Abteilung Graphik und Handzeichnung. - Galerie Müller, Bild ...

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Abteilung Graphik und Handzeichnung. - Galerie Müller, Bild ...

Sehr geehrte Damen und Herren!

Nach einer längeren Pause halten Sie nun Katalog 8 meines Antiquariats in Händen, der wie immer die Neueingänge der letzten

Zeit bündelt. Der Katalog erscheint in verändertem Format und in neuer übersichtlicher Gestaltung, weiter aber mit den gewohnten

Beschreibungen und einer weitreichenden Bebilderung. Nicht abgebildete Graphiken finden Sie mit Bild über meine Internetseite

www.antiquariat-müller (oder www.graphikantiquar.de).

Im Vorfeld möchte ich Sie wieder auf einige besondere Blätter und Bücher hinweisen: So finden sich in der umfangreichen Abteilung

mit fränkischer Topographie einige sehr seltene Darstellungen von Ansbach, Bad Kissingen und Kitzingen. Von größter

Seltenheit ist das unter Nr. 33 angebotene Souvenirblatt mit den Kriegserinnerungen an das Jahr 1866. Ebenso selten und auch in

Verbindung mit großen Kriegswirren stehend ist das Portrait des kurzzeitigen Regenten des Herzogtums Franken, Bernhard von

Sachsen-Weimar, mit einer Darstellung der Stadt Würzburg im Hintergrund.

Besonders freue ich mich, mit der sogenannten „Fackenhofen-Karte“ des Fürstentums Würzburg eine der seltensten und bedeutendsten

Landkarten Frankens anbieten zu können. Die Karte, aus 4 Teilen bestehend, wurde von der Würzburger Regierung zu

militärischen Zwecken angefertigt und stellt den Übergang zu maßstabsgetreuer Kartierung dar.

Im Bayernteil ragen einige gleichfalls bedeutende und seltene Stadtveduten von München hervor, darunter die Radierungen von

Domenico Quaglio.

Drei Manuskriptpläne bieten eine einzigartige Möglichkeit der Einsicht in frühere Gegebenheiten, darunter der von französischer

Hand angefertigte großformatige Plan des römischen Mainz.

Weiter von großem Interesse dürften die panoramaartige Lithographie des Weltausstellungspalastes in London und die Serie gut

erhaltener Olympiaplakate von 1972 sein. Bei den Büchern möchte ich Sie vor allem auf die erste Ausgabe von Caspar Schotts

„Anatomia physico-hydrostatica“ und die seltene und gleichfalls interessante Propagandaschrift von unbekannter Hand gegen die

Mediatisierung in den fränkischen Fürstentümern hinweisen.

Beim Stöbern und Lesen wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und freue mich auf Ihre Rückmeldungen. Für die erste Jahreshälfte

2013 kann ich Sie bereits auf den Sonderkatalog „Handschriften und Urkunden“ hinweisen.

Für die bevorstehenden letzten Wochen des Jahres wünsche ich allen eine gute und erfolgreiche Zeit!

Tobias Müller


Antiquariat Tobias Müller

2

Inhaltsverzeichnis

Graphik und Handzeichnungen (1-186) S. 3

Franken (1-63) S. 3

Fränkische Landkarten (64-75) S. 16

Vignetten und Werbemarken (76-96) S. 20

Bayern (97-109) S. 22

Deutschland (110-118) S. 26

Europa (119-124) S. 28

Asien (125-127) S. 30

Portraits (128-141) S. 30

Varia (142-125) S. 34

Olympiaplakate 1972 (151-157) S. 36

Richard Rother (158-170) S. 37

Zeitungen (171-186) S. 38

Bücher (187-237) S. 38

Franken (187-201) S. 38

Varia (202-223) S. 44

Schulatlanten (224-229) S. 48

Erziehung (230-237) S. 48

Varia (238-241) S. 50

Titelentwurf: Anne-Caroline Müller

Titelbild: Kat.-Nr. 122 (Detail) - London

Nr. 2 Seltene Ansicht von Ansbach

Nr. 11 Bischofsheim mit Kreuzberg


Graphik und Handzeichnungen Franken

Franken

Graphik und Handzeichungen

1 Ansbach - "Das Platen Monument in Ansbach.", um

1860. 30,00 €

Darstellung des Monuments mit der überhöhten Statue August Graf von

Platens frontal von unten. Stahlstich von Chr. Riedt in Nürnberg, bei

Alboth jun. in Leipzig, um 1860. 15,7 x 10,8 cm. - Leicht gebräunt, zwei

Ränder m. rückseitigen Klebestreifen (diese etwas durchschlagend).

2 Ansbach - "Hoch-Fürstl. Residentz-Statt Onolzbach oder

Anspach", um 1660. 450,00€

Gesamtansicht mit kleiner Titelbanderole. Kupferstich nach D. Hartmann,

um 1660. 11,7 x 33,6 cm. - Bis auf den Rand beschnitten und mit kurzen

Streifen fachmännisch angerändert; einige minimale Quetschfalten, sauber.

Im linken Teil ein etwas schwach gedruckter Streifen, im Gesamtbild

jedoch kaum auffällig. - Nicht bei Fauser! Seltene Darstellung, wahrscheinlich

von einem Einblattdruck. Klar erkennbar das Renaissanceschloß, die

Kanzlei, St. Gumbertus und St. Johannis. Ein weiterer deutlich herausragender

Turm dürfte der Vorgänger des heutigen Herrieder Tors sein.

3 Aschaffenburg - "Ansicht von Aschaffenburg.", um

1820. 220,00 €

Gesamtansicht von Südwesten über den Main mit Schloß und der Mainbrücke

sowie reichlich Vordergrundstaffage. Kolor. Umrißradierung bei Ebner

in Augsburg, um 1820. 6,3 x 11 cm. - Sauber. - Dekoratives und seltenes

Blatt. – Siehe Farbabbildung im Tafelteil.

4 Bad Kissingen - "Bad Kissingen", um 1840.

75,00 €

Blick von der Höhe auf das Saaletal und etwas entfernt Bad Kissingen.

Unsignierte Bleistiftzeichnung aus dem Nachlass Andreas Geist, um 1840.

23,6 x 35,5 cm (Blattgröße). - Auf alten Karton montiert. etwas gebräunt

und mit wenigen Altersspuren. - Nachlassstempel auf der Rückseite. Provenienz:

Auktion Nachlass August Geist, Residenz Würzburg 18.4.1975,

Lot 450.

5 Bad Kissingen - "Der Kursaal in Kissingen", um 1850.

30,00 €

Ansicht aus einer Arkade heraus mit Kurgesellschaft im Vordergrund.

Stahlstich aus Bibliographischem Institut, um 1850. 11,2 x 15,8 cm. -

Sauber und glatt.

6 Bad Kissingen - "Die Saline Kissingen.", um 1845.

250,00 €

Ansicht von einer Anhöhe über das Salinengelände mit Bad Kissingen im

Hintergrund. Lithographie von F. Leinecker, um 1845. 13 x 19 cm. - Unter

Glas im Silberrahmen und mit Seidenpassepartout. Leicht gebräunt, an den

Passepartoutkanten etwas stärker. - Kolb, Mainfränkische Ortsansichten

vor 150 Jahren. - Die Ansichten von Schleich und Leinecker erschienen

von 1842 bis 1847 im "Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als monatliche

Beilage, insgesamt um die 60 verschiedene Lithographien. Selten.

7 Bad Kissingen - "Kissingen", um 1850.

320,00 €

Gesamtansicht von der Höhe mit der Burgruine Botenlauben und den

Rhönbergen im Hintergrund. Im Vordergrund Spaziergänger auf einem

Weg. Altkolor. Lithographie bei Josef Scholz in Mainz, um 1850. 23,9 x

34,3 cm. - Das Papier gleichmäßig leicht gebräunt, einige Ränder etwas

knittrig. - Seltenes Blatt im guten Zustand. – Siehe Farbabbildung im

Tafelteil.

8 Bad Kissingen - "Kissingen", um 1850.

30,00 €

Gesamtansicht von einer Anhöhe mit figürlicher Staffage im Vordergrund.

Stahlstich aus Bibliographischem Institut, um 1850. 11,4 x 15,6 cm. -

Sauber und glatt.

3


Antiquariat Tobias Müller

9 Bad Neustadt - "Salzburg bei Neustadt a/S.", um 1845.

250,00 €

Blick auf den Burghof und die Gebäudefassaden in der Nähe der Burgkapelle,

links die Münze und zentral der große Bergfried. Lithographie von F.

Leinecker, um 1845. 13,2 x 19,8 cm. - Unter Glas im Silberrahmen und mit

Seidenpassepartout. Leicht gebräunt, an den Passepartoutkanten etwas

stärker. - Kolb, Mainfränkische Ortsansichten vor 150 Jahren. - Die Ansichten

von Schleich und Leinecker erschienen von 1842 bis 1847 im

"Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als monatliche Beilage, insgesamt

um die 60 verschiedene Lithographien. Selten.

10 Bayreuth - "Neun Blatt Slavische Trachten im Bayreuther

Lande.", (1866). 150,00 €

8 Blatt mit Trachtendarstellungen und ein Titelblatt. Getönte Lithographien

bzw. Lithographien von 2 Platten von Sixtus Jarwart und Eduard Heinel bei

Carl Gissel in Bayreuth, o.J. (1866). Je ca. 23 x 15 cm (Blattgröße). -

Minimal gebräunt und leicht stockfleckig. Der lithographierte Original-

Umschlag etwas knittrig und in der Faltung weitgehend eingerissen.

11 Bischofsheim/Rhön - "Bischofsheim mit dem Kreuzberg.",

um 1845. 320,00 €

Gesamtansicht auf den Ort mit dem noch weitgehend unbewaldeten Kreuzberg

im Hintergrund und figürlicher Staffage auf dem Weg im Vordergrund.

Lithographie von F. Leinecker, um 1845. 13,1 x 19,7 cm. - Mit einer

minimalen Bräunung, sowie wenigen sehr schwachen Flecken im weißen

Rand, glatt. - Seltene und eine der wenigen graphischen Ansichten Bischofsheims

im 19. Jahrhundert. - Die Ansichten von Schleich und Leinecker

aus Mainfranken erschienen von 1842 bis 1847 im "Würzburger

Abendblatt" bei Förtsch als unregelmäßige Beilage, insgesamt um die 60

verschiedene Lithographien. – s. Abb. S.2.

12 Coburg - (Rosenau), um 1850.

80,00 €

Ansicht des Schlosses aus der Parkanlage heraus, im Vordergrund ein paar

Spaziergänger. Anonyme, getönte Lithographie um 1850. 12,1 x 16,2 cm. -

4

Gleichmäßig etwas gebräunt, bis auf den Rand beschnitten; zwei kleine

hinterlegte Einrisse. - Die Burg Rosenau bei Coburg wurde in den Jahren

1806-1817 nach Plänen von Schinkel im neugotischen Stil renoviert,

einschl. der englischen Parkanlage. Das Anwesen gehörte damals den

Herzögen von Sachsen-Coburg-Gotha, die das Schloss als Sommerresidenz

nutzten. Prinz Albert, der 1840 die britische Königin Victoria heiratete,

wurde hier 1819 geboren. Das Paar hielt sich oft zu Besuch auf der Rosenau

auf, und auch nach dem Tod Alberts war die Königin noch oft zur

Erholung in Oberfranken. Aus dieser Zeit stammt die Aufnahme.

13 Dettelbach - "Dettelbach.", um 1850.

90,00 €

Gesamtansicht von der Höhe, im Hintergrund der Steigerwald. Stahlstich

nach Fritz Bamberger, aus L. Braunfels "Die Mainufer", Würzburg um

1850. 10,3 x 16,3 cm. - Sauber und glatt.

14 Euerdorf - "Euerdorf a/S.", um 1845.

320,00 €

Gesamtansicht über die Saale mit figürlicher Staffage im Vordergrund.

Lithographie von F. Leinecker, um 1845. 13,2 x 19,8 cm. - Sauberes und

glattes Blatt, im unteren weißen Rand ein kleiner restaurierter Einriß. -

Kolb, Mainfränkische Ortsansichten vor 150 Jahren. - Die Ansichten von

Schleich und Leinecker erschienen von 1842 bis 1847 im "Würzburger

Abendblatt" bei Förtsch als monatliche Beilage, insgesamt um die 60

verschiedene Lithographien.

15 Freudenberg - "Freudenberg.", um 1845.

220,00 €

Gesamtansicht von leicht erhöhtem Standpunkt mit Blick auf die Mainbiegung

und die Burg am rechten Rand. Lithographie von Anton Schleich, um

1845. 13,1 x 20,1 cm. - Gleichmäßig leicht gebräunt und sehr schwach

fleckig, glatt; im weißen Rand einige restaurierte Wurmlöcher. Selten. -

Die Ansichten von Schleich und Leinecker erschienen von 1842 bis 1847

im "Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als monatliche Beilage, insgesamt

um die 60 verschiedene Lithographien.


Graphik und Handzeichnungen Franken

Nr. 14 Euerdorf

Nr. 16 Gemünden

Seltene Beilagen aus dem Würzburger Abendblatt

Nr. 18 Karlstadt

Nr. 24 Miltenberg

5


Antiquariat Tobias Müller

16 Gemünden - "Gemünden.", um 1845.

320,00 €

Gesamtansicht über den Main mit reichlich Schiffsstaffage im Vordergrund.

Lithographie von A. Schleich, um 1845. 13 x 19,7 cm. - Sauberes

und glattes Blatt, im weißen Rand einige fachmännisch geschlossene

Wurmlöcher. - Kolb, Mainfränkische Ortsansichten vor 150 Jahren. - Die

Ansichten von Schleich und Leinecker erschienen von 1842 bis 1847 im

"Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als monatliche Beilage, insgesamt

um die 60 verschiedene Lithographien.

17 Karlstadt - "Karlburg, Karlstadt, Laudenbach", um

1840. 75,00 €

Blick von der Höhe in das Maintal mit Karlburg im Vordergrund und

Karlstadt und Laudenbach dahinter. Unsignierte Bleistiftzeichnung aus dem

Nachlass Andreas Geist, um 1840. 20,8 x 34,5 cm (Blattgröße). - Auf alten

Karton montiert; etwas gebräunt und minimal fleckig, geringe Altersspuren.

- Nachlassstempel auf der Rückseite. Provenienz: Auktion Nachlass

August Geist, Residenz Würzburg 18.4.1975, Lot 456. - Auf der Rückseite

Skizze von Wertheim (bez.).

18 Karlstadt - "Karlstadt.", um 1845.

320,00 €

Gesamtansicht über den Main. Lithographie von F. Leinecker, um 1845.

12,8 x 20,8 cm. - Sauberes Exemplar in guter Erhaltung. Selten. - Die

Ansichten von Schleich und Leinecker aus Mainfranken erschienen von

1842 bis 1847 im "Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als unregelmäßige

Beilage, insgesamt um die 60 verschiedene Lithographien.

19 Kitzingen - "Kitzingen", um 1850.

120,00 €

Gesamtansicht über die Etwashäuser Äcker und den Main, links etwas

verdeckt die Mainbrücke. Zinkographie von Lechner in Nürnberg bei Gg.

