Nachhaltigkeitsbericht Stadtwerke Brixen AG (2013-2015)

paugschoell

Mit dem Nachhaltigkeitsbericht stellt sich die Stadtwerke Brixen AG anhand von Zahlen, Daten und Fakten seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung.

Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Brixen AG

Ziele setzen. Leistung messen.

Transparent handeln.


2

INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

3

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zum Nachhaltigkeitsbericht 20132015

Liebe Leserin,

lieber Leser

… natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest

meines Lebens darin verbringen, sagte einst Mark Twain.

Vorwort 3

Unternehmensstrategie 4

Preise und Zertifikate 5

Dienstleistungen und Strukturen des Unternehmens 6

Stromverteilung, Stromverkauf und Stromproduktion

Öffentliche Beleuchtung

Fernwärmeversorgung

Telekommunikation – „Citynet“

Erdgasverteilung

Trinkwasserversorgung

Abwasserentsorgung

Geografisches Informationssystem

Umweltdienste

Acquarena

Forum Brixen

Geschäftsentwicklung

Geschichte, Entwicklung und Meilensteine

Integriertes Managementsystem 12

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 14

Stakeholder 15

Nachhaltigkeit bei der Stadtwerke Brixen AG 16

Elektroenergie

Öffentliche Beleuchtung

Fernwärme

Telekommunikation – „Citynet“

Erdgas

Trinkwasser

Abwasser

Umweltdienste

Acquarena

Forum Brixen

Umweltschutz im Betrieb

Nachhaltigkeitsprogramm 29

Tim & Teo

„Ich als Bürger von Brixen

hab‘s ja schon gern sauber,

gemütlich, warm und hell.

Am liebsten jeden Tag.“ –

„Und genau dafür stehen

ich und meine Kollegen von

der Stadtwerke Brixen AG

morgens früher auf!“

Nachhaltigkeit ist das Trendthema der Gegenwart, Nachhaltigkeit stellt die

lebenswerte Zukunft folgender Generationen in den Mittelpunkt und Nachhaltigkeit

wurde als Idee vor langer Zeit geboren, als Hans Carl von Carlowitz

angesichts des drohenden Holzmangels 1713 vorschlug, nur so viele Bäume

abzuholzen, wie nachwachsen.

Heute verknüpft der Begriff „Nachhaltigkeit“ ökonomische, ökologische und

soziale Aspekte – ein ebenso wichtiger wie dehnbarer Begriff.

Um nicht als Modewort in Beliebigkeit abzudriften, braucht es Messgrößen,

anhand derer sich ein Unternehmen seiner Verantwortung gegenüber Umwelt,

Gesellschaft und ökonomischem Auftrag transparent stellt.

Die Stadtwerke Brixen AG stellt sich dieser Verantwortung gerne. Als Ihr

Partner im Alltag empfinden wir es als unsere Pflicht, Sie über unseren Versorgungsauftrag,

unsere Leistungen, Meilensteine, Ziele und Herausforderungen

offen und umfassend zu informieren.

Dieser Nachhaltigkeitsbericht umfasst den Zeitraum von 2013 bis 2015. Wir

laden Sie ein, sich anhand der Zahlen, Daten und Fakten auf den folgenden

Seiten ein Bild von uns zu machen – ein messbares, klares, vergleichbares

Bild. Bewerten Sie selbst, wie wir mit unserem Tun Verantwortung beweisen,

Effizienz steigern und Lebensqualität garantieren – kurz: unseren Beitrag zur

nachhaltigen Entwicklung der Stadt Brixen und ihres Umfelds leisten.

Patrick Silbernagl

Präsident

Wolfgang Plank

Generaldirektor


BRESSANONE

4

UNTERNEHMENSSTRATEGIE

PREISE UND ZERTIFIKATE

5

Dezember 1999

Zertifizierung des Qualitätsmanagement

systems nach

ISO 9001:1994

Februar 2001

Zertifizierung des Umweltmanagementsystems

der Umweltdienste

nach ISO 14001:1996. Juli 2001

Auszeichnung „Comuni Ricicloni“

durch Legambiente für

die getrennte Abfallsammlung

von 50 % im Jahr 2000

Juli 2000

1. Preis Comieco für die

beste getrennte Papierund

Kartonsammlung in

Norditalien

Juli 2004

1. Preis Comieco für die beste

getrennte Papier- und Kartonsammlung

in Norditalien im

Jahr 2003

Juli 2003

Auszeichnung „Comuni Ricicloni“

durch Legambiente für

die getrennte Abfallsammlung

von 55,1 % im Jahr 2002

Juni 2006

Ausweitung der Zertifizierung

des Umweltmanagementsystems

nach ISO 14001:2004 auf

das gesamte Unternehmen

Juli 2007

Auszeichung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 53,94 % im Jahr

2006

Juli 2008

Auszeichnung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 63,1 % im

Jahr 2007

Juli 2010

Auszeichnung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 65,4 % im Jahr

2009

Januar 2014

Acquarena und Forum Brixen:

Zertifizierung des Arbeitssicherheits-

und Gesundheitsmanagementsystems

nach

BS OHSAS 18001:2007

September 2015

Acquarena und Forum Brixen:

Zertifizierung des Qualitätsund

Umweltmanagementsystems

nach ISO 9001:2008

und ISO 14001:2004

Juli 2000

Auszeichnung „Comuni Ricicloni“

durch Legambiente für

die getrennte Abfallsammlung

von 45,9 % im Jahr 1999

Unsere Preise und Zertifikate

Juli 2002

Auszeichung „Comuni Ricicloni“

durch Legambiente für die

getrennte Abfallsammlung

von 50,5 % im Jahr 2001

Juli 2004

Auszeichnung „Comuni Ricicloni“

durch Legambiente für

die getrennte Abfallsammlung

von 57,65 % im Jahr 2003

Juli 2005

Auszeichnung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsam m-

lung von 61,7 % im Jahr

2004

Juli 2006

1. Preis Co.Re.Ve. für die beste

getrennte Altglassammlung

in Norditalien im Jahr 2005

Juli 2006

Auszeichnung „Comuni

Rici cloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 63,74 % im Jahr

2005

Juni 2008

Erwähnung des Projekts

„Fernwärmezentrale Mozart”

beim London Festival of

Architecture

Juli 2009

Auszeichnung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 63 % im Jahr

2008

November 2011

Zertifizierung des Arbeitssicherheits-

und Gesundheitsmanagementsystems

nach

BS OHSAS 18001:2007

Juni 2015

Auszeichnung „vom Kunden

empfohlen“ mit der Gesamtnote

„sehr gut“, verliehen

von „test.eu.com“

BRESSANONE

Juli 2015

Auszeichnung „Comuni

Ricicloni“ durch Legambiente

für die getrennte Abfallsammlung

von 69,5 % im

Jahr 2014

Oktober 2015

Zertifizierung der Nachhaltigkeit

der Sammlung von

Altspeiseöl pflanzlicher Herkunft

nach ISCC-System

Unternehmensstrategie

Verantwortung beweisen.

Preise und Zertifikate

Auszeichnungen

für Brixen

und seine Bürger!

Als kommunales Unternehmen trägt die Stadtwerke

Brixen AG die Verantwortung für bestmögliche öffentliche

Dienstleistungen zu sozial verträglichen Preisen. Als

kommunales Unternehmen übernimmt die Stadtwerke

Brixen AG aber auch Verantwortung für die ökonomische

Effizienz der Leistungen und für die ökologische Nachhaltigkeit

beim Erbringen der Leistung, für den Schutz und

die Förderung der Mitarbeiter und für das Wohlergehen

der Gesellschaft. Das Prinzip „Verantwortung“ leitet unser

unternehmerisches Handeln.

Das Prinzip lässt sich messen: Von den rund 25 Millionen

Euro, die die Stadtwerke Brixen AG im Berichtszeitraum

von 2013 bis 2015 in Infrastrukturen investiert hat, floss

ein erheblicher Teil in den Ausbau und die Optimierung

des Fernwärmenetzes, eine umweltverträgliche Technologie,

die auf regionale Wertschöpfung baut. Ein weiterer

beachtlicher Teil floss in den Aufbau des zukunftsträchtigen

Glasfaser-Internets. Laufend investiert die Stadtwerke

Brixen AG in die Verbesserung der Abfallbewirtschaftung.

Trotz komplexer wirtschaftlicher und regulatorischer

Rahmenbedingungen können die Bürger, Kunden und

Politiker darauf vertrauen, dass die Stadtwerke Brixen AG

weitsichtig und nachhaltig an Lösungen arbeitet, welche

die Lebensqualität und Wirtschaftskraft in Brixen und

Umgebung dauerhaft stärken.

Das Prinzip „Verantwortung“ leitet die Stadtwerke Brixen

AG beim Umgang mit den Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten.

Unsere Richtschnur bilden dabei die Standards

der ISO- und OHSAS-Leitlinien für Qualitäts- und Umweltmanagement,

für Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement

sowie der Ethikkodex. Wir sind sicher, nur wer

ökonomische, ökologische und soziale Interessen zueinander

in Beziehung bringt, ist als Unternehmen ganzheitlich

gesund und erfolgreich.

Die Stadtwerke Brixen AG trägt über das operative

Geschäft hinaus Verantwortung: So beteiligen wir uns beispielsweise

jährlich am Weltwassertag, um für das kostbare

Gut „Wasser“ zu werben; wir nahmen 2015 an der „Earth

Hour“ teil, um für die Gefahren der Klima erwärmung

zu sensibilisieren; wir unterstützen seit 2015 das Projekt

„Spirit“, um Möglichkeiten des Energiesparens gerade für

benachteiligte Bevölkerungsschichten aufzuzeigen, und wir

engagieren uns für die Umweltbildung, indem wir Kindern

und Jugendlichen den Wert des Abfalls näherbringen.

Verantwortungsvolles Handeln bedeutet schließlich,

unsere Stakeholder transparent zu informieren: Unser Servicekatalog

gibt einen Überblick über alle unsere Dienstleistungsbereiche,

über Qualitätsstandards und Rechte

der Kunden; die Gemeindeverwaltung als Eigentümerin

erhält laufend Berichterstattung über das Tun der Stadtwerke

Brixen AG. Und auch dieser Nachhaltigkeitsbericht

versteht sich nicht als Werbebroschüre, sondern als

schriftlicher Beitrag zur Diskussion und zum Dialog über

das ökologische, ökonomische und soziale Engagement

des Unternehmens.

Denn unser Tun geht Sie was an. Ihr Interesse an der Tätigkeit

der Stadtwerke Brixen AG freut uns.

Lassen Sie uns im Gespräch bleiben!

Die Stadtwerke Brixen AG hat in den vergangenen Jahren

für ihre Leistungen zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Dazu hat die gesamte Brixner Bevölkerung durch Ihr umweltbewusstes

Verhalten beigetragen!


6

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

7

Tim & Teo: „Woher kommt eigentlich Eure Energie?“ –

„Aus Deinem Anspruch, mein Lieber!“

FRANZENSFESTE

MÜHLBACH

BRIXEN

KLAUSEN

Dienstleistungen und Strukturen des Unternehmens

Alles aus einer Hand für Licht, Wasser,

Wärme, Sauberkeit, Kommunikation,

Freizeit und Kultur!

Quelle: Google Earth

Die Stadtwerke Brixen AG steht als In-House-Gesellschaft

zu 100 % im Eigentum der Gemeinde Brixen.

Das Versorgungsgebiet umfasst die Eisacktaler Gemeinden

Brixen, Vahrn, Franzensfeste, Natz-Schabs, Rodeneck

sowie Teile der Gemeinden Mühlbach, Feldthurns, Klausen

und Villnöß.

Die Bürgerinnen und Bürger profitieren von hochwertigen

Dienstleistungen zu einem angemessenen Preis-/Leistungs-Verhältnis.

Dazu zählen folgende Bereiche:

Technische Dienste:

• Stromverteilung, Stromverkauf und Stromproduktion

• Öffentliche Beleuchtung

• Fernwärmeversorgung

• Telekommunikation

• Erdgasverteilung

• Trinkwasserversorgung

• Abwasserentsorgung

• Geografisches Informationssystem

Umweltdienste:

• Müllsammlung und Abfallbewirtschaftung

• Recyclinghof und Minirecyclinghöfe

• Öffentliche Hygiene/Straßen- und Grünflächenreinigung

Freizeit- und Kulturbereich:

• Acquarena: Führung Hallenbad, Freibad und Sauna

• Forum Brixen: Saalvermietung und Eventbegleitung

Der Sitz der Stadtwerke Brixen AG liegt in der Alfred-

Ammon-Str. 24, also im Gewerbegebiet von Brixen. Hier

finden Sie Kundenschalter, Verwaltungsgebäude, Lager

und den Recyclinghof. Außerdem gibt es ein Stadtbüro

mit Kundenschalter bei der Acquarena im Stadtzentrum,

Altenmarktgasse 28/b.

Das Forum Brixen liegt in der Romstraße 9.

Stromverteilung, Stromverkauf

und Stromproduktion

Die Stadtwerke Brixen AG verteilt Strom an die Gemeinden

Brixen, Vahrn, Franzensfeste, Natz-Schabs, Rodeneck

und an Teile der Gemeinden Mühlbach, Feldthurns, Klausen

und Villnöß. Ein 790 km langes Stromnetz versorgt

die ca. 18.500 Kunden. Das Netz besteht aus Mittelspannungsleitungen

(20 kV, 227 km Länge), Niederspannungsleitungen

(400 V, 563 km Länge), einem erdverlegten

Hochspannungskabel (132 kV, 700 m), zwei Umspannwerken

und 291 Ortsnetz- und Verteilungsstationen. Rund

85 % des Stromnetzes sind unterirdisch verlegt.

Die Regulierungsbehörde „Autorità per l’energia elettrica,

il gas e servizi idrici“ (AEEGSI) kontrolliert die Verteilung

und den Verkauf von elektrischem Strom. Sie hat die Aufgabe,

den Wettbewerb zu regeln und die Rechte der Verbraucher

zu wahren. Die Stadtwerke Brixen AG passt sich

laufend den aktuell gültigen Regeln und Gesetzen an und

erfüllt damit die geforderten hohen Qualitätsstandards.

Jährlich verteilt die Stadtwerke Brixen AG knapp 210 Mio.

kWh elektrischen Strom. Ein Teil der benötigten Strommenge

stammt von lokalen Stromproduzenten oder wird

von der Stadtwerke Brixen AG selbst produziert – mittels

Wasserkraft, Photovoltaik und Fernwärme. Der Rest wird

über den geschützten und den freien Markt bezogen.

Für gewerbliche Kunden im eigenen Verteilungsgebiet,

die dies wünschen, ist die Stadtwerke Brixen AG auch im

Stromverkauf tätig. Die entsprechenden Mengen belaufen

sich auf ca. 21 Mio. kWh jährlich.

Einspeisung in das eigene Stromnetz (in Millionen kWh)

2013

2014

2015

0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200

Eigenproduktion

Produktion lokaler Produzenten und untergeordneter Netzbetreiber

Lieferung durch den übergeordneten Netzbetreiber

Verteilte Strommengen (in Millionen kWh)

2013

2014

2015

0 30 60 90 120 150 180 210 240 270 300

Verteilte Strommengen

Netzverluste

Öffentliche Beleuchtung

Im Auftrag der Gemeinde Brixen kümmert sich die Stadtwerke

Brixen AG um den Bau neuer Straßenbeleuchtungen

und um die Instandhaltung von etwa 3.260 Lampen,

Lichtern, Laternen und Ampelanlagen.

Wichtig ist dabei, das richtige Maß zu finden zwischen

einer ausreichenden Beleuchtung zur Sicherheit der Bevölkerung

und der Vermeidung von Lichtverschmutzung

durch ein Zuviel an künstlichem Licht. Die Stadtwerke

Brixen AG versucht den Energieverbrauch bei gleichbleibender

Beleuchtungsstärke durch den Einsatz von LED-

Technologie zu reduzieren.

Fernwärmeversorgung

Die meiste Energie – Wärme – geht im Haushalt durch die

Fenster bzw. durch schlecht isolierte Wände und Decken

verloren. Neben der guten Isolierung spielt das Heizungssystem

eine entscheidende Rolle beim Energiesparen und

bei der Schadstoffverminderung.

2003 genehmigte die Gemeinde Brixen das von der

Stadtwerke Brixen AG erstellte Energiekonzept. Ziel des

Energiekonzepts ist es, den Primärenergieverbrauch und

die Emissionen zu reduzieren und damit dem Klimawandel

entgegenzuwirken. Fernwärme ermöglicht eine umweltschonende

Energiegewinnung und einen umweltschonenden

Energieverbrauch bei gleichzeitig hohem Komfort

und hoher Versorgungssicherheit.

Durch die Diversifizierung der Energieträger (Erdgas,

Biogas, Biomasse usw.) und durch den Einsatz modernster

Technik kann die Energie außerdem relativ kostengünstig

produziert und bereitgestellt werden.


8

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

9

Im Berichtszeitraum arbeitete die Stadtwerke Brixen AG

hauptsächlich am Anschluss der Zone Kranebitt. Mit der

letzten Rohrverlegung im Sommer 2015 in der Elvaser

Straße ist der Ausbau des Stadtnetzes abgeschlossen.

Zudem wurde das Fernwärmenetz in Tschötsch-Pairdorf

und Pinzagen sowie in St. Andrä mit je rund hundert Kunden

fertiggestellt und die Notversorgungszentrale

St. Andrä errichtet. In Zukunft arbeitet die Stadtwerke

Brixen AG am Netzverdichtungsprogramm. Dabei werden

all jene Kunden im Fernwärmeversorgungsgebiet ans Netz

angeschlossen, die sich bis jetzt aus den verschiedensten

Gründen nicht dazu entschlossen haben. Dazu zählt auch

die Erschließung neuer Wohnbauzonen.

Auch der Großteil der Bauten in der Altstadt ist an das

Fernwärmenetz angeschlossen. Da derzeit keine Anschlussansuchen

vorliegen, sind vorerst keine weiteren

Ausbaupläne in diesem sensiblen Bereich vorgesehen.

Die Fernwärmetechnik

Die Wärme, die über das Fernwärmenetz zu den Kunden

gelangt, wird in sechs Fernwärmezentralen produziert.

Eine Biomassezentrale, die Hackschnitzel und Pflanzenöl

als Primärenergie nutzt, befindet sich auf dem Gemeindegebiet

von Vahrn und beliefert Vahrn und Brixen.

Eine weitere Biomassezentrale befindet sich in Pairdorf.

Diese versorgt Pairdorf, Tschötsch und Pinzagen und

ist als so genanntes Inselnetz nicht mit dem Stadtnetz

Brixen verbunden. St. Andrä wird zurzeit noch über eine

Not- und Integrationszentrale direkt versorgt, soll aber,

sobald die Rohrverbindung St. Andrä–Milland fertiggestellt

ist, von der Stadt aus versorgt werden. Drei weitere

Fernwärmezentralen befinden sich in der Stadt: in der

Mozartallee, hinter dem Parkhaus in der Dantestraße und

beim Schwimmbad Acquarena. Diese drei FW-Zentralen

sind Blockheizkraftwerke (BHKWs), die Wärme und

Strom produzieren. Der Strom wird direkt ins Stromnetz

der Stadtwerke Brixen AG gespeist. Der Erlös hilft den

Fernwärmepreis stabil zu halten. Im Notfall und/oder bei

extremer Kälte wird die Wärme zusätzlich über Gashilfskessel

produziert.

Die Stadt Brixen ist in vierzehn, untereinander gekoppelte

Fernwärmezonen aufgeteilt. Das Fernwärmenetz, bestehend

aus einer Vorlaufleitung und einer Rücklaufleitung,

ist untereinander verbunden und fernüberwacht. Im Haus

der Kunden ist eine Fernwärme-Übergabestation angeschlossen.

Diese enthält einen Wärmetauscher, einen

Filter, einen Regler und einen fernauslesbaren Zähler.

Voraussetzung für einen optimalen Betrieb des Fernwärmenetzes

und damit für die Energieeinsparung ist eine

optimal eingestellte Kundenanlage.

kunden mit Download- und Upload-Geschwindigkeit

je nach gewählter Tarifoption bzw. je nach Anfrage des

Kunden. Knapp eineinhalb Jahre nach Start des Dienstes

sind alle Zonen in der Stadt sowie Tschötsch/Pairdorf und

St. Andrä aktiviert und rund 400 Kunden bei „Citynet“

registriert. Jetzt arbeitet die Stadtwerke Brixen AG an der

Netzverdichtung und am Anschluss weiterer Fraktionen

wie Klerant, Afers und Elvas.

Im Jahr 2013 setzte sich die Gemeinde Brixen zum Ziel,

den Altstadtbereich mit einem kostenlosen Wireless-LAN-

Netz auszustatten. 2015 wurde dieses Vorhaben nach

einiger Zeit der Entwicklungs- und Probephase erfolgreich

angegangen. Das neue Netz wurde mit einer besonderen

Funktion ausgestattet, die es erlaubt, von einem Hotspot

zu einem anderen zu wechseln, ohne sich neu anmelden

zu müssen. Um die Leistung des Netzes zu erhöhen,

wurde das Wi-Fi-Netz an das Glasfasernetz „Citynet“

angeschlossen. Das Wi-Fi-Netz basiert auf einer Breitbandleistung

von 20 Mbit/s für Uploads und 20 Mbit/s für

Downloads (per User 2 Down-/2 Upload). Das freie Wi-

Fi-Netz deckt einen großen Teil des Altstadtkerns ab; die

verschiedenen Hotspot-Punkte in der Stadt sind markiert.

Nach zeitlicher und personeller Verfügbarkeit wird das

Wi-Fi-Netz nach und nach ausgeweitet.

Erdgasverteilung

Die Stadtwerke Brixen AG ist Betreiberin und Eigentümerin

des Erdgasnetzes. Sie besorgt den Ausbau des Gasnetzes,

die Instandhaltung der Anlagen und verlegt neue

Anschlüsse. Erdgas soll laut Beschluss des Gemeinderates

von 2002 nur für die Industriezone für Prozessenergie zur

Verfügung stehen. Der Rest der Stadt soll mit Fernwärme

versorgt werden. Demzufolge werden in der Stadt nur

die Fernwärme-Heizzentralen mit Erdgas versorgt. Die

AEEGSI (Autorità per l’energia elettrica, il gas e servizi

idrici) reguliert die Gasverteilung. Der Gasverkauf erfolgt

nicht durch die Stadtwerke Brixen AG, sondern wird über

den freien Markt abgewickelt. Der Gaslieferant ist daher

vom Kunden frei wählbar; der Händler muss laut AEEGSI

auf dem italienischen Markt zugelassen sein. Das Erdgasnetz

ist ca. 15 km lang. Es ist über eine Druckreduktionsstation

zu 24/5 bar am Sitz der Stadtwerke Brixen AG in

der Industriezone an der Gastransportleitung der Snam

Rete Gas angeschlossen. Das Netz verläuft vom Süden

kommend über die Industriezone und die Staatsstraße bis

zu den Fernwärmezentralen in der Stadt, zur Gewerbezone

Süd in der Gemeinde Vahrn und bis zur Fernwärme-

Biomasseheizzentrale in Vahrn, wo es zwei Kessel für den

Notfall versorgt.

Tim: „Ein edler Tropfen, unser ‚Brixner

Wasser‘. Das schmeckt nach Heimat!“

Trinkwasserhauptleitungen beträgt 140 km; auf zusätzliche

90 km Länge belaufen sich die Hausanschlüsse. Insgesamt

umfasst die Versorgung sechzehn Quellen, sechs Pumpstationen

und fünfzehn Hochbehälter mit einem Speichervermögen

von rund 5.400 m³. Die Anlagen sind durch regelmäßige

Wartung und Erneuerungen in einem optimalen

Zustand. So bekommen die Kunden stets ein hygienisch

einwandfreies Trinkwasser, das unter dem Namen „Brixner

Wasser“ bekannt ist für seinen guten Geschmack, seine

Kalkfreiheit und die hervorragende Qualität.

Abwasserentsorgung

Die Stadtwerke Brixen AG sorgt für den Bau und den

Betrieb der Kanäle und der Pumpstationen zur Abwasserbeseitigung

(Schmutzwasser- sowie Regenwasserentsorgung)

in der Gemeinde Brixen. Beim Ausbau des

Fernwärmenetzes wurden auch die Schmutzwasser- und

Regenwasserkanäle in bestimmten Abschnitten erneuert

(z. B. Hauptsammler Elvaser Straße, Kanäle Schlipfgasse

und Obere Schutzengelgasse, Hartmannweg). Die Länge

der Abwasserhauptleitungen beträgt 160,3 km (ohne

Hausanschlüsse und Hauptsammler); zehn Pumpstationen

sind in Betrieb. Das Abwasser (ca. 4,5 Mio. m³ im Jahr)

fließt in die Kläranlage Brixen und wird dort gereinigt.

Telekommunikation – „Citynet“

Zeitgleich mit dem Aufbau des Fernwärmenetzes verlegte

die Stadtwerke Brixen AG Lehrrohre für Glasfaserkabel für

ein schnelles, zuverlässiges und zukunftsträchtiges Internet.

Das Glasfasernetz umfasst heute 320 km. Im Oktober

2014 begann die Stadtwerke Brixen AG mit dem Aufbau

des neuen Breitbanddienstes. Geboten werden drei Produkte

für Privatkunden und fünf Produkte für Geschäfts-

Trinkwasserversorgung

Die Stadtwerke Brixen AG versorgt etwa 21.000 Bürgerinnen

und Bürger der Gemeinden Brixen und Vahrn mit

Trinkwasser. Parallel zu den Arbeiten zum Fernwärmenetz

wurden auch sämtliche Trinkwasserleitungen erneuert.

Die verrechnete Menge ergibt knapp 1,7 Mio. m³ im Jahr.

Die Länge der von der Stadtwerke Brixen AG betriebenen

Geografisches Informationssystem

Das geografische Informationssystem (GIS) enthält und

verwaltet in digitalisierter und laufend aktualisierter Form

die geografischen Daten des Versorgungsgebiets der

Stadtwerke Brixen AG. Erleichtert wird die Arbeit der

Techniker des Bereitschafts- und des Leitungsmarkierungsdienstes

durch die 2013 von der Stadtwerke Brixen

AG erarbeiteten Geo-App, die das Trinkwasser- und


10

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

DIENSTLEISTUNGEN UND STRUKTUREN DES UNTERNEHMENS

11

Abwasser netz, die Strom- , Fernwärme-, Erdgas- und Glasfasernetze

sowie Gebäudeangaben und Informationen zu

Umweltdiensten und Abfallbewirtschaftung direkt vor Ort

auf Tablets und Smartphones visualisiert. Damit nimmt

die Stadtwerke Brixen AG eine führende Position in der

Geoinformationstechnologie ein.

Umweltdienste

Dieser Dienstleistungsbereich umfasst die Abfallsammlung

(Restmüll, Biomüll, Papier und Karton, Glas, Metalle, Altbatterien,

gefährliche Abfälle), das Sammeln und Wiederverwerten

von Altspeiseöl aus Haushalt und Gastronomie

(„Öli®“), die Führung des Recyclinghofs, die Straßen- und

Gehsteigreinigung, das Entleeren der Abfallkörbe sowie

die Reinigung der Grünanlagen im Gemeindegebiet.

Die vorhandenen Strukturen und Anlagen entsprechen

einem hohen technischen Standard: Elektronische Presscontainer,

teilversenkte Restmüll- und Wertstoffbehälter,

Wertstoffsammelstellen, sechs Minirecyclinghöfe, Kehrmaschinen

mit Feinstaubfilterung und Fahrzeuge mit Erdgasantrieb

und niedriger Lärmbelastung tragen zum Schutz

von Boden, Wasser und Luft bei.

Die Stadtwerke Brixen AG führt die Umweltdienste vorwiegend

in der Gemeinde Brixen durch. Um die Maschinen

wirtschaftlich optimal auszulasten, können aber auch

andere Gemeinden und Private die Dienste anfragen

Acquarena

Das Frei- und Hallenbad Acquarena verfügt über insgesamt

acht Becken und einen Saunabereich mit sieben

verschiedenen Kabinen, einem Kneippbecken, zwei

Panoramaterrassen, mehreren Ruheräumen und einer Bar.

Das angeschlossene Fitness- und Wellnessstudio „Bodywell“

und das Restaurant „Grissino“ werden von Dritten

in Pacht geführt. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2002 erfreut

sich die Acquarena trotz steigender Konkurrenz konstanter

Beliebtheit: Im Schnitt besuchten im Berichtszeitraum

pro Jahr 355.000 Personen das Schwimmbad, 65.000

Personen die Sauna.

Acquarena – Besucher

Insgesamt und pro Bereich

2013 2014 2015

Hallenbad 161.108 149.107 134.456

Freibad 152.467 128.843 143.894

Sauna 63.154 67.802 63.072

Insgesamt 376.729 345.752 341.422

Forum Brixen

Das Kultur- und Kongresszentrum Forum Brixen verfügt

über sechs Säle, drei Foyers und eine Küche auf einer

Gesamtnutzfläche von 2.000 m² mit Platz für insgesamt

1.175 Personen. Die Veranstalter erhalten auf Wunsch eine

umfassende Eventbegleitung. An rund 310 Tagen im Jahr

ist das Forum Brixen mit Veranstaltungen belegt.

