XI. Biennale der Schmiede Kolbermoor - Programmheft 2016

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Weitere Informationen zur Schmiede-Biennale in Kolbermoor finden Sie unter www.metall-zentrum.de

2016

XI. BIENNALE

DER SCHMIEDE

KOLBERMOOR


Verstehen

ist einfach.

Wenn man einen

Finanzpartner hat,

der die Region und

ihre Menschen kennt.

Sprechen Sie mit uns.

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Rosenheim-Bad Aibling


Willkommen

Grüße der Schirmherrin Ilse Aigner

Es ist mir eine große

Ehre und Freude

Schirm herrin der Biennale

der Schmiede in Kolbermoor

2016 sein zu dürfen.

Feuer und Metalle haben

die Menschheit seit jeher

beeindruckt. Bereits im Altertum

schmiedeten die

Menschen Werkzeuge und

andere Gerätschaften in

der Glut des Feuers.

In Gestalt des sagenumwobenen Schmied von Kochel

begegnet er uns in Bayern und verkörpert so den Urtypus

des starken und aufrechten Mannes.

Gerade auf dem Land war der Schmied bis ins 20.

Jahrhundert, sei es als Hufschmied, Schlosser, Werkzeughersteller

oder eben als Kunstschmied einer der

angesehensten Berufe.

An Ansehen hat er dieses Handwerk nicht verloren,

aber durch die Industrialisierung wurde manche Arbeitskraft

durch Maschinen ersetzt.

Soviel zur Vergangenheit- das Handwerk und der gesamte

Mittelstand sind Zukunft. Handwerk hat auch

Zukunft und ich unterstütze und fördere das als Wirt-

schaftsministerin des Freistaates Bayern. Der Mittelstand

bietet insgesamt 190.000 Ausbildungsplätze und

leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen

Stabilität in Bayern.

Es ist eine wahre Kunst, was die Schmiede alles aus einem

Stück Metall formen. Man sagt, die Kunst verbindet,

im August schmiedet sie in Kolbermoor regelrecht

zusammen.

Der Designwirtschaft zu der die Herstellung von

Schmuck, Gold- und Silberschmiedeware gehört,

wächst und entwickelt sich immer fort. Das können

Sie bei dieser Biennale deutlich sehen.

Schön, dass unser Nachbarland Österreich dieses Jahr

als Gastland mit dabei ist. Die Alpenregion verbindet

nicht nur die Landschaft, der Tourismus, die Sprache

und Vieles mehr. Sondern eben auch die Liebe zum

Handwerk.

Ilse Aigner, MdL

Stellvertretende Ministerpräsidentin von Bayern

Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie

und Technologie

Herzlich willkommen – zum 11. Mal

Sind es wirklich schon 20 Jahre? Dann dürfen wir ja

die Biennale der Schmiede in Kolbermoor schon zu

den Traditionsveranstaltungen in der Region zählen.

Zum 11. Mal geben sich Schmiede und Metallgestalter

aus vielen Ländern in unserer Stadt ein Stelldichein.

International war dieses Schmiedetreffen von Anfang

an. Und es war auch von Anfang an die größte Fachveranstaltung

in Deutschland. Wir haben in den Jahren

tiefe Einblicke nehmen können, in eines der

ältesten Handwerke der Welt. Nicht nur das Schmieden

auch viele andere Metallhandwerke wurden uns

näher gebracht. In Kolbermoor fand ein reger Austausch

unter Fachleuten – aber auch zwischen Besuchern

und Gästen aus anderen Ländern statt.

Schmiede aus den unterschiedlichsten Ländern haben

uns die Welt näher gebracht – mit ihren schönen Seiten,

aber auch mit Dingen, die uns nachdenklich machen

sollten.

Seit 2015 bin ich als Bürgermeister von Kolbermoor

auch Präsident des Ringes der Europäischen Schmiedestädte

e.V.. Die Schmiede haben 18 Städte und Gemeinden

in elf Ländern Europas zusammen gebracht.

Sie haben uns - in ihrem kleinen handwerklichen Bereich

gezeigt, was »Europa« wirklich heißt, was

Freundschaft über Grenzen hinweg bedeuten.

Als Präsident des Ringes der Europäischen Schmiedestädte

sehe ich neben der handwerklich-praktischen

Komponente auch eine politische Aufgabe. Wir

sind politisch noch lange nicht so weit wie die

Schmiede. Der kriegerische Konflikt zwischen Russland

und der Ukraine, die Abkehr Großbritanniens

aus der EU, die Uneinigkeit der Länder Europas, mit

der Flüchtlings-Tragödie umzugehen, der schwierige

Dialog mit Griechenland . Europa ist mehr denn je

eine Baustelle und wird es aller Voraussicht nach noch

lange bleiben.

Darum tut es gut, bei unserer Biennale einige Tage den

europäischen Gedanken zu genießen wo er wirklich

funktioniert. Die Schmiede haben uns in Kolbermoor

die »Brücke der Freundschaft« und danach auch das

»Tor zu Europa« in harten Stahl geformt. An den »weichen«

Faktoren müssen wir alle noch arbeiten.

Ich grüße alle Besucher, alle Schmiedefreunde und

wünsche ihnen viel Spaß bei der XI. Biennale.

Peter Kloo, Bürgermeister der Stadt Kolbermoor

3


Gastgeber

Kolbermoor

Stadt voller Leben

Entlang der Mangfall und

des Mangfallkanales gibt

es reizvolle Wanderund

Radwege

Diesmal sind die Gemeinschaftsquartier

in der

Feuerwehrturnhalle nur

einen Steinwurf von

Schmiedeplatz entfernt

(Foto unten links). Genauso

kurz ist der Weg zum Museum

(Foto unten Mitte).

Beim Spaziergang an der

Mangfall kann man Entenfamilien

beobachten

Auch wenn neben dem Schmiedetreffen

wenig Zeit bleibt: Ein Rundgang im

Kolbermoor lohnt sich - hier stellen

wir einige Sehenswürdigkeiten vor. In

den 20 Jahren seit Kolbermoor Schmiedestadt

ist, sind einige Arbeiten von

Metallgestaltern aufgestellt worden

Ein wilder, bei Hochwasser reißender Gebirgsfluss,

an manchen Passagen über 500 Meter breit und

sonst nichts. Kein Haus, keine Ortschaft, keine Bewohner.

So sah es noch vor 170 Jahren dort aus, wo

sich heute die 19.000 Einwohner Stadt Kolbermoor erstreckt.

Die Mangfall wurde im 19. Jahrhundert immer

mehr in eine kleines, schnurgerades Bett zurückgedrängt,

zähmen ließ sie sich dadurch aber keineswegs,

wie das Jahrhunderthochwasser im Juni 2013 bewies,

bei dem alleine in Kolbermoor 1.200 Wohnungen und

Anwesen unter Wasser standen. Der Fluss ist Fluch

und Segen. Denn ohne die immense Wasserkraft der

Mangfall wäre 1860 nicht der Bau einer Baumwollspinnerei

betrieben worden, die 1862 ihren Betrieb

aufnahm. Mit ihr gründete sich der Ort Kolbermoor.

Sie war der Start für die Entwicklung zur Industriestadt

im Mangfalltal.

Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts begann der

Untergang der großen Industriestandorte. Die Stadt

musste sich in kürzester Zeit einem radikalen Wandel

unterziehen. Und dieser Wandel ist geglückt und abgeschlossen:

Statt weniger Industriebetriebe ein breiter

Mix kleiner und mittelständischer Unternehmen. Mit

dem denkmalgeschützten Ensemble von Alter Spinnerei

und historischer Werkssiedlung hat Kolbermoor

zwei Leuchttürme mit überregionaler Strahlkraft.

Und auch bei den Neubauten legt die Stadt Wert auf

gute Architektur in ausgeprägter, unverwechselbarer

Formensprache einhergehend mit dem Blick auf

Zweckmäßigkeit des Raums und auf Lebens- und Arbeitsstrukturen

in den Gebäuden. Das neue Rathaus

(Behnisch Architekten, 2012) und Jugendtreff/Kinderkrippe

(2014) sind ganz aktuelle Belege für diese Linie

der Stadtplanung.

München, Salzburg, Innsbruck in einer Stunde oder

weniger erreichbar. Mit Chiemsee und Voralpen

Oberbayern pur: Kolbermoor liegt inmitten einer Region,

in die andere zum Urlaubmachen kommen.

Kultureller Höhepunkt alle zwei Jahre: Die BIENNA-

LE der Schmiede, bei der an vier Tagen tausende von

Besuchern den Schmieden beim Arbeiten zuschauen.

Sehenswert in Kolbermoor

Alte Spinnerei

An der Alten Spinnerei und Spinnereiinsel

Nachdem die Baumwollspinnerei Kolbermoor 1993

endgültig geschlossen wurde, standen viele Nutzungskonzepte

zur Diskussion. Schließlich kam mit der

Quest Gruppe - Familie Werndl ein Investor zum

Zuge, der acht Gebäude der historischen Baumwollspinnerei

aufwendig und sehr hochwertig sanierte.

Unter anderem den Historischen Neubau von 1899,

erbaut nach dem Großbrand von 1898, ein 3-geschossiger

120 Meter langer und 30 Meter breiter Ziegel-Industriebau,

Historisches Pförtnerhaus, Kesselhaus,

Turbinenhalle und Färberei, heute gastronomisch genutzt,

Batteurgebäude, Kammgarnlager, Baumwollmagazin

und Verwaltungsbau der Baumwollspinnerei

Zum weitläufigen Gelände gehören der »Rosengarten«

(Außenanlagen der Gastronomie), der historische

Spinnereipark, heute mit Weiher und Kinderspielplatz,

die Benediktkapelle (Architekturpreis).

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Historische Werkssiedlung

Auf der östlichen Spinnereiinsel, zwischen Von-Bippen-Straße,

Ludwigstraße, Brückenstraße und der

Mangfall und entlang der Carl-Jordanstraße gelegen.

Die in 3 Bauphasen (1860-1862, 1907-1912, 1919-

1923) errichtete Arbeitersiedlung der Baumwollspinnerei

mit ihren 165 Wohnungen wurde 1993 komplett

von der Stadt Kolbermoor gekauft und seitdem Stück

für Stück saniert. Das unter Denkmalschutz stehende

Ensemble gilt als einmaliges Beispiel einer komplett

erhaltenen Arbeitersiedlung im ländlichen Raum in

ganz Bayern.

1. Bauphase 1862-1862: 6 identische Häuser mit jeweils

sechs Wohnungen

2. Bauphase 1907-1912: Gartenstadtähnliche Strukturen

mit unterschiedlichen Gebäudeformen, großen

Gartenanteilen und dorfähnlichem Charakter

3. Bauphase 1919-1922: Mehrgeschossige Großbauten

(unter anderem der sogenannte »100-Meter-Bau«)

senkrecht zu bisherigen Besiedelung erschließen erstmals

den Bereich südlich der Mangfall, architektonisch

auffällig die barocke Formensprache der

Fassaden.

König-Ludwig-Denkmal

In der Grünanlage nördlich der Feuerwehr, wenige

Meter vom »Schmiede-Kreisel«

Vom Kolbermoorer Krieger- und Veteranenverein errichtetes

Denkmal, früher in der Karl-Daniels-Anlage

in der Werkssiedlung.

Alter Friedhof

Auf der Spinnereiinsel zwischen Werkskanal und

Mangfall östlich der Ludwigstraße

Sehenswerte Grabanlagen, unter anderem auch die

Grabstätte von Georg Schuhmann, der während der

Räterepublik in Kolbermoor Vorsitzender des Volksrates

war. Nachdem er Kolbermoor kampflos an die

Weißgardisten übergeben hatte, wurde er 4. Mai 1919

von ihnen an der Tonwerkunterführung ermordet

(Gedenktafel).

Fotos: Stadt Kolbermoor; Luftaufnahme: Privatsammlung Christian Poitsch

Brücke der Freundschaft

In der Grünanlage an der Brückenstraße zwischen Alter

Spinnerei und Werkssiedlung

Symbol für die friedlichen und freundschaftlichen

Ziele der Schmiede weltweit. Die über 60 Stäbe der

symbolischen Brücke stammen von Schmieden aus

der ganzen Welt

Tor zu Europa

Neben der Brücke der Freundschaft steht direkt am

Mangfalldamm die Schmiedearbeit »Ring der Europäischen

Schmiedestädte« von Michael Ertlmeier, die

zum einen den Zusammenhalt der 19 Schmiedeorte

aus 12 Ländern symbolisiert und zum anderen auch

an die Hochwasserkatastrophe von 2013 erinnert. Die

Stadt Kolbermoor ist Mitbegründerin des Rings, ihr

Bürgermeister Peter Kloo ist seit 2015 der Präsident

dieser Vereinigung.

Heimat- und Industriemuseum

Am Bahnhof

Lückenlose Darstellung der 150jährigen Geschichte

Kolbermoors mit besonderen Schwerpunkten auf der

Baumwollspinnerei, dem Torfstechen und den weiteren

großen Industrieansiedlungen Kolbermoors.

Oben links: Eine Luftaufnahme

der Alten Spinnerei

aus den 1920er Jahren. Links:

der sogenannte »Hundertmeterbau«,

die Arbeitersied lung

der Spinnerei und unten:

Das Wasserkraftwerk am

Mangfallkanal

Tonwerkweiher

Naherholungsgebiet am Rande des Stadtzentrums mit

Lehrbienenstand, Infotafeln entlang des Wanderwegs.

Platz vor dem Alten Rathaus

Eingerahmt von den beiden historischen Schulgebäuden,

der Stadtpfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, dem Harrerhaus

und dem Alten Rathaus die ‚gute Stube’

Kolbermoors. Von hier aus begann ab 1862 die systematische

Stadtentwicklung, wie sie die Architekten der

Spinnerei auf ihren Reißbrettern in streng orthogonalen

Strukturen entworfen haben. Heute autofreier Bereich.

Regelmäßig Stadt -

führungen und

Führungen

durch die Historische

Werks siedlung unter

www.kolbermoor.de/

Veranstaltungen.

Zu buchen über

stadtmarketing@

kolbermoor.de

und (08031) 2968-138.

5


Partnerort

Ybbsitz – Weltkulturerbe

Schmiedetradition auf Schritt und Tritt

Der Markt Ybbsitz in Niederösterreich ist Gründungsmitglied im Ring der Schmiedestädte -

wie die Stadt Kolbermoor. Zugleich ist der Traditionsort der Schmiedekunst auch die kleinste

Mitgliedsgemeinde. Allerdings mit einer großen Tradition und mit einer quicklebendigen

Schmiedeszene und einem lebendigen Kurszentrum

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

Die Hauptstraße im der

Schmiedegemeinde.

Dort findet das Ferra -

culum statt. Da neben die

Skulptur »Bahn radfahrer«,

die beim Ferraculum im

Juni entstand. Sie wiegt

zwei Tonnen

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte des Marktes

Ybbsitz: 1355 waren im Raume des heutigen Ortes

Ybbsitz nur zwei Schmiede genannt, so müssen sich

um 1400 zahlreiche weitere angesiedelt haben, wodurch

das Handwerk rasch aufblühte. Voraussetzungen

dafür waren die Nähe des österreichischen

Erzberges, die Wasserkraft der Bäche sowie der Holzreichtum

der Wälder. 1437 erhalten die Schmiede der

»uralten kayserlichen Werkstatt« in Ybbsitz die Bewilligung,

Eisen aus dem staatlichen Lager in Eisenerz zu

beziehen.

Der kräftige Aufschwung des Schmiedehandwerks

war wohl der Hauptgrund, dass Ybbsitz 1480 das

Marktrecht erhielt. 1572 finden sich in Ybbsitz bereits

69 privilegierte Schmiedemeister – mit den nicht privilegierten

Pfannen- und Bohrerschmieden muss zu

dieser Zeit von ca. 90 Schmiedemeistern ausgegangen

werden. Die Erzeugnisse der Ybbsitzer Schmiede wurden

nach Deutschland, Böhmen und Mähren, Schlesien

und Preußen, Polen und Russland, Triest und

Italien (besonders Venedig) sowie donauabwärts in

Balkan und Vorderen Orient ausgeführt.

Diese Geschichte muss man sich vor Augen führen,

wenn man den Markt heute besucht. Schmieden ist in

Ybbsitz historisch gewachsen, wird von breiten Teilen

der Bürger in Tradition und Handwerk gelebt und

stellt ein vielversprechendes Entwicklungspotential für

Ort und Bevölkerung dar, das von Jung und Alt getragen

wird. Vor allem dem Bürgermeister Josef Hofmarcher,

der seit 1998 im Amt ist, verdankt Ybbsitz seine

heute Bedeutung als Schmiede-Ort. Auf der sogenannten

»Schmiedemeile« reiht sich ein lebendiges

Denkmal an das andere. Vergleichbar ist in Europa

vielleicht nur noch Bienno in Norditalien – ebenfalls

ein Mitgliedsort im Ring der Europäischen Schmiedestädte

e.V.

Heute findet man in Ybbsitz zahlreiche metallverarbeitende

Betriebe die sich aus einstigen Hammerwerken

entwickelten und internationalen Ruf geniessen.

Weiters wurde 1990 mit der Gründung des Vereines

NÖ Eisenstraße begonnen bereits Vergessenes wieder

aufzuarbeiten. Durch die verstärkte Wiederbelebung

der alten Tradition des Schmiedens ist Ybbsitz heute

wieder eine »lebendige Metallwerkstätte«.

Das Element »Schmieden in Ybbsitz« wurde mit der

Entscheidung des Fachbeirates der Österreichischen

Unesco-Kommission vom 29. September 2010 in das

Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

aufgenommen. Ybbsitz hat eines der vielfältigsten

Kursangebote im Bereich der Metallverarbeitung und

des Schmiedens. Vom interessierten Laien bis zum

versierten Messermacher ist alles geboten. Vier aktive

Schmieden sind derzeit zu verzeichnen. Hinzu kommen

Werkzeugschmieden und Hersteller von Küchen-

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Arbeit beim Ferraculum

am 100 Kilo Beche-Lufthammer

(links). Darunter

Festgäste nach dem Entzünden

der Europa-

Skulptur. Daneben:

Brunnen und dahinter

das »Schwarze Haus«.

Ganz unten: Blick in das

Museum »Haus Ferrum«

Kein Schaubetrieb sondern tägliche Arbeit:

Das Feuer brennt im Eybl-Hammer (ganz oben) und

in in der Werkzeugschmiede Sonneck (darunter)

utensilien. Mit dem international tätigen Profil- Hersteller

Welser hat die Gemeinde einen Sponsor für etliche

Schmiedeprojekte vor Ort gefunden.

Beispielsweise hat diese Firma maßgeblich dazu beigetragen,

dass im Ort das sogenannte »Schwarze

Haus«, eine Fabrikantenvilla wieder der Allgemeinheit

zugänglich gemacht wurde.

Mit dem Haus Ferrum auf dem Hauptplatz verfügt

Ybbsitz über eines der führenden Metall und Ortsmuseen

in Mitteleuropa. Für Besucher aus der Schmiedeszene

ist der Besuch ein unbedingtes »Muß« in

Ybbsitz. Genauso wie ein Rundgang durch den Ort

und entlang der Schmiedemeile.

Hervorragende Kunstwerke und Arbeiten internationaler

Künstler und Metall-Handwerker begegnet man

überall im Ort. Und immer noch kommen welche hinzu.

Alle zwei Jahre beim großen Schmiedefestmit dem

Titel »Ferraculum« oder bei der vielbesuchten

Schmie deweihnacht in Ybbsitz. Freunde aus der

Schmiedepartner-Gemeinde Ybbsitz werden auch bei

der XI. Biennale in Kolbermoor dabei sein. Allen voran

der Bürgermeister Josef Hofmarcher, der einen

Vortrag über den Werdegang des Projektes »Schmieden

in Ybbsitz - immaterielles Weltkulturerbe« halten

wird. Mit ihm werden Vertreter der Politik, der Wirtschaft

und der Landwirtschaft auf zwei Ständen vertreten

sein.

Seit 1998 »Triebfeder«

für die Schmiedetradition

und deren Sichtbarmachung:

Bürgermeister

Josef Hofmarcher

Ybbsitz

Ybbsitz liegt in der Eisenwurzen

im niederösterreichischen

Mostviertel, im Tal der

Kleinen Ybbs, einem Nebenfluss der Ybbs. Die Kleine

Ybbs, die in ihrem Oberlauf bis Ybbsitz den Namen

Schwarze Ois trägt, nimmt im Ort den von Süden

kommenden Prollingbach auf. Ybbsitz hat mit seiner

Schmiedemeile eines der interessantesten Schmiede-

Denkmäler Europas auf engstem Raum. Zudem ist das

Schmieden in Ybbsitz »immaterielles Kulturerbe«.

Einwohner: 3.498

Fläche: 104 qkm

Bürgermeister:

Josef Hofmarcher

Internet: www.ybbsitz.at

Adresse Verwaltung:

A-3341 Ybbsitz, Markt 1

Tel. 0043 7443/86601

O

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Partnerort

Bad Hall in Oberösterreich

im Ring der Schmiedestädte

Durch seine Lage am Rande der oberösterreichischen Waldalpen mit feinen historischen Bauten, dem

weitläufigen Kurpark und dem umfassenden Freizeit-, Sport- und Kulturangebot bietet sich Bad Hall

als ideales Ausflugsziel an. Der Naturfreund genießt die entspannende Ruhe inmitten des 34 Hektar

großen Kurparks, einer der schönsten Parkanlagen Europas. 40 Kilometer Spazier- und Wanderwege

führen durch dessen alten, artenreichen Baumbestand und die reizvolle Umgebung.

Die Kirche überragt alle

Gebäude des Kurortes

Bad Hall. Unten: das Museum

»Forum Hall« und

ein Blick auf das Nachtleben

am Hauptplatz

Fotos: Stadtgemeinde Bad Hall, Bachofer

Die Kolbermoorer Schmiede-Partnerstadt Bad Hall ist

seit vielen Jahren einer der beliebtesten Ausstellungsorte

für Schmiede und Metallgestalter – wenn nicht

sogar der europaweit schönste. Der Kurpark wird immer

wieder »umgenutzt« für attraktive Metall-Schauen.

Derzeit läuft dort die »Sagenhaft – Phantasien in

Metall 2«.

Neben der Sonderstellung, die Bad Hall bei den

Schmieden Europas einnimmt, ist die Stadt aber auch

auf anderen Gebieten bekannt: Die heilende Wirkung

der neun Bad Haller Jodquellen ist seit dem frühen

Mittelalter genutzt. Heute kann man bei einem Kuraufenthalt

in Bad Hall die positiven Auswirkungen des

Kurmittels Jod auf den gesamten Organismus erfahren.

Die Bad Haller Spezialitäten sind die einzigartige

Augenkur und Behandlung auf den Gebieten Herz-

Kreislauf, Gelenke-Rheuma und Atemwege-Bronchien.

Kultur pur Bad Halls kulturelles Leben bietet dem Gast

interessante Höhepunkte: Opern, Operetten und Musicalfestspiele

und Theateraufführungen im Kurthea-

ter sowie Kurkonzerte, Ausstellungen und Tanzabende

im Gästezentrum stehen auf dem abwechslungsreichen

Unterhaltungsprogramm. Viele dieser Programme

organisiert und betreut für die Stadt Hans Peter

Holnsteiner, der auch schon bei Kolbermoorer Biennalen

als Schmiede und Schauspieler aktiv war und ist.

Ein Museum voller Türen

21 Handwerke werden auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche

im Handwerksmuseum »Forum Hall«

gezeigt. Dargestellt werden die die Arbeits- und

Lebens verhältnisse des Landhandwerks, das Zunftwesen

und sein ausgeprägtes Brauchtum.

Eine weitere wesentliche Attraktion des Hauses ist am

Dachboden zu sehen, eine Sammlung alter und sehenswerter

Haustüren und Tore gezeigt wird. Als eine

der jüngsten Städte Österreichs wird Bad Hall bezeichnet.

Mit der Stadterhebung am 20. August 2001 wurden

die wirtschaftlichen und kulturellen Ent wick lungen,

die in Bad Hall über Generationen hinweg geleistet

8


Ausstellungsobjekte aus »Sagenhaft - Fantasien in Metall 2« im Kurpark Bad Hall in diesem Jahr

wurden, gewürdigt. Neben dem traditionellen Kurort

hat sich Bad Hall zum Zielpunkt für Tagestouristen

und zu einem kleinen Einkaufszentrum in der Region

entwickelt.

Neue Impulse für die wirtschaftliche, kulturelle und

touristische Entwicklung der jungen Stadt zu setzen,

sind die Bestrebungen der Stadtväter. Ein besonderes

Anliegen ist daher die Erhaltung unseres Ortsbildes

und die Erhaltung unserer Tradition. Leistung und

Fortschritt soll auch Leitmotiv für die künftige Entwicklung

von Bad Hall sein.

Eisen in Bad Hall

Bad Hall war früher als Waffenschmiede bekannt auf

diese Tradition fußt die Mitgliedschaft im Ring der

Europäischen Schmiedestädte e.V. Der Ort war im

Mittelalter ein bedeutendes Handwerks- und Handelszentrum

und Sitz von sieben redlichen Zünften. Bad

Hall gehörte innerhalb der Eisenstraße zum Proviantbezirk

der Eisenstadt Steyr. Vor rund 400 Jahren war

Bad Hall durch Pankraz Taller die bedeutendste Helebardenschmiede

Europas. Er schmiedete gemeinsam

mit Peter Schreckseisen im Raume von Hall und

Waldneukirchen Tausende von Hellebarden, die heute

europaweit von Experten als bedeutende Zeugen mitteleuropäischer

Schmiedekunst gelten.

Das damalige »Helebardenzentrum« befand sich zweifelsfrei

im Haller Raum in den Werkstätten von Taller

und Schreckseisen, die viele Großaufträge zu bewältigen

hatten.

Metall- und Schmiedeausstellungen

Bad Hall war Ausstellungsort vieler internationaler

Metallgestalterausstellung wie »Wetterhähne, Wetterfahnen«.

»Fantasien in Metall 1« und »Tür und Tor«

Das Engagement der Kommune und die Fachkompetenz

der Ausstellungen ermöglichte Bad Hall 2002 den

Beitritt zum »Ring der europäischen Schmiedestätte«.

Die Schmiedekunst kehrte somit nach rund 400 Jahren

an den Ort der Entstehung zurück.

Im letzten Jahr wurde mit Bernhard Ruf ein kulturell

aufgeschlossener Bürgermeister in Bad Hall gewählt.

Er ist im Ring der Europäischen Schmiedestädte der

Stellvertreter des Präsidenten Peter Kloo.

Zwei Macher im Ring der

Europäischen Schmiedestädte:

Vizepräsident

Bernhard Ruf (li.) und

Präsident Peter Kloo (re.)

Blick auf den Hauptplatz

von Bad Hall (Foto unten)

Bad Hall

Man erreicht Bad Hall von

Wien oder Linz kommend

über die A1 (Westautobahn),

Anschlussstelle Traun und weiter

über die B 139. Von Salzburg oder Passau kommend über

die A1 oder A8, weiter über A9 (Pyhrnautobahn)

Anschlussstelle Ried im Traunkreis und weiter über

Kremsmünster. Bad Hall verfügt mit 35 Hektar über einen

der größten Kurparks Europas, in dem 2005 die oberösterreichische

Landesgartenschau mit großer Beteiligung

der Metallgestaltung stattfand. Auch dieses Jahr ist

dort wieder eine Ausstellung vom Feisten zu sehen.

O

Einwohner: 5.043

Fläche: 13,3 qkm

Bürgermeister:

Bernhard Ruf

Internet: www.bad-hall.ooe.gv.at

Adresse Verwaltung:

Hauptplatz 5, A-4540 Bad Hall.

Telefon: 0043/7258/7755-0

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Nachwuchs

Kinder schmieden...

...unter fachlicher Anleitung

Das Schmieden mit Kindern hat in Kolbermoor lange Tradition. Im Laufe

der Zeit hat sich ein hoher Sicherheitsstandard herausgebildet. Das kreative

Handwerk wird auch dieses Jahr wieder der jungen Generation vermittelt

Mit Handschuhen, Schutzbrille

und Schmiedeschürze ausgestattet

können die Kleinen

sich als Schmiede betätigen.

Im Feuer und unter dem

Hammer entsteht ein

Schlüsselanhänger

Im Computer-Zeitalter fehlt vielen Kindern der Bezug

zu handwerklicher Arbeit. Bei der Biennale der

Schmiede dürfen Kinder ans »heiße Eisen«. Allerdings

unter Anleitung und nach bestimmten Regeln. Auch

wenn die meisten Buben lieber ein Messer schmieden

wollen, machen doch alle das Gleiche: Einen Schlüsselanhänger

in Form einer Spirale. Diese Form ist einfach

und – wenn der Meisterschmied hilft – auch

verhältnismäßig schnell zu machen. Während die Kinder

recht geduldig warten können, bis sie dran sind,

sind oft die Eltern die Ungeduldigen. Schmieden benötigt

Zeit. Drängeln hilft da nichts.

Die Wartezeit wird bei der Biennale durch das »Ankleiden«

verkürzt. Das ist eine wichtige Vorbereitung

auf das eigentliche Schmieden. Die Kinder kommen

selten mit passender Kleidung auf den Schmiedeplatz.

Drum gibt es eine passende Kinderschmiede-Schürze,

eine Schutzbrille, Schmiedehandschuhe und wenn nötig

auch noch Ledergamaschen. So ausgerüstet geht es

dann an die Arbeit.

Sicherheit ist vor allem beim Schmieden mit Kindern

das erste Gebot. Die Schmiede in Kolbermoor wollen

kein Risiko eingehen.

Das Geheimnis der Schatztruhe

Die Wartezeit für die Nachwuchsschmiede, die an

den Amboss wollen, wird durch eine geheimnisvolle

Schatztruhe verkürzt. In dieser Truhe befinden sich

viele interessante Dinge aus der Welt der Schmiede,

die es zu entdecken gilt und die fachkundig erklärt

werden. Doch zuvor müssen die Kinder erst mal heraus

finden, wie die Truhe auf geht.

Bevor es »an die Arbeit

geht«, werden die

Nachwuchsschmiede mit

passender Schutzkleidung

ausgestattet

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

10


Anzeigen

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Projekt

Die »Ladies Night«

Frauen dominieren im Schmiedezelt

Fast bei jeder Biennale versuchen die Organisatoren des Europäischen Zentrums für

Zeitgemäße Metallgestaltung e.V. Weltpremieren zu veranstalten. Nachtschmieden,

die Wiedergeburt des »Stock in Eisen« und die Einführung der Gastland-Präsentationen

gehören dazu. Bei der XI. Biennale soll mit der »Ladies Night« eine weitere Premiere

dazu kommen. An Freitagabend gehört das Schmiedezelt allein den Schmiedinnen.

