Stammbuch_Geyrhalter

jgeyrhalter

Stammbuch

der


Vorwort

Dieses Stammbuch basiert auf dem Stammbaum der Geyrhalter welcher hauptsächlich von

Eugen Julius Geyrhalter (*1903) in mühsamer Handarbeit recherchiert und 1936 erstellt

wurde. Mit Hilfe von Kirchen- und Stadtarchiven entstand ein nahezu lückenloser Baum bis

ins 15. Jahrhundert. Dies wurde möglich, da der Großteil der Familie seit dem Mittelalter in

Kaufbeuren lebt. Eine Entscheidende Quelle stellte hierbei die Chronik des Martin Geyrhalder

(*1541) dar, dem ältesten Chronisten Kaufbeurens.

Mein Vater Stefan Martin (*1959) übernahm die Aufzeichnungen von Eugen und führte den

Stammbaum in seiner Generation fort.

Durch Digitalisierung, erneute Quellarbeit und Internetrecherchen konnte der Stammbaum

korrigiert und erweitert werden.

Erstellt von Johannes Jakob Geyrhalter

Stand: 03.08.2016


Inhalt

Übersicht ......................................... 1

Name ............................................. 2

Herkunft .......................................... 3

Zeitachse mit bekannten Orten vor 1602 ............... 4

Chronik des Martin Geirhalder ............ 5

Wappen ........................................... 7

Lebende Linien ............................. 11

Hauptlinie Jakob Geyrhalter ............................ 13

Linie Adolf Jakob Geyrhalter ............................. 14

Linie Eugen Geyrhalter..................................... 16

Hauptlinie Adolf Geyrhalter ............................ 17

Ausgestorbene Linien ...................... 19

Nicht zugeordnete Personen ............................. 20


Religion ....................................... 21

Berufe ......................................... 22

Sattler bis Raumausstatter ............................... 22

Wirte ......................................................... 25

Bäcker ....................................................... 26

Weber ......................................................... 26

Prominenz .................................... 27

Besonderheiten ............................... 29


Übersicht

Der Stammbaum, welcher alle Verwandten des Urahnen Ulrich umfasst, besteht aus

618 Personen, davon 353 geborene „Geyrhalter“ in 17 Generationen. Insgesamt sind über

4300 Ereignisse zwischen 1477 und 2015 erfasst.

Dieses Stammbuch enthält nur Auszüge des Stammbaumes und der verfügbaren Quellen, da

es den Rahmen des Buches übersteigen würde, alle Informationen aufzuführen.

1


Name

Der Name "Geyrhalter" wird in den älteren Urkunden "Geyrhalder" oder „Geirhalder"

geschrieben 1 . Das legt einen Zusammenhang mit der "Geierhalde" (Geyrhalde) nahe, die als

Flurname in den Gemeinden Mauerstetten (1546) und Obergermaringen (1551) bei

Kaufbeuren genannt wird. Zur Namensgebung des Flures gibt es zwei Theorien.

Erstere besagt, dass sich der Begriff "Geierhalde" von "Gerhalde" ableitet, was ein dreieckiges

("Ger" 2 ) Grundstück am Hang ("Halde" 3 ) bezeichnet.

Die zweite Theorie geht davon aus, dass es sich um eine Halde handelt, auf der Geier nisteten

welche zu dieser Zeit noch verbreiteter waren als heute.

Im Folgenden werden alle Personen unabhängig ihrer ursprünglich genannten Namen als

Geyrhalter“ bezeichnet.

1

Auch die Bezeichnungen „Geierhalter“, „Girhalder", „Geirholder“ und „Geyerhalter“ tauchen

in frühen Dokumenten auf. Dabei dürfte es sich aber eher um Schreib- oder Übersetzungsfehler

handeln.

2

Das mittelhochdeutsche Wort gêr, althochdeutsch gêr oder kêr, entstand aus dem

germanischen Wort *gaizaz, bzw. indogermanisch *ghaisó und bedeutete so viel wie „Pfeil,

Keil, Wurfspeer, Geschoss“.

