Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

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Weltwirtschaft: Ein Aufschwung der zwei Geschwindigkeiten 25

deren Industrieländern nur noch eine abgeschwächte Nachfrage zu erwarten ist. An die Stelle

außenwirtschaftlicher Impulse werden voraussichtlich zunehmend Impulse von der Binnennachfrage

treten. Im Jahresdurchschnitt sollte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2010

um 3,7 vH ansteigen; für das Jahr 2011 ist mit einer geringeren Dynamik beim Bruttoinlandsprodukt

zu rechnen und zwar in Höhe von etwa 2,2 vH.

I. Weltwirtschaft: Ein Aufschwung der zwei Geschwindigkeiten

49. Die Weltwirtschaft setzte im Jahr 2010 zunächst die konjunkturelle Erholung von der

schwersten Krise der Nachkriegszeit fort. Dabei fiel die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts

in den Schwellenländern mit 7,6 vH stärker aus als in den Industrieländern mit 2,3 vH.

Insbesondere die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2010 zeichnete sich durch eine unerwartet

deutliche Verbesserung der globalen Konjunktur aus. Die Weltproduktion erhöhte

sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 um rund 4,9 vH und erreichte damit wieder das

Niveau vor der Finanzkrise (Schaubild 3). Dies wurde maßgeblich durch eine sehr expansive

Fiskalpolitik der Industrieländer, ein weltweit extrem niedriges Zinsniveau und eine Ausweitung

der Produktion in den Schwellenländern gestützt.

Log. Maßstab

125

120

115

110

105

100

© Sachverständigenrat

Entwicklung der Weltproduktion und des Welthandels

Weltproduktion 1)

2006 2007 2008 2009 2010 2011

1) Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt).

Index: 2005 = 100

(linke Skala)

48 , vH

Veränderung gegenüber

dem Vorjahresquartal

(rechte Skala)

Prognosezeitraum

42 , vH

vH

20

15

10

5

0

-5

-10

-15

-20

Log. Maßstab

125

Index: 2005 = 100

(linke Skala)

120

115

110

105

100

Jahresdurchschnitte

Welthandel

Veränderung gegenüber

dem Vorjahresquartal

(rechte Skala)

2006 2007 2008 2009 2010 2011

Schaubild 3

Quellen: NIESR, OECD

50. Ebenso expandierte der Welthandel bis zur Jahresmitte 2010 außerordentlich stark und

vollzog somit die spiegelbildliche Entwicklung zu dem massiven Einbruch zum Jahreswechsel

2008/2009. Dies wurde durch einen kräftigen Impuls der Lagerkomponente und eine anziehende

Nachfrage ermöglicht. Das weltweite Handelsvolumen stieg allein in der ersten Jahreshälfte

2010 gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 12,3 vH; es erreichte damit

nahezu das Vorkrisenniveau (Schaubild 3).

12, 5 vH

76 , vH

-10

-15

-20

Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2010/11

vH

20

15

10

5

0

-5

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