Forum Brixen – Veranstaltungstage

Insgesamt und pro Veranstaltungs-Kategorie

2013 2014 2015

Kongresse/Tagungen 10.984 7.485 11.816

Seminare/

Weiterbildungsveranstaltungen

2013 2014 2015

Kongresse/Tagungen 37 74 80

Seminare/

Weiterbildungsveranstaltungen

150 82 200

Kulturevents 143 140 170

Bälle und Feste 48 56 21

Insgesamt 378 352 471

Forum Brixen – Veranstaltungsteilnehmer

Insgesamt und pro Veranstaltungs-Kategorie

8.190 5.842 5.014

Geschäftsentwicklung

Umsatzentwicklung gesamt und pro Dienstleistung (in Mill. Euro)

2013

2014

2015

0 5 10 15 20 25 30 35 40

Stromverteilung

Stromproduktion

Öffentliche Beleuchtung

Fernwärme

Telekommunikation

Erdgasverteilung

Trinkwasserversorgung

Abwasserentsorgung

Umweltdienste

Acquarena

Forum Brixen

Anmerkung: Grund für den Rückgang der Einnahmen bei der Stromverteilung

ist die Liberalisierung des Strommarktes und die dadurch

forcierte Reduzierung der Transportpreise bei gleichzeitig gestiegenen

Qualitätsanforderungen.

Kulturevents 40.229 37.983 40.636

Bälle und Feste 11.722 10.679 10.179

Insgesamt 71.125 61.989 67.645


12

INTEGRIERTES MANAGEMENTSYSTEM

INTEGRIERTES MANAGEMENTSYSTEM

13

1903

Gründung des „Elektrizitätswerks Brixen“.

Beginn der Stromproduktion und der Stromverteilung

1940

Verlust der einzigen Produktionszentrale durch Bau

des Kraftwerks in der Hachl

1962

Verhinderung der „Nationalisierung“ für

das Gebiet der Stadtwerke Brixen AG

1986

Vorstellung des Großableitungsprojekts

Mauls-Franzensfeste und Ankauf des

heutigen Sitzes

1990

Übernahme der Trinkwasserver- und

Abwasserent sorgung und der Bezirkskläranlage

1992

Umstrukturierung des

Betriebes. Anpassung

des Betriebes an neue

Dienste

1997

1993

Beteiligung an der Initiative „Blockheizkraftwerk Sarmato“ – Ausarbeitung

Projekt Hallenbad – Bau und Inbetriebnahme der ersten

Großanlage Südtirols zur Trinkwasserentsäuerung

1998

Übernahme der Umweltdienste

(Straßenreinigung und Abfallsammlung),

Umstrukturierung der Dienste

(Presscontainer), Vorreiter bei der

Einführung der „TIA“ (Mülltarif

anstelle von Steuern)

2001

Zweites Energiekonzept der Gemeinde

Brixen (Fernwärme), Gründung IT

Gesellschaft Infosyn

Ausarbeitung des ersten Energiekonzepts

1995

Realisierung innovatives Projekt öffentliche

Beleuchtung in der Brixner Altstadt

– Übergabe der Kläranlage an die

Bezirksgemeinschaft

1999

Umwandlung in Sonder betrieb Joint

Venture für den Verkauf und die

Verteilung von Erdgas und für den

Stromverkauf auf dem freien Markt

2002

Umwandlung in Aktiengesellschaft –

Eröffnung des Schwimmbads Aquarena

und Ausgliederung durch die Gründung

einer eigenen Gesellschaft

2003

Start Fernwärmeproduktion –

In betriebnahme der ersten zwei Zentralen

(Aquarena und Mitte-West)

2006

Inbetriebnahme der dritten Fernwärmezentrale

(Mozart) und des Trinkwasserkraftwerks in Vahrn

2007

Durchführung der Restmüllsammlung

in Eigenregie, Ausarbeitung des

Photovoltaikkonzeptes in Anlehnung

an das Leitbild der Gemeinde Brixen,

Inbetriebnahme der ersten Photovoltaikanlage

am Sitz der Stadtwerke

Brixen AG

2005

Vereinbarung mit der

Nachbargemeinde

Vahrn zum Bau einer

gemeinsamen Fernwärmezentrale

mit

Biomasse

2008

Erarbeitung der „10 Thesen für die Solarstadt Brixen“;

Verabschiedung der Thesen im Juli 2008 – Inbetriebnahme

der Fernwärmezentrale Vahrn (4. Fernwärmezentrale)

2009

Gründung der Tochtergesellschaft Eco.

Energia GmbH: Sammlung von Altspeiseöl

mittels des Systems Öli®, Weiterverwendung

des Altöls zur Strom- und Wärmeproduktion

– Fertigstellung und Inbetriebnahme

des Umspannwerks in Aicha

2010

Umwandlung der Rechtsform des Betriebs:

Die Stadtwerke Brixen AG wird eine In-

House-Gesellschaft der Gemeinde Brixen

2011

Gründung der Tochtergesellschaft

„Fernwärme Pairdorf Konsortial-

GmbH“ mit privater Beteiligung (PPP)

zur Wärme-Versorgung von Tschötsch-

Pairdorf-Pinzagen – Inbetriebnahme

des Trinkwasser-Hochbehälters Milland

2012

2013

Inbetriebnahme des

Trinkwasserkraftwerks

„Nockbach-Gruberwiesen“

in Schalders

2014

Start des Telekommunikationsdienstes

„Citynet“ – Internet

über Glasfaserkabel

Inbetriebnahme des

Trinkwasserkraftwerks

„Schalders Mitte“

2015

Einweihung des Holzvergasers nach

„Rosenheimer System“ in der Fernwärmezentrale

Pairdorf.

Eingliederung der Acquarena GmbH und der Forum Brixen GmbH in die

Stadtwerke Brixen AG – Einführung der getrennten Sammlung von Kunststoffverpackungen

– Inbetriebnahme der Fernwärmezentrale Pairdorf

Geschichte, Entwicklung und Meilensteine

Integriertes Managementsystem

Prüfen und optimieren.

Die Stadtwerke Brixen AG betreibt ein integriertes Qualitäts-

und Umweltmanagementsystem nach ISO 9001

und ISO 14001 und verfügt seit 2011 über das Arbeitssicherheits-

und Gesundheitsmanagementsystem nach

BS OHSAS 18001. 2014 unterzogen sich die Acquarena

und das Forum Brixen erfolgreich der Zertifizierung des

Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystems

nach BS OHSAS 18001 und 2015 bestanden beide Betriebe

die Zertifizierung des Qualitäts- und Umweltmanagementsystems

nach ISO 9001 und ISO 14001. Damit ist

die Ausweitung des integrierten Managementsystems auf

das gesamte Unternehmen in sehr kurzer Zeit dank des

Einsatzes der beteiligten Mitarbeiter gelungen. Alle ökonomischen,

ökologischen und sozialen Interessen werden

zueinander in Beziehung gebracht und gesteuert.

Die Stadtwerke Brixen AG führt regelmäßig interne und

externe Audits sowie interne Managementbewertungen

durch. Sie garantieren einen optimalen Ablauf und die

ständige Verbesserung der Arbeits- und Prozessabläufe,

vor allem bei Fernwärme, Strom, Wasser und der Abfallbewirtschaftung.

Laut dem Gesetzesvertretenden Dekret

231/2001 haften alle Unternehmen für Straftaten, die von

Rechtsvertretern, Geschäftsführern und Mitarbeitern in

Ausübung ihrer Tätigkeit begangen werden. Durch die

Einführung des Organisationsmodells nach GvD 231 können

Fehlverhalten und -entwicklungen erkannt/verhindert

und damit negative Auswirkungen auf das Unternehmen

stark eingeschränkt werden.

Der Ethikkodex, Bestandteil des Organisationsmodells

nach GvD 231, legt die allgemeinen Grundsätze und

die Verhaltensregeln für all jene fest, die Arbeits- und

Geschäftsbeziehungen mit der Stadtwerke Brixen AG

– in welcher Eigenschaft auch immer – unterhalten. Die

gesamte Organisation wird regelmäßig auf Korruptionsrisiken

hin kontrolliert; es wurde eine für das gesamte Unternehmen

verantwortliche Anti-Korruptionsbeauftragte

eingesetzt und alle Mitarbeiter wurden mit dem Ethikkodex

vertraut gemacht.

Teo: „Meine Kollegen und ich

lassen uns stets auf die Finger

schauen. Schließlich geht’s

darum, immer besser zu werden!“

Unternehmensleitbild

Kontrolle

Bewertung der Wirksamkeit

des Managementsystems

Tägliche Erbringung der Dienstleitungen

Wartung und Ausbau der Anlagen und Verteilernetze

Korrekturmaßnahmen

Interne und externe Kommunikation und Information

Lieferantenbewertung

Ermittlung von Prozesskosten und Umsatz

Kundenzufriedenheit

Beschwerdenmanagement

Umweltauswirkungen

Gesetzeskonformität

Einhaltung der organisatorischen Abläufe

Ableiten von Zielen und Festlegung von Messgrößen

Maßnahmen zur ständigen Steigerung von Qualität,

Umweltschutz, Nachhaltigkeit

Evtl. Anpassung des Managementsystems und des Leitbilds

Jährliche externe Überprüfung

auf Normkonformität im

Nachhaltigkeitsbericht

3-Jahres-Zyklus


14

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

STAKEHOLDER

15

Aufsichtsrat

Verwaltungsrat

Generaldirektion

OdV

Tim & Teo: „Da könnte man doch was irgendwie

effektiver machen.“ – „Dann sag‘ uns, was!“

Bitte benoten Sie die Qualität

des Trinkwassers.

(5= sehr unzufrieden – 10=sehr zufrieden)

Bitte geben Sie dem Fernwärmedienst

der Stadtwerke Brixen

AG eine Zufriedenheitsnote.

(5= sehr unzufrieden – 10=sehr zufrieden)

Public Relation

EDV

Messdatenm.

Sekretariat

Gesellschafts -

an gelegenheiten

Managementsystem

Umweltschutz

Arbeitssicherheit

Kundenabteilung

Verkauf

Kundenbetreuung

Materialwirt./

Logistik

Einkauf

Logistik

Personal

P.-Verwaltung

P.-Entwicklung

Verwaltung

Buchhaltung

Kostenrechnung

Kundenservice

Vermögensverwaltung

Strom

Fernwärme/

Gas

Technik

Wasser/

Kanal

Telekomm.

GIS

Umweltdienste

Abfallwirtschaft

Straßenreinigung

Recyclinghof

Kultur und Freizeit

Pool/Sauna

Netzleitsystem

Cleaning

Bürgersäle

Technik

7 8

7 8

6 9

6 9

5

10 5

10

2015 2015

9,0 8,8

Organigramm der Stadtwerke Brixen AG

Zähler

Fazit: Die Qualität des Trinkwassers

ist sehr geschätzt.

Fazit: Der Fernwärmedienst der

Stadtwerke Brixen erzielt sehr

hohe Zufriedenheitsnoten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mit Sicherheit zu einem

guten Betriebsklima

Stakeholder

Den Kunden zuhören,

von Kunden lernen,

für Kunden handeln

Welche Art von Müll trennen Sie?

99%

98%

94% 94%

88% 87%

81%

2015

2014

2015 beschäftigte die Stadtwerke Brixen AG 138 Mitarbeiter.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine wichtige

Herausforderung. Über die gesetzlichen Regelungen

hinaus bietet die Stadtwerke Brixen AG deshalb ihren

Mitarbeitern ein flexibles Arbeitszeitmodell und die

Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung an. 14,5 % der

Mitarbeiter haben heute einen Teilzeitvertrag (14 Frauen

und 6 Männer).

24 % der Beschäftigten sind Frauen, in den technischen

Bereichen sind die Mitarbeiterinnen noch unterrepräsentiert.

Die Integration von Mitarbeitern mit besonderen

Bedürfnissen wird seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Die

Fluktuationsrate im Berichtszeitraum ist mit durchschnittlich

3,24 % jährlich sehr niedrig. Grund dafür sind das

mitarbeiterfreundliche Betriebsklima und die stabilen Arbeitsplätze.

Die Löhne und weiteren Ansprüche sind durch

die angewandten nationalen Kollektivverträge geregelt.

Führungskräfte erhalten eine Jahresprämie beim Erreichen

vereinbarter Ziele. Monatlich wird für die Mitarbeiter der

gesetzlich vorgesehene Beitrag für die Pensionsfürsorge

und die Abfertigung an das Fürsorgeinstitut überwiesen.

Im Laufe des Jahres – vor allem im Sommer – gibt die

Stadtwerke Brixen AG Jugendlichen die Möglichkeit, im

Rahmen eines Schul- oder Sommerpraktikums erste Erfahrungen

für das Berufsleben zu sammeln.

Ein besonderes Anliegen ist die Sicherheit und die Gesundheit

der Mitarbeiter. Gezielte Schulungsmaßnahmen,

stichprobenartige Kontrollen und die Übernahme eines Sicherheitskriteriums

in das Prämiensystem sollen Mitarbeiter

sensibilisieren, mögliche Risiken so gering wie möglich

zu halten. Der Häufigkeitsindex (Anzahl der Arbeitsunfälle

im Verhältnis zur Anzahl der Mitarbeiter x 1.000) lag 2015

bei 21,78 (der nationale INAIL-Wert im Bereich der Dienstleister

lag 2011 bei 26,7).

Ständige Weiterbildung ist eine wichtige Voraussetzung

für die fachliche Kompetenz und die persönliche Entwicklung.

Deshalb stellt die Stadtwerke Brixen AG jährlich

rund 0,25 % des Umsatzes für die Weiterbildung der Mitarbeiter

zur Verfügung. Jeder Mitarbeiter absolvierte im

Berichtszeitraum eine durchschnittliche jährliche Weiterbildungsdauer

von 23 Stunden.

Aufteilung der Mitarbeiter nach Geschlecht und Alter (Stand 31.12.2015)

insgesamt Männer Frauen 30–50 >50

Arbeiter 38 31 7 0 15 23

Abwickelnde

Angestellte

Mittleres Management

Oberste

Leitung

88 64 24 13 56 19

8 7 1 0 5 3

4 3 1 0 2 2

Gesamt 138 105 33 13 78 47

Aufteilung der Mitarbeiter nach Unternehmensbereichen (Stand 31.12.2015)

insgesamt Männer Frauen

Stadtwerke Brixen 103 85 18

Forum Brixen 5 3 2

Acquarena 30 17 13

Gesamt 138 105 33

„Stakeholder“ sind alle, die von den Auswirkungen der

Unternehmenstätigkeit betroffen sind: Kunden, Mitarbeiter,

die Gemeinde Brixen als Eigentümerin, die Geschäftspartner

und Auftragnehmer sowie die lokale Bevölkerung.