3

Althochdeutsch: halda „Abhang“

2


Herkunft

Neben der Erwähnung der Geierhalde sprechen weitere Dokumente für die Herkunft der

Geyrhalter aus dem Raum Obergermeringen bei Kaufbeuren, oder genauer dem Bereich

Ketterschwang, Schwäbishofen und Eurishofen:




Erwähnung 3.2.1477/79/82: Ulrich Geyrhalter (Beruf: Schwertfeger, Schmidszünftiger)

In Schwäbishofen gab es eine Schmiede die 1461 in bürgerlichen Besitz gelangte. Ulrich

hat seinen Beruf möglicherweise hier ausgeübt.

Erwähnungen 7.2.1482, 1513: Hans Geyrhalter (Gutsverwalter einer Kaufbeurer

Spitalgüter in Eurishofen, Wirt); Frau: Anna; Kinder: Anna, Katharina, Appolonia; +1531

Eurishofen zwischen Ketterschwang und Ummenhofen soll nicht weit von der

Geyrhalde entfernt sein.

+ 1550: Dionis Geyrhalter (von Ketterschwang); Sohn: Martin (Weber, Augsburg)

Spätestens ab Veit Geyrhalter (*1515-20 +1602, Bäcker, des Gerichts), der Urahne aller

bekannter und aller noch lebenden Linien sind die Geyrhalter in Kaufbeuren ansässig. Er ist

offensichtlich von der „Geyrhalde“ nach Kaufbeuren eingewandert. Auch die Weber Jörg und

Magnus sind spätestens 1560 in Kaufbeuren ansässig. Eurishofen und Schwäbishofen

gehörten zu dieser Zeit

zum Territorium der

Reichsstadt.

Aufzeichnungen aus einer Frühkapitalistischen Handelsgesellschaft

3


Zeitachse mit bekannten Orten vor 1602

4


Chronik des Martin Geirhalder

Martin (*1541), Sohn von Veit (*1515-20) war ab 1580 Mitglied des Stadtrats und von 1610

bis zu seinem Tod 1617 Bürgermeister Kaufbeurens. Er ist der Verfasser der ältesten Chronik

der Stadt. Seine Aufzeichnungen bieten somit einen interessanten Einblick in das Leben des

16. Jahrhunderts in Kaufbeuren und sind gleichzeitig eine wertvolle Quelle für die Stadt- und

Familiengeschichte. Der erste Eintrag des Tagebuches stammt vom Tag seiner Hochzeit am 7.

Mai 1565:

„Anno 1565 den 7. Tag May hab ich hochzeit gehapt Gott der almechtig geb sein gettlich segen

dar zu. Amen (…)“

Der mit Abstand größte Eintrag stammt vom 6. August 1583. Hier schreibt Martin auf 10 Seiten

die Kaufbeurer Stadtgeschichte ab dem Jahr 842 n.Chr. nieder. Die Chronik bietet somit auch

die älteste Dokumentation der Kaufbeurer Frühgeschichte. Seine damalige Quelle ist

unbekannt.

Er führte bis 1613 Bericht über seine Familie (Geburten Todesfälle), Geschehnisse in

Kaufbeuren (Ratswahlen, Brände, Naturkatastrophen, Todesfälle, Verbrechen, Hinrichtungen,

Theater (comedi)) und Preise diverser Güter, vor allem Getreidepreise:

„(…) Zu dieser zeit hat dz koren golten wie volgt: Ein mezen kern um 60 k, der roggen per 40 k,

die gersten per 36 k, der haber per 15, ein maß wein der beste 11k.“ (1589)

Martin lebte während der Reformationszeit. Die reformierten Bürger Kaufbeurens nutzen die

katholische Martinskirche bis diese 1604 den Katholiken durch eine kaiserliche Kommission

zur Alleinnutzung zugesprochen und die Dreifaltigkeitskirche erbaut wurde. Der Antrag auf

Alleinnutzung ist zuvor abgelehnt worden.

„Ano 88 den ersten Septembris hat kayser Ruodolf der ander aus Estereich ein comision alhie

gehen Kaufbeuren abgeferdigt und die gesandten gwest erstlich der herzog von Bairn, der

ander Marquart bischoff zu Augspurg, auch Johans Ilsung von Coneberg zu Lindaw kayserl.

