ist<br />

eines von Vietnams Top-Zielen,<br />

allerdings will die Regierung<br />

offenbar „in Kürze“ aus Sicherheitsgründen<br />

Übernachtungen<br />

auf Kreuzfahrtbooten verbieten.<br />

8 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 9


Panorama Meldungen<br />

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<strong>Urlaub</strong><br />

digital erleben<br />

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dieses Zeichen<br />

Nutzen Sie die kostenlose<br />

App „Layar“, um mithilfe<br />

von Smartphone oder Tablet<br />

das Magazin zu überraschend<br />

neuem Leben zu erwecken.<br />

Auf Ihrem Bildschirm erscheinen<br />

Videos, Karten,<br />

Bildergalerien, Kontaktdaten und viele<br />

weitere interaktive Inhalte. Viel Spaß!<br />

1 Herunterladen der App<br />

Laden Sie die „Layar“-App<br />

kostenlos herunter.<br />

für iPhone und iPad<br />

für Android-Geräte<br />

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Öffnen Sie die „Layar“-App und<br />

drücken Sie auf „Scannen“.<br />

3 Scannen & los!<br />

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oder Tablet die gesamte Heftseite,<br />

und die virtuelle Reise beginnt! Einmal<br />

abgerufen, können Sie die Inhalte<br />

anschauen, wo und wann immer Sie<br />

möchten.<br />

36.000<br />

Rollen Klopapier<br />

werden monatlich<br />

auf dem Berliner<br />

Flughafen Tegel<br />

verbraucht. Hinzu<br />

kommen zwei<br />

Millionen Papierhandtücher,<br />

150<br />

Liter Seifenschaum<br />

und zahlreiche<br />

Schmutzfangmatten.<br />

Italien<br />

Messners Museum<br />

Hamburg<br />

Neue Hafenrundfahrt<br />

Es war das letzte der sechs von Reinhold Messner initiierten<br />

alpinen Museen. Ganz sicher auch das spektakulärste, dank<br />

des in den Fels gehauenen futuristischen Baus der unlängst<br />

verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid, gelegen auf dem<br />

Gipfelplateau des Kronplatzes in 2275 Meter Höhe. Nun<br />

geht es auf dem bekannten Skiberg in die Sommersaison,<br />

seit Juni ist es bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr<br />

geöffnet. Der Blick von der Aussichtsplattform auf die Dolomiten:<br />

majestätisch.<br />

bit.ly/<br />

1TlgKuR<br />

„Mama, guck mal, da schwimmt ein Bus im Wasser!“<br />

Dieser erstaunte Kinderruf dürfte im Frühsommer vielfache<br />

Realität sein, denn inzwischen ist das Amphibienfahrzeug<br />

„HafenCity Riverbus“ auf den Straßen Hamburgs<br />

– und eben auf der Elbe – unterwegs. Etwa 80 Minuten<br />

dauert eine Kreuzfahrt, davon 35 Minuten auf dem Wasser.<br />

Der Preis: 28 € pro Person, Kinder ab 5 bis<br />

14 Jahren 20 €. Weitere Informationen:<br />

www.hafencityriverbus.de<br />

INTERVIEW<br />

„Es gibt genug Menschen, die<br />

verwöhnt werden wollen“<br />

Volker Greiner, Vizepräsident Nord- und Zentraleuropa der Fluglinie Emirates, über Luxus<br />

an Bord, Preisgestaltung bei sinkenden Ölpreisen und den Hamburger Sport-Verein<br />

Herr Greiner, Emirates landet –<br />

gleich, welches Ranking man betrachtet<br />

– immer weit vorn. Was machen<br />

Sie besser als die Konkurrenz,<br />

vor allem die europäische?<br />

Da muss man zuerst das Produkt nennen.<br />

Mit unserem Flaggschiff, dem<br />

Airbus A380 mit seinen zwei Decks,<br />

haben wir Maßstäbe gesetzt, was die<br />

Technologie und den Luxus an Bord<br />

betrifft. Etwa mit den Spa-Duschen<br />

oder der Onboard-Lounge, wo man<br />

sich in 10.000 Metern Höhe die Füße<br />

vertreten kann. Das setzt sich auch am<br />

Flughafen Dubai fort, mit innovativen<br />

Lounges, von denen aus man direkt<br />

boarden kann. All das zeigt, warum<br />

wir die Nase vorn haben.<br />

Dann können Sie mit der Performance<br />

des HSV, dessen Hauptsponsor<br />

Emirates ist, nicht zufrieden sein.<br />

Richtig. Andere Vereine – etwa Real<br />

Madrid, FC Arsenal, Paris St. Germain<br />

– wirken international erfolgreicher.<br />

Aber wir sind ein loyaler Partner, der<br />

Vertrag wurde bis 2019 verlängert und<br />

wir sind guter Hoffnung.<br />

Auch was das Geschäft betrifft offenbar:<br />

Emirates erweitert kontinuierlich<br />

sein Streckennetz. Allein <strong>2016</strong><br />

kamen neue Ziele in China und auf<br />

den Philippinen hinzu. Bald folgen<br />

Myanmar und Vietnam. Positioniert<br />

sich das Unternehmen neu, globaler?<br />

Dubai bleibt unser Drehkreuz, es gibt<br />

ja keinen Grund, das erfolgreiche Geschäftsmodell<br />

zu ändern.<br />

Die arabischen Fluglinien haben<br />

gerade auf den Strecken nach Asien<br />

europäischen viel Geschäft abgenommen.<br />

Welche Auswirkungen hat das<br />

auf den Flughafen Frankfurt?<br />

Ich glaube nicht, dass sich die Verkehrsströme<br />

grundlegend ändern. Deutschland<br />

wird im Sektor Reisen weiter wachsen,<br />

davon werden auch die Flughäfen<br />

profitieren. Ein Problem sind lediglich<br />

Kapazitätsgrenzen, aber da unterstützen<br />

wir den Bau des Terminal 3 in Frankfurt,<br />

der 2022 öffnen soll.<br />

Es gab Spekulationen, dass Lufthansa<br />

in Zukunft mit Emirates<br />

kooperieren will …<br />

Unser Verhältnis zur Lufthansa ist auf<br />

Vorstandsebene trotz des gesunden<br />

Wettbewerbes gut, aber aktuell ist<br />

da nichts geplant.<br />

Das Fliegen teilt sich verstärkt<br />

in zwei Segmente. Hier Flüge<br />

für 49 Euro ohne Beinfreiheit,<br />

dort Luxus mit Weinkeller.<br />

Wird sich diese Entwicklung<br />

verschärfen? Lufthansa reagiert<br />

mit Eurowings auf die Konkurrenz<br />

…<br />

Volker Greiner<br />

Vizepräsident Nord-und<br />

Zentraleuropa Emirates<br />

Meldungen Panorama<br />

Offensichtlich ist ein Markt für den<br />

Low-Cost-Bereich vorhanden, aber<br />

wir bleiben Qualitätscarrier. Wir sehen<br />

an den Auslastungen, dass es genug<br />

Menschen gibt, die auf Service und<br />

Verwöhntwerden Wert legen. Unsere<br />

A380 sorgen schließlich immer noch<br />

für Euphorie. Wir haben über das Jahr<br />

gesehen eine weltweite Auslastung<br />

von 90 Prozent.<br />

In den letzten Monaten ist der Ölpreis<br />

rasant gesunken. Wie wirkt sich das<br />

auf Ihr Geschäftsmodell und auf die<br />

Flugpreise aus?<br />

Natürlich ändert dies etwas an der<br />

Spanne unserer Preisgestaltung.<br />

Wir beobachten den Ölpreis genau<br />

und gestalten unsere Preise<br />

in Abhängigkeit von den aktuellen<br />

Marktgegebenheiten.<br />

Letzte Frage: Wohin geht Ihre<br />

nächste private Reise?<br />

Nach Australien. Mein Sohn absolviert<br />

da ein Auslandssemester,<br />

den besuchen<br />

wir.<br />

10 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 11


Panorama Meldungen<br />

Mautfallen<br />

Augen auf<br />

Sommer Special<br />

Mautregelungen sind für<br />

Reisende in vielen Ländern<br />

oft nur schwer zu<br />

durchschauen:<br />

Frankreich Fahrzeuge werden<br />

nach Höhe in verschiedene<br />

Klassen eingeteilt, feste Aufbauten<br />

mit eingerechnet. An elektronischen<br />

Zahlstellen kann es aber zu falschen<br />

Höhenmessungen kommen. Deshalb<br />

sollte die Kategorie sofort<br />

überprüft und im Zweifelsfall über<br />

die Gegensprechanlage Mautpersonal<br />

gerufen werden.<br />

Slowenien Eine mautfreie Fahrt<br />

ist praktisch unmöglich, da freie<br />

Routen oft durch mobile Straßensperren<br />

unterbrochen werden, die<br />

Reisende auf vignettenpflichtige<br />

Strecken umleiten. Zudem sollte<br />

man sich vorher über die Fahrzeug-<br />

Kategorien informieren.<br />

Polen Autobahnen sind mautpflichtig.<br />

Gespanne mit Zugfahrzeug<br />

und Caravans müssen wie<br />

alle Fahrzeuge mit mehr als<br />

3,5 Tonnen Gesamtgewicht auch<br />

auf Schnell- und Bundesstraßen<br />

zahlen. Außerdem müssen diese<br />

Fahrzeuge mit einem Transponder<br />

ausgestattet sein. Wer im <strong>Urlaub</strong><br />

Fahrten nur mit dem Zugfahrzeug<br />

macht, sollte den Transponder<br />

des Caravans deaktivieren, sonst<br />

zahlt man doppelt.<br />

Portugal Autobahnen sind überwiegend<br />

gebührenpflichtig. Da<br />

auf vielen Strecken nur elektronisch<br />

bezahlt werden kann,<br />

benötigen Fahrzeuge einen Transponder.<br />

Fehlt dieser, wird das<br />

Kennzeichen gespeichert, bis die<br />

Gebühr in einer Postfiliale bezahlt<br />

wurde. Dies ist aber erst 48 Stunden<br />

nach der letzten Fahrt durch<br />

ein Mautportal möglich. Wer vorher<br />

in Richtung Heimat reist, hat<br />

keine Möglichkeit, die Gebühren<br />

ordnungsgemäß zu begleichen.<br />

Ungarn Für Wohnmobile und Kleinbusse<br />

wurde die Vignettenkategorie<br />

D2 eingeführt. Der Preis<br />

für eine Jahresvignette kostet<br />

so viel wie bei einem Pkw –<br />

Unterschiede gibt es aber in der<br />

Kurzzeitversion, hier zahlen Fahrer<br />

von Wohnmobilen und Kleinbussen<br />

mit mehr als sieben Sitzen<br />

nun etwa das Doppelte.<br />

Wir beraten Sie gern.<br />

Alle Reisebüros finden<br />

Sie auf Seite 49<br />

Tempolimits im Ausland<br />

So schnell dürfen Reisende fahren<br />

Wer mit dem Auto in Europa unterwegs ist, muss aufpassen: Temposündern<br />

drohen hohe Bußgelder. Hart geahndet werden Überschreitungen der<br />

Geschwindigkeitsbegrenzung etwa in Italien (ab 170 €), der Schweiz (ab 170 €)<br />

und Großbritannien (ab 140 €). Am teuersten sind Verstöße in Norwegen: Wer<br />

hier 20 km/h zu schnell fährt, riskiert Geldbußen ab 420 €. In vielen europäischen<br />

Ländern gelten zudem Sonderregelungen, daher ist der ständige Blick auf die<br />

Ausschilderung besonders wichtig. Besonders aufpassen müssen <strong>Urlaub</strong>er in<br />

Großbritannien, da die Geschwindigkeit in Meilen angegeben ist: Umgerechnet<br />

sind innerorts 48 km/h erlaubt, auf Landstraßen 96 km/h, auf Autobahnen und<br />

Schnellstraßen maximal 112 km/h.<br />

Weitere Informationen und Tempolimits für Motorrad-, Gespannund<br />

Wohnmobilfahrer finden Sie unter www.adac.de/laenderinfo<br />

Reisen mit Haustieren<br />

Hund, Katze, Aus(land)<br />

Wer sein Tier auf eine Reise<br />

mitnehmen will, muss<br />

viele Vorschriften beachten.<br />

Innerhalb der EU müssen<br />

Vierbeiner gekennzeichnet<br />

sein, dafür ist seit <strong>Juli</strong> 2011<br />

ein Mikrochip Pflicht – eine<br />

zuvor erfolgte, gut<br />

lesbare Tätowierung<br />

wird<br />

anerkannt. Außerdem<br />

ist der<br />

vom Tierarzt<br />

ausgestellte<br />

EU-Heimtierausweis<br />

mitzuführen, der<br />

Angaben zu Tier, Besitzer<br />

und durchgeführter Tollwutimpfung<br />

enthalten muss.<br />

Die Erstimpfung muss<br />

mindestens 21 Tage vor<br />

Grenzübertritt durchgeführt<br />

worden sein, in Finnland,<br />

Großbritannien, Irland und<br />

Malta ist bei Hunden eine<br />

Behandlung gegen Bandwürmer<br />

Pflicht.<br />

Weitere Informationen:<br />

bit.ly/<br />

255aMpj<br />

Hotel-Tipp<br />

Iti Alpenhotel<br />

Kaiserfels<br />

Am Fuße des<br />

Kitzbüheler<br />

Horns auf<br />

670m Höhe<br />

gelegen,<br />

genießen<br />

Sie einen<br />

traumhaften<br />

Blick auf das<br />

Kaisergebirge.<br />

Modern<br />

gemütliches<br />

Hotel mit<br />

Sport- und<br />

Wellnessprogramm<br />

sowie<br />

Kleinkindausstattung<br />

und<br />

Spielmöglichkeiten.<br />

3 Nächte inkl.<br />

Halbpension<br />

pro Person<br />

im DZ ab<br />

165 €<br />

FOTOS: GETTY IMAGES, EIFEL TOURISMUS GMBH - ROADCONCEPT, TODD SAUNDERS (2), SVEN MAINZER/HAFENCITY RIVERBUS,<br />

PEPPER COSTA GROUP, TED FAHN, KRONPLATZ-ZAHA HADID, ISTOCK (8); ILLUSTRATION: <strong>ADAC</strong> E.V.<br />

Tourkarten<br />

Neu für die Eifel<br />

Mit Kraterseen, Lavabomben, kurvigen Straßen und<br />

gewundenen Bachtälern zeigt sich die Eifel von ihrer<br />

schönsten Seite. Vier <strong>ADAC</strong> Motorrad- und Oldtimerkarten<br />

führen durch diese einzigartige Landschaft – die<br />

außergewöhnliche Vulkaneifel mit Abstechern durch steile<br />

Weinberge zum Moseltal, die herrlich verkehrsarmen<br />

Nebenstraßen der Schneifel oder in der Nordeifel vorbei an<br />

Fachwerkstädtchen wie Monschau oder Bad Münstereifel.<br />

Mehr erfahren Sie unter:<br />

bit.ly/1TRqzRw<br />

30,2<br />

Millionen Übernachtungen<br />

verzeichnete Berlin 2015.<br />

Damit ist die Hauptstadt erstmals im<br />

Ü-30-Club angekommen, besitzt aber<br />

noch Luft nach oben: Paris etwa kommt<br />

auf rund 66 Millionen Übernachtungen.<br />

Frankfurt<br />

Im herabsteigenden Hund<br />

Der Frankfurter Flughafen ist eine Drehscheibe für<br />

Fernreisen. Wer hier auf den Anschluss wartet,<br />

kann dies nun im Drehsitz tun: Der Airport<br />

hat zwei Yoga-Räume eröffnet und mit Matten,<br />

Spiegelwänden, gedämpftem Licht, Buddhas<br />

und Anleitungen ausgestattet. Die Räume<br />

befinden sich in den Terminals 1<br />

(bei C14 bis C16) und 2 (bei D1 bis D4) und<br />

sind durchgehend geöffnet und kostenlos.<br />

Erlebnis Südafrika<br />

Gehen Sie auf Entdeckungsreise und erkunden Sie die faszinierende<br />

Tierwelt und beeindruckende Natur Südafrikas.<br />

MIETWAGENREISE<br />

Südafrikas Nationalparks<br />

Rundreise von Johannesburg nach Kapstadt, 16 Nächte in Hotels,<br />

Lodges, Camps, 10 x Frühstück, 2 x Abendessen, AVIS Mietwagen (Kat.<br />

M) inkl. Navigationssystem, <strong>ADAC</strong> Reisen Planer, Straßenatlas<br />

Pro Person im DZ ab € 1.068<br />

Flug mit Lufthansa pro Person ab € 797<br />

Bei Buchung inklusive<br />

q <strong>ADAC</strong> Plus -Mitgliedschaft erhalten<br />

q Umfangreiches Info- und Kartenmaterial<br />

q MY IKONA Fotobuch-Gutschein<br />

Weitere Informationen und Buchung<br />

in Ihrem <strong>ADAC</strong> Reisebüro.<br />

<strong>ADAC</strong> Reisen, Veranstalter: DER Touristik Frankfurt GmbH & Co. KG, 60424 Frankfurt · AN-1214/16<br />