Mit allen will die Stadtwerke Brixen AG einen konstruktiven

Dialog führen. Ob das klappt, finden Marktanalysen

und Umfragen heraus. Sie überprüfen das Image des

Unternehmens und vergleichen die „Soll“-Situation aus

der Sicht des Managements mit der „Ist-/Soll“-Situation in

der Wahrnehmung der Stakeholder.

Regelmäßig durchgeführte Kundenzufriedenheitsanalysen

und Befragungen zu den einzelnen Geschäftsbereichen

und Pilotprojekten ergänzen die Kenntnisse über den

Markt.

Im April und Mai 2015 hat die Stadtwerke Brixen AG eine

standardisierte telefonische und schriftliche Umfrage in

Auftrag gegeben. Dabei wurden 510 telefonische und

266 schriftliche Interviews geführt. Die Auswahl erfolgte

nach Alter, Geschlecht, Sprachgruppe, Haushaltsgröße,

Ansässigkeit und Art der genutzten Dienste. Die Grafiken

auf dieser Seite verschaffen einen Einblick in die Studie.

Die Gesamt- und Detailergebnisse finden sich auf der

Homepage.

Glas

Wohin bringen Sie Ihren getrennten Müll?

73%

Wie ist Ihr genereller Eindruck der Stadtwerke Brixen AG?

9%

1%

2015

90%

39%

Recyclinghof Minirecyclinghof Werkstoffsammelstelle

Sehr gut + gut

Mittel

Schlecht

Biomüll

13%

28%

1%

2014

86%

Papier Dosen Karton Plastikflaschen

Kunststoffverpackung

2015

2014


16

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

17

Tim & Teo: „Kennst Du schon die Wärme aus der Ferne?“ –

„Hauptsache, sie schont die Umwelt!“

Nachhaltigkeit bei der Stadtwerke Brixen AG

Verantwortungsbewusst handeln.

Transparent berichten.

Die Stadtwerke Brixen AG arbeitet nicht dafür, kurzfristige

Gewinne zu erzielen. Vielmehr sollen Investitionen

realisiert werden, die nachhaltig über Generationen hinaus

wirken. Soziale Verantwortung heißt für das Unternehmen,

seine Dienstleistungen an die Bedürfnisse der Bevölkerung

anzupassen. Und das zu einem optimalen Preis-

Leistungs-Verhältnis.

Dafür bedarf es einer umsichtigen mehrjährigen Finanzplanung

und eines hohen Grades an technischem Know-how;

Verteilernetze und Anlagen müssen laufend gewartet,

erneuert und ausgebaut werden. Eine große Herausforderung

stellen zudem die rasanten Entwicklungen in nahezu

allen technischen Bereichen dar. Die Stadtwerke Brixen

AG ist seit jeher ein innovatives Unternehmen und fühlt

sich verpflichtet, den eigenen Kunden die besten technischen

Mittel und nachhaltige Lösungen anzubieten.

Beispiele dafür:

• Die Stadtwerke Brixen AG engagiert sich für den Einsatz

von erneuerbaren Energien und prüft laufend Möglichkeiten,

die Energiegewinnung aus nachwachsenden und

heimischen Rohstoffen auszubauen, um die Klimabilanz

weiter zu verbessern. Ein gelungenes Beispiel dafür ist

der 2015 eingeweihte Holzvergaser im Fernheizwerk

Pairdorf. Mit dem aus Holz über einen Reaktor im Pyrolyseprozess

gewonnen Biogas wird ein BHKW betrieben,

das Wärme und Strom produziert.

• Durch die zentrale Ablesung der Verbrauchsdaten

stehen diese am Monatsende sofort zur Verfügung. Die

Kunden können sie über das Kundenportal im Internet

einsehen. Die Überprüfung und Evaluierung des

Verbrauchs über die verschiedenen Zeiträume und die

Verknüpfung und Vergleiche mit z. B. Klimadaten und

Temperaturen ermöglichen es dem einzelnen Kunden,

sein Verbrauchsverhalten im Sinne einer nachhaltigeren

Bewirtschaftung zu hinterfragen und zu verändern.

In die Zukunft investieren

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, dessen Folgen

nicht unbedingt heute schon in Zahlen messbar sind,

setzt die Stadtwerke Brixen AG auf den Ausbau und die

Optimierung des Fernwärmenetzes, ganz im Sinne des

Energiekonzepts der Gemeinde Brixen. Auch im vorliegenden

Berichtszeitraum erfolgten hierin die größten

Investitionen. Nach Abschluss der Arbeiten in der Talsohle

wurde und wird diese stark nachgefragte Dienstleistung

nun auch in den bergwärts gelegenen Fraktionen verwirklicht.

An der Netzverdichtung durch die Realisierung

neuer Wohnbauzonen oder die Sanierung von Gebäuden

wird auch in den nächsten Jahren weiter gearbeitet.

Außerdem wurden hohe Summen in die Anpassung der

Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Stromversorgung

investiert, um einerseits die Versorgungssicherheit

weiter zu verbessern und andererseits dem

verstärkten Anschlussbedarf der Kunden zu entsprechen.

Im Berichtszeitraum erfolgte der Startschuss für die Versorgung

der Stadt mit Internet über Glasfaserkabel. Die

Stadtwerke Brixen AG investiert in das zukunftsträchtige

Glasfasernetz, um gerade den von Großanbietern nicht

oder nur unzureichend mit genügend Breitband versorgten

Gemeindegebieten, z. B. entlegenen Ortschaften

wie Afers (ab 2016), einen schnellen Internetanschluss zu

marktgerechten Preisen zu ermöglichen.

Im Bereich der Umweltdienste errichtete und sanierte die

Stadtwerke Brixen AG mehrere neue Wertstoffsammelstellen

und investierte in schadstoffarme neue Müllsammelfahrzeuge.

Die finanzielle Grundlage bieten Eigenmittel, langfristige

Finanzierungen und öffentliche Beiträge.

Infrastrukturausgaben im Interesse der Allgemeinheit im Zeitraum

20132015 (in Euro)

Unentgeltliche Leistungen

Im Rahmen des Möglichen und gemäß den gesetzlichen

Richtlinien fördert die Stadtwerke Brixen AG Vereine,

Organisationen und Veranstaltungen sportlicher, kultureller

und gemeinnütziger Natur und erbringt unentgeltliche

Leistungen.

Elektroenergie

2013 2014 2015

Getätigte Investitionen 7.810.936 9.065.531 8.421.829

Öffentliche Beiträge

davon Zinsbeiträge 99.159 97.312 40.513

davon Kapitalbeiträge 707.806 693.069 715.799

Unentgeltliche Leistungen (in Euro)

2013 2014 2015

18.491 21.480 21.786

Ziel ist es, das gesamte Stromverteilernetz unter die Erde

zu verlegen. Damit soll die elektrische Versorgungssicherheit

erhöht, die elektromagnetische Belastung reduziert

und das Landschaftsbild verbessert werden. 85 % des

Stromnetzes sind bereits unterirdisch verlegt, der Rest ist

in Planung. Derweil laufen die Arbeiten zur unterirdischen

Verkabelung der gesamten Aferer Leitung von Skihütte

über Palmschoss bis in die Industriezone von Brixen.

Dabei werden auch alle Stromverteilerkabinen (Ortsnetzstationen)

erneuert. Diese dienen der lokalen Stromversorgung.

Sie werden – wo technisch möglich – in sehr

kompakter Bauweise ausgeführt, um das Landschaftsbild

so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die eingesetzten

Schaltanlagen und Transformatoren entsprechen den

modernsten Technologien und sind größtenteils wartungsfrei,

platzsparend und fernsteuerbar.

Fernsteuerbare Schaltanlagen ermöglichen eine rasche

Störungsbehebung. Die Transformatoren zur Spannungsreduktion

sind mit PCB-freien Isolierölen gefüllt. Ein

interner Prozess garantiert eine laufende Wartung aller im

Einsatz befindlicher elektrischer Anlagen der Stadtwerke

Brixen AG. Zudem wurden alle Transformatoren mit Ölauffangwannen

im Kabelkeller bestückt. Diese verhindern

eine evtl. Verseuchung des Erdreichs und des Grundwassers

bei einem Ölleck. Sie entsprechen den neuesten

technischen Normen und stellen daher keine Belastung

der Anrainer dar. Die Stadtwerke Brixen AG setzt keine

Trockentransformatoren (Transformatoren ohne Öl) ein –

wegen der hohen elektromagnetischen Felder und der

giftigen Rauchentwicklung bei Bränden.

Erklärtes Ziel der Stadtwerke Brixen AG ist es, bei der

Erhöhung ihrer Produktionskapazitäten nur auf erneuerbare

alternative Energieformen zurückzugreifen. Aus diesem

Grund wird ständig Ausschau nach solchen Methoden der

Energieproduktion gehalten. Mit Erfolg – diese Projekte

wurden im Berichtszeitraum realisiert:

Holzvergaseranlage Pairdorf

In der Biomassezentrale in Pairdorf installierte die Stadtwerke

Brixen AG in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken

Rosenheim das „Rosenheimer Verfahren zur Holzvergasung“

(2015 patentiert). Das aus Holz über einen Reaktor

durch ein Pyrolyseverfahren erzeugte Holzgas wird einem

BHKW zugeleitet, das in Folge Strom und Wärme produziert.

Die elektrische Leistung beträgt 50 kW. Die thermische

Leistung von 120 kW deckt im Sommer den Fernwärmebedarf

in Pairdorf, Tschötsch und Pinzagen; im Winter


18

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

19

„Das Personalbüro muss ein Bezugspunkt für

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, wo

sie Antworten auf ihre Zweifel bekommen,

eine Lösung für ihre Probleme und, warum

nicht, auch mal ein aufmunterndes Lächeln.”

Tiziana Casati

Personalbüro

„Gemeinsam mit dem Citynet-Team

arbeite ich am Aufbau des Glasfaser-

Internets. Eine herausfordernde und

spannende Aufgabe.“

Marco Bergmann

Citynet

„Ich mag die abwechslungsreiche Arbeit mit Menschen.

Wir informieren, beraten, klären auf. Bei uns

gleicht kein Tag dem anderen.“

Ehrentraud Kaser

Kundenabteilung

„Meine Kollegen und ich sorgen

für die Sauberkeit in der Stadt.

Ob händisch oder maschinell,

nach getaner Arbeit sieht man das

Resultat.“

Giordano Brillarelli

Straßenreinigung

Statements unserer Mitarbeiter

wird der Biomassekessel zugeschaltet. Somit werden

Pairdorf, Tschötsch und Pinzagen klimaneutral beheizt.

Optimierung der Fernwärmezentralen

Die in den Fernwärmezentralen ablaufenden Prozesse

werden laufend optimiert: Die Stadtwerke Brixen AG

installierte Wärmepumpen, Wärmetauscher und Wärmerückgewinnungsanlagen.

Diese Bemühungen führen zu

einer höheren Energieausbeute (+ 8–10 %). Die installierte

thermische Leistung beträgt 60.100 kW; die parallel dazu

installierte elektrische Leistung 10.050 kW.

Trinkwasserkraftwerke

Die Stadtwerke Brixen AG produziert als einziger Stromlieferant

in Südtirol selbst keine Elektroenergie über Großwasserkraftwerke,

sondern betreibt nur kleine Trinkwasserkraftwerke.

Und dies, obwohl die Stadtwerke Brixen

AG 1903 als eines der ersten E-Werke Südtirols gegründet

wurde. Doch 1940 ging – aus Gründen der nationalen

Energiepolitik – die Produktionsära wieder zu Ende. Auch

in den folgenden Jahrzehnten war es nicht möglich, eine

Beteiligung an Großkraftwerken zu erhalten. Zuletzt

wurden diese der Landesenergiegesellschaft SEL AG (jetzt

Alperia) zugesprochen.

Auf dem Gebiet der Trinkwasserkraftwerke jedoch spielt

die Stadtwerke Brixen AG eine Vorreiterrolle. 2005 ging

eines der ersten Trinkwasserkraftwerke Südtirols in Vahrn

in Betrieb. Das Kleinkraftwerk im Vernaggenweg nutzt

die Fallhöhe des Trinkwassers auf dem Weg nach Brixen.

Ermöglicht wird dies durch den Einsatz neuer trinkwasserverträglicher

Technologie (öl- und fettfreie Lagertechnik

der Maschinensätze). Im Auftrag der Stadtwerke Brixen

AG und der Gemeinde Vahrn errichtete die Fernwärme

Vahrn-Brixen Konsortial GmbH 2012 auf derselben Leitung

ein weiteres Trinkwasserkraftwerk: Das Kraftwerk „Nockbach-Gruberwiesen“

entstand am Zusammenfluss der

Leitungen von der Gruberwiesenquelle und der Koflerwiesenquelle

an der Stelle eines vorbestehenden Unterbrecherschachtes.

Dabei wurde die aus dem Jahr 1892

stammende gusseiserne Zuleitung von der Gruberwiesenquelle

– der wichtigsten Trinkwasserquelle für Brixen und

Vahrn – vollständig erneuert. 2013/14 realisierte die Fernwärme

Vahrn-Brixen Konsortial GmbH auf der bestehenden

Entsäuerungsanlage das Kraftwerk „Schalders Mitte“.

Alle drei Werke zusammen produzieren jährlich rund 3.800

MWh elektrischen Strom.

Weitere Kleintrinkwasserkraftwerke von bescheidener

Leistung sind beim Trinkwasserhochbehälter in Milland

und bei der Entsäuerungsanlage in St. Andrä in Planung.

Herausforderungen im Netzbetrieb

Auf die stark gewachsene Anzahl der Anlagen regenerativer

und alternativer Energiequellen (v. a. Photovoltaik)

müssen die großen Stromkraftwerke auf nationaler und

internationaler Ebene mit Leistungsreduzierung reagieren.

Aber die dezentrale Energieerzeugung mit Photovoltaik-,

Wind- und Wasserkraftanlagen – die gegenüber der konventionellen

Stromerzeugung Vorrang hat – führt zu nicht

planbaren Leistungsschwankungen. Es war nicht möglich,

auf nationaler Ebene die Stromnetze dezentral zu verstärken

und auszubauen. Auch die Wetterverhältnisse (Sonnenstunden)

spielen eine wesentliche Rolle. Die großen

Stromerzeugungsanlagen sind träge und können nicht in

derselben Zeit hochgefahren werden, wie die Photovoltaikanlagen

abschalten. Diese Tatsachen stellen die Netzverteiler

vor große Herausforderungen, auch in Hinsicht auf

die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe.

