März 2015

Prenzlberger

Kiezzeitung in Berlin seit 1992 I 275. Ausgabe

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Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

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Kiezzeitung seit 1992 I 275. Ausgabe I Marz 2015

Helmholtzplatz: Sozialen Frieden stiften – S. 2

Lebensmodelle: „Wir sind die Regenbogenfamilie“ – S. 3

Mauerpark: Countdown für Plan B – S. 5

Vermessung des Denkens: Friedrich Hegel – S. 12

Titelfoto: Bernd Kähne, Ort: Auf dem Falkplatz

Ökologische Mode - fair produziert

Sonntag, den 1.3.

Sonntag, den 15.3.

Sonntag, den 29.3.







Prenzlauer Berg

Lychener Str. 53

Mo-Fr 11 - 19 h

Sa 11 - 17 h

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Seite 2

NACHRICHTEN

..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

La seit 1994

Bodeguita

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Del Restaurante

Cubano

Medio

20 Jahre kubanisch Essen

& Trinken

Di-So ab 18 uhr

10437, Lychener str. 6

HELMHOLTZPLATZ

„Sozialen Frieden stiften“

Steigende Kriminalität, zunehmende Unsicherheit

der Bewohner und ein beginnender

Dialog zwischen Anwohnern, Nutzern

und der Bezirkspolitik. Die Frage

nach einer Zukunft von Platz und Kiez

wird neu diskutiert. Am Helmholtzplatz

wirken die sozialen Veränderungen des

vergangenen Jahrzehnts nach, sagt Harald

Steinhausen vom Förderverein Helmholtzplatz.

Es sei an der Zeit, Nachbarschaft

neu zu organisieren.

Herr Steinhausen, wie ist aus Ihrer

Sicht die Situation am Helmholtzplatz?

Hier gibt es ein Trauma, das rührt aus

den großen Veränderungen der vergangenen

zehn Jahre. 70 Prozent der Bevölkerung

wurden verdrängt oder sind

weggezogen. Es hat sich ein besonderer

Widerstand formiert. Ich erinnere

mich an Zeiten, da es Tote und Vergewaltigung

am Helmholtzplatz gab. Das

ist ein sozialer Krieg gewesen. Jetzt ist

es an der Zeit, dass man sozialen Frieden

schließt, einen Interessenausgleich

findet.

Welche Rolle kann der Förderverein

dabei spielen?

Der Förderverein möchte die Nachbarschaft

organisieren, alle Interessen zusammenbringen.

Unser Ziel ist es, eine

Vorstellung des öffentlichen Raums zu

entwickeln, in dem alle zusammenleben.

Insofern begrüßen wir auch die Initiative

des Bezirks, mit einem regelmäßigen

sogenannten Ratschlag eine Diskussion

in Gang zu bringen.

Unsere Rolle ist zunächst die Rolle der

Kommunikation. Wir wollen wieder Kontakt

bekommen zu den unterschiedlichsten

Leuten. Welche Nutzungsinteressen

gibt es hier? Wir haben ja im Dezember

eine Umfrage gestartet, in der wir erkunden,

wer hier jetzt eigentlich wohnt

und wie die Leute sich hier fühlen. Es

gibt Stimmen von Menschen, die sich

wohlfühlen, es gibt Menschen, die der

Alkoholkonsum auf dem Platz, der Müll,

der Lärm stört.

Wie lange gibt es den Förderverein

bereits?

Das Konzept des Fördervereins und seines

Platzhauses stammt aus den Jahren

2001 bis 2004, aus der Zeit des sozialen

Wandels. Viele Vereinsmitglieder waren

damals selbst Vereine, hatten Stellen

über den zweiten Arbeitsmarkt, die

konnten ihre Arbeitszeit mit den Menschen

hier auf dem Platz verbringen.

Heute geschieht alles, was hier passiert,

auf freiwilliger Basis, von Leuten, die

anderweitig berufstätig sind.

Sie sprechen vom sozialen Frieden,

der zu stiften ist. Das sind große

Worte.

Es gibt Probleme, die muss man ernst

nehmen. Wenn jemand sagt, er hat

Angst vorm Helmholtzplatz, weil seine

Kinder vor den Obdachlosen Angst haben,

dann muss man das ernst nehmen.

Die Obdachlosen, die hier tagsüber ihre

Zeit verbringen, sind eine Reminiszenz

an eine frühere Zeit und haben ihre Berechtigung.

Ihre Vertreibung würde keines

der Probleme lösen.

Die Polizei spricht davon, dass sich

andere Szenen hier ansiedeln, die

teilweise auch harte Drogen konsumieren

und dealen.

Dem ist wohl so. Ich selbst weiß es aus

eigenem Augenschein nicht. Ich sehe

die verstärkte Polizei-Präsenz, die Funkwagen,

die um den Platz kreisen. Ich

sehe das Beschneiden der Büsche, damit

sich dort niemand verstecken kann.

Wie lässt sich sozialer Frieden stiften?

Das vorgeschlagene Programm des Bezirks

ist ein gangbarer Weg. Es ist gut,

wenn es wieder aufsuchende Sozialarbeit

auf dem Platz gibt. Es ist gut, Menschen

in Arbeitsgruppen zu organisieren

und an Themen arbeiten zu lassen, dass

die Menschen Perspektiven selbst entwickeln.

Ich hoffe, der Bezirk sieht diese

Chance, die im Engagement und der Eigenverantwortung

der Anwohner steckt.

✒ Das Gespräch führte Katharina Fial

Den nächsten Ratschlag Helmholtzplatz

gibt’s am Dienstag, 3. März, ab 18 Uhr

in der Aula der Grund- und Musikschule

Eliashof, Senefelderstraße 6.





Inh. S. Wesolowski




Praxis für Naturheilverfahren

Jörg Geiger

Heilpraktiker

Stargarder Str. 79

Tel. 4471 6397

Mobil 0171-524 64 45

j.geiger@web.de















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Ergebnisse des Ideenwettbewerbs

Michelangelostraße

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

und Umwelt, das Bezirksamt Pankow,

der Liegenschaftsfonds Berlin,

die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum

und weitere Gesellschaften hatten

für das ca. 30 Hektar große Areal

einen städtebaulichen Ideenwettbewerb

ausgelobt, der im Dezember 2014 entschieden

wurde. Der Wettbewerb hat gezeigt,

dass im Rahmen einer maßvollen

und qualitätsorientierten Quartiersentwicklung

der Bau von ca. 1.500 neuen

Wohnungen möglich ist. Der Wettbewerb

sollte unter anderem klären, inwieweit

durch eine Neubebauung an der Michelangelostraße

und eine bauliche Ergänzung

der Zeilensiedlung Wohnungsbaupotenziale

erschlossen werden können.

Die Wettbewerbsarbeiten sind bis zum

13. März 2015 öffentlich ausgestellt. Die

Ausstellung findet im ehemaligen Kundencenter

der Berliner Sparkasse, Greifswalder

Straße 87-88 statt und ist täglich

von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt

ist frei.

Am 9. April, findet eine öffentliche Bürgerversammlung

zur Vorstellung und

Diskussion der Wettbewerbsergebnisse

statt. Der Ort und die genaue Anfangszeit

werden noch bekanntgegeben.

„Stadtteiltag“

An einem „öffentlichen Gewerberundgang“

durch Klein- und Mittelständische

Unternehmen zwischen Greifswalder,

Erich-Weinert und Naugarder Straße

nahmen am 20. Februar Politiker von

Bund, Land und kommunaler Ebene teil.

Dabei kam heraus, dass einige Unternehmen

einerseits von den mittlerweile

exorbitant gestiegenen Gewerbemieten

betroffen sind, andere Unternehmen

dagegen gern hier an ihrem Standort

räumlich expandieren würden. In einer

anschließenden öffentlichen Runde wurden

diese Themen dann nochmals diskutiert.

Fahrradfreundlicher Umbau

Pappelallee

Im diesjährigen Bauabschnitt wird die

östliche Seite der Pappelallee zwischen

ANZEIGE – RESTAURANT-TIPP

Vor Ostern: Fisch-Variationen im Blue Label

Eine Legende besagt, dass einige Mönche

im Mittelalter den Biber zu einem

Fisch erklärten, um das Fleischverbot der

Fastenzeit zu entgehen.

Nicht Biber, aber zahlreiche Fisch-Variationen

gibt es im März im Blue Label.

Das im Bötzowkiez gelegene Restaurant

hat neben Lachs und Brandenburger Forelle,

hausgemachte Fischsuppe aus

dreierlei Fisch auf der Karte. Fisch-Gourmets

bestellen sich am besten kross gebratenen

Zander.

Wer die Fastenzeit lockerer sieht, ist

zu Klassikern eingeladen: Rinderroulade

oder Bratwurst mit Thüringer Klößen

oder Spätzle, für Feinschmecker gibt es

den leckeren Wildgulasch.

Der Name des Restaurants entspringt einer

Whisky-Marke: der exczellenteste der

Johnnie Walker Whiskys ist der Blue Label,

den man hier natürlich bekommt.

Das Ambiente im Blue Label erinnert an

die alternativen 90iger-Jahre.

Der Kiez trifft sich hier auch zum Bier.

Sport-Fans schauen hier u.a. Bundesliga

(Sa. dann ab 15.30 Uhr offen) und

Championsleague auf sky.

Das Blue Label ist ein Nichtraucher-Restaurant.

Blue Label – Filmkneipe am Kino Friedrichshain,

Bötzowstraße 7, Tel. 428 89 82, Mo.-Fr.

ab 16 Uhr, Sa./So. Ab 16 Uhr, Plätze: 70 bis 80,

Küche: deutsch + ausgefallene Gerichte von 16-

23 Uhr, www.blue-label-berlin.de

der Danziger Straße und der Stargarder

Straße umgebaut.

Als vorbereitende Maßnahmen waren im

letzten Monat Baumfällungen, vor Beginn

der Vegetationsperiode, erforderlich.

Zwischen Politik, Verwaltung und

den Bürgern wurde in den Jahren 2013

und 2014 in drei Informationsveranstaltungen

und verschiedenen Ortsbesichtigungen

über den Zustand des vorhandenen

Baumbestands und Folgen für die

Umbaumaßnahme debattiert.

Im Ergebnis der Bürgerbeteiligung wurde

der vielfach geäußerte Wunsch nach

einer Vielfalt neu zu pflanzender Bäume

aufgenommen.

Die Baumpflanzungen sollen im Herbst

2015 erfolgen.

R E D A K T I O N

Tel. (030) 4473 1909

Mobil: 0177-7389860

Post: Prenzlberger Ansichten

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Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

TITELTHEMA

Seite 3

LEBENSMODELLE IN PRENZLAUER BERG

„Wir sind die Regenbogen-Familie“

Prenzlauer Berg wird internationaler. Der

Stadtteil, dessen Anteil an Nicht-Deutschen

unter dem berlinweiten Durchschnitt

liegt, holt auf. Es sind vor allem

junge, gut ausgebildete Menschen,

die ihn zu ihrem neuen dauerhaften oder

zeitweiligen Lebensmittelpunkt machen.

Eine Begegnung im Mix dreier Kontinente.

Krithika und Fabricio sind das,

was man Kosmopoliten nennt.

Sie, gebürtige Inderin, und er,

gebürtiger Brasilianer, lernten sich irgendwo

auf der Welt während eines gemeinsamen

Projekts kennen und lieben.

Fortan reisten sie zehn Jahre

gemeinsam durch die Welt, pendelten

beruflich zwischen Brasilien und Indien

– Luftlinie 15.000 Kilometer - machten

immer wieder Zwischenstopp in Prenzlauer

Berg.

Ihre Kinder wurden auf diesen Zwischenstopps

in Prenzlauer Berg geboren,

reisten fortan mit ihren Eltern

mit. Ein Familienleben im Transitraum

- dreier Ländern, dreier Kulturen, dreier

Sprachen. Ein Leben zwischen den

Gegensätzen der Kulturen – Armut und

Reichtum, demokratische Freiheit und

Standes-Zwänge, Diskriminierung und

Gleichberechtigung.

„Hier, in Prenzlauer Berg, begegnen

Der Regenbogen-Vater: Fabricio ist gebürtiger Brasilianer.

ANZEIGE

Aktiv für einen starken Rücken!

Die meiste Zeit nehmen wir unseren Rücken

kaum wahr: er ist nicht mehr als

unsere Rückseite, die irgendwie funktioniert.

Erst, wenn er auffällig wird, wenn

er anfängt, plötzlich oder schleichend

wehzutun, nehmen wir von ihm Notiz;

dann legen wir ihn mit Schmerzmitteln

lahm und konsultieren einen Orthopäden,

dessen Maßnahmen kurzzeitig Linderung

verschaffen – bis zum nächsten

Zwacken. Ich weiß das aus eigener

schmerzhafter Erfahrung.

Viel nachhaltiger und anregender ist es,

Rückenyoga zu machen; ausgerichtet an

den Bedürfnissen der Teilnehmer biete

ich in gemischten Gruppen Yoga an,

durch den der Rücken mobilisiert, dauerhaft

gekräftigt und entspannt wird.

Fernab vom „Klangschalen-Klischee“ begegnen

wir dem Rückenschmerz auf vielfache

Weise: durch Kräftigungs- und

Entspannungsübungen, kurze Meditationen

und Atemtechniken.

Ich lade Sie herzlich ein zu einer Probestunde

und/oder zu meinem „bewegten“

Vortrag zum Thema Rückengesundheit

am 15.3. von 16:30 – 18:00.

Ort: Remise an der Marie,

Marienburger Str. 5a, 2. Hof

Markus Daniel – Rückenyoga,

Yogatherapie, Rückenschule

Tel. 243 744 05

um Voranmeldung wird gebeten

www.markusdaniel.de

Familienleben via Skype: Weil Krithika gerade in Indien ist, werden die Alltagsthemen virtuell besprochen.

Uraltes Ritual für jeden Gast: Mit Besuch trinkt die Familie Mate-Tee. Fotos (3): al

sich die Menschen auf Augenhöhe. Bei

den Eltern auf dem Spielplatz spielt es

keine Rolle, wieviel Geld sie haben oder

zu welcher Schicht sie gehören“, sagt

Fabricio. Das mag für Prenzlauer Berger

Gentrifizierungs-Geschädigte zunächst

befremdlich klingen, für Fabricio ist es

ein zuvor ungekannter Standard, den er

genießt.

Die fremde Sicht, die über vermeintlich

Normales staunen kann und es

wertschätzt, die verschiedenen Sprachen

und Lebensweisen gehören zu jener

Realität gewordenen „Vielfalt in

Pankow“, die eine gleichnamige Studie

des Bezirksamtes nun auch öffentlich

propagieren will. Wahrnehmung

und Infrastruktur hinken der tatsächlichen

Internationalität hinterher. Dabei

könnte, so die Studie, der gesamte

Bezirk Pankow paradigmatisch für eine

moderne Einwandererstadt stehen.

Nun denn. Schon längst wird in Supermärkten,

Restaurants und Kitas neben

Deutsch auch Englisch, Spanisch, Italienisch

gesprochen.

„Deutsch“ sagt die zehnjährige Raven

auf die Frage, welche ihrer drei Sprachen

sie am liebsten spricht. „Deutsch,

weil wir hier in Deutschland sind.“ Mit

Vater Fabricio spricht sie portugiesisch,

mit der Mutter englisch. Mit den Freunden,

in der Schule, im Alltag spricht sie

deutsch. Im Schulfach Deutsch hat sie

eine Eins.

Die Internationalität und Weltoffenheit

in Prenzlauer Berg sei der Grund

gewesen, warum sich die Familie ausgerechnet

hier niedergelassen hat,

sagt ihr Vater Fabricio. Nicht in Kreuzberg,

nicht in London oder Paris. „Hier

ist das Leben bunt. In Kreuzberg ist es

vor allem türkisch und alternativ“, sagt

Fabricio. Und Krithika ergänzt: „Wir

haben in der ganzen Welt gelebt. Aber

immer, wenn wir nach Prenzlauer Berg

gekommen sind, war das wie Nachhause-Kommen.“

Eines ihrer Kinder, so will

es die Familien-Legende, kam im Mauerpark

zur Welt.

Die Entscheidung, das permanente Reisen

aufzugeben und sesshaft zu werden,

traf die Familie, als die Kinder

allmählich ins Schulalter kamen. „Wir

wollten, dass sie normal aufwachsen.“

Die größeren der fünf Kinder haben in

ihrem Leben mehr Länder, Menschen

und Lebensweisen gesehen als manche

Erwachsene. In welchem Umfeld,

in welcher Schule konnten sie weiter

aufwachsen, ohne Außenseiter zu sein?

Lange suchten Krithika und Fabricio

nach einem geeigneten Ort. In der

Schule am Senefelder Platz wurde die

Familie fündig. Die Atmosphäre ist von

Internationalität geprägt und tolerant,

rund ein Drittel der Eltern sind binationale

Paare. Der Kiez rundum wurde ihr

Heimat-Kiez. Hier betreiben sie ihren

kleinen Spezialitäten-Laden, den Menschen

aus ganz Berlin und der ganzen

Welt besuchen.

Gerade kommt eine junge Frau zu Besuch,

die mit Krithika und Fabricio

vor vielen Jahren an einer Montessouri-Schule

in Brasilien gearbeitet hat.

Die Kinder erkennt sie kaum, so groß

sind sie geworden. Auch die junge Frau

lebt seit kurzem in Berlin. Für den Gast

wird Mate-Tee gekocht und nach uraltem

Indianer-Ritual getrunken. Aus einem

einzigen Gefäß, das im Kreis weitergereicht

wird. „Die Indianer kennen

weder Eigentum noch Hierarchie“, sagt

Fabricio. Entsprechend kreise der eine

gemeinsame Mate-Krug reihum zwischen

allen.

Das Alltagsleben der Familie birgt viele

solcher internationaler Kleinode. Ihr

kosmopolitischer Lebensweg hat sie

auch auf unterschiedliche Berufswege

geführt. Krithika hat Journalismus

studiert und in den Vereinigten Staaten

gearbeitet. Ihre Großmutter war

die erste Journalistin überhaupt in Indien.

Fabricio arbeitete in der Marketing-Abteilung

einer großen Firma.

Dann machten sie gemeinsame Projekte

für Frauen und für Arme auf ihren

beiden Heimat-Kontinenten. Nun also








betreiben sie einen kleinen Laden und

einen Handel, der mehreren Bauernfamilien

in Südamerika den Lebensunterhalt

sichert. Mit fairen Vertragsbedingungen

und dem Garant heimischer

Anbau-Vielfalt.

Noch eine Besucherin kommt zur Familie

in den kleinen Laden, während sich

Sohn Raiz mit seiner kleinen Schwester

in Indien via Skype unterhält. Sie ist

mit ihrer Mutter derzeit bei den Eltern

nahe Mumbay zu Besuch. Sie reisen

eben immer noch, wenngleich nicht

mehr so viel wie früher. Ihre Angehörigen

sind über die ganze Welt verstreut,

und das Geschäft verlangt nach Handelsreisen.

Der neue Gast im Laden wird auf portugiesisch

begrüßt, es ist das neue Kindermädchen,

mit dem die Kinder auch

künftig portugiesisch sprechen werden,

um diese Sprache zu trainieren. Gleich

werden sie gemeinsam für alle Essen

kochen, auch für den deutschen Praktikanten,

einem Schulkameraden von Raven,

der seit einiger Zeit im Laden aushilft.

„Irgendwie ist es hier wie ein Dorf“,

sagt Fabricio und meint die Atmosphäre

im Laden und im Kiez. Ein kosmopolitisches

Dorf. Nachbarn und Freunde

nennen die Indisch-Brasilianer „Die

Regenbogen-Familie“, weil Krithika

und Fabian gern bunt gestreifte Strickjacken

tragen. Inzwischen ist den Kindern

das kunterbunte

Aussehen ihrer Eltern

nicht mehr peinlich.

✒ Katharina Fial

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Seite 4

STRASSEN-UMFRAGE · NACHRICHTEN

..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

STRASSEN-UMFRAGE

Warum man am Gesicht erkennt, was im Herzen brennt?

Die mal wieder sonnenbeschienene und allseits belebte Schönhauser

bildete abermals den Rahmen für unsere Straßenumfrage.

Und es hat Spaß gemacht. Vielen Dank für das rege Interesse,

auch bei denen die gerne mitgemacht hätten, jedoch aus

Zeitgründen passen mussten.

Ganz einfach, weil man durch die

Augen in die Seele sieht!

Hanni aus Prenzlauer Berg

Die Augen sind der Zugang

zur Seele, der oder des

anderen.

Gabriele aus Prenzlauer Berg

Krassomat … Man sieht´s halt …

wie in der ´Fragestellung´ ja schon

angedeutet ...

Adam aus den USA, lebt jetzt in

Prenzlauer Berg

Weil die Augen entweder

strahlen oder nicht!

Sophie aus Prenzlauer Berg

Weil das Gesicht der Spiegel

der Seele ist.

Sabine aus Prenzlauer Berg,

lebt jetzt in Hoppegarten

Das ist aber eine schwere Frage. Na,

man erhofft es immer, dass man das

erkennt. … Also wenn da jemand zum

Beispiel traurig ist, das erkennt man

schon. … Warum das so ist, weiß allein

der liebe Gott.

Tarek aus … haben wir vergessen zu

fragen ...

+ + + N a c h r i c h t e n + + + N a c h r i c h t e n + + + N a c h r i c h t e n + + + N a c h r i c h t e n + + + N a c h r i c h t e n + + +

Wanderausstellung zur Prävention

sexuellen Missbrauchs

Die Wanderausstellung zur Prävention

sexuellen Missbrauchs ECHT STARK! ist

ab dem 2. März im Quartierspavillon,

Thomas-Mann-Str. 37, zu sehen. Die interaktive

Schau von Strohhalm e.V., der

Fachstelle zur Prävention von sexuellem

Missbrauch an Mädchen und Jungen,

richtet sich an Kinder im Grundschulalter

und wird vom 2. bis 20. März 2015

I M P R E S S U M

Herausgeber:

Michael Steinbach (V.i.S.d.P.), Dirk Wanner

Büroanschrift:

Prenzlberger Ansichten

c/o Michael Steinbach, Nordufer 6

13353 Berlin, Tel. 44731909

Mobil 0177-7389860

redaktion@prenzlberger-ansichten.de

Erscheint: seit 1992 mit z.Zt. 15.000 Exemplaren

am Anfang jeden Monats

Nächste Ausgabe: ab 2. April 2015

Redaktionsschluss: 15. März 2015

Kulturtipps an: dirk.wanner@gmx.de

Anzeigen-Hotline:

Michael Steinbach: 0177 - 738 98 60

Dirk Wanner: 0176 - 361 53 110

Verteilung:

erhältlich in über 300 Cafés, Super märkten,

Ge schäf ten, Bäcke reien, Zeitungs lä den,

Hos tels, Hotels, Restaurants, Tank stel len,

Gesund heits zen tren und öffentlichen Einrich

tungen ausschl. in Prenz lauer Berg

Fotos: Bernd Kähne

Zeichnungen: Rolf Gerspach

Gestaltung: Michael Steinbach

Druck: Union Druckerei Berlin GmbH

Storkower Straße 127 A, 10407 Berlin

Mediadaten: prenzlberger-ansichten.de

Facebook: ansichten prenzlberger

gezeigt. Wie können Kinder vor sexuellem

Missbrauch geschützt werden? Dabei

handelt es sich um eine reale Gefahr, zumeist

im Grundschulalter. Statistisch ist

jedes 5. Mädchen und jeder 8. bis 10.

Junge von sexuellem Missbrauch betroffen.

Bekannt ist aber, dass die Teilnahme

an Präventionsprogrammen das Risiko,

Opfer sexuellen Missbrauchs zu

werden, um die Hälfte mindert.

Spielplatz Straße

Immer dienstags können die Kinder auf

der Gudvanger Straße spielen – offiziell

und ganz ungefährdet. Ab April wird die

Straße einmal wöchentlich von 10 bis

18 Uhr für Autos gesperrt und zum Spielen

freigegeben. Einem entsprechenden

Antrag auf die neue Spiel-Zone,

den eine Bürgerinitiative stellte, folgten

jetzt die Pankower Abgeordneten.

Die Bürgerinitiative wird auch Aufsicht

und Betreuung der Spielstraße übernehmen.

Hintergrund der für den Bezirk bisher

einzigartigen Aktion: Der überlastete

Spielplatz auf dem Humannplatz.

Das Projekt Spielstraße im Humann-Kiez

läuft vorerst bis zum Oktober des Jahres.

Bewährt es sich, könnte es ab Herbst

weitergeführt werden.

Schiedsperson für Prenzlauer Berg

gesucht

Dr. Torsten Kühne, Pankower Bezirksstadtrat

für Verbraucherschutz, Kultur,

Umwelt und Bürgerservice teilt mit, dass

für den Schiedsamtsbezirk 7 im Ortsteil

Prenzlauer Berg eine neue Schiedsperson

gesucht wird. Die Tätigkeit als Schiedsfrau

oder Schiedsmann ist ehrenamtlich.

Bewerben kann sich, wer zwischen 30

und 70 Jahre alt ist und im Bezirk Pankow

wohnt. Wer Interesse an dieser Tätigkeit

hat sollte eine kurze Bewerbung

mit Lebenslauf bis zum 31. März 2015

beim Amt für Bürgerdienste einreichen.

www.berlin.de/ba-pankow

Teilnehmer für Jugendaustausch Pankow

- Tel Aviv gesucht

Für einen Austausch Pankow - Tel Aviv

können sich interessierte Jugendliche

im Alter von 15 bis 18 Jahre anmelden.

Die Treffen finden in den Osterferien

in Pankow und in den Sommerferien

in Tel Aviv statt. Es finden auch Treffen

zur Vorbereitung der Begegnungen

statt. Die Teilnehmer erwartet ein umfangreiches

Programm von morgens bis

nachts mit Workshops, Gesprächen, Diskussionen,

Spaß, Musik, gemeinsamen

Kochen, vielen Informationen über das

Leben in Berlin und Tel Aviv sowie zu

Holocaust/Shoah. Gemeinsam will man

sich mit den folgenden Themen beschäftigen:

„Die anderen und ich“ – Identitäten

in multikulturellen Gesellschaften.

Fragen und Anmeldungen bei Bettina

Pinzl, Tel. 0173/2608349, Mail: urova@web.de

und Tanja Berg, Tel: 030

22396185, E-Mail: taberg@gmx.de

Ergebnisse der Studie:

„Vielfalt in Pankow“

Das Bezirksamt Pankow hatte eine Studie

in Auftrag gegeben, um den aktuellen

Stand der Zuwanderung nach Pankow

zu untersuchen und insbesondere

der Frage nachzugehen, welche ökonomischen,

gesellschaftlichen und sozialen

Beteiligungsmöglichkeiten für Migrantinnen

und Migranten in Pankow

existieren. Jede zweite Person, die in

den vergangenen Jahren nach Pankow

gezogen ist, kam aus dem europäischen

Ausland. Die meisten von ihnen wanderten

aus Spanien, Italien und Polen ein.

Die Studie wurde unter der Leitung von

Dr. Jutta Aumüller vom DESI Institut erstellt

und kann auf der Seite der Integrationsbeauftragten

des Bezirks kostenlos

abgerufen werden, unter:

http://tinyurl.com/ooge9wv

Schiedsperson für Prenzlauer Berg

gesucht

Dr. Torsten Kühne, Pankower Bezirksstadtrat

für Verbraucherschutz, Kultur,

Umwelt und Bürgerservice teilt mit, dass

für den Schiedsamtsbezirk 7 im Ortsteil

Prenzlauer Berg eine neue Schiedsperson

gesucht wird. Die Tätigkeit als

Schiedsfrau oder Schiedsmann ist ehrenamtlich.

Bewerben kann sich, wer zwischen

30 und 70 Jahre alt ist und im

Bezirk Pankow wohnt. Wer Interesse an

dieser Tätigkeit hat sollte eine kurze

Bewerbung mit Lebenslauf bis zum 31.

März 2015 beim Amt für Bürgerdienste

einreichen. Weitere Informationen gibt

es auch im Internet unter www.berlin.

de/ba-pankow

Berliner Spendenparlament

unterstützt Projekte

Am 16. April 2015 kommt das Berliner

Spendenparlament, ein im Jahre 2007

gegründetes Projekt der Stiftung dragondreams,

zur seiner 16. Sitzung zusammen,

um über Förderanträge zu

entscheiden. Diese Veranstaltung ist öffentlich

und findet im Rahmen der 6.

Berliner Stiftungswoche statt. Im Berliner

Spendenparlament kann jeder Parlamentarier

werden, der mindestens fünf

Euro im Monat für gemeinnützige Zwecke

zur Verfügung stellt. Die Spendenparlamentarier

entscheiden zweimal im Jahr

demokratisch darüber, welche Berliner

Kinder- und Jugendprojekte mit finanziellen

Zuwendungen bedacht werden.

Berliner Kinder- und Jugendprojekte

können sich vor der nächsten Entscheidung

über die Vergabe von Spenden bis

zum 15. März 2015 (Poststempel) um

eine Förderung bewerben. Weitere Informationen

auf www.dragondreams.de sowie

unter Tel. 300 24 40 70.

Parkraumbewirtschaftung:

Parkzonen 44 und 45

Die Neuanträge für Bewohnerparkausweise

in den Parkzonen 44 und 45 können

ab sofort an das Bürgeramt Prenzlauer

Berg, Postfach 730113, 13062

Berlin, gerichtet werden.

Rebschnitt am Volkspark

Am 28. Februar lud der Förderverein

„Weingarten Berlin“ e.V., wieder

zum Rebschnitt in den Weingarten am

Volkspark Prenzlauer Berg ein. Noch in

der Zeit der Vegetationsruhe wurde der

Rebstock in Form gebracht.


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Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

AKTUELLES · KIEZSPAZIERGANG

Seite 5

MAUERPARK-BEBAUUNG

Countdown für Plan B

Er liegt jetzt aus, der Bebauungsplan für

den nördlichen Mauerpark. Lange schon

wird die künftige Nutzung des grünen Filetstücks

zwischen Pankow und Mitte öffentlich

diskutiert, jetzt haben alle Berlinerinnen

und Berliner bis zum 16. März

die Chance, konkret mitzureden. Die Fakten:

Das Vorhaben

Ein komplett neues Wohnquartier mit

insgesamt rund 700 Wohnungen, errichtet

auf einer Fläche von ca. 3,5 Hektar

zwischen Gleimstraße, Jugendfarm „Moritzhof“

und S-Bahn-Ring. Rund 1.200

neue BewohnerInnen soll das Quartier

aufnehmen, in 194 Eigentumswohnungen,

122 frei finanzierten Mietwohnungen

sowie 120 Genossenschaft-Wohnungen

und 219 Studenten-Appartments.

Fünf Wohnblöcke, vier- bis siebengeschossig,

erheben sich, angelegt wie ein

kopfstehendes „L“, vor einem Quartiersplatz.

Die Details

Das Quartier soll eine Kita mit 80 Plätzen

erhalten. In den Erdgeschossen der fünf

Wohnblöcke sind Handel und Dienstleistung

sowie stilles Gewerbe vorgesehen.

Die Wohnblöcke im Norden, direkt an der

S-Bahn-Trasse, sollen als eine Art Lärmschutzriegel

das restliche Quartier vor

Verkehrsgeräuschen schützen. Sie sind

den Studenten-Appartments und öffentlich

finanzierten Genossenschafts-Wohnungen

vorbehalten.

Erschlossen wird das Quartier über die

Gleimstraße. Sie soll einen Kreisverkehr

erhalten. Ein Teil der denkmalgeschützten

Stützmauer des Gleimtunnels soll

der Zufahrt zum Quartier weichen. Fußgänger

und Radfahrer könnten das Quartier

direkt durchqueren.

Der Deal

Ein oft „zweifelhaft“ genannter Vertrag

zwischen dem Land Berlin und der damaligen

Grundstückseigentümerin CA

Immo: Damit der Mauerpark im Süden,

im Umfeld des Flohmarktes, als Grünfläche

erweitert werden kann, wird der

Norden dicht bebaut. 5 Hektar Freifläche

für 3,5 Hektar Besiedelung. Bei Nichteinhaltung

des Vertrag droht dem Land

Berlin ein Millionen-Schaden.

Die Bauherrin

Die Groth-Gruppe, ein seit Jahrzehnten

auf dem Berliner Immobilienmarkt

aktiver Investor, der umstrittene Großprojekte

in West-Berlin, Potsdam, Karow

durchführt. Zur Firmen-Vergangenheit

gehört die Nähe zum sogenannten

„West-Berliner Filz“ der 80er Jahre.

Die Amts-Sicht

Der Bebauungsplan-Entwurf enthält neben

den konkreten Plänen der Bauherrin

die Abwägungen und Stellungnahmen

der zuständigen Ämter, insbesondere,

was die Einordnung in landesweite Regelungen

und Vorschriften betrifft. Entschieden

haben die Ämter u.a., dass der

Verlust an Freifläche und Frischluftzufuhr

zugunsten der Notwendigkeit neuen

Wohnraums hinzunehmen ist; dass

Interessenkonflikte mit bestehenden Institutionen

sowie geschützter Flora und

Fauna nicht bestünden.

Die Gegen-Argumente

Gegen eine Bebauung des Mauerparks

wendet sich u.a. die Bürgerinitiative

Mauerpark-Allianz. Ihr Ziel, den Mauerpark

in Gänze als grüne Freifläche für Erholung,

Kultur und Begegnung auf historischem

Boden zu gestalten, notfalls

in Form eines Bürgerbegehrens. Ihre

Hauptargumente gegen die Bebauung:

Die Neubebauung mit hochpreisigen

Wohnungen werde zu weiterer Verdrängung

der angestammten Bevölkerung im

angrenzenden Brunnenviertel führen.

Nutzungskonflikte der Bewohner mit

den Anliegern und Besuchern des Mauerparks

seien vorprogrammiert. Die geplante

Verkehrserschließung des Quartiers

sei unzureichend. „Wir wollen

mitentscheiden, wie sich unsere Stadt

entwickelt, wie wir wohnen und leben

und wofür öffentliche Gelder in unserem

Bezirk ausgegeben werden.“, argumentiert

die Allianz auf ihrer Homepage

www.mauerpark-allianz.de. Dort informiert

sie auch über das Verfahren und

gibt Hinweise für Einwände.

Das Verfahren

Seit Monaten machen sich Bebauungsgegner für „100 Prozent Mauerpark“ stark. Jetzt

können alle mitreden. Foto: Promo Mauerpark-Allianz

Der Bebauungsplan-Entwurf liegt bis

einschließlich 16. März öffentlich im

Bezirksamt Mitte, Fachbereich Stadtplanung,

Müllerstraße 146, 1. Etage, Zimmer

168 aus, jeweils Montag bis Mittwoch

von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag von

9 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 14

Uhr. Er ist auf www.berlin.de/ba-mitte/

einsehbar. Stellungnahmen und Einwände

müssen formlos schriftlich erfolgen

an: Bezirksamt Mitte von Berlin, Fachbereich

Stadtplanung, 13341 Berlin, per

E-Mail an stadtplanung@ba-mitte.berlin.de.

Alle Einwände fließen in das abschließende

Abwägungsverfahren der

amtlichen Baubehörde ein.

Zur Meinungsbildung

Weitere Informationen gibt es u.a. auf

folgenden Veranstaltungen: „Was passiert

am Mauerpark?“ der Mauerpark-Allianz

am Dienstag, 3. März, 19 Uhr, Freie

Schule, Wolliner Str. 25/26, und der Bezirks-Veranstaltung

am Mittwoch, 11.

März, 18 Uhr im BVV-Saal im Rathaus

Mitte, Karl-Marx-Allee.

✒ al

EINZIGARTIG NACHHALTIG – EINE POLEMIK

Die Immanuelkirchstraße

Keine 500 Meter ist sie lang und doch –

oder gerade deswegen – einzigartig in

Deutschland: Die Immanuelkirchstraße im

Prenzlauer Berg - keine andere Straße in

Deutschland trägt diesen Namen!

Diese Einzigartigkeit muss in

der Welt zu Glanz und Anerkennung

gebracht werden – so

dachte nicht nur die Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung – also Stadt und

Land Berlin samt ihres Bezirkes Pankow

– und das Bundesministerium für

Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (bis

2009), sondern auch die geballte Europäische

Union – 28 Staaten mit 508

Millionen Menschen! Sie alle zusammen

haben Vermögen in den „Umbau im öffentlichen

Straßenland – Neugestaltung








der Gehwege“ gesteckt!

Sie allein? Hatten sie nicht mal einen

Vermögensverwalter, einen leibhaftigen

Stadtrat oder gar einen Bauarbeiter dabei

...???

Gesichert ist die Erkenntnis, dass ein

Schilder Her- und Aufsteller mit am Werke

war – hat er doch getreu dem alten

Reklamemotto „Tue Gutes und rede darüber!”

– klammheimlich – ohne jede Beteiligung

einer namhaften Persönlichkeit

aus Politik, Wirtschaft oder Kultur

an einer unbedeutenden und damit unscheinbaren

Laterne ein viele Euro teures,

stählernes Etikett befestigt, dass

das gute Tun in die Welt herausschreit.

Der römische Dichter Phaedrus (* um 20

v. Chr. – † ca. 55 n. Chr.) überliefert die

Fabel von der Krähe, die sich auffallend

mit Pfauenfedern schmückt, um gut in

der Welt dazustehen. Ihre Mitvögel fallen

über sie her, reißen den „Schmuck“

heraus und entlarven die Schwindlerin

...

Die Tatsache, dass eine Unzahl von anwohnenden

Bürgerinnen und Bürgern

über die sogenannte „Ausgleichsabgabe“

ihrerseits erhebliche Vermögensbestandteile

in den nicht durchgängig

sinnhaften Straßen- und Kiezumbau stecken

mussten, lässt der Etikettierer unerwähnt.

Gehört er zur Krähenfamilie im

Winskiez?

Möglicherweise hat er nur den Namen

Immanuel „Gott ist mit uns“ nachhaltig

falsch verstanden ...

✒ Christian Robbe,

Foto: Birgit Robbe

UNBEKANNTE ECKEN IN PRENZLAUER BERG (17)

Mendelssohnstraße

Uff Jrund der übaaus positiven Resonanz

uff mein‘ Artikel hier in‘ne letzte Folje,

nu also ooch der hia ‚n bisken uff Berlinisch.

Wobei ick letztens leida die Einflüsse

von‘t Jiddische („Mischpoke“ für

„Verwandtschaft“), von de Hujenotten

(„Bulette“ statt „Frikadelle“) oda des

Niederdeutschen („Feudel“ für „Putzlappen“)

verjaß. Urst ulkich sind dann

Kombinationen aus mehreren Sprachen“,

wenn man uff den (französischen) Mopp

‚n (niederdeutschen) Feudel packt, um

mit den die Bude zu wienern.

Möbel

Licht

Design

Rykestr. 3

Tel. 44 35 59 33

klungkung-berlin.de

So ziemlich das schlimmste

„Nachtjackenviertel“, und ja, es

gehört zum Prenzlberg, ist das

um die Mendelssohnstraße. Dort findet

sich nichts, was dieses Viertel, das ich

fast schon als eigenständig bezeichnen

möchte, weil es so abgekoppelt liegt, irgendwie

erwähnenswert machte. Hochhäuser,

die eine „Pädagogische Sonderschule“,

die Helene-Haeusler-Schule

– 03S03 – Förderschwerpunkt „Geistige

Entwicklung“ und den „INA Kindergarten

/ Kita“ Prenzlauer Berg 15 „einrahmen“.

Weiter ist dort nichts, mal abgesehen

von den angrenzenden Friedhöfen

an „Prenzlauer Tor“ und „Prenzlauer

Berg“. Kein Supermarkt, keine Gedenkstätte,

kein Club … Die Punkthochhäuser

sind „Prenzlauer Berg 17 + 18“. Dann

geht´s weiter mit Zehngeschossern in

der Otto-Braun-Straße, in der Mollstraße

und in der Mendelssohnstraße. Wonach

man allerdings in der Mendelssohnstraße

die Hausnummern verteilt hat, weiß

ich nicht. Das preußische System kann

es nicht sein, denn die Nummern fangen

nach dem französischen System

an der Mollstraße stadtauswärts links

mit der „1“ an. Das französische System

kann es aber auch nicht sein, weil

modell roro

es dann nach dem preußischen System

rechts mit den Nummern „3 – 5“ weiter.

Ist nicht nachvollziehbar. Benannt ist

die Straße nach dem Komponisten Jakob

Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy,

* 3.2.1809 in Hamburg, † 4.11.1847

in Leipzig. Schon 1734 / 37 wurde an

ihr vorbei ein Teil der Berliner Zollmauer

errichtet. Im Zuge der „Arisierung der

Straßennamen“ wurde am 27. Juli 1939

die alte Mendelssohnstraße, sie kam von

der Linienstraße und kreuzte die heutige

Mollstraße und die Meyerbeerstraße, die

von der Neuen Königstraße, heute Otto-

Braun-Straße, kam, zur neuen Rombergstraße

zusammengefasst und 1950 komplett

in Mendelssohnstraße umbenannt.

Nach dem Beschluss des Zentralkomitees

zum „sozialistischen Aufbau der Hauptstadt

der DDR“ an dieser Stelle, wurde

die Straße räumlich verlegt. All dies erklärt

vermutlich die eigenartige Hausnummerierung.

✒ Rolf Gänsrich

Meine Führungen:

jeden Samstag 14 Uhr

Kiez Kastanienallee,

mit Mauerweg Bernauer

Str. bis Nordbahnhof

– ab „Meldestelle“ –

Pappelallee 1 / Schönhauser tage: 8.3., 12 & 18.30 Uhr; 15.3., 12 &

AlleeSonn-

16 Uhr; 22.3., 18.30 Uhr; 29.3., 12 & 16

Uhr; 5.4., 12 Uhr, ab Knaackstr. 99 in

den Kollwitzkiez22.3., 12 Uhr Greifswalder

168 / Aldiauffahrt – ins Weltkulturerbe

Bruno-Taut-ViertelAlle Touren gegen

„Spende in den Hut“ / Termine unter

Vorbehalt / aktuell immer unter

www.rolfgaensrich.wordpress.com

– da auch viele Touren zu Ostern.

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Tel. (030) 4473 1909

Mobil: 0177-7389860

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Nordufer 6, 13353 Berlin

www.prenzlberger-ansichten.de

facebook: ansichten prenzlberger


Seite 6

KINDERSEITE

..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

ZEITUNG MACHEN

Ihr seid Reporter

Vielleicht seid Ihr ja selbst schon ReporterInnen

oder Ihr wollt es werden. Bei einem

neuen Zeitungs-Projekt im Wins-Kiez

könnt Ihre Eure Sprache, Eure Ideen und

Eure Neugier mitbringen und gemeinsam

mit anderen veröffentlichen. Das Sprach-

Labor hält nix von drögen Sätzen und so.

Ihr schreibt, wie es Euch gefällt und probiert

Euch in der Reporter-Welt aus.

Schreiben ist cool, ob über Whats

App oder sms oder gedruckt

in einer echten Zeitung. Wer

schreibt, teilt seinen Freunden, Mitschülern

und Eltern etwas Spannendes,

Neues oder ein Geheimnis mit. Es gibt

unendlich viele Themen und es gibt unendlich

viele Worte, um zu sagen und zu

schreiben, was einen gerade bewegt.

Das neue Projekt im Jugendclub Gartenhaus

im Wins-Kiez wird als SprachLabor

all das an Worten, Ideen und Schreib-

Stilen sammeln, was Euch so im Kopf

herumschwirrt und was unbedingt aufgeschrieben

werden sollte. Dafür gibt

es Workshops, insgesamt zehn, und am

Ende einen großen Reporter-Wettbewerb.

Die besten Texte werden veröffentlicht,

damit alle sie lesen können:

Hier, in den „Prenzlberger Ansichten“,

und in einer vom Jugendclub extra herausgegebenen

Zeitung. Das Gartenhaus

hat nämlich in diesem Jahr 10. Geburtstag

und der Jugendclub schenkt ihm ein

Extra-Blatt über alles, was es ausmacht

und die Leute, die dort hingehen und

das Haus zu einem lebendigen Freizeit-

Treff machen.

Das erwartet Euch im SprachLabor: Ihr

experimentiert mit Eurer Sprache und

lernt die der anderen kennen: Ob nun

Alltagssprache, twitter-, sms- oder

Whats-App, ob Musiksprache oder Zeitungs-Deutsch.

Dann interviewt Ihr

spannende Menschen. Was haben heute

Erwachsene über ihre Zeit als Kinder zu

sagen? Welche Erlebnisse im Gartenhaus

erinnern sie gern? Ihr könnte auch auf

Recherche rund um das Gartenhaus an

der „Marie“ gehen. Wie genau sieht es

hier aus? Was tut sich hier? Schließlich

wählt Ihr gemeinsam aus, welche Texte

Ihr aus dem Gesammelten schreiben

wollt und schreibt sie in der Sprache,

die Euch am besten gefällt: als Interview

oder Rap, als geheimnisvolle Geschichte

oder Krimi-Story. Und weil zum

Zeitungsmachen im SprachLabor auch

Bilder gehören, könnt Ihr auch Fotos

machen von dem, was Euch so umtreibt.

Oder Comics daraus zeichnen, oder alles

in ein großes Bilder-Rätsel verpacken.

Ihr merkt schon, Eurer Neugier

und Phantasie beim Reporter-Sein sind

im SprachLabor keine Grenzen gesetzt.

Los geht’s mit dem SprachLabor am 3.