Maiestet rath und des reichs pfenigmeister, und ist ir werben gwest von ir mayestet dß die

Evanelisten oder die Lutherischen solen den Catholischen aus sant Martins kirchen, ist aber nit

bewilligt worden.“

5


1610, im Jahr seiner Wahl zum Bürgermeister schließlich ist folgendes vermerkt:

„(…) 1610 an Simon et Judi bin ich Martin Geirhalder zu einem Burgermayster ehrwelt meind

Alters 69 Jar. Got der Almechtig der wol mir den hailigen Gaist mit thaylen, dz mein Ampt so

nur von Got und der Oberkeit ist, af ehr lait dß ichs mag da hin richten zu Gotes Lob und Ehr

und zu gmainer Stat Wolfart und Aufnemen Amen. (..)“

Nach seinem Tod 1617 setzte sein Sohn Josef (*1576) die Chronik bis 1625 fort. In den Jahren

1635/49/50 wurden weiter Einzelnachrichten eingetragen.

„Adi 7 Junius anno 1617 Jar ist in Gott seligklich entschlaffen mein lieber Vater Martin

Geirhalder sein Alter bey 77 Jaren und ist in Ratha gangen 30 Jar ist 7 Jar Burgermeister gwest

und ist auch deßgleichen über 40 Jar sampbt Blesy Pfleger geweß und hat bis in 52 Jar gehaust,

und haben diejenigen Herrn des, Rath gehen Kirchen oder Goteackher tragen wie hernach

folgen Erstl.“

Das Original der Chronik Befindet

sich im Evangelischen

Kirchenarchiv Kaufbeuren. Sie

wurde 1970 von Richard Dertsch

im Auftrag von Jakob Heinz

Dietrich (*1928) transkribiert.

Vollständig digitalisiert wurde das

Dokument von Jürgen Kraus bis ins

Jahr 2011.

Weitere Einträge und

Zusammenstellungen aus der

Chronik befinden sich im Anhang

(Chronik des Martin

Geirhalder.pdf)

6


Wappen

Das originale Familienwappen befindet sich mit der Chronik des Martin im evangelischen

Kirchenarchiv Kaufbeuren und stammt aus der Zeit zwischen 1629 und 1643.

Später existieren verschiedene Wappen zu

verschiedenen Schreibweisen. Das heute

verwendete Wappen bezieht sich auf das

Original, ist abstrakter gestaltet und Leitet

sich, anders als der heute verwendete Name

von dem der „Geirhalder“ ab. Wie wir

wissen stammt der Name nicht von einem

„Geier-Halter“. Es war jedoch üblich so

genannte „redende Wappen“ zu erstellen,

deren Inhalt den Namen assoziativ zu

verdeutlichen versuchten. Alle historischen

Quellen lieferten das Wappen in schwarzweiß.

Aus dem Buch „Kaufbeurer Wappen und Zeichen“

Bucheignerzeichen mit Wappen

7


Die älteste Darstellung des Wappenschildes dürfte sich in der St. Blasius Kirche in Kaufbeuren

befinden. Dort wurde der „Geier-Halter“ im Jahr 1600 (1.6. 0.0.) neben dem Familienwappen

der „Zeller“ an die Wand gemalt. Martin (*1541) (M.G.) war über 40 Jahre Pfleger der

Blasiuskirche („über 40 Jar sampbt Blesy Pfleger geweß“) und ließ das Wappen neben einer

spätgotischen Wandmalerei der Auferstehung Christi im Gewölbe der Kirche anbringen.

Siegelringe mit dem Familienwappen

wurden vererbt und neu angefertigt und

befinden sich heute im Besitz einiger

Geyrhalter.

Gusseiserne Ofenplatte aus dem Jahr 1781 mit

dem Wappen der „Geirhalder“.