Carole Therouse aus

Paris war schon beim

Schmiedetreffen 2014

aktiv. Beobachtet wurde

sie von Joszef Decrane

und Peter Knoth

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

Es ist kein Geheimnis: Schmieden ist keine Männerdomäne.

Auch wenn die Medien immer wieder

suggerieren, dass Schmieden nur mit Muskeln und

viel Kraft zu machen ist. Seit Generationen beweist das

angeblich »schwache Geschlecht«, dass diese Behauptung

nicht stimmt. Bei der XI Biennale in Kolbermoor

soll das nun auch einmal ganz deutlich werden. Bei

der »Ladies Night« am Freitag, 5. August, werden

Frauen das Heft - beziehungsweise den Hammer in

die Hand nehmen.

Erstmals weltweit wird bei einem Schmiedetreffen zur

Frauenpower aufgerufen. Nicht die erste Weltpremiere,

die in Kolbermoor stattfindet - aber eine ganz Besondere.

Man darf gespannt sein, was die Damen

während dieser Stunden am Feuer gestalten. Denn eines

ist sicher: Frauen arbeiten anders als Männer. Das

weibliche Formempfinden unterscheidet sich erheblich

von dem der männlichen Kollegen.

Das Organisationsteam von Kolbermoor ging diese

Weltpremiere genauso locker an, wie andere Vorhaben:

Es wurden einige Schmiedinnen persönlich

angesprochen, ansonsten verlässt sich das Biennale-

Team auf die Emanzipation der Frauen im Metallgestalter-Handwerk.

Fünf Feuer stehen zur Verfügung,

sollten sich mehr Schmiedinnen anmelden, gibt es

noch zwei weitere »Ersatzfeuer«.

Sowohl Solo-Schmiedinnen als auch Frauen-Teams

können antreten. Wie immer in Kolbermoor gibt es

keinen Wettbewerb »Mitmachen und Dabeisein« lautet

das Motto. Deshalb können sich auch spontan

Teams vor Ort zusammenfinden, gemeinschaftlich

entwerfen, gestalten und schmieden.

Bei der Anmeldung können sich auch Metallgestalterinnen

melden, die nur als Helferinnen beweisen wollen.

Es stehen zwar auch für die Damenteams zwei

Lufthämmer zur Verfügung, sollten aber Zuschlägerinnen

gefragt sein, finden sich solche bestimmt auch

spontan vor Ort.

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Frauen – Könner am Feuer

Die

Mitgliedgemeinden

des Ringes

der Europäischen

Schmiedestädte

e. V.

Annette Abitz - Berlinerin am Amboss

Eveline Kesseli - Schweizer Gestalterin

Cate Dinen - In Stia bei der Meisterschaft

Bianca Fattler - Meisterin ihre Fachs

Sandra Geruschkat - Profi am Feuer

Bethan Griffith - Schmiedin aus England

Kolbermoor 2014 mit Annabel Liquori

Jasmin Sauer ist noch in der Lehre

Im Ring der Europäischen Schmiedestädte, der

2016 sein 15jähriges Bestehen feiert, sind

derzeit 18 Gemeinden und Städte aus elf

Ländern vereinigt. Die beiden österreichischen

Orte Ybbsitz und Bad Hall präsentieren sich im

bei der Biennale als Vertreter des Gastlandes

Deutschland:

Friesoythe (Niedersachsen/Oldenburger Land)

Kolbermoor (Bayern/Oberbayern)

Olbernhau (Sachsen/Erzgebirge)

Stolberg (Rheinland)

Italien:

Acireale (Sizilien/Provinz Catania)

Bienno (Lombardei/Provinz Brescia)

Stia (Toskana/Casentino)

Österreich:

Bad Hall (Oberösterreich/Steyrer Land)

Ybbsitz (Niederösterreich/Bezirk Amstetten)

Ukraine:

Donezk (Ostukraine/Revier Donbass)

Ivano-Frankivsk (Westukraine/Galizien)

Frankreich:

Arles-sur-Tech (Languedoc-Roussillon)

Tschechische Republik:

Lipnik nad Becvou (östliche Tschechei)

Finnland:

Mynämäki (nordwestlich von Turku)

Niederlande:

Oude-IJsselstreek (Region Gelderland)

Norwegen:

Ovre Eiker (Region Drammen)

Russland:

Uljanovsk an der Wolga (Russland)

Spanien:

Campdevánol (Region Girona)

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Fotos: Archiv HEPHAISTOS

Dabei sein

Volker Allexi ist

Stammgast in Kolbermoor.

Seine Gießvorführungen

sind legendär

Flüssiges Metall in Form gebracht

Sandguß ist die Spezialität des HEPHAISTOS-Reporters

und Gießlehrers Volker Allexi. Schon

mehrfach ist er bei Biennalen in Kolbermoor in Aktion

getreten. Bronze, Messing und Aluminium sind seine

Metalle. Er zeigt auf dem Schmiedeplatz live, wie Formen

hergestellt werden, wie der Guß vorbereitet wird

und wie das flüssige Metall verarbeitet wird. Freitag

und Samstag ab 10 Uhr zeigt er auf dem Schmiedeplatz

wie Modelle in einen Formsandkasten eingearbeitet

werden und wie der Guß vorbereitet wird.

Bei diesem Verfahren - eines der ältesten überhaupt -

kann immer nur ein Stück gegossen werden. Braucht

man mehrt, muss die Form immer wieder neu hergestellt

werden.

Musik aus der Alpenrepublik Österreich eröffnet die XI. Biennale der Schmiede: Vertreter

der Bundesmusikkapelle Erl/Tirol (Foto oben) eröffnen beim Anschmieden mit feierlichen

Stücken das Schmiedefest.

Stimmung aus

der Alpenrepublik:

Pepi Hirt und WZH

Stimmung pur ist angesagt, wenn das Trio um Pepi

Hirt aus Oberösterreich in Kolbermoor für die Besucher

aufspielt. Die drei Profi-Musiker brauchen keine

Verstärker um die Gäste in Schwung zu bringen.

Sie wandern lieber von Tisch zu Tisch und geben ihr

Können zum Besten. An der Steirischen Hannes Reisinger,

Ein Profi, der auch gesanglich seinen Mann

steht. Gitarre und Gesang: Josef Zehetleitner, Musiklehrer,

Chorleiter des Männer- und des gemischten

Chores in Traun, Träger der silbernen Verdienstmedaille

in Traun, Interpret der Bad Ischler Operetten

Tage, der Bregenzer Festspiele uvm.

Und nicht zuletzt Pepi Hirt mit seinem Dosenbass. Er

war einst jüngster Humorist Österreichs, 25 Jahre lang

bei den Ennstaler Spitzbuam als Frontmann, 22 Jahre

Frontmann und Manager der »Mostis«. 2014 feierte er

sein 50jähriges Bühnen-Jubiläum. Sein »Dosenbass«

ist legendär. Er hat nur eine Saite und als Klangkörper

ein kleines Metallfass - somit ist wieder die Beziehung

zum Metall bei der Biennale hergestellt.

Die drei Stimmungsmacher spielen an Freitag- und

Samstagabend und am Sonntag vor der Versteigerung.

14


Hexengitter-Jungschmiede in Aktion

Auf der diesjährigen Schmiede-Biennale in Kolbermoor

leitet Helmut Brummer einen Arbeitsgruppe

mit dem Ziel, ein Hexengitter herzustellen.

Diese Technik wurde schon im Mittelalter für die Vergitterung

von Burganlagen angewandt. Dabei sind die

Loch durch dringungen bei den Stäben derart angeordnet,

dass die Stäbe ohne Aufschneiden der Lochungen

nach einem bestimmten System ineinander gesteckt

werden. Dieses System gilt es bei diesem Workshop zu

entdecken. Die einzelnen Lochungen sind dabei peinlichst

maßgenau und sauber auszuführen. Brummer

will dabei mit sechs Jungschmieden zusammenarbeiten

und erwartet folgende Qualitäten:

- Freude an der Gruppenarbeit

- kooperierendes, und zielorientiertes Arbeiten

- sicheres, sauberes und maßgenaues Schmieden

- offenes und repräsentatives Auftreten

Das Grundprinzip lautet: »Weniger ist mehr« und

»Der Weg ist das Ziel«. Es ist vorgesehen dass die

Gruppe am Freitag von 12 bis 16 Uhr im Sonderzelt

vor Publikum schmiedet. Eine Fortsetzung ist am

Samstag geplant. Helmut Brummer wird den Besuchern

dazu gerne Rede und Antwort stehen. Er ist ein

Urgestein bei den Organisatoren der Biennale und

wird wie immer auch dafür sorgen, dass es dieses Jahr

wieder die begehrten Kolbermoor-Taler gibt.

Manfred Wirth treibt Biennale-Wappen

Manfred Wirth, Stammgast bei der Biennale und

einziger Vertreter der »treibenden Kunst« will

heuer live vor Publikum das Wappen der Biennale,

den Amboss mit Hammer und Kolben in Kupfer treiben.

Wirth hat sich vorgenommen, dass allein der

Amboss etwa einen Meter Länge hat. Diese schweißtreibende

Arbeit, das Wappen soll - so Mitorganisator

Johann Reif - in Kolbermoor verbleiben.

Helmut Brummer, Gründungsmitglied

des Biennale-Teams

ist auch nach

20 Jahren noch aktiv

Schweiz

in voller

Aktion

Die Schmiedefreunde aus der Schweiz gehören seit vielen Biennalen zu den

»schwer arbeitenden Gästen«. Die Gruppe fiel bisher durch kreative Sagendarstellung

auf. Am Samstag, 6. August von 9 bis 12 Uhr gibt es an zwei Ambossen

und einem Lufthammer eine geschmiedete Überraschung. Hans-Peter Corrodi:

»Alle Teile werden im Feuer hergestellt. Was es genau wird, bleibt bis Samstagmittag

unter Verschluss«. Dabei sind: Marek Krähenbühl und Leo Benazzi. Von der

Schmitte in Bassersdorf kommen Hans-Peter Corrodi und Herbert Dübendorfer.

15


Zuschauen

Anzeige

von Mecu:

Dynamisch wie

Ihr Handwerk.