12 4 / <strong>2016</strong><br />

Mit Sicherheit<br />

mehr vom <strong>Urlaub</strong>


Inspiration Indien<br />

Seite<br />

scannen,<br />

mehr<br />

erfahren<br />

Das Märchen ist die<br />

Wirklichkeit<br />

Gurus und Start-ups, Slums und Paläste, Mythos und<br />

Moderne – und die Frage: „Was ist der Sinn des Lebens?“<br />

Eine Reise durch das kraftvolle Indien<br />

Text Florian Blümm<br />

Freud und Leid sind ein Rad,<br />

das sich dreht<br />

An die Wiedergeburt glaubende<br />

Hindus versammeln sich in der<br />

Stadt Varanasi am Ganges<br />

14 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 15


Inspiration Indien<br />

Ein guter Freund von mir fährt<br />

nie in indischen Taxis. Er<br />

meint, hinduistische Fahrer<br />

hätten nicht genug Respekt<br />

vor dem Tod – weil sie an<br />

Wiedergeburt glauben. Als ich in ein<br />

Taxi am Flughafen von Delhi steige,<br />

begrüßt mich der Fahrer mit einem<br />

breiten Grinsen: „Hello, my friend!“<br />

Sieht so ein Suizidfahrer aus?<br />

Minuten später, auf Delhis Straßen,<br />

kommen mir alle Verkehrsteilnehmer<br />

wie Suizidfahrer vor. Zu viele Menschen,<br />

zu viele Fahrzeuge. Und Verkehrsregeln<br />

scheinen unter der Sonne<br />

zu zerfließen. Ob hier wirklich Linksverkehr<br />

herrscht? Schwer zu sagen.<br />

Vorfahrtsregeln? Wer lauter und länger<br />

hupt, gewinnt. Bremsen? Nur für<br />

Kühe – die heiligen Vierbeiner stehen<br />

sogar auf Schnellstraßen und käuen<br />

seelenruhig wieder, während Lkw und<br />

Busse an ihnen vorbeirauschen.<br />

Indien – ganz oder gar<br />

nicht<br />

Man hatte mich gewarnt vor dem Kulturschock.<br />

Deshalb wollte ich es langsam<br />

angehen. Aber Delhi – wie auch<br />

Mumbai – ist derart intensiv, es gibt<br />

nur die Wahl zwischen Vollgas oder<br />

sich im Hotel einzuschließen. Aber<br />

aufgeben kommt nicht in Frage, also<br />

hinaus auf die Straßen, hinein in den<br />

Wahnsinn der indischen Hauptstadt.<br />

In einer Sache kapituliere ich dann<br />

aber doch: Die Kontrolle über meine<br />

Reise gebe ich zügig ab – sie war eh<br />

nur eine Illusion. Im Gegenzug lerne<br />

ich schnell: Wenn ich erzwingen will,<br />

dass der Zug nach Fahrplan abfährt,<br />

stresst mich das nur; wenn ich auf<br />

dem bestellten Gericht bestehe, mache<br />

ich mir unnötig das Leben schwer.<br />

Die täglichen Missgeschicke muss<br />

man mit dem indischen Kopfwackeln<br />

hinnehmen, das „Ja“ bedeutet. Oder<br />

„Nein“. Oder „Vielleicht“. Oder nur:<br />

„Ich höre dir zu“.<br />

Doch selbst wer flexibel ist wie<br />

ein Yoga-Guru und Zeit hat wie ein<br />

Elefant, wird in Indien rabiat dazulernen.<br />

Da sind persönliche Leiden: die<br />

Der Mensch<br />

liebt seine<br />

eigenen Fehler<br />

Taxi in Delhi<br />

inmitten<br />

zerfließender<br />

Verkehrsregeln<br />

Das Lächeln, das<br />

du aussendest,<br />

kehrt zu dir zurück<br />

als Glück<br />

Junge Männer<br />

beim Yoga-<br />

Training in<br />

Rishikesh,<br />

Bundesstaat<br />

Uttarakhand<br />

Hitze, der Lärm, der Müll, die fehlende<br />

Privatsphäre. Viel mehr zu schaffen,<br />

macht aber das Mit-Leiden: mit<br />

abgemagerten Kühen, humpelnden<br />

Straßenkötern, bitterer Armut. Die<br />

hoffnungslosen Zustände vieler Inder<br />

sind schwer zu fassen im 21. Jahrhundert.<br />

Bei mancher Straßenszene<br />

denkt man, es würde ein „Brot für die<br />

Welt“-Spot gefilmt – und es ist ein<br />

schöner Gedanke, dass alle Bettler,<br />

Krüppel, Aussätzigen und Obdachlosen<br />

nur Statisten seien, nach dem<br />

Dreh ihre Verkleidung, die Arm- und<br />

Beinstumpen wieder abnehmen.<br />

Doch gerade dann, als ich mich<br />

abwechselnd frage, warum niemand<br />

hilft und was ich eigentlich hier<br />

mache, ruft mir ein schmutziges Straßenkind<br />

„Hello“ zu, lacht mich an.<br />

Es freut sich über die Abwechslung,<br />

die der weiße Mann bietet. Ich erwidere<br />

ein zaghaftes Lächeln, schon<br />

lächeln mich weitere Obdachlose an.<br />

Woher nehmen diese Menschen, von<br />

der Gesellschaft nur getreten, ihre<br />

ungebrochene Lebensfreude?<br />

Incredible India –<br />

Land der Kontraste<br />

Auch der unangenehme Geruch<br />

weicht wenige Meter weiter dem leckeren<br />

Duft von Straßenständen mit<br />

frischen indischen Snacks. Die Buden<br />

stehen vor einem pompösen Palast,<br />

der einen Teil der uralten Geschichte<br />

Indiens erzählt. In der Nähe sehe ich<br />

einen farbenfrohen Hindu-Tempel,<br />

atme tief den Duft von Sandelholz<br />

ein. Eine Gruppe schöner Frauen in<br />

knallbunten Saris betet zahlreiche<br />

Götter an, während ein halbnackter<br />

Priester die Runden macht. Auf diesen<br />

Tempel folgt ein Konsumtempel, den<br />

Autos zufolge, die vor der modernen<br />

Mall halten, muss es Inder geben, die<br />

sehr viel Geld haben. Die Kontraste<br />

könnten kaum größer sein.<br />

In einer bekannten indischen Fabel<br />

versuchen fünf Blinde einen Elefan-<br />

Was du weggibst,<br />

ist das<br />

Einzige, was<br />

dir verbleibt<br />

Frau vor dem<br />

Taj Mahal,<br />

jenem Mausoleum,<br />

das ein<br />

Großmogul<br />

für seine 1631<br />

verstorbene<br />

große Liebe<br />

errichten ließ<br />

ten zu ertasten. Der erste berührt ein<br />

Bein und sagt, ein Elefant sei wie eine<br />

Säule; der zweite erfasst den Schwanz<br />

und sagt, ein Elefant sei wie ein Seil,<br />

der dritte umgreift einen Stoßzahn<br />

und sagt, ein Elefant sei wie ein<br />

Speer – und so weiter zu Rüssel und<br />

Ohr. Keiner der fünf hat unrecht,<br />

keiner sieht die ganze Wahrheit. So<br />

ähnlich ergeht es Indien-Reisenden:<br />

dem Strandurlauber im Beach-Resort<br />

in Kerala. Dem Sinnsucher im Ashram<br />

von Rishikesh. Der Bergsteigerin<br />

im Himalaja. Dem wandernden<br />

Teeliebhaber auf der Tour in den Ort<br />

Darjeeling. Dem Luxusreisenden im<br />

Palasthotel in Jaipur. Der Yoga-Lehrerin<br />

auf den Spuren von Swami<br />

Sivananda. Dem Geschäftsreisenden,<br />

der eines der 4200 Start-ups sondiert,<br />

gefördert von den Indian Institutes<br />

of Information Technology.<br />

Dem Althippie an einem Palmenstrand<br />

in Goa. Dem Backpacker im<br />

Dritte-Klasse-Abteil neben dem Tritt-<br />

Klo in der Eisenbahn. Sie alle sehen<br />

eine der vielen Seiten des Landes. Alle<br />

liegen aber falsch, wenn sie behaupten:<br />

16 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 17


Inspiration Indien<br />

„So ist Indien und nicht anders!“<br />

Die Vielfalt Indiens erschlägt nicht<br />

nur Reisende. Für einen südindischen<br />

Hindu ist Varanasi eine sagenumwobene<br />

Stadt im fernen Norden. Bei seiner<br />

Pilgerfahrt muss er aber Englisch<br />

reden, Hindi wird im Süden kaum gesprochen.<br />

Voller Ehrfurcht badet er im<br />

heiligen Ganges, den er nur aus den<br />

heiligen Schriften und dem Fernsehen<br />

kennt, der ihn von allen Sünden reinigen<br />

soll, während neben ihm Wäsche<br />

Experten-Tipp<br />

Bettina Bacak vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Augsburg<br />

über Gesundheit auf Indien-Reisen<br />

Was muss man medizinisch beachten, wenn man nach Indien<br />

will? Brigitte Kneidl, eine Ärztin, die seit sieben Jahren<br />

Indien-Reisen für Tour Vital begleitet, sagte mir: 98 Prozent<br />

aller Reisenden erleben Indien problemlos. Etwa zwei Prozent<br />

erkranken, meist an Durchfall oder weil sie bei der Hitze<br />

zu wenig trinken. Sie empfiehlt daher, Elektrolytpräparate in<br />

der Reiseapotheke zu haben. Auch soll man trotz des vielfältigen<br />

Angebots maßvoll essen und viel Wasser trinken,<br />

aus industriell abgefüllten, original verschlossenen Flaschen.<br />

Oft unterschätzt wird auch die Kraft der Sonne: „Das Tragen<br />

von Hüten ist kein sicherer Schutz“, sagt Kneidl. „Ich rate,<br />

lieber öfter in den Schatten zu gehen.“<br />

<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Indien:<br />

bit.ly/1OnRtTN<br />

Videotipp „Faszinierendes Indien“:<br />

bit.ly/1TC2X2q<br />

Wenn du<br />

glaubst, so<br />

ist es eine<br />

Gottheit;<br />

wenn nicht,<br />

ein Stein<br />

Auf dem<br />

Yuksom-<br />

Dzongri-Trek<br />

im Bundesstaat<br />

Sikkim<br />

im südlichen<br />

Himalaja<br />

Seite<br />

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mehr<br />

erfahren<br />

gewaschen wird, bestenfalls. Verschlägt<br />

es ihn auf dem Rückweg in das Finanzzentrum<br />

Mumbai, denkt er vermutlich,<br />

er sei in London gelandet. Ebenso befremdet<br />

wäre ein tamilischer Südinder,<br />

würde man ihn in die Wüste von Rajasthan<br />

schicken, in das muslimische<br />

Kaschmir, nach Ladakh im Himalaja,<br />

auch Klein-Tibet genannt, oder auf<br />

die Inselgruppe der Andamanen, deren<br />

Ureinwohner – obwohl Teil eines<br />

Milliardenvolkes – fast völlig isoliert<br />

vom Rest der Welt leben.<br />

Es gibt keinen einzelnen Satz, der<br />

die Facetten Indiens beschreiben<br />

kann. Das bedeutet im Umkehrschluss,<br />

dass das Land für fast jeden<br />

etwas zu bieten hat, egal ob Sinn- oder<br />

Sonnensucher. Aber Indien schenkt<br />

seinen Besuchern nichts: Die viel beschworene<br />

Horizont-Erweiterung ist<br />

oft nur eine Folge der Schwierigkeiten,<br />

denen Reisende in Indien begegnen<br />

– vom Essen mit der rechten Hand (die<br />

linke gilt als unrein) bis zu den rituellen<br />

öffentlichen Totenverbrennungen.<br />

Touristen sind so eher an Land geworfene<br />

Fische, die nach Luft schnappend<br />

zum ersten Mal begreifen, was<br />

Wasser ist. Kein Wunder also, dass<br />

es von Indien heißt, das Land halte<br />

einem den Spiegel vor.<br />

Karma und Wiedergeburt<br />

Auf die Vielfalt Indiens stoße ich<br />

schon bei meiner ersten Taxifahrt vom<br />

Flughafen in Delhi. Der Taxifahrer<br />

ist nämlich kein Hindu, sondern<br />

Moslem. Er glaubt nicht an die Wiedergeburt<br />

der Hindus, trotzdem fährt<br />

er wie ein Henker.<br />

Der Islam gehört zu Indien wie das<br />

weltberühmte Taj Mahal – übrigens<br />

ein muslimisches Bauwerk und einer<br />

Moschee nachempfunden. Indien<br />

besitzt die drittgrößte muslimische<br />

Bevölkerung weltweit, zwei von drei<br />

Muslimen leben in Süd- und Südostasien.<br />

Überwiegend friedlich.<br />

Daneben leben auf dem Subkontinent<br />

Christen, Buddhisten, vegane<br />

Jainisten, Turban tragende Sikh und<br />

zahlreiche weitere Minoritäten: Indien<br />

ist neben dem Heiligen Land eine der<br />

beiden großen Wiegen der Weltreligionen.<br />

Aber selbst bei den kleinen<br />

Religionen macht sich die Übermacht<br />

des Hinduismus bemerkbar:<br />

Neue Konvertiten zum Christentum,<br />

Buddhismus und Sikhismus stammen<br />

häufig aus der Kaste der Unberührbaren<br />

– sie wollen so der untersten<br />

Schicht im Kastensystem entfliehen.<br />

Inder nennen ihr Land daher Hindustan:<br />

Heimat der Hindus. Mit dem<br />

Hinduismus, der ältesten Weltreligion,<br />

lässt sich zumindest erklären, warum<br />

viele Inder so schicksalsergeben wirken.<br />

Wenn Beruf, Einkommen, Status<br />

und teilweise sogar die Ehepartner von<br />

Geburt an festgelegt sind, ist es nicht<br />

nur sinnlos, sich nach oben zu arbeiten,<br />

sondern geradezu unmöglich. Der<br />

amerikanische Traum: vom Tellerwäscher<br />

zum Millionär werden. Der indische<br />

Traum: ein guter Tellerwäscher<br />

sein. Denn jede Handlung – ob körperlich<br />

oder geistig – hat unweigerlich<br />

Folgen. Wer sich also positiv in sein<br />

Schicksal fügt, kann Karma sammeln<br />

und wird vielleicht im nächsten oder<br />

übernächsten Leben Millionär.<br />

Das Mitleid gilt mir<br />

Die Frage nach dem Glauben ist eine<br />

der Zensusfragen, die nicht nur mein<br />

Taxifahrer in den ersten Minuten<br />

unseres Gesprächs stellt, sondern fast<br />

alle Gesprächspartner. „Atheist“ ist<br />

dabei keine gute Antwort. Nicht an<br />

Elefanten- oder Affengötter zu glauben,<br />

okay. Aber an gar keinen Gott?<br />

Ich ernte mitleidige Blicke. Ab dem<br />

zweiten Tag bin ich katholisch.<br />

Noch vor der Religionsfrage wollen<br />

viele Inder wissen, ob ich verheiratet<br />

bin, wie viele Kinder ich habe. Neugier<br />

wird zu Sprachlosigkeit, wenn ich die<br />

Wahrheit sage: weder Frau noch Kind.<br />

Noch überraschter sind sie, wenn sie<br />

erfahren, dass ich als Mittdreißiger<br />

bei meinen Eltern ausgezogen bin.<br />

Nicht mit Eltern, Großeltern und<br />

möglichst vielen Tanten und Onkeln<br />

zusammenzuleben, scheint eine große<br />

Strafe zu sein. Mein Mitleid für die<br />

wirtschaftliche Situation vieler Inder<br />

kehrt sich um, sobald die Familie<br />

zur Sprache kommt: Das Mitleid gilt<br />

plötzlich mir. Die Familie ist offenbar<br />

bestimmender, als es die Götter<br />

Brahma, Vishnu und Shiva sind – und<br />

die sind immerhin für Erschaffung,<br />

Erhalt und Zerstörung zuständig.<br />

Verschiedene<br />

Religionen<br />

sind nur verschiedene<br />

Tore<br />

zur selben Stadt<br />

Das Sikh-Heiligtum<br />

Goldener<br />

Tempel in<br />

Amritsar,<br />

Bundesstaat<br />

Punjab<br />

Erst am Ende meiner Reise habe ich<br />

die Lektion gelernt. Der diesmal hinduistische<br />

Taxifahrer stellt auf dem Weg<br />

zum Flughafen die unvermeidliche<br />

Frage. Ich habe eine Frau, sechs Kinder,<br />

einen Hund und lebe mit Eltern,<br />

Oma, Opa, Onkel und Tante zusammen.<br />

Der Fahrer quittiert die Antwort<br />

mit einem Lächeln und einem Kopfwackeln.<br />

Diesmal bedeutet es: „Was<br />

für ein wundervolles Leben du hast!“<br />

Nehme ich jedenfalls an, denn die<br />

Wirklichkeit ist in Indien ein Märchen.<br />

Wieder daheim fühlt sich die Welt<br />

einsam und farblos an. Und es dauert<br />

fast so lange wie die Reise selbst, bis ich<br />

mich eingewöhnt, die Erfahrung Indien<br />

halbwegs verdaut habe. Freunde<br />

fragen natürlich: „Und, wie war’s?“ Ich<br />

lächle, wackle mit dem Kopf und sage:<br />

„Musst du dir selbst anschauen!“<br />

Autor Florian Blümm<br />

vor dem Dal-See in Srinagar,<br />

Bundesstaat Kashmir<br />

Angebote<br />

Majestätisch<br />

Taj Mahal Palace & Tower, Mumbai<br />

In der wichtigsten Hafenstadt des<br />

Subkontinents und nur wenige<br />

Minuten vom Zentrum entferntes<br />

farbenfrohes 5-Sterne-Haus mit<br />

Außenpool.<br />

ab 108 € / pro Nacht und Person /<br />

inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />

Veranstalter: TUI<br />

Monumental<br />

Am Hofe des Maharajas<br />

Eine 13-tägige Busreise durch Altund<br />

Neu-Delhi, in die Wüste, zum<br />

Fort von Khimsar, zu Einheimischen<br />

und, vor allem, zu zahlreichen Festungen<br />

und Palästen.<br />

ab 2199 € / p. P. inkl. Flug von/<br />

nach Deutschland / 12 Übernachtungen<br />

und viele inkludierte Mahlzeiten /<br />

Deutsch sprechende Reiseleitung<br />

Veranstalter: Meier’s Weltreisen<br />

Modern<br />

Dusit Devarana, Delhi<br />

Inmitten der Natur gelegenes,<br />

dennoch zentrales und stylishes, erst<br />

2013 renoviertes 5-Sterne-Resort mit<br />

Gartenanlage, Spa, Wellness-Bereich<br />

und Außenpool.<br />

ab 170 € / pro Nacht und Person /<br />

inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />

Veranstalter: Airtours<br />

18 4 / <strong>2016</strong><br />

Änderungen vorbehalten


Inspiration Indien<br />

Inspiration Indien<br />

Indien – alles Wichtige auf einen Blick<br />

Das Beste zwischen Amritsar und Kerala<br />

<strong>Urlaub</strong> Expertin Bettina Bacak vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Augsburg<br />