8


Siegelring von Simone (*1985)

Kupferstich von 1734. „Ankunft der Salzburger Emigranten in Kaufbeuren

oberes Wappen: Jonas Mayer, Bürgermeister 1730-1734, Spitalpfleger

unteres Wappen: Georg Geyrhalter (*1658), des Gerichts, 5. Geheimer des Rats

Handgemaltes Wappen von 1961

9


Aufgrund folgender Beschreibung aus einem Wappenbuch konnte das einzige digitalisierte

Wappen koloriert und qualitativ verbessert werden:

„Rot-weiß gespalten, mit einem halben, unten gelappten Heiden in gewechselten Farbe, auf

dessen Rechten ein naturfarbener Geier sitzt. Derselbe auch auf dem Stechhelm.“

In dieser Version ist der Stechhelm jedoch durch einen Bügelhelm ersetzt worden. Auch die

Farben der beiden Figuren sind fälschlicherweise Spiegelverkehrt.

Aus diesem Grund wurde das Wappen nochmals komplett überarbeitet, modernisiert und mit

den ursprünglichen Merkmalen versehen. Die Regeln der Heraldik wurden beachtet sofern sie

der ursprünglichen Darstellung nicht widersprechen. Weitere Versionen des Wappens

befinden sich im Anhang.

10


Lebende Linien

Alle noch lebenden Linien stammen von Johann Martin (*1725)

und seiner zweiten Frau Sabina Schroppin ab. Sie finden sich in

der 7. Generation nach Ulrich (*1477), dem Urahnen. Im

Folgenden werden nur die Vorfahren lebender Linien

behandelt. Der komplette Stammbaum befindet sich im

Anhang (Stammbaum der Geyrhalter.pdf).

11


Johann Martin (*1725) ist der Vater der beiden Unternehmensgründer Johann Jakob (*1759,

Fa. Jakob Geyrhalter) und Johann Martin (*1765, Fa. Adolf Geyrhalter) deren

Traditionsbetriebe noch heute ihren Sitz in der Kaufbeurer Altstadt haben. Sie bilden zudem

die Ausgangspunkte für die beiden noch heute lebenden Hauptlinien der Geyrhalter.

Jakob Geyrhalter

Adolf Geyrhalter

Johann Jakob (*1759) & Maria Magdalena (geb. Mützlin)

12


Hauptlinie Jakob Geyrhalter

Innerhalb dieser Linie bildet Jakob (*1835) mit seiner ersten Frau Maria Kiesel den

Ausganspunkt für alle noch lebenden Geyrhalter. Die Komplette Linie befindet sich im Anhang

(Nachfahren von Johann Jakob Geyrhalter (1759).pdf).

Die Kinder von Jakob (*1835), Adolf Jakob (*1868) und Eugen (*1873), bilden die

Ausgangspunkte für die beiden heute noch existierenden Unterlinien von Jakob (*1759).

Adolf Jakob (*1868), Jakob (*1835), Babette (geb. Brög), Laura (*1881)

13


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Linie Adolf Jakob Geyrhalter

Wiederum zwei Linien unter Adolf Jakob (*1868) haben noch heute den Namen Geyrhalter.

Stefan Martin (*1959) und Thomas (*1961) sowie deren Nachfahren. Alle anderen Linien sind

durch Heirat oder Kinderlosigkeit ausgestorben.

Stefan Martin Geyrhalter

Elisabeth (geb. Wiendl)

und „Dieter“ (*1928)

14


Thomas Geyrhalter

Adolf (*1868) & Auguste (geb. Bley), Otto (*1900) & Eugen (*1903)

15


Linie Eugen Geyrhalter

Eugen (*1873) bildet die zweite Linie unter der Hauptlinie Jakob Geyrhalter (von Jakob, *1835)

in welcher bis heute der Name Geyrhalter erhalten blieb.

Erna (*1898) und Adolf (*1899)

16


Hauptlinie Adolf Geyrhalter

Alle heute lebenden Geyrhalter aus dieser Linie entstammen Jakob Adolf (*1867) der wohl

auch Namensgeber der Firma Adolf Geyrhalter ist und seinen Sohn Julius (*1905). Die

Komplette Linie befindet sich im Anhang (Nachfahren von Johann Martin Geyrhalter

(1765).pdf).