Die Ausstellung im Mareis-Saal

Die Teilnehmer der Biennale kommen nie mit

leeren Händen. Alle bringen aus ihren

Werkstätten kleinere Arbeiten zur Ausstellung

nach Kolbermoor mit. In diesem Jahr wird das

Kolbermoorer »Eigengewächs« Josef Still erstmals

die Gestaltung und

den Aufbau der

Ausstellung im Mareis-Saal

betreuen.

Ab Donnerstag, 4.

August am Vormittag

ist der Saal für

die Anlieferung geöffnet.

Besucher

können ab Freitagvormittag

den Saal

mit den Ausstellungsstücken

aus

Ein neuer »Macher«, der

Kolbermoorer Metallgestalter

Josef Still betreut die

Ausstellung im Mareis-Saal

Eu ropas Schmiedewerkstätten

betreten.

Am Freitag,

den 4. und Samstag,

den 5. August eröffnet die Schau der Schmiedearbeiten

um 10 Uhr und ist bis 20 Uhr zu bewundern.

Am Sonntag sind die Öffnungszeiten von 10

bis 12 Uhr begrenzt, denn dann reisen die ersten

Aussteller wieder ab und nehmen ihre Arbeiten wieder

mit. Es sei denn, Besucher haben Ausstellungsstücke

gekauft. Denn das ist auch ein Ziel der

Mareis-Saal-Ausstellung: Die meisten Arbeiten können

käuflich erworben werden.

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Härte und Widerstandsfähigkeit

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Der neue IFGS-Präsident Thomas-Maria

Schmidt (rechts) stand mit Erich Seifert

bei der letzten Biennale am Amboss

Mit von der Partie ist auch wieder der Internationale Fachverband

Gestaltender Schmiede e.V. (IFGS) mit einem kleinen Stand mit Verkaufsobjekten

der Mitglieder

Der IFGS ist in Kolbermoor dabei

Der Internationale Fachverband Gestaltender

Schmiede wird in Kolbermoor die erste Hauptversammlung

mit dem neuen Präsidium durchführen

(Sonntag, 7. August, 9 Uhr im Kellergewölbe der

Gaststätte Mareis). Thomas-Maria Schmidt aus Höheischweiler

hat den Posten im April 2016 von Cornelis

Pronk übernommen. Auch der Vizepräsident

Thomas Hecker aus Köln wird in Kolbermoor dabei

sein. Zusammen mit der Schriftführerin Carmen

Hecker, dem Medienbeauftragten Josef Moos und

dem Schatzmeister Peter Elgaß stellen sie die neue

Vorstandschaft dar. Thomas-Maria hat die Mitglieder

des IFGS gebeten möglichst zahlreich an die Mangfall

zu reisen, Verkaufsobjekte mitzubringen und aktiv am

Schauschmieden teilzunehmen.

Bei der Hauptversammlung sind einige wichtige Entscheidungen

für die Zukunft zu fällen. Die neue Vorstandschaft

geht mit neuen Schwung ans Werk.

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

16


Tschechischer

Habermann-Preis

für Stadt Kolbermoor

Anzeigen

Auf den Foto (v.li.n.re.): Jan Lauro,

Ra dim Himmler, Peter Kloo der Übersetzer,

Christian Poitsch, Michael Ertl meier,

Monika Rothmayer und Peter Elgaß

Kurz nach der Biennale 2014 in Kolbermoor,

bei der die Schmiede der

Tschechische Republik als Gastland eingeladen

waren, revanchierte sich die Jury

vom größten Schmiedetreffen der Welt

auf Burg Helfstyn in der Tschechischen

Republik mit einer ganz besonderen Ehrung.

Die Stadt Kolbermoor wurde als

siebter Preisträger mit dem tschechischen

Alfred-Habermann-Preis ausgezeichnet.

Den Preis bekam Bürgermeister Peter

Kloo aus den Händen von Kastellan Jan

Lauro und Museumsdirektor Radim

Himmler. Auf einem goldfarbenen Schild

unter der Büste von Professor Alfred Habermann

wurde die Stadt Kolbermoor

verewigt.

Danke:

Die XI. Biennale in Kolbermoor wird maßgeblich unterstützt durch

einen Zuschuss des Bezirkes Oberbayern. Der Bezirk hat in der

Vergangenheit mehrfach finanziell geholfen, das Schmiedetreffen erfolgreich

zu gestalten. Dank sei auch der Kreissparkasse Rosenheim-Bad Aibling

gesagt, die finanziell den Kauf der Ausrüstung und das Werkzeug für

das Schmieden mit Kindern ermöglichte. Der Landrat des Kreises Rosenheim,

Wolfgang Berthaler reihte sich ebenfalls unter die Spender ein. Die

wertvollste Unterstützung erfährt die Biennale durch die Stadt Kolbermoor

und die tätige Mithilfe des Bauhof-Teams unter Michael Glas.

Die Josef Buchner GmbH steht seit über 30 Jahren

für Service und Qualität im Dienste unserer Kunden

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XI. BIENNALE

KOLBERMOOR

17


Zuschauen

Tolle Stimmung am Stand des Bad Haller Schmiedes Sepp Kerschbaumsteiner ist auch bei der XI. Biennale wieder

gesichert. An diesem Stand werden aber auch kleine Kunstwerke geschmiedet und verkauft. Darüber hinaus beteiligt

sich der Metallgestalter auch am Schmieden mit Kindern

Grundkurs Kunstschmieden

Die Volkshochschule Kolbermoor (vhs) bietet unter

Leitung der beiden Schmiedemeister Michael

Ertlmeier und Johann Reif mittlerweile zum fünften

Mal einen Intensiv-Workshop »Kunstschmieden« an.

Der Kurs findet Freitag und Samstag, 7. und 8. Oktober

statt und ist auch für absolute Anfänger geeignet.

Außer der Begeisterung für Feuer und Eisen sind keine

Vorkenntnisse notwendig.

Der Kurs beginnt am Freitagnachmittag um 15 Uhr

mit einer theoretischen Einführung, mit Zeichnen,

Modellieren und ersten Erfahrungen am Feuer. Der

ganze Samstag bringt dann Praxis pur und unter in-

dividueller Anleitung und Betreuung der beiden erfahrenen

Schmiede die Umsetzung der eigenen, am

Tag zuvor entworfenen Ideen.

Ob kleine Gebrauchsgegenstände, Gartenobjekte, oder

ein Schmuckstück – alles ist machbar. Die beiden

Kursleiter begleiten die Teilnehmer - egal, ob Mann

oder Frau - von der gezeichneten Idee bis zum fertigen

Kunstwerk.

Weitere Information und Anmeldung bei der

vhs Kolbermoor, 08031/98338, oder unter

www.vhs-kolbermoor.de

Wichtiger Hinweis für alle Teilnehmer an der Biennale:

Bei der Anmeldung im Biennale-Büro gibt es für die Teilnehmer kostenlose Probe-Materialien und

praktische Hilfsmittel für Schmiedebetriebe. Diese wertvollen Hilfsmaterialien der Firma Eisenblätter

werden nur an angemeldete Teilnehmer ausgegeben.

18


19


Dabei sein

Die eigene

Biennale-Münze

Seit vielen Jahren gibt es bei der Biennale in

Kolbermoor eine eigene Münzprägung. Inzwischen

haben die Organisatoren der Biennale

von Europäische Zentrum für Zeitgemäße

Metallgestaltung e.V. den historischen Fallhammer

erworben, auf dem die Gedenkmünzen

warm geprägt werden. Auch zur XI.

Biennale werden wieder vor Ort Münzen hergestellt.

Sie haben längst »Sammler-Status« erreicht.

Es soll einige treue Biennale-Besucher

geben, die seit der ersten Prägung alle Jahrgänge

gesammelt haben.

Fotos: Archiv HEPHAISTOS und Gemeinde Ybbsitz

Zum zweiten Mal dabei ist der Künstler Samy R. R. Vermeulen aus Oberbrombach in Rheinland-Pfalz. Er taucht wieder

mit seinem Schmiedewagen-Eigenbau auf und wird für Besucher Rosen schmieden. Bei der letzten Biennale

begeisterte er die Menschen mit seinen Feuerskulpturen, die am Abend ein faszinierendes Licht auf den Schmiedeplatz

zauberten. Vermeulen hat mitgeteilt: »Kolbermoor ist etwas ganz Besonderes - ich komme gerne wieder

Kolbermoor ist Teil des EU-Projektes

Bei der Vertragsunterzeichnung im Juni in Ybbsitz: (hinten v. li.n. re.) Anita Ermers

(Schriftführerin), Bürgermeister Josef Hofmarcher (Ybbsitz), Michael Ertlmeier (Kolbermoor)

und Paul Vos (Moderator). Sitzend bei der Vertragsunterzeichnung: Peter Elgaß

(Kolbermoor) und die Koordinatorin des Projektes Janny Huisman von Mondra

20

Im Juni 2016 wurde in Ybbsitz die Verträge für ein

großes europäisches Projekt unterzeichnet. Im Rahmen

des EU-Bildungsprogrammes Erasmus werden

in den nächsten 18 Monaten Daten und Unterlagen

zur Schmiede- und Metallgestalter-Ausbildung in

ganz Europa gesammelt. Diese Datensammlung soll

Basis für eine internationale Vernetzung der beruflichen

Grundausbildung für Schmiede werden. Am

Projekt beteiligt sind als Koordinator die Schmiede

Mondra in den Niederlanden, die Tannhäuser-

Schmiede in Ybbsitz, das Art and Cra College Raseko

in Mynämäki, die Schmiedeakademie in

Stia/Italien, das Muzeum Komenského in Prerov/

Tschechei (als Verwalter der Schmiede-Burg Helfstyn)

und das Europäische Zentrum für Zeitgemäße Metallgestaltung

in Kolbermoor, sowie der »Ring der Europäischen

Schmiedestädte e.V.« als fördernder Partner.

Die Projektkosten sind mit über 250.000 Euro durch

die EU finanziert. In Ybbsitz fand die erste Planungskonferenz

statt. Vom 13. bis 15. Januar werden die teilnehmenden

Partner sich in Kolbermoor zu einer

weiteren Ergebnis-Besprechung treffen.


Anzeige

Fachvorträge werden

vor Ort angekündigt

Auch bei der XI Biennale erwartet die Fachbesucher

wieder ein umfangreiches Programm an

Vorträgen zu den unterschiedlichsten Themen. Da

sich bis kurz vor Drucklegung dieses Programmheftes

immer noch Verschiebungen ergeben haben, bitte wir

die angemeldeten Teilnehmer, sich im Biennale-Büro

die aktuellen Termine geben zu lassen, oder auf die

Durchsagen am Schmiedeplatz zu achten.

