Gemeinsam

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Gemeinsam

Gemeinsam

1/2008

Die Zeitschrift der GFO

gfo

Gemeinnützige

Gesellschaft der

Franziskanerinnen

zu Olpe mbH

Ausbildungsnetzwerk für Gesundheitsberufe

Mit Dessert in die heiße Phase

Franziskaner-Hof startet Höroffensive

Marie hört nicht auf zu weinen

Wenn der Kunde mit der Checkliste kommt


Gemeinsam

FOKUS

GFO: Ausbildungsnetzwerk

für Gesundheitsberufe

Karl Borromäus Schule 4

Bonn

Schule für Krankenpflegehilfe 6

am St. Johannes Krankenhaus

Troisdorf-Sieglar

Katholisches Bildungszentrum 7

Haan

Schulungszentrum für 8

Pflegeberufe

Dinslaken

STANDPUNKT

Neuausrichtung für die Zukunft 10

Ein Kommentar von Ingo Morell

PERSPEKTIVE

Nachgefragt: 10

Gemischte Gefühle

Marienhospital Brühl kommt 12

unter das Dach der GFO

Mitarbeiterbefragung 13

Mitarbeiter nutzen Befragung für

individuelle Vorschläge

2 Gemeinsam

Inhalt

REPORTAGE

EINBLICKE

Wenn Kinder i d zu viel i l hhusten

16

Bei Dr. Lange im St.-Marien-Hospital

Modellprojekt in der Pflegedirektion 17

Marie hört nicht auf zu weinen 18

St.-Franziskus-Gymnasium 19

bietet Förderprogramm

Höroffensive im Franziskaner-Hof 20

Senioren sollen mehr verstehen

Mit Praxisanleitung 22

fällt das Lernen leichter

Ehrenamtliche Arbeit 23

in der Lebens- und Sterbebegleitung

Richtungsweisende Entscheidung: 24

Cura legt Krankenhaus-Standorte

zusammen

Die Zeitschrift der GFO

Mit Dessert in die heiße Phase 14

Sabine Rudolph wirtschaftet

für junge Mütter & Co

Coach the Coach 26

Ausbildung für Praxisanleiter

im Krankenhaus

Von der Playstation ins Tonstudio 27

Bewohnerinnen des Josefshaus gehen

ihren Weg

EDV

Die EDV informiert: 28

Die goldenen Regeln für die Wahl

eines guten Passwortes

QM

Wenn der Kunde mit der 29

Checkliste kommt

Erstes Lieferantenaudit der GFO

FRANZISKANISCH

Franziskanischer Fernkurs 30

nähert sich Assisi

Auf den Spuren von Franziskus 30

und Maria Theresia Bonzel

Polizei holt Essen im Mutterhaus 31


AUGENBLICK

Die vollkommene Freude 32

- im Regen stehen gelassen

MENSCHEN

Besuch bei alten Schwestern 33

Seminar für Wissener 33

Abteilungsleitungen

Die gute Seele des Gymnasiums 34

ist tot

Patiantenfürsprecherin 34

des St. Antonius-Krankenhaus

verabschiedet

Einladung zum Palliativ- und 35

Hospizsymposium

RUBRIKEN

Editorial 3

Impressum 35

Organigramm der GFO 11

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Freunde der GFO!

Wir haben Zuwachs bekommen! Die mit dem Thema schwanger gingen,

taten dies wohl länger als neun Monate. Dafür ist das Ergebnis aber auch

ausgewachsen: Es hat 210 Betten, 350 Mitarbeiter/innen und heißt

Marienhospital Brühl. Das neue Krankenhaus der GFO liegt linksrheinisch

wie auch das St.-Marien-Hospital in Bonn und das Krankenhaus Zur Heiligen

Familien in Bornheim-Merten.

Das Marienhospital Brühl wurde 1866 gegründet und war in Trägerschaft

der Kirchengemeinde St. Margareta sowie des Erzbistums Köln. Diese entschlossen

sich Ende Februar zum Trägerwechsel. Hintergrund ist der zunehmende

Kostendruck im Gesundheitswesen, dem nur durch Verbundlösungen

begegnet werden kann.

Alle neuen Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift Gemeinsam aus dem

Marienhospital seien hier besonders herzlich begrüßt.

Im Fokus dieser Ausgabe steht das neue Lernen in der Pflege. Waren die

Krankenpflegeschulen früher ein Appendix der Kliniken, sind sie heute

eigenständig aufgestellt und regional intensiv vernetzt. Beispiele für das

Konzept des „Lernen lernen“, die unter dem Dach der GFO sind, stellen wir

hier vor. Besonders richtungsweisend: das „blended learning“, eine Mischform

von konventionellem Unterrichtsbesuch und häuslicher Arbeit am PC.

Natürlich finden Sie noch weitere interessante und aktuelle Themen in diesem

Heft: Laborausgliederung, Krankenhausumbau, Tariferhöhung, Praxisanleitung,

Ehrenamt, Hörcheck, QM und richtige Passwortwahl.

Außerdem wird es wieder franziskanisch, nicht nur in der Rubik AUGEN-

BLICK.

Besonders ans Herz lege ich Ihnen unsere Reportage aus dem Mutter-Kind-

Haus Aline in Olpe. Einen Vormittag lang durfte ich die Wirtschafterin,

Sabine Rudolph, begleiten.

Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache. Nach 12 Jahre werde ich Ende

April die GFO verlassen. Viele Begegnungen mit Ihnen als Kolleginnen und

Kollegen werden mir unvergessen bleiben. Für die langjährige Zusammenarbeit

und die Unterstützung, für die gebotenen Chancen und Einblicke, für

ein offenes Wort und ein Augenzwinkern danke ich allen ganz herzlich!

Ihnen eine anregende Lektüre und weitere informative Ausgaben.

Ihr

Christoph Leiden

EDITORIAL

Gemeinsam

3


FOKUS

GFO: Ausbildungsnetzwerk

Kontakt & Info

Karl Borromäus Schule

für Gesundheitsberufe gGmbH

Wittelsbacher Ring 9

53115 Bonn

Telefon 0228 / 688 968-10

Schulleiter Jürgen Zapp

info@karl-borromaeus-schule

www.marien-hospital-bonn.de

Die Pflege in Deutschland hat sich verändert. Lange Zeit galten

Krankenschwestern als Assistenzpersonal der Ärzte. Dies änderte sich mit neuen

Konzeptionen und Modellen nach 1950. In den 80er Jahren war dann auch die Zeit

angebrochen für eine Akademisierung der Pflegeberufe, wie sie in angelsächsischen

Ländern bereits seit Jahrzehnten existierte.

Das neue Selbstverständnis hat auch Niederschlag in der schulischen Ausbildung

gefunden. Ein Krankenhaus hat nicht mehr seine Schule für seinen Nachwuchs,

sondern Ausbildung geschieht im Netzwerk. Sie bietet Raum zum Erlernen von

konkreten Techniken, aber auch von Theorien und Hintergründen. Sie qualifiziert

nicht nur für das Krankenhaus, sondern für diverse Bereiche, in denen Pflege

gefragt ist: ambulant, stationär, regional, international. Für die Pflege im Alltag

oder die Vermittlung von Pflegewissen an einer Hochschule.

Vier Beispiele zeigen alte und neue Wege auf in der Pflegeausbildung. Sie geben einen

Einblick in die heutigen Möglichkeiten in Bonn, Haan, Troisdorf und Dinslaken.

Karl

Borromäus

Schule

Bonn

„Blended Learning“:

mit EDV in die Gesundheitsberufe

Als erste Bildungseinrichtung

bietet die Karl Borromäus

Schule (KBS) für Gesundheitsberufe

gGmbH „Blended Learning“

an. Dahinter steht ein

neuartiges Konzept gemischter

Lernformen bei der theoretischen

Wissensvermittlung. Gab

es bislang nur den Unterricht

in der Schule, gibt es nunmehr auch ein

ergänzendes Lernen am PC zuhause. Die

Schülerinnen und Schüler erhalten individuelle

Aufgaben, die in einem Lernportal

für sie angelegt sind. Die Aufgaben umfassen

Textarbeit, Übungen, Präsentationen,

Tests, Fallbeispiele, aber auch persönliche

Recherchen. Alle sind in einem vorgegebenen

Zeitkorridor zu bearbeiten. Wird

dieser nicht eingehalten, ist kein späterer

Zugriff auf die Aufgaben mehr möglich.

„Die Struktur des Lernens wird sich mit „Blended

Learning“ verändern“, erläutert Irmgard

Oestreich, stellvertretende Schulleitung der

KBS. „So müssen die Schülerinnen und Schüler

eventuell vormittags bestimmte Aufgaben

zuhause am PC lösen und nachmittags eine

Veranstaltung dazu in der Schule besuchen.

Denn die Einheiten bauen aufeinander auf.“

Das Lernen wird durch die Vermischung anspruchsvoller,

selbstständiger und zeitgemäßer,

sind sich alle Experten sicher. Denn

vermittelt wird nicht nur Inhalt, sondern die

Methodik des Lernens. Und die wird immer

wichtiger in einer Wissensgesellschaft, in der

lebenslanges Lernen gefragt ist.

Das „Blended Learning“ funktioniert mit der

Open Source Software ILIAS (Integriertes

Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-

System). Dabei handelt es sich um eine freie

Software, die von der Universität Köln zum

Einsatz in der Aus- und Fortbildung entwi-

okus - Fok

4 Gemeinsam k


für Gesundheitsberufe

ckelt wurde. In Zusammenarbeit mit Cornelia

Josten vom Diözesan Caritasverband in

Köln wurde die Ausgestaltung der Inhalte

entsprechend der Rahmenbedingungen und

Curricula der Schulen für Gesundheitsberufe

erarbeitet. Derzeit läuft die 1. Staffel für die

Schüler der Ausbildungsjahre 2007-2010.

„Das neue Lernen wird von den Schülerinnen

und Schülern gut angenommen“, bestätigt

Christoph Weitensteiner, Lehrer an der KBS.

„Es wird als zeitgemäßer Schritt in mehr

Eigenständigkeit verstanden. Dabei werden

gern auch ungewöhnliche Lernzeiten in

den Abendstunden genutzt“, weiß Irmgard

Oestreich, Dipl.-Berufspädagogin (FH), zu berichten.

Sie hat als stellvertretende Leiterin

den Einblick, wie viele Nutzer immer aktuell

online sind.

Die Mischung machts

Die Ausbildung in der Pflege setzt auch auf

Traditionelles. Nach wie vor nimmt der Praxisteil

vor Ort in den Betrieben einen großen

Raum ein. Hier erhalten die Schülerinnen

und Schüler das Rüstzeug für den Umgang

mit Patienten und Bewohnern. Doch auch

hier ist die Bonner Karl Borromäus Schule

in den letzten Jahren neue Wege gegangen.

Denn das Angebot ist mit 170 Einsatzorten

enorm vielfältig: Waren früher Auszubildende

primär in einem Haus tätig, lernen sie jetzt

obligatorisch verschiedene Kliniken, Seniorenheimen

und ambulante Pflegestationen

kennen. Darüber hinaus gibt es aber besondere

Wahlangebote. So kann - je nach Ausbildungsschwerpunkt

- auch das Kinderhospiz

Balthasar in Olpe, z.B. für eine angehende

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin,

für 6 Wochen ein Einsatzort sein. Weitere

Einsatzmöglichkeiten gibt es in Beratungsstellen

und bei den Krankenkassen.

„Das ist für einige Kandidaten sehr interessant

“, erklärt Irmgard Oestreich. „Vor allem

für die, die sich auf Kinderkrankenpflege

spezialisieren möchten.“ Bis 2004 war die

Kinderkrankenpflege eine gesonderte Aus-

bildung, parallel zur Krankenpflegeausbildung.

Dies wurde unter europäischen Vorzeichen

angeglichen. Heute durchlaufen beide

Interessenten zwei Jahre lang dieselben

Veranstaltungen. Eine Ausrichtung findet

im 3. Ausbildungsjahr statt. „Es ist politisch

gewollt, auch die Ausbildung in der Altenpflege

in das System einzupassen“, erläutert

Oestreich. Derzeit gibt es Altenpflegefachseminare,

in denen der Lehrstoff vermittelt

wird. In anderen europäischen Ländern hat

sich dagegen schon ein gemeinsames Ausbildungskonzept

in den ersten 24 Monaten

mit einer anschließenden Spezialisierung

durchgesetzt.

Ein weiterer Ausbildungsberuf, der im KBS

seinen Platz hat, ist der des Operationstechnischen

Assistenten (OTA). Derzeit sind

40 Schülerinnen und Schüler hier untergebracht.

Waren früher im Krankenhaus-OP

nur Krankenschwestern und -pfleger nach

einer Weiterbildung im Einsatz, werden sie

heute zunehmend von den OTA abgelöst. Die

Operationstechnischen Assistenten durchlaufen

eine dreijährige Ausbildung, in der

sie ausschließlich auf den Einsatz im OP vorbereitet

werden.

„Wir starten

eine Bildungsoffensive“

Die Karl Borromäus Schule hat die Zukunft

bereits im Blick. Sie wurde 2005 formal gegründet

und ist ein Zusammenschluss von

vier Trägern: St.-Marien-Hospital (Bonn),

CURA, Malteser und Marienhospital (Brühl).

Die Häuser haben ihre Schulen an den

Einrichtungen zugunsten des neuen Gebäudes

aufgegeben, welches im Mai 2006

am Wittelsbachering bezogen wurde. Die

Räumlichkeiten für die insgesamt ca. 300

Schülerinnen und Schüler der Gesundheitsberufe

sind beeindruckend: 10 Klassenräume,

1 Hörsaal, 1 EDV-Raum, 1 Lehrküche,

1 Bibliothek, 2 Demonstrationsräume und

1 Lehrerzimmer.

Bitte vormerken!!

FOKUS

Die Karl Borromäus Schule

für Pflegeberufe lädt zum

Tag der offenen Tür

am Dienstag, 4. November

ein.

Herzlich willkommen!

Die Wände der ehemaligen

Lagerhalle sind mit bunten Bildern, Collagen

und Arrangements geschmückt. Alle stammen

von Schülerinnen und Schülern der KBS.

Viele der Exponate wurden im Rahmen der

ästhetischen Bildung erarbeitet. „Solche Fächer

kannten wir früher noch nicht“, lacht

Irmgard Oestreich, die einige Jahre die Krankenpflegeschule

am St.-Marien-Hospital leitete.

„Heute gehören sie zum Ausbildungskanon,

weil sie als Teil der Persönlichkeitsentwicklung

verstanden werden.“ Ein weiterer

Fachbereich, der früher nur gestreift wurde,

aber heute viel Raum erhält, ist die Ethik. Dazu

gehören Informationen über Religionen

und deren Rituale bei Geburt, Krankheit und

Tod. Zudem die Kontaktaufnahme zu den

Seelsorgern der Einrichtung, in denen die

Schülerinnen und Schüler tätig sind. Dazu

bieten die Seelsorger gesonderte Termine an,

damit ein möglichst informelles Kennen lernen

möglich ist.

In Zukunft wird die Ausbildung in Gesundheitsberufen

noch umfangreicher und anspruchsvoller.

Gleichzeitig werden sich neue

Möglichkeiten für die Absolventen eröffnen.

So ist z.B. die Katholische Fachhochschule

ein Kooperationspartner der KBS, damit

schon bald zur Ausbildung ein Studienabschluss

erreicht werden kann. „Wir starten

eine Bildungsoffensive“ ist die Maxime der

KBS. Der Studiengang mit dem Abschluss

Bachelor im Fachbereich Gesundheitswesen

bringt die Akademisierung der Pflegekräfte

weiter nach vorn. „Damit verändert sich

langfristig nicht nur ein Berufsbild, sondern

auch das Selbstverständnis“, ist sich die Bonner

Schulleitung sicher.

us - Fokus

Gemeinsam

5


FOKUS

Es ist geschafft!

Gruppenbild der Absolventen mit

Leiterin Monika Erwert (re.).

Schule für

Krankenpflegehilfe

am St. Johannes

Krankenhaus

Troisdorf-Sieglar

Kontakt & Info

Schule für Krankenpfl egehilfe am

St. Johannes Krankenhaus

Wilhelm-Busch-Str. 9

53844 Troisdorf-Sieglar

Monika Erwert 02241 / 488-346

erwert@johannes-krankenhaus.com

www.johannes-krankenhaus.com

info@johannes-krankenhaus.com

Examen in der Krankenpflegehilfe

- 17 strahlende Gesichter

Mit großem Jubel nahmen die Schülerinnen

und Schüler des letzten Kurses

im September ihre Berufsanerkennungsurkunden

entgegen und

dürfen ab sofort die Berufsbezeichnung

„Krankenpfl egehelfer/-in“ führen.

KPHs sind, entgegen landläufi ger Meinung,

deutlich mehr als „nur“ die Assistenz der

dreijährig ausgebildeten Gesundheits- und

Krankenpfl egerInnen (der Einfachheit halber

im Weiteren „GuK“ genannt), examiniert

sind beide. Sie sind u.a. dazu ausgebildet, innerhalb

ihres Kompetenzbereiches die von

den GuK aufgestellte Pfl egeplanung selbstständig

umzusetzen. Dazu gehört natürlich

auch, dass KPHs befähigt werden, die Wirkung

ihrer Pfl ege beurteilen zu können, sie

sind somit eine wichtige Informationsquelle

für die GuK zur ständigen Aktualisierung der

Pfl egeplanung.

Vielfach wird, etwas abwertend, von der

„kleinen“ Ausbildung gesprochen. Das

täuscht. Selbstverständlich werden die

Ausbildungsinhalte nicht mit dem wissenschaftlichen

Tiefgang vermittelt, wie das

in drei Jahren möglich und notwendig ist.

Nichtsdestotrotz muss eine KPH z.B. im Bereich

der Prophylaxen ihr Handeln refl ektieren

und begründen können. Die Kürze

der Ausbildung, von vielen „Nicht-Insidern“

als erstrebenswert angesehen, bedeutet in

der Realität, dass die Ausbildung, relativ

gesehen, einen ziemlich hohen Stressfaktor

beinhaltet: Kaum aus der Probezeit raus (3

Monate) wird schon die Zwischenprüfung

(nach etwa 5-6 Monaten) vorbereitet; ist die

„überstanden“ steht der Antrag auf Zulassung

zum Examen vor der Tür. Für so etwas

wie ein „Halbzeittief“, wie es aus der 3-jäh-

rigen Ausbildung oder eines mehrjährigen

Studiums bekannt ist, ist einfach kein Platz.

Die Schule für Krankenpfl egehilfe am St.

Johannes Krankenhaus in Troisdorf-Sieglar

hält 42 Ausbildungsplätze vor; die Kurse

beginnen jeweils am 1. April und 1. Oktober

eines Jahres. Der Ausbildungsgang ist besonders

attraktiv für junge, für die Pfl ege geeignete

Menschen mit Hauptschulabschluss

oder weniger guten Realschulabschluss, da

das Examen in der Krankenpfl egehilfe den

Zugang zur 3-jährigen Ausbildung ebnet.

Eine weitere Personengruppe, die sich gerne

in der Schule bewirbt, sind Frauen und (weniger)

Männer, die nach der Familienphase

eine Neuorientierung suchen, sich aber an

eine längere Ausbildung nicht zutrauen. Da

nicht alle Bundesländer diese Ausbildung

vorhalten kommen die Bewerbungen im

wahrsten Sinne des Wortes aus der ganzen

Republik.

17 Absolventinnen der KPH-Ausbildung

konnten am 11. September ihre Berufsanerkennungsurkunde

in Empfang nehmen. Drei

davon haben bereits einen Vertrag für einen

Ausbildung für eine dreijährige Ausbildung.

Weitere 9 warten auf eine Zusage für eine

solche Ausbildung, die vorbehaltlich eines

guten Examens als KPH ausstehen. Nachdem

der Prüfungsausschuss in der praktischen

sowie der mündlichen Prüfung drei Mal die

Note „sehr gut’“ und 15 Mal die Note “gut“

vergeben werden konnte, hat das St. Johannes

Krankenhaus Wege zum weiteren Vorankommen

im Berufsfeld „Pfl ege“ geebnet.

okus - Fok

k

MONIKA ERWERT

6 Gemeinsam


Aus drei mach eins

KBZ - Ein Netzwerk macht Schule

Das Leitungsteam des KBZ Haan: v.r. Andrea Rose, Schwester Petra Höfer und Ansgar Müller.

Die Ausbildung zum Gesundheits- und

Krankenpfl eger wird immer anspruchsvoller

und strukturierter. Dafür haben

in den vergangenen Jahren diverse gesetzliche

Regelungen gesorgt. Darüber

hinaus hat sich die Nachfragesituation

geändert. Absolventen sind nicht erst im

Sommer gefragt, sondern Arbeitgeber

suchen junge Leute das ganze Jahr über.

Außerdem fordern die Kostenträger verstärkt

Ausbildung für Tätigkeiten im ambulanten

Bereich.

Die Krankenpflegeschule der GFO in Langenfeld

hat auf die veränderten Rahmenbedingungen

reagiert und fusionierte vor

zweieinhalb Jahren mit den Schulen in Solingen

und Haan. Das Ergebnis kann sich

sehen lassen: 195 Schülerinnen und Schüler

absolvieren ihre dreijährige theoretische

Ausbildung im Katholischen Bildungszentrum

Haan (KBZ). Fünf Kurse können hier

gleichzeitig unterrichtet werden. Acht Lehrer

sowie das Leitungsteam, bestehend aus

Andrea Rose, Sr. Petra Höfer und Ansgar

Müller stehen hierfür zur Verfügung. Außerdem

sorgt das Netzwerk der drei Träger für

ein breites Einsatzspektrum in stationärer

und ambulanter Pflege sowie in Seniorenheimen.

Weitere Einsätze sind möglich in

Spezialbereichen wie z.B. der Psychiatrie.

Für engagierte Schüler besteht zudem die

Chance auf einen vierwöchigen Lerneinsatz

an der Krankenpflegeschule idcollege im niederländischen

Gouda.