Ed. Köpplinger in Kitzingen, um 1850. 7 x 18,5 (Darstellung). - Gleichmäßig

etwas gebräunt, alt aufgezogen (dieses Papier an den Rändern dünn und

darauf wiederum ein alter Holzstich von Aschaffenburg mit dem Schloß

6

und dem Pompejanum aufgezogen); kleiner Einriß außerhalb der Darstellung,

knapprandig. Das seltene Blatt zeigt in einem klaren Abdruck die

Silhouette der Stadt, im Vordergrund einige Bauern auf ihren Äckern. Die

1804 erfundene Zinkographie stellt eine Weiterentwicklung der Lithographie

dar, um die schweren Steinplatten zu vermeiden. Ab 1850 wurde das

Verfahren auch benutzt um Bilder in den Text von Zeitschriften zu platzieren.

Nr. 19 Kitzingen

20 Maintal - (Blick vorbei an einer Ruine ins Maintal), um

1840. 50,00 €

Unsignierte Tuschezeichnung über Bleistift aus dem Nachlass Andreas

Geist, um 1840. 21,2 x 34,1 cm (Blattgröße). - Auf alten Karton montiert;

leicht gebräunt und minimal stockfleckig. - Nachlassstempel auf der Rückseite.

Provenienz: Auktion Nachlass August Geist, Residenz Würzburg

18.4.1975, Lot 457.

21

Marktbreit - "Markt-Breit.", um 1850.

120,00 €

Gesamtansicht über den Main. Kolor. Stahlstich nach Fritz Bamberger, aus

L. Braunfels, "Die Mainufer", Würzburg, um 1850. 10,8 x 16 cm. - Zeitbedingt

leicht gebräunt, oberer weißer Rand schmal wasserrandig.


Graphik und Handzeichnungen Franken

22 Marktheidenfeld - "Markt Heidenfeld.", um 1850.

110,00 €

Gesamtansicht über den Main mit der Brücke im Vordergrund. Stahlstich

auf aufgewalztem China nach Fritz Bamberger, bei Mayer in Nürnberg, aus

L. Braunfels "Die Mainufer", Würzburg um 1850. 10,4 x 15,6 cm. - Leicht

gebräunt.

23 Marktsteft - "Markt-Steft mit dem Schwanberg." um

1850. 120,00 €

Gesamtansicht von der Höhe. Kolor. Stahlstich nach Fritz Bamberger, aus

L. Braunfels "Die Mainufer", Würzburg, um 1850. 10,7 x 15,8 cm. - Sauberes

und glattes Blatt.

24 Miltenberg - "Miltenberg.", um 1845.

320,00 €

Gesamtansicht von leicht erhöhtem Standpunkt. Lithographie von Anton

Schleich, um 1845. 11,7 x 18,9 cm. - Gleichmäßig leicht gebräunt, glatt.

Dekoratives und seltenes Blatt. Die Ansichten von Schleich und Leinecker

erschienen von 1842 bis 1847 im "Würzburger Abendblatt" bei Förtsch als

monatliche Beilage, insgesamt um die 60 verschiedene Lithographien.

25 Nürnberg - "Stadt Nürnberg." - N.W.LXIII.15.16.

LXIV.15.16 - Blatt 105. 1909/10. 75,00 €

Teilstadtplan von Nürnberg mit Gebäuden und Grundstückseinteilung.

Lithographie aus der Lith. Anstalt des Kgl. Bayer. Kataster-Bureaus, 1906-

08 gemessen, 1909 kartiert u. revidiert, 1909/10 lithogr. 50 x 50 cm. -

Etwas gebräunt, angeschmutzt und minimal stockfleckig. - Die Karte im

Maßstab 1:1000 grenzt das Viertel zwischen Schlüsselfelder Straße, Goethestraße,

Am Maxfeld und Maxtorgraben ein. - Auf der Rückseite eine

Beilage zu S.W.XI. 5 u. 6. (Wolfrathshausen) mit einer Karte von Weidach

und Dorfen im Norden von Wolfrathshausen mit der Loisach in der Kartenmitte.

26 Pommersfelden - "Perspectivischer Aufzug und Haupt

Grundriß des Hochgraefl. Schoenbornischen Schloßes

Weissenstein.", um 1760. 80,00 €

Zwei Figuren auf einem Blatt. Kupferstich mit Legende (a-g zu Fig. 2), um

1760. 30,6 x 18,4 cm. - Mit einer alten Faltspur, sonst glatt und sauber. -

Der Aufriß als perspektivischer Blick aus der Vogelschau auf einem imaginär

aufgesteckten Blatt mit dem Marstall im Vordergrund. Der Grundriß in

gleicher Reihe.

Nr. 26 Pommersfelden Nr. 27 Rhön

27 Rhön - (Blick ins Saaletal), um 1840.

75,00 €

Blick von der Höhe auf ein Städtchen (wohl Bad Kissingen), im Hintergrund

die Rhönberge. Unsignierte Bleistiftzeichnung aus dem Nachlass

Andreas Geist, um 1840. 40,5 x 25 cm (Blattgröße). - Auf alten Karton

montiert; etwas gebräunt und minimal fleckig, geringe Altersspuren, kleiner

Einriß am unteren Rand, linke untere Ecke ergänzt. - Nachlassstempel

auf der Rückseite. Provenienz: Auktion Nachlass August Geist, Residenz

Würzburg 18.4.1975, Lot 464.

28 Schweinfurt - "Ansicht von Schweinfurt.", um 1820.

220,00 €

Gesamtansicht von Nordosten. Kolor. Umrißradierung bei Ebner in Augsburg,

um 1820. 6,3 x 11,1 cm. - Sauber. - Dekoratives und seltenes Blatt. –

Siehe Farbabbildung im Tafelteil.

7


Antiquariat Tobias Müller

29 Schweinfurt - "Mainberg", um 1840.

60,00 €

Ansicht des Schlosses und des Ortes vom Wasser aus mit Schiffsstaffage

im Vordergrund. Stahlstich von Poppel nach Gerhardt, um 1840. 15,1 x

11,3 cm. - Mit einer gleichmäßigen leichten Bräunung.

30 Schweinfurt - "Schweinfurt.", um 1650.

210,00 €

Gesamtansicht mit figürlicher Staffage. Kupferstich mit Wappen und

Legende (1-18) von M. Merian nach Johann Herman, um 1650. 22,5 x 34

cm. - Mit einer dem Alter entsprechenden leichten Bräunung, der Rand mit

etwas Plattenschmutz; im Bug im Bereich des Wappens eine kleine ausgebesserte

Fehlstelle; der Druck vor allem in den Ecken gering schwächer. -

Fauser 12832. - Die Ansicht über den Main zeigt die barocken und mittelalterlichen

Befestigungswerke, die Brücke und die komplette Stadtsilhouette,

herausragend St. Johannis und das Rathaus.

31 Sommerhausen - "Sommerhausen am Main.", um 1845.

320,00 €

Gesamtansicht von der Uferstraße Richtung Eibelstadt mit einem Ochsengespann

und einem Raddampfer auf dem Main. Lithographie von F. Leinecker,

um 1845. 12,8 x 19,8 cm. - Leicht gebräunt, Ränder gering knittrig

und etwas fleckig. Selten. - Die Ansichten von Schleich und Leinecker aus

Mainfranken erschienen von 1842 bis 1847 im "Würzburger Abendblatt"

bei Förtsch als unregelmäßige Beilage, insgesamt um die 60 verschiedene

Lithographien.

32 Triefenstein - "Triefenstein.", um 1850.

95,00 €

Ansicht über den Main mit einigen Ausflüglern im Vordergrund, rechts

über dem Main das Kloster, links die Kirche von Lengfurt. Stahlstich auf

aufgewalztem China nach Fritz Bamberger, aus L. Braunfels, "Die Mainufer",

Würzburg um 1850. 10,5 x 15,8 cm. - Minimal gebräunt.

8

Äußerst seltenes Souvenirblatt

33 Unterfranken - "Erinnerung an das Kriegs-Jahr 1866."

- Gegenden von Unterfranken Um 1870.

720,00 €

Großformatiges Souvenirblatt mit zahlreichen Darstellungen, ornamental

gestaltete Waffensammlungen sowie einfache florale Bodüren in den

Ecken, Legende und Erläuterungen. Mehrfarbig gedruckte Lithographie um

1870. Ca. 40 x 59 cm (ohne den Textblock). - Beschnittenes und restauriertes

Blatt; Rückseite aufkaschiert, mehrere Einrisse in den Bildbereich

restauriert, geglättet und gereinigt; 3 Ecken neu angesetzt (jedoch nur die

florale Bodüre tangierend). - Trotz des restaurierten Zustandes ein ordentliches

und vor allem sehr seltenes Blatt. - Die einzelnen Darstellungen

zeigen die folgenden Orte: Hettstadt, Hettstadter Hof, Üttingen, Helmstadt,

Rossbrunn, eine Panoramaansicht von Würzburg vom Stein (4,5 x 17 cm),

Nüdlingen, der Kirchhof in Kissingen, Winkels, Hammelburg, Kloster

Saleck mit Schloß sowie eine Ansicht von der Höhe auf Bad Kissingen (4,5

x 17 cm). Dazu zeigt das Blatt zwei Karten (je 9,5 x 17 cm) mit den

Schlachtaufstellungen westlich von Würzburg und um Bad Kissingen und

Hammelburg. Ergänzend werden folgende Denkmäler in einzelnen Abbildungen

dargestellt: Das Denkmal auf dem Lerchenberg in Unteraltertheim,

das Preußische Denkmal bei Helmstadt, das Denkmal des Generalleutnants

v. Zoller, das Grabmal an den Kirchhofmauern in Kissingen, der Denkstein

des Majors v. Ysenburg, das provisorische Denkmal im Kirchhof zu Kissingen,

die Gräber auf dem Vogelsberg bei Rossbrunn. Zwei weitere Abbildungen

zeigen die Orte, wo der General v. Zoller und der Oberleutnant

Tauschek fielen. – Siehe die Farbabbildung auf der Deckelinnenseite.

34 Volkach a. Main - "Volkach.", um 1850.

120,00 €

Gesamtansicht von der Höhe mit figürlicher Staffage im Vordergrund, links

Astheim, im Hintergrund Maria im Weingarten und die Gaibacher Konstitutionssäule.

Kolor. Stahlstich nach Fritz Bamberger, aus L. Braunfels:

"Die Mainufer", Würzburg, um 1850. 10,2 x 16,1 cm. - Breitrandig, leicht

gebräunt und minimal fleckig. – Siehe Farbabbildung im Tafelteil.


Graphik und Handzeichnungen Franken

Seltenes Portrait aus dem kurzen protestantischen Interregnum

in Würzburg

35 Würzburg - "Bernhardus, der Grosse und Allererste/

Hertzog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg.", 1641.

380,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs auf einem Balkon mit Aussicht auf Würzburg

mit der Festung Marienberg links und der Stadt und Festung Breisach.

Kupferstich von Johann Dürr nach Christian Richter aus: Biblia, Das ist:

Die gantze H. Schrift, Altes vnd Newes Testaments Teutsch, D. Martin

Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg 1641 (sog. Weimarer Kurfürstenbibel).

30,6 x 19,2 cm. - Glatt und sauber, der Text der Rückseite etwas

durchschlagend. - Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten, 13. Brod/

Mälzer K16. Nummer 11 der Serie von 11 Portraits, die der Bibel vorgebunden

wurden. Die Ansicht der Festung Marienberg steht in deutlicher

Nachfolge der 1633 erschienenen Merian-Darstellung. - Bernhard: Weimar

16.8.1604 - 18.7.1639 Neuenburg am Rhein. Der jüngste Sohn Johann III.

begann mit 18 seine kriegerische Laufbahn im Böhmischen Krieg. Im

weiteren Verlauf diente er verschiedenen Kriegsherrn, u.a. dem Kaiser und

König Christian IV. v. Dänemark, ehe er sich 1630 König Gustav Adolf

von Schweden anschloß. Er begleitete ihn auf seinen Kriegszügen durch

Franken und Süddeutschland, bei der Schlacht in Lützen übernahm er nach

dessen Tod den Oberbefehl und vertrieb im Anschluß die Kaiserlichen aus

Sachsen. Auf Grund eines angeblichen Versprechens Gustav Adolfs wurde

Bernhard 1633 mit dem Herzogtum Franken belehnt. Seine Regentschaft

dauerte allerdings nur ein gutes Jahr bis zu seiner Niederlage im September

1634 in Nördlingen. Wegen seiner geschwächten Stellung wandte er sich

Frankreich zu. In den Folgejahren zog er mit seinen Truppen nun im Auftrag

Richelieus durch das Elsaß, Lothringen und die Oberrheingegenden.

1638 gelang ihm die Einnahme von Breisach, welches er trotz französischer

Proteste für sich allein beanspruchte. Ein gutes halbes Jahr später

verstarb er allerdings, wobei sich um seinen Tod Gerüchte eines französischen

Giftanschlags ranken.

9


Antiquariat Tobias Müller

10

Serie von fünf seltenen Würzburg-Stahlstichen

Aus: Sigfried Haenle u. Karl Spuner von Merz, Taschenbuch für Einheimische

und Fremde - Würzburg und seine Umgebungen, Würzburg 1844, bei

C. Dittmarsch in Stuttgart

36 Würzburg - "Die Brücke und Festung.", 1844.

140,00 €

Ansicht von den Schiffsanlegestellen nördlich des Alten Kranens, links der

Kranen, im weiteren Verlauf die Alte Mainbrücke, St. Burkhard, das

Käppele, die Festung und das Mainviertel, mit figürlicher Staffage und

einem Raddampfer im Vordergrund. 7,7 x 10,2 cm. - Glatt, minimal fleckig.

- Ansichten aus dem alten Würzburg, Teil I, 37.

37 Würzburg - "Die Domkirche", 1844.

140,00 €

Ansicht des Domes über den Kiliansplatz, links mit einem Großteil der

Schönbornkapelle und rechts dem Chor des Neumünsters. Eine Prozession

zieht aus dem Dom in Richtung Paradeplatz. 8,2 x 10,9 cm. - Außer etwas

Plattenschmutz über den Türmen sauber und glatt. - Die Darstellung zeigt

sowohl das Langhaus des Domes in verkürzter Form, als auch das Neumünster

zu schmal. Zudem ist die Fassade der Schönbornkapelle mit dem

zurückversetztem Portal fehlerhaft. - Ansichten aus dem alten Würzburg,

Teil II, 246.

38 Würzburg - "Die Marien Kapelle.", 1844.

110,00 €

Ansicht über den Marktplatz mit dem Obelisken und figürlicher Staffage.

7,5 x 10,4 cm. - Sauber und glatt. - Selten. Die Marienkapelle in einer

Darstellung mit der barocken Turmhaube. - Ansichten aus dem alten

Würzburg, Teil I, 135.

39 Würzburg - "Stift Hauger Kirche", 1844.

120,00 €

Ansicht von Fassade und Kuppelbau sowie dem links neben der Kirche

gelegenen Kapitelhaus mit figürlicher Staffage. 10,6 x 8 cm. - Glatt und

sauber. - Am linken Bildrand ist noch ein Teil des frühbarocken Stiftshofes

(Wolfmannshof) zu sehen, den Franz Scheiner und seine Kunstanstalt für

einen Neubau im neubarocken Stil 1895 abreißen haben lassen. - Ansichten

aus dem alten Würzburg, Teil II, 378.

40 Würzburg - "Würzburg v. d. Ostseite.", 1844.

150,00 €

Gesamtansicht vom Letzten Hieb. 7,6 x 10,3 cm. - Unter Glas gerahmt, das

Passepartout mit gebräunter Kante; das Blatt gleichfalls etwas gebräunt. -

Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten 105.

