SGV_KQ_03_2016_www

sgvmarketing

Raus in die Natur.

JUBILÄUMS-SONDERAUSGABE

AUF GUTEN WEGEN

Sauerländischer

Gebirgsverein

Rein ins Erlebnis.

KREUZ&QUER 03/2016

K6074

© fotolia.de / Jürgen Fälchle

1891 – 2016


19098FS1607


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

liebe Wanderfreundinnen, liebe Wanderfreunde,

wie angekündigt, halten Sie heute eine ganz besondere Ausgabe unseres Mitgliedermagazins

„Kreuz&Quer“ in Ihren Händen. Ein Magazin, das – unter dem Arbeitstitel „History“ – in

den letzten Monaten vom bewährten Redaktionsteam mit viel Elan und Kraft recherchiert,

konzipiert und gestaltet wurde. An dieser Stelle möchte ich – sicherlich auch in Ihrem

Namen – ein großes Lob und ein noch größeres Dankeschön an das Team um Chefredakteur

Thomas Reunert für diese gelungene Ausgabe aussprechen. Ein besonderes Dankeschön

geht an Dr. Peter Kracht, der als Hauptfachwart für Kultur die inhaltliche Konzeption des

Heftes maßgeblich gesteuert hat.

Uns, die das Heft von der ersten Idee bis zum Korrekturlesen begleitet haben, ist beim

Schreiben und Lesen immer wieder der Gedanke gekommen: Das alles ist der SGV! Das

alles sind wir! Ein tolles Gefühl, das hoffentlich auch Sie bei der Lektüre erleben. Wir hoffen

zudem, dass diese spezielle Ausgabe einen ganz besonderen Platz in Ihrem Bücherschrank

finden wird und Sie immer wieder zum Nachschlagen und Schmökern anregt. Für den Fall,

dass Sie Ihre Freunde und Bekannten an der Freude teilhaben lassen wollen, senden wir

Ihnen gern kostenfrei weitere Exemplare zu.

Mit der Herausgabe dieses besonderen Magazins bewegen wir uns langsam auf das Ende

unserer zweijährigen Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des SGV zu. Der SGV hat

einmal mehr gezeigt, wie viel Leben und Kraft in ihm steckt. Diese Energie, die besonders

durch das große ehrenamtliche Engagement an der Basis getragen wird, zeigte und zeigt

sich in voller Stärke bei den vielen tollen Jubiläumsveranstaltungen in den Abteilungen

sowie beim 68. Gebirgsfest mit Festakt Anfang Juni in Bochum. Mit der Mitmach-Kampagne

„Mein SGV …“ konnte die Geschäftsstelle zudem viele bleibende Eindrücke und Aussagen

aus der SGV-Familie sammeln, die unseren Verein so besonders machen.

Nun wünsche wir Ihnen viel Spaß mit der Ausgabe „SGV-History“ (oft sind es ja die Arbeitstitel,

die eine ungeahnte Beständigkeit haben). Sie werden sehen, wie spannend und

kurzweilig Geschichte vermittelt werden kann und welche Themen und Menschen den SGV

in seinen 125 Jahren zu dem gemacht haben, was er heute ist. Nämlich eine feste Säule

in unserem gesellschaftlichen Leben und ein starkes Stück Heimat!

Der SGV bedankt sich bei der NRW-Stiftung für die freundliche Unterstützung und Förderung,

ohne die die Herausgabe dieses Magazins nicht möglich gewesen wäre.

PS: Die uns vorliegenden Berichte aus den Abteilungen und Bezirken, die ein zentraler

Baustein unseres Mitgliedermagazins „Kreuz&Quer“ sind, werden selbstverständlich in der

kommenden Ausgabe ihre Berücksichtigung finden.

Mit einem herzlichen „Frisch auf“

Ihr

Christian Schmidt, SGV-Geschäftsführer

Zahlreiche Organisationen, Verbände, Partner und weitere

liebe Menschen haben unserem SGV zum 125-jährigen gratuliert.

Uns bleibt, Danke zu sagen für die ausgedrückte Verbundenheit, die bekundeten Partnerschaften

und die ausschließliche Bereitschaft, auch zukünftig eng mit dem SGV verbunden zu bleiben

und zusammenzuarbeiten. Diese Vielzahl der Glückwünsche hat uns beeindruckt und auch ein

wenig mit Stolz erfüllt. Das positive Grußwort der Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore

Kraft, zum Jubiläum und zum ehrenamtlichen SGV-Engagement mündet in der Feststellung:

„Sie kümmern sich! In meinen Augen sind sie die wahren Vorbilder unserer Zeit. Das sage ich

mit großem Dank und Respekt. Der SGV macht`s möglich, immer und immer wieder.“ All die

vielen positiven Aussagen zur Arbeit des SGV, gepaart mit der so ehrlich bekundeten Verbundenheit,

ist für uns Ansporn und Motivation, den beschrittenen Weg weiterzugehen – versprochen.

Einige Glückwünsche haben wir in dieser Kreuz&Quer-Ausgabe-History veröffentlicht und die

übrigen auf der SGV-Internetseite dargestellt – leicht zu finden unter www.sgv.de/Kreuz&Quer.

Danke, Danke, Danke… sagt das SGV-Präsidium im Namen aller SGV-Mitglieder!

SGV-PARTNER

UND UNTERSTÜTZER

Grußworte ..................................... 4 – 5

SGV GESCHICHTE

1890 – 1914 .................................. 6 – 11

1914 – 1945 ................................. 12 – 13

1945 – 2000 ................................. 14 – 17

Das neue Jahrtausend .......................... 18 – 19

Die Hauptvorsitzenden des SGV

Die Hauptgeschäftsführer des SGV

Das SGV-Präsidium im Interview.. .................. 20 – 21

Nicht jedem Trend hinterher laufen, aber ganz vorn dabei sein!

Menschen im SGV ................................. 22

Wandern und Wege – Herzstücke des SGV .............. 23

SGV PARTNER Naturpark Arnsberg .................... 24

SGV JUGENDHOF „Wilhelm Münker" .................... 25

Stärken zeigen und die Zukunft im Blick

SGV PARTNER Paderborner Land . ..................... 26

SGV Wanderakademie ............................... 27

Wandern bildet und der SGV hilft dabei

SGV und Naturschutz:

Gute Freunde kann niemand trennen! ............... 28 – 29

SGV PARTNER Brilon/Olsberg ......................... 30

Menschen im SGV ................................. 31

Wanderheime und Hütten im SGV-Vereinsgebiet ....... 32 – 33

Türme und Baudenkmäler des SGV ................ 34 – 35

Langeweile? Wer hat hier Langeweile?! ............. 36 – 37

Feiern und Feste im SGV

Sauerland trifft Ruhrgebiet ............................ 38

Zum Jubiläum ein tolles Gebirgsfest ganz ohne Grenzen

Mein SGV / Mitglied werden . ......................... 39

Ein kleines ABC der Jubiläums-Aktivitäten

der SGV-Abteilungen... .......................... 40-44

Bekannte Persönlichkeiten im SGV ..................... 45

SGV, Schmallenberg und Winterberg

Ausrichter des 119. Deutschen Wandertags 2019 .......... 46

Ein starkes Duo: SGV und Tourismus ................... 47

SGV PARTNER VRR ................................ 48

Menschen im SGV ................................ 49

Termine / Veranstaltungen ........................... 50

Gutschein TourNatur 2016 ........................... 51

SGV-Partner NWL .................................. 52

Gefördert mit freundlicher Unterstützung:

Wilhelm Münker Stiftung

Dr. Karl-Heinz Spiegel Stiftung

Für Naturschutz, Umweltschutz,

Brauchtum und Heimatgedanken/-Geschichte

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GRUSSWORTE

„Wir sind ein

unverwechselbares

Stück Heimat!"

„Trotz Blasen!

Wandern

ist wieder Kult!"

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

es ist in diesem Augenblick an dieser Stelle wahrlich keine leichte, wenn nicht

sogar unmögliche Aufgabe, die 125-jährige, überaus facettenreiche Geschichte

unseres SGV in umfassender Weise nach jedem Geschmack hinreichend zu

würdigen, sie in einen zeitlichen Kontext zu stellen, Geleistetes hervorzuheben

und vor allem auch Wünschenswertes, Machbares und eben sogar Hoffnungen

daraus abzuleiten und zu formulieren. Ich könnte es mir ja einfach machen

und es mit Albert Einstein halten, der für sich einst die überaus pragmatische

Lösung fand: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn

in ihr gedenke ich zu leben.“ Das würde jedoch unserem Verein und vor allem

auch seinen Mitgliedern und ihren großen und kleinen Leistungen, ihrem

unermüdlichen Engagement für den Verein, aber eben auch für die Sache des

Wanderns, für die Gemeinschaft und für die Natur in keiner Weise gerecht.

Da könnte ich mich dann schon eher mit Dietrich Bonhoeffer anfreunden, der

sagte: Die „Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber

der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“ Denn mit genau dieser Haltung

sind wir alle ja alle dabei, den Staffelstab, den die Mitglieder in unser aller

Hände gelegt haben, in die Zukunft zu tragen. In eine erfolgreiche Zukunft.

Wenn in diesen Tagen viele Geschichten über den SGV mit einem „Weißt

Du noch…?“ beginnen, dann sollte uns das nicht darüber hinwegtäuschen,

dass wir kalendarisch in der Tat vielleicht schon auf ein langes Vereinsleben

zurückblicken können, dass wir aber auf der anderen Seite gerade jetzt zeigen

und nahezu tagtäglich und auf allen Ebenen unter Beweis stellen, dass wir ein

wahrlich junger Verein sind. Mit frischen Ideen für Inhalte und Strukturen. Ohne

dabei unsere nach wie vor aktuellen Kernziele aus den Augen zu verlieren.

Wir sind aber nach wie vor ein ganz unverwechselbares „Stück Heimat“, sind

ein wichtiger Baustein zur Schaffung und zum Erhalt des Wanderwege-Netzes,

sind Garanten für die Förderung des Naturschutzes und letztlich auch der Geselligkeit

und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der SGV ist ein leuchtendes

Beispiel dafür, dass sich Begriffe wie „Tradition“ und „Heimat“ trotz Globalisierung

eben nicht überlebt haben. Wir alle müssen einfach dafür die richtigen

Übersetzungen in die Gegenwart und Zukunft finden.

Dazu gehören Wille, Mut, Kreativität und eine Portion Beharrlichkeit. Aber eben

auch die Erfahrung und die Kraft aus einer 125-jährigen Geschichte. Die wollen

wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterhin unter Beweis stellen.

Allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern unseres SGV, aber auch allen

Interessenten und zukünftigen Sympathisanten ein herzliches

Schon Goethe wusste, dass man nur dort wirklich gewesen ist, wo

man zu Fuß war. Ich selber bin häufig im Sauerland unterwegs und

kenne seine Schönheit durch zahlreiche Wanderurlaube sehr gut. Und

wenn auch (noch) nicht alle Wege ins Sauerland führen, zu seinen

Gebirgen und Flüssen, Höhlen und Seen, Städten und Dörfern, so führt

für Wanderer und Spaziergänger doch kein Weg am Sauerländischen

Gebirgsverein vorbei. Überall findet man das Logo des SGV, an Hütten

und Schautafeln, Wegweisern und Broschüren, die dazu ermuntern,

unser schönes Sauerland auf Schusters Rappen zu entdecken.

ln diesem Jahr, in dem Nordrhein-Westfalen auf eine 70-jährige

Geschichte zurückblicken kann, feiert der SGV sein 125-jähriges

Bestehen. Dazu gratuliere ich herzlich und mit den allerbesten Wünschen!

ln seinem Gründungsjahr 1891 gehörten zum Sauerländischen

Gebirgsverein lediglich 44 Ortsgruppen. Heute ist er mit 242 Abteilungen

der größte Freizeit- und Wanderverein unseres Landes mit 35.000

Mitgliedern. Sein Aktionsradius beschränkt sich längst nicht mehr auf

das Land zwischen dem früheren Herzogtum Westfalen und der alten

Grafschaft Mark, sondern reicht vom Rhein bis zur Diemel und von

der Lippe bis zur Sieg. Der unermüdliche Einsatz des Sauerländischen

Gebirgsvereins für unsere Heimat und unser Brauchtum hat Nordrhein-

Westfalen sichtbar gutgetan. Die vorbildliche Gestaltung und Pflege

der Wege und Schutzhütten und die naturkundlichen Führungen wären

ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen und Förderer des SGV nicht denkbar.

Sie übernehmen so ganz persönlich und ganz selbstverständlich

Verantwortung für unsere Heimat, für unsere Natur und ihre Bewahrung.

Kurz: Sie kümmern sich! ln meinen Augen sind sie die wahren

Vorbilder unserer Zeit. Das sage ich mit großem Dank und Respekt.

Wie sich die Zeiten doch ändern: Vor wenigen Jahrzehnten noch wurde

Wandern von den meisten mit Bommelmütze, Butterbroten und Blasen

an den Füßen in Verbindung gebracht. Heute ist Wandern Kult, und

selbst die bei Ungeübten noch immer unvermeidlichen Blasen an den

Füßen schrecken nicht länger vor ausgedehnten Touren durch Wälder

und Felder, Höhen und Täler ab. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Da

helfen nur Blasenpflaster und „Weiterlaufen!“, und das lohnt sich immer!

Hier kann man ohne Umwege allein oder in der Gruppe gemütlich

spazieren, sportlich wandern oder in luftigen Höhen klettern. Wie auch

immer: Der SGV macht's möglich, immer und immer wieder.

Herzlichen Dank auch dafür!

Frisch auf!

Hannelore Kraft

Dr. Andreas Hollstein, SGV-Präsident

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GRUSSWORTE

„Dieser Verein

nimmt seine

Mitglieder ernst!"

„Wir brauchen

das Gefühl,

geerdet zu sein!"

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

im Namen des Deutschen Wanderverbandes (DWV) mit seinen 58

Mitgliedsorganisationen und rund 600.000 Mitgliedern gratuliere ich dem

Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) zum 125-jährigen Geburtstag. Der

Verein hat allen Grund, sein Jubiläum ausgiebig zu feiern.

Schon allein die Zahl seiner Mitglieder sowie das vom SGV betreute

Gebiet können sich sehen lassen. In fast ganz Nordrhein-Westfalen leben

rund 38.000 Menschen „ihren“ SGV.

Der SGV feiert seinen Geburtstag unter dem Motto „Raus in die Natur.

Rein ins Erlebnis“ und bietet dafür die besten Voraussetzungen: Über

43.000 Kilometer abwechslungsreiche und ehrenamtlich gepflegte

Wanderwege sowie über 80 SGV-Heime und -Hütten sowie jede Menge

organisierte Wander- und Radwandertouren bieten wahrlich viele Erlebnisse

in der Natur.

Dabei legt der Verein Wert auf Qualität. Mit über 1.000 Kilometern

„Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ und bundesweit der ersten

„Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ im SGV-Gebiet ist der Verein

Vorbild für viele andere in Deutschland. Wegweisend ist sicher auch

die Ausbildung zum zertifizierten Gesundheitswanderführer der SGV-

Wanderakademie. Hier arbeitete der Verein von Beginn an eng mit dem

DWV zusammen. Das gilt auch für das größte Wanderfest Deutschlands,

für dessen Ausrichtung der SGV gemeinsam mit den Städten Schmallenberg

und Winterberg für 2019 berufen ist. Damit macht der Deutsche

Wandertag zum wiederholten Mal im Sauerland Halt.

Ein Grund für sein erfolgreiches Vereinsleben ist sicher, dass der Verein

die Interessen und Wünsche all seiner Mitglieder ernst nimmt. Bester

Beweis dafür ist die Aktion „Mein SGV…“, die über Befragungen

die Interessen und Wünsche der Menschen untersucht, die dem SGV

verbunden sind. Zusammen mit Portraitfotos der Befragten ist die Aktion

zugleich eine sehr persönliche Image-Kampagne, mit der der Verein um

neue Mitglieder wirbt.

Das Engagement des Sauerländischen Gebirgsvereins zeigt, wie zukunftweisend

ein Verein arbeiten kann. Damit bereichert er nicht zuletzt

den Deutschen Wanderverband, der nur so stark sein kann wie seine

Mitglieder. Dafür danke ich dem SGV aus vollem Herzen. Ich wünsche

dem Verein weiterhin viel Erfolg.

Frisch auf!

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß

Präsident des Deutschen Wanderverbandes

Für einen modernen Menschen ist der einfache und unkomplizierte Zugang zur

Natur ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens. In einer Gesellschaft

mit Stress, Spitzentechnologie und Inflexibilität braucht man Zeit zur Reflektion

und das Gefühl, mit beiden Beinen fest auf der Erde zu stehen. Die Möglichkeit,

Freiheit zu erfahren, indem man durch die Natur wandert, die Natur selber zu

fühlen und sich an den Jahreszeiten zu erfreuen, ist sehr wichtig.

Wandern ist eine Aktivität, die man alleine oder auch mit mehreren ausüben

kann. Es benötigt keine teure Ausrüstung und die Bühne befindet sich direkt vor

der Haustür.

Wandern ist nicht nur von A nach B zu laufen – für mich ist viel interessanter,

was ich auf der Wanderung erlebe. Der Weg ist das Ziel. Grundsätzlich ist

es egal, wo ich hin laufe, denn es geht um viel mehr. Ich wandere gerne in

schönen und besonderen Umgebungen, um die verschiedenen Landschaften zu

genießen und Menschen auf den Wegen zu treffen.

Auf einer Wanderung tauschen die Teilnehmer häufig Erfahrungen aus und erzählen

sich über ihre tollsten Wanderungen. Es sind nicht immer die gewaltigsten

Ausflugsziele mit sensationellen Aussichten, die einen Preis gewinnen – die

Gewinner sind viel öfter die kleinen Wege mit lebhafter lokaler Atmosphäre.

Ich bin bereits in den meisten europäischen Ländern gewandert und habe so

viele verschiedene Orte gesehen: Europa hat so viel zu bieten, mehr als es für

ein Leben reicht.

Individualwanderer und Gruppen, die ihre Informationen im Internet finden, realisieren

nicht, dass hinter den Seiten und Pfaden ein Verein steht. Sie vergessen

ebenfalls, dass es Ihnen nur durch die große Anzahl an Ehrenamtlichen möglich

ist, ihre Wanderungen zu machen.

Die Art und Weise, wie der SGV es über 125 Jahre geschafft hat, Generationen

von Wanderern raus in die Natur zu bringen, ist beeindruckend. Die Ehrenamtlichen

haben kilometerlange Wege entwickelt und haben dafür gesorgt, dass die

Wege richtig markiert sind, um die Wanderer sicher durch die Natur zu führen

und zurück. Gut ausgebildete Wanderführer, ausgebildet in der SGV-eigenen

Wanderakademie, sorgen für sichere und schöne Erlebnisse der Teilnehmer.

Neue Generationen müssen lernen, wie man sich an Aktivitäten in der Natur

erfreut, aber sie müssen auch lernen, wie man sie schützt und wie man auf sie

Acht gibt. Die Initiativen des SGV für junge Wanderer sind ein gutes Beispiel,

welchem andere Organisationen folgen sollten.

Der SGV ist eines der ältesten Mitglieder des EWV und ist immer ein sehr

aktives Mitglied gewesen, welches Wissen und Ideen mit anderen europäischen

Wanderorganisationen geteilt hat.

Der SGV ist über sehr, sehr viele Jahre mit sehr aktiven Mitgliedern im EWV-

Präsidium vertreten gewesen. Vielen Dank dafür.

Herzlichen Glückwunsch an den SGV zu den ersten 125 Jahren. Ich wünsche

dem SGV alles Gute für die Zukunft mit vielen großartigen Aktivitäten und

fantastischen Wandererfahrungen für die Mitglieder.

Lis Nielsen

Lis Nielsen

Präsidentin der Europäischen Wandervereinigung

(Den englischen Originaltext finden Sie unter www.sgv.de/125jahre)

5


Als Geburtshilfe noch reine Männersache war

„Es ist wohl nicht mehr bezweifelt, dass die bestehenden Touristenvereine,

wie z. B. der Schwarzwaldverein, der Vogesenclub, der Touristenverein für

das Riesengebirge, der Alpenclub u. a. m.

ganz wesentlich günstig auf den Fremdenverkehr

einwirken, indem sie den Besuch der

Gebirge erheblich erleichtert und bequem

gemacht haben.“ So beginnt die „Aufforderung

zur Bildung eines Sauerländischen

Touristen-Vereins“, die im August 1890

im Regierungsbezirk Arnsberg die Runde

machte und mit Fug und Recht als „Geburtshelfer“

des SGV gelten darf.

Regierungspräsident Winzer und weitere

Honoratioren aus dem Sauerland machten

in ihrer „Bekanntmachung“ deutlich, was ihnen

vorschwebte: „Durch die Errichtung von

Schutzhütten, die Anlegung von Fußwegen

mit passender Steigung, Anbringung von

Wegweisern ist mancher schöne Punkt zugänglich

gemacht worden. Doch nicht allein

für die Bewohner der Gebirgsgegenden ist

die leichtere Zugänglichkeit schöner Aussichtspunkte von Werth, sondern im

Hinblick auf die bestehenden Eisenbahnverbindungen auch für die Bewohner

der Ebene. Sie haben daher ein besonderes Interesse an den Touristenvereinen

und bringen anderswo denselben erhebliche Opfer.“

Die „amtliche“ Aufforderung, die offenbar an alle Landräte zur Weiterverteilung

an die Bürgermeister im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg verschickt

worden war, endet mit der Bitte an „diejenigen Herren, welche die Bildung

von Sectionen gütigst übernommen haben, die Sache zu fördern und den

Forstmeister Ehmsen in Arnsberg, der jede weitere Auskunft gern ertheilen

wirde unter Bezeichnung des Vorsitzenden der gebildeten Section Mitheilung

zugehen zu lassen.“

Noch kein Platz für „Wanderfreundinnen“

Aus der „Aufforderung zur Bildung eines Sauerländischen Touristen-Vereins“

lässt sich festhalten, dass sich diese in erster Linie, wenn nicht ausschließlich,

an die Honoratioren der jeweiligen Orte wendet – und dass Frauen keine

Erwähnung finden. „Wanderfreundinnen“ gab es erst einige Jahre später.

Der Aufruf der wackeren Wanderfreunde um Regierungspräsident Winzer,

Forstrat Ehmsen und Lehrer de Lacroix traf auf großes Interesse – aber

nicht überall: So musste Kamens Bürgermeister von Basse dem Landrat

des damaligen Kreises Hamm melden, „daß es mir bis jetzt nicht gelungen

ist, hier für den Sauerländischen Touristenclub Interesse zu wecken.“

Anders im benachbarten Unna. Der Hammer Landrat konnte mit Freude an

Forstrat Ehmsen vermelden, dass sich

Unnas Bürgermeister Adolf Eichholz und

Amtsgerichtsrat Friedrich Seidenstücker

„für die Sache interessieren und einer

Einladung nach dort zur Berathung der

Angelegenheit folgen werden.“

Einen ersten Aufruf zur Gründung eines

„Touristen-Vereins“ hatte das Komitee

bereits im Juni 1890 verfasst, offenbar

aber nur mit mäßigem Erfolg. Erst die

„Aufforderung zur Bildung eines Sauerländischen

Touristen-Vereins“ gab der

ganzen Sache den nötigen Auftrieb.

In allen Orten des Sauerlandes und

der angrenzenden Gebiete in der Ebene

waren es angesehene Persönlich-

6 KREUZ&QUER 3/16

Das größte Glück des Wanderers sind die Aussichten – das war auch schon

so, als es nur Schwarz-Weiß-Filme gab…

Nach getaner Arbeit stellt sich ein Trupp von SGV-Wegezeichnern

für den Fotografen in Positur (undatiert).

keiten des öffentlichen Lebens, Apotheker, Mediziner, Kaufleute, Direktoren,

Mühlenbesitzer, Rechtsanwälte, Richter, Pastöre und Lehrer, die sich für das

Thema „Tourismus im Sauerland“

interessierten und dann auch engagierten.

Der Name „Sauerländischer

Touristen-Verein“ war wohl

nur als „Arbeitstitel“ zu verstehen,

denn in der Gründungsurkunde der

SGV-Abteilung Grevenbrück vom 21.

Juli 1890 heißt es „sauerländischer

Touristen-Club“…

Die ersten Jahresbeiträge betrugen in

Grevenbrück und Soest je 3 Mark, in

Unna 1,50 Mark pro Person. Nicht

alle Mitglieder waren aber emsige

Zahler: Am 22. Juni 1892 inserierte

die SGV-Abteilung Unna: „Es wird

gebeten, die noch nicht entrichteten

Beiträge an den Herren Hotelier Ulmcke

zu zahlen.“ Ein besonderer „Fall“

aus Soest soll nicht verschwiegen

werden: Dort hatte offenbar die Frau eines Apothekers seinen Aufnahmeantrag

unterschieben. Als nun der Jahresbeitrag eingesammelt werden sollte, erklärt

der Herr des Hauses, dass er die Unterschrift seiner Frau nicht als für ihn

verbindlich betrachte …

Apotheker aus Soest will nicht zahlen …

Nicht von ungefähr war Arnsberg Ausgangspunkt der „Tourismus-Initiative“

– denn eine solche war es in der Tat: Der Gymnasiallehrer Karl Féaux de

Lacroix hatte hier einen Kreis naturbegeisterter Schüler und Kollegen um sich

versammelt, der regelmäßig im Arnsberger Wald auf Wanderschaft war – und

im wahrsten Sinn des Wortes nach neuen Wegen suchte. Die „Initialzündung“

zur Vereinsgründung sollte allerdings ein glückliches Spiel des Zufalls werden:

Geistiger Vater und Spiritus Rector des Unternehmens war der 1833 in Rendsburg

geborene Forstrat Ernst Ehmsen, der über mehrere berufliche Stationen,

unter anderem im Elsass und in Hannover, schließlich nach Arnsberg versetzt

wurde.

Der Forstrat begeisterte mit seiner Idee der Gründung eines Sauerländischen

Touristen-Vereins nicht nur den Wanderkreis des Gymnasiums, sondern traf,

wenn man so will, haargenau den „Zeitgeist“: Zwischenzeitlich hatten sich

nämlich anderenorts in Deutschland bereits Verschönerungs- oder Wandervereine

gegründet, so etwa im Spessart, in der Rhön und im Taunus, und 1883

war der Startschuss für den „Verband Deutscher Touristen-Vereine“ gefallen,

aus dem später der „Deutsche Wanderverband“ werden sollte.

Die „Wander-Wellen“ erreichten

bald auch das Sauerland und Forstrat

Ehmsen war der richtige Mann –

zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen

Stelle: Er kanalisierte die aufkommende

Wander-Begeisterung

und nutzte seine häufigen Dienstreisen

dazu, allerorts zu Gründungen

von lokalen Wandervereinen

aufzurufen, die unter einem Dach

zusammengefasst werden sollten.

Die erste Gründung einer „SGV-

Section“ soll in Medebach erfolgt

sein, Ehmsen selbst bezeichnete

sie als „aelteste Abteilung“. Es

folgten nur kurze Zeit später, noch


1890 – 1914

im Sommer 1890, Arnsberg und Attendorn – und in den nächsten Monaten

ging es fast Schlag auf Schlag weiter: Der umtriebige Forstrat sorgte dafür,

dass sich noch im Jahr 1890 insgesamt 44 Abteilungen gebildet hatten, von

denen 27 bereits Beiträge an den Hauptverein abführten. Unterstützt wurde er

insbesondere vom Arnsberger Historiker und Lehrer Karl Féaux de Lacroix, der

1893 erster Schriftleiter des „Sauerländischen Gebirgsboten“ werden sollte.

Zu den Gründern des SGV dürfen sich die folgenden Abteilungen zählen: Altena,

Altenhundem, Arnsberg, Attendorn, Balve, Bilstein, Bochum, Calle, Dortmund,

Gelsenkirchen, Hamm, Haspe, Herscheid, Medebach, Menden, Meschede,

Neheim, Neuenrade, Oberkirchen, Schalke, Schmallenberg, Schwerte, Unna,

Warschau-Grodzisk, Warstein, Winterberg, Witten.

Erste Abteilungsgründung in Medebach?

Die Gründung der ersten 27 SGV-Abteilungen im Jahr 1890 war nur der Anfang,

das Wirken des Forstrates Ernst Ehmsen hatte überall positive Wirkung gezeigt:

Am 25. Januar 1891 trafen sich die Vertreter von 44 bereits bestehenden Abteilungen

im Hotel „Kaiserhof“ in Hagen zur ersten Delegiertenversammlung

und gründeten den Verein unter dem Namen „Sauerländischer Gebirgsverein“.

Die Vertreter jener 44 Abteilungen repräsentierten immerhin schon 2.100

Mitglieder.

Bei dieser Versammlung wurde selbstredend auch eine Satzung beschlossen,

in der die Aufgaben und Ziele des SGV beschrieben und definiert werden.

Dort heißt es unter anderem: „Der Sauerländische Gebirgsverein bezweckt, die

Zugänglichkeit und die Bereisung der Berge des Regierungsbezirks Arnsberg

zu erleichtern, sowie die Kenntnis derselben in geschichtlicher, naturwissenschaftlicher

und geographischer Beziehung zu erweitern. Insbesondere soll

dieser Zweck erreicht werden durch Herstellung und Verbesserung der Verkehrsmittel,

Wegweiser, Aussichtspunkte, Schutzhütten, Bänke, Fassung von

Quellen, gesellige Zusammenkünfte, gemeinschaftliche Ausflüge, Vorträge,

durch Verbreitung bildlicher Darstellung schöner …“

So mancher ist erstaunt, findet sich hier doch kein Wort, dass man sich zu

Fuß auf den Weg machen soll, dass man wandernd die Sauerländer Bergewelt

entdecken soll. Dieser erste Eindruck relativiert sich rasch, denn unter „Bereisung“

ist angesichts kaum vorhandener Infrastruktur zweifelsohne die Vorwärtsbewegung

mit Wanderschuhen gemeint. Überhaupt sollte die erste große

Aufgabe für den jungen Verein der Aufbau eines Wegenetzes werden – und

selbstredend auch die „Werbung“ für die Region zu machen. Es ist nicht übertrieben:

Der SGV wirkt in seinen Anfangsjahren quasi als „Tourismusverband“.

In der Tat entwickelte sich der Tourismus allmählich im Land der tausend Berge

– allerdings wahrhaftig nur gemächlich. Aber es gibt auch frühe Beispiele, wie

man Gäste anlockt: So warb der „in nächster Nähe des Bahnhofs Westig und

Hemer, des Felsenmeeres und der Sundwiger Höhle gelegene Gasthof zum

Felsenmeer“ schon im Sommer 1890 in mehreren Annoncen damit „Führer

stets zur Hand zu haben.“ Und die Königliche Eisenbahn-Direktion Elberfeld

riet den geneigten Zeitungslesern zum Besuch der „an der Eisenbahnstrecke

Letmathe-Iserlohn gelegenen Dechenhöhle … Die zwischen Letmathe und

Iserlohn verkehrenden Personenzüge halten an der Dechenhöhle.“ Auch nicht

unwichtig: „Die Beleuchtung der Höhle erfolgt durch elektrisches Licht …“

Mit dem Zug zur beleuchteten Dechenhöhle

Im ersten Halbjahr des Jahres 1891 gründeten sich weitere Abteilungen und

die Mitgliederzahl stieg stetig an. Bei der ersten Mitgliederversammlung am

19. Juli 1891 in Arnsberg gab es bereits 54 Abteilungen, von denen 38 bei

der Sitzung vertreten waren. Neue Abteilungen gab es nun in Berleburg, Berlin,

Bestwig, Bödefeld, Brilon, Duisburg, Eslohe, Fredeburg, Grevenbrück, Hagen,

Hemer, Hilchenbach, Hohenlimburg, Halver, Iserlohn, Kirchhundem, Letmathe,

Lippstadt, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Münster, Nachrodt, Olpe, Olsberg,

Plettenberg, Soest, Siedlinghausen, Volmarstein und Werdohl. In der Liste

von 1891 fehlen Schalke und Warschau, deren Gründung für 1890 gemeldet

worden war, sich aber verzögert hatte. Die 54 Abteilungen zählten insgesamt

bereits mehr als 2.900 Mitglieder.

Menschen im SGV

Wichtigste Aufgabe der Generalversammlung am 19. Juli 1891 war die Wahl

des Vorstandes. Zum Vorsitzenden bestimmte die Versammlung Forstrat Ehmsen.

Als stellvertretender Vorsitzender amtierte Landgerichtsrat Wiethaut aus

Hagen. Als Beisitzer wurden Dr. Kneebusch, Dortmund, O. Schütte, Oberkirchen

und Rektor Dr. Rebling aus Altena gewählt. Das Amt des Schriftführers

ging an Gymnasiallehrer Karl Féaux de Lacroix, um die Finanzen kümmerte

sich fortan Amtsgerichtsrat Müller aus Arnsberg.

Interessant ist natürlich, warum gerade in Berlin eine SGV-Abteilung gegründet

wurde – wobei zu sagen ist, dass 1895 eine zweite und 1896 sogar eine dritte

SGV-Abteilung in der Hauptstadt gegründet wurden. Im Falle der ersten Grün-

Ernst Ehmsen

geb. 15. Dezember 1833 in Rendsburg;

gest. 19. März 1893 in Göttingen

Ernst Ehmsen gilt zu Recht als Gründungsvater

des SGV. In der Tat war der Forstrat

der „Spiritus rector“ jenes Projektes, das

1890 zunächst unter dem Namen „Sauerländischer

Touristenverein“ ins Licht

der Geschichte trat. Ehmsen wurde in Rendsburg, im Herzogtum

Schleswig-Holstein, geboren, das seinerzeit zu Dänemark gehörte.

So studierte er an der Forstakademie in Kopenhagen. Nach

Abschluss des Studiums trat er 1859 in den dänischen Staatsdienst.

1864, nach dem Deutsch-Dänischen Krieg, fiel Schleswig-Holstein

an Preußen. Ehmsen wurde Oberförster in Ostpreußen, danach

wurde er ins Elsass versetzt. Nach einem Abstecher nach Hannover

kam er schließlich als Forstrat nach Arnsberg – und begeisterte

nicht nur den Wanderkreis des Gymnasiums mit seiner Idee eines

großen Wander- und Naturvereins.

Ernst Ehmsen machte sich mit seinen Mitstreitern Gedanken um die

Infrastruktur im Sauerland, um die Wege, die Werbung, kurz: Er war

der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle.

1891 wurde er zum ersten Vorsitzenden des SGV gewählt. Aber nur

zwei Jahre später starb er in Göttingen, wo er sich einer Operation

unterziehen musste. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof von

Großenaspe bei Neumünster.

dung von 1891 ist natürlich ein Sauerländer im Spiel – nämlich der aus Bödefeld

stammende, aber in Berlin wohnende Regierungsbaumeister Gerlach. Der

hatte selbstredend von der Vereinsgründung in der alten Heimat gehört und

aktivierte die Mitglieder des früheren „Westfalen-Stammtisches“ in der alten

„Victoria-Brauerei.“ Sein Einladungsschreiben ist fast schon Poesie: „Auch in

der deutschen Landeshauptstadt befinden sich so viele, welche den schönen

Bergen und Tälern des Sauerlandes in treuer Liebe und Anhänglichkeit zugetan

sind, und es bedarf wohl nur dieser Anregung, um auch hier Landsleute zu

sammeln und durch die Gründung einer Abteilung Berlin des SGV unseren

Freunden im fernen Westen zu beweisen, daß wir inmitten des Getriebes der

Großstadt Herz und Sinn für die Interessen unseres westfälischen Vaterlandes

nicht verloren haben.“

Weitere Abteilungen gründeten sich, die Mitgliederzahl wuchs entsprechend.

Doch nur zwei Jahre nach der Vereinsgründung gab es einen herben Rückschlag,

ein Ereignis, das den jungen Verein zunächst lähmte: Der „Macher“

und Vorsitzende Ernst Ehmsen starb am 19. März 1893! Karl Feaux de Lacroix

hatte die traurige Pflicht, in seiner ersten Ausgabe als verantwortlicher Redaktionsleiter

der neuen Vereinszeitschrift „Der Sauerländische Gebirgsbote“ einen

Nachruf zu veröffentlichen: „Eine schmerzliche Aufgabe ist dem Gebirgsboten

>

125 JAHRE SGV

7


Gebirgsbote contra „Die absonderlichen Anschauung

bei seinem ersten Erscheinen zugefallen. Der Bote, welcher der frischen, kräftigen

Lebenslust Diener sein will, muss gleich an die erschütternde Allgewalt

des Todes erinnern. Am 19. März morgens schied der hochverdiente Gründer

und Vorsitzende des Vereins, Herr Regierungs- und Forstrat Ehmsen aus dem

Leben. Er hatte sich zur Kur nach Göttingen begeben und sollte nicht wieder

von dort zurückkehren. Sein von langer Krankheit geschwächter Körper war

nicht mehr imstande, die Folgen einer notwendigen Operation zu ertragen.

Gross ist die Zahl derer, die an seinem Grabe trauern … Unter allen Mitgliedern

ist nur eine Stimme darüber: Herr Forstrat Ehmsen ist unersetzlich.“

Ehmsendenkmal erinnert an früh

verstorbenen Gründer

Der Schock saß tief bei

den Mitgliedern des neuen

Vereins. In der Tat hatte das

Sauerland mit Ehmsens

Tod einen Protagonisten

verloren, der zu Recht eine

besondere Popularität besaß,

der ein großes Werk

angestoßen hatte, sein Das Ehmsendenkmal – restauriert im Herbst 2012

„Name wird mit dem dieses

Landes immer verbunden sein, wenngleich es nicht einmal seine Heimat

war.“ Der SGV ehrte seinen Gründer mit einem Denkmal, das während des

Gebirgsfestes am 11. Juli 1897 im Eichholz bei Arnsberg feierlich eröffnet.

Das Vereinsleben musste weitergehen. Am 25. Juni 1893 fand die Generalversammlung

in Olsberg statt, auf der der bisherige stellvertretende Vorsitzende

Amtsgerichtsrat Müller aus Arnsberg zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

„Frisch auf nach Olsberg!“ stand in der zweiten Ausgabe des „Gebirgsboten“

zu lesen – und eine wahre Hymne lud die SGV-Wanderfamilie in die Stadt

an der Ruhr ein: „Wo der sauerländische Hauptfluss, die raschfliessende

Ruhr, den höheren Regionen des Gebirges flüchtig enteilt, und zwischen

zwei hochragenden Anhöhen, dem Olsberg rechts und dem vielgipfeligen

Olenberg links, hervortritt, um ihre nördliche Laufrichtung in eine westliche

zu verwandeln und so den Vater der deutschen Ströme zu erreichen, - da liegt

in einer ebenso eigenartig schönen wie grossartigen Natur, auf duftenden

grünen Matten gebettet, umkränzt von waldigen, steil und hoch ansteigenden

Berghöhen, das freundliche Dorf Olsberg, eine Perle des Sauerland.“

Mit der Ausgabe im März 1894 vollendete der „Gebirgsbote“ seinen ersten

Jahrgang. Schriftleiter Karl Féaux de Lacroix wandte sich aus diesem Anlass

an seine Leserinnen und Leser: „Der Gebirgsbote vollendet mit der vorliegenden

Nummer seinen ersten Jahrgang. Wenn die verehrlichen Mitglieder des

S. G.-V. an der Errichtung des Blattes Gefallen gefunden haben sollten, so

dürfen wir uns wohl der Hoffnung hingeben, dass wir im begonnenen Jahre

mit reichlich Zuschriften bedacht werden, damit unser Vereinsorgan neben

seinen praktischen Zielen seiner idealen Aufgabe mehr und mehr gerecht

werde, der schönen Aufgabe, ein treuer Spiegel der Eigenart des Sauerlandes

zu werden und durch Vorführung der thatsächlichen Verhältnisse die Vorurteile

und absonderlichen Anschauungen zu zerstreuen, die draussen noch vielfach

über unser schönes Gebirgsland verbreitet sind.“

„Der Sauerländer ist ungemein

groß und wohlgebaut …“

Das Sauerland-Bild jener Jahre war immer noch bestimmt von den Beschreibungen

Ferdinand Freiligraths und Levin Schückings durch das „malerische

und romantische Westphalen“ – und natürlich hatte das Wort der großen

westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff immer noch Gewicht.

„Der Sauerländer“, so schrieb die Droste, „ist ungemein groß und wohlgebaut,

vielleicht der größte Menschenschlag in Deutschland, aber von wenig geschmeidigen

Formen; kolossale Körperkraft ist bei ihm gewöhnlicher als Behendigkeit

anzutreffen… Übrigens besitzt der Sauerländer manche anziehende

Menschen im SGV

Seite; er ist mutig, besonnen, von scharfem, aber kühlem Verstande; obwohl

im allgemeinen berechnend, doch aus Ehrgefühl bedeutender Aufopferung

fähig; und selbst der Geringste besitzt einen Anflug ritterlicher Galanterie und

einen naiven Humor, der seine Unterhaltung äußerst angenehm für diejenigen

macht, dessen Ohren nicht allzu zart sind.“

Ein Besuch im Hönnetal hatte der Dichterin aus dem Münsterland doch einiges

abverlangt: „und die Bergschlucht unter der Schloßruine und der bekannten

Tropfsteinhöhle Klusenstein dürfen ungezweifelt einen ehrenvollen Platz im Gebiete

des Wildromantischen ansprechen, sonderlich das Letzte, und eben diese

starr gegeneinander rückenden Felswände, an denen sich der kaum fußbreite

Ziegenpfad windet – oben das alte Gemäuer, in der Mitte der schwarze Höllenschlund,

unten im Kessel das Getöse und Geschäum der Mühle, zu der man

nur vermittelst Planken und Stege gelangt, und wo es immer dämmert – sollen

dem weiland vielgelesenen Spies den Rahmen zu einem seiner schlimmsten

Schauerromane geliefert haben …“

Mit dem „Kneebusch“ ins „Land der

tausend Berge“…

Schon vor der Gründung des SGV gab es einen ersten touristischen Führer

durch das Sauerland. Dr. Karl Kneebusch, Beisitzer im ersten SGV-Vorstand,

hatte bereits 1884 einen „Baedecker“ über das Land der tausend Berge

verfasst, der zahlreiche Neuauflagen erlebte und bis heute ein „Klassiker“

ist. Dabei beschrieb Kneebusch keineswegs nur das Sauerland – so lautet

der Untertitel der Ausgabe von 1914 „Siegerland, Waldeck, Niederhessen,

Bergisches Land, Ruhrgebiet und Industriebezirk“. Im Anhang finden sich die

Hauptwanderstrecken des SGV, verzeichnet sind auch die Wintersportplätze,

Talsperren, Studenten-, Schüler- und Jugendherbergen des Sauerlandes,

Sonderzüge und Sonntagskarten ins Sauerland.

Kneebusch stammte wie Ehmsen nicht aus dem Sauerland, hatte aber, wohnhaft

in Dortmund, das Land der tausend Berge immer mehr ans Herz geschlossen

und seine auf zahlreichen Wanderungen gemachten Beobachtungen und

Eindrücke schließlich zu Papier gebracht. „Und ein Erholungsgebiet ersten

Ranges bilden die Sauerländischen Berge in Wirklichkeit. Seine Sommer-

Robert Kolb

geb. 18. Januar 1867 in Dortmund;

gest. 30. September 1909 in Hagen)

Robert Kolb ist der „Ahnherr“ des SGV-

Wegenetzes: Er wurde nach dem Tod

von Dr. Karl Kneebusch Vorsitzender der

Wegekommission und erarbeitete eine neue

Systematik des geplanten SGV-Wegenetzes,

das bis heute in groben Zügen noch Gültigkeit besitzt. Er ersann als

Markierung für die künftigen Hauptwanderstrecken ein weißes Andreaskreuz

und weitere einfache, weiße Geometrien für die untergeordneten

Wanderwege. Schon im Jahr 1906 waren 3.000 Kilometer

Hauptwanderwege und ca. 3.000 km „Nebenstrecken“ gekennzeichnet

– ein wahrhaft herausragendes Werk! Überdies war Robert Kolb

von 1901 bis 1909 Vorsitzender der SGV-Abteilung Hagen. Sein

früher Tod am 30. September 1909 erschütterte den SGV zutiefst.

Der „Wege-Papst“ aus Hagen wurde nicht einmal 43 Jahre alt.

Ihm zu Ehren wurde 1913 der Robert-Kolb-Turm auf der 663 Meter

hohen Nordhelle errichtet. Mehr als 4.000 Menschen kamen damals

zur Einweihungsfeier. Der Zahn der Zeit nagte in den folgenden

Jahrzehnten kräftig und beharrlich an dem Bauwerk. 2010/2011

wurde der Robert-Kolb-Turm Euro aufwändig renoviert und am 26.

Juni 2011 feierlich wiedereröffnet. Auch die völlig zugewachsene

Aussicht vom Turm wurde teilweise wieder freigeschnitten.

8 KREUZ&QUER 3/16


en über unser schönes Gebirgsland" 1890 – 1914

Immer im Einsatz: Die Wegezeichner des SGV sorgen bis heute für

den richtigen „Durchblick“.

frischen sind unübertroffen, sie bieten

jedem Geschmack etwas, Man findet

sie einsam im Gebirge inmitten meilenweiter

Hochwälder, in freundlichen

Dörfern, an forellenreichen Flüssen und

Bächen, an stillen Talsperren in lieblichen

Städten und Tälern.“

Apropos Talsperren: Nach den Plänen

von Prof. Otto Intze (Technische Hochschule

Aachen) entstanden zwischen

1894 und 1896 die Fuelbecke- und

Heilenbecke-Talsperre, die ersten kleinen

Sammelbecken im Niederschlagsbereich

der Ruhr. 1913 wurde die

Möhnetalsperre eröffnet – ein wahrer

Glücksfall für den Tourismus im Sauerland:

Die Gäste der Einweihungsfeier waren am 12. Juli 1913 mit einem Sonderzug

der Ruhr-Lippe-Kleinbahn angereist, direkt bis kurz vor die Sperrmauer,

deren riesenhaftes und architektonisch imposant wirkendes Bauwerk zur Feier

des Tags im Flaggen- und Blumenschmuck prangte.” Die Eisenbahn sorgte

fortan dafür, dass das bis dahin kaum erschlossene Sauerland immer mehr in

den Fokus von Touristen geriet – sowohl der „Sommerfrischler“ wie auch der

Wintersportler. Der Tourismus nahm fortan deutlich zu – und bald schon gab

es erste „Fremdenzimmer“.

Nicht alle Abteilungsgründungen waren

erfolgreich, aus unterschiedlichen

Gründen. Meistens waren die schon

bestehenden Verschönerungsvereine im

Sauerland und im Ruhrgebiet Bundesgenossen

der Abteilungen – und oftmals

waren die Mitglieder auch identisch.

Einige Abteilungen verschwanden ganz

aus den Annalen, andere „schliefen“ nur

ein paar Jahre, wie das Beispiel der SGV

Abteilung Unna zeigt: Hier endete das

junge Vereinsleben schon im Jahr 1900,

um 1913 erneut aufzublühen: Bei der

„Wiederbelebung“ hatte die Abteilung

bereits 110 Mitglieder. Im August des

Jahres führte ein Ausflug nach Wildewiese: Auf dem Weg dorthin, in Glinge,

legten die Wanderer eine längere Rast ein, „im kühlen Schatten am Rande des

klaren Bächleins, welches auch das Wasser zum allgemeinen Abkochen lieferte.

Die Lagerung mußte hier etwas lange und die Befriedigung des Magens

Chic mit Hut: Die SGV-Abteilung Winterberg beim Ausflug, um 1905.

recht gründlich vorgenommen werden, galt

es doch die schwerste Aufgabe des Tages,

den Aufstieg zur Wildewiese, das bedeutete

einen Höhenunterschied von ca. 420 Metern

in 1 ½ Stunden Wanderung zu überwinden

…, doch fand dieses reichen Lohn in der

Aussicht, die dort geboten wurde.“

Vor dem Aufstieg noch

einmal ordentlich Kraft

tanken

Es ist nicht bekannt, ob die Unnaer Wanderfreunde

ihren „Kneebusch“ dabeihatten

– der schwärmt ebenso und zu Recht in

höchsten Tönen von der Aussicht vom damals

dort stehenden Wiethautturms, den der SGV Hagen errichtet hatte: „Der

Rundblick übertrifft den vom Kahlen Astenberg an Mannigfaltigkeit.“

Der von Karl Feaux de Lacroix betreute „Sauerländische Gebirgsbote“ entwickelte

sich rasch zum „Sprachrohr“ des SGV. Hier wurden selbstredend in

erster Linie vereinsinterne Dinge wie die jeweiligen Jahresberichte vermeldet,

die sämtliche Vereinsmitglieder und Abteilungen betrafen, aber auch interessante

Dinge aus „aller Welt“ gepaart mit Beschreibungen eigener Ausflüge und

Ortsbeschreibungen sowie einer bunten Palette von Anzeigen. So findet sich

etwa in der April-Ausgabe des Jahres 1894,

dem damaligen Zeitgeist entsprechend,

folgende Anzeige: „Aussichtstürme, ganz

in Eisenconstruction, in jeder beliebigen

Höhe, schön, stabil, leicht und sicher besteigbar.

Referenzen und Kostenanschläge

stehen zu Diensten – Fabrik für Dampfkessel

und Eisenkonstrutionen Heinr. Stähler

Weidenau a. d. Sieg.“

So manche Meldung jener Tage des späten

19. Jahrhunderts hat durchaus Bezug zur

Jetztzeit: „Um vor Beschädigungen der vom

S. G.-V. geschaffenen Anlagen (Wegetafeln,

Schutzhütten, Türme etc.) abzuschrecken,

setzt der Vorstand eine Prämie bis zu zehn

Mark in jedem Falle für die erfolgreiche

Anzeige solcher Personen fest, welche Beschädigungen verübt haben. Die

Presse wird ersucht, diesen Beschluss zu verbreiten und eine Reichsgerichts-

Entscheidung über folgendes Vorkommnis beizufügen: Letzten Sommer hatte

ein junger Mann in der Sächsischen Schweiz einen Wegweiser abgerissen

>

Sauerland-Rothaargebirge

Der neue Naturpark Sauerland-Rothaargebirge gratuliert im Namen

des Vorstands und der Geschäftsstelle dem Sauerländischen

Gebirgsverein zum 125-jährigen Bestehen!

Wir freuen uns auf die kommende partnerschaftliche Zusammenarbeit!

www.npsr.de

125 JAHRE SGV

9


Robert Kolb: Ein Hagener sagt, wo es im Sauerland

und denselben an dem dazu gehörigen Pfahle so wieder angebracht, dass

der Pfeil nach dem Erdboden zeigte. Der junge Mann wurde als der Thäter

ermittelt und von dem zuständigen Gerichte mit acht Tagen Gefängnis wegen

Sachbeschädigung bestraft, obgleich die Verteidigung die Sache als groben

Unfug hinzustellen bemüht war. Der Angeklagte legte Revision ein und beantragte

auch eventuelle Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe.

Das Reichsgericht in Leipzig als letzte Instanz hat nunmehr eine Entscheidung

dahin getroffen, dass das Vergehen nicht als grober Unfug, sondern als

Sachbeschädigung aufzufassen sei und es bei dem ersten Urteil verbleiben

müsse. Eine Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe sei in einem

solchen Falle unzulässig.“

Finger weg von unseren Wanderzeichen!

Schon früh befasste sich der SGV-Zentralvorstand mit der Frage, wie das

große Vereinsgebiet organisatorisch gegliedert werden könne. Schon 1895

wurde deshalb erstmals intensiv über „Bezirke“ beraten, ein Jahr später gab

es eine erste Einteilung in „Lüdenscheid, Olsberg, Winterberg, Grevenbrück,

Attendorn, Altenhundem, Plettenberg und Arnsberg“, die allerdings nicht

lange Bestand hatte und bereits 1898 durch eine Neuregelung mit nunmehr

insgesamt 15 Bezirke abgelöst wurde.

Ein wichtiges verbindendes Glied und ein lebendiger Treffpunkt war (und ist es

bis heute) schon in der Frühzeit das zunächst jährlich stattfindende Gebirgsfest.

1891 trafen sich die Wanderfreunde in Arnsberg, 1892 in Altena, 1893 in

Olsberg, 1894 in Herdecke. Die meisten dieser Treffen fanden im Sauerland,

im Siegerland oder in Wittgenstein statt, ab und an ging es aber auch in Orte

außerhalb der südwestfälischen Gebirgsregion: 1901 war zum Beispiel Lippstadt

an der Reihe, 1913 Essen, 1926 Steele und 1950 Wuppertal. Aber schon

beim Fest in Herdecke 1894 wurde leidenschaftlich darüber diskutiert, ob man

das Vereinsfest überhaupt außerhalb des gebirgigen Teils des Vereinsgebiets

begehen könnte. Das Fest in Herdecke war gleichwohl wohlgelungen – wie die

erhaltene Tischrede von Rektor Dr. Reblin aus Altena beweist:

„Wir sind hier versammelt zum fröhlichen Feste,

Es klirren die Gläser, es jauchzen die Gäste.

Es strotzen vor dampfenden Speisen die Teller.

Es spendet die schäumenden Schätze der Keller,

Es klappern die Gabeln, es rasseln die Messer:

Hei, wie sie reinhauen die tapferen Esser.“

Die Wiedersehensfreude war jedes Jahr groß, obwohl das Wetter nicht immer

mitspielte: Schon beim ersten Gebirgsfest in Arnsberg hatte Petrus kein

Einsehen: „Die Züge brachten uns zahlreiche Gäste, Herren und Damen, aber

auch einen Regenguß, der unsere schön gelegene Stadt als in einem Aquarium

gelegen erscheinen ließ und der, so schien es, kein Ende nehmen wollte.

Manchmal regnet’s auch im Sauerland …

Wandern setzt immer Wege voraus. Daran hat sich in 125 Jahren nichts geändert.

Wege, die mit entsprechenden Wanderzeichen ausgestattet sind, damit

sich der Wanderer orientieren kann und nicht verläuft. Schon Ernst Ehmsen

hatte in seinem ersten Jahresbericht auf die Beschilderung der neu einzurichten

Wege hingewiesen – 1897 wurde eine „Wegebaukommission“ eingesetzt,

die sich auch gleich ans Werk machte, wie Dr. Kneebusch sechs Jahre später

konstatierte: „Die schönsten Wege durch schattige Wälder, anmutige Täler und

über luftige Höhen sind ausfindig gemacht, zum Teil geebnet und mit Wegweiser

und Farbe versehen, damit der Wanderer sicher zum Ziele geleitet werde.“

Doch die Freude über das Erreichte war nicht unbegrenzt, denn es gab nach wie

vor Orte im Sauerland, in denen es keine SGV-Abteilung gab – und somit auch

keine Wegezeichner! Im Klartext: Hier gab es somit auch keine Wanderzeichen,

kurz: „Es fehlen deshalb fast überall fortlaufende Touristenwege, die den

Fremden von wichtigen Ausgangspunkten des Vereinsgebietes zu Hauptzielen

führen.“ Mit anderen Worten: Hier gab es gehörigen „Nachholbedarf“. Da trat

zum Glück Robert Kolb auf den Plan…

Menschen im SGV

Nach Jahren des abwartenden Planens übernahm Robert Kolb, Vorsitzender

der Abteilung Hagen und stellvertretender SGV-Vorsitzender, 1905 auch

den Vorsitz des Wegeausschusses. Kolb war kein Mann des Schreibtisches,

sondern der Tat. Unter seiner Leitung entstand das Hauptwegenetz des SGV,

das bis heute maßgebend ist und in jeder Hinsicht richtungsweisend für alle

deutschen Wandervereine. Mit wahrem Herzblut ging der Ingenieur Kolb mit

seiner „Wegezeichner-Mannschaft“ die wahrhaft schwierige Sache an – und

rasch stellte sich der Erfolg ein, wenngleich mancher seiner Begleiter schwer

daran zu tragen hatte: „In den ersten Jahren zogen wir mit einer Klappleiter

und schweren Holzschildern aus. Oft waren die Rücken wund vom vielen

langen Schleppen. Was mußte auch im Rucksack nicht alles verstaut werden:

Schilder, Holzunterlagen, schwarze und weiße Farbe, Hammer, Rebschere und

Säge. Benzin und Terpentin durften nicht fehlen. Erstens war dies nötig, um

die geronnenen Farben zu verdünnen, und zum anderen, um die Flecken aus

dem Anzuge zu vertreiben.“

6.000 Kilometer Wanderwege

locken in die Natur

Bereits 1906 waren die ersten zehn Wanderstrecken fertiggestellt. Kolb und

seine Mitstreiter schafften es, in 1 ½ Jahren 3.000 Kilometer Hauptwanderwege

und 3.000 Kilometer Nebenstrecken mit Wanderzeichen zu versehen. Eine

grandiose Leistung! In der Kolb’schen Wegekommission trafen sich übrigens

auch Richard Schirrmann und Wilhelm Münker, die Gründer des Deutschen

Jugendherbergswerkes. Schirrmann richtete 1914 auf der Burg Altena die erste

Jugendherberge der Welt ein.

Das Werk Robert Kolbs war noch nicht vollendet, als er Mitte 1909 erkrankte

und am 30. September jenes Jahres starb – noch nicht einmal 43 Jahre alt.

Ihm zu Ehren wurde auf der Nordhelle der Kolbturm erbaut. Bei der offiziellen

Einweihung im Jahr 1913 kamen hier 4.000 Wanderfreunde zusammen, um

Robert Kolb zu gedenken. Der „Sauerländische Gebirgsbote“ veröffentlichte

zu seinem Tod unter dem Titel „Unserm Kolb!“ ein anrührendes Gedicht von

W. Crone:

Richard Schirrmann

geb. 15. Mai 1874 in Grunenfeld,

Ostpreußen, gest. 14. Dezember 1961

in Grävenwiesbach, Taunus

Eng mit dem SGV verbunden ist Richard

Schirrmann, der Gründer des Deutschen

Jugendherbergswerkes. Er war zunächst

als Volksschullehrer in Gelsenkirchen tätig.

1903 wurde er nach Altena versetzt, wo der begeisterte Wanderer

Mitglied im SGV wurde. Schirrmann setzte sich nachdrücklich

für das Schulwandern ein – und schon bald entwickelte er seine

Idee eines flächendeckenden Netzes von Herbergen, die nicht nur

Schülern und Studenten oder bestimmten Vereinen offen stehen

sollten, sondern der gesamten wandernden Jugend. Die Anfänge

sind bescheiden: Im damaligen Hotel Gobrecht, am Markt in Altena,

wurden ihm drei Betten zur Verfügung gestellt! Doch Schirrmann

gab nicht auf: 1910 stellte er sein Projekt in der Kölnischen Zeitung

vor – Zuspruch und Unterstützung folgen auf dem Fuße.

Im Jahr 1914 war er am Ziel: Auf der Burg Altena eröffnete die erste

ständige Jugendherberge der Welt, die heute noch im Originalzustand

erhalten ist. Dort wurde er auch erster Herbergsvater. Im Jahr

1922 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben, um sich ganz dem

Aufbau des Jugendherbergswerks widmen zu können. Die Stadt

Altena ehrte ihn 1954 mit der Ehrenbürgerschaft.

10 KREUZ&QUER 3/16


lang geht! 1890 – 1914

Ein weißes Liegekreuz auf grauem Borkengrunde,

Vom abgesägten Ast die halbvernarbte Wunde,

Da, dort ein Wegschild mit zwei Nägeln festgeschlagen

Hör, Wanderer, ihr stumm-beredtes Klagen:

Ein Herz, das treu, das innigtreu bisher

Dem Sauerlande schlug, es schlägt nicht mehr!“

Karl Ewald führte nach das Kolb’sche Werk als Vorsitzender der Hauptwegekommission

bis 1924 weiter. In seiner Amtszeit kamen zehn weitere Hauptwanderstrecken

des SGV hinzu.

Um die Jahrhundertwende gab es bereits zahlreiche Türme und Hütten im

Sauerland. Der „Gebirgsbote“ listete im Jahr 1895 insgesamt 25 Türme

auf, von denen 24 dem SGV gehörten, die meisten waren in Holzbauweise

errichtet. Türme entsprachen seinerzeit der patriotischen Gesinnung und waren

nur sekundär auch als Aussichtspunkte gedacht. Lediglich der Turm auf dem

Kahlen Asten gehörte nicht dem SGV. Er sah seinerzeit aber deutlich anders

aus als heute, glich eher einer mittelalterlichen Burganlage. Ein erster Turm

auf dem zweithöchsten Berg Nordrhein-Westfalens stürzte noch als Rohbau

in sich zusammen – „Pfusch am Bau“ ist nicht auszuschließen, aber nicht

aktenkundig …

„Pfusch am Bau“ auf dem Kahlen Asten?

Um die Jahrhundertwende sollte auch der Wintersport im Sauerland Einzug

halten. Auch in dieser Hinsicht wurde der SGV aktiv. Im „Gebirgsbote“ stand

schon 1894 zu lesen: „Wir möchten allen Beteiligten den Rat geben: Laßt

auch zur Winterzeit, wenn alles von Schnee überdeckt ist, die Gebirge nicht

veröden! Das Mittel, es durchführen zu können, Gebirge aufzusuchen, ist in

den Schneeschuhen gegeben! Wanderungen zur Winterzeit sind, wie der

Wintersport wohl überhaupt, noch etwas Ungewohntes.“

Diese Meldung wirft fast zwangsläufig die Frage auf, wie denn der Skisport

überhaupt ins Sauerland gelangt ist. Glaubt man der Überlieferung, so soll ein

Förster aus Jagdhaus mit Namen Herber den Skilauf im Sauerland eingeführt

haben. Jener Förster erhielt, so heißt es, von seinem Jagdherrn, der auch

eine Jagd in Norwegen hatte, ein Paar Norweger-Ski. Der Jagdherr hatte im

norwegischen Winter gesehen, wie rasch man auf den Brettern an das Wild

herankommen konnte – das war genau das Richtige für seinen Förster im

Rothaargebirge! Was der zu seinen neuen „Brettern“ gesagt hat, ist leider

nicht überliefert …

Menschen im SGV

Prof. Dr.

Karl Kneebusch

geb. 3. April 1849 in Neukloster;

Mecklenburg-Vorpommern,

gest. 17. Dezember 1902 in Dortmund

Wie viele „große“ SGVer stammte auch

Karl Kneebusch nicht aus dem Sauerland:

Gebürtig aus Neukloster war er als Lehrer für Geschichte und Erdkunde

an mehreren Schulen tätig, ehe er schließlich 1880 an die Gewerbeschule

Dortmund kam. 1897 wurde ihm der Professorentitel verliehen.

Karl Kneebusch war dem SGV zunächst um einige Jahre voraus: Bereits

1883 hatte er den ersten Sauerlandführer verfasst, der die Schönheiten

der Region ebenso aufzeigte wie praktische Hinweise vermittelte. Der

„Kneebusch“ sollte der „Baedecker“ fürs Land der tausend Berge werden!

Als der SGV gegründet wurde, erschien gerade die dritte Auflage

– und die Zusammenarbeit war rasch besiegelt: Die frisch gegründeten

SGV-Abteilungen sammelten Material für das Buch, das im Gegenzug

zum offiziellen Vereinswanderbuch wurde. In Dortmund war Karl

Kneebusch Gründer der SGV-Abteilung. Aufgrund seiner Ortskenntnisse

wurde er mit der Bildung der SGV-Wegekommission beauftragt, die ein

Netz von markierten Wanderwegen im Sauerland schaffen sollte. Das

Gelingen des großen Werkes erlebte er nicht mehr – er starb bereits

1902. Karl Kneebusch wurde auf dem Dortmunder Ostfriedhof bestattet.

Die Zusammenarbeit mit dem SGV ist geprägt durch jahrelangen gemeinsamen

Einsatz für die Region Westfalen. Die Jakobspilgerwege sind ein

hervorragendes Beispiel für diese Kooperation. Wir gratulieren dem SGV und

freuen uns auf viele weitere Projekte für die Menschen in Westfalen-Lippe.

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125 JAHRE SGV

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Vom Krieg und einer „neuen“ Zeit

Die Entwicklung des SGV verlief ruhig weiter, bis der Erste Weltkrieg für eine

Zäsur sorgte: Der Wanderbetrieb wurde zwar je nach Lage der Dinge in vielen

Abteilungen aufrechterhalten, aber so manche Abteilung stellte ihre Arbeit

ganz ein oder löste sich gar auf. Überdies schickten manche Abteilungen keine

Jahresberichte mehr und zahlten nicht mehr ihren Beitrag an den Hauptverein.

Entsprechend hatte der Hauptverein auch keine klare Übersicht mehr über

die Zahl der Mitglieder. Vor dem Ausbruch des Krieges hatte der SGV etwa

23.500 Mitglieder. 1918 erschien der „Gebirgsbote“ in einer Auflage von

nur noch 17.600 Exemplaren. So mancher

Wanderfreund blieb auf dem Schlachtfeld.

Nach Kriegsende wurde die Satzung „modernisiert“,

die Rolle der Bezirke präzisiert

– und ein neuer Vorsitzender gewählt:

„Lieblings-Kandidat“ war der Altenaer

Landrat Fritz Thomée, der aber durch seine

Aufgaben beim Westfälischen Heimatbund

und beim Märkischen Burgenverein schon

ehrenamtlich engagiert war. So wählte die

Hauptversammlung des Jahres 1919 den

Hagener Stadtrat Waldemar Perker zum

neuen SGV-Vorsitzenden. Zu seinem Stellvertreter

bestimmte die Versammlung Hugo

Kracht.

Die Versammlung wählte überdies erst-mals

einen hauptamtlichen Geschäftsführer, nämlich

Julius Schult, der dieses Amt vier Jahrzehnte

ausfüllen sollte. In seiner Ära wuchs der SGV von 17.000 auf 48.000

Mitglieder in der Spitze und er gilt als „Vater“ des Kohlberghauses. Mit dem

Amt des Geschäftsführers übernahm Julius Schult auch die Redaktion des

„Sauerländischen Gebirgsboten“. Die Geschäftsstelle fand zunächst Platz in

seiner Wohnung in Iserlohn.

Gebirgsfeste werden zu wahren

Höhepunkten

In den Jahren der Weimarer Republik

stand das Thema „Beiträge“ einige Male

auf der Tagesordnung der Hauptversammlungen.

Neu eingesetzt wurde ein

Ausschuss für Natur- und Heimatschutz.

Das Thema „Finanzierung des Kohlberghauses“

und damit zusammenhängend

die Frage, ob hier Alkohol ausgeschenkt

werden dürfe

Das Kohlberghaus bei Altena-Dahle wurde im August 1925 eingeweiht.

Die Eisenbahn sorgte dafür, dass immer mehr Wanderfreundinnen und

Wanderfreunde den Weg ins Sauerland fanden.

oder nicht, sorgten für manche

heftige Diskussion. Am 2.

August 1925 wurde das Kohlberghaus

eröffnet, die Waldweihestätte

am 9. Oktober 1938.

1921 fand das erste Gebirgsfest

nach dem Ersten Weltkrieg statt

und zwar in Iserlohn. In den folgenden

Jahren wurden die Gebirgsfeste zu den Höhepunkten im Wanderjahr.

Hier stand „gehaltvolle“ Unterhaltung im Vordergrund – und keine ernsten,

hitzigen und langatmigen Diskussionen wie bei den Hauptversammlungen.

Absoluter „Renner“ war nach glaubhaften Augenzeugenberichten das Gebirgsfest

1927 in Altena: Im Burghof wurde das Stück „Die Rose von Altena“

aufgeführt – und ein Riesenfeuerwerk stellte die Beschießung der Burg dar.

Das Jahr 1933 brachte auch dem SGV die Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten.

Zu Jahresbeginn hatte der SGV 224 Abteilungen und 21.000

Mitglieder, die fällige Jahreshauptversammlung

fand, eingebunden

ins Gebirgsfest, im Juni 1933 in

Lüdenscheid statt. Hugo Kracht

leitete diese als stellvertretender

Hauptvorsitzender. 117 Abteilungen

waren vertreten. Im „Gebirgsboten“

las sich der Anbruch einer neuen

Zeit so: „Dann gedachte der Leiter

der Tatsache, daß dies die erste

Hauptversammlung im neu erwachten

Deutschland sei. Drei Wünsche

hege er für den SGV: daß der neue

Geist auch in unseren Reihen immer

mehr Platz greife, daß Tausende von

Frauen und Männern sich die hohe

Pflichterfüllung unseres greisen

Reichspräsidenten und zum dritten

die heilige Liebe unseres Reichskanzlers zu Heimat und Vaterland als Vorbild

nehmen möchten. Der echt vaterländische Geist sei schon von Anfang an im

SGV vorhanden gewesen. Da ja alle Arbeiten unseres Vereins Heimat und

Vaterland galten.“

Aus dem Vorsitzenden wird der „SGV-Führer“

Die deutschen Wandervereine wurden dem neuen Reichssportkommissar unterstellt.

Die „neue Zeit“ brachte auch eine neue Terminologie mit sich: Statt

des „Vorsitzenden“ sollte es fortan

einen „SGV-Führer“ geben. Der

noch amtierende Hauptvorsitzende

Dr. Schneider stellte sein Amt zur

Verfügung, sodass auf einer außerordentlichen

Hauptversammlung

der Arnsberger Vize-Regierungspräsident

Karl Eugen Dellenbusch

einstimmig und ohne Aussprache

zum SGV-Führer gewählt wurde.

Der nahm die Wahl an, berief

dann aber den ausgeschiedenen

Dr. Schneider zum geschäftsführenden

Hauptvorsitzenden, da er

selber dienstlich nicht die Zeit

aufbringen könne, die Geschäfte

zu führen.

Die Gebirgsfeste waren fortan politische

Veranstaltungen der Nazi-

Diktatur: 1934 in Fredeburg beherrschten Fahnen des Dritten Reiches das

Ortsbild, die SA-Kapelle von Schmallenberg lieferte das musikalische Rahmenprogramm,

die Wanderideale wurden in die Blut-und-Boden-Ideologie

verbrämt – und so mancher Redner ließ die neue Zeit hochleben: „Wir mit der

Heimatscholle so eng verbundenen Wanderer im Lande der roten Erde und im

Reiche der schwarzen Schätze unter der Erde marschieren unter der weißen,

hell und sieghaft leuchtenden Sonne, deren Speichen nunmehr Sinnbild des

neuen Deutschlands sind, im festen Schritt und Tritt …, damit Deutschland

12 KREUZ&QUER 3/16


Menschen im SGV

Karl Féaux

de Lacroix

geb. 5. August 1860 in Paderborn;

gest. 12. November 1927 in Arnsberg

Zu den Mitgründern des Sauerländischen

Gebirgsvereins zählt zu Recht Karl Féaux

de Lacroix. Er wurde in Paderborn geboren,

machte aber in Arnsberg das Abitur und

kam schließlich nach seinem Examen und

einigen Stationen im Jahr 1886 als Lehrer ans Gymnasium Laurentianum

in Arnsberg. Dort begeisterte er über die Jahre Schüler und

Kollegen für das Wandern im Arnsberger Wald – er war sozusagen

das pädagogische „Pendant“ zu Forstrat Ernst Ehmsen. Gemeinsam

mit dem Forstrat strebte er nachdrücklich und beharrlich die Gründung

eines „Sauerländischen Touristenvereins“ an – und übernahm

nach der Gründung des SGV die Redaktion des „Sauerländischen

Gebirgsboten“. Der Start war wahrlich nicht einfach: Gleich in

der ersten Ausgabe musste er den Tod des umtriebigen Forstrats

Ehmsen vermelden.

Neben seiner Tätigkeit im SGV war er auch als Autor tätig: So

stammen von ihm mehrere Werke zur Lokal- und Regionalgeschichte,

darunter ein Führer durch Arnsberg, der 1895 erstmals erschien.

Wegen seiner Verdienste um die Regionalgeschichte wurde er

Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Doch nicht nur

das: 1926 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Arnsberg.

bald wieder auf die Sonnenseite des Weltgeschehens gelangt und unser aller

Arbeit für das Gemeinwohl letzten und allerhöchsten Sinn gewinnt.“

Im Mai 1934 brachte der „Sauerländische Gebirgsbote“ unter der Überschrift

„Wir steigen wieder!“ einen Rückblick auf das 1. Vereinsjahr im nationalsozialistischen

Deutschland. Demnach betrug die Mitgliederzahl zu Anfang des

Jahres 1934 fast 22.000 – ein Plus von 1.000 gegenüber dem Vorjahr. Die

größte SGV-Abteilung war Hagen (1.542 Mitglieder), es folgten Bochum mit

885 und Dortmund mit 773 Mitgliedern. Für das Jahr 1936 liegt eine Auflistung

der Mitglieder nach Geschlechtern vor: 85 Prozent der SGV-Mitglieder

waren demnach männlich, 15 Prozent weiblich.

Die Mitgliederwerbung blieb auch in der NS-Zeit ein wichtiges Thema für

den SGV. Der „Gebirgsbote“ startete in seiner Ausgabe vom Februar 1937

den folgenden Aufruf: „Der beste Werber des Jahres 1936

erbrachte dem S.G.V. 88, der zweitbeste 57 neue Mitglieder.

Lieber Wanderkamerad! Wir sind auch mit weniger zufrieden,

nur hilf auch Du uns 1937, die Reihe unserer Wanderfreunde

erheblich zu verstärken. Es kann gewiss nicht jeder ein ,Großwerber‘

sein, aber jedes unserer Mitglieder vermag sehr wohl

ein neues zu werben. Wir rechnen bestimmt mit Deiner Hilfe

im laufenden Jahre!“

Der „Gebirgsbote“ stellt sein

Erscheinen ein

1914 – 1945

Der Zweite Weltkrieg sorgte für eine dramatische Zäsur, von

der sich der SGV nur schwerlich erholen konnte. In den Jahren

1940 und 1941 wurden noch Hauptversammlungen abgehalten.

Am 8. Juni 1941 trafen sich überdies 500 Ehrengäste

zum 50. Geburtstag des Vereins im Kammermusiksaal der

Stadthalle Hagen, die stolze Zahlen vernahmen: So seien im

Jahr 1940 insgesamt 4.000 Wanderfahrten unternommen

worden, an denen 47.000 Wanderer teilgenommen hatten.

Im Mai 1942 hatte der SGV 35.700 Mitglieder. Ab 1942

fand keine Hauptversammlung mehr statt, der Krieg forderte

seinen Tribut. 6.000 Wanderfreunde waren eingezogen, 1.200

von ihnen blieben auf den Schlachtfeldern. Der „Sauerländische

Gebirgsbote“ erschien

noch bis 1943 – mit dem

Heft 3 jenes Jahres stellte er

sein Erscheinen ein. Der Redakteur

verabschiedete sich

mit markigen Worten: „Die

Kriegswirtschaft erfordert

stärkste Zusammenfassung

aller Kräfte. Dies macht notwendig,

daß unsere Zeitschrift

mit dieser Nummer ihr Erscheinen

einstellt, um Menschen und

Material für andere kriegswichtige

Ziele freizumachen. … Auf

Wiedersehen nach glücklich beendetem

Krieg! Einstweilen heißt

unser aller Ziel: Deutschland den

Sieg zu sichern.“

Schon seit 1939 bestimmte der

Krieg selbstredend die Themen

und die Wortwahl des „Gebirgsboten“:

In Heft 1 vom Januar 1940

wünschte der „Deutsche Wanderführer“ Ferdinand Werner zum neuen Jahr

„Glück und Heil allewege! Dem deutschen Wandertum ein frohes Jahr! Dem

deutschen Heer ein sieghaftes Schwert! Dem Deutschen Führer Gesundheit

und Kraft! Dem deutschen Vaterland Ehre und Ruhm!“

SGV-Führer Karl Eugen Dellenbusch schreibt an gleicher Stelle an seine Wanderkameraden

und Wanderkameradinnen: „An der Wende schicksalschwerer

Jahre blick unser Volk mit Stolz auf die Taten seiner Soldaten und erwartet

es in Entschlossenheit und Siegeszuversicht die kommenden Jahre. Front

und Heimat sind gleichermaßen von der Erkenntnis durchdrungen, daß es

in diesem Kampfe um unseres Volkes Zukunft geht, und daß uns im festen

Zusammenhalten nichts umbringen kann. Diese verschworene Gemeinschaft

in der Heimat zu stärken und die Verbundenheit mit unseren eingezogenen Kameraden

zu pflegen, wird auch unsere vornehmste Aufgabe im Gebirgsverein

sein. … Aus den Briefen unserer Soldaten von der Front wird uns die Gewißheit,

daß ihnen die in der Wandergemeinschaft erlebte Heimat nun auch im

Felde das Bewußtsein schenkt, ein schönes Vaterland verteidigen zu dürfen.“

125 JAHRE SGV

13


Jugend, Naturschutz, Skigilden – im Trend

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte es noch gut ein Jahr dauern, ehe

der SGV-Hauptverein wieder seine Arbeit aufnehmen konnte. Schirmherr des

SGV wurde Landeshauptmann Bernhard Salzmann, der aus dem Siegerland

stammte und in letzter Konsequenz dafür gesorgt hat, dass die Selbstständigkeit

Westfalens durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe gewahrt blieb.

Der neue SGV-Vorstand wurde am 21. Mai 1947 gewählt, Hauptvorsitzender

wurde Stadtrat Dr. Guttmann aus Hagen, Bernhard Salzmann blieb als Beisitzer

dem SGV erhalten. Ein eigens eingesetzter

Ausschuss übernahm die Aufgabe, eine

neue Satzung auszuarbeiten. In einem Rundschreiben

wandte sich Landeshauptmann

Salzmann an die Vereinsmitglieder – und an

solche, die es werden wollten: „An unsere

Mitglieder! Erstmals nach langer Zeit ist es

wieder möglich, allen unseren Abteilungen

und Mitgliedern eine Nachricht zukommen

zu lassen. … Jeder, der seine Heimat liebt

und in der alten, im SGV bewährten Weise

unserem Volk und Land zu dienen bereit

ist, ist uns als Freund und Wanderkamerad

herzlich willkommen ohne Unterschied des

Standes, der Art der politischen Einstellung

und Konfession.“

Die erste Hauptversammlung nach dem

Krieg fand am 12. Juni 1948 in Hagen statt – 400 Wanderer aus rund 180

Abteilungen, dazu der Innen- und Kultusminister von Nordrhein-Westfalen

nahmen daran teil. Die Versammlung stand unter dem immer noch aktuellen

Thema „Hilfe für den heimischen Wald“.

Der Hauptvorsitzende stellte fest, „es seien

die besten, durch ihre Liebe zur Heimat und

Natur geläuterten, verinnerlichten Menschen

mit hohem Pflichtgefühl, mit stark ausgeprägter

Kameradschaft und mit einer im Grunde

festgewurzelten demokratischen Haltung gewesen,

die sich von Anfang an immer und

immer wieder im SGV zusammenfanden. So

habe der Nazismus unsere Organisation und

ihr Wesen wohl äußerlich berührt, doch im innersten

Kern nicht erfassen können.“ Der Vorsitzende

erklärte der Versammlung, dass die

14 KREUZ&QUER 3/16

Mitgliedszahl

des SGV auf

47.000 gestiegen

sei – die höchste bis dahin erreichte

Zahl in der Vereinsgeschichte! Neuer Hauptgeschäftsführer

wurde Herbert Schult, ein

Neffe von Julius Schult. Er amtierte bis

1956, sein Nachfolger wurde Karl Juckenack,

der aus Essen stammte. Die Geschäftsstelle

wurde 1964 in aller Stille

von Iserlohn in den Neubau an der Emster

Straße 104 in Hagen verlegt. Das Wegenetz

war seit dem Ende des Zweiten

Weltkrieges verändert worden, neue

Streckenführungen wurden aus verschiedensten

Gründen nötig. In Absprache

mit dem ADAC wurden erste

Parkplätze angelegt, von denen die

Automobilisten gekennzeichnete

Rundwanderwege nutzen konnten.

Der „Kneebusch“ ist der

„Baedeker“ fürs Sauerland...

Im Vordergrund steht nicht das

„Kilometerfressen“

Im Wanderheim wurde und wird gesungen und gefeiert – auch das

macht den SGV aus.

Aus der Gulaschkanone schmeckt die Erbsensuppe immer noch am

besten…

Zu einem wichtigen Aufgabengebiet des SGV entwickelte sich in den 1950erund

1960er-Jahren die Jugendarbeit, wenngleich es nicht immer reibungslos

über die Bühne ging: Querelen blieben nicht aus, wurden aber gemeistert und

schließlich wurde die Basis gelegt, auf der heute noch die Jugendarbeit im

SGV ruht: „Die gesamte Jugendarbeit des

SGV ist durch eine Fortführung und Weiterentwicklung

des Geistes der Deutschen

Jugendbewegung des Wandervogels bestimmt

und trägt daher auch ihren Charakter“.

Schon 1949 forderten die Jugendwarte:

„Nicht Wetzen und Kilometerfressen,

sondern seelisches Erleben“ – das Motto

trifft bis heute den Kern der Wandersache.

Nicht zu vergessen: Die Jugendarbeit

des SGV war und ist stets mit der Arbeit

des Verbandes Deutscher Gebirgs- und

Wandervereine (heute „Deutscher Wanderverband,

DWV“) verknüpft. Man darf

konstatieren: Als Verbandspräsident Georg

Fahrbach 1952 auf dem Deutschen

Wandertag in Bad Berneck die „Deutsche

Wanderjugend“ gründete, war es nicht zuletzt die SGV-Jugend, die künftig das

Bild der Deutschen Wanderjugend prägen sollte.

Jugend braucht Heimat – und ein Domizil, einen Jugendhof. Schon 1952

wurde der Wunsch nach einer Schulungsstätte

geäußert. Zunächst war der Sümmerberg

im Landkreis Iserlohn für einen

neuen Jugendhof im Gespräch, doch es

kam anders: Die 1907 erbaute Villa Seibertz

am Hasenwinkel in Arnsberg wurde

frei und stand zum Verkauf. Es gab mehrere

potente Interessenten, doch der SGV

bekam den Zuschlag für eine „kulturelle

Mitte unserer jungen Gemeinschaft, zu der

auch die älteren Wanderfreunde gehören

sollen, die mit uns jugendgemäß leben

wollen.“ Dazu gehörte der Verzicht auf

Alkohol und Nikotin. Am 11. September

1955 wurde der Jugendhof feierlich eröffnet

– im Beisein zahlreicher Prominenz,

darunter auch der Mann, der immer an der Seite der Jugend stand und nach

dem das SGV-Domizil bis heute benannt ist: Wilhelm Münker! In der ersten

„Arbeitswoche“ kreisten die Gedanken der jungen wie auch älteren Teilnehmer

um aktuelle Fragen wie etwa: „Hat der Hymnus auf die Natur im Zeitalter des

Motors noch einen Sinn?“ Aus der Rückschau können wir diese Frage heute

mit einem eindeutigen und nachdrücklichen „Ja“ beantworten. Nach zwei

Jahren verzeichnete der Jugendhof bereits 18.500 Übernachtungen, 1960

war diese Zahl schon auf fast 53.000 gestiegen. Schon 1956 hatte der SGV

durch Zukäufe das Gelände rund um den Jugendhof erweitert, so dass heute

insgesamt 35.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Der Jugendhof wird zum Domizil

Zum Jahresprogramm gehörten weiterhin die SGV-Gebirgsfeste. Besonders

dasjenige 1951 in Arnsberg blieb so manchem in bester Erinnerung. Im

Hellweger Anzeiger (Unna) stand über das Gebirgsfest folgender Bericht, der

auch nachdrücklich Bezug nimmt auf die NS-Zeit, in der viel „marschiert“

wurde: „Diese Alten und Jungen, Männer und Frauen, Jungen und Mädchen


der Zeit 1945 – 2000

marschierten nicht, sie wanderten auch nicht hier. Sie hatten nicht die Merkmale

einer ,Bewegung‘, aber sie waren offenbar innerlich bewegt, und darum

bewegten sie selbst die Menschen, die ihnen an den Straßen und Plätzen nur

zusahen.“ Man bedenke: Der Zweite Weltkrieg war gerade erst einmal seit

sechs Jahren vorbei.

Im Jahr 1982 wanderte Bundespräsident Prof. Karl Carstens mit dem SGV.

Der Festzug beim Gebirgsfest 1961 in Plettenberg schlug alle Rekorde: 6.000

Wanderfreundinnen und Wanderfreunde beteiligten sich. Interessanterweise

kam bei der Fachwarte-Tagung (vor nunmehr 55 Jahren) schon der Wunsch

auf, Querverbindungen zwischen einzelnen Arbeitsgebieten herzustellen. Heute

würde man sagen: Netzwerke bilden und gemeinsame Tagungen durchführen!

Der Naturschutz war und ist bis heute eine wichtige Stütze der Arbeit des

SGV. Der Krieg hatte nicht nur die meisten Städte zerstört, sondern auch in

den Tälern und auf den Höhen des Sauerlandes dramatische Spuren hinterlassen.

Sie durch Wiederaufforstungen zu beseitigen war ein erstes großes

Ziel – neben der Rettung der Balver Höhle, die während der Kriegszeit (mit

Zwangsarbeitern) als Produktionsstätte für Kriegsmaterial genutzt worden war

und von den Engländern gesprengt werden sollte. Es ist insbesondere auch

dem SGV zu verdanken, dass die Höhle erhalten blieb.

Zum Wandern gehören

auch Kultur und

Heimatpflege

Schon früh engagierte sich der SGV gegen

den Ausstoß riesiger Mengen von

Schwefeldioxyd aus den Schornsteinen

im Ruhrgebiet, kämpfte aber auch

gegen die ausufernde, stadtbildverschandelnde

Außenreklame und gegen

Strommasten, die das Landschaftsbild

zerstören. Schon vor dem Zweiten

Weltkrieg hatte der SGV eigene Naturschutzgebiete

angekauft – heute ist er

größte nicht-staatliche Eigentümer von

Naturschutzgebieten in ganz NRW! Das

wird in so mancher Diskussion häufig

vergessen. Dass der Kampf für den Naturschutz

oftmals Jahrzehnte dauert, erfuhr der SGV bei der Hochheide „Neuer

Hagen“: Schon 1927 wurde der erste Versuch unternommen, den „Neuen

Hagen“ unter Naturschutz zu stellen, doch 1942, also mitten im Zweiten

Weltkrieg, kam dann vom Reichsforstamt der unselige Plan auf, die Hochheide

Menschen im SGV

Auch das „Skiwandern“ fand beim SGV zahlreiche Anhänger.

Wilhelm Münker

geb. 29. November 1874 in Hilchenbach;

gest. 20. September 1970 in Hilchenbach

Wilhelm Münker war in vielen Bereichen

ehrenamtlich aktiv. Gemeinsam mit Richard

Schirrmann kümmerte er sich um die Gründung

des Deutschen Jugendherbergswerkes

– und sorgte vor allem für einen steten

Spendenfluss …

1896 trat der Fabrikant in den SGV ein und leitete von 1903 bis

1921 die Abteilung Hilchenbach. Ein weiteres Anliegen neben dem

Wandern war ihm der Erhalt der Heimat und ihrer Natur. So wurde

er 1918 zum Leiter des Heimat- und Naturschutzausschusses des

SGV-Hauptvereins berufen. Schon im Jahr 1911 hatte er auf eigene

Kosten ein Areal gekauft, um es als Naturschutzfläche zu erhalten.

Der SGV übernahm sein Konzept – und ist heute größter Eigentümer

von Naturschutzflächen in ganz NRW.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte Wilhelm Münker zu den Mitbegründern

der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, zudem war er

auch Leiter des „Ausschusses zur Rettung des Laubwaldes“. Er

wollte das Wandern zur Volkssache machen – und kämpfte vehement

gegen stadtbildzerstörende Außenreklame.

1958 gründete der Hilchenbacher Ehrenbürger die Wilhelm-Münker-

Stiftung für Gesundheit, Wandern, Naturschutz und Heimatpflege

– und der SGV-Jugendhof in Arnsberg ist nach Wilhelm Münker

benannt.

in Ackerland umzuwandeln. Dieses Ansinnen konnte zum Glück abgewehrt

werden und so gelang es schließlich im Jahr 1955, den „Neuen Hagen“ als

Naturschutzgebiet auszuweisen.

Neben dem Wandern und damit verbunden den Wegen widmete sich der SGV

auch der Heimatpflege und der Kultur. Dazu zählt insbesondere der Denkmalschutz

als Pflege der Vergangenheit, die Ortsbildpflege und die Landschaftsgestaltung

sowie die Mitarbeit bei der Raum-, Orts- und Bauplanung. Auch

bei den schon in den 1960er-Jahren eingerichteten Naturparken war der SGV

federführend beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten

auch die Skigilden im SGV

wieder auf. Schon in den 1930er-

Jahren waren erste Skigilden

in den Abteilungen gegründet

worden. So gehörten 1933 der

Skigilde Dortmund bereits 80

Mitglieder an – und 1950 zählte

der SGV 45 Skigilden mit etwa

1.000 aktiven Skiläufern. Zahlreiche

Kurse sorgten für Pistenspaß

und auch die Langläufer kamen

auf ihre Kosten. In Niedersfeld

fanden die Skifans schließlich ihr

festes Domizil: 1963 wurde das

Ski- und Wanderheim eröffnet unter

dem Leitbild: „Wanderern und

Skiläufern soll dieses Heim ein Stützpunkt sein und damit an seinem Teil eine

Hilfe zur Menschenbildung und Naturerziehung.“

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125 JAHRE SGV

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16 KREUZ&QUER 3/16

Regionalverband Ruhr


Das Wechselspiel der Rekorde

und knappen Kassen 1945 – 2000

Menschen im SGV

In den 1960er-Jahren tauchte angesichts des zunehmenden

Autoverkehrs die Frage auf, ob denn Wandern

überhaupt noch zeitgemäß sei, ob also der SGV

überhaupt noch eine „Daseinsberechtigung“ habe.

Manche heiße Diskussion wurde zu diesem Thema

geführt, nicht immer sachlich, sondern durchaus

auch polemisch und so mancher Einwurf und mancher

Diskussionsbeitrag war durch fehlende Sachkenntnis

getrübt…

Die Mitgliederzahl erreicht

53.650 – Rekord!

Doch dem immer weiter um sich greifenden Verkehrsmittel

Auto zum Trotz – der SGV entwickelte

sich weiter und blieb das, was er immer schon

war: der größte Wanderverein in Nordrhein-Westfalen!

Als der SGV 1966 seinen 75. Geburtstag

feierte, lag die Mitgliederzahl bei 35.000. Im

Jahr 2016 hat der SGV ebenfalls 35.000 Mitglieder.

In den fünf Jahrzehnten dazwischen gibt

es deutliche Schwankungen bis auf 53.650 Mitglieder

im Jahr 1988. Die drei mitgliederstärksten

Abteilungen waren im Jahr 1965 Wuppertal

mit 1.095 Mitgliedern, gefolgt von Lüdenscheid

(1.082) und Hagen (982). Zehn Jahre später

sah die Sache anders aus: Lüdenscheid lag unangefochten

auf Platz eins mit 1.790 Mitgliedern vor Hagen (1.254) und

Wuppertal (1.088). Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990

lag Lüdenscheid wieder mit 1.679 Mitgliedern an der Spitze, Arnsberg folgte

auf Platz zwei mit 1.064 Mitgliedern von Hagen (1.043). Im Jahr 2005 ergab

Hugo Kracht

geb. 16. März 1870 in Gelsenkirchen;

gest. 23. September 1953 in Bad Laasphe

In vielfältigen Funktionen und an wichtigen

Stellen wirkte Hugo Kracht für den SGV: Er

begann seine „Berufslaufbahn“ als Lehrer

in (Essen-)Katernberg-Stoppenberg. 1893

trat er dem SGV bei und gründete acht Jahre

später die Abteilung Katernberg-Stoppenberg. Von 1919 bis 1933

bekleidete er das Amt des stellvertretenden Hauptvorsitzenden des

SGV-Gesamtvereins. In diesen Jahren betreute er auch den Bau des

Kohlberghauses. Er engagierte sich beim Jugendherbergswerk – und

war treibende Kraft für den Bau einer Herberge an der Hasper Talsperre.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm Hugo Kracht

kommissarisch den Vorsitz des SGV, bevor im Laufe des Jahres

1946 Josef Heidbüchel als neuer SGV-Vorsitzender gewählt wurde.

Neben seiner intensiven Vereinsarbeit fand er Zeit, 1907 ein „Sommerfrischen-

und Gasthofverzeichnis des Sauerlandes“ herauszugeben.

Sein Wanderführer „Sauerländisches Wanderbuch“ erschien

bis zu seiner Vereinigung mit dem „Sauerlandführer“ von Dr. Karl

Kneebusch 1928 in sieben Auflagen. Der „Gebirgsbote“ fasste sein

Lebenswerk kurz und prägnant zusammen: „Er war die wandernde

Werbung für den SGV“. Bestattet wurde Hugo Kracht in Bad Laasphe,

wo er im Alter lebte.

Die Volkstanzgruppe der Abteilung Grafschaft im Jahr 1972.

Nach der Wanderung zusammensitzen, gemeinsam essen, trinken

und erzählen – das ist gute SGV-Tradition bis heute!

sich das folgende Bild: Lüdenscheid vorn

mit 1.133 Mitgliedern vor Arnsberg (914)

und Dortmund (693).

Im Laufe der Jahre erfolgten selbstredend

mehrere Satzungsänderungen, um das

Vereinsleben der Zeit anzupassen. Höchstes

Gremium blieb natürlich die jährlich

stattfindende Hauptversammlung, auf denen

manchmal, das liegt in der Natur der

Sache, auch heftigst diskutiert wurde und

so manche Abstimmung ziemlich knapp

ausging. In den meisten Fällen ging es

dabei um Geld – wie könnte es anders

sein: So mussten etwa 1972 in Attendorn,

1982 in Lindlar sowie 1986 in

Bad Laasphe Beitragserhöhungen von

den Delegierten gebilligt werden, was

1993 in Kierspe nicht gelang! Noch im

gleichen Jahr fand aber in Bad Laasphe

eine weitere Versammlung statt, auf der

die Beitragserhöhung dann beschlossen

wurde.

Weitreichende Entscheidungen für die

Zukunft (aber für so manchen SGVer

auch schmerzhaft) fielen auf der Hauptversammlung

1988 in Brilon, nämlich

der Verkauf des Ski- und Wanderheims in Niedersfeld, des Kohlberghauses

sowie der Hauptgeschäftsstelle in Hagen. Auf der Hauptversammlung 1989 in

Duisburg wurde der „Vollzug“ der Beschlüsse bekannt gegeben.

1990 freuten sich Arnsberg und der gesamte SGV über den Deutschen Wandertag,

der Tausende Wanderfreundinnen und Wanderfreunde ins Sauerland

führte. 1995 stand in Arnsberg wiederum eine turbulente Hauptversammlung

an: Eine eigens eingesetzte Strukturkommission hatte etliche Themen vorbereitet

und zur Diskussion gestellt, darunter die Frage nach dem Erhalt oder

dem Verkauf des SGV-Jugendhofs, der Verlegung der Hautgeschäftsstelle

nach Arnsberg und auch, ob das Naturschutzzentrum weitergeführt werden

sollte. Eine knappe Mehrheit der Delegierten beschloss das „Aus“ für das

Naturschutzzentrum, eine Entscheidung, die viele nicht mittragen wollten,

zählt doch der Naturschutz zu den wichtigsten satzungsgemäßen Aufgaben

des SGV! Ein Jahr später, bei der Umsetzung des Beschlusses über das „Aus“

für das Naturschutzzentrum in die Satzung, entschied sich die überwältigende

Mehrheit für den Erhalt des Satzungsauftrages „Betrieb eines Naturschutzzentrums“.

Wandern und Wege sind naturgemäß die wichtigsten Kompetenzfelder des

SGV. Wie beschrieben, sind aber auch der Naturschutz und neuerdings auch

die Wanderführerausbildung zu wichtigen, tragenden Pfeilern des SGV-Hauses

geworden. Die Kultur hat wie auch der Fachbereich „Familie“ schon in den

1990er-Jahren immer wieder Angebote wie Exkursionen und Tagungen mit

Erfolg durchgeführt. Doch was macht einen Wanderverein wie den SGV noch

aus? Natürlich: Heime und Hütten! 1970 verfügten SGV-Abteilungen über 29

Wanderheime mit 545 Betten, im Jahr 2005 gab es noch 26 Wanderheime

mit 471 Betten, dazu 63 Wanderheime und Hütten ohne Übernachtungsmöglichkeit.

Auch sind sechs Aussichtstürme im Besitz des SGV. Die dauerhafte

Erhaltung der Wanderheime und Hütten ist eine der dringlichsten Aufgabe des

zuständigen Fachbereiches für die Zukunft.

125 JAHRE SGV

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SGV-Jugendhof

Schicht auf der Zeche Knirps

Freilichtmuseum Lindlar

Gelsenkirchen 2007

66. Gebirgsfest August 2010

66. Gebirgsfest August 2010

Die Hauptvorsitzenden des SGV

Ernst Ehmsen (1891-1893)

Wilhelm Müller (1893-1903)

Max Löcke (1903-1919)

Waldemar Perker (1919-1923)

Dr. Paul Schneider (1923-1933)

Karl Eugen Dellenbusch (1933-1945)

Hugo Kracht (1945-1946)

Josef Heidbüchel (1946-1947)

Dr. Karl Guttmann (1947-1953)

Karl Eugen Dellenbusch (1953-1958)

Karl Jellinghaus (1958-1971)

Ernst Schlensker (1971-1975)

Walter Hoffmann (1975-1979)

Dr. Günter Cronau (1979-1991)

Eberhard Schüle (1991-2006)

Aloys Steppuhn (2007-2013)

Dr. Andreas Hollstein (ab 2013)

Die Hauptgeschäftsführer des SGV

Julius Schult (1919-1948)

Herbert Schult (1948-1956)

Karl Juckenack (1957-1965)

Heinrich Greiling (1966-1971)

Hermann Mühlinghaus (1971-1984)

Heinz Engels (1984-1991)

Benno Wolfgang Ecker (1991-2012)

Frank Rosenkranz (2012-2014)

Christian Schmidt (ab 2014)

18 KREUZ&QUER 3/16

2000

Das neue Jahrtausend

- Prägung des Mottos: "Erlebnis SGV"

- Flächenkauf: Naturschutzgebiete Dollenbruch (0,4

ha) und Gleyer (1,1 ha)

- Markierung des Hauptweges des Rothaarsteiges

- 105. Hauptversammlung, Attendorn

- 61. Gebirgsfest, Attendorn

- 18. Ruhrgebietswandertag,

Revierpark Nienhausen, Gelsenkichen

2001

- Eröffnung des Rothaarsteiges

- 101. Deutscher Wandertag in Iserlohn

- EURO-RANDO - Europäische Stafettenwanderung

nach Straßburg

- Abschluss eines Rahmenvertrages mit der GEMA

- 106. SGV-Hauptversammlung, Essen

- 19. Ruhrgebietswandertag, Marktplatz Haltern

2002

- Einführung der Wanderverein-Verbundversicherung

für alle Mitglieder

- 20 Jahre SGV-Bildungwerk

- 107. Hauptversammlung, Schmallenberg

- 62. Gebirgsfest, Schmallenberg

- 20. Ruhrgebietswandertag, Zeche Zollverein, Essen

2003

- Hauptvorsitzender Eberhard Schüle wird

zum Vizepräsidenten der Europäischen

Wandervereinigung gewählt.

- 108. Hauptversammlung, Soest

- 21. Ruhrgebietswandertag, Hattingen

- 1. Märkischer Wandertag - Burg Altena

- 1. Teilnahme an der 1. TourNatur, Düsseldorf

2004

- SGV Marketing GmbH und SGV-Wanderakademie

gehen an den Start

- RWE-Stafettenwanderung führt auf fünf Routen

nach Dortmund

- Der SGV richtet die 35. Konferenz der

Europäischen Wandervereinigung in Brilon aus.

- 25. Wintersportfest der Deutschen Wanderjugend

- 109. Hauptversammlung, Menden

- 63. Gebirgsfest, Menden

- 22. Ruhrgebietswandertag, Lünen

2005

- 50 Jahre SGV Jugendhof "Wilhelm Münker",

Arnsberg

- Neubeschilderung der Fernwanderwege im Ruhrgebiet

mit Hilfe des Regionalverbandes Ruhr

- Beginn des Zertifizierungsverfahrens für

SGV-Hauptwanderwege - mit Unterstützung der

NRW-Stiftung

- Planung Sauerland Waldroute und Sauerland

Höhenflug

- Präsident Eberhard Schüle wird Vizepräsident des

Deutschen Wanderverbandes

- 50 Jahre SGV-Arbeitskreis Wanderferien

im SGV-Hauptwanderausschuss

- 110. Hauptversammlung in Bochum-Wattenscheid

- neue Struktur und Satzung verabschiedet

- 23. Ruhrgebietswandertag, Duisburg

2006

- Erste SGV-Wege (Ehmsenweg und Hochsauerland-Kammweg)

zertifiziert als "Qualitätsweg

Wanderbares Deutschland" des Deutschen

Wanderverbandes

- SGV-Vizepräsident Jörg Haase wird Vizepräsident

der Europäischen Wandervereinigung

- 19. Oktober - Der SGV trauert um seinen

Präsidenten Eberhard Schüle

- Umfangreiche Brandschutzauflagen im

SGV-Jugendhof "Wilhelm Münker"

- 111. Hauptversammlung, Nümbrecht

- 64. Gebirgsfest, Nümbrecht


Ruhrgebietswandertag 2009

Adventure-Hike 2014

Adventure-Hike 2014

Schulklasse Marienberghausen

66. Gebirgsfest August 2010

31. Ruhrgebietswandertag Hamm

2000 – 2016

- 24. Ruhrgebietswandertag, Recklinghausen

- 2. Märkischer Wandertag,

Luisenhütte Balve Wocklumg

2007

- Der Orkan Kyrill (19.01.) vernichtet die Markierung

des SGV-Wegenetzes auf ca. 2.000 km

- Das 100jährige Bestehen des SGV-Wegenetzes

wird am Robert-Kolb-Turm gefeiert

- SGV-Schulwandern erfährt eine Renaissance

- SGV-Vizepräsident Jörg Haase wird Vizepräsident

des Deutschen Wanderverbandes

- Aloys Steppuhn wird neuer SGV-Präsident

- 112. Hauptversammlung, Arnsberg

- 25. Ruhrgebietswandertag, Schloss Berge,

Gelsenkirchen

2008

- Digitalisierung des Wegenetzes und Aufarbeitung

Kyrill abgeschlossen

- Eröffnung Sauerland Höhenflug und Sauerland

Waldroute

- Neue Leitung SGV-Jugendhof "Wilhelm Münker":

Bettina Stiegel-Aßmann

- Erster hauptamtlicher Fachreferent für Wege des

SGV: Jürgen Scheele

- Einbruch in die SGV-Hauptgeschäfsstelle

- 113. Hauptversammlung, Arnsberg

- 65. Gebirgsfest, Unna

- 26. Ruhrgebietswandertag, Unna

2009

- Gründung des Arbeitskreises "SGV-Zukunft"

- Einführung eines neuen Internet CMS-Systems

für den Hauptverein mit speziellem CMS für

SGV-Abteilungen

- SGV-Marktforschungsstudie mit der BITS,

Iserlohn

- Start umfangreicher Renovierungsarbeiten im

SGV-Jugendhof "Wilhelm Münker"

- 114. Hauptversammlung, Arnsberg

- 27. Ruhrgebietswandertag, Gevelsberg

- 3. Märkischer Wandertag, Danzturm, Iserlohn

2010

- Abschluss der SGV-Wegeinventur

- Sanierung des Robert-Kolb-Turmes

- Kooperationsvereinbarung mit dem Sauerland

Tourismus und dem Sauerländer Heimatbund

- Einführung des Deutschen Wanderabzeichens /

Wander-Fitness-Passes des Deutschen Wanderverbandes

- 115. Hauptversammlung, Arnsberg

- 66. Gebirgsfest, Bad Sassendorf

- 28. Ruhrgebietswandertag, Unna

2011

- S`Ourland - geht als junge Marke des SGV

an den Start

- 1. S`Ourland Fun Contest, Seilersee, Iserlohn

- Wegenetzreform 2:1

- Sanierung Ehmsendenkmal, Arnsberg

- 116. Hauptversammlung, Arnsberg

- 29. Ruhrgebietswandertag, Heidhof, Bottrop

2012

- Hauptgeschäftsführer Benno Wolfgang Ecker

verlässt nach 21 Jahren den SGV

- neuer Hauptgeschäftsführer: Frank Rosenkranz

- außerordentliche Hauptversammlung zum Thema

Zukunft des SGV-Jugendhofes "Wilhelm Münker"

- 117. Hauptversammlung, Arnsberg

- 30. Ruhrgebietswandertag, Haus Ripshorst,

Oberhausen

- 4. Märkischer Wandertag, Lüdenscheid

2013

- Präsident Aloys Steppuhn sowie die Vizepräsidenten

Hermann-Josef Goebel und Klaus Lomnitz

treten zurück.

- Dr. Andreas Hollstein (BM Altena) als neuer

Präsident sowie Jörg Haase, Harald Kahlert,

Edgar Rüther (Vizepräsidenten) und Schatzmeister

Martin Stoltefuß bilden das neue geschäftsführende

Präsidium.

- 100 Jahre Robert Kolb Turm, Nordhelle

- 118. Hauptversammlung, Arnsberg

- 31. Ruhrgebietswandertag, Kurpark Hamm

2014

- Neuer SGV-Geschäftsführer: Christian Schmidt

- 119. Hauptversammlung, Arnsberg

- 67. Gebirgsfest, Sundern

- 32. Ruhrgebietswandertag, Witten

2015

- Beginn der Feierlichkeiten zum 125jährigen

Bestehen des SGV

- Gründung Kompetenzzentrum Vereinsentwicklung

- 120. Hauptversammlung, Arnsberg

- 33. Ruhrgebietswandertag, Bochum

2016

- 125 Jahre SGV - Jubiläumsgala im Rahmen

des Gebirgsfestes

- Kreuz&Quer-Sonderausgabe SGV-Historie

(K&Q 03-2016)

- Neue kommissarische Hausleitung des SGV-

Jugendhofes "Wilhelm Münker": Barbara Klein

- 121. Hauptversammlung, Neuenrade

- 68. Gebirgsfest, Bochum

- 34. Ruhrgebietswandertag, Lünen/Selm

2019

- Der SGV richtet vom 3.-8.Juli mit seinen Partner,

den Städten Schmallenberg und Winterberg, den

119. Deutschen Wandertag aus

125 JAHRE SGV

19


Nicht jedem Trend hinterher laufen,

Ein ganz schön „präsidiales“ Gespräch über persönliche Wand

Natürlich kann und muss man mit dem Präsidenten sprechen, wenn für

„Kreuz&Quer“ die Aufgabe einer rück- und ausblickenden SGV-Geburtstags-Betrachtung

zu lösen ist. Man kann den Gesprächs- oder Interviewkreis allerdings

auch auf (mit ihm) vier Präsidiumsmitglieder ausweiten, um vielleicht ein etwas

dichteres oder breiteres Meinungsspektrum zu erhalten. Also sitzen Dr. Andreas

Hollstein (52), SGV-Präsident seit 2013 und im Hauptberuf Bürgermeister von

Altena, zusammen mit dem Bankdirektor a.D. und Vizepräsidenten Harald Kahlert

(69), dem Leiter des Regionalforstamtes Sauer-/Siegerland Edgar Rüther (55),

Vizepräsident seit 2013 und Claudia Schmitz (44), Betriebswirtin und seit 2015

als Vizepräsidentin im Präsidium des SGV, am „Kreuz&Quer“-Redaktions-Tisch,

um über Vereinsleistungen, Zustände und vor allem mögliche und notwendige

Entwicklungen zu sprechen.

Um mit der vielleicht spannendsten Frage, eigentlich ursprünglich eher als

Schlussfrage an die drei gedacht, zu beginnen: Wie ist Ihre persönliche Prognose

zum 150. Geburtstag? Wie wird der SGV in 25 Jahren beschaffen sein? Edgar

Rüther: „Ausgelöst durch Katastrophen erwarte ich eine Rückbesinnung auf die

Bedeutung von Natur und Umwelt. Hierdurch kann der SGV profitieren, wenn er

seine Kompetenz in Sachen Naturschutz und naturverträglicher Freizeitgestaltung

herausstellt.“ „Dass es den Verein auch in 25 Jahren noch geben wird“,

ist sich auch Claudia Schmitz völlig sicher. Allerdings werde sich ebenfalls „mit

Sicherheit die Größe und die Fläche des Vereins nachhaltig verändern.“ Über

die Notwendigkeit, zeitgemäße Strukturüberarbeitungen – „wie auch schon in

der Vergangenheit“ – vorzunehmen, spricht auch Harald Kahlert. Sein dennoch

deutlich positives, vorgezogenes Schluss-Statement: „Den SGV wird es auch in

25 Jahren geben. Gewandert wird auch noch in 25 Jahren.“ Noch pragmatischrealistischer

formuliert es dann auch Dr. Hollstein, wenn er sagt: „Ich bin nur

Präsident, kein Zukunftsforscher.“ Allerdings hoffe er, dass der SGV auch dann

noch die Menschen bewegt und begeistert „und dass viele Persönlichkeiten

noch für den Verein arbeiten“.

„Habe als Bürgermeister gesehen,

was der SGV im Ehrenamt leistet"

In Gesprächen mit Mitgliedern ist natürlich immer wieder von unterschiedlichen

Beweggründen die Rede, sich dem SGV angeschlossen zu haben. Wie

beschreibt Harald Kahlert seine Initialzündung, sich dem Verein zu nähern: „Die

Arbeit in den jungen Familien, sowohl an der Abteilungsbasis, aber auch im

Gesamtverein. Bereits kurz nach meinem Eintritt in die Abteilung Iserlohn (1972)

fand ich im Arnsberger Jugendhof viele neue gleichgesinnte Freunde, die mich

auch motivierten, familiengerechte Angebote an der Basis zu konzipieren.“ Und

wie war das bei Claudia Schmitz? Sie sei damals in einer Lebensphase des

persönlichen Umbruchs gewesen, erzählt sie, habe nach neuen Lebensfeldern

Ausschau gehalten, sei schließlich – allerdings bereits auch mit dem Hobby

‚Wandern“ im Gepäck – beim SGV gelandet und habe sich in der Gemeinschaft

sofort wohlgefühlt. Einen konkreten Anlass gibt dann auch Präsident Dr. Hollstein

als Hauptbeweggrund an: „Meine Initialzündung war die Eröffnung des

Drahthandelsweges im Rahmen des deutschen Wandertages in Iserlohn. Ich

habe als Bürgermeister im Vorfeld gesehen, was der SGV mit dem Ehrenamt

alles leistet und habe gedacht: Das musst du unterstützen!“ Auch Edgar Rüther

wollte auf seine Art die ehrenamtliche Leistung des SGV würdigen. Er sei seit

seiner Kindheit gewandert und habe dabei immer auf die Infrastruktur zurückgegriffen,

„für die die Ehrenamtler des SGV verantwortlich zeichnen“. Und:

„Mit der Berufung ins Präsidium kann ich dem SGV etwas für seine Leistungen

zurückgeben.“

Haben sich nach Einschätzung der drei Gesprächspartner die Gründe in der

heutigen Gesellschaft verändert, sich einer Gemeinschaft wie dem SGV anzuschließen.

Claudia Schmitz und Dr. Hollstein sind sich eigentlich einig, dass

es grundlegende Motivationsänderungen nicht gegeben hat. Danach stehe das

„Sich-Wiederfinden in der Gruppe und das Gemeinschaftserlebnis“ nach wie

vor als zentraler Baustein ganz oben auf der Entscheidungsliste. Etwas differenzierter

ist da Edgar Rüther unterwegs: „Wir leben in einer Gesellschaft, die

zunehmend von Individualität geprägt ist. Viele suchen maximale Freiheit und

20 KREUZ&QUER 3/16

Mit guter Laune ran an die frischen Ideen auf Basis einer erfolgreiche Tradition - Zum

Schmitz, Edgar Rüther mit Präsident Dr. Andreas Hollstein und Geschäftsführer Christian

wollen sich nicht an Vereine binden. Gemeinschaften bilden sich fallweise.

Ich könnte mir vorstellen, dass Sport und Fitness gegenüber der Geselligkeit

und Tradition mehr an Bedeutung gewonnen haben.“ Und auch Harald Kahlert

glaubt durchaus daran, dass es in der Gesellschaft neue Denk- und Handlungsansätze

gibt: „Die Vielfalt der heutigen Freizeitangebote erfordern keine

Vereinsbindung, heute nutze ich dieses Angebot und morgen ein gänzlich

anderes. Abwechslung scheint heute gefragt zu sein.“

Dass die Besinnung auf und das Erhalten von Traditionen und Werten durchaus

auch etwas Beruhigendes haben kann, ist sich übrigens Claudia Schmitz

sicher, wenn es um die Frage geht, ob denn auch der SGV sein Angebot grundsätzlich

und durchgreifend überarbeiten müsse. „Wir sind doch dermaßen vielen

Reizen und Neuerungen ausgesetzt, dass sich der Mensch doch eigentlich

nach was Beständigem sehnen müsste.“ Dr. Holsten geht gedanklich da eher

durch die Mitte, wenn er sagt, dass man sich durchaus auf die Vergangenheit

stützen müsse, um sich einer erfolgreichen Zukunft zuzuwenden. „Natur zu

Fuß oder per Rad zu erleben, ist immer noch modern und zeitgemäß. Genauso

wie der Schutz der Natur“. Dass Veranstaltungen mit Eventcharakter (wie der

Deutsche Wandertag) mehr sportliche Elemente bekommen müssten, ist für

Edgar Rüther ein Ansatzpunkt.

Unterschiedlich stark ausgeprägt sind dann auch die Vorstellungen, ob auch

ein Verein wie der SGV sich zukünftig jedem neuen Trend anschließen oder

auch neue Trends kreieren müsse. Dr. Hollstein: „Der SGV gehört zu den

Traditionsvereinen in NRW. Das sollte man pflegen. Dennoch muss die Marke

SGV“ natürlich immer wieder vor Ort mit Leben erfüllt und gelebt werden.“

Während Claudia Schmitz – mit einem erkennbaren Schmunzeln – aus einer

„gewissen Verstaubtheit“ sogar „eine Form von Attraktivität“ herleitet, hat Ed-


aber immer ganz vorn dabei sein!

er-Motive, einschneidende Erlebnisse und gute Hoffnungen

Die Liste der möglichen Themen, über die mit den vier Aktiven zu sprechen

wäre, ist natürlich lang. Zu lang. Aber auf jeden Fall sollte noch die Frage

nach dem „Ehrenamt und seiner Bedeutung und dem daran schwindenden

Interesse“ Berücksichtigung in der Runde finden. Auch da hat Edgar Rüther

eine klare Position: „Wenn die Herausforderung die Menschen anspricht,

engagieren sie sich auch ehrenamtlich, siehe Flüchtlingshilfe. Wir müssen

eben vermitteln, warum es den SGV braucht.“ Dass verbesserte und leistungsstärkere

Teamstrukturen und zielgerichtete Projektarbeit helfen können

das Engagement interessierter Mitglieder zu erhöhen und herauszufordern,

glaubt auch Dr. Hollstein. Claudia Schmitz weist allerdings auch noch einmal

auf die sich schwieriger gestaltenden Rahmenbedingungen hin. „Da ist zum

einen eine allseits erwartete Präzision und Perfektion in der Ausführung. Und

auch gesetzliche Vorschriften machen die Arbeit nicht gerade leichter. Wer

heute das Ehrenamt betreibt, steht doch oftmals schon mit einem Bein im

Gefängnis.“ Dennoch ist am Ende auch Harald Kahlert optimistisch: „Meine

Erfahrung zeigt, dass hier eine persönliche gezielte Ansprache Wanderinteressierter

am ehesten zum Ziel führt.“

Und da ist natürlich noch die Frage nach dem – soweit persönlich nachvollziehbar

– wohl einschneidendsten Ereignis der SGV-Geschichte. Alle drei

Gesprächspartner kommen nach kurzer Überlegung hier auf die Auseinandersetzungen

um eine potentielle Schließung bzw. Veräußerung des Jugendhofes

und den damit verbundenen Erschütterungen in den unterschiedlichsten Gremien

bis hin zur Basis. Harald Kahlert, der „Herr der Zahlen“, ergänzt noch mit

einer etwas „trockeneren“ Betrachtung: „Nach Mitgliederboom in den 70er bis

Mitte der achtziger Jahre der kontinuierliche Rückgang der Mitgliederzahlen

aufgrund eines Generationenwechsels bei zeitgemäßen guten Angeboten.“

Allerdings klingt auch aus allen Wortmeldungen die Zufriedenheit, diesen

Teil aufgrund seines Drehens in die positiv-hoffnungsvolle Richtung offenbar

als Teil der SGV-Geschichte und Beleg der Wandlungsfähigkeit abhaken zu

können. Auf die nächsten – wenigstens – 25 Jahre!

Thomas Reunert

Geburtstags-Sommergespräch trafen sich die Vizepräsidenten Harald Kahlert, Claudia

Schmidt (v.r.n.l) sowie Schatzmeister Martin Stoltefuß (2. v.r.)

gar Rüther da eine klare Vorstellung: „Stillstand ist Rückschritt!“, sagt er. Man

müsse sich vielleicht nicht jedem Trend anschließen, aber zeitgemäße Angebote

seien aus seiner Sicht schon zwingend. Und Harald Kahlert ergänzt: „Wir

müssen uns nicht jedem Trend anpassen, aber das Thema ‚Gesundheit‘ findet

heute wesentlich mehr Ansprechpartner. Mit dem Deutschen Wanderabzeichen

kann man bei den Krankenkassen ‚punkten‘ dank Prämien oder Bonuspunkten.“

Der Mensch kam im Naturschutz

doch lange Zeit gar nicht vor!

Und die Natur? Braucht sie überhaupt eine künstliche Attraktivierung, um die

Menschen wieder für sich zu interessieren? Harald Kahler erinnert sich: „Die

heute ältere Generation, zu der ich mich auch schon zählen muss, hat über

das Elternhaus und die Schule (Schulwandern! – keine Skifreizeiten) die Natur

nähergebracht bekommen. Die damals ‚jungen‘ Familien nutzten – auch in

Ermangelung anderer preisgünstiger Freizeitangebote – das Wandern in der

Gemeinschaft (z.B. Freundeskreis oder im Verein). Den heutigen Eltern und

somit auch den Kindern wurde und wird dieses Erlebnis nur sporadisch vermittelt.“

„Man muss die Geheimnisse der Natur erkennen, um sie als Faszination

zu erleben“, ist Edgar Rüther sicher, dass die Natur von sich aus ausreichend

attraktiv ist und keine künstlichen Event-Elemente braucht. Für Dr. Hollstein

muss der Mensch zudem deutlicher in die Natur und Naturschutzüberlegungen

einbezogen werden. „Wir haben den Naturschutz über Jahrzehnte doch so

gestaltet, dass der Mensch darin gar nicht vorkam. Das muss sich nachhaltiger

ändern. Und auch da leistet der SGV ja eine wichtige Arbeit.“ „Die Natur

einfach mal wirken lassen“, fordert dann auch Claudia Schmitz, die darin einen

Beitrag sieht, der bereits von ihr angesprochenen Reizüberflutung nachhaltig

Paroli bieten zu können.

Das SGV-Präsidium im Jubiläumsjahr:

Geschäftsführendes Präsident Dr. Andreas Hollstein

Präsidium Vizepräsident Harald Kahlert

Vizepräsident Edgar Rüther

Vizepräsidentin Claudia Schmitz

Schatzmeister Martin Stoltefuß

Regionalvertreter Mittleres Sauerland Helmutheinz Welke

Märkisches Sauerland

Klaus Eckmann

Südsauerland

Fritz Gräbener

Bezirk Möhne

Gabi Otten

Ruhrgebiet West/ Münsterland Martin Velling

Ruhrgebiet West/Münsterland Klaus-Dieter Lauterhahn

Ruhrgebiet Ost

Uwe Kühn

Bergisches Land/ Rheinland Bernd Meiser

Siegerland/ Wittgenstein Anton Schmitt

Hochsauerland

Dieter Schmidt

Hauptfachreferenten

Ehrenmitglied

Wandern & Freizeit Dr. Wolfgang Eckel

Wege

Hubert Prange

Kultur

Dr. Peter Kracht

DWJ im SGV Carsten Schreiber

Familie

Claudia Weber

Heime & Hütten Manfred Küchler

Naturschutz &

Landschaftspflege Fritz Schröder

Jörg Haase

125 JAHRE SGV

21


Jörg Haase

geb. 1943

SGVer mit Leib und Seele. Es schlagen

viele Herzen für den SGV. Eines, das besonders

kräftig im SGV-Takt schlägt und nie

müde wird, ist das von Jörg Haase. Am 1.

April 1960 ist er in den SGV-Bochum-Süd

eingetreten. Damals hatte er sich bestimmt

nicht vorgestellt, dass er am Ende seiner Laufbahn das bisher

einzige Ehrenmitglied des SGV und außerdem Ehrenmitglied der

Europäischen Wandervereinigung (EWV) sein wird. Eine ganz schön

intensive Zeit liegt dazwischen, gefüllt, ja häufig überfüllt mit Familie,

Beruf und Ehrenamt. Seine dreifache Vize-Präsidentschaft (SGV,

DWV und EWV) sagt aus, wie sehr er in den letzten Jahrzehnten die

Entwicklung des nationalen und internationalen Wandergeschehens

mitgeprägt hat. Immer noch aktiv, nun schon fast 50 Jahre lang,

ist er beim Deutschen Wanderverband heute als Vize-Präsident.

Ewr stellt sich in den Dienst der Öffentlichkeit, engagiert sich und

begeistert mit viel Überzeugung, Wissen und vor allen Dingen mit

Herzblut. Für den SGV gilt das bis in die heutige Zeit. Er hat motiviert

und zur Gemeinschaft aufgerufen, diskutiert und Probleme gelöst,

geschlichtet und vor allen Dingen den SGV nach außen hin immer

positiv dargestellt und präsentiert. Positiv denken und sich nicht

entmutigen lassen ist eben sein Charakter und den zeigt er aktuell bei

seiner Mitarbeit im Redaktions-Team Kreuz&Quer.

Wilfried Schmidt

geb. 1934

Wandern als Lebensphilosophie, so seine

Devise und es gibt nicht viele Menschen,

die die Freude an der Bewegung in freier

Natur so erlebt und durchlebt haben wie

Wilfried Schmidt. 1934 in Wuppertal geboren,

trat der Lehrer am 01.01.1958 in den

SGV ein. Als enthusiastischer Wanderer und ruheloser Praktiker

legt er keinen Wert auf Jahreskilometer oder Geschwindigkeitsrekorde,

sondern für ihn war und ist Wandern Lebensphilosophie,

verkörpert Wandern gesundheitliche Werte, ist eine ästhetische

Ausdrucksform, beinhaltet sportliche Momente und macht

Geschichte erlebbar. Wilfried Schmidt stellte seine Erfahrungen

und sein Wissen in den Dienst Gleichmotivierter. In mehr als 50

Wanderführer-Lehrgängen hat er sein Wissen weitergegeben und

wurde von seinen Schülern als wortgewandter und kenntnisreicher

Lehrer geschätzt. Als Hauptfachwart für Wandern hat er sowohl

beim SGV wie beim Deutschen Wanderband (DWV) unvergessene

Akzente gesetzt und wurde für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet. Eines seiner Markenzeichen sind

akribisch aufbereitete Wandertipps und 2016 veröffentlichte die

WP die 1.0000ste von Wilfried Schmidt ausgearbeitete Wanderung.

Auch heute noch ist der „Ruhelose“ gemeinsam mit seiner Frau

Marianne ständig auf Achse.

Menschen im SGV

Es sind einige tausend Ehrenamtliche, die für die ehrenamtliche Arbeit des SGV Pate stehen. Viele könnten

und sollten mit ihren Verdiensten an dieser Stelle stehen. Somit zeugen die Ausgewählten für die Arbeit aller

Engagierten, denn ihnen gebürt Dank und Anerkennung in gleichem Maße.

Elke Lumpe

geb. 1940

Wandern ist Lebensqualität und bei Elke

Lumpe ein wesentlicher Teil ihrer persönlichen

Lebensgestaltung. Wandern bedeutete

für Sie, die 1975 beim SGV-Hamm anheuerte,

Vielfalt, Erweiterung des Horizontes,

Kontakt mit Menschen und Landschaften.

Ihr Schlüsselerlebnis war der Wanderführer-Lehrgang 1980, bei

der ihr bewusst wurde, wie Wandern und ihr geschichtliches

Interesse zusammenpassen. Ihre Tages- und Mehrtageswanderungen

standen fortan unter dem Generalthema Kultur und Natur,

wobei ihr die menschlichen Kontakte stets sehr wichtig waren

und sind. Wen wundert, dass Elke Lumpe mit ihrer Einstellung in

die SGV-Administration hineinwuchs. Die Aus- und Fortbildung

von Wanderführern lag ihr am Herzen und dabei war sie bemüht

Ehrenamtlichkeit mit Professionalität zu vereinen. So war ihr Werk

das jährlich stattfindende SGV-Forum, in dem unterschiedliche

Themen zum Fachgebiet Wandern und zur Arbeit des SGV von

Fachleuten behandelt werden. Viele Jahre prägte sie als Hauptfachreferentin

für Wandern diesen Bereich mit ihrer Leidenschaft,

ihrer Kompetenz, realem Sachverstand und ihrem Gespür für die

Bedürfnisse der Menschen.

Harald Kahlert

geb. 1947

Das Wandern ist seine Leidenschaft, der

SGV seine Heimat. Wer Harald Kahlert

kennt, weiß, es verbirgt sich ein gutes Herz

hinter rau erscheinender Schale. 1972 kam

der Bankdirektor a.D. nach Iserlohn und

direkt in die Vorstandsarbeit der Iserlohner

SGV-Abteilung. Nach dem Werbewart war er bald Abteilungsvorsitzender

und engagierte sich im Hauptverein. Über 25 Jahre zeichnete

er als Schatzmeister verantwortlich für den monetären Teil im

SGV-Präsidium. Verantwortung und Pflichtbewusstsein, Leidenschaft

und Kreativität, diese Attribute bringt er seit über 40 Jahren

in den SGV ein. Heute, als SGV-Vize-Präsident und als Vorsitzender

der Stiftung Deutsche Wanderjugend, zeigt Harald Kahlert keine

Verschleißerscheinungen. Ungebrochen sein Engagement und sein

Elan Dinge anzupacken und durchzuführen. Und sein Abteilungsengagement

ist ebenfalls ungebrochen. Auf der einen Seite steht die

Erhaltung der Partnerschaft zu den polnischen Wanderfreunden aus

Ratibor, zu denen er auch so manchen Konvoi mit Hilfsgütern auf

den Weg brachte, und auf der anderen Seite die jährlich von ihm

organisierten Wanderungen.

22 KREUZ&QUER 3/16


Wandern und Wege – Herzstücke des SGV

– 43.000 km Wanderwege

„Die Zugängigkeit und die Bereisung der Berge zu erleichtern“ war der Kernsatz der SGV-Vereinsphilosophie

vor nunmehr 125 Jahren. Seit dieser Zeit haben die verschiedenen SGV-Generationen an der Erfüllung dieser

Vorgabe gefeilt und das Wandern sowie die Konzipierung von Wanderwegen ständig weiterentwickelt. Dabei

haben die verantwortlichen SGVer immer ein Auge darauf, welche Wege für den Wanderer attraktiv sind

und welche weniger. So ist ein langsamer, aber stetiger Qualitätsabgleich gewährleistet getreu dem Motto:

Qualität vor Quantität.

43.000 km umfasst das heutige digitale SGV-Wegekataster und die nebenstehende Grafik zeigt, das SGV-

Vereinsgebiet ist durchzogen von schier unzähligen Wanderwegen. „Ob SGV-Hauptwanderweg, Rund-,

Orts- oder Bezirkswanderweg, nationale oder internationale Fernwanderwege, Qualitätswege Wanderbares

Deutschland oder auch Pilgerwege - das Wegemanagement unterliegt immer einer sich ständig ändernden

und erneuernden Struktur“, weiß Hubert Prange, SGV-Hauptfachreferent für Wege zu berichten. Zwar werden

auch zukünftig die Wegemarkierungen in Form von Folien oder Maltechnikern weiter Bestand haben, jedoch

beschäftigen wir uns immer mehr damit, zukünftig auch auf die neuen digitalen Medien zurückzugreifen. Das

bedeutet, dass Apps, QR-Codes, GPS-Daten und Smartphone-Handling bald zum Alltag gehören, also z.B.

QR-Codes auf Wegemarkierungszeichen zu finden sind.“

Land NRW und DWV

– ein partnerschaftliches Miteinander

Harmonisiert ist zwischenzeitlich die Markierung der Wanderwege mit

dem Deutschen Wanderverband (DWV), dessen Kriterien mittlerweile als

Markierungsgrundlage in ganz Deutschland anerkannt sind. Und erfreulich

hat sich auch die Zusammenarbeit mit dem Land NRW entwickelt.

Geo-Basis NRW - früher Landesvermessungsamt – ist verantwortlich

für das Wegekataster und der SGV liefert halbjährlich aktualisierte und

digitalisierte Daten zur Sicherstellung des Wander-Wege-Katasters.

Alles das wäre nicht möglich, wenn nicht mehr als 1.000 ausgebildete

Wegemarkierer und dazu noch über 2.700 qualifizierte Wanderführer

ehrenamtlich unterwegs wären.

SGV allein berechtigt

– 821 Markierungszeichen

Nach wie vor ist der SGV durch die Bezirksregierungen (Köln,

Münster, Arnsberg, Detmold, Düsseldorf) allein berechtigt und

ermächtigt zur Markierung von Wanderwegen im SGV-Vereinsgebiet.

Der Markierungskatalog der amtlich anerkannten Markierungszeichen

umfasst per Juli 2016 insgesamt 821 Symbole.

Doch wofür stehen die Buchstaben

Zahlen und Zeichen eigentlich?

Woran erkenne ich als Wanderer die

Unterschiede?

Nachstehend eine kleine Einführung

in unsere Markierungszeichen...

Die weißen Markierungen zeigen, wie dicht das SGV

Wegenetz im gesamten Vereinsgebiet ist.

Sondermarkierungszeichen

125 JAHRE SGV

23


Naturpark Arnsberger Wald

Naturpark Arnsberger Wald

… das ist Natur und Kultur

zum Entdecken und Anfassen!

In unmittelbarer Nähe zum Ruhrgebiet erfüllt der Naturpark

vielfältige Aufgaben im Natur- und Landschaftsschutz, in der

Erholungsvorsorge und der Umweltbildung.

Auf einer Fläche von 482 qkm finden sich Berge und Täler, Bachläufe

und Seen, fantastische Weitsichten und urige, dichte Wälder.

Wanderfreunden bietet sich ein hervorragendes Netz von Rundwanderwegen

sowie der Qualitätswanderweg „Sauerland-Waldroute“.

Zauberhaft mystisch ...

So lautet das Markenzeichen der „Sauerland-Waldrote“, die von Iserlohn

über Arnsberg bis nach Marsberg verläuft und dem Wanderer auf einer

Strecke von 240 Kilometern tiefe Einblicke in mystische Orte mit einzigartiger

Tier- und Pflanzenwelt verschafft.

Besondere Highlights sind der Lörmecketurm und der Möhneseeturm.

Zwei aus dem westfälischen Waldmeer ragende Aussichtstürme,

die auf einer Waldrouten-Tour natürlich nicht fehlen dürfen.

Weltmarktführer aus...

Unserem Partner SGV gratulieren

wir ganz herzlich zum 125jährigen Bestehen.

Wir sind sicher, auch zukünftig gemeinsame Akzente zu setzen wenn es darum

geht, Landschafts- und Naturschutz zu fördern sowie die Wanderstruktur

des Sauerlandes attraktiv und zeitgemäß zu gestalten, Menschen zu aktivieren

und bei ihnen mehr Interesse an Flora und Fauna zu entwickeln.

Weitere Informationen erhalten Sie:

Zweckverband Naturpark Arnsberger Wald, Hoher Weg 1-3, 59494 Soest

Telefon: 02921 30-2252, www.naturpark-arnsberger-wald.de

Sauerland-Waldroute, Johannes-Hummel-Weg 1, 57392 Schmallenberg

Servicehotline: 02974 202199, täglich von 08:00 - 20:00 Uhr, www.sauerland-waldroute.de

Weltmarktführer aus...

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24 KREUZ&QUER 3/16


Stärken zeigen und

die Zukunft im Blick

Ihr Erlebnis-Gastgeber

im Sauerland

Der Arnsberger SGV-Jugendhof

richtet sich neu aus: Mehr Familienreisen,

Gruppen und internationale

Gäste. Der Jugendhof

will seine Alleinstellungsmerkmale

stärker ausspielen.

2015 kam der Prozess der Neupositionierung

des SGV-Jugendhofes

richtig in Schwung. Ein Arbeitskreis

unterstützt die Geschäftsführung

und die Hausleitung. Bei einer

Klausurtagung in Brilon wurde das

Profil des Hauses geschärft und

die Zielgruppen standen im Mittelpunkt.

Dabei wurden auch die

Alleinstellungsmerkmale des fast 110 Jahre alten Hauses herausgearbeitet:

Gemeinschaft, Natur, Erlebnis und Aktivität sollen in Zukunft die Zugpferde

des Jugendhofes sein. Die Umgebung und das rund vier Hektar große Gelände

sind neben dem Charme des Hauses seine Trümpfe.

„Wichtig ist auch zu wissen, was

man nicht ist“ – betont SGV-Geschäftsführer

Christian Schmidt.

So seien zum Beispiel Wellnessund

Kulturangebote nicht die

Stärken des Jugendhofes. „Wir

müssen uns fokussieren statt uns

zu verzetteln“, erklärt Schmidt.

Es gebe eine Zweckbindung als

Jugendbildungsstätte. Sie sichere

auch die Gemeinnützigkeit

der Einrichtung. Durch die SGV-

Wanderakademie kommen auch

mehr Seminargäste ins Haus. Die

Seminarräume werden intensiver

genutzt.

Jugend und

Familie verstärkt

im Fokus

In Zukunft will der SGV-Jugendhof

selbst stärker als Anbieter

auftreten und auch Angebote für

Nicht-Mitglieder machen. Neue

Zielgruppe sind Familienreisen.

Dadurch soll das Haus vor allem

in den Ferien besser ausgelastet

werden. Allerdings brauchen solche

Entwicklungen Zeit. 2015 haben

rund 100 Menschen die neuen

Der Jugendhof ist 1907 ursprünglich als Sommerresidenz einer Architekten-Familie

gebaut worden.

Ein Blick aus dem Fenster unter dem Dach des Jugendhofes. Er geht weit über

Alt-Arnsberg und die umliegenden Wälder. Arnsberg liegt in einem der größten

zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland.

Angebote genutzt. Es kommen aber auch

wieder mehr SGV-Abteilungen, die ihre

Wanderfreizeiten in Arnsberg verbringen.

Treue SGV-Kunden sind zum Beispiel die

Abteilungen Moers, Sassendorf, Iserlohn

und Lehnhausen. Die Abteilungen

aus Duisburg und Unterruhr kommen

seit dem vergangenen Jahr wieder neu

ins Haus und haben auch für dieses Jahr

schon gebucht.

Um das Angebot noch bekannter zu

machen, wurden auch die Wanderwarte

eingeladen. Dies ist Teil des Ansatzes,

mehr Gruppen zu gewinnen. Vereine

und Chöre sollen angesprochen werden,

denn sie finden im Jugendhof beste

Möglichkeiten für ihre Aktivitäten. Damit die Gruppen das SGV-Angebot

besser finden, sollen die Gruppenhäuser im Sauerland unter dem Dach von

Sauerland-Tourismus zusammengefasst werden. Jede zusätzliche Werbung

bringt weitere Kunden.

Auch die Radfahrer auf dem Ruhrtalweg

sind eine Zielgruppe. Und die Kundschaft

soll internationaler werden. Gerade niederländische

Gäste fehlen bisher fast

ganz. Weiter kann das Haus in Arnsberg

auf die Auszubildenden von Wald und

Holz bauen. Rund 3.000 Übernachtungen

pro Jahr garantieren die angehenden

Forstwirte. Einen neuen 3-Jahres-Vertrag

haben Wald und Holz und der SGV abgeschlossen.

Investieren und

modernisieren

Um den Betrieb zukunftssicher zu machen,

soll der Anbau modernisiert werden.

Unterdessen entwickeln sich die

Belegungszahlen positiv. Seit zwei Jahren

sind sie stabil. 2015 gab es knapp 11.000

Übernachtungen. In diesem Jahr sind

schon 12.500 Übernachtungen sicher.

Allerdings zählen dazu auch die Übernachtungen

der jugendlichen Flüchtlinge,

die im Jugendhof untergebracht waren.

Christian Schmidt wirbt weiter für das

Haus: „Silvester im Jugendhof ist etwas

ganz Besonders!“ Das SGV-Haus hat bis

auf rund drei Wochen das ganze Jahr geöffnet.

Text und Fotos: Torsten Dreyer

Zu dem 110-Betten-Haus gehört ein rund vier Hektar großer Wald und Park.

125 JAHRE SGV

25


Erleben Sie das Paderborner Land!

• Wandern auf ausgezeichneten Wegen

• Radfahren in tollen Landschaften

• Entspannen in Wohlfühloasen

• Spannende Museen und Ausstellungen

• Besuch historischer Städte

• Einladende Gastronomie

Bestellen Sie Ihre

Infobroschüren gratis!

Das Paderborner Land gratuliert!

Das Team der Touristikzentrale Paderborner Land e. V. gratuliert dem Sauerländischen Gebirgsverein

zum 125. Geburtstag! Wir freuen uns, den SGV seit vielen Jahrzehnten als kompetenten

und freundschaftlich verbundenen Partner an unserer Seite zu wissen. Wir wünschen dem

großen deutschen Wanderverein alles Gute für die Zukunft und freuen uns auf viele weitere

gemeinsame Wanderaktionen, -erlebnisse und -begegnungen. Frisch auf!

Touristikzentrale Paderborner Land e. V.

Königstr. 16, 33142 Büren

Tel. +49 2951 970300, fax 970304

info@paderborner-land.de

www.paderborner-land.de

www.facebook.com/paderbornerland

26 KREUZ&QUER 3/16


Wandern bildet und

der SGV hilft dabei

Wandern und Bildung – das liegt ganz nah. Der SGV lebt diese

Bildungsidee. Die Angebote kommen von den einzelnen kreativen

Abteilungen des Vereins und von der SGV Wanderakademie NRW mit

ihrem Naturschutzzentrum in Arnsberg. Dass Wandern und Bildung

zusammengehören, beweist auch schon die Geschichte der Weiterbildungseinrichtung

im SGV.

Im SGV gab es schon immer Bildungsarbeit

– lange bevor ein

Weiterbildungswerk gegründet

wurde. Die Abteilungen haben

zum Beispiel Ausflüge zum Kölner

Dom oder zum Landtag gemacht.

Bei diesen Exkursionen stand die

Bildung im Mittelpunkt. Außerdem

wurden Wegewarte geschult und

auf Wanderungen Themen besprochen.

Die Bildungseinrichtung des Vereins sollte das Angebot nur bündeln.

Rund 170 Veranstaltungen pro Jahr bietet die Bildungseinrichtung des SGV an.

1982 wurde das SGV-Weiterbildungswerk nach dem Weiterbildungsgesetz

Nordrhein-Westfalens gegründet. Dadurch sicherte sich der Verein auch finanzielle

Zuschüsse des Landes. Alle Bildungseinrichtungen werden bis heute

gefördert. Neben den Volkshochschulen gibt es in NRW rund 150 Einrichtungen

in anderer Trägerschaft – zum Beispiel von Gewerkschaften, Kirchen und

eben auch vom SGV.

Für die staatliche Förderung müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt

sein: Eine bestimmte Zahl an Unterrichtsstunden ist Pflicht. Die Angebote

müssen für jedermann öffentlich zugänglich sein. Die Wanderakademie ist also

für jeden und nicht nur für SGV-Mitglieder offen. Das Angebot muss veröffentlicht

werden. Die letzte Voraussetzung ist eigentlich selbstverständlich für

eine Bildungseinrichtung: Bei den Veranstaltungen muss gelehrt und gelernt

werden. Rund 86.000 Euro erhält der SGV aktuell für seine Bildungsarbeit.

Davon werden vor allem Lohnkosten bezahlt. Jährlich werden rund 170 Veranstaltungen

angeboten.

Ständige Erweiterung

der Bildungsangebote

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Angebote geändert. „Es gab einmal

ein buntes Bildungsangebot von Sprach- bis zu Kreativkursen, zum Beispiel

Seidenmalerei, beim SGV“, erinnert sich die langjährige Leiterin Heike Senger.

Sie war 1991 die erste hauptamtliche Mitarbeiterin. 1996 ist das Bildungswerk

zusammen mit der Hauptgeschäftsstelle von Hagen nach Arnsberg in den

SGV-Jugendhof umgezogen. Seither wird dort ein Teil der Veranstaltungen

angeboten. Ansonsten gibt es viele dezentrale Angebote im gesamten Vereinsgebiet.

Das Angebot änderte sich 2005 mit dem Namen der Bildungseinrichtung.

Jetzt wurde stärker auf die Themen „Wandern“ und „Natur- und

Umweltschutz“ gesetzt.

Schon seit 1987 hat der SGV dafür auch ein Naturschutzzentrum, das sich auch

für die Umweltbildung stark macht. Daher wurde ein Umweltbildungswerk gegründet.

Dies war eine gute Entscheidung, denn das Land erließ 2000 ein neues

Weiterbildungsgesetz. Kleinere Einrichtungen sollten sich zusammenschließen.

Der SGV konnte das elegant lösen. 1999 fusionierten die beiden Bildungseinrichtungen

des SGV zum Bildungswerk des Sauerländischen Gebirgsvereins. Dirk

Zimmermann, der zuvor schon Leiter

des SGV-Naturschutzzentrums

war, wurde zweiter Leiter des Bildungswerkes.

Ab 2002 begann eine schwierige

Phase in der Weiterbildung in

Nordrhein-Westfalen. Die Landeszuschüsse

wurden stark zusammengestrichen,

so dass viele Bildungseinrichtungen

in ihrer Existenz

bedroht waren. 2004 wurde aus dem

Bildungswerk die Wanderakademie. Nachdem das Land 2006 eine drastische

Mittelkürzung angekündigt hatte, stand die SGV-Wanderakademie 20 Jahre nach

ihrer Entstehung kurz vor dem Aus. Proteste der Volkshochschulen und der anderen

Bildungseinrichtungen führten schließlich dazu, dass die Mittelkürzungen

nicht ganz so drastisch ausfielen und die Wanderakademie erhalten blieb.

Weiterbildung – drinnen und draußen

Wer einmal in die glücklichen Augen von Teilnehmern der SGV-Wanderakademie

geschaut hat, ist von ihrem Konzept überzeugt. Es geht vor allem darum, in

Gemeinschaft und so oft wie möglich draußen in der Natur zu lernen. „Weiterbildung

– drinnen und draußen“ lautet das Motto der SGV-Wanderakademie.

Und dieses Motto nehmen die Mitarbeiter und Referenten wörtlich. Bei jedem

Wetter werden Übungen und Prüfungen überwiegend draußen gemacht. Und

die lebenslange Bildung wird großgeschrieben. Die meisten Teilnehmer sind

Erwachsene ab 16 Jahren.

Heute kann das Bildungswerk des SGV auf eine fast 35-jährige Geschichte

zurückblicken. Einiges hat sich geändert in der Zeit. Der Name und das Angebot

haben sich gewandelt. Das Weiterbildungswerk ist zur Wanderakademie geworden.

Das Naturschutzzentrum gehört heute mit unter das Dach. Geblieben ist aber

der Wille, den Bildungshunger der Mitmenschen zu stillen.

Die Angebote der Wanderakademie sind dabei heute vor allem auf die Themen

„Wandern“, „Wege“, „Natur und Umwelt“ spezialisiert. Die Wanderakademie

bietet zertifizierte Wanderführer-Lehrgänge an und ist selbst als Weiterbildungseinrichtung

zertifiziert. Außerdem werden die Angebote der Abteilungen finanziell

unterstützt. „Diese Programme sind breiter und bunter“, erklärt die Leiterin der

Wanderakademie Heike Senger. Da werden zum Beispiel auch Angebote zur politischen

Bildung gemacht. Insgesamt haben seit 1982 rund 90.000 Teilnehmer

die Seminare und Bildungsangebote des SGV besucht.

Text und Fotos: Torsten Dreyer

Eine Gruppe hat sich eine GPS-Wanderung ausgedacht.

Mit den Navigationsgeräten geht es auf Schatzsuche.

Gerade für Kinder eine reizvolle Verbindung

von Natur und Technik.

Wer zum ersten Mal an diese Stelle auf dem Das Gelände des SGV-Jugendhofes ist für

SGV-Gelände kommt, wird sich wundern, wie Wanderführerausbildungen ideal. Es bieten sich

viele Hauptwanderwege („X“) hierher verlaufen. verschiedenste Möglichkeiten für Probewanderungen

an.

Doch es handelt sich um eine Teststrecke für

die Wegemarkierer-Lehrgänge.

Qualität wird bei der SGV-Wanderakademie

groß geschrieben. Seit

2014 trägt sie auch das Gütesiegel

Weiterbildung.

125 JAHRE SGV

27


SGV und Naturschutz: Gute Freunde kann

Unzerstörte Natur sichert ungetrübtes Wander-

und Freizeiterlebnis. Auch deshalb setzt

sich der SGV seit seiner Gründung vor 125

Jahren für den Naturschutz ein. Aber der Begriff

und die Bedeutung des Naturschutzes

haben sich in den Jahrzehnten gewandelt.

Dennoch gibt es noch immer Naturschutzwarte

in den Abteilungen und der SGV kauft

weiter Naturschutzflächen, um Landschaften

zu erhalten. So soll auch in Zukunft ein naturnahes

Wandererlebnis garantiert werden.

Was verbindet den Kölner Dom, den Drachenfels

und den SGV? Auf den ersten Blick wahrscheinlich

nichts. Aber am Rhein liegt der Ursprung der

Naturschutzbewegung in Deutschland. Und diese

Ursprünge finden sich auch in der Geschichte

des Naturschutzes im SGV wieder. Der Drachenfels

– Wahrzeichen des Siebengebirges – steht im

Mittelpunkt des ersten Naturschutzstreits

in Deutschland. 1823 beginnen die Reparatur-

und Fertigstellungsarbeiten am

Kölner Dom. Dafür werden auch die

Steinbrüche am Drachenfels wieder in

Betrieb genommen. Naturliebhaber laufen

Sturm. Sie fürchten, der Drachenfels

werde zerstört und damit ein Symbol der

Rheinromantik. Es geht also nicht so sehr

um den Naturschutz als vielmehr um den

Erhalt des Landschaftsbildes.

Naturschutzbewegungen

schon vor 1900

„Patriotismus und ein romantisches

Naturverständnis sind die treibenden

Kräfte der entstehenden Heimat- und

Naturschutzbewegung“, betont die Wirtschaftshistorikerin

Dr. Rita Gudermann. Genau in

diese Zeit fällt auch die Gründung des Sauerländischen

Gebirgsvereins. Der Naturschutz steht

schon immer als Ziel in seiner Satzung. Schon

acht Jahre vor dem SGV-Start wird 1872 der Yellowstone-Nationalpark

gegründet. Er ist der älteste

Nationalpark der Welt und galt auch deutschen

Naturschützern als Vorbild.

Der erste deutsche Naturschutzpark wird ausschließlich

von Privatleuten initiiert. Zwischen

1910 und 1920 kauft der „Verein Naturschutzpark“

in der Lüneburger Heide etwa 4.000 Hektar

Heideland – Ursprung des ersten deutschen

Naturschutzparkes. Ab 1920 kauft auch Wilhelm

Münker für den SGV Naturschutz-Flächen auf.

Dadurch sollen Landschaften erhalten werden.

Früher haben die Mitglieder des SGV die Flächen

gepflegt. Inzwischen machen die Arbeit Unternehmer.

Aktuell besitzt der Verein über 100 Hektar

Die Hochheide oberhalb von Winterberg-Niedersfeld ist

ein beliebtes Naherholungsgebiet. Rund die Hälfte des

Naturschutz- und FFH-Gebietes gehört dem SGV. Im

August lockt die Heideblüte besonders viele Menschen.

Der Drachenfels am Rhein – hier ist der Naturschutz-Gedanke in Deutschland

entstanden. Der Streit drehte sich um die Reparatur- und Weiterbauarbeiten am

Kölner Dom. Naturliebhaber sahen den Drachenfels in Gefahr, denn von dort

sollten – wie schon früher - die Steine für den Dom kommen.

Hochheide im Winter. Damit eine solche Kulturlandschaft erhalten

bleibt, muss sie regelmäßig gepflegt. Diese Arbeiten

haben früher auch SGVer gemacht. Heute werden meistens

Firmen beauftragt.

Naturschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile

im Bergischen Land, Hochsauerland,

Märkischen Kreis und in den Kreisen Siegen-Wittgenstein

und Olpe.

Eine der ältesten und größten Flächen des SGV

liegt bei Winterberg-Niedersfeld. Rund die Hälfte

des Neuen Hagen – auch Niedersfelder Hochheide

genannt – gehört dem Verein. Es ist heute ein

Naturschutz- und FFH-Gebiet, an dessen Rand

unter anderem auch der Rothaarsteig verläuft. Die

Hochheide liegt an der Landesgrenze zu Hessen

und ist ein beliebtes Wander- und Erholungsgebiet.

1965 hat die Bezirksregierung Arnsberg den

Neuen Hagen zum Naturschutzgebiet erklärt. Die

Heide ist durch menschliche Nutzung entstanden.

Damit diese Kulturlandschaft erhalten bleibt, muss

sie regelmäßig geplaggt werden. Dabei wird die

Vegetationsdecke mit so genannten Plagghobeln

oder Baggern flach unterstochen, abgehoben und

entfernt. Dann können sich wieder die typischen

Pflanzenarten wie Besenheide, Preiselbeere

und Blaubeere ausbreiten.

1986 – Gründung

des SGV-Naturschutzzentrums

Und es werden immer noch Gebiete

zugekauft – zuletzt noch eine gut 12

Hektar große Fläche auf dem Giebel

in Altena. Die über 200.000 Euro für

den Kauf kamen zum größten Teil

von der NRW-Stiftung. Das dortige

Naturschutzgebiet umfasst unter anderem

Magerwiesen und Wacholder-

Heiden. Sie sollen erhalten werden.

Verwaltet werden die Flächen vom

Naturschutzzentrum in Arnsberg,

das 1986 gegründet wurde. „Wir sind Hüter und

Anwalt der Landschaft, weil die keinen Anwalt

hat“, betont Dirk Zimmermann, Leiter des SGV-

Naturschutzzentrums.

Aber der Naturschutz unterliegt auch gesellschaftlichen

Veränderungen. Auch am SGV gehen

solche Entwicklungen nicht vorüber. Nachdem es

schon 1903 im Verein erste Veröffentlichungen

zum Thema „Naturschutz“ gab, ging es zunächst

vor allem um das Landschaftsbild. In der Weimarer

Republik verbanden sich dann viele Bewegungen

unter dem Motto „Zurück zur Natur!“ Die Nazis

vereinnahmten auch die Naturschutzidee und

machten, was sie wollten. So wurde zum Beispiel

mitten in schutzwürdiger Landschaft gebaut. Neue

Autobahnen verliefen mitten durch die Natur.

In der Zeit nach dem Krieg und im Wiederaufbau

spielten Umweltfragen kaum eine Rolle. Erst in

28 KREUZ&QUER 3/16


niemand trennen!

den 1960er-Jahren wurden die Umweltbelastungen

thematisiert. Im Bundestagswahlkampf

1961 forderte Willy Brandt: „Der

Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder

blau werden.“ Den Begriff „Umweltschutz“

prägte 1969 der damalige Innenminister

Hans-Dietrich Genscher (FDP). Er ist

aus dem amerikanischen Sprachgebrauch

entlehnt und erweitert den Begriff „Naturschutz“.

1974 wird das Umweltbundesamt gegründet.

Ein Jahr später entsteht der heutige

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

e.V. (BUND). 1979 werden die Grünen

zum ersten Mal in ein Landesparlament

gewählt (in Bremen). 1986 wird Walter

Wallmann (CDU) erster Umweltminister der

Bundesrepublik. Themen sind seit 1981

Waldsterben, Chemieunfälle in Seveso

(1976), Bhopal (1984), Basel (1986) und

die Reaktorunfälle in Harrisburg (1979) und

Tschernobyl (1986). Diese Entwicklungen hinterließen

auch ihre Spuren im SGV und seinen

Naturschutzaktivitäten. Der Naturschutzgedanke

war in den 1970ern und 1980ern sehr stark

ausgeprägt. Viele Menschen haben sich engagiert

und die Gesellschaft hat sich gewandelt.

Und aktuell? Das SGV-Naturschutzzentrum

versucht, die Naturentfremdung einzudämmen.

Rund 1.500 Teilnehmer zählt die Einrichtung

pro Jahr. 99 Prozent sind Schülerinnen und

Schüler, die im Jugendhof eine Schulfreizeit

verbringen. Der Naturschutz-Gedanke sei im

Moment etwas aus den Köpfen raus – berichtet

Dirk Zimmermann. In Zeiten sozialer Probleme

bleibe das wichtige Thema „Naturschutz“

zurück. Stadtkinder seien heute in der Natur

teilweise ängstlich. „Sie haben Angst, im Laub

zu wühlen oder in den Wald zu gehen“, be-

Auf dem Clemensberg oberhalb von Hildfeld im Winter. Über den Berg,

von dem aus man bei klarer Sicht bis zum kahlen Asten schauen kann,

und die umliegenden Flächen verlaufen zahlreiche Wanderwege – unter

anderem auch der Rothaarsteig und die Winterberger Hochtour: Naturschutz

kann auf der Hochheide direkt erlebt werden.

„Der SGV betreibt Heimat- und

Brauchtumspflege und trägt dazu bei,

dass die Natur in ihrer Vielfalt, Eigenart

und Schönheit als Lebensgrundlage

und Erholungsraum nachhaltig

gesichert wird. Der SGV setzt sich

deshalb für die Verwirklichung von

Natur- und Umweltschutz und für eine

aktive Landschaftspflege und vorausschauende

Landschaftsplanung ein.“

(aus „§ 2 Aufgaben“ der Satzung des Hauptvereins)

richtet Dirk Zimmermann. Aber man könne

Kinder immer noch begeistern – zum

Beispiel mit Bach-Erkundungen. Zunächst

ängstliche Kinder würden dann auf einmal

ganz aufgeschlossen und hätten viel Freude

am Wasser und im Wald. Sie rufen dann zum

Beispiel: „Das hat Spaß gemacht! Das soll

nie aufhören.“

SGV betreibt

konservativen Naturschutz

mit Umsicht

Umweltpolitisch beschäftigt den SGV das

Thema „Windkraft“ seit Jahren intensiv.

Auch der A-4-Weiterbau war mal ein intensives

Streitthema, das den Verein fast

gespalten hätte. Eigentlich sind die SGVer

aber traditionelle Naturschützer. „Wir betreiben

konservativen Naturschutz mit Umsicht“,

betont Zimmermann. Kritiker gebe es

immer, aber sie seien verschwindend gering.

Die Mitglieder vereine, dass sie schöne Natur

wollten. Und man könne nur schützen, was

man kennt. Daher bleibt die Naturschutzerziehung

ein wichtiges Thema.

Die Naturschutzarbeit vor Ort müssen weiter

die Ehrenamtlichen in den Abteilungen machen.

Eigentlich sollte jede SGV-Gliederung

einen eigenen Naturschutzwart haben. Mitunter

ist es aber schwer, Freiwillige zu finden.

In den 1970er- und 1980er-Jahren war es

deutlich leichter, denn da war Natur- und Umweltschutz

in aller Munde. Heute wünschen

sich die Naturschützer deutlich mehr Engagement.

Die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes

hat im Moment abgenommen.

Aber der Naturschutz bleibt auch in Zukunft

eine Kernaufgabe des SGV.

Text und Fotos: Torsten Dreyer

Seit vielen Jahren schon ist der Wanderbus der Märkischen Verkehrsgesellschaft

(MGV) von Mai bis Oktober unterwegs und bietet vielen Wanderern die Möglichkeit,

das Märkische Sauerland kennenzulernen.

Danke an den SGV für die partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der

Auswahl adäquater Wanderrouten und herzlichen Glückwunsch

zum 125jährigen Vereins-Jubiläum!

Wir sind sicher, auch zukünftig wird

es uns gemeinsam gelingen,

den Wanderbus mit interessanten

und erlebnisreichen Wanderrouten

an Bord wieder auf die Reise zu schicken.

www.mvg-online.de

125 JAHRE SGV

29


SGV-PARTNER

Foto: Sauerland-Tourismus, Ketz

Foto: Klaus Peter Kappest

30 KREUZ&QUER 3/16


Otto Buschmann

geb. 1929

2012

Dass auch die Heimat(pflege) einen

hohen Stellenwert im SGV hat, zeigt das

Beispiel Otto Buschmann, der 1959 zum

2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt

wurde (und dieses Amt etliche Jahre innehaben sollte), im gleichen

Jahr auch Mitglied des Verwaltungsrates des Westfälischen

Heimatbundes und zehn Jahre später dessen Vorsitzender wurde.

Er lehrte am Dortmunder Stadtgymnasium Geschichte, Erdkunde

und Deutsch. Er war in vielen politischen Gremien tätig (so auch in

der Landschaftsversammlung in Münster), ehe er 1991 alle seine

Ämter niederlegte. Er war der Sache des Wanderns sehr zugetan,

vor allem aber der Heimatpflege – die er auch seinen Schülern vermittelte

nach dem Motto: „Heimatliebe setzt Kenntnis der Heimat

voraus!“ Wie kann man die Heimat besser kennenlernen als zu Fuß!

Menschen im SGV

Gerlinde Meyer

geb. 1942

SGV-Botschafterin im Rheinland. Ideenreichtum

und Frohsinn stehen für die sympathische

Rheinländerin. Nach 43 Jahren

Babcock fand sie den Weg zum SGVOberhausen

und schon bald flossen ihre Ideen

in die Vorstandsarbeit des SGVOberhausen

ein. Der Status „Botschafterin des SGV“ belegt sich in ihrer

sympathischen Ausstrahlung, ihrem Frohsinn und ihrem selbstsicheren

Auftreten. Ihrem Mitwirken am „Masterplan Innenstadt

Oberhausen“ entsprang dann auch die Idee, einen Rundweg um

Oberhausen zu schaffen. Im April 2005 erfüllte sich dieser Traum

und seitdem steht das schräge O als Markierungszeichen für

eine exzellente, 55 km lange Rundtour um Oberhausen. Heute ist

Gerlinde Meyer immer noch als Botschafterin der guten Sache

des SGV unterwegs.

Joachim Meinhard

Dr. Günter Cronau

geb. 1931

2012

Er war eine bedeutende Persönlichkeit

an der Spitze des SGV, dem er seit 1947

angehörte. Als Arnsberger Stadtdirektor

zunächst stellvertretender SGV-Vorsitzender,

wurde er 1979 zum Hauptvorsitzenden

gewählt und führte dieses Amt sehr erfolgreich 12 Jahre aus.

Die Bereinigung des SGV von Verlustquellen (Kohlberghaus,

Sauerland-Verlag, Ski- und Wanderheim Niedersfeld) waren Teil

seiner Aufgaben. Und er setzte Zeichen für die Zukunft durch die

Gründung des SGV-Bildungswerkes und des SGV-Naturschutzzentrums.

Die Ausrichtung des deutschen Wandertages 1990 und das

100-jährige SGV-Jubiläum 1991 sind weitere Meilensteine seines

Schaffens. In seinem Ruhestand verfasste er die SGV-Historie vom

75-jährigen bis zum 100-jährigen Bestehen.

Es sind einige tausend Ehrenamtliche, die für die ehrenamtliche

Arbeit des SGV Pate stehen. Viele könnten und sollten

mit ihren Verdiensten an dieser Stelle stehen. Somit zeugen

die Ausgewählten für die Arbeit aller Engagierten, denn

ihnen gebürt Dank und Anerkennung in gleichem Maße.

Ulrich Lange

geb. 1934

Ulrich (Uli) Lange, Lehrer im Un-Ruhestand

und „Vater“ der Winterberger Hochtour“, ist

ehrenamtlich zuständig für die Wanderwege

im Bezirk Astenberg und leitet die SGV-

Abteilung Grönebach. Sein Motto lautet:

„Wichtig ist, dass die Wanderer das sichere

Gefühl haben, sich nicht zu verlaufen.“ Nach der Wiedervereinigung

unterstützte er nachhaltig und eindrucksvoll den Wanderweg der

Deutschen Einheit von Görlitz nach Aachen als Betreuer. Besonders

seine „Winterberger Hochtour“ hat’s ihm natürlich angetan. Auf gut

80 Kilometern warten hier vier Achthunderter auf den Wanderer: Der

Kahle Asten, der Clemensberg, der Langenberg (der höchste Berg

Nordrhein-Westfalens!) und die Ziegenhelle.

Irene Scheerer

geb. 1929

Wegearbeit – Hobby und Berufung. Mehr

als 6.000 km Wanderwege hat der Elektromeister

in über 40 Jahren markiert, also

mehr als der 4.900 km lange Europäische

Fernwanderweg E1. Eine Leistung, die

ausdrückt, wie sehr der Siegener, 1973

auch zum 1. Vorsitzenden der SGV-Abteilung Weidenau gewählt, mit

dem Wandern und der Wegearbeit verbunden ist. Es gehört eben zu

seinem Charakter, völlig in seinen Aufgaben aufzugehen, Tätigkeiten

akkurat zu dokumentieren und Vorschriften penibel einzuhalten.

Aber nicht nur diese Eigenschaften haben seine 16-jährige Arbeit

als SGV-Hauptfachreferent für Wege und damit die Wegearbeit des

SGV geprägt, denn in erster Linie ist er ein passionierter Wanderer.

Heute ist der Träger der goldenen Ehrennadeln des SGV und des

DWV immer noch unterwegs in seiner Siegener Heimat oder auf

dem 116. Deutschen Wandertag in Sebnitz.

geb. 1912

2004

Die Hauptversammlung des Jahres 1952

bestätigte Irene Scheerer (später Weinhold-

Scheerer) zur Leiterin des „Arbeitskreises

Jugend“ und berief sie kurz darauf zur

Hauptjugendwartin. Sie sorgte dafür, dass

die Jugend ein Domizil bekam: den Jugendhof in Arnsberg. Schon

1955 ging der Plan in Erfüllung, am 11. September jenes Jahres

wurde der Jugendhof offiziell eröffnet. Zum größten Teil war dies

ein Verdienst von Irene Scheerer. Die Jugendarbeit des SGV war

immer eng mit der des Deutschen Wanderverbandes (DWV)

verknüpft. Irene Scheerer amtierte als stellvertretende Verbandsjugendwartin

und wurde 1953 in den Vorstand des Deutschen

Wanderverbandes gewählt. 1958 erhielt sie als erste Frau überhaupt

die silberne Ehrennadel des DWV.

125 JAHRE SGV

31


Wanderheime und Hütten im SGV-Vereinsgebiet

1 SGV Jugendhof

Hasenwinkel 4, 59821 Arnsberg

2 Abt. Bamenohl

Jugend- und Wanderheim Zur Haardt

In der Mark 9, 57413 Finnentrop-Bamenohl

3 Abt. Bracht-Werntrop

Christine-Koch-Wanderheim

Hinter der Wehrscheid

57392 Schmallenberg-Bracht

28

15

69

4 Abt. Brackel

Asbecker Weg 20

58644 Iserlohn-Obergrüne

37

5 Abt. Brilon

Hölsterloh 5, 59929 Brilon

6 Abt. Büren

Ringelsteiner Wald

Buschenbach 177, 33142 Büren

52 81

27

85

13

26

62

7 Abt. Ferndorf-Kreuztal

Wanderheim Irlenhecken

Kindelsbergstraße, 57223 Kreuztal

19

31

4

54

20

8 Abt. Hagen

Wanderheim Kierspe-Linden

Linden bei Grünenbaum (Volmetal)

58566 Kierspe-Grünenbaum

9 Abt. Halver

Stichter Hütte

Sticht 7 bei Halver, 58553 Halver

10 Abt. Hordel

Paul-Berge-Hütte

Jeutmecke 3, 58840 Plettenberg

21

9

33

75

8

14

4

11 Abt. Kamen

Kamener Hütte

Dollenbruch, Brachthausen, Silberg

57399 Kirchhundem-Brachthausen

12 Abt. Langenei

Reinhard-Quint-Hütte

Im Bermketal, 57368 Lennestadt-Langenei

13 Abt. Letmathe

Jugend- u. Wanderheim

Schwerter Straße 87

58642 Iserlohn-Letmathe

14 Abt. Lüdenscheid

Wiehardt, 58840 Plettenberg

15 Abt. Lünen / Selm

Hölterweg 47, Netteberge

bei Schloss Cappenberg, 59379 Selm

Nicht nur für die innere Einkehr...

Was ist schöner als morgens beim Aufbruch schon zu wissen,

wie gut man sich abends bettet. Im gesamten Vereinsgebiet entlang

der Wanderrouten, aber auch abseits des Weges bieten 84

Abteilungen Heime & Hütten an, in denen müde Wanderer sich

erholen, übernachten oder in geselliger Runde zusammensitzen

können. Und noch mehr: sie sind je nach Ausstattung auch geeignet

für Familienfeste und größere Veranstaltungen. Dazu ist

zu zählen der SGV-Jugendhof „Ihr Erlebnisgastgeber im Sauerland“,

wunderschön im Arnsberger Süden gelegen – Zentrum für

Erholung, Weiterbildung, Sport und Spiel.

