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OCEAN7 2016-05

Eine Magazinausgabe voller interessanter Reportagen, Yachttests, Neuigkeiten und Produktvorstellungen: Ein Nostalgie-Törn im Süden Dalmatiens; mit einer eleganten Dufour 560 durch die Kornaten; eine Wiener Seglerfamilie, die nach einem schrecklichen Unglück in Kroatien um ihr Recht kämpft; und wohin geht die Entwicklung der Motorboote mit E-Antrieb.

Eine Magazinausgabe voller interessanter Reportagen, Yachttests, Neuigkeiten und Produktvorstellungen: Ein Nostalgie-Törn im Süden Dalmatiens; mit einer eleganten Dufour 560 durch die Kornaten; eine Wiener Seglerfamilie, die nach einem schrecklichen Unglück in Kroatien um ihr Recht kämpft; und wohin geht die Entwicklung der Motorboote mit E-Antrieb.

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www.ocean7.at

Unabhängiges YACHTMAGAZIN für Österreich

05/2016 September/Oktober

So wird die AASW 2017

Gutes noch

besser machen

Wiener Seglerfamilie in Kroatien

Kampf um Gerechtigkeit

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS


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-Evolution.

Die neue BAVARIA R40.

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Editorial

Alles was

Recht ist!

Fotos: Marina Punat (1), Fotolia (1)

„Genießen Sie das Leben ohne Kompromisse!“ So wirbt die

Allianz-Versicherung für eines ihrer Produkte. Millionen und

Abermillionen Euros investiert der Konzern in Werbung und

Sportförderung. Wenn es aber um das Bezahlen von berechtigten

Forderungen geht, zieht die Allianz – in diesem Fall die

Allianz Kroatien – alle Register und zögert mit Hilfe einer Armada

an teuren Anwälten den Rechtsstreit mit einer Opferfamilie

aus Wien seit nunmehr acht Jahren in die Länge. Ein

Ende ist derzeit nicht absehbar.

Es war eine erschütternde Tragödie im Urlaubs- und EU-Land

Kroatien: Christian Winkler hat im Jahr 2008 durch einen rasenden

kroatischen Motorbootfahrer einen Sohn verloren,

einem zweitern musste ein Bein amputiert werden. Jetzt ist

Christian Winkler nicht irgendein Urlauber, sondern ein ausgewiesener

Freund des Landes. Er hat noch während des

Balkankrieges den nautischen Tourismus bei seinen kroatischen

Freunden neu belebt und mit Mirno More, der Friendsflotte,

ein großherziges Beispiel für die Versöhnung verfeindeter

Volksgruppen geschaffen. Auf mehr als 100 Yachten segeln

Jugendliche unterschiedlicher Herkunft jedes Jahr und erleben

ein Zusammengehörigkeitsgefühl der besonderen Art.

Bis heute kämpft die Familie Winkler vor dem Gericht in Zagreb

um die ihr zustehende Entschädigung. Lesen Sie unsere

Reportage ab Seite 32.

Noch einmal Kroatien: Ist Ihnen beim Schwimmen am Ankerplatz

nicht auch schon so manches aus diversen Bordtoiletten

begegnet? Bis heute wird in Kroatien eine strikte Benutzung

von Fäkalientanks im Küstenbereich so gut wie gar nicht überwacht.

Entleert wird ausschließlich ins Meer, oft genug direkt

in den Buchten. Wie sollte es auch anders gehen? Schließlich

gibt es in kaum einer Marina Abpumpstationen. Wieder einmal

– wie so oft in diesem Land – macht sich die Marina Punat mit

ihrer Privatinitiative zum Vorreiter: Sie bietet allen Yachten den

kostenlosen Service, ihre Fäkalien- und Grauwassertanks auszupumpen

(Foto links). Damit die Küste und die Ankerbuchten

sauber und das empfindliche ökologische Gleichgewicht erhalten

bleiben. Danke, Marina Punat. Jetzt ist höchste Zeit, dass

auch Kroatien hier etwas unternimmt.

Ganz herzlich, Ihr

Thomas D. Dobernigg

thomas.dobernigg@ocean7.at

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 3


05/2016 September/Oktober 4,50 EUR

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS

9 190001 016481

05

OCEAN7InhaltImpressum

14 16

Impressum

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH |

Feschnigstraße 232 | A-9020 Klagenfurt | +43(0)463/4619025

www.ocean7.at | redaktion@ocean7.at | office@ocean7.at

Firmenbuchnummer 105347 y | Landesgericht Klagenfurt |

UID ATU 25773801

Anwendbare Vorschrift: Österreichische Gewerbeordnung,

Mediengesetz (www.ris.bka.gv.at)

Geschäftsführer:

Wolfgang Forobosko

Chefredaktion:

Thomas D. Dobernigg

Lilienthalstraße 30 a

A-9020 Klagenfurt

+43(0)664/73622140

thomas.dobernigg@ocean7.at

Art-Direktion:

Catharina Pichler

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Feldbauer, Birgit

Hackl, Wolfgang Hausner,

Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard

Kikinger, Tahsin Özen, Kirsten

Panzer, Alexandra Schöler-

Haring, Stefan Detjen

Produktion:

Satz- und Druck-Team GmbH

Anzeigen:

Bernd Hofstätter

+43(0)664-5520932

b.hofstaetter@ocean7.at

Druck:

Satz- und Druck-Team GmbH

Einzelverkaufspreis:

Österreich 4,50 Euro

Abo-Preise:

Bezugspreis Inland für

sechs Ausgaben: 25 Euro

Abo-Bestellung:

abo@ocean7.at

www.ocean7.at

Vertrieb:

Presse Großvertrieb Austria

Trunk GmbH, St. Leonharder

Straße 10, 5081 Anif/Salzburg

Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und

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außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes bedarf

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(Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz) Jury-Mitglied

Medieninhaber: Satz- und Druck-Team GmbH,

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Geschäftsführer: Wolfgang Forobosko

OCEAN7 steht im Alleineigentum von

Satz- und Druck-Team GmbH, FN 105347 y

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von Druckwerken und Magazinen.

Grundlegende Richtung: OCEAN7 ist ein Magazin,

das sich an yachtsportinteressierte Österreicher richtet.

Verantwortlich für YCA-Mitteilungen

Yacht Club Austria, Generalsekretariat

A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für Mitteilungen

des Seefahrtsverbandes Süd

Seefahrtsverband Süd, 8052 Graz, Villenstraße 11,

0664/1512226, info@sfv-sued.at, www.sfv-sued.at

Verantwortlich für Mitteilungen

des Motorbootsport und

Seefahrtsverbandes Österreich

Motorbootsport und Seefahrtsverband Österreich,

Ketzergasse 30, 1230 Wien, msvoe@msvoe.at, www.msvoe.at

Inhalt

05/2016

September/Oktober

Rubriken

3 | Editorial

6 | OCEAN7-Panorama

8 | Best of

10 | OCEAN-Woman

74 | Bücherschapp

Revier

15 | News

14 | Montenegro

Im Luxus schwojen

16 | Dalmatien

Zu den Inseln im Süden

People

24 | Aussteiger auf den Philippinen

www.OCEAN7.at

UNABHÄNGIGES YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

So wird die AASW 2017

Gutes noch

besser machen

Wiener Seglerfamilie in Kroatien

Kampf um Gerechtigkeit

Coverfoto: Dr. Udo Reichmann

P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

OCEAN7 ist ein Magazin der

GmbH


Inhalt

Service

30 | News

32 | Kroatien

Unfallopfer wollen ihr Recht

36 | El Niño

Der weiße Tod bedroht die Korallen

44 | SY Pitufa

Bei den schwarzen Perlen der Südsee

22

Yachten

50 | News

52 | Elektro-Antriebe

Zukunft der Schifffahrt

56 | Dufour 560 Grand‘Large

Yachttest in den Kornaten

Regatta

60 | Zwischen Elba und Korsika

Wettsegeln im Urlaub

42

Verbände

66 | Seefahrtsverband Süd

68 | Yacht Club Austria

72 | Motorbootsport und

Seefahrtsverband Österreich

DEUTSCHLANDPREMERIE:

INTERBOOT

Friedrichshafen · Deutschland

17.–25. SEPT. 2016

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IS REBORN!

DIE SEGELWELT HAT IHRE LEGENDE WIEDER!

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OCEAN7Panorama


Istrien

Köstliches

Yachtrevier

Istrien kulinarisch

Reisen und Genießen ist des Fahrtenseglers Freud’, ganz besonders in

Istrien. Die kroatische Halbinsel hat sich in den letzten Jahren nicht nur

kulturell, sondern vor allem auch kulinarisch fein herausgeputzt. Wer also

totgebratene Doraden und frustikale Weine geschmackvoll umschiffen

mag, hat mit dem soeben erschienenen Buch „111 Orte in Istrien, die

man gesehen haben muss“ einen Reiseführer zur Hand, der zu ebenso

spannenden wie kuriosen Hotspots auf der gesamten Paninsula führt.

Foto: Porec, Istrien; Frank Heuer

Von Gerd Wolfgang Sievers, Journalist und gelernter Koch. Emons Verlag,

240 Seiten mit persönlichen Bildern des Autors. Erhältlich im Buchhandel

um 17,50 Euro, www.emons-verlag.de


Bestof

AASW 2017

Ausgezeichnetes

noch besser machen!

Mit einer Rekordteilnahme von 17 Yachten allein in der Einheitsklasse

ging die Jubiläumsausgabe der Alpe Adria Sailing Week 2016 in der

Marina Punat über die Bühne. Zeit zum Ausruhen auf dem Erfolg gibt

es für Fritz Abl, dem Mann hinter der Regattawoche und an der Spitze

der Crew Kärnten im Yacht Club Austria, aber nicht. Er arbeitet

bereits an der AASW 2017.

