die Anlageform geeignet für - Deutsche Bildungsbank

deutschebildungsbank.de

die Anlageform geeignet für - Deutsche Bildungsbank

Grundbildung für die Schule

Schülermagazin 2006

www.hoch-im-kurs.de

PraxisReihe Wirtschaft

Hoch im Kurs

.....Vermögensaufbau, Kapitalmarkt

und Investmentfonds .....

................Alles im Griff ........ Fit für die Zukunft ...... Umgang mit Risiken


................. Inhalt

.....02

Einführung ................................................................................. 03

Geldmanagement:

Alles im Griff .............................................................................. 04 – 05

Geld und Wirtschaft:

Ein Geben und Nehmen ............................................................. 06 – 07

Kapitalmarkt und Börse:

Von Bullen und Bären ................................................................. 08 – 09

Vermögensaufbau I:

Auf die Mischung kommt es an ................................................. 10 – 11

Vermögensaufbau II:

Zeit bringt Geld ......................................................................... 12 – 13

Zukunftsvorsorge:

Fit für die Zukunft ..................................................................... 14 – 15

Investmentfonds:

Was sind Fonds? ....................................................................... 16 – 17

Anlageformen im Vergleich:

Chancen nutzen ........................................................................ 18 – 19

Anlegerschutz und Fondsmanagement:

Kontrolle ist besser ................................................................... 20 – 21

Glossar ...................................................................................... 22 – 23

Impressum

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V., Berlin,

Internet: www.jugend-und-bildung.de

in Zusammenarbeit mit dem BVI Bundesverband Investment

und Asset Management e.V., Internet: www.bvi.de

Autorin: Dorothea Hoffmann

Redaktion: Katharina Alexander, Michael Jäger (V.i.S.d.P.)

Pädagogische Beratung: Dr. Eva Maria Kabisch (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft

Jugend & Bildung e. V., ehem. Senatsverwaltung für Bildung,

Jugend und Sport Berlin), Prof. Dr. Helmut Keim (Europäische

Fachhochschule Brühl, ehem. Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände)

Fachbeirat: Hubertus von Barby, Heinrich Durstewitz, Thomas Kalich,

Prof. Oliver Kruse, Peter Loll, Dr. Hans-Werner Martin,

Heidi Rauen, Günter Schardt, Brigitte Schroll

Redaktionsschluss: März 2006

Gestaltung: soho! brands & markets GmbH, Wiesbaden

Fotos: Icon art, Internet: www.icon-art.de

Tourismus+Congress GmbH, Frankfurt am Main (S. 8)

Herstellung: Manfred Morlok

Verlag: Universum Verlag GmbH & Co.KG, 65175 Wiesbaden,

Internet: www.universum.de

Repro: Koch Lichtsatz und Scan GmbH, Wiesbaden

Druck: J. Fink Druckerei GmbH & Co. KG, Ostfildern

Printed in Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Schrift wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.

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Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Einführung .........

Geld – wir haben alle jeden Tag in irgendeiner Weise damit zu tun.

An der Ladenkasse, beim Jobben, bei großen und kleinen Anschaf-

fungen. Das eigene Taschengeld oder den Lohn vom letzten Fe-

rienjob hat eigentlich jeder im Griff – oder etwa nicht? Immerhin

jeder fünfte Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren ist bereits

verschuldet.

Wer nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen und zudem noch

etwas für die eigene Zukunft zurücklegen will, kommt um einige

Fragen zu seinem Umgang mit Geld nicht herum.

Ein finanzielles Grundwissen kann also nicht schaden. Und weil die

eigenen Einnahmen und Ausgaben mit dem Geldkreislauf unserer

ganzen Wirtschaft zusammenhängen, beschäftigt sich „Hoch im

Kurs“ auch mit den Themen Wirtschaftskreislauf, Kapitalmarkt,

den verschiedenen Formen der Wertpapieranlagen, Investment-

fonds und Börse.

Wie sehen die eigenen Zukunftspläne aus? Das erste Auto, die

eigene Wohnung, später vielleicht auch Kinder und Familie – jeder

hat andere Ziele für die kommenden Jahre. Welche Geldanlage zu

welchem Ziel passt, ist nicht leicht zu entscheiden. „Hoch im Kurs“

informiert über unterschiedliche Anlageformen und die Möglich-

keiten, sie zu beurteilen.

Die vorliegende Broschüre „Hoch im Kurs“ wendet sich an Schü-

lerinnen und Schüler und möchte einen Beitrag zur finanziellen All-

gemeinbildung leisten.

Denn nur wer gut informiert ist, kann für sich und sein Geld die

beste Wahl treffen.

Die im Text fett markierten blauen Wörter sind im Glossar

auf den Seiten 22 und 23 erläutert.

03 ......


.................. Geldmanagement

.....04

„Wozu sparen?

Ich lebe jetzt und heute!“

Alles im Griff ...................

„850.000 Jugendliche sind verschuldet oder haben ein Schuldenproblem, 20 Prozent der Überschuldeten

sind unter 20 Jahre, ein Drittel der Schulden werden bereits vor dem 20. Lebensjahr gemacht.“

Alles im Blick

Leider ist Geld nicht unbegrenzt verfügbar. Es lässt sich auch nicht

nach Belieben vermehren. Also muss man sich immer wieder entscheiden,

ob und wofür man es ausgeben möchte. CDs, Disco, Handy,

Computerspiele, Mode – die Versuchungen sind groß. Manchen

fällt es dabei leichter, ihr Geld einzuteilen, anderen schwerer. Wer

am Monatsende kein Geld mehr übrig hat, um mit seinen Freunden

Feiern zu gehen, sollte sich Gedanken über sein Ausgabeverhalten

machen.

Der Einnahmen-und-Ausgaben-Check ist ein gutes Mittel um zu

erkennen, wie viel man wann bekommt und für was man das Geld

wieder ausgibt. Einige Einnahmen und Ausgaben kommen regelmäßig,

zum Beispiel monatlich, wie das Taschengeld oder die Handyrechnung,

manche kommen auch nur einmal pro Jahr, wie die

Jahresgebühr des Sportclubs oder das Geburtstagsgeschenk.

Wieder andere Einnahmen oder Ausgaben fallen nur bei bestimmten

Gelegenheiten oder Anlässen an. Ist man sich über seine Gesamtkosten

im Klaren, fällt es leichter, sein Geld einzuteilen und alles im

Griff zu behalten.

(Aus: „Lebenslagen in Deutschland – Der erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“)

Der Einnahmen-und-Ausgaben-Check

Wer seine Einnahmen und Ausgaben im Blick hat,

kann besser planen.

Taschengeld/Budgetplan

Einnahmen

Regelmäßig jeden Monat

Taschengeld 60,– €

Großeltern 15,– €

Nachhilfe geben 30,– €

Einnahmen pro Monat 105,– €

Unregelmäßig/einmal pro Jahr

Ferienjob 400,– €

Geburtstag 100,– €

Weihnachten 100,– €

Einnahmen pro Jahr 600,– €

„Kaum zu glauben, aber da ist noch was übrig!“

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Ausgaben

Regelmäßig jeden Monat

Handy 30,– €

Ausgehen (Kino, Disco) 40,– €

Zeitschriftenabo 9,– €

Sonstiges 10,– €

Ausgaben pro Monat 89,– €

Unregelmäßig/einmal pro Jahr

Kleidung/Extras 200,– €

Urlaub 250,– €

Sportclub 50,– €

Ausgaben pro Jahr 500,– €

Wer mehr ausgibt als er einnimmt, macht Schulden und belastet damit seine Zukunft. Schließlich muss geliehenes Geld zurückgezahlt werden.

Doch wovon, wenn das Taschengeld gerade mal für die laufenden Ausgaben reicht? Schnell entsteht ein Teufelskreis und es häufen sich immer

mehr Schulden an. Wer dagegen regelmäßig mehr einnimmt als er ausgibt, kann sich Extras leisten oder Vermögen aufbauen. Ein guter Grund,

seine Finanzen im Blick zu behalten und den einen oder anderen Euro zu sparen.


Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Das „Lebenszyklus-Modell“

Im Laufe des Lebens verschieben sich die Einnahmen und Ausgaben,

die Wünsche und Ansprüche. In der Regel kommt nach der Schule

die Ausbildung, vielleicht ein Studium, dann die ersten Jobs. Mit

zunehmendem Einkommen und Alter steigen die Konsumwünsche,

der Traum vom eigenen Haus, einer Familie. In dieser Phase sind

die ersten Ersparnisse meist aufgebraucht. Kredite, zum Beispiel

für den Wohnungs- oder Hauskauf, werden benötigt. Je schneller

sie zurückgezahlt werden, desto frühzeitiger können neue Reserven

aufgebaut werden.

Mit Beginn des Ruhestands spielen Ersparnisse wieder eine wichtige

Rolle: Die staatliche Rente ist geringer als das vorherige Einkommen.

Es entsteht eine Versorgungslücke, die abgedeckt werden

muss. Sparen ist daher über alle Lebensphasen nicht nur sinnvoll,

sondern auch notwendig.

Kontinuierliches Sparen führt auf Dauer zur Bildung von Vermögen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, seine Ersparnisse Gewinn

bringend anzulegen und für sich arbeiten zu lassen. Diese werden

später noch genauer betrachtet. Die Geldanlage ist also der Ausgangspunkt

zur Bildung von Vermögen, sichert zukünftiges Einkommen

und ist unverzichtbar für die Altersvorsorge. Sie stellt ein

„Sicherheitspolster“ dar.

Sparquote in %

Durchschnittlich verfügbares Einkommen je Haushalt und Monat in Euro

4,8%

~1.400 € ~2.500 € ~3.300 € ~3.500 € ~3.000 € ~2.500 € ~2.700 €

unter 25 J.

Quelle: © DIA 2005, Destatis

Was genau

versteht man unter

Vermögen?

Man unterscheidet zwischen Geldvermögen und Sach-

vermögen. Alles, was unmittelbar mit Geld oder geld-

bezogenen Werten zu tun hat, nennt man Geldvermögen,

wie zum Beispiel Sparguthaben oder Wertpapiere. Zum Sach-

vermögen können sowohl langlebige Gebrauchsgüter im

Haushalt (zum Beispiel das eigene Haus, Autos, Einrichtungs-

gegenstände), als auch werthaltige und langlebige Gegen-

stände oder Güter bei Unternehmen (zum Beispiel

Maschinen, Produktionshallen, Grundstücke) gehören.

11,2%

14,2%

13,7%

8,7%

4,8%

25–35 J. 35–45 J. 45–55 J. 55–65 J. 65–70 J.

Kleine Tricks – große Wirkung

Wer sein Geld gut einteilt, hat seine Ausgaben besser im Griff.

„Schaffe, spare, Häusle baue“

Konsumieren oder lieber sparen? Diese Frage gilt es jeden Tag neu

zu beantworten. Gleichzeitig müssen wir diese Entscheidung auch

für zukünftige Lebensphasen treffen: Will man später besser leben

als heute, gilt es, frühzeitig anzufangen mit Sparen. Es ist also wichtig,

auch beim Geld vorausschauend zu handeln. Wer zum Beispiel

nach der Ausbildung oder dem Studium eine Weltreise plant, sollte

in den Jahren zuvor möglichst viel Geld dafür zur Seite legen.

Es gibt verschiedene Spargründe und -ziele:

Zwecksparen:

Geld wochenweise portionieren.

Erst noch einmal in Ruhe überlegen,

ob die Ausgabe wirklich nötig ist.

Kontoabbuchungen nicht vergessen –

auch diese sind Ausgaben.

Überschüsse am besten sparen.

Nicht zu viel Geld einstecken und die

EC-Karte zu Hause lassen.

Ansammeln eines bestimmten Geldbetrags, zum Beispiel

für eine größere Anschaffung wie ein Auto oder einen Laptop.