FOKUS

us - Fokus

Insgesamt stehen in den drei Ausbildungsjahren

2.300 Stunden Theorie auf dem Programm

und 2.500 Stunden Praxiseinsatz.

Früher waren es nur 1.600 Stunden auf der

Schulbank. Doch die Anforderungen sind

gestiegen, denn das Berufsbild hat sich verändert.

Verstanden sich Pflegekräfte vor

30 Jahren vielfach als verlängerter Arm des

ärztlichen Dienstes, so haben sie heute ein

anderes Selbstbewusstsein. Sie führen nicht

nur aus, sondern haben ein eigenes, kom-

plexes Aufgaben- und Tätigkeitsfeld. Dazu

gehören präventive, curative, palliative und

rehabilitative Aspekte.

„Die Ausbildung ist deutlich individueller

geworden“, resümiert Schulleiterin Andrea

Rose die Entwicklung der letzten Jahre. Das

bedeutet für die Schülerinnen und Schüler

möglichst frühzeitig ihren künftigen Schwerpunkt

ins Auge zu fassen, gleichzeitig aber die

generelle Ausbildung zu durchlaufen. „Dabei

müssen die Azubis vor allem ein Verständnis

Gesellschafter der

Katholischen Bildungszentrum

Haan GmbH:

• Gemeinnützige Gesellschaft der

Franziskanerinnen zu Olpe mbH

als Träger des

St. Martinus Krankenhaus Langenfeld

• St. Lukas Klinik GmbH, Solingen

• St. Josefs Krankenhaus Hilden GmbH

• St. Josef Krankenhaus Haan GmbH

für den Sinnzusammenhang der Pflegeprozesse

in den verschiedenen Abteilungen erlernen“,

sagt die gebürtige Essenerin. „Nicht

geändert hat sich, laut Rose, dagegen die

Motivation der Kandidaten: „Hauptmotivation

für die Berufswahl ist nach wie vor die

Freude am Umgang mit Menschen.“

Ganzjährige Auslese

„Mit dem KBZ sind wir zukunftsweisend aufgestellt“,

erklärt Leiterin Rose. „Wir verfügen

über ein effizientes Netzwerk an Einrichtungen,

die von Schülerinnen und Schüler

genutzt werden kann. Viele von ihnen nutzen

die Chance, in ihrer Ausbildung umfassende

Einblicke in die Praxis zu erlangen. Und

vielen der Absolventen können wir anschließend

einen sicheren Arbeitsplatz anbieten.“

Aber der Weg dorthin ist nicht einfach. Über

Katholisches

Bildungszentrum

Haan

300 Bewerbungen landen bei Andrea Rose im

Spätsommer auf dem Schreibtisch. Nur jede

fünfte ist erfolgreich. Um gute Kandidaten

mit Realschullabschluss oder Fachhochschulreife

zu bekommen, werden neben den

Kursen im Oktober auch seit einiger Zeit

Ausbildungskurse angeboten, die bereits im

April starten. „So können wir antizyklische

Termine anbieten, die mit ihren Einstiegs-

und Entlassterminen gleichermaßen attraktiv

sind für Schüler und Arbeitgeber“, sagt

die Schulchefin.

Die Auswahl trifft Andrea Rose nicht allein.

Vielmehr arbeitet sie eng mit den Pflegedirektionen

der Einrichtungen zusammen, die das

KBZ-Haan tragen. Denn die sind eventuell

auch die späteren Arbeitgeber. Gemeinsam

entscheiden sie mit der Schulleitung, welche

Absolventen das intellektuelle und mentale

Rüstzeug mitbringen, um die Ausbildung voraussichtlich

erfolgreich zu durchlaufen und

abzuschließen.

Doch das KBZ ist nicht nur Ausbildungsstätte

für die Theorie der Schüler zum Gesundheits-

und Krankenpfleger. Es beschäftigt

sich auch mit der Praxisseite. Dazu werden

examinierte und erfahrene Kräfte in den

Einrichtungen zu so genannten „Praxisanleitern“

ausgebildet. „Die Begleitung von Schülerinnen

und Schülern auf Station ist nicht

neu“, erläutert Andrea Rose. Sie wird seit den

80er Jahren durch Mentoren gewährleistet.

Praxisanleiter müssen aber nicht nur erfahrene

Mitarbeiter sein, sondern sie müssen

einen Lehrgang absolviert haben, in dem

sie lernen Leistungen zu initiieren, zu beobachten

und zu bewerten. „Damit wird die

frühere Mentorentätigkeit aufgewertet und

sie erhält im Ausbildungsprozess des Schülers

eine neue Funktion.

Kontakt & Info

Katholisches

Bildungszentrum Haan GmbH

Robert-Koch-Straße 14

42781 Haan

Schulleiterin Andrea Rose

Telefon 02129 / 929-3100

kontakt@kbz-haan.de

www.kbz-haan.de

Gemeinsam

7


FOKUS

Das Team vom Schulungszentrum für Pflege: Gabriele Schmidt (stellv. Schulleitung), Sigrun Wagner, Monika Sickelmann, Antje Schorsch, Reinhild Schröder,

Kathrin Klang-König und Simone di Piazza (Schulleiterin).

Schulungszentrum: Ausbildung unter einem Dach

Unsere staatlich anerkannte

Kinderkrankenpflegeschule

wurde 1970 eröffnet und

verfügt über 24 Ausbildungsplätze.

Seit 1980 besteht die

staatlich anerkannte Krankenpfl

egeschule mit zurzeit 60

Ausbildungsplätzen. Am 01.04.

2001 eröffneten wir unsere

staatlich anerkannte Krankenpfl

egehilfeschule mit 12 Ausbildungsplätzen

pro Jahr. Die

Kurse der Gesundheits- und

Kranken bzw. Gesundheits-

und Kinderkrankenpfl ege und

die Krankenpfl egehilfe bilden

jetzt das Schulungszentrum.

Schulungszentrum

für Pflegeberufe

Dinslaken

einzige Ausbildungsvertreterin,

weil durch ihr Examen 2 weitere

letztes Jahr ausgeschieden sind.

Im November dieses Jahres stehen

Neuwahlen an.

Der Krankenpfl egehilfekurs ist

mit 10 SchülerInnen und einem

Schüler der kleinste Kurs, aber

die kurze Dauer der Ausbildung

erfordert auch intensives Lernen,

das in der überschaubaren

Gruppe einfacher ist. Die SchülerInnen

haben den praktischen

Teil des Examens schon hinter

sich und waren alle sehr erleichtert

wieder einen wichtigen Teil

geschafft zu haben. Die meisten

von Ihnen sitzen schon wieder

am Schreibtisch, um sich auf

den mündlichen Teil vorzubereiten.

Am 15. Februar wurde Simone di Piazza von Geschäftsführer Gerhard Zeiske

(li.) und Pflegedirektor Manfred Lübke als neue Schulleiterin begrüßt.

Schülerkommentare

„Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich durch den regelmäßigen

Wechsel zwischen Theorie und Praxis.

Dadurch weiß man genauer wofür man lernt!“

Schülerin Meike Brebeck (Mittelkurs)

k

Unser Team wird seit dem 01.01.

2008 von Simone di Piazza an- „Es gibt neben dem Regelunterricht auch Fortbildungen und Kurgeführt.

Stellvertretende Schulse wie z. B. Basale Stimulation, die uns Schülern die Möglichkeit

Aktuell befi nden sich 91 Schüleiterin ist Gabriele Schmidt, geben auch spezielle Themen zu erarbeiten und auszuprobielerInnen

in der Ausbildung. Der die seit 1996 im Haus und auch ren“.

Kurs 2007/2010 ist mit insgesamt schon genauso lange als stell- Schülerin Carina Tonn (Mittelkurs)

33 SchülerInnen, davon 7 in der

Gesundheits- und Kinderkrankenpfl

ege der zahlenstärkste.

Dieser Kurs befi ndet sich noch

in der Probezeit und bibbert

dem Ende dieser entgegen. Der

Mittelkurs ist mit 25 SchülerInnen

wesentlich kleiner und

zeichnet sich durch den hohen

Anteil an Schülern aus: 6 Schüler

müssen mit ihren Mitstreiterinnen

um die Wette lernen.

Der jetzige Oberkurs, dem das

Examen schon im Kopf schwirrt

hat insgesamt 22 SchülerInnen,

davon 8 in aus der Gesundheitsund

Kinderkrankenpfl ege. Mavertretende

Schulleiterin und

IBF-Beauftragte tätig ist. Reinhild

Schröder ist seit 1987 in der

Schule des St. Vinzenz-Hospitals

tätig; ihr folgte Antje Schorsch

1990. Während ihrer Tätigkeit

in der Schule beendete sie 2003

ihr Studium zur Diplompfl egepädagogin

und leitet jetzt die

Weiterbildung der PraxisanleiterInnen.

Im Jahr 1999 kam

Sigrun Wagner an unsere Schule.

Die gelernte Kinderkrankenschwester

betreut besonders in

der Differenzierungsphase (3.

Ausbildungsjahr) die Gesundheits-

und Kinderkrankenpfl e-

„Durch viele Fremddozenten, z. B. Ralf Labacher von der Intensivstation,

haben wir die Möglichkeit die Theorie praxisnah zu

erlernen“.

Schülerin Jaqueline Braß (Mittelkurs)

„Die praxisnahe Theorie und die unterschiedlichsten praktischen

Einsätze ermöglichen ein breites Spektrum der Krankenpfl ege zu

erkunden, zu vertiefen und zu erlernen!“

Schüler Stefan Wieczorek (Mittelkurs)

die Geschwisterschulung, an dem ich 2001 meine Ausbildung

der auch immer SchülerInnen hier an der Schule beendet habe

mit Begeisterung beteiligt sind. und zwei Jahre Berufserfahrung

Monika Sickelmann ist die erste vorweisen konnte, entschloss

Kontaktperson in der Schule, je- ich mich zum berufsbegleitenden

Tag von 8.30 Uhr bis 12.00 den Pfl egepädagogikstudium,

Uhr erreichbar. Zu guter Letzt welches ich im September 2007

reike Morschel ist zurzeit die geschülerInnen. Zudem leitet sie ein paar Worte zu mir: Nach- mit dem Diplom beendet habe.

8 Gemeinsam

okus - Fok


In der Schule tätig, erst als Praktikantin, später als

Schulassistentin bin ich seit Beginn des Studiums.

Die Gesundheits- und Kranken-/Kinderkrankenpfl egeschule

hat eine integrative Ausbildung entwickelt, die

den zukünftigen Anforderungen im Gesundheitswesen

entspricht.

Somit erfüllt unsere Ausbildung einen neuen, zusätzlichen

gesellschaftlichen Auftrag an den Pfl egeberuf:

Pfl egebedürftigkeit zu verhüten, bevor sie entsteht.

Diesen Auftrag zu erfüllen wird durch die vielen MitarbeiterInnen

auf den Stationen und dem Einsatzbereich

der ambulanten Pfl ege tatkräftig unterstützt. Schwestern,

Pfl eger und Ärzte geben unseren Auszubildenden

die Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse

in die Praxis umzusetzen. Um den SchülerInnen auch

Inhalte zu vermitteln, die möglichst praxisnah sind,

kooperiert unsere Schule mit einigen Einrichtungen,

wie zum Beispiel der Lebenshilfe; hier bekommen die

SchülerInnen Einblick in Frühförderstellen und Heilpädagogische

Kindertagesstätten sowie Werkstätten und

Wohnstätten für behinderte Menschen. Angeglichen

an die Lerneinheiten besuchen uns Selbsthilfegruppen,

die uns Einblick geben und über ihre Erfahrung berichten,

z.B. die Aids-Hilfe, die Anonymen Alkoholiker, die

„Frauen nach Krebs“, die ILCO (Selbsthilfevereinigung

für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs).

Unsere erste Großelternschulung unter

dem Motto „Wenn aus Eltern Großeltern

werden“, hat stattgefunden. Mit

Optimismus und etwas Skepsis haben

wir, Sr. Ute Schimming und Sr. Brigitte

Brzeski, Kinderkrankenschwestern aus

dem Storchennest im St.Vinzenz-Hospital

Dinslaken, dem Abend entgegen

gesehen - denn die Frage an uns selbst

war: wie wird es angenommen?

Wir wurden nicht enttäuscht - es

kamen drei zukünftige Großelternpaare,

vier Großmütter, wobei

eine schon sieben Enkel hatte

und unsere älteste Teilnehmerin

mit 79 Jahren am Sonntag zuvor

zum ersten Mal Großmutter geworden

ist.

Wie sind wir auf die Idee gekommen?

In unserer langjährigen

Tätigkeit hat sich sehr viel

verändert - und oft gibt es nach

der Geburt eines Kindes unter-

Haben wir alles falsch gemacht?

schiedliche Auffassungen und

Reibungspunkte zwischen den

Generationen: Bezüglich des Stillens,

des Umgangs mit dem Kind,

wenn es schreit, es an feste Zeiten

gewöhnen usw.

Unsere Überlegung zur Gestaltung

des Abends ging dahin, dass

wir keinen Vortrag halten wollten,

sondern eine lockere Runde

mit Fragen und Antworten.

Unsere Teilnehmer haben es uns

auch sehr einfach gemacht.

Die Frage unsererseits war: Warum

Sie zu uns gekommen sind?

„Die Kinder haben davon gehört

und meinten, dass man sich das

doch mal anhören sollte, was

sich so alles geändert hat.“

Es kamen Fragen auf wie: „Haben

wir früher alles falsch gemacht?“

FOKUS

„Natürlich nicht - nur anders.“

Früher „gehörten“ die Kinder nach der Geburt

bis zur Entlassung den Kinderkrankenschwestern

im Neugeborenenzimmer. Man

bekam sein Kind sechsmal am Tag zum Stillen

oder Füttern. Versorgung, sprich Baden

und wickeln, übernahmen die Schwestern.

Der Vater konnte sein Kind zu entsprechenden

Besuchszeiten hinter einer Glasscheibe

ansehen. Wenn man dann nach Hause ging,

hat man eigentlich ein unbekanntes Menschenkind

mitbekommen.

Gott sei Dank hat sich da so viel verändert.

Durch gute Vorbereitung in der Schwangerschaft,

durch die vielen Kursangebote,

durch die Betreuung und Begleitung nach

der Geburt im Krankenhaus und die Hebammennachsorge.

Heute werden die Väter

direkt mit einbezogen. Hierzu trägt auch

unser Partnerzimmer bei, das viel genutzt

wird, und so sind die Väter gut mit eingebunden,

was die Versorgung und das Verhalten

Ihres Kindes betrifft.

„Warum wird nicht mehr täglich gebadet?“

„Warum keine Badezusätze?“ „Verwöhnen?“

Und noch mehr Fragen waren zu beantworten.

Insgesamt war es ein spannender Abend mit

regem Austausch auf beiden Seiten und wir

freuen uns schon auf die werdenden Eltern

und Großeltern.

Wir hoffen, auch Sie als werdende Großeltern

neugierig gemacht zu haben und würden

uns freuen, Sie bei unserem nächsten

Abend begrüßen zu dürfen. Den Termin

hierfür erfahren Sie durch Ihre Kinder und

aus der Presse.

BRIGITTE BRZESKI (STATION 3N)

us - Fokus

Wichtige Lebensbegleiter: Großeltern!

Über Fortbildungen wie die Frühchentagung,

Besuche im Kinderhospiz

Balthasar in Olpe, dem

Dialysezentrum, der Herzchirurgie

möchten wir den SchülerInnen

möglichst authentische Eindrücke

über die theoretischen

Inhalte der Ausbildung geben.

Eine Kooperation mit der Ernst-

Barlach-Gesamtschule fördert

den Austausch zwischen berufsuchenden

Schülern und bietet

diesen die Möglichkeit einen Einblick

in die Arbeit im Krankenhaus

zu bekommen und auf das

Arbeitsleben vorbereitet zu sein.

Zur Unterstützung unserer eigenen

Gesundheit, im Sinne von

Ausgleich und Spaß, gründete

sich die Betriebssportgruppe

„Badminton“, die sich immer

montags um 17.00 Uhr (außer in

den Schulferien) in der Sporthalle

des Berufskollegs an der Konrad-

Adenauer-Straße trifft.

KATHRIN KLANG-KÖNIG

Kontakt & Info

Schulungszentrum für Pfl egeberufe

Dr.-Otto-Seidel-Str. 31-33

46535 Dinslaken

Schulleiterin Simone di Piazza

Telefon 02064-4410-86

simone.dipiazza@st-vinzenz-hospital.de

www.st-vinzenz-hospital.de

Gemeinsam

9


STANDPUNKT

Neuausrichtung für die Zukunft

VON GFO-GESCHÄFTSFÜHRER INGO MORELL

In den letzten Februartagen trat die

Brühler Kirchengemeinde St. Margareta

an die Presse und verkündete den Trägerwechsel.

Sie gibt ihre 75 Prozent ab,

wie auch das Bistum Köln seine 25 Prozent

Eigentum, damit das Marienhospital

Brühl als eigenständige GmbH unter das

Dach der Gemeinnützigen Gesellschaft

der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO)

kommen kann. Dieser Schritt hat Insider

sicher nicht überrascht, denn Gespräche

zwischen den Verhandlungsführern gab

es bereits seit einiger Zeit. Doch nun wurde

die Kooperation konkret. Der GFO-

Aufsichtsrat stimmte drei Tage später

seinerseits dem Vertragsabschluss zu.

Die Kirchengemeinde reagierte mit ihrer Entscheidung

auf den zunehmenden Wettbewerb

im Gesundheitswesen, dem nur durch

erweitere Kooperationen in einem Verbund

wesensgleicher Einrichtungen entgegenzutreten

sei. Dazu hatte der Krankenhausträger

einen katholischen Verbund gesucht

um die Unternehmensidentität zu wahren.

Auch Fragen nach Tarif und Mitarbeiterpolitik

standen im Vorfeld auf der Agenda. Da

die GFO wie auch das Marienhospital Brühl

nach AVR vergüten und keine Arbeitsplätze

durch den Zusammenschluss gefährdet

werden, konnte hier rasch Einvernehmen

erzielt werden.

Aus Sicht der GFO passt das Marienhospital

Brühl sehr gut inhaltlich sowie strukturell

zu den vorhandenen Häusern. Es verstärkt

unsere linksrheinische Position und ist eine

sinnvolle Ergänzung zum St.-Marien-Hospital,

Bonn, sowie zum Krankenhaus Zur Heiligen

Familie, Bornheim.

Insgesamt sind damit 10 Kliniken unter dem

Dach der GFO versammelt, von denen 7 im

Großraum Bonn angesiedelt sind. Die GFO

wird jedoch nicht allein expandieren um

größer zu werden, sondern nur dort Kooperationen

suchen, wo Standortvorteile regional

genutzt werden können.

Labore rücken zusammen

Ein anderer Beitrag zu wirtschaftlichen Sicherung

der Einrichtungen ist die Ausgliederung

der Labore in den Krankenhäusern. Im

10 Gemeinsam

April erfolgt die Vergabe an das Leverkusener

Unternehmen Schöngen, welches künftig

- zunächst für 5 Jahre - an den Standorten

Troisdorf (St. Josef-Hospital) und Bonn

(St.-Marien-Hospital) im 24-Stunden-Dienst

ist. Darüber hinaus werden die Katholischen

Krankenhäuser im Siebengebirge (Königswinter)

ein Präsenzlabor für das Tagesgeschäft

erhalten.

Das Krankenhaus Zur Heiligen Familie in

Bornheim-Merten wird über das St.-Marien-

Hospital versorgt, ebenso wie nachts die

Krankenhäuser der CURA. Sieglar und Beuel

senden ihre Proben nach Troisdorf. Wissen

gibt ebenfalls das eigene Labor auf und wird

über das Krankenhaus Waldbröl, das ebenfalls

zum Verbund des Medizinischen Versorgungszentrums

Leverkusen gehört, mit

Laborleistungen versorgt.

Aufgrund der Kostenentwicklung auf der

einen Seite und der Budgetentwicklung

auf der anderen, war die Entscheidung zugunsten

einer Laborausgliederung bereits

in 2007 gefallen. Von Anfang an daran beteiligt

wurden die Krankenhausleitungen,

die Chefärzte sowie die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter und deren Vertretungen.

Mit der Ausgliederung werden 1,4 Millionen

Euro pro Jahr eingespart. Den Betrag

benötigen die Krankenhäuser für notwendige

Investitionen und zur Finanzierung von

Kostensteigerungen.

Aus Sicht der betroffenen Mitarbeiter wird

die Entscheidung zur Laborausgliederung

verständlicherweise kritisch bewertet. Allerdings

erhielten alle Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter Bestandsschutz für die Vertragsdauer.

D.h. sie bekamen ein Übernahmeangebot

vom neuen Arbeitgeber zu denselben

Konditionen wie vorher bei der GFO. Betriebsbedingte

Kündigungen wurden nicht

ausgesprochen. Dennoch haben einige Mitarbeiter

aus Eigeninitiative das Labor verlassen

oder andere Aufgaben in ihren Einrichtungen

übernommen.

Mit der externen Laborvergabe sollen die

Qualität der Leistungen erhöht und gleichzeitig

die Kosten gesenkt werden. Dies wird

durch eine neue Arbeitsorganisation sowie

durch hochleistungsfähige Laborgeräte

ermöglicht. Nach Ablauf der 5 Jahre wird

erneut geprüft, ob die Ausgliederung aufrechterhalten

bleibt.

Nachgefragt: Gemischte Gefühle

Nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

fühlten sich gleichermaßen informiert über

die Ausgliederung der Krankenhauslabors.

„Einige Mitarbeiter ergriffen die Flucht, als

sie von den Plänen erfuhren“, weiß Brigitte

Ornago zu berichten. Sie ist leitende MTA und

seit 30 Jahren im St. Josef-Hospital Troisdorf.