Die Stadtwerke Brixen AG ist durch die Anbindung ans

Europäische Stromverteilernetz davor nicht gefeit. Terna

Rete Italia und die italienische Stromregulierungsbehörde

AEEGSI haben 2012 eine Reihe technischer und gesetzlicher

Richtlinien erlassen. Demnach mussten alle mittleren

und großen Stromproduzenten innerhalb März 2013 ihre

Anlagen anpassen. Es wird sich zeigen, ob die Richtlinien

greifen, um künftig die Stromversorgung vor Spannungsschwankungen

zu schützen.

Öffentliche Beleuchtung

Steigende Energiekosten und das zunehmende Bewusstsein

der Bürger in Energie- und Umweltfragen verlangen

eine intelligente Bewirtschaftung sowie eine optimale Instandhaltung

und Wartung der bestehenden öffentlichen

Beleuchtung. So wird die Beleuchtungsstärke der Lampen

in der Altstadt schon ab 20 Uhr abgesenkt. Bei der Rea-

lisierung von Neuanlagen kommen technische Lösungen

zum Einsatz, die den ökologischen und ästhetischen

Anforderungen gemäß Landesgesetz gerecht werden, der

Lichtverschmutzung entgegenwirken und einen Beitrag

zur Energieeinsparung leisten. Bei der Beleuchtung einiger

Straßen, Fußgängerübergänge und Bushaltestellen

setzt die Stadtwerke Brixen AG auf die neueste LED-Technologie.

Diese ermöglicht eine Leistungsminderung von

125 W/Lichtpunkt auf nur mehr 65 W/Lichtpunkt.

Die Leistung wird in den Nachtstunden von Mitternacht

bis 6 Uhr früh um 30 % automatisch abgesenkt.

Die Lebensdauer gegenüber der konventionellen Beleuchtung

steigt um das vierfache auf zwölf Jahre. Insgesamt

erzielt man eine Energieeinsparung von über 30 %.

Fernwärme

Bis zum Jahr 2003 wurden in der Gemeinde Brixen zum

Heizen der Gebäude und zur Warmwasseraufbereitung

vorwiegend Heizöl, Holz und Strom eingesetzt. Um der

hohen Feinstaubbelastung, vor allem bei der in den

Wintermonaten häufig auftretenden Inversionswetterlage,

entgegenzuwirken, sah das Energiekonzept die Errichtung

eines Fernwärmenetzes vor. Die Stadtwerke Brixen AG

wurde mit der Realisierung der Zentralen und des Versorgungsnetzes

beauftragt.

Seit Inbetriebnahme der ersten Fernwärmestation im Jahr

2003 hat sich die Luftqualität durch die Verminderung von

Luftschadstoffen und Treibhausgasen in Brixen deutlich

verbessert. Allein in den letzten drei Jahren wurden

85.000 Tonnen CO 2

eingespart, das sind durchschnittlich

rund 28.000 Tonnen/Jahr bzw. ergibt insgesamt eine CO 2

-

Reduktion von 55,17 %. Die von der Stadtwerke Brixen

AG in den Fernwärmezentralen gemessenen NOx-Emissionen

betrugen für die Jahre 2012–2015 insgesamt 210

Tonnen, im Jahresdurchschnitt also 70 Tonnen.

Im Stadtgebiet produzieren drei Fernwärmezentralen

warmes Wasser für die Wärmelieferung und Strom für das

Versorgungsnetz.

Verlegtes Fernwärmenetz (in km)

2013

2014

2015

0 20 40 60 80 100 120 140

Angeschlossene Leistung (in Megawatt)

2013

2014

2015

0 20 40 60 80 100 120 140

Die 2008 gemeinsam mit der Gemeinde Vahrn in Betrieb

genommene Biomassefernwärmezentrale in Vahrn wird

von der „Fernwärme Vahrn–Brixen Konsortial GmbH“ verwaltet.

Die Anlage besteht aus einem mit Biomasse, zwei

mit Erdgas betriebenen Not- und Spitzenkesseln sowie

einem mit Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerk. Die

installierte thermische Leistung beträgt 20.100 kW, die

elektrische 1.880 kW.

2012 ging in Pairdorf eine Biomassezentrale (Hackschnitzel)

in Betrieb. Seit Jahresende 2015 ergänzt eine Holzvergasungsanlage

ganzjährig die Wärmeproduktion und

sichert – ohne Biomassekessel – den Sommerbetrieb.

Dank des innovativen „Rosenheimer Verfahrens zur Holzvergasung“

lässt sich der Energiegehalt von Holz optimal

ausschöpfen; im Unterschied zur herkömmlichen Holzverbrennung

ist das Verfahren wesentlich schadstoffärmer

und energieeffizienter. Anstatt die Holzhackschnitzel

lediglich zu verbrennen, werden sie verschwelt, sprich bei

Temperaturen von bis zu 1.000 Grad unter geringer Luftzufuhr

in ein brennbares Gas, das Holzgas, umgewandelt.

Dieses Holzgas enthält unter anderem Kohlenmonoxid,

Wasserstoff, sehr geringe Mengen an Methan u. a. nicht


20

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

21

„Das Internet ist heute nicht mehr

wegzudenken; es bietet der Stadtwerke

Brixen AG große Vorteile

bei der Kommunikation intern und

mit den Kunden. Meine Aufgabe

ist es, Instrumente zu schaffen und

zu warten, die diese technologischen

Möglichkeiten bestmöglich

ausreizen.“

Andreas Frena

EDV

„Mir gefällt meine Arbeit, weil ich

den direkten Kontakt mit Kunden

sehr schätze. Ich mag es, Schnittstelle

zwischen Wellnessgästen,

Athleten, Familien und Lieferanten

zu sein, dadurch ist die Arbeit sehr

abwechslungsreich und vor allem in

der Hochsaison ist richtig was los.“

Marco Fraternali

Acquarena, Kasse

„Durch die große Vielfalt an Veranstaltungen

aus den Bereichen

Kongress und Kultur ist meine

Arbeit sehr abwechslungsreich.

Vielfältige Projekte und Aufträge

fördern meine persönliche

Entwicklung, da ich eigenverantwortlich

zum Unternehmenserfolg

beitragen kann.“

Marika Lamprecht

Forum Brixen

„Mir gefällt es, Menschen in den Mittelpunkt

zu stellen. In der Sauna kann ich

unsere Gäste mit einem Aufguss verwöhnen

und bei den Servicerundgängen den

persönlichen Kontakt pflegen. Besonderes

liebe ich es, die Saunaevents zu organisieren

und auch bei Kleinigkeiten, wie der

Dekoration, meiner Kreativität freien Lauf

zu lassen.“

Roberto Gabos

Acquarena, Sauna

Statements unserer Mitarbeiter

nennenswerte Gase, aber sehr wenig Teer. Ein Filter reinigt

das Gas von der Asche. Als Produkt aus diesem Prozess

entsteht ein klimaneutraler Brennstoff (Syngas). Und

mit diesem Brennstoff erzeugt der moderne Gasmotor in

Pairdorf hocheffizient Strom und Wärme im reibungslosen

Dauerbetrieb. Die bisher erbrachte thermische Leistung

des Biomassekessels von 850 kW und des Notkessels von

2.000 kW wird durch den Holzvergaser um 120 kW erweitert.

Die erzeugte Wärme leitet die Stadtwerke Brixen AG

in das Fernwärmenetz von Pairdorf, Tschötsch und Pinzagen.

Auf diese Weise werden die Haushalte, Unternehmen

und öffentliche Einrichtungen am Pfeffersberg CO 2

-neutral

mit Energie versorgt.

Optimierungen

Sowohl in der Fernwärmezentrale Mozart, die bereits über

Wärmepumpen verfügte, als auch in den Fernwärmezentralen

Mitte West und Acquarena wurden Abgaswärmetauscher

in den Abgaskaminen eingebaut. Wertvolle

Energie, die bisher über die heißen Abgase durch die Kamine

abfloss, wird jetzt in das Fernwärmenetz eingespeist.

Auch in der Kondensationsanlage der Biomassezentrale

in Vahrn wurde ein Wärmetauscher eingebaut. 750 kW

zusätzliche Energie fließen dadurch kostenfrei in das Netz.

Anstieg der Wärme- und Stromproduktion 20132015 (in MWh)

Wärmeproduktion

Stromproduktion

2013 79.331.530 32.832.286

2014 73.427.690 38.586.459

2015 84.970.810 38.702.933

Zunahme

20132015

6,7 % 5,2 %

Brixens Bürgerinnen und Bürger können sich über eine

ganze Reihe von nachhaltigen Auswirkungen der Fernwärme

freuen:

• Verminderung der CO 2

-, NOx- und SO 2

-Emissionen

• Eliminierung der Feinstäube (PM 10 und PM 5; keine

blaue Gaswolke mehr bei Inversionswetterlage)

• Bessere Nutzung der im Energieträger Erdgas enthaltenen

Energie durch Einsatz von Kraftwärmekopplungsanlagen

(BHKW)

• Erhöhung der Wirkungsgrade der BHKW durch Einsatz

von Abgaswärmetauschern im Abgasrohr

• Erhöhung der Wirkungsgrade der BHKW durch Einsatz

von Wärmepumpen auf der Rücklaufleitung vom BHKW

• Weniger Energieverschwendung (durchschnittlich 42 %

bei herkömmlichen Erzeugungsanlagen, 15 % bei Fernwärme)

• Eliminierung von alten und unzureichend gewarteten

Heizungsanlagen (Einzelhäuser und Kondominien)

• Zentral überwachte und kontinuierliche Wärmeversorgung

samt Wartung, Reinigung, Einhaltung der gesetzlichen

Umweltauflagen und Sicherheitsvorkehrungen

• Preisgarantie und Senkung der anfallenden Kosten in

der Fernwärmeverteilung: Der Fernwärmepreis wurde im

Zeitraum 2003–2015 nur viermal angetastet; der Heizölpreis

dagegen unzählige Male.

• Berechnet auf die Jahresmenge 2015 werden durch den

Einsatz von Erdgas und Holzhackschnitzeln in der kombinierten

Wärme- und Stromerzeugung jährlich nahezu

14.000.000 Liter Heizöl eingespart. Das ergibt eine Verringerung

des Verkehrsaufkommens im Stadtgebiet von

jährlich 700 Tanklastzügen mit einer Ladung von jeweils

20.000 Litern.

Einsparung von CO 2

-Emissionen in den BHKW-Zentralen,

die mit Methangas versorgt sind (Zeitraum 20132015)

Emissionen Erdgas

190 kg/MWh

Telekommunikation – „Citynet“

E missionen Heizöl

290 kg/MWh

68.935 Tonnen 153.761 Tonnen

Differenz

84.826 Tonnen

CO 2

-Reduktion ~55,17%

Bereits seit 2003 verlegte die Stadtwerke Brixen AG

zusammen mit den Rohren für das Fernwärmenetz auch

Lehrrohre für Glasfaserkabel. Glasfasern sind hauchdünne

Lichtwellenleiter (LWL) aus Glas oder – neuerdings – aus

Kunststoff. Sie übertragen Daten über Lichtimpulse in

Lichtgeschwindigkeit. Dadurch entsteht keinerlei elektromagnetische

Strahlung.

In erster Linie nutzte das Unternehmen Glasfasern für die

Fernauslesung der in den Übergabestationen bei den Kunden

eingebauten Fernwärmezähler. Dadurch ist es möglich,

die Übergabestationen zu überwachen und bei Störungen

von der Leitwarte aus zu intervenieren. Außerdem werden

über die Glasfasern die zahlreichen, über das Versorgungsgebiet

verteilten Sensoren für die verschiedenen Dienste

überwacht und ausgelesen sowie Anlagen ferngesteuert.

Der 2014 unter dem Namen „Citynet“ eingeführte neue

Dienstleistungsbereich Telekommunikation hat die Aufgabe,

den Breitbanddienst für möglichst jeden Brixner

Bürger und Betrieb zugänglich zu machen, unabhängig ob

in der Stadt oder in einer entlegenen Fraktion. Komplexe

Planung, Realisierung von mehreren POPs und Verdichtung

des bereits bestehenden Glasfasernetzes waren die

Herausforderungen an die Techniker. Die Mindestbandbreite

beträgt 15 Mbit in Download und 15 Megabit in

Upload. Und das nicht nur in der Stadt mit Milland,

Köstlan und Kranebitt; 80 % der Kunden wurden in

St. Andrä, Tschötsch, Pairdorf und Pinzagen aktiviert. Für

2016 ist der Glasfaseranschluss für Klerant, Afers und

Elvas geplant.

Erdgas

Das in der öffentlichen Meinung teils umstrittene Erdgas

stellt für die Industrie in Brixen eine unentbehrliche Energiequelle

dar. Erdgas wird vorwiegend als Prozessenergie

eingesetzt, bei der hohe Temperaturen von 500–600 °C

und mehr vonnöten sind, die mit Fernwärme nicht erreicht

werden können. Ohne diese wichtige Ressource wären

ein Teil der großen Arbeitgeber in der Industriezone von

Brixen nicht konkurrenzfähig. Das relativ neue Erdgasnetz

deckt problemlos den Bedarf ab. Zuwächse sind nur sehr

gering, da das Erdgasnetz eine Abnahmesteigerung ohne

Erweiterung erlaubt.

Trinkwasser

Während weltweit rund 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang

zu sauberem Trinkwasser haben, beträgt der Anschlussgrad

ans Trinkwassernetz hierzulande nahezu 100 %. Um dieses

Privileg einer hochwertigen, sicheren und günstigen

Wasserversorgung zu erhalten und uns gleichzeitig auf die

zu erwartenden Veränderungen aufgrund des Klimawandels

vorzubereiten, sind folgende Ziele entscheidend:

1. Versorgungssicherheit: Die Wasserversorgung ist auch

bei längerer oder wiederkehrender Trockenheit, bei

qualitativen Problemen sowie bei periodischem oder

plötzlich auftretendem Spitzenbedarf zu gewährleisten.

2. Werterhaltung und optimierte Infrastruktur: Die Infrastrukturen

müssen instand gehalten und im Bedarfsfall

erneuert oder ergänzt werden. Leitungsnetzanalysen

mit Durchfluss- und Drucksimulationen sind wiederkehrend

zu erstellen, um zu klären, wo welche Infrastrukturen

benötigt werden.

3. Qualität: Trink-, Brauch- und Löschwasser müssen zu jeder

Zeit den qualitativen Anforderungen genügen und

in den benötigten Mengen zur Verfügung stehen.

4. Effizienz und Wirtschaftlichkeit: Die Wasserversorgung

ist effizient und kostengünstig zu garantieren.