Vorsorge:

Sparen, um Vermögen aufzubauen und für alle Lebenslagen

eine Reserve zu haben. Da niemand weiß, wie seine Zukunft

aussehen wird, fängt man am besten schon früh an, für später

vorzusorgen. Schließlich will man auch sein Leben lang

abgesichert sein.

Rendite:

Geld anlegen bringt einen Gewinn (Rendite) und erzielt auf

diese Weise zusätzliche Einnahmen. (Siehe auch Seite 12-13)

Sparverhalten im Lebenszyklus Sparquote privater Haushalte nach Altersklassen in Deutschland im Jahr 2003

11,1%

Haushalte

insgesamt

Schon gewusst?

Azubis, Studenten und Berufs-

anfänger bis 25 Jahre sparen mit

4,8 Prozent von ihrem Gesamteinkommen

noch verhältnismäßig

wenig. Zwischen dem 35. und 45.

Lebensjahr liegt die Sparquote mit

14,2 Prozent am höchsten.

Geldausgaben für Waren und Dienstleistungen nennt man

Konsum. Legt man Geld zurück, spricht man von Sparen.

Wer schon

früh anfängt,

Vermögen aufzubauen,

ist später unabhängiger

und muss

keine Schulden

machen!

Weiterdenken!

• Machen Sie eine Liste mit

Ihren Einnahmen und Aus-

gaben, und überlegen Sie

Ihre Motive beim Geldaus-

geben. Was könnten Gründe

für Schuldenprobleme von

Jugendlichen sein?

• Wofür möchten Sie sparen?

Unterscheiden Sie zwischen

kurzfristigen und langfristigen

Sparzielen.

• Fragen Sie in Ihrem Familien-

und Bekanntenkreis nach,

wofür und mit welchem

Zeithorizont gespart wird.

Welche Gemeinsamkeiten

und Unterschiede können

Sie feststellen? Gibt es

Unterschiede zwischen den

verschiedenen Generationen?

Zum Nachlesen

• „Das Geldbuch“,

Gaby Dickau,

(Hrsg. Bundesverband

deutscher Banken),

Bank-Verlag Köln,

2002 (Euro 2,50)

• „Fit in Sachen Geld.

Die Handyschulden

spar ich mir“,

G. Eissing und J. Rataj,

Deutscher Sparkassenverlag,

Stuttgart 2005 (kostenlos)

Internet

• Machen Sie auf

www.hoch-im-kurs.de

den Einnahmen- und

Ausgabencheck!

• Auf der Jugendseite

www.checked4you.de

der Verbraucherzentrale

Nordrhein-Westfalen gibt es

Tipps rund ums Geld, Geld-

ausgeben und sparen.

05 ......


............. Geld und Wirtschaft

.....06

Ein Geben und Nehmen .........

Wer sich Markenklamotten, einen MP3-Player oder Urlaub mit Freunden leisten will, braucht Geld. Das muss aber

erst einmal verdient werden. Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, wieso Geld fast immer auch mit Arbeit

verknüpft ist?

Von Märkten und Kreisläufen

Eine Volkswirtschaft funktioniert im Grunde nicht anders als ein Wochenmarkt.

Einige bieten etwas an, andere möchten diese Waren

kaufen. Angebot und Nachfrage treffen sich. Das Geld übernimmt

dabei die wichtige Funktion des Tausch- und Zahlungsmittels und

des Wertmaßstabs. Diese Tauschprozesse vollziehen sich jeden Tag

millionenfach und immer wieder aufs Neue. Es bildet sich ein Kreislauf

heraus: der so genannte Wirtschaftskreislauf.

Einfach gesagt geben die privaten Haushalte den Unternehmen das

Geld, und die Unternehmen stellen den Haushalten Güter zur Verfügung.

Die Haushalte, in denen wir leben, werden allgemein als

„Stätten des Verbrauchs“ bezeichnet. Sie produzieren keine Güter,

sondern stellen den Unternehmen Arbeit zur Verfügung. In den

Haushalten wird über die Verwendung des Gelds entschieden. Das

Geld wird entweder gespart oder für den Konsum verwendet, also

wieder in den Wirtschaftskreislauf eingebracht.

Unternehmen

sind Stätten, in denen

die Menschen Waren, Maschinen

und Dienstleistungen

produzieren.

„Ich kaufe nur die beste

Ware von meinem sauer

verdienten Taschengeld!“

Einfacher Wirtschaftskreislauf mit zwei Teilnehmern

private

Haushalte

Private Haushalte und Unternehmen

A r b e i t s m a r k t

Arbeitsleistung

Entlohnung in Geld

Konsumausgaben

Güter (Dienstleistungen)

G ü t e r m a r k t

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Unternehmen 1

Unternehmen 2

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ermöglicht Sparen erst die Investitionen.

Diese sind unverzichtbar für die Mehrung des Wohlstands

einer Volkswirtschaft.


Eine große Tauschbörse

Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Den Ort des Tausches nennt man allgemein Markt. Getauscht werden

Arbeit, Güter, Waren oder Dienstleistungen und Kapital. In dem

wirtschaftlichen Kreislaufschema gibt es zwei Wertströme, den

Güterstrom und den Geldstrom. Im einfachen Wirtschaftskreislauf

fließen die Wertströme zwischen den Haushalten und den Unternehmen:

Die Güter werden von den Haushalten mit Geld bezahlt.

Mit diesem Geld wird die Arbeitsleistung entlohnt und fließt so zurück

in die Haushalte. Man unterscheidet je nach Tauschgut verschiedene

Märkte: Arbeitsmarkt, Gütermarkt und Kapitalmarkt.

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf schließt den Kapitalmarkt mit

ein und fasst die verschiedenen Akteure in Gruppen zusammen.

Geld, das nicht für Konsum ausgegeben, sondern gespart wird, fließt

zu Banken, Sparkassen oder anderen Kapitalsammelstellen, die

die gesammelten Beträge an Unternehmen weiterleiten, in erster

Linie um Kredite für Investitionen zur Verfügung zu stellen.

Alternativ können die Haushalte Geld auch den Unternehmen direkt

zur Verfügung stellen, indem sie Unternehmensanteile kaufen (geht

über die Börse -> siehe auch Seite 8-9).

Wo immer Unternehmen forschen, investieren, produzieren oder

Dienstleistungen erbringen, also etwas „unternehmen“, kostet es

Geld. Dieses Geld, auch Kapital genannt, kann von dem oder den

Eigentümern oft nicht in ausreichendem Maße bereitgestellt werden.

Sie brauchen weitere Kapitalquellen, um neue Maschinen und

Anlagen erwerben zu können (Investitionen).

Je mehr die Unternehmen auf diese Weise investieren können,

desto mehr Produkte oder Dienstleistungen können sie verkaufen.

Dann brauchen sie neue Arbeitskräfte, die Löhne und Gehälter fließen

wieder in den Konsum und die Sparquote steigt. So bleibt der

Kreislauf in Gang und die Volkswirtschaft wächst.

„Geld regiert

die Welt“

Der Markt, auf dem die getauschte Ware das Geld

selbst ist, heißt Kapitalmarkt. Kapitalanbieter sind die

Sparer und die Kapitalsammelstellen. Nachfrager sind

die Unternehmen, der Staat und Haushalte, die Kredite

für verschiedene Zwecke wünschen.

Der zentrale Ort, an dem Anbieter und Nachfrager

aufeinander treffen, ist die Börse. Wertpapierbörsen bieten

Anlegern die Möglichkeit, sich an der wirtschaftlichen Ent-

wicklung der Unternehmen zu beteiligen. Hier können viele

tausend Kapitalgeber von einem Unternehmen zum anderen

wechseln, ohne dass die Unternehmen selbst dies

im Einzelnen mitbekommen.

Erweiterter Wirtschaftskreislauf mit drei Teilnehmern

Private Haushalte, Unternehmen und Kapitalsammelstellen

private

Haushalte

Nachgefragt!

Arbeit, Boden, Kapital

Entlohnung, Zinsen

Sparen

Kapitalsammelstellen

(z.B. Banken)

Kapital

Zinsen Zinsen

Konsumausgaben

Güter (Dienstleistungen)

Unternehmen

Was wäre, wenn es keinen Kapitalmarkt gäbe?

Ohne Kapitalmarkt wäre es den Unternehmen

nur schwer möglich, sich mit den Ersparnissen

der Anleger zu finanzieren.

Alle Unternehmen wären letztlich auf die finanziellen

Möglichkeiten ihrer Eigentümer angewiesen und

somit in ihrem Wachstum erheblich eingeschränkt.

Unternehmen mit einem hohen, die Finanzierungsfähigkeiten

eines einzelnen Kapitalgebers überschreitenden

Kapitalbedarf könnten nicht gegründet werden.

Eine große Zahl von Arbeitsplätzen könnte

in den Unternehmen nicht entstehen.

Schon gewusst?

Die deutschen Haushalte hatten im Jahr 2005 zusammen gut

über vier Billionen Euro Geldvermögen auf der hohen Kante!

Das Geld ist zum größten Teil auf Bankkonten, in Wertpapieren

(zum Beispiel Aktien und Investmentfonds) und Versicherungen

angelegt. Würde man das Geld auf alle deutschen Haushalte

aufteilen, bekäme jeder von ihnen gut 100.000 Euro.

Oder anders ausgedrückt:

Die Deutschen besitzen so viel Geld, dass sie jedem Menschen

auf der Welt (die Weltbevölkerung liegt bei 6,5 Milliarden Menschen),

600 Euro geben könnten. Davon könnte ein Kind in Afrika

15 Jahre lang zur Schule gehen.

Weiterdenken!

• Wenn es um die Themen

Wirtschaft und Arbeitsplätze

geht, geben Politiker und

Wirtschaftsforscher häufig

den Rat: „Die Bürger sollen

mehr konsumieren, ihr Geld

nicht sparen, sondern aus-

geben und so die Konjunktur

beleben.“ Doch wenn es

um die Altersvorsorge geht,

sagen Wirtschaftsforscher

genau das Gegenteil: „Die

Bürger sparen zu wenig!“

Diskutieren Sie, welche Auswirkung

Konsum einerseits

und Sparen andererseits für

die privaten Haushalte und

die Wirtschaft hat.

Zum Nachlesen

• „WIE? – Wirtschaft erleben“,

Bundesverband deutscher

Banken (Hrsg.), Schul | Bank,

Berlin 2005 (kostenlos)

Internet

• Beim Voting auf

www.hoch-im-kurs.de

ist Ihre Stimme gefragt:

Geben Sie Ihre Meinung

zu diesem und anderen

Themen rund um Kapitalmärkte

und Geldan-

lagen ab.

• Der Internetauftritt von

„Wirtschaft und Schule“

www.wirtschaftundschule.de

bietet zu Themen rund um

die Marktwirtschaft viele

Informationen und Materialien

zum Download an.

07 ......


......... Kapitalmarkt und Börse

.....08

„Bulle und Bär“

stehen für die positive und

negative Kursentwicklung

an der Börse.

Von Bullen und Bären ..........

„Das Verhältnis von Börse und Wirtschaft ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der

Mann geht langsam vorwärts, der Hund rennt vor und zurück. Aber beide bewegen sich in die gleiche Richtung. Der

Mann ist die Wirtschaft, der Hund die Börse.“ (André Kostolany, US-amerikanischer Finanzexperte)

Die Börse – Dreh- und Angelpunkt einer modernen Volkswirtschaft

Je größer der Kapitalbedarf in einer Volkswirtschaft ist, umso mehr

ist sie darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Anleger an der

Bildung und Zufuhr von Kapital für die Unternehmen beteiligen.

Das funktioniert so: Die Unternehmen, die Kapital benötigen, geben

Wertpapiere aus. Die Anleger kaufen die Wertpapiere, und der

Kaufpreis fließt in das Unternehmen.