Eine jüngere Kollegin, die ungenannt bleiben

wollte, sagte: „Ich bin froh, dass ich einen

Job habe und nicht auf der Straße stehe.“

Tarifabschluss belastet

Krankenhäuser

Am letzten Märztag hatten sich die Tarifparteien

nach einem Verhandlungsmarathon

auf ein Ergebnis verständigt: Im öffentlichen

Dienst wird es tarifl iche Steigerungen

geben, die unterm Strich einer 5 vor dem

Komma für das Jahr 2008 entsprechen. Die

Entscheidung hat Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Geltungsbereich

der AVR, weil in der Vergangenheit

die Abschlüsse aus dem öffentlichen Dienst

übernommen wurden. Dies wird in 2008

wahrscheinlich nicht anders sein, nur - wie

bislang üblich - zeitversetzt.

Prinzipiell gibt es keinen Grund die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Gesundheits-

und Sozialwesen von der positiven

Konjunkturentwicklung abzukoppeln. Eine

Tariferhöhung ist daher grundsätzlich gerechtfertigt.

Insbesondere die voraussichtliche Höhe des

Tarifabschlusses wird aber zu erheblichen

Problemen in den Einrichtungen führen. Im

Krankenhausbereich beinhaltet der Tarifabschluss

besondere Regelungen, so dass die

Auswirkungen bei einer eventuellen Übernahme

des Tarifabschlusses im Jahr 2008

sich unterschiedlich in den Einrichtungen

der GFO darstellen werden. Der Krankenhausbereich

wird erst im Jahr 2009 die volle

Wirkung des Tarifabschlusses zu spüren bekommen.

Die Tariferhöhungen im Krankenhausbereich

werden aber nur unzureichend bei

der Budgetermittlung der Krankenhäuser

berücksichtigt. Die Gesundheitsministerin

bleibt zunächst weiterhin bei die Deckelung

der Krankenhausbudgets. Daher werden die

möglichen Tariferhöhungen nicht zu einer

entsprechenden Erhöhung der Krankenhausbudgets

führen. Die Aufforderung an

die Politik bleibt daher, zumindest eine teilweise

Refi nanzierung der Tariferhöhungen

zu gewährleisten.

Bleibt es bei der nicht ausreichenden Refi -

nanzierung der anstehenden Personalkostensteigerungen,

könnten allerdings weitere

Einsparungen und/oder Leistungssteigerungen

notwendig werden.

Tatsächlich wurde allen Labormitarbeiterinnen

in den betroffenen Einrichtungen

Bestandsschutz gewährt. Betriebsbedingte

Kündigungen erfolgten nicht. Eine andere

Mitarbeiterin zweifelte sichtlich am Sinn


der Maßnahme: „Es wird eindeutig ein Qualitätsverlust

auf Kosten des Hauses und der

Patienten geben. Ob es eine Ersparnis gibt,

werde ich wohl nie erfahren.“ Nach Angaben

der GFO-Geschäftsführung soll die Ausgliederung

1,4 Millionen pro Jahr erbringen.

Eine dritte Kollegin wollte sich nicht zur

Ausgliederung des Labors äußern.

Brigitte Ornago verlässt das St. Josef-Hospital

jedenfalls nicht: „Hier bin ich „groß“

geworden und „aufgewachsen“. Mein Herz

hängt am St. Josef-Hospital, natürlich auch

am Labor, das ich aufgebaut habe. Trotzdem

gehe ich nicht mit in das neue Labor. Ich

bleibe im Hause. Hier gehöre ich hin.“

„Eine Veränderung der Laborsituation hat

sich schon über einen Zeitraum von zwei

Jahren angebahnt“, bestätigen Mitarbeite-

Maria Theresia Bonzel-Stiftung

ist Gesellschafter von Stiftungsvorstand: Schwester Mediatrix Nies (Vorsitzende)

GFO

Geschäftsbereich

Krankenhäuser GFO und Beteiligungsgesellschaften

GF: Ingo Morell

Kath. Kranken- u. Altenhilfe

Rhein-Sieg-gGmbH

Sieglar

St. Johannes Krankenhaus

Bad Honnef/Königswinter

Cura - Katholische Einrichtungen

im Siebengebirge

St. Johannes Krankenhaus

Altenheim Marienhof

St. Josef Krankenhaus

Altenheim Haus Katharina

Bonn-Beuel

St. Josef-Hospital

Dinslaken

St. Vincentius gGmbH

St. Vinzenz-Hospital

St. Franziskus Altenpfl egeheim

Bonn

Karl Borromäus Schule für

Gesundheitsberufe gGmbH

Haan

Kath. Bildungszentrum Haan

GmbH

rinnen im St.-Marien-Hospital Bonn. „Natürlich

beunruhigt so ein Zustand und bei

manchen Mitarbeitern sind dadurch Existenzängste

entstanden.“

„Jetzt, wo die Entscheidung gefallen ist,

sind wir sehr erleichtert“, sagt Alexandra

Bauch. „Es ist die zweitbeste Lösung“, meint

sie augenzwinkernd, „die erstbeste für uns

wäre die gewesen, im Haus zu bleiben. Zuerst

stand ein anderer Anbieter im Raum

und damit verbunden wären Kündigungen

gewesen. Aber diese Lösung jetzt ist einfach

wunderbar. Jeder, der weiter arbeiten will,

kann das tun. Wir sind dankbar dafür, dass

sich die Geschäftsführung um eine personalverträgliche

Lösung bemüht hat.“

Die bisherige Leiterin des Labors, Birgit Lemming-Jahn,

sieht ebenfalls Positives in der

PERSPEKTIVE

Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH

Aufsichtsrat: Vorsitzender Dr. Hans Rossels

Gemeinsame Geschäftsführung Ingo Morell / Verena Hölken

Bonn

St.-Marien-Hospital

Bornheim

Krankenhaus Zur Hl. Familie

Troisdorf

St. Josef-Hospital

Wissen

St.-Antonius-Krankenhaus

Langenfeld

St. Martinus Krankenhaus

Brühl

Marienhospital

Spich

Versorgungszentrum

Geschäftsbereich

Altenhilfe

GF: Verena Hölken

Drolshagen

St. Gerhardus-Haus

St. Theresien-Hof

Wickede

St. Josef-Haus

St. Antonius-Hof

St. Klara-Hof

Königswinter-Oberpleis

St. Konstantia-Haus

Verenen-Hof

Attendorn

Franziskaner-Hof

Bonn

Herz-Jesu-Hof

Service-Pfl ege für

Erwachsene und Senioren

FRANZissimo

Kinder- & Jugendpfl egedienst

Bornheim

Paulinen-Hof

Wissen

St. Hildegard Altenheim

Kirchliche Sozialstation

Langenfeld

Seniorenzentrum St. Martinus:

Haus Katharina

St. Martinus-Hof

Entscheidung: Die jetzige Lösung hat den

Vorteil, dass es um einen Betriebsübergang

geht mit einem Bestandsschutz von 5 Jahren.

Das heißt, die bisherigen vertraglich erworbenen

Rechte übernimmt der neue Arbeitgeber.

Die Mehrheit der Kolleginnen wird

zu dem neuen Arbeitgeber wechseln. Zwei

Kolleginnen haben dem Betriebsübergang

widersprochen, sie wollen nicht mit dem

neuen Arbeitgeber zusammen arbeiten. Ich

bleibe hier in einer anderen Funktion und

übernehme die Ambulanzkoordination. Das

ist eine Chance für mich, noch mal Neues zu

beginnen und ich habe die Gelegenheit dazu

ergriffen. Darauf freue ich mich.“

Geschäftsbereich

Jugendhilfe

GF: Verena Hölken

Olpe

Josefshaus (Heilpäd.Heim

für Kinder + Jugendliche)

Mutter-Kind-Haus Aline

Kindergarten Pusteblume

Kinderhospiz Balthasar

Attendorn

Aufwind (Familiendienst)

Geschäftsbereich

Jugendhilfe

Geschäftsführerin:

Verena Hölken

Olpe

St.-Franziskus-Gymnasium

Gemeinsam

11


PERSPEKTIVE

OLPE/BRÜHL

Die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen

zu Olpe mbH (GFO) übernimmt

die Trägerschaft für das Marienhospital

Brühl. Bei einem gemeinsamen

Pressegespräch mit den bisherigen Trägern,

der katholischen Pfarrgemeinde St.

Margareta und dem Erzbistum Köln, stellte

sich die GFO Anfang März offiziell vor.

Unter dem Dach der GFO befi nden sich mit

dem Marienhospital Brühl insgesamt 30 sozial-caritative

Einrichtungen mit über 5.000

Mitarbeitern. Dazu gehören Krankenhäuser,

Seniorenheime und Service-Wohnen,

ambulante Kinder- und Erwachsenenpfl egedienste

sowie Einrichtungen der Kinder- und

Jugendhilfe. Überregional bekannt ist das

erste deutsche Kinderhospiz: Balthasar. Die

Einrichtungen befi nden sich in Nordrhein-

Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkten

im Kreis Olpe (Kinder.Jugend.Hilfe.)

sowie im Großraum Bonn (Krankenhäuser).

„In der heutigen, von einem harten Wettbewerb

gekennzeichneten Krankenhauslandschaft

sind Kooperationen unerlässlich.

Mit dem Marienhospital kommt ein Haus in

12 Gemeinsam

Zukunftssicherung

zum richtigen Zeitpunkt:

Marienhospital Brühl

kommt unter

das Dach der GFO

Das Marienhospital Brühl im Überblick:

Das Marienhospital Brühl wurde 1866 gegründet

und war bis zum Trägerwechsel

im Eigentum der Kirchgemeinde St. Margareta

in Brühl (75%) und des Erzbistums

Köln (25%). Die 350 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter versorgen jährlich rund 8.000

Patienten stationär und 15.000 Patienten

ambulant. Dazu verfügt das Krankenhaus

über 210 Betten in 5 Fachabteilungen sowie

einer Belegabteilung:

• Innere Medizin

• Allgemein- und Abdominalchirurgie

• Unfallchirurgie

• Gynäkologie/ Geburtshilfe

• Anästhesie/ Intensivmedizin

• Belegabteilung für

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

unsere Gruppe, das hervorragend zu uns

passt“, begrüßte GFO-Geschäftsführer Ingo

Morell das Hospital in der neuen Trägerschaft.

„Mit dem Krankenhaus erweitern

wir unsere Präsenz und unser Angebot in

der Region. Wir freuen uns sehr, dass wir

jetzt auch im südlichen Rhein-Erft-Kreis tätig

sind, wo das Marienhospital seit Jahren

seine führende Stellung behauptet. Gemeinsam

werden wir unsere regionale Stärke im

Verbund weiterentwickeln.“

Ziel der GFO sei die Festigung der Position

aller Häuser durch den Ausbau vorhandener

Strukturen und Angebote. Dabei gehe es vor

allem um die regionale Verzahnung in den

ambulanten Bereich hinein, ausdrücklich

auch in der Zusammenarbeit mit den vor

Ort tätigen niedergelassenen Leistungserbringern.

Katholische Verzahnung

Dechant Thomas Iking hatte zuvor bereits

für die bisherigen Träger die Gründe für

den Wechsel erläutert. „Die Situation der

Krankenhäuser in Deutschland ist seit lan-

Das Marienhospital Brühl hat eine interdisziplinäre

Intensivstation und bietet 30 Ausbildungsplätze

im Berufsbild Gesundheits-

und Krankenpfl ege an. Die theoretische

Ausbildung fi ndet im Verbund der Bonner

Karl Borromäus Schule statt.

Geschäftsführer der Marienhospital Brühl

GmbH ist Stephen Ziegler. Gewählter Ärztlicher

Direktor der Chefarzt der Anästhesie-

und Intensivmedizin, Dr. med. Heinz Dahlmann.

Die Pfl egedienstleitung hat Karin

Bobeth inne.

Das Brühler Hospital versteht sich als modernes

katholisches Krankenhaus und ist

nach KTQ® und proCum Cert zertifi ziert.

In den letzten Jahren hat es seine medizinische

Kompetenz und therapeutischen

Möglichkeiten so weit ausgebaut, dass es in

vielen Bereichen den Vergleich mit größeren

Kliniken in den benachbarten Zentren

Demonstrieren Zusammengehörigkeit: Sr. Mediatrix Nies, Ingo Morell,

Dr. Heinz Dahlmann, Dechant Thomas Iking, Karin Bobeth, Stephen Ziegler.

gem schwierig. Die Politik verlangt immer

bessere Leistungen für immer weniger Geld.

Diese Anforderungen werden sich weiter

verschärfen. Ein einzelnes Haus kann das

auf Dauer kaum schaffen. Deshalb haben

wir uns in Verantwortung für das Haus, die

Patienten, den Standort und die Mitarbeiter

für die Übertragung des Marienhospital

Brühl an die GFO entschieden.“

Iking unterstrich, dass die Entscheidung nach

einer sorgfältigen und gründlichen Prüfung

erfolgt sei: „Die GFO teilt das Selbstverständnis

des Marienhospital Brühl als katholische

Einrichtung. Sie ist sehr erfahren und erfolgreich

in der Führung von Krankenhäusern

vergleichbarer Größe. Außerdem ist sie mit

anderen Krankenhäusern bereits in der Region

verankert und bietet eine sichere Option

auf die Zukunft.“

Diesen Aspekt bekräftigte der Geschäftsführer

des Hauses, Stephen Ziegler: „Als wir die

Mitarbeiterschaft über die Veränderung informiert

haben, gab es breite Zustimmung.

Die Aufnahme in den Verbund der GFO ist

für unsere Zukunftssicherung einfach der

richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt.“

Köln und Bonn nicht scheuen muss. Hierzu

zählen die Anerkennung der Unfallchirurgie

in 2001, die den gesamten südlichen Rhein-

Erft-Kreis mit rund 250.000 Einwohnern

versorgt, wie auch die Spezialisierungen in

den Fachbereichen Gastroenterologie, der

Colonchirurgie und der Urogynäkologie.

Darüber hinaus konnte sich das Marienhospital

im Rahmen des Disease-Management-

Programms (DMP) als Brustschwerpunkt im

Rhein-Erft-Kreis behaupten.

28 Millionen Euro sind in den letzten 15

Jahren in vielfältige Maßnahmen gefl ossen,

darunter der OP-Neubau, die Kernsanierung

von Patientenzimmern, die neue Entbindungsstation,

der neue Haupteingangsbereich

und die Cafeteria sowie die Anlage

des Patientengartens. Derzeit entsteht ein

Neubau für die Zentralisierung der internistischen

Funktionsdiagnostik.


Mitarbeiter nutzen Befragung für

individuelle Vorschläge

In den Geschäftsbereichen Alten- und Kinder.Jugend.Hilfe. wurden

im Januar alle 684 Mitarbeiter/innen schriftlich nach ihrer Tätigkeit

und der Zufriedenheit mit ihrem Arbeitsplatz befragt. Ende

Februar lagen die Rückläufe vor, die anonym an ein externes

Unternehmen gegangen waren. Dieses stellte die Ergebnisse der

Befragung anschließend den Einrichtungsleitungen vor.

OLPE

„Das Ergebnis zeigt sehr deutlich das Interesse

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

an ihrer Arbeit und die hohe Identifi kation“,

stellt Geschäftsführerin Verena Hölken fest.

„Wir haben motivierte und empathische

Mitarbeiter, was für die besonderen Aufgaben

in der Alten- und Kinder.Jugend.Hilfe.

wichtig ist.“ Ungewöhnlich ist vor allem die

starke Nutzung der so genannten Freifelder,

in denen die Mitarbeiter weitere Vorschläge

und Kommentare notieren konnten. Hier

war eine Flut von persönlichen Einschätzungen

und Anregungen zu fi nden, die es gilt,

jetzt strukturiert aufzuarbeiten und zu sinnvollen

Maßnahmen zu bündeln.

Die Beteiligung an der Mitarbeiter-Befragung

war zufrieden stellend: rund jeder

zweite Mitarbeiter hatte mitgemacht. Drei

Einrichtungen waren sogar vollständig

vertreten, d.h. alle Kolleginnen und Kollegen

hatten sich beteiligt. Dazu gehören

das Mutter-Kind-Haus Aline (Olpe), der

Kindergarten Pusteblume (Olpe) sowie der

Paulinen-Hof (Service-Wohnen in Bornheim-

Merten). Im internen Ranking der Einrichtung,

die in der Gesamtbefragung am besten

abgeschnitten haben, sind folgende Namen

zu fi nden: Kinderhospiz Balthasar, Kinder

garten Pusteblume (beide Olpe), Kirchliche

Sozialstation Hamm-Wissen, Paulinen-Hof

(Bornheim-Merten) sowie der Katholische

Jugend- und Familiendienst AufWind Attendorn.

Diese TOP 5 haben alle mit „sehr

gut“ abgeschnitten. Doch auch die Werte

der 16 anderen Einrichtungen liegen

nah dabei und können sich sehen lassen.

Intensive Vorarbeit

prägte Qualität

der Befragung

Der Befragung war ein intensiver Vorbereitungs-

und Abstimmungsprozess voraus gegangen,

den die Qualitätsmanagementbeauftragten

(QMB) Andrea Höhn und Jürgen

Lennemann koordinierten. Immer wieder

wurden Begriffe ausgetauscht, Fragestellungen

verändert und das Erscheinungsbild des

Bogens optimiert um diesen auf die internen

Besonderheiten der GFO-Einrichtungen anzupassen.

Feedback auf die Bögen gab es im

Vorfeld auch von den Einrichtungsleitun-

PERSPEKTIVE

gen, die die Akzeptanz der Befragung bei

ihren Mitarbeiter/innen besonders im Auge

hatten.

Nachdem die Ergebnisse vorliegen, werden

sie nun in den Häusern durch die Einrichtungsleitungen

vorgestellt. Trotz der allgemein

guten Rückmeldungen wurden in speziellen

Bereichen Verbesserungspotenziale

benannt. In den nächsten Wochen werden

sie näher analysiert. Anschließend werden

Maßnahmen eingeleitet, die zu einer positiveren

Bewertung dieser Teilergebnisse

führen. „Wir dürfen gespannt sein auf die

nächste Mitarbeiter-Befragung, die voraussichtlich

in zwei Jahren stattfi nden wird“,

sagt QMB Jürgen Lennemann. „Dann wird

deutlich, ob die vorgenommenen Maßnahmen

nachhaltig gegriffen haben.“

„Die Mitarbeiter-Befragung ist ein wesentlicher

Baustein für die Ausrichtung unserer

Arbeit“, erklärt Geschäftsführerin Hölken.

„Denn als sozial-caritativer Dienstleister

sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

unser Kapital. Sie bringen unsere Leistungen

in die Öffentlichkeit, sie vermitteln Image,

Kompetenz und Qualität. Daher werden

wir gerne künftig daran arbeiten, ihre Ideen

und Anregungen umzusetzen.“

Gemeinsam

13


REPORTAGE

Mit Dessert in die heiße Phase

Sabine Rudolph wirtschaftet für junge Mütter & Co

Montagmorgen kurz vor

8 Uhr. Eine kleine Menschenschlange

wartet darauf, dass

ein Discounter seine Türen

öffnet. Auch Sabine Rudolph

gehört dazu. Nicht irgendwo

in Deutschland, sondern in

Drolshagen, einem kleinen

Städtchen im Kreis Olpe.

Sabine Rudolph ist fünf Tage die

Woche um diese Uhrzeit dort

zu finden. Dabei ist sie keine

Schnäppchenjägerin. Aber sie

benötigt jeden Tag frisches Gemüse,

Obst, Joghurt, Milch und

viele andere Lebensmittel für

die Frauen und den Nachwuchs

im Mutter-Kind-Haus Aline.

Über 40 Essen bereitet die staatlich geprüfte

Wirtschafterin täglich zu. Manchmal kommen

noch belegte Brötchenteller oder kleine

Büfetts dazu für besondere Gäste. Dann wirbeln

sie und ihre Kolleginnen in der Küche

sogar für 70 Personen herum. Damit das Essen

gut wird. Und das heißt natürlich: ein Nachtisch

darf nicht fehlen.

Doch erst mal öffnet die Filiale ihre Türen.

Bepackt mit Wagen, Zettel, Klappkiste und

großer Einkaufstasche arbeitet sich Rudolph

zu den farbenfrohen Gemüseauslagen durch.

Der Wagen füllt sich: Paprika, Gurken, Salate,

Petersilie, Schnittlauch purzeln hinein. 10

Packungen Milch und Sahne, Käse am Stück,

2 kg Quark, 10 Joghurts, Butter, Öl sowie 10

Packungen Schinken und Putenbrust kommen

dazu. Für Überfl üssiges ist kein Platz.

Fleisch kauft sie lieber direkt vom Metzger,

der noch selber schlachtet. Zielstrebig steuert

sie auf die Kasse zu.

Früher hat sie auch

schon einmal eine

Wagenladung

umsonst bekommen.

Doch das

ist lange her.

Der neue Filialleiter

gewährt

aber schon

einmal Naturalrabatt,

denn Feilschen

muss

sein. Rund

1.000 Euro

14 Gemeinsam

Der morgendliche Einkauf ist Basis für die frische Zubereitung der Mahlzeiten.

gibt sie monatlich für Lebensmittel aus. Das

ist erst einmal viel Geld. Verteilt auf jeden

Esser ist es aber immer eine preiswerte Mahlzeit.

Darauf legt sie großen Werte, denn die

jungen Frauen im Mutter-Kind-Haus haben

wenig Geld zur Verfügung, sollen aber täglich

ein ordentliches Mittag- oder Abendessen bekommen.

Für ihre täglichen Einkäufe hat sich die Drolshagenerin

einen Renault Modus gekauft. Der

ist handlich zu steuern und bietet eine Menge

Platz. Dennoch ist der Wagen oft so voll,

dass keiner mehr zusteigen kann. Nach einem

kurzen Stopp beim Gemüsehändler „Früchte

Schürmann“, denn frischer Rotkohl fehlte

noch, geht es Richtung Olpe. Vorbei am Seniorenheim

St. Gerhardus-Haus, an dem uns

eine Franziskanerschwester zuwinkt.

Viertel vor 9 Uhr stehen wir am Haus Aline.

Die hauswirtschaftlichen Kräfte Carola Meinberg

und Sandra Arns tragen die Lebensmittel

in die Küche im 1. Stock. Hier kochen bereits

12 kg Kartoffeln in einem 20 Liter-Topf. Die

Stimmung der Frauen ist gedämpft und Sabine

Rudolph erfährt jetzt auch warum: Der

„Sabotageakt“ auf ihren russischen Zupfkuchen,

den sie am Freitag für das Wochenende

gebacken hatte, verstimmt die sonst guten

Mienen. Irgendjemand gönnte den anderen

Frauen und Kindern den Sonntagskuchen

nicht und hat ihn mit Worcestersoße ungenießbar

gemacht. „Solche Angriffe auf Speisen“

bilden zum Glück die Ausnahme erklärt

45-jährige Küchenchefi n. „Die meisten Dinge

sind hier bereits unter Verschluss, jetzt werden

auch die Kühlschränke bald abschließbar

sein müssen.“

Mehr als warmes Essen

Während die beiden Kolleginnen bereits

ihre Messer auf Gurken, Salate und Paprika

stürzen, unternimmt Sabine Rudolph ihre

morgendliche Begehung. Sie kontrolliert die

Carola Meinberg (Foto) und Sandra Arns unterstützen die tägliche Küchenarbeit.


Raucherplätze, inspiziert Gänge und Flure des

Hauses. In manchen stehen Regale mit Kinderbüchern:

alles Spenden für die Kleinen im

Haus Aline. Auch die Sauberkeit im Haus und

die Versorgung mit Wäsche ist das Ressort der

gelernten Wirtschafterin. Für schwangere

Mädchen, die manchmal nur eine Plastiktüte

voll an Habseligkeiten mitbringen, hält sie

Wäschespenden in alle Größen vor. Vor allem

für Säuglinge und Kinder, aber auch Bettwäsche

für den Erstbezug.

Was man im Haushalt benötigt, hat Rudolph

fest im Blick. 15 Jahre lang war sie in Privathaushalten

tätig und hat dort alles gemanagt.

Für viele der täglichen Kontrollen hat

sie Checklisten eingeführt. „Die erleichtern

die Arbeit enorm, weil sie auf einen Blick erkennen

lassen, wann bestimmte Dinge das

letzten Mal erledigt worden sind“, erläutert

die Wirtschafterin. Bei der Runde fehlt nicht

der Blick in ihr Fach. Hier fi ndet sie Zettel

mit Sonderwünschen für Geburtstagskuchen

oder Zusatzbestellungen für die angrenzende

Kinderbetreuung oder den Kindergarten.

Lernen

fürs eigenständige Leben

Zurück in die Küche. Der trapezförmige Raum

besteht aus zwei Teilen: dem Essbereich mit

10 Stühlen und vier Hochstühlen für kleine

Kinder sowie der abgetrennten, eigentlichen

Küche. Diese wird von zwei massiven Kühlkombis

beherrscht. „Dennoch bieten die

Kühlriesen zuwenig Platz für rohe Lebensmittel

und fertige Mahlzeiten, die hier gelagert

werden bis die Frauen abends von der Arbeit

kommen“, weiß Sabine Rudolph aus Erfahrung.

Ein paar Schränke, zwei E-Herde, eine

Mikrowelle sowie Arbeitsfl ächen lassen nicht

vermuten, wie viele Essen hier in den nächsten

drei Stunden zubereitet werden.

Doch zunächst kommt Verstärkung. Yvonne

und Jessica, zwei Bewohnerinnen, die derzeit

weder zur Schule gehen noch in einer Ausbildung

sind, unterstützen die Küchenprofi s

drei Mal in der Woche für zwei Stunden. Sie

schnibbeln nicht nur klein, sondern übernehmen

auch die Verantwortung für eigene

Gerichte, wie die Erstellung von Nachtischen.

Doch nicht immer ist ihre Unterstützung sicher.

Sind ihre Kinder krank oder benötigen

besondere Zuwendung, haben die Kleinen Priorität

und die Mütter fallen für den Küchendienst

aus.

Sabine Rudolph kennt alle Dienste im Mutter-

Kind-Haus. Seit über 10 Jahren ist sie dort.

Sie hat Nachtdienste geschoben, Früh- und

Spätdienste absolviert. Ihre pädagogische

REPORTAGE

Step by step: Von der Planung über den Einkauf und das Kochen bis hin zur individuellen Portionierung hat Sabine Rudolph lächelnd alles im Griff!

Ader kann sie nicht verleugnen. Jahrelang hat

sie ausgebildet und Kurse bei der Familienbildungsstätte

angeboten. Gern führte sie auch

Männer an den Kochtopf. Jetzt ist sie auch

unter Frauen glücklich. „Ich komme hier jeden

Morgen gerne hin“, meint sie frohgemut,

„das kann lange nicht jeder von sich sagen.“

Auch die letzten der 43 Bestellungen für das

Mittagessen sind endlich eingegangen. 13 Essen

für die Tagesgruppe (davon eines „muslimisch“,

also ohne Schweinefl eisch), 2 für den

Kindergarten, 7 für die Kinderbetreuung, 2

Mal Schonkost, eine Kinderportion für einen

Erwachsenen und 18 reguläre Mahlzeiten -

teilweise fett reduziert - stehen an. „Das ist

ein ruhiger Montag“, sind sich die Küchenfrauen

einig. Es gibt Schinkenpellkartoffeln

in Käsesoße und Salat sowie einen sahnigen

Nachtisch mit Schokostreusel.

Mit Dessert

in die heiße Phase

125 Milliliter pro Person werden für das Dessert

vorbereitet. Das sind 3,8 Liter Milch.

Wenn alle Nachtisch haben wollten, würde

das nicht reichen, aber die Kinder im Josefshaus

fasten in diesen Wochen. Um 9.50 Uhr

wird der Nachtisch bereits in Glasschälchen

portioniert und kalt gestellt. Die Salate sind

vorbereitet. Zeitgleich wird das Mehl im großen

Topf angeschwitzt.

Auf Convenience-Produkte verzichtet das

Mutter-Kind-Haus. Zum einen, weil die teurer

sind. Zum anderen, weil die jungen Mütter

auch Zubereitungen im Urzustand kennen

lernen sollen. „Wir haben hier vor einiger Zeit

frischen Blattspinat zubereitet. Den kannten

die jungen Frauen bislang nur aus dem Tiefkühlfach“,

erklärt Sabine Rudolph. „Aber auch

das gehört zu unseren Aufgaben. Schließlich

Lecker!

sollen die jungen Mütter hier etwas fürs Leben

lernen um nach drei Jahren mit Kind auf

eigenen Beinen stehen zu können.“

Zwischenzeitlich wurde die Käsesoße großzügig

zubereitet und das Salatdressing abgeschmeckt,

der Brokkoli - nur für Kinderessen

- blanchiert, und die 162 Kartoffeln fachfraulich

von Carola Meinberg eingedreht, nachdem

sie alle gepellt hatte. Um 11.40 Uhr ist das

erste Mittagessen fertig. Die erste Bewohnerin

steht bereits im Türrahmen und freut sich auf

eine warme Mahlzeit. Die leeren Teller mit

allen Namensschildern der Bewohnerinnen

stehen bereit. Zehn Minuten später sind alle

Essen angerichtet und stehen zur Abholung

auf Tellern, in Boxen und Containern bereit.

Für Sabine Rudolph ist um 12 Uhr mittags die

erste Schlacht des Tages geschlagen. Aber es

geht weiter mit Planung, Buchhaltung, Vorbereitung

und Schulung. Doch jetzt wünscht sie

erst einmal: Guten Appetit!

Gemeinsam

15


EINBLICKE

Wenn Kinder zuviel husten

Ein Besuch bei Dr. Lars Lange

Es geht sehr lebhaft zu in der Kinderambulanz des St.-Marien-Hospitals. Neben dem bunten Aquarium

sitzen Mütter mit ihren Kindern. Zwar weinen manche von ihnen, andere aber spielen ausgelassen

auf dem Anziehungspunkt der Ambulanz, der hölzernen Eisenbahn, oder beobachten die Fische.

Dr. Lars Lange bittet ein Kind in das Behandlungszimmer. Als sich die Tür schließt, ist jede Hektik von

draußen verschwunden. Seine einfühlsame und ruhige Art wirkt sich sofort auf Mutter und Kind

aus. Mit etwas „Glück“ lächelt der kleine Patient jetzt sogar bei der Untersuchung.

BONN

Dass ihm die Allergologie sehr am Herzen

liegt, spüren auch die Kinderkrankenschwestern

auf der Station, „so liebevoll

und einfühlsam, wie er mit den kleinen Patienten

umgeht“.

Gerade untersucht Lange ein einjähriges

Kind mit auffälligen Atemgeräuschen. Es

wurde wegen dauerhaften Hustens vom

niedergelassenen Kinderarzt überwiesen.

Atemgeräusche

Zahlen

dieser Art treten

z.B. auf,

wenn Kinder

Gegenstände

„in die falsche

Röhre“ eingeatmet

haben -

„ein Alptraum

für die Eltern“,

sagt er. Aber

erfahrungsgemäß

häufiger

als eingeatmete Gegenstände sind es verschluckte

Nüsse, die dann bronchoskopisch

aus den Atemwegen entfernt werden müssen

- wie auch bei diesem Kind.

Zahlen in der Kinder- und

Jugendmedizin des St.-

Marien-Hospital von 2007

Stationär wurden 4.190

Kinder behandelt.

Ambulant gab es rund

17.000 Patientenkontakte

16 Gemeinsam

Eine weitere Herzenssache für ihn ist die

Behandlung von kleinen Kindern mit Neurodermitis,

das auch als „atopisches Ekzem“

bezeichnet wird. „Man bekommt das sehr

gut in den Griff, aber der nächste Schub

ist gewiss“, sagt Dr. Lange. Bis jetzt gibt es

keine definitive Heilung, aber Linderung und

Unterstützung. Da Kinder mit Neurodermitis

auch häufig Nahrungsmittelallergien haben,

werden zur Diagnosesicherung Allergietests

durchgeführt.

Mit Lars Lange hat der Chefarzt der Kinder-

und Jugendmedizin, Dr. Buderus, dessen eigene

„Spezialität“ die Kindergastroenterolgie

ist, das Spektrum der Abteilung um die pädiatrische

Pulmologie und Allergologie erweitert.

Im Rahmen dieses Fachgebietes werden

Kinder und Jugendliche mit akuten und chronischen

Lungenerkrankungen (z.B. Asthma)

und/oder Allergien sowohl diagnostisch als

auch therapeutisch speziell betreut.

„Damit sind wir eine der wenigen Einrichtungen,

in der Kindergastroenterologie und

Allergologie eng zusammen arbeiten“, freut

sich Dr. Lange.

Der 37-jährige Vater zweier Kinder kommt zu

uns von der Universitätskinderklinik Köln.

In dieses anerkannte Zentrum für Kinderpulmologie

mit Dr. E. Rietschel als Leiter

überweisen sowohl viele niedergelassene

Kinderärzte, aber auch Kinderkliniken Patienten

mit entsprechenden Erkrankungen

und Problemen.

Hier konnte daher „unser“ Pulmologe viele,

darunter auch seltene, Krankheitsbilder sehen

und hat eine sehr gute und umfassende

Ausbildung erhalten.

Auf die Frage, wie ernst man Zeitungsberichte

nehmen muss, in denen aufgelistet wird,

welche Zusätze in Lebensmitteln „schädlich“

sind, meint er lachend: „Allgemein wird das

überbewertet. Diese chemischen Stoffe machen

nicht krank. Allergien werden durch

die „Natur“ ausgelöst und nicht allein durch

„künstliche Stoffe“.

Ein kleiner Trost: Allergien wachsen sich

häufig aus - bis dahin aber wollen wir ab

jetzt im St.-Marien-Hospital mit noch mehr

Kompetenz für unsere Patienten und ihre

Eltern da sein.


LANGENFELD

Doch jede Zeit hat einmal ein Ende und so

mussten Überlegungen angestellt werden,

wie die Pfl egedirektion sich in Zukunft im St.

Martinus Krankenhaus aufstellt. Die Lösung

wird in einem neuen Modellprojekt gesehen,

in dem die bisherige 100%-Stelle auf 50% reduziert

wird, dafür aber nicht nur ein Mitarbeiter

diese Stelle besetzt, sondern diese auf

zwei Mitarbeiterinnen zu je 25% aufgeteilt

ist. Den Rest des Stellenumfangs widmen die

beiden neuen „Abteilungsleitungen“ Susanne

Brinkmann und Sybille Vährke den ihnen

unterstellten Abteilungen und entlasten sie

in den administrativen Aufgaben vor Ort.

Darüber steht die amtierende Pfl egedirektorin

Maria Wittke.

Bei der Vorstellung dieser neuen Struktur

kamen zunächst Ängste und Befürchtungen

bei vielen Pflegekräften im Haus auf. Zumal

mit der Besetzung zweier Abteilungsleitungen

die Stationen in Zukunft nicht

mehr von einer Leitung und Stellvertretung

geführt werden soll, sondern nur noch eine

Leitung vor Ort geplant ist.

Um die Ängste vieler Mitarbeiter abzubauen

und die zukünftige Struktur als positive

Entwicklung erkennen zu können, fuhren

die Leitungskräfte zu einer 4-tägigen Fortbildung

an den Dümmer See. Die Zeit wurde

dazu genutzt, diese neue Struktur mit

Hilfe eines externen Moderators mit Leben

zu füllen.

Das Aufgabenprofil der neuen Abteilungsleitungen

wurde gemeinsam erarbeitet. Darüber

hinaus wurde deutlich, dass die Stationsleitungen

nicht ihre Kompetenzen verlieren,

was von vielen befürchtet wurde, sondern

bei ihrem Tagesgeschäft Unterstützung erfahren

und in vielem entlastet werden.

Nach einem Monat der Umsetzung in die

Praxis kann bereits jetzt gesagt werden, dass

die neue Struktur gut angenommen wurde

und die ersten positiven Rückmeldungen in

der Pfl egedirektion eingegangen sind. Die

Abteilungsleitungen wurden von den Pfl egeteams

herzlich aufgenommen und an ihren

ersten Tagen gut unterstützt.

Nun hoffen wir, dass sich dieser positive

Trend in den nächsten Monaten fortsetzt

und damit die letzten Zweifel und Ängste

bei allen genommen werden können.

EINBLICKE

St. Martinus

Krankenhaus:

Modellprojekt in der

neuen Pflegedirektion

Schwester Bernadett Küpper (Bildmitte) verließ

nach 25 Jahren das St. Martinus Krankenhaus.

Ihre Nachfolgerinnen sind Susanne Brinkmann (links)

und Sybille Vährke.

Fast 25 Jahre war Sr. Bernadett in der Pflegedirektion tätig, zunächst lange Jahre als Leitung, später

als Stellvertretung. Sie hat erstmalig die Position der Pflegedirektorin im Haus besetzt und sie mit

Liebe aufgebaut. 24 Stunden war sie vor Ort erreichbar - und das 7 Tage in der Woche.

Zum 1. Januar 2008 hat Sr. Bernadett die stellvertretende Leitung im St. Martinus Krankenhaus abgegeben

und ist in den Konvent im Nachbarort Hitdorf umgezogen. Darum möchten wir ihr an dieser

Stelle noch einmal ein ausdrückliches herzliches Dankeschön für ihren jahrelangen Einsatz aussprechen.

Wir freuen uns aber, dass sie noch an drei Tagen in der Woche im Haus ist und für manche

Aufgaben ansprechbar bleibt.

Veränderungen als Chancen nutzen

Befürchtungen Positive Konsequenzen

- Aufgabe alter Seilschaften - Bessere Zusammenarbeit zwischen

den Leitungen einer Abteilung

- Sicherheitsverlust - Offenheit für Veränderungen

- Aufgeben bewährter Strukturen - Weiterentwicklung der Pfl ege

- Verlust von stv. Stationsleitungen - Stärkung der Position Pfl ege

- Beziehungsverlust durch Rücktritt - Entlastung von bestimmten

Aufgaben

- Verlust der Geborgenheit - Mitgestaltungsmöglichkeit

- Alleiniger Ansprechpartner - Gestaltung des eigenen

Arbeitsplatzes

- „gleiche Position - weniger Geld“ - Erhalt des Hauses

- Kompetenzverlust - Eigenverantwortung

- „Gesichtsverlust“ - Prüfung von Prozessen,

Abläufen, Qualität

- Verlust von Macht, Ansehen, u.a. - Abteilungsleitungen näher an der Pfl egebasis

MARIA WITTKE

Gemeinsam

17


EINBLICKE

Marie hört nicht auf zu weinen

BONN

In mehr als 20-jähriger Tätigkeit in der Kinderabteilung

hat Oberärztin Dr. Elisabeth

Tuschen-Hofstätter schon so manche Verletzung

gesehen, für die es keine nachvollziehbare

Erklärung gab. „Die Aufmerksamkeit

für Verletzungen, die sich nicht durch Sturz,

Unfall oder Erkrankung erklären lassen, “

sagt sie, „gehört zu unseren Aufgaben, das

allgemeine Bewusstsein dafür ist aber erst

in den letzten Jahren sehr ausgeprägt entstanden.

Wir sind sensibel für derlei Befunde

und nehmen die Kinder bei Verdacht auf

Misshandlungen stationär auf, einerseits

zum Schutz des Kindes, andererseits um

Zeit zu gewinnen zur Abklärung.“ Welches

Glück für Baby Marie. Im geregelten Tagesablauf

und Versorgungsrahmen entsteht

bei den Pfl egenden der Eindruck, dass die

Mutter überfordert und nervös wirkt, sie

hält verabredete Besuchstermine nicht

ein, beschäftigt sich kaum mit ihrem Kind

und wenn sie erscheint, dann am liebsten

nur, um die Station gleich wieder für eine

„Zigarettenpause“ zu verlassen. Es wird für

das medizinische Personal deutlich, dass sie

Hilfe braucht, wesentlich ist aber, dass ihr

das selbst bewusst wird. Hier setzt das Team

von Ärzten, Kinderpsychologin und Gesundheits-

und Kinderkrankenschwestern - / pfl eger

an, die sich austauschen, Eindrücke und

Befunde dokumentieren. Die Kinderpsychologin,

Dr. Maria Mensching, und einer der

Ärzte sprechen gemeinsam mit der Mutter,

sagen ihr, dass die Verletzung nicht zu den

Schilderungen des Unfalls passt. So ein Gespräch

ist natürlich sehr schwierig, häufi g,

wie auch bei Maries Mutter, fühlen sich die

Bezugspersonen angegriffen und blocken

Hilfestellungen ab: „Nee, ich brauch keine

Hilfe“. „Die Reaktionen sind völlig unter-

18 Gemeinsam

schiedlich“, ist Dr. Menschings Erfahrung.

„Manche Eltern brechen in Tränen aus und

wollen kooperieren, andere sind so apathisch,

dass man das Gefühl hat, man könne

genauso gut mit einer Mauer sprechen

und wieder andere werden aggressiv, unter

dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“.

Der Kernsatz Menschings ist daher

„in der Sache hart zu sein, dem Gegenüber

aber emotional, empathisch zugewandt.“

Schließlich tritt sie für die Sicherheit und

das Wohlergehen des Kindes ein, dem man

in der Regel bis zum 3. oder 4. Lebensjahr im

Verhalten nichts anmerkt. Im geschützten

Raum des Krankenhauses bahnen sich Ängste

und Sorgen der jungen Mutter schließlich

doch einen Weg und sie vertraut sich der

Psychologin an. Finanzielle Sorgen durch

Arbeitslosigkeit bestimmen ihr Leben, der

Lebensabschnittspartner (wie bezeichnend

der Begriff heute oft tatsächlich ist) hat sich

von ihr getrennt. „Ich sehe viele verunsicherte

Eltern“, sagt Dr.Tuschen-Hofstätter

nachdenklich, „deren Ehen auseinander

gehen, wenn die Kinder noch klein sind,

was eine hohe Belastung auslöst.“ Nach ihrem

Eindruck sind die Fälle von Misshandlung

oder/und Vernachlässigung aber nicht

angestiegen, wir sind nur aufmerksamer

geworden. Die Einschätzung teilt auch die

Kinderpsychologin. „Jährlich haben wir es

durchschnittlich allein in unserem Krankenhaus

mit ungefähr 17 Fällen von Kindesmisshandlung

und/oder Verwahrlosung zu tun,

quer durch alle bürgerlichen Schichten“.

Wenn der Verdacht einer Misshandlung entstanden

ist, wird frühzeitig ein Rechtsmediziner

hinzugezogen, um Fehlurteile zu vermeiden.

Der behandelnde niedergelassene

Kinderarzt, das Jugendamt und gegbenfalls

Marie hört nicht auf zu weinen

Schon drei Tage sind sie auf

Station, die junge Mutter, Marion

K., 22 Jahre und ihr 3 Monate

altes Baby. Jetzt endlich hat sie

es eingestanden. Eingestanden,

dass sie in einer Stresssituation

mit ihrem Partner das Kind sehr

stark geschüttelt hat. Baby

Marie hört seit dem nicht mehr

auf zu wimmern. Es ist Angst

aufgekommen bei der jungen

Frau, weshalb sie sich schließlich

entschlossen hat, Hilfe im

Krankenhaus zu suchen.

die Kriminalpolizei werden eingeschaltet,

denn auch wenn Eltern abblocken, sich

verteidigen, hier geht es um den Schutz der

Kinder. Es geht darum zu klären, wer die

Verantwortung übernimmt, welche Hilfe

die Eltern brauchen, ob das Kind überhaupt

nach Hause zurückkehren kann und wenn

ja, unter welchen Bedingungen. Für Marie

ergibt eine Entscheidung von Jugendamt

und Richter, dass sie nach ihrer Entlassung

in einer Einrichtung untergebracht wird,

wo ihre Mutter sie jeden Tag unter Anleitung

besuchen und mit ihr zusammen sein

kann. Hier hat Maries Mutter die Möglichkeit

„die Liebe zu lernen“, nach der sie

sich als Kind selbst vergeblich gesehnt hat.