Nr. 36 Würzburg Nr. 37 Dom

Nr. 39 Stift Haug Nr. 40 Würzburg


Graphik und Handzeichnungen Franken

41 Würzburg - "Herbipolis.Würtzburg.", um 1650.

1100,00 €

Panoramaansicht von der Höhe aus Norden. Kupferstich von 2 Platten mit

Legende (1-34) und kleiner Kartusche mit der Stadtfahne von M. Merian,

um 1650. 23 x 62,5 cm. - Das Papier sauber und glatt, an einigen Stellen

mit einer schwacher Bräunung; im Bereich der Festung der Abdruck etwas

schwächer. Insgesamt ein gutes Exemplar. - Fauser 15736; Mainfränkisches

Museum, Gesamtansichten, 12. - Erstmals erschienen ist die Ansicht

Merians 1633 in Abeles Chronik der ersten Jahre des Dreißigjährigen

Krieges. 1648 erschien sie mit vier weiteren Würzburg-Ansichten in der

"Topographia Franconiae". Die Autorenschaft Matthäus Merians scheint

relativ sicher, im Gesamtwerk der Topographien ragt sie durch ihre Größe

und Komposition heraus.

42 Würzburg - "Herbipolis - Würtzburg.", 1721.

580,00 €

Gesamtansicht von der Höhe aus Norden mit Wappen, leerer Kartusche,

Ortsbeschreibung und Legende (1-34). Kupferstich (Nr. 196) von Gabriel

Bodenehr, aus: Bodenehr, Gabriel: Europens Pracht und Macht in 200

Kupferstücken, Augsburg 1721-1731. 15,3 x 40,0 cm. - Unter Glas gerahmt,

mit wenigen kaum sichtbaren Stockflecken; schwach gebräunt. -

Der Stich Bodenehrs ist eine verkleinerte Kopie der Ansicht Merians von

1648 (s. Nr. 42). - Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten 32.

43 Würzburg - "Panorama von Würzburg - Panorama de

Würzbourg.", um 1845. 1200,00 €

Panoramaartige Gesamtansicht vom Steinberg. Stahlstich von Th. Beck bei

Hermann´scher Buchhandlung in Frankfurt, um 1845. 8,3 x 53,0 cm. -

Unter Glas gerahmt, etwas gebräunt, einige Partien im Himmel leicht

berieben. - Die seltene Ansicht besticht durch eine feine graphische Technik,

die durch kleine aufgerauhte Tonflächen eher einer Federzeichnung

denn einem Stahlstich ähnelt. Das Format und der Bildausschnitt lehnen

sich an das damals populäre Panorama an. Die Bastionen im Vordergrund

sind bereits aufgelassen und bewachsen, deutlich treten die Hauptgebäude

der Stadt hervor und der Main teilt diese deutlich. - Mainfränkisches Museum,

Gesamtansichten 111.

Drei Würzburger Panoramaansichten vom Steinberg

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Antiquariat Tobias Müller

44 Würzburg - "Kiliani-Turnfest", Würzburg;, 1927. 1

Doppelblatt; 4°;

10,00 €

Informationsblatt zum Kiliani Turnfest 1927 des TSV Jahn mit einer kleinen

Abbildung der Festung. - Gering gebräunt, einmal gefalten. - Mit

einem kurzen Anschreiben, dem Programm zur Kiliani Festwoche, dem

Wettkampfprogramm zum Turn- und Schwimmwettkampf. Gedruckt bei

Staudenraus.

45 Würzburg - "Notre Dame de Vurzbourg.", 1841.

70,00 €

Ansicht der Marienkapelle über den Marktplatz aus Südwesten mit figürlicher

Staffage. Stahlstich von Gibert nach Lemaitre aus Le Bas

"Allemagne", Paris 1841. 14,1 x 10,7 cm. - Mit einer dem Alter üblichen

schwachen Bräunung. - Durch das Hochformat wirkt die Kapelle höher als

sie tatsächlich ist, dazu geriet die Marienfigur auf der Turmspitze überdimensioniert.

Einige weitere kleine Irrtümer haben sich in das Bild eingeschlichen,

so wird das reich geschmückte Haus zum Falken als einfacher

Bau dargestellt. - Ansichten aus dem alten Würzburg, Teil II, 329.

46 Würzburg - "Prospect der Hl. Maria Capellen auf dem

Marckt zu Würzburg,...", 1740. 350,00 €

Ansicht der Marienkapelle mit der damaligen barocken Turmhaube von der

südwestlichen Platzecke einschließlich der sie umgebenden Gebäude und

reichlich Treiben auf dem Platz. Radierung mit Legende (a-d) in Deutsch

und Latein von Johann August Corvinius nach Salomon Kleiner, aus: Die

sowohl wegen prächtiger Schönheit als unvergleichlicher Bevestigung

weltberühmte ... Residenz Stadt Würtzburg, bei Pfeffel in Augsburg, 1740.

27,5 x 39,4 cm. - Bis auf den Rand beschnitten, ein fachmännisch restaurierter

Einriß im Bereich des Himmels; sauber und ohne Flecken, lediglich

die rechte untere Ecke minimal fingerfleckig. - Aus der berühmten Serie

von 10 Würzburg- Ansichten, die Kleiner im Auftrag des Fürstbischofs

Friedrich Karl von Schönborn anfertigte um die Pracht seiner Stadt zu

zeigen.

12

47 Würzburg - "Rathhaus zu Würzburg.", 1844.

75,00 €

Ansicht mit dem Vierröhrenbrunnen und figürlicher Staffage. Stahlstich

von und nach Johann Poppel, München 1844. 16,8 x 11 cm. - Sauberer

Abdruck und in sehr gutem Zustand.

Nr. 46 Würzburg

48 Würzburg - "The Citadel of Wurzburg.", 1825.

120,00 €

Ansicht der Festung Marienberg mit seiner Stadtfront vom Mainufer aus,

dort figürliche Staffage und Mainschelche, am linken Rand über dem Main

St. Burkard. Stahlstich von Will Miller nach Capt. Batty bei Robert Jennings

in London, 1825. 12,4 x 20,5 cm. - Schwach gebräunt, im breiten

weißen Rand gering stockfleckig. Brod/Mälzer K95

49 Würzburg - "The Dom-Gasse, Wurzburg." , 1824.

110,00 €

Ansicht der Domstraße von der Brücke aus, links das Rathaus, dazu figürliche

Staffage. Stahlstich auf aufgewaltzem Chinapapier von J. Edwards

nach Capt. Batty, London 1824. 19,5 x 13,8 cm. - Leicht gebräunt, die

Papierränder etwas angestaubt. - Brod/Mälzer Nr. K90.


Graphik und Handzeichnungen Franken

50 Würzburg - "Wurtzburg" - Herbipolis comuniter

Wirtzburg, orientalis franciae metropolis. Um 1575.

350,00 €

Gesamtansicht aus der Vogelschau. Kolor. Radierung von Franz

Hogenberg (od. Simon van der Neuwel), aus Georg Braun und Franz

Hogenberg, Civitates orbis terrarum, Bd. I, Köln 1572. 19,8 x 24 cm. -

Kaum fleckig, rechts und oben bis an den Rand, bzw. knapp beschnitten;

eine brüchige senkrechte Linie parallel zum rechten Rand restauriert. - Eine

der frühesten Abbildungen der Stadt. Hogenberg hatte für sein Städtebuch

wohl keine eigene Vorlage der Ansicht Würzburgs und griff auf die Darstellung

aus der Cosmographie von Sebastian Münster zurück, deren Maß

er allerdings veränderte. In die Darstellung sind die Bezeichnungen der

Gebäude eingearbeitet. Die Ansicht Würzburgs wurde im Städtebuch auf

ein Blatt mit den Ansichten von Mainz und Sitten (Schweiz) platziert,

daher auch die knappen Ränder oben und rechts. - Mfr. Museum Würzburg,

Gesamtansichten, 4. – Siehe Farbabbildung im Tafelteil.

51 Würzburg - "Würzburg", 1837.

120,00 €

Gesamtansicht vom Steinberg mit figürlicher Staffage auf einem

Weinbergsweg. Unbekannter Stahlstich aus Conrad Fr. Strahlheim, "Die

Wundermappe oder sämtliche Kunst- und Naturwunder des ganzen Erdballs",

Bd. 4 Süd-Deutschland, Frankfurt 1837. 9,3 x 14,1 cm. - Mit einer

gleichmäßigen leichten Bräunung und nahezu ohne Flecken. - Mainfränkisches

Museum, Gesamtansichten 94. Der Stich stellt eine Kopie der Ansicht

von Lange/Rauch aus dem Jahr 1832 dar.

52 Würzburg - "Diplom für Katharina Christina

Pedraglia", 1866. 10,00 €

Ausgefülltes und unterschriebenes Diplomformular für Katharina Christina

Pedraglia für Fleiß und Wohlverhalten, Würzburg 11. Nov. 1866. 36 x 36,5

cm. - Etwas gebräunt und minimal fleckig, mehrfach gefalten und dort

rissig (bereits in 2 Teilen). - Die Schülerin der deutschen mittleren Mädchenschule

zu St. Gertraud erhielt von der "königlichen Local-Schul-

Inspection" die silberne Denkmünze. Unterschrieben vom Pfarrer von St.

Gertraud C.F. Kopp. Das Formular ist eigentlich für die Pfarrei zu Haug

gedruckt gewesen und wurde handschriftlich abgeändert.

53 Würzburg - "Festung und Brücke zu Würzburg.", um

1840. 160,00 €

Ansicht mit Schiffstaffage im Vordergrund. Stahlstich von J. Poppel aus

Georg Franz "Erinnerungen an Würzburg", München 1845. 11 x 15,8 cm. -

Sauberes und glattes Blatt. - Brod/Mälzer K143.

54 Würzburg - "Würzburg.", um 1845.

250,00 €

Gesamtansicht von Südwesten, Standpunkt etwas oberhalb des Käppeles.

Stahlstich von und nach Johann Poppel, bei G. Franz in München, um

1845. 11,4 x 19,7 cm. - Sehr gutes Exemplar. - Poppel zeigt die Stadt aus

dem relativ selten genutzten Südwest-Blick. Links schiebt sich die Festung

deutlich und verschattet ins Bild, mittig liegen Main und Stadt im Sonnenlicht,

während rechts die Türme des Käppele das Bild abschließen. Poppel

nimmt in der Aufteilung von verschatteter Festung und beleuchteter Stadt

Bezug auf die Lithographie von Gustav Kraus, welche um 1828 erschienen

ist. Es handelt sich bei diesem Stich um einen früheren Abzug, weil die

Marienkapelle noch mit ihrer barocken Turmhaube dargestellt ist. Spätere

Abzüge wurden darauf verändert, um das Stadtbild aktuell wiederzugeben.

- Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten 107.

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Antiquariat Tobias Müller

55 Würzburg - "Würzburg.", um 1820.

240,00 €

Gesamtansicht von Norden. Altkolor. Umrißradierung von Georg Adam bei

Friedrich Campe in Nürnberg, um 1820. 7,7 x 13,3 cm. - Das Papier

gleichmäßig gebräunt, an den angehefteten Stellen wenig stärker. Dekorativ

und selten. - Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten 64, Brod/Mälzer

75. Das Motiv entlehnte Adam der großen Radierung von

Schnorr/Lunkenbein bzw. Johann Adam Klein aus den Jahren 1810/11. Der

Verlag brachte zudem in dieser Zeit eine weitere Version einer Nordansicht

von einem unbekannten Künstler heraus. – Siehe Farbabbildung im

Tafelteil.

56 Würzburg - "Würzburg", um 1840.

120,00 €

Gesamtansicht vom Steinberg. Stahlstich aus Meyers Universum, Bd. III,

Hildburghausen um 1840. 9,5 x 16 cm. - Sauber und glatt mit einem guten

Abdruck. - Joseph Meyer übernimmt für sein Universum die Ansicht, die

einige Jahre zuvor von Lange/Rauch geschaffen wurde. Der Stich wird in

einigen Nachfolgewerken bis in die 1850er Jahre verwendet, unter anderem

in der amerikanischen Ausgabe "Our Globe".

57 Würzburg - "Würzburg vom Steinberge aus.", um

1840. 320,00 €

Gesamtansicht vom Steinberg. Kreidelithographie von C. Studer, um 1840.

13,0 x 19,2 cm. - Glatt und lediglich minimal gebräunt, mit wenigen

schwachen Flecken im linken Randbereich. - Die seltene Ansicht stellt eine

Wiederholung des Stahlstiches von Rauch und Lange aus dem Jahr 1832

dar. Sie ist Teil einer unbekannten Serie (das Mainfränkische Museum

besitzt daraus noch eine Ansicht der Domstraße). Da die eigentlich aufgedruckte

Nummer 8 fehlt, handelt es sich wohl um einen Probe- oder Einzelabzug.

- Mainfränkisches Museum, Gesamtansichten Nr. 99.

58 Würzburg - (Angebotsschreiben der Chemischen Fabrik

"Ara" Würzburg), 1921. 1 Blatt

10,00 €

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Signiertes Angebot an Herrn Heinrich Bauer, Mitwitz, für eine Lieferung

von "Araba" - Honigfliegenfänger vom 28.5.1921 auf gedrucktem Briefpapier

mit Maschine geschrieben. DIN A4. - Leicht gebräunt, gefalten. -

Inhaber war Apotheker Eugen Lahr.

59 Würzburg - (Glückwunschtelegramm), 1928. 1 gefalt.

Doppelblatt m. illustr. Titel und ornament. Textkasten Quer-

4°; 8,00 €

Telegramm, verschickt über den Deutschen Reichstelegraph an Herrn

Oberlehrer Fries, Buchbrunn, am 10.10.1928 um 8.30 Uhr von Fam.

Brückner aus Würzburg. Fam Brückner sendet Glückwunsche zum "silbernen

Fest". - Das Formular sauber handschriftlich ausgefüllt.

60 Würzburg - (Hofgarten Würzburg), um 1840.

80,00 €

Blick aus dem Gartensaal auf den Brunnen und die rückwärtige Bastion im

Würzburger Hofgarten. Unsignierte Bleistiftzeichnung aus dem Nachlass

Andreas Geist, um 1840. 25 x 21,8 cm (Blattgröße). - Auf alten Karton

montiert; etwas gebräunt und fleckig, mit wenigen Altersspuren, Büroklammerabdruck

oberhalb der Abbildung. - Nachlassstempel auf der Rückseite.

Provenienz: Auktion Nachlass August Geist, Residenz Würzburg

18.4.1975, Lot 439.

61 Würzburg - (Neubaustraße und die Festung), um 1960.

60,00 €

Blick durch die Neubaustraße entlang der Michaelskirche auf die Stadtfront

der Festung Marienberg. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother,

sign., um 1960. Ca. 19,5 x 9,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

62 Würzburg - (Würzburg), 1597.

140,00 €

Gesamtansicht aus der Vogelschau von Osten. Kolor. Holzschnitt auf dem

ganzen Textblatt, vermutlich aus Johannes Rauw, "Cosmographia", 1597.

6,8 x 9,5 cm (Bild), bzw. 15,5 x 10,5 cm (ganze Seite). - Unter Doppelglas

gerahmt. Etwas gebräunt, minimal gewellt. - Die Ansicht, die eine


Graphik und Handzeichnungen Franken

verkleinerte Version der Hogenberg´schen darstellt, wurde ursprünglich in

Abraham Saurs "Theatrum urbium", bei Basse in Frankfurt 1595, verwendet.

Der Verlag benutzte die Graphik jedoch auch für einige andere Werke,

hier wahrscheinlich für das Werk von Rauw. - Mainfränkisches Museum,

Gesamtansichten 6.