März, 15.30 Uhr. Immer dienstags zwischen

15.30 und 17.30 Uhr könnt Ihr

Euch dann dort treffen. Ihr solltet mindestens

zehn Jahre alt sein. Die Idee,

dass Ihr Eure eigenen Texte schreibt,

hat übrigens auch viele Erwachsene in

Prenzlauer Berg begeistert. Deswegen

wird das SprachLabor vom Kulturamt

Pankow mitfinanziert.

Mehr Infos gibt es im Jugendclub Gartenhaus

bei den dortigen Erwachsenen

unter Tel. 443 191 98,

info@gartenhaus-wins49.de

✒ -al-

Übrigens: Prenzlauer Berg hat eine ganze

Menge erfolgreiche junge Reporter, die

regelmäßig Zeitung machen. Die können

sich mit ihren Blättern, in denen sie über

Alltagsthemen, Politik und alles Interessante

schreiben, auch berlinweit sehen

lassen. Erst unlängst haben zum Beispiel

die Kinderreporter der Kurt-Tucholsky-

Schule mit ihrer Zeitung „about:kurt“

einen Sonderpreis beim Berliner Schülerzeitungswettbewerb

gewonnen. Dieser

Wettbewerb findet jährlich statt und

zeichnet die originellsten und klügsten

Zeitungen im Land Berlin aus. In den vergangenen

Jahren gehörte auch das „Nashorn“

der Helene-Häusler-Schule zu den

Preisträgern.

Und wenn Euch interessiert, was Berliner

Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit

so für Zeitungen machten und

über welche Themen sie in welcher Weise

schrieben, dann sei Euch das große Zeitungsarchiv

von ProLabor empfohlen. Dort

sind über 10.000 Zeitungen von Schülerinnen

und Schülern seit dem Jahr 1947

archiviert. ProLabor sitzt im Stadtteil Weißensee.

Mehr erfahrt Ihr unter www.prolabor.org.

+++ SHORT KIDS +++

Musik machen im DIMI

Jeden Tag könnt Ihr Musik machen im

Jugendklub DIMI. Ihr könnt Eure Probezeiten

für Eure Bands frei vereinbaren,

immer in der Zeit von 13 bis 21 Uhr. Jeweils

mittwochs von 18 bis 20 Uhr habt

Ihr zudem die Möglichkeit, unter Betreuung

einer Erwachsenen Eure eigenen

Songs im Tonstudio aufzunehmen.

Bandproben und -aufnahmen sowie andere

Angebote im Kinder- und Jugendhaus

DIMI, Danziger Straße 111,

http://kjfe-dimi.de

Raus mit Papa

Bald könnt Ihr wieder raus aufs Land mit

Papa und Abenteuer erleben. Ihr könnt

z. B. ein echtes Outdoor-Wochenende

machen, Euch wie Indianer fühlen oder

sogar Kanu fahren. Auch Zirkus-Workshops

im schönen grünen Brandenburg

hat das Väterzentrum wieder im Angebot.

Los geht’s ab Mai, aber Ihr könnt

Papa oder Onkel schon jetzt mal drängeln,

Euch anzumelden.

Outdoor-Wochenenden mit dem Papaladen,

Marienburger Straße 28, www.vaeterzentrum-berlin.de

Indoor-Flohmarkt

In der Zoar Kirche findet am Samstag,

28. März, ein Baby- und Kinderflohmarkt

statt. Von 10 bis 14 Uhr könnt Ihr oder

Eure Eltern dort Eure Sachen, Kleider,

Spielzeug und anderes anbieten oder

selbst an den Ständen vorbeibummeln.

Wir suchen schöne

FRAUEN

STIMMEN

für unseren Frauenchor!

Die Probe findet montags 20 Uhr in der

Aula der Heinrich-Roller-Grundschule statt.

Heinrich-Roller-Straße 18

WINS Vox

KONTAKT 030-20493765

www.winsvox.de

Wenn Ihr interessiert seid, etwas anzubieten,

könnt Ihr das gegen eine Standgebühr

von fünf Euro pro Meter Standfläche

tun. Diese Teilnahmegebühren

fließen als Spende der Arbeit des Winterspielplatzes

(WSP) der Zoar Gemeinde

zu.

Baby- und Kinderflohmarkt, Samstag,

28. März, Zoar-Kirche, Cantianstraße 9.

Weitere Infos und Anmeldungen unter

bis 25. März unter

info@zoar-mittenimkiez.de

Mitmachen beim Mauerpark

Sicher habt Ihr es schon gehört: Im

nördlichen Mauerpark, da, wo jetzt noch

eine Brachfläche ist, soll ein neues,

dicht bebautes Wohnquartier für rund

1.200 Menschen entstehen. Fünf Wohnblöcke

stehen dann direkt neben der

Jugendfarm Moritzhof. Wenn Euch das

nicht gefällt, und Ihr bei der künftigen

Gestaltung der Fläche mitreden wollt,

dann könnt Ihr Euch an der gegenwärtigen

Diskussion beteiligen. Bis zum 16.

März nämlich liegen die amtlichen Pläne

öffentlich aus und alle können sie

einsehen und ihre Meinung dazu kundtun.

Wie das genau geht, erfahrt Ihr

am besten bei der Jugendfarm Moritzhof.

Schaut mal vorbei oder guckt auf

die homepage:

www.jugendfarm-moritzhof.de.

Leben wie in der Steinzeit

Wollt Ihr Unterricht mal nicht in der

Schule, sondern in Echt machen? Dann

überredet Eure Lehrerin, für vier Stunden

mit Euch auf den Abenteuerlichen

Bauspielplatz Kolle 37 zu gehen. Dort

könnt Ihr leben wie in der Steinzeit. Ihr

begebt Euch auf die Spuren der ältesten

Menschen und ihrer Gesellschaft und

erfahrt, wie sie gewohnt und gegessen

haben. Ihr könnt Pfeile bauen und Euch

im Bogenschießen ausprobieren, an ei-

“Da ist doch eindeutig jemand zu früh. Der ist doch erst nächsten Monat drann, und wo versteckt er sich?”

nem Lehmhaus bauen und nach steinalten

Rezepten kochen und backen.

Am Schluss esst Ihr Eure selbstgekochten

Gerichte, z.B. Wildgemüsesuppe und

Hirsebrei.

Steinzeit-Stunden auf dem Abenteuerspielplatz

Kolle 37, Kollwitzstraße 35,

www.kolle37.de

Ein verliebter kleiner Stier

Im neuen Stück des Theater o.N. gibt es

u.a. folgendes zu sehen: Den Macho-Matador

Azuro, den dicken Cavaleiro Caruso

und Chico, einemn frechen gefährlichen

Picadore. Sie entführen nach Spanien,

um Geschichten zu erzählen von einem

kleinen Stier, der zärtlich verliebt ist in

die Schönheit der spanischen Blumen

und Schmetterlinge, am liebsten träumend

herumhängt und keinen Ehrgeiz

zeigt, wie andere junge Stiere in einer

großen Arena zu kämpfen. Zu sehen ist

„Der verliebte kleine Stier“ am 14. und

15. März, am 21. und 22. März und am

28. und 29. März, jeweils 16 Uhr.

Figurentheater „Der verliebte kleine

Stier“ für Menschen ab 5 Jahren im Theater

o.N., Kollwitzstr. 53, info@theateron.com

Hier schlüpfen Küken

Im MACHmit! Museum schlüpfen in diesem

Monat schon die Osterküken – klein,

piepsend und wunderbar flauschig. Zehn

Stück sind es täglich, verspricht das Museum,

und Ihr könnt bei der Geburt der

kleinen Hühnchen dabei sein! Los geht’s

ab dem 13. März. Dann startet auch die

Sonderausstellung „Das Gelbe vom Ei“,

in der Ihr viel über Ostern und Osterbräuche

und den ganzen Frühling erfahren

könnt.




Sonderausstellung „Das Gelbe vom Ei“ ab

13. März im MACHmit! Museum für Kinder,

Senefelderstraße 5, www.machmitmuseum.de

Wohnen wie früher

Wie haben Kinder um 1900 in Berlin gelebt

und gewohnt? Das könnt Ihr im

neuen Kurs bei „Jugend im Museum“ erfahren.

Ihr macht Skizzen, Notizen und

Fotos von früheren Kinderzimmern. Dann

könnt Ihr diese mit Euren eigenen Zimmern

vergleichen. Anschließend gestaltet

Ihr Eure eigenen Wohnkisten als

kunstvolle Miniaturräume – ganz nach

Eurer Phantasie.

Der Kurs läuft am 7. und 8. März, jeweils

von 10 bis 15 Uhr und ist für Kinder von

sieben bis zehn Jahren.

Kurs bei „Jugend im Museum“, Hufelandstraße

35, Tel.: 266422242, email:

info@jugend-im-museum.de


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Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

SONDERTHEMA · LITERATUR

Seite 7

GESUNDE ERNÄHRUNG

Du bist, was Du isst

Was kann der Mensch essen, ohne ein

schlechtes Gewissen gegenüber seiner Gesundheit

oder seiner Umwelt zu haben?

Du bist, was Du isst. Die uralte Weisheit

ist heute nicht nur ein Bekenntnis zu den

eigenen Vorlieben und Bekömmlichkeiten.

Ernährung ist politisches Bekenntnis und

Status-Symbol. Die Trends.

LITERATURFESTIVAL

Bücher hören, sehen und erleben

Der Prenzlauer Berg zeigt sich im März

ganz literarisch. Mit dem neuen Festival

„Literatur: BERLIN“ bieten Kulturbrauerei

und Georg-Büchner-Buchladen Autoren

und Buchpremieren der aktuellen

deutschsprachigen und internationalen

Gegenwartsliteratur.

Das Festival ist „ein facettenreicher

Querschnitt“ der gegenwärtigen

Literaturlandschaft, so

die Veranstalter. Beide sind Literaturfestival-erfahren

und veranstalteten neben

der „Berliner Buchnacht“ u.a. auch

den „Literaturort Prenzlauer Berg“. Jetzt

also das neue Festival „Literatur: BER-

LIN“ vom 4. bis 28. März. Wie ein Bücher-Frühling

und parallel zur Leipziger

Buchmesse holt es Nachwuchs- und etablierte

Autoren in den Prenzlauer Berg.

Das Programm umfasst Lesungen, Gespräche,

Musik- und Filmbeiträge und

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Suppe & Salat

wartet mit insgesamt rund 25 Veranstaltungen

in rund drei Wochen auf.

Zu den Autoren gehören u.a. Alexander

Osang, Friedrich Liechtenstein, F.C. Delius,

Franziska Hauser und Marion Brasch.

Suppen- und Eintopf-Liebhaber und

Schlemmermäulchen kommen an dieser

Lokalität in der Eberswalder, Ecke Schönhauser

nicht vorbei! Wem bei „Kartoffelrahmsuppe

mit Rosmarin-Boulette &

Trüffelöl“, oder „Salat mit Saltimbocca

und gegrillten Austernpilzen“ die Äuglein

träumerisch gen Himmel wandern,

der kann sich entspannen, denn seit April

2013 gibt es „Suppe & Salat“!

Hier wird jeder glücklich, wer es „hand

made“ mag. Charlie, der Inahber, macht

alles frisch – hier gibt‘s keine in Stein gemeißelte

Speisekarte, sondern was nach

Saison und Lust und Laune passt. Drinnen

ist es rustikal und gemütlich eingerichtet:

selbstgezimmerte Hochtische

und eine gemütliche Atmosphäre aus

nostalgischen Oma-Wohnzimmerlampen.

Für Leute mit wenig Zeit gilt: Zum Mitnehmen!

Wer Zeit hat dafür, der riskiert

mal einen Blick auf die angebotenen Getränke:

Hier findet man Exoten wie Premium-Cola

(extrem hoher Koffeingehalt

von 250 mg/Liter! - hallo wach!) und

natürlich das weltverbessernde Wässerchen

„Viva con Agua“.

Suppe & Salat

Eberswalder Str. 27

Tel. 47 37 52 13

www.suppeundsalat.de

Die Frage nach der richtigen Ernährung

ist eine Frage des

Standpunktes geworden. ErnährungswissenschaflerInnen

raten stets,

sich vor allem auf das zu verlassen, was

der Körper verlangt. Was schmeckt, bekommt

und gut tut. Fitness-Ratgeber

schwören auf Trennkost, mit deren Hilfe

die Einnahme von Eiweißen und Kohlehydraten

kontrolliert werden kann. Umwelt-

und politisch Bewusste verzichten

auf Fleisch oder gar ganz auf tierische

Produkte. Rohkostler essen nur Obst,

Gemüse und andere Pflanzen, die frisch

und ungegart auf den Tisch kommen. Ob

Fleisch oder Fleisch-Ersatz – der kleinste

gemeinsame Nenner aller Ernährungstrends

lautet: Keine Gentechnik, keine

Chemie.

Doch Bio muss immer noch mehr bezahlbar

sein, Vegetarisch und Vegan gehen

stärker als eine konventionelle Lebensweise

ins Geld. Und Skandalmeldungen

um gefälschte Gütesiegel erschüttern

auch die Öko-Branche. Nicht immer ist

Bio drin, wo Bio drauf steht. Und was

ist mit dem Klimaschutz? Soll die Nahrung

aus regionaler Herkunft stammen,

um Transport- und damit Energiekosten

zu reduzieren? Oder soll die Küche kosmopolitisch

sein, um die globale Landwirtschaft

artenreich zu halten? Welche

Form des Verzichts ist wirklich sinnvoll?

Eine Faustregel für eine gesunde und

bewusste Ernährung gibt es nicht, sagt

auch die Prenzlauer Berger

Heilpraktikerin Heike Jaronki.

Jeder Mensch hat seinen eigenen

Stoffwechsel, verträgt

Nahrung unterschiedlich. Ob

eine vegetarische Lebensweise

infrage kommt, müsse jeder

für sich selbst entscheiden.

Aus ihrer Sicht ist rein pflanzliche

Ernährung nicht unbedingt

gesünder. „Wer viel körperlich

arbeitet oder sich viel

bewegt, für den ist tierisches

Eiweiß wichtig.“ Gleiches gelte

für Menschen, deren Stoffwechsel

nur bedingt Kohlehydrate

verarbeiten könne

– sie brauchten die notwendige

Energie aus tierischer Nahrung.

Das gelte besonders für

Menschen mit Nahrungsmittel-

Unverträglichkeiten.

Glutenfreie Produkte etwa sind

derzeit stark im Trend. Erst unlängst

widmete der „Spiegel“ dem Thema

Unverträglichkeiten eine lange Story.

Sein Fazit: Die zunehmende Zahl von

Lebensmittelintoleranzen wie Gluten

oder auch Laktose sind ein Zeitgeist-Hype,

durchaus auch geschürt von Industrien,

die an Produkten mit Ersatzstoffen

verdienen und sich einen Markt schaffen,

wo eigentlich keiner ist. Das sieht

Heilpraktikerin Jaronki anders: „Unverträglichkeiten

von Nahrung sind ernst zu

nehmen. Sie belasten ein ohnehin strapaziertes

Immunsystem noch mehr.“ Wer

sich unsicher ist, ob und welche Nahrung

er verträgt, der kann sich mit Hilfe

von Bluttests Gewissheit verschaffen.

Zusätzlich rät die Heilpraktikerin zu

Nahrungs-Protokollen. Über einen längeren

Zeitraum wird jegliche am Tag zu

sich genommene Nahrung notiert und

das entsprechende Befinden nach deren

Genuss. So lässt sich dem, was man verträgt

oder auch nicht, leichter auf die

Spur kommen. Solche Protokolle haben

noch einen Nebeneffekt: Man ernährt

sich bewusster.