Das Resümee der Erfolgsgeschichte dieser großen Veranstaltung in

der Adria ist längst gezogen, OCEAN7 hat darüber ausführlich berichtet

– auch in dieser Ausgabe auf Seite 68. Sämtliche Teilnehmer

waren all die Jahre hindurch voll des Lobes über die perfekte Vorbereitung

und Abwicklung; über die sportlichen Aspekte, den gesellschaftlichen

und kulinarischen Rahmen, den diese Veranstaltung Jahr

für Jahr bringt. Jetzt ist Zeit, in die Zukunft zu blicken. Dazu haben

wir Fritz Abl befragt.

Wie kann man das gebotene Niveau überhaupt so lange halten?

Fritz Abl: Das ist nicht die Frage. Es geht darum, es immer weiter

zu verbessern. Immer neue Anreize zu bieten. Das Besondere an der

AASW ist die Segelkameradschaft und der faire sportliche Wettkampf

unter ambitionierten Fahrtenseglern. Das soll im Vordergrund

stehen. Ich stelle die AASW 2017 deshalb unter das Motto „Regattasegeln

unter Freunden“.

Ein Motto allein wird aber nicht reichen. Es muss mit

Inhalten gefüllt werden.

Fritz Abl: Klar. Wenn man mit Freunden zusammenkommt, bringt man

etwas mit. Wir bringen den Teilnehmern einige finanzielle Schmankerln

mit wie: keine Preiserhöhung bei den Nenngeldern für Schiff

und Crew; einen Frühbucherrabatt von 50 Prozent des Nenngeldes

für die Yacht für alle Crews, die sich bis zum Jahresende verbindlich

anmelden. Die Crew zahlt also statt 250 nur 125 Euro pro Yacht.

Gilt das nur für YCA-Mitglieder?

Fritz Abl: Das gilt für alle Teilnehmer

gleichermaßen. YCA-Mitglieder erhalten

auf das nicht erhöhte Nenngeld

für Crewmitglieder einen weiteren

Rabatt. Sie zahlen statt 230 Euro

bei der AASW 2017 nur 200 Euro.

Auch die Förderung für junge Crewmitglieder erhöht sich. Ein junges

Crewmitglied von bis zu 26 Lebensjahren zahlt nur mehr 100 Euro

Nenngeld. Allerdings sollte dieses Crewmitglied der YCA-Familie angehören,

also YCA-Mitglied sein oder werden.

Zum Sportlichen. Mit welchen Schiffen wird 2017

in der Einheitsklasse gesegelt?

Fritz Abl: Für die Einheitsklasse steht die beliebte Flotte First 35 von

Alternautica/Jezera zur Verfügung. Wir beginnen mit dem Anmeldeprozess

im August und informieren darüber in bekannter Weise.

Über all das werden wir laufend auf unseren Websites in Form von

Info-Newslettern informieren.

Und in den offenen Klassen?

Fritz Abl: Für die offenen Klassen, die sogenannten ORC-Klassen, sind

wir derzeit bemüht, von renommierten Charterfirmen attraktive Angebote

für die Charterer zu bekommen. Auch darüber werden wir

laufend berichten.

Bleibt die AASW auch 2017 in der Marina Punat?

Fritz Abl: Da gilt auch das Motto „Fahrtensegeln unter Freunden“. Die

Marina Punat ist uns ein sehr guter Freund geworden. Wir werden

gemeinsam mit ihr alles daran setzen, dass für die Veranstaltung

selbst der hohe Standard der AASW 2016 mindestens erhalten

bleibt, wobei wir besonderes Augenmerk auf eine Verbesserung des

regattatechnischen Teiles legen werden.

8 OCEAN7 01/2016 | September/Oktober 2016


Dragonfly in

Friedrichshafen

Zum Saisonabschluss stellt Multihull Sailing

gemeinsam mit Quorning Boats aus Dänemark

wieder auf der Interboot in Friedrichshafen aus.

Vom 17.–25. September 2016 präsentieren

die Mulithull-Spezialisten die Trimaranmodelle

Dragonfly 25 Sport und Dragonfly 28 Sport

auf der 55. Interboot Wassersportmesse:

Halle A1/Stand 413.

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Dank dem Boesch-Horizon-Gliding-Prinzip gleitet das Boot schon

bei niedrigen Geschwindigkeiten und einer nahezu perfekten

Heckwelle auf praktisch ebenem Kiel. Und das mit bis zu 42 km

Reichweite. Die Zukunft hat erst begonnen.

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Bestof

Realität

in der

Gegenwart

Segeln & Kiten

Vom 5. bis 12. November 2016 veranstaltet Sunsail erstmalig eine Kiteboard-

Flottille in den Bahamas. Neben der Flottillen-Crew auf dem Führungsboot

wird Brock Callen, professioneller Kiteboarder und Segler, mit dabei sein und

Tipps für das Kiten und Segeln geben. Maximal fünf Sunsail 444-Katamarane

mit je vier Kabinen nehmen an der Flottille teil. Los geht es an der Sunsail-

Basis in Marsh Harbour auf Great Abaco. „Kitesurfing mit einem Segelurlaub

zu verbinden ist ideal. Man schläft an Bord und kann morgens sofort auf sein

Kiteboard steigen. Mit den Yachten erkunden wir gemeinsam die Abacos,

segeln zu abgelegenen Spots und können überall die besten Winde mitnehmen,“

sagt Kite-Experte Brock Callen. Infos zu den Leistungen und Preise der neuen

Kiteboard-Flottille unter www.sunsail.de

Das ist keine Zukunftsmusik, sondern Realität

in der Gegenwart: Über Wifi landen bei den

Multifunktionsgeräten von Raymarine die

Wetterdaten als optimale Wetterkarten mit

allen Details direkt auf dem Bildschirm des

Kartenplotters. Und alles das schließlich

auch nach Wunsch auf dem Tablett oder

Smartphone als Tochterbildschirm. Das

kann dann auch als Fernbedienung genutzt

werden. Die echt sonnenlichttauglichen

Kartenplotter von Raymarine sind dank ihrer

ausgezeichneten Bildschirmhelligkeit sogar mit

polarisierten Sonnenbrillen ablesbar.

www.yachtelektronik.at

Irrtümer


Alte Denker

Eine Uhr, die auf Schiffen pro Tag auf


ca. 3 Sekunden genau geht, ist undenkbar.

Sir Isaac Newton, Forscher, 1643–1727

I

10 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Hauptsache

bequem

Die neue Nimbus 305 Drophead ist eine reinrassige Skandinavierin und somit perfekt für

entspanntes und sicheres Fahren in allen Revieren. „Der Rumpf bietet bei jeder Geschwindigkeit

zwischen 0 und 22 Knoten ein komfortables Gefühl für alle an Bord“, sagt Joacim Gustavsson, der

diese Yacht entwickelt hat. Die 305 Drophead ist ein offener Daycruiser und, wie Gustavsson sagt,

„auf Einfachheit im Handling ausgelegt“. Auch mit E-Motor erhältlich. Der Preis: 223.000 Euro.

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im Herbst

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Chartermarkt bietet Pitter

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Charter in Kroatien, der Türkei und

Griechenland sowie als Agentur

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Gute Winde, Ruhe und Entspannung,

noch einmal Energie und Sonne tanken

bei angenehmen Temperaturen, ohne

Hektik und Trubel. Die Türkei ist

neben Kroatien eines der schönsten

Segelreviere – tolle Buchten, nette

Restaurants und überall freundliche

Leute. Aber egal, wohin es Sie im

Herbst verschlägt: Sichern Sie sich

jetzt Ihr Herbst-Schnäppchen für

Kroatien, die Türkei oder Griechenland

bei Pitter Yachtcharter. Besondere

Highlights im Herbst in Kroatien sind

die Regatten: Int. Öst. Hochsee-

Staatsmeisterschaft (1.–5. Oktober)

und der Croatia Coast Cup (15.–21.

Oktober).

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OCEAN7Kolumne

„Jetzt hast Du dir aber eine Menge Arbeit

gekauft“, sagt der Verkäufer der Yacht

zum Käufer. Dass dem tatsächlich so

ist, weiß unsere OCEAN Woman, die

Weltumseglerin Alexandra.

Krieg gegen

den Rost

... und andere Arbeiten am Schiff

„Schreib’ doch einmal eine Kolumne über die Reling“, sagt

mein Skipper, als er mein verbissenes Gesicht beim Entrosten

der Relingstützen sieht. Ein altes Schiff ist wie ein altes Haus

– man muss es andauernd pflegen, hegen, streicheln, ihm gut

zureden und es entflugrosten.

Entrosten! Das ist mein Job und solange dieser Lieblingsjob

nicht bei 40 Grad Mittagshitze auszuführen ist, hab’ ich mich

damit abgefunden und muss gestehen, sogar fast etwas Meditatives

darin zu sehen.

Nachdem ich gedanklich die Schiffs-To-do-Liste durch- und

übergangen bin, fällt mir, während ich den Reibeschwamm

wieder und wieder in die Putzpaste drücke, ein, dass ich nicht

vergessen sollte, meine Steuererklärung zu machen. Dieser

Gedanke verflüchtigt sich rasch, und ich lande mitten in einem

Rezept für Flammkuchen, das ich für einen Brunch in zwei

Wochen unbedingt ausprobieren sollte. Wäre das nicht auch

ein tolles Gericht an Bord zum Sundowner?

Ich bin bei der Dritten. Relingsstütze, mein’ ich. Von … wievielen

eigentlich?

Ich gestehe: Natürlich entsteht diese Kolumne hier am Schreibtisch

in Wien und deswegen geht Abzählen gerade nicht. Der

Skipper ist mit dem Jung-Skipper segeln auf der Alten Donau

und wenn ich jetzt beginne, die Schiffsfotos zu sichten, werde

ich nie mit dieser Kolumne fertig. Ich denke, es sind insgesamt

zwölf. So viele?