63 Zell am Main - "Das Maintal bei Zell.", um 1845.

280,00 €

Gesamtansicht von leicht erhöhtem Standpunkt mit Blick auf das Kloster

Oberzell und den Ort Zell sowie das gen Norden sich verlaufende Maintal.

Lithographie von Anton Schleich, um 1845. 13,4 x 20,2 cm. - Weitgehend

sauberes und glattes Blatt ohne Beschädigungen. Selten. - Die Ansichten

von Schleich und Leinecker erschienen von 1842 bis 1847 im "Würzburger

Abendblatt" bei Förtsch als regelmäßige Beilage, insgesamt um die 60

verschiedene Lithographien.

Nr. 57 Würzburg

Nr. 53 Würzburg

Nr. 63 Zell

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Antiquariat Tobias Müller

Fränkische Landkarten

64 Franken - "Charte des Grosherzogthums Würzburg" -

und der angrenzenden Länder. 1809.

250,00 €

Teilkolor. Kupferstichkarte mit Meilenzeiger bei Verlag des Geographischen

Instituts in Weimar, 1809. 30,4 x 41,7 cm. - Mit einer dem Alter

entsprechenden schwachen Bräunung, Bug geglättet, das Papier sauber,

lediglich der linke Rand (außerhalb der Karte) etwas knittrig und mit einem

kleinen Einriß (ca. 2-3 cm). - Die Karte umfaßt das Gebiet zwischen Frankfurt,

Schmalkalden, Eger, Regensburg, Nördlingen und Heidelberg.

65 Franken - "Circulus Franconicus, in quo sunt

Episcopatus Wurtzburg, Bamberg et Aichstet." um 1680.

280,00 €

Altkolor. Kupferstichkarte mit zwei altkolor. Wappenkartuschen (der

einzelnen Territorien und des Reichsadlers) und Meilenzeiger von F. de

Wit in Amsterdam, um 1680. 48,6 x 56,8 cm. - Etwas gebräunt, das grüne

Grenzkolorit gering verblaßt und an einer Stelle leicht brüchig (zwei weitere

hinterlegt); Papier glatt und lediglich an zwei Stellen der Blattkante mit

einem kleinen Fleck. - Die Karte umfaßt das Gebiet zwischen Wertheim,

Schmalkalden, Eger und Ingolstadt. Neben den Bistümern zeigt die Karte

die Markgraftschaft Ansbach und Kulmbach, das Herzogtum Coburg, die

Grafschaften Henneberg, Wertheim, Papenheim, Rieneck, Erpach,

Schwarzenberg, Castell, die Baronie Seinsheim und die Freie Reichsstadt

Nürnberg.

66 Franken - "Descriptio Franconiae.", um 1600.

95,00 €

Kolor. Kupferstichkarte aus Bertius, um 1600. 9,5 x 13,3 cm. - Mit einer

dem Alter üblichen Bräunung; in den linken Plattenecken geringer Plattenschmutz.

- Die kleine Karte umfasst nahezu das gesamte Gebiet des Fränkischen

Kreises zwischen Frankfurt und Fichtelgebirge sowie zwischen

Fulda und Nürnberg. – Siehe auch die Farbabbildung im Tafelteil.

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Graphik und Handzeichnungen Fränkische Landkarten

67 Franken - "Das Bisthum Wurtzburg in Franken.", 1676.

300,00 €

Kupferstichkarte mit kleiner Gesamtansicht von Würzburg (13 x 18,5 cm),

kleiner Gesamtansicht von Königshofen (7 x 12,5 cm), kleiner Legende,

Meilenzeiger und Kompaßrose von Johann Jakob Schollenberger nach J.H.

Seyfrid, 1676. 40 x 53,5 cm. - Unter Glas gerahmt. Mit einer leichten

Bräunung, am rechten Rand, speziell in der Titelbodüre einige Fehlstellen

ersetzt und ergänzt; minimal wellig. - Die Karte ist geostet und umfasst das

Gebiet von Wertheim im Westen über Meinigen, Eltmann und Rothenburg.

Nahezu alle Ortschaften sind erfasst.

68 Franken - "Franconia vulgo Franckenlandt.", um 1640.

280,00 €

Kolor. Kupferstichkarte mit kleiner Titelkartusche und Maßstabskartusche

bei G. Blaeu, um 1640. - 38 x 49,5 cm. - Leicht gebräunt, oberer Rand rs.

mit altem Klebestreifen - insgesamt sehr gut erhalten und im dezent dekorativen

Kolorit. - Umfasst das Gebiet zwischen Frankfurt a.M, Schmalkalden,

Regensburg und Heidelberg.

69 Franken - "Nova atque exacta Franconiae...", um 1710.

220,00 €

Altkolor. Kupferstichkarte mit unkolor. Kartusche und Meilenzeiger von P.

Schenk, um 1710. 47,1 x 55,8 cm. - Etwas gebräunt, in den weißen Rändern

auch minimal fleckig, bzw rechte untere Ecke fingerfleckig; eine

kleine Stelle des Grenzkolorits brüchig und hinterlegt. - Die Karte zeigt den

Fränkischen Kreis mit größeren Randgebieten (Mainz, Leipzig, Regensburg,

Heidelberg).

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Antiquariat Tobias Müller

70 Franken - "Das Fürstenthum Würzburg", 1805.

1300,00 €

Großformatige altkolor. Kupferstichkarte mit großem Wappen, einer

handgeschriebenen Farblegende, einer umfangreichen Zeichenlegende,

einer großen Kompaßrose sowie einer Landschaftsdarstellung mit dem

integrierten Titel auf vier Platten nach Georg Carl Adam Joseph von

Fackenhofen von Christoph Joseph Stumpf in Würzburg, 1805. 99 x 100

cm. - Nicht zusammengeklebt (4 Teile), ohne Flecken, glatt; einige Randstellen

minimal angeknickt, ein Blatt mit einer schwachen Faltspur, das

nordwestliche Blatt mit geringem Plattenschmutz. - Die Fackenhofenkarte

stellt für das Hochstift Würzburg den Übergang zu einer maßstabsgenauen

Kartierung dar und war für die damalige Zeit von größter Bedeutung. Sie

war ursprünglich nicht zur Publizierung vorgesehen und besitzt einen

großen Seltensheitswert. Ihre Entstehungsgeschichte wird ausführlich mit

neu gesichteten Quellen von Herbert Schott beschrieben (Schott, Herbert:

Die Entstehung der sog. Fackenhofen-Karte des Hochstifts Würzburg, in:

Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Bd. 58, 2006 S. 129-

148). Darin erhält man Einblicke in die Motive ein solches Kartenwerk zu

erstellen sowie gleichfalls in die Abläufe Würzburger Hofkammer-

Bürokratie. Initiator der Karte war der Würzburger Kriegskommissar

Christoph Friedrich Seelmann, der in der Hofkammer seine Erfahrungen

mit dem letzten Durchzug kaiserlich-königlicher Truppen vortrug und

dabei feststellte, daß das Hochstift kein geeignetes Kartenmaterial für ein

Marschkonzept hätte und andere Reichsstände hier voraus wären. Eine

exakte Karte mit genauen Abständen zwischen allen Dörfern, einem Verzeichnis

über die Einwohnerstärke, Anzahl der Gasthäuser und vor allem

ob es sich um hochstiftisches oder fremdherrschaftliches Gebiet handelt

erleichtere die Organisation dauernder Truppenbewegungen. Der Fränkische

Kreis war im 18. Jahrhundert davon besonders betroffen. Seelmann

hatte bei der Planung des letzten Durchmarsches keine komplette Karte des

Hochstifts zur Verfügung. In der Würzburger Verwaltung benutzte man

immer noch die Homann-Karte vom Beginn des 18. Jahrhunderts, die in

einem Protokoll der Hofkammer als "bis zum Ekel fehlerhaft" bezeichnet

wurde. Seelmann schlug für diese Aufgabe den Leutnant von Fackenhofen

vor, der letztlich im Herbst 1787 von Bischof Erthal beauftragt wurde. Die

Kosten wurden von Seelmann zu Beginn mit 500 bis 600 Reichstalern

veranschlagt. Schon nach der ersten Kartierungsrunde Fackenhofens im

18

Herbst 1787 in den nördlichen Ämtern wurde klar, daß die Arbeiten umfangreicher

ausfallen würden und die Kosten stiegen auf 2000 bis 3000

Reichstaler. Sie sollten sich im Verlauf der folgenden Jahre weiter erhöhen.

Fackenhofen wandte sich teils auch selbst an den Bischof um eine Erhöhung

seiner Bezüge zu erreichen. Mit dem Verweis auf seine große Familie

und darauf, daß er ordentliche Kleider bei seinen Ausflügen benötige,

wurde ihm dies auch größtenteils gewährt. Verwehrt blieb ihm allerdings

der Wunsch nach einer Puplikation der Karte, an deren Vertrieb er gerne

mitverdient hätte. Unter dem Verweis der militärischen Geheimhaltung

wurde dies abgelenht, lediglich die Aussicht auf die Veröffentlichung einer

abgespeckten Variante im großen Maßstab wurde ihm gewährt, dann

allerdings durch einen fürstlichen Vetrieb. 1792 war das Projekt weitgehend

abgeschlossen, Fackenhofen sollte nur fortlaufend Verbesserungen

einarbeiten. Eine Kabinettsausfertigung für den Fürstbischof befindet sich

heute im Staatsarchiv Würzburg. Nach dem Übergang des Hochstifts an

Bayern hatte die Karte für die bayerische Verwaltung eine besondere

Bedeutung, was an dem Bericht über das Kartenmaterial des bayerischen

Gesandten Major Ribaudpierre abzulesen ist, der bereits vor dem Reichsdeputationshauptschluß

im militärisch besetzten Hochstift weilte: "Von

dem Würzburgischen ist nur die ganz schlechte Homännische bekannt.

Eine sehr große und sehr richtig sein sollende Kabinettskarte befindet sich

bei dem Major und Hofkriegsrat Schäffer. Sie wird nicht gezeigt." In der

bayerischen Zwischenherrschaft schien es letztlich keine Bedenken mehr

gegen eine Veröffentlichung der Karte gegeben zu haben, so daß es 1805

zur vorliegenden Publikation kam. Es gibt zwei nahezu identische Ausgaben.

Fackenhofen, mittlerweile 2. Major, erlebte dies nicht mehr, er starb

am 13.4.1804. - Das Handkolorit zeigt die Gebietszuordungen an (z.B. blau

für das purifizierte Churfürstliche Gebiet). Die detaillierte Legende wird

erweitert durch eine Statistik, z.B. gibt es drei Festungen, 86 Städtchen, ...,

91 bewohnte und alte Schlösser, 30 einzelne Klöster, ..., 16 freistehende

Wirtshäuser und 820 Mühlen. Es folgt eine Liste aller 32 eingezeichneten

Flüsse. Das Exemplar weist einen Archivstempel auf.


Graphik und Handzeichnungen Fränkische Landkarten

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Antiquariat Tobias Müller

71 Franken - "Le Cercle de Franconie subdivisé entous les

Estats qui le composent." Le Cercle de Franconie ou sont

Les Evesches de Wurtzburg, de Bamberg, et D‘Aichstet, ...

1692.

480,00 €

Grenzkolor. Kupferstichkarte von 2 Platten mit 2 ornamentierten Kartuschen

(1 kolor.), von Sanson bei H. Jaillot, Paris 1692. 54 x 86 cm. -

Sauber und glatt (lediglich am Bug leicht wellig), das Kolorit frisch. -

Selten und im sehr guten Zustand. - Die Karte umfasst das Gebiet zwischen

Mainz, Südthüringen, Regensburg und Heilbronn.

72 Franken - "Oberer und Gröster Theil des gantzen

Hochlöbl: Fränkischen Craisses, in welchem die Bistumer

Bamberg, Würtzburg und Aichstet ... mit vorgestelt werden."

- Circuli Franconiae pars orientalis ... . um 1720.

260,00 €

Kolor. Kupferstichkarte mit kolor. Kartusche und Meilenzeiger von J.B.

Homann in Nürnberg, um 1720. 55 x 48,2 cm. - Etwas gebräunt und in den

Rändern gering fingerfleckig; am linken Papierrand ein geschwärzter

Streifen (nicht in der Karte), ein winziges Löchlein, Bug alt hinterlegt,

minimal knittrig. - Die Karte zeigt das Gebiet zwischen Würzburg, dem

Thüringer Wald, Regensburg und Ingolstadt.

73 Rhön - "Des Bisthums Würzburg nördliche Aemter mit

der freyen Reichsstadt Schweinfurt.", um 1790.

130,00 €

Kolor. Kupferstichkarte von Reilly, um 1790. 22,7 x 30,4 cm. - Geglättet,

minimal gebräunt, sehr guter Zustand.

74 Wertheim - "Comitatvs Wertheimici" - finitimarvmqve

regionvm nova et exacta descricptio. Um 1650.

180,00 €

20

Kupferstichkarte mit Rollwerkkartusche, Legende und Kompaß bei J.

Janssonius um 1650. 38 x 50 cm. - Mit einer dem Alter entsprechenden

gleichmäßigen Bräunung; Bug geglättet, ein restaurierter Einriß, linker

Rand gering knittrig. - Die geostete Karte umfasst das Gebiet der ehem.

Grafschaft Wertheim und deren Randgebiete von Miltenberg über

Gemünden, Würzburg und Bad Mergentheim. Nahezu alle Dörfer und Orte

sind verzeichnet.

75 Würzburg - "Des Bisthums Würzburg südliche Aemter

mit den Herrschaften Speckfeld und Reichelsberg.", um

1790.

160,00 €

Kolor. Kupferstichkarte mit kolor. Kartusche und Meilenzeiger von Reilly,

um 1790. 24 x 28,7 cm. - Glatt, bis auf wenige Fingerflecken in der rechten

unteren Ecke sauber. - Umfaßt das Gebiet zwischen Rothenfels, Eltmann,

Ebrach und Bad Mergentheim mit Würzburg im Zentrum. – Siehe Farbabbildung

im Tafelteil.

Serie Würzburger Vignetten und Werbemarken

76 Franken - "Fränkische Burgen", um 1910.

25,00 €

Serie von 7 Souvenirmarken, veröffentlicht durch den Würzburger General-Anzeiger,

gedruckt bei J.M. Richter in Würzburg, um 1910. Je 6,2 x 4,5

cm (eine umgekehrt). - Eine Marke gering berieben. - Mit Ansichten der

Burg Wertheim, der Trimburg, der Salzburg bei Neustadt, Burg Saaleck bei

Hammelburg, Miltenberg, Freudenberg und der Homburg o. Wern.

77 Würzburg - "Der Praktische Wegweiser Würzburg",

um 1910.

10,00 €

4 Werbevignetten mit verschiedenen Darstellungen und Werbesprüchen

des Praktischen Wegweisers und dem Hinweis auf das Abonnement, um

1910. Je 4,1 x 3,1 cm. - Minimal gebräunt.


Graphik und Handzeichnungen Vignetten und Werbemarken

78 Würzburg - "Der Würzburger S.C." - Würzburger

Studenten-Corporationen. Um 1910. 12,00 €

Vignette mit Wappendarstellung der Würzburger Corporationen, dazu

Wappen mit Frankenrechen, Echterwappen und Stadtfähnle in einem

Medaillon mit Königskrone, bei Scheiner in Würzburg, um 1910. 4,8 x 6,2

cm. - Minimal gebräunt. - Mit Corps Franconia, Corps Moenania, Corps

Bavaria, Corps Nassovia, Corps Rhenania, Corps Westphalia u. Corps

Makaria.

79 Würzburg - "Der Würzburger D.C." - Würzburger

Studenten-Corporationen. Um 1910. 12,00 €

Vignette mit Wappendarstellung Würzburger Burschenschaften, dazu

Wappen mit Frankenrechen, Echterwappen und Stadtfähnle in einem

Medaillon mit Königskrone, bei Scheiner in Würzburg, um 1910. 5,4 x 4,6

cm. - Minimal gebräunt. - Mit Burschenschaft Germania, Burschenschaft

Arminia, Burschenschaft Cimbria.

80 Würzburg - "FC Würzburger Kickers e.V." -

Schwimmsport 1912. 8,00 €

Werbevignette mit einer Darstellung eines Wasserspringers von Wolff bei

Scheiner in Würzburg, 1912. 6,7 x 4,7 cm. - Leicht gebräunt.

81 Würzburg - "Fränkisches Volksblatt u. Kiliansblatt",

um 1910. 8,00 €

Reklamemarke der Fränkischen Gesellschaftsdruckerei GmbH, Würzburg

Marktplatz 9, um 1910. 6,8 x 4,3 cm. - Sauber und glatt.

82 Würzburg - "Franz Scheiner" - Graph. Kunstanstalt.

Würzburg. Kgl. Bayer. Hoflieferant. Um 1910.

12,00 €

2 Werbevignetten mit verschiedenen Darstellungen, um 1910. 5,6 x 4,3 cm

u. 5,3 x 3,7 cm. - Minimal gebräunt.

83 Würzburg - "Jos. Laredo" - Königl. Bayer. Hoflieferant.

Würzburg - Kaiserstrasse. Um 1910. 8,00 €

Werbevignette, um 1910. 6,1 x 4,5 cm. - Etwas gebräunt.

Nr. 93 Nr. 83 Nr. 80 Nr. 79

84 Würzburg - "Georg Völk" - Würzburg. Am Markt 32-

34. Um 1910. 8,00 €

Werbevignette mit einer Ansicht des Modehauses und des Oberen Marktes

mit Marienkapelle bei Nacht, um 1910. 5,6 x 4,0 cm. - Minimal gebräunt,

gering wellig.

85 Würzburg - "Kaufhaus Seisser - Würzburg", um 1910.

8,00 €

Reklamemarke des Modehauses, um 1910. 5 x 4,5 cm. - Etwas gebräunt,

ein schwacher Fleck in der rechten Hälfte. – Siehe die Farbabbildung.

86 Würzburg - "Schloss Steinburg - Würzburg", um 1910.

8,00 €

Reklamemarke des Hotels mit Ansicht der Steinburg, um 1910. 6 x 4,5 cm.

- Etwas gebräunt und minimal fleckig.

87 Würzburg - "Springmann´s Schuhwarenhaus" - Marke

Springmann. Vom kaiserlichen Patentamt geschützt. Würzburg,

Fulda, Aschaffenburg, Gießen. Um 1910. 8,00 €

Werbevignette, um 1910. 6,7 x 4,6 cm. - Minimal gebräunt.

88 Würzburg - "Vivat Academia!" - Würzburg. Um 1920.

8,00 €

Farbige Vignette mit einem das Weinglas erhebenden Verbindungsstudenten

in ovaler Bodüre, um 1920. 5,3 x 4 cm. - Minimal gebräunt, etwas

knittrig und fleckig.

21


Antiquariat Tobias Müller

89 Würzburg - "Stosst an!" - Würzburg soll leben. Um

1920. 8,00 €

Farbige Vignette mit einem Verbindungsstudenten, der vor der Silhouette

der Festung Marienberg sein Weinglas erhebt, um 1920. 5,5 x 4 cm. -

Minimal gebräunt, mit einer kleinen Fehlstelle im Weinglas.

90 Würzburg - "Sanderau-Würzburg" - Katholische Kirchenbau-Geld-Lotterie

1887. 1887. 8,00 €

Reklamemarke für die Finanzierung des Kirchenbaus von S. Adalbero, mit

einer mittelalterlichen Darstellung des Heiligen, knieend mit einem Kirchenmodel

von Lambach vor der Muttergottes mit dem Kind, 1887. 7 x 5,3

cm. - Glatt und sauber.

91 Würzburg - "Turnverein Würzburg a.V." - Gegr. 1873.

Um 1910. 8,00 €

Werbevignette mit einer Darstelllung eines Turners vor der Silhouette von

Festung, Alter Mainbrücke und Altem Kranen bei Scheiner in Würzburg,

um 1910. 6,1 x 4,8 cm. - Etwas gebräunt. – Siehe die Farbabbildung.

92 Würzburg - "Unterfränkische Jahrhundert-Gartenbau-

Ausstellung", 1914. 8,00 €

Farbige Werbevignette, gedruckt bei Scheiner in Würzburg, 1914. 6,5 x 5,2

cm. - Minimal gebräunt, ordentlich. - Text: "Würzburg Ludwigshalle 1914;

17.-21. April - Protektorat S.K.H. Prinz Alfons."

93 Würzburg - "VII. Süddeutsche Junggeflügelschau

Würzburg." - 23. - 24. Nov. 1912. 1912. 12,00 €

2 Werbevignetten mit verschiedenen Motiven bei Stürtz in Würzburg,

1914. Je 5,8 x 4,2 cm. - Minimal gebräunt, eine Vignette mit kleinem

Kleberest.

94 Würzburg - "Wuppdich" - Aromatische Prise von Joseph

Schürer, Würzburg in 10 Pfennig-Fläschchen und

Paketchen. Um 1910. 8,00 €

Werbevignette, um 1910. 6 x 4,1 cm. - Minimal gebräunt, gering knittrig.

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100 Jahre Zugehörigkeit von Würzburg zu Bayern

95 Würzburg - "Würzburger Jubiläums-Marke". Um 1914.

8,00 €

Farbige Vignette mit dem bayerischen Löwen und dem Würzburger

Rennfähnle, sowie Festung und Rathaus im Hintergrund, um 1914. 5,8 x

4,7 cm. - Minimal gebräunt.

96 Würzburg - "Würzburger Jubiläums-Marke". Um 1914.

8,00 €

Farbige Vignette, auf der ein Paar in Würzburger Tracht dem fränkischen

Rechen die Krone aufsetzt, um 1914. 5,8 x 4,4 cm. - Gut erhalten.

Bayern

97 Augsburg - "Augspurg.", um 1790. 140,00 €

Gesamtansicht (ca. 5,5 x 13,5 cm) über allegorischer Darstellung. Kupferstich

mit Spruch zur Darstellung (über die Religion) und Wappen ("von

Drost") aus Zittauer historischem Tagebuch, Zittau, um 1790. 15 x 13,5 cm

(ganzer Bildteil). - Knapprandig, gebräunt und mit einem mittigen Fleck. -

Selten.

98 Donauwörth - "The Battle of Donawert", 1735.

110,00 €

Blick auf das Schlachtfeld von einer Anhöhe, im Vordergrund Offiziere um

den englischen General Malborough, im Hintergrund das Donautal. Kupferstich

in barocker Bodüre nach A. Binoist von Bose, 22.9.1735. 25,2 x 18

cm. - Nahezu fleckenfrei. - Mit dem Sieg der Allierten aus kaiserlichen,

niederländischen und englischen Truppen wurde die Niederlage von Bayern

und Franzosen im August des gleichen Jahres eingeleitet.

99 Kreuth - "Die Königs-Alpe bei Kreuth.", um 1840.

30,00 €

Ansicht der Almhütte mit den Blaubergen im Hintergrund. Kolor. Lithographie

von J.B. Dilger, um 1840. 14,8 x 20,0 cm. - Auf altes Papier

geklebt, stockfleckig.


Graphik und Handzeichnungen Bayern

100 München - "Ansicht der zweiten Isaar Brücke bey

München, wie sie nach dem starken Anlauf des Wassers den

13ten September 1813 Abends um halb 7 Uhr zusammen

stürzte.", um 1815 650,00 €

Blick vom Gasteig auf die zerstörte Brücke und das Hochwasser mit zahlreichen

Schaulustigen im Vorgergrund. Einige Arbeiter versuchen verklemmte

Holzbalken von einem Wehr zu stemmen. Im Hintergrund Häuser

aus der Vorstadt Au. Kolor. Steingravur von und nach C. Weng, um 1815.

21,3 x 32 cm. - Kurzrandig, teils etwas schmutzfleckig und der Mittelteil

gering knittrig. - Maill. I. 1835. Seltene Inkunabel der Lithographie! –

Siehe Farbabbildung im Tafelteil.

101 München - "Betriebs- u. Verwaltungsgebäude des Kgl.

Hofbräuhauses-München" - an der inneren Wiener Strasse.

Um 1900. 180,00 €

Ansicht aus der Vogelschau mit den 1896 in Betrieb genommenen Brauereigebäuden

im Vordergrund und der Münchner Stadt dahinter. Getönte

Lithographie bei Eckstein & Stähle in Stuttgart um 1890. 23,5 x 36,5 cm. -

Mit einer gleichmäßigen leichten Bräunung; auf festes Papier gedruckt. -

Mit zwei kleinen Detailansichten aus den Innenhöfen der Anlage (6,2 x 9,8

cm u. rund mit 9,2 cm Durchmesser). In der Wiener Straße zahlreiche

Passanten und Fuhrwerke sowie die Pferdebahn. Zahlreiche Münchner sind

auch auf dem Weg in den Biergarten an der rechten Gebäudeseite. Aus den

Häusern ragen u.a. die Türme des Alten Peter, der Heilig-Geist-Kirche, der

Frauenkirche, der Theatinerkirche heraus, rechts erhebt sich noch deutlich

das Maximilianeum.

102 München - "Das ChurFürstliche Bayrische Palatium

zu München wie solches gegen Mitternacht an zusechen." -

Die Ander Seyten des ChurFürstliche Palaty und Residentz

gegen Nidergang anzusehen. Um 1650.

180,00 €

2 Fassadenansichten der Münchener Residenz auf einem Blatt. Kupferstich,

monogr. G.P.F., bei Merian, um 1650. 14,9 u. 12,5 x 49,7 cm. - Das Papier

dem Alter entsprechend leicht gebräunt, im rechten Bildteil etwas stockfleckig.

Mit den üblichen Faltspuren. - Fauser 9318 u. 9319. - Die Darstellung

zeigt zum Einen die Situation an der Nordfassade in der ersten Hälfte des

17. Jahrhunderts, wo noch Teile der mittelalterlichen Anlage zu sehen sind,

und zum Anderen die Westfassade, die heute noch zur Residenzstraße

sichtbar ist.

Nr. 101 München Nr. 103 München

103 München - "Parthie am Prater.", um 1825.

320,00 €

Blick die Isar aufwärts über das Wehr auf den nördlichen Teil der Praterinsel,

einen Teil der Ludwigsbrücke, die Schwere-Reiter-Kaserne und die

Zugspitze in der Ferne. Lithographie nach Ettinger um 1825. 20,5 x 29,6

cm. - Minimal gebräunt und fleckig, ein kleiner Randeinriß hinterlegt. -

Schön ausgearbeitete und malerische Lithographie. - Aus der Serie "Ansichten

der vorzüglichsten Gegenden des baierischen Hochlandes".

104 München - (Panorama von München) - um 1880.

280,00 €

Panorama von München von einer Anhöhe in Bogenhausen aus. Der Blick

fängt von links das Maximilianeum, die Kirche in der Au, die Isar und die

Stadt bis zur Theatinerkirche ein. Im Hintergrund ragt die Alpenkette mit

der Zugspitze aus dem Oberland heraus. Zu sehen ist auch die Straße nach

Sendling sowie Sendling selbst. Anonymer Bleistiftentwurf um 1880. 15,3

x 62 cm. - Leicht gebräunt, kurzrandig; an den Rändern gering angeschmutzt,

eine mittige Faltspur hinterlegt. - Mit zarten Bleistiftstrichen

ausgearbeiter Entwurf.

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Antiquariat Tobias Müller

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Aus der seltenen und äußerst qualitätvollen Folge

Münchner Ansichten von Domenico Quaglio

Domenico Quaglio: (München 1.1.1787 - 9.4.1837 Hohenschwangau)

stammte aus einer italienischen Künstlerfamilie, deren berühmtester Vertreter

er wurde. Er wurde an der Akademie als Lithograph und Kupferstecher

ausgebildet, daher finden sich in seinem Werk auch zahlreiche bedeutende

lithographische Inkunabeln. 1823 war er Mitbegründer des Münchner

Kunstvereins, des ersten Kunstvereins in Deutschland. Besonders hervorzuheben

in seinem Genre sind die Architekturdarstellungen. Kronprinz

Maximilian beauftragte ihn deshalb 1832 mit dem Wiederaufbau von

Schloß Hohenschwangau im neugotischen Stil. Auf der Baustelle brach er

schließlich zusammen und verstarb noch vor der Fertigstellung.

105 München - "Alten Hofs Gebäude in München," - erbaut

1327. 1811. 800,00 €

Blick aus der Burgstraße auf den heute renovierten Burgstock der ehemaligen

Kaiserresidenz von Ludwig dem Bayern. Radierung von Domenico

Quaglio, bei Zeller in München, 1811. 33,3 x 23,5 cm. - Glattes und nahezu

sauberes Blatt, lediglich im breiten weißen Rand wenige Altersspuren. -

Aus der 10-blättrigen Serie Münchner Ansichten des damaligen Hoftheatermalers

Domenico Quaglio. Die seltenen Radierungen gehören zu den

qualitätvollsten Veduten der Stadt. - Licht und Schatten, sowie die variable

Strichführung vermitteln die Lebendigkeit des alten München und lassen

den baulichen Zustand der Gebäude real erscheinen, so dass das Auge stets

weitere kleine Details erkennt.

106 München - "Hofkirche zum heil. Michael in München.",

1811. 800,00 €

Schräger Blick aus der Neuhauser Straße auf die Fassade der Kirche und

das Kollegiumsgebäude, in der Fortführung der mit Passanten und Fuhrwerken

gefüllten Straße ist das Karlstor noch mit seinem Hauptturm zu

sehen. Radierung von Domenico Quaglio, bei Zeller in München, 1811.

33,4 x 23,6 cm. - Glattes und nahezu sauberes Blatt, lediglich im breiten

weißen Rand wenige Altersspuren. - Aus der 10-blättrigen Serie Münchner

Ansichten des damaligen Hoftheatermalers Domenico Quaglio. - Die

Ansicht der Michaelskirche vermag neben der präzisen Architekturbeobachtung

und der qualtätvoll radierten Ausführung mit seinem gekonnten

Wechselspiel von Licht und Schatten und der perspektivischischen Öffnung

des Blicks zum Karlstor zu glänzen.

107 München - "Markt Platz zu München.", 1812.

1200,00 €

Ansicht des Alten Marktes (heute Marienplatz) mit Blick auf das alte

Rathaus; auf dem Platz um die Mariensäule herrscht reges Treiben. Radierung

von Domenico Quaglio, bei Zeller in München, 1812. 23,1 x 32,7 cm.

- Glattes und nahezu sauberes Blatt, lediglich im breiten weißen Rand

wenige Altersspuren. - Aus der 10-blättrigen Serie Münchner Ansichten

des damaligen Hoftheatermalers Domenico Quaglio. - Die vorliegende

Radierung besticht nicht nur technisch, sondern auch in der Akzentuierung

der Radierstriche. Die Häuserfassaden am Platzrand, vor allem an der

rechten Seite, wurden schwerpunktmäßig durch Horizontalstriche gestaltet,

die die Blickrichtung zum alten Rathaus unterstützen. Lediglich die wichtigsten

Konturlinien verlaufen vertikal. Somit wirken die Häuser eher

lagernd und trotz teilweiser fünf Stockwerke niedrig. Der Platz wirkt somit

offener und läßt das Treiben der Menschen besser zur Geltung kommen.