5. Ressourcenschutz: Das Grundwasservorkommen ist so

zu schützen und zu bewirtschaften, dass überall und

jederzeit genügend Trink-, Brauch- und Löschwasser zur

Verfügung steht.

Folgende Daten liegen dem Trinkwasserversorgungsdienst

der Stadtwerke Brixen AG zugrunde:

• Versorgungsgebiet: Gemeinden Brixen und Vahrn

• 15 km² großes Versorgungsgebiet

• rund 21.000 versorgte Personen

• rund 1,7 Mio. m³/Jahr gelieferte Wassermenge

• rund 5.400 m³ Speichervolumen

• 85 % Quellwasser, 15 % Grundwasser

• 140 km Versorgungsnetz an Hauptleitungen

• zusätzlich 90 km Hausanschlüsse

• sechs Mitarbeiter

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde 2009 ein Trinkwassernetzkonzept

erstellt. Ziel des Konzepts war: Aufzeigen von

Schwachpunkten, Übersicht über Versorgungsengpässe

(Druckzonen), sinnvoller Ausbau des Trinkwassernetzes,

Reorganisation der Versorgungssicherheit inkl. Brandschutzlöschwasser

in Vahrn (Löwenviertel und Unterdorf)


22 NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

23

Tim & Teo: „Alles Müll oder was?“ –

„Nein, gut getrennt geht alles leichter!“

dem Kunden verrechnet. Das Projekt „Underground“

(2005 initiiert) mit unterirdischen Rest- und Biomüllcontainern

übernimmt diese bewährte Verfahrensweise, die

das Verursacherprinzip in den Vordergrund stellt. 2015

entsorgten in der Gemeinde Brixen rund 5.200 Kunden

ihren Restmüll nicht mehr über Tonnen, sondern über

die Presscontainer. Durchschnittlich zählt die Stadtwerke

Brixen AG 300.000 Einwürfe im Jahr, wobei im Schnitt pro

Einwurf 3,5 kg Restmüll entsorgt werden.

Seit 2005 wurden 29 Sammelstellen im gesamten Gemeindegebiet

ästhetisch-funktional umgestaltet und unterirdisch

angelegt. Allein in den drei Jahren des Berichtszeitraums

legte die Stadtwerke Brixen AG sieben neue

Sammelstellen an, und zwar in Rosslauf/Brennerstraße,

Milland/Oswald-von-Wolkenstein-Straße, in der Feldthurner

Straße, in der Sportzone Süd, in der Köstlaner Straße,

in der Schlachthausgasse und auf rund 2.000 Metern Höhe

in Palmschoß; weitere folgen.

sowie in Brixen und Milland, Reduktion der Pumpleistungen

bzw. des Stromverbrauchs mit gleichzeitig besserer

Nutzung des Quellwassers (Vermeidung von Wasserverlusten

durch Überwasser).

In Eigeninitiative und in Befolgung der Landestrinkwasserverordnung

wies die Stadtwerke Brixen AG Schutzzonen

für die Trinkwasserquellen aus.

2012 nahm die Stadtwerke Brixen AG den neuen Trinkwasserspeicher

„Milland“ mit einem Speichervolumen

von 1.800 m³ in Betrieb. Damit erhöhte sich die Trinkwasser-

und Löschwasserversorgungssicherheit für Milland

und die Stadt Brixen wesentlich; der Tiefbrunnen „Tschurtschenthaler“

wurde vom Betrieb genommen; damit konnte

eine wesentliche Stromeinsparung erzielt werden.

Zwischen 2003 und 2015 erneuerte die Stadtwerke Brixen

AG im Zuge der Realisierung des Fernwärmenetzes in der

gesamten Stadt, inklusive Milland, Köstlan und Kranebitt,

das Trinkwasser- und Abwassernetz. Insgesamt wurden

beim Bau des Fernwärmenetzes rund 30 km neue Trinkwasserhauptleitungen

und 15 km Anschlussleitungen

verlegt.

Die Netzleittechnik am Sitz der Stadtwerke Brixen AG

überwacht und steuert das gesamte Trinkwassernetz

und die Wasserentnahme an den Quellen, Hochbehältern

und Tiefbrunnen. Störungen und Leckagen können

innerhalb kürzester Zeit erkannt und behoben werden.

Im Bedarfsfall, z. B. in Trockenzeiten oder bei Störungen,

befördern Pumpanlagen die benötigten Wassermengen

über die Leitwarte zu den Hochbehältern. Der Einsatz der

Leitwarte hat die Pumpzeiten und damit die erforderliche

elektrische Energie erheblich vermindert (von 450.000

kWh auf 110.000 kWh jährlich). Das Netzleitsystem führt

ein Protokoll, das laufend Daten über die Wasserentnahme

und Wasserförderung liefert.

Abwasser

Die laufende Überwachung durch die Netzleittechnik

sorgt dafür, dass die jährlich rund 4,5 Mio. m³ Abwasser

ordnungsgemäß in die Bezirkskläranlage fließen. Eigene

Wartungsprogramme stellen den einwandfreien Betrieb

der gesamten Kanäle und der Pumpanlagen sicher. Das

geführte Kanalnetz besteht aus Mischwasserkanälen (Altstadt)

und Trennwasserkanälen (Neubauzonen).

Beim Ausbau des Fernwärmenetzes wurden einige Kanäle

erneuert bzw. saniert (z. B. Zone Burgfrieden, Köstlan,

Milland, Albeins). 2013 hat die Stadtwerke Brixen AG

einen Regenwasser-Überlaufkanal in Milland errichtet.

Über diesen Kanal läuft bei starken Regenfällen und bei

Stromausfall das Überwasser der Regenwasser-Pumpstation

Millander Au direkt über einen kurzen Kanal in

den Trametschbach. Ein neuer Regenwasserkanal wurde

zur Entwässerung bei starken Niederschlägen in der Zone

Kampill realisiert. In der Elvaser Straße errichtete die

Stadtwerke Brixen AG einen neuen Regenwasser-Hauptsammler

samt Südtirols erstem Ölabscheider für Niederschlagswasser.

Parallel dazu wurde der Schmutzwasserkanal neu gebaut.

In Albeins realisierte die Stadtwerke Brixen AG vom alten

Widum bis zum Eisack ebenfalls einen Regenwasserkanal

samt Ölabscheider. Sorgen und Probleme vieler Anrainer

bei starken Niederschlägen sollten somit der Vergangenheit

angehören.

Umweltdienste

Abfallbewirtschaftung

Die Stadtwerke Brixen AG investiert in moderne und qualitativ

hochwertige Anlagen und Arbeitsmittel. Seit 2014

gehören sämtliche Müllsammelfahrzeuge aus dem Fuhrpark

der Euro-Klasse 5 bzw. Euro-Klasse 6 an. Fahrzeuge

mit Dieselmotoren der Schadstoffklasse Euro 5 setzen kein

Kohlenmonoxid frei. Die freigesetzte Feinstaubmenge

beträgt 5 mg/km und ist damit um 80 % geringer als bei

Fahrzeugen der Euro-Klasse 4. Die Menge an emittiertem

Stickoxid (NOx) beträgt 180 mg/km – das bedeutet eine

Reduktion von 20 % im Vergleich zu Fahrzeugen der Euro-

Klasse 4.

Bereits seit 2009 benutzt die Stadtwerke Brixen AG ein

Fahrzeug mit Presse und Kran zum Entleeren der Wertstoffsammelstellen

(Papier, Bio-Underground, Restmüll/

Eco-Underground) und der klassischen Restmülltonnen –

mit deutlichen Vorteilen dank flexiblerer Einsatzmöglichkeiten

und höherem Ladegewicht.

Dank der genauen Analyse der Routen für die Sammlung

von Restmüll, Biomüll und Kartonage werden Leerfahrten

vermieden, die Verkehrsbelastung wird auf ein Minimum

reduziert, die Qualität der Dienstleistung aber bleibt

aufrecht.

Die modernen Fahrzeuge mit umweltschonendem Dieseloder

Erdgasantrieb und niedriger Lärmbelastung sowie

die Kehrmaschinen mit Feinstaubfilterung entsprechen

dem hohen umwelttechnischen Standard der Abfallbewirtschaftung

in Brixen: Auch elektronische Presscontainer,

teilversenkte Restmüll- und Wertstoffbehälter tragen zum

Schutz von Boden, Wasser und Luft bei.

Die ersten Presscontainer mit elektronischer Wiegeeinrichtung

wurden 1998 in Brixen aufgestellt. Der entsorgte

Müll wird dort gewogen, die entsprechenden Mengen

Am Beispiel der Sanierung der Sammelstelle in der

Schlachthausgasse mitten in der Altstadt zeigt sich die

positive Auswirkung dieser Maßnahme: Durch das größere

Fassungsvermögen müssen die Container weniger oft

entleert werden. Der durch Sammelfahrzeuge erzeugte

Schwerverkehr in der Altstadt reduziert sich um 49 %!

Das bedeutet schätzungsweise 200 Fahrten weniger im

Jahr, mit vielseitigen positiven Folgen für die Sicherheit

der Fußgänger und Radfahrer, für die zügigere Abwicklung

des Lieferantenverkehrs und natürlich für die Umwelt

dank einer geringeren Lärm- und Luftbelastung.

Richtig eingesetzte Beleuchtung und Videoüberwachung

an den Sammelstellen sowie gezielte Öffentlichkeitsarbeit

reduzieren die illegale Müllablagerung. 2015 betrug die

Menge an illegal abgelagertem Müll 46 Tonnen (–9 % im

Vergleich zu 2014).

Die Stadtwerke Brixen AG betreibt im Gemeindegebiet

von Brixen sechs Mini-Recyclinghöfe und einen großen,

2007 sehr kundenfreundlich gestalteten Recyclinghof

direkt neben dem Firmensitz. Der Recyclinghof wurde

2011 mit einem überdachten Bereich für Elektroschrott

ausgestattet. Seit 2012 werden in einem eigenen Container

Kunststoffverpackungen gesammelt. 2014 dehnte die

Stadtwerke Brixen AG die Sammlung von Kunststoffverpackungen

auf sämtliche Mini-Recyclinghöfe im Gemeindegebiet

von Brixen aus. Das Angebot ist ein weiterer

Beitrag zur Reduzierung der Restmüllmenge und zum

nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen.

Öli ® nennt sich das Sammel- und Verwertungssystem

für Altspeiseöl aus Haushalt und Gastronomie. Dabei

sammeln die Kunden gebrauchtes Speisefett und -öl im

gelben Mehrweg-Sammeleimer „Öli®“ und bringen es

zum Recyclinghof. Hier wird der volle Eimer kostenlos

gegen einen sauberen eingetauscht. Zwischen 2013 und

2015 wurden so 145.614 kg Altspeiseöl gesammelt und zu

Biodiesel und Ökostrom verarbeitet. Gegenüber 2013 hat

sich die Menge an gesammelten Altölen aus dem Haushalt

im Jahr 2015 mehr als verdoppelt (2013: 12.808 kg,

2015: 28.348 kg). Seit 2014 führt die Stadtwerke Brixen

AG den kostenlosen Sammeldienst für die Produktionsbetriebe

im gesamten Gemeindegebiet selbst durch.

Die Betriebe erhalten kostenlos Öli®-Behälter mit einem


24

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

25

In den Jahren 20132015 wurden folgende Abfallmengen bewirtschaftet

(in Tonnen)

2013 2014 2015

Restmüll 2.872 2.725 2.828

Straßenreinigung 1.075 863 755

Recyclinghof 3.387 3.755 3.560

Mini-Recyclinghöfe 39 47 55

Papier-, Glas- und Dosenglocken 1.379 1.378 1.331

Karton 943 917 920

Glas/Dosen 182 190 207

Biomüll 1.253 1.281 1.335

Acquarena

Das zentral gelegene und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln

gut erreichbare Brixner Schwimmbad hat Ausstrahlungskraft

weit über den Bezirk Eisacktal hinaus. Die

Acquarena zählt zu den wichtigen Freizeitangeboten für

Einheimische und Touristen und ist mehr als eine Sportstätte:

In diesem gesellschaftlichen Drehpunkt begegnen

sich Kleinkinder und Senioren, Einheimische und ausländische

Mitbürger, Freizeitschwimmer, Saunaliebhaber, Leistungssportler

und Spaßsuchende. Die Acquarena bemüht

sich, in der Preisgestaltung dem Publikum entgegen zu

kommen: Es gelten reduzierte Eintrittspreise für Kinder,

Studenten, Invaliden und Senioren und es gibt besondere

Rabatte für Familien.

Fassungsvermögen von 25 Litern und definieren gemeinsam

mit der Stadtwerke Brixen AG die Abholfrequenz.

2015 durchlief die Stadtwerke Brixen AG erfolgreich den

Zertifizierungsprozess zur Nachhaltigkeit der Sammlung

von Altspeiseöl pflanzlicher Herkunft nach dem ISCC-System

(International Sustainability and Carbon Certification).

Die freiwillig durchgeführte Zertifizierung bescheinigt den

Qualitätsstandard der Bio-Nachhaltigkeit. ISCC ist das

erste anerkannte Zertifizierungssystem für Biomasse und

Bioenergie. Es unterstreicht die Bemühungen um eine

Reduzierung der Treibhausgase, es sichert die gesamte

Recycling-Kette des Altspeiseöls pflanzlicher Herkunft, es

fördert den Schutz der Biosphäre und trägt schließlich zur

Erhöhung der sozialen Nachhaltigkeit bei.

Über vielfältige Angebote und eine gezielte Kommunikation

sensibilisiert die Stadtwerke Brixen AG die Bürgerinnen

und Bürger für Müllvermeidung und Abfalltrennung.

So bietet das Unternehmen seit Herbst 2015 gemeinsam

mit der Sozialgenossenschaft WiaNui ein Schulprojekt zur

Umweltbildung an. Alle Schulen von Brixen und Vahrn

sind eingeladen, den Recyclinghof Brixen zu besichtigen;

ergänzt wird dieses Angebot durch einen Upcycling-Kreativ-Workshop.

Mit der Initiative will die Stadtwerke Brixen

AG bereits Kinder und Jugendliche für die Themen Abfall,

Wert des Abfalls und ökologische Nachhaltigkeit sensibilisieren.

Ebenso 2015 wurde die 2008 erstmals aufgelegte

Broschüre „Richtig Abfall trennen“ aktualisiert und auf

Deutsch und Italienisch neu veröffentlicht. 2014 ließ die

Stadtwerke Brixen AG eine praktische kleine Batteriesammelbox

herstellen, die gratis an die Kunden verteilt wird.