Es wird ein Referat von Josef Hofmarcher (Bürgermeister

aus Ybbsitz) zum Thema »Schmieden in Ybbsitz

als immaterielles Weltkulturerbe« geben. Alfred Bullermann

wird einen Großauftrag vorstellen, den er zusammen

mit Kollegen verwirklichen will. Es ist

geplant, den Berufswettbewerb »World Skills« vorzustellen.

Hier werden die Meisterschaften in den Handwerksberufen

veranstaltet. Schmieden ist derzeit nicht

vertreten – es gibt Bestrebungen, das Schmieden wieder

aufzunehmen. Max Regensburger und Johann Reif

werden über das im Mareis-Saal gezeigte »Naturgeld«

referieren. Zum Thema Damaszenerstahl erwarten

wir wieder einen interessanten Beitrag von Ulrich

Gerfin. Die Vorträge finden am Freitag und Samstag

jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr in der

Schule bei der Biennale-Anmeldung statt.

Die XI. Biennale bietet

am Weinstand

wieder ausgesucht

gute Tropfen an.

Diesmal mit Weinen

aus Österreich, eingeschenkt

von

Franz Stettner&

Sohn aus Kolbermoor.

Die Gemeinde

Ybbsitz war bei den

ersten Biennalen

mit ihren bekannten

Obstbrän den

vertreten. Sie wird

nach längerer

Pause auch wieder

einen Stand haben

21


Schnäppchen

Kommt zur Auktion

Am Sonntag: »Wer bietet mehr?«

Der letzte Höhepunkt der dreitägigen Biennale ist am Sonntag um 11 Uhr

die Versteigerung der Schmiedearbeiten, die an den Feuer entstanden sind.

So mancher Kolbermoorer hat hier schon sehr günstig ein echtes Schnäppchen

ersteigern und mit nach Hause nehmen können

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

Der Herausgeber der

Internet-Zeitschrift »metallmarkt.net«,

Stefan Elgaß

(oben) zeigt die Stücke den

Besuchern, die zur Ver stei -

gerung zur Verfü gung

gestellt wurden

Eine wichtige Einnahmequelle für die Organisatoren

der Biennale, das »Europäische Zentrum für

Zeitgemäße Metallgestaltung e.V.« ist die Versteigerung

von Schmiedearbeiten am Sonntagmittag. Sie

hilft, die Kosten für Vorbereitung, Aufbau und Durchführung

der Biennale zu finanzieren. Der Verein bittet

die Kolleginnen und Kollegen, die Arbeiten zur Verfügung

zu stellen, die in den drei Tagen an den Feuern

entstanden sind. Diese Schmiedearbeiten werden

dann an die Meistbietenden abgegeben.

Für die Hersteller der Objekte, aber auch für die vielen

Besucher ist die Versteigerung eine spannende Angelegenheit.

So manches Geburtstagsgeschenk wurde

hier schon erworben. Traditionsgemäß engagieren

sich als Auktionatoren der Marketing-Chef der Stadt

Kolbermoor, Christian Poitsch und der Vorsitzende

des Europäischen Zentrums für Zeitgemäße Metallgestaltung,

Peter Elgaß.

Impressum:

Herausgeber: Förderverein Europäisches Zentrum für

Zeitgemäße Metallgestaltung e.V. in Kolbermoor.

(www.metall-zentrum.de)

Verantwortlich (i.S.d.P): Peter Elgaß

Verlag: HEPHAISTOS, Gnadenberger Weg 4,

87509 Immenstadt-Werdenstein, (info@metall-aktiv.de)

Anzeigen: Christian Poitsch, Stadtmarketing Kolbermoor,

Rathausplatz 1, 83059 Kolbermoor

Telefon: 08031 - 2968138, Telefax: 08031 - 299219

eMail: stadtmarketing@kolbermoor.de

Spendenkonto: Kreissparkasse Rosenheim-Bad Aibling,

BIC:BYLADEM1ROS,IBAN: DE86 7115 0000 0000 2294 19

Alle Beiträge und Bilder in diesen Programmheft sind

urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb

der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der

Zustimmung des Verlages.

22


Gleich zwei Teams aus der Steiermark

waren bei der letzten Weltmeisterschaft

der Schmiede erfolgreich: Michael Schweiger,

Katharina Stoiber, Florian Graf und Markus

Kieslinger (rechts im Bild) erreichten den

dritten Platz als Gruppe. Vizemeister wurden

Peter Reisinger, Franz Klement, Werner

Taschner, Norbert Seifter, Gerhard Wohlfahrter

und Gerhard Ebner (Foto unten). Die

Schmiedetruppe aus der Steiermark hat

auch vorher schon bei Meisterschaften die

vorderen Plätze belegt. Ver tre ter dieser

tollen Weltmeister-Truppe werden in

Kolbermoor ebenfalls ihr Können zeigen

Foto: Zugschwert

Seine Zusage zur Eröffnung der XI.

Biennale in Kolbermoor zu kommen

und ein Grußwort zu sprechen hat

Dr. Helmut Koller, der Generalkonsul

der Republik Österreich in München

gegeben. Der gebürtige Grazer ist

seit 2013 der höchste Vertreter

Österreichs in München. Er wird im

Kolbermoor auf Landsleute aus der

Steiermark stoßen: Denn mit der

Schmiede-Weltmeister-Gruppe um

den Stubenberger Schmied und Metallgestalter

Wolfgang Tilp ist die

Steiermark bei der Biennale auch

fachlich gut vertreten.

23


International

Bild mit Symbolik:

Tschechische Schmiede

zieht es wieder nach

Kolbermoor

Gäste aus Tschechien

Die Schmiedefreunde aus der Tschechischen Republik

waren 2014 als Gastland in Kolbermoor

und haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Auch bei der XI. Biennale der Schmiede wird das

Nachbarland wieder vertreten sein. Es hat sich eine gemischte

Gruppe tschechisch/deutsche Schmiede angekündigt

und zwei Tage lang zwei der Feuer in

Schmiedezelt »bestellt«. Die Gruppe kennt sich aus

verschiedenen Treffen im Grenzland und hat beschlossen,

in Kolbermoor miteinander an einem Projekt

zu arbeiten. Manfred Becher aus Pullenried bei

Oberviechtach leitet diese Gruppe. Auf tschechischer

Seite sind dabei: Jiri Wallner, Miroslav Treffanitz, Ivo

Rudolf, Jan Mrazek und Ales Ruzika Wir sind gespannt,

was die Profis zeigen werden - was gemacht

wird, ist noch ein kleines Geheimnis.

Der Textdichter

Johann Reif wird das

Schmiedelied sicher auch

bei der XI Biennale

wieder vortragen

Zum Mitsingen: Das Schmiedelied

Seit Jahren kursiert zur Melodie von Guiseppe Verdis

Gefangenen-Chor aus der Oper Nabucco das

Schmiede-Lied. Die erste Zeile des Refrains hat sich

zum gerne angestimmten Trinklied auf den Schmiedetreffen

entwickelt.

Schmiedemeister Johann Reif aus Moosburg hat nun

alle jemals mündlich überlieferten Strophen zusammengeschrieben.

Die Anfangs-Zeilen sind inzwischen

auf allen Schmiedetreffen Europas »zu Hause«.

Ja hörst du das, was ist es denn?

Ich glaub, es ist ein Schmied.

Ja, ja – es ist der Ambossklang,

er spielt das Schmiedelied:

Refrain: Überall auf der Welt gibt es Schmiede,

ja, überall wo ein Amboss klingt,

wo man das Schmiedelied singt.

Das Eisen glüht, die Funken sprühn,

ich glaub da ist ein Schmied.

Ja, ja – es ist der Ambossklang,

er spielt das Schmiedelied.

Refrain: Überall auf der Welt...

Das Feuer brennt, die Esse raucht,

ich glaub da ist ein Schmied.

Ja, ja – ich riech’ den Schwefelrauch

und sing’ das Schmiedelied.

Refrain: Überall auf der Welt...

Der Nagler und der Messerer

und alle andern Schmied’,

die Schlosser und Gestaltersleut’,

sie spiel’n das Schmiedelied

Refrain: Überall auf der Welt...

Und wenn es langsam dunkel wird,

dann geh’n die Feuer aus.

Der Schmied, zufrieden mit dem Werk,

geht müde dann nach Haus.

Refrain: Überall auf der Welt...

Text: Johann Reif /Musik: Verdi/Reif; D-Dur

24


Was ist los?

Das Programm

der XI. Biennale

Viele Vorträge und eine ganze Reihe von Demonstrationen

erwarten die Besucher der XI. Biennale. Zwei Ausstellungen und

ein Workshop sind organisiert. Einige Anbieter von Maschinen

rund Werkzeugen sind vor Ort. Österreichische Gäste und

Schmiede aus den Partnerorten präsentieren sich am Schmiedeplatz

MITTWOCH, 3. AUGUST

SAMSTAG, 6. AUGUST

18-23 Uhr Eröffnung + Anschmieden +

Zur Eröffnung spielt die Bundesmusikkapelle

Erl/Tirol; Ansprachen (Für Gastland

Österreich, der Generalkonsul

Dr. Helmut Koller und

Landes innungsmeister Urban Unger);

Weitere Grußworte: nach Ansage

anschl. gemütliches Beisammensitzen

DONNERSTAG, 4. AUGUST

10 Uhr Beginn Aufbau der Ausstellung

mitgebrachter Arbeiten im Mareissaal

10-18 Uhr Ausstellung »Primitivgeld« im Mareissaal

10-18 Uhr Freier Besuch der Ausstellung

österreichischer Schmiede im Rathaus

14-20 Uhr Schmiedevorführungen

15-17 Uhr Schmieden mit Kindern

FREITAG, 5. AUGUST

8-10 Uhr Aufbau der Ausstellung

mitgebrachter Arbeiten im Mareis-Saal

10-18 Uhr Ausstellung »Primitivgeld« im Mareissaal

10-12 Uhr Fachvorträge

(Bitte Lautsprecherdurchsagen beachten)

10-12 Uhr Schmieden mit Kindern

12-15 Uhr Mohnblumen schmieden für Ypern

10-18 Uhr Schmiedevorführungen

10-20 Uhr Ausstellung mitgebrachter Arbeiten

10-18 Uhr Schmiedevorführung einer tschechischdeutschen

Schmiedegruppe

12-16 Uhr Workshop Herstellung eines

»Hexengitters« (Anmeldung erforderlich)