Zudem treten dadurch die beiden vertikalen Schwerpunkte im Bild, der

Turm des Rathauses und die Mariensäule als architektonische Protagonisten,

deutlicher hervor. Besonders der Schaft der Säule zeigt diesen Wechsel

in der Strichführung.


Graphik und Handzeichnungen Bayern

Nr. 105 Nr. 107 Nr. 106

Sehr seltene Darstellung des Theaterbrandes 1823

108 München - "Vorstellung der Feuersbrunst des königl:

neuen Hoftheaters in München am 14ten Jänner 1823

Abends 1/2 8 Uhr", um 1825. 350,00 €

Ansicht des Brandes von der Gasteighöhe am Isarufer aus. Im Vordergrund

eine Gruppe Schaulustige; das Feuer erhellt die verschneiten Dächer von

München, links ragt hoch die Frauenkirche auf, rechts neben dem Theater

die Theatinerkirche. Altkolor. deckweißgehöhte Lithographie von Peter

Ellmer um 1825. 21 x 29,6 cm. - Bis auf den Rand beschnitten und auf altes

Papier aufgeklebt, darunter der ebenfalls ausgeschnittene Titel; beides

schwarz umrandet; das Blatt mit alten Faltspuren. - Sehr selten! – Siehe

Farbabbildung im Tafelteil.

109 Steppberg (Rennertshofen) - "Baiern. Stepberg.", um

1825. 175,00 €

Gesamtansicht vom Ufer der Donau aus. Blick auf die Pfarrkirche und das

Schloß, auf der Donau treibt ein Floß und rechts auf dem Weg wandert eine

Frau mit Korb auf dem Rücken in Richtung Steppberg. Im Hintergrund ist

Rennertshofen erkennbar. Lithographie nach Jakob Alt bei Adolph Kunike,

aus "Zwey hundert vier und sechzig Donau-Ansichten", in Wien um 1825.

25,3 x 34,8 cm. - Mit einem leichten Lichtrand durch altes Passepartout;

ohne Flecken, glatt.

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Antiquariat Tobias Müller

Deutschland

110 Benediktiner - "Germania Bendedictina" - qvae in illa

sunt Monasteria Ord S. Benedicti monstrans. 1732.

450,00 €

Kolor. Kupferstichkarte mit drei unkolor. figürl. Kartuschen und unkolor.

Legende nach Rupert Carl (Benediktiner Prior) bei Homanns Erben in

Nürnberg, 1732. 46,5 x 57,3 cm. - Gleichmäßig leicht gebräunt. - Mit einer

kleinen Sonderkarte der benediktinischen Niederlassungen in Polen und

Litauen (10,8 x 10,8 cm). Die seltene Karte zeigt die deutschen Ordensprovinzen

südlich der Linie von Osnabrück und Hildesheim mit den benachbarten

Provinzen in Böhmen, Österreich, Norditalien, der Schweiz und

Belgien. Dazu sind bestehende Klöster eingezeichnet.

111 Düsseldorf - (Dusseldorf), um 1770.

720,00 €

Großformatiger Umgebungsplan in Tusche mit der Festung Düsseldorf im

Zentrum. 61 x 93,3 cm. - Mittig und quer gefalten, etwas knittrig, mit drei

gößeren braunfleckigen Partien, dort einige löchrige Stellen alt hinterlegt. -

Umfasst das Gebiet des heutigen Düsseldorf von Lohhausen im Norden

über das Kloster Düsseltal, Eller, Flehe, Hamm Heerdt und Lörrick im

Westen. Die Karte ist geostet und mit einem französischen Meilenzeiger

versehen. Mit einer schwarzen Tuschrahmung und grauen Lavierungen

(Rheinufer, Waldbereiche). In der linken oberen Ecke befindet sich über

dem Meilenzeiger eine leere Fläche, die wahrscheinlich für die Legende

vorgesehen war. Die Karte zeigt neben der Stadt Düsseldorf zahlreiche

Dörfer und Weiler der Umgebung sowie das Straßennetz und dazu zahlreiche

numerierte Verteidigungsschanzen um die Stadt herum. Die Karte,

vermutlich aus französischen Militärkreisen stammend, weist einige Fehler

auf, angefangen beim Grundrißplan der Stadt selber, aber auch bei den

spätbarocken Bastionen. Die Zitadelle selber ist nicht zu erkennen, lediglich

die neue Kaserne ist herauslesbar. Das Schloß wiederum geht unter. Im

Bereich des Hofgartens, der extra eingezeichnet ist, ist die Verlegung der

Düssel in einen Kanal berücksichtigt. An Stelle der heutigen Rheinkniebrü-

26

cke steht irrtümlicherweise bereits eine Brücke. In der Nähe von Hamm ist

eine Bastionsanlage am Rheinufer vermerkt.

112 Freudenberg - "Frewdenberg am Mayn.", 1623.

110,00 €

Ansicht der Burganlage mit figürlicher allegorischer Staffage. Kolor.

Radierung und Sinnspruch aus Daniel Meisner, Politisches Schatzkästlein,

Frankfurt nach 1623. 9,8 x 14,8 cm (Plattengröße). - Ränder gering gebräunt

und minimal fleckig. Das Kolorit dezent. - Der Sinnspruch über das

Irren und Finden der rechten Pfade: "Es ist besser umbkehren, als stets irr

gehen." - Fauser 4262.

113 Mainz - "Anderer und mindere Theil des gantzen

Hochlöbl. Fränckischen Craisses...", - Electoratus

Moguntinus..., Um 1720. 180,00 €

Kolor. Kupferstichkarte mit großer kolor. Kartusche von J. B. Homann in

Nürnberg, um 1720. 54,7 x 47,7 cm. - Schwach gebräunt, oberer u. unterer

Rand unbeschnitten; in den Seitenrändern mit Wasserrändern (rechts ein

wenig in die Karte), sonst glatt und sauber. - Die Karte umfaßt die Gebiete

von Koblenz und Fulda im Norden bis Mannheim und Stuttgart im Süden,

hauptsächlich das Kurfürstentum Mainz.


Graphik und Handzeichnungen Deutschland

114 Mainz - "Plan de l´ancienne fortification et de la ville

de Mayence" - telle qu´elle fut bâtie par les Romains sur la

rive occidentale du vieux Rhin, ... . 1799.

1600,00 €

Signierter Manuskriptplan mit großer Legende (1-31), Maßstab und kleiner

Tuschzeichnung eines Reliktes des Aquädukts des Drusus (11 x 12,3 cm).

Tuschezeichnung vom Adjutanten der Pioniere im Brumaire (Nebelmonat -

Okt/Nov) 1799 (im 7. Jahr der Republik). 43,2 x 54,3 cm. - Dem Alter

entsprechend leicht gebräunt, an den Rändern wenig stärker; lediglich

minimal fleckig, einige unbedeutende Randeinrisse, einige ältere Einrisse

fachmännisch restauriert, die Mittelfaltspur geglättet; der Plan besteht aus

drei angeränderten Blättern (eines davon die Legende - 43,2 x 12,6 cm). -

Der gewestete Plan zeigt in der Hauptsache die römische Fortifikationen

und Infrastruktur im Raum Mainz (Weisenau, Gonsenheim, Kastel) mit der

Brücke über den Rhein. Darüber hinaus wurde schwach die barocke Bastionslinie

und der neue Verlauf des Rheins eingezeichnet. Ein besonderes

Augenmerk liegt auf dem Verlauf des Aquädukts bis zum "Lac de Drusus".

Der vom Adjutanten eines Pionierbatallions angefertigte und signierte Plan

wurde vom Direktor für Verteidigungsanlagen (Fortifications) gegengezeichnet.

Die Angaben für den Plan hat angeblich J.Fusch aus einer

Histoire allemande de Mayence 1771 herausgearbeitet.

Prachtvoll kolorierte Umrißradierung

115 Neuwied - Leutesdorf - "Ansicht von Leutesdorf und

Hammerstein" - Vue de Leutesdorf & Hammerstein. 1798.

620,00 €

Gesamtansicht über den Rhein mit figürlicher Staffage am Ufer, links die

Straße den Rhein entlang abwärts und ein kleines Schloß in Höhe Andernach.

Altkolor. Umrißradierung von Johann Ziegler nach Laurens Janscha,

aus "Fünftzig malerische Ansichten des Rhein-Stromes von Speyer bis

Düsseldorf" bei Artaria in Wien, 1798. 39,5 x 50 cm (mit einem breiten

Tuscherand). - Leicht gebräunt, etwas lichtrandig durch ein Passepartout,

glatt und fleckenfrei. - Seltenes großformatiges Blatt im schönen Kolorit. –

Siehe die Farbabbildung im Tafelteil.

Nr. 114 Mainz

116 Speyer - "Conventus Spiresis Ordinis Eremitar u S.

Augustini provinciae Rheno Sveviae.", um 1740 .

80,00 €

Gesamtansicht aus der Vogelschau. Kupferstich mit kleiner Titelkartusche

von Steidlin, in Augsburg um 1740. 14,1 x 17,7 cm. - Mit wenigen schwachen

Stockflecken im weißen Papierrand; mit drei vertikalen Quetschfalten.

117 Ulm - "Ulm" - mit dero Gegend auf 2 Stund. Um 1720.

65,00 €

Kolor. Kupferstichkarte von Gabriel Bodenehr, um 1720. 16,4 x 22,5 cm. -

Leicht gebräunt, an den Rändern teils gering fingerfleckig. - Umfaßt das

Gebiet zwischen Blaubeuern, Merklingen, Langenau, Leipheim und

Witzighausen mit Ulm in der Mitte.

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Antiquariat Tobias Müller

118 Wertheim - "Wertheim.", um 1850. 90,00 €

Gesamtansicht von Westen entlang des Mains auf Stadt und Burg, links

Kreuzwertheim, mit figürlicher Staffage. Stahlstich nach Fritz Bamberger,

aus L. Braunfels, Die Mainufer, Würzburg, um 1850. 11,2 x 16,5 cm. -

Minimal gebräunt, einige brüchige Stellen rückseitig fachmännisch restauriert.

Europa

119 Friedrich der Große - "Les Environs de Czaslau avec

le Plan de la Bataille du 17. May 1742 entre les Autrichiens

et les Prussiens.", um 1745. 680,00 €

Anonymer Manuskriptplan der Gegend um Czaslau (heute Cáslav) und

Kuttenberg (heute Kutná Hora) mit der Schlachtaufstellung sowie den

Aufmarschwegen, Legende (A-K) und Organisationsplan beider Heerführungen.

Aquarell auf Tusche, um 1745. 31,5 x 34,3 cm. - Mit einer dem

Alter üblichen Bräunung, wenigen Stockflecken, einige winzige Wurmlöcher;

geglättet, die Farben frisch, der Plan mit einem kräftigen Tuschrand. -

Die Karte ist gesüdet. Die Schlacht am 17.Mai 1742 zwischen den Preußen

unter Friedrich dem Großen und den Österreichern unter Karl von Lothringen,

die heute nach dem genauen Ort des Geschehens Chotusitz benannt

wird, beendete den ersten Schlesischen Krieg (1740-42) durch den anschl.

Frieden von Breslau. Karl von Lothringen verlor diese entscheidende

Schlacht trotz numerischer Überlegenheit, da er die preussische Armee in

einem Überraschungsmoment angreifen wollte, diese jedoch in Schlachtordnung

vorfand und letztlich an seiner linken Flanke geschlagen wurde.

Österreich musste darauf nahezu ganz Schlesien Preussen überlassen. –

Siehe die Farbabbildung im Tafelteil.

120 Gibraltar - "Baya de Gibraltar.", um 1730.

350,00 €

Darstellung der Bucht und der Stadt mit den Festungsanlagen beim Angriff

der Spanischen Flotte auf Gibraltar. Anonymer Kupferstich um 1730. 23,1

x 34,2 cm. - Glatt und sauber, Bug geglättet. Nicht bei Fauser. Selten. - Im

Zentrum der Darstellung die spanische Flotte, wahrscheinlich beim Angriff

28

1727, im Angriff auf den Felsen. Die Schiffe und die Bastionen sind im

Pulverdampf, die Aufstellung der Spanier teils markiert und am Ufer rückt

die Infanterie vor.

121 Gibraltar - "Vue du detroit et de la Ville de Gibralta

petitte Ville d´Espagne dans l´Andalousie, appartenant aux

Anglois depuis 1704.", um 1780. 220,00 €

Guckkastenblatt. Spiegelverkehrte Ansicht des Felsen und des Ortes mit

Schiffstaffage. Altkolor. Kupferstich bei Daumont in Paris, um 1780. 22,4

x 36,5 cm. - Schwach gebräunt, im weißen Papierrand minimal fleckig.

Sauberes und dekoratives Kolorit.

122 London - "Buildung for the great exhibition in London,

1851.", 1851. 450,00 €

Großformatige Ansicht des Weltausstellungsgebäudes schräg über Eck mit

reichlich figürlicher Staffage auf dem Freigelände. Getönte Lithographie

mit zusätzlicher Farbplatte (Blau für den Himmel) von Hawkins bei Day &

Son, veröffentlicht durch Ackermann & Co in London, 3. Jan. 1851. 32,5 x

96 cm. - Mit einem breiten weißen Rand, einige Risse dort fachmännisch

restauriert (nicht im Bildbereich); glatt und weitgehend sauber. - Die

oberen Bildecken abgerundet. Seltene und prachtvoll große Ansicht. Im

Informationstext zahlreiche technische Angaben zum Bau, der extra für die

1. Weltausstellung entworfen wurde und durch ein Satiremagazin den

Namen "Kristallpalast" erhielt. Er brannte 1936 ab. – Siehe auch die

Farbabbildung auf dem Umschlag.

123 Sitten (Sion) - "Sitten - Sion", um 1850.

40,00 €

Gesamtansicht mit Tourbillon und Valère. Stahlstich von Winkles bei

Kunst-Verlag in Karlsruhe, um 1850. 10,6 x 16 cm. - Gut erhalten, lediglich

der obere Rand mit den Resten der Buchbindung.

124 Venedig - "Das Innere der Marcus-Kirche.", um 1850.

30,00 €

Ansicht durch das Hauptschiff mit figürlicher Staffage. Stahlstich von Hyrtl

nach Porsatti, um 1850. 10,2 x 13,2 cm. - Minimal stockfleckig.


Graphik und Handzeichnungen Europa

Oben:

Nr. 122 London

Links unten:

Nr. 120 Gibraltar

Rechts unten:

Nr. 127 Nazareth

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Antiquariat Tobias Müller

Asien

125 Jerusalem - "Jerusalem." - v. Nord-Ost. Um 1840.

110,00 €

Gesamtansicht mit figürlicher Staffage vor dem Stadttor. Kolor. Stahlstich

von Poppel u. Kurz nach Halbreiter, bei Vogel in München, um 1840. 12,5

x 19,3 cm. - Weitgehend sauberes und glattes Blatt; im unteren weißen

Rand einige Tintenstriche. - Das Kolorit alt von H. Bruch. –Siehe die

Farbabbildung im Tafelteil.