Im Juli 2015 erhielt Brixen als einzige Südtiroler Gemeinde

die Auszeichnung „Comune Riciclone“ für vorbildliche

Abfalltrennung. Die Stadt erhielt den begehrten Umweltpreis

zum ersten Mal im Jahr 2000 und ist 2015 bereits

zum zwölften Mal in der Wertung. Um in die Rangliste der

besten „Recycling-Gemeinden“ aufgenommen zu werden,

muss ein Wert von 65 % an getrennter Abfallsammlung

überschritten werden. 2014 erzielte Brixen laut den Kriterien

von Legambiente den herausragenden Wert von

69,5 %, mit einem Zuwachs von zehn Prozentpunkten in

den vergangenen fünf Jahren. Erreicht werden konnte

dieser Wert u. a. durch die Einführung der getrennten

Sammlung von Kunststoffverpackung und durch die

verstärkte Biomüllsammlung. 2014 hat die Stadtwerke

Brixen AG nämlich in den Fraktionen Pfeffersberg, Afers,

St. Andrä und St. Leonhard die getrennte Biomüllsammlung

eingeführt. Seit 2013 gibt die Stadtwerke Brixen AG

für die Biomüllsammlung im Haushalt Säckchen mit der

Bezeichnung „Sumus“ aus biologisch abbaubarem und

kompostierbarem Recyclingpapier aus.

2015 wurden 72,2 % des Abfalls getrennt gesammelt. Die

Qualität des getrennt gesammelten Abfalls in der Gemeinde

Brixen ist exzellent. 83,45 % (Bank ANCI-CONAI,

2014) der getrennt gesammelten Abfälle können der Wiederverwertung

zugeführt werden. Dieser Wert bestätigt

die hohe Qualität der getrennt gesammelten Abfälle.

2015 konnten in der Gemeinde Brixen dank Abfalltrennung

und Wiederverwertung rund 2.020 Tonnen CO 2

eingespart und damit ein wirksamer Beitrag zur Senkung

der Treibhausgase geleistet werden.

Diese erfreulichen Ergebnisse beweisen zum einen die

Effizienz des angewandten Abfallsammelsystems, zum anderen

zweifellos auch die Mündigkeit und Gewissenhaftigkeit

eines Großteils der Bürger in Bezug auf eine saubere

Trennung der verschiedenen Abfallsorten.

Mülltarif

Seit 1998 wird in Brixen der mengenabhängige Entsorgungstarif

angewendet. Die Gemeinde Brixen war somit

eine der ersten in Italien, die die Berechnung nach dem

Verursacherprinzip einführte.

Der Tarif setzt sich aus einem fixen und einem variablen

Teil zusammen: Der fixe Teil (Grundgebühr) enthält die

anfallenden Fixkosten für die von der Stadtwerke Brixen

AG durchgeführten Dienstleistungen wie Straßenreinigung,

Papierkorbentleerungen, Entleerungen der Wertstoffglocken,

Führung des Recyclinghofs und Säuberungsarbeiten

bei illegalen Müllablagerungen. Der variable Teil

(mengenabhängige Gebühr) ergibt sich aus den effektiv

anfallenden Kosten für die Sammlung und Entsorgung der

Restmüllmenge.

2013 betrug der Tarif 0,0510 €/Liter, 2015 0,0521 €/Liter.

Dies ergibt einen Anstieg von lediglich 2,1 % in drei

Jahren.

Gartenabfälle 193 374 279

Altkleider – – 175

Siedlungsabfälle

insgesamt in Tonnen

Entsorgung der gesammelten Siedlungsabfälle im Jahr 2015

(in Tonnen)

Art Menge Art der Entsorgung

2013

2014

2015

Restmüll 2.828 2.28

Deponie

755 63 692

Recyclinghof 3.560 27 260 2.356 917

Verbrennung

Wiederverwertung

Kompostierung

Straßenreinigung

Mini-Recyclinghöfe

Papier-, Glasund

Dosenglocken

11.323 11.530 11.445

55 55

1.331 1.331

Karton 920 920

Glas/Dosen 207 207

Biomüll 1.335 1.335

Garten abfälle 279 279

Altkleider 175 175

Insgesamt 11.445 3.041 711 5.133 1.246

Getrennte Abfallsammlung

inkl. wiederverwertete Abfälle aus der Straßenreinigung

0 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 %

Im Berichtszeitraum gelang es der Acquarena, sich als

Familienbadebetrieb zu positionieren. 43 % der Befragten

gaben 2015 an, die Acquarena als Familienbad wahrzunehmen.

Die Stadtwerke Brixen AG investiert laufend

in Qualität und Angebote des Schwimmbads, um diese

Position zu halten und weiter auszubauen. 2015 entstand

im Freiareal ein neuer Spielplatz mit weitläufigem

Kletterparcours sowie Sand- und Matschbereich als Teil

des neuen Kinderbereichs, der darüber hinaus ein neues

Kinderbecken mit interaktiven Angeboten und zahlreichen

Wasserspielen vorsieht.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an

der Aufwertung des Hallenbads und der Sauna.

2013 entstand auf dem Dach eine neue Panoramaterrasse

mit großer Aufgusssauna, neuen Liegeplätzen und

Duschgelegenheiten, 2014 wurden mehrere Saunakabinen

umgebaut und erneuert sowie eine LED-Beleuchtung

installiert, 2015 schließlich investierte die Stadtwerke

Brixen AG nach über zwölf erfolgreichen Betriebsjahren

mit dem Austausch des Bodens im Hallenbad in Hygiene

und Sicherheit.

Die Investitionssumme betrug im Berichtszeitraum insgesamt

2.065.769 Euro. Die Jahresbilanz weist im Berichtszeitraum

im Schnitt ein Minus von 811.210 Euro auf, das

durch die Stadtwerke Brixen AG gedeckt wird.

Jede Investition in die Acquarena ist eine Investition in die

Gesundheit der Bürger, denn wer in die Sauna geht und

regelmäßig schwimmt, erhöht seine Fitness, seine Abwehrkräfte

und den Kalorienverbrauch. Ganz auf Sicherheit

und Prävention ausgerichtet, war auch die im Sommer

2015 abgehaltene Veranstaltung „Spaß, Sicherheit und

Prävention“, die zur Konstante werden soll.

Seit jeher erbringt das Schwimmbad die Leistungen mit

möglichst geringer Umweltbelastung sowie mit besonderer

Sorgfalt für die Sicherheit und Gesundheit der Bürger.

Die Wasserwerte werden ständig überwacht und entsprechen

den Werten laut Bestimmungen des Beschlusses der

Südtiroler Landesregierung. Im Innen- und Außenbereich

wurden 2014 Behälter für die getrennte Sammlung von

Papier, Glas, Dosen, Bioabfall und Restmüll aufgestellt.

2014 wurden 10.451 kg Restmüll entsorgt; 2015 verringerte

sich die Restmüllmenge auf 9.988 kg (–4,3 %), und das


26

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

27

Mit was verbinden Sie die Acquarena am meisten?

43 %

22 %

Über dieses Engagement des Kultur- und Kongresszentrums

hinaus erheben etliche im Haus beheimatete

Veranstaltungen die Nachhaltigkeit selbst zum Programm

und inspirieren die Teilnehmer – Wirtschaftstreibende,

Politiker, die breite Öffentlichkeit – zu nachhaltigem Handeln.

Dazu gehören der Nachhaltigkeitskongress „Think

more about“, der Bergsteigerkongress „International

Mountain Summit“ und das „Südtiroler Wirtschafts-

Forum“.

bei insgesamt fast gleichbleibender Besucherzahl – ein

Beleg für die Effizienz des Sammelsystems.

Im Berichtszeitraum intensivierte die Stadtwerke Brixen

AG als Betreibergesellschaft der Acquarena ihr Bemühen

um eine nachhaltige Entwicklung des Schwimmbads. So

bestand die Acquarena 2014 erfolgreich die Prüfung zur

Zertifizierung des Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystems

nach BS OHSAS 18001. Seit 2015

verfügt das Schwimmbad auch über die Zertifizierung

des Qualitäts- und Umweltmanagementsystems nach ISO

9001 und ISO 14001. Nur wenige vergleichbare Freizeitstrukturen

stellten sich bislang dem aufwändigen und

herausfordernden Zertifizierungsverfahren. Die Acquarena

verpflichtet sich damit zu nachhaltigem Wirtschaften durch

eine vorausschauende, freiwillige und systematische Einbeziehung

von Umweltaspekten in die unternehmerischen

Entscheidungen.

Forum Brixen

14 %

11 %

5 % 5 %

Familienbad Pools Sportstätte Sauna Wellness anderes

Seit 2015 verfügt auch das Forum Brixen neben der

Zertifizierung des Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystems

nach BS OHSAS 18001 über die Zertifizierung

des Qualitäts- und Umweltmanagementsystems

nach ISO 9001 und ISO 14001. Damit ist das Forum Brixen

idealer Austragungsort für so genannte Green Events.

Im Juli 2015 fand auf Initiative des Forum Brixen erstmals

ein Umweltfachseminar statt. Inhalt des eintägigen Seminars

waren das Gesetz über Umweltstraftaten, das am

19. Mai 2015 vom italienischen Parlament verabschiedet

wurde sowie jene Umweltvergehen, die das Legislativdekret

Nr. 152/2006 als Straftaten festlegt.

Zum Seminar eingeladen waren Führungskräfte und Mitarbeiter

von Betrieben, die im Umweltbereich, insbesondere

im Bereich Wasser und Müll, tätig sind. Weitere Seminare

im Umweltbereich sind in Planung; es ist das erklärte Ziel,

das Forum Brixen als Kompetenzzentrum für nachhaltige

Entwicklung zu positionieren.

Zwischen 2013 und 2015 fanden im Forum Brixen 623

Kongresse, Seminare und Tagungen statt. Diese bringen

überregionales Publikum nach Brixen, die wiederum die

Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen in Anspruch

nehmen. Immer entstehen Netzwerke und Impulse, die

über das Event hinaus wirken und Wertschöpfung für das

Haus und die Stadt generieren – das Forum Brixen ist Teil

des Wirtschaftskreislaufs der Stadt.

Darüber hinaus erfüllt das Forum Brixen einen gesellschaftlichen

Auftrag: Konzerte und Theater beleben das

kulturelle Angebot; Produktionen großer Theaterhäuser

oder Konzerte internationaler Stars werden ganz in der

Nähe erleb- und begreifbar. Brixen vernetzt sich damit

auch kulturell ein Stück mit der Welt. Als Ort der Versammlung,

der Diskussion, der Weiterbildung fordert es

seine Bürger zum kritischen Dialog auf.

Aus ökonomischer Sicht verbessert das Forum Brixen

sein Ergebnis kontinuierlich. 2015 lag der Fehlbetrag –

trotz Übernahme von zusätzlichen Lasten über ca.

90.000 Euro – bei nur mehr 150.699 Euro im Vergleich zu

174.979 Euro im Jahr 2012 als die Stadtwerke Brixen AG

das Veranstaltungshaus übernahm.

Auswahl an Veranstaltungen im Forum Brixen, die der Nachhaltigkeit

verpflichtet sind

Titel Inhalt Termin Teilnehmer

Think more about.

Tage der

Nachhaltigkeit

www.thinkmoreabout.com

International

Mountain Summit

www.ims.bz

Südtiroler WirtschaftsForum

Brixen

www.wirtschaftsforum.it

Umweltfachseminar

www.forum-brixen.com

Die Teilnehmer sollen zu

nachhaltigem Handeln inspiriert

werden. Im Zentrum

steht ein Wirtschaftskongress,

der Unternehmern

alternative Wirtschaftsweisen

aufzeigt.

Gipfeltreffen der internationalen

Bergsteigerelite mit

Vorträgen, Filmvorführungen

und Diskussionen; offen für

alle Interessierte.

Ein Umweltjurist informiert

über Neuerungen in der

italienischen Gesetzgebung

und deren Auswirkungen

auf die tägliche Arbeit im

Umweltbereich.

Alle zwei

Jahre im

Mai

Jährlich im

Oktober

Jährlich im

April

International renommierte

Experten referieren über

aktuelle Themen aus Wirtschaft

und Marketing. Treff

für Entscheidungsträger aus

Wirtschaft und Politik mit

überregionalem Teilnehmerkreis.

Auftaktseminar

am

7. Juli

2015;

weitere

Seminare sind

in Planung

500

5.000

250

20

Umweltschutz im Betrieb

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch im Firmensitz bezieht sich im Wesentlichen

auf die Beleuchtung der Büroräume und Werkstätten

sowie auf die EDV-Anlagen, Leittechnik und Klimatisierung

im Sommer.

Durch den Umbau der Heizzentrale in ein BHKW, das

Strom und Wärme produziert, soll der Stromverbrauch

gesenkt werden. Ein Großteil des Verbrauchs macht eine

Photovoltaikanlage zu 50 kW am Dach der Werkhalle aus

dem Jahre 2007 wett.

Heizungs- und Klimaanlage

Die Heizungsanlage im Hauptsitz wurde 2005 auf Erdgas

umgestellt. Erdgas entwickelt bei der Verbrennung keinen

Feinstaub und vermindert die CO 2

-Emission gegenüber

Heizöl in hohem Maß.

Das Forum Brixen und die Acquarena sind an das Fernwärmenetz

angeschlossen. Das Raumklima im Hallenbad und

in der Sauna beträgt ganzjährig 29 °C. Im Forum Brixen

werden die Heizungs- und Klimaanlage der einzelnen Säle

dem jeweiligen Bedarf angepasst bzw. werden ausgeschaltet,

wenn die Säle nicht genutzt werden.

Wasser und Abwasser

Das benötigte Wasser stammt aus dem örtlichen Wassernetz

und wird als Abwasser der öffentlichen Kanalisierung

zugeführt. Eine Ausnahme bildet das „industrielle Abwasser“

der Stadtwerke Brixen AG – so aus der Waschanlage

für Betriebsfahrzeuge und aus dem Areal des Recyclinghofs.

Die Landesagentur für Umwelt (Amt für Gewässerschutz)

schreibt für dieses Abwasser die Vorreinigung

mittels Abscheider für Leichtflüssigkeiten vor. Am Sitz der

Stadtwerke Brixen AG befinden sich drei Ölabscheider,

eine weitere Anlage ist in der Fernwärmezentrale Mozart

in Betrieb. Sie verhindern die Einleitung ölhaltiger Flüssigkeiten

in die Kanalisation. Alle internen und externen Abflüsse

des Lagers sind mit dem Ölabscheider verbunden.

Für die Reinigung der Gebäude werden handelsübliche

Reinigungsmittel eingesetzt, die auch im Haushalt Verwendung

finden. In der Waschanlage werden die vom Hersteller

der Ölabscheider empfohlenen Produkte verwendet.