14–16 Uhr Fachvorträge

(Bitte Lautsprecherdurchsagen beachten)

15–17 Uhr Schmieden mit Kindern

18 Uhr Führung durch die Ausstellung

österreichischer Schmiede im Rathaus

18–22 Uhr »Ladies Night« – Frauen am Amboss

10-12 Uhr Fachvorträge

(Bitte Lautsprecherdurchsagen beachten)

10-12 Uhr Schmieden mit Kindern

12-15 Uhr Mohnblumen schmieden für Ypern

9-23 Uhr Schmiedevorführungen

9-12 Uhr Schmiedefreunde aus der Schweiz arbeiten

als Gruppe an einer »Überraschung«

9-18 Uhr Schmiedevorführung einer tschechischdeutschen

Schmiedegruppe

10-20 Uhr Ausstellung mitgebrachter Arbeiten

im Mareissaal

10-20 Uhr Ausstellung »Primitivgeld« im Mareissaal

14 Uhr Vortrag »Primitivgeld« mit

Max Regensburger und Johann Reif

14.30 -16 Uhr Fachvorträge

(Bitte Lautsprecherdurchsagen beachten)

15-17 Uhr Schmieden mit Kindern

18 Uhr Schmiede-Andacht am Platz

18–23 Uhr Nachtschmieden

SONNTAG, 7. AUGUST

Fotos: Archiv HEPHAISTOS

Christian Poitsch

als Versteigerer

9 Uhr Hauptversammlung des IFGS

10-12 Uhr Schmiedevorführungen

10-12 Uhr Ausstellung »Primitivgeld« im Mareissaal

(ab 12 Uhr Abbau Ausstellung im Mareissaal)

11 Uhr Versteigerung der gestifteten

Schmiedearbeiten

13 Uhr Servus Österreich –

Welcome Skandinavien (2018 Gastland)

Viel Betrieb wird am

Schmiedeplatz in Kolbermoor

am Samstag beim

Nachtschmieden sein

25


Projekt

Östereich zu Gast

Die Ausstellung im und ums Rathaus

Zum dritten Mal präsentiert Kolbermoor eine Ausstellung mit Arbeiten von Schmieden,

Metallgestaltern und Künstlern aus einem Gastland. Nach Italien und Tschechien ist das

nun Österreich. 56 sehr unterschiedliche Arbeiten sind im und um das neue Rathaus zu

aufgestellt. Die Ausstellung ist bis Ende September zu sehen

»Inspiration Peter Gric«

von Bernhard Witsch

Aus fast allen österreichischen Bundesländern kamen

Ende Mai schwer bepackte Fahrzeuge auf

den Kolbermoorer Rathausplatz. Michael Ertlmeier,

Johann Reif und Josef Still empfingen die Kollegen aus

Österreich mit ihren Ausstellungstücken, die um das

Rathaus in Kolbermoor aufgebaut wurden. Viele Kolbermoorer

haben die Ausstellung bereits besucht..

Ganz bewusst gibt das Organisa tionsteam um den

Marketing-Manager der Stadt Kolbermoor, Chris tian

Poitsch, den Gastland-Ausstellern bei der Themenwahl

ihrer Objekte völlig freie Hand. Die Schau soll ja

einen möglichst breiten Querschnitt aus dem gestalterischen

Schaffen des jeweiligen Landes zeigen.

Die 56 Arbeiten geben einen Einblick

in die Sagen- und Mythenwelt und sind

zum Teil sehr praktische Ideen für Haus

und Garten. Wieder andere Arbeiten

sind einfach spielerische Fantasien

und Persiflagen wie zum Beispiel

eine Engel-Figur von Wolfgang

Tilp, zusammen geschweißt aus

Blechteilen verschiedener Unfallautos,

mit dem Titel »Schutzengel«.

Natürlich dürfen in einer

Ausstellung österreichischer

Schmiede in Metall gestaltete

Grabmale nicht fehlen. Denn dafür

sind die Schmiede aus der Alpenrepublik

ja bekannt.

Hannes Turba aus Wien ist mit zwei

Arbeiten vertreten. Hier: der Android

Fotos: Christian Poitsch, Peter Elgaß

Eine dreiteilige

Skulptur von

Urban Unger


Wandrelief aus gesch -

mie deten Bronzestreifen

auf Rupfen-Stoff von

Urban Unger

Die tonnenschwere

Pferde-Skulptur

von Günther Fahrner

besteht aus

Altmetall, im Bauch

des Tieres ein

Druckluftbehälter

mit Manometer

(kleines Foto)

Diese Perchtenmasken

wurden von Josef

Tschellnig in Aluminium

getrieben.

Als Musik instrument völlig

ungeeignet, als Skulptur

bemerkenswert:

die Gitarre

von Helga

und Wolfgang

Tilp

Ein Schuh-Akt von Johann

Gruber, versehen mit der

Feststellung: »Der Mensch

passt sich an, bis er nur

mehr Design ist«

Michael Hammerle präsentiert eine ca. 2x2 Meter

große Sonnenuhr aus Messing mit dem »Morgen -

gockel« und der »Nachteule«

Ein besonderes Grabzeichen

von Peter Praxmarer aus der

Ötztaler Kunstschmiede

Ein recht kantiger

Engel vom Dorfschmied

Wolfgang

Tilp aus

Stubenberg

Urban Unger erklärt bei der Eröffnung die Funktion seines Brunnens


Projekt

Mahnender Mohn

Kolbermoor baut mit an einem Denkmal

Während des Ersten Weltkrieges trugen Schmiede dazu bei, die Militärmaschinerie am Laufen

zu halten. Hundert Jahre später sind Metallgestalter aus allen Ländern, deren Soldaten im

Krieg kämpften, dazu eingeladen, ihre Fertigkeiten in den Dienst des Friedens zu stellen:

Belgische und britische Schmiede bauen ein Denkmal »Ypern 2016«. Bei der Biennale in

Kolbermoor werden für dieses internationale Denkmal Mohnblumen geschmiedet

Foto unten: Das positive

Element des Mohnblumen-

Kenotaphs wird in der

Werkstatt feinbearbeitet

Eine Delegation von Schmieden aus Belgien

und Großbritannien wird während der

drei Tage der Biennale Mohnblumen schmieden.

»Gerne machen wir das auch mit Kindern

aus Kolbermoor,« sagt Luc Vandecasteele,

der die Gruppe in Kolbermoor leitet. Knapp

vier Wochen später, vom 1. bis 6. September

2016 treffen sich dann Metallgestalter aus aller

Welt zur Zusammenarbeit im belgische Flandern.

Der Anlass ist ein trauriger, will zugleich

aber auch Hoffnung machen: Ein Kenotaph, ein

Mahnmal soll geschaffen werden, in Gedenken an die

Millionen zivilen und militärischen Opfer des Ersten

Weltkrieges.

Ypern ist dafür als Austragungsstadt geradezu prädestiniert;

es wurde im Krieg fast vollständig in Schutt

und Asche gelegt, gibt bis heute Zeugnis von Herois-

Luc Vandecasteele kommt nach Kolbermoor um mit

Kindern und Erwachsenen Mohnblumen zu schmieden

mus, Tragödie, Sinnlosigkeit und Folgen des Krieges.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Städten

sind Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse

hier noch besonders präsent, nicht zuletzt dank der

Spuren einstiger Schlachtfelder, so vieler bewegender

Fotografien, Bilder und unzähliger Geschichten aus

dem Krieg.

Das Schmiedeprojekt im Gedenken an den vor 100

Jahren geführten Ersten Weltkrieg hatte Luc Vandecasteele

von der belgischen Ambachtelijke Smedersgilde

ASG 2009 initiiert. Das Design des Kenotaphs

stammt von Terrence Clark, damals noch Vorsitzender

des britischen Kunstschmiedeverbandes BABA. Im

Mittelpunkt steht die Mohnblume, die traditionell als

Symbol an die vom Blut der Soldaten des Ersten Weltkrieges

geröteten Felder Flanderns erinnert (s. Kas -

ten). Die Enthüllung des Mahnmals ist für den 11.

November 2016 geplant.

Die einwöchige, öffentliche Veranstaltung dient der

Fertigstellung des Kenotaphs. In Ypern werden Mohnblumen

und Geländerpaneele angefertigt. Dreizehn

der 25 Paneele stammen von den eingeladenen

Schmieden, darunter Achim Kühn aus Deutschland,

Claudio Bottero aus Italien, Will Maguire aus Australien,

Peter De Beus aus Belgien, Sandra Dunn aus Kanada,

Takayoshi Komine aus Japan, Vladimir

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Sokhonovich aus Russland, Francisco Gazitua aus

Chile und Shona Johnson aus Großbritannien.

Den renommierten Schmieden wird bei der Fertigung

jeweils ein Team aus sechs Kollegen zur Hand gehen.

Zur Gestaltung der anderen zwölf Geländerpaneele

haben die Veranstalter einen internationalen Design-

Wettbewerb gestartet, an dem jeder interessierte Metallgestalter

teilnehmen konnte. Die Arbeiten werden

an vielen Schmiedestationen auf dem »Grote Markt«

im Zentrum Yperns ausgeführt. Die große Platte des

Denkmals wird vor Ort mit Mohnblumen umgeben.

»Ypern 2016« dürfte eine der größten öffentlichen

Veranstaltungen weltweit werden. Eine herausragende

Gelegenheit für Metallgestalter, Anwendung und

Möglichkeiten moderner Schmiedekunst öffentlich zu

demons trieren, mit Schmieden anderer Länder zusammenzukommen

und zu einem einzigartigen, bleibenden

Stück Erinnerungskultur beizutragen. Die

Mohnblumen, die in Kolbermoor entstehen sollen,

finden den Weg nach Ypern und werden Teil des

Denkmals. Abwechselnd mit dem »Schmieden mit

Kindern« wird die belgisch/britische Schmiedegruppe

die Gasfeuer belegen. (red/si)

Eine Mohnblüte entsteht im Schmiedefeuer

1916 - 2016

Ein Denkmal

gegen den Krieg

und für den Frieden

Das Mohnblumen-Kenotaph besteht aus einer sieben Meter hohen,

zwei Meter breiten und 10 Zentimeter dicken Stahlplatte, in der

ausgeschnitten und aufgeklappt eine Flandern-Mohnblume zu sehen

ist. Symbolisiert sie beide Seiten des Krieges. Das Negativ steht

für jene, die ihr Leben verloren, und den Verlust, den ihre

Familien erlitten. Das Positiv weist in die Zukunft, erinnert

an diejenigen, die überlebten. Die Platte, die bereits angefertigt

wurde, wird umgeben von einem Feld aus 2016

geschmiedeten Stahlmohnblumen. Hier werden die vielen

Mohnblumen platziert, die auf der ganzen Welt

geschmiedet wurden - auch die aus Kolbermoor. Dazu

kommen die, die bei der Veranstaltung hergestellt

werden. Der Entwurf legt fest, dass alle Mohnblumen

identisch aussehen. Umgeben wird das Mahnmal von

25 individuell gestalteten, niedrigen Geländerpaneelen

in einer Zick-Zack- Anordnung, die die charakteristischen

Grundrisse der Schützengräben nachempfinden sollen.