Thomas Meister etwa hat jahrelang an

einer diffusen Müdigkeit und Schlappheit

gelitten. Kuren halfen nur kurzzeitig,

Medikamente und Vitamin-Einnahmen

schafften kaum Abhilfe. Erst sein

Gang zur Ernährungswissenschaftlerin,

verbunden mit verschiedenen Tests, bescheinigte

ihm eine hohe Gluten-Intoleranz.

Seitdem verzichtet er auf viele

Getreide-Sorten, seitdem hat sich seine

Agilität und Lebensfreude wieder deutlich

erhöht. Ihm kommt für seine notwendige

Diät zugute, dass Gluten-Freiheit

keine Randerscheinung mehr ist.

Lebensmittel ohne diesen Zusatzstoff

werden inzwischen in jedem guten Supermarkt

und auch von konventionellen

Bäckereien und Restaurants angeboten.

Zu weiteren mitwirkenden Künstlern der

Schauspieler Robert Stadlober und der

Jazzmusiker Christof Sänger. So unterschiedlich

die Literaten, so vielfältig

ihre Themen: Vom Westberlin der 80er

Jahre über Geschichten zum Putzen bis

hin zu Biographien, etwa von Michail

Bulgakow, reicht das Spektrum und ist

damit, wie die Veranstalter meinen, „ein

dynamischer Bogen, der Hoch- und Popkultur

miteinander verbindet.“ Auch Geschichten

des gegenwärtigen Alltags

und musikalische Betrachtungen sind

mit dabei.

Besonderes Anliegen der Programmacher

ist es, jungen Autorinnen und Autoren

und ihren Texten eine öffentliche Plattform

zu bieten, mit Lesungen aus ihren

Debüts und mit einem Literaturwettbewerb.

Im Vorfeld des Festivals waren

junge Künstler aufgerufen, Texte zum

Thema „Freiheit“ zu verfassen. Die SiegerInnen

erhalten am 21. März den Literaturpreis

Prenzlauer Berg und lesen aus

diesen Texten.

Und sonst? „Magische Erzählungen und

der Sound einer Generation“, „Tod den

Hippies! Es lebe der Punk!“ und ein großer

Berliner Autorenabend am 28. März

gehören zu den weiteren Höhepunkten

des Festivals „Literatur: BERLIN“. Das

hört mit seinem Abschluss noch längst

nicht auf. Regelmäßige Buchpremieren

sollen dem Auftakt künftig das ganze

Jahr über folgen.

Ausgesuchte Veranstaltungsorte präsentieren

Literatur in ganz Prenzlauer Berg.

So wird neben der Kulturbrauerei und

der Büchner-Buchhandlung u.a. auch in

der Bibliothek am Wasserturm, im Theater

„Ramba Zamba“ und im Ballhaus Ost

gelesen.

Mehr Informationen gibt’s unter:

www.literatur.berlin

Früher musste er seine Backwaren umständlich

und teuer im Reformhaus bestellen.

Auch das verschafft ihm wieder

mehr Lebensqualität. „Wenn ich früher

verreist bin, dann immer mit kiloweise

Brot im Gepäck“. Heute gibt es gute Hotels,

die glutenfreie Kost anbieten. Sie

seien nur unwesentlich teurer.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt,

der verzichtet in der Regel wegen seiner

politischen Überzeugung auf Fleisch und

tierische Produkte. Wobei von Verzicht

im eigentlichen Sinne nicht mehr die

Rede sein kann. In den Vegan-Regalen

von Bioläden oder Vegan-Läden mangelt

es an nichts: Rein pflanzlicher Geflügeloder

Rinderbraten-Ersatz ist hier ebenso

zu finden wie die schon berühmte Tofu-

Wurst. Soja, Pflanzenstärke, Tofu heißen

nur einige der fleischlichen Ersatzstoffe.

Wer sich vegan ernährt, verzichtet

wohl auf tierische Produkte, doch nicht

auf ihren Geschmack und ihre Angebots-

Vielfalt. Uralte wiederentdeckte Getreidesorten

wie Amaranth oder Quinoa sorgen

für zusätzliche Abwechslung und die

notwendige Mineralstoff-Zufuhr.

In Sachen Vegan trifft Nachfrage auf

Angebot: Inzwischen ernähren sich rund

1,1 Prozent aller Deutschen komplett

tierfrei. Um jährlich 17 Prozent wächst

deutschlandweit der Absatz veganer Produkte.

Neben Nahrungsmitteln sind das

auch Kosmetika und Kleidung. Damit

lässt das Vegan-Wachstum das des Bio-

Konsums weit hinter sich. Der Anstieg

ökologisch produzierten Essens liegt im

Schnitt bei fünf Prozent.

✒ -al-

T e r m i n e d e r S o n d e r t h e m e n

f i n d e n S i e a u f

Liebeszyklen

Nachts bist Du der Atem,

ungestillt nackt.

(ich sehne mich danach)

Früh kommt der Schatten,

der Schatten lässt sich

nicht haften,

wie Tapete an den Wänden

und ich bin froh, dass Du gehst.

Dann trifft das Labyrinth ein

(und ich will so tun),

als gäbe es nur

Liebeszyklen – irgendwann

geht dies immer und immer so

weiter.

Krankheit

Ob Autoimmun oder

Untergewicht

fällt ein Blatt ins leichte Gewicht.

Kriechend auf Warmen Boden

setzt sich Liebe zusammen,

trotz allem.

M. Varga

www.prenzlberger-ansichten.de


Seite 8

KIEZE VORGESTELLT

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Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

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1







2

Von Meisen, Pennern und Statuen

Dem Arnim-Kiez haftete lange das Klischee

des schmuddeligen Rand-Quartiers

an: Unterhalb der historischen, doch lauten

Bornholmer Straße gelegen, mit einem

von Ratten besetzten Platz mittendrin

und dem Wedding vor der Haustür.

Ein Rundgang mit Menschen, die dort

schon länger leben, verbunden mit der

Frage, ob ihnen - einem alten Vorurteil

von Prenzlauer Berg entsprechend - ihr

Kiez heilig ist.

Irgendjemand hat ein paar Meisenkugeln

in die Büsche gehängt.

Einige Blaumeisen umflattern

das lockende Futter, hängen

sich kopfüber ans Netz und picken sich

die Sonnenblumenkerne heraus. Friedlich

läuft das ab, ohne Streit und Geschnatter.

Die sprichwörtlichen frechen

Großstadt-Spatzen, die zerzaust und zerrauft,

einander gern das Futter streitig

machen, sind weit und breit nicht zu sehen.

Auch keine Ratten, mit denen der

Arnimplatz im vergangenen Jahr Schlagzeilen

machte.

An diesem frühlingshaften Winternachmittag

wirkt es hier still und kultiviert.

Eine Verabredung mit einer Bewohnerin

des Kiezes muss an diesem Platz beginnen.

Er ist ein Zentrum des Lebens im

Quartier – ob man nun Kinder hat oder

nicht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde

er als parkähnlicher Stadtplatz angelegt,

um dem Mangel an Erholungsflächen

entgegen zu wirken. Auch der

Arnim-Kiez war dicht besiedelter Proletarier-Kiez.

„Umso wichtiger waren solche

grünen Plätze, die nutzbar waren,

ohne Eintrittsgeld zu erheben.“, heißt

es in einer Beschreibung der Senatsverwaltung.

s

Finländische Str.

6

Czarnikauer Str.

Wichtig und kostenlos ist die Platznutzung

immer noch. „Hier ist eigentlich

immer was los.“, sagt Kathrin, die Arnim-Bewohnerin.

An schönen Tagen

stehen die Kinder vor den Spielgeräten

Schlange, Anwohnerinitiativen und anliegende

Kitas laden zu Festen.

Ursprünglich ist Kathrin, mit der wir zum

Kiez-Bummel verabredet sind, vor vielen

Jahren wegen der günstigen Miete

hierher gezogen. In eine Wohnung einer

Wohnungsbaugenossenschaft, die nicht

schick, aber ruhig, hell und gut bewohnbar

ist. Sie und ihr Lebenspartner haben

das Bad selbst saniert und Dielen in

die Zimmer gelegt. Dafür haben sie mit

der Genossenschaft eine Mietpreisgarantie

verabredet. Die Fluktuation in ihrem

Haus ist gering, die älteste Mieterin lebt

seit 35 Jahren hier. Die ruft auch gern

mal die Polizei, wenn das Kind in der

Wohnung obendrüber zu laut ist – nicht

wegen des Lärms, aus Sorge um das Kindeswohl.

Kleingarten-Idylle mitten auf dem Platz.

Bornholmer Str.

Bunt, für alle und meistens gut gefüllt: Der Arnimplatz an einem Winternachmittag.

Damals, Ende der 90er, war der Kiez ein

unentdecktes Rand-Quartier – ein Puff

lag nicht weit weg, es gab noch ein paar

typische Berliner Eck-Kneipen, nachts

grölten die Betrunkenen. Auf der Freifläche

vorm Haus trafen sich Penner.

Die jahrzehntelange Existenz unweit der

Berliner Mauer hatte ihre Spuren hinterlassen.

Inzwischen hat auch der Arnim-Kiez

seine Gentrifizierungs-Skandale, doch

sie scheinen hier unbemerkter vonstatten

zu gehen als in den südlichen Sanierungsbezirken.

Inzwischen siedeln

hier kleine Werbe-Agenturen, die ersten

schicken Italiener eröffnen unweit

des Platzes Lokale. Abends ausgehen

ist jetzt direkt vor der Haustür möglich,

man muss nicht mehr rüber auf die

Schönhauser Allee oder weiter in die

Stargarder Straße.

Gibt es einen Identifizierungsfaktor mit

diesem Kiez? Kathrin lacht und verweist

auf die in ihren Augen einzigartige

Mischung. Immerhin hat hier der erste

Berliner Vegan-Markt eröffnet, gibt’s

unweit von hier ein genossenschaftliches

Wohnmodell und eine alteingesessene

Bäckerei, für deren Schrippen und

Kuchen die Menschen Schlange stehen.

Tatsächlich. Brav und still aneinandergereiht,

trotzen Alt- und Neubewohner






3




Schwedter Steig

Ueckermünder Str.

Isländische Str.

Schwedter Str.

Behmstr.

Paul-Robeson-Str.

Malmöer Str.

Korsörer Str.

Arnimplatz

Falkplatz

Ystader Str.

Driesener Str.

Schivelbeiner Str.

Am Falkplatz

12

13

Sonnenburger Str.

Schönfließer Str.

Seelower Str.

Kopenhagener Str.

11

Gleimstr.

Gaudystr.

Rhinower

2

14

9

8

7

Dänenstr.

1

3 5

Milastr.

S

U

Kuglerstr.

Erich-Weinert-Str.

Rodenbergstr.

Wicherstr.

Stargarder Str.

Greifenhagener Str.

Greifenhagener Str.

Schönhauser Allee

Pappellallee

Humanplatz

Fortsetzung auf Seite 9

Wicherstr.

10

4

Cantianstr.



4

S Bornholmer Str. Eberswalder Str.

Friedrich-

Ludwig-

Jahn

Sportpark

U

Mehr über Arnimund

Gleimkiez:

5 6

7


..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

KIEZE VORGESTELLT

Seite 9

+ + + G l e i m - u n d A r n i m k i e z + + + K i e z n e w s + + + K i e z g e s c h i c h t e + + +

Fortsetzung von Seite 8

jeglicher Wetter-Unbill und warten, bis

sie in den winzigen Laden eingelassen

werden. Das Interieur ist altmodisch, die

Verkäuferinnen pragmatisch und professionell.

Berlin-Atmosphäre vergangener

Jahrzehnte. So sortiert sich der Brötchen-Markt

in diesem Quartier ganz von

selbst: Durch Tradition und guten Ruf.

Es gilt als Sakrileg, im Arnim-Kiez zu

wohnen und nicht in diesem Laden seinen

Rhabarberkuchen oder seine Hörnchen

zu kaufen („die schmecken wie früher!“).

Die Bäckerei drei Häuser weiter

ist gähnend leer.

Der Kiez ist, immer noch, ein vor allem

ruhiger Wohn-Kiez. Mit Familienzuwachs.

Unter die Stimmen der Kinder

und Eltern auf dem Spielplatz mischen

Vorbild für Verliebte: Die Bronzestatue

Bettina und Achim von Arnims steht seit

1996 auf dem Platz. Fotos (3): al

sich zunehmend englische, isländische,

spanische Stimmen. Das Geburtshaus

hat eine lange Anmeldeliste. Leute, denen

Wins- oder Kollwitz-Kiez zu schick

geworden sind, ziehen hierher und finden

Ruhe. Sie bringen ihre Kinder nachmittags

in die Jugendfarm Moritzhof im

Mauerpark oder zum Basketball-Training

nach Weißensee.

Auf dem Arnimplatz toben kleine Kinder

um das Denkmal von Bettina und Achim

von Arnim. Seit 1996 steht die Bronzeskulptur

hier und zeigt das Romantiker-

Paar in liebevoller, zärtlicher Pose. Kein

Wunder, dass kleine Kinder auch gern

in Schoß und auf Schultern der von Arnims

klettern, als wollten sie sich dazuschmiegen.

Verliebte ältere Paare bleiben stehen

und schauen zu. Ein fröhlich-harmloser

Betrunkener will unbedingt fotografiert

werden. Das Leben ist hier mit sich zufrieden,

so scheint es.

In einer der Grundschulen des Kiezes ist

es laut an diesem Nachmittag. Die halbwüchsigen

Kids daddeln mit ihren Handys

herum, schubsen sich und kichern.

Kathrins Tochter wird gleich kommen

und erzählen, wer in ihrer Klasse „Assi“

ist und wer cool. „Assi“ sind die Kinder,

die aus dem Wedding herüber kommen.

Cool das Mädchen, dessen Eltern einen

Schmuckladen besitzen.

Die Elfjährige ist ein Kiez-Kind, geboren

im Geburtshaus, aufgewachsen in einer

Kita und der Grundschule. Wenn sie

im nächsten Schuljahr auf eine weiterführende

Schule wechselt, dann wird sie

ihre Kiez-Grenzen zum ersten Mal täglich

verlassen. Was den Unterschied zu

einem Kinder-Leben im Bötzowkiez ausmacht,

das weiß sie nicht. Möglicherweise

gibt es den in diesem Alter auch

nicht.

Der Arnimplatz ist ihr Heimatplatz, auf

den Spielgeräten indes tobt sie schon

längst nicht mehr. „Das ist was für Babies“.

Sie trifft sich nach der Schule mit

ihren Freunden zu Hause, auf dem Platz

oder vor der neu erbauten Sporthalle.

Und zum Shoppen ziehen sie auf die

Schönhauser Allee.

Die Meisen haben ihre Meisenkugeln im

Gebüsch fast leergepickt. Nun gibt es

doch Krach. Als sie aufstieben, weil ein

von der Leine gelassener Hund sie jagen

will. Natürlich sind sie schneller als der

großstädtische Vierbeiner.