Glücklicherweise hat Marie keine bleibenden

körperlichen Schäden davon getragen,

wie viele andere Kinder. Kinder, deren Körper

gezeichnet sind von Narben, kleinen

und großen Verletzungen, Blutergüssen,

Knochenbrüchen, Schädel-Hirntraumen -

von den seelischen Wunden abgesehen. Die

Hauptrisikogruppe für Misshandlung oder

Verwahrlosung liegt nach einer mehrjährigen

Erhebung in unserem Haus bei Kindern

unter 4 Jahren, die zum größten Teil aus einer

sozial schwachen Bevölkerungsschicht

mit wenig Kontakten zu Verwandtschaft,

Nachbarn, Freunden kommen. Der Entwicklungsstand

war nur bei der Hälfte dieser

Kinder als normal eingestuft worden, bei

mehr als der Hälfte der Kinder fehlten regelmäßige

Vorsorgeuntersuchungen. Durch

gezielte Maßnahmen, die vom Jugendamt

in Kooperation mit allen Beteiligten eingeleitet

werden, kann diesen Kindern geholfen

werden. Das wichtigste dabei ist, dass

dem Kind so etwas nie wieder passiert!


Das neue Förderkonzept belebt die Schulgemeinschaft.

St.-Franziskus-Gymnasium bietet

differenziertes Förderprogramm

Die Förderung schwacher Schülerinnen und Schüler fand in der

Vergangenheit durch externen Nachhilfeunterricht statt. Durch

ein neues Konzept bietet das St.-Franziskus-Gymnasium (SFG) jetzt

Förderunterricht von Schülern der Oberstufe für Kinder der Unterstufe.

Derzeit erteilen 21 Jugendliche 34 Jungen und Mädchen

ergänzenden Unterricht. Der dauert eine Zeitstunde pro Woche

und findet wahlweise als Gruppen- oder Einzelförderung statt.

OLPE

„Der Vorteil legt auf der Hand“, erklärt

Schulleiterin Dr. Gerlis Görg: „Wir bringen

Kinder und Jugendliche einer Schule zusammen.

Die Großen können sich qualifi zieren,

die Kleinen erhalten ein hausinternes Angebot.“

Ein weiterer Vorteil ist die Auswahl

der Förderlehrer. Denn nur Schülerinnen

oder Schüler mit guten Noten und Empfehlung

durch zwei Lehrer dürfen ihn geben.

Die Unterstufenschüler profi tieren davon,

dass ihre Förderlehrer die Schule, die Lehrer

und die Materialien seit Jahren kennen.

Zusätzlichen Unterricht gibt des derzeit für

die Fächer Latein, Englisch, Französisch und

Mathematik. Koordiniert werden die Maßnahmen

von Inga Apel und Andrea Alfes,

die beide Lehrerinnen am SFG sind.

Doch nicht nur schwache Schülerinnen und

Schüler erhalten Unterstützung. Auch für

Begabte sind insgesamt 39 Herausforderungen

im Schulrepertoire: von zusätzlichen

AGs wie Russisch oder Schwedisch über

die Mathe-Olympiade bis hin zur Campus-

Akademie. Physikfreaks steht beispielsweise

auch ein Praktikum an der UNI Siegen offen.

Und Englischfans können bereits in der 12.

Klasse testen, ob sie das Cambridge Certifi -

cate schaffen.

„Wir decken mit der Förderung alle schulischen

Bereiche ab“, erläutert Dr. Görg.

„Sprachliche und mathematisch-naturwissenschaftliche

Kompetenz genau so wie

religiöse und musisch-ästhetische Bildung,

EINBLICKE

sportliche Entwicklung oder soziale Kompetenz.“

Mit den umfangreichen Maßnahmen,

die das Gymnasium jetzt anbietet, können

Schülerinnen und Schüler vor allem individueller

gefördert werden. Damit erfüllt

die Schule die neuen Forderungen, die sich

unter anderem aus der PISA-Studie ergeben

haben.

Leitgedanke am SFG ist dabei ein Verständnis

von Förderung, das sich an den persönlichen

Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten

orientiert und der Unterstützung des

Lernens in den Unterrichtsfächern dient.

Dabei ist der Schuldirektorin wichtig, dass

es neben den differenzierten Möglichkeiten

für Schwache und Begabte auch rund 50

Angebote für alle Schülerinnen und Schüler

gibt, die über den Unterrichtsplan hinaus

ihre Fähigkeiten und Interessen testen wollen.

Gemeinsam

19


EINBLICKE

Mechthild Decker-

Maruska weiß wovon sie

spricht, wenn sie über die

Kommunikationsprobleme

älterer Menschen

berichtet. Seit über

20 Jahren gehört sie zu

den wenigen Krankenschwestern

bundesweit,

die sich mit Hörproblemen

im Alter beschäftigen.

Jahrelang konnte sie

Erfahrungen in

Geriatrischen Abteilungen

sammeln. Mittlerweile hat

sie an diversen Studien

zum Thema teilgenommen

und darüber publiziert.

ATTENDORN

Mechthild Decker-Maruska arbeitet im St.

Barbara Krankenhaus Attendorn und unterstützt

als Expertin die Analyse von Hördefi -

ziten in anderen Einrichtungen.

Im Senioren- und Pfl egeheim mit Wachkoma,

dem Franziskaner-Hof, stieß ihre Thema

nicht auf taube Ohren. Markus Kögler, stellvertretender

Pfl egedienstleiter, nahm die

Idee auf, auch im Attendorner Altenheim

zu prüfen, wie es mit der Hörfähigkeit der

Bewohnerinnen und Bewohner aussieht.

„Dabei kam Überraschendes an den Tag, das

leider dem Bundesdurchschnitt entspricht,

aber die Lage nicht besser macht“, erläutert

Kögler. Rund ein Drittel der Bewohner wurden

nach der Hör-Auswertung dem HNO-

Arzt empfohlen. Ein weiteres Drittel wurde

gebeten, die Hörgeräte überprüfen oder

warten zu lassen. Oder sie auch überhaupt

aktiv zu nutzen nach einer entsprechenden,

niederschwelligen Einweisung.

Auch für Mechthild Decker-Maruska sind

diese Ergebnisse keine Überraschung. „Viele

nehmen an, dass man im Alter einfach

schlechter hört – egal ob mit oder ohne

Hörgerät oder andere Hilfen“, erklärt die

Fachfrau. „Das ist allerdings nicht wahr.

Denn selbst im Alter ist durch den medizi

20 Gemeinsam

nischen Fortschritt heute kaum ein Hörpro

blem mehr unlösbar. Die Frage ist vielmehr,

wie kommuniziere ich als Mitarbeiter mit

den wenigen Patienten, bei den technische

Hilfe keine befriedigende Lösung bieten?“

Dazu sind aber Antworten im Vorfeld zu

leisten auf das Wissen um Hördefi zite und

Hörprobleme.

Die Diagnose

ist die halbe Therapie

Der Franziskaner Hof eröffnete im Juni 2006.

Bereits in den ersten Monaten berichteten

einige Mitarbeiter des Pfl egedienstes Markus

Kögler immer wieder dass:

• Hörgeräte ungenutzt in den Nachttischschubladen

lagen und der Bewohner/-in

diese als nicht funktionstüchtig darstell te

• die „nuschlige“ Sprache einer Pfl egefachkraft,

laut eines Bewohners ursächlich verantwortlich

für sein „Falschverstehen“ sei

• das „nervtötende Piepen“ eines im Ohr

des Bewohners befi ndlichen Hörgerätes

nur abzustellen sei, wenn man das „Ding“

herausnehme, aber dann könne man sich

nicht mehr mit ihm verständigen.

Höroffensive:

Senioren sollen mehr verstehen

Um dieses Situation systematisch anzugehen,

nahm Kögler Kontakt zu Mechthild

Decker-Maruska in der Nachbarklinik auf,

die sich der Bewohner in den nächsten

Monaten annahm. Mit geschultem Blick,

professionellem Einfühlungsvermögen, mit

Einsatz von Gestik, Mimik und lautsprachbegleitende

Gebärde hat die examinierte

Krankenschwester das Vertrauen der älteren

Menschen gewonnen. Auf dieser Grundlage

konnten dann konkrete Überprüfungen der

Hörhilfen, aber auch der Hörkompetenzen

durchgeführt werden.

Für das Senioren- und Pfl egeheim Franziskaner-Hof

hat sie Ziele aufgestellt, die dort

bereits umgesetzt wurden und weiterhin

werden. Ein Nebeneffekt der Untersuchung

war auch die Schallmessung in der Cafeteria,

die anschließend gedämmt wurde um

eine besser Akustik für Bewohner und Gäste

zu ermöglichen.

Ziele für den Bewohner

• Verstehen und verstanden werden unter

Berücksichtigung des individuellen

Hörstatus


• Individuelle, optimierte Pfl ege -

Behandlung - Versorgung entsprechend

dem Hörstatus

• Vermeiden von fehlerhaften

Pfl egemaßnahmen

• Vermeiden von fehlerhaften

Pfl egediagnosestellung

• Optimierung des Vertrauensverhältnisses

auf der Basis der Teilhabe

Ziele für das Pflegeteam:

• Ganzheitliche Betrachtung des

Bewohners

• Konfl iktreduziertes Arbeiten

• Verbesserung der Pfl ege- und

Betreuungsqualität

• Sichere Beurteilung der geistigen,

körperlichen und seelischen Befi ndlichkeit

des Bewohners durch Schulungen

• Verbesserter Aufbau einer persönlichen,

handicap-adaptierten Vertrauensbasis

Ziele für den Franziskaner-Hof:

• Ergänzung des Therapieangebotes

• Außenwirkung

• Alleinstellungsmerkmal

• Erreichen einer optimalen

Versorgungsqualität

• Erreichen einer hohen Bewohnerzufriedenheit

Bild links: Mechthild Decker-Maruska überprüft die Hörgeräte der Senioren.

Zur Person

Mechthild Decker-Maruska, selbst gut-hörend, erlebte ihren ersten

Kontakt mit Hörgeschädigten 1987 im Rahmen ihrer Tätigkeit

als Krankenschwester in der Baumrainklinik Bad Berleburg. Fasziniert

von der Gebärdensprache meldete sie sich sofort, als die

Rehabilitationsklinik eine Pfl egefachkraft für die geplante Hörgeschädigtenabteilung

suchte. Sie arbeitete mit bei der konzeptionellen

Planung der Abteilung und ihr oblag in der praktischen

Umsetzungsphase die Verantwortung für den Pfl egebereich.

Das meiste, was sie weiß, haben ihr Betroffene vermittelt.

Das ist wichtiger, als dass man die Gebärden beherrscht und die

theoretischen Formen der Hördefi zite kennt.

Mechthild Decker-Maruska:

„Ich bin dieses „Virus“ nicht wieder los geworden, wie man sieht.“

Sie redet immer mit ihren Händen, ihrer Mimik und ihrer Körpersprache,

wenn sie etwas unmissverständlich ausdrücken möchte

1992 wechselte sie ins Attendorner Klinikum in die bereits erwähnte

Geriatrische Abteilung, damals noch unter der chefärztlichen

Leitung von Dr. Gerhard Wucherpfennig (heute im GFO-Krankenhaus

Zur Heiligen Familie).

In Anbetracht des demographischen Wandels

und der damit zunehmend höheren

Anzahl an hochbetagten und in ihrer sensorischen

Wahrnehmung eingeschränkten

Menschen, lassen sich nach Meinung von

Kögler und Decker-Maruska die Studienergebnisse

von Geriatrischen Abteilungen auf

die Arbeit in Pfl egeheimen übertragen.

EINBLICKE

In Deutschland gibt es also Nachholbedarf.

Doch glücklicherweise lassen sich viele Defi -

zite schnell beheben. „Basierend auf einem

veränderten Problembewusstsein und unter

konsequenter Einhaltung eines neuen lautsprachlichen

und nonverbalen Kommunikationsverhaltens,

haben wir schon nach kurzer

Zeit einen Teil, der von uns angestrebten

Ziele erreicht“, erklärt Markus Kögler nicht

ohne stolz.

MARKUS KÖGLER

Nachfolgend einige Beispiele aus Ihrer Arbeit

• 1992 Entwicklung des Unterrichtskonzeptes „Richtiger Umgang

mit hörgeschädigten Patienten im Pfl egealltag“, heute

zu 100% Bestandteil des Schulungskonzeptes des Deutschen

Schwerhörigenbundes (DSB) „Der hörgeschädigte Patient/Bewohner

im Pfl egealltag“ ist, sowie Bestandteil des Ausbildungsplan

für Pfl egefachkräfte an verschiedenen Kranken- und Altenpfl

egeschulen integriert im Lernfeld Sinne

• Seit 1994 Unterrichts- und Vortragstätigkeiten zum o. a. Thema

an verschiedenen Kranken- und Altenpfl egeschulen, bei Gesundheitstagen,

Pfl egekongressen,etc.

• 2003 Entwicklung des „Attendorner Hörservice“ auf der Basis

einer 2002 in der Geriatrischen Abteilung des SBA durchgeführten

Pilotprojektstudie,

• 2004 Entwicklung des Hören-Verstehen Puzzle

• Initiatorin der 2007 gegründeten Theatergruppe „Geri-Klick“,

welche leicht überzeichnet die Probleme einer Hörgeschädigten

Seniorin mit dem Pfl egepersonal (und umgekehrt) während eines

stationären Klinikaufenthaltes darstellt

• Mitautorin des o. a. DSB Schulungskonzeptes, Mitglied im DSB

Referat „Hörgeschädigte Patienten und Senioren sowie DSB-

Fachreferentin

• Veröffentlichung ihre Arbeit in einem Beitrag in „Die Schwester/Der

Pfl eger“ Ausgabe 01/08

Ihr neuestes Projekt ist die Entwicklung des „handicap-adaptierten

Pfl egeprozess“ im Bezug auf das Handicap Hörschädigung,

sowie die Implementierung des Hörservice in den Geriatrischen

Abteilungen der Kliniken: Evangelisches Krankenhaus Schwerte

und Evangelisches Krankenhaus Bethanien Iserlohn. Wie mich,

infi zierte sie auch den dortigen Chefarzt Dr. med. M. Lerch bereits

zu seiner SBA Zeit mit dem „HÖREN IST NICHT = VERSTEHEN

Virus“

Gemeinsam

21


EINBLICKE

Mit Praxisanleitung fällt das Lernen leichter

Aufregung pur. Kein Tag wie jeder andere. Heute steht eine Schülerin

im Mittelpunkt, gleich beginnt ihre Prüfung zur Anerkennung als

examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Es ist kurz vor 7.00

Uhr. Noch sitzt sie in der morgendlichen Übergaberunde und lässt

sich überreden, Kaffee zu trinken, aber essen geht nicht.

Jede Station muss seit 2004 einen Praxisanleiter-/in haben, der/die

sich nach einer 5-monatigen Ausbildung um die Verknüpfung von

theoretischer und praktischer Ausbildung kümmert.

BONN

Auf den Stationen bedeutet es, das Anleiten

und Begleiten der Schüler in allen Bereichen

von berufspädagogisch qualifiziertem Personal

durchzuführen. Heute widmet sich Praxisanleiterin

Sr. Lilli ausschließlich ihrer aufgeregten

Schülerin. Tags zuvor hat sie zwei

pflegebedürftige Patienten ausgesucht, bei

der die Schülerin (Grund-)Pflege und komplexe

Behandlungspflege vor den Prüfern durchführen

kann. Der Schülerin fallen plötzlich

alle möglichen Horrorszenarien ein, die sie

mit der Praxisanleiterin durchsprechen will.

Lauter „was ist, wenn…?“, „ich traue mich

bestimmt nicht, richtig zu reagieren“. Sr. Lilli

ist die Ruhe selbst. „Das ist bei jedem Schüler

so“, meint sie verständnisvoll. Als die Pflegepädagogin

der Schule eintrifft, beginnt

der Ernst. Die Schülerin stellt ihre beiden

Patienten vor mit ausführlicher Anamnese,

Erklärung, warum welche Medikamente

verabreicht werden und die Pflegeplanung.

Ihre gesetzten Prioritäten geraten schon am

Anfang der Prüfung durcheinander, weil ein

Patient eine Injektion erhalten muss, die

nicht eingeplant war.

Die Schülerin konzentriert sich auf ihre Pflege.

Sie, die vorher geweint hat vor Aufre-

22 Gemeinsam

gung und Versagensangst, pflegt jetzt souverän,

nichts ist mehr übrig geblieben von

„flatternden“ Händen. Darin zeigt sich die

tägliche praktische Übung, bei der Schüler

durch die Praxisanleitung schrittweise an

die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen

Aufgaben herangeführt werden.

Bei jedem Dienstbeginn entscheidet die Praxisanleitung,

was welcher Schüler an diesem

Tag lernt, welche pflegerischen Aufgaben

übernommen eübernehmen kann, ob er einen

Patient allein versorgen kann oder ob er

lieber noch mal zuschauen soll.

Dazu kommen die Praxisaufgaben, die die

Schule vergibt. Der Unterkurs hatte z.B. die

Aufgabe, sich mit den Vitalwerten auseinanderzusetzen,

berichtet Lilli. „Wir müssen

den Raum zur Auseinandersetzung geben,

zum Beispiel durch weiterführende Literatur,

Fragen beantworten, Gespräche führen

oder Patienten mit ihren Krankheitsbildern

vorstellen“.

Die Praxisanleitung sorgt für einen durchgehenden

Fluss der Anleitung durch das

Gesamtteam, sie vertritt die Interessen des

Schülers im Team und macht Lernangebote.

Learning by doing -

Schüler lernen von den

examinierten Pflegekräften.

„Unser Team ist sehr aufgeschlossen, den

Schülern weiterzuhelfen“, sagt Sr. Lilli, sie

können sich mit ihren Fragen an jeden im

Team wenden“.

Und das macht zum Beispiel Schüler Juri

sehr ausgiebig. Er schaut den examinierten

Pflegekräften interessiert über die Schulter,

ist aufmerksam und saugt alles auf, was er

erlebt. Gerade ist er damit fertig geworden,

Sr. Monika bei einem Verbandswechsel zu

assistieren, da läuft er den langen Flur hinunter,

bleibt kurz stehen, um ein verrutschtes

Bild an der Flurwand in die richtige Position

zu rücken und schaut jetzt Sr. Claudia bei der

Küchenbestellung zu. „Woher wisst ihr, wie

viel ihr bestellen müsst?“, und dann: „Morgen

könnte ich das ja mal machen“:

Ist das nun einer guten Anleitung zu verdanken

oder ist er einfach gut?

Sr. Lilli lacht: „Ich würde sagen, toller Schüler.

Mit der Anleitung kann man ja nicht

die Persönlichkeit verändern, aber ein gutes

Vorbild sein, einen bleibenden Eindruck und

Freunde an der Arbeit vermitteln. Ich versuche

ein gutes Beispiel zu geben.“ Ihr ist

es wichtig, von Anfang an Vertrauen aufzubauen,

damit die Schüler sich darauf freuen,

hier zu arbeiten. „Wenn man mit Schülern

arbeitet, wird man immer wieder mit neuen

Fragen konfrontiert, so dass man sich auch

selbst immer weiter entwickeln muss“, zieht

Lilli ein Resümee für sich selbst. Dabei ist sie

Fragen ja von ihrem kleinen Sohn gewöhnt.


Ehrenamtliche Mitarbeit

in der Lebens- und Sterbebegleitung

Die feierliche Zertifikatsübergabe erfolgte im Oktober 2007 in der Krankenhauskapelle.

TROISDORF

Ehrenamt ist das Herzstück der Hospizarbeit.

Im zentralen Wertekanon der Hospizidee

und Palliativmedizin wird der ehrenamtlichen

Hilfe und Unterstützung als konstituierendem

Merkmal eine herausragende Rolle

zugeschrieben und besondere Bedeutung

beigemessen. Hier geht es weniger um einen

kostendämpfenden gesundheits- und sozialpolitischen

Lösungsansatz für die Herausforderungen

im Umgang mit sterbenden Menschen

im gegenwärtigen gesellschaftlichen

Wandlungsprozess und schon gar nicht um

einen Ersatzkräftestatus in den restriktiver

werdenden ökonomischen Kontextbedingungen.

Vielmehr ist ehrenamtliche Tätigkeit

in der Hospizarbeit die Gewähr dafür,

dass die Begleitung sterbender Menschen

im Bewusstsein der Öffentlichkeit eine gesamtgesellschaftlich

zu leistende Aufgabe

ist. Durch ihr Engagement leisten sie einen

unverzichtbaren Beitrag zur Teilnahme des

Sterbenden und der ihm Nahestehenden am

Leben des Gemeinwesens.

Dass Wertschätzung den Umgang zwischen

allen MitarbeiterInnen bestimmt, ist ein

Kernsatz der Hospizarbeit, somit selbstverständlich.

Das Einsetzen von Ehrenamtlichen

im Rahmen dieser Kompetenz bedarf

tatsächlich einer besonderen Transparenz

schon während der Vorbereitungskurse und

immer wieder im Rahmen der Praxisbegleitung,

damit weder Überforderung noch

Überschätzung entstehen.

„Ersetzen können Ehrenamtler die Professionellen

nicht, aber sie können sie unterstützen.“

Das Erarbeiten der Standards und die Qualitätssicherung

für die Befähigung von ehrenamtlichen

Mitarbeitern war in unserem Haus

der erste Schritt. Ein Flyer mit den wichtigsten

Informationen für die Aufgaben Ehrenamtlicher

lag bereits im Oktober 2006 beim

Tag der Offenen Tür anlässlich des 10-jährigen

Bestehens der Palliativstation aus. Hier und

durch die Tageszeitungen erfolgte der Aufruf

zur Bereitschaft, an solch einem Befähigungskurs

teilzunehmen.