Die börsennotierten Wertpapiere haben täglich wechselnde Preise,

Kurse genannt, die sich aus Angebot und Nachfrage bilden. Will ein

Anleger seine Wertpapiere wechseln oder sein Kapital zurückhaben,

verkauft er diese über die Börse an jemand anderen. Durch diesen

Wechsel der Kapitalgeber untereinander ist es möglich, dass pro

Tag mehrere Millionen Wertpapiere den Besitzer wechseln können.

Eigenkapital: Fremdkapital:

Die in einem Unternehmen

angelegten Mittel, die den

Eigentümern (zum Beispiel

Aktionären oder Gesellschaftern)

gehören.

Von Darlehensgebern

(Gläubigern) auf Zeit bereit-

gestelltes Kapital mit Anspruch

auf Rückzahlung

und feste Verzinsung.

www.hoch-im-kurs.de

„Was ist der Unterschied zwischen der

Börse und einer Straßenbahn?

An der Börse wird zum Ein- und Aussteigen

nicht geklingelt.“

Mittlerweile haben rund 25 Prozent aller Deutschen Wertpapiere.

Man unterscheidet zwischen Wertpapieren, die für die Unternehmen

Fremdkapital darstellen und solchen, die Eigenkapital darstellen.

Eigenkapitalpapiere wie die Aktie sind für Anleger riskanter,

da sie nicht nur am Gewinn, sondern auch am Verlust beteiligt

sind. Fremdkapitalpapiere, wie zum Beispiel Anleihen, bieten dem

Anleger keine Gewinnbeteiligung, werfen dafür aber regelmäßig

Zinsen ab.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

Die Börse ist ein öffentlicher, das heißt für alle zugänglicher, aber

zugleich streng reglementierter Marktplatz, auf dem Angebot und

Nachfrage zusammenfließen. Wer Börse sagt, meint zumeist die

Wertpapierbörse. Es gibt natürlich noch andere Börsen, wie zum

Beispiel Warenbörsen für Getreide, Vieh, Kaffee oder auch die Strombörse.

Die Wertpapierbörse Frankfurt ist die mit Abstand größte und

umsatzstärkste Börse in Deutschland. Dort werden alleine Aktien

von mehr als 6200 Unternehmen gehandelt. Neben Aktien werden

weitere rund 8000 festverzinsliche Wertpapiere gehandelt.

Renten …

… ist ein Begriff aus der Börsenwelt und bezeichnet festverzinsliche

Wertpapiere. Hat nichts mit der Rente aus der Rentenversicherung

zu tun!


Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Hauptfunktionen der Wertpapierbörse

Marktfunktion:

Zusammenführung von

Angebot und Nachfrage.

Die Wertpapierarten

Wertpapiere sind Urkunden, die ein geldwertes Recht verbriefen,

das der Inhaber gegen Vorlage der Urkunde geltend machen kann.

Festverzinsliche Wertpapiere …

… (kurz: „Rentenpapiere“) sind mit einer Laufzeit von etwa fünf

bis zehn Jahren und einem festen Zinssatz ausgestattet. Beispiele

sind Anleihen von Bund, Ländern und Unternehmen: Diese erhalten

durch den Verkauf von Anleihen dringend benötigtes Geld, und der

Anleger bekommt dafür als Gegenleistung Zinsen.

Aktien …

… verbriefen eine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens.

Wer eine Aktie erwirbt, beteiligt sich daher unmittelbar als (Teil-)

Eigentümer am Unternehmen. Der Aktionär trägt als Eigentümer das

Risiko, sein Geld zu verlieren, partizipiert aber auch im Gegenzug

unbegrenzt am Gewinn. Risiko und Chance sind bei Aktien daher

deutlich höher als bei Rentenpapieren. Der Gewinn des Unternehmens

wird in der Regel in Form einer Dividende einmal pro Jahr

ausgeschüttet.

Investmentfondsanteile …

… (auch Fondsanteile) verbriefen ein Miteigentum an einem Investmentfonds

(siehe auch Seite 16 ff.). Die Anlagemittel vieler Sparer

werden zusammengefasst und gemeinsam, je nach Ausrichtung des

Fonds, in unterschiedliche Wertpapiere oder Immobilien investiert.

Die Anteile selbst werden in der Regel nicht an der Börse gehandelt,

ihr Wert hängt aber von den Kursentwicklungen der zum Fondsvermögen

gehörenden Wertpapiere und den Wertentwicklungen von

Immobilien ab.

DAX Performance-Index

Der Chart zeigt die Kursentwicklung des DAX innerhalb der letzten

10 Jahre (01. Februar 1996 bis 01. Februar 2006). Seitdem

die Kurse im Jahr 2003 ihre Tiefstwerte erreicht haben, ist wieder

ein stetiger Aufwärtstrend zu beobachten.

8000

7000

6000

5000

4000

3000

2000

96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06

Mobilisierungsfunktion: Substitutionsfunktion: Bewertungsfunktion:

Bereitstellung eines Umfelds,

in dem Unternehmen durch

Erstausgabe von Wertpapieren

Geldkapital aufnehmen können.

Der DAX (Deutscher Aktienindex)

umfasst die 30 größten deutschen Aktienwerte. Er ist der bekannteste

deutsche Aktienindex und Richtgröße für den deutschen

Aktienmarkt.

Gewährleistung der Verkaufs-

und Übertragungsmöglichkeit

von Wertpapieren zu jeder Zeit.

Chancen und Risiken

Größere Gewinnchancen bergen meist auch höhere Risiken, das gilt

vor allem für Aktien. Das Auf und Ab der Börse kann man an der

Entwicklung des DAX verfolgen. Die Kunst des Anlegers ist es, zum

rechten Zeitpunkt zu kaufen und zu verkaufen. Prüfen Sie, ob die

folgenden drei Anleger bei ihren Entscheidungen gut beraten waren.

Jeder von ihnen legte 5000 Euro in Aktien von DAX-Unternehmen

an. Stellen Sie fest, welchen Kurs der DAX bei Kauf und Verkauf

hatte, errechnen Sie dann den Gewinn beziehungsweise Verlust.

Überlegen Sie anschließend, wann und warum ein guter Zeitpunkt

war, um Aktien zu kaufen.

Die Entwicklung des DAX finden Sie im Internet unter www.onvista.de.

Klicken Sie in der „Marktübersicht“ auf „DAX“. Unterhalb des

Kurscharts finden Sie „Weitere Chartfunktionen“, über die Sie zur

„Kurshistorie – Einzelabfrage“ kommen und dort die gesuchten Daten

eingeben können. Nehmen Sie für Ihre Berechnung immer die

Schlusskurse.

Anleger 1:

Kauf am 01.08.1997 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Verkauf am 01.09. 2001 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Differenz: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _Punkte

( _ _ _ __ _ _ € ) Gewinn/Verlust: _ _ _ _ _ _ _ _ _ Prozent.

Anleger 2:

Kauf am 30.07.1999 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Verkauf am 01.09. 2005 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Differenz: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _Punkte

( _ _ _ __ _ _ € ) Gewinn/Verlust: _ _ _ _ _ _ _ _ _ Prozent.

Anleger 3:

Schon gewusst?

Feststellung des aktuellen

Marktpreises für das einzelne

Wertpapier und damit des

Marktwerts für das betreffende

Unternehmen.

Kauf am 01.08. 2002 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Verkauf am 01.09. 2005 bei einem Kurs von: _ _ _ _ _ _ _ _ _

Gewinn/Verlust: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

( _ _ _ __ _ _ € ) Gewinn/Verlust: _ _ _ _ _ _ _ _ _ Prozent.

Der Begriff „Börse“ stammt aus dem 15. Jahrhundert aus dem

belgischen Brügge. Er umschrieb eine regelmäßige Versammlung

reicher italienischer Händler auf dem Platz „ter burse“.

Benannt war dieser Marktplatz nach der dort ansässigen Kaufmannsfamilie

„van der Burse“.

Weiterdenken!

• Überlegen Sie Gründe

dafür, warum ein Unternehmen

an die Börse geht.

• Welche Chancen und

Risiken ergeben sich bei

der Beteiligung an Aktien-

gesellschaften?

• Was müssen Sie tun, um

Wertpapiere über die Börse

kaufen zu können? Erkundigen

Sie sich bei Banken,

Sparkassen oder im Internet

auf www.hoch-im-kurs.de

Zum Nachlesen

• „Das Banken- und Börsen

ABC“, Bundesverband Deutscher

Banken (Hrsg.), bearb.

von Jörg Bickelbach, Bank-

Verlag Köln, 1999 (kostenlos)

• „Aktien-Einsteiger Buch“,

Stefan Horn, Financial Times,

Prentice Hall,

2000 (Euro 14,95)

Internet

• Informieren Sie sich auf

www.hoch-im-kurs.de

über die Frankfurter Börse

und schauen Sie sich Bilder

vom Börsenparkett an.

• Auf der Internetplattform

der Gruppe Deutsche Börse

www.deutsche-boerse.com

können sich Anleger über

tagesaktuelle Börsenkurse,

Meldungen und die wichtigsten

Aktien informieren.

09 ......


............... Vermögensaufbau I

..... 10

„Ich liebe das Risiko,

denn wer nicht wagt,

der nicht gewinnt!“

Auf die Mischung kommt es an ..

Die Begriffe Kredit

und Darlehen werden

oft synonym verwendet.

„Nur 18 Prozent aller Deutschen planen ihre eigenen Finanzen mit Erfolg.“ (Handelsblatt, September 2004)

Wer bin ich, was will ich, und wo will ich hin?

Welche Anlageform ist die richtige? Auf diese viel gestellte Frage

gibt es eigentlich nur eine Antwort: Das kommt ganz darauf an!

Denn was für den einen maßgeschneidert ist, wäre für den nächsten

womöglich völlig falsch.

Anlageformen lassen sich in zwei Grundtypen einteilen. Da sind zum

einen die kreditähnlichen Anlagetypen, bei denen der Anleger wie

ein Kreditgeber sein Geld für eine bestimmte Frist „verleiht“ und

im Gegenzug dafür Zinsen gezahlt bekommt. Am Ende der Laufzeit

erhält er sein Geld zurück. Der Anleger ist in der Position des Gläubigers,

der Empfänger des Kapitals in der Position des Schuldners.

Beispiele für diese Anlagetypen sind:

Termin- und Festgeld

Sparbuch und Sparbriefe

festverzinsliche Wertpapiere

Die zweite Anlagegruppe umfasst die verschiedenen Formen

des Erwerbs von Eigentum. Hierzu zählen:

Eigentumsanteile an Unternehmen in Form

von Aktien oder Aktienfonds-Anteilen

Immobilien

Schmuck, Gold, Edelsteine, Oldtimer,

Briefmarken etc.

Bei diesen Formen wird der Anleger Eigentümer an dem Vermögenswert.

Die Anlagen sind auf Dauer angelegt, auch wenn Verkäufe

immer wieder zwischendurch möglich sind. Der Ertrag aus diesen

Anlagen ist zunächst ungewiss und abhängig vom erzielbaren Verkaufspreis.

Anlageziele

Es gibt einige Kriterien, die bei den Anlagezielen eine Rolle spielen.

Kosten

Anlagedauer

Anlageziele

Steuervorteile Verfügbarkeit

www.hoch-im-kurs.de

Sicherheit

Rentabilität


Das magische Dreieck

Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Wie findet man nun die richtige Anlageform? Üblicherweise zieht

man hierzu drei Entscheidungskriterien zu Rate: Sicherheit, Rentabilität

und Verfügbarkeit (Liquidität).

Die Sicherheit einer Geldanlage sagt aus, ob und in welchem Umfang

der Anlagebetrag möglicherweise ganz oder teilweise verloren

gehen könnte.