17


Linie Julius Geyrhalter

18


Ausgestorbene Linien

Sieht man sich an welche Personen noch heute Nachfahren mit

dem Namen Geyrhalter haben (rot), so ist klar, dass es den

Umfang dieses Stammbuches sprengen würde, jede

ausgestorbene Linie (weiß) ausführlich und lesbar zu

dokumentieren. Der gesamte Stammbaum befindet sich im

Anhang (Stammbaum der Geyrhalter.pdf).

Übersicht:

Der Stammbaum ist gedreht. Oben (rechts) befinden sich Ulrich

und Veit (+1602). Auf der rechten Seite (unten) sind

hauptsächlich Bäcker, Nachfahren seines Sohnes Martin (*1541)

zu finden (ausgestorben). Mittig und links (oben) sind die Wirte

und später Sattler, Nachfahren des Georg (+1629) dargestellt.

Ganz unten (links) sind die heute lebenden Geyrhalter zu finden.

19


Nicht zugeordnete Personen

Quellen aus dem 19. Jahrhundert belegen eine Familie Geyrhalter in Nürnberg. Vermutlich ist

der Vater (Weber) aus Kaufbeuren nach Nürnberg ausgewandert. Eine direkte Verbindung

aber lässt sich nicht herstellen.

Im Tagebuch von Christian Wagenseil von 1802 werden verschiedene Geyrhalter erwähnt, welche

nicht oder nicht eindeutig zugeordnet werden können.

Johann Michael Gey(e)rhalter hat in Geislingen, Baden-Württemberg 8 Kinder zur Welt gebracht.

Von wem er abstammt ist nicht geklärt.

20


Religion

Die Familie Geyrhalter ist bis zu ihren Wurzeln evangelisch. Schon 1640, also am Ende der

Reformation, ist im protestantischen Kirchenarchiv Kaufbeuren dokumentiert, dass Veit

(*1600) der „Augsburger Konfession zugetaner Bürger in Kaufbeuren“ ist. Auch in späteren

Dokumenten ist dies festgehalten (Augsp. Confession). Augsburg war zwar katholisch, die

„Confessio Augustana“ aber ist eine Bekenntnisschrift zur lutherischen Kirche.

In diesem Dokument wird der Name einmal mit

„i“ und einmal mit „y“ geschrieben. Das lässt

darauf schließen, dass es sich auch in anderen

Dokumenten eher um Rechtschreibfehler als um

Namensvarianten handelt.

Sitzplatzschilder aus der evangelischen Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren

21


Berufe

Sattler bis Raumausstatter

Beide heute noch existente Hauptlinien gehen auf den Sattler Johann Martin (*1725), Sohn

von Johannes (*1698, Wirt zur goldenen Krone) zurück. Johann Martin war der Begründer der

Sattlerei mit der Zulassung zur Zunft der Sattler im Jahr 1750. Der Standort (Gasthaus Krone)

gab ihm den Namen „Kronsattler“.

Johann Jakob (*1759), sein ältester Sohn gründete 1786 seine eigene Firma mit dem Kauf des

Hauses in der Hinteren Gasse, der heutigen Ludwigstraße 18. Sein Bruder führte als

Kronsattler in der Schmiedgasse den elterlichen Betrieb weiter.

Beide Firmen wurden jeweils vom Vater auf den Sohn übertragen und bis zum Ende des 20.

Jahrhunderts entwickelten sich beide parallel über den Tapezierer zum Raumausstatter mit

gleichzeitigem Lederwarenhandel. Erst in den 1990ern spezialisierte sich die Firma Adolf

Geyrhalter auf den Lederwarenhandel, Jakob Geyrhalter auf die Raumausstattung mit

Teppich- und Heimtextilienhandel. Im Jahr 2000 feierten beide Firmen gemeinsam die 250-

jährigen Betriebsgründung durch den gemeinsamen Urvater.