Nach zahlreichen Interessenten kristallisierten

sich 12 KursteilnehmerInnen heraus, die

diesen Befähigungskurs für die umfassende

Betreuung unserer Patienten und deren

Angehörigen absolvierten. Der hausinterne

Kurs wurde von Bärbel Trautwein und Martin

Kessler geleitet. Die Inhalte des Kurses

betrafen Gesprächsführung, Vermittlung

von Grundlagen palliativmedizinischer,

palliativpfl egerischer und psychosozialer

Faktoren sowie Selbsterfahrungseinheiten

in der eigenen Auseinandersetzung mit den

Themen Sterben, Tod und Trauer. Sie wurden

von Fachärzten aus den verschiedenen

Abteilungen, der Palliativstation, der

Onkologie, der Strahlentherapie sowie von

externen Referenten vermittelt. Das Praktikum

erfolgte in der Palliativstation unseres

Hauses.

Aufgaben der Ehrenamtlichen sind: Gesprächsangebote,

Anwesenheit, Nähe und

Zeit, Zuhören, Entlastung und Unterstützung

der Angehörigen, Hilfe bei der Kinderbetreuung,

Sitzwache und mehr.

Seit Dezember 2007 stehen die Ehrenamtlichen

in der stationären Patientenbetreuung

zur Verfügung.

Ziel ist die Optimierung und Unterstützung

in der umfassenden Versorgung und Begleitung

Schwerstkranker, Sterbender und ihrer

Angehörigen. Die Mitarbeit von Ehrenamtlichen

auf der Palliativstation erlebt das Personal

als Entlastung und sie läuft dort gut.

Aus dieser positiven Erfahrung heraus entwickelte

sich die Idee, auch im Haupthaus

in diesem Bereich sowie bei demenziell Erkrankten

und Menschen, die wenig Besuch

bekommen, befähigte Ehrenamtliche einzusetzen.

EINBLICKE

Das St. Josef-Hospital hat

sich im Laufe der Jahre immer

mehr zu einem Krankenhaus

mit onkologischem

Schwerpunkt entwickelt.

Hieraus hat sich auch der

vermehrte Bedarf für die

ehrenamtlichen Dienste

ergeben.

Bedeutung des Ehrenamts: Die eigene Auseinandersetzung

mit den Themen Sterben,

Tod und Trauer, die Verbesserung der gesellschaftlichen

Bedingungen sterbender

Menschen, eine religiöse oder humanitäre

Haltung sowie die Möglichkeit sinnvoller

Zeitgestaltung und persönlicher Reifung

können Motive von Ehrenamtlichen sein.

In unserem Hause legen wir Wert auf eine

Betreuung, die über das medizinische hinausgeht

und die den ganzen Menschen

sowie sein Umfeld einbezieht. In diesem

Anliegen unterstützen Ehrenamtliche, indem

sie Hilfe und Begleitung anbieten. Die

enge und intensive Beschäftigung mit dem

Kranken ist für haupt- und ehrenamtliche

Mitarbeiter emotional oft belastend. Gleichzeitig

erleben sie jedoch gerade diesen Teil

ihrer Arbeit als eine echte Bereicherung. Sie

macht sensibel für andere Perspektiven, für

unausgesprochene Wünsche und Träume

des Patienten.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erfahren

Praxisbegleitung vor Ort und erhalten

regelmäßig Supervision sowie thematische

Vertiefungseinheiten in Form von Seminaren.

BÄRBEL TRAUTWEIN

Martin Kessler ist Leiter des Pflegeteams

der Palliativstation und

Bärbel Trautwein bietet die Trauerbegleitung

im Hause an.

Gemeinsam

23


EINBLICKE

24 Gemeinsam

Eine richtungsweisende Entscheidung:

Manfred Müller hat bereits

umgebaut. Ein ganzes Flurstück

neben seinem Büro ist

jetzt Aktenkammer. Dort

lagert der Geschäftsführer

der Cura - Katholische

Einrichtungen im Siebengebirge

gGmbH - Unterlagen.

Meterweise. Soviel hat sich

angesammelt für das Großprojekt

„Zusammenlegung

der Krankenhausbetriebsstätten“.

Schon lange wird

geplant. Im März geht es

los: der Ausbau des Krankenhauses

St. Johannes

in Bad Honnef. Denn: Die

Trägergremien haben gerade

in einer gemeinsamen

Sitzung den Startschuss

gegeben. Als erstes werden

die Cafeteria und die Kapelle

abgerissen sowie das

Baugelände von Sträuchern

befreit. In zwei Jahren soll

es dann soweit sein: Das

Königswinterer Hospital St.

Josef der Cura gGmbH siedelt

um nach Bad Honnef.

Das komplette medizinische

Angebot wird dann an

einem Standort vorzufinden

sein, in einem „beinahe

neuen Krankenhaus“ mit

217 Betten, wie es Müller

formuliert.

Kath. Krankenhaus im Siebengebirge, Bad Honnef

Modelldarstellung der Erweiterungsmaßnahmen

Radiologisches

Zentrum

neuer, zusätzlicher

Bettentrakt

Caféteria Haupteingang

Erweiterung der

Eingangshalle

SIEBENGEBIRGE

„Nach der langen und schwierigen Zeit der

Vorbereitung ist dies die wahrscheinlich

wichtigste und zukunftsweisendste Entscheidung

seit Bestehen des Zweckverbandes. Sie

gibt uns medizinisch wie ökonomisch eine

gute Perspektive zur langfristigen Sicherung

des Krankenhausstandortes im Siebengebirge“,

so Geschäftsführer Müller. „Alle Bau-

und auch die Abrissgenehmigungen sowohl

von der Bezirksregierung als auch von der

Stadt liegen nunmehr vor.“

interdisziplinäre

Ambulanz

Krankenwagen

Einfahrt/

Notaufnahme

Nach der ersten Bewilligung verzögerte

sich der Beginn des Vorhabens um zwei

Jahre. Manfred Müller: „Wir haben noch

umgeplant und optimiert.“ So wünschte die

Bezirksregierung beispielsweise noch die Errichtung

von zwölf Intensivbetten. Nun sind

die Pläne komplett, die Phase der Vorbereitung

ist abgeschlossen. „Ich bin sehr froh“,

sagt der Cura-Chef. „Das Budget liegt jetzt

bei 17,4 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-

Westfalen fördert das Vorhaben mit 9,44

Millionen.


EINBLICKE

CURA legt

beide Krankenhaus-Standorte zusammen

Rund um das St. Johannes Krankenhaus entstehen neue Klinik-Räume.

Den Rest wird der Krankenhausträger über

die Aufnahme von Darlehen fi nanzieren.“

Nach den Abrissarbeiten wird an der Westseite

des Honnefer Krankenhauses ein radiologisches

Zentrum errichtet, viergeschossig

mit Krankenhausküche ganz unten. Der jetzige

Eingangsbereich wird nach Abzug der

Bauarbeiter nicht wiederzuerkennen sein.

Er wird erweitert. Dort soll auch eine Krankenwagenzufahrt

mit direkter Anbindung

an die interdisziplinäre Notaufnahme und

die Ambulanzen im Erdgeschoss entstehen.

Parallel dazu wird ein neues Bettenhaus

auf der östlichen Seite mit Blickrichtung

Siebengebirge hochgezogen. Die Cafeteria

ist künftig im Hauptgebäude angesiedelt,

in der Nähe des Eingangs und damit besser

zugänglich als in der Vergangenheit. Bis das

neue Schmuckstück steht, müssen Patienten

und Besucher nicht auf die typischen

Cafeteria-Artikel verzichten. Ein rollender

Bringservice versorgt sie damit. Wenn das

alles steht, wird der Altbau saniert und um

eine Winzigkeit erweitert. Und dies alles bei

laufendem Betrieb.

Königswinterer

werden Bad Honnefer

Nach Abschluss aller Arbeiten ziehen die

Königswinterer um nach Bad Honnef. Müller:

„Im März 2010 soll es soweit sein.“ Gelenkt

wird die Bauphase von der bmp Baumanagement

Pillich aus Recklinghausen,

einem Projektsteuerer. „Diese umfangreiche

Maßnahme ist nicht mehr mit der eigenen

Mannschaft zu bewerkstelligen“, erläutert

der Cura-Geschäftsführer. Bauen bedeutet

natürlich Lärm, Belastung der Zufahrtsstraßen.

In den nächsten Wochen soll deshalb

eine Bürgerversammlung mit den Nachbarn

stattfi nden, bei der Manfred Müller die Pläne

vorstellen wird.

Was aber bedeutet die Zusammenlegung

für die Krankenhaus-Mitarbeiter? Sie soll

die langfristige Sicherung des Standortes im

Siebengebirge gewährleisten, bringt aber

auch den Wegfall von Arbeitsplätzen mit

sich. Müller: „Jetzt sind es noch ungefähr 20

Stellen, die entfallen.“ Erfreut ist er über die

komfortable Lösung in Sachen Labor. Alle

dem Verbund der Gemeinnützigen Gesellschaft

der Franziskanerinnen zu Olpe mbH

angeschlossenen Krankenhäuser aus dem

Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis, wozu auch

Cura zählt, verzichten ab April bis auf eine

Notfall-Versorgung auf das eigene Labor.

Die gesamte Analytik wird künftig von einem

zentralen Anbieter vorgenommen. Das

Schöne: Alle 16 Mitarbeiter aus Bad Honnef

und Königswinter werden dort zu den bisherigen

tarifl ichen Bedingungen tätig werden.

„Kein einziger Arbeitsplatz ging verloren“,

ist Manfred Müller zufrieden.

Über der Zukunft des Königswinterer Hauses

schwebt noch ein Fragezeichen. „Sollte

es nichts werden mit einer künftigen Nutzung

als Rathaus, müssen wir sehen.“ Das

separate Gebäude auf dem hinteren Grundstück

mit geriatrischer Tagesklinik und die

physikalische Therapie im Untergeschoss

sollen erhalten bleiben. Denkbar wäre auch

ein Ärztehaus, sollten die Rathaus-Überlegungen

ausgeträumt sein.

Gemeinsam

25


EINBLICKE

26 Gemeinsam

Coach the

coach

Praxisanleiter

absolvierten

Ausbildung

„Learning by doing“, heißt es für die Ausbildung oft so einfach.

Doch was, wenn der Ausbilder nur „vorturnt“, aber nicht die

Hintergründe erklären kann? Oder wenn er einfach zu wenig Zeit

hat? Ausbilder benötigen daher nicht nur handfeste Erfahrung,

sondern selber ein Gerüst, das sie für die neuen Aufgaben in der

Krankenhauspflege befähigt. Denn diese hat sich deutlich verändert,

was sich nicht nur in der Bezeichnung ausdrückt (Ausbildung

zur Gesundheits- u. Krankenpflege statt Krankenpflege).

BONN-BEUEL

Es ist eben nicht mehr allein die Pfl ege kranker

Menschen oder die Assistenz bei medizinischer

Diagnostik und Therapie Inhalt des

Berufsalltags.

Neue Aufgabenfelder wie

• Beratung und Anleitung in

gesundheits- und pfl egerelevanten

Fragen (Patienten und Angehörige)

• organisieren, planen und

dokumentieren

• Menschen in besonderen

Lebenssituationen oder mit

spezifi schen Belastungen betreuen

• berufl iches Selbstverständnis

entwickeln

• mit anderen Berufsgruppen

zusammenarbeiten

nehmen zunehmend einen prozentual höheren

Anteil im berufl ichen Alltag ein und

werden deshalb zukünftig auch einen größeren

Stellenwert in der theoretischen und

praktischen Ausbildung haben.

Alle Aufgabenbereiche spiegeln die Pfl ege

als professionelle, eigenständige Disziplin

mit eigenen Instrumenten und Methoden

wider.

Im St. Josef-Hospital Bonn-Beuel, haben im

vergangenen Jahr fünf Mitarbeiterinnen die

Ausbildung zur Praxisanleiterin durchlaufen

und erfolgreich absolviert. Die Weiterbildung

zur Praxisanleiterin umfasste 216 Unterrichtsstunden

und schloss mit einer prak-

tischen und einer mündlichen Prüfung ab.

Schwerpunkte sind die ausbildungsrechtlichen,

haftungsrechtlichen, fi nanziellen

und strukturellen Rahmenbedingungen von

Lernprozessen in der Pfl egepraxis. Außerdem

wird die eigene Berufssituation und die

zukünftige Rolle als Praxisanleiterin refl ektiert.

Weitere Inhalte sind die Erarbeitung

von Methoden zur Vermittlung von Praxiswissen,

Vorbereitung und Beurteilung von

Anleitungs- und Lernsituationen, die Erfassung

individueller Lernvoraussetzungen sowie

die Evaluation all dessen.

Initiieren, planen,

durchführen und

evaluieren!

Ziel der Ausbildung ist es, Schüler/innen

schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung

der berufl ichen Aufgaben heranzuführen.

Während der gesamten Ausbildung

und auch im praktischen Teil des Examens

wird der Erwerb von fachlicher, sozial-kommunikativer,

methodischer und personaler

Kompetenz entsprechend des allgemeinen

Standes der pfl egewissenschaftlichen und

medizinischen Erkenntnisse gefordert und

bewertet. Praxisanleiter vermitteln auch

diese Schlüsselqualifi kationen.

Dabei steht die Verknüpfung des im Unterricht

Erlernten mit den erforderlichen beruf-

lichen Anforderungen im Fokus. Praxisanleiter

sind also ausbildungsverantwortlich

für die praktische Ausbildung, direkte Kontaktperson

für den Azubi in der praktischen

Ausbildung und überdies Mitglied im Prüfungsausschuss.

Damit kommt ihnen eine

wichtige Aufgabe in der dreijährigen Begleitung

der Schülerinnen und Schüler zu.

Das Konzept der dualen Ausbildung in der

Pfl ege ist nicht neu. Die Verquickung von

Theorie und Praxis fand hier schon früh statt

und hatte Signalcharakter für andere Ausbildungsgänge.

Neu ist die besondere und

hochwertige Qualifi zierung der Praxisanleiter

sowie deren Vernetzung mit anderen Kliniken.

Sie wird in wenigen Jahren Standard

für alle Einrichtungen werden. Derzeit ist

gewährleistet, dass mindestens 10 Prozent

der praktischen Ausbildungszeit eines jeden

Schülers vom Praxisanleiter strukturiert begleitet

wird.

War es in früheren Zeiten ein zumeist ungeplantes,

spontanes Weitergeben des

praktischen Wissens, (in der Regel durch

„Vorturnen“), so wird nun gezielt und strukturiert

an den aufeinander aufbauenden

Wochenschwerpunkten des Einsatzplanes

gearbeitet. Die Praxisanleiter erarbeiten Einsatzpläne

und Lernaufgaben für jeden Ausbildungsort.

Dies ermöglicht den Schülern in

hohem Maße ein selbst organisiertes Lernen.

Auf der anderen Seite erhalten die Ausbilder

hierdurch ein weiteres Instrument zur Leistungserfassung

und Bewertung der Schüler.

Die Anleitung jedes Schülers variiert bedingt

durch den Ausbildungsstand, durch die

Pfl egesituation auf der Station und die dort

diagnostizierten Krankheitsbilder. Dadurch

gestaltet sich die Anleitung jedes einzelnen

Auszubildenden etwas anders. Alle aber

erhalten ein fundiertes Grundwissen bezüglich

der Arbeit in der Gesundheits- und

Krankenpfl ege.

PETRA KAES


Rowena (links) und Denise beim Einspielen von „Total Eclipse Of The Heart“.

Von der Playstation ins Tonstudio

Begabung, Mut und Wille begleiten zwei Bewohnerinnen des Josefhaus Olpe

OLPE/STUPPERHOF

Als Rowena im August 2006 in die damalige

Gruppe Ida des Josefshaus einzog, hörte

sie Gesang. Denise übte mit einer geborgten

Playstation und der Software „Singstar“. Die

beiden Mädchen haben sich gesucht und

gefunden: Aus der ersten Begegnung hat

sich eine tiefe Freundschaft entwickelt, aus

langen Nachmittagen und Abenden mit der

Playstation die gemeinsame Liebe zur Musik.

Mit der Eröffnung der Außenwohngruppe

Stupperhof zogen Denise und Rowena dort

ein. Beide sind Naturtalente. Außer etwas

Tipps vom Profi: Taki Dimoulas vom Originalmeister Tonstudio hilft gerne.

Trompeten- bzw. Gitarrenunterricht in jungen

Jahren genossen sie keine musikalische

Ausbildung.

Zufällig entdeckte Magdalena Knäbe, Leiterin

des Josefshaus, bei einem Besuch in

der Gruppe das Gesangstalent der beiden

Bewohnerinnen und organisierte den ersten

öffentlichen Auftritt zur Eröffnung der neuen

Außenwohngruppe Stupperhof am 18.

März 2007. „Natürlich waren wir aufgeregt

und hatten großes Lampenfi eber. Aber als

die Zuhörer nachher Zugabe forderten, war

alles gut!“ so die beiden einstimmig.

Zur „Belohnung“ ging es zur Aufnahme des

ersten Titels auf CD ins Gerlinger Originalmeister

Tonstudio. Christos „Taki“ Dimoulas

ist einer der Inhaber und befreundet mit

Jürgen Nitschke, einem Pädagogen und Ini-

tiator der Aktion. Als leidenschaftlicher Musiker

fördert er die beiden Gesangstalente

gerne und tatkräftig mit „Low-Budget- Produktionen“.

Inzwischen sind die beiden Sängerinnen

vertraut mit Mikrofon, Mischpult und sonstigem

Equipment: „Knockin´ On Heavens

EINBLICKE

19 Jahre jung - und bereits den

fünften Titel im Studio auf CD

im Studio eingespielt! Denise

hat es geschafft, zusammen

mit ihrer Freundin Rowena.

Door“, „Liebe ist alles“ von Rosenstolz und

drei weitere Titel haben sie dort auf CD verewigt.

Und als besondere Unterstützung gab es für

die letzte Aufnahme fi nanzielle Hilfe durch

den Förderverein des Josefshaus e.V.

Live-Auftritte folgten beim Weihnachtsmarkt

im Hof Franziska und beim Besuch

des Lions-Club. Musikalischer Erfolg und

Spaß am Singen sind besondere Möglichkeiten,

die das Josefshaus Rowena und Denise

bieten kann. Ganz wichtig sind in diesem

Zusammenhang jedoch auch die Chancen

und Möglichkeiten für die persönliche Entwicklung

der beiden jungen Frauen.

Ausgestattet mit gesundem Selbstvertrauen

und klaren Lebensplänen haben sich beide

nun vom Stupperhof verabschiedet, sind

der GFO und dem Josefshaus aber in mehrfacher

Hinsicht treu geblieben: Denise und

Rowena leben nun zu zweit in einer Wohngemeinschaft

in Drolshagen, betreut von

AufWind (Jugend- & Familiendienst). Beide

möchten ihr Fachabitur machen und eventuell

anschließend Pädagogik studieren.

Rowena leistet zurzeit ihr Berufspraktikum

in der Wohngruppe Martin in Olpe, Denise

in der Gruppe Jonathan in Drolshagen ab.

Beide Wohngruppen gehören zum heilpädagogischen

Heim für Kinder und Jugendliche

- dem Josefshaus.

Die musikalisch größten Wünsche von Denise

und Rowena bleiben aber nach wie vor:

Singen, singen, singen, am liebsten live und

in einer Band!

KERSTIN STROHN

Gemeinsam

27


EDV

Jeder, der professionell an einen Rechner

im Netzwerk arbeitet, benötigt eine persönliche

Zugangsberechtigung: das Passwort.

Viele Nutzer verwenden Passworte, die sie

sich leicht merken können, wie ihren eigenen

Namen, den des Partners oder des

Kindes. Wer unberechtigt an einem Rechner

arbeitet, wird auf diese Begriffe natürlich als

erstes kommen und prüfen, ob es möglich

ist, mit ihnen das Netzwerk zu „knacken“.

Ausgefallene Passworte geben hier mehr

Sicherheit. Man kann etwa einen Satz wählen

und sich jeweils den ersten Buchstaben

der Worte merken. So erhält man aus dem

Satz „60 % der Anwender haben unsichere

Passwörter“ das Passwort 60%dAhuP. Doch

diese Wortungetüme gefallen nicht jedem

Nutzer, auch wenn ihre Sicherheit als hoch

einzustufen ist.

Die Mindestlänge beträgt bei Passworten

sechs Zeichen, besser sind 8 Zeichen, ansonsten

besteht die Gefahr, dass es kombinatorisch

geknackt werden könnte. Zudem

sollten Netzwerknutzer die Groß- und Kleinschreibung

variieren sowie sich für Zahlen

oder eventuell auch für Sonderzeichen entscheiden.

Das gewählte Passwort sollte jedoch

keinesfalls offenkundig mit Ihrer Person

verbundene Information enthalten. Generell

sind auch Einträge aus Wörterbüchern zu

vermeiden, da diese leichter mit modernen

Passwort-Suchprogrammen erkannt werden

können und auch das Erraten der Passworte

erleichtern.

Das persönliche Passwort sollte außerdem

geändert werden, sobald man vermutet,

dass es jemand wissen könnte. Dazu reicht

es aus, dass Sie es nicht ausschließen können,

28 Gemeinsam

Die goldenen Regeln für die

Wahl eines guten Passwortes

Sicherheit ist in der EDV das A und O. Jeder Anwender hat seinen

Anteil daran und trägt ein Stückweit mit die Verantwortung.

Doch worauf muss man als Anwender achten? Was kann man

bedenkenlos tun und wo sind strukturierte Überlegungen wichtig?

Das Beispiel der Passwörter gibt hier Einblick.

dass jemand ihr Passwort wissen könnte. Es

muss also noch kein Einbruch in die Datenbank

vorliegen.

Das Passwort sollte möglichst nicht schriftlich

fixiert werden. Vor allem aber nicht

unter die Tastatur oder an den Monitor geklebt

werden. Dies gilt auch für weitere persönliche

Zugangsberechtigungen, wie dem

Passwort für den Internet Explorer.

Warum

ein sicheres Passwort?