Die Rentabilität einer Anlage bestimmt sich aus ihrem Ertrag. Der

Fachmann spricht auch von Rendite.

Die Verfügbarkeit hängt davon ab, wie schnell ein Betrag, der in

einen bestimmten Wert investiert wurde, wieder flüssig gemacht

werden kann, wenn man schnell Geld braucht. Deshalb ist es wichtig,

immer einen Teil des Vermögens in Anlageformen zu investieren,

die kurzfristig und ohne Kursverlust verkauft werden können.

Es gibt keine Anlageform, die alle Kriterien gleichwertig erfüllen

kann. Zwischen Sicherheit und Rentabilität besteht ein Zielkonflikt.

Grundsätzlich gilt, dass höhere Chancen immer auch mit höheren

Risiken verbunden sind und umgekehrt. Auch Rentabilität und Verfügbarkeit

passen bei vielen Anlageprodukten nicht so recht zusammen.

Jeder Sparer muss sich also entscheiden, welche Ziele und

Anforderungen er für sich als besonders wichtig ansieht. Eine optimale

Anlageform für jedermann kann es demnach gar nicht geben.

Umgang mit Risiken

Geldanlagen mit hoher Rentabilität sind nur deshalb möglich, weil

sie mit gewissen Risiken verbunden sind. Aktien beispielsweise

unterliegen großen Kursschwankungen. Das birgt einerseits die

Chance, schnell hohe Gewinne zu erzielen. Andererseits können die

Kurse jederzeit wieder fallen. Derjenige, der sein Geld nicht von heu-

Zu den wichtigsten Anlageprinzipien gehört:

Risikoverminderung durch Streuung

Die Mischung macht’s! Anleger, die ihr gesamtes Vermögen in

eine einzige Anlageform oder in ein einziges Wertpapier investieren,

gehen ein relativ hohes Risiko ein. Dieses Risiko lässt sich

durch Verteilung der Mittel auf mehrere verschiedene Anlageformen/Wertpapiere

entscheidend mindern.

Anlegertypen Zu welchem Anlage-Typ gehören Sie?

Quelle: „Investmentfonds – saustark! Der Navigator für Ihre Fondsanlage“ (CD-ROM),

© 2005 BVI, Frankfurt a. M.

Das magische Dreieck der Vermögensanlagen

Es gibt drei Kriterien, nach denen eine Geldanlage bewertet werden

kann: Sicherheit, Rentabilität und Verfügbarkeit.

Rentable Anlagen

sind oft

weniger sicher

Sichere Anlagen

sind oft

weniger rentabel

Rentabilität

Rentable Anlagen

sind oft

langfristig gebunden

Sicherheit

Verfügbarkeit

(Liquidität)

Liquide Anlagen

sind oft

weniger rentabel

te auf morgen verfügbar braucht, wartet einfach ab, bis die Kurse

wieder steigen. Das Risiko wird zur Chance. Braucht er sein Geld jedoch

kurzfristig, muss er seine Anteile mit Kursverlusten verkaufen.

Risiko und Chance liegen also eng beieinander.

Sicherheitstyp: Ertragstyp: Wachstumstyp: Chancentyp: Dynamiktyp:

> Möchte nach-

haltigen Ertrag

(Rendite) erzielen,

aber kein Risiko

eingehen,

> wünscht sich

hohe Sicherheit

für sein angelegtes

Vermögen.

> Wünscht sich

gute Ertragschancen,

> will das Gesamt-

risiko aber möglichst

gering halten.

> Ihn reizen Anlagen,

die überdurchschnittlicheWertsteigerungen

erzielen können,

und er

> ist bereit, ein

gewisses Maß an

Risiko einzugehen

(Verluste können nur

in geringem Maße

verkraftet werden).

Risikoverminderung durch langen Anlagehorizont

Eine „Streuung über die Zeit“ hilft bei der Vermeidung von Risiken.

Insbesondere bei Wertpapieranlagen, deren Erträge im Zeitablauf

sehr stark schwanken können, führt ein Anlagezeitraum über

mehrere Jahre hinweg zu einer Glättung der Ausschläge und damit

zu einer besseren Risikoverteilung.

> Ist auf eine hohe

Wertsteigerung aus,

und er

> ist bereit, ein

erhöhtes Risiko

einzugehen

Schon gewusst?

> Verfolgt auf lange

Sicht eine überdurchschnittliche

Wertentwicklung.

> Er sieht das Risiko

als Chance und kann

Verluste wegstecken

Man gab dem „magischen Dreieck“ seinen Namen, da wohl nur

ein Magier in der Lage ist, alle drei Kriterien der Vermögensanlage

gleichwertig erfüllen zu können.

„Risiko

entsteht dann,

wenn Anleger nicht

wissen, was sie tun.“

Warren Buffet,

Börsen-Guru und erfolgreicher

Investor aus

den USA

Weiterdenken!

• Angenommen, Sie erben

5000 Euro und wollen sie

anlegen. Welche Kriterien

sind Ihnen wichtig? Wägen

Sie mit Blick auf das

„magische Dreieck“ Ihre

Wünsche und Ziele ab.

• Schauen Sie sich im Internet

auf www.hoch-im-kurs.de die

Übersicht „Geldanlageformen

und ihre Beurteilungsaspekte“

an. Welche Anlageform passt

zu Ihren gewählten Kriterien?

Zum Nachlesen

• „Sparen und Anlegen“,

Hrsg.: Bundesverband

deutscher Banken e. V., Berlin

(kostenlos zu Bestellen unter:

www.schulbank.de)

Internet

• Welcher Anlage-Typ sind

Sie? Machen Sie den Test auf

www.hoch-im-kurs.de

• Wie geschickt stellt sich

Ihre Klasse beim Wertpapierhandel

mit fiktivem Kapital

an? Wer beim „Planspiel

Börse“ die höchsten Gewinne

einfährt, kann tolle Preise

gewinnen!

Die nächste Spielrunde

startet am 27.12.2006 auf

www.planspiel-boerse.com

11 ......


............. Vermögensaufbau II

.....12

„Bei den paar Euro, die du

jeden Monat zurücklegst, musst

du aber früh damit anfangen.“

Zeit bringt Geld ................

So unterschiedlich wie die einzelnen Anlageformen hinsichtlich Sicherheit und Verfügbarkeit ausgestattet sind, so

unterschiedlich sind auch ihre Ertragschancen. Die Faustformel lautet: Hohe Sicherheit ist meist mit niedrigerem

Ertrag verbunden, und hohes Risiko bietet oftmals die Chance auf höheren Ertrag.

Wie aus Geld viel Geld werden kann

Wer früh anfängt, Geld anzulegen, hat zwei Verbündete: die Zeit und

den Zins. Als Zins wird der Preis bezeichnet, den ein Kapitalnehmer

(Schuldner) einem Kapitalgeber (Gläubiger) dafür zahlen muss,

dass dieser ihm für eine bestimmte Zeit einen gewissen Geldbetrag

überlässt. Die Höhe des Betrags, den der Schuldner als Zinsaufwand

zahlt und der Gläubiger als Zinsertrag erhält, hängt davon ab, wie

viel Geld wie lange und zu welchem Zinssatz angelegt wird. Zinsen

erhält man bei allen kreditähnlichen Anlageformen.

Der Zinsertrag ist also abhängig von der Höhe des überlassenen

Kapitals, der Dauer der Überlassung („i“ steht immer für Zeit in ganzen

Jahren) und vom Zinssatz. Der Zinssatz wird üblicherweise in

Prozent pro Jahr angegeben (kurz: p.a. = per annum).

>> Börsenkommentar

www.hoch-im-kurs.de

„Für so einen Schlitten

lohnt es sich zu sparen!“

Eine einfache Formel für Zinsen lautet:

Zinsertrag (Z) = Kapital (K) x Zeit (i) x Zinssatz (p)/100

Beispiel:

Sie legen 300 Euro auf Ihrem Sparbuch zum jährlichen Zinssatz

von zwei Prozent an. Am Ende des ersten Jahres erhalten Sie:

300 Euro x 1 Jahr x 2/100 = 6 Euro Zinsen.

Ist die Anlagezeit kürzer als ein Jahr, rechnet man genau nach Tagen

(t), wobei der Monat vereinfacht mit 30 Tagen und das Jahr mit 360

Tagen gerechnet wird. In unserem Beispiel beträgt der Zins nach

drei Monaten (also einem Vierteljahr) 1,50 Euro:

300 Euro x 90/360 x 2/100 = 1,50 Euro.

> „Die vergangene Woche hatte es in sich. Erst fiel der DAX um 300 Punkte, dann stieg er um

400 auf ein neues Jahreshoch. Wer zur Wochenmitte verkaufte, ärgert sich jetzt. In den

letzten zwölf Monaten legte der DAX um 28 Prozent zu. Die Experten streiten, ob es so positiv

weitergeht. Die guten Wirtschaftsdaten aus Deutschland und den USA sollten die Werte

eigentlich weiter nach oben ziehen. Aber da sind die steigenden Preise für Öl aus den arabischen

Staaten und die sinkenden Absatzzahlen westeuropäischer Autohersteller. Jetzt also

noch schnell einsteigen und mitverdienen oder lieber die nächste Kurskorrektur abwarten?“

Z =

K x i x p

100


Der Zinseszins –

Turbo fürs Vermögen

Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Wird der Zins (Ertrag) am Ende eines Jahres fällig und nicht ausgezahlt,

sondern wieder dem Konto gutgeschrieben, bedeutet dies,

dass im zweiten Jahr nicht nur der Kapitalbetrag verzinst wird,

sondern der Zins des ersten Jahres gleich mit. Dieser Zins auf die

Zinsen heißt Zinseszins.

Die Formel dafür lautet:

Anfangskapital x (1+p/100) i

=

Endkapital (mit Zinseszins)

Die Formel ist zwar nicht ganz so einfach, aber für jede zinsbringende

Geldanlage, die über ein Jahr hinausgeht, relevant. Anfänglich

ist der Effekt nicht so stark, wächst aber unaufhörlich.

Wie berechnet sich die

Rendite bei Wertpapieren?

Bei Wertpapieren besteht der Ertrag der Anlage neben Kursgewinnen

(oder auch Kursverlusten) aus:

Dividenden bei Aktien,

Zinsen bei festverzinslichen Wertpapieren,

Mieteinnahmen bei Immobilien,

Ausschüttungen bei Fonds. Je nach Fondsart setzt

sich die Ausschüttung aus den oben genannten

Erträgen zusammen.

Der Zinssatz reicht als Messgröße für den Ertrag aus der Wertpapieranlage

nicht aus. Aktien haben gar keine Verzinsung, sondern

schütten Gewinne aus. Kursveränderungen und unterschiedliche

Laufzeiten erschweren eine Vergleichbarkeit. Zur besseren Ertragsmessung

ermittelt man daher die Rendite. Sie ermittelt den Ertrag

bezogen auf den Kapitaleinsatz und zwar immer pro Jahr (p.a.). So

lassen sich alle Anlageformen gut miteinander vergleichen.

Rendite p.a. =

Faustformel:

Ertrag p.a. x 100

Kapitaleinsatz

Ist eine Rendite von sechs Prozent im Jahr jetzt viel oder wenig,

gut oder schlecht? Unabhängig von den subjektiven Einschätzungen

benutzt man gerade bei Aktien und Fonds so genannte „Indizes“

als Vergleichsmaßstab (im Fachjargon: Benchmark). Bei deutschen

Aktien ist dies insbesondere der DAX 30 (Deutscher Aktienindex).

Hat sich der DAX 30 nun beispielsweise um fünf Prozent verbessert,

sind die oben genannten sechs Prozent ein guter Wert, denn er liegt

über diesem Index.

Stellen Sie sich vor, Sie legen 2000 Euro bei einem Zinssatz von

vier Prozent im Jahr an. Nach zehn Jahren hätte sich der Betrag

alleine aufgrund des Zinseszinses auf 2960 Euro erhöht.