An-, Ein- und Ausreise<br />

Von Frankfurt und München werden<br />

Delhi und Mumbai direkt von Lufthansa<br />

und Air India angeflogen. Für<br />

andere Ziele und Abflugorte sind arabische<br />

Fluggesellschaften eine gute<br />

Wahl mit Zwischenstopp in Dubai,<br />

Abu Dhabi, Muskat, Jedda oder Katar.<br />

Bei der Größe des Landes bieten<br />

sich Gabelflüge an, etwa über Delhi<br />

ein- und Mumbai ausfliegen.<br />

Ein Visum mit bis zu 30 Tagen<br />

Gültigkeit gibt es am Flughafen, es<br />

kostet 60 Euro, zahlbar per Kreditkarte<br />

– nach vorherigem Antrag, der mindestens<br />

zwischen vier und maximal<br />

34 Tagen vor Einreise online gestellt<br />

werden muss. Auf der Homepage<br />

https://indianvisaonline.gov.in/visa/<br />

tvoa.html sind die Voraussetzungen<br />

dafür aufgeführt. Achten Sie darauf,<br />

dass Sie einen Einreisestempel erhalten<br />

– ohne ihn kommt es bei der Ausreise<br />

zu erheblichen Schwierigkeiten.<br />

Reisezeit<br />

Von Oktober bis Mitte April ist die<br />

günstigste Reisezeit. In Nordindien<br />

kann es von Dezember bis Februar<br />

kalt und neblig werden, in den Bergen<br />

fällt auch Schnee. Die besten<br />

Zeiten zum Wandern in den Bergen<br />

sind Oktober/November und<br />

März/April.<br />

Geld<br />

Offizielle Währung ist die indische<br />

Rupie. Geldautomaten finden sich im<br />

ganzen Land. Kreditkarten werden<br />

nur in Restaurants und Hotels der<br />

gehobenen Preisklasse akzeptiert.<br />

Sicherheit<br />

Gewaltverbrechen gegenüber Touristen<br />

sind in Indien extrem selten.<br />

Taschendiebstähle und Versuche,<br />

Touristen zu übervorteilen, sind dagegen<br />

sehr häufig, vor allem an touristischen<br />

Orten. Indien ist sehr konservativ:<br />

Frauen kleiden sich besser<br />

zurückhaltend und zeigen möglichst<br />

wenig Haut mit Ausnahme von touristischen<br />

Stränden. Nachts sollten<br />

sie nicht allein reisen.<br />

Medizinische Hinweise<br />

Leitungswasser ist kein Trinkwasser.<br />

Essen sollte verpackt bzw.<br />

durchgekocht, gebraten oder frittiert<br />

sein. Neben den Basis-Impfungen<br />

sind zusätzlich Hepatitis-A- und Typhus-Impfungen<br />

empfehlenswert.<br />

Unterhalb von 1500 Metern besteht<br />

ein mittleres Dengue-Fieber- und<br />

Malaria-Risiko. Die medizinische Versorgung<br />

entspricht vor allem auf den<br />

Land nicht europäischem Standard.<br />

Transport<br />

Die indische Eisenbahn kann in den<br />

höheren Klassen sehr komfortabel<br />

sein, kostet dann aber teilweise mehr<br />

als ein Flug. Dieser bietet sich – da<br />

auch deutlich schneller – bei langen<br />

Strecken an, etwa mit Air India, Indigo,<br />

Spicejet, GoAir, Jet Airways und<br />

Air Asia.<br />

Keine gute Idee ist es, selbst zu fahren,<br />

der indische Straßenverkehr ist<br />

nicht mit Deutschland vergleichbar,<br />

die Fahrzeuge werden technisch nicht<br />

überwacht. Mietwagen mit Fahrer<br />

sind üblich und preiswert. In Indien<br />

bieten sich organisierte Touren selbst<br />

für Individualreisende an.<br />

Hotel-Tipp<br />

Schlafen wie ein Maharaja? Besondere<br />

Übernachtungen gewähren in<br />

Nordindien Palast-Hotels. Die sogenannten<br />

Haveli- oder Heritage-Hotels<br />

sind vor allem in Rajasthan verbreitet<br />

und oft nicht so teuer wie sie<br />

aussehen.<br />

Baedeker<br />

Reiseführer<br />

Natur, Kultur,<br />

Geschichte<br />

und Genuss<br />

auf 736 Seiten<br />

für 27,99 € im<br />

<strong>ADAC</strong> Shop<br />

bit.ly/1rVL9cd<br />

Bild des<br />

Gottes Shiva<br />

Der Mensch<br />

sagt, die Zeit<br />

vergeht; die<br />

Zeit sagt, der<br />

Mensch vergeht<br />

Shopping<br />

In Basaren ist das erste Angebot<br />

eines Händlers garantiert mehrfach<br />

überteuert, Feilschen wird auf Märkten<br />

vorausgesetzt.<br />

Nicht versäumen<br />

In Nordindien strahlen das 1 Taj<br />

Mahal und 2 Fatehpur Sikri noch<br />

majestätischer als auf den Bildern.<br />

3 Der goldene Tempel in Amritsar,<br />

Hochburg der Sikh, ist ebenso beeindruckend<br />

und lässt sich gut mit<br />

einer Tanz-Zeremonie an der indischpakistanischen<br />

Grenze verbinden.<br />

Rajasthan ist nicht umsonst einer der<br />

beliebtesten indischen Staaten, egal<br />

ob Udaipur, Pushkar, Jaipur, Jodhpur<br />

oder Jaisalmer. In Südindien<br />

gilt 4 Hampi als das Angkor Wat<br />

Indiens, die Kombination mit einem<br />

Strandurlaub in 5 Goa liegt nahe.<br />

6 Mysore ist als Stadt der Paläste<br />

bekannt und lädt zu Ausflügen in die<br />

Umgebung ein. 7 Kerala lässt sich<br />

am besten mit einem Hausboot in<br />

den Backwaters erkunden.<br />

Feiertage<br />

In Indien werden vor allem religiöse<br />

Feste groß gefeiert, die sich allerdings<br />

nach dem Mondkalender<br />

richten, also nicht in jedem Jahr<br />

auf denselben Tag festgelegt sind.<br />

Zu den buntesten gehören: das<br />

Holi-Fest zu Ehren Krishnas (März),<br />

bei dem mit Farbe und Wasser gespritzt<br />

wird. Kumbh Mela (März/<br />

April), das Fest des Kruges, wird<br />

an vier Orten gleichzeitig gefeiert.<br />

Ganesha Chaturthi (August/Sept.)<br />

feiert den Elefantengott Ganesha<br />

vor allem in Mumbai. Bei Dussehra<br />

(Sept./Okt.) geht es zehn Tage um<br />

den Kampf zwischen Gut und Böse.<br />

Und Diwali (Okt./Nov.) ist das große<br />

Lichterfest zu Ehren der Glücksgöttin<br />

Lakshmi.<br />

FOTO: GETTY IMAGES (6), PRIVAT (2), ISTOCK (2), DUSIT DEVARANA,<br />

TAJ MAHAL PALACE & TOWER; KARTE: MAPS4NEWS.COM/© HERE<br />

3<br />

5<br />

6<br />

4<br />

7<br />

2<br />

1<br />

Indien liegt südlich<br />

des Himalaja<br />

175 km<br />

Besser nicht<br />

Egal ob Hyderabad, Bangalore, Chennai,<br />

Kolkata oder Delhi: Indische<br />

Metropolen sind noch intensiver<br />

als der Rest von Indien und nur<br />

wenig sehenswert. Den Aufenthalt<br />

sollte man zu Gunsten von schöneren<br />

Flecken in Indien kurz gestalten.<br />

Die Ausnahme von dieser<br />

Regel ist die mondäne Bollywood-<br />

Stadt Mumbai.<br />

Internet<br />

Indien-Bereich im Weltreiseforum:<br />

traveltalk.weltreiseforum.com/<br />

forum9.html<br />

Indientexte im Süd- und<br />

Südostasien-Blog:<br />

faszination-suedostasien.de/rubrik/<br />

reiseziele/indien<br />

Literatur<br />

Für Einsteiger in die indische Philosophie:<br />

„Siddharta“ von Hermann<br />

Hesse. Henry Miller sagte: „Eine wirksamere<br />

Medizin als das Neue Testament.“<br />

Suhrkamp, 128 Seiten, 6,99 €.<br />

Zur Vorbereitung auf das Land: „Notbremse<br />

nicht zu früh ziehen!“ von<br />

Andreas Altmann. Kurzweiliger Reisebericht<br />

über eine Zugreise durch das<br />

Land. Rowohlt, 204 Seiten, 7,90 €.<br />

Für Abenteuer-Fans: „Shantaram“<br />

von Gregory David Roberts. Großes,<br />

manchmal eitles Kino, das tief in die<br />

Geheimnisse von Mumbai eintaucht.<br />

Goldmann, 1088 Seiten, 9,95 €.<br />

Film-Tipps<br />

„Outsourced“ (2006) beschreibt den<br />

Kulturschock eines Managers, der zu<br />

einer Filiale nach Mumbai geschickt<br />

wird. „Ghandi“ (1982) erzählt von<br />

Indiens gewaltlosem Unabhängigkeitskampf.<br />

20 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 21


Fünf Mal ... Inspiration<br />

Duft<br />

DAS PARFÜM<br />

DER METRO<br />

Ausgehen<br />

DER SPASS DER VIERTEL<br />

Damit es spät wird Paris ist kein Dorf, Paris ist mehrere Dörfer. Deshalb startet<br />

man tagsüber im Quartier Latin, dem inzwischen teuren Studentenviertel. In Saint-<br />

Germain-des-Prés geht man in Cafés wie das „Flore“ am Boulevard Saint-Germain<br />

und das „Les Deux Magots“ um die Ecke, Heimat aller Existenzialisten. Im Marais,<br />

dem jüdischen und hippen Szeneviertel, kann man gut essen, trinken, sitzen und<br />

plaudern. In der Bastille findet man mit der Rue de Lappe eine Straße, die eher<br />

einem Tresen gleicht. Montmartre und Pigalle, die Rotlicht-, Amüsier- und Neppviertel,<br />

weltbekannt dank des „Moulin Rouge“. Wer es luxuriös liebt, versucht<br />

in den legendären Club „Les Bains Douches“ (7, Rue du Bourg-l’Abbé,<br />

Mi – Sa ab 23 Uhr) zu kommen, dessen Tanzfläche neben dem Pool ist.<br />

Wobei: Angeblich sind hier schon Karl Lagerfeld, Catherine Deneuve und Keith<br />

Richards am Türsteher gescheitert. Mehr Lässigkeit findet sich im Dreieck des<br />

ehemaligen Arbeiterstadtteils Oberkampf, République und dem Canal Saint<br />

Martin, wo die Clubs gleich „Kitsch Bar“ oder „Panic Room“ heißen.<br />

Klassiker<br />

DIE WUCHT DES DEBÜTS<br />

Das erste Mal Das ehemalige Lutetia ist reich an Höhepunkten.<br />

Man erklimmt den Eiffelturm – dessen Bau die Pariser<br />

ablehnten. Besucht den „Denker“ im Musée Rodin und die<br />

„Mona Lisa“ im Louvre – Letztere ist enttäuschend klein. Freut<br />

sich über den Sonnenuntergang hinter dem Arc de Triomphe<br />

– zweimal im Jahr. Steht mit offenem Mund vor Wallfahrtskirchen<br />

wie Sacré-Cœur und Kathedralen wie Notre<br />

Dame – mit der einzigen Glocke aus der französischen<br />

Revolution. Erblickt ein Gegenstück, das Centre Pompidou<br />

mit sichtbarer Gebäudetechnik – und Zinédine-Zidane-<br />

Statue. Entspannt an Plätzen wie dem Place des Vosges<br />

und in Gärten wie dem Jardin de Luxembourg. Bestaunt<br />

am chaotischen Umsteigebahnhof Châtelet – Les Halles<br />

mit 800.000 anderen das neue, lichtdurchflutete und<br />

umstrittene Blätterdach samt Wasserfall – bei Regen.<br />

Verzichten sollte man aber auch nicht darauf, Eintrittskarten<br />

für Museen und den Eiffelturm online vorauszubuchen.<br />

So umgeht man lange Warteschlangen<br />

und spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.<br />

Genießen und shoppen<br />

DIE FÜLLE DER<br />

MÖGLICHKEITEN<br />

Ja, Mahlzeit Man sieht es nie, dass sich Pariser Essensreste<br />

einpacken lassen. Aus gutem Grund: Genuss<br />

und Erlebnis sind hier eins. Ob im Bistro, etwa dem „Le<br />

Servan“ (32, Rue Saint-Maur), im Café „La Caféothèque“<br />

(52, Rue de l’Hôtel de ville) oder im Macarons-Shop<br />

„Ladurée“ (75, Avenue de Champs-Élysées): Alles ist<br />

leicht, jedes Problem scheint fluffig. Wobei sich die<br />

Restaurant-Szene wahnsinnig schnell bewegt. Ewig<br />

Gültiges findet man dagegen im legendär verwunschenen<br />

Buchladen „Shakespeare & Company“ (37, Rue de la<br />

Bûcherie, tgl. 10 – 23 Uhr). Im Kunstbedarfshandel „Adam“<br />

(11, Boulevard Edgar Quinet), wo schon das Blau von<br />

Yves Klein erfunden wurde. Oder unter der Glaskuppel<br />

der grande dame der Kaufhäuser, dem Jugendstilidol der<br />

„Galeries Lafayette“ (40, Boulevard Haussmann).<br />

Immer der Nase nach Paris ist – abgesehen vielleicht<br />

vom Seine-Ufer im Hochsommer – eine Stadt des<br />

Duftes. Das Institut Supérior International du Parfum<br />

in Versailles etwa ist die wohl bekannteste Ausbildungsstätte<br />

für Parfümeure. Im Museum Fragonard<br />

(9, Rue Scribe, Mo – Fr 9 – 18, Sa 9.30 – 16 Uhr, Eintritt<br />

frei) wird die Geschichte von 3000 Jahren Parfümherstellung<br />

erzählt, samt Miniaturfabrik und Flakon-<br />

Schau. Die großen Gärten und Blumenmärkte, etwa<br />

auf der Binneninsel Île de la Cité, verströmen ihr<br />

eigenes Odeur. Am charakteristischsten aber: der<br />

Duft in der Metro. Die Schienen<br />

werden zum Schutz des Eisens<br />

nämlich regelmäßig mit Teebaumöl<br />

eingerieben, für die<br />

weißen Kacheln unter der<br />

Erde werden eigens entwickelte<br />

Reinigungschemikalien<br />

eingesetzt. Diese<br />

olfaktorische Kombination<br />

ergibt: Paris.<br />

5Empfohlen von Anja Laukner<br />

aus dem <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Plauen<br />

-mal ...<br />

Paris<br />

Wie hieß es einst in einem Song?<br />

Die Heimat von Edith Piaf und<br />

Charles Aznavour muss etwas<br />

richtig gemacht haben. Und Paris<br />

macht weiter, einfach immer weiter …<br />

<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Paris:<br />

bit.ly/1W1RKyj<br />

Impressionen aus Paris:<br />

bit.ly/1sqjKit<br />

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FOTO: GETTY IMAGES (2), PUBLIC DOMAIN, <strong>ADAC</strong>, ISTOCK (3)<br />

Liebe<br />

DAS GLÜCK DER STADT<br />

Überwältigend Dass Paris die Stadt der Liebe ist, wird oft behauptet.<br />

Manchmal auch bewiesen: 2014 brach ein Teil des Geländers der<br />

Pont des Arts – der Fußgängerbrücke, die das 1. Arrondissement am<br />

rechten Ufer der Seine mit dem 6. Arrondissement am linken Ufer<br />

verbindet – unter „Liebesschlössern“ zusammen. Allerdings sollten<br />

sich Suchende darauf einstellen, dass sich die Romantik erst zeigt,<br />

wenn man nicht mehr mit ihr rechnet. Vielleicht, wenn man sich mit<br />

einem Rotwein erschöpft an die Seine setzt oder über den verwunschenen<br />

Friedhof Père Lachaise schlendert – sich also Zeit nimmt,<br />

das Leben zu beachten, zu beobachten.<br />

22 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 23


Der Zirkel des<br />

Lebens<br />

Wilde Tiere und weite Landschaften – beides erlebte<br />

unser Autor auf seiner Auto-Safari im Grenzgebiet von<br />

Tansania und Kenia. Und noch ein paar Abenteuer mehr …<br />

Text und Fotos Wolfgang Siesing<br />

Safari Inspiration<br />

Die Wüste lebt<br />

Frei umherstreifendes<br />

Nashorn (links)<br />

und halbnomadischer<br />

Massai-Krieger<br />

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24 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 25