Häufig erhält man die Antwort „Aber ich

habe doch nichts zu verbergen ...“, wenn

man darauf hinweist, ein sicheres Passwort

zu benutzen. Der Missbrauch einer fremden

Benutzerkennung ist jedoch kein Kavaliersdelikt

und es gibt keinen guten Grund, auf

Passwortsicherheit zu verzichten. Dabei ist

es auch egal, ob man selbst seine eigenen

Daten für schützenswert hält, denn Patienten-

oder Bewohnerdaten sind es allemal.

Und dafür verbürgt sich die Einrichtung.

Das Ziel ist es, mit dem Passwort Eindringlinge

vom System fernzuhalten. Und daran

müssen alle Benutzer mitwirken. Auch wenn

die Berechtigung für den Zugriff auf Daten

nach bestimmten Tätigkeitsbereichen organisiert

ist, sollte grundsätzliche Vorsicht

gelten. Denn: Ist ein Einbrecher erst einmal

auf dem System, kann er gegebenenfalls mit

der geeigneten kriminellen Energie unter

Ihrer Identität seine „Arbeit“ tun und die

Gelegenheit nutzen, entweder auf diesem

System Daten und Nutzer auszuspähen oder

auch in weitere Systeme einzudringen. Bei

Ein gutes Passwort

erfüllt folgende

Bedingungen:

• Man muss es sich leicht merken

können, damit man es sich nicht

aufschreiben muss.

• Das Passwort sollte man schnell

und sicher eingeben können,

damit es niemand beim Eintippen

mitlesen kann.

• Das Passwort sollte für andere

Benutzer sinnlos, d.h. nicht

erschließbar, sein.

fahrlässigem Umgang mit Ihrem Passwort

und/oder Ihrem Account (persönlichen Arbeitskonto)

tragen Sie bei Missbrauch durch

Andere auch die Verantwortung.

Um solch einen Missbrauch Dritter vorzubeugen

ist es wichtig, die eigenen Zugangsdaten

geheim zu halten. Auch Mitarbeiter und Kollegen

die „nur mal eben etwas nachschauen“

müssen, haben ihre eigenen Zugangsdaten.

Sie würden den Mitarbeitern und Kollegen

ja auch nicht Ihre EC-Karte inklusive PIN

geben, wenn diese „nur mal eben Geld von

der Bank abholen“ müssen, oder?

DOMINIK WILD


OLPE/KÖLN

Frau Höhn, welche Leistungen erbringt

der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Köln

für die Einrichtungen der GFO?

Über den ASB laufen zentral die Hausnotrufe

unserer sieben Einrichtungen. Ob es

Service-Wohnen in Bonn, Bornheim, Drolshagen,

Langenfeld, Oberpleis oder Wickede

ist, die Mieter in diesen Einrichtungen werden

im Notfall automatisch mit der Kölner

Zentrale verbunden. Von hier wird schnelle

Hilfe koordiniert.

Was lässt sich beim ASB im Rahmen eines

Lieferantenaudits konkret überprüfen?

Wir wollten wissen, wie die Notrufzentrale

arbeitet, wie Prozesse hier hinterlegt sind

und umgesetzt werden, wie vertraut die

Mitarbeiter mit unseren Einrichtungen sind

und wie eventuell auftretenden Fehlern

nachgegangen wird. Dazu nahmen wir Einblick

ins QM-Handbuch des ASB. Außerdem

hatten wir eine umfangreiche Checkliste

erarbeitet, die mit 64 Fragen 11 Bereiche

untersuchte.

Welche Erfahrungen machten Sie vor

Ort?

Frau Obergfäll, die unsere Koordinatorin für

die Hausnotrufe ist, und ich konnten insgesamt

einen guten Einblick in die Arbeitsweise

des Kölner ASB bekommen. Bei der

rund 6-stündigen Begehung und Befragung

lernten wir die handelnden Personen und

die Organisationsstruktur kennen. Außerdem

konnten wir den Mitarbeitern über die

Schulter gucken und erleben, wie professionell

sie mit Notrufen umzugehen verstehen.

Konnten Sie dadurch auch neue Informationen

sammeln?

Auf jeden Fall. Denn neben der Abarbeitung

unserer Listen, in denen wir z.B. die regel-

mäßigen Unterweisungen der Mitarbeiter

überprüften oder die Nutzung des bestehenden

Einarbeitungskonzeptes, lernten

wir viel über die tägliche Nutzung des Hausnotrufes.

So gehen beim ASB Köln täglich rund 2.500

Notrufe ein. Natürlich sind die nicht alle

von unseren Mietern, denn der ASB hat insgesamt

10.000 Kunden in der Region, von

denen wir nur 3 % stellen. Aber dennoch

ist die Zahl beeindruckend. 90 % der eingehenden

Notrufe sind aber zum Glück keine

Notfälle. Dennoch bedeutet dies in der Gegenrechnung,

dass der ASB 250 Mal in 24

Stunden ausrückt bzw. Hilfen koordiniert.

Wieso ist die Zahl der eingehenden Notrufe

so hoch?

Im Service-Wohnen haben Mieter heute

viele Sicherheitsstandards. Dazu zählt der

Hausnotruf, der durch Drucktaster an der

Wand oder - im Sanitärbereich - durch Zugtaster

an der Decke ausgelöst wird. Darüber

hinaus haben viele Senioren mobile Drucktaster,

die sie wie eine Kette um den Hals

tragen. Schnell wird hier ein Alarm auslöst

oder das Gerät meldet sich, z.B. weil Batterie

oder Akku leer sind. Aber auch durch

diese Alarme, hinter denen kein Notfall

steht, lernen die Kunden ihr Geräte kennen

und sie lernen dessen Sicherheit zu schätzen.

Denn Sekunden später meldet sich die

Zentrale des ASB, die nachfragt, was los ist.

Je nach Uhrzeit und Einrichtung kann ein

hauseigener Mitarbeiter dem Mieter helfen.

Ist unmittelbar niemand greifbar, rollt der

ASB-Notfallplan an. Das heißt, der Notruf

wird an die Leitstelle vor Ort weitergegeben,

die eine schnelle Hilfe mit Arzt und Sanitäter

sicherstellt.

Andrea Höhn, Zentrale Qualitätsmanagementbeauftragte

(QMB) für den

Geschäftsbereich Altenhilfe und Hedy

Obergfäll, Leiterin des Paulinen-Hof,

führten jetzt ihr erstes Lieferantenaudit

durch. Mit sorgfältig ausgearbeiteten

Checklisten besuchten Sie den ASB

in Köln. Ihr Ziel: Die Sicherung und Verbesserung

der Qualität eingekaufter

Dienstleistungen für die Kunden der

GFO. Ihre Erfahrungen schildert Andrea

Höhn im folgenden Interview.

Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bund

in der Zentrale in Köln.

Wenn der Kunde mit der Checkliste kommt

Qualitätsmanagementbeauftragte der GFO auditieren den Arbeiter-Samariter-Bund Köln

QM

Welche Kritikpunkte brachten sie mit ins

Audit?

Unser Eindruck war - wie gesagt - insgesamt

sehr gut. Vor allem die Strukturqualität war

überzeugend. Verbesserungspotenzial sehen

wir aber noch in der Prozessqualität.

Durch das Lieferantenaudit konnten wir auf

diese Schwachstellen aufmerksam machen

und uns glaubhaft davon überzeugen, dass

hier Fehler als Chance verstanden werden.

Es wird ihnen systematisch nachgegangen,

damit sie künftig nicht mehr vorkommen.

Wie beurteilen Sie abschließend den Sinn

von Lieferantenaudits?

Als sehr hoch. Es ist sinnvoll und wichtig

seine Partner kennen zu lernen und ihre

Organisationsstrukturen zu verstehen. Oft

ist dann schon die Diagnose gleichzeitig

die Therapie. Allerdings bedeutet so ein Audit

immer einen großen Aufwand. Denn es

bindet über Stunden personelle Ressourcen.

Daher müssen wir ganz genau überlegen,

wo uns Lieferantenaudits wirklich weiter

bringen. Mit dem ASB gibt es nun konkrete

Absprachen und messbare Ergebnisse.

Dadurch war die Zeit hier im Sinne unserer

Service-Mieter sinnvoll investiert.

Andrea Höhn (links) und Hedy Obergfäll.

Gemeinsam

29


FRANZISKANISCH

Franziskanischer Fernkurs

nähert sich Assisi

Die Teilnehmer freuen sich auf ihre Pilgerreise.

OLPE

Der Fernkurs „Franziskanische Spiritualität“

nähert sich nach 2 Jahren dem Ende. Ein

letztes Vertiefungswochenende fand Mitte

Februar im Mutterhaus der Olper Franziskanerinnen

statt. An diesem nahmen 12 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer aus dem Verbund

der Gemeinnützigen Gesellschaft der

Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) teil,

außerdem Sr. Benedicta, Klarissin aus dem

Kloster Bethlehem in Koblenz.

Im Mittelpunkt der drei Tage standen der

16. und 17. Lehrbrief mit den Themen „Sonnengesang“

und franziskanische „Geist-Erfahrung“.

Dazu bearbeiteten die Teilnehmer

vor allem die Testamente des Franz von Assisi.

Schwester Magdalena Krol OSF, die einige

Jahre für die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft

(INFAG) in Würzburg tätig war,

übernahm die Leitung und Moderation, da

Pater Leonhard Lehmann kurzfristig verhindert

war.

Sonnengesang entfaltet

Klang und Weite

Die Annäherung an den Sonnengesang fand

durch unterschiedliche musikalische Interpretationen

in verschiedenen Sprachen

statt. Außerdem durch komparative Textarbeit.

„Die ursprüngliche Fassung in der umbrischen

Volkssprache Volgare ist mit Reim,

Rhythmus und Wortwahl die wichtigste und

schönste Quelle“, waren sich die Mitarbeiter

einig. Weitere inhaltliche Klärungs- und

Interpretationsansätze zum Sonnengesang

(„Sonn“) lieferte der 17. Lehrbrief von Pater

Leonhard. Der Franziskanologe aus Rom

hatte über bestimmte Aspekte des „Sonn“

promoviert.

30 Gemeinsam

Das Vertiefungswochenende bot neben der

Arbeit an Texten spirituelle Impulse durch

gemeinsames Gebet, Meditationen und Gottesdienstfeiern.

Hierzu zählten auch eine

Lichtmeditation sowie eine Weihrauchliturgie.

Ein aktueller Film über das Leben des

hl. Franziskus rundete das Wochenende ab.

Danach gab es eine lebhafte Diskussion über

die Stigmata des Mannes aus Assisi und deren

Bedeutung für die Nachfolge.

Da der Franziskanische Fernkurs insgesamt

22 Lehrbriefe umfasst, werden die Arbeitsgruppen

in Olpe, Bonn, Wissen und Dinslaken

weitere Treffen organisieren um sich

auf die Abschlussfahrt nach Assisi vorzubereiten.

Am 3. September starten die erfolgreichen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

für eine Woche nach Italien. Hier werden

sie unter Führung von Pater Leonhard Lehmann

franziskanische und klarianische Stätten

besuchen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen

eine positive Kursbilanz und schätzten das

erlernte Wissen aus den zurückliegenden

zwei Jahren. Schwester Benedicta, Klarissin

aus Koblenz, fasste ihr Eindrücke abschließend

so zusammen: „Die Lehrbriefe haben

uns die Türe aufgemacht. Jetzt müssen wir

in die Räume eintreten.“

„Der Kurs endet im Herbst, nicht aber das

Interesse der Teilnehmer am Thema“, beschreiben

Schwester Magdalena Krol und

Christoph Leiden (GFO) die Pläne für 2009.

Gemeinsam überlegen sie Folgeveranstaltungen

wie eine „Werkwoche Franziskus“.

Vor allem aber auch eine Veranstaltung zum

Leben der hl. Klara, die im Fernkurs nur wenig

Beachtung fand, obwohl ihr Leben eng

mit dem von Franziskus verbunden ist.

Auf den Spuren vo

Maria Theresia Bo

Haus Marienthal im Westerwald - schlicht und franziskan

OLPE/MARIENTHAL

Was ist eigentlich franziskanische Spiritualität?

Auf Spurensuche begaben sich

Mitte Januar die Leitungen der Alten-

und Jugend.Kinder.Hilfe. unter Führung

von Sr. Mediatrix Nies und Sr. Alexa

Weismüller. Die 27 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer erfuhren Fakten und Legenden

aus dem Leben des Franz von Assisi

sowie der Ordensgründerin Maria-Theresia

Bonzel aus Olpe. Die Lebensberichte

führten bereits in die Besonderheiten

franziskanischer Wurzeln. Dazu zählen

grundsätzlich:

• Sich dem Anspruch

Gottes öffnen

• Ehrfurcht vor der Schöpfung

• Verantwortung für das Leben

• Positive Lebenseinstellung

• Einsatz für Frieden

und Gerechtigkeit

• Solidarität, mit denen,

die arm und machtlos sind.

Maria-Theresia Bonzel, die fast 700 Jahre

nach Franziskus lebte, führte nicht ein so

radikales Leben wie der Heilige. Dennoch

wollte auch sie Gott in ihre Lebensmitte

stellen und auf die Nöte ihrer Zeit reagieren.

Dies realisierte sie durch die Einrichtung

fester Gebetszeiten (ewige Anbetung)

und durch soziales Engagement.

Franziskanische Spiritualität ist nicht ein

theologisches Konstrukt, sondern bedeutet,

so Sr. Alexa, „die Realität durch

die franziskanische Brille zu betrachten.

Dabei ist dies einfach die biblische Brille,

denn für Franziskus stand das Evangelium

im Mittelpunkt.“ Schlüsselbegriffe

zum franziskanischen Verständnis sind

demnach Krippe (Geburt Jesu), Kreuz


n Franziskus und

nzel

Polizei holt seit 40 Jahren

Essen im Mutterhaus

isch. Essensausgabe: Hauptkommissar Matthias Giese mit Sr. Regina und Sr. Antrud.

(Tod Jesu) und Altar (als eucharistische

Gemeinschaft mit Gott). Zentrale Themen

sind: Nachfolge Jesu, Armut, Barmherzigkeit,

Geschwisterlichkeit und Zärtlichkeit.

Doch was bedeutet das für uns heute?

„Wir können weder Franziskus noch Maria-Theresia

Bonzel kopieren“ erläutert Sr.

Alexa. „Aber wir können aus demselben

Brunnen schöpfen wie sie: dem Evangelium.

Schließlich arbeiten wir alle an privilegierten

Orten der Gottesbegegnung.“

Da ist sich die Provinzoberin sicher, die

jahrelang selber sozial tätig war und auf

der Domplatte in der Obdachlosenhilfe

arbeitete. Daher appellierte sie an alle

Leitungen und Mitarbeiter, alle anvertrauten

Menschen als Geschöpfe Gottes

zu verstehen und deren Würde zu achten,

unabhängig von Position, Geld und sozialem

Rang.

Die Veranstaltung Franziskanische Spiritualität

im Haus Marienthal war aber nicht

nur Informations, sondern auch Diskussionsforum.

In drei Gruppen erarbeiteten

die Haus- und Pfl egedienstleitungen Fragestellungen,

Wünsche und Anregungen,

wie das franziskanische Profi l künftig

geschärft werden könne. Ganz oben auf

der Agenda fanden sich Veranstaltungen

zum Thema auf Mitarbeiterebene. Hieran

werden Orden, Stiftung, Geschäftsführung

und Einrichtungsleitungen künftig

verstärkt arbeiten.

OLPE

„Nicht dass es zu Missverständnissen

kommt“, witzelt Hauptkommissar Matthias

Giese. „Die Mahlzeiten, die wir im Mutterhaus

abholen, sind nicht für uns, sondern

für diejenigen, die wir in Gewahrsam genommen

haben.“ Und so geht das schon gut

40 Jahre. Keiner weiß mehr genau, wann

die erste Anfrage durch die Polizei kam. Ein

nicht mehr zu ermittelnder Olper Polizist

kam 1968 auf die Idee, beim Mutterhaus

nachzufragen, ob die Franziskanerinnen

nicht eine Mahlzeit für die zur Verfügung

stellen könnten, die über Nacht auf der Wache

verbleiben mussten. Schwester Danielis,

ehemalige Leiterin der Küche und heutige

Hausoberin des Mutterhauses erinnert sich:

„Ja, das waren damals nur ein paar Mahlzeiten,

hauptsächlich Frühstücke, die die Polizei

bei uns abgeholt hat. Im Lauf der Jahre

wurden es dann mehr. Dafür haben wir kein

Geld genommen, aber die Polizisten gebeten,

ab und zu Streife am Mutterhaus zu

fahren.“

Im Jahr 2007 waren es bislang 271 Mahlzeiten,

die die Küche des Mutterhauses zubereitet

hat. Besonders beliebt sind die zünftigen

Frühstücke mit zwei Scheiben Wurstbrot.

Dazu gibt es Kaffee oder Tee. „Religiöse Vorgaben

werden natürlich von uns beachtet“,

erklärt Sr. Danielis. „Wenn wir wissen, dass

Muslime inhaftiert sind, gibt es Käsebrote

und kein Schweinefl eisch.“

1985 war es vorbei mit dem kostenlosen Essen

auf Zuruf. Seitdem gibt es ein offi zielles

Anforderungsformular und eine Abrechnung.

Die Kosten treiben aber jedem Gastronom

die Tränen in die Augen. Denn für das

Frühstück erhalten die Olper Schwestern gerade

mal netto 1,55 Euro. Dennoch bereiten

Sr. Regina und Sr. Anntrud gerne die Mahlzeiten

zu, denn sie sind mit Leib und Seele

FRANZISKANISCH

Küchenschwestern.

Im Jahr 2004 zählte die Polizei 231, in 2005

insgesamt 189 Mahlzeiten. Im Jahr 2006 hat

die Küche des Mutterhauses nur 82 Essen

für Inhaftierte zubereitet (47 Frühstücke, 13

Mittag- und 22 Abendessen). In diesem Jahr

nahm die Zahl wieder deutlich zu. Die Polizei

in Olpe inhaftiert vor allem aus Gründen

der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung.

Insbesondere Betrunkene, die eine

Gefahr für sich oder andere darstellen oder

Straftäter, die beispielsweise auf frischer Tat

erwischt werden sind häufi g in den insge-

samt vier Zellen der Olper Hauptwache untergebracht.

„Eine dritte Gruppe Inhaftierter

stellen so genannte Abschiebehäftlinge

dar, die bis zu ihrem Flug zur Ausreise auf

Anordnung der Ausländerbehörde maximal

für eine Nacht bei uns untergebracht werden“,

erläutert Matthias Giese.

Die Inhaftierten dürfen höchstens bis zum

Ablauf des darauf folgenden Tages in den

Zellen der Olper Polizei festgehalten werden.

Betrunkene werden nach ihrer Ausnüchterung

entlassen. Festgenommene

werden entweder nach Abschluss erster

Ermittlungen entlassen oder einem Richter

vorgeführt, der über die Untersuchungshaft

entscheidet.

„Die Küche des Mutterhauses ist schon seit

Jahrzehnten bereit, schnell und unbürokratisch

Essen für unsere Inhaftierten bereitzustellen“,

unterstreicht der Hauptkommissar.

„Die Zusammenarbeit war immer gut. Und

in all den Jahren habe ich noch von keiner

Beschwerde gehört. Im Gegenteil: Die herzhaften

Brotbelege der Franziskanerinnen

sind immer sehr beliebt.“

Gemeinsam

31


AUGENBLICK

32 Gemeinsam

Die vollkommene Freude

- im Regen stehen gelassen

Im Winter, in starker Kälte frierend unterwegs

erklärte der heilige Franziskus

einem seiner engsten Begleiter, Bruder

Leo, die vollkommene Freude.

Der Heilige zeigte zuerst in einigen Beispielen

auf, was sie nicht ist:

«Bruder Leo, wenngleich die Minderbrüder

ein schönes Beispiel des guten und heiligen

Lebens geben und viele Menschen erbauen -

dennoch, schreibe es auf und merke es wohl:

darin liegt nicht die vollkommene Freude!»

Als er ein wenig weitergegangen war, rief er

ihn von neuem an und sprach: «Bruder Leo,

und wenn ein Minderbruder Blinden das

Augenlicht wiedergäbe, Krüppeln die freie

Bewegung schenkte, böse Geister austriebe,

Taube hören und Lahme gehen machte und

Stummen die Sprache wiedergäbe, ja wenn

er einen Toten nach vier Tagen zu neuem

Leben erweckte, schreibe: auch darin liegt

nicht die vollkommene Freude!»

Endlich, nach etwa 2 Kilometer Weges ergreift

Bruder Leo,

„der über all das höchlichst verwundert

war, das Wort und sprach: «Vater, ich bitte

dich in Gottes Namen, so sag mir, worin die

vollkommene Freude liegt.»

Der Heilige erwiderte ihm: «Wenn wir,

ganz durchnässt vom Regen und von Kälte

durchschauert, von Straßenkot schmutzig

und von Hunger gepeinigt, nach S. Maria

degli Angeli (= Portiunkula) kommen, und

wenn wir dann an der Pforte läuten und

der Pförtner käme und spräche: , und wenn er auf unser Wort: , uns anführe und, spräche:

- und er würde uns

nicht aufmachen, sondern ließe uns stehen

in Schnee, Wasser, Frost und Hunger bis in

die Nacht hinein - wir aber würden all die

Unbilden und Beleidigungen ruhig und ohne

Murren geduldig tragen [...]: da, Bruder Leo,

schreibe es, liegt die vollkommene Freude!

...“( Fioretti, Kapitel 8)

Diese Deutung des Franziskus ist so gänzlich

anders zu dem, was wir als eine große Freude

oder gelungene Unterhaltung, ein rundum

schönes Erlebnis verstehen.

Wohlfühlen, Spaß, Freude, sorgenfrei,

schmerzfrei, unbeschwert, Harmonie, gelungene

Beziehungen, gute Gespräche sind

die Begriffe, die uns heute eine angemessene

Umschreibung einer vollkommenen Freude

sein könnten.