61

36

16 Abt. Meggen, Meggener Hütte

Faulebuttertal

57368 Lennestadt-Meggen

17 Abt. Oberelspe

Im Tiefen Siepen

57368 Lennestadt-Oberelspe

18 Abt. Salzkotten, Luise-Weber-Hütte

Im Dahle, 33154 Salzkotten-Niederntudorf

19 Abt. Scharnhorst

Wanderheim Karl Potthoff

Waldbauer

Voßloh 1, 58135 Hagen

20 Abt. Schwerte

Schwerter Hütte bei Stephanopel

im Balver Wald

58675 Hemer

21 Abt. Wuppertal

Wanderheim Diepmannsbach

Diepmannsbach 4 a

42899 Remscheid-Lennep

22 Abt. Altenhellefeld

Zur Wacholderheide

59846 Sundern-Altenhellefeld

23 Abt. Arnsberg

Hermann-Balkenohl-Hütte

Hellefelder-Bach-Tal, 59821 Arnsberg

24 Abt. Attendorn

Auf der Wane-Ley am Biggesee

57439 Attendorn

25 Abt. Balve

Ewald Hagedorn Wanderheim

Am Hohlen Stein, 58802 Balve-Mellen

26 Abt. Dortmund-Berghofen

Refflingsen bei Schäfer am Ufer

58640 Iserlohn-Refflingsen

27 Abt. Bochum

St. Barbara Heim

Kemnader Straße 524 a

44797 Bochum-Stiepel

28 Abt. Brambauer

Arthur-Theis-Hütte

Am Westpark 18, 44536 Lünen

29 Abt. Bruchhausen

Zum Arnsberger Wald 2

zu erreichen über die Lindenstraße

(am Friedhof vorbei), 59759 Arnsberg

30 Abt. Buschhütten

Im Mattenbachtal, 57223 Kreuztal

31 Abt. Dahl

Walter-Wolff-Hütte

Am Hegenberg, 58091 Hagen-Dahl

32 Abt. Dahlbruch

Jugend- und Wanderheim

Hillnhütten

Im kurzen Seifen 5, 57271 Hilchenbach

33 Abt. Dahlerbrück

Mühlenweg 3, am Friedhof

58579 Schalksmühle

34 Abt. Deuz

Hermannshütte und Saarwaldhütte

Beienbacher Weg und Saarwald

57250 Netphen-Deuz

35 Abt. Dreis-Tiefenbach

Im Seelbachtal

57250 Netphen-Dreis-Tiefenbach

36 Abt. Drolshagen

Am Hofgarten, 57489 Drolshagen

37 Abt. Duisburg

Paul Berger Wanderhütte

Futterstraße 6,

47058 Duisburg-Duissern

38 Abt. Eiringhausen

Bannewerthstr. 34, 58840 Plettenberg

39 Abt. Elsetal

An der Elsemühle 20

58840 Plettenberg-Holthausen

40 Abt. Elspe

Im Hohlberg Grevenbrück

Im Hohlberg, 57368 Lennestadt

41 Abt. Erndtebrück

Am Hachenberg, 57339 Erndtebrück

32 KREUZ&QUER 3/16


61 Abt. Lüdenscheid

Am Homertturm, 58511 Lüdenscheid

45

18

62 Abt. Menden

Zufahrt Vogelsang, Gewerbegebiet Oesewiese

63 Abt. Müschede

Hütte am Heidkamp

Krakeloh 88, 59757 Müschede

64 Abt. Müsen

In der Molzekuhl

57271 Hilchenbach-Müsen

39

65

51

58

53

48

63

29

67

23 1

71

22

80

68

18

6

5

65 Abt. Neheim

Jahnallee

Schwiedinghauser Feld

59759 Arnsberg-Neheim

66 Abt. Netphen

Güldenweg 15, 57250 Netphen

67 Abt. Niedereimer

Stemberghütte

Am Stemberg im Wannebachtal

59823 Arnsberg-Niedereimer

25

10

39 38

9

79

72

59

2

16

17

42

3

44

70

84

76

68 Abt. Nuttlar

Evenkopf-Hütte

Am Roh, 59909 Bestwig

am Hauptwanderweg 10

69 Abt. Oberaden

Rotherbachstraße 62, 59192 Bergkamen

70 Abt. Obersorpe

Schipp Siepen

Im Rehsiepen, Obersorpe

74

24

40 12 47

KARTENLEGENDE

71 Abt. Oeventrop

Zur Hünenburg 73

59823 Arnsberg-Oeventrop

78

83

73

82

60

57

56

30

7

11

46

43 55 77

64 32 50

66

35 34

41

1 – 21

Heime & Hütten

mit Übernachtungsmöglichkeit

22 – 85

Heime & Hütten

ohne Übernachtungsmöglichkeit

Daten von OpenStreetMap

Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

72 Abt. Ohle

Am Eisenwerk 4, 58840 Plettenberg-Ohle

73 Abt. Olpe

Grube Rhonard

57462 Olpe, Am Hauptwanderweg 3

74 Abt. Repetal

Auf der Ihle, 57439 Attendorn-Helden

75 Abt. Rönsahl

Hauptstraße 55, 58566 Kierspe-Rönsahl

76 Abt. Siedlinghausen

Am Röbbeken

59955 Winterberg-Siedlinghausen

77 Abt. Siegen

Agnesenhofhütte

Winchenbach, 57074 Siegen

78 Abt. Siegtal-Mudersbach

Am Sportplatz, 57555 Mudersbach

42 Abt. Eslohe

An der Helle, 59889 Eslohe

43 Abt. Flammersbach

Auf der Stemmbach, 57234 Wilnsdorf

44 Abt. Bad Fredeburg

Hunau-Hütte

Am Rimberg

57392 Schmallenberg-Fredeburg

45 Abt. Geseke

Im Lenzenhölzchen

Süderfeldmark, 59590 Geseke

46 Abt. Grevenbrück

In der Lohmke am Bennerweg

57368 Lennestadt-Grevenbrück

47 Abt. Heinsberg

Bergstraße / Kindergarten

57399 Kirchhundem-Altenhundem

48 Abt. Herdringen

Bocksnackenhütte

59757 Arnsberg-Neheim

49 Abt. Herscheid

„Zur Grünau“

Pettenberger Straße 9,

58849 Herscheid

50 Abt. Hilchenbach

Wilhelm-Münker-Hütte

In der Insbach

Grunder Straße, 57271 Hilchenbach

51 Abt. Holzen

Am Pingels Köpken,

59757 Arnsberg-Holzen

52 Abt. Hordel

Hordeler Heide 228, 44793 Bochum

53 Abt. Hüsten

Zur Breloheiche

Am Breloh, 59759 Arnsberg-Hüsten

54 Abt. Iserlohn

Forsthaus Löhen

Löhenweg 1, 58644 Iserlohn

55 Abt. Klafeld-Geisweid

Bergstraße

Auf dem Ruhrst, 57078 Siegen-Geisweid

56 Abt. Kredenbach-Lohe

Am Fuße der Lichtenhardt

57223 Kreuztal-Kredenbach

57 Abt. Krombach

Burgseifen

57223 Kreuztal-Krombach

58 Abt. Langscheid

Krähenbrinke-Hütte

Nähe Sportplatz

59846 Sundern-Langscheid

59 Abt. Lenhausen

An der Piene

57413 Finnentrop-Lenhausen

am Hauptwanderweg 22

60 Abt. Littfeld

Waldesheim Struhtwald

Im Struhtwald unterhalb

des Kindelsberges

57223 Kreuztal-Littfeld

79 Abt. Stockum

Am Attenberg, 59846 Sundern-Stockum

80 Abt. Warstein

Rosenegge, 59581 Warstein

81 Abt. Wattenscheid

Kutscherhaus

Reiterweg 18, 44869 Bochum-Höntrop

82 Abt. Welschen

Ennest

Hagenerstr. 10, 57399 Kirchhundem

83 Abt. Wenden

In der Stemmicke, 57482 Wenden

84 Abt. Westfeld-Ohlenbach

In der Deismecke

57392 Schmallenberg-Westfeld

85 Abt. Witten

Steigerhaus

Muttentalstraße 30, 58452 Witten

125 JAHRE SGV

33


Türme und Baudenkmäler des SGV

Gillerturm

Lage: auf dem Giller bei Hilchenbach-Lützel

Höhe: 15 Meter

Baujahr: 1892

Bauweise: Stahlfachwerk

Abteilung: SGV Hilchenbach

immer geöffnet

Seine Bauweise erinnert an den Eiffelturm und das ist auch

kein Zufall, denn der SGV Hilchenbach ließ den Gillerturm

1892 in Stahlfachwerk-Bauweise errichten. Drei Jahre nach

Eröffnung des Eiffelturms in Paris. In den vergangenen Jahren

ist er mehrfach saniert worden – zuletzt 2014. Dabei wurden

auch neue Geländer zur Sicherheit der Besucher montiert.

Die Aussichtsplattform liegt auf 668 Meter über NN. Davon

kann man weite Teile des Sieger-, Sauer- und Wittgensteiner

Landes übersehren. Bei guter Sicht kann man bis zum

Großen Ölberg im Siebengebirge und Großen Feldberg im

Taunus sehen. Seit 2001 führt der Rothaarsteig am Gillerturm

vorbei. Der Wanderweg wurde in unmittelbarer Nähe auf der

Ginsburg eröffnet.

Geo-Koordinaten: 50° 58' 14'' N, 8° 9' 35'' O

Homert-Turm

Lage: auf dem Berg Homert

bei Lüdenscheid-Homert

Höhe: 22 Meter

Baujahr: 1893/1894

Bauweise: Mauerwerk

Abteilung: SGV Lüdenscheid

nur an Wochenenden geöffnet

– Eintritt 0,50 € Erw. 0,20 € Kinder

Wie ein kleiner Burgturm ragt der Homert-Turm aus den

Bäumen empor. Der Lüdenscheider Stadtbaumeister

Falkenroth fertigte die Pläne für den Bau. Der Turm sollte

auch repräsentieren. So hatte er auch Stilelemente des

Historismus. Als besondere Merkmale wurden Zierelemente

aus Rotsandstein angebracht. Der Stein wurde extra nach

Lüdenscheid gebracht.

In den 1960er-Jahren wurde der Turm mit Betonplatten

verkleidet, die bis heute das Bild bestimmen. In den vergangenen

Jahren ist er mehrfach saniert worden – zuletzt 2015.

Dabei wurden auch die Betonplatte der Aussichtsplattform,

die Außenfassade, der Turmsockel und das Treppenhaus

saniert.

Der Aussichtsrundlauf liegt auf 560 Meter über NN. Davon

haben Besucher einen Rundblick über das Märkische Sauerland

bis hinein ins Bergische Land. In der Nachbarschaft sind

A 45 und Versetalsperre zu sehen. Beim Turm gibt es auch

eine Schutzhütte, die zu den Öffnungszeiten auch besetzt ist.

Geo-Koordinaten: 51° 10' 40'' N, 7° 38' 42'' O

SGV-Erinnerungsstein

Volkspark Hagen

Der Sauerländische Gebirgsverein feiert in diesem Jahr sein

125-jähriges Bestehen. Die Gründungsversammlung des Gesamtvereins

fand aber erst an jenem 25. Januar 1891 in Hagen statt.

Diesen besonderen Tag nahm der SGV Hauptverein mit Präsident Dr.

Andreas Holstein und Geschäftsführer Christian Schmidt jetzt zum

Anlass, den Erinnerungsstein, der zum 100-jährigen Jubiläum im

Volkspark in Hagen aufgestellt wurde, zu besuchen.

Homert-Turm

Schon seit seiner Gründung im Jahr 1891 förderte

der SGV den Bau und Erhalt von Aussichtstürmen in

seinem Vereinsgebiet. Derzeit befinden sich 6 Aussichtstürme

im Besitz des Sauerländischen Gebirgsvereins

– hinzu kommen Ehren- und Denkmäler, für

die sich die SGVer ehrenamtlich engagieren.

Robert-Kolb-Turm

SGV-Ehrenmal

und Kohlberghaus

Pfannenberg-Turm

Kindelsberg-Turm

Lage: auf dem Kindelsberg bei Kreuztal-Littfeld

Höhe: 22 Meter

Baujahr: 1906/1907

Bauweise: Bruchstein-Mauerwerk

Abteilung: SGV-Bezirk Siegerland

geöffnet außer montags von 10 bis 21 Uhr

(zu den Öffnungszeiten der Gastwirtschaft)

Der Kindelsberg-Turm dürfte die höchste bildliche Verbreitung

aller SGV-Sehenswürdigkeiten haben. Berg und Turm sind

Bestandteil des Krombacher Firmenemblems und daher

allgemein bekannt. Die Idee entstammt der SGV-Abteilung

Krombach. 18.557,44 Mark hat der Turm einst gekostet –

ausschließlich finanziert durch Spenden. Der Turm wird auch

der Leuchtturm des Siegerlandes genannt.

Die Aussichtsplattform liegt auf rund 640 Meter über NN.

Davon kann man über Kreuztal, ins Siegerland, den Westerwald

und hinüber zum Ebbegebirge sehen. Bei klarem Wetter

können Besucher bis zum knapp 65 Kilometer entfernten

Siebengebirge blicken. Direkt am Kindelsberg-Turm liegt die

Kindelsberg-Raststätte im Blockhausstil der Alpen mit einer

Terrasse.

Geo-Koordinaten: 50° 59' 24'' N, 8° 0' 14'' O

Anschrift: Kindelsberg-Turm und Rasthaus Kindelsberg 1,

Grubenstraße, 57223 Kreuztal-Littfeld

Pfannenberg-Turm

Lage: auf dem Pfannenberg bei Siegen-Eiserfeld

Höhe: 20 Meter

Baujahr: 1870

Bauweise: Stahl-Konstruktion

Abteilung: SGV-Bezirk Siegerland

immer geöffnet

Ein Aussichtsturm mit einer bewegten Geschichte.

Zunächst war er Förderturm der Grube „Pfannenberger

Einigkeit“. Seit 1870 diente die Stahlkonstruktion der

Erzgrube, die später mit 1.286 Meter zur tiefsten Eisenerzgrube

Europas wurde. Nach dem Ende des Bergbaus

wurde das Gerüst zum Aussichtsturm umgebaut. 1934

wurde der heutige Turm eingeweiht. Anschließend

wurden immer wieder Schäden an der Stahlkonstruktion

festgestellt und der Turm gesperrt. 1979 ging der

Pfannenberg-Turm an den SGV. Ende der 1990er-Jahre

wurde der Turm in drei Teile zerlegt und im Westerwald

komplett überholt. 1999 wurden alle drei Teile wieder

aufgerichtet.

Die Aussichtsplattform liegt auf rund 520 Meter über NN.

Davon können weite Teile des Siegerlands im Norden

und Süden sowie des Westerwalds im Süden überblickt

werden. Bei guter Fernsicht ist das Siebengebirge und

dort insbesondere der Drachenfels zu sehen.

Geo-Koordinaten: 50° 48' 56'' N, 8° 0' 7'' O

Rabenhainturm

Lage: auf dem Rabenhain östlich von Siegen

Höhe: 11 Meter

Baujahr: 1896

Bauweise: Stahlfachwerk

Abteilung: SGV-Bezirk Siegerland

immer geöffnet

Ein Aussichtsturm ist immer auch ein Wahrzeichen.

Der Rabenhainturm ist sozusagen das Wahrzeichen der

heutigen östlichen Siegener Vororte. Er kann in diesem

Jahr schon auf ein Alter von 120 Jahren zurückblicken

und ist damit fast so alt wie der SGV. Ursprünglich

gehörte er zur SGV-Abteilung Siegen, aber der Zahn der

Zeit und mutwillige Zerstörungen ließen den Turm so

sanierungsbedürftig werden, dass er zwischenzeitlich

sogar gesperrt werden musste. Schließlich wurde er an

den SGV-Bezirk Siegerland übergeben, der sich weiter

um dessen Erhalt bemüht. Der Turm ist auch heute noch

ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Aussichtsplattform liegt auf rund 476 Meter über NN.

Von dort aus hat man eine weite Aussicht vor allem in

südöstlicher Richtung über Volnsberg, den Ort Breitenbach

und in das Tal des Breitenbachs.

Geo-Koordinaten: 50° 53' 50,5'' N, 8° 05' 18,2'' O

34 KREUZ&QUER 3/16


SGV Jugendhof

Ehmsendenkmal

Gillerturm

SGV-Gedenkstein

An der Eröffnungsveranstaltung zum

Tag des Wanderns 2016 haben die Teilnehmer

der kleinen Auftaktwanderung

im Tiergarten in Berlin die „Geschichte“

des SGV-Gedenksteins gehört.

Im Bild: Dr. Rauchfuß, Frau MdB Heike

Brehmer, Vorsitzende des Tourismusausschusses

des Deutschen Bundestages,

und Aloys Steppuhn.

SGV-Gedenkstein, Berlin

Lage: Berlin-Tiergarten

Baujahr: 1958

Bauweise: Gedenkstein mit Eichelblättern und Inschrift

Abteilung: der gesamte SGV

frei zugänglich

1957 hatte die SGV-Abteilung Berlin dazu aufgerufen, dass sich auch der

SGV an der Wiederaufforstung des Berliner Tiergarten beteiligen sollte. Das

ließen sich die Sauerländer nicht zweimal sagen. Im März 1958 sind rund

70 SGV-Mitglieder mit 300 Eichenpflanzen mit dem „Interzonenzug“ nach

Berlin gereist und haben sie dem damaligen Regierenden Bürgermeister Willy

Brandt übergeben. Die Bäumchen hatten sie im Handgepäck. Hintergrund

war, dass nach dem Krieg von den ursprünglich 200.000 Bäumen im Tiergarten

nur noch rund 900 standen. Der Tiergarten wurde auch genutzt, um

Kartoffeln und Gemüse anzubauen. Das heutige Aussehen des Tiergartens

fußt auf vielen Baumspenden – unter anderem des SGV.

Auf dem Gedenkstein, den der SGV zur Erinnerung aufgestellt hat, steht:

„Der Sauerländische Gebirgsverein spendete für den Tiergarten 300 westfälische

Eichen und pflanzte sie zum Tage des Baumes 1958.“ Insgesamt

spendeten Menschen aus ganz Deutschland rund 250.000 Jungbäume für

den Tiergarten.

Geo-Koordinaten: 52° 30' 43'' N, 13° 21' 28'' O

Ehmsendenkmal

Lage: östliche Seite des Eichholzes in Arnsberg

Höhe: 8 Meter

Baujahr: 1897

Bauweise: Ziegelsteinbau – verputzt

Abteilung: SGV Hauptverein

frei zugänglich

Schon bei seiner Einweihung 1897 pries der damalige SGV-Vorsitzende das

Denkmal als „einfach und anspruchslos, kein Prachtbau, nicht Marmor und

Erz“. Gebaut wurde es zu Ehren des Forstrates und Gründers des SGV Ernst

Ehmsen. Es handelt sich um einen pavillonähnlichen Kuppelbau. Aufgrund

seiner besonderen Akustik auf einem Felsvorsprung wird das Denkmal auch

„Flüsterhäuschen“ genannt.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde das Ehmsendenkmal umfangreich

saniert. Unter anderem wurden das Bauwerk neu abgestützt, Verstrebungen

erneuert und die alten Farbschichten entfernt. Das Dach wurde überarbeitet

und alles neu angestrichen. Insgesamt haben die Arbeiten rund 150.000

Euro gekostet. Aus dem Denkmal hat man einen guten Ausblick auf die Altund

Neustadt von Arnsberg. Am Ehmsendenkmal führt unter anderem die

Sauerland Waldroute vorbei.

Geo-Koordinaten: 51° 23' 29'' N, 8° 4' 3'' O

Rabenhainturm

Robert-Kolb-Turm

Lage: auf der Nordhelle bei Herscheid

Höhe: 18 Meter

Baujahr: 1912/13

Bauweise: Bruchstein-Mauerwerk – heute größtenteils

verkleidet

Abteilung: SGV Herscheid und SGV Hauptverein

geöffnet täglich außer montags zu den Öffnungszeiten

der Gaststätte

Den ersten Turm aus Stein ließ Napoleon schon zu

Beginn des 19. Jahrhunderts für seine Kommunikation

errichten. 1912 wurde der Grundstein für den heutigen

Turm gelegt. Der SGV-Hauptwegewart Robert Kolb selbst

war ein „Feind der Turmwut, der Sucht, auf jedem dritten

Hügel einen Turm zu errichten, der bald dem Untergang

geweiht ist“. Dennoch wurde dieser Turm nach seinem

überraschenden Tod zur Erinnerung an ihn gebaut und

auch deshalb musste es ein Steinturm sein.

In den Jahren 2010 und 2011 wurde der Robert-Kolb-

Turm für 198.000 Euro aufwändig renoviert. Im Zuge der

Arbeiten wurde die vollständig zugewachsene Aussicht

vom Turm teilweise wieder freigelegt. Heute ermöglicht

die verglaste Aussichtsplattform auf rund 680 Meter über

NN weite Ausblicke nach Norden und Südwesten. An

sonnigen Tagen kann man bis weit über das Siebengebirge

und ins Münsterland schauen. Neben dem Turm

befindet sich eine Gaststätte. Am Robert-Kolb-Turm führt

unter anderem der Sauerland Höhenflug vorbei.

Geo-Koordinaten: 51° 8' 54'' N, 7° 45' 23'' O

Kindelsberg-Turm

SGV-Ehrenmal und Kohlberghaus

Lage: auf dem Kohlberg bei Altena

Baujahr: 1924/25 und 1938

Bauweise: Bruchstein und Naturstein-Block

Abteilung: SGV Dahle und SGV Hauptverein

Das Ehrenmal ist frei zugänglich – das Kohlberghaus

ist heute eine Pflegeeinrichtung

Das Kohlberghaus ist ursprünglich 1926 als Wanderheim

des SGV eröffnet worden. Es sollte ein lebendiges

Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges

sein. Als Begegnungsstätte von Jung und Alt wurde

es sehr gut angenommen. Noch heute erinnert zum

Teil die urige Einrichtung und die Wanderstube an die

ehemalige Nutzung.

Das Ehrenmal des SGV für die Verstorbenen des SGV

wurde 1938 oberhalb des Kohlberghauses gebaut und

eingeweiht. Die Verbindung zum Kohlberghaus sollte

allerdings bestehen bleiben. So wurde der Grundbesitz

des SGV am Kohlberg erweitert. Das Ehrenmal sollte

ein würdiger Mittelpunkt der bereits seit 1924 am

Kohlberghaus durchgeführten Gedenkfeiern sein. Nach

oben ist das Ehrenmal offen, so dass es wie eine

offene Grabstätte wirkt. Noch immer findet alljährlich

am zweiten Sonntag im Oktober das Kohlbergtreffen

statt. Kohlberghaus und SGV-Ehrenmal liegen auf rund

500 Meter Höhe über NN. Am Ehrenmal führt unter

anderem der Sauerland Höhenflug vorbei.

Geo-Koordinaten; Kohlberg: 51° 17' 36'' N, 7° 46' 0'' O

Adresse Kohlberghaus: Kohlberg 1, 58762 Altena

SGV-Jugendhof

Lage: Arnsberg

Baujahr: 1907

Bauweise: Steinbau mit Fachwerk

Abteilung: SGV Hauptverein

zugänglich – bitte am Empfang melden

Ursprünglich ist der Jugendhof 1907 von einer Architekten-Familie als Sommerresidenz

erbaut worden. Außen und innen gibt es noch viele Details,

die an diese Gründerjahre erinnern. Zu dem 110-Betten-Haus gehören rund

vier Hektar Wald und Park. Für Wanderer und Reisende stehen Einzel- und

Doppelzimmer im Altbau zur Verfügung. Für Gruppen und Schulklassen gibt

es Mehrbettzimmer.

Geo-Koordinaten: 51° 23' 00.6'' N, 8° 04' 43.7'' O

Adresse: Hasenwinkel 4, 59821 Arnsberg

SGV-Erinnerungsstein Volkspark Hagen

Lage: in Hagen im Volkspark in der Innenstadt – schräg gegenüber

der

Verbraucherzentrale (Hohenzollernstraße 8)

Baujahr: 1991

Bauweise: Gedenkstein mit Messingtafel mit Inschrift

Abteilung: der gesamte SGV

frei zugänglich

Am 25. Januar 1891 ist dort im damaligen Hotel Kaiserhof in Hagen der

SGV-Gesamtverein gegründet worden. Der Erinnerungsstein wurde zum

100-jährigen Jubiläum im Volkspark Hagen aufgestellt. Gefeiert wurde

damals groß in der Stadthalle Hagen. Ursprünglich hatte auch der Verein

seinen Hauptsitz in Hagen. Die Geschäftsstelle befindet sich aber jetzt in

Arnsberg, woher auch der Forstrat Ernst Ehmsen stammte, der die Gründung

des SGV maßgeblich vorangetrieben hat.

Auf dem Gedenkstein stehen die Jahreszahlen „1891“ und „1991“ Außerdem

können Besucher lesen: „Naturverbundene Heimat- und Wanderfreunde

gründeten hier im damaligen Hotel Kaiserhof am 25. Januar 1891 den

Sauerländischen Gebirgsverein. Wer treu und wahr die Heimat liebt, der

muß ein Wanderer sein!“

Geo-Koordinaten: 51° 21' 33'' N, 7° 28' 15'' O

125 JAHRE SGV

35


Langeweile? Wer hat hier Langeweile?!

Feiern und Feste im SGV

Gebirgsfeste

66.Gebirgsfest Aug 2010 Bad Sassendorf.

Viele fleißige Helfer waren am

Werk – danke!

2014 - Gebirgsfest Sundern.

Buntes Treiben beim Festzug

Bad Sassendorf 2010

Sundern 2014

Unna 2008

Arnsberg. Die Liste der unterschiedlichsten Aufgabenstellungen, die sich der

SGV in seiner 125jährigen Vereinsgeschichte auf die Fahnen geschrieben hat,

ist wahrlich lang. Vieles davon passiert manchmal eher (und auch sinnvoller

Weise) im Verborgenen, wird von der Öffentlichkeit dann zwar wohlwollend

und bisweilen dankbar zur Kenntnis genommen (z.B. Wegemarkierung), Grund

oder Anlass für ein wirksames Auftreten in eben dieser Öffentlichkeit sind sie

allerdings eher nicht. Das verhält sich aber zum Glück bei den Großveranstaltungen

im deutschen wie inzwischen auch im aktiven internationalen Wanderleben

anders. Deutsche Wandertage, Gebirgsfeste, Ruhrgebietswandertage,

öffentlich- regionale Angebote bis hin zur Ortsebene machen seit Jahrzehnten

deutlich, wie aktiv und vielseitig ein SGV nach innen und nach außen ist.

Da ist zunächst einmal die „Mutter der Wanderfeste“ der „Deutsche Wandertag“

zu nennen. Auch wenn das SGV-Gebiet in 225 Jahren „nur“ fünf Mal in

der Liste der Veranstaltungsregionen auftaucht, so haben alle bisherigen 116

Wandertage auch von einer gewaltigen Resonanz in und aus den Reihen des

SGV gelebt. Iserlohn (1951/2001), Siegen (1971), Arnsberg (1990)

und Hagen (1900) waren zusammen mit dem Verein großartige Gastgeber,

die mit ihrem Einsatz und auch

mit der Resonanz in der Historie des

Deutschen Wanderverbandes deutliche

Zeichen gesetzt haben. Iserlohn und

Arnsberg schon deshalb, weil in der

Waldstadt der erste Wandertag nach

dem Zweiten Weltkrieg stattfand

und Arnsberg Gastgeber des ersten

gesamtdeutschen Wandertages sein

durfte.

Nicht minder begeisternd, wenn auch

örtlich etwas begrenzter, ist das Gebirgsfest

des SGV, insgesamt 68 Mal bis heute an

unterschiedlichsten Orten innerhalb des

SGV-Vereinsgebietes veranstaltet.

Die Luirlinge – hier mit ihren Alphörnern –

Begleiter des SGV.

Gebirgsfest 2008 in Unna – mit Musik

geht alles besser.

Wie sagte Präsident Dr. Hollstein 2016 in Bochum, wo Gebirgsfest und

Jubiläums-Gala zusammenfielen, zum Motiv: „Der 125. Geburtstag ist für uns

Aufgabe und Verpflichtung die Idee des Wanderns, der Geselligkeit und der

Nähe zur Natur weiter in die Zukunft zu tragen. Der SGV verbindet seit über

125 Jahren Generationen und Menschen unterschiedlicher Herkunft.“

Menden 2004

SGV-Gebirgsfest Menden

Tausende Besucher und

Teilnehmer am Festzug,

Diese Feste verbinden eben auch Menschen, die aus unterschiedlichst

strukturierten Gebieten des SGV stammen, ob im Naherholungs-Highlight

Sorpesee oder ebenso an der Zeche Nachtigall in Witten.

Insbesondere der Aufschlag in Regionen, die auf den ersten Blick vom Nicht-

Kenner nicht unmittelbar zu Wander-Hochburgen gezählt werden, zeigt wie

man zeitgemäße Angebote mit einer auf ihre Art überaus attraktiven Umgebung

verbinden kann.

Jahreshauptversammlungen

36 KREUZ&QUER 3/16

Jede Stimme zählt!

Bis zu 300 Delegierte geben auf den SGV-

Hauptversammlungen den Kurs vor.

Ein Höhepunkt auf der Hauptversammlung

2015 – Jörg Haase wird SGV-Ehrenmitglied


Märkische Wandertage

Ruhrgebietswandertage

SGV – wo sich jung und Alt treffen

Wanderungen prägen SGV-Veranstaltungen.

SGV-Präsident Dr. Andreas Hollstein und SGV-

Geschsäftsführer Christian Schmidt an der Spitze

einer Wandergruppe im Märkischen Kreis

Genau das haben auch bereits 34 Mal die Macher der „Ruhrgebietswandertage“

bewiesen. In jedem Jahr erkunden Wanderbegeisterte per Pedes

oder mit dem Fahrrad die grünen Oasen, Wälder, Flüsse und Seen des

Reviers und erleben die durch ihre ursprünglich industriellen Ansammlungen

bekannte Metropole Ruhr in einem neuen Licht. Nicht die Industrie steht an

diesem Tag im Fokus, vielmehr gilt der Gedanke der Teilnehmer der Naturerhaltung

und dem Umweltschutz, begleitet von Erstaunen darüber, wie sich

die Metropole Ruhr immer mehr zu einer grünen Oase entwickelt. So haben

auch in diesem Jahr die Besucherzahlen wieder für sich gesprochen.

Ruhrgebietswandertage führen Menschen zusammen - gute

Atmosphäre 2011 in Bottrop-Kirchhellen

Deutsche Wandertage

Kohlbergtreffen

Das „jüngste Kind“ in der Familie der Wandertage

mit unverzichtbarer SGV-Beteiligung ist übrigens

der am 14. Mai 2016 vom Deutschen Wanderverband

ins Leben gerufene „Tag des Wanderns“, der

neben der Vielfalt des Themas auch den Wert der

Vereine für ein funktionierendes gesellschaftliches

Leben in den Mittelpunkt stellt. Diverse SGV-Gliederungen

haben kreativ und engagiert mit Auftaktveranstaltungen

teilgenommen.

Zwischendurch mal eine auf den ersten Blick eher

bürokratische Zahl: 121 Hauptversammlungen hat

der SGV bis heute abgehalten, um die Mitglieder

an den vielfältigsten Vereins- und Personalentscheidungen

teilhaben zu lassen. Nicht nur die

sind jahrelange musikalische

anschließenden medialen Darstellungen zeugten

immer wieder von großem öffentlichem Interesse

an der Arbeit des SGV. Das Kohlbergtreffen mit Totenehrung (seit 1927), die

regelmäßigen Bezirks- und Regionenwanderungen, wie z.B. der mittlerweile

schon fünf Mal veranstaltete Märkische Wandertag, die speziellen Angebote

für junge Leute wie Schulwandern oder die Events der jungen SGV-Marke

S`Ourland, sind hier zu nennen. Und natürlich all die Aktivitäten auf allen

SGV-Ebenen rund um die beiden Jubiläumsjahre 2015/2016.

Aber eine Zahl darf einfach zum Schluss nicht fehlen: Der SGV bietet alles in

allem in jedem Jahr mehr als 10.000 Angebote rund ums Wandern. Das ist

mehr als eine stolze Leistung.

Thomas Reunert

Sebnitz 2016

Wandertag 2016 - Sebnitz.

Die SGV-Delegation Wandertag

2019 bewirbt sich in Sebnitz

und erhält den Zuschlag

24.06.2016

Iserlohn 2001

50.000 Besucher beim Höhepunkt des

101. Deutschen Wandertages 2001 in

Iserlohn – unvergessen diese Bilder

Deutscher Wandertag 2001 –

Bundespräsident Rau bei seiner

Ansprache am Iserlohner Wahrzeichen,

dem Danzturm

S'Ourland

Outdoor-Funcontest

Platz 1 S'Ourland, die junge

Marke des SGV zieht junge

Menschen in ihren Bann –

hier die Siegermannschaft

beim Outdoor-Fun-Contest

2015.

Oktober 2015 – SGV-Präsident Dr. Andreas

Hollstein begrüßt zur Ehrung

Kranzniederlegung durch Manfred

Küchler und Edgar Rüther

125 JAHRE SGV

37


Sauerland trifft Ruhrgebiet - Zum Jubiläum

ein tolles Gebirgsfest ganz ohne Grenzen

Am 04. und 05. Juni 2016 feierte der

SGV – der drittgrößte Wanderverein

Deutschlands – zum 68. Mal sein

traditionelles Gebirgsfest. In diesem

Jahr fiel die Wahl als Hauptaustragungsort

auf die Stadt Bochum.

„Nicht nur das Sauerland gehört

zu unserm Vereinsgebiet. Wir sind

stolz, auch zahlreiche Abteilungen im

gesamten Ruhrgebiet zu unserer großen

SGV-Familie zählen zu dürfen“,

erklärte SGV-Präsident Dr. Andreas

Hollstein in seiner Eröffnungsrede am

Samstagabend (1). Mehr als 200 Mitglieder

und Freunde des Vereins hatten

sich zum Jubiläumsfestakt in der Gastronomie

im Stadtpark eingefunden, um

gemeinsam das 125-jährige Jubiläum

des Gesamtvereins und das der Abteilung

Bochum zu feiern. „Nicht nur bei

uns im Sauerland gibt es schöne Natur

und ausgezeichnete Wanderwege zu

entdecken, sondern auch hier bei unseren

Gastgebern im schönen Bochum“,

so Hollstein weiter.

Begonnen hatte das zweitägige Wander- und Familienfest

bereits am Samstagmorgen. Zahlreiche Wanderer aus dem

gesamten Vereinsgebiet, das sich vom Rhein bis zur Diemel

und von der Lippe bis zur Sieg erstreckt, waren in aller Frühe

angereist, um gemeinsam an einer der geführten Wanderungen

und Radtouren teilzunehmen.

„Ich hätte nie gedacht, dass das

Ruhrgebiet so schön sein kann“,

hörte man als Fazit der Wanderer

mehr als einmal. Insgesamt wurden

elf Wanderungen an beiden Tagen

des Festes angeboten. Vielerorts

kerhten die Teilnehmer nach erfolgreicher

Tour in den Heimen und Hütten

des SGV ein.

Gegen 17.00 Uhr traf man sich dann

zum großen Galaabend in der Gastronomie

im Stadtpark anlässlich des

125-jährigen Jubiläums, zudem über 200 Gäste gekommen

waren. Eröffnet wurde der Festakt von SGV-Präsident Dr.