22


Firma Jakob Geyrhalter

Johann Jakob (*1759), Gottlieb (*1788), Jakob (*1835), Adolf Jakob (*1868), Otto Eugen (*1900), Jakob Heinz Dietrich (*1928), Stefan (*1959)

1900 Zukauf des Teilgrundstücks des alten Schlachthofs, Erweiterung zur Sedanstraße.

1956 Auslagerung der Werkstätten aus der Ludwigstraße

1966 Erweiterung der Verkaufsräume durch Auslagerung der letzten Wohnräume

1996 Umzug in die vergrößerten Räumlichkeiten der Kaiser-Max-Str. 15

2011 225-Jahre Jubiläumsfeier im Rohbau des Stadtmuseums

Seit 1990 führt Stefan Geyrhalter, Handelsfachwirt und Raumausstatter-Meister, den Betrieb

in der 7. Generation. Mit Simone Geyrhalter ist bereits die 8. Generation im Betrieb tätig.

Schulzeugnis von Jakob (*1835)

gez. Eduard Wildung

23


Firma Adolf Geyrhalter

1725 Johann Martin Geyrhalter wird geboren und erlernt in Kempten das Sattlerhandwerk

1757 Johann Martin Geyrhalter erwirbt Stammhaus in der Schmiedgasse 16 in Kaufbeuren

1803 Johann Martin – Kronsattler

1832 Johann Martin Julius – Kronsattler

1867 Jakob Adolf – Kronsattler und Tapeziermeister

1905 Julius – Tapeziermeister

1941 Rudolf Julius – Raumaustattermeister

1972 Claudia – Handelsfachwirtin

2010 Übernahme des Betriebes durch Claudia Geyrhalter

Tag- und Anzeigeblatt für Kempten und das Allgäu. 1863

24


Wirte

Im Jahr 1650 gab es in Kaufbeuren 24 Braustätten bei 2000 Einwohnern. Die meisten

Bierbrauer waren um das Schrannengebäude in der Kaiser-Max-Straße geschart, in das die

Bauern donnerstags ihre Erzeugnisse brachten. Im frühen Stammbaum der Geyrhalter sind

viele Wirte und Bierbrauer zu finden, die folgende Gasthäuser bewirtschafteten.

Wirt zur goldenen Krone

(früher Crone), Kaiser-Max-Straße 30/32

Matthäus (*1632), Johannes (*1659), Johannes (*1698), Johann David (*1726), Johann David

(*1765)

Wirt zum goldenen Engel

am Breiten Bach

Veit (*1600), Matthäus (*1632), Gottfried (*1670), Matthäus (*1699), Johannes (*1757)

Wirt zur Blauen Ente

am Breiten Bach 31, Kemptener Tor

Matthäus (*1684); Johannes (*1711); Martin (*1713); Johann Jakob (*1740)

Die „Blaue Ente“ befand sich zunächst am Breiten Bach 31, direkt hinter dem Crescentia-

Kloster. Da der Wirtshausbetrieb jedoch das Klosterleben störte wurde die Blaue Ente unter

der Klosterleitung Crescentias an das Ende der Schmiedgasse zum Kemptener Tor verlegt. Wirt

zur blauen Ente war zu dieser Zeit Matthäus (*1684). Viele Jahre später kaufte Matthäus oder

schon einer seiner Nachfahren den baufälligen Torturm und wollte ihn mit seinem Wirtshaus

verbinden. Das Kemptener Tor stürzte daraufhin ein, und wurde nicht wieder aufgebaut.

25


Wirt zum goldenen Kreuz

(auch Creuz; Creus), Rosental

Johann Martin (*1762), Johann Martin (*1792)

Wirt zum weißen Hirsch

Johannes (*1721)

Bäcker

Ausgehend von Veit (*1515-1520) und seinem Sohn Martin (*1541) wurde der Beruf von

ungefähr einem Dutzend Nachfahren der heute ausgestorbenen Linie ausgeübt.

Weber

Auch Weber oder ähnliche Berufe wie Färber, Bleicher oder Gerber sind in großer Stückzahl

im Stammbaum vertreten. Dies ist nicht verwunderlich, da die Weber in Kaufbeuren zeitweise

bis zu 50% der Zunftmitglieder ausmachten.

26


Prominenz

Die Urgroßmutter von Sophie von La Roche war Anna Barbara (*1642), Enkelin von Georg

(+1629). Die Schwägerin ihrer Großmutter war Judith (*1639), Ururenkelin von Georg.