Inspiration Safari<br />

Erster Tag<br />

Kilimanjaro Airport/<br />

Arusha-Nationalpark<br />

Zehn Stunden Flug liegen hinter uns,<br />

einer Gruppe, die die Enge Deutschlands<br />

mit der Weite Tansanias getauscht hat.<br />

Wir sechs kommen aus verschiedenen<br />

Berufen und Himmelsrichtungen, sind<br />

aber an rustikalen Safari-Hüten, Outdoor-Rucksäcken<br />

und Teleobjektiven zu<br />

erkennen. Uns eint die – romantische? –<br />

Vorstellung einer ursprünglichen Natur.<br />

In unmittelbarer Nähe des Kilimanjaro<br />

befindet sich nämlich die<br />

Champions League der afrikanischen<br />

Nationalparks. Die Serengeti – 15.000<br />

Quadratkilometer baumlose Savanne<br />

– hat sich auch dank des oscargekrönten<br />

Grzimek-Films ins Gedächtnis eingegraben.<br />

Tobende Zebraherden und jagende<br />

Löwen wollen wir nun live erleben.<br />

Allerdings wird erst einmal die<br />

Vision mit der Realität getauscht: Nach<br />

Verlassen des Flughafens begrüßt uns<br />

das wahre Afrika. Ein Destillat aus lautem<br />

Hupen, Taarab-Musik, dem Geruch<br />

von verbranntem Holz und gegrilltem<br />

Ziegenfleisch. Unser Guide durchbricht<br />

das kindliche Staunen: „Hi, I’m John.“<br />

John, um die 30 Jahre alt, demonstrativ<br />

ein WWF-Basecap tragend, arbeitet<br />

schon viele Jahre als Ranger und<br />

gehört zur Volksgruppe der Sukuma,<br />

meist Fischer oder Farmer, die etwa<br />

ein Achtel der Bevölkerung Tansanias<br />

ausmachen. Er führt uns zu einem Land<br />

Cruiser, unserem Packesel.<br />

Eine Stunde später sind wir im<br />

Arusha-Nationalpark – zwischen neugierigen<br />

Diademmeerkatzen, farbenfrohen<br />

Turakos und akrobatischen<br />

Stummelaffen – und lassen den Abend<br />

entspannt ausklingen: Die Runde der<br />

„Freunde Ostafrikas“ lässt sich auf der<br />

Terrasse der Lodge nieder, prostet sich<br />

mit Flaschenbier zu und sieht in der<br />

Ferne den vulkanischen Mount Meru<br />

und die untergehende Sonne.<br />

Überlebenskampf<br />

in der Natur<br />

Angegriffene<br />

Zebraherde<br />

(oben), Ranger<br />

und Fahrer John<br />

Zweiter Tag<br />

Arusha-Nationalpark<br />

Um sieben Uhr gibt es Frühstück:<br />

Omelett mit Speck, Tomaten und<br />

Bohnen, eine ideale Grundlage für die<br />

anstehende Wanderung. Ein Ranger,<br />

bewaffnet mit einem Sturmgewehr,<br />

bittet zur Pirsch.<br />

Der Arusha-Nationalpark wird<br />

durch einen Bergregenwald unterhalb<br />

des Mount Meru dominiert. Wir<br />

durchwandern ihn in fast 2000 Meter<br />

Höhe, die Luft ist knackig. Der Ranger<br />

erklärt Pflanzen- und Tierwelt, immer<br />

wieder greift er nach einem Strauch,<br />

deutet auf Bäume, erklärt, welches Heilmittel<br />

gegen welche Krankheit genutzt<br />

wird. Die Art Visite wird überraschend<br />

gestört: Ein Wasserbüffel steht im Abstand<br />

von rund 50 Metern auf einer<br />

Lichtung und bewegt seine Hörner<br />

– Spannbreite knapp zwei Meter – zu<br />

einer Musik, die nur er hört.<br />

„Hmm“, sagt unser Guide. „Wasserbüffel<br />

in dieser Höhe sind eher selten.“<br />

Er beschließt einen Umweg zu gehen.<br />

„Wasserbüffel greifen Menschen nur<br />

an, wenn sie sich bedroht fühlen. Gilt<br />

übrigens auch für Leoparden, die man<br />

manchmal auch in luftiger Höhe bestaunen<br />

kann. Genießt es, die nächsten<br />

Tage seht ihr die Tiere nur vom Jeep aus.“<br />

Eine ideale Akklimatisierung also.<br />

Dritter Tag<br />

Arusha-Nationalpark/<br />

Tarangire-Nationalpark<br />

Die Nacht findet ein rasches Ende, wir<br />

erleben vom Auto aus den Sonnenaufgang<br />

in der Savanne. Wir sind noch<br />

schlaftrunken, die Giraffen aber, die<br />

unseren Weg kreuzen, sind hellwach:<br />

Kaum erblicken sie uns, flüchten sie<br />

einige Meter, um dann zu stoppen und<br />

uns aus großer Höhe zu mustern. Ihre<br />

Zungen scheinen blau. „Starke Pigmente“,<br />

erklärt John, „zum Schutz vor<br />

Sonnenbrand.“<br />

Immer wieder müssen wir Fernglasund<br />

Fotostopps einschieben. Etwa, weil<br />

uns eine große Elefantenherde wenig<br />

später im Tarangire-Nationalpark willkommen<br />

heißt. Eines der Tiere umwickelt<br />

mit seinem Rüssel einen jungen<br />

Baum und rupft ihn aus.<br />

Nun liegen vor uns mehr als 20.000<br />

Quadratkilometer Savanne, ein gedeckter<br />

Tisch für alle Raubtierarten.<br />

Wir durchqueren die Ebene, und stattliche<br />

Herden ziehen an uns vorbei. Ein<br />

unglaubliches Schauspiel: der Kreislauf<br />

des Lebens. Sind die Weidegründe<br />

im Süden abgegrast, ziehen bis zu zwei<br />

Millionen Gnus, eine halbe Million<br />

Gazellen und 250.000 Zebras durch die<br />

Serengeti bis hinauf in das Masai-Mara-Schutzgebiet<br />

in Kenia. Drei Monate<br />

später geht es zurück in den Süden, der<br />

Kreislauf beginnt von vorn. Kein Regen,<br />

keine Dürre kann die Tiere davon abbringen,<br />

das Rad des Lebens dreht sich.<br />

Abends genießen wir ein Abendessen,<br />

gedeckter Tisch unterm Sternenhimmel.<br />

Deutschland kann weiter weg<br />

nicht sein.<br />

Für den<br />

Durchblick<br />

Das Fernglas,<br />

das vielleicht<br />

wichtigste<br />

Utensil<br />

auf Safari<br />

Malerische Welt<br />

Blick auf den<br />

Kilimanjaro (ganz<br />

oben), skeptische<br />

Impala-Antilope<br />

Angebote<br />

Faszination Afrika<br />

Rundreise durch Kenia<br />

Nach der Ankunft in Nairobi (Flug<br />

nicht inkludiert) erwarten Sie elf Tage<br />

Safari im Mini-Bus in den beliebtesten<br />

Nationalparks von Kenia und Tansania.<br />

Sie wohnen beispielsweise am Fuß<br />

des Kilimanjaro, gehen auf Pirschfahrten<br />

durch Krater, erleben malerische Seen<br />

und Orte, die als „Wiege der Menschheit“<br />

betrachtet werden können,<br />

sowie Einheimische wie die Massai.<br />

Und natürlich Elefanten und Büffel,<br />

Antilopen und Gazellen, Nashörner und<br />

Leoparden, Löwen und Giraffen, Gnus<br />

und Zebras – aber auch Hyänen und<br />

Schakale. Die ideale Reise für Naturliebhaber<br />

beinhaltet neben stilvollen und<br />

gehobenen Lodges und entsprechender<br />

Verpflegung auch zwei Inlandsflüge,<br />

Flying-Doctor-Service und wird bereits<br />

ab zwei Personen durchgeführt.<br />

ab 5310 € / 10 Nächte in<br />

kleiner Gruppe mit Übernachtung<br />

in gehobenen Lodges oder Camps /<br />

Vollpension / Fensterplatzgarantie /<br />

Deutsch sprechende Reiseleitung<br />

Veranstalter: Meier’s Weltreisen<br />

26 4 / <strong>2016</strong><br />

Änderungen vorbehalten


Inspiration Safari<br />

Am Anfang war das Feuer<br />

Ein Massai wirft eine Art Grill<br />

an, um Ziegenfleisch zu garen<br />

Experten-Tipp<br />

Melanie Kandelhardt aus dem <strong>ADAC</strong> Reisebüro in<br />

Mannheim über Kleidungsregeln auf Safaris<br />

Man denkt immer: Afrika ist warm. Das stimmt meist auch.<br />

Nur: Afrika ist auch groß. Größer als China, Europa, Indien,<br />

Japan und die USA zusammen. Das bedeutet für Safaris,<br />

dass häufig längere Strecken auf Straßen zu absolvieren<br />

sind, die nicht so befahrbar sind, wie wir es gewohnt sind.<br />

Da Tiere zudem mittags oft im Schatten dösen, beginnen<br />

viele Touren oft vor Sonnenaufgang – oder enden nach<br />

Sonnenuntergang. In offenen Jeeps kann es da durch den<br />

Fahrtwind schnell kalt und zugig werden, gerade dann,<br />

wenn man noch oder schon wieder müde ist. Entsprechend<br />

warme Kleidung sollte man mit sich führen.<br />

<strong>ADAC</strong> Reiseinfos zu Tansania:<br />

bit.ly/1qi8Tpm<br />

Video „Safari in Tansania“:<br />

bit.ly/224hgms<br />

Vierter Tag<br />

Tarangire-Nationalpark<br />

Beim späten Frühstück um halb neun<br />

gibt es Hochlandkaffee aus dem Nachbarland<br />

Kenia und eine Stimmung wie<br />

auf einem Schulausflug: Gegen zehn<br />

besuchen wir ein Massai-Dorf.<br />

Auf dem Weg dorthin versorgt uns<br />

John mit ein paar Kurzinformationen<br />

über die bekannteste Volksgruppe<br />

Ostafrikas. Sie macht nur zwei bis drei<br />

Prozent der Bevölkerung aus, steht aber<br />

für den Stolz Tansanias. Massai leben<br />

nach festen Ritualen als Halbnomaden<br />

in unmittelbarer Nachbarschaft zu den<br />

Nationalparks: Ihre Vorstellung von<br />

Reichtum basiert auf dem Besitz von<br />

Rindern und der Anzahl der Ehefrauen.<br />

Nach knapp zwei Stunden Fahrt<br />

durch ein Gebiet, das den Begriff<br />

Weite erfunden haben muss, erreichen<br />

wir eine kleine Hüttensiedlung. Hinter<br />

einem Wall aus Dornenbüschen finden<br />

sich zehn, zwölf kleine Unterkünfte<br />

aus Lehm, Kuh-Dung und Stroh und<br />

eine Freifläche, die ebenfalls mit Dornenhecken<br />

abgeriegelt ist. Hier wird<br />

nachts das Vieh in Sicherheit vor Löwen<br />

und Hyänen gebracht.<br />

Wir werfen einen Blick in die fensterlosen<br />

Hütten, nur von einem Feuer<br />

erhellt. Drei junge Massai führen uns<br />

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Afrikanischer<br />

Elefant<br />

Herden legen<br />

pro Tag rund<br />

zwölf Kilometer<br />

zurück<br />

zu ihren Rindern und erklären – John<br />

übernimmt das Dolmetschen – am<br />

lebenden Tier, wo man zum Blutabzapfen<br />

einen Stich setzen muss, damit das<br />

Tier nicht ernsthaft verletzt wird. Das<br />

gewonnene Blut wird mit Milch gemischt,<br />

in einem Gefäß geschüttelt und<br />

anschließend frisch getrunken. Dieser<br />

„Saroi“ ist in manchen Ansiedlungen<br />

immer noch Hauptnahrungsmittel.<br />

John lässt durchblicken, dass es für<br />

unsere Gastgeber nicht einfach ist, den<br />

Spagat zu leben zwischen den Annehmlichkeiten<br />

der Moderne und<br />

dem archaischen Dasein in der Steppe.<br />

Nicht wenige junge Massai kehren ihren<br />

Dörfern den Rücken und versuchen<br />

fern der Savanne neue Lebensentwürfe<br />

zu finden. Wir erfahren aber auch, wie<br />

man mit viel Geschick zu viert einen<br />

Löwen jagt, mit monotonen Gesängen<br />

Tiere bei Gewitter beruhigt und von der<br />

Überlieferung, derzufolge die Massai<br />

alle Rinder dieser Welt von den Göttern<br />

als Geschenk erhielten – weshalb es zu<br />

„Verständnisproblemen“ kommt, wenn<br />

man sie wegen Viehdiebstahls belangt.<br />

Auf der Terrasse der Lodge debattieren<br />

wir noch lange über das Volk im<br />

leuchtenden Karo-Rot mit den geweiteten<br />

Ohrläppchen.<br />

Fünfter Tag<br />

Serengeti-Nationalpark<br />

Die Nachtruhe endet wieder früh. Ein<br />

kurzer Kaffee und frischer Joghurt müssen<br />

reichen. Über Nacht hat es geregnet,<br />

im Gelb der Steppe leuchten satte grüne<br />

Flecken. John hat am Frühstückstisch<br />

den Spannungsbogen noch einmal erhöht,<br />

uns gigantische Gnuherden und<br />

wilde Löwenrudel versprochen.<br />

Gegen neun durchfahren wir das<br />

Tor zum Nationalpark Serengeti. Die<br />

rote Waschbrettpiste kontrastiert sattes<br />

Grün, wir umfahren tiefe Regenlöcher,<br />

an erhöhte Geschwindigkeit<br />

verschwendet trotz Strecken von mehr<br />

als 300 Kilometern am Tag niemand<br />

einen Gedanken. Wer auf Tempo setzt,<br />

hat die Savanne nicht verstanden.<br />

Keine halbe Stunde später hören<br />

wir das Trommeln von Hufen: Wir<br />

steuern auf ein langes schwarzes Band<br />

zu, zum Staunen verdammt. Über<br />

den kompletten Horizont spannt<br />

sich ein gigantisches schwarz-weißes<br />

Muster. Bei näherem Hinsehen erkennen<br />

wir Tausende von Gnus und<br />

Zebras. Zwar fahren wir weiter, doch<br />

der Motor ist nicht mehr zu hören –<br />

übertönt vom Schlagzeug-Solo der<br />

Natur. John gestikuliert wild. Mehrere<br />

Löwen tauchen auf einer Seite der<br />

Flanke auf, versuchen einzelne Tiere zu<br />

isolieren, schlagen Keile in das bewegliche<br />

Band. Immer wieder aber schließt<br />

sich die Lücke. Irgendwann ermüden<br />

die Angreifer und drehen ab, werden<br />

langsamer, legen sich ins hohe Gras.<br />

Wir passieren ihre ermüdeten Körper,<br />

sehen, wie das Blut in ihren Halsadern<br />

pulsiert. Sie schauen den Herden nach<br />

und wissen, bei einem der nächsten<br />

Angriffe werden sie erfolgreich sein.<br />

Auf dem weiteren Weg entdecken wir<br />

einige Zeugen, die im Zirkel des Lebens<br />

auf der Strecke geblieben sind. Oft<br />

junge Tiere oder kranke – leichte Beute<br />

für Löwen und Hyänen. Ihr Tod hat<br />

mehr Nutznießer als nur die Jäger, ein<br />

Pulk von Leichenschmaus-Freunden<br />

setzt sich an die Tafel: Geier, Schakale,<br />

selbst Leoparden laben sich.<br />

Gegen Mittag wird die Savanne<br />

wieder mit der Lodge getauscht. Antilopen<br />

und Büffel suchen den Schatten,<br />

wir ein kaltes Getränk. Um vier ruft<br />

John zur letzten Safari: Wir fahren zu<br />

einer Wasserstelle.<br />

Noch vor dem Ziel werden wir Zeuge<br />

der Attacke eines Geparden auf eine<br />

Zwergantilope. Die schnellste Raubkatze<br />

der Welt sollte ihr Opfer jederzeit packen<br />

können. Doch die Antilope schlägt<br />

beständig Haken, bis der Gepard resigniert.<br />

„Noch nie habe ich erlebt“,<br />

sagt John und lacht, „dass ein Gepard<br />

ein Dikdik erlegt hat. Geparden werden<br />

Opfer ihrer eigenen Beschleunigung.“<br />

An der Wasserstelle treffen wir im<br />

letzten Tageslicht noch einmal viele<br />

Protagonisten unserer Reise. Hier<br />

trinken Wasserbüffel neben Antilopen<br />

und Giraffen, zwischendurch<br />

tauchen Paviane auf und vertreiben<br />

mit lautem Geschrei alle Durstigen,<br />

um selbst wiederum<br />

von einem alten Löwen<br />

vertrieben zu werden.<br />

Wir schießen die<br />

letzten Fotos, bevor die<br />

Sonne hinter den Affenbrotbäumen<br />

untergeht. Ein<br />

letztes Mal genießen wir ein Bier<br />

am offenen Feuer.<br />

Sechster Tag<br />

Kilimanjaro Airport/<br />

Zanzibar Airport<br />

Natürlich klingelt der Wecker wieder<br />

zu früh, doch eine halbe Tagestour ist<br />

für den Rückweg eingeplant. Selbst von<br />

der recht gut ausgebauten Fahrstrecke<br />

aus sehen wir Giraffen und Büffel in<br />

Herden wandern.<br />

Manche sind in Gedanken vertieft,<br />

checken ihre Bilder auf dem Display<br />

oder versuchen noch etwas afrikanische<br />

Atmosphäre einzusaugen. Die<br />

Luft scheint zu stehen, die Natur ruft<br />

noch einmal alle Schattierungen ihrer<br />

Schönheit ab, am Horizont sieht man<br />

die Silhouetten knorriger Baobabs, der<br />

Affenbrotbäume. Dann geht es ab, in<br />

eine andere Welt.<br />

Wohnen im<br />

Kuh-Dung<br />

Hütte der<br />

Massai, Enkaji<br />

genannt<br />

Siebter Tag<br />

Sansibar<br />

Die Verlängerung auf der Gewürzinsel<br />

bildet eine formidable Ergänzung. Weiße<br />

Sandstrände unter den Fußsohlen, ein<br />

Türkis des Meeres, das man nur mit<br />

Réunion oder Mauritius vergleichen<br />

kann. Die Hauptstadt ist UNESCO-<br />

Weltkulturerbe, ihre Altstadt Stone<br />

Town noch nicht poliert und schlägt<br />

mit ihrem Gassengewirr und orientalischen<br />

Märkten die Brücke zur<br />

arabischen Vergangenheit. Die ausgebauten<br />

Gewürzfarmen produzieren Vanille,<br />

Nelke, Pfeffer, Kardamom, Muskat<br />

und vieles mehr, eine Wunderkammer<br />

dieser Welt. Dazu eine Kokosnuss und ein<br />

Sundowner auf „The Rock“, einer bei Flut<br />

umspülten Felsenbar. Mehr geht nicht.<br />

Für einen Moment denke ich an jene<br />

Gnus und Zebras, die es in der Savanne<br />

nicht geschafft haben. Ich hebe mein<br />

Glas und murmele einen Nekrolog.<br />

Autor Wolfgang Siesing<br />

mit einem Massai in rotem Karo<br />

und vollem Ornat<br />

28 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 29


Inspiration Safari<br />

Safari Inspiration<br />

Safari – alles Wichtige auf einen Blick<br />

Das Beste zwischen Tansania und Kenia<br />

<strong>Urlaub</strong> Expertin Melanie Kandelhardt vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Mannheim<br />

Endlose Weite<br />

Steppe in Tansania<br />

Wohnen<br />

Direkt in oder in Nähe von Nationalparks<br />

befinden sich Camps und<br />

Lodges aller Kategorien. Die meisten<br />

Anbieter stellen individuelle Reisemodule<br />

zusammen.<br />

Essen & Trinken<br />

An- und Abreise<br />

Sicherheit<br />

Die ostafrikanische Küche ist vielfältig.<br />

Neben klassischen Maisgerichten<br />

wie Irio und Ugali und<br />

exotischen Matoke-Speisen aus<br />

grünen Kochbananen sind Grillgerichte<br />

beliebt. Auch ist die indische<br />

Küche weit verbreitet. Jedes Essen<br />

sollte gekocht, gegrillt oder geschält<br />

sein. Auf nicht abgekochtes Wasser<br />

in allen Formen – Eis, Eiswürfel oder<br />

auf Salaten – verzichten.<br />

Der Flughafen Kilimanjaro (JRO) bietet<br />

sich als Ausgangsort für Safaris im<br />

Norden Afrikas an. Für die Einreise<br />

wird ein Visum benötigt, das entweder<br />

bei der Botschaft Tansanias (www.<br />

tanzania-gov.de) beantragt werden<br />

kann oder am Flughafen ausgestellt<br />

wird, die Gebühr beträgt 50 US-Dollar.<br />

Reisezeit<br />

Die besten Reisezeiten liegen zwischen<br />

Dezember und März sowie<br />

zwischen Juni und Oktober. Im <strong>Juli</strong><br />

und August ist Hochsaison.<br />

Gesundheit<br />

Man sollte ggf. die Immunisierung<br />

gegen Tetanus, Diphtherie, Polio,<br />

Typhus und Hepatitis auffrischen.<br />

Darüber hinaus sollte man sich von<br />

einem Tropenmediziner zu Gelbfieber<br />

und Malaria-Prophylaxe beraten<br />

lassen. Eine Auslandskrankenversicherung<br />

sollte abgeschlossen<br />

sein. Eine kleine Reiseapotheke –<br />

Pflaster, Durchfallmittel, Schmerztabletten<br />

– gehört ins Reisegepäck.<br />

Tansania ist das sicherste Land Ostafrikas.<br />

Nur auf Sansibar kommt es<br />

zu Konflikten zwischen den Religionen.<br />

Allerdings sind Reisende im<br />

Vergleich zu Einheimischen sehr<br />

reich und damit womöglich Ziel<br />

von Diebstählen. Das Leben in den<br />

Lodges und Camps gilt als sehr sicher.<br />

Wer im Zelt übernachtet, sollte<br />

es zum Schlafen fest geschlossen<br />

halten. Für Safaris gilt: Steigen Sie<br />

ohne Aufforderung nicht aus dem<br />

Wagen aus, stecken Sie nicht den<br />

Kopf heraus, wenn wilde Tiere in der<br />

Nähe sind. Selbst behäbig wirkende<br />

Tiere sind in Beschleunigung und<br />

Endgeschwindigkeit läuferischen<br />

Fähigkeiten europäischer Touristen<br />

oft deutlich überlegen.<br />

Darüber hinaus gelten die üblichen<br />

Sicherheitsvorkehrungen für tropische<br />

Länder: Schauen Sie in Ihre<br />

Schuhe, bevor Sie diese anziehen,<br />

um Schlangen und Skorpione auszuschließen.<br />

Sparen Sie nicht mit<br />

Insektenschutzmittel, tragen Sie in<br />

Morgen- und Abendstunden lange<br />

Hosen und Jacken. An Bahn- und<br />

Flughäfen nicht auf Geldtauschangebote<br />

eingehen, sie sind strafbar<br />

und können gefährlich sein.<br />

Baedeker<br />

Reiseführer<br />

Natur, Kultur,<br />

Geschichte<br />

und Genuss<br />

auf 456 Seiten<br />

für 22,99 € im<br />

<strong>ADAC</strong> Shop<br />

bit.ly/21cbkXC<br />

Kleidung<br />

Wer auf Safari geht, benötigt helle<br />

und strapazierfähige Kleidung mit<br />

Sonnenschutz. In Morgen- und<br />

Abendstunden sollten Sie lange<br />

Hosen und Jacken auch als Mückenschutz<br />

tragen. Die Temperaturen<br />

steigen tagsüber auf über 30 Grad,<br />

fallen nachts aber auf bis zu fünf Grad<br />

– ein Pullover gehört in den Koffer.<br />

Sprache<br />

Swahili ist die offizielle Landessprache,<br />

Englisch wird aber fast überall<br />

gesprochen und verstanden.<br />

Geld<br />

Offizielle Landeswährung ist der Tanzania-Shilling.<br />

Der US-Dollar ist aber<br />

als Parallelwährung etabliert, sollte<br />

aber bar von zu Hause mitgebracht<br />

werden, Wechselstuben finden sich<br />

nur in größeren Orten. Kreditkarten<br />

akzeptieren nur große Hotels.<br />

FOTO: WOLFGANG SIESING (10), ISTOCK (2), <strong>ADAC</strong> E.V. (2), TASCHEN VERLAG; KARTE: MAPS4NEWS.COM/© HERE<br />