Jahr

Anfangskapital

(K)

Zinssatz

(p)/100

Zinsbetrag Endkapital

1 2000,00 € 4,00% 80,00 € 2080,00€

2 2080,00€ 4,00% 83,20 € 2163,20 €

3 2163,20 € 4,00% 86,53 € 2249,73 €

4 2249,73 € 4,00% 89,99 € 2339,72 €

5 2339,72 € 4,00% 93,59 € 2433,31 €

6 2433,31 € 4,00% 97,33 € 2530,64 €

7 2530,64 € 4,00% 101,23 € 2631,87€

8 2631,87€ 4,00% 105,27€ 2737,14 €

9 2737,14 € 4,00% 109,48€ 2846,62€

10 2846,63 € 4,00% 113,86€ 2960,49€

Das hat’s gebracht!

Wer im Jahr 2005 10.000 Euro in osteuropäische Aktienfonds

angelegt hat, konnte innerhalb eines Jahres eine Rendite von

60,9 Prozent verzeichnen und kam auf insgesamt 16.090 Euro.

Die Anlage in Sparbriefen mit vierjähriger Laufzeit brachte eine

Verzinsung von 2,9 Prozent. Auf dem Sparbuch wurden aus

10.000 Euro mit einer Verzinsung von 0,9 Prozent 10.090 Euro.

Aktienfonds Osteuropa

Gold

Deutsche Aktien (DAX-Werte)

Rentenfonds Euro

10.380 €

13.600 €

12.700 €

Bundesobligationen (fünf Jahre Laufzeit)

10.300 €

Sparbriefe (vier Jahre Laufzeit)

10.290 €

Sparbuch (drei Monate Kündigungsfrist)

10.090 €

Schon gewusst?

Der Zinseszins

(Die Grafik gibt eine Auswahl besonders rentabler Geldanlagen

im Jahr 2005 wieder, die keine Richtwerte darstellen!)

16.090 €

Quelle: Bundesverband deutscher Banken,

BVI Bundesverband Investment und Asset Management e. V.

Rendite-Prognose

Wie rentabel Aktien oder Fonds letztlich sind, lässt sich im Vorfeld

nicht prognostizieren. Kursschwankungen sind nicht präzise

vorauszusehen und bei Anlage in Aktien unvermeidlich.

Tipp:

Mit dem Renditerechner auf www.hoch-im-kurs.de können Sie

Ihre Zinserträge schnell selbst ausrechnen.

Weiterdenken!

• Vorausgesetzt, Sie haben

ein Sparbuch: Wissen Sie,

wie viel Geld Sie dort zu

welchem Zinssatz liegen

haben? Berechnen Sie, wie

hoch die Summe mit Zins

und Zinseszins in zehn

Jahren sein wird.

• Lesen Sie den Börsen-

kommentar auf S. 12.

Welche Faktoren beeinflussen

die Börsenkurse? Welche

Anhaltspunkte finden Anleger

für ihre Anlageentscheidung?

• Suchen Sie sich aus der

Grafik „Das hat’s gebracht!“

zwei Geldanlagen heraus

und recherchieren Sie ihre

Wertentwicklung in den vergangenen

Jahren. Können Sie

anhand der Ergebnisse eine

Aussage über die zukünftige

Wertentwicklung treffen?

Zum Nachlesen

• „Kanon der finanziellen

Allgemeinbildung“,

Hrsg.: Commerzbank

Ideenlabor, Frankfurt a. M.

2004 (kostenlos)

• „Money“, Alles über Geld

von Aktien bis Zinsen,

G. Milde/P. Missfelder,

Ravensburger Buchverlag,

2001 (Euro 12,95)

Internet

• Mit dem Renditerechner

auf www.hoch-im-kurs.de

können Erträge schnell und

einfach kalkuliert werden.

• Die Website

www.boerse.ard.de

gibt aktuelle Entwicklungen,

Meldungen und Börsen-

trends wider.

13 ......


................ Zukunftsvorsorge

.....14

„Den Kleinen beneide

ich nicht – der muss

später mal die Rente

für uns beide zahlen!“

Fit für die Zukunft .............

„Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts stehen in 25 Jahren 100 erwerbstätigen Menschen (20 bis 60

Jahre) 71 Rentner gegenüber.“

No risk, no fun?

Ein finanzielles Polster kann in allen Lebenslagen nützlich sein. Niemand

weiß, wie seine Zukunft aussehen wird. Jeder Mensch ist jeden

Tag den verschiedensten Lebensrisiken ausgesetzt. Dies gilt für

Jugendliche genauso wie für ältere Menschen. Unfälle im Straßenverkehr

oder im Haushalt sind schnell passiert. Auch Krankheiten,

Arbeitslosigkeit oder größere Vermögensschäden (Hausbrand etc.)

können uns schnell aus unserer Lebensplanung herausreißen.

In Deutschland bietet zunächst die gesetzliche Sozialversicherung

Schutz vor den wichtigsten Lebensrisiken. Hierzu gehören im Einzelnen:

die Kranken- und Pflegeversicherung,

die Arbeitslosenversicherung und

die Rentenversicherung.

Andere Risiken des Alltags können durch den Abschluss von Versicherungen

bei privaten Versicherungsgesellschaften gut abgefedert

werden. Zu den gängigen Versicherungen zählen zum Beispiel die

Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung.

Neben der Absicherung von Lebensrisiken sollte ein besonderes

Augenmerk auf die Altersvorsorge gelegt werden. Denn nur wer

frühzeitig anfängt, langfristig Vermögen aufzubauen, kann sich auch

im Rentenalter seinen gewohnten Lebensstandard sichern. Die gesetzliche

Rente wird dafür in Zukunft nicht mehr ausreichen. Die

Vorsorge für den Ruhestand muss stärker in die Hand jedes Einzelnen

gelegt werden.

Sparen für ein Leben nach der Arbeit

Unsere heutige Altersversorgung basiert auf drei Säulen: der gesetzlichen

Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung

und der privaten Altersvorsorge.

Wirtschaftliche Basis …

… der gesetzlichen Rentenversicherung ist der so genannte

„Generationenvertrag“: Die heute Berufstätigen finanzieren durch

ihre Beiträge die Rente der Älteren – in der Erwartung, dass die

kommende Generation dann später die Renten für sie aufbringt.

Wer heute in die Rentenversicherung einzahlt, spart seine Beiträge

also nicht für sich selbst an, sondern bezahlt damit die

Generation seiner Eltern. Dieses im Vertrauen darauf, dass die

Generation seiner Kinder wiederum die notwendigen Beiträge

zahlt, um den eigenen Lebensabend zu sichern.

Der Generationenvertrag gerät zunehmend in Gefahr, da immer

weniger Kinder geboren und die Menschen immer älter werden.

Die Bevölkerungspyramide verschiebt sich zunehmend in Richtung

Alter. Bereits im Jahr 2030 wird jeder dritte Deutsche über

60 Jahre alt sein.

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Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Die zweite Säule …

… ist die betriebliche Altersversorgung. Jeder Arbeitnehmer

hat das Recht, Teile seines Gehalts (zum Beispiel das Urlaubsgeld)

in eine betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung,

Pensionskasse, Pensionsfonds) umzuwandeln und dabei Steuern

und derzeit auch Sozialabgaben zu sparen. Des Weiteren

gibt es Betriebsrenten als freiwillige Leistung eines Unternehmens,

bei denen der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Versorgungszusage

macht.

Mit der …

… privaten Vorsorge sollen bestehende Versorgungslücken

durch die staatliche Rente geschlossen werden. Nur so kann

der gewohnte Lebensstandard auch im Alter beibehalten, können

Träume und Wünsche in die Tat umgesetzt werden.

Anlagestrategien in

verschiedenen Lebensphasen

Im Laufe eines Lebens gibt es viele Situationen, in denen aufgebautes

Vermögen umgeschichtet und wieder neu ausgerichtet werden

muss. Dabei ist es wichtig, die stete Weiterentwicklung des Vermögens

im Auge zu behalten, um am Ende des Erwerbslebens auf eine

ausreichende Reserve zurückgreifen zu können.

Versuchen Sie einzuschätzen, wie man in den verschiedenen Lebensphasen

sein Geld anlegen sollte, und ordnen sie die rechts

stehenden Anlagekriterien den Phasen zu. Warum fällt es Ihnen gegebenenfalls

schwer, eine konkrete Zuordnung zu machen?

Lebensphase Anlagestrategie

Berufsanfänger

Paare

Familien mit

kleinen Kindern

Familien mit

großen Kindern

Kinder

aus dem Haus

Ruhestand

A Geld verfügbar

anlegen

B Geld mittelfristig

anlegen

C Geld langfristig

anlegen

D Geld in rentable

Anlagen anlegen

E Vermögen sichern

F Geld in verschiedene

Anlageformen anlegen

G Geld in sichere

Anlagen anlegen

Langsam, aber sicher!

Die persönliche Vorsorgestrategie hängt von vielen Dingen ab: von

der momentanen Lebensphase, vom Einkommen, dem Familienstand

oder von zu erwartenden Erbschaften. Auch die individuelle

Risikobereitschaft bei der Geldanlage spielt eine wichtige Rolle.

Grundsätze der privaten Altersvorsorge:

Je früher man mit der Altersvorsorge beginnt,

desto geringer können die Sparbeiträge sein.

Schon wegen des Zinseszinseffekts kommt im

Laufe der Jahre eine beträchtliche Summe zusammen.

Der Einstieg in jungen Jahren mit kleinen

Beiträgen ist ein unbedingtes Muss!

Höhere Renditechancen sind mit höheren Risiken

verbunden. In jungen Jahren kann man etwas

riskanter anlegen, also zum Beispiel in Wertpapiere

mit hohem Aktienanteil. Je älter man wird, desto

mehr sollte man auf sichere Anlageprodukte setzen.

Niemals nur eine Anlageform auswählen. Das Kapital

sollte stets auf mehrere Anlageformen verteilt

werden.

Welche Gründe sprechen

gegen eine Altersvorsorge?

Laut einer Umfrage geben 43 Prozent der Befragten an, dass sie

wegen fehlender finanzieller Mittel nicht fürs Alter vorsorgen.

25 Prozent denken nicht einmal darüber nach, wie sie ihren

Lebensstandard im Alter sichern wollen.

Finanzielle Gründe

Habe noch nicht

daran gedacht

Bin noch in Ausbildung/Studium

Bin von keiner

Anlageart überzeugt

Arbeitsmarktlage

Unsicherheit

der Zukunft

Bin schon zu alt dafür

Gesetzliche Rente

muss ausreichen

Beziehe schon Rente

Schon gewusst?

6 %

5 %

4 %

4 %

3 %

9 %

8 %

25 %

43 %

Quelle: BVI, 2004

Mit einem Fondssparplan werden feste monatliche Beträge in

einen Investmentfonds angespart. Risiko und Ertragschancen

hängen davon ab, in welche Anlagen vorwiegend und wie lange

investiert wird. Beim Fondssparen kann der Anleger jederzeit

über sein Kapital verfügen und – je nach aktueller Lebenssituation

– sich mal mit niedrigeren oder höheren Anlagebeträgen

beteiligen. (Siehe auch Seite 16 ff.)

Weiterdenken!

• Betrachten Sie das Schaubild

„Welche Gründe sprechen

gegen eine Altersvorsorge?“

und diskutieren Sie die

genannten Beweggründe.

Welche können Sie nach-

vollziehen, welche nicht?

• Überprüfen Sie mit dem

„magischen Dreieck“

(siehe Seite 10 –11), welche

Kriterien Ihnen für die Altersvorsorge

wichtig erscheinen.

Welche Anlageformen

kommen dafür in Frage?