Die Schwester von Judith, Maria Barbara (*1700) wiederum war mit Philipp Jakob Wagenseil

verheiratet, deren Enkel der Schriftsteller und Dichter Christian Jakob Wagenseil war.

27


28


Besonderheiten

Einige Vorfahren heirateten in der Familie. So zum Beispiel Johann Martin Heintzelmann, Sohn

von Barbara (*1642). Er heiratete Judith (*1693). Sein Großvater und ihr Urgroßvater waren

Brüder.

Regina (*1736) heiratete sogar ihren Großcousin Johannes (*1721). Beide waren geborene

Geyrhalter.

Sehr häufig heiratete ein jüngerer Verwandter die Witwe seines verstorbenen Bruders oder

Cousins bzw. heiratete eine Verwandte seiner verstorbenen Frau, falls er selbst zum Witwer

wurde.

29


Komplizierter wird es bei Matthäus (*1684). Seine Erste Frau hieß Regina Geyrhalter (*1682).

Seine zweite Frau hieß ebenfalls Regina Geyrhalter, war aber geborene Wiedemannin. Sie war

in erster Ehe mit dem Cousin des Vaters der ersten Frau des Matthäus, Josef (*1665)

verheiratet.

Die Kindersterblichkeit war früher viel höher als heute. Es kam durchaus vor, dass mehrere

Kinder nach der Geburt verstarben. War dies der Fall, wurde dem nächsten Kind des gleichen

Geschlechts häufig derselbe Name gegeben.

30


Anhang

Alle Anhänge und Quellen sind abrufbar unter stammbuch.geyrhalter.de

Stammbaum der Geyrhalter.pdf

Nachfahren von Johann Martin Geyrhalter (1765).pdf

Nachfahren von Johann Jakob Geyrhalter (1759).pdf

Chronik des Martin Geirhalder.pdf

Familienwappen

Quellen

Stammbaum von Eugen Julius Geyrhalter (*1903):

Kirchenbücher des evangelischen Pfarramts Kaufbeuren (ab 1632)

"Familia Geyrhalteriana" aus dem Akt "Kaufbeurer Geschlechter" von Wolfgang Ludwig Hörmann von und zu Gutenberg aus

dem Augsburger Stadtarchiv. (Stammbaum von 1500-1786)

Geyrhalder, M: Chronik des Martin Geyrhalder. 1565 bis 1616, fortgesetzt von Joseph Geyrhalder 1617 bis 1649/50. EKA

(Evangelisches Kirchenarchiv), Anlage 107.

Kaufbeurer Akten, nicht näher beschrieben

Briefe mit Rudolf Schmid

Weitere Quellen:

Tractatus de iuribus et privilegiis civitatum imperialium von Philipp Knipschildt

(https://books.google.de/books?id=FuxLAAAAcAAJ&lpg=PA758&ots=Btrx4A9gRm&dq=geirhalder&hl=de&pg=PP7#v=onepa

ge&q&f=false)

Briefe von Eugen Geyrhalter und Rudolf Schmid

Kaufbeurer Geschichtsblätter des Heimatvereins Kaufbeuren e.V.

Dertsch, R.: Aufzeichnungen des Kaufbeurer Bürgers Martin Geirhalder 1565-1598. In: KGBl 5 (1966/70). S.161-169 und S.

181-184.

Dertsch, R.: Kaufbeuren um 1600. Aus den Aufzeichnungen Martin und Joseph Geirhalders. In: KGBl 5 (1966/70). S. 209-

211.

Alte Allgäuer Geschlechter, Kaufbeurer Wappen und Zeichen, Eduard Zimmermann, 1951

Pfundner, T.: Von der Stadtmetzg zum Bürger- und Geschäftshaus. Zum zweihundertjährigen Bestehen der Firma

Geyrhalter. In: KGBl 10 (1984/86). S. 515-519.