Tansania und Kenia<br />

im Osten Afrikas<br />

Nicht versäumen<br />

Nach der Safari am Abend langsam<br />

runterkommen und den Sonnenuntergang<br />

über der Savanne genießen.<br />

Mit einem Sundowner in der Hand<br />

auf der Campterrasse sitzen und<br />

sich an der Weite einer malerisch<br />

schönen Landschaft erfreuen. Einen<br />

geführten bush walk unternehmen –<br />

nur selten kommt man der afrikanischen<br />

Flora und Fauna so nah.<br />

Besser nicht<br />

Halten Sie Abstand zu Wasserstellen.<br />

Es müssen nicht einmal hungrige<br />

Raubkatzen in der Nähe sein, auch<br />

die Aggression und Schnelligkeit<br />

überraschter Flusspferde kann lebensgefährlich<br />

werden.<br />

Literatur<br />

„Das verlorene Paradies“ von Abdulrazak<br />

Gurnah. Der Autor stammt von<br />

Sansibar und schildert die Wirren<br />

eines jungen Mannes, der von seiner<br />

sicheren Insel in das dunkle Herz<br />

Ostafrikas vorstößt. Eine Reise in die<br />

Zeit der Kolonialmächte. Flüssig<br />

geschriebene Historie.<br />

Fischer, 336 Seiten, antiquarisch<br />

„Das Geständnis der Löwin“ von<br />

Mia Couto. Ein Dorf wird immer<br />

Bildgewaltiger<br />

Einstieg<br />

„Eye on<br />

Africa“ des<br />

weltberühmten<br />

Fotografen<br />

Sebastião<br />

Salgado.<br />

Taschen, 336<br />

Seiten, 49,95 €<br />

100 km<br />

wieder von einer menschenfressenden<br />

Löwin angegriffen. Ein Großwildjäger<br />

und ein Möchtegern-Schriftsteller<br />

kommen tödlichen Ritualen<br />

inmitten der Magie des Dorfes auf<br />

die Spur. Dicht, poetisch, dabei amüsant<br />

und zugleich leicht verständlich<br />

geschrieben.<br />

Unionsverlag, 272 Seiten, 12,95 €<br />

Internet<br />

Umfangreiche Reiseinformationen<br />

stellt die Tourismusbehörde zur<br />

Verfügung:<br />

www.tanzaniatouristboard.com<br />

Eine gute Übersicht über die<br />

Nationalparks:<br />

www.tanzaniaparks.com<br />

30 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> 31


Experten-Tipp TraumzielTürkei<br />

Herr Gündra, Sie fuhren in Ihrer<br />

Jugend das erste Mal nach Kroatien.<br />

Warum? Wegen der „Winnetou“-<br />

Filme, die dort gedreht wurden?<br />

Nein, ich wusste damals gar nicht,<br />

dass diese abenteuerlichen Landschaften<br />

in Kroatien zu finden waren.<br />

Mein Onkel hat mich dort hingelockt,<br />

als ich 21 Jahre alt war.<br />

Familiäre Empfehlungen können<br />

heikel sein.<br />

Diese nicht. Mein Onkel besaß ein<br />

Schlauchboot und wollte mir die wunderschöne<br />

Inselwelt zeigen. Rechnet<br />

man alles ein, was aus dem Wasser<br />

ragt, sind es wohl mehr als 1000 Inseln.<br />

Und seither war ich mindestens<br />

fünf Mal dort.<br />

Was begeistert Sie an dem Land?<br />

Vieles. Auf der Halbinsel Istrien kann<br />

man herrlich Motorrad fahren. Es<br />

macht Spaß, sich in den Gassen der<br />

Altstadt von Split zu verirren – dort<br />

steht ein Palast, den der römische<br />

Kaiser Diokletian um das Jahr 300 erbauen<br />

ließ. Schwer beeindruckt bin<br />

ich vom Nationalpark Plitwitzer Seen,<br />

die wie Kaskaden angeordnet sind. Die<br />

Adria wirkt in Kroatien dank ihrer Strömung<br />

so unfassbar samtig und klar. Ich<br />

Mein<br />

Lieblingsland<br />

Kroatien<br />

schätze aber auch die kroatische Küche.<br />

Sie ist sehr abwechslungsreich,<br />

mit italienischen und ungarischen<br />

Einflüssen, und es gibt leckere Fischgerichte.<br />

Und dann die Vielfalt der<br />

dalmatinischen Inseln! Die Ruhe einsamer<br />

Buchten auf Brač. Auf Hvar kann<br />

man, so sagt ein Sprichwort, bei schlechtem<br />

Wetter umsonst essen – was wohl<br />

so gut wie nie passiert. Und die Jugend<br />

ist von den Partys auf Pag begeistert.<br />

Mit anderen Worten: alles?<br />

Ziemlich alles, ja. In den Küstenstädten<br />

sind natürlich viele Touristen. Dubrovniks<br />

mittelalterliche Altstadt war nicht<br />

ohne Grund Kulisse für die Fantasy-<br />

Serie „Game of Thrones“ – und lockt<br />

eine entsprechende Zahl von Fans an.<br />

Wie haben Sie die Einheimischen<br />

erlebt?<br />

Sie sind sehr entgegenkommend,<br />

offen und freundlich. Wenn man in<br />

so einem Land lebt, kann man ja auch<br />

entspannt sein.<br />

Spürt man denn noch Folgen der<br />

Jugoslawienkriege?<br />

An der Küste nicht. Kommt man ins<br />

Hinterland, sieht man schon noch Ruinen<br />

mit Einschusslöchern. Das sind<br />

Momente, die nachdenklich stimmen.<br />

Hans-Jürgen Gündra vom <strong>ADAC</strong><br />

Reisebüro in Ludwigshafen am<br />

Rhein über römische Kaiser,<br />

tausend Inseln und die Kulisse<br />

von „Game of Thrones“<br />

Fischgerichte<br />

Bei mehr als<br />

6000 Küstenkilometern<br />

gehören sie<br />

zum kroatischen<br />

Alltag<br />

Muss man bei der Reise mit dem<br />

Auto nach Kroatien etwas beachten?<br />

Die Flüchtlingskrise hat einiges verändert,<br />

etwa die Kontrollen an den<br />

Grenzen Österreichs, wo es zu Wartezeiten<br />

kommen kann. Hier muss man<br />

sich aktuell informieren. Und, ganz im<br />

Ernst: Gerade auf den Küstenstraßen<br />

sollte man auf den Verkehr achten,<br />

auch wenn das schwerfällt: Man fährt<br />

ja quasi über Hunderte von Kilometern<br />

durch Postkarten.<br />

Ihr Highlight dort?<br />

Trogir, zehn Kilometer von Split entfernt.<br />

Die Altstadt wirkt auf mich so,<br />

als hätte sich Pippi Langstrumpf ein<br />

Seeräuberdorf ausgedacht.<br />

<strong>ADAC</strong> Reiseinfos<br />

Kroatien: bit.ly/1TC39i3<br />

Video-Tipp „Land<br />

der tausend Inseln“:<br />

bit.ly/1sk27BJ<br />

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FOTO: TIMO HECHT, GETTY IMAGES, ISTOCK (2)<br />

4.290.600<br />

Bevölkerung<br />

6278 km KÜSTENLÄNGE<br />

34,3 % WALDFLÄCHE<br />

PIPI<br />

heißt eine kroatische<br />

Orangenlimonade.<br />

1:7<br />

ist etwa das Verhältnis von<br />

Euro zu Kuna, der kroatischen<br />

Währung. Obwohl das Land<br />

in der EU ist, wird der Euro<br />

längst nicht überall akzeptiert,<br />

oft auch nicht an Tankstellen.<br />

130.000 Jahre<br />

sind die ältesten Siedlungsbelege alt. Nach den<br />

Neandertalern kamen die Griechen, die Römer,<br />

bis zum frühen Mittelalter gehörte Kroatien zum<br />

Byzantinischen Reich. Nach wechselvoller Geschichte<br />

löste sich Kroatien nach dem Ersten Weltkrieg aus<br />

der österreichisch-ungarischen Monarchie, nach dem<br />

Zweiten Weltkrieg war es bis 1991 Teilrepublik von<br />

Jugoslawien. Seit 2013 ist Kroatien Mitglied der EU.<br />

QUELLEN: KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS, STATISTISCHES BUNDESAMT, WIKIPEDIA<br />

32 4 / <strong>2016</strong>


Klare Stille. Kalkfelsen. Kathedralen. Der Canal du<br />

Nivernais gilt als eines der schönsten Hausboot-<br />

Reviere in Frankreich. Eine Landpartie zu Wasser<br />

Text Beate Kierey und Hubert Matt-Willmatt<br />

Hausboot Inspiration<br />

Französische<br />

Lebenskunst<br />

Immer eine<br />

Handbreit<br />

Savoir-vivre<br />

unter dem Kiel<br />

Nichts<br />

zu meutern<br />

4<br />

Seite<br />

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34 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong><br />

/ <strong>2016</strong> <strong>ADAC</strong> URLAUB 35


Brest<br />

Limoges<br />

Toulouse<br />

PARIS<br />

Strasbourg<br />

Lyon<br />

Marsei le<br />

Inspiration Hausboot<br />

An der Mündung<br />

Mit dem Hausboot in<br />

Decise nahe der Loire<br />

Entschleunigung pur<br />

Die weißen<br />

Kalkfelsen von<br />

Le Saussois<br />

Bœuf<br />

bourguignon<br />

Rindfleisch und<br />

Burgunderwein:<br />

das Lieblingsessen<br />

von<br />

Superman,<br />

seit er im<br />

Comic 1976<br />

mit Lois Lane<br />

die erste Nacht<br />

verbrachte<br />

Im Familienrat – das Kind stimmberechtigt,<br />

der Hund nicht – waren<br />

Hausbootferien längst beschlossen.<br />

Jetzt schauten wir auf die Karte der<br />

französischen Wasserstraßenverwaltung.<br />

Die Qual der Wahl: Führerscheinfreie<br />

Hausbootreviere lockten<br />

mit mehr als 9000 Kilometern von der<br />

Bretagne bis zum Mittelmeer.<br />

Freiburgern wie uns fiel das relativ<br />

nah gelegene Burgund auf. Natürlich<br />

könnte man auch den Loire-Seitenkanal<br />

oder den Canal du Midi bereisen,<br />

beides Klassiker. Unsere Wahl mochte<br />

etwas mit dem gleichnamigen Schinken,<br />

dem homonymen Wein zu tun<br />

haben. Und: Der Canal du Nivernais<br />

sollte mit seinen 174 Kilometern Länge<br />

zu den schönsten Kanälen Frankreichs<br />

gehören. Na, dann: Leinen los!<br />

Für unsere Einwegfahrt haben wir<br />

gut zwei Wochen eingeplant. Am<br />

Abfahrtshafen nahe bei Auxerre –<br />

wir wollen flussaufwärts schleusen<br />

– versorgen wir uns mit<br />

den wichtigsten Lebensmitteln<br />

und einem Verzeichnis<br />

regionaler Markttage. Mitgeführte<br />

Räder sind für weitere<br />

Einkäufe praktisch, auch kann<br />

man auf dem Treidelweg gemütlich<br />

nebenherfahren.<br />

Das Boot wird bezogen, die engen<br />

Kabinen eingerichtet – in der Hoffnung,<br />

die meiste Zeit an Deck verbringen<br />

zu können. Und nach Einweisung<br />

mit Probefahrt steht man plötzlich<br />

allein am Steuerstand. Den Dieselmotor<br />

vorglühen, starten, ein Brummen<br />

und Bollern hören – bei uns<br />

Freizeitkapitänen ist der Pulsschlag<br />

deutlich erhöht. Doch als wolle er<br />

beruhigend abwinken, dass ja<br />

alles gut sei, tuckert der Bootsmotor<br />

jetzt und lässt im Schneckentempo<br />

von maximal acht Stundenkilometern<br />

genügend Zeit, sich mit<br />

allen Handgriffen vertraut zu machen.<br />

Die kanalisierte Yonne ist anfangs,<br />

zum Glück, recht breit. Erste Fahrmanöver<br />

enden in hektischem Steuern,<br />

noch verzweifelterem Gegensteuern<br />

und Schlangenlinien – ein<br />

Boot reagiert nur zeitverzögert. Im<br />

Gegenzug bremst es nicht von allein.<br />

Doch relativ schnell regieren wir es mit<br />

sanften Bewegungen des Steuerrades.<br />

Erstmals konzentrieren wir uns<br />

auf die Landschaft. Reiher warten auf<br />

Beute. Wilde Gärten schmücken alte<br />

Bauernhäuser aus Naturstein. Charolais-Rinder<br />

stehen unbeweglich auf<br />

ihren Weiden. Unsere Hektik fliegt<br />

davon, Eindrücke werden im Slow-<br />

Modus verarbeitet, das satte Grün<br />

am Ufer – Moose, Farne, Schlingpflanzen,<br />

Bäume – übt eine beruhigende<br />

Wirkung aus.<br />

Schnell jedoch weicht die Idylle<br />

erneut innerer Anspannung: Die erste<br />

Schleuse naht. Die erste von insgesamt<br />

Experten-Tipp<br />

Dr. Steffen Häbich, Leiter <strong>ADAC</strong> Sportschifffahrt in<br />

München, über Hausbootreisen ohne Führerschein<br />

Französische Kanäle und Flüsse eignen sich perfekt<br />

für einen Hausboot-<strong>Urlaub</strong>. Wer sich detaillierter über<br />

Reviere informieren möchte, findet – mit ein wenig<br />

Französischkenntnissen – auf den Seiten der französischen<br />

Wasserstraßenverwaltung VNF viele Hinweise,<br />

etwa interaktive Karten, die die Törnplanung schon<br />

von zu Hause möglich macht. Wer nicht ins Ausland<br />

möchte: Im Grenzgebiet zu Frankreich ist die Saar<br />

ab Saarbrücken führerscheinfrei, große Reviere<br />

befinden sich auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.<br />

<strong>ADAC</strong> Tipps zu Charterverträgen:<br />

bit.ly/1UY4KUE<br />

Video „Ferien auf dem Hausboot“:<br />

bit.ly/1NsOiKr<br />

110, oft noch handbetrieben. Unsere<br />

Ampel zeigt Rot, erfordert Festmachen<br />

am Bootssteg vor der Schleuse.<br />

Wasser fließt naturgemäß bergab<br />

– doch mit Hilfe der Schleusen kann<br />

man auf dem Canal du Nivernais selbst<br />

ein kleines Gebirge wie den Morvan<br />

mit beeindruckenden Kalksteinfelsen<br />

mühelos überwinden. Ihren Höhepunkt<br />

erreichte die Kanalbautechnik<br />

Still ruht der Kanal<br />

Am Canal du Nivernais<br />

treffen sich Grün und Blau<br />

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<strong>ADAC</strong><br />

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Marinaführer<br />

Revier- und<br />

Länderführer<br />

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Download<br />

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vor rund 200 Jahren unter Ludwig<br />