Ein Durchgang macht es öffentlich zugänglich. Stehen wird

es letztendlich in Langemark-Poelkapelle, Belgien, ein paar

Kilometer von Ypern entfernt, neben einem schön angelegten

deutschen Soldatenfriedhof.

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Ausstellung

Handel ohne Geld?

Sonderausstellung im Mareis-Saal

Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, wie Handel ohne Geld funktionieren kann.

In der Bronzezeit und im Mittelalter gab es bei uns in Mitteleuropa auch noch alternative

Zahlungsmittel in Form von Gebrauchsgegenständen. In Asien und Afrika sind heute

noch solche »Wertgegenstände« als alternative Währung im Umlauf. Bei der Biennale

gibt es im Mareis-Saal eine Sonderausstellung mit Zahlungsmitteln aus Metall nach dem

Motto: Alles außer Münzen.

Warm in Eisen getrieben ist dies Halbschale mit

spitzem Griff. Wurde sie als Schale oder als

Werkzeuge hergestellt? Auf jeden Fall wurde

sie als Zahlungmittel im Handel verwendet

Eiserne Gegenstände,

die als »Geldersatz«

oder Handelsware

im Umlauf war.

Gesammelt von

Max Regesburger

Max Regensburger aus Bad Aibling und Johann

Reif aus Moosburg können sehr gut erklären,

wie Handel ohne Geld funktioniert. Regensburger

sammelt weltweit solche alternativen Zahlungsmittel

und der Schmied Johann Reif kennt die Bedeutung

dieser Währung aus seiner Zeit als Entwicklungshelfer

in Niger, Togo, Mali und Ruanda.

Als Primitivgeld, traditionelles Zahlungsmittel oder

vormünzliches Zahlungsmittel werden Zahlungsmittel

bezeichnet, die nicht als Münzen geformt werden und

neben ihrem Tauschwert oft einen symbolischen Gebrauchswert

haben, sich also wie andere Waren konsumieren

lassen. Solche ursprüngliche Formen des

Geldes gingen der Entwicklung der modernen Geldformen

voraus, wurden in allen Regionen der Erde

verwendet und dienen vereinzelt auch heute noch als

Geldersatz zum Tausch in einigen Regionen Asiens

und Afrikas. Da die Bezeichnung Primitivgeld eine abwertende

Bedeutung enthält, trifft vielleicht eher die

Bezeichnung Primärgeld zu.

Ein wesentliches Merkmal von traditionellen Zahlungsmitteln

ist, dass sie grundsätzlich von jeder Person

selber hergestellt und in Umlauf gebracht werden

können, ohne eine zentrale Ausgabe- oder Kontrollstelle.

Entscheidend für den Wert eines solchen Primitivgeldes

ist allein seine Verfügbarkeit und die zu

seiner Gewinnung und Herstellung benötigte Arbeitszeit.

Johann Reif hat selbst noch erlebt, wie bei Hochzeiten

»Naturgeld« in Afrika als Mitgift für die Braut verwendet

wurde. Der Sammler Max Regensburger und der

Metallgestalter Johann Reif werden in Kolbermoor bei

der Biennale erklären, wie der Handel mit Naturgeld

früher funktionierte und wie insbesondere geschmiedete

»Handelsware« als Geldersatz hergestellt wurde

und in Umlauf gebracht wurde.

Die Sonderausstellung befindet sich im Eingangsbereich

des Mareis-Saales.

Der Vortrag der beiden Fachleute wird am Samstag,

6. August, um 14 Uhr direkt bei der Ausstellung stattfinden.

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Messer mal ganz anders

Messermacher Stefan Steigerwald kommt

Erstmals in Kolbermoor dabei ist der international anerkannter Messermacher

Stefan Steigerwald. Im letzten Jahrzehnt hat sich eine ausgeprägte

Sammler-Szene entwickelt, die von diversen Spezialisten

unterschiedlich bedient wird. An einem Stand am Schmiedeplatz

wird Stefan Steigerwald Beispiele seiner Arbeiten zeigen und am

praktischen Beispiel das Schleifen der Messer zeigen.

S

tefan Steierwald kommt aus Wendelstein in Mittelfranken.

Er fand den Weg zum Messermachen

durch Zufall. Eine Anzeige in einer Waffenzeitschrift

hatte für dieses Hobby geworben. Aus Neugier und

zum Eigenbedarf entstanden so 1989 die ersten selbst

gemachten Messer.

Anfänglich arbeitete er noch mit sehr geringem Werkzeugaufwand,

der sich über die Jahre zu einer gut sortierten

mechanischen Werkstatt erweiterte. Viele

Tricks und Vorgehensweisen lernte er von namhaften

Messermachern aus seiner Region. Bücher und Anleitungen

gab es damals noch nicht. Es folgten viele Messen,

Ausstellungen, auch internationale Bekanntschaften.

Buchprojekte, Prototypenbau, Messen - das alles nahm

viel Zeit in Anspruch. Ein glücklicher Zufall machte

2002 den Weg zu Selbständigkeit leichter. Alfred Dobner

bot ihm seine »Messerwerkstatt« zur Übernahme

an. Das Hobby nun zum Beruf gemacht, konnte Steigerwald

sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen

und stets seine Verarbeitungsqualität verbessern.

Grundsätzlich fertigt er nur Einzelstücke. Ungewöhnliche

Messervariationen, technische Spielereien mit

floralem »biomechanoiden« Design bis hin zu reduziert

klaren Linien. Jedes seiner Messer hat Wiedererkennungswert

und sie finden sich weltweit in

Sammlungen.

Aber auch einfachen Messervarianten verschließt er

sich nicht - wenn dabei auch »experimental« gearbei-

tet wird. So schmiedete er letztes Jahr aus einer Rennfeuerluppe

bei Peter Brunners Schmiedetreffen ein

»Wendenmesser« nach alten Vorgaben.

Steigerwald zu seiner Teilnahme in Kolbermoor: »Mir

geht es hauptsächlich darum, an dem Event in Kolbermoor

teilzunehmen. Normalerweise baue ich eher

mechanische Nutzlosigkeiten. Aber ich habe ich viele

Bilder zum zeigen und viel zu erzählen, wenn ich gefragt

werde.«

Aufgrund seiner engen Kontakte zu Messer-Verbänden

und -Gruppen hat Steigerwald den Messerarbeitskreis

(MAK) Olching mit an seinen Stand gebeten.

Der Arbeitskreis wird eigene Produkte zeigen und mit

Interessierten über die »Szene« diskutieren.

Kompliziert und schlicht -

Stefan Steigerwald hat

sich viele Variationen für

seine Messerkreationen

ausgedacht. Oben:

»Steampunk 1« mit einer

Damastklinge. Unten

ein formal schlichtes

»Arbeitsmesser«.

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Skandinavien

Das nächste Partnerland

Feunde aus dem hohen Norden

Aus den Ländern, wo Elche in freier Natur leben, wo Trolle die Menschen ärgern und die Sagenwelt

der Germanen ihren Ursprung hat, erwarten wir bei der nächsten Biennale Gäste aus der Schmiedeszene.

Meisterschmiedin Therese Johansson aus Schweden ist eine Vertreterin der

modernen nordischen Schmiedekunst. Dieses Foto enstand bei der Nordischen

Schmiedemeisterschaft in Odda/Norwegen

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Foto: Archiv HEPHAISTOS

Die Länder des Nordens sollen unsere nächsten

Gäste bei der XII. Biennale 2018 sein. Die

Schmiede und Metallgestalter aus Finnland, Schweden,

Norwegen Dänemark und von der fernen Insel

Island sollen sowohl die Ausstellung im und um das

Rathaus in Kolbermoor, wie auch die Biennale-Tage

vom 2. bis 5. August 2018 mit ihrer gradlinigen und

nüchternen nordischen Schmiedekunst bereichern.

Die Nordländer haben eine vielfältige Sagen und Mythenwelt,

dies sie gerne auch in Metall umsetzen. Erstmals

wollen wir Arbeiten dieses Nordland-Zyklus bei

uns in Kolbermoor zeigen. Auch auf dem Schmiedeplatz

wird es Vorführungen der skandinavischen

Schmiede geben. Dabei wird wohl die Messerschmiedekunst

oder das Entstehen einer Axt gezeigt werden.

Beide Techniken sind dort sehr fortgeschritten.

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Fax +49 (0)8379/728018 · E-Mail: hephaistos@metall-aktiv.de · Internet: www.metall-aktiv.de


Projekte

Spuren in Kolbermoor

Die Schmiedearbeiten im Stadtbild

In den 20 Jahren seit es Schmiedetreffen in Kolbermoor gibt, sind einige Arbeiten

entstanden, die das heutige Stadtbild prägen. Auf dieser Seite haben wir einige

davon »zusammengefangen«

34

B

egonnen hat es 1996 mit dem Biotop-Zaun, (ganz

oben links) der lange vor den früheren Rathaus

stand und 2014 wieder an den Schmiedeplatz geholt

wurde. Es folgte die Skulptur mit den sieben Säulen

und den von den Schmiedepartnerstädten gestalteten

Ringen (ganz oben rechts). Jahre dauert die Arbeit an

der Brücke der Freundschaft (oben). Dann entstand

das Tor zu Europa (oben links), das ebenfalls der europäischen

Schmiedefreundschaft gewidmet ist. Nach

und nach wurden die Abfallkörbe mit jungen Leuten

aus Kolbermoor gestaltet, von denen heute über 50 in

Kolbermoor stehen (links).


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