31


Geyrhalter, E.: Wolfgang Ludwig Hörmanns Schrift „Kaufbeurer Geschlechter“ im Stadtarchiv Augsburg. In: KGBl 9

(1981/83). S. 350f

Tag- und Anzeigeblatt für Kempten und das Allgäu. Amtsblatt für das Königliche Amtsgericht Kempten, 1863

Kaufbeuren - die Stadt der Biere und Brauereien – AZ 27.12.2012

http://www.all-in.de/nachrichten/lokales/Auf-den-Spuren-der-heiligen-Crescentia;art26090,183263

Homepage der Gemeinde Germaringen (http://www.germaringen.de/germaringen/gemeinde/gemeinde/ortsteile/)

Homepage Firma Jakob Geyrhalter (http://www.geyrhalter.eu/%C3%BCber-uns/geschichte/)

Homepage Firma Adolf Geyrhalter (http://lederwaren-geyrhalter.assima-verbund.de/historie/)

Kaufbeurer Stadtgeschichten, Thomas Garmatsch, Christoph Jorda, Bauer-Verlag GmbH, 2010

http://familie-schulz.name/

www.finien.com

http://wc.rootsweb.ancestry.com/

Alte Allgäuer Geschlechter. 26. Kaufbeurer Wappen und Zeichen

https://www.bayerische-landesbibliothekonline.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20091113/052137&attr=OBJ&val=43583

Wagenseil, Christian Jakob: Historisches Tagebuch von kaufbeurischen Merkwürdigkeiten, während des mit der

französischen Nation geführten Reichs-Kriegs Kaufbeuren 1802: Dorn. S.501 (http://bavarikon.de/object/BSB-MDZ-

00000BSB10387358)

Jahresbericht über die Königliche Gewerbsschule und die mit derselben verbundene Gewerbliche Fortbildungsschule zu

Kaufbeuren, 1835

Schwaben und Neuburg: Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Schwaben und Neuburg Augsburg 1854: unbekannt.

Die Firma Felix und Jakob Grimmel zu Konstanz und Memmingen: Quellen und Materialien zu einer oberdeutschen

Handelsgesellschaft aus der Mitte des 16. ... des Mittelalters und der Neuzeit), 26. Februar 1999, Frank Göttmann

und Andreas Nutz

Gelbe Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde, Jahrgang 1988, 18, 20x, 80, 97x (http://www.blfonline.de/sites/default/files/blf_buchseiten_dateien/bblf-digital/band16/BBLF_Jahrgang_51_1988.pdf)

Lindauer Tagblatt für Stadt und Land: Amtsblatt für den Stadtmagistrat Lindau und das kgl. Amtsgericht Lindau : amtliches

Bekanntmachungsorgan der Gemeinden Aeschach, Bodolz, Hoyren, Nonnenhorn, Oberreitnau; Reutin u. Weissensberg.

1872,1/6 (https://books.google.de/books?id=c8JTAAAAcAAJ&dq=oekonom%20geyrhalter&hl=de&pg=RA1-

PT30#v=onepage&q&f=false)

Verzeichniß aller Personen, welche in dem zurückgelegten ... Kirchenjahre in der königl. bayer. Kreishauptstadt Augsburg

Evangelischen Theils gestorben sind: 1833

(https://books.google.de/books?id=xwtDAAAAcAAJ&dq=georg+geierhalter&hl=de&source=gbs_navlinks_s)

Historisches Lexikon Bayern – Kaufbeuren, Reichsstadt (https://www.historisches-lexikonbayerns.de/Lexikon/Kaufbeuren,_Reichsstadt)

Die Kirche zu St. Blasius in Kaufbeuren in ihrer Geschichte und Kunst : Verfaßt von Jak. Köchel u. J.

Marchinger (1852) (http://reader.digitalesammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10375610_00010.html?contextType=scan&contextSort=score%2Cdescending&c

ontextRows=10&context=pfleger)

St. Blasius Kaufbeuren (http://www.schwabenmedia.de/Kirchen/Kaufbeuren/St-blasius-kaufbeuren.htm)

Claudia Geyrhalter, Dorothee Timmermann, Elisabeth Geyrhalter, Stefan Geyrhalter, Thomas Geyrhalter, Volker Geyrhalter,

Stefanie Geyrhalter

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