XIV., koloniale Rohstoffe mussten zur<br />

Verarbeitung in die Manufakturen<br />

geliefert werden. 1843 fertiggestellt,<br />

wurde einst auf dem Canal du Nivernais<br />

zwischen Seine und Loire Brennholz<br />

geflößt oder Wein geliefert.<br />

Alle Bewunderung für die historische<br />

Technik und den Wechsel von<br />

der Last- zur Lustschifffahrt kann<br />

aber nicht überspielen, dass die Einfahrt<br />

durch das geöffnete Schleusentor<br />

die gesamte Familiencrew beschäftigt.<br />

Aber wir nutzen das Bugstrahlruder<br />

zum Steuern, das unterhalb der Wasserlinie<br />

Wasser ansaugt oder abstößt,<br />

wir folgen den Anleitungen des Schleusenwärters<br />

– pah, ein Kinderspiel.<br />

Schwitzflecken trocknen schnell.<br />

Irgendwann regt sich Appetit,<br />

irgendwann wird man müde. Dann<br />

wird einfach in der freien Natur festgemacht.<br />

Links und rechts des<br />

Kanals bieten sich zahlreiche<br />

Gelegenheiten, Produkte direkt<br />

vom Erzeuger zu erstehen und<br />

das Französisch aufzufrischen.<br />

Hier gibt es Eier und Honig,<br />

dort Gemüse, und nicht selten<br />

sind Schleusenwärter nebenbei auch<br />

Grünhöker. Passend zu unserem<br />

Tempo werden in Bassou Weinbergschnecken<br />

angeboten. In Prégilbert dagegen<br />

versorgen wir uns mit lokalem<br />

® 22877 A<br />

TourSet BTI F 10<br />

Bootstouristische Informationen<br />

Frankreich<br />

Daten – Fakten – Regeln<br />

A les, was Skipper wissen müssen<br />

Angebote<br />

Boot der Liebe<br />

Corvette<br />

Das Schiff hat zwei Kabinen und zwei<br />

Toiletten, ist also ideal für zwei Paare.<br />

Lichtdurchfluteter Salon, praktische<br />

Küche, großes Sonnendeck. Abholung:<br />

Migennes, Rückgabe: Tannay.<br />

ab 1816 € / für 7 Nächte und<br />

maximal 4 Personen / Eigenanreise<br />

Veranstalter: TUI Hausboote<br />

Boot der Rasanz<br />

Clipper<br />

Schnittiges Hausboot, Bugstrahlruder<br />

möglich. Zwei Kabinen, private Badezimmer,<br />

großzügiger Essbereich,<br />

zweiter Steuerstand auf dem Oberdeck.<br />

Abholung und Rückgabe:<br />

Casteinaudary.<br />

ab 2587 € / für 7 Nächte und<br />

maximal 6 Personen / Eigenanreise<br />

Veranstalter: TUI Hausboote<br />

Boot der Geselligkeit<br />

Classique Star<br />

Vier Kabinen, drei Toiletten, voll<br />

ausgestattete Küche, Panoramafenster<br />

und Sonnendeck, von dem aus auch<br />

gesteuert werden kann. Abholung und<br />

Rückgabe: Fontenoy-le-Château.<br />

ab 2507 € / für 7 Nächte und<br />

maximal 10 Personen / Eigenanreise<br />

Veranstalter: TUI Hausboote<br />

36 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong><br />

Änderungen vorbehalten


Inspiration Hausboot<br />

Auxerre vom Wasser aus<br />

Der ehemalige<br />

Bischofssitz zeigt<br />

Größe<br />

11 Tipps & Tricks für Hausboot-Einsteiger<br />

Fisch, trotz unserer zu Beginn der<br />

Reise – im Tabakladen – eingeholten<br />

Angelerlaubnis.<br />

Schnell ist der Tisch gedeckt, während<br />

die Sonne langsam versinkt. Wir<br />

lassen in aller Ruhe den Tag Revue passieren<br />

und planen den nächsten. Das<br />

wissen wir schon jetzt: Die Luft wird<br />

frisch am Morgen sein, der Kaffee auch.<br />

An Sehenswertem mangelt es am<br />

Kanal nicht – in unserer Fahrtrichtung:<br />

• im Zentrum der Fachwerkstadt<br />

Auxerre dominiert die gotische<br />

Kathedrale Saint-Étienne samt<br />

imposantem Uhrturm, an dem<br />

ewig gebaut wurde,<br />

• die römische Siedlung von Escolives-Sainte-Camille<br />

mit Trauben-<br />

Fresken,<br />

• die Felsen von Rochers du Saussois<br />

– weiße Kalkfelsen wie mächtige<br />

Walfänge, ein Eldorado für Freikletterer,<br />

• die etwa drei Kilometer entfernten<br />

Grotten von Arcy-sur-Cure in<br />

Accolay mit bizarren Tropfsteinformationen,<br />

einige ihrer Wandmalereien<br />

sollen 28.000 Jahre alt sein,<br />

• das mittelalterliche Clamecy mit<br />

einem Denkmal für die Holzflößer.<br />

Anlegen und Übernachten in einem<br />

Ort bietet selbstverständlich auch die<br />

Möglichkeit zum Restaurantbesuch.<br />

Bœuf bourguignon hatten wir schon<br />

erwähnt, oder? Auch das fünf Kilometer<br />

vom Kanal entfernte Winzerdorf<br />

Irancy, gut 300 Einwohner, der<br />

einzige Ort im Burgund, wo Pinot<br />

noir mit bis zu zehn Prozent César<br />

verfeinert wird, einer seltenen, angeblich<br />

von römischen Legionären eingeführten<br />

Traube?<br />

Am Scheitelpunkt der Strecke angelangt<br />

wartet ein anderer Leckerbissen,<br />

ein kanalbautechnischer. In einer unheimlich<br />

anmutenden Fahrt müssen<br />

In den Straßen<br />

von Auxerre<br />

Gesäumt<br />

von uralten<br />

Fachwerk- und<br />

Patrizierhäusern<br />

wir drei nicht enden wollende Tunnel<br />

durchfahren – insgesamt 1,2 Kilometer<br />

lang, gut fünf Meter breit, knapp vier<br />

Meter hoch, wenn überhaupt. Zum<br />

Glück rumpeln wir nirgendwo gegen<br />

die Tunnelwand.<br />

Spätestens danach werden Schleusenfahrten<br />

aber zum Vergnügen. Bei<br />

Sardy-lès-Épiry, einem 150-Seelen-<br />

Dorf, folgen auf drei Kilometer Strecke<br />

16 Schleusen dicht und unmittelbar<br />

aufeinander. Mit ihnen überwinden<br />

wir eine Höhe von 40 Metern – ein beeindruckendes<br />

Hoch-Gefühl, obwohl<br />

wir bergabschleusen.<br />

Ebenso erhebend das Gefühl, wenn<br />

man, wie ein Seemann schwankend, das<br />

schwimmende Heim wieder verlässt.<br />

Der Familienrat – das Kind stimmberechtigt,<br />

der Hund diesmal auch –<br />

ist sich einig: Das langsame Hausbootfahren<br />

macht schnell süchtig.<br />

Pollerknoten<br />

Festgemacht zum<br />

Landausflug<br />

FOTO: GETTY IMAGES (5), THINKSTOCK, WWW.VERLAGSHAUS.COM, MAURITIUS IMAGES (2), <strong>ADAC</strong>, GLOW IMAGES, ISTOCK, PRIVAT<br />

1. Anbieter<br />

In den Hausbootrevieren Frankreichs<br />

gibt es an unterschiedlichen<br />

Abfahrtshäfen Dienstleister,<br />

etwa Kuhnle Tours (www.kuhnletours.de),<br />

Le Boat (www.leboat.de)<br />

oder Locaboat Holidays<br />

(www.locaboat.de).<br />

2. Mietdauer und -preise<br />

Das Spektrum reicht vom verlängerten<br />

Wochenende bis zu drei<br />

Wochen (eine Woche = sieben<br />

Nächte). Die Preise sind naturgemäß<br />

saison- und größenabhängig.<br />

Circapreis für eine Woche<br />

Nebensaison: 900 bis 3000 Euro.<br />

In der Hauptsaison: 1800 bis<br />

4800 Euro. Bei Fahrtantritt wird<br />

eine Kaution fällig.<br />

3. Vorab zu klärende Fragen<br />

Wie groß ist die Crew? Sind Haustiere<br />

an Bord erlaubt? Kann man<br />

auch Räder mitnehmen? Passt<br />

die Einrichtung und Ausstattung?<br />

Kann man das Boot auch von<br />

Deck aus steuern? Wie sehen die<br />

Übernahmemodalitäten aus? Wie<br />

die Einweisung? Wo befinden sich<br />

Parkmöglichkeiten? Erhalte ich<br />

die Gewässerkarte* und/oder das<br />

Kapitäns-Handbuch vor Fahrtantritt?<br />

*Grober Überblick: bit.ly/1T62KH4<br />

Canal du<br />

Nivernais<br />

Rennes<br />

Nantes<br />

La Rochelle<br />

Bordeaux<br />

Paris<br />

Toulouse<br />

Montpellier<br />

Dijon<br />

Lyon<br />

Mit der <strong>ADAC</strong><br />

Yachtcharter-<br />

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Nancy<br />

Marseille<br />

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Straßburg<br />

4. Führerschein<br />

In allen angebotenen Revieren<br />

Frankreichs ist kein Führerschein<br />

nötig.<br />

5. Verkehrsregeln<br />

Schifffahrtszeichen erschließen<br />

sich sehr schnell. An Bord befindet<br />

sich auch stets ein Infoblatt.<br />

Generell gilt: Berufsschifffahrt hat<br />

immer Vorfahrt. Nur bei guten<br />

Sichtverhältnissen fahren, Seeüberquerungen<br />

nur bei erlaubten<br />

Windgeschwindigkeiten und<br />

Wellenhöhen.<br />

6. Geschwindigkeit<br />

Um Befestigungen und Böschungen<br />

am Ufer vor Wellenschlag zu<br />

schützen: 5 bis 8 km/h in Kanälen,<br />

10 bis 12 km/h in Flüssen. Augen<br />

auf bei Anglern, Segel- und Paddelbooten.<br />

7. Anlegen<br />

Idealerweise gegen die Strömung.<br />

Das Boot, vorn fest gemacht, legt<br />

dann praktisch von allein an.<br />

Wer Klampen- oder Pollerknoten<br />

beherrscht, wirkt fachmännisch.<br />

Das Boot bleibt dann auch sicher<br />

am Platz. In freier Wildbahn macht<br />

man das Boot auch am Ufer, an<br />

Bäumen usw. fest. Jedes Boot<br />

führt auch Eisenstangen mit, die<br />

man mit einem Hammer in den<br />

Boden rammen kann.<br />

8. Schleusen<br />

Kostenfrei. Bei Schleusenwärtern<br />

honoriert man Tipps und Hilfe mit<br />

einem kleinen Trinkgeld. Schleusenzeiten<br />

sind unterschiedlich, meist<br />

aber von 9 bis 12 und von 13 bis<br />

19 Uhr. In der Hauptreisezeit sollte<br />

man mit Wartezeiten rechnen. An<br />

französischen Feiertagen bleiben<br />

Schleusen in manchen Revieren<br />

geschlossen. Es gibt manuelle und<br />

automatische Schleusen. Anfängern<br />

sind Strecken mit Abwärtsschleusen<br />

zu empfehlen, da man vom Boot<br />

leicht aussteigen kann. Zuerst<br />

das vordere Tau um einen Poller<br />

legen, dann das hintere. Taue dabei<br />

nie festbinden! Beim Senken des<br />

Boots vom Boot aus unter Spannung<br />

durch die Hand laufen lassen<br />

(Arbeitshandschuhe tragen!). Ist<br />

das Tor komplett geöffnet, Taue<br />

aufs Boot einholen und vorsichtig<br />

ausfahren. Beim Aufwärtsschleusen<br />

muss vor der Schleuse – meist ist<br />

ein Anlegesteg vorhanden – ein Besatzungsmitglied<br />

aussteigen, um in<br />

der Schleuse die hochgeworfenen<br />

Taue entgegenzunehmen und diese<br />

um die Poller zu legen. Vom Boot<br />

aus ebenfalls per Hand und unter<br />

Spannung einholen. Das Wichtigste:<br />

langsam gewinnt!<br />

9. Fahrtzeit<br />

Täglich sind maximal vier bis fünf<br />

Stunden empfohlen – aus Gründen<br />

der nachlassenden Aufmerksamkeit<br />

und der Erholung.<br />

10. Beste Reisezeit<br />

Im Frühjahr sind manche Kanäle<br />

und Flüsse wegen Hochwasser<br />

nicht schiffbar. Je bekannter ein<br />

Kanal, desto mehr Boote tummeln<br />

sich dort natürlich während der<br />

Ferienzeiten.<br />

11. Treibstoff<br />

Diesel wird nach Verbrauch abgerechnet,<br />

je nach Bootsgröße muss<br />

man zwischen drei und fünf Litern<br />

pro Stunde rechnen.<br />

Von unseren<br />

Autoren:<br />

Frankreich mit<br />

dem Hausboot<br />

ISBN 3800346133<br />

128 Seiten, 259 Bilder, 19,95 €<br />

www.verlagshaus.com<br />

38 <strong>ADAC</strong> URLAUB 4 / <strong>2016</strong> 4 / <strong>2016</strong> <strong>ADAC</strong> URLAUB 39


Experten-Tipp Ratgeber<br />

Fragen<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

&Antworten<br />

Sie haben Fragen? Die Experten der <strong>ADAC</strong> Reisebüros antworten<br />