• „Wer wird Millionär?“

Sie möchten jeden Monat

150 Euro so anlegen, dass

Sie mit 65 Jahren eine Million

Euro angespart haben.

Wie lang ist die Laufzeit bei

4, 6 und 8 Prozent Rendite?

(Mehr Infos dazu unter:

www.hoch-im-kurs.de)

Zum Nachlesen

• „Zusätzliche Altersvorsorge“,

vom Bundesministerium für

Gesundheit und Soziale

Sicherung (Hrsg.), Berlin,

April 2005 (kostenlos)

• „Das Alterseinkünftegesetz:

Gerecht für Jung und Alt.“,

vom Bundesministerium der

Finanzen (Hrsg.),

Berlin 2005 (kostenlos)

Internet

• Unter www.hoch-im-kurs.de

erhalten Sie weitere Infos

zum Fondssparplan.

• Der Internet-Auftritt

www.sozialpolitik.com

diskutiert Fragen rund um

die soziale Sicherung und

bietet eine Fülle an Schau-

bildern, Arbeitsblättern

und Infomaterial.

15 ......


................. Investmentfonds

.....16

Was sind Fonds? ................

Geldmarkt =

kurzfristige Anlage

Kapitalmarkt =

langfristige Anlage

„In rund 2800 deutschen Investmentfonds, die für den privaten Anleger bestimmt sind, wird ein Vermögen von 545

Milliarden Euro verwaltet. Dabei gibt es viele risikobereite Anleger (die in Aktienfonds anlegen), aber auch risikoscheue

Anleger (die beispielsweise Rentenfonds bevorzugen).“ (BVI, Stand 2005)

Was ist ein Fonds?

Grob gesprochen ist ein Fonds ein Topf, in den viele Anleger gemeinsam

einzahlen. Das Geld wird von professionellen Fondsmanagern

möglichst Gewinn bringend in Wertpapieren oder Immobilien angelegt,

und die Gewinne werden dann einmal im Jahr an die Anleger

wieder ausgeschüttet.

Einer für alle

„Ganz ordentlich!“

Eine Kapitalanlagegesellschaft (kurz: KAG oder auch Investmentgesellschaft)

bündelt das Geld der einzelnen Anleger gesondert in

einem eigenen Vermögen, dem Investmentfonds. Dort werden sie

nach dem Grundsatz der Risikomischung in verschiedenen Vermögenswerten

(Aktien, Rentenpapiere, Immobilien) angelegt und fachmännisch

verwaltet. Der Anleger erhält über seine Beteiligung an

dem Fonds Anteilscheine (auch Fondsanteile oder Fondszertifikate),

er wird Miteigentümer des Fonds.

Um einen verstärkten Anlegerschutz zu gewährleisten, darf die KAG

die von ihr aufgelegten Fonds (Sondervermögen) nicht selbst verwahren,

sondern muss damit ein anderes Kreditinstitut als Depotbank

beauftragen. Jede KAG kann mehrere Fonds unterhalten.

„Wie ist deine Rendite?“

So funktioniert ein Fonds

Bank,

Discountbroker,

Finanzdienstleister,

Fondsshop oder

Sparkasse

Anleger

Miteigentümer

kauft direkt bei

www.hoch-im-kurs.de

kauft über

Kapitalanlagegesellschaft

managt und betreut

das Fondsvermögen

Investmentfonds

Depotbank

verwahrt das

Fondsvermögen

Aktien

Immobilien

Anleihen

Quelle: www.stiftung-warentest.de


Fondsarten

Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Es wird zwischen fünf wesentlichen Investmentfondsarten unterschieden:

Aktienfonds Rentenfonds Mischfonds

legen in deutschen oder

internationalen Aktien an.

Es gibt Fonds, die dabei auf

bestimmte Regionen oder

Länder (zum Beispiel Ost-

europa, China), oder auf

bestimmte Branchen (zum

Beispiel Technologiewerte,

Rohstoffe) spezialisiert sind.

investieren in fest-

verzinsliche Wert-

papiere (zum Beispiel

Bundesanleihen) mit

unterschiedlichen

Zinssätzen und

Laufzeiten.

legen ihr Geld sowohl

in Aktien als auch in

Renten, teilweise auch

in Immobilien an.

Geldmarktfonds

investieren in kurz-

fristige Geldanlagen,

wie zum Beispiel

Tages- oder Termingeld,

mit einer Restlaufzeit

von maximal zwölf

Monaten

Schließlich gibt es noch die Dachfonds, die ihr Vermögen in andere Investmentfonds investieren.

„Alles auf einmal

oder nacheinander?“

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an, wie in einen Fonds

investiert werden kann:

Einmalanlage, wobei einmalig ein

bestimmter Betrag angelegt wird, oder

Fondssparpläne, mit denen regelmäßig auch

kleinere Beträge angelegt werden können.

Bei der Einmalanlage wird einmalig ein größerer Betrag für den Kauf

von Fondsanteilen aufgebracht. Die Herausforderung und zugleich

die Hauptschwierigkeit bei der Einmalanlage liegt darin, einen

günstigen Anlagezeitpunkt zu wählen, denn davon hängt der An-

lageerfolg ab. Das Prinzip der Sparpläne: Monatlich wird ein fester

Betrag in die ausgesuchten Fondsanteile investiert. Höhe und Laufzeit

kann der Anleger bestimmen.

Fondssparpläne haben mehrere Vorteile:

die Anlage ist auch mit kleinen Beträgen

möglich (manchmal schon ab 25 Euro pro Monat)

Berechnung des Cost-Average-Effekts

Alternative 1 Alternative 2

Ausgabepreis je Fondsanteil Monatlicher Erwerb von 3 Anteilen Monatliche Anlage von 150,00 Euro

Monat 1 40,00 € 3 x 40,00 = 120,00 € 150,00 : 40,00 € = 3,75 Anteile

Monat 2 60,00 € 3 x 60,00 = 180,00 € 150,00 : 60,00 € = 2,50 Anteile

Monat 3 50,00 € 3 x 50,00 = 150,00 € 150,00 : 50,00 € = 3,00 Anteile

9 Anteile 450,00 € 450,00 € 9,25 Anteile

ø Preis 50,00 € ø Preis 48,65 €

Schon gewusst?

Offene Immobilienfonds

erwerben Grundstücke

und Gebäude (Immobilien).

Sie investieren

meist in gewerblich

genutzte Immobilien

(zum Beispiel Bürogebäude,

Einkaufszentren)

oder vereinzelt auch

Wohnungen.

je länger der Anlagezeitraum, desto besser

sind die Ertragsaussichten

der Zinseszinseffekt vergrößert das Vermögen

günstige Durchschnittskurse durch den

Cost-Average-Effekt

Cost-Average-Effekt

Beim Fondssparplan erwirbt man jeden Monat für den gleichen Betrag

einmal mehr, einmal weniger Fondsanteile, je nachdem, wie hoch

gerade der Preis ist. Mit steigenden Kursen erwirbt der Anleger weniger

Anteile am Fonds, bei fallenden Preisen mehr. Die regelmäßigen

Anlagen führen zu einem günstigen Durchschnittspreis und damit

zu einem Preisvorteil. Dieses Phänomen wird als „Cost-Average-

Effekt“ („Durchschnittspreis-Effekt“) bezeichnet.

Für den langfristig orientierten Anleger, der zum Beispiel zur Ergänzung

seiner Altersvorsorge regelmäßig gleich bleibende Beträge

spart, bedeuten vorübergehende Rückgänge der Aktienkurse also

keine Bedrohung, sondern eher die Chance zum kostengünstigen

Aufbau eines Wertpapierdepots.

Bei der Fondsanlage fallen wie bei jeder Anlageform Kosten an.

Im Wesentlichen handelt es sich um …

• … den Ausgabeaufschlag für Beratungs- und Vertriebs-

kosten des Fonds (errechnet sich aus der Differenz zwischen

Ausgabe- und Rücknahmepreis, die jeden Tag veröffentlicht

werden) und

die Verwaltungs- und Depotbankvergütungen, die unmittelbar

aus dem Fondsvermögen entnommen werden.

Weiterdenken!

• Suchen Sie sich im Börsen-

teil Ihrer Tageszeitung einen

Investmentfonds aus, und

notieren Sie seinen Wert

über mehrere Wochen.

Welche Tendenzen können

Sie erkennen?

• Fragen Sie in Ihrem Familien-

und Bekanntenkreis, wer

Anteilscheine an einem

Fonds hält. Welche Arten von

Fonds haben sie mit welchen

Zielen? Welche Erfahrungen

haben sie damit gemacht?

Zum Nachlesen

• „Ich und mein Fonds.

Bausteine für ein besseres

Leben: Geldanlage mit Investmentfonds.“,

BVI Bundes-

verband Investment und

Asset Management e.V.,

Frankfurt 2006 (kostenlos)

• „Die 222 wichtigsten

Fragen zu Investmentfonds“,

Egon Wachtendorf,

Finanzbuchverlag, 2005

(Euro 24,90)

Internet

• Schauen Sie sich auf

www.hoch-im-kurs.de

Fondsarten an, und

informieren Sie sich,

wie und wo man in einen

Fonds investieren kann.

• Der BVI Bundesverband

Investment und Asset

Management e.V. bietet

auf seiner Website

www.bvi.de umfangreiche

Informationen und Statistiken

rund um Investmentfonds an.

17 ......


...... Anlageformen im Vergleich

.....18

Chancen nutzen .................

www.hoch-im-kurs.de

„Die Aktie hat meinem Opa gehört.

Der war Aktionär aus Leidenschaft.

Ich glaube, das könnte auch mein

Hobby werden!“

„Vorbei sind die Zeiten, in denen die Ersparnisse von Jugendlichen ausschließlich auf Sparbüchern angelegt

wurden. Ein Sechstel der 15- bis 24-Jährigen besitzt bereits Aktien, Wertpapiere oder Fondsanteile –

Tendenz steigend.“ (IJF, München)

„Warum

investieren Sie in

Wertpapieranlagen?“

„Weil…

> … das Risiko gestreut werden kann.“

(sagen 87 Prozent der Anleger)

> … die Anlageform geeignet für

meine Altersvorsorge ist.“

(sagen 85 Prozent der Anleger)

> … langfristig ein hoher Ertrag

zu erwarten ist.“

(sagen 82 Prozent der Anleger)

> … die Anlageform transparent ist.“

(sagen 81 Prozent der Anleger)

Quelle: DAI, 2005

Chancen und Möglichkeiten

Wie in den vorangegangenen Kapiteln erläutert, spielt frühzeitiger

Vermögensaufbau nicht nur in Anbetracht der Versorgungslücke

im Alter eine wichtige Rolle. Die bei den Bürgern beliebteste Anlageform

ist nach wie vor das Sparkonto oder Sparbuch. Aber auch

Investmentfonds steigen im Kurs der Anleger: Das Fondsvermögen

von Publikumsfonds (Investmentfonds, deren Anteile von jedermann

erworben werden können, Gegensatz dazu: Spezialfonds) entspricht

heute etwa 13 Prozent des Geldvermögens der privaten Haushalte.

Laut einer Umfrage des Deutschen Aktien Instituts entscheiden

sich Anleger für Wertpapiere und Investmentfonds vornehmlich aus

Gründen der Rentabilität, Transparenz, Risikostreuung und Altersvorsorge.

Rentabilität:

Mit Wertpapieren und Investmentfonds können höhere Renditen

erzielt werden als beispielsweise mit einem Sparbuch. Allerdings

unterliegen sie den Kursschwankungen am Markt, wo es

immer gute wie auch schlechtere Jahre gibt. Auch entwickeln

sich die unterschiedlichen Wertpapiere und Fondsarten nicht

alle gleich. Hohe Renditechancen lassen sich daher am besten

durch langfristiges Anlegen erzielen.


Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Verfügbarkeit:

Das Leben steckt voller unvorhersehbarer Ereignisse. Wer

langfristig für seine Zukunft Vermögen aufbauen will, sollte

daher darauf achten, immer auf einen Teil der Geldreserven

zurückgreifen zu können. Sparformen, die für bestimmte Fristen

festgelegt werden müssen (zum Beispiel Sparbriefe oder

Termingelder), können diesem Anspruch nicht gerecht werden.

Ohne Kündigungsfristen sind beispielsweise festverzinsliche

Wertpapiere, Investmentfonds oder Aktien.

Transparenz:

Für viele Anleger ist die Transparenz einer Anlage ein wichtiges

Kriterium. Wie hat sich der Wert der Anlage im letzten

Jahr entwickelt? Wie schneidet sie im Vergleich mit anderen

Geldanlageformen ab? Wenn das Vermögen einer Anlage von

beispielsweise einer Bank oder Sparkasse verwaltet wird, ist

es schwierig, die erzielte Wertentwicklung mit den Ergebnissen

anderer individuell verwalteter Vermögen zu vergleichen. Transparente

Anlageinstrumente sind zum Beispiel Investmentfonds.

Ihre Wertentwicklungen werden regelmäßig in Tageszeitungen

und Jahresberichten der Fonds veröffentlicht.

Sparformen von Jugendlichen

Sparformen

Sparschwein

Sparbuch

Girokonto/Taschengeldkonto

Bausparvertrag

Lebensversicherung

Investmentfonds

Festverzinsliche Wertpapiere

Aktien

Sonstiges

1

1

2

3

3

4

Risiko:

Wer sich dazu entschließt, Teile seines Vermögens in Aktien

oder andere Wertpapiere zu investieren, sollte nie alles auf eine

Karte setzen. Erleidet der Aktienwert am Markt einen Einbruch,

steht das gesamte Vermögen auf dem Spiel. Investmentfonds

bieten in dieser Hinsicht eine gewisse Absicherung, da sie eine

gesetzlich vorgeschriebene Risikostreuung haben. Entwickelt

sich ein einzelner Titel innerhalb des Fonds mal nicht so gut,

so kann dies durch erfolgreichere andere Titel ausgeglichen

werden.

Trotz breiter Streuung nach verschiedenen Gesichtspunkten

können Kursrückgänge der jeweiligen Werte aber auch im Fonds

zu sinkenden Anteilpreisen führen. Bei Fonds mit besonderen

Branchen- oder Länderschwerpunkten (Spezialitätenfonds)

kann es vereinzelt zu einer Risikokonzentration kommen, wenn

zum Beispiel eine bestimmte Branche durch Rahmenänderungen

oder eine Region in der Welt zum Beispiel durch politische

Umbrüche besonders betroffen werden.

Bei Anlagen in Fremdwährungen sollte bedacht werden, dass

der Wert des Fondsvermögens in Euro von Wechselkursschwankungen

beeinflusst werden kann. Bei Anlagen im Euroraum ist

dies aber kein Problem.

Wie risikofreudig jemand sein Geld anlegt, ist immer eine

Frage der ganz persönlichen Anlageziele. Stark risikobehaftete

Vermögenswerte sollten einen bestimmten Prozentsatz

der Anlage nicht überschreiten.

Die beliebteste Sparform bei Jugendlichen ist das altbewährte Sparschwein, das in zunehmendem Alter aber an Bedeutung verliert. An

zweiter Stelle steht das Sparbuch. Es ist bei Jungen und Mädchen in allen Altersgruppen gleichermaßen beliebt, obwohl bei dieser Anlageform

kaum Zinsen zu erwarten sind. Die Verwahrung des Gesparten auf einem Girokonto oder Taschengeldkonto ist die drittbeliebteste Art.

Deutlich wird: Nicht die Rentabilität, sondern die ständige Verfügbarkeit des Sparguthabens spielt eine wichtige Rolle. Längerfristige und

renditeträchtigere Anlageformen werden von der befragten Zielgruppe noch vergleichsweise selten genutzt.

(Befragt wurden 1003 Jugendliche im Alter von 10–17 Jahren, Mehrfachnennungen waren möglich. Angaben in Prozent.)

36

Schon gewusst?

51

Quelle: © IJF Institut für Jugendforschung, 2005

Die erzielten Erträge eines Investmentfonds werden von der

Fondsgesellschaft meist einmal jährlich in Form einer Ausschüttung

an die Anleger weitergegeben. Diese Ausschüttung wird

am so genannten „Ex-Tag“ dem Fondsvermögen entnommen,

so dass der Anteilpreis um diesen Ausschüttungsbetrag sinkt.

Bei „thesaurierenden“ Fonds werden die Erträge dagegen nicht

ausgeschüttet, sondern sofort wieder in den Fonds investiert.

Die Ausschüttungen zählen zu den privaten Kapitalerträgen und

sind oberhalb der Freibetragsgrenzen zu versteuern.

65

Weiterdenken!

• Schauen Sie sich die Grafik

„Verbreitung unterschiedlicher

Anlageformen“ an.

Welche der aufgeführten

Anlageformen haben Sie

selbst? Überprüfen Sie Ihre

Anlage nach den Kriterien

„Risikostreuung“, „Rentabilität“

und „Transparenz“.

• Befragen Sie Familien-

mitglieder und Bekannte,

wie für sie eine ideale Geldanlage

aussieht und welche

Vorteile sie bieten sollte.

Zum Nachlesen

• „Sparen und Anlegen“,

Skorpel/Müller,

Bank-Verlag Köln,

Köln 2002 (Euro 9,00)

Internet

• Machen Sie mit beim großen

Vermögens-Wissenstest auf

www.hoch-im-kurs.de.

• Die Website

www.faz.net/investor

informiert über Fonds,

Aktien, Anleihen und bietet

ein kostenloses Börsen-

spiel an.

19 ......


.....Anlegerschutz und Fondsmanagement

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz

können

geprellte Anleger

Schadensersatz von

Konzernen verlangen,

wenn sie arglistig über

den Zustand des Unternehmens

getäuscht

wurden.

.....20

„Fondsmanager müssen ein bisschen

wie Detektive arbeiten, denn manchmal

sind es erst die Details, die dem Gesamtbild

Schärfe verleihen.“

Kontrolle ist besser ...........

Investmentfonds-Anleger vertrauen darauf, dass die Profis von Banken, Sparkassen und Kapitalsammelstellen

das ihnen anvertraute Geld Gewinn bringend investieren. Doch wer schützt den Anleger vor geschönten

Aktienprospekten und Anlagebetrug?

Fondsmanagement

Von der Dreiteilung der Aufgaben und Verantwortungen zwischen

Kapitalanlagegesellschaft (KAG), Fonds und Depotbank haben wir

schon berichtet (siehe S.16). Wer aber trifft die Entscheidungen

innerhalb des Fonds? Diese Aufgabe übernimmt ein Team von Spezialisten,

das Fondsmanagement. Es entscheidet innerhalb der festgelegten

Anlagepolitik über die konkrete Verwendung des Fondsvermögens.

Zu seinen Aufgaben gehören im Einzelnen:

ständiges Beobachten und Analysieren

der nationalen und internationalen Märkte,

sachkundiges Mischen und Umschichten

des Fondsvermögens in Abhängigkeit der jeweiligen

Marktsituation durch Käufe und Verkäufe der

Wertpapiere oder Immobilien,

Einhaltung des Prinzips einer gesunden

Ertrags- und Risikomischung im Sinne

der Anleger.

Neben dem Fondsmanagement gibt es in der Regel einen Anlageausschuss,

der die Manager berät.

Sicherheit und Anlegerschutz

Es gibt zahlreiche Sicherheitsmechanismen, die bei Investmentfonds

den Anlegerschutz gewährleisten.

Gesetzliche Rahmenbedingungen:

Den Schutz des angelegten Vermögens garantiert das Investmentgesetz

(kurz: InvG) und die Überwachung und Kontrolle durch die

Aufsichtsbehörde, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin).

Sondervermögen:

Die Fonds müssen als „Sondervermögen“ aufgelegt und verwaltet

werden. Dies bedeutet, dass das Geld der Anleger vom eigenen

Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt zu halten ist.

Die Anlagegelder bleiben auf diese Weise geschützt und gehen

nicht verloren.

Depotbank:

Die Investmentgesellschaft darf die dem Fonds gehörenden Wertpapiere

nicht selbst verwahren, sondern muss hierfür eine Bank,

die Depotbank, bestellen.

www.hoch-im-kurs.de


Publizität/Rechenschaftslegung:

Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Jede Investmentgesellschaft ist verpflichtet, dem Anleger einen

Verkaufsprospekt einschließlich der Vertragsbedingungen (unbedingt

vor der Kaufentscheidung lesen!) sowie den jüngsten

Jahresbericht und den anschließenden Halbjahresbericht zur Verfügung

zu stellen. In diesen Berichten werden die zum Stichtag

im Fonds befindlichen Wertpapiere beziehungsweise Immobilien

sowie die Kauf- und Verkaufsaktivitäten der zurückliegenden

Periode dargestellt.

Tagesablauf einer Fondsmanagerin

Hoch im Kurs:

Guten Morgen, Frau Bachmann.

Wie sieht bei Ihnen der Start in den Arbeitstag aus?

Sabine Bachmann:

Normalerweise stehe ich um sieben Uhr auf und checke erstmal

am PC, wie es auf den Märkten in Amerika und Fernost

aussieht. Dann geht’s ins Büro und um 8:30 Uhr in die erste

Konferenz mit meinem Analyse-Team. Dort besprechen wir

aktuelle Kursentwicklungen, Markteinschätzungen, aber auch

Marktgerüchte. Man muss immer wissen, was sich gerade am

Markt tut, um schnell darauf reagieren zu können. Ein Grund

dafür, warum ich oft noch spät abends arbeite.

Hoch im Kurs:

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Sabine Bachmann:

Nach dem Abi habe ich eine Banklehre gemacht, danach ein

BWL-Studium mit Finanzschwerpunkt. Mein erster Job war

Aktien-Analystin bei einer Fondsgesellschaft. Dort konnte ich

Erfahrungen sammeln, die mir heute vor allem bei der Aktienauswahl

helfen. Es gibt aber auch viele Quereinsteiger in diesem

Beruf. Wer beispielsweise einen Fonds für Pharmawerte

betreut, sollte auch Kenntnisse in diesem Bereich mitbringen.

Hoch im Kurs:

Was gehört alles zu Ihren Aufgaben?

Sabine Bachmann:

In meinem weltweit anlegenden Aktienfonds sind ungefähr

80 Einzelwerte. Die muss ich mir mehrmals täglich genau anschauen.

Das geht natürlich nur im Team. Ich telefoniere und

spreche viel mit Analysten, Marktexperten und Investoren. Aber

Fondsmanagement ist „People’s Business“, das heißt, man

muss den Unternehmensvorständen und Experten auch hin und

wieder gegenübersitzen, um zu einer fundierten Einschätzung

zu kommen. Reisen gehört deshalb auch zum Job. Gestern bin

ich beispielsweise für ein nur zweistündiges Gespräch nach

Helsinki geflogen.

Anlagegrenzen:

Ein Investmentfonds darf, so sieht es das Investmentgesetz vor, in

Wertpapiere eines Emittenten nicht mehr als fünf Prozent seines

Vermögens investieren. Ausnahmsweise sind zehn Prozent gestattet.

Auf diese Weise wird die Risikostreuung gesichert.

„Kaufen! Halten! Verkaufen!“ Klingt spannend – die Welt des großen Geldes. Sabine Bachmann, 38 Jahre, hat ihr Hobby

zum Beruf gemacht. Die Wertpapierfondsmanagerin gewährt Hoch im Kurs einen Blick in ihren Arbeitsalltag.

Hoch im Kurs:

Liegen Sie mit Ihren Entscheidungen

eigentlich immer richtig?

