Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

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Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

28 Die wirtschaftliche Lage und Entwicklung in der Welt und in Deutschland

lien auf 4,0 vH. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche jährliche Ausweitung der Wirtschaftsleistung

in den Industrieländern im gleichen Zeitraum bei lediglich 1,4 vH (IWF, 2010). Zur Jahresmitte

2010 hat China die japanische Volkswirtschaft überholt und ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt

zu tatsächlichen Wechselkursen nun zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt

aufgestiegen. Insgesamt waren im Jahr 2010 etwa zwei Drittel der globalen Konjunkturerholung

den Entwicklungs- und Schwellenländern – insbesondere China – zuzuschreiben (Schaubild 5).

Die zunehmende Bedeutung der Volkswirtschaften der Schwellenländer zeigt sich zum einen

deutlich in der vorangeschrittenen Integration in den Welthandel, die sich auch in einer Intensivierung

der Handelsaktivität zwischen diesen Ländern niederschlägt (OECD, 2010). Im

Jahr 2009 ist die Volksrepublik China zur größten Exportnation der Welt (gemessen an den

Warenexporten) aufgestiegen. Die Bedeutung der chinesischen Exporte am Welthandel wird

wahrscheinlich in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Aller Voraussicht nach werden die Exporte

im Jahr 2010 um 13,6 vH und im Jahr 2011 um 9,3 vH – und damit stärker als der Welthandel

insgesamt – ansteigen.

Schaubild 5

vH

9

8

7

6

5

4

3

2

1

0

-1

-2

Vereinigte

Staaten

China

Industrieländer ohne

Vereinigte Staaten

2000 2005 2010 2015

1) Bruttoinlandsprodukt auf Basis von Kaufkraftparitäten in US-Dollar.– 2) Bruttoinlandsprodukt in nominalen Wechselkursen des US-Dollar.–

3) 2009 vorläufig, ab 2010 Prognosen des IWF.– 4) Brasilien, Indien und Russland.

Quelle für Grundzahlen: IWF

© Sachverständigenrat

Anteil an der Entwicklung 1)

Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2010/11

Weltproduktion nach Ländern und Ländergruppen

Entwicklungs- und

Schwellenländer

ohne China

Prognose 3)

Anteil an der Weltproduktion im Jahr 2009

nominale Wechselkurse 2)

Kaufkraftparitäten (KKP) 1)

BR, IN

US EA Japan China

und

BRI

RU 4)

Vereinigte Euro-

Staaten Raum

Zum anderen hat sich die Verflechtung der Schwellenländer mit der Weltwirtschaft über Direktinvestitionen

intensiviert. Die aufstrebenden Volkswirtschaften investieren sowohl in den Industrieländern

und untereinander als auch vermehrt in Entwicklungsländern. Ein Grund dafür ist,

dass Investoren aus den Schwellenländern – im Gegensatz zu denen aus entwickelten Ländern

– über Technologien und Produktionsstandards verfügen, die sich einfach auf Länder mit

einem geringeren Bildungsstand und Forschungsniveau übertragen lassen (OECD, 2010). Dar-

vH

35

30

25

20

15

10

5

0

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