Was sind<br />

Duo-Sitze<br />

und was<br />

kosten sie?<br />

Hierbei handelt es sich um dieSitzplätze<br />

einer Zweierreihe. Je nach Fluglinie und<br />

Flugzeugtyp befinden sich die Duo-Sitze<br />

in unterschiedlichen Reihen. In einer<br />

B777-300 von Air France etwa in den letzten<br />

Sitzreihen, im A380 hingegen nur im<br />

Oberdeck. Meist sind sie kostenpflichtig<br />

reservierbar. Bei Air France starten die<br />

Preise ab 30 Euro pro Person/Strecke.<br />

Ratgeber Experten-Tipp<br />

Worauf habe ich<br />

Anspruch, wenn sich<br />

Reisen verzögern?<br />

Was tun, wenn man<br />

den gebuchten<br />

<strong>Urlaub</strong> nicht antreten kann?<br />

Nur sehr wenige Anbieter vermieten ihre Fahrzeuge ohne<br />

Vorlage einer Kreditkarte, sie dient ihnen als beste Absicherung.<br />

An allen deutschen und den meisten spanischen<br />

Stationen verleiht Sixt aber Autos auch gegen EC/Girocard<br />

und Vorlage eines Personalausweises mit deutscher Adresse.<br />

Sunnycars wiederum bietet für einige südeuropäische<br />

Ziele Mietwagen, die per Bankeinzug bezahlt und ohne<br />

Kreditkarte oder Kaution übergeben werden.<br />

Manchmal ändern Reiseveranstalter<br />

gebuchte Reisen.<br />

Was kann man tun?<br />

Der Rückflug wird von den späten Abendstunden auf die Frühstückszeit<br />

vorgezogen, eine Kreuzfahrt soll plötzlich andere Häfen<br />

anlaufen – solche gravierenden Änderungen von Pauschalreisen<br />

müssen nicht klaglos akzeptiert werden. Betroffene können<br />

kündigen, wenn gebuchte Leistung wegen einseitiger<br />

Vertragsänderungen nicht mehr zur<br />

Verfügung stehen und dazu Schadenersatz<br />

wegen entgangener <strong>Urlaub</strong>sfreude einfordern.<br />

Vieles ist allerdings Verhandlungssache:<br />

Wer sofort schriftlich widerspricht<br />

und die Reise nur unter<br />

Vorbehalt antritt, erhält<br />

oft eine Preisminderung.<br />

Verbraucherzentralen<br />

können<br />

hier helfen.<br />

Verspätungen kommen vor. Pauschaltouristen<br />

müssen nach gängiger Rechtssprechung<br />

Flugzeitenänderungen von ein, zwei Stunden<br />

generell in Kauf nehmen. Wer sich bereits<br />

selbst beim Verkehrsunternehmen<br />

(Bahn, Bus, Flugzeug, Schiff) ohne<br />

Erfolg beschwert hat, kann sich<br />

an die „Schlichtungsstelle für den<br />

öffentlichen Personenverkehr“<br />

wenden (www.soep-online.de). Sie<br />

setzt sich kostenlos für<br />

Passagiere und die<br />

Durchsetzung<br />

ihrer Rechte ein.<br />

Ich möchte eine Ferienwohnung<br />

anmieten. Lauern da Fallstricke?<br />

Ja, vor allem bei den Nebenkosten. Je nach Anbieter<br />

können Zusatzkosten anfallen, etwa für Bettwäsche,<br />

Endreinigung oder die Nutzung der Klimaanlage. Häufig<br />

wird auch eine Tagespauschale für das Heizen des<br />

Pools verlangt. Wer derartige Kosten nicht vor Buchung<br />

klärt, zahlt am Ende häufig mehr als anfänglich gedacht.<br />

FOTO: XXXXXX<br />

FOTO: GETTY IMAGES, ISTOCK (7)<br />

Ich benötige einen Mietwagen<br />

nur für eine Strecke.<br />

Ist das möglich –<br />

und zu welchen Kosten?<br />

Einwegmieten sind generell möglich. In Deutschland fällt oft<br />

bei Übernahme eine Gebühr an. In südeuropäischen Ländern<br />

ist die Einwegmiete häufig inkludiert, sofern der Wagen für drei<br />

Tage oder länger gemietet wird. In den USA und Kanada wird<br />

häufig eine Zusatzgebühr verlangt, die von der Entfernung des<br />

Abgabeorts abhängig ist. Ausnahmen sind Einwegmieten innerhalb<br />

bestimmter Bundesstaaten, etwa in Kalifornien, Florida<br />

und Nevada. Gute Vermieter zeigen in ihren Übersichten an, ob<br />

eine etwaige Einweggebühr bereits im Mietpreis enthalten ist.<br />

Wo kann man auf<br />

Flugreisen mobil telefonieren?<br />

Fast alle Airlines verbieten das Telefonieren an Bord, damit sich<br />

andere Passagiere nicht gestört fühlen. Ausnahmen sind Swiss<br />

(an Bord der Boeing 777-300ER läuft bis Ende des Jahres eine<br />

Testphase) und Emirates Airlines. Doch den Service Letzterer<br />

können nur Passagiere nutzen, deren Telefongesellschaft einen<br />

Roamingvertrag mit OnAir oder Aeromobile hat, den Dienstleistern<br />

von Emirates. Ansonsten bleibt das Handy stumm.<br />

Praktische <strong>ADAC</strong> Reisetipps:<br />

bit.ly/1KQM3yT<br />

Schicken Sie uns Ihre Fragen an:<br />

redaktion@adac-urlaub.net<br />

Ich muss mit Medikamenten<br />

verreisen. Was gibt es da zu<br />

beachten?<br />

Seite<br />

scannen,<br />

mehr<br />

erfahren<br />

Notwendige Medikamente gehören grundsätzlich in das Handgepäck.<br />

Wer auf dem Flug Medikamente nehmen muss: In fester Form<br />

(Tabletten etc.) sind sie im Handgepäck erlaubt, in flüssiger Form<br />

(Cremes, Salben etc.) nur bis zu 100 Millilitern im verschlossenen<br />

transparenten Beutel. Wer mehr einnehmen muss, benötigt eine<br />

ärztliche Bestätigung. In solchen Fällen sollte man<br />

auch mehr als notwendig mitnehmen,<br />

Verspätungen und Umleitungen<br />

können die Reisezeit verlängern.<br />

In etlichen Ländern unterliegen<br />

zudem diverse Medikamente<br />

strikten Vorschriften, vor allem<br />

Neuroleptika, Antidepressiva<br />

sowie Herz-, Schlaf- oder<br />

Schmerzmittel. Unbedingt vorab<br />

bei der jeweiligen Botschaft<br />

klären, welche Nachweise für<br />

die Einreise notwendig sind.<br />

40 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 41


Spezial Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />

Ein bisschen Spa<br />

muss sein<br />

De Inder? Entwickelten Ayurveda<br />

vor mindestens 3000 Jahren,<br />

eine Lebenswissenschaft,<br />

die Reinigung, Bewegung,<br />

Spiritualität und Ernährung<br />

ganzheitlich betrachtete. Die Griechen und<br />

die Römer? Folgten mit der Badekultur ihrer<br />

Thermen, schon vor Christi Geburt. Die Türken?<br />

Zogen mit dem Hamam nach, ihrem<br />

Dampfbad. Und die Deutschen? Vertrauten<br />

lange dem Philosophen Friedrich Nietzsche,<br />

der da sagte: „Was mich nicht umbringt,<br />

macht mich stärker.“<br />

Seit den Hippies aber, die Yoga und<br />

vieles mehr von ihren Reisen mitbrachten,<br />

sind Härte und körperliche Zucht vielfach<br />

dem Wunsch nach Wohlbefinden gewichen.<br />

Spätestens ab den 90er-Jahren boomte<br />

Wellness – wohl auch als Ausgleich für eine<br />

Leistungsgesellschaft, deren zunehmende<br />

Computerisierung und Globalisierung mehr<br />

Stress bei zugleich weniger Bewegung produzierte.<br />

Inzwischen ist die Wellness-Industrie<br />

jedoch ziemlich komplex geworden.<br />

Uralte Rituale von den Alpen oder aus<br />

Australien, von Hawaii oder aus Japan, von<br />

nepalesischen Mönchen oder den Indianern<br />

Arizonas wurden entdeckt und den klassischen<br />

Anwendungen hinzugefügt. Hier daher<br />

ein wohliger Überblick, von A bis Z.<br />

Wohlbefinden ist ein, vielleicht das entscheidende<br />

Kriterium für den gelungenen <strong>Urlaub</strong>. Von Anti-Aging<br />

bis Zen: das große Wellness-Alphabet<br />

Text Susanne Hoffs<br />

Das Tegernsee<br />

Tegernsee (Bayern)<br />

Himmelhoch: denkmalgeschütztes<br />

Schloss auf 800 Metern im Voralpenbereich,<br />

puristisch und klar.<br />

www.dastegernsee.de,<br />

HP ab 125 € p. P.<br />

42 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 43


Spezial Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />

Jammertal<br />

Datteln (Nordrhein-<strong>Westfalen</strong>)<br />

Wissenschaftlich: Resort mit Sole und<br />

Golf im Naturpark Haard mit Schwerpunkt<br />

auf Nachhaltigkeit und Wissen.<br />

www.jammertal.de,<br />

HP ab 110 € p. P.<br />

Aktivität<br />

Gern vergessener Part der Wellness. Pro Woche<br />

werden Erwachsenen mindestens 150 Minuten<br />

mittlerer Intensität wie Radfahren plus zwei<br />

Mal muskelkräftigende Übungen empfohlen –<br />

nur um die körperliche Gesundheit zu erhalten.<br />

Buddha<br />

Ehrenname – zu Deutsch: Erwachter – des indischen<br />

Religionsstifters Siddhartha Gautama.<br />

Seine Statue findet sich in fast jedem Wellness-<br />

Bereich. Entweder schlank mit den Händen in<br />

Gebetshaltung oder voluminös und grinsend.<br />

Man weiß nie: Freut der sich jetzt oder lacht er<br />

einen aus?<br />

Cleopatra<br />

Letzte Pharaonin Ägyptens, badete angeblich<br />

regelmäßig in Eselsmilch. In nach ihr<br />

benannten Wannenbädern werden unverdünnt<br />

Milch, Honig und Öl auf die Haut<br />

aufgetragen. Cleopatra wurde 40 Jahre alt.<br />

Diversität<br />

Managerwort für Vielfalt. Oberbegriff für<br />

Anwendungen im Wellness-Sektor wie:<br />

• Bier-Wellness: Baden in Essenzen von<br />

Hopfen, Hefe und Malzschrot,<br />

• Collagen-Biomatrix: Gefriergetrocknetes<br />

Collagen wird zur Straffung der Haut<br />

aufgetragen,<br />

• Fasten: Verzicht auf feste Nahrung für begrenzte<br />

Zeit, dafür viel Flüssigkeitsaufnahme,<br />

• Grooming: Bartpflege nach türkischem<br />

Vorbild,<br />

• Hot-Stone-Massage: auf 60 Grad Celsius<br />

erhitzte Steine, meist aus Basalt oder Lava,<br />

ergänzen die Hände,<br />

• Kneipp-Medizin: nach bayerischem Pfarrer<br />

benannte Wasserkur, heißt nun Hydrotherapie,<br />

• Kraxenofen: ein Dampfbad mit erhitztem<br />

Alpen-Heu,<br />

• Lomi-Lomi: hawaiianische Variante der<br />

Hot-Stone-Massage,<br />

• Mandalas: Ausmalen vorgegebener Muster<br />

mit Buntstiften,<br />

• Rhassoulbad: ägyptische Dampfbad-Variante<br />

inkl. Massage mit Pflegeschlämmen,<br />

• Thalasso: Behandlung mit Meerwasser,<br />

-salz, -algen und -schlamm.<br />

Ernährung<br />

Besitzt enorme Wirkung auf das eigene Wohlbefinden<br />

wie auf die Umwelt. Bei Wellness-<br />

<strong>Urlaub</strong>en wird oft lokal angebaute Bio-Nahrung<br />

serviert. Entscheidender ist jedoch, was<br />

und wie man isst, wenn man nicht im <strong>Urlaub</strong><br />

ist. Ernährungsexperten raten zu wenig Fett,<br />

viel Gemüse und frischem Obst, Kohlenhydrate<br />

sollten nicht als Zucker, sondern als<br />

Vollkorngetreide aufgenommen werden.<br />

Faulheit<br />

Oft übersehener Antrieb des menschlichen<br />

Daseins. „Wirklich faule Menschen“, schrieb<br />

der Schriftsteller Peter Glaser, „sind erstaunlich<br />

fleißig – damit sie möglichst bald<br />

wieder faul sein können.“<br />

Geld<br />

Die Wellness-Industrie setzte 2015 nach eigenen<br />

Angaben 105 Milliarden Euro um – in<br />

Deutschland. Mit Kleidung (koffeingetränkte<br />

Strumpfhosen gegen Cellulitis), Kosmetik<br />

(Cremes, die das Altern aufhalten sollen), Lebensmitteln<br />

(Functional Food), medizinischen<br />

Anwendungen (Fango) und Eingriffen (Fettabsaugen)<br />

sowie: Reisen (in Deutschland gibt<br />

es rund 1300 Wellness-Hotels). Das Wellness-<br />

Land nach Indien ist aber vermutlich Österreich,<br />

dort haben Hotels wie das Heuschober<br />

auf der Turracher Höhe sogar eigene erwärmte<br />

Schwimmwelten direkt in eiskalten Bergseen.<br />

Handtuch<br />

Wichtiges Requisit. Ist Unterlage, bedeckt<br />

Blößen, saugt Schweiß, fächelt Luft, verdeckt<br />

kokett Haare und markiert um sieben Uhr<br />

früh Besitzansprüche auf Liegen. Logos oder<br />

Sinnsprüche verraten zudem, ob der Besitzer<br />

Bayern-, Heineken- oder Superman-Fan ist.<br />

Indien, heiliges<br />

Eigentlich Staat in Südasien, in der Wellness-<br />

Bewegung als spirituelles Wohlfühl-Paradies<br />

adoptiert. Von dort stammt auch die ayurvedische<br />

Heilkunst.<br />

Jet-Dusche<br />

Massagedusche, die sehr kalte, sehr harte und<br />

sehr kräftige Strahlen ausstößt und so massiert<br />

und den Kreislauf anregt.<br />

Kräuter<br />

Oberbegriff für rund 700 oft am Wegesrand<br />

wachsende Pflanzenarten, deren ätherische<br />

Öle und Wirkstoffe zur Geschmacksverbesserung<br />

und/oder Heilwirkung eingesetzt<br />

werden. Stets vor Ort gepflückt und frisch<br />

angewendet, weshalb es Kräuter-Wellness à<br />

la Sylt ebenso gibt wie im Bayerischen Wald.<br />

Licht<br />

Wie wichtig Licht ist, spürt man im Winter<br />

(Vitamin-D-Mangel) oder in Umkleidekabinen<br />

(schlechte Laune). Farbigem Licht werden<br />

bestimmte Eigenschaften zugeschrieben: Rot<br />

soll vitalisieren, Gelb entgiften, Grün desinfizieren,<br />

Indigo die Haut straffen und Magenta<br />

Gefühle harmonisieren.<br />

Massage<br />

Behandelt in erster Linie Muskelverspan-<br />

nungen durch Zug oder Druck auf das Gewebe,<br />

also durch streichen, kneten oder<br />

walken. Kopfschmerzen und Erschöpfungssymptome<br />

können auch behoben werden.<br />

Positive Effekte erst bei mehrmaliger Anwendung<br />

– im Idealfall ist die Massage eine Meditation,<br />

bei der ein anderer arbeitet (→ Faulheit).<br />

Nachweis<br />

Die medizinisch positive Wirkung von Wellness<br />

ist nicht immer belegbar. Aber meist geht<br />

es ums Abschalten (→ Aktivität). Außerdem<br />

gilt: Wer heilt, hat Recht.<br />

Om<br />

Häufiger Schlussgesang nach Meditation<br />

und Yoga sowie die Zusammenfassung der<br />

Grundtöne, die ein Mensch machen kann:<br />

a – u – mmm. Om zu chanten, ist anfangs<br />

peinlich, bringt dann aber Brustkorb und<br />

Kopf zum Schwingen.<br />

Peeling<br />

Mit körnigen Cremes, Lotionen oder Meersalz<br />

werden überschüssige Schuppen von der<br />

Haut, vor allem im Gesicht, abgeschält.<br />

Weißenhaus<br />

Weißenhäuser Strand<br />

(Schleswig-Holstein)<br />

Königlich: Schlossareal mit verschiedenen<br />

Gebäuden direkt am Ostseestrand,<br />

Technogym und Schneegrotte.<br />

www.weissenhaus.net,<br />

HP ab 256 p. P.<br />

Angebote<br />

Berauschend<br />

Hotel an der Therme, Bad Orb<br />

Am Tor zum Wanderparadies Spessart<br />

gelegenes komfortables 4-Sterne-Haus<br />

am Kurpark. Mit täglich unbegrenzter<br />

Nutzung der Sol-Therme inkl. Licht-und-<br />

Ton-Show.<br />

Ab 63 € / pro Nacht und Person /<br />

inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />

Veranstalter: Ameropa<br />

Malerisch<br />

Häckers Grand Hotel, Bad Ems<br />

Familiär geführtes 4-Sterne-Haus mit<br />

Saunen, Whirlpool, Kräuterdampfbad,<br />

Felsengrotte sowie einem Thermal-<br />

Hallenbad, das direkt aus der Emser-<br />

Quelle gespeist wird.<br />

Ab 210 € / für zwei Nächte pro<br />

Person / inkl. Frühstück / Eigenanreise<br />

Veranstalter: DERTOUR<br />

Romantisch<br />

Seehotel Arche Noah, Burg<br />

Im Spreewald mit seinen verzweigten<br />

Flussläufen gelegenes und persönlich<br />

geführtes 3-Sterne-Haus mit Saunen,<br />

Dampfbad, Wassergymnastik und<br />

Naturbadepool.<br />

Ab 41 € / pro Nacht und Person / inkl.<br />

Frühstück / Eigenanreise<br />

Veranstalter: Neckermann Reisen<br />

44 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 45<br />

Änderungen vorbehalten


Inspiration Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />

Fotorätsel Gewinnspiel<br />

Qigong<br />

Gut 2000 Jahre alte, langsam und konzentriert<br />

ausgeführte Atem-, Meditations- und Bewegungsübung<br />

zur Stärkung des Qi. Qi ist in<br />

der chinesischen Medizin (→ TCM) der Begriff<br />

für die Lebensenergie, die den Körper auf<br />

14 bestimmten Bahnen durchströmt, den<br />

Meridianen. In Japan als Ki, in Indien als<br />

Prana bekannt.<br />

Romantik<br />

Oskar Holzberg, Psychotherapeut und Autor<br />

(„Schlüsselsätze der Liebe“), empfiehlt<br />

Wellness vor allem Paaren, denen es an Nähe<br />

mangelt. „Wellness“, so Holzberg, „bietet den<br />

Rahmen für seelische Entspannung, ein Wieder-zu-sich-Finden<br />

– die Grundlage dafür,<br />

auch wieder zum Anderen zu finden.“ Leider<br />

ohne Garantie: Wer reist, nimmt sich selbst<br />

stets mit.<br />

S<br />

19. Buchstabe des Alphabets – und der im<br />

Wellness-Bereich wohl häufigste. Tritt oft<br />

in Verbindung mit Wasser auf: In Sauna<br />

(Aufguss), Schwitzen (Ausscheiden) oder<br />

Sole (Salzwasserquelle). Kommt ebenfalls<br />

am Anfang vor bei: Saugpumpenmassage,<br />

Experten-Tipp<br />

Gesa Honisch vom <strong>ADAC</strong> Reisebüro in Hamburg<br />

über die Zeit vor dem Wellness-<strong>Urlaub</strong><br />

Grundsätzlich gibt es zwei Gründe für Wellness-<strong>Urlaub</strong>e:<br />

Man möchte sich etwas Gutes<br />

tun oder etwas Unangenehmes beseitigen.<br />

Ein wichtiger Schritt in beiden Fällen ist die<br />

Prävention, die Vorsorge hin zu mehr körperlicher<br />

und seelischer Gesundheit. Die allgemeingültigen<br />

Ratschläge dafür – Treppe statt<br />

Aufzug, Fahrrad statt Auto, genügend Schlaf<br />

und frische Luft, ausgewogene Ernährung mit<br />

wenig Fett und viel Obst und Gemüse, Neues<br />

ausprobieren – klingen oft banal, werden aber<br />

im Alltag von vielen von uns zu selten umgesetzt.<br />

Hier gilt es, sich selbst zu fordern, um<br />

sich zu fördern. Je entspannter und fitter Sie<br />

sind, desto mehr können Sie genießen – auch<br />

und gerade im Wellness-<strong>Urlaub</strong>.<br />

Wellnessurlaub in Deutschland:<br />

bit.ly/1Rsy8eT<br />

Videotipp „Musik“:<br />

bit.ly/1qyWyxq<br />

Seite<br />

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mehr<br />

erfahren<br />

Schlammkur, Schröpfen, Schwefelbad, Seetang-Extrakt,<br />

Solarium, Stirnölguss oder<br />

Stutenmilch. Und natürlich in asiatischen<br />

Anwendungen wie Samvahana, Sanshui,<br />

Saundarya, Scen Tao, Shiatsu, Shiroabhyanga<br />

und Svedana.<br />

TCM<br />

Abkürzung für Traditionelle Chinesische<br />

Medizin. Ergänzung zur wissenschaftlichen<br />

Medizin. Basiert auf der Idee des Qi (→ Qigong)<br />

sowie den Lebenskontrahenten Yin<br />

und Yang, also dunkel, weich, kalt, weiblich,<br />

Ruhe bzw. hell, hart, heiß, männlich, Aktivität.<br />

Bekannteste Therapieform der TCM ist<br />

die Akupunktur. Ihre bekannteste Idee die der<br />

Vorsorge: Ärzte wurden im alten China nur<br />

bezahlt, wenn ihre Patienten gesund waren.<br />

Upanahasveda<br />

Wie Ubatana oder Udvartana ayurvedische<br />

Anwendungen. Die „Süddeutsche Zeitung“<br />

wies darauf hin, dass es schon eine Konzentrationsübung<br />

darstelle, diese Form der<br />

Rückenmassage fehlerfrei zu bestellen.<br />

Vitalität<br />

Grundversprechen aller Wellness-Angebote.<br />

Geht oft mit doppelter Nutzung des Begriffes<br />

Zeit einher – man soll mehr von ihr haben<br />

und zugleich ihren Lauf aufhalten. Die Zeit<br />

macht derweil unbeeindruckt weiter.<br />

Schindelbruch<br />

Südharz (Sachsen-Anhalt)<br />

Bewegend: ehemaliges fürstliches<br />

Jagdhaus zwischen Bergen und<br />

Burgen mit eigenem Trimm-dich-<br />

Pfad. www.schindelbruch.de,<br />

HP ab 108 € p. P.<br />

Wasser<br />

Reinigt den Körper, erfrischt und umschmeichelt<br />

ihn. Kommt sowohl äußerlich wie inwendig<br />

zum Einsatz, bei Thermalbädern<br />

und Trinkkuren. Gab Spa seinen Namen – als<br />

Abkürzung des lateinischen Begriffs „sanus<br />

per aquam“, gesund durch Wasser.<br />

Yoga<br />

Die knapp 3000 Jahre alte Kunst achtsamer<br />

Verrenkung existiert in vielen Variationen –<br />

sanft als Hatha (ein Bein heben, nachspüren,<br />

anderes Bein heben, nachspüren), tänzerisch<br />

als Jivamukti (mit fließenden Bewegungsabläufen<br />

zu Musik), herausfordernd als<br />

Bikram (praktiziert in einem bis zu 40 Grad<br />

warmen Raum). Allen Spielarten gemein<br />

sind Atemübungen, Gymnastik und Meditation,<br />

um die Harmonie von Körper, Geist<br />

und Seele zu stärken. Inhaltliche Überschneidungen<br />

zu Autogenem Training, Jacobsen-<br />

Entspannung oder Pilates.<br />

Zen<br />

Japanisches Wort für Kontemplation. Die Strömung<br />

des Buddhismus konzentriert sich auf<br />

intuitive Erleuchtung des Geistes, ohne Lehre,<br />

ohne Antworten. Oft werden Koans eingesetzt,<br />

kurze Sentenzen, die sich der Vernunft entziehen:<br />

„Wenn man zwei Hände zusammenschlägt,<br />

entsteht ein Geräusch. Horch auf den<br />

Ton der einen Hand!“<br />

FOTO: DAS TEGERNSEE, KASPER FUGLSANG, HÄCKERS GRAND HOTEL, SEEHOTEL ARCHE NOAH, HOTEL AN DER THERME, WEISSENHAUS/MICHAEL POLIZA, WOLFGANG PFISTERER/JAMMERTAL, SCHINDELBRUCH, ISTOCK (2)<br />

FOTO: IMAGO, ISTOCK, <strong>ADAC</strong> E.V.<br />

Gewinnspiel<br />

Irgendwo in Deutschland. Aber wo?<br />

Machen Sie mit! In jeder <strong>Ausgabe</strong> von <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong> präsentieren wir einen<br />

markanten Ort aus ungewohnter Perspektive. Wer ihn erkennt, kann gewinnen …<br />

Jajaja, es gibt höhere Leuchttürme. Der höchste in Deutschland misst 65,3 Meter, der<br />

gesuchte gerade mal elf. Sicher, es gibt ältere Leuchttürme. Der älteste (aus Backstein<br />

im klassizistischen Stil erbaut) stammt aus dem Jahr 1827, der gesuchte (aus Schmiedeblechteilen<br />

auf ein Metallgerüst genietet) dagegen von 1891. Zugegeben, in die Briefmarken-Serie<br />

„Leuchttürme“ der Deutschen Post hat es der gesuchte, anders als mehr als 20<br />

andere, bisher nicht geschafft – und ist für die nächste Zeit auch nicht vorgesehen. Und<br />

dennoch ist das 1973 und 1998 aufwendig renovierte, rot-gelb-gekringelte Leitfeuer<br />

das Wahrzeichen einer Region, diente einem Götterboten als Wohnung, war in einem<br />

„Tatort“ mit Maria Furtwängler sowie in Kinofilmen zu sehen und ist darüber hinaus<br />

Star einer Kinderbuch-Serie. So, ihr anderen Leuchttürme, jetzt kommt ihr: Habt ihr<br />

mehr drauf? Na? Naaa??? Aber jetzt im Ernst: In welchem Ort steht dieser Leuchtturm?<br />