Sabine Bachmann:

Schön wär’s. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Aktie

handelt es sich nun mal um eine Prognose. Die Märkte verändern

sich sehr schnell, und da kann man einfach nicht immer richtig

liegen. Das geht aber allen Fondsmanagern so. Die Hauptsache

ist, dass man häufiger ins Schwarze als daneben trifft. Das ist

mir bisher immer ganz gut gelungen. Wichtig ist, die Konzepte

und Planungen der Unternehmen stets kritisch zu hinterfragen

und nie einem Trend blind hinterherlaufen.

Hoch im Kurs:

Welche Kompetenzen sollte man als Fondsmanagerin

oder Fondsmanager mitbringen?

Sabine Bachmann:

Man muss wie ein Schachspieler handeln: Alle möglichen Züge

der Gegner – also der Märkte mit ihren Unwägbarkeiten – bedenken,

Wahrscheinlichkeiten abwägen und Prognosen erstellen.

Dem Gegner also immer mindestens einen Schritt voraus

sein! Außerdem sollte man Durchsetzungskraft haben, schnell

denken und handeln können und ein gutes Zahlenverständnis

haben.

Hoch im Kurs:

Was bedeutet für Sie „Geld“?

Sabine Bachmann:

Wenn man mit einigen hundert Millionen Euro jeden Tag zu tun

hat, verliert Geld in seinem Sinn als Tauschmittel für alltägliche

Güter schon etwas an Bedeutung. Aber sowohl im Beruf als auch

privat setze ich Geld sehr bewusst ein. Schließlich ist das Geld,

mit dem ich tagsüber in großen Summen handle, nicht meins,

sondern das der Anleger. Und wenn da etwas schief geht, habe

ich garantiert schlaflose Nächte.

Hoch im Kurs:

Frau Bachmann, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen

haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Schon gewusst?

Wer sich für Anlagegeschäfte interessiert, sollte sich über den

Ausbildungsgang zur/zum Investmentfondskauffrau/-mann

informieren. Gefragt sind vor allem ein Interesse am Börsengeschehen,

analytischer Verstand, Team- und Kommunikationsfähigkeit.

Mehr Infos gibt’s unter:

www.investmentfondskaufmann.de

Weiterdenken!

• Diskutieren Sie die Rolle

des Staates beim Anlegerschutz.

Inwieweit sollte und

darf er sich einmischen?

• Fordern Sie bei einer

Investmentgesellschaft den

Jahresbericht eines Fonds an.

Welche Informationen können

Sie ihm entnehmen?

Zum Nachlesen

• „FINANZtest SPEZIAL:

Geldanlage mit Investmentfonds

2006“,

Hrsg.: Stiftung Warentest,

April 2006 (Euro 7,50)

Internet

• Lesen Sie auf

www.hoch-im-kurs.de

mehr über den Arbeitsalltag

von Fondsmanagern.

• Die Website der Bundes-

anstalt für Finanzdienst-

leistungsaufsicht

www.bafin.de informiert

über Anlegerschutz und

Wertpapiergeschäfte.

21 ......


............................ Glossar

....... Glossar

.....22

Aktie

Der Begriff Aktie bezeichnet sowohl die Mitgliedschaftsrechte (Beteiligung

an der Aktiengesellschaft) als auch das Wertpapier, das

diese Rechte verkörpert. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist „Teilhaber“

am Vermögen der Aktiengesellschaft. Seine Rechte werden

durch die Bestimmungen des Aktiengesetzes geschützt.

Aktienanalyse

Systematische Untersuchung und Bewertung von Aktien, Aktiengesellschaften

und Aktienmärkten sowie deren wirtschaftlichem Umfeld.

Man unterscheidet zwischen fundamentalen und technischen

Aktienanalysen.

Aktienfonds

Investmentfonds, der vorwiegend oder ausschließlich in Aktien

angelegt ist.

Anleihe

Schuldverschreibung, die das Recht auf Rückzahlung des Nennwerts

zuzüglich einer Verzinsung verbrieft. Anleihen werden von der

„öffentlichen Hand“, von Kreditinstituten oder Unternehmen ausgegeben

und über Banken verkauft. Sie dienen dem Emittenten zur

langfristigen Finanzierung durch Fremdkapital.

Ausgabeaufschlag

Gebühr, die für den Anleger nur beim Kauf von Fondsanteilen anfällt

und hauptsächlich zur Deckung der Beratungs- und Vertriebskosten

verwendet wird.

Ausschüttung

Fonds schütten die erwirtschafteten Erträge (Zinsen, Dividenden,

Mieteinnahmen) an ihre Anleger aus. Im Gegensatz dazu gibt es

Fonds, die die Erträge automatisch wieder im Fondsvermögen anlegen,

so genannte thesaurierende Fonds.

Benchmark

Referenz- bzw. Vergleichswert, der zur Beurteilung des Erfolgs einer

Anlage herangezogen werden kann. Als Benchmark bei der Beurteilung

der Wertentwicklung von Aktien und Rentenanlagen werden

zumeist Indizes verwendet.

Börse

Handelsplatz für Waren und Wertpapiere. In Deutschland in Berlin,

Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und

Stuttgart.

Bonität

Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft eines Unternehmens oder Anleihe-Emittenten.

Die Bonität gibt Auskunft über die Güte eines

Schuldners.

Bulle und Bär

Die Tiere sind Symbole für positive und negative Kursentwicklungen

an der Börse. Der Bulle steht für den Aufwärtstrend (stößt mit

seinen Hörnern von unten nach oben), der Bär für den Abwärtstrend

(schlägt mit seiner Tatze von oben nach unten).

Cost-Average-Effekt

Auch: Durchschnittskostenmethode. Bei einer gleich bleibenden

Sparrate werden je nach Entwicklung des Anteilwerts bei höheren

Kursen weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Anteile erworben.

Langfristig erreicht der Anleger damit einen günstigen durchschnittlichen

Kaufpreis.

Dachfonds

Investmentfonds, der ganz oder überwiegend in andere Fonds investiert.

www.hoch-im-kurs.de

DAX

Aktienindex, der die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten

deutschen Aktien abbildet.

Depotbank

Die Depotbank verwahrt die Vermögensgegenstände (Wertpapiere)

eines Fonds. Fondsgesellschaft und Depotbank müssen getrennt

sein, so dass das Vermögen des Anlegers vor einer möglichen Insolvenz

der Fondsgesellschaft geschützt ist. Die Depotbank erhält

in der Regel eine Depotgebühr für die Verwahrung des Fondsvermögens

sowie eine Depotbankgebühr beispielsweise für Kontrollaufgaben.

Dividende

Jeder Aktionär hat Anspruch auf einen der Höhe seines Aktienbesitzes

entsprechenden Teil des ausgeschütteten Jahresgewinns seiner

Gesellschaft. Dieser Teil des Gewinns heißt Dividende (lateinisch

dividere = aufteilen, verteilen).

Emittent

Emittenten sind in der Regel Unternehmen oder Institutionen, die

Wertpapiere ausgeben.

Festverzinsliche Wertpapiere

siehe Anleihen


Vermögensaufbau, Kapitalmarkt und Investmentfonds .................................

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren zu 100 Prozent in reine Geldmarkt-

instrumente (zum Beispiel Festgelder, kurzfristig verzinsliche Wertpapiere).

Investmentgesellschaft

Fondsgesellschaft (auch: Kapitalanlagegesellschaft), die für das

von ihr verwaltete Sondervermögen (Fonds) Wertpapiere oder Immobilien

kauft und Anteilscheine an diesem Fonds ausgibt.

Index

Errechneter Durchschnitt ausgewählter Kurse eines Wertpapiermarktes.

Siehe zum Beispiel auch DAX.

Investmentfonds

Als Begriffsdefinition nach deutschem Recht „Sondervermögen“,

das von einer Investmentgesellschaft verwaltet und von einer

von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt wird. Sondervermögen

heißt: strenge Trennung vom eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft.

Investmentanteil

Wertpapier, das eine Beteiligung am Vermögen eines Investmentfonds

verbrieft.

Kapitalmarkt

Markt für langfristige Kredite und Beteiligungskapital. Über den

Kapitalmarkt erhalten Unternehmen und der Staat Mittel für langfristige

Investitionen.

Kapitalsammelstellen

Institute, die Spar- und Anlagegelder aufnehmen und an Kredit-

oder Kapitalsuchende weiterleiten oder Kapital sammeln und in

Wertpapieren anlegen (zum Beispiel Banken, Bausparkassen, Investmentgesellschaften

oder Versicherungen).

Kurs

Preis eines Wertpapiers, der sich gemäß Angebot und Nachfrage

an der Börse bildet.

Liquidität

Eigenschaft eines Zahlungsmittels, rasch in flüssige Mittel wie zum

Beispiel Bargeld umgewandelt werden zu können.

Mischfonds

Gemischte Fonds beziehungsweise Mischfonds legen ihre Mittel sowohl

in Aktien als auch in festverzinslichen Wertpapieren an.

Offene Immobilienfonds

Investmentfonds, die ihre Gelder überwiegend in gewerblich genutzte

Immobilien (zum Beispiel Büros, Einkaufszentren, Hotels) anlegen.

Sie werden offene Fonds genannt, weil die Zahl der Anleger

und der Objekte nicht beschränkt ist – im Gegensatz zu geschlossenen

Immobilienfonds.

Order (Kauf-/Verkaufsorder)

Auftrag zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge von Handelsobjekten

am Kassa- oder Terminmarkt. Der Investor erteilt die

Order bei einer Bank, einem Finanzdienstleister oder einem zum

Börsenhandel zugelassenen Institut.

Performance

Synonym für Wertentwicklung: Sie bezeichnet die prozentuale Veränderung

zwischen der angelegten Summe am Anfang und seinem

Wert am Ende des Anlagezeitraums.

Rendite

In Prozent ausgedrückter, auf Jahresbasis umgerechneter Ertrag

einer Kapitalanlage.

Rentenfonds

Investmentfonds, die unterschiedliche verzinsliche Wertpapiere

enthalten. Es gibt sowohl solche mit unendlicher wie auch mit

fester Laufzeit.

Thesaurierung

Die Erträge aus Wertpapieren (Dividenden und Zinsen) werden

nicht ausgeschüttet, sondern wieder in neue Wertpapiere angelegt.

Wertpapier

Vermögensrecht, das in Form einer Urkunde verbrieft wird. Zu den

Wertpapieren zählen unter anderem Aktien, Anleihen und Investmentanteile.

Zinseszins-Effekt

Mehr Begriffserklärungen finden Sie im Lexikon auf www.hoch-im-kurs.de

Zusätzliche Wertsteigerung einer Anlage durch Wiederanlage der

erwirtschafteten Erträge („Zinsen auf Zinsen“).

23......


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Mitmachen und gewinnen!

Wie gut kennen Sie sich mit Vermögensbildung und Kapitalmärkten aus?

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Dies tut, wer Geld für Waren

und Dienstleistungen ausgibt

Der Markt für Wertpapierhandel

Sie sind die Stätten, in denen

gearbeitet und produziert wird

Ein Topf, in den viele Anleger

gemeinsam einzahlen

Sie bezeichnet den Ertrag

einer Geld- und Vermögensanlage

Der ausgeschüttete Gewinn

einer Aktiengesellschaft

Wer auf sie baut, legt in

Häuser und Gebäude an

Sie ist wichtig, wenn man auch

im Alter auf nichts verzichten will

Diese Papiere bezeichnen

nicht das Altersruhegeld

Niemand weiß, wie seine aussehen

wird, deshalb sollte man immer

finanzielle Rücklagen bilden

Währung in europäischen Ländern

Der Turbo fürs Vermögen

Ihr Inhaber ist risikobereit

Die verwahrt das Fondsvermögen

Gegenteil von Ausgabe

Lösungswort:

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