126 Naher Osten - "Imperium Turcicum in Europa, Asia et

Africa...", um 1750. 220,00 €

Teilkolor. Kupferstichkarte mit breiter figürlicher Kartusche bei Homann in

Nürnberg, um 1750. 49 x 58 cm. - Kurzrandig, gut erhalten. - Die Karte

zeigt die Besitzungen des Osmanischen Reiches und reicht von Italien bis

zum Aralsee, sowie im Süden bis zur arabischen Halbinsel.

127 Nazareth - "Nazareth.", um 1840. 85,00 €

Gesamtansicht von der Höhe mit figürlicher Staffage im Vordergrund.

Altkolor. Stahlstich, wahrscheinlich bei Vogel in München, um 1840. 12,5

x 19,5 cm. - Sauberes und glattes Blatt.

30

Nr. 132 Nr. 129 Nr. 133

Portraits

128 Albrecht von Sachsen-Eisenach - "Albertus Tertius,

Herztog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve u. Berg/ u. Der Baley

Thüringen Stadthalter.", um 1650. 170,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs im Ornat vor einem Vorhang mit Wappen

und einer Mensa mit einem allegorischen Medaillon. Kupferstich aus:

Biblia, Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes vnd Newes Testaments

Teutsch, D. Martin Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg 1641 (sog.

Weimarer Kurfürstenbibel). 31,4 x 18,8 cm. - Teils gering gebräunt und in

der unteren rechten Ecke etwas fingerfleckig; eine Ausbesserung im unteren

weißen Rand. - Nummer 9 der Serie von 11 Portraits, die der Bibel

vorgebunden wurden. - Albrecht von Sachsen-Eisenach: Altenburg

27.7.1599 - 20.12.1644 Eisenach. Nach Studium und Kavalierstour übernimmt

er ab 1821 hauptsächlich die Regierungsaufgaben für seine im Feld

befindlichen Brüder. Ab 1841 erhält er den Teilstaat Eisenach. Der Titel

des Herzogs von Jülich, Cleve und Berg konnte faktisch nie ausgeübt

werden, der Anspruch wurde aber bei Veröffentlichung der Bibel immer

noch manifestiert (s. Jülich-Klevischer Erbfolgestreit).

129 Clemens XIV. - "Clemens XIV. P.M. creatus die 19.

Mai 1769 Ordinis Min. Conv.", nach 1769.

90,00 €

Brustbild im Oval des vormaligen Kardinals Lorenzo Ganganelli. Schabkunstblatt

von und bei Johann Simon Negges in Augsburg, nach 1769. 25,8

x 15,7 cm. - Mit einer minimalen Bräunung, glatt, im weißen Rand

schwach fleckig und mit einem hinterlegten triangelförmigen Einriß (ca.

1cm); Schöner und gleichmäßiger Abdruck. - Der Papst ist noch als Kardinal

abgebildet. Lorenzo Ganganelli: Santarcangelo di Romagna (bei Rimini)

31.10.1705 - 22.9.1774 Rom. Als Sohn eines Bürgerlichen trat er 1723

den Franziskanern bei, bei denen er in verschiedenen Klöstern tätig war

und studierte. Später unterrichtete er Philosophie und Theologie in Ascoli,

Bologna und Mailand. Er wurde ein geschätzter Berater der Inquisition und

hatte Kontakte zu den Jesuiten. 1759 wurde er zum Kardinal ernannt. Im

Konklave 1769 einigten sich die Kardinäle nach 189 Wahlgängen auf ihn


Graphik und Handzeichnungen Portraits

als zukünftigen Papst Clemens XIV. Die Wahl stand im Zeichen des Streites

mit den bourbonischen Staaten Portugal, Spanien und Frankreich und

deren Forderung nach Verbot der Jesuiten. Diesem Druck gab er schließlich

1773 nach, als er mit einem Breve die Aufhebung des Jesuitenordens

bekanntgab. Um seinen Tod 1774 rankten sich seitdem Gerüchte um eine

Vergiftung aus dem Umkreis der Jesuiten.

130 Dalberg - "C.T.A.M. v. Dalberg", um 1820.

45,00 €

Brustportrait von Halbrechts. Kupferstich von F. Müller nach F. Tischbein,

um 1820. 18,7 x 14,9 cm. - Im alten Rahmen (1.Hälfte 20. Jhdt.), dieser

teils etwas lädiert; Im weißen Rand gering stockfleckig. - Carl Theodor

Anton Maria v. Dalberg: Mannheim 1744 - 1817 Regensburg. Dalberg war

u.a. Bischof von Konstanz, Kurfürst und Erzbischof von Mainz, Fürst von

Aschaffenburg und Regensburg, sowie Großherzog von Frankfurt a. Main.

131 Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg - "Ernestus,

der Dritte/ Hertzog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/

etc.", um 1650. 170,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs im Ornat vor einem Vorhang mit Wappen

und dem Ausblick auf ein Feld, auf dem der Herzog selbst kniend betet

(Hinweis auf seinen Beinamen "der Fromme"). Kupferstich aus: Biblia,

Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes vnd Newes Testaments Teutsch, D.

Martin Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg 1641 (sog. Weimarer Kurfürstenbibel).

31,3 x 18,7 cm. - Gering gebräunt, kleine Überarbeitungen

im unteren weißen Rand (außerhalb des Bildes). - Nummer 10 der Serie

von 11 Portraits, die der Bibel vorgebunden wurden. - Ernst I. der Fromme:

Altenburg 25.12.1601 - 26.3.1675 Gotha. Nach dem Dienst in der schwedischen

Armee erhielt Ernst nach der Teilung von Sachsen-Weimar 1640

Sachsen-Gotha zugesprochen. In seiner Regierungszeit bis 1675 konnte er

sein Territorium regelmäßig erweitern und gilt so als Begründer des Hauses

Sachsen-Gotha-Altenburg. Basierend auf Religion und Kirche war er

bemüht die Folgen des Krieges zu mildern und war vor allem stets aktiv bei

Reformen im Verwaltungsapparat seines Landes. Er führte u.a. die Schulpflicht

für 5-12-jährige ein und gründete das Gymnasium in Gotha. Sein

Regierungsstil wurde teilweise als vorbildlich erachtet. Der Titel des Her-

zogs von Jülich, Cleve und Berg konnte faktisch nie ausgeübt werden, der

Anspruch wurde aber bei Veröffentlichung der Bibel immer noch manifestiert

(s. Jülich-Klevischer Erbfolgestreit).

132 Friedrich von Sachsen-Weimar - "Fridericus, der

Neundte und Aeltere Herztog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve u.

Berg/ etc." um 1650. 210,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs in Rüstung vor einer Brüstung mit dem

Ausblick auf eine Stadtansicht von Utrecht, dazu ein Wappen. Kupferstich

aus: Biblia, Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes vnd Newes Testaments

Teutsch, D. Martin Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg 1641 (sog.

Weimarer Kurfürstenbibel). 32,2 x 19,2 cm. - Teils gering gebräunt und in

der unteren rechten Ecke etwas fingerfleckig. - Nummer 7 der Serie von 11

Portraits, die der Bibel vorgebunden wurden. - Friedrich von Sachsen-

Weimar: Altenburg 1.3.1596 - 29.8.1622 Fleurus (Belgien). Der Herzog

war Gründungsmitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft. Nach Studium

in Jena und Kavalierstour durch Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden

nahm der Herzog auf protestantischer Seite am Böhmischen

Krieg teil. In der Schlacht bei Fleurus fiel er 26-jährig. Der Titel des Herzogs

von Jülich, Cleve und Berg konnte faktisch nie ausgeübt werden, der

Anspruch wurde aber bei Veröffentlichung der Bibel immer noch manifestiert

(s. Jülich-Klevischer Erbfolgestreit).

133 Goethe - "Goethe" - nach May´s Oelgemaelde 1779.

Um 1850. 65,00 €

Brustportrait nach halbrechts im Oval. Stahlstich bei Carl Mayer in Nürnberg,

um 1850. 13,7 x 10,6 cm. - Minimal gebräunt, das Papier im weißen

Rand an wenigen Stellen gering berieben.

134 Johann Friedrich I. - "Churfürst Johann Friedrich, der

Erste, Aelteste, Großmüthige", um 1650. 45,00 €

Ganzkörperportrait mit Schwert und Wappen. Durch ein Fenster im Hintergrund

ein Ausblick auf eine Landschaft mit allegorischen Figuren. Kupferstich

von J. C. Claussner, um 1650. 31,4 x 20,0 cm. - Etwas gebräunt;

Ränder kurz, knittrig und fingerfleckig; kleines Loch im Titel außerhalb

31


Antiquariat Tobias Müller

des Bildes. - Johann Friedrich I.: Kurfürst von Sachsen, Torgau 30.6.1503 -

3.3.1554 Weimar. Johann Friedrich stand in enger Verbindung zu Luther

und zum reformatorischen Gedankengut. Mit Kaiser Karl V. hatte er ein

gespanntes Verhältnis. 1547 wurde er nach der Schlacht bei Mühlberg

gefangen genommen, und verlor darauf seine Länder und die Kurwürde,

was er auch nie zurück erhielt. - Taddey 608.

135 Johann III. Herzog von Sachsen-Weimar - "Johannes

der 4. deß Namens/ Hertzog zu Sachsen/ Stamm-Herr-

Vater der heutigen F. S. Weimarischen Lini.", 1641.

170,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs vor einer als Saal präsentierten Bühne mit

seiner Frau und 12 Kindern auf der rechten Seite und einem Tisch mit

aufgeschlagenem Buch auf der linken Seite, dazu ein Wappen auf dem

Vorhang der Bühne. Kupferstich von Peter Troschel nach Christian Richter

aus: Biblia, Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes vnd Newes Testaments

Teutsch, D. Martin Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg 1641 (sog.

Weimarer Kurfürstenbibel). 31,5 x 19,2 cm. - Lediglich schwach gebräunt

und kaum fleckig, rechte untere Ecke etwas fingerfleckig; am unteren Rand

Ausbesserung einer Fehlstelle (deutlich außerhalb des Bildes). - Nummer 5

der Serie von 11 Portraits, die der Bibel vorgebunden wurden. - Johann III:

Weimar 22.5.1570 - 18.7.1605 Weimar. Johann regierte seit 1602 bis zu

seinem Tod das Herzogtum Sachsen-Weimar. Unter dem Druck der Verwandtschaft

kam es 1602 zur Teilung des Landes und der Abspaltung von

Sachsen-Altenburg. Mit seinen 12 Kindern sicherte Johann das Fortbestehen

des Hauses Sachsen-Weimar und gilt so als Stammvater aller folgenden

ernestinischen Linien.

136 Johann Ernst I. Herzog von Sachsen-Weimar -

"Johannes Ernestus, der Vierdte/ Herzog zu Sachsen/ Jülich/

Cleve u. Berg um 1650. 170,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs in Rüstung vor einer Mensa mit einer

Kerze und dem Verweis auf die Heilige Schrift, dazu ein Wappen. Kupferstich

von Peter Troschel aus: Biblia, Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes

vnd Newes Testaments Teutsch, D. Martin Luthers Biblia, bei Endter in

32

Nürnberg 1641 (sog. Weimarer Kurfürstenbibel). 31,9 x 18,7 cm. - Lediglich

schwach gebräunt und kaum fleckig; einige Ausbesserung am Papierrand.

- Nummer 6 der Serie von 11 Portraits, die der Bibel vorgebunden

wurden. - Johann Ernst I. (auch der Jüngere): Altenburg 21.2.1594 -

6.12.1626 St. Martin. Nach dem Tod Johanns III. wurde das Herzogtum

vorerst unter der Vormundschaft der sächsischen Albertiner regiert, bis

1615 Johann Ernst die Volljährigkeit erreicht hatte. Im aufkommenden

Dreißigjährigen Krieg stellte er sich auf die Seite der Protestanten, er war

Obrist des Winterkönigs und verlor mit ihm 1620 am Weißen Berg. Um

sein Herzogtum zu schützen trat er die Regierungsgeschäfte darauf an

seinen jüngeren Bruder ab. Er war fortan weiter in Kriegszügen beteiligt,

u.a. in Westfalen, Niedersachen und Schlesien. Der Titel des Herzogs von

Jülich, Cleve und Berg konnte faktisch nie ausgeübt werden, der Anspruch

wurde aber bei Veröffentlichung der Bibel immer noch manifestiert (s.

Jülich-Klevischer Erbfolgestreit).

137 Mainzer Kurfürst - "Philipp Carl Graf v. und zu Eltz

Kempenich", um 1750. 50,00 €

Halbfigurenportrait im Oval mit umfangreichem Begleittext in barocker

Sockelbodüre. Kupferstich mit Wappen von Wilhelm Rücker, um 1750. 29

x 17,5 cm (16 x 14 cm Portrait). - Im weißen Rand stockfleckig, der Bildbereich

in Ordnung. - Philipp Carl Graf von und zu Eltz Kempenich: 1665-

1743; 70. Erzbischof von Mainz und 54. Churfürst.

138 Metternich - "Lotharius Fridericus von Metternich in

Bürscheid, der 63te Ertz Bischof u. 48te Churfürst...", um

1720. 45,00 €

Brustportrait im Oval auf einem barock verzierten Postament mit Wappen

und den weltlichen und geistlichen Insignien. Kupferstich um 1720. 28 x

17,4 cm (Plattengröße). - Minimal gebräunt, im weißen Rand leicht fleckig.

Schöner Abdruck auf kräftigem Papier. - Lothar Friedrich von Metternich-

Burscheid: Bourscheid (Luxemburg) 29.9.1617 - 3.6.1675 Mainz. Mit 35

Jahren wurde Lothar Friedrich zum Bischof von Speyer gewählt, in Mainz

folgte er am 13. März 1673 Johann Philipp von Schönborn. Er liegt im

Mainzer Dom begraben. Seine Regentschaft in Speyer stand unter den


Graphik und Handzeichnungen Portraits

Nachwirkungen des 30-jährigen Krieges mit einer angespannten finanziellen

Situation.

139 Otto I, Herzog von Bayern - "Otto Magnus

Witelpachius Tertius Domus et Principatus Bojarici

Conditor.", um 1750. 75,00 €

Standfigur in einer konchenartigen Architektur mit Giebel und seitlichem

Gebälk, welches von Hermespfeilern getragen wird. Kupferstich von A. M.

Wolffgang nach Cosmas Damian Asam in Augsburg, um 1750. 38,4 x 24,5

cm. - Leicht gebräunt, die kurzen weißen Ränder etwas knittrig und fingerfleckig;

Bildbereich nicht betroffen. - Otto I: um 1120 - 11.7.1183 Pfullendorf.

Otto stand in enger Verbindung zu Kaiser Friedrich I. Er wurde am

16.9.1180 mit dem Herzogtum Bayern belehnt. Otto war der Begründer der

Dynastie der Wittelsbacher als Herzöge, bzw. Könige von Bayern. -

Taddey 931.

Nr. 139 Nr. 138 Nr. 140

140 Schönborn - "Joannes Philippus von Schönborn", um

1720. 120,00 €

Brustportrait im ovalen Medaillon mit großer Textbordüre und Wappen.

Kupferstich um 1720. 28,1 x 17 cm (Plattengröße) bzw. 15 x 13 cm (Portrait).

