Treffpunkt.Bau 07/2016

Lulu89

Im Begleitfahrzeug steuern die Mitarbeiter Tobias Schulze und Maik Bothe im

Wechsel die Baumaschine, quasi wie von einer Computerkonsole aus.

Kameras auf dem Kabinendach erfassen die komplette Arbeitsumgebung.

aufgestellt, der alle Raupensignale, wie zum Beispiel Videosignale

und Positionsdaten, an die Kommandozentrale, welche außerhalb

der rund 30 Quadratkilometer großen Bearbeitungsfläche liegt,

überträgt. Alleine die vier Kameras auf dem Kabinendach des Kettendozers

weisen auf eine besondere Form der Überwachung und

eine Kommandozentrale hin, wie sie nicht alltäglich für eine Baumaschine

ist. Kamera eins zeichnet den Bereich nach vorne auf, Kamera

zwei und drei die Ecken des Raupenschilds und Kamera vier

den Ripper, der schweres Wurzelwerk aus dem Boden reißt. Eine

fünfte Kamera überträgt die Daten der Armaturentafel der Kabine.

Alle Kameras erfassen die komplette Arbeitsumgebung, anhand derer

die Mitarbeiter Tobias Schulze und Maik Bothe im Wechsel die

Baumaschine, quasi wie von einer Computerkonsole aus, in einem

Begleitfahrzeug bewegen, nach vorne und rückwärts fahren lassen

können. „Ich bin noch nie zuvor auf einer Raupe gesessen, doch das

ist auch gut so, denn wer hier entsprechende Erfahrung hat, würde

komplett anders reagieren.

Container liefert den Strom

In diesem Fall sind jedoch mehr Fähigkeiten wie beim Umgang mit

einer Playstation gefragt“, so Tobias Schulze. Er braucht einen dicken

Daumen, wenn er den Joystick lenkt und muss sich auf den Zeitverzug

der Datenübertragung von einer viertel Sekunde einstellen, was

sich auf das Reaktionsvermögen der Baumaschine auswirkt. Überwacht

wird die Baumaschine zusätzlich in einem bei Zeppelin Rental

von der Stascheit Kampfmittelräumung angemieteten Container via

Computerbildschirme.

Die Mietstation stellte darüber hinaus ein Stromaggregat für die

Stromversorgung des Containers bereit. Denn auch die Monitore

müssen ans Stromnetz angeschlossen werden, auf denen die bereits

zurückgelegte beziehungsweise noch abzufahrende Wegstrecke

der Raupe angezeigt wird. Jede Position der Baumaschine wird

aufgezeichnet und deren Daten dann gesendet. Doch die Heide

bietet ein schlechtes Funknetz.

Darum installierte Stascheit ein eigenes Datenfunknetz, um bewegte

Bilder und Videos der Raupe auch gleich in den Container

zu übertragen. Alle Bilder, die aufgezeichnet werden, dienen Tobias

Schulze und Maik Bothe, sich zu orientieren, wenn sie aus tausend

Metern Abstand das 19 Tonnen schwere Arbeitsgerät den Heideboden

samt drei Meter breitem Sicherheitsstreifen abschieben lassen.

Dabei kommt eine GPS-Steuerung zum Einsatz.

Im Einsatz hält das Begleitfahrzeug rund 1.000 Meter Sicherheitsabstand zum ferngesteuerten Dozer.

[ 30 ] 07.2016 . TREFFPUNKT BAU

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