Die Reling! Ich möchte sie dennoch nicht missen.

Der Name Reling kommt laut Wikipedia entweder aus dem

Neuenglischen – railing –, was soviel wie Geländer heißt oder

auch aus dem Niederländischen – regeling –, was mit Riegel

schön übesetzt ist.

Es gibt die feste Reling oder die offene Reling. Bei der festen

Reling findet sich in der Erklärung auch das Wort Schanzkleid.

Oje, das Schanzkleid! Das wird mein nächster Job. Unser Schiff

besitzt ein niedriges, hölzernes Schanzkleid, das gerne durch

Hitze und Feuchtigkeit spröde bzw. rissig wird und eingeölt

werden muss. Mach’ ich im Herbst, versprochen!

In früheren Zeiten zogen die Schiffsschreiner die Deckswand

hoch und verbauten sie mit Holz oder Leinen. Dies diente zum

Schutz vor flachfliegenden Kugeln im Gefecht oder eben Wind

und Wasser.

Heute sieht man die „festen“ Relings (ja, das ist die korrekte

Pluralform!) bei Ausflugsschiffen, Fischerbooten, Coastguarddampfern

etc. – auf Segelbooten eher selten, außer sie stammen

aus dem 18. Jahrhundert.

Foto: Fotolia

12 OCEAN7 01/2016 05/2016 | September/Oktober 2016


„Die offene Reling besteht aus einer Reihe von senkrecht stehenden Stützen, über

denen waagrecht das Relingprofil liegt.“ Einfach gesagt: Das, was so aussieht wie

ein Zaun, rund ums Schiff.

Wozu eine offene Reling? Zum Beispiel zum Wäsche aufhängen. Oder Festhalten,

wenn man Poseidon opfern muss. Oder einfach, um ein Gefühl von Sicherheit an

Bord zu haben. Netze, die zwischen die Relingstützen gespannt werden, bedeuten

Kinder an Bord. Sehr oft aber auch Katzen bzw. Hunde. Finde ich nicht sehr

sinnvoll, denn zur absoluten Sicherheit müsste man das ganze Schiff damit überund

umspannen. Da wäre es dann wohl besser, den nächsten Urlaub auf dem

Bauernhof zu verbringen.

Übrigens nennt man zusätzlich ans hohe Schanzkleid angebrachte Netze auf

Hochseeschiffen Leichenfänger. Leichen fängt man doch erst, wenn sie schon im

Wasser sind, oder?

Ich liebe diese Arbeit,

wenn sie fertig ist

Unsere Relingstützen sind genau die vorgeschriebenen 90 cm hoch, auf Ausflugsschiffen

müssen sie 110 cm hoch sein. Was aber nach wie vor manch männliche

Crew nicht daran hindert, darüberzupinkeln. Übrigens eine der unseemännischten

Verhaltensweisen weit und breit. Ist bei uns an Bord absolut verboten.

Weiters kann man an der Reling das Dinghi festmachen, sich im Notfall hochziehen

(meist erfolglos), und hat man einen Riesenfisch an der Angel, kann man sich

mit aller Kraft dagegenlehnen. Vorausgesetzt, alle Einzelteile des Schiffszauns sind

entrostet und gewartet. Und man kann Blumenkästen daran festmachen. Zuletzt

gesehen auf dem Neusiedler See auf einem Schrebergartenfloß.

Inzwischen putze ich Numero 10 und mein Skipper unterbricht kurz das Motorservice.

„Relingslogge – das hab ich früher oft gemacht“, und verschwindet wieder

im Dieselnebel.

Gute Anregung! Man wirft ein kleines Hölzchen auf der Leeseite des Buges ins

Wasser und misst die Zeit, die es braucht, um am Heck des Schiffes anzugelangen.

Die folgende Division: Schiffslänge durch gestoppte Zeit und et voilà: die Fahrt

in Knoten!

Andere Division: Zeit der Entrostung durch zwölf Relingstützen ergibt bei großer

Hitze Anzahl der zu trinkenden Wassergläser hoch Sommersprossen verursacht

durch Sonneneinstrahlung.

Ich liebe Mathematik. Und Relingstützen entrosten. Am meisten, wenn ich damit

fertig bin.

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

PS: Der Skipper sagt gerade,

es sind 20 Relingstützen …

du meine Güte!

Wir sind Händler für

Einladung für Kurzentschlossene!

Cannes Boat Show

6. bis 11. September 2016

Ausgestellt sind:

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Wer keine Zeit hat, nach Cannes zu

kommen, den beraten wir gerne auf der

INTERBOOT in Friedrichshafen

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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OCEAN7Reisetipp

Als „Perle der Adria“ ist Dubrovnik hinlänglich bekannt, doch andere

Länder haben auch kostbare Schätze. Die nur 25 Seemeilen

entfernte Bucht von Kotor beispielsweise ist der naturbelassene

Rohdiamant Montenegros, und Porto Montenegro in Tivat darf wohl

als das feinst geschliffene Kronjuwel im Land der schwarzen Berge

gelten. Der kanadische Investor Peter Munk verwandelte den einstigen

Kriegshafen der k. u. k.-Marine in eine Marina der Superlative

– und zwar in jeder Hinsicht.

So haben in Porto Montenegro Superyachten bis 250 Meter Länge

nicht nur bequem Platz, sondern auch jegliche Serviceleistungen

zur Verfügung. Besonders angenehm: Porto Montenegro ist auch

offizieller Einreisehafen – das mühsame Anlegen und Einklarieren

in Zelenika ist also nicht mehr Pflicht. Diese Formalitäten sind hier

schnell erledigt, während die Liebsten ganz entspannt die von

Palmen gesäumte Promenade und die Designer-Läden auf der

Shopping-Meile erkunden.

Wir sind Kaiser. Den majestätischen Sonnenuntergang in

der Bucht und die beste Küche genießt man im Restaurant De

Gustibus – natürlich nach dem Fingerzeig auf die gewünschten

Meeresfrüchte oder den fangfrischen Fisch an der Fischtheke.

Königlich kann man hier auch wohnen: Das im Stil eines venezianischen

Palazzos errichtete Regent Porto Montenegro Hotel zeugt

nicht nur architektonisch von imperialer Pracht, sondern begeistert

den Gast auch durch seine zahlreichen maritimen Accessoires und

den 20 Meter langen Infinity-Swimmingpool im ersten Stock.

Marina Porto Montenegro. Liegeplätze für Yachten von

12 bis 250 m Länge. GPS: 42˚26.03’N 018˚41.33’E, Tel. +382 (0) 32 660 990.

Regent Porto Montenegro. 5-Sterne-Hotel im venezianischen

Stil mit 57 Zimmern und 30 Suiten. Für längere Aufenthalte werden

auch Luxus-Appartements in den Residenzen des Porto Montenegro zur

Miete und zum Kauf angeboten. Alle Infos: www.portomontenegro.com

1 Nachtleben am 64 m langen Infinity-

Pool des exklusiven Porto Montenegro

Yacht Clubs.

2 Maritimer Luxus in den Zimmern und

Suiten des Regent-Hotels.

3 Marina Porto Montenegro bei Sonnenuntergang

in der Bucht von Kotor.

Land ist nicht genug …

OCEAN7-Redakteur und Reisejournalist

Tahsin Özen verrät seine liebsten Hideaways

entlang und abseits der Kielwasser.

14 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


RevierNews

Neues Zuhause

für Megayachten

Biograd

steuert neuen

Rekord an

Das Konzept stimmt, denn bereits jetzt – drei Monate vorher – sind alle

Plätze in der Ausstellungshalle für Ausrüstung bei der Biograd Boat Show

18.0 reserviert! „Wir rechnen mit einer Rekordshow, was Aussteller und ausgestellte

Boote betrifft“, sagt der Sprecher der Veranstaltung, die vom 22.

bis 23. Oktober 2016 in der Marina Kornati als In-Water-Show zum 18. Mal

stattfinden wird. Die Zuversicht nimmt er aus der Tatsache, dass es mit der

kroatischen Bootsindustrie wieder optimistisch aufwärts geht. Die Biograd

Boat Show bietet sowohl Business-to-Business-Möglichkeiten, als auch direkte

Kundenkontakte. Bereits im Vorjahr waren mehr als 300 Aussteller in

Biograd, darunter auch OCEAN7 als offizieller Partner der Boat Show.

www.bbs.com.hr

Die Olive Island Marina Marina auf der Insel Ugljan vor den Toren

Zadars zählt zu den schönsten kleinen Marinas Kroatiens und gilt in

Skipperkreisen schon längst nicht mehr als Geheimtipp. Die Gründe

dafür liegen auf der Hand: Äußerst gepflegte Anlagen, denen man

auf jedem Quadratzentimeter ansieht, dass die Besitzer selbst mit

Herz und Verstand zu Werke gehen, ein Service, der seinen Namen

auch wirklich verdient, und eine Landschaft, die selbst hektische Naturen

ein paar Gänge zurückschalten lassen. Kurzum: Wer in der

Olive Island Marina einmal festgemacht hat, hat seinen Heimathafen

gefunden. Das gilt auch für die Megayachten. Liegeplätze am Steg

oder an den Moorings sind geschaffen worden für Yachten bis 160

Meter Länge und bis zu fünf Metern Tiefgang. Strom steht am Steg,

abgesichert bis zu 125 Ampere, jederzeit zur Verfügung.

www.oliveisland-marina.eu


OCEAN7Revier

1 2

Vom Hotspot

zum

Ruhepol

16 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Kroatien/Dalmatien

3

Ein Törn der Erinnerung: Nach exakt sieben

Jahren war ich wieder zwischen Trogir und Mljet

unterwegs. Eine super-perfekte Yacht aus der

Flotte von Pitter Yachting führte mich an alte

Schauplätze zurück. Ein OCEAN7-Bericht über

Veränderungen und Gleichgebliebenes in der

dalmatinischen Inselwelt.