Wir würden wohl wie Bruder Leo in den ersten

Beispielen das Gelungene sehen:

wenn wir einem Kranken wieder zu

Lebensmut verhelfen,

- Besserung oder Heilung möglich war,

- wenn wir den Schülern im Unterricht

helfen können, dass sie auf ihr

zukünftiges Leben vorbereitet

werden

oder

- die alten Menschen sich in unseren

Häusern geborgenen und wohl fühlen.

Sicher kennen wir aber auch Situationen in

unserem Leben, wo wir uns aufregen, uns

die „Galle hochkommt“, wir mürrisch oder

missmutig sind, aufbrausen und entweder

die Faust in der Tasche machen oder auch

mal etwas eher Unfreundliches erwidern:

- wenn sich jemand an der Kasse im

Supermarkt vordrängelt,

- wenn ein Kollege die allgemein

ungeliebten Arbeiten liegen lässt,

- wenn ich immer die Dumme zu sein

cheine, was die Dienste angeht,

- wenn die anderen ihre Sachen nicht

wegräumen und ich immer aufräume, ...

Es gäbe sicher noch viele weitere Beispiele.

Da hinein sagt uns der Heilige aus Assisi: „[...]

und er würde uns nicht aufmachen, sondern

ließe uns stehen in Schnee, Wasser, Frost

und Hunger bis in die Nacht hinein - wir aber

würden all die Unbilden und Beleidigungen

ruhig und ohne Murren geduldig tragen [...],

darin liegt die vollkommene Freude!“

Wie ist das heute zu verstehen, ohne unter

Verdacht zu geraten, psychisch nicht ganz

gesund, selbst verleugnend oder übertrieben

angepasst zu erscheinen?

Für mich ergeben sich zwei Ansatzpunkte,

diesen Anspruch des hl. Franziskus ins Heute

zu übersetzen.

Kann ich mich zum einen auf die Schule des

Alltags einlassen und in den vielen kleinen

und großen, den positiven und negativen

Begebenheiten meines Tages unterschiedliche

Lernchancen erkennen?

In solcher Wahrnehmung meines Lebens

kann ich mit mir und meinem Alltag gelassener

umgehen und ihn als bereichernd wahrnehmen.

Da bedarf es nicht nur der gelungenen

Situationen, um am Abend den Tag mit

einem guten Gefühl abzuschließen.

Dem Leben in mir und um mich herum so

Raum zu geben ist, zugegebener Maßen,

nicht immer einfach, oftmals anstrengend

und nicht immer in dieser Intensität lebbar.

Zum anderen stellt mich Franziskus vor die

Frage nach meinem Gottesbild und meiner

Gottesbeziehung.

Ob es etwas Größeres in meinem Leben gibt,

von dem ich meine Identität her nehme und

meine innere Ruhe?

Ob Gott in erster Linie der ist, dem ich durch

gute Taten zu entsprechen versuche?

Ob Gott der ist, zu dem Jesus „Abba“, Vater

sagte und sich darin eine vertraute und vertrauende

Beziehung aussagt?

Wie Jesus, wie die Propheten des alten Bundes

und auch die vielen Heiligen bis in unsere

Tage sind wir eingeladen, zu Gott Vater zu

sagen und uns in eine vertrauensvolle Beziehung

zu diesem Gott zu begeben.

Solch eine Grundhaltung lässt dann mit Nikolaus

von Flüe beten:

„Mein Herr und mein Gott, nimm von mir,

was mich hindert zu Dir.

Mein Herr und mein Gott, gib mir, was mich

fördert zu Dir.

Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir

und gib mich ganz zu eigen Dir!“

SR. VERONIKA FRICKE OSF


Besuch bei alten Schwestern

WISSEN

Eine durchaus positive Bilanz zogen die

Teilnehmer nach Beendigung des Seminars

für Abteilungsleitungen. Diplom-

Psychologin Margret Hilger führte über

zwei Tage die Veranstaltung, die im Mutterhaus

der GFO, in Olpe stattfand.

Die Grundidee für dieses Seminar war es,

eine Fortbildung für leitende Mitarbeiter im

Verbund aus verschiedenen Einrichtungen

der GFO zu gestalten. So waren die Teilnehmer

aus verschiedenen Häusern nach Olpe

angereist. Das St.-Marien-Hospital in Bonn

wurde durch Arne Weiffenbach, Dagmar

Braner und Stefan Napiletzki vertreten;

vom St. Josef-Hospital in Troisdorf kamen

Anja Hinterkeuser, Gertrud Becker, Helene

Kränzler und Thomas Klemmer. Aus dem St.

Antonius-Krankenhaus in Wissen nahmen

Mike Dörnbach und Stefanie Schmidtgen

teil und mit den Teilnehmern aus dem Krankenhaus

Zur Heiligen Familie in Bornheim-

Merten, Sylvia Knipp und Claudia Troiano,

war das Team komplett.

Schon im Vorfeld erzeugte die Themenauswahl

reges Interesse und wurde eifrig diskutiert.

Insgesamt entschied man sich für vier

Schwerpunktthemen, die es zu erarbeiten

galt.

Nach einem Begrüßungskaffee wurden als

erstes Thema „Aspekte bzw. Facetten der

Führungsrolle“, mit ihren teils widersprüchlich

erscheinenden Anforderungen, besprochen.

Das zweite Thema für den ersten Seminartag

beschäftigte sich mit der „Selbstorganisation“.

Gerade in Zeiten der „Arbeitsverdichtung“

kommt der Selbstorganisation ein besonderer

Stellenwert zu. Hier geht es darum,

was die eigentliche Arbeit für den Einzelnen

ist und wie sie schriftlich ganz oder in Teilen

geplant werden kann. Aber auch das Nein-

Sagen und delegieren ist ein wichtiger Punkt

bei diesem Thema. Hilfreich war auch der

Austausch darüber, wie sich Stress aktiv managen

lässt und die Mitarbeiter gelassener

entscheiden können. Letztlich spielen auch

die positiven Aspekte von „Disziplin“ eine

entscheidende Rolle.

Mit dem Abendessen endete der erste Seminartag

und die Teilnehmer nutzten den

Clubraum zum gemütlichen Beisammensein.

Dabei fand ein reger und informativer Austausch

unter den Abteilungsleitungen auch

außerhalb des Seminars statt.

Den Beginn des zweiten Seminartags gestaltete

Generaloberin Sr. Mediatrix mit dem

„Impuls in den Tag“ noch vor dem Frühstück.

Unmittelbar im Anschluss ging es im dritten

geplanten Thema um „Besprechungen“, die

oft als „Zeitfresser“ empfunden werden. Da

dies zum Teil tatsächlich so ist, wurde erarbeitet,

wie sie effektiver organisiert werden

können. Wie lassen sie sich Besprechungen

vorbereiten und deren Ablauf planen, waren

die Hauptfragen. Wichtig ist es auch,

Protokolle zu erstellen und die Ergebnisse zu

sichern. Ebenso wurde das Leiterverhalten

MENSCHEN

TROISDORF/OBERPLEIS

Anne Herchenbach, Urgestein im St. Josef-

Hospital Troisdorf und langjährig mit den

Olper Franziskanerinnen verbunden, die im

Herbst 2007 das Krankenhaus verließen, besuchte

Sr. Erika und Sr. Edelburg vor kurzem

in neuer Umgebung. Die beiden Ordensfrauen

haben im Seniorenzentrum St. Konstantia

ihr neues Zuhause gefunden.

Anne Herchenbach hatte ein Album mit Zeitungsausschnitten,

Fotos, Ansprachen und

der Geschichte von Sr. Mediatrix zur Konventsaufl

ösung im Gepäck, an dem Sr. Erika

und Sr. Edelburg große Freude hatten.

Seminar für Abteilungsleitungen gut angekommen

der Führungskräfte, auch in kritischen Situationen,

beleuchtet.

Als viertes und damit letztes Thema für den

zweiten Seminartag standen die „Mitarbeitergespräche“

auf dem Plan. Sie stellen als

Führungsinstrument jährliche Beurteilungen,

Zielformulierungen und Gespräche

wie auch alltägliche Rückmeldungen ins

Zentrum dar. Dabei erhalten die Teilnehmer

Anregungen für ihre tägliche (Führungs-)Arbeit

aus unterschiedlichen Blickwinkeln und

es zeigte sich als gute Gelegenheit für den

Erfahrungsaustausch untereinander.

Zum Ende des Seminars besuchten die jeweiligen

Pfl egedirektionen das Mutterhaus

in Olpe. So kamen Frau Tönnemann aus

dem St.-Marien-Hospital, Frau Misz aus dem

St. Josef-Hospital, Herr Pansch aus dem St.

Antonius-Krankenhaus und Herr Richter

aus dem Krankenhaus Zur heiligen Familie

angereist.

Gemeinsam fand ein reger Austausch mit

Rückschau und Ausblick statt. Man empfand

das Seminar als durchaus konstruktiv

und befürwortet eine regelmäßige Wiederholung.

Hier kamen auch zahlreiche Anregungen

für weitere Themen.

Insgesamt lobte man die warme, besinnliche

und herzliche Atmosphäre im Mutterhaus

und war sich einig, dass geplante Seminare

auch in Zukunft dort stattfi nden sollen.

Alles Teilnehmer haben sich dort sehr wohl

gefühlt und es konnte die Bindung zum

Mutterhaus gefördert werden, die auch weiterhin

ein wichtiger Bestandteil sein wird.

Gemeinsam

33


MENSCHEN

OLPE/WICKEDE

Sie war die gute Seele des St.-Franziskus-

Gymnasiums. 57 Jahre arbeitete Schwester

Mansueta Hufnagel in der Schulverwaltung,

kannte jede Schülerin und

jeden Schüler. Am 7. Februar verstarb sie

im Seniorenzentrum St. Josef in Wickede

an der Ruhr im Alter von 91 Jahren. In

den dortigen Schwesternkonvent hatte

sie sich im Alter von 89 Jahren zurückgezogen.

Als Margarete Hufnagel wurde sie am 11. Januar

1917 in Menden geboren. Sie besuchte

die Schule am Ort und später die Handelsschule.

Im Alter von 23 Jahren - am 30. April

1940 - trat sie in die Kongregation der Olper

Franziskanerinnen ein. Am 1. Februar 1941

erhielt sie ihr Ordenskleid. Nach ihrem Noviziat

im Jahr 1943 war sie zunächst in der

Küche des Mutterhauses tätig. Zum Kriegsende

übernahm sie für ein Jahr den Pfortendienst

im St. Martinus Krankenhaus Olpe.

Aufgrund ihrer kaufmännischen Kenntnisse

begann sie im Juni 1946 ihren Dienst im Sekretariat

des Mädchenlyzeums der Franziskanerinnen.

Wer das St. Franziskus-Gymna-

34 Gemeinsam

Die gute Seele

des Gymnasiums ist tot

Schwester Mansueta verstarb

im Alter von 91 Jahren in Wickede

sium in den nächsten Jahrzehnten besuchte,

kannte die freundliche Ordensfrau, die sich

vor allem um Milch, Kakao und Butterbrote

für die Schülerinnen und Schüler kümmerte.

„Doch sie war auch Ansprechpartner bei

allen Problemen der Kinder, war stets gütig

und verständnisvoll“, berichten ehemalige

Absolventinnen der Schule. „Neben der großen

Menschfreudigkeit hat mich Schwester

Mansueta mit ihrem außergewöhnliches

Namengedächtnis beeindruckt“, erinnert

sich Schulleiterin Dr. Gerlis Görg.

Schwester Mansueta pfl egte neben ihrem

Dienst in der Schule intensive Kontakte zur

Nachbarschaft und besuchte und betreute

dort ältere und kranke Menschen.

Nicht nur in der Schule war Schwester

Mansueta durch ihre Fröhlichkeit und Ausgeglichenheit

der ruhende Pol, sondern

auch im Schwesternkonvent. Liebevoll umsorgte

sie hier besonders auch die älteren

Schwestern.

1983 wurde Sr. Mansueta offi ziell pensioniert,

doch ihre Schule zu verlassen, kam ihr

nicht in den Sinn. Weiterhin hatte sie

Patientenfürsprecherin verabschiedet

WISSEN

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde

am 25. Februar im St. Antonius-Krankenhaus

Rita Krämer aus dem Ehrenamt der Patientenfürsprecherin

verabschiedet.

Die Betriebsleitung bedankte sich für die

geleistete Arbeit in den vergangenen 7 Jahren,

welche Rita Krämer mit großem Engagement

ausführte. Unter anderem führte sie

die „rollende Bibliothek“ ein: Mit einem Repertoire

an Büchern, auf einem Wagen sor-

Rita Krämer, langjährige Patientenfürsprecherin,

verabschiedete sich in

den Ruhestand.

ihren festen Platz an der Pforte, direkt links

hinter der Eingangstür des Gymnasiums.

„Jung Leute halten jung“, sagte sie in einem

Interview als sie 2003 die Schule verließ. Den

Dienst endgültig zu quittieren fi el ihr sichtlich

schwer, aber der Gesundheitszustand

von Sr. Mansueta hatte sich mit den Jahren

verschlechtert, ihre Gehbehinderung zugenommen.

Zudem zeichnete sich die Auflösung

des Franziskanerinnenkonvents am

St.-Franziskus-Gymnasium ab, der knapp

drei Jahre später vollzogen wurde.

Die letzten Jahre verbrachte Sr. Mansueta

im Kreis ihrer 10 Mitschwestern, die einen

kleinen Konvent im St. Josef-Haus in Wickede

an der Ruhr haben. Das Seniorenzentrum

St. Josef ist in Trägerschaft der Gemeinnützigen

Gesellschaft der Franziskanerinnen zu

Olpe mbH. Es war ihr eigener Wunsch nach

Wickede zu gehen, denn in der Nähe ihres

Geburtsortes gab es noch familiäre Bande,

die sie bis zum Lebensende pfl egte. Die Beerdigung

fand in Wickede statt, wo Sr. Mansueta

auch ihre letzte Ruhestätte fand.

tiert, besuchte sie regelmäßig die Stationen

und versorgte die Patienten mit Lesestoff

während deren stationären Aufenthalts.

Dankeschön!

Herzlich begrüßt wurde an ihrer Stelle Renate

Weber. Sie tritt die Nachfolge von Rita

Krämer an. Vielen ist Renate Weber bereits

als ehemalige Mitarbeiterin der Station M3

bekannt. Ihre Freude an der Arbeit wird sie

nun wieder mit der Übernahme des Ehrenamtes

als künftige Patientenfürsprecherin

in den Dienst des St. Antonius- Krankenhauses

stellen.


Einladung zum Palliativ-

und Hospizsymposium

LANGENFELD

Am 13. September fi ndet In der Stadthalle

das 1. Palliativ- und Hospizsymposium statt.

Mit dabei ist der renommierte Arzt Dr. Stein

Huseboe aus Norwegen, der am Vormittag

den zentralen Vortrag hält unter dem Titel

„Wenn nicht mehr zu machen ist, ist noch

viel zu tun“. Außerdem wird die Mitinitiatorin

der Langenfelder Hospizbewegung

St. Martin, Schwester Mediatrix Nies, sprechen.

Weitere Beiträge für Mediziner und Nicht-

Mediziner stehen auf dem Programm, dabei

erhalten Aspekte der Schmerzlinderung

wie der Begleitung, ambulant wie stationär

gleichberechtigt Raum. Am Nachmittag

können die Teilnehmer zwischen acht unter

schiedlichen Workshops wählen. Das Symposium

endet mit einer Kabarettvorstellung

am Abend.

Das 1. Palliativ- und Hospizsymposium steht

unter dem Leitthema „Gemeinsam dem Leben

begegnen“. Es wird ausgerichtet von

der Hospizbewegung St. Martin e.V., die mit

bis zu 400 Teilnehmern rechnet. Frühzeitige

Anmeldungen sind daher sinnvoll. Weitere

Informationen sowie die Möglichkeit

zur Anmeldung erhalten Sie ab April unter

www.hospizbewegung-langenfeld.de

Service-Pflege feiert Geburtstag

BONN

10 Jahre ist es her, als die häusliche Kranken-

und Kinderkrankenpfl ege das Licht der Welt

erblickte. Geburtshelfer waren das St.-Marien-Hospital

und sein Träger, die Gemeinnützige

Gesellschaft der Franziskanerinnen

zu Olpe mbH (GFO). Zum Tag der offenen

Tür und kleinem Festakt sind am 18. Oktober

alle Interessierten herzlich willkommen.

Gefeiert wird in den Räumen des häuslichen

Pfl egedienstes auf der Kaiserstraße sowie im

Herz-Jesu-Hof auf der Lennéstraße.

Sitz der ambulanten Schwestern war zunächst

das Krankenhaus am Venusberg.

Doch bereits im Februar 1999 konnten die

Räumlichkeiten in der Kaiserstraße bezogen

werden. „Das Konzept der Neugründung

ging auf. Die Versorgung von Früh- und

Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen,

bis hin zu jungen Erwachsenen im eigenen

Zuhause wurde von Anfang an gut angenommen“,

erinnert sich Monika Heinermann,

Kinderkrankenschwester der ersten

Stunde. Um das Profi l zu schärfen nennt

sich der Kinder- und Jugendpfl egedienst

seit 2007 FRANZissimo. Auch der Erwachsenenpfl

egedienst baute kontinuierlich seine

Leistungen aus und versorgt Menschen in

Bonn und Umland bis hin nach Bornheim im

Nordwesten und Königswinter im Südosten.

Dabei sind die Kunden überwiegend Bewohner

von Service-Wohneinrichtungen.

Die Besonderheit der Service-Pfl ege ist ihre

Verzahnung. Denn unter dem Dach des

Trägers GFO befi nden sich Krankenhäuser

sowie diverse Senioreneinrichtungen in

der Bonner Region. Auch das Kinderhospiz

Balthasar, das erste Hospiz für Kinder in

Deutschland in Olpe, gehört dazu. „Durch

die Vielfalt der Einrichtungen gab es immer

wieder Kooperationen und Schnittstellen“,

berichtet die Leiterin von ambulanter Kinder-

und Erwachsenenpfl ege, Claudia de

Niet.

Tag der offenen Tür am

18. Oktober

„Die Service-Pfl ege pfl egt nicht nur“, das ist

de Niet wichtig. „Wir beraten - auch präventiv

- und vermitteln Kontakte. Dabei können

wir auf examinierte und erfahrene Fachkräfte

zurückgreifen. Außerdem koordinieren

wir Hilfen für hauswirtschaftliche Tätigkeiten,

Botengänge, Essen auf Rädern usw.“

Im Laufe der 10 Jahre haben sich Service-

Pfl ege Bonn und FRANZissimo einen Namen

gemacht. Sie sind wichtige Anlaufstelle für

Fragen um die häusliche Pfl ege geworden.

Wer das Team kennen lernen möchte, ist

herzlich eingeladen zum Geburtstag und

zum Tag der offenen Tür.

Kontakt & Info

Service-Pfl ege

Erwachsene & Senioren

FRANZissimo

Kinder- u. Jugendpfl egedienst

Kaiserstraße 79-81, 53113 Bonn

Tel. 0228 - 2982810

kontakt@sozialstation-bonn.de

Impressum

Chefredaktion: Christoph Leiden

GFO, Olpe

Layout + Grafik: Kerstin Strohn

GFO, Olpe

MENSCHEN

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Heike Bialucha

St. Josef-Hospital, Bonn-Beuel

Sr. Veronika Fricke

OSF, Bonn

Anne Herchenbach

St. Josef-Hospital, Troisdorf

Ulrike Keller

St. Martinus Krankenhaus, Langenfeld

Dietmar Kusch

St. Antonius-Krankenhaus, Wissen

Vera Schweizer

St.-Marien-Hospital, Bonn-Venusberg

Otmar Spengler

Krankenhaus Z. Hl. Familie, Bornheim-Merten

Monika Erwert

Krankenhaus Z. Hl. Familie, Bornheim-Merten

Markus Kögler

Franziskaner-Hof, Attendorn

Kathrin Klang-König

St. Vinzenz-Hospital, Dinslaken

Brigitte Brzeski

St. Vinzenz-Hospital, Dinslaken

Petra Kaes

St. Josef-Hospital, Bonn-Beuel

Manuela Wetzel

Marienhospital, Brühl

Peter Schelwokat

St. Vinzenz-Hospital, Dinslaken

Bärbel Trautwein

St. Josef-Hospital, Troisdorf

Dorothea Adams

Cura - Kath. Einrichtungen im Siebengebirge

Roswitha Oschmann

Cura - Kath. Einrichtungen im Siebengebirge

Dominik Wild

St.-Marien-Hospital, Bonn

Maria Wittke

St. Martinus Krankenhaus, Langenfeld

Foto S. 26: © kallejipp / www.photocase.de

Fotos S. 27: © Tim Friesenhagen, Attendorn

Foto S. 34, Sr. Manusueta: © Westfalenpost

Herausgeber

Gemeinnützige Gesellschaft der

Franziskanerinnen zu Olpe mbH

Druck

inpuncto Druck + Medien, Bonn

Erscheinungsweise

dreimal jährlich

Auflage

4.000

Redaktionsadresse

GFO

Maria-Theresia-Str. 30a, 57462 Olpe

Tel. (0 27 61) 92 65-75, Fax (0 27 61) 92 65-18

kontakt@gfo-online.de

Einsender von Manuskripten erklären sich mit

der redaktionellen Bearbeitung einverstanden.

Gemeinsam

35


GFO -Sommerfest

21. Juni

2008,

ab 11.00 Uhr

Info:

am St. Johannes Krankenhaus

in Troisdorf Sieglar

Mit Fußballturnier und Staffellauf.

Mit Kinderspielen und geistlichen Impulsen.

Mit Essen & Trinken für alle

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und deren Familien.

St. Johannes Krankenhaus

Wilhelm-Busch-Str. 9

Troisdorf-Sieglar

Telefon 02241 - 488346

www.johannes-krankenhaus.com

Herzliche

Einladung!

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