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XI. Biennale der Schmiede Kolbermoor - Programmheft 2016

Weitere Informationen zur Schmiede-Biennale in Kolbermoor finden Sie unter www.metall-zentrum.de

Gastgeber

Gastgeber Kolbermoor Stadt voller Leben Entlang der Mangfall und des Mangfallkanales gibt es reizvolle Wanderund Radwege Diesmal sind die Gemeinschaftsquartier in der Feuerwehrturnhalle nur einen Steinwurf von Schmiedeplatz entfernt (Foto unten links). Genauso kurz ist der Weg zum Museum (Foto unten Mitte). Beim Spaziergang an der Mangfall kann man Entenfamilien beobachten Auch wenn neben dem Schmiedetreffen wenig Zeit bleibt: Ein Rundgang im Kolbermoor lohnt sich - hier stellen wir einige Sehenswürdigkeiten vor. In den 20 Jahren seit Kolbermoor Schmiedestadt ist, sind einige Arbeiten von Metallgestaltern aufgestellt worden Ein wilder, bei Hochwasser reißender Gebirgsfluss, an manchen Passagen über 500 Meter breit und sonst nichts. Kein Haus, keine Ortschaft, keine Bewohner. So sah es noch vor 170 Jahren dort aus, wo sich heute die 19.000 Einwohner Stadt Kolbermoor erstreckt. Die Mangfall wurde im 19. Jahrhundert immer mehr in eine kleines, schnurgerades Bett zurückgedrängt, zähmen ließ sie sich dadurch aber keineswegs, wie das Jahrhunderthochwasser im Juni 2013 bewies, bei dem alleine in Kolbermoor 1.200 Wohnungen und Anwesen unter Wasser standen. Der Fluss ist Fluch und Segen. Denn ohne die immense Wasserkraft der Mangfall wäre 1860 nicht der Bau einer Baumwollspinnerei betrieben worden, die 1862 ihren Betrieb aufnahm. Mit ihr gründete sich der Ort Kolbermoor. Sie war der Start für die Entwicklung zur Industriestadt im Mangfalltal. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts begann der Untergang der großen Industriestandorte. Die Stadt musste sich in kürzester Zeit einem radikalen Wandel unterziehen. Und dieser Wandel ist geglückt und abgeschlossen: Statt weniger Industriebetriebe ein breiter Mix kleiner und mittelständischer Unternehmen. Mit dem denkmalgeschützten Ensemble von Alter Spinnerei und historischer Werkssiedlung hat Kolbermoor zwei Leuchttürme mit überregionaler Strahlkraft. Und auch bei den Neubauten legt die Stadt Wert auf gute Architektur in ausgeprägter, unverwechselbarer Formensprache einhergehend mit dem Blick auf Zweckmäßigkeit des Raums und auf Lebens- und Arbeitsstrukturen in den Gebäuden. Das neue Rathaus (Behnisch Architekten, 2012) und Jugendtreff/Kinderkrippe (2014) sind ganz aktuelle Belege für diese Linie der Stadtplanung. München, Salzburg, Innsbruck in einer Stunde oder weniger erreichbar. Mit Chiemsee und Voralpen Oberbayern pur: Kolbermoor liegt inmitten einer Region, in die andere zum Urlaubmachen kommen. Kultureller Höhepunkt alle zwei Jahre: Die BIENNA- LE der Schmiede, bei der an vier Tagen tausende von Besuchern den Schmieden beim Arbeiten zuschauen. Sehenswert in Kolbermoor Alte Spinnerei An der Alten Spinnerei und Spinnereiinsel Nachdem die Baumwollspinnerei Kolbermoor 1993 endgültig geschlossen wurde, standen viele Nutzungskonzepte zur Diskussion. Schließlich kam mit der Quest Gruppe - Familie Werndl ein Investor zum Zuge, der acht Gebäude der historischen Baumwollspinnerei aufwendig und sehr hochwertig sanierte. Unter anderem den Historischen Neubau von 1899, erbaut nach dem Großbrand von 1898, ein 3-geschossiger 120 Meter langer und 30 Meter breiter Ziegel-Industriebau, Historisches Pförtnerhaus, Kesselhaus, Turbinenhalle und Färberei, heute gastronomisch genutzt, Batteurgebäude, Kammgarnlager, Baumwollmagazin und Verwaltungsbau der Baumwollspinnerei Zum weitläufigen Gelände gehören der »Rosengarten« (Außenanlagen der Gastronomie), der historische Spinnereipark, heute mit Weiher und Kinderspielplatz, die Benediktkapelle (Architekturpreis). 4