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg

4

Es war wie das Ankommen bei guten, alten Freunden. Der

immer noch jung wirkende Wirt der Konoba Ana stand lächelnd

am Steg, reichte uns die Mooring und übernahm die Heckleinen.

„Dobrodošli“, sagte er. „Willkommen. Wieder da. Schön.“

Als wäre ich gerade nur ein paar Tage weg gewesen und er

hätte schon auf uns gewartet.

Dabei waren es auf den Tag genau sieben Jahre, dass ich zuletzt

mit einer Yacht in die weite, gut geschützte Bucht Pomena auf

der Westseite von Mjlet gesegelt war, um

an dem blitzsauberen Steg dieser Konoba

festzumachen. Direkt hinter

der vertäuten Yacht die Tische

des Restaurants, mitten drin ein

Betonbecken, in dem Lobster

und Edelfische wie der Drachenkopf

herumschwimmen.

Wie damals. Wie vor sieben Jahren!

In einer Zeit, in der sich überall sonst

alles so schnell verändert, dass man

kaum mitkommt, war hier alles beim Alten

geblieben: der Wirt, seine Mutter,

die korpulente Chefin in der Küche

und das einfache, saubere Ambiente.

Das glasklare Wasser vor

dem Steg und die Herzlichkeit

des Empfangs. Nur auf der anderen

Seite der Bucht, direkt vor

dem Hotel Odisej, gab es ein paar

Liegeplätze mehr und einige Ausflugsschiffe

lagen hier, deren

Gäste auf Besuch im Nationalpark

waren.

1 Wasserfront von Trogir

2 Leuchtfeuer Rt Struga auf Lastovo

3 Annabella vor der Konoba Ana auf Mljet

4 Bojenfeld auf Sv. Klement

5 Der Wirt der Konoba Ana

5

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 17


OCEAN7Revier

Zwei Erinnerungen waren es, die mich hierher zurückgebracht haben:

die wild-romantische Schönheit der dalmatinischen Insel Mljet und

der unvergleichliche Geschmack der Languste auf Spaghetti aus der

Küche der Konoba Ana. Beides hat mich auch nach sieben Jahren

nicht enttäuscht.

1

Biken statt Wandern. Über einen Hügel geht es von hier

aus direkt in eine andere Welt – in den naturbelassenen Nationalpark

von Mljet. Vor sieben Jahren bin ich hier gewandert und habe über die

nahezu unberührt wirkende Natur gestaunt, das klare, türkisfarbene

Wasser des Salzsees, die dichten Wälder, die Ruhe und Einsamkeit, die

diese Naturlandschaft ausstrahlt. All das ist so geblieben. Neu hingegen

ein Verleih von tadellos gewarteten, neuen Mountainbikes. Statt zu

wandern, radelten wir diesmal entspannt über die einfachen, aber

gepflegten Wege, die entlang des Seeufers durch den Forst führen.

Wie der Tito-Kommuni

ein Naturidyll vernicht

2

3

Heute ist die Welt hier wieder so, wie sie sein soll und wie sie jahrhundertelang

war, seit illyrische Stämme die Lagune besiedelten, ehe sie

von den Römern erobert wurde. Auf der kleinen Insel Sv. Marija mitten

im Salzsee errichteten Benediktinermönche im 12. Jahrhundert ein

Kloster, bauten eine steinerne Brücke über die Meerenge und eine

kleine, vom Gezeitenstrom betriebene Mühle. Bis dann schließlich

Marschall Tito die Idylle entdeckte. Um mit seiner Yacht in den See

einfahren zu können, ließ er Brücke und Mühle wegreißen und das

Kloster zu einem Gästehaus für sich und seine kommunistischen Bonzen

umbauen. Beinahe wäre das Ökosystem unwiederbringlich gekippt.

Inzwischen sind Tito und seine Politwillkür Vergangenheit und alles

wieder im Lot. Einlaufen von der Adria in die Lagune ist verboten, das

gesamte Gebiet wurde zum streng geschützten Nationalpark erklärt.

Im Segelhandbuch der K. u. k.-Kriegsmarine ist die Insel Mljet, die

damals österreichisch „Meleda“ hieß, so beschrieben: „Nadelholzwaldungen

bedecken den westlichen Teil der wasserarmen Insel, im

östlichen wechselt Gestrüpp mit kahlem Fels. Der Hauptort Babino

polje liegt an den S-Abhängen des Velki und Mali grad, er ist gegen

S von See aus gut sichtbar.“

Fotos: Shutterstock (1), Fotolia (1)

18 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Trogir

Split

Kroatien/Dalmatien xxxxxxx

Drvenik

Veli

Šolta

BraČ

Palmizana

HVAR

ŠĆedro

Sv. Andrija

VIS

Bisevo

KorČula

smus beinahe

et hat

Auf Odysseus‘ Spuren. Ganz im Süden, in der

Mitte der Insel, befindet sich direkt unter der Ansiedlung

Babino Polje die Odysseus-Grotte. Hier soll der griechische

Seefahrer dem Mythos zufolge der Nymphe Kalypso verfallen

sein und sieben ausschweifende Jahre lang lustvoll gelebt

haben.

Aber zurück zur Gegenwart. Wir verabschiedeten uns von

der Konoba Ana und motorten mittags aus der Bucht Richtung

Westen. Die 20 Seemeilen entfernte Insel Lastovo war

unser nächstes Ziel. Nach den diversen Wind- und Wetterprognosen

stellten wir uns auf eine Diesel verbrennende

Motorfahrt ein. Doch schon unmittelbar hinter der Ausfahrt

begann sich das zuvor noch spiegelglatte Wasser zu kräuseln

und eine leichte Brise füllte die Segel. Der Wind frischte

1 So machen die Fischer ihre Boote fest

2 Odysseus‘ Grotte – Liebesnest des Seefahrers

3 Raststation im Nationalpark von Mljet

4 Dichte Wälder und gute Wanderwege auf Mljet

4

Lastovo

Pomena

Mljet

Inseln zwischen Trogir und Mljet

Trogir. Die gesamte historische Altstadt ist seit 1997 Weltkulturerbe

der UNESCO. Ein Bummel durch die engen Gassen gehört zum

Pflichtprogramm. Viele nette Cafés und das hochdekorierte Restaurant

Alka verlocken zu kulinarischen Freuden – letztes bietet neben dem

traditionell am Tisch zubereiteten Beef Tartar Steaks in hervorragender

Qualität. www.restaurant-alka.hr

Mljet. Odysseus soll der Mythologie zufolge hier sieben Jahre im

Liebesnest der Nymphe Kalypso verbracht haben und auch der Heilige

Paulus hat auf Mljet Station gemacht. Höhepunkt ist eine Wanderung

oder Fahrt mit dem Mountainbike durch den idyllischen Nationalpark.

Ein Shuttleboot bietet Fahrten zu dem ehemaligen Benediktinerkloster

auf der kleinen Insel mitten im See. Die tiefe Bucht Polace ist nicht nur

idealer Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks, vor der

Konoba Ana gibt es auch kostenlose Mooringplätze mit Stromanschluss.

Hier isst man ganz exzellent mit Blick auf den Sonnenuntergang

und die Yacht. www.mljet.hr

Palmizana. Sichere und gut gewartete Ankerbojen in der Bucht

im Süden der Insel Sv. Klement sind eine gute Alternative zu der

ACI-Marina auf der nördlichen Seite. Von hier geht es zu dem

unvergleichlichen Idyll der Familie Meneghello mit ausgewählter Kunst

inmitten einzigartiger Botanik. www.palmizana.com

Literatur. Alles, was man für einen sicheren und gelungenen

Törn in diesem Revier benötigt, ist an Bord der Charteryachten von

Pitter. Zusätzlich hilfreich ist das Küstenhandbuch Kroatien und

Montenegro aus der Edition Maritim und der Satz 8, Adriatic Sea 2,

der Delius-Klasing-Sportbootkarten.

Richtig chartern. Pitter Yachting bietet an mehreren Stützpunkten

entlang der kroatischen Küste hervorragend gewartete und

bestens ausgerüstete Yachten. Wir waren mit der Annabella ab der

ACI-Marina Trogir unterwegs, einer perfekten Bavaria 43-Fahrtenyacht,

hervorragend gewartet von Pitter-Techniker Stipe. Mit der Nautic

Alliance bietet Pitter inzwischen auch in Griechenland und der Türkei

Yachten mit seiner Qualitätsgarantie an. Die Bavaria 43, Baujahr 2010,

gibt es ab 1.550 Euro/Woche. www.pitter-yachting.com

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 19


OCEAN7Revier

immer mehr auf, drehte aber – welcher Segler kennt das nicht?

– direkt aus der Richtung, in die wir wollten. Also gegenan.

Aufkreuzen. Erst unter Vollzeug, dann refften wir kontinuierlich

immer mehr Segelfläche weg. Annabella, unsere Bavaria 43,

legte sich ordentlich ins Zeug, da halfen die nagelneuen Segel

mächtig, die Top-Geschwindigkeit auszureizen. Ich war mit dem

erfahrenen und erprobten Regattasegler Peter vom Wörthersee

unterwegs, der hier all sein Wissen und seine Technik ausspielen

konnte. Ich selbst bin ja eher der gemütliche Fahrtensegler, der

zwar die Segel einigermaßen trimmt, aber dann meist den Autopiloten

die Arbeit erledigen lässt. Nicht so Peter. Er demons -

trierte, welchen Spaß es machen kann, eine Yacht zur Höchstleistung

zu bringen. Ich staunte. Zehntel um Zehntel Knoten

mehr holte er aus der sechs Jahre alten Annabella, immer voll

konzentriert am Steuer und jede Böe ausnützend. Es war ein

süchtig machendes Segeln, immer hart am Wind, immer in rauschender

Fahrt.