Auflösung Heft 3/<strong>2016</strong><br />

Gesucht war: Ringseeinsel im Tegernsee, Bayern<br />

Die Gewinner der 5 x 2 Tickets für die Landesgartenschau in Eutin wurden von<br />

uns inzwischen per Post benachrichtigt.<br />

Die im Rätsel ebenfalls erwähnte, aber nicht gesuchte zweite „Liebesinsel“ in der<br />

Mecklenburger Seenplatte liegt übrigens im Brückentinsee.<br />

Teilnahmebedingungen Schicken Sie eine Postkarte an: <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong> Magazin,<br />

Stichwort: Gewinnspiel – Heft 4/<strong>2016</strong>, Pastorenstraße 16–18, 20459 Hamburg.<br />

Oder mailen Sie an: gewinnspiel@adac-urlaub.net, Betreff: Gewinnspiel –<br />

Heft 4/<strong>2016</strong>. Einsendeschluss ist der 01.08.<strong>2016</strong>.<br />

Bitte geben Sie Ihre Adresse und die Ihres <strong>ADAC</strong> Reisebüros an.<br />

Wenn Sie gewinnen, wird Ihnen der Gewinn dort ausgehändigt.<br />

Gewinnen Sie<br />

1 von 3<br />

Reisepaketen<br />

bestehend aus einem Reiseführer,<br />

einem <strong>ADAC</strong> Strandtuch und<br />

einer <strong>ADAC</strong> Sonnenbrille.<br />

Teilnehmen kann jede(r) Volljährige. Mitarbeiter der <strong>ADAC</strong> Geschäftsstellen und Reisebüros sowie verbundener<br />

Unternehmen und Agenturen können leider nicht teilnehmen. Der Gewinn wird unter allen Teilnehmern<br />

ausgelost, Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Adressdaten werden nur für die Durchführung des<br />

Gewinnspiels verwendet und ansonsten nicht an Dritte weitergegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Eine Barauszahlung sowie ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist<br />

kostenlos und der Rechtsweg ausgeschlossen.<br />

46 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 47


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Reisebüro Regional<br />

Vor Ort Reisebüro<br />

<strong>Urlaub</strong> für<br />

die Füße!<br />

Impressum<br />

Gelsenkirchen<br />

Willkommen im <strong>ADAC</strong> ServiceCenter<br />

Ganz in der Nähe der Schalker<br />

Arena befindet sich das<br />

<strong>ADAC</strong> Center mit seinem<br />

Servicebereich, dem zentralen <strong>ADAC</strong><br />

Reisebüro und dem Technischen Prüfzentrum.<br />

Ein junges, dynamisches<br />

Team von sieben Mitarbeitern steht<br />

den Gelsenkirchener Kunden in allen<br />

Belangen rund um <strong>ADAC</strong> Leistungen<br />

zur Verfügung.<br />

Die Reise-Experten Dagmar Winners<br />

und Michael Krause beraten Sie rund<br />

um Ihren <strong>Urlaub</strong>, freudig wedelnd<br />

unterstützt von Hund Uso. Uso bedeutet<br />

„gebraucht“ auf Spanisch, denn der<br />

Hund wurde auf Mallorca aus einer<br />

Mülltonne gerettet. Jeden Arbeitstag<br />

begleitet er Herrchen Krause ins Büro.<br />

Dagmar Winners, Lieblingsziele<br />

sind die Türkei, Österreich, die deutsche<br />

Nord- und Ostsee, Mallorca und Kreuzfahrten.<br />

Auch Michael Krause liebt die<br />

Türkei und darüber hinaus Fuerteventura.<br />

Als begeisterter Kreuzfahrtschiff-<br />

<strong>Urlaub</strong>er berät er seine Kunden besonders<br />

gern über diese schöne und<br />

exklusive Reisemöglichkeit.<br />

Wer nicht gerade <strong>Urlaub</strong> bucht,<br />

kann in Gelsenkirchen auch Erlebnisse<br />

direkt vor Ort machen: Die einstige<br />

„Stadt der 1000 Feuer“ – mit denen<br />

die Kokereien überschüssiges<br />

Koksofengas entsorgten<br />

– wandelt sich mehr und mehr<br />

zum Dienstleistungsstandort.<br />

Viele Projekte der Stadterneuerung<br />

tragen dazu bei, das Bild<br />

dieser Ruhrgebietsstadt zu verschönern<br />

– etwa bei der restaurierten<br />

Vorburg des Renaissancegebäudes<br />

Schloss Horst oder dem<br />

Umbau des Hans-Sachs-Hauses.<br />

Sie können in Gelsenkirchen aber<br />

auch einfach mal eine Weltreise machen,<br />

an einem einzigen Tag. Die<br />

ZOOM-Erlebniswelt mit ihren naturnah<br />

gestalteten Landschaften entführt<br />

in die Tier- und Pflanzenwelt Asiens,<br />

Afrikas und Alaskas. Dazu passt: Gelsenkirchen<br />

ist kinderfreundlich. Vielleicht<br />

sogar eine der kinderfreundlichsten<br />

Städte in Europa – erhielt sie<br />

doch 2010 für ihre Maßnahmen in<br />

den Bereichen Bildung, Frühförderung<br />

Weitere<br />

Freizeittipps<br />

hält der <strong>ADAC</strong><br />

<strong>Westfalen</strong><br />

kostenlos in<br />

allen Geschäftsstellen<br />

mit den<br />

Broschüren<br />

„Sehen – Entdecken<br />

– Erleben“,<br />

„Blickpunkt<br />

<strong>Westfalen</strong>“ und<br />

„48 Stunden<br />

in ...“ bereit<br />

und Unterstützung junger Familien<br />

den City for Children Award.<br />

Außerdem besitzt die Stadt einen<br />

hohen Grünflächenanteil, da auf<br />

ehemaligen Zechen- und Industrieflächen<br />

Landschaftsparks<br />

entstanden sind. Und auch kulturell<br />

kann Gelsenkirchen punkten:<br />

Das Musiktheater im Revier<br />

wurde mehrfach ausgezeichnet. Im<br />

Kunstmuseum ist der Eintritt sogar<br />

frei. Die denkmalgeschützten Wasserburgen<br />

Schloss Berge und Haus<br />

Lüttinghof erlauben derweil die Kombination<br />

von Natur und Architektur.<br />

Aber natürlich führt kein Weg an<br />

König Fußball vorbei, Gelsenkirchen<br />

ist blau-weiß! In der Zeit zwischen<br />

den Fußballspielen wird der Rasen auf<br />

Schienen aus dem Stadion hinausgeschoben,<br />

um ihn zu schonen. Wer<br />

noch mehr erleben will, den schönsten<br />

Tag des Lebens etwa: Die Arena ist<br />

eines der wenigen Stadien in Deutschland,<br />

die mit einer Kapelle ausgestattet<br />

sind, in der regelmäßig Taufen und<br />

kirchliche Trauungen stattfinden.<br />

FOTO: <strong>ADAC</strong> E.V.<br />

Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern<br />

Reisebüro-Hotline: (02 31) 5 49 91 30 (Mo.–Fr. 8.30 –17.30 Uhr)<br />

<strong>ADAC</strong> Geschäftsstellen & Reisebüros des <strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong><br />

Arnsberg<br />

Graf-Gottfried-Straße 20,<br />

59755 Arnsberg<br />

(0 29 32) 2 79 79<br />

rb.arnsberg@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr<br />

Bochum<br />

Ferdinandstraße 17,<br />

44789 Bochum<br />

(02 34) 33 70 16<br />

rb.bochum@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 9–12 Uhr<br />

Bottrop<br />

Schützenstraße 3,<br />

46236 Bottrop<br />

(0 20 41) 2 80 32<br />

rb.bottrop@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–13 Uhr / 14–18 Uhr<br />

Dortmund<br />

Freie-Vogel-Straße 393,<br />

44269 Dortmund<br />

(02 31) 5 49 91 35<br />

rb.dortmund@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Dortmund-Süd<br />

Ruhrallee 98,<br />

44139 Dortmund<br />

(02 31) 1 29 78 42<br />

rb.dortmundsued<br />

@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr<br />

Kostenlos im Abo<br />

<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />

Alle zwei Monate erscheint<br />

<strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong>, das kostenlose<br />

Reisemagazin: mehr<br />

als 50 Seiten prallvoll mit Reportagen,<br />

inspirierenden Fotos sowie<br />

vielen Tipps und Trends, gesammelt<br />

von welterfahrenen Reise-Experten.<br />

Sie erhalten <strong>ADAC</strong> <strong>Urlaub</strong><br />

natürlich in allen <strong>ADAC</strong> Centern<br />

und Reisebüros.<br />

Gelsenkirchen<br />

Daimlerstraße 1,<br />

45891 Gelsenkirchen<br />

(02 09) 77 70 31<br />

rb.gelsenkirchen<br />

@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Hagen<br />

Körnerstraße 62,<br />

58095 Hagen<br />

(0 23 31) 2 89 80<br />

rb.hagen@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Hamm<br />

Sternstraße 4,<br />

59065 Hamm<br />

(0 23 81) 1 33 89<br />

rb.hamm@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Lüdenscheid<br />

Knapper Straße 26,<br />

58507 Lüdenscheid<br />

(0 23 51) 2 66 87<br />

rb.luedenscheid<br />

@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Westküste der USA<br />

Von Hippies, Hollywood<br />

und Hütchenspielern<br />

Salam alaikum, Oman<br />

Wo Sindbad zu Hause war:<br />

das märchenhafte Sultanat am Golf<br />

Dänische Ferienhäuser<br />

Eigene vier Wände – plus<br />

kilometerlange Küste<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

Münster<br />

Weseler Straße 539,<br />

48163 Münster<br />

(02 51) 53 10 72<br />

rb.muenster@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Recklinghausen<br />

Martinistraße 11,<br />

45657 Recklinghausen<br />

(0 23 61) 18 13 91<br />

rb.recklinghausen<br />

@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

Siegen<br />

Leimbachstraße 189,<br />

57074 Siegen<br />

(02 71) 33 10 02<br />

rb.siegen@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 9–12 Uhr<br />

Soest<br />

Arnsberger Straße 7,<br />

59494 Soest<br />

(0 29 21) 41 16<br />

rb.soest@wfa.adac.de<br />

Mo.–Fr. 9–18 Uhr,<br />

Sa. 10–13 Uhr<br />

www.adac-reisebuero.de · <strong>Ausgabe</strong> 3/ <strong>2016</strong><br />

Inspiration. Tipps. Angebote. Das Magazin der <strong>ADAC</strong> Reisebüros<br />

Chúc ngon miêng! *<br />

Vietnam<br />

•<br />

Das wokt: Ein Kochkurs in dem Land,<br />

aus dem das feinste Essen der Welt stammt<br />

* Guten Appetit!<br />

In den <strong>ADAC</strong><br />

Geschäftsstellen<br />

in <strong>Westfalen</strong><br />

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Damen: 7,95 €<br />

Herren: 8,95 €<br />

So macht der<br />

<strong>Urlaub</strong> noch<br />

mehr Spaß!<br />

Erleben Sie<br />

den Sommer<br />

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<strong>ADAC</strong> Mitglieder<br />

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Erwachsene:<br />

17,50 € statt<br />

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Schüler/<br />

Studenten:<br />

13 € statt 14,50 €<br />

Kinder (4 bis einschl.<br />

12 Jahre):<br />

11 € statt 12,50 €<br />

Großer <strong>ADAC</strong><br />

Familientag am<br />

14.08.<strong>2016</strong><br />

Herausgeber der Regionalseiten:<br />

<strong>ADAC</strong> Berlin-Brandenburg e. V., 10717 Berlin<br />

<strong>ADAC</strong> Hansa e. V., 20097 Hamburg<br />

<strong>ADAC</strong> Hessen-Thüringen e. V., 60528 Frankfurt<br />

<strong>ADAC</strong> Mittelrhein e. V., 56068 Koblenz<br />

<strong>ADAC</strong> Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V.,<br />

30880 Laatzen<br />

<strong>ADAC</strong> Nordbaden e. V., 76135 Karlsruhe<br />

<strong>ADAC</strong> Nordbayern e. V., 90491 Nürnberg<br />

<strong>ADAC</strong> Nordrhein e. V., 50963 Köln<br />

<strong>ADAC</strong> Pfalz e. V., 67433 Neustadt/Weinstraße<br />

<strong>ADAC</strong> Saarland e. V., 66117 Saarbrücken<br />

<strong>ADAC</strong> Sachsen e. V., 01307 Dresden<br />

<strong>ADAC</strong> Schleswig-Holstein e. V., 24114 Kiel<br />

<strong>ADAC</strong> Südbaden e. V., 79098 Freiburg<br />

<strong>ADAC</strong> Südbayern e. V., 80339 München<br />

<strong>ADAC</strong> Weser-Ems e. V., 28207 Bremen<br />

<strong>ADAC</strong> <strong>Westfalen</strong> e. V., 44269 Dortmund<br />

<strong>ADAC</strong> Württemberg e. V., 70190 Stuttgart<br />

Objektleitung:<br />

Michael Buss<br />

Stellvertretende Objektleitung:<br />

Stephan Baltes<br />

Projektmanagement <strong>ADAC</strong>:<br />

Annika Schön<br />

Verlag und Redaktion:<br />

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG<br />

Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart<br />

Verlagsleitung:<br />

Ulli Hartmann<br />

Gültige Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 03 vom 01.01.<strong>2016</strong><br />

Produktionsleitung:<br />

Lukas Kramer (verantwortlich), Sarah Menke<br />

Anzeigenleitung<br />

Jonas Pickhardt (verantwortlich)<br />

E-Mail: jpickhardt@blueboxtrade.com<br />

Tel.: +49 (0 40) 87 88 66 110<br />

Chefredaktion:<br />

Diddo Ramm (verantwortlich)<br />

Redaktionsleitung:<br />

Helmut Ziegler<br />

Redaktionelle Mitarbeit:<br />

Florian Blümm, Susanne Hoffs, Beate Kierey,<br />

Volker Marquardt, Hubert Matt-Willmatt,<br />

Dominik Peter, Marcus Rothe, Wolfgang Siesing<br />

Layout:<br />

Dennis Bock<br />

Bildredaktion:<br />

Olaf Rößler, Vika Yarmilko<br />

E-Mail:<br />

redaktion@adac-urlaub.net<br />

Internet:<br />

www.adac-reisebuero.de<br />

Druck:<br />

Vogel Druck und Medienservice<br />

Leibnizstraße 5, 97204 Höchberg<br />

48 4 / <strong>2016</strong><br />

4 / <strong>2016</strong> 49


Vorschau<br />

<strong>Urlaub</strong><br />

Die nächste <strong>Ausgabe</strong><br />

erscheint am 25. August <strong>2016</strong><br />

Camperreise USA<br />

Man kennt New York, man kennt<br />

L. A. Aber was liegt eigentlich<br />

dazwischen? Wir erfahren es<br />

Thüringen<br />

Herzlich willkommen in<br />

Deutschlands unbekanntestem<br />

Bundesland<br />

Extra<br />

Gewinnspiel<br />

Der Sonne entgegen<br />

EXKLUSIV FÜR <strong>ADAC</strong> MITGLIEDER<br />

Weitere Themen<br />

London<br />

Keep calm and carry on: fünf Tipps für<br />

die Hauptstadt von Cool Britannia<br />

Thailand<br />

Alles günstig, alles lecker, alles toll?<br />

Welche Klischees über das Königreich<br />

stimmen – und welche nicht<br />

New England<br />

Indian Summer: Wie Milliarden Blätter<br />

zum Kaleidoskop der Farben werden<br />

50 4 / <strong>2016</strong><br />

Segeln in<br />

der Karibik<br />

Revier zwischen<br />

Palmen und Passat:<br />

Was man an Bord<br />

einer Yacht unter<br />

weißen Segeln so<br />

alles erleben kann<br />

Panoramarouten<br />

Regional genießen auf den<br />

schönsten Wein-Wanderrouten<br />

an Mosel, Neckar und Rhein<br />

FOTO: DEUTSCHES WEININSTITUT , GETTY IMAGES, FOTOLIA, SEA CLOUD CRUISES<br />

Auf der Route der Zugvögel den Sommer verlängern: Im Oktober, zur besten Reisezeit, geht es mit dem Wohlfühlschiff MS Hamburg<br />

rund um Westeuropa bis in den Süden Spaniens. Die vielseitige Kreuzfahrt beginnt in Hamburg, den glanzvollen Schlusspunkt setzt<br />

Sevilla im Binnenland Andalusiens.<br />

Entspannter kann <strong>Urlaub</strong> kaum sein. Ihr schwimmendes Zuhause<br />

MS Hamburg, das kleine, familiäre Schiff für maximal 390 Passagiere,<br />

ist exklusiv unter der Flagge der <strong>ADAC</strong> Mitgliederreisen<br />

unterwegs. Auf einer ausgesuchten Route erleben Sie Wandel<br />

und Vielfalt: Strandspaziergänge auf der Insel Texel, die Rubensstadt<br />

Antwerpen, die Klosterinsel Mont-Saint-Michel vor der<br />

KREUZFAHRT VOM 3.10.–15.10.<strong>2016</strong><br />

Von Hamburg nach Sevilla<br />

13-tägige Reise mit MS HAMBURG in der<br />

Doppelkabine inklusive Vollpension und<br />

Rückflug sowie <strong>ADAC</strong> Bordreiseleitung<br />

Pro Person ab € 2.090<br />

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bretonischen Küste und Galiciens Kapitale La Coruña. Sie wandern<br />

auf dem Jakobsweg, verkosten Wein in Porto, erkunden<br />

Lissabon mit der bunten Holzstraßenbahn und die Algarve mit<br />

ihrer goldenen Felsküste.<br />

Krönender Abschluss: die Flussfahrt auf dem Guadalquivir ins<br />

Herz Andalusiens, wo das Schiff zwei Nächte in Sevilla liegt.<br />

Unsere Erfahrung. Ihr Erlebnis.<br />

<strong>ADAC</strong> Mitgliederreisen, Veranstalter: DER Touristik Frankfurt GmbH & Co. KG, 60424 Frankfurt · AN-1212/16


Damit Sie Ihre zerplatzten <strong>Urlaub</strong>sträume nicht auch noch<br />

teuer bezahlen müssen: <strong>ADAC</strong> Auslands-Krankenschutz und<br />

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„ Egal, ob ich meinen <strong>Urlaub</strong> stornieren oder<br />

abbrechen muss – oder im Ausland krank<br />

werde: Mit den <strong>ADAC</strong> Reiseversicherungen<br />

habe ich den wichtigsten Schutz dabei.“<br />

Die <strong>ADAC</strong><br />

Reiseversicherungen.<br />

Sarah Pingsmann<br />

<strong>ADAC</strong> Mitglied seit 2003<br />

Wertvolle Sicherheit im Doppelpack:<br />

Schutz bei Reiserücktritt und Krankheit!<br />

<strong>ADAC</strong>-Schutzbrief<br />

Versicherungs-AG

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