- Kaum gebräunt, mit einigen schwachen unauffälligen Flecken im

Rand; sehr guter Zustand. - Johann Philipp von Schönborn: Burg Eschbach

6.8.1605-12.2.1673 Würzburg. Schönborn, Erzbischof von Mainz, Bischof

von Würzburg und Worms zählt zu den wichtigsten politischen Personen

seiner Zeit. Er hatte hohen Anteil am Westfälischen Frieden 1648, was ihm

den Titel "Deutscher Salomo" einbrachte. Politisch war er stets darauf

bedacht, den Frieden zu erhalten und war häufig zu Zugeständnissen bereit,

was ihm vor allem von päpstlicher Seite Argwohn einbrachte. Schönborn,

erster großer Fürst seiner Dynastie, lies während seiner Regierung seine

Residenzstädte Mainz und Würzburg mit neuen Festungsanlagen komplett

ausbauen. Vor allem die Festung Marienberg wurde nach der Erstürmung

der Schweden 1632 völlig neu umwallt.

141 Wilhelm von Sachsen-Weimar - "Wilhelmus Quartus,

Hertzog zu Sachsen/ Jülich/ Cleve und Berg/ etc.", 1641.

180,00 €

Ganzkörperportrait des Herzogs in Rüstung mit sechs seiner neun Kinder,

dazu Wappen, kleine Legende mit Namen der Kinder und einem Medaillon

mit allegorischer Kriegsdarstellung. Kupferstich von Johann Dürr nach

Christian Richter aus: Biblia, Das ist: Die gantze H. Schrift, Altes vnd

Newes Testaments Teutsch, D. Martin Luthers Biblia, bei Endter in Nürnberg

1641 (sog. Weimarer Kurfürstenbibel). 31 x 19,2 cm. - Lediglich

schwach gebräunt und kaum fleckig, an den breiten Rändern einige winzige

Ausbesserungen. - Nummer 8 der Serie von 11 Portraits, die der Bibel

vorgebunden wurden. Der Stich Dürrs aus der ersten Ausgabe 1641. -

Wilhelm IV: Altenburg 11.4.1598 - 17.5.1662 Weimar. Wilhelm war seit

1620 bis zu seinem Tod Herzog von Sachsen-Weimar. Als Günstling

Gustav Adolphs und General im Böhmischen Krieg gelang ihm ein stetiger

Aufstieg. 1641 konnte er sein Herzogtum um Jena und Eisenach erweitern.

1651 übernahm er als Oberhaupt die Führung der Fruchtbringenden Gesellschaft

(auch als Palmenorden bekannt), der größten literarischen Gesellschaft

des Barock. Der Titel des Herzogs von Jülich, Cleve und Berg

konnte faktisch nie ausgeübt werden, der Anspruch wurde aber bei Veröffentlichung

der Bibel immer noch manifestiert (s. Jülich-Klevischer Erbfolgestreit).

33


Antiquariat Tobias Müller

Varia

142 Alkoholismus - "The Blue Devils", um 1820.

60,00 €

Karikatur auf die Folgen von Alkoholismus. Der Betroffene vor einem

grabdenkmalgleichen Kamin sitzend, umgeben von den kleinen Teufeln

und zwergenähnlichen Figuren, die den Abgesang auf ihn zelebrieren.

Kolor. Radierung um 1820. 18,7 x 23,7 cm. - Bis auf den Rand beschnitten

und auf altes Papier aufkeklebt. Kaum fleckig.- Siehe die Farbabbildung

im Tafelteil.

143 Augsburger Konfession - (2 Gedenkfaltbriefe zum

200. Jubiläum der Augsburger Konfession). 1730.

130,00 €

Zwei doppelseitig bedruckte Faltbriefe, ungefalten auf einem Blatt. Kupferstiche

von Johann Jacob Baumgartner 1730. Vorderseite: 2x 18 x 29,6 cm

(darin: 1x 7,6 x 14,6 cm; 2x 4,5 x 14,6 cm; 2x 7,6 x 7,5 cm; 2x 4,5 x 7,5

cm) Rückseite: 9,5 x 18 cm Plattengröße (darin: 1x 5,2 x 8,5 cm; 1x 2,9 x

8,5 cm; 2x 5,2 x 4 cm) u. 6,4 x 19,2 cm Plattengröße (darin: 1x 5,7 x 9 cm

u. 2x 5,6 x 4,5 cm). - Minimal gebräunt u. ohne Flecken. - Die Abbildungen

zeigen neben Allegorien die trauernde und jubelnde Augusta, Gustav

Adolph und Kurfürst Johannes am Abendmahltisch und Jesus als Quell des

Lebens (über diese Abbildung ist ein Textblatt an den "geneigten Leser"

geheftet). Ergänzend dazu zahlreiche Texte und Zitate (Psalme, bzw aus

den Evangelien). Auf der Rückseite u.a. eine Darstellung der Freiheit ("Deß

Pabstes Joch und Zwang der irrenden Gewissen ist durch Lutheri sehr

gewaltiglich zerissen"). - In diesem druckfrischen Zustand selten.

144 Augsburger Konfession - (2 Gedenkfaltbriefe zum

200. Jubiläum der Augsburger Konfession). 1730.

130,00 €

Zwei doppelseitig bedruckte Faltbriefe, ungefalten auf einem Blatt. Kupferstiche

von Gottfried Rogg, 1730. Recto: je 19,6 x 13,8 cm; Verso: 5 x 17,8

cm u. 12,5 x 18,2 cm. - Lediglich minimal gebräunt und in den Ecken

34

wenig fingerfleckig; glatt. - Die Rückseite zeigt neben Portraitmedaillons

von Luther und Melanchton die 21 Artikel des Augsburger Bekenntnisses

und einige allegorische Szenen. Auf der Vorderseite finden sich Texte zum

Konfessionsjubiläum, die Personifizierungen von Libertas und Veritas und

u.a. eine kleine Ansicht der Pfalz und des Gebäudes, in dem die Augsburger

Konfession verkündet wurde. Siehe Angelika Marsch "Bilder zur

Augsburger Konfession", 1980. - In diesem druckfrischen Zustand selten.

145 Bruderschaftsbrief - "Löbliche Brüderschaft Mariae

Reinigung" - deren Ledigen Manns-Personen im Collegio

der Gesellschaft Jesu zu Mayntz, um 1750.

350,00 €

Bruderschaftsbrief mit einer kleinen Gesamtansicht von Mainz und dem

aufgeklebten Siegel. Kupferstich von H. Cöntgen, Mainz, um 1750. 46,5 x

36,5 cm. - Ausgefülltes Exemplar, ehem. mehrfach gefalten, etwas gebräunt,

an einigen wenigen Stellen minimal fleckig; eine längere

unbedruckte Quetschfalte im oberen Bereich; ein schmaler Streifen im

unteren rechten Eck etwas berieben, dort schwach Bleistiftnachzeichnungen

erkennbar. - Selten! - Der Bruderschaftsbrief zeigt neben der Ansicht

von Mainz die beiden Jesuitenjünglinge Aloysius von Gonzaga und den

Polen Stanislaus Kostka, die in Nischen postiert den gerahmten Text des

Briefes flankieren. Auf den Postamenten darüber befinden sich die beiden

Bischöfe Valentin und Bonifazius. Über dem Text eine Darstellung zu

Maria Reinigung (Lichtmess) und Darstellung Jesu. Alle Abbildungen im

umfangreichen Rokoko-Ornament. Der Brief wurde ausgestellt für Michael

Arnolt, von Beruf Wagner, im Jahr 1801. Er ist signiert vom Präfekten und

vom Sekretär der Bruderschaft. - Bruderschaftsbriefe tauchen vornehmlich

in Süddeutschland und Tirol auf. Lit.: Brückner, Wolfgang: Kirchlich

geprägte Lebenstile im 19. und 20. Jahrhundert, in: Unterfränkische Geschichte,

Hrsg. von Peter Kolb u. Ernst-Günter Krenig, Bd. 5/2, Würzburg

2002, S 110 f. Herr Prof. Brückner verweist weiter auf eine Veröffentlichung

im Jahrbuch für Volkskunde (Bd. 3, 1980), in der die Sammlung

Anton Roth, München, mit 47 Exemplaren vorgestellt wird. - Vgl. auch

einen Bruderschaftsbrief aus Würzburg bei Brod/Mälzer S. 63/ K59.


Graphik und Handzeichnungen Varia

Verordnung an die Staatsbeamten

146 Johann Wilhelm von der Pfalz (Jan Wellem) - Verordnung

an die Staatsbeamten: "Von Gottes Gnaden Wir

Johann Wilhelm Pfalz-Graff bey Rhein/ des Heil. Röm.

Reichs Ertz=Truchsäß/ und Churfürst/ in Bayern/ zu Jülich/

Cleve/ und Berg... Thun kundt...". Düsseldorf, 1710. 4 S.

Folio/ Ungebunden. 90,00 €

Die erste Seite mit einem Lichtrand aus einer Rahmung, sonst leicht gebräunt

und mit einigen schwachen Faltspuren. - Die Verordnung befasst

sich mit Steuerabgaben und deren Weitergabe im Monat Juli 1710 an die

Staatskasse um Mittel für die sich fortsetzenden Kriegshandlungen im

Rahmen des Spanischen Erbfolgestreits zu beschaffen "ohne mehreres

Beschwär des gemeinen Manns/und kostbahre Verzinsung/ auffzubringen".

Die Verordnung umfasst 12 Punkte und wird datiert auf den 11. Mai 1710.

Die Verordnung wurde von Lothar Friedrich Freiherr von Hondheim

veranlasst, dem Leiter der Geheimen Kanzlei in Düsseldorf.

147 Karikatur - "Wie die Dresdner Polizei aus dem Leim

geht.", 1849. 120,00 €

Karikatur auf die Dresdner Bürgerwache während der Unruhen im Jahr

1849. Kreidelithographie, monogr. K.A., 1849. 18 x 35 cm (Bildteil), 35 x

43,5 cm (Papiergröße). - Durchgehend mäßig gebräunt, Ränder minimal

knittrig. - s. Deutsches Historisches Museum, Inv.-Nr. Gr 80/278.

Johann Adam Klein

148 Pferde - (Nürnberger Bauernfuhrwerk mit Pferden),

1834. 120,00 €

Der Bauer bei der Rast mit den ausgespannten Pferden, einem reicht er eine

Scheibe Brot. Radierung auf aufgewaltztem China von und bei Johann

Adam Klein in Nürnberg, 1834. 17,2 x 23,6 cm. - Mit einigen unauffälligen

kleinen Stockflecken. - In der Platte signiert u. datiert. Johann Adam Klein:

Nürnberg 1792 - 1875 München. Nach einigen Ausbildungstationen, u.a.

an der Kunstakademie in Wien, ließ sich Klein als freischaffender Künstler

in Nürnberg nieder. In seinem Werk ragen die graphischen Arbeiten hervor,

wobei er Genredarstellungen bevorzugte.

Nr. 143 Nr. 147 Karikatur

149 Uniformen - "Granatieri e Caccciatori", um 1820.

75,00 €

Ein Trupp Grenadiere und Kavalarie in voller Uniform. Kolor. Umrißradierung

von Verico, um 1820. Ca. 15 x 30 cm (Darstellung). - Ursprüngl.

mehrfach gefalten, minimal gebräunt und schwach fleckig – Siehe die

Farbabbildung im Tafelteil.

150 Uniformen - "Ulani", um 1820. 75,00 €

Eine Ulanenformation in Aktion. Kolor. Umrißradierung von Verico, um

1820. Ca. 13 x 29 cm (Darstellung). - Ursprüngl. mehrfach gefalten, minimal

gebräunt; mit kräftigen Farben.- Siehe die Farbabbildung im Tafelteil.

Nr. 148

Johann Adam Klein

35


Antiquariat Tobias Müller

Olympiaplakate der Spiele in München 1972

151 Handball . 140,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Mit einer minimalen Bräunung (lediglich

auf der Rückseite erkennbar); ohne Beschädigungen. Druck-Nr. 07.72.75

152 Judo 130,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen.

153 Volleyball 140,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen.

154 Schießen 140,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen.

155 Fußball 180,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen. – Siehe die Farbabbildung

auf der Umschlaginnenseite.

156 Gewichtheben 140,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen.

157 Hockey 140,00 €

Olympia-Plakat. Solarisiertes Farbphoto nach Otl Aicher, Joksch, Wirthner

u. Nagy, 1972. 84 x 59,2 cm. - Ohne Beschädigungen. - Siehe die Farbabbildung

auf der Umschlaginnenseite.

36

Nr. 151 Nr. 153

Nr. 152 Nr. 156


Graphik und Handzeichnungen Olympiaplakate / Rother

Holzschnitte von Richard Rother

158 Rother - (Bärbel im Korsett), um 1970.

30,00 €

Der Mann versucht mit Gewalt das Korsett zu schnüren. Holzschnitt auf

Japanpapier von Richard Rother, sign., um 1970. Ca. 14 x 10,5 cm (Bildbereich).

- Gut erhalten.

159 Rother - (Der Häcker mit Schoppenglas), um 1970.

30,00 €

Ein Häcker, etwas grob und kernig wirkend, mit Weinkrug und Schoppenglas

dem Betrachter zuprostend. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard

Rother, sign., um 1970. Ca. 13,5 x 10,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

160 Rother - (Der Kellermeister prüft den Wein), um 1970.

30,00 €

Der Kellermeister hat aus einem Schlauch Wein vom Faß ins Glas gelassen

und prüft die Farbe. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign.,

um 1970. Ca. 20,5 x 18,5 cm (Bildbereich). - Schwach gebräunt.

161 Rother - (Gestank auf dem Toilettenhäuschen), um

1970. 35,00 €

Ein Mann flieht vor Schreck vor den Hinterlassenschaften aus einem

Toilettenhäuschen. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign.,

um 1970. Ca. 7 x 7,5 cm (Bildbereich). - Minimal gebräunt. - Eher selteneres

Motiv Rothers.

162 Rother - (Frankenwein - Krankenwein), um 1970.

25,00 €

Statt der Medizin holt sich der Patient einen Bocksbeutel aus dem Nachtschränkchen.

Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign., um

1970. Ca. 8,5 x 7,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

163 Rother - (Glückwunschgraphik), um 1970.

12,00 €

Holzschnitt mit einem Segelschiff als Motiv und Text von Richard Rother,

sign., um 1970. Ca. 15 x 11 cm (Bild und Textbereich). - Minimal gebräunt.

- Text: "Dein Schiff soll fahren vor dem Wind, derweil wir Deine

Freunde sind!"

164 Rother - (In den Keller), um 1970. 40,00 €

Der Winzer auf dem Weg Wein aus dem Keller zu holen. Holzschnitt auf

Japanpapier von Richard Rother, sign., um 1970. Ca. 11,5 x 6 cm (Bildbereich).

- Gut erhalten.

165 Rother - (Kellermeister mit Bocksbeutel), um 1970.

25,00 €

Ein Häcker schenkt sich aus dem Bocksbeutel einen Schoppen ein. Holzschnitt

auf Japanpapier von Richard Rother, sign., um 1970. Ca. 7 x 4 cm

(Bildbereich). - Gut erhalten.

166 Rother - (Nase im Glas), um 1970. 30,00 €

Ein bereits etwas angetrunkener Herr versucht die Aromen des Weins zu

erschnuppern. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign., um

1970. Ca. 5,5 x 4,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

167 Rother - (Stiller Zecher mit Viertele), um 1970.

30,00 €

Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign., um 1970. Ca. 6 x

12,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

168 Rother - (Trinkerrunde - 7 Männer), um 1970.

25,00 €

Eine Gruppe Schoppenfetzer an einem runden Tisch prosten dem Betrachter

zu. Holzschnitt auf Japanpapier von Richard Rother, sign., um 1970. Ca.

8 x 9,5 cm (Bildbereich). - Gut erhalten.

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