1

Ein Anker aus Österreich. Es war bereits nach

Sonnenuntergang und kurz vor dem Dunkelwerden, als wir

nach ein paar allerletzten kräftigen Böen deutlich jenseits der

30 Knoten Wind aus W das Leuchtfeuer Rt Struga rundeten, die

Segel bargen und in der rundum geschlossenen Bucht Skrivena

Luka den Anker fallen ließen. Nicht nur die Bucht war perfekt,

auch der Anker war ein echtes Goldstück: Am Ende der gut 60

Meter Kette steckte schließlich ein österreichisches Patent, der

Jambo-Anker. Er greift sofort und immer, das garantiert seine

Konstruktionsweise. Klaus Pitter weiß, worauf er sich bei seinen

auch sonst erstklassig ausgerüsteten Yachten verlassen kann.

Wir jedenfalls verbrachten eine sorgenfreie Nacht vor Anker,

auch wenn dann und wann der Wind noch zeigte, wozu er

fähig war und unsere Annabella kräftig schwoien ließ. Unter

Deck war davon aber kaum etwas zu merken, da sich in dieser

geschützten Ankerbucht keine Welle aufbauen kann.

Auch hier war ich schon vor sieben Jahren, damals gab es eine

einzige Taverne. Heute sind es drei, allesamt mit Anleger, und

außerdem wurde eine kleine Marina mit einem langen

Schwimmsteg errichtet. Wir allerdings verbrachten den Abend

an Bord und genossen die laue Nacht mit Blick auf den aufgehenden

Vollmond.

2

20 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Kroatien/Dalmatien

3 4

Der perfekte Anker bietet Schiff

und Crew die beste Sicherheit

Moderne Kunst, üppige Vegetation. Was

für ein Gegensatz zum allerersten Tag unserer Nostalgie-Reise.

Wir hatten uns früh von der ACI-Marina Trogir auf den Weg

gemacht, legten einen kurzen, erfrischenden Badestopp in einer

stillen Ankerbucht auf Drvenik Veli ein und segelten dann mit

SE-Kurs nach Sv. Klement. Da alle Wetterberichte eine stabile

und ruhige Nacht versprachen, entschieden wir uns für die

Bucht Vinogradisce im Süden der auf den Seekarten durch die

vielen Einschnitte wie ausgefranst wirkenden Insel. Diese Bucht

liegt genau gegenüber der ACI-Marina Palmizana und direkt vor

den Res taurants der Familien der Kunstmäzenin Dagmar Meneghello,

einer ehemaligen Journalistin aus Zagreb. Die ehemals

karge, wasserlose Insel ist heute ein blühendes Paradies voller

exotischer Pflanzen, außergewöhnlicher Kunst und Kultur. Und

natürlich erstklassiger Gaumenfreuden.

Hier startete der kroatische Inseltourismus im Jahre 1906, als

Professor Eugen Meneghello die besondere Schönheit dieses

ehemals kargen Eilandes entdeckte. Schon die nächste Generation

mit dem erfahrenen Fischer und ambitionierten Gastronomen

Juraj Toto Meneghello sorgte für den Aufschwung der

Jeder Handgriff sitzt!

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1 Bernd steuert und Segelprofi Peter (rechts) überwacht den Kurs

2 Kunst und üppige Natur in Palmizana

3 Der Weg zu Dagmar Meneghellos Restaurant

4 Eingang zu Totos In-Lokal

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OCEAN7Revier

Kunst und Natur auf Schritt und Tritt

1

Palmizana. Aber erst als Dagmar Gebauer, eine junge Journalistin aus

Zagreb, auf der Insel ankam, sich in Toto verliebte, ihn heiratete und

hierblieb, erblühte die Insel zu ihrer vollen botanischen und kulturellen

Schönheit.

„Es war anfangs nicht leicht, von einer großen Stadt wie Zagreb zu

kommen, um an einem fast unzugänglichen, kaum besuchten Ort wie

Palmizana dauerhaft zu leben“, erinnert sich Dagmar Meneghello heute

in einem Interview mit dem Digital Journal. „Ich war von der Zivilisation

und von allen sozialen Kontakten abgeschnitten. Es war hart,

meine Wäsche im Meer zu waschen, da es ja kein Süßwasser auf der

Insel gab. Es war hart, ohne Elektrizität zu leben, an diesem Ende der

Welt. Besonders schwer war es aber für meine Seele. Daher musste

ich Künstler und Kunst auf die Insel holen, um überleben zu können.“

So wurde die Palmizana zu einem beliebten Hafen für Kunst und ihre

Künstler inmitten einer blühenden Botanik, um vieles reicher als das

naheliegende und größere Hvar. Es ist inzwischen die fünfte Mene -

ghello-Generation, die hier die Tradition erhält

und weiter vorantreibt. Das Stammhaus, das Restaurant

auf der Anhöhe der Palmizana, wird in

gewohnt exzellenter Qualität von Dagmars

Tochter Romana betrieben. Hier isst man umgeben

von außergewöhnlichen Werken der

zeitgenössischen Kunst wie eh und je.

Chill-out-Zone. Weiter unten

in Richtung Bucht hat Dagmars

Sohn Toto sein Ressort

den Ansprüchen der Zeit

angepasst. An der Bar

werden erstklassige

Drinks, zwischen

schattenspendenden

Bäumen und exotischen

Blüten und

3

2

4

22 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Blumen den ganzen Tag über Speisen serviert und am Strand davor wird gechillt und

gebadet. In der Bucht hat Toto inzwischen rund 40 Festmacherbojen für Besucher mit

ihren Yachten gesetzt. Alles hat immer noch den einzigartigen, typischen Flair der Meneghello-Ursprünglichkeit,

gemischt mit dem Feeling der Karibik und von Ibiza. Die

Preise bei Toto sind bei allererster Qualität inzwischen auch eben dort angelangt.

Aber genug der verträumten Idylle, zurück in die andere Welt: Lautes Presslufthämmern

und dichte Staubwolken empfingen uns im vollen Stadthafen von Vis. Wir ergatterten

den allerletzten freien Liegeplatz zwischen zwei großen Yachten mit lärmenden Crews,

in unmittelbarer Nähe zu den intensiven Bauarbeiten, durch die noch mehr Liegeplätze

geschaffen werden. Der Stadtteil Kut, wo ich vor sieben Jahren festgemacht hatte und

den ich als verträumt, ruhig und beschaulich in Erinnerung hatte mit einer kleinen Kirche,

ein paar alten Häusern und zwei kleinen Konobas, war inzwischen hoffnungslos

überfüllt mit Yachten, Touristen und Souvenirläden.

Alles geht einmal zu Ende, so auch unser nostalgischer Törn der Erinnerung. Auf Šolta

besuchten wir sozusagen im Vorbeifahren noch ein paar touristisch unverdorbene Buchten

an der Südküste, die alle selbst bei starker Bora zum sicheren Ankern einladen,

entschieden uns dann aber zum letzten Übernachten für die im Norden gelegene Necujam,

wo ich einmal mehr erfreut über die Haltequalität des Jambo-Ankers war. Hier gibt

es an der Ostseite der Bucht eine kleine Konoba mit Aussichtsterrasse, wir genossen aber

den letzten Törnabend an Bord unserer bequemen und sauberen Annabella.

Kurz vor dem Einlaufen zurück an den Pitter-Stützpunkt in Trogir ankerten wir noch für

ein paar Badestunden in karibisch-türkisem Ambiente an der Ostseite der Drvenik zwischen

den vorgelagerten kleinen Inseln Krknjas. Von hier ist es nur ein ganz kurzer Schlag

nach Trogir, wo uns unser Betreuer Stipe am Steg empfing. Er hatte uns sieben Tage

zuvor ein auf Hochglanz poliertes Schiff übergeben, bei dem alles perfekt funktionierte,

das keine Wünsche offen ließ und klare Rückschlüsse auf die hochprofessionelle Qualität

dieses Stützpunktes und des gesamten Unternehmens Pitter Yachting zulässt.

1 Chillige Bar auf Sv. Klement

2 Insel Vis, hier der Blick auf Kut

3 Die saubere Bavaria von Pitter Yachting in einer ruhigen Ankerbucht

4 Er sorgt für perfekte Yachten: Pitter-Techniker Stipe

5 Zurück in Trogir: So ruhig ist es hier währed der Saison nie

5

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OCEAN7People

So leben sie alle Tage …

Wolfgang Hausner ist Österreichs bekanntester Abenteurer und Weltumsegler. Der

Bestsellerautor („Taboo – eines Mannes Freiheit“) schreibt regelmäßig exklusiv für

OCEAN7. Derzeit lebt er auf seinem Katamaran Taboo III und segelt im Revier der

Philippinen. Hier berichtet über die Aussteiger im Fernen Osten.

Text und Fotos: Wolfgang Hausner

Es war Mai, der letzte Chartertörn lag hinter uns und jetzt segelten

wir zügig nach Tambobo am südlichen Ende von Negros.

Die Regensaison war im Kommen, es war Zeit auszuspannen

und auch Taboo III etwas Pflege angedeihen zu lassen.

Tags darauf schob uns ein leichter Wind an Siquijor vorbei,

einer Insel, auf der Voodoo erfolgreich praktiziert wird. Es war

dort, als plötzlich meine Partnerin Loida rief: „Da schwimmt

etwas hinter uns und kommt näher.“ Zuerst war nicht viel zu

sehen, aber dann war der Walhai mit seinen markanten Punkten

nicht zu verkennen. Allerdings eine Kleinausgabe, die wie

eine knapp vier Meter lange Riesenkaulquappe hinter uns

herzappelte. Das ging so zehn Minuten lang, bevor der Planktonfresser

das Interesse verlor und abschwenkte. Wir freuten

uns aber trotzdem über den Besuch.

In Tambobo angekommen, legte ich Taboo III wie üblich an

den Strand der inneren Bucht, wo mein Wiener Freund Karl

ein großes Grundstück besitzt. Dort hatte ich Strom- und Wasseranschluss

von Land und man konnte problemlos über eine

Bambusleiter an Bord kommen. Das Hauptprojekt war dieses

Mal, ein festes Dach über dem Steuerstand zu errichten, auf

dem die vier Solarpaneele montiert

werden sollten.

Aber zuerst musste ich

wieder einmal meinen

Tischler Delfin von

einem Landsmann

loseisen. Michael,

ein sympathischer,

rundlicher Kerl

Anfang der siebzig,

hatte zuvor in achtjähriger

Arbeit den überschweren

Kat Tambobo Boat nach eigenem

Entwurf gebaut, aber nach weniger

als 1.000 Meilen verloren, als

er bei der Abfahrt nach Borneo

1

2


Aussteiger auf den Philippinen

3

ohne Warnung auseinanderbrach. Nach diesem Rückschlag,

finanziell wie emotional, war Michael jedoch nicht unterzukriegen

und baute eine abgespeckte Version. Die absonderliche

Konstruktion war kleiner, leichter und schwamm seit einigen

Monaten. Allerdings gab es technische Probleme, die

Form des Unterwasserschiffes im Heckbereich war ein Desaster,

das Wasser verwirbelte und die zu kleinen Ruder wurden

überhaupt nicht angeströmt. Das sollte bereinigt werden und

dazu setzte Michael sein Boot ebenfalls aufs Trockene, damit

seine Tischler bequem arbeiten konnten, wenn auch nur bei

Niedrigwasser zwischen den Tiden.

4

Michael, von Beruf Grafiker und Künstler, hatte ein echtes

Problem, gutgemeinten Rat anzunehmen, obwohl er herzlich

wenig von der Materie verstand, ließ aber gerne seine oft

skurrilen Ideen in die Konstruktionen einfließen, ohne auf

altbewährte Prinzipien zurückzugreifen. Jetzt war er dabei, das

kantige Heck der Rümpfe abzurunden. Damit würde allerdings

das waagrechte Unterwasserschiff noch länger werden und ein

Aufkreuzen weiterhin verhindern. Ein anderer wunder Punkt

war der aus Plastikabflussrohren, Bambussegmenten und GFK

zusammengeklebte Mast. Er war zu biegsam, hatte Sprünge im

oberen Teil und drohte auseinanderzubrechen. Eine weitere

originelle Idee, die nicht die Erwartungen erfüllt hatte; für mich

war das fast so, als ob Michael immer wieder versuchen würde,

das Rad neu zu erfinden.

In Tambobo liegen meist um die dreißig Yachten vor Anker

oder an einer permanenten Muring, aber weit weniger als die

Hälfte sind bewohnt. Das südliche Ende von Negros bleibt in

der Regel von Taifunen verschont und man kann somit sein

Schiff fast unbesorgt alleine lassen. Mein deusch-kanadischer

Freund Henning, der seinen Kat unter großen Schwierigkeiten

in Brasilien gebaut hatte, war allerdings da. Es war nett, mit

jemandem zu plaudern, der ähnliche Interessen hatte. Wir

1 Ein kleiner Wal kommt zu Besuch

2 Wolfgang beim Waffenkauf in Danao

3 Eine eigenwillige Konstruktion

4 Michael und das alte Heck

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 25


OCEAN7People

tauschten die letzten Neuigkeiten aus, und nachdem er bei mir an Bord

war, gab ich ihm gleich eine Plastiktüte mit Taschenbüchern mit.

Tags darauf kam Henning mit seinem Lesematerial an und fragte mich:

„Wolfgang, was ist da los, zwei deiner Bücher waren durchschossen

und im dritten steckt ein Kugel?“

Jetzt erinnerte ich mich wieder an eine Episode, die ein paar Monate

zurücklag, als ich noch die Bucht von Carmen frequentierte. Das kleine

Städtchen Danao ist nicht weit davon entfernt und dafür bekannt, dass

dort illegale Waffen jeglicher Art hergestellt werden. Angefangen von

dem üblichen .38 Kaliber Trommelrevolver und der schweren .45

Halbautomatik bis zur Maschinenpistole wie der KG 9. Eine der Werkstätten

befand sich in den Hügeln oberhalb von Danao und ist mit

einem Fahrzeug in 15 Minuten zu erreichen.

Dorthin war ich mit Francisco unterwegs gewesen, der gute Kontakte

in dieser Szene und selber auch eine Werkstatt hat, um einen Trommelrevolver

für einen anderen Segler zu kaufen.

Wir schlängelten uns auf seinem Motorrad die immer enger werdende

Straße hoch und waren bald in einem kleinen Dorf, stellten das Motorrad

ab und gingen auf einem Trampelpfad weiter. Die Werkstatt

befand sich unter einem Nippa-Dach im Garten, wo der Mann gerade

an einer Maschinenpistole herumfeilte.

Auf den Philippinen hat ja jedes Geschäft einen Wachposten, selbst

eine Eisdiele ist da keine Ausnahme. Diese Männer verdienen sehr

wenig, könnten zwar eine Pistole im Waffengeschäft legal erwerben,

aber nicht den Preis zahlen. Diese Kleinbetriebe unter dem Radar füllen

also einen Bedarf und fertigen fast jede gängige Waffe um weniger

als den halben Preis an. Kein Wunder also, dass da eine Nachfrage

besteht, auch wenn man auf die eingestanzte Seriennummer verzichten

muss. Natürlich wäre es übertrieben zu behaupten, nur Wachpersonal

würde beliefert, eine 9 mm-Maschinenpistole vor einem Imbissladen

wäre ja doch eine Übertreibung. Zu den Kunden gehört aber auch

Militärpersonal, das sich eine zweite Waffe zulegen möchte.

26 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Aussteiger auf den Philippinen

Ehe ich den Revolver weitergab, wollte ich sie selber noch

einmal auf Durchschlagskraft testen. Ich lehnte im Salon auf

der Sitzbank einige dicke, schon gelesene Taschenbücher

hintereinander auf und schoss drauf. Das Resultat war beeindruckend,

danach wanderte der Stapel wieder zu den anderen

Büchern und es war diese Tüte, die dann Henning mitnahm.

Kurz darauf wurde ein Yachtie in Danao auf der Straße von

der Polizei geschnappt, als er mit Drogen unterwegs war. Ich

bin aber sicher, dass der Brasilianer Sam verpfiffen worden ist.

Noch dazu hatte er eine Pistole bei sich und später stellte sich

heraus, dass sein Pass voller ungültiger Stempel war. Sam hatte

sich selber die Aufenthaltsgenehmigung immer wieder verlängert

und so etwas wirkt wie ein rotes Tuch auf die Einwanderungsbehörde.

Das mit den gefälschten Stempeln geht seit

einiger Zeit sowieso nicht mehr, jetzt wird ein mehrfarbiger

Sticker in den Pass geklebt.

Es ist auch nicht so, dass man bei jeder Gelegenheit angehalten

und durchsucht wird. Als mich Francisco einmal nach

Carmen zurückführte, gerieten wir in eine Polizeikontrolle, in

der nur Motorräder gestoppt wurden. Francisco hatte kein

Problem und niemand wollte etwas von uns, aber neben uns

wurde ein Jugendlicher total perlustriert. Der Polizist durchsuchte

eigenhändig alle Hosentaschen des verdächtig aussehenden

Kerls nach Drogen und zerlegte auch die Kappe.

Während das passierte, bremste sich ein Motorradfahrer

knappe hundert Meter hinter uns ein und war im Begriff,

hurtig umzudrehen, um nicht in die Kontrolle zu geraten. Ein

behäbiger Polizist rannte brüllend los, zog den .45 Colt und

schoss zur Warnung dreimal in die Luft. Der junge Mann ließ

sich aber nicht einschüchtern, gab Gas und flitzte davon.

Sam kam einige Wochen zuvor bei mir in Carmen vorbei und

erzählte, er hätte jede Menge Sachen zu verkaufen, ich sollte

ihn auf jeden Fall auf seinem Schiff im Danao Ship Yard besuchen.

Er konnte oder wollte mir nicht sagen, was er auf

Lager hatte und an solchen dubiosen Geschäften war ich nicht

interessiert. Jetzt brauchte er Geld, um sich freizukaufen und

warf seine Yacht auf den Markt. Der Italiener Fernando, der

für Virginia Foods – eine Firma die hauptsächlich Würstchen

und Schinken herstellt – arbeitet, witterte ein Schnäppchen

und leistete eine Anzahlung. Fernando hatte mich schon einige

Male vorher genervt, weil er immer wieder etwas über Yachten

und Segeln wissen wollte und mich zu unpassenden Zeiten in

endlose Gespräche verwickelte. Auch war er ein Typ, der

immer etwas von anderen wollte und das umsonst.

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Kurz darauf wurde Sam deportiert und Fernando war damit

günstig zu einem Boot gekommen. Allerdings ohne Schiffspapiere,

weil Sam auch keine gehabt hatte und damit die Herkunft

des Schiffes eher undurchsichtig war. Fernando rief mich

an und fragte mich, ob ich ihm bei der Beschaffung von

Schiffspapieren helfen könnte, was ich verneinen musste.

Zuerst verlegte er sein Boot in die Bucht von Carmen, um sich

die Liegegebühren im Danao Ship Yard zu sparen, aber die

Rechnung ging nicht auf. Wenige Tage später wurde sein neuer

Besitz während eines Unwetters mit niemandem an Bord an

Land geworfen. Fernando hatte keine Ahnung vom Segeln,

begann aber langsam, Lehrgeld zu zahlen. Er ließ die Yacht

bergen, in den Ship Yard zurückschleppen, damit war das

Schiff wieder am alten Liegeplatz vertäut, den auch Sam vorher

frequentiert hatte.