Andreas Hollstein, der ebenfalls der SGV-Abteilung Bochum

zum 125-jährigen Bestehen gratulierte. Zu den geladenen

Gästen zählten NRW-Landtagspräsidentin Carina

Gödecke, Bürgermeisterin Gabriela Schäfer

und Staatssekretär Bernd Neuendorf (2),

die die Gäste im Namen von Stadt und Land

herzlich begrüßten. Besonders freute sich der

Geschäftsführer des SGV, Christan Schmidt,

über die Neumitgliedschaft der NRW-Landtagspräsidentin

im Gesamtverein.

5

1

Stellvertretend für den Deutschen Wanderverband und

die Europäische Wandervereinigung waren DWV-Präsident

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und der 1. EVW- Vize-

Präsident Aloys Steppuhn geladen, die in ihren Ansprachen

ihre Verbundenheit zum SGV zum Ausdruck brachten.

SGV-Hauptfachreferent für Kultur Dr. Peter Kracht

nahm das Publikum mit einem

Bildervortrag mit auf die

2

Reise durch die 125-jährige

Vereinsgeschichte.

Christian Schmidt begrüßte

stellvertretend für die zahlreichen

Partner und Förderer

des Sauerländischen Gebirgsvereins

Kerstin Raschke von

der Brauerei Veltins, Herrn

Baldus vom Outdoorausstatter

Fifty Five, Herrn Kühlen von der Gothaer

Versicherung und dankte ihnen für die langjährige

Unterstützung und die großartige

Zusammenarbeit.

Neben den vielen festlichen Reden sorgte

Heimatkabarettistin „Hettwich vom Himmelsberg“

(4), die die Wanderer mit einem

Augenzwinkern aufs Korn nahm, für gute

Stimmung. Letzter Programmpunkt

war die „Knallerlesung“ von Wanderpapst

Manuel Andrack (5), der

mit seinen Sprüchen ebenfalls für

eine gute Unterhaltung der Gäste

sorgte.

Der Sonntag, 5. Juni, stand ganz

im Zeichen der Familie. Auf dem

4

Vorplatz der Gastronomie im Stadtpark

Bochum veranstaltete der SGV

bei schönstem Wetter das große

Wander- und Familienfest. Offiziell eröffnet wurde

das Fest um 12.00 Uhr vom SGV-Präsidenten und dem

Oberbürgermeister der Stadt Bochum Thomas Eiskirch.

Letzterer wurde im Rahmen des Gebirgsfestes

offiziell als Mitglied in den SGV

3

aufgenommen (3). Bei Live-Musik und

vielen Attraktionen für die ganze Familie

verbrachten ca. 2.500 Besucher einen

abwechslungsreichen Tag. Höhepunkt

am Sonntag war der traditionelle Festumzug,

an dem viele Ortsgruppen aus

nah und fern teilnahmen. Im Anschluss

wurde der Gebirgsfest-Wimpel von den

Gästen aus Sundern – die im Jahr 2014

das 67. Gebirgsfest ausgerichtet hatten – an

die Abteilung Bochum überreicht. Diese wird

nun nach zwei Jahren den Wimpel wandernd

zum Austragungsort des 69. Gebirgsfestes

tragen.

38 KREUZ&QUER 3/16


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SGV-Aktiv-Magazins „Kreuz & Quer“

- 43.000 km Wanderwege,

die Jahr für Jahr neu markiert werden

- Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten in über

80 SGV-Heimen und -Hütten

- Haftpflicht- und Unfallversicherung bei Veranstaltungen des SGV

- Nutzung der Angebote des SGV-Jugendhofes,

der SGV-Wanderakademie NRW und des SGV-Naturschutzzentrums

(10 Prozent Preisnachlass für SGV-Mitglieder)

- bundesweite Vorteilsangebote durch die DWV-Mitgliedskarte

Weitere Informationen

gibt Ihnen gerne:

Birgit Irre

Mitgliederverwaltung

mitglied@sgv.de

Tel. (02931) 5248-17

Ein Verein zum Erleben.

Wir sind der drittgrößte Wander- und Freizeitverein bundesweit und der größte Nordrhein-Westfalens.

Mit 242 Abteilungen sind wir vom Rhein bis zur Diemel und von der Lippe bis zur Sieg vor Ort aktiv.

Über 35.000 Menschen haben sich für eine Mitgliedschaft in unserem Verein entschieden.

Und warum? Weil wir alle die gleiche Leidenschaft teilen – das Wandern und die Freizeitgestaltung

in der Natur.

Mein SGV ...

... bietet mir viele schöne

Erlebnisse und einzigartige

Momente mit tollen Menschen

Meine SGV-Jugend ist

die Zukunft des Vereins!

in der Natur! Claudia Schmitz

Claudia Schmitz

SGV-Vizepräsidentin

BURG ALTENA

Claudia Eisenstein

Geschäftsführerin Deutsche Wanderjugend LV NRW. e.V.

Dr. Andreas Hollstein

SGV-Präsident

39

KREUZ&QUER 3/15

... zeigt mir jeden Tag,

wie unverzichtbar Engagement

für Menschen und auch für

unsere Natur und Umwelt ist.

Manfred Küchler

SGV-Hauptfachreferent für Heime und Hütten

SGV-JUGENDHOF

... gibt mir Gelegenheit, in den

abteilungseigenen Heimen und

Hütten mit Freunden in geselliger

Runde zu sitzen und mich mit

ihnen austauschen zu können.

Liebe Wanderfreundin, lieber Wanderfreund,

und was ist der SGV für Dich?

Mitmachen und jeden Monat tolle Preise gewinnen!

Weitere Infos und Teilnahmebedingungen unter

125 JAHRE SGV

39

www.sgv.de


So vielfältig wie der SGV – so vielfältig sind auch seine Feiern

zum 125-jährigen Bestehen. Am Anfang steht immer

eine Idee. Die Idee von einem Gebirgsverein oder eben die

Idee zu einer Jubiläumsaktion. Unser SGV hat einmal mehr

seine bunte Seite gezeigt und viele Feste feste gefeiert.

Hier ein kleiner Rückblick auf die Feiern der vergangenen

Monate (ohne Garantie auf Vollständigkeit):

Altena – der SGV feierte am 12. September 2015

sein Jubiläum mit einem fröhlichen Fest in der

Burg Holtzbrinck. Unterhaltung – unter anderem

trat ein Shanty-Chor auf –, Tanz und gemeinsames

Beisammensein mit Essen waren den SGVern wichtiger

als lange Reden. Gesungen wurde auch selbst,

weil der SGV Altena einen eigenen Chor hat. Zu

den zahlreichen Gratulanten gehörten der Landrat

des Märkischen Kreises Thomas Gemke und der

SGV-Präsident Dr. Andreas Hollstein.

Die Abteilung Altena gehört zu den ältesten in

der SGV-Familie. Die Wanderbewegung schloss sich hier noch vor dem

Hauptverein zusammen. Als dieser gegründet wurde, gab es in Altena schon

30 aktive Wanderfreunde. Der Altenaer Lehrer Richard Schirrmann wurde

Ortsvorsitzender und aus dem Wandern entstand auch die Idee der Jugendherbergsbewegung.

.

Arnsberg – Die SGV-Abteilung Arnsberg feierte am

Samstag, 16. Januar 2016, mit rund 70 geladenen

Gästen den Start in ihr Jubiläumsjahr im großen Saal

des SGV-Jugendhofes. Nach einem obligatorischen

Sektempfang konnten sich die Arnsberger SGVer

besonders über die überbrachten Gratulationen in

Verbindung mit kurzweiligen Ansprachen der „Offiziellen“

freuen. Das Ensemble „Ruhrtaler Doppelquartett“

begleitete das Programm mit klassischen und

modernen Gesangstücken.

Die Arnsberger Abteilung hat rund 720 Mitglieder.

Bei der Feierstunde bezeichnete SGV-Präsident Dr.

Andreas Hollstein sie als „SGV-Premiumabteilung“.

Ein besonderer Höhepunkt der Abteilung Arnsberg war

der 90. Deutsche Wandertag im Jahre 1990 in Arnsberg.

Assinghausen, Brilon und Olsberg – im Hochsauerland haben sich drei

Abteilungen zusammengetan, um ihr Jubiläum zu feiern. Folgerichtig hatten

sie für ihr Motto die Geburtstage einfach addiert: „375 Jahre SGV – Gemeinsam

wandern und gemeinsam feiern“ – das war die

Losung am Samstag, 18. Juni 2016, beim Fest im

Schinkenwirt in Olsberg. Zunächst gab es geführte

Touren zum Beispiel auf dem Gewerkenweg, der

einem die lange Bergbaugeschichte der Region

vermittelt. Außerdem wurde der insgesamt rund

43 Kilometer lange Kneippweg gezeigt, der gerade

zum schönsten Wanderweg in NRW gewählt

worden ist.

Glückwünsche kamen bei der gemeinsamen Feier

von vielen Seiten. Dabei wurde besonders die

touristische Bedeutung der SGV-Abteilungen her-

Die Burg Holtzbinck in Altena war der perfekte Festort.

Wimpelübergabe beim 375-Jahre Jubiläum in Olsberg.

Foto: Andreas Weller

Ein kleines ABC der Jubiläums-Aktivitäten der SGVausgestellt.

Zur Sprache kam auch das Thema Windräder. Hierbei erneuerten

Politiker Kritik an den Plänen, weitere Windräder auf den Sauerländer Bergen

aufzustellen. Zwischenzeitlich wurde das Programm immer wieder aufgelockert

durch musikalische und humoristische Einlagen. Unter anderem spielten

Alphornbläser.

Attendorn – Ein Doppeljubiläum konnte die SGV-Abteilung Attendorn am 22.

August 2015 feiern. Vor 125 Jahren wurde die Abteilung gegründet und vor 75

Jahren wurde die SGV-Hütte oberhalb des Biggesees errichtet. Die Jubiläen

wurden bei super Wetter gebührend in der der Stadthalle Attendorn gefeiert.

Die Festveranstaltung unter dem Motto „… lass

Dich überraschen! Es wird schon mal etwas lauter

… dann wieder leiser … aber bestimmt unterhaltsam!“

fand dann am Abend in der Stadthalle statt.

Viele waren gekommen und bereuten es nicht. Zum

Jubiläum gab es kurze und knackige Festreden,

aber vor allem viel zu sehen und zu lachen: eine

Kinder-Tanzgruppe, Rock´n´Roll-Tänzerinnen, die

Gassenhauer und ein Bauchredner erfreuten die

Gäste. Zum Schluss gab es Tanzmusik.

Dass es beim Wandern und rund

ums Wandern immer wieder

lustige Erlebnisse gibt, hat die

Abteilung in ihrer Festschrift der besonderen Art in einer

„Dönekensammlung“ dargestellt – mit zahlreichen

Anekdoten und Begebenheiten, die sich bei Wanderungen

der Abteilung zugetragen haben. Abgerundet

wird das Heft durch zehn Wandervorschläge rund

um Attendorn.

.

Bochum – Die SGV-

Abteilung Bochum feierte

ihr Jubiläum im Rahmen

des 68. SGV-Gebirgsfestes

und der Feier des Gesamtvereins

in Bochum am 4. und 5. Juni

2016 in Bochum. Siehe auch die Berichterstattung

zum Jubiläumsfest auf Seite

38.

Bunte Farben zum Jubiläum

in Attendorn. Grevenbrück – Die SGV Abteilung Grevenbrück

hat ihr Jubiläum gleich zweimal gefeiert: Ein besonderes

Event fand am 8. Juli 2015 auf dem Meilerplatz statt. Dort feierten

die Wanderfreunde mit einem umfangreichen Programm unter dem Motto

„Wandertag 125 Jahre SGV“. Für die Unterhaltung sorgten eine Voksliedergruppe,

ein Bläsercorps und eine Band. Das zweite Mal hat die Grevenbrücker

ihr Jubiläum im Rahmen der 875 Jahr Feier von Grevenbrück begangen. Die

Abteilung hat nämlich am 13. September 2015 am historischen Festumzug

mit einem Wagen und einer Fußgruppe teilgenommen.

In Grevenbrück bildete sich noch vor dem Hauptverein

eine SGV-Abteilung. Nach nur zwei Jahren

hatte sie schon 87 Mitglieder. Das Jahr 1912 war

mit dem 15. Gebirgsfest ein Höhepunkt im jungen

Vereinsleben der Abteilung Die SGV Abteilung

kam durch Kriegseinwirkungen mehrfach zum

Erliegen, die Mitgliedschaft wurde aber aufrecht

erhalten. Heute zählt die Abteilung 140 Mitglieder

im Alter von 2 bis 89 Jahre. Ein weit angelegtes

Wegenetz von 150 km wird von der SGV Abteilung

unterhalten.

40 KREUZ&QUER 3/16


Abteilungen...

Hagen – Am Samstag, 4. Juni 2016, feierte

die SGV-Abteilung Hagen – zeitgleich mit der

Gesamtfeier des SGV in Bochum – ihr Jubiläum.

Der Geburtstag wurde vor allem im Rahmen

zweier Wanderungen und bei einer Einkehr und

einem Jubiläumsfest im Restaurant Tanneneck

in Hagen-Selbecke gefeiert. Die eine Wanderung

war ein Schnadegang und eine Bezirkswanderung.

Die zweite Wanderung war kürzer

und führte fast direkt zum Ort der Jubiläumsfeier.

Die SGV-Abteilung Hagen hat zur Zeit rund 270

Mitglieder und bietet circa 200 Wanderungen

im Jahr an. Seit 2006 gibt es auch eine Nordic

Walking Gruppe.

Festredner Peter Kracht gab in Grevenbrück einen

Rückblick auf die Vereinsgeschichte.

Hemer – Mehr als 120 Gäste konnte die

SGV-Abteilung Hemer am Samstag, 23. Juli

2016, im Jugend- und Kulturzentrum begrüßen

- unter ihnen Abordnungen der SGV-

Abteilungen Deilinghofen, Frönsberg,

Iserlohn, Letmathe, Menden und

Balve. Landrat Thomas Gemke

betonte, Wandern sei

ein Trendsport, bei dem

man sich auch wunderbar

unterhalten könne.

Der Jubiläumsabend war aber nicht nur von Reden

geprägt, sondern durch fröhliche Einlagen. Dabei

half der Mundwerker aus Sundern, aber vor allem

die humorvoll vorgetragene, detaillierte Chronik der

Abteilung.

Auch in Hemer setzt man auf die Zukunft. So soll

der nächsten Generation vermittelt werden, dass sich

der Reichtum einer Gesellschaft

auch in der Fähigkeit

zeigt, die Natur zu genießen.

Rund 300 Wanderer kamen zum Fest nach Hüsten.

Herdecke – Die Wanderfreunde feierten am

09. April 2016 im Ruhrfestsaal des Zweibrücker

Hofs. Die Abteilung Herdecke wurde am 15.

März 1891 gegründet. Bei der Jubiläumsfeier

mit dabei war auch Anna Pustolla – sie ist seit

fast 45 Jahren Mitglied im SGV und mit 101

Jahren das älteste Mitglied in Herdecke. Die

Ansprachen waren kurz, das Essen und die Gespräche

erste Klasse.

In Herdecke wurde schon 1894 das erste Gebirgsfest

veranstaltet. 1912 hatte der Verein schon 80 Mitglieder. 1981 waren

es über 250. Neben Tageswanderungen stehen auch immer mehr Wanderwochen,

Tagesfahrten und Ausflüge auf dem Programm. Durch mehr Öffentlichkeitsarbeit

und durch zwei öffentliche Hundewanderungen konnte dem

Mitgliederschwund entgegengewirkt werden.

Die Abteilung Herdecke feierte im Ruhrfestsaal.

Rammberghalle zu einem Kino: Gezeigt wurde

der Film „125 Jahre SGV Abteilung Herscheid“.

Diesen knapp 40-minütigen Film hat der SGV

in Herscheid extra produzieren lassen. Darin

geht es unter anderem um die Entstehung und

Entwicklung des Vereins und den Tourismus in

Herscheid, die Wanderkarten, die Kennzeichnung

der Wege, die Nordhelle, den Robert-Kolb-Turm,

das Reibekuchen-Backen, Volkswanderungen

und die Zukunftsaussichten. Neben zahlreichen

historischen Dokumenten wurden auch Luftbilder,

Reportage- und Interview-Ausschnitte gezeigt.

In Herscheid schlossen sich vor 125 Jahren 31

Männer zur fünften Abteilung des Sauerländischen

Gebirgsvereins zusammen. Heute betreut

der dortige SGV über 200 Kilometer Wanderwege.

Hüsten – Der Festakt am 11. Juni 2016 stand

unter einem guten Stern: Er fand bei gutem Wetter

am SGV- Wanderheim „Zur Breloheiche“ statt.

Rund 300 Besucher kamen zu der Jubiläumsfeier.

Nach dem offiziellen Teil sorgte Party-Musik

für gute Laune auf dem Gelände rund um das

SGV-Wanderheim. Bis in den späten Abend dauerte

diese gelungene Feier.

Auch für Kinder und Jugendlichen wurde viel geboten. Im Pfadfinderzelt konnten

sie unter anderem an einem Wettbewerb teilnehmen. So sollte ein Name

für das SGV-Jubiläumskälbchen gefunden werden, das der Verein angeschafft

hat. Es ist aber kein lebendiges Kalb, sondern vielmehr das Ortssymbol von

Hüsten. Der Clou ist der rote Rucksack auf seinem Rücken und das SGV-Logo.

Von der guten Stimmung zeugen auch die über 200 Fotos, die die Abteilung

auf ihre Internet-Seiten gestellt hat. Eben dort findet man auch eine Chronik

der Abteilung von 1891 bis heute.

Iserlohn – Die SGV-Abteilung feierte gleich

drei Tage – vom 18. bis 20. September 2015 –

ihr 125-jähriges Bestehen. Höhepunkt war das

große Fest im Varnhagenhaus am 19. September

2015. Alles begann schon am Freitag mit

einem Volksliedersingen am Forsthaus Löhen.

Daran wirkten drei Chöre bzw. Musikgruppen

mit. Auch der eigene Singkreis des SGV-Iserlohn

war natürlich darunter. Am Samstag gab

es dann eine fröhliche Feier zum Jubiläum.

Mit dabei drei Musikgruppen und Künstler.

Das Festwochenende klang am Sonntag aus

mit einem ökumenischen Gottesdienst mit anschließender Wanderung zum

Forsthaus Löhen, wo die Gäste mit Speis` und Trank versorgt wurden.

In Iserlohn hat Prof. Ernst Danz, Lehrer am Iserlohner Realgymnasium, am 22.

September 1890 den Iserlohner SGV ins Leben gerufen.

>

Herscheid – Die Rammberghalle in Herscheid-Hüinghausen war genau

der richtige Ort für die Jubiläumsfeier der SGV-Abteilung Herscheid am 7.

November 2015. Sie war auch in Herscheid der Höhepunkt des SGV-Jahres.

Knapp 200 Menschen haben die Feier miterlebt. Krönungen des über vier

Stunden langen Programms mit gutem Essen waren die Auftritte der Four

Valleys und von Änne aus Drüpplingsen. Anschließend verwandelte sich die

125 JAHRE SGV

41


Ein kleines ABC (2): Von der Streuobstwiese bis zur

Letmathe – Die Abteilung Letmathe feierte am

26. Juni 2016 ihr 125-jährige Bestehen zusammen

mit ihrem Sommerfest am SGV-Wanderheim Letmathe.

Kein großer Festakt, sondern vielmehr ein

Familienfest. Es gab eine kleine Talkrunde mit Politikern

zum Thema Wandern. Dabei betonten sie

übereinstimmend, der SGV repräsentiere ein Stück

Heimat, sorge für die Heimatverbundenheit bei den

Menschen, aber auch für deren Gesundheit und für

den Naturschutz. Außerdem lobten die Politiker den

sehr großen ehrenamtlichen Einsatz des SGV bei der

Markierung der Wanderwege. Wichtige Aufgabe für

die Zukunft ist nach Ansicht der Landespolitiker der

Bereich „Schule und Wandern“.

Erinnert wurde auch an Johann Wolfgang von Goethe und sein Zitat: „Nur wo

du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“. Für Unterhaltung sorgte

unter anderem auch der Mundwerker Michael Klute. Für die Kinder gab es

eine Hüpfburg und sie konnten sich an der Torwand austoben.

Lippstadt – Die SGV-Abteilung hat das Jubiläum mehrfach gefeiert: Zunächst

gab es am 27. Juni 2015 im "Kasino" in Lippstadt einen Festakt zum

125-jährigen Bestehen. Für alle Mitglieder der Abteilung gab es im Rahmen

des jährlichen Sommerfestes am 5. Juli 2015 eine Jubiläumsfeier im Pfarrzentrum

in Lippstadt-Cappel.

Von bleibendem Wert für die Bevölkerung der Stadt Lippstadt: In Zusammenarbeit

mit der Stadtverwaltung wurde in Lippstadt-Lipperode eine öffentliche

Streuobstwiese bepflanzt. Außerdem gab es eine

Festschrift. Neben herkömmlichen Wanderungen

gibt es in Lippstadt auch kulturhistorische Wanderungen,

Gesundheitswanderungen, naturkundliche

Exkursionen und auch Wanderungen im gemäßigten

Tempo. Fahrradwanderungen gehören ebenso zum

Programm wie Walking. Knapp 350 Mitglieder hat

die Abteilung und 35 ehrenamtliche Wanderführer.

Medebach – Die SGV-Abteilung Medebach hat

am 1. Mai 2016 ein großes Jubiläumsfest gefeiert.

Schon am Freitag wurde eine Winterlinde von

Grundschulkindern gepflanzt und ein Gedenkstein

enthüllt. Am 1. Mai ging es nach dem Gottesdienst

zu Fuß nach Glindfeld zu Lefarth‘s Scheune. Von

dort zur ebenfalls 125-jährigen alten Douglasien (Waldriesen) im Jungholz.

Im Anschluss gab es ein fröhliches Beisammensein in und an der Festscheune

und im extra aufgebauten Festzelt.

Im Vorfeld hat die Abteilung im Medebacher Heimatmuseum eine Sonderausstellung

über die Geschichte des SGV zusammengestellt. Sie zeigt von alten

Schriftstücken aus der Gründerzeit bis zu den heutigen Aktivitäten mit vielen

großformatigen Bildern einen Querschnitt durch das Vereinsleben. In Medebach

gründeten Ärzte, Landvermesser und Rechtsanwälte den SGV. Damals

trugen sich 34 Mitglieder der besseren Gesellschaft in die Mitgliederliste ein.

Für viele der weitgesteckten Aufgaben des SGV hatten

jedoch damals manche Bürger kein Verständnis, da

ihnen das Neue nicht gefiel und ihrem Naturell nicht

entsprach.

Menden – Unter dem Zeltdach des Rathauses in

Menden feierte der dortige SGV am 6. September

2015 sein Jubiläum. Es gab natürlich Musik, einen

Festvortrag und selbstverständlich wurde gewandert.

In Letmathe feierte der SGV sein Jubiläum zusammen

mit dem Sommerfest.

Sonderausstellung über die SGV-Geschichte in

Medebach.

Die musikalische Begleitung der Feier hatte das

Seniorenorchester Münster übernommen.

Mit dabei auch der damalige Bürgermeister Volker

Fleige. Zum Jubiläum ist eine Festschrift

erschienen. Zur Erinnerung an das Jubiläum

haben die SGV-Mitglieder in Menden auch zwei

Bäume gepflanzt. Genau am Gründungstag, dem

29. Oktober, wurde eine Traubeneiche – Baum

des Jahres 2014 – und ein Feldahorn – Jahresbaum

2015 – in die Erde gebracht.

Auch der SGV in Menden hat mit Nachwuchssorgen

zu kämpfen. Die Mitgliederzahl ist in den

vergangenen Jahren gesunken. Dabei wird viel

getan. Und man ist überzeugt, dass sich bei

22 Euro Jahresbeitrag noch viele Wanderfreunde

finden lassen sollten, die eine Mitgliedschaft vor allem als ihr Dankeschön

für die geleistete Arbeit ansehen. Die Mendener Abteilung ist für rund 64

Kilometer Wald- und Wanderwege im Stadtgebiet zuständig.

Meschede – Rund 140 Menschen – SGVer aus der Region Hochsauerland

und Gäste aus Nah und Fern – waren gekommen, um bei herrlichem

Sommerwetter am 30. August 2015 den 125. Geburtstag des

SGV-Meschede zu feiern. Ort der Feier war die Schützenhalle

Nord in Meschede. Nach der Begrüßung machten

sich etwa 85 Wanderer in zwei Gruppen auf den Weg.

Die zahlreichen Gäste von anderen Abteilungen, Vereinen

und aus der Politik gratulierten und würdigten

die Verdienste der Abteilung u.a. in den Bereichen

Wandern, Wegezeichnen

und Geselligkeit.

Es gab einen humorvollen

Beitrag über einen

Wanderführer, und

die "Fröhlichen Hausmusikanten"

sangen Wanderlieder

zum Mitsingen. Nach

der Wimpelausgabe und einem

Abschiedslied klang ein schöner Tag

aus. Eine beim Vorstand und den Wanderführern

erhältliche Festschrift, gibt interessante

Rückblicke in die 125jährige Geschichte der

SGV-Abteilung Meschede.

Münster – Der SGV Münster hat am Samstag, 18. Juni 2016, sein 125-jähriges

Bestehen gefeiert. Im Bürgerzentrum Hof Hesselmann in Mecklenbeck

gab es für die rund 125 anwesenden Vereinsmitglieder eine anspruchsvolle,

abwechslungsreiche und rundherum gelungene Veranstaltung. Vor Beginn

waren zahlreiche Wanderer und Radler am Festplatz eingetroffen, die an den

drei Sternwanderungen unterschiedlicher Länge und an einer 50 km-Radtour

zum Jubiläum teilnahmen.

Am anschließenden Festakt beteiligten sich viele Akteure des Vorstandes

und externe Gruppen. Die Schwerpunkte des Programms waren neben den

Festrednern eine Leinwand-Präsentation mit

Fotos aus dem Vereinsleben, die Daten und

Fakten der Vereinshistorie, die Musik- und

Liedbegleitung durch das Seniorenorchester

Münster und nicht zuletzt, die Schauspieler

des Improvisationstheaters „RatzFatz“.

Die SGV-Abteilung Münster hat rund 450

Mitglieder und ist damit eine der größeren

Abteilungen in Nordrhein-Westfalen.

42 KREUZ&QUER 3/16


Sorge für den Nachbarn

Neheim – Als die SGV-Abteilung ihr Jubiläum am 30. Mai 2015 feierte, hatte

der Himmel kein Einsehen mit den Wanderfreunden. Starkregen, Hagelschauer

und Sturmböen überfielen vorübergehend das Wanderfest zum 125-jährigen

Bestehen, das in Erwartung vieler Gäste auf dem Festplatz am Fresekenhof

stattfand.

Doch die Kapriolen des Wetters konnte die Wanderer nicht schrecken. Abordnungen

von immerhin 20 SGV-Abteilungen aus Nah und Fern konnten

die Neheimer schließlich im Anschluss an eine Sternwanderung im Festzelt

begrüßen. Es wurde an die mehr als vier Generationen von Menschen erinnert,

die den Neheimer SGV gelebt, geführt und geprägt

haben. Neheim gehörte zu den ersten 27 Touristenvereinen,

die sich sogleich dem Aufruf anschlossen.

In der Stadt Arnsberg und in der Region Mittleres

Sauerland, der mit 4400 Mitgliedern stärksten Region

des SGV, war der SGV Neheim die erste Abteilung,

die ihr Jubiläum begangen hat. Als Dank und zur

Erinnerung nahmen die Gastabteilungen Fahnenbänder

mit dem Neheimer Jahresmotto „125 Jahre ein

starkes Stück Heimat” für ihre Wimpel mit

nach Hause.

Oberkirchen (Schmallenberg)

– Die Jubiläumsfeier war

am 23. August 2015 in der

Schützenhalle Oberkirchen. Zunächst stand eine gemeinsame

Wanderung mit befreundeten Vereinen

auf dem Programm. Anschließend gab es am Nachmittag

einen Festakt in der Schützenhalle. Dabei

wurden auch die Wimpelbänder ausgegeben. Das

alles bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen

Temperaturen. „Wir sind überglücklich über

das Wetter, den Festverlauf und vor allem die vielen

Besucher, die zu uns gekommen sind“, erklärte der Vorsitzende

Andre Mergheim.

Die Abteilung Oberkirchen wurde schon 1890 gegründet. Heute

hat sie rund 300 Mitglieder. Die Oberkirchener Abteilung erhält

neben den Wegen und Bänken auch Naturschutzflächen – zum Beispiel

die Pütte, legt Streuobstwiesen an und unterhält Vogelnistkästen.

Der SGV in Soest zeigte ein Herz für Nachbarn

in Not. Hauptgewinn: ein Fahrrad.

Olpe – Dass man auch seine eigene Hütte als guten Ort für eine Jubiläumsfeier

nutzen kann, hat die SGV-Abteilung Olpe bewiesen. Am Wochenende, 19.

und 20. September 2015, wurde an und in der SGV-Hütte „Grube Rhonard“

gefeiert. Es begann am Samstag mit einem Frühschoppen. „Die Gassenhauer“

waren mit ihrer volkstümlichen Unterhaltungsmusik, Schlagern und

Partyklassikern dabei.

Am Sonntag startete die offizielle Jubiläumsfeier dann mit zwei geführten

Wanderungen. Ziel war wieder die SGV-Hütte. Anschließend gab es wieder

Musik – unter anderem mit Alphornbläsern.

Soest – Die Wanderfreunde der Abteilung Soest feierten

ihr Jubiläum am 10. Oktober 2015 in der Schützenhalle in

Soest-Müllingsen mit einem kurzen Festakt. Anschließend

ging es hinaus in die Natur. Die meisten zu Fuß. Es starteten

aber auch zwei Fahrradwandergruppen. Alles unter dem

Motto „Wandern ist out? Weit gefehlt!“ Die Abteilung Soest

weiß es besser und bilanziert: Wandern erfreut sich immer

größerer Beliebtheit. Im Jahr 1991 zählte der Verein 206

Mitglieder, im Juli 2015 waren es stolze 397. Damals gab

es 17 Wanderführer, heute 50. Vor 24 Jahren wurden 41

geführte Wanderungen gezählt, in diesem Jahr schon 131

und 167 geführte Radtouren. Die Geschichte des SGV ist

also eine Erfolgsgeschichte.

Auch in Soest ist eine dicke Festschrift zum Jubiläum erschienen.

Zehn Honoratioren der Stadt waren die Gründungsväter des SGV in

Soest. Und dass Wanderer auch ein Herz für Nachbarn in Not haben, zeigten

die Soester im Rahmen ihrer Jubiläumsfeier. Sie veranstalteten eine Tombola

und spendeten 400 Euro an die Aktion „Nachbar in Not“. Hilfe zur Selbsthilfe!

Sundern – Die SGV-Abteilung Sundern hat am „Tag des Wanderns“, dem 14.

Mai 2016, ihr Jubliäum gefeiert. Es gab einen gemütlichen Tag in der Grillhütte

„Zum Alten Sundern“. Zum Jubiläum ist auch eine ausführliche Chronik auf

den Internet-Seiten der Abteilung erschienen.

Das abschließende Fazit lautet: „Das Vereinsleben ging ständig auf und ab.

So gab es ruhige Jahre, ja sogar Stillstand. Aber auch Jahre, wo man dem

Verein „die Bude einlief“. Derzeit läuft der Verein in relativ ruhigem Wasser.

Aber der demographische Wandel und die modernen Zeiten mit verändertem

Freizeitverhalten gehen nicht spurlos am Verein vorbei.“ Auf dem Gebirgsfest

in Bochum am 5. Mai 2016 erhielt die SGV-Abteilung Sundern Glückwünsche >

TOURISMUS NRW GRATULIERT...

... dem Sauerländischen Gebirgsverein zum 125-jährigen Jubiläum.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit für den

Natur- und Aktivtourismus im Reiseland Nordrhein-Westfalen.

125 JAHRE SGV

43

www.touristiker-nrw.de I www.dein-nrw.de


Eine kleines ABC (3): Balve feiert in Kult(ur)-Höhle

zu ihrem 125-jähriges Bestehen. Im Schreiben

des Präsidenten Dr. Andreas Hollstein und des

Geschäftsführers Christian Schmidt heißt es:

"Anfangen ist oft das Schwerste aber Treubleiben

das Beste."

Unna – Die SGV-Abteilung Unna feierte ihr

Jubiläum am 31. Oktober 2015 im Hotel Katharinenhof

in Unna. Mit 140 Gästen wurden die

Erwartungen weit übertroffen, so dass der Saal

aus allen Nähten platzte. Neben den Mitgliedern

und Vertretern des Gesamtvereins konnten etliche

Gäste aus der Politik begrüßt werden. Neben dem Landrat des Kreises Unna die

stellvertrende Bürgermeisterin der Stadt Unna und mehrere Fraktionsvorsitzende

aus dem Rat. Zur Unterhaltung trugen neben einem Fotovortrag zur 125-jährigen

Geschichte von Dr. Peter Kracht auch die Mittwochswanderer mit mehreren

Liedern bei. Pünktlich zum Jubiläum wurde die Geschichte der letzten 25 Jahre

fertiggestellt und an die Gäste verteilt. Die Neugier war so groß, dass viele direkt

mit dem Schmökern begannen.

Warstein – Christi Himmelfahrt, den 14. Mai 2015, hatten sich die Wanderfreunde

aus Warstein für ihre Jubiläumsfeier ausgesucht. Der Festtag startete mit

einer Wanderung. Anschließend folgte eine Plattdeutsche Messe an der Kapelle

Altenwarstein und dann ging es zur Feier an der Vereinshütte Haus Rosenegge.