Lärm und Geruch

Schalldämmende Maßnahmen halten die Lärmbelastung,

die von den Blockheizkraftwerken ausgehen könnte, in

Grenzen. Technische Maßnahmen haben den anfangs

störenden Kamin-Widerhall der Zentrale Mozart behoben.

Die Einhaltung der Limits hat ein unabhängiges Labor

bestätigt.

Die Kehrmaschinen werden periodisch Lärmmessungen

unterworfen. Die Stadtwerke Brixen AG verwendet schon

seit 2006 nicht mehr die lärmenden und Staub produzierenden

Blasgeräte zur Laubbeseitigung.

Im Forum Brixen sind Verbesserungen an der Klimaanlage

geplant, um die Lärmbelästigung für die Nachbarschaft zu

verringern. Die Zuständigkeit für diese Investition liegt bei

der Gemeinde Brixen.

Messungen der Lärmemissionen der elektronischen Presscontainer

zur Sammlung von Restmüll ergaben mögliche

kritische Werte bei vermehrter Nutzung in den Nachtstunden.

Daraufhin wurden die Presscontainer mit einer

Schalldichtung ausgestattet, sodass die Lärmbelastung

jetzt auch bei evtl. häufiger Nutzung in den Nachtstunden

innerhalb der Normbereiche bleibt.

Um die Geruchsbelästigung so weit wie möglich einzudämmen,

wird Biomüll in Papiersäcken gesammelt,

die in speziell belüftete, mit luftdurchlässigem Futter

ausgeschlagene Behälter abgelegt werden. Das hält die


28

NACHHALTIGKEIT BEI DER STADTWERKE BRIXEN AG

NACHHALTIGKEITSPROGRAMM

29

Nachhaltigkeitsprogramm

Was die Stadtwerke Brixen AG in Zukunft

für die Nachhaltigkeit tun will

organischen Abfälle in aerobem Zustand, verhindert also

Verrottung und Gestank. Die Biomüllcontainer der Haushalte

und Betriebe werden sechs Mal im Jahr von einem

Spezialreinigungsfahrzeug direkt an den Sammelpunkten

gründlich gereinigt.

Die Presscontainer verfügen über ein System, das den

Abfall mit einem biologisch abbaubarem Mittel gegen

Geruchsbildung besprüht. Die Wertstoffbehälter (Glas,

Dosen, Papier) und die halbunterirdischen Container zur

Restmüllsammlung werden mindestens einmal jährlich

gründlich gereinigt.

Abfall

Art und Menge der internen Abfälle werden in den

gesetzlich vorgesehenen Registern laufend erfasst und in

der jährlichen Abfallerklärung (MUD) vermerkt. Aus diesen

Aufzeichnungen ergeben sich für die gesamten technischen

Dienste der Stadtwerke Brixen AG für das Jahr

2015 27,2 t getrennt gesammelte und wiederverwertete

Abfälle, zum Großteil Metalle, Kupferkabel und Kunststoffe;

67,5 t sind entsorgte Abfälle. Die Bewirtschaftung

des Abfalls aus den Fernwärmezentralen wurde optimiert.

Das Forum Brixen praktiziert seit jeher die Trennung

des Mülls nach Papier, Glas, Bioabfall und Restmüll. Die

Acquarena hat 2014 auf dem gesamten Betriebsgelände

Sammelstellen zur Trennung von Papier, Glas, Dosen,

Bioabfall und Restmüll eingeführt.

Fuhrpark

Der Fuhrpark der Stadtwerke Brixen AG wurde innerhalb

der letzten zwei Jahre gänzlich mit neuen Fahrzeugen ausgestattet.

Im Jahr 2014 wurden alle Umweltautos (Müllsammelfahrzeuge)

und 2015 80 % aller anderen Fahrzeuge

mit neuen ersetzt. Zudem kaufte das Unternehmen zwei

Hybridautos (Strom und Benzin). Für Fahrten zu Seminaren

und Kursen sind die Mitarbeiter angehalten, öffentliche

Verkehrsmittel zu benutzen. In den Sommermonaten werden

die Mitarbeiter motiviert, das Fahrrad auf dem Weg

zum Arbeitsplatz zu benützen. Für den Ausgeher wurde

ein E-Fahrrad angeschafft.

Gesamtverbrauch Stadtwerke Brixen AG

Wie gesetzlich vorgeschrieben, hat die Stadtwerke Brixen

AG einen Energiemanager ernannt und dies der FIRE

(Federazione Italiana per l’uso razionale dell‘energia)

mitgeteilt. Die Angaben zum Energieverbrauch des

gesamten Unternehmens beziehen sich auf den Eigenverbrauch

aller Fernwärmezentralen, auf das Stromnetz, die

Wasser- und Abwasserpumpstationen, auf den Strom- und

Wärmeverbrauch in Acquarena und Forum Brixen, auf den

Verbrauch im Verwaltungssitz samt Beleuchtung sowie den

Verbrauch aller Betriebsfahrzeuge. Die Angaben werden

in Tep gemacht (1 Tep= 1 t Petroleumenergieäquivalent).

Energieträger 2015

Tep

1 t Petroleum -

energieäquivalent

Diesel (Betriebsfahrzeuge und

Notstromaggregate) in l

386.041,86 331,996

Benzin (Betriebsfahrzeuge) in l 19.684,86 15,059

Pflanzenöl (BHKW-Vahrn) in l 1.662.101,266 1.313,060

Hackschnitzel (Biomasse Heizwerk

Pairdorf und Vahrn) in t

22.274,15 4.454,830

Methangas (BHKW-Zentralen Brixen

und Sitz) in Nm³

13.564.917,23 11.964,257

Strom vom Netz in MWh 8.014,72 1.498,753

Strom durch Produktion von

Wasserkraft und Photovoltaik in MWh

24,33 4,550

Wärme (Acquarena und Forum Brixen)

in MWh

5.650,97 582,050

Gesamt 20.164,555

Kurzfristiger Ausblick

Energiemanagement

Alte Stromfreileitungen der Stadtwerke Brixen AG

sollen weiter verkabelt werden. Sämtliche neuen und zu

sanierenden Stromkabinen werden nur mehr mit Transformatoren

mit sehr niedrigen Verlusten ausgestattet.

• Das Photovoltaikpotential wird weiter ausgeschöpft.

Pilotprojekte zur Nutzung der Solarenergie zur Stromproduktion

sollen studiert und realisiert werden.

• Die Stadtwerke Brixen AG betreibt künftig interne

Heizungsverteilungsanlagen in Kondominien, Gewerbebauten

und öffentlichen Bauten bzw. beraten diese bei

technischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Fragen.

• Zur Senkung der Kosten des Biomasseeinkaufs (Hackschnitzel)

soll, soweit gesetzlich möglich, Grünschnitt

energetisch genutzt werden. Dazu müssen die Biomasseanlagen

umgerüstet bzw. technisch erweitert werden.

• Fortsetzung der Optimierung der Anlagen in allen Heizzentralen.

• Die öffentliche Beleuchtung im Besitz der Gemeinde

Brixen wird unter technischer Führung der Stadtwerke

Brixen AG auf LED-Technik umgestellt. Hierzu müssen

sämtliche Beleuchtungskörper ausgetauscht werden.

• Bau eines Trinkwasserkraftwerks beim Trinkwasser-Hochbehälter

in Milland.

• Um die Trinkwassermenge in St. Andrä in Hinsicht auf

die geplanten Hotelbauten zu steigern, wird 2016/17

die bestehende Entsäuerungsanlage erweitert und mit

einem kleinen Trinkwasserkraftwerk versehen.

• Weiterer Anstrengungen bedarf es für den Bau des zweiten

Trinkwasserhochbehälters im Versorgungsgebiet der

Stadtwerke Brixen AG in Vahrn. Damit soll der Löschwasserbedarf

der Industriezonen in Vahrn gedeckt werden.

• Die Heizzentrale am Sitz der Stadtwerke Brixen AG,

bestehend aus zwei alten Erdgaskesseln, wird auf

BHKW-Betrieb zur Erzeugung von Strom und Wärme

umgerüstet und es wird ein neuer Erdgaskessel installiert.

Die Klimaanlage im Verwaltungsbetrieb wird mit

Kälte von einem Absorber versorgt werden. Damit wird

auch im Sommer eine gute Auslastung des BHKWs bei

gleichzeitiger Stromproduktion erzielt. Zudem prüft die

Stadtwerke Brixen AG den Einsatz eines Sonnenkollektors

zur Warmwassererzeugung.

• Die Stadtwerke Brixen AG setzt künftig als Beleuchtungsmittel

am Sitz, in der Acquarena und im Forum Brixen nur

mehr die energiesparsame LED-Technologie ein. Dadurch

erzielt man eine Stromeinsparung von 30 %.

• Die energiefressenden Anlagen der Acquarena (Warmwasser

für Becken) werden in den folgenden Jahren

mit modernster Technologie ausgetauscht. Um gezielt

Energie einzusparen, werden im internen Stromnetz der

Acquarena Stromsubzähler installiert.

• Grundreinigung sämtlicher Klima- bzw. Luftkanäle in

der Acquarena, um zum einen Energie zu sparen, zum

anderen eine keimfreie saubere Luft zu schaffen.

• Lärmreduzierungsmaßnahmen in der Acquarena zur

Steigerung des Wohlbefindens im Hallenbad.

Abfallbewirtschaftung

Weiterführung der ästhetisch-funktionalen Umgestaltung

der Wertstoffsammelstellen, Ausweitung des

Sammelsystems „Underground“; Umgestaltung weiterer

Wertstoffsammelstellen.

• Einführung eines neuen Abrechnungssystems durch die

Installation homologierter Waagen: Anwendung des Tarifs

nach effektiv vom Kunden produzierter Abfallmenge

anstelle nach Entleerungshäufigkeit der Tonnen.

• Einrichtung einer eigenen Waschanlage zur Reinigung

der Ölsammeleimer „Öli®“, die eine Arbeitsstätte für

Menschen mit leichter Behinderung bieten wird.

• Die Stadtwerke Brixen AG prüft die Möglichkeit, einen

unterirdischen Restmüll-Container zu installieren, der

ausschließlich mit Sonnenenergie betrieben wird.


30

NACHHALTIGKEITSPROGRAMM

IMPRESSUM

31

Tim: „Wir Brixner und unsere Stadtwerke:

Da wird noch viel passieren!“

Mittel- und langfristiger Ausblick

Stadtwerke Brixen AG: Aktionsplan für nachhaltige

Energie

Die Gemeinde Brixen hat zusammen mit der EURAC einen

Klimaplan ausgearbeitet. Damit ist die Stadt dem „Europäischen

Konvent der Bürgermeister“ beigetreten, einem

Zusammenschluss, den die EU 2008 im Zuge des Klimaund

Energiepakets ins Leben gerufen hat. Die Gemeinde

verpflichtet sich, ihre CO 2

-Emissionen zwischen 2005 und

2020 um mindestens 20 % zu senken. In den kommenden

Jahren sollen weitere konkrete Schritte gesetzt werden,

damit Brixen zur Klimastadt wird. Unter anderem sollen

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im

öffentlichen Bereich ausgearbeitet werden. Die Stadtwerke

Brixen AG werden am „Aktionsplan für nachhaltige

Energie“ tatkräftig mitarbeiten.

Nächster konkreter Schritt wird die Förderung der

Elektromobilität sein. Der entscheidende Vorteil von

Elektrofahrzeugen gegenüber Verbrennerfahrzeugen ist

die lokale Emissionsfreiheit des Antriebs. Primäre Aufgabe

der Stadtwerke Brixen AG wird die Bereitstellung der notwendigen

Anschlussleistung für die neu zu errichtenden

öffentlichen Ladepunkte sein.

Acquarena: Investition in die Sicherheit

Die Acquarena strebt die Zertifizierung nach EMAS an

(Eco Management and Audit Scheme). EMAS ist ein Gütesiegel

und freiwilliges Instrument der Europäischen Union,

das Unternehmen und Organisationen jeder Größe und

Branche dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich

zu verbessern. EMAS ist weltweit das anspruchsvollste

System für nachhaltiges Umweltmanagement. Über ihre

selbst gesteckten Umweltziele und deren Umsetzung wird

die Acquarena in der jährlichen EMAS-Umwelterklärung

berichten. Diese ist öffentlich zugänglich und wird von

einem staatlich beaufsichtigten, unabhängigen Umweltgutachter

validiert.

Forum Brixen: Zentrum für nachhaltige Entwicklung

Die italienische Gesetzgebung sieht eine Reihe von Vorschriften

und Gesetzen zum Schutz der Umwelt vor, denen

im Umweltbereich tätige Betriebe in Südtirol Folge leisten

müssen.

Allerdings fanden dazu in Südtirol bislang kaum hochqualifizierte

Schulungen statt. Die betroffenen Betriebe

mussten ihre Mitarbeiter und Fachkräfte für die Schulungen

nach Mailand, Bologna und in andere italienische

Städte senden. Aufgrund der weiten Anreise und hohen

Reisekosten sind die Schulungen für die Betriebe zeit- und

kostenintensiv.

Das Kultur- und Kongresszentrum Forum Brixen will diese

Fortbildungslücke schließen und sich als Kompetenzzentrum

für nachhaltige Entwicklung positionieren. Nach

dem Auftaktseminar im Juli 2015 arbeitet das Forum

Brixen zurzeit weitere Seminare aus, die Experten auf

dem Gebiet der Umweltgesetzgebung nach Brixen führen

werden.

Für Rückfragen zum Nachhaltigkeitsbericht wenden Sie sich bitte per

E-Mail an die Stadtwerke Brixen AG: mail@asmb.it (Betreff: „Nachhaltigkeitsbericht“).

Ansprechperson: Walter Richter

© 2016

Herausgeber: Stadtwerke Brixen AG

Redaktion: Petra Augschöll

Layout: www.tappeiner.it

Satz: Weger, Brixen (BZ)

Fotos: © Stadtwerke Brixen AG, Daniel Dellago, Judith Gögele, Ingrid Heiss,

Helmuth Rier, Rob Straka, Siegfried Tasser, Johannes Überbacher,

Fabian Weger, Titelbild: fotolia.de/BillionPhotos.com

Druck: Weger, Brixen (BZ)

Gedruckt nach der Richtlinie

Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“

des Österreichischen Umweltzeichens,

„Druckerzeugnisse“ des

Österreichischen Umweltzeichens,

Druckerei Druckerei A.Weger A. Weger KG, UW-Nr. KG, 965 UW-Nr. 965

Dieser Bericht wurde auf chlorfreiem Recyclingpapier gedruckt sowie klimaneutral

und nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens (UZ24) hergestellt.

Printed in Italy


Stadtwerke Brixen AG

I-39042 Brixen

Alfred-Ammon-Straße 24

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