1

J. J. Neben meiner gewohnten Stelle am Strand in Tambobo

lag seit fast zwei Jahren ebenfalls der Trimaran Evening

Star, der ursprünglich einem amerikanischen Ehepaar gehört

hatte. Als der Mann starb, kaufte ein französisches Paar der

Witwe das Schiff ab. Jean Jacques hatte die vorherigen Eigner

vor Jahren im Südpazifik mehrmals getroffen, kannte das Boot

gut und verzichtete auf eine gründliche Inspektion, was aber

ein gravierender Fehler war.

Jean Jacques, allgemein J. J. genannt, ein sportlicher Endfünfziger,

und seine etwas jüngere, ebenfalls französische Partnerin

Cathy, segelten ab, kamen aber nicht weit. Der Hauptrumpf

füllte sich Stunden später rapide mit Wasser und nur die beiden

Ausleger verhinderten ein totales Absacken. Bevor es

dunkel wurde, konnten sie ein Fischerboot alarmieren, welches

das Wrack im Schneckentempo zurück in die Bucht von

Tambobo schleppte. Evening Star lag vorerst am Strand, regelmäßig

gurgelte das Wasser mit der Flut in den Rumpf und bei

Ebbe lief es wieder raus. Das Unterwasserschiff war total

verrottet, bei der ersten Belastung nach mehreren Jahren hatte

der Mast nach unten gedrückt und den Rumpf anscheinend

auseinandergequetscht.

J. J. errichtete mehrere Sockeln aus Beton und Ziegeln, um

sein Boot mit Hilfe von hydraulischen Wagenhebern aus dem

Wasser zu stemmen. Eine Sisyphusarbeit, die nur langsam

voranging, weil ja immer wieder Holzstücke untergelegt werden

mussten, ehe der Trimaran wieder angehoben werden

konnte. Die Reparatur überstieg das Können von J. J., aber er

hatte Glück: Der Deutsche Schelmie auf seinem Wharram-

Katamaran Vakataiea war gelernter Bootstischler und wurde

mit der Reparatur beauftragt. Schelmie begann, in der faulen

Materie zu wühlen, baute den Rumpf von unter wieder auf

und beendete die Arbeit in einer Zeit, die jeden nur staunen

ließ.

Bald danach begann es zwischen J. J. und Cathy zu kriseln,

die Streitereien schallten lautstark über die Bucht und sie

28 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Aussteiger auf den Philippinen

trennten sich. Cathy wollte allerdings ihren finanziellen Anteil,

den sie in das Boot investiert hatte, wieder zurückhaben, und

als J. J. nicht einwilligte, verklagte sie ihn.

Der Rechtsstreit zog sich in die Länge. J. J. arbeitete zwischenzeitlich

am Schiff – es gab ja noch andere morsche Stellen –,

aber sobald er eine repariert hatte, fand er eine weitere.

Eines Tages hatte er die Nase voll, warf das Handtuch und flog

nach Florida, um nach einem Gebrauchtboot zu suchen. Dort

wurde er nicht fündig, aber in Tahiti erwarb er günstig einen

alten Piver-Trimaran namens Kaoha, mit dem er ein Jahr später

in Tambobo auftauchte. Kurz zuvor hatte der Richter Evening

Star Cathy zugesprochen und sie hatte bereits einen

Käufer zur Hand.

Ich war an Deck von Taboo III, als sich J. J. und Cathy keine

zwanzig Meter weit entfernt zum ersten Mal wiedertrafen: J. J.

machte freundliche Nasenlöcher und wollte einlenken, kam

aber damit an die falsche Adresse. Die Konfrontation schaukelte

sich im Nu zu einer temperamentvollen französischen

Schreierei ohne gemeinsamem Nenner auf. Cathy haute ab,

sie lebte ja an Land, und J. J. fuhr zu seinem Boot zurück, war

aber gleich wieder da und begann, Evening Star auszuräumen:

Segelsäcke, ein Generator, Außenborder, Seile und andere

Sachen türmten sich bald in seinem Beiboot, mit dem er abfuhr.

Danach begann er, Winschen abzumontieren, Fallen

auszuscheren und das brandneue Beiboot ins Wasser zu lassen.

Zum Schluss wechselte er den Baum gegen seinen eigenen

aus. Danach war ein ziemlicher Krach unter Deck zu

hören, J. J. zertrümmerte in einem Wutanfall das Mobiliar, wie

er mir später erzählte.

Tags darauf kam Cathy mit ihrem französischem Freund Chris

an und als sie Bescherung sah, paddelten sie gemeinsam zu

J. J. hinaus. Chris drosch mit einem Metallteil auf den Trimaran

ein, woraufhin J. J. ins Wasser sprang und das Beiboot mit den

beiden zum Kentern brachte. Cathy schwamm an Land, alarmierte

die Küstenwache und behauptete, J. J. hätte versucht,

sie umzubringen. Die Coast Guard schwärmte aus, um den

2

flüchtigen J. J. festzunehmen, der sich mittlerweile im Wald

versteckt hatte. Er erkannte aber bald die Aussichtslosigkeit

seiner Situation. Die Coast Guard hatte sein Beiboot in Gewahrsam

genommen, patrouillierte in der Bucht auf und ab

und hielt ein Auge auf seinen Trimaran. Er konnte also nicht

unbemerkt zurück. Also stellte er sich und wurde auf die Polizeistation

in Siaton gebracht. Dort spielte er bald mit den

Beamten Ping-Pong, obwohl er in einer Zelle eingesperrt hätte

sein sollen, und sein Schäferhund, den er mitgebracht hatte,

wurde auch gefüttert. Sein Rechtsanwalt löste J. J. zwei Tage

später aus und er war wieder in Tambobo auf Kaoha. Allerdings

hatte er jetzt unter anderem eine Klage wegen Mordversuches

am Hals, was sicherlich übertrieben war. Erstens konnte

Cathy schwimmen und zweitens das Beiboot nicht untergehen.

Aber das sollte alles erst mühsam und zeitraubend vor Gericht

geklärt werden. J. J. bat mich, einige Fotos für seinen Anwalt

zu machen, um den Tathergang zu rekonstruieren und die

Unsinkbarkeit des Beibootes zu beweisen.

Auch war er war ziemlich deprimiert über seine momentane

Situation und war sich nicht im Klaren, wie es weitergehen

sollte.

Ich sagte ihm, er hätte nur zwei Optionen:

1. Er bleibt in Tambobo, wird in einen jahrelangen Prozess

verwickelt, der ihm absolut nichts bringen würde außer erhebliche

Unkosten. Selbst wenn er wegen des Mordversuches frei

ausgehen sollte, würde Cathy ihn sicherlich auf Schadenersatz

klagen, ihr Käufer hatte ja bereits das Weite gesucht.

2. Er haut bei Nacht und Nebel mit seinem Schiff ab. Das

Ausklarieren könne er vergessen, weil er wegen seiner Klage

am Hals das Land nicht verlassen dürfe. Er könnte aber nie

wieder auf die Philippinen zurückkehren. Damit wäre er seine

Sorgen los und könnte das tun, was er ursprünglich vorhatte,

nämlich segeln und neue Reviere entdecken.

J. J. meinte, er würde sich das überlegen. Ein paar Tage später

war sein Ankerplatz frühmorgens leer und er auf seinem Handy

nicht mehr erreichbar. Er hatte anscheinend die Option 2 gewählt


1 Der Franzose J. J.

2 Evening Star und Taboo III am Strand

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ServiceNews

Sicherheit an Bord:

Reif für den SeaHelp-

Gas-Check?

Aus Sicherheitsgründen verlangen die ausstellenden Stellen mittlerweile bei

der Verlängerung des Seebriefs generell eine Prüfung der an Bord befindlichen

Gasinstallationen. Und auch viele Versicherer legen besonderen Wert auf Sicherheit

in Sachen Gasinstallationen.

Deshalb bietet beispielsweise SeaHelp, der nautische Pannendienst, Prüfungen

nach G 608 insbesondere für deutsche und österreichische Eigner in Kroatien,

Slowenien, Italien, Spanien und natürlich an der Ostseeküste an. Unter der

Bezeichnung „Merkblatt nach G 608“ hat der Deutsche Verband Flüssiggas e.V.

mit Sitz in Berlin die Prüfvorschriften und -empfehlungen zusammengefasst. Sie

gelten mittlerweile fast europaweit.

Gerade im Ausland hatten Eigner das Problem, dass sich kein Sachkundiger

finden ließ, der dort vor Ort in den Marinas die Schiffe entsprechend abnehmen

konnte. Deshalb schickte SeaHelp eigens Mitarbeiter zur Schulung an die

Flüssiggas-Akademie, die nun die Schiffe im Ausland entsprechend überprüfen.

Gerhard Robl, der für SeaHelp in Sachen Sicherheit an Bord im Einsatz ist:

„Die Nachfrage ist enorm, viele Gasanlagen wurden schon seit 20 Jahren nicht

SeaHelp an Bord: Wer über die

SeaHelp-Homepage einen Termin bucht, bekommt an

Bord Besuch von Gerhard Robl, dem

SeaHelp-Fachmann für Gasprüfungen. Er

absolvierte eigens einen Lehrgang an der

Flüssiggas-Akademie in Deutschland.

Nässe bleibt draußen

Für das Outdoor-Unternehmen Columbia aus dem regnerischen Pazifischen

Nordwesten (USA) ist Regenkleidung eine überaus ernste Angelegenheit.

