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Wald & Technik Bodenzug: Gefahrenquelle Seil

Bodenzug:

Gefahrenquelle Seil

In Österreich wird gut und gerne die Hälfte der geernteten Holzmenge mit Traktor und Anbauseilwinde oder mit

Kleinseilwinden im Bodenzug gerückt. Besonders im bäuerlichen Kleinwald können diese Geräte erfolgreich

eingesetzt werden.

Ein gut ausgebildeter Waldarbeiter ist

in der Lage wirtschaftlich, bestandesschonend

und unfallfrei zu arbeiten. Je

besser die technische Ausrüstung, desto

leichter geht die Arbeit von statten.

Bitte keine Unfälle!

Ein Waldprofi zeichnet sich durch

überlegtes Handeln und effizientes Arbeiten

aus. Schon der Zeitpunkt der

Nutzung, die Aufschließung und die

holzhandelsusancengerechte Bereitstellung

des Holzes wollen geplant sein.

Der wesentlichste Punkt ist aber die Arbeitssicherheit.

Nur eine unfallfrei fertiggestellte

Arbeit kann auch wirtschaftlichen

Erfolg bringen. Auch Kleinseilwinden

entwickeln Kräfte, die für Menschen

verheerende Folgen haben können.

Mit der zunehmend leistbaren Mechanisierung

werden auch im Kleinwald

moderne Winden eingesetzt. Immer wieder

ereignen sich schwere Unfälle durch

Ignorieren von Gefahrenbereichen oder

Unterschätzen der Gefahr. Bereiche, in

denen beim Zuzug des Holzes Personen

verletzt werden könnten, sind frei zu halten.

Auch gerissene Seile oder Anschlagmittel

führen zu brenzligen Situationen.

Die Kombination von methodischer Arbeitstechnik,

gewarteter und geprüfter

Maschinen, Einhaltung von Gefahrenbereichen

und die Verwendung der Persönlichen

Schutzausrüstung sollte ein

unfallfreies Arbeiten ermöglichen.

Gefahrenbereiche und PSA

Aus Gründen der Arbeitssicherheit

sind folgende Gefahrenbereiche bei der

Holzbringung im Bodenzug zu beachten

und beim Zuzug frei von Personen

zu halten:

1. Gefahrenbereiche bei Fuhrenbildung

und Zuzug:

• im Nahbereich des Schleppers

• entlang des belasteten Zugseiles und

in der Fortsetzung der Seillinie (auch

Umlenkrolle)

• im Schwenkbereich der Last (z.B.

1 ½ Holzlängen)

• im Nahbereich von stehendem und

liegendem Totholz oder Dürrästen entlang

der Zuzugslinie

• im Seilwinkel von belasteten Seilen

• in der Falllinie unterhalb der bewegten

Last

2. Gefahrenbereiche bei der Last- und

Leerfahrt

• im Nahbereich des fahrenden

Forstschleppers

(wegspringende Holzteile und Steine,

Fahrlinie, Kippbereich)

• im Auslaufbereich ausschlüpfender

und abgleitender Stämme

• im Schwenkbereich der Last (Aufstellen

der Last und Ausscheren bei

Kurvenfahrten, Umdrücken von kleineren

Bäumen)

• in der Falllinie bei Hangquerfahrten, Talund

Bergfahrten

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Waldverbandaktuell Juli 2016

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