Winterberg – die Ortsgruppe hätte sich vor eineinhalb Jahren fast aufgelöst,

weil sie kein Vorsitzender mehr fand. Jetzt haben sich vier Menschen bereit

erklärt, den Verein weiterzuführen. Es gibt wieder ein Programm mit Wandern und

Mountain-Bike-Touren. In diesem Jahr steht sogar eine mehrtägige Wanderung

auf dem Programm und es gibt schon wieder neue Mitglieder. Allerdings hat

es die Abteilung bei der ganzen Neuausrichtung nicht geschafft, auch noch

eine Jubiläumsfeier auszurichten. Dafür wandern die Winterberger zu anderen

Feiern – unter anderem zum SGV Medebach. Der SGV in Winterberg hat zur Zeit

86 Mitglieder. Zwei Mal im Monat werden geführte Wanderungen angeboten.

Außerdem versucht die Abteilung eine weitere

Vernetzung der Angebote der Vereine untereinander

zu fördern.

Scheckübergabe zum Jubiläum an die SGV-Abteilung

Sundern

Winterberg: Es geht wieder aufwärts! Statt eigener

Jubiläumsfeier ging´s zu den Nachbarn.

Witten – Die Zeche Nachtigall im Muttental

ist nicht nur die Wiege des Ruhrbergbaus, sie

war auch der ideale Ort für die Jubiläumsfeier

der Wittener Wanderfreunde. Rund 300 Besucher

aus ganz NRW kamen zu dem Fest am

17. Mai 2015, hörten zu und schunkelten mit.

Die Wittener Wanderfreunde hatten ihr Jubiläum

gemeinsam mit den traditionellen Freundschaftssingen

gefeiert. Wanderschuhe brauchen

die Gäste auf dem Gelände des Industriemuseums

in unmittelbarer Nähe der Ruhr nicht. Stattdessen

wurde viel gesungen. Dabei halfen auch die Kutscherhausjungen

aus Wattenscheid. Für die Zukunft

wünscht sich die Abteilung Witten vor allem, dass

diese schöne Stimmung im Verein erhalten bleibt

und wir weiterhin viele Menschen für das Wandern

begeistern können.

Der SGV Witten hat heute rund 160 Mitglieder.

Einige davon sind für die Wegezeichnung zuständig.

Immerhin 240 Kilometer Wanderwegstrecke werden

von ihnen betreut. Neben dem Spaß am Wandern stehen auch die Themen Umwelt-

und Naturschutz ganz oben auf dem Zettel. Der SGV Witten unterhält mit

der Steigerhütte auch ein eigenes Vereinsheim im Muttental.

Zukunft – Am 27. August 2016 will die SGV-Abteilung Siedlinghausen ihr

125-jähriges Bestehen mit Kartoffelbraten an der SGV Hütte feiern.

Zeitgleich nutzt die SGV-Abteilung Oberhundem das Wochenende für ihre Jubiläumsfeier.

Sie beginnt am Samstag, 27. August 2016, mit einem ökumenischen

Gottesdienst im „Haus des Gastes“. Anschließend werden die anderen SGV-

Abteilungen begrüßt. Es gibt eine Stärkung vom Grill und danach geht es auf

eine Jubiläumswanderung.

In Neuenrade will die SGV-Abteilung das Jubiläum am 10. September 2016

feiern. Die Abteilung hat aktuell gut 100 Mitglieder.

Die Balver Höhle ist am 17. September 2016 der Ort für die große Jubiläumsfeier

der SGV-Abteilung Balve. In die größte Kultur-Höhle Deutschlands passen bis zu

2.000 Menschen.

Am nächsten Tag, den 18. September 2016, feiert dann die SGV-Abteilung

Halver ihr 125-jähriges Jubiläum im Kulturbahnhof Halver. Die SGV-Abteilung

Halver wurde 1891 gegründet. Sie bestand zunächst aus 40 Mitgliedern – heute

sind es gut 320.

Auch am Sonntag, 18. September 2016, feiert die Abteilung Allendorf ihr Jubiläum

mit einem großen Volkswandertag. Es gibt Strecken von 10 bis 30 Kilometern.

Gestartet wird von 7 bis 11 Uhr an der Schützenhalle

Allendorf und genau dort wird am Ende auch noch

gefeiert.

Im Oktober – genauer gesagt am Samstag, 22.10.2016,

feiert noch die SGV-Abteilung Hörde ihr 125-jähriges

Bestehen mit einer Matinee in ihrem Vereinslokal, dem

evangelischen Gemeindehaus Hörde. Neben Redebeiträgen

und einem Buffet ist der Auftritt des Schwerter

Chores Clamott´ als Höhepunkt geplant. Der SGV

Hörde hat über 200 Mitglieder.

Damit endet vorerst die Festreihe. Alle Angaben

ohne Gewähr.

Vertrauensvolle Partnerschaften entwickeln sich über Jahre

und bestätigen sich in jeder Stunde gemeinsamen Handelns.

Wir gratulieren dem SGV und allen Wander- & Naturfreunden...

...und wünschen auch in Zukunft erfolg- und erlebnisreiche Wege!

44 KREUZ&QUER 3/16


BEKANNTE PERSÖNLICHKEITEN IM SGV

Carina Gödecke

„Von der Vielfalt des Vereinslebens bin ich

– seit ich mich als Neumitglied damit intensiver

auseinandergesetzt habe – wirklich

fasziniert und beeindruckt.“ So beschreibt

die NRW-Landtagspräsidentin Carina Gödecke

ihre aktuelle Einschätzung des SGV.

Dass „ihr neuer Verein“ auch in der Zukunft

eine gute Chance hat, ein attraktiver

Partner unterschiedlichster Gesellschaftsschichten

zu sein, ist für die Sozialdemokratin,

die für die SPD seit 1995 Abgeordnete im nordrhein-westfälischen

Landtag ist und dessen Vorsitz sie seit 2012 inne hat, keine Frage: „Der

SGV hat es immer geschafft“, sagt sie, „mit der Zeit zu gehen und mit

seinem Vereinsleben attraktiv für nachfolgende Generationen zu bleiben“.

Dazu passe eben ja auch das gelebte Motto: „Der Tradition verpflichtet,

dem Neuen aufgeschlossen.“ Carina Gödecke nutzt das Jubiläums-Gespräch

auch noch für ein leidenschaftliches Plädoyer für das Ehrenamt:

„Das Ehrenamt ist ohne Frage der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“

Und sie fügt hinzu: „Überall dort, wo Menschen mit Menschen

zusammenkommen und sich Menschen für eine gute Sache einsetzen,

ist das Ehrenamt in unserem Land einfach unersetzlich.“

Bernhard Halbe

„Ich nenne es das ,Hochgefühl einer schönen

Welt‘“. Bernhard Halbe, langjähriger

Bürgermeister der Stadt Schmallenberg,

die zusammen mit dem SGV als Ausrichter

des Deutschen Wandertages 2019

gerade nominiert wurde, gerät regelrecht

ins Schwärmen, wenn er nach den guten

Gründen für das Wandern und somit auch

nach dem Sinn des SGV gefragt wird. Er

selbst stelle bei sich fest, dass er oftmals

bei Freizeit- und Freiluftaktivitäten insbesondere in der heimischen Region

denke: „Mein Gott, was ist das schön hier.“ Allerdings ist er auch

der der Meinung, dass alle Verantwortlichen, ob Touristiker oder SGV-

Vereinsvorstände, immer wieder nach Angeboten suchen müssten, „um

in einer sich verändernden Zeit modern zu bleiben“. Man müsse und solle

zwar nicht auf jeden Trendzug aufspringen, aber man dürfe auch nicht

nachlassen, „immer wieder einen leisen, versteckten Zeitgeist zu suchen

und zu finden.“ Und Bernhard Halbe betont es noch einmal ausdrücklich,

dass er sich gerade vor diesem Hintergrund in den nächsten Jahren auf

eine interessante, kreative Zusammenarbeit mit dem SGV freut.

Aloys Steppuhn

Aloys Steppuhn (66) ist ein Überzeugungstäter.

Auf gleich mehreren Ebenen.

Das war er schon, als er noch Landrat des

Märkischen Kreises war, das ist er aber

insbesondere, seit er sich 2001 beim

Deutschen Wandertag in Iserlohn mit dem

„Wander-Virus infizierte“. „Ich glaube, ich

hatte vorher noch nie eine dermaßen große

Menge aus fröhlichen und freundlichen

Menschen gesehen und erlebt. Da wusste

ich, dass ich den Weg mit dem und für den SGV gehen wollte.“ Über die

sich anschließende Präsidentschaft im SGV und Tätigkeiten im Deutschen

Wanderverband führte Steppuhns Engagement schließlich auch auf den

Stuhl des 1. Vizepräsidenten der Europäischen Wandervereinigung (EWV).

Fragt man ihn nach einer Grußbotschaft zum SGV-Jubiläum, so stellt

Steppuhn dann auch seine Gedanken durchaus in einen größeren Zusammenhang.

Das Wandern und die dabei erlebbare Gemeinschaft seien

durchaus geeignet, die Sinne immer auch wieder für größere, freie Gedankenansätze

zu öffnen. „Ob Sie mir es glauben oder nicht – wer auf einem

europäischen Wanderweg unterwegs ist, stellt schnell fest, dass sich der

Geist in ganz andere Richtungen befreit. Das ist ein besonderes Erlebnis.

Man kommt dabei gar nicht drumherum, sich einem gemeinsamen Europa

zu öffnen, Grenzen im Kopf zu überwinden.“

Dass es auch in 25 Jahren und danach noch einen starken, facettenreichen

SGV geben wird, ist für Aloys Steppuhn schon heute eine beschlossene

Sache. „Wenn auf der einen Seite die Tradition gepflegt und

dem Menschen eine Heimat gegeben wird und auf der anderen Seite der

SGV sich weiterhin so kreativ und engagiert der Zukunft stellt, ist mir um

seinen Erfolg nicht bang.“

Dann sei er eben auch weiterhin ein Sehr Guter Verein.

Thomas Gemke

Zum einen seien gute Freunde von ihm im

SGV, zum anderen habe gerade auch seine

Heimatabteilung Balve ein tolles Klima zu

bieten und vor allem – entgegen vieler

Trends an anderen Orten – viele junge

Leute und junge Familien in ihren Reihen.

Thomas Gemke, seit 2009 amtierender

Landrat des Märkischen Kreises, fühlt

sich in der Gemeinschaft des SGV sichtlich

wohl und gut aufgehoben. Und auch

er macht nach eigenem Erleben deutlich

aus, dass Wandern derzeit im Trend liege. Aber Thomas Gemke weiß

auch, dass eine Stärkung des Ehrenamtes und der Vereinsarbeit in den

nächsten Jahren großer gesellschaftlicher Anstrengungen bedarf. „Die

Schwierigkeiten, engagierte Mitstreiter zu finden, sind ja in vielen Bereichen

über den SGV hinaus anzutreffen. Zu viele Menschen sitzen einfach

lieber auf der Tribüne und schauen zu, was die anderen so machen.“

125 JAHRE SGV

45


Ein Schritt in die Zukunft

Der SGV, mit seinen Partnern, den Städten Schmallenberg und

Winterberg, ist Ausrichter des 119. Deutschen Wandertages 2019

Dr. Andreas Hollstein (SGV-Präsident), Bernhard

Halbe (Bürgermeister Stadt Schmallenberg) und

Michael Beckmann (Geschäftsführer Ferienwelt

Winterberg) hatten sich mit einer neunköpfigen

Delegation auf den Weg nach Sebnitz gemacht,

um die Bewerbung für die Ausrichtung des 119.

Deutschen Wandertages noch einmal nachhaltig

vorzustellen. Das gelang unmittelbar vor der Abstimmung

der Mitgliederversammlung des DWV

mit einer eindrucksvollen Präsentation, die einstimmte

auf das Sauerland, auf die Wanderregion

Schmallenberg/Winterberg. Die dann folgende

Entscheidung war einstimmig:

Der 119. Deutsche Wandertag findet, mit

Unterstützung der Landesregierung NRW,

vom 3. – 8. Juli 2019 im Sauerland statt.

Große Freude empfanden die vielen in Sebnitz

anwesenden SGV-Ehrenamtler und die Mitglieder

der Delegation. „Wir sind schon sehr zuversichtlich

in die Versammlung gegangen, aber nun ist

es endgültig und ich bin erleichtert“, so äußerte sich spontan SGV-Präsident

Dr. Andreas Hollstein. „Nun können wir uns auf die Planung konzentrieren, denn

immerhin werden einige 10.000 Gäste zu uns ins Sauerland kommen. Wir sind

stolz darauf, diesen Zuschlag erhalten zu haben.“ Und Schmallenbergs BM

Bernhard Halbe reagierte: „Ich freue mich über die Zustimmung und dass unsere

Bewerbungsbemühungen belohnt worden sind.“ Michael Beckmann blickt zu-

Der Präsident des Deutschen Wanderverbandes, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, übergibt dem SGV-Präsidenten,

Dr. Andreas Hollstein, und an die Hauptverantwortlichen des Organisationskomitees die Checkliste, den „Pflichtenkatalog“

wie er es nannte, mit den Grunddienstbarkeiten, die bei der Ausrichtung eines Deutschen Wandertages von

Seiten des DWV zu erfüllen sind. Von links: Bernhard Halbe, Bürgermeister Schmallenberg; Dr. Andreas Hollstein, SGV-

Präsident; Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident Deutscher Wanderverband, Christian Schmidt, SGV-Geschäftsführer;

Michael Beckmann, Geschäftsführer Ferienwelt Winterberg; Hubertus Schmidt, Tourismusdirektor Schmallenberg

versichtlich auf das, was nun an Vorbereitung auf das Organisations-Komitee

zukommt: „Das Grundkonzept steht, die Eckpfeiler unserer Organisation sind

eingeschlagen! Nun können wir durchstarten, den vielen kreativen Ansätzen

und Ideen einen Feinschliff zu geben. Schließlich gilt es, das in uns

gesetzte Vertrauen zu bestätigen und auch zu beweisen: Die Auszeichnung

‚1. Qualitätsregion Deutschlands‘ trägt dieser Teil des Sauerlandes zu Recht.“

Als langjährige Partner des SGV sagen die Städte Schmallenberg und Winterberg

Herzlichen Glückwunsch

zum 125jährigen Vereinsjubiläum

119. Deutscher Wandertag

3. – 8. Juli 2019

Wir freuen uns darauf, im Rahmen dieser Partnerschaft

mit dem SGV den 119. Deutschen Wandertag auszurichten.

46 KREUZ&QUER 3/16


Ein starkes Duo: SGV und Tourismus

Partnerschaften schaffen Qualität und Vielfalt

Der SGV und der Tourismus sind heute ein starkes Duo – und es steht zweifelsfrei

fest, dass die großen touristischen Wanderrouten, der Rothaarsteig, der

Sauerland Höhenflug und die Sauerland Waldroute ohne die Unterstützung durch

den SGV nicht realisiert worden wären.

Der SGV war bekanntermaßen zunächst als „Sauerländischer Touristen-Verein“

am Start, ehe sich der Vereinsname in „Sauerländischer Gebirgsverein“ änderte.

Eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Tourismuseinrichtungen und

-organisationen im Vereinsgebiet bestand aber weiterhin, bis in die heutige Zeit,

in der der Wandertourismus einen ständig steigenden Stellenwert einnimmt.

Und die Themen „Wege“ und „Wandern“ sind ja das herausragende Kompetenzfeld

des SGV – und das Wichtigste für jede Wanderin und jeden Wanderer.

Im Klartext: Ohne markierte Wanderwege gäbe es keinen Wander-Tourismus im

Sauerland. Diesen ständig wachsenden Anspruch an Qualität und Ausstattung

zu erfüllen, bedarf es starker Partnerschaften. So erscheint es selbstverständlich,

dass der SGV einen Vorstandssitz im Sauerland Tourismus (derzeit SGV-

Geschäftsführer Christian Schmidt) innehat oder dass SGV-Marketingleiterin

Anna Rösch mit am Tisch sitzt, wenn beim Rothaarsteig-Management Pläne

geschmiedet werden.

Kurz gesagt: Der SGV ist ein aktiver Partner, wenn es um die Entwicklung

des Wander-Tourismus geht. Und das nicht nur im Sauerland, sondern auch

in der Region Siegerland-Wittgenstein, dem Bergischen Land und dem

Ruhrgebiet.

Und vielleicht gibt es gerade deshalb nirgends in Deutschland eine Region

mit mehr „Qualitätswegen Wanderbares Deutschland“, also Wanderwegen,

die nach den Qualitäts-Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zertifiziert

sind, als im Land der 1000 Berge.

Um das Wohl des Sauerlands insgesamt zu befördern, haben der SGV,

der Sauerländer Heimatbund und der Sauerland Tourismus vor einigen

Jahren eine Partnerschaftsvereinbarung geschlossen, sich gemeinsam und

nachdrücklich dafür einzusetzen, das Sauerland nach außen wie nach innen

zu stärken, Traditionen und Kultur zu erhalten und den Tourismus weiter

nach vorn zu bringen. Dass dem SGV hierbei eine wichtige, wenn nicht die

wichtigste Aufgabe zukommt, steht außer Frage: Wanderwege und Tourismus

bedingen sich ja geradezu zwangsläufig!

Denn, wie gesagt: Ohne gepflegte Wanderwege kein Wander-Tourismus…

Alle Welt

kennt

Südwestfalen

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24 KREUZ&QUER 3/16

Südwestfalen steht für Engagement, Bodenständigkeit und

echte Erlebnisse. Seit 125 Jahren lebt der SGV genau das.

Danke dafür!

125 JAHRE SGV

47


Unterwegs mit der VRR-App

Wanderfans aufgepasst! Wer sich über die Anreise zum Ausgangspunkt

beziehungsweise über die Abreise vom Endpunkt einer Wanderung mit

öffentlichen Verkehrsmitteln informieren möchte, für den ist die VRR-App

genau das Richtige. Damit können sich Naturfreunde unterwegs ganz einfach

und kostenlos Fahrplanauskünfte auf ihr Smartphone laden. Und das Beste:

Ausflügler, die ein Smartphone besitzen und ihre Fahrt mit Bus und Bahn

zurücklegen, können ab sofort EinzelTickets und auch das günstige 10er-

Ticket z.B. für die Kurzstrecke direkt in der VRR-App kaufen.

Die Verwendung der VRR-App bietet viele Vorteile: Erstens erhalten

Wanderfreunde neben aktuellen Meldungen auch Meldungen zu eventuellen

Störungen im Betriebsablauf. Zweitens erkennt die VRR-App über die

DIE APP

VON A NACH B

Jetzt laden und

neue Funktionen entdecken

GPS-Ortung des Gerätes den eigenen Standort und zeigt Haltestellen in der

Umgebung sowie die dort verkehrenden Linien an. Drittens merkt sich die

App vorherige Eingaben und bietet dank des hinterlegten Kartenmaterials

sinnvolle Orientierungshilfen vor Ort an. Zudem kann die Verbindungssuche

per Spracheingabe unterstützt werden. Wer ein Smartphone besitzt, hat

über die integrierte Shop-Funktionalität die Möglichkeit, sein Ticket direkt

in der VRR-App zu kaufen. Einmal registrieren und danach direkt unterwegs

das passende Ticket kaufen. Sehr praktisch ist zu guter Letzt die „Teilen“-

Funktion. So können Sie Ihrer Wanderbegleitung die recherchierte Verbindung

via E-Mail, SMS und WhatsApp schicken oder direkt als Termin im

Smartphone-Kalender speichern.

Alles Wichtige im Blick

mit OpenStreetMap

Bus- und Bahn-Nutzer profitieren in der VRR-App zusätzlich von dem qualitativ

hochwertigen Kartenmaterial. Wanderfans können mithilfe der OpenStreet-

Map-Karten auf den ersten Blick sehen, welche Nahverkehrsverbindungen

es gibt, wo eine Fahrt beginnt, wie die Linie verläuft und wo sie endet. Ein

weiteres Plus ist, dass OpenStreetMap alle ÖPNV-relevanten Einrichtungen

wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Gebäude anzeigt und neben Straßen auch

Rad-, Fuß- und Wanderwege berücksichtigt. So behalten Sie beispielsweise

beim Umstieg an großen Haltestellen mit mehreren Gleisen, Bahn- und

Bussteigen besser den Überblick und können sich leichter orientieren.

Kurzstrecke jetzt über die VRR-App kaufen!

Auch wer bei seiner Wandertour nur kurze Distanzen mit Bus und Bahn zurücklegt,

darf sich freuen. Seit Juni 2016 wird neben den Preisstufen A bis D

auch die Kurzstrecke in der VRR-App angezeigt. Zudem kann das Ticket für

die Kurzstrecke jetzt auch direkt in der App erworben werden. Die Kurzstrecke

umfasst im Regelfall drei Haltestellen und maximal 1,5 Kilometer ab der

Einstiegshaltestelle. Die Kurzstrecke ist linienbezogen und nur für Direktfahrten

in Bussen sowie Straßen- und U-Bahnen gültig.

Neu eingeführt wurde zum 1. Juni 2016 auch das 10er-Ticket für die

Kurzstrecke. Es ist ausschließlich online erhältlich und gegenüber dem

Kurzstrecken-EinzelTicket 15 Prozent günstiger. So kostet eine Kurzstreckenfahrt

mit dem 10er-Ticket nur 1,36 Euro gegenüber 1,60 Euro mit dem EinzelTicket.

Verbesserung des digitalen Angebots durch neue App

Wie hilfreich die VRR-App insgesamt für Bus- und Bahn-Nutzer im Verbundgebiet

ist, zeigen die mittlerweile drei Millionen Downloads in den verschiedenen App-

Stores. Um sein digitales Angebot noch weiter zu verbessern, entwickelt der VRR

derzeit eine neue App. Sie soll im Herbst 2016 an den Start gehen und über eine

intuitive Bedienführung für den Bereich Information und den Kauf von Tickets auf

mobilen Endgeräten verfügen.

48 KREUZ&QUER 3/16


Anni Kuhler

geb. 1942

„Wenn Augen strahlen, dann weiß ich, dass

die Leute Spaß haben, dass sie sich wohlfühlen“,

sagt Anni Kuhler, die Vorsitzende der

SGV-Abteilung Medebach und sie hat das Talent,

dieses zu bewirken. Über zehn Jahre ist

sie nun Vorsitzende der SGV-Abteilung Medebach und seitdem ist die

Abteilung zahlenmäßig gewachsen, nicht zuletzt, weil das Programm

attraktiver geworden ist und mittlerweile über 90 Veranstaltungen im

Jahr umfasst. Die Erfahrung, dass Kinder häufig nur wenig über die

Natur wissen, hat sie zudem zu einer Pionierin des Schulwanderns

gemacht. Füreinander dasein und sich umeinander kümmern, diese

Empathie lebt Anni Kuhler vor. Sie ist sinnbildlich Botschafterin der

SGV-Philosophie von Gemeinschaft und Miteinander.

Ursula Renzing

geb. 1943

1989

Ein erster Schritt zur „Frauenquote“ war

1987 die Wahl der Wanderfreundin Ursula

Renzing (Abteilung Hohenlimburg) an die

Spitze des SGV-Bezirks Mark. Gemeinsam

mit Henrich Streich, Vorsitzender des

Bezirks Unterlenne, amtierte sie als stellvertretende Vorsitzende der

Arbeitsgemeinschaft der SGV-Bezirke im Märkischen Kreis. Doch

eine lange Amtszeit war ihr leider nicht beschieden. In einem Nachruf

wird sie als „tatkräftige Frau“ beschrieben, die bei der „Sauerland-

Zeitung“ mitwirkte und auch mehrere Aufsätze zu historischen

Themen, etwa über das Kloster Oelinghausen, zu Papier brachte.

Überdies hatte sie im Bezirk Mark regelmäßige Frauentreffen initiiert.

Menschen im SGV

Es sind einige tausend Ehrenamtliche, die für die ehrenamtliche Arbeit des SGV Pate stehen. Viele könnten

und sollten mit ihren Verdiensten an dieser Stelle stehen. Somit zeugen die Ausgewählten für die Arbeit aller

Engagierten, denn ihnen gebürt Dank und Anerkennung in gleichem Maße.

Dietmar Kühn

geb. 1943

2010

Seine Klampfe hatte er immer dabei –

beim Wandern oder im Wanderheim, dem

Kutscherhaus. Dietmar Kühn übernahm

1976 den Vorsitz der SGV-Abteilung

Wattenscheid, das war ein wahrer Glücksgriff,

denn der gebürtige Dresdner steckte seinen Vorstandskollegen

mit seiner Lebensfreude und seiner Begeisterung rasch an und es

ging ein Ruck und eine Welle der Begeisterung durch die seinerzeit

„schwächelnde“ Abteilung Wattenscheid. 1976 wurde eine Musikgruppe

gegründet, die auf so manchem deutschen Wandertag für

Furore sorgte. Dietmar Kühn war mittendrin und immer dabei, umso

größer war die Trauer, als er plötzlich und unerwartet 2010 verstarb.

Dietmar Kühn war über die Jahre und Jahrzehnte ein „Botschafter

des SGV“ im besten Sinne.

Klaus Thorwarth

geb. 1937

Mit 11 Jahren kam Klaus Thorwarth zum

SGV. Das war 1948 bei einem Zeltlager des

Jung-SGV bei Kloster-Brunnen. Seitdem erlebteund

gestaltete er viele SGV-Aktivitäten.

1991 wurde er zum Abteilungs-Vorsitzenden

gewählt. Er blieb es 20 Jahre lang.

Seine Apotheke in der Fußgängerzone war idealer Anlaufpunkt für

den SGV. Über 20 Jahre lang gestaltete er die stets gut besuchte

Aktion „Unna wandert“ und „sein“ Rundweg „Alt-Unna“ ist zu einem

wahren Klassiker geworden. Im Jahr 2000 „erfand“ Klaus Thorwarth

eine monatliche, kulturell anspruchsvolle Vortragsreihe, die bis jetzt

auf große Resonanz stößt. Im Jahr 2015 feierte der SGV Unna sein

125-jähriges Jubiläum. Mit der Schriftwartin Thora Henning verfasste

der jetzige Kulturwart dazu eine attraktive Festschrift.

Dr. Christoph Meyer

geb. 1940

2013

Als Dr. Christoph Meyer 1995 beim Max-

Planck-Institut in Köln in den Ruhestand

verabschiedet wurde an, war für den

leidenschaftlichen Wanderer klar: Er muss

umziehen ins SGV-Land! Seine Wahl fiel auf Erndtebrück, wo er

1998 in den SGV eintrat. Später war er mehrere Jahre im Vorstand

des Bezirks Wittgenstein als Bezirkswanderwart tätig. In diesem

Zeitraum hatte er maßgeblichen Anteil an der Digitalisierung der

Wanderwegeführung des Rothaarsteigs. Diese Mitarbeit ließ bei ihm

die Überlegung reifen, dass gesamte SGV-Wanderwegenetz von ca.

40.000 km zu digitalisieren. Zu diesem Zweck wurde der Arbeitskreis

„Digitale Wegeverwaltung“ gegründet und Christoph Meyer übernahm

spontan dessen Leitung. Durch sein persönliches Engagement

hat er die SGV-Wegedigitalisierung zu einem qualitativ hochwertigen

Instrument der Wegebetreuung in zeitgerechter Form entwickelt.

André Dorn

geb. 1981

Mit der Natur eins sein ist sein Metier.

Diesen Hauch von Freiheit weiter zu geben

erfüllt sich für ihn in seinem SGV-Engagement

im Bereich des Schulwanderns.

Hier hat er seinen Platz gefunden und leitet

mittlerweile im Zusammenspiel mit der SGV-Wanderakademie und

der Waldschule des Märkischen Kreises die Schulwanderführerausbildung.

Mit seinem ehrenamtlichen Engagement beim SGV hat er die

Palette seiner Hobbys (Sport, Bienen Betrieb einer Wassermühle)

um die wundervolle Aufgabe erweitert, Kinder für die Natur und

ihre Geheimnisse zu sensibilisieren.

125 JAHRE SGV

49


9.

125 Jahre SGV

Herzlichen Glückwunsch!

Upländer

Wandertag

18. September 2016

Start & Ziel: Schützenhalle Usseln

Sportstraße 7 · 34508 Willingen

Start: von 9.00 bis 10.30 Uhr

Um 10.00 Uhr:

Geführte

Wanderung

auf der 14 km Strecke

mit dem Willinger

Wanderoriginal

Hansi Figge

14 km Wanderstrecke und 7 km Familien-Bildersuch-Wanderung

Wanderpin für jeden Teilnehmer

Wanderpokal für die größte Wandergruppe

Infos: Tel. (05632) 52 02 · www.usseln.de

Kohlbergtreffen in Altena-Dahle

Sonntag, 9. Oktober 2016

Das Kohlbergtreffen findet, wie 1927 bereits festgelegt, jährlich am zweiten

Sonntag im Oktober statt. In diesem Jahr ist dies der 9. Oktober.

Im Anschluss an das Totengedenken beginnt das gesellige Beisammensein

direkt vor der Kulisse des Ehrenmals. Der SGV-Gesamtverein und die

SGV-Abteilung Dahle richten wiederholt als Veranstaltergemeinschaft das

Fest auf dem Kohlberg aus.

Beginn 11.30 Uhr

Parkmöglichkeit: Wanderparkplatz

unterhalb des Quitmannsturms

Für weitere Informationen, Nachfragen, Interview-Wünsche oder

Programm-Details wenden Sie sich bitte an:

SGV Marketing GmbH · 59821 Arnsberg · Telefon: 02931 / 5248-22

marketing@sgv.de · www.sgv.de

WDR-Wandertour mit dem SGV

zum Siegener Ufer-Fest am 3.9.

Wenn die Stadt Siegen am 03.09.2016 die neugestaltete Innenstadt und freigelegte

Sieg feiert, wird das auch ein Fest für Wanderer. Die WDR-Lokalzeit

Südwestfalen und der SGV wollen mit Ihnen einen Teil des historischen

Rundwegs Siegen-Achenbach entdecken. Die rund zehn Kilometer lange

Strecke verspricht viele Kultur- und Naturerlebnisse, und wir erleben, warum

Siegen die „grünste Stadt Deutschlands“ ist.

Der Erfinder des Wanderweges, Dieter Solms vom Heimatverein Achenbach,

führt die Wandergruppe durch Bachtäler und grüne Wälder. Es geht

vorbei an einem alten Rennofen, einer Friedenskirche und einem ehemaligen

Panzer-Schießplatz, der heute eine Spiel- und Sportstätte ist. WDR-Reporter

Markus Krczal begleitet die Wandergruppe mit der Kamera. Der Archäologe

Manuel Zeiler hat unterwegs Spannendes zur Siegener Bergbaugeschichte

zu erzählen.

DIE NR.1 MESSE FÜR WANDERN

UND TREKKING

Bei Online-Einlösung

ist das eTicket

personengebunden

2 Tage gültig!

Los geht es am Samstag, 3. September, um 10 Uhr ab Heimathaus/Alte

Schule Achenbach. Ab 9:30 Uhr fährt vom Hauptbahnhof Siegen ein Shuttlebus.

Ziel am Nachmittag ist die WDR-Bühne beim Siegener Ufer-Fest.

Wenn Sie auch dabei sein möchten, sollten Sie sich schnell anmelden:

unter marketing@sgv.de oder telefonisch unter 02931 / 5248-22.

Fotos: © WDR

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mitbringen. Sie erhalten zur Sicherheit das eTicket auch als E-Mail.

• Achtung: Bei Einlösung vor Ort an der Kasse ist das Ticket

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Rückfahrt zum und vom Messegelände am Tage des Messebesuchs

mit allen Verkehrsmitteln des VRR in der Preisstufe D

(DB 2. Klasse, nur zuschlagfreie Züge).

PRO-WVER

Herausgeber:

Sauerländischer Gebirgsverein,

Hasenwinkel 4, 59821 Arnsberg

Telefon (02931) 52 48-13,

Telefax (02931) 5248-15

Internet: www.sgv.de, E-Mail: info@sgv.de

Verantwortlich: Präsident: Dr. Andreas Hollstein

Vizepräsidenten: Claudia Schmitz, Harald Kahlert, Edgar Rüther

impressum

Kreuz&Quer Produktion

gefördert durch:

Koordination:

SGV Marketing GmbH, Hasenwinkel 4, 59821 Arnsberg

Telefon (02931) 52 48-22, Telefax (02931) 52 48-15, E-Mail: marketing@sgv.de

Geschäftsführer: Christian Schmidt

Chefredakteur: Thomas Reunert

Redaktion: Torsten Dreyer, Jörg Haase, Manfred Kipp, Dr. Peter Kracht,

Heike Senger, Christian Schmidt, Wilfried Schmidt

Anzeigenservice: MASAK,

Marketing-Service-Agentur Manfred Kipp, Tel. (0157) 89 68 77 27, E-Mail: m.kipp@sgv.de

Gestaltung & Druckvorstufe: IDEENpool GmbH, Thomas Gebehenne, www.ideenpool.de

Der Bezugspreis dieses Magazins ist im Mitgliedsbeitrag des SGV enthalten.

Abo-Preis für Nicht-Mitglieder:

4 Ausgaben 12 EUR inkl. Versandkosten (2,25 EUR pro Ausgabe zzgl. Versandkosten)

Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Bilder wird keinerlei Gewähr übernommen.

Bild- und Texthonorare werden nicht gewährt.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe

ist der 10. Oktober 2016.

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mit Kolumne

von Manni

Breuckmann!

Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die

EXTRAZEIT-Redaktion gratulieren zum 125-jährigen

Jubiläum. Wir danken für das vielfältige ehrenamtliche

Engagement und die enge Zusammenarbeit bei der

Hebung touristischer Potenziale in der Region.

Unterhaltung.

Lifestyle.

News rund um Bus & Bahn.

www.nwl-info.de

52 KREUZ&QUER 3/16

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