Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

sachverstaendigenrat.wirtschaft.de

Chancen für einen stabilen Aufschwung - Sachverständigenrat zur ...

56 Die wirtschaftliche Lage und Entwicklung in der Welt und in Deutschland

Neben diesen Gefahren besteht das Risiko, dass die Konjunktur in den Vereinigten Staaten

und in Teilen des Euro-Raums schlechter verläuft als prognostiziert. Ebenso mehren sich die

Befürchtungen über mögliche Blasenbildungen in den Schwellenländern, deren Platzen die

dortige Konjunktur bremsen könnte. Eine schlechtere Entwicklung bei wichtigen Handelspartnern

würde Deutschland über den Außenhandelskanal treffen.

4. Die Entwicklung der Komponenten im Einzelnen

Einkommensentwicklung und Konsumausgaben

104. Der Rückgang der Kurzarbeit, das erhöhte Arbeitsvolumen und der zu beobachtende

Beschäftigungsaufbau machen sich im Jahr 2010 positiv bei der Einkommensentwicklung

bemerkbar. Nachdem die verfügbaren Einkommen im Jahr 2009 noch um 1,0 vH gesunken

waren, stiegen sie im ersten Halbjahr 2010 an. Diese Entwicklung dürfte sich im zweiten

Halbjahr 2010 und im Jahr 2011 weiter fortsetzen. Die Bruttolöhne und -gehälter werden in

den Jahren 2010 und 2011 voraussichtlich um 2,5 vH beziehungsweise 2,8 vH zulegen (Tabelle

9, Seite 58). Die von den privaten Haushalten empfangenen Transfers werden in diesen

beiden Jahren jeweils weniger stark steigen als noch im Jahr 2009, in welchem sie aufgrund

steigender Arbeitslosigkeit, ausgeprägter Kurzarbeit sowie durch eine deutliche Renten- und

Kindergelderhöhung stärker ausgeweitet wurden. Nach dem Einbruch der Unternehmens- und

Vermögenseinkommen im Jahr 2009 sollten diese im gesamten Prognosezeitraum stärker

zulegen als die Arbeitnehmerentgelte. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die

nominal verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte aller Voraussicht nach in den Jahren

2010 und 2011 um 2,3 vH beziehungsweise 2,6 vH ansteigen werden.

105. Die Privaten Konsumausgaben sanken im Jahr 2009 weniger stark als die verfügbaren

Einkommen, was auf das niedrige Zinsniveau sowie staatlich gesetzte Kaufanreize wie die

Abwrackprämie zurückzuführen ist. Dennoch wurden sie erst im zweiten Quartal 2010 im

Vorquartalsvergleich wieder ausgeweitet und nahmen um 0,6 vH zu. Indikatoren wie das

Verbrauchervertrauen lassen auf einen weiteren, moderaten Anstieg des privaten Konsums

schließen. Gestützt von der weiterhin als robust angenommenen Arbeitsmarktentwicklung

sowie der sich verbessernden Einkommenssituation dürften die Privaten Konsumausgaben im

Prognosezeitraum weiter zulegen. Im Jahr 2010 wird der private Konsum aufgrund des statistischen

Unterhangs aus dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt voraussichtlich um 0,1 vH steigen,

im Jahr 2011 ist dagegen von einer Zuwachsrate von 1,6 vH auszugehen (Schaubild 15).

Ausrüstungsinvestitionen

106. Die Ausrüstungsinvestitionen hatten sich in der ersten Jahreshälfte 2010 von ihrem

dramatischen Einbruch im Jahr 2009 teilweise erholt. Trotzdem befanden sie sich im zweiten

Quartal 2010 immer noch auf einem niedrigen Niveau. Bei langsam steigender Kapazitätsauslastung

war die bisherige Entwicklung zu großen Teilen von Ersatz- und weniger von Erweiterungsinvestitionen

geprägt. Im Prognosezeitraum dürften die Erweiterungsinvestitionen an

Gewicht gewinnen und die Ausrüstungsinvestitionen ausgeweitet werden. In der zweiten Jahreshälfte

2010 könnten noch Vorzieheffekte zu einer weiteren Belebung des Investitionsver-

Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2010/11

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine