Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

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Steuerpolitik zwischen großem Wurf und Scheitern 223

Ermittlung der Umverteilungswirkungen von Umsatzsteuerreformen

Kasten 15

Verglichen werden im Folgenden allgemein die Steuerbelastungen im Status quo (Situation 0)

mit den Steuerbelastungen, die aus einer der Reformoptionen (Situation 1) resultieren. Es bezeichne

dabei allgemein:

( )

T T : die Belastung des durchschnittlichen Haushalts mit Umsatzsteuern im Einkommens-

0 1

i i

dezil i (i=1, ..., 10) vor und nach der Reform in Euro;

0 1

T ( T ) : die gesamten Umsatzsteueraufkommen vor und nach der Reform;

0 1

( )

HNE = HNE = HNE : die durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen je Dezil vor und

i i i

nach der Reform. Diese stimmen überein, da Verhaltensanpassungen und Systemwirkungen

vernachlässigt werden;

HNE : die durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen insgesamt.

Die Belastungswirkungen der Reform ergeben sich absolut oder in Quoten über die Differenzen

1 0

1 0 Ti -Ti

( Ti -T i ) beziehungsweise .

HNE

Zur Ermittlung der Umverteilungswirkungen benötigt man als Referenzmaßstab eine Vorstellung

von „Verteilungsneutralität“.

Es bezeichne allgemein:

1

T i

% : die „verteilungsneutrale“ Steuerbelastung nach der Steuerreform, also in der Situation 1.

Dabei muss in jedem Fall gelten:

∑ ∑

T % = T =T .

1 1 1

i i

i i

Die Umverteilungswirkungen der Steuerreform sind dann gegeben durch

1 1 ( i i )

T -T % .

Positive Werte dieser Differenz bedeuten eine Belastung, negative eine Entlastung durch die

Reform.

Von einer „verteilungsneutralen“ Steuerbelastung in der Situation 1 soll dann konkret gesprochen

werden, wenn die relativen durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen nach Umsatzsteuern

für jedes Einkommensdezil vor und nach der Steuerreform identisch sind, wenn also gilt:

0 1

HNEi -Ti HNEi -T%

i = für alle i = 1, ..., 10.

0 1

HNE -T HNE -T

i

Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2010/11

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