✒ -al-

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in der Gleimstraße. Herzlichen Glückwunsch in die Holzkircher

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13

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Verkehrssicherheit erforderte

Baumfällungen

In der Gleimstraße und Ystader Straße

wurde die Fällung von insgesamt fünf

Traubenkirschen notwendig. Diese Bäume

befinden sich in der Gleimstr. 51 und

in der Ystader Straße 1,12 und 15. Da

die Bäume stark mit Wurzelstockfäule

befallen sind, war die Standsicherheit

nicht mehr gegeben. Um die Verkehrssicherheit

zu wahren, wurden die

Fällungen notwendig. Jeweils ein Baum

in beiden Straßen musste auf Grund des

aktuellen Zustandes bereits am 18. Februar

gefällt werden. Die Fällungen der

verbleibenden Bäume wurden am 24. Februar

ausgeführt.

8





Spielplatzneubau macht Fällung

erforderlich

Das Straßen- und Grünflächenamt informiert,

dass im Zusammenhang mit dem

Neubau eines Kinderspielplatzes auf dem

Grundstück Norwegerstr. 1, Bäume gefällt

und Strauchrodungen durchgeführt

werden mussten. Fünf Bäume und fünf

Obstwildlinge blieben erhalten. Neben

flächigem Aufwuchs, darunter 19 Bäume

mit einem Stammumfang von 30 bis

80 cm, sind acht Bäume betroffen, die

unter die Baumschutzverordnung fallen,

darunter: drei Birkenpappeln, zwei

Eschenahorn, ein Götterbaum, eine

Graupappel und eine Robinie. Nach vorangegangener

Bürgerbeteiligung soll

das Ideenkonzept für den neuen Spielplatz

2015 umgesetzt werden. Im Zuge

des Spielplatzneubaus werden im Herbst

17 Bäume neu gepflanzt.

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Klängen in wohlfindender, warmer

und ruhiger Atmosphäre. Mehr Infos unter

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Kuglerstr. 68

Tapas und Mezza im „AndaluZia“

Wenn man ein Bild von der Vielfalt der



spanisch-maurischen Küche bekommen

möchte, sollte man sich daran erinnern,

was an Nahrungs- und Genussmitteln

durch die Araber nach Europa gebracht

wurde. Die Kombination der Tapas und

Mezza entstand in Al-Andalus (der arabische

Name für die zwischen 711 und

1492 muslimisch beherrschten Teile der

Iberischen Halbinsel). Im „AndaluZia“

kann man viele dieser Delikatessen der

maurischen Küche genießen.

Kopenhagener Str. 69

Klaviere und Flügel

In der Klavierwerkstatt von Marcellus

Jany kann man gute, aufgearbeitete Klavier

und Flügel kaufen oder sein kostbares

Instrument fachmännisch reparieren

lassen. Dabei darf man auch schon mal

über die Schulter schauen. Zum Stimmen

kommt der gelernte Klavier - und Cembalobauer

nach Terminvereinbarung ins

Haus.

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Eine Schamanentrommel bauen beginnt

mit der Bereitschaft sich auf eine neue

Begegnung mit den Naturkräften und

sich selbst einzulassen. In der Heilpraxis

von Ruedi Rüegg (ab April in der Oderberger

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Instrumente der Menschheit

herstellen.

Solche Trommeln wurden von Schamanen

und Medizinmänner in allen Kulturkreisen

benutzt, um zu heilen, um Kraft

zu entwickeln (sich erden), um (verlorene)

Informationen aufzuspüren und um

Visionen zu entwickeln.

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12










11


Seite 10

MENSCHLICHES, ALLZUMENSCHLICHES

..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

UND DAS, WAS ÜBRIG BLEIBT, TEIL II

Und was daraus wurde …

Erzählt wird die Geschichte eines „zerbrochenen“

Mädchens. Die letzte Folge endete

mit der Geburt des Bruders und wie sich

dadurch der familiäre Zusammenhalt neu

gestaltet hatte.

Für die sechsjährige Bettina, die

vom Tod ihrer Mutter noch immer

traumatisiert war, war die

Geburt ihres Halbbruders eine gewisse

Möglichkeit ihren Empfindungen einen

zusätzlichen Inhalt zu geben.

Auch wenn dieser nicht unbedingt

Schmerz lindernd wirkte, so aber im

kindlichen Zwiegespräch mit dem kleinen

Wesen zu völlig neuen Gefühlserlebnissen

führte.

Bettina gelang es nie, sich aus der Umklammerung

ihres Traumas zu lösen. Zu

ihrer sieben Jahre älteren Schwester

hatte sie nie ein gespanntes Verhältnis,

aber auch nicht das, was sie aus dieser

emotionalen Belastung hätte befreien

können. Dieses sehr intelligente Mädchen

war aber auch nicht in der Lage,

ihrer kleinen Schwester die emotionale

Geborgenheit zu vermitteln, die sie eigentlich

selbst benötigte. Jedoch der

Bruder der beiden hatte diese so wichtige

Bezugsebene bei der neuen Mutter im

Wesentlichen wieder gefunden. So gesehen

wurde ihr großer Bruder, in ihrer

Wahrnehmung der ausgeglichene Starke,

die Bezugsperson für sie. Der Vater war

dafür nicht infrage gekommen, da er ohnehin

kaum Zeit hatte, um auch seiner

kleinen Tochter den nötigen Zuspruch

zu gewähren. Die Bezugsperson -Großer

Bruder- nahm jedoch die von seiner kleinen

Schwester zugedachte Führungsrolle

nicht an. Von dieser seinen kleinen

Schwester fühlte er sich häufig sogar belästigt.

Eine Zeit lang konnte er

sie deswegen nicht mehr ausstehen.

Irgendwann fühlte sich Bettina

nicht nur von ihrem Vater

enttäuscht; insbesondere aber

von ihrem Bruder. Diese Enttäuschung

drang anscheinend so

tief in sie hinein, sodass diese

emotionale Entsagung das Trauma

des Todes ihrer geliebten

Mutter kompensierte. Diese emotionale

Kompensation nahm ihr

möglicherweise das Bedürfnis,

eine Beziehung zum anderen Geschlecht

aufzunehmen. Nicht nur

das definierbare Bedürfnis ist ihr

abhanden gegangen, sondern

noch fiel mehr, nämlich auch das

seelisch erotische Verlangen.

Trotz alledem entwickelte sich

Bettina zu einem äußerst attraktiven

Mädchen. Von allen Jungs

und jungen Männern in ihrem

Heimatort wurde sie jedes Mal

als das schönste Mädchen auserkoren.

Sie jedoch zeigte kein Interesse

für das männliche Geschlecht.

Auch ein entsprechendes Schamgefühl

gegenüber ihren Verehrern brachte

sie nicht auf. Während einiger Klassenfahrten

musste sie von ihren Lehrern

ermahnt werden, ihre Unbekümmertheit

im Umgang mit ihrem nackten Körper etwas

einzuschränken. In ihrer sehr burschikosen

Art, die total im Widerspruch

zu ihrer sehr weiblichen Figur stand, hat

sie keine Rücksicht darauf genommen,

welche Folgen ihre auffällige Ungezwungenheit

im Beisein anderer auslöste. Das

hatte auch nichts mit weiblicher Koketterie

zu tun. Niemandem wurde jedoch

klar, wie Bettina eigentlich limitiert

war. Sie selbst nicht einmal.

Bettina fühlte sich für eine

medizinische Laufbahn berufen.

Sie wurde Krankenschwester.

In einem Krankenhaus,

in dem sie dann

ihren ersten Arbeitsplatz gefunden

hatte, lernte sie Regina,

eine drei Jahre ältere

OP-Schwester kennen. In

Regina fand sie eine Frau,

von der sie so begeistert war,

dass sie ihr ihre gesamte Leidensgeschichte

mit allen Details

mitteilen musste. Diese

nicht nur sehr vertrauliche

Beziehung dauerte nur zwei

Jahre.

Aus welchen Gründen sie

aber in das weit entfernte

Halle ging, war wohl nicht

nur eine rationale Entscheidung

viel mehr meinte sie

mit diesem Schritt etwas los

zu werden, was fort an ihr

Leben bestimmen wird und

nicht nur das; es wird zu ihrem

Schicksal führen.

Bettina hat sich nie zu ihrer

Ausrichtung bekannt. Im Gegenteil.

Sie prahlte all zu oft mit angeblichen

Männergeschichten, und dass sie

mehrere Schwangerschaftsabbrüche über

sich hatte ergehen lassen.

Ihre Vortäuschungen gingen sogar so

weit, dass sie sich als Honeckers Lieblingshandballerin

ausgab und mit einigen

Politbüromitgliedern geschlafen haben

wollte. Bei all ihren Eskapaden ließ

sie aber immer wieder durchblicken,

dass ein wirkliches Vertrauen nur unter

Frauen möglich sei. Womit sie aus ihrer

Sicht gesehen gar nicht mal so unrecht

hatte. Von Kindheit an wurde sie

im tiefsten ihres Inneren nur von Männern

enttäuscht. Und diese Männer waren

ihr Bruder und ihr Vater. Diese beiden

haben sich ihr in einer Zeit als sie

niemanden mehr hatte, in einer Form

verweigert, wie dazu nur der Tod imstande

sei. Bettina fand nie zu sich. In ihrem

Beruf fand sie ihre Bestätigung. Im

Privatleben war es der Alkohol, der ihr

irgendwann ihr Berufsrenommee streitig

gemacht hatte.

Man fand sie nachts vor ihrer Wohnungstür;

Todesursache Insuffizienz der

Bauchspeicheldrüse.

✒ Bernd Kähne

Fortsetzung folgt

Der Autor war 30 Jahre

als Schöffe tätig. Hier beschreibt

er Geschichten, die

sich tatsächlich zutrugen.

+ + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + +

1. SONNTAG

“Weicht, ihr Trauergeister”

Motetten von J.S. Bach

Sonate für Viola da Gamba und Clavier G-Dur; European

Bachensemble, Mechthild von Henke-Krems – Viola

da gamba, Bernadette Weigmann – Continuoorgel,

Leitung: Kim Nguyen; 15 Uhr, Paul-Gerhardt-Kirche,

Wisbyer Str. 7, Eintritt frei, Spende erbeten

3. DIENSTAG

Hot Jazz + Swing

JAM SESSION jeden 2. Dienstag (also auch am 17. &

31.3.) von 20.30-23.30 Uhr, im KNOFEL Keller, „Knofel

- das Knoblauchrestaurant“, Wichertstr. 33a, Ecke

Dunckerstraße

5. DONNERSTAG

HandVerLESEN – Claudia Rusch

Die Autorin präsentiert ihren neuesten Krimi „Zapotek

und die schlafenden Hunde“. 20 Uhr im Kultur- und

Bildungszentrum Sebastian Haff ner, Prenzlauer Allee

227, Eintritt frei. Bei einem Glas Wein besteht im Anschluss

an die Lesung die Möglichkeit, am Büchertisch

des Georg Büchner Buchladens das Buch zu erwerben

und von Claudia Rusch signieren zu lassen.

Tanz: AUREA

ein Tanzprojekt von Emanuele Soavi incompany in Kollaboration

mit Susanne Linke

Auch am 6., 7. & 8.3., jeweils 20.30 Uhr im DOCK 11

VERANSTALTUNGSORTE

BLAUE STUNDE Galerie, Chodowieckistr. 25

Liselotte-Herrmann- GRUSIGNAC,

Str. 36

Prenzlauer Allee 191

Blumencafé,

Haus der Sinne, Ystader

Schönhauser Allee 127a Str. 10

„Café Lyrik“, Kino Krokodil,

Kollwitzstr. 97 Greifenhagener Str. 32

danziger50,

Kulturbrauerei, Knaackstr.

97

Danziger Str. 50

DOCK 11,

Lichtblick-Kino, Kastanienallee

77

Kastanienallee 9

Druckgraphik-Atelier,

Dietrich-Bonhoef-

Prenzlauer 227/228

Museum Pankow,

fer-Str. 3

Pavillon am Milchhof,

EWA Frauenzentrum, Schwedter 232

Prenzlauer Allee 6 Pfefferberg, Schönhauser

175/176

FAU-Lokal, Lottumstr.

11

Reisebüro Global,

Frauenkreise, Choriner Immanuelkirchstr. 29

Str. 10

SCHAUBUDE BERLIN,

Galerie F92, Fehrbelliner

Str. 92

Sonntags-Club, Greifen-

Greifswalder Str. 81-84

Galerie Helga Maria hagener 28

Bischoff,

Staatsgalerie Prenzlauer

Berg, Greifswalder

Kollwitzstr. 74

Galerieladen kunst-abunt,

Wörther Str. 39 Studio K.Li, Oderberger

Str. 218

Galerie Kurt im Hirsch, Str. 12

Kastanienallee 12 Theater unterm Dach,

Galerie Parterre, Danziger

101

„WABE“, Danziger Str.

Danziger Str. 101

Galerie Vinogradov, 101

6. FREITAG

Maik Brüggemeyer liest

„Catfi sh. Ein Bob Dylan Roman“ (Buchpremiere), musikalische

Begleitung: Gisbert zu Knyphausen. Ort: Kesselhaus

(Kulturbrauerei), Einlass: 19, Lesungsbeginn:

20 Uhr

7. SAMSTAG

Frühlingskonzert – A cappella im Doppelpack

JazzVocals (Berlin) & Kammerchor Northern Spirit

(Bremen); Vokalmusik der Extraklasse – von zeitgenössischer

Musik über Pop bis Weltmusik; 20 Uhr,

Elias-Kuppelsaal, Göhrener Str. 11

Theater: Ich weiß nicht mehr Bescheid

Theaterstück nach Daniil Charms „Die Fälle“, 20 Uhr im

ZENTRUM danziger50

8. SONNTAG

Studio Klara Li WELTFRAUENTAG

Festausstellung, 13-17 Uhr: „Ausgezeichnete Frauen,

von Anmut bis Zorn“, Portraitfotos ANDRADI. Festkonzert,

19.30 Uhr: Klara Li (vocals, waterglassmusik), Albrecht

Walter (Klarinette, Bandoneon), Thomas Pertzel

(saxophone) remuneration in the hat,

Ort: Studio für Angewandte & Bildende Kunst, Experimentelle

Musik, Oderberger Str. 12

12. DONNERSTAG

Performance: Golden Game

eine Performance von Claire Vivianne Sobottke und

Tian Rotteveel. Auch am 13. & 14.3., jeweils 20.30 Uhr

im DOCK 11

13. FREITAG

(THE) ROLLING FLOYD

Ein Stück mit Puppen und Menschen. Regie: Lilian

Matzke.

Auch am 14. & 15.3., jeweils 20 Uhr im Theater unterm

Dach. „Bestes Nachwuchstheaterstück 2014“ Jurypreis

der Stadt Wien

„Orpheus in der Unterwelt“

Ein spritzig inszeniertes Puppenspiel mit der Musik von

J. Off enbach. 20 Uhr im Puppentheater Felicio, Schivelbeiner

Str. 45

14. SAMSTAG

Vernissage: „Spuren von Troja“

Emaillen von Mikhail Selishchev, Rostov Welikij, Russland.

Beginn 17 Uhr in der Galerie Vinogradov, Chodowieckistr.

25

Theater: „Lost Love Lost oder …

… Lasst mich den Löwen auch noch spielen!“ Ein

Shakespeare-Mix am 14. & 16.3., jeweils 19 Uhr, am

15.3., 17 Uhr im Theater RambaZamba (Kulturbrauerei)

Vernissage - Camera Obscura -

„Paris - Rom – Erkner“, Fotografi en von Micha Winkler.