Die innovativen OutDry Extreme-Regenjacken und -hosen wurden überall

weltweit getestet – von der eigenen verregneten Ecke in Oregon, USA,

über Irland bis nach Neuseeland. Wir hatten Anfang Sommer auch

ausgiebig Gelegenheit, die neue Titanium-Jacke auf Herz und Nieren zu

prüfen. Zum Glück hat sich die neue Technologie einer wasserfesten

und atmungsaktiven Membran auf der Außenseite bewährt. OutDry

Extreme hielt, was die Werbung versprach. Die OutDry Diamond aus

der Titanium-Linie besitzt vollständig versiegelte Nähte mit auffälligem,

externem Naht-Tape und 2-Wege-Unterarmbelüftung. Mit abriebfesten

Schulter- und vorgeformten Ellbogenbereichen, konturierten Bündchen

und einem Tunnelzug am Saum mit verbesserter Silikon-Verstärkung ist

diese Jacke genau die Richtige für ernsthafte Outdoor-Exkursionen auf

und am Wasser. Und hält warm und trocken, auch wenn ganz viel H 2O

von oben kommt. Modelle für Herren und Frauen.

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30 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


mehr untersucht, entsprechend schlecht ist deren Zustand.“ Ob die Skipper nach

der Gasprüfung dann auch eine Reparatur bzw. Instandsetzung der Gasinstallation

in Auftrag geben, bleibt ihnen selbst überlassen.

Wer jetzt meint, ein sachkundiger SeaHelp-Mitarbeiter sollte die Gasinstallation

einmal überprüfen, kann auf der SeaHelp-Homepage gleich einen Termin buchen und

sich auch weiterführend über das Thema Flüssiggas an Bord informieren.

Reglerdatum: Auf den

Reglern ist ein Herstellungsdatum

aufgedruckt. Ein Gasregler sollte

nicht älter als sechs Jahre sein.

Schlauchdatum: Nicht nur der Regler, auch die

Gasschläuche sollten hin und wieder überprüft werden. Sind

sie älter als sechs Jahre, müssen sie aus Sicherheitsgründen

ausgetauscht werden.

Druckprüfung: Eine Druckprüfung

gehört immer zur fachgerechten Gasprüfung

dazu, um versteckte Gaslecks festzustellen

und aufzuspüren.

Von Steg

zu Steg

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt und produziert

Navionics elektronische Navigationskarten und -systeme

für den Einsatz nicht nur auf dem Wasser. Jetzt

macht es Navionics den Bootsfahrern noch leichter.

Mit der neuen Funktion Autorouting von Steg zu Steg

wird es für Bootsfahrer noch einfacher, ihre Ausfahrten

mit einem Mobilgerät zu planen. Die App bietet

zahlreiche Möglichkeiten und erstellt dank aufwändiger

Algorithmen und einer großen Menge an Daten

schnell Routen von einem Ausgangs- zu einem Zielpunkt,

und das selbst durch schmale Passagen und

Kanäle, wo man Hilfe am meisten braucht. Mit einer

einfachen Eingabemodalität kann der Skipper A und

B einer Strecke bestimmen, indem er auf die Karte

tippt, den Wert Lat/Long eingibt oder einen POI (Point

of Interest) wie Hafenbüros, Marinas und Liegeplätze,

Tankstellen, Restaurants und Bars, Geschäfte, Taxis,

Reparaturzentren und Händler wählt. Eine detaillierte

Route wird unter Berücksichtigung der Kartendaten,

Navigationshilfen, Wassertiefe usw. berechnet. Die

App zeigt die Route und weist sogar auf Warnungen

vor Untiefen, Brücken und sonstigen Gefahren entlang

der Strecke hin. Zudem werden der geschätzte Treibstoffverbrauch,

die Distanz und ETA angezeigt. In der

neuesten Version erscheinen die POIs in der Nähe des

Ziels automatisch mit Telefonnummern und anderen

wertvollen Informationen wie VHF-Kanäle der Marinas

im Menü von Autorouting.

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Auf in die

Ostsee

Bereits zum 19. Mal findet vom 2. bis 6. September in einem der

schönsten Reviere in der Ostsee der Hanse Cup statt. Das wird

zwischen Greifswald, Hiddensee und Stralsund geboten: Freude am

sportlich fairen Wettkampf mit vielen Hanse- und Dehler-Crews. Unterhaltsame

Abende mit Bier und regionalen Spezialitäten. Mitsegeln kann

jeder, der eine Hanse- oder Dehler-Yacht besitzt oder chartert. Die

Auswertung erfolgt nach Yardstick. Segelanweisungen und Kurse finden

jeden Morgen statt.

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Warten

auf

Recht!

Wie die Allianz

Unfallopfer aus

Wien hinhält

Christian Winkler und seine Familie

kämpfen nach einer Unfalltragödie seit

Jahren um ihr Recht. Doch die Allianz

Kroatien spielt ein böses Spiel auf Zeit:

„Dabei wollen wir endlich nur Gerechtigkeit

für meine Söhne Tobias und Nico“, sagt

Christian Winkler.

Text: Milan Korosic | Fotos: Archiv

32 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016

1


Rechtsstreit

Was für eine schreckliche Tragödie hat sich da am 6. August

2008 vor dem Strand von Vodice zugetragen: Zwei Kinder

einer österreichischen Familie wurden beim Schwimmen von

einem Motorboot überfahren. Tobias (16) starb, Nico (14)

verlor ein Bein. Seither kämpft die Familie um Entschädigung.

Dabei wurde der Fahrer des Bootes bereits 2012 vom Gespanschaftsgericht

Šibenik schuldig gesprochen. Trotzdem hat die

Familie nur einen Teil der Entschädigung von der Allianz

Kroatien, der Haftpflichtversicherung des Bootes, bekommen.

Ein jahrelanger Rechtsstreit am Handelsgericht in Zagreb

brachte bis heute kein Urteil – und das, obwohl der Familienvater,

Christian Winkler, ein alter Freund Kroatiens ist: Er hat

die legendäre Friedensflotte „Mirno More“ gegründet und u. a.

dazu beigetragen, dass noch während des Krieges in den

frühen 1990er-Jahren die ersten Bootstouristen an die kroatische

Adria zurückgekehrt sind. In einer Video-Reportage über

die erste Friedensflotte erzählte eine Kellnerin aus Cavtat dem

Kamerateam nach drei Jahren Krieg: „Wie beim Anblick der

ersten Schwalben nach einem langen, langen Winter – so habe

ich mich gefühlt, als ich eure Boote im Hafen gesehen habe.“

Dabei weinte sie. Vor Freude …

Ein Blick zurück. 1992–1994, Wien/Dalmatien. Die

österreichischen Medien berichteten das dritte Jahr in Folge

über den Krieg, weite Teile Kroatiens, so wurde vielfach behauptet,

wären zerstört. Christian Winkler, damals 35, hatte

noch zu jugoslawischen Zeiten bei AYC (Adria Yacht Center),

einer der ersten Yacht-Charterfirmen, in Murter gearbeitet. Vor

Beginn des Krieges hatte AYC bereits über hundert Boote ab

Murter im Angebot – aber damit war es 1989 jäh zu Ende.

Winkler verlor seinen Job, der Tourismus war tot. „Wie kann

ich helfen, außer mit Spenden?“, war Christian Winklers Frage

bei den Telefongesprächen mit seinen kroatischen Freunden

in Murter, denn Geld hatte er selbst keines. „Wir brauchen

Einnahmen, bring’ uns wieder Gäste“ – das war die Antwort

und zugleich ein klarer Auftrag: Er lieh sich zwei Videokameras,

borgte sich zwei Elan 31 vom AYC und ging mit Freunden

zwei Wochen segeln.

„Mirno More – von Zadar bis Dubrovnik“ war der Titel jener

Video-Reportage, die dabei entstand, und die den österreichischen

Seglern zeigen sollte, dass es weder unmoralisch noch

gefährlich wäre, in den sicheren Gebieten Kroatiens zu segeln.

Der Film wurde zum Selbstkostenpreis in Form von VHS-

Kassetten verkauft und fand reißenden Absatz. Er wurde auch

in zahlreichen Segelvereinen bei Clubabenden gezeigt und in

der Fachpresse vorgestellt. Sogar das auflagenstarke deutsche

Nautik-Magazin Boote brachte eine Doppelseite über die

Folge-Reportage, die Anfang 1993 schon mit professionellem

Equipment aufgenommen wurde. Die Kritiken lobten besonders

die objektive Darstellung, denn Winkler vergaß nicht, vor

den Problemzonen zu warnen: Die Küste von Pag bis Šibenik

sowie der Raum Dubrovnik wären, so die Aussage des Filmes,

zu meiden, weil sie fallweise noch unter Beschuss lagen.

In zahlreichen Gesprächen mit kroatischen Interviewpartnern

wurde allerdings von diesen immer wieder glaubhaft versichert,

dass alle anderen Küstengewässer und Inseln völlig

problemlos waren, und dass sich die kroatische Bevölkerung

sehr freuen würde, wenn die nautischen Touristen zurückkommen

würden. 1994 zeigte der nautische Tourismus dann tatsächlich

erste Zeichen der Erholung. „Von zehn Yachten, die

wir in den Kornaten getroffen haben“, so erzählt Winkler,

„waren fünf gekommen, weil sie unseren Film gesehen hatten.“

Die Mirno More Friedensflotte. 1994–2008,

Wien/Kroatien/Europa. Als dann auch die Stimmung in den

österreichischen Boulevardmedien umschlug und immer mehr

positive Berichte über die Sicherheit der meisten Tourismusgebiete

erschienen, sah Christian Winkler seinen Auftrag als

erledigt an. Er wollte allerdings nicht mehr in die Yachtcharterbranche

zurück, denn er hatte inzwischen eine Familie

2

gegründet, und wollte nicht, dass seine Kinder das halbe Jahr

ohne Vater aufwachsen. Die Konfrontation mit den damals

zahlreichen bosnischen Flüchtlingsfamilien in Wien brachte