Historische Werkssiedlung Auf der östlichen Spinnereiinsel, zwischen Von-Bippen-Straße, Ludwigstraße, Brückenstraße und der Mangfall und entlang der Carl-Jordanstraße gelegen. Die in 3 Bauphasen (1860-1862, 1907-1912, 1919- 1923) errichtete Arbeitersiedlung der Baumwollspinnerei mit ihren 165 Wohnungen wurde 1993 komplett von der Stadt Kolbermoor gekauft und seitdem Stück für Stück saniert. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble gilt als einmaliges Beispiel einer komplett erhaltenen Arbeitersiedlung im ländlichen Raum in ganz Bayern. 1. Bauphase 1862-1862: 6 identische Häuser mit jeweils sechs Wohnungen 2. Bauphase 1907-1912: Gartenstadtähnliche Strukturen mit unterschiedlichen Gebäudeformen, großen Gartenanteilen und dorfähnlichem Charakter 3. Bauphase 1919-1922: Mehrgeschossige Großbauten (unter anderem der sogenannte »100-Meter-Bau«) senkrecht zu bisherigen Besiedelung erschließen erstmals den Bereich südlich der Mangfall, architektonisch auffällig die barocke Formensprache der Fassaden. König-Ludwig-Denkmal In der Grünanlage nördlich der Feuerwehr, wenige Meter vom »Schmiede-Kreisel« Vom Kolbermoorer Krieger- und Veteranenverein errichtetes Denkmal, früher in der Karl-Daniels-Anlage in der Werkssiedlung. Alter Friedhof Auf der Spinnereiinsel zwischen Werkskanal und Mangfall östlich der Ludwigstraße Sehenswerte Grabanlagen, unter anderem auch die Grabstätte von Georg Schuhmann, der während der Räterepublik in Kolbermoor Vorsitzender des Volksrates war. Nachdem er Kolbermoor kampflos an die Weißgardisten übergeben hatte, wurde er 4. Mai 1919 von ihnen an der Tonwerkunterführung ermordet (Gedenktafel). Fotos: Stadt Kolbermoor; Luftaufnahme: Privatsammlung Christian Poitsch Brücke der Freundschaft In der Grünanlage an der Brückenstraße zwischen Alter Spinnerei und Werkssiedlung Symbol für die friedlichen und freundschaftlichen Ziele der Schmiede weltweit. Die über 60 Stäbe der symbolischen Brücke stammen von Schmieden aus der ganzen Welt Tor zu Europa Neben der Brücke der Freundschaft steht direkt am Mangfalldamm die Schmiedearbeit »Ring der Europäischen Schmiedestädte« von Michael Ertlmeier, die zum einen den Zusammenhalt der 19 Schmiedeorte aus 12 Ländern symbolisiert und zum anderen auch an die Hochwasserkatastrophe von 2013 erinnert. Die Stadt Kolbermoor ist Mitbegründerin des Rings, ihr Bürgermeister Peter Kloo ist seit 2015 der Präsident dieser Vereinigung. Heimat- und Industriemuseum Am Bahnhof Lückenlose Darstellung der 150jährigen Geschichte Kolbermoors mit besonderen Schwerpunkten auf der Baumwollspinnerei, dem Torfstechen und den weiteren großen Industrieansiedlungen Kolbermoors. Oben links: Eine Luftaufnahme der Alten Spinnerei aus den 1920er Jahren. Links: der sogenannte »Hundertmeterbau«, die Arbeitersied lung der Spinnerei und unten: Das Wasserkraftwerk am Mangfallkanal Tonwerkweiher Naherholungsgebiet am Rande des Stadtzentrums mit Lehrbienenstand, Infotafeln entlang des Wanderwegs. Platz vor dem Alten Rathaus Eingerahmt von den beiden historischen Schulgebäuden, der Stadtpfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, dem Harrerhaus und dem Alten Rathaus die ‚gute Stube’ Kolbermoors. Von hier aus begann ab 1862 die systematische Stadtentwicklung, wie sie die Architekten der Spinnerei auf ihren Reißbrettern in streng orthogonalen Strukturen entworfen haben. Heute autofreier Bereich. Regelmäßig Stadt - führungen und Führungen durch die Historische Werks siedlung unter www.kolbermoor.de/ Veranstaltungen. Zu buchen über stadtmarketing@ kolbermoor.de und (08031) 2968-138. 5