Ort: Reisebüro Global, Immanuelkirchstr. 29

15. SONNTAG

airport

eine CD Release von Transit Elektro. 20 Uhr im DOCK 11,

Saal 1 mit After Show Party im Café DOCK 11

18. MITTWOCH

Jochen Distelmeyer liest „Otis“

Am Anfang war Musik: Auf einer musikalischen Lesereise

präsentiert Blumfeld-Sänger Jochen Distelmeyer

seinen Debütroman ‚Otis‘. Ort: Kesselhaus in der Kulturbrauerei,

Einlass: 19, Lesungsbeginn: 20 Uhr

19. DONNERSTAG

Jazz Konzert

„PapaCastillo: Vocal Jazz Duo“, 19.30 Uhr im „Café Lyrik“

20. FREITAG

Lesung: Salomea Genin

Salomea Genin liest aus ihrem Buch „Scheindl und

Salomea“, zusammen mit Karsten Troyke, der die

Ihr Partner für Hard- und Softwarelösungen in der Gastronomie

Danziger Straße 108 · 10405 Berlin · Tel.: 030 - 42 85 92 66 · info@gerdbludau.de · www.gerdbludau.de

Lesung mit einigen seiner jüdische Lieder begleiten

wird. Ort: Esmarchstr. 18, im Veranstaltungsraum der

Kurt-Tucholsky-Bibliothek, beim Verein Pro Kiez e.V.,

Beginn: 20 Uhr

Theater: „Ich, Marquis de Sade, Citoyen“

Pünktlich zum 200. Todestag des berühmt-berüchtigten

Marquis de Sade bringt die Künstlervereinigung

KULTURSCHLUND die dramatische Produktion auf die

Bühne. Auch am 21.3., jeweils 19 Uhr im ZENTRUM

danziger50

Konzert: Me in a Million -

deutscher Post - Hardcore der extra Klasse! support:

Dancing Bears with Broken Legs. Einlass ab 20 Uhr, Ort:

Pfeff erberg Haus 13


21. SAMSTAG

Film: „Wer rettet wen?“

Dokumentarfi lm, D 2015, 104 min, Regie: Leslie

Franke und Herdolor Lorenz. Seit fünf Jahren werden

Banken und Länder gerettet. Politiker schaff en immer

neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen

wieder für Hungerlöhne arbeiten. 18 Uhr im

Lichtblick-Kino. U.a. auch am 23. & 25.3., 22 Uhr und

24.3., 17.45 Uhr

G.F. Händel: Brockes-Passion

Consortium musicum Berlin, Kammerorchester, Leitung:

Vinzenz Weissenburger; 19 Uhr, Gethsemanekirche,

Stargarder Str. 77

Jan Plewka singt Rio Reiser –

es spielt die Schwarz-Rote Heilsarmee. Ort: Kesselhaus

(Kulturbrauerei), Beginn: 21 Uhr

22. SONNTAG

POLYPHONIA XL.

Thomas Tallis – Spem in alium, Anton Bruckner – e-

Moll Messe, Igor Stravinsky – Messe, liturgische Gesänge

aus Georgien; Aulos Bläserensemble, Cantus Domus

– Junger Chor Berlin, Leitung: Ralf Sochaczewsky;

20 Uhr, Gethsemanekirche, Stargarder Str. 77

25. MITTWOCH

Klassik Konzert „Trost#3 - Balsam für die Seele

in der Passionszeit mit Liedern, Arien und anderen

Träumereien von Gounod, Strauss, Weill u. a.“ 19.30

Uhr im „Café Lyrik“

26. DONNERSTAG

Buchvorstellung: `Rettet den Sozialstaat´

Kerstin Gundt stellt um 19 Uhr im Blumencafé, Schönhauser

Allee 127a, ihr Buch `Rettet den Sozialstaat.

Fakten gegen Vorurteile´ vor. Als Politologin stellt sie

Wege aus der Wirtschaftskrise vor. Zur Unterhaltung

gibt es eigene Lieder und Gedichte zum Thema sowie

ein kleines Quiz.

Tanzperformance: Doggy Style

von Joshua Monten. Auch am 27.3., 13 & 20.30 Uhr, am

28.3., 20.30 Uhr, am 29.3., 19 Uhr im DOCK 11

28. SAMSTAG

J.S. Bach: Johannes-Passion

StudioChor Berlin, neues barockorchester berlin,

Ursula Fiedler – Sopran, Ulrike Bartsch – Alt, Christian

Mücke – Tenor, Andreas Beinhauer und Florian

Hartmann – Bass, Christina Hanke-Bleidorn – Orgel,

Leitung: Joachim Geiger; 18 Uhr, Gethsemanekirche,

Stargarder Str. 77

Konzert-Vorschau Karfreitag

H. Schütz: Matthäus-Passion (in der Bearbeitung von

Arnold Mendelssohn), G. Bouzignac: Zwei Passionsmotetten;

Kammerchor der Sing-Akademie zu Berlin,

Lautten Compagney Berlin, Leitung: Kai-Uwe Jirka; Fr,

3.4., 17 Uhr, Gethsemanekirche, Stargarder Str. 77

FRAUEN

1. Frauen-Stammtisch für Alleinerziehende

„Heldinnen des Alltags“ (Zeit, dass sie sich kennenlernen)

am Sa., den 7.3. um 21 Uhr im Café Anita Wronski,

Knaackstr. 26

Singworkshop für Frauen

NATIVE AMERIKA - Indianische Lieder, Sa., 14.3., 14-18

Uhr bei FRAUENKREISE, Choriner Str. 10, Anmeldung

erbeten: 030 42803696

Neue Reihe: Kiez-Talk im EWA

Die Integrationsbeauftragte des Bezirks Pankow Frau

Katarina Niewiedzial stellt sich vor. Mo., 16.3., 20 Uhr

im EWA Frauenzentrum

Politisches Kabarett im EWA

Gisela Oechelhaeuser - Allgemeine Mobilmachung.

Do., 19.3., 20 Uhr im EWA Frauenzentrum

Claudia Koppert – Lesung

In ihrem Roman „Sisterhood – eine Sehnsucht“ lässt

Claudia Koppert uns teilhaben an ihren Erinnerungen

über die „wilden Achtziger“. Fr., 20.3., 20 Uhr im

Sonntags-Club (Nur für Frauen)

Konzerte im Sonntags-Club

Am Sa., 21.3., 20 Uhr: LASMA – Konzert und Performance.

LASMA, ist in ihrer weißrussischen Heimat eine

der bekanntesten und gefragtesten E-Gitarristinnen.

Eintritt 7 für SC-Mitglieder 4 €. Am So., 22.3., 20 Uhr:

TEA: Drei Singer/Songwriterinnen aus Hamburg. Eintritt

frei

Ausstellung: Frauenportraits

Von Oxana Mahnac in der Galerie im EWA Frauenzentrum.

Finissage: 25.3., 19 Uhr

Sicht-Weise: Frauenfi lme

Gezeigt wird ein Film, der in sinnlichen Bildern, eine


..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

KULTURLEBEN · SZENE & EVENTS

Seite 11

ASTROLOGIE

Die letzte Schlacht!

2015 – Glücksgefühle und ängstliche Unruhe

stehen in regem Wechsel miteinander.

Der Druck des letzten Jahres ist weg,

aber um Dich herum, brodelt es dennoch

wie in Teufels Suppentopf?

Kein Wunder, denn die heißeste

Phase kommt noch, und nach

diesem Monat kann alles anders

sein. Meine Freunde raunen, dass keine

Astrologe sich zur politischen Weltlage

äußern wolle. Es ist ja auch schwierig,

denn es ist keine Zeit zum Zuckerschlecken.

Also sag ich etwas, und ich schicke voraus,

dass ich mir nichts mehr wünsche

als einen glimpflichen Ausgang, denn die

letzte Konstellation dieser Art war 1933,

und wir verarzten nach 82 Jahren immer

noch die Wunden, die damals gerissen

wurden.

Einige Erläuterungen in Stichworten:

Pluto: machtvolle Verbindung, die fixe

Vorstellung, die Bedingung, kontrollierende

Manipulation, die Tarnsformation.

2008-2024 im Steinbock, hält Kontrolle

über Normen, Ressourcen, Gesetze und Finanzen.

Neptun: rauschhafter Vernebler, das Loch

im Netz, der spirituelle Geist. 2012-2020

in Fische, schwemmt Verdrängtes an die

Oberfläche, Enttarnung kollektiver Unwahrheiten

und Mauscheleien

Uranus: der Freigeist, der Reformer,

sprunghaft doch folgerichtig. 2011-2019

in Widder, Befreiung aus alten Konventionen,

der autonome Neubeginn

Mars: der eigene Wille, Trieb und Antrieb,

Mut und Angriff. 20.2.-1.4.15 in Widder.

Er wird in diesem Frühling eine entscheidende

Rolle spielen.

Der Machtverlust

Pluto fühlt sich bedroht von allem Neuen

(Quadrat mit Uranus). Hüben wie drüben

klammert man sich an die alten Werte.

+ + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + + S z e n e & E v e n t s + + +

verbotene Liebesbeziehung im China der 80er Jahre

zeigt. Fr., 27.3., 20 Uhr im Sonntags-Club, Eintritt frei.

(Nur für Frauen)





SPECIALS

Frühlings-Frühstück im Café 157

am So., 15.3., von 11-13 Uhr für 3,50 €, Anmeldung

wichtig, Tel. 030 4250124. Kaff ee und Tee sind im Preis

mitinbegriff en. Café 157 (Stiftung SPI-Alkoholfreier

Kieztreff ), John-Schehr-Str. 24

NEUER CHOR - Lieder vom BALKAN

Für Männer und Frauen. Proben 14-tägig dienstags 19-

21 Uhr. Infos & Anmeldung: 030 42803696

Funkwellen

„OKbeat – das Original“ Donnerstag alle zwei Wochen

um 13 Uhr – Termine: 12. und 26.3. bei „alex-radio auf

88vier“; „Schlag 8“ am 4.3., 20.30 Uhr live bei „Pi-Radio

auf 88vier“, Gast: Jana Berwig; DJ Rolf jeden Dienstag

von 20-22 Uhr und jeden Mittwoch 10-12 Uhr auf vipradio.de;

mehr unter rolfgaensrich.wordpress.com

Crazy Words – die halboffene Kleinkunstbühne

Am Sonntag den 22.3. von 16-18 Uhr – (Einlass ab

15.30 Uhr) in der abbauBar des ZENTRUM danziger50

und auf rockradio.de

Cola fi nanziert Grundeinkommen

Die „BGE-Cola“ ist da. Deren Name auf dem Etikett ist

etwas umständlich: „Was würdest du arbeiten, wenn

für dein Einkommen gesorgt wäre?“ Sämtlicher Gewinn

aus den Verkaufseinnahmen des Getränks soll

in noch zu fi nanzierende Grundeinkommen fl ießen.

Es ist Angst vorm Wandel (der 1989 begann)

hat, weil dieser das jeweilige Bild

der Welt “zerstört”. Pluto muss sich radikalisieren,

um sich Verhör zu verschaffen,

weil er merkt, dass ihm alles aus den Fingern

zu gleiten droht. Er versorgt sich unlauter

mit Reichtum und Bodenschätzen -

der IS z.B. von den eroberten Ölfeldern,

deren Öl schwarz in der Türkei verkauft

wird - oder manipuliert, indem er mit Embargo

droht und glaubt, so die Kontrolle

zu wahren. Man gibt dem Gegenüber

Schuld an allen Misslagen, und schreckt

auch vor seelischer oder körperlicher Folter

nicht zurück.

Der Kampf um die inneren Bilder, die immer

mehr verschwimmen (Neptun). Dadurch

zwanghafte Manipulationsversuche.

Denn eigentlich ist die Menschheit seit

2011 schon im Befreiungssprung zur eigenen

Autonomie begriffen (Uranus) und

hat es satt, sich von Giftzwergen, Obrigkeiten

und Machtstrukturen kontrollieren

zu lassen, die zu lange ausgebeutet(Pluto)

und gelogen(Neptun) haben.

Die neue Kraft

Uranus leitete den Arabischen Frühling

ein, als er 2010 zum ersten Mal den Widder

betrat. Dann ging er für 3 Monate zurück

in die Fische. Subversive, sich hinter

Nächstenliebe subtil verbergende Kräfte

konnten dem Volk, dass sich nach Freiheit

sehnte, noch einmal ein X für‘ n U vormachen.

Diese Kräfte (Pluto) legten IS den

roten Teppich aus und bemerkten nicht,

welches vernichtende Potential sie in den

eigenen Reihen nährten.

Freiheitsbestrebungen in Europa: Medien

rücken in den Fokus der Gesellschaft

und werden nach einigen Faut-pas in der

Berichterstattung längst nicht mehr für

voll genommen. Die Volksstimmen werden

lauter.

In Amerika wird transparent (Neptun in

Fische), dass weder Demokraten noch Republikaner

ein Garant für das Einhalten

Momentan werden für dieses Projekt noch ein Vertrieb

und Abnehmer gesucht.

AUSSTELLUNGEN

„Joker“

Gemälde und Plakate von Pavel Rostovsky. Bis 12.3. in

der Galerie Vinogradov, Chodowieckistr. 25, Mi.-Fr., 15-

19, Sa., 11-15 Uhr

„Dämonen und Devas“

Ausstellung von Inga Panovaite (Vilnius/Litauen).

Inspiriert vom Hinduismus stellt der Bilderzyklus die

strahlenden Gottheiten (Sanskrit: Devas), als Licht in

uns, und die neidischen Dämonen (Sanskrit: Asuras),

als Schatten in uns dar.

Bis Ende Mai im Wild Hair, Prenzlauer Allee 195a / Danziger

Straße

„BERLIN - IMMER HIP UND SEXY“

Fotoausstellung von Boris Merzliakov aus Kiew. 1.-

31.3., Vernissage: Fr., 6.3., 19 Uhr im GRUSIGNAC

Angriff auf die Ecken und Kanten

Katharina Lüdicke. Vernissage: Sa., 7.3., 19 Uhr im Pavillon

am Milchhof. 8.-15.3., n. V.: 0177 7970459

www.prenzlberger-ansichten.de

Micha Brendel

Prachtschriften & Frachtbriefe (Verschriftungen). Bis

21.3. in der Staatsgalerie Prenzlauer Berg

Kimberly Meenan - Mond und Galle

Finissage: So., 29.3. mit Special Closing Event, 15 Uhr

in der Galerie Kurt im Hirsch

FRAUEN in Bildern

Malerei und Grafi k aus hundert Jahren - Vernissage |

Matinee am So., 8.3., 11 Uhr. 12 Uhr: „WeibsBilder” -

Cathrin Alisch erzählt, spielt und musiziert mit viel

Musik Geschichte über Frauen aus aller Welt. Ort: Galerieladen

kunst-a-bunt am Kollwitzplatz, Ausstellung

bis 13.5.

Vernissage: EinBlicke - Zeichnungen

Der Aktsalon zu Gast in der Galerie unter der Treppe.

Seit 2008 ist der Aktsalon regelmäßiger Gast im ZEN-

TRUM danziger50. 12.3., 19-21 Uhr

Neue Ausstellung im Museum Pankow

„Peter Fritz. Stadt- & Menschenbilder aus 5 Jahrzehnten“.

Die Ausstellung wird bis zum 26.4., Di.-So., 10-18

Uhr, in der Ausstellungshalle in der Prenzlauer Allee

227/228 gezeigt. Der Eintritt ist frei.

von Menschenrechten sind (mehr dazu in

Juniausgabe).

Die Letzte Schlacht

Seit 2012 stehen Uranus und Pluto im

Quadrat (90°Bogenminuten), der Aspekt

der absoluten Unvereinbarkeit. Egal, welches

Problem sich seit 2012/13 auftat, es

war nicht auf der Ebene lösbar, auf der es

entstand und nicht mit den selben Mitteln

zu bekämpfen, mit denen es angegriffen

wurde. In so einer Situation - das

wissen Sie aus eigenen Lebenserfahrungen

- ist die Kommunikation irgendwann

gänzlich ausgeschaltet, und man sucht

nur noch nach finalen Lösungen. Oder

man zieht sich selbst aus der Situation

und flieht. Auf jeden Fall zieht die Spannung

sich immer fester zu und erzeugt

immer mehr Druck.

Zwischen dem 11. und 17.03.2015 geht

es also zum “Letzten Kampf”, der über

die Zukunft in der Welt sehr entscheidend

sein kann. Das Quadrat wird am 16.3. zum

allerletzten Mal gradgenau, und die beiden

Kräfte wollen es ein allerletztes Mal

wissen. Wer siegt? Die, die die alten Werte

aufrecht erhalten, oder die die sich in

die Zukunft bewegen? Die Machthaber

oder das Volk? Die, welche die Ressourcen

kontrollieren oder die, denen sie territorial

eigentlich zustehen?

Mars wird am 11.3. eine Konjunktion(0°

Bogenminuten) zu Uranus im Widder bilden

und daher in das Quadrat einbezogen.

Man sollte genau wissen, in was er sich an

den Tagen hineinziehen lässt. Mars-Pluto

ist die aggressivste Konstellation, die es

gibt. Man fühlt sich viel schneller angegriffen

und reagiert mit totaler Vernichtung

oder Abspaltung.

Da Uranus im Mars-Zeichen steht, werden

seine Autonomiebestrebungen unterstützt.

Gleichzeitig ist die Energie völlig

unkontrolliert, denn weil Uranus beteiligt

ist, kann das zündende Moment aus einer

für uns noch gar nicht ersehbaren Ecke

kommen.

Die Auflösung und der Neubeginn

Ab dem 20.3. wird sich Uranus eiligen

Schrittes aus Plutos Bannkreis weg bewegen,

Abstand nehmen. Der Geist (Uranus)

distanziert sich von den Bedingungen

(Pluto), oder das Volk (Uranus) trennt

sich von den Machthabern/Unterdrückern

(Pluto).

Am 18.4. wird der Widder-Neumond eine

neue Phase dieser Epoche einleiten. Nach

diesem Datum folgen im weiteren Verlauf

des Jahres nur noch positive Aspekte mit

Jupiter(Sinn und Hoffnung), Venus(Liebe

und Feinsinn), Neptun (universale Liebe)

folgen. Ergo, wenn unsere Welt dann

noch steht, können wir uns auf eine Phase

der Ruhe und Ausgeglichenheit freuen,

auf neue Verhandlungen ohne Polarisierungen

und auf einen konkreten, seelisch

genährten Wiederaufbau.

In diesem Sinne uns allen Toi Toi Toi,

Eure Haus- und Hofastrologin,

Dorothea E. Fiedler

www.stelladanza.de

„Wiedererkennung“

Unter dem Motto „Wiedererkennung“, werden Portraitaufnahmen

von ständigen Begleitern des Cafés

157 (Stiftung SPI-Alkoholfreier Kieztreff ) ausgestellt.

Vernissage: Sa., 28.3. ab 15 Uhr im Café 157, John-

Schehr-Str. 24

Bücher/Bilder/Video

von Christoph Meyer Ausstellung bis zum 4.4. in der

Galerie F92

„Zwischentöne“

Monotypien, Radierungen und Prägedrucke von Rahel

Mucke, Karin Tiefensee und Eberhard Hartwig.

Bis 24.3. im Druckgraphik-Atelier, Mo., 16-18.30, Di.

18-22 Uhr

Sample Cities

Mit einer Ausstellung (bis 3.4.) stellen Gustáv H‘mos

und Katja Pratschke ihre jüngste Publikation vor.

Showroom Vice Versa, Immanuelkirchstr. 12

Katharina Worring. Erinnerte Landschaft

Ausstellung bis 12.4. in der Galerie Parterre, Mi.-So.,

13-21, Do., 10-22 Uhr

Kulturtipps an dirk.wanner@gmx.de

ANZEIGE

„Spuren von Troja“ in der Galerie Vinogradov

Am 14. März lädt die Galerie Vinogradov

zur Vernissage der neuen Ausstellung

„Spuren von Troja“, Emaillen von

Mikhail Selishchev, Rostov Welikij, Russland.

In dieser Ausstellung geht es um

Liebe, Hass und Wohlsein. Woher kommt

die Liebe, wohin geht sie und wann verändert

sie sich in Hass? Wir erinnern

uns nicht genau, warum der Trojanische

Krieg begann, was war die Ursache dieses

blutigen Bürgerkrieges. Es gibt viele

Versionen. Vielleicht war es die verrückte

Liebe von Paris zu Helena der Schönen,

die ihn zwang, die Frau von Menelaos zu

entführen, oder der Willen des Allmächtigen

Zeus oder die Rache der beleidigten

Intrigantin Eris. Aber auch über 10

Jahre hasserfüllte Griechen töteten einander,

bis Troja ausgelöscht und zerstört

war.

Die Ausstellung zeigt mehr als 20 Werke

– Wandbilder und Collagen – ausgeführt

in gemischter Technik: Emaille, Holz,

Stahl, Seil.

Vernissage: Sa., 14.3., 17 Uhr; es wird

ein Dokumentarfilm über den Prozess der

Herstellung von Emaille im Atelier des

Künstlers gezeigt, der Künstler ist anwesend.

Die Ausstellung ist bis zum 12. April

zu sehen.

Mi.-Fr., 15-19 Uhr, Sa., 11-15 Uhr

Galerie Vinogradov

Chodowieckistr. 25, Tel. 030 86430410

www.eurusart.com

facebook: ansichten prenzlberger

Workshops & Kurse

Drechselkurs - Es läuft rund!

Schenken Sie sich selbst oder Ihren Liebsten

einen Drechselkurs. Gemeinsam

drechseln wir ein Schreibgerät oder eine

Schale. Grundlagen zur Drechselbank,

Holz- und Werkzeugkunde inkl.

Weitere Infos: Tel.: 0176 3219 0359

www.facebook.com/StadtHolz

Selbstverteidigung am 7. März

für Mädchen von 9-13 Jahren

www.chohwa.de

Erziehungs- & Familienberatung

Beratung zum Thema Kita & Schule,

ADHS-Beratung, Lerntherapie uvm.

*regelmäßige Infoabende*

Eva Wermelskirch, zertifi z. Lernpädagogin,

Psychologische Beraterin

Tel. 030/68328676 , Schliemannstr. 33

www.familienpraxis-prenzlauer-berg.de

Tag der offenen Tür im Astrosalon

Am Sa, 21.3.2015 von 11.30 – 18.30.

In dem Zusammenhang fi ndet am Di,

24.3.2015, 21:00-23:00 Uhr die philosophische

Astrorunde statt.

Astrosalon, Stargarder Str. 73

Mehr Informationen dazu: FB Astrosalon;

www.stelladanza.de/Termine

Hilfe beim Amt – Helping hand for

the office

You`re new in Berlin? You‘re coming

from Italy, or only speak english and you

need a help for Jugendamt, Arbeitsamt,

Ausländerbehörde, Gesundheitsamt ecc.?

I speak german, italian, english, french

and I can help you to translate your requests

and to go whith you to the offi ces.

Call me: 0162 – 162 81 21

Tanz - Bewegung

Schon einmal LUNATES ausprobiert?

Dieses ganzheitliche und kreative

Gymnastik-Training aktiviert nicht nur

die Muskelregionen und Organe gemäß

des Mondzyklus (m. Gymanstik-, Pilates-,

Yoga-Elementen). Es wird außerdem

begleitet von leichten Tanzchoreographien

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Finde wieder zu Dir!

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der Dir hilft, aus Deinen Konflikten,

aus Deinen Problemen mit Dir selbst

herauszukommen, um wieder zu

Dir zu finden, wieder das zu sein, was

Du wirklich bist, nämlich Du selbst,

ruf Bernd unter Tel. 444 62 03 an.

Übrigens ist diese

Persönlichkeitsberatung kostenlos.


Seite 12

PHILOSOPHIE

..

Prenzlberger Ansichten I 22. Jg. I Marz 2015

VERMESSUNG DES DENKENS, TEIL V

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)

Diese Reihe erweckt jeden zweiten Monat

deutsche Denker_innen zum Leben, die

etwas mit Berlin verbindet. In der letzten

Folge lernten wir Arthur Schopenhauer

und seine geliebten Pudel kennen. Schopenhauer

war bekanntlich kein Kind von

Fröhlichkeit. Einen Großteil seines Grams

half er gerade jenem Philosophen über,

dem er seine Berufung nach Berlin zu verdanken

hatte: Georg Wilhelm Friedrich

Hegel. Der achtzehn Jahre ältere, weitaus

erfolgreichere Philosoph aus Schwaben

mit seiner „Bierwirtsphysiognomie“ und

„philosophischen Hanswurstiade“ reizte

Schopenhauer bis aufs Blut. Will man

seinen Hasstiraden Glauben schenken, so

gab es bei Hegel weder äußerlich noch inhaltlich

etwas zu holen.

Doch viele Frauen und unzählige Schüler

Hegels waren da ganz anderer Meinung.

Hegel erlangte während seiner Berliner

Zeit die lang ersehnte Aufmerksamkeit.

Wenn er las, strömten bis zu 200 Zuhörer

in den Saal, darunter Richter, Majors und

Geheime Räte.

Teil 5: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

(1770-1831) Von 1818-1831 Lehrtätigkeit

an der Berliner Universität


Ein guter Redner soll Hegel nicht

gewesen sein. Als „grämlich“,

„mit niedergebücktem Kopf“

und einer „Naivität des überwältigendsten

Ernstes“ wurde er von einem seiner

Schüler beschrieben. Trotz Missbehaglichkeit

teilte jener Schüler jedoch mit

vielen anderen eine große Bewunderung

für diesen kauzigen Professor mit dem

schwäbischen Akzent.

Hegel beabsichtigte, seinen Zuhörern

nichts geringeres näher bringen, als den

absoluten Geist in der Natur, die Weltseele,

und damit ein philosophisches

System, das Religion, Geschichte, Politik

und Sittenlehre gleichermaßen mit einbezieht.

Aufbauend auf Kants Metaphysik,

diese selbstsagend verbessernd und

vollendend, zieht das Hegelsche System

seine Erkenntnisse aus der Lebenswirklichkeit

und nicht, wie bei Kant, dem abstrakten

Denken; bezieht sich nicht auf

das Ding-an-Sich, sondern dem Wesen

der Dinge, denn diese seien Manifestation

des Absoluten.

Das Wesen der Dinge sei nach Hegel dialektisch.

Als Beispiel nannte der Philosoph

die Liebe, die ein Moment der Entfremdung

und des Selbstbewusstseins,

der Entfernung und Annäherung gleichermaßen

enthielte. Ebenso sei auch

das Absolute dialektisch und im ständigen

Fluss.

Was Hegels Zuhörer zu lernen hofften,

war also nichts Geringeres als das Leben

und einen adäquaten Umgang mit der

Wirklichkeit. In Zeiten des politischen

Umbruchs sehnten sie sich nach neuen








Werten. Nach siebenjähriger Besetzung

Preußens durch Napoleons Truppen, war

es 1819 zu den Karlsbader Beschlüssen

gekommen. In deren Folge wurden im

Zuge einer sogenannten Demagogenverfolgung

zahlreiche Intellektuelle Opfer

von Zensur und Inhaftierung. Hegel vermochte

den Eindruck zu vermitteln, in

dieser zerrütteten Zeit ein zukunftsweisendes

philosophisches Konzept aufzubringen.

Hegel soll ein leidenschaftlicher Gesellschaftsmensch

gewesen sein, der öffentlich

Religionskritik übte, sich stets

zu politischen Ereignissen äußerte, und

weder die Auseinandersetzung mit seinen

Kollegen, noch Weinlokale und

Frauen scheute. Es kursierte gar das Gerücht

von einem Streit zwischen Hegel

und Schleiermacher, der in einer Messerattacke

mündete. Die beiden Philosophen

sollen noch am gleichen Tag versucht

haben, den Redereien der Leute

über den unangenehmen Vorfall mit einem

gemeinsamen Besuch im Vergnügungspark

entgegenzuwirken.

Hegels Leidenschaft mag ihm zu großen

Teilen zu seinem Erfolg verholfen haben.

Dass Hegel jedoch überhaupt die Möglichkeit

erhielt, 1818 den äußerst gut

bezahlten Lehrstuhl in Berlin zu erhalten,

war seiner positiven Einstellung zur

konstitutionellen Monarchie zu verdanken,

die er in einem Aufsatz über die

Landesstände des Königreichs Württemberg

zum Ausdruck brachte. Im Einvernehmen

des Kulturministers und Friedrich

Wilhelm III., sollte Hegel zum

preußischen Staatsphilosophen avancieren.

Hegels unsteter Geist mag dafür

verantwortlich gewesen sein, dass er der

ihm zugeteilten Aufgabe nicht vollends

genügte. So wurde der Philosoph selbst

Opfer der Zensur, in politischen Affären

wurde ihm widersprüchliches Verhalten

nachgesagt.

Eine andere Anekdote möchte zeigen,

dass Hegel in letzter Konsequenz sogar

von seiner Leidenschaft in den Tod getrieben

wurde. Uneinig sind sich Biografen

nämlich darüber, ob Hegel an der

asiatischen Cholera oder einem Magenleiden

starb.

Der Biograph Althaus mutmaßte, dass

eine Aktion des Hegelianers Eduard Gans

Hegel dermaßen in Wallungen gebracht

haben muss, dass er zwei Tage später

verstarb. Der ehemalige Schüler hielt

eine Vorlesung über Hegels Philosophie,

versprach, diese in einfacheren Worten

zu erklären, fertigte jedoch für seine Hörerschaft

einen Aushang an, in dem er

dazu aufrief, Hegels Vorlesung trotzdem

zu besuchen (auch, wenn sie so unverständlich

ist).

Hegel soll diesen Aushang gesehen und

sich von ihm dermaßen gekränkt gefühlt

haben, dass er das Ende seiner akademischen

Laufbahn nur noch mit seinem

Ableben besiegeln konnte.

Ein unsterblicher Satz:

„Alle großen weltgeschichtlichen Vorgänge

ereignen sich zweimal: Das eine

Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce!“

Im Mai erwacht zum Leben: Lou Andreas-Salomé

– russisch-deutsche Schriftstellerin

und Psychoanalytikerin, die

enge Kontakte zu Friedrich Nietzsche,

Rainer Maria Rilke und

Sigmund Freud hegte.

✒ Johanna Sailer

www.primatberlin.com

Bilder: Internet,

gemeinfrei

Seit 25 Jahren: Menschliche Nähe, Liebe zum Kiez. Das war so, ist so und bleibt so.

Johanna wird mevanta

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Als erster ambulanter Pflegedienst in Pankow erbringen wir für ältere und pflegebedürftige

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Dafür schenken uns Klienten, Mitarbeiter und Kooperationspartner seit jeher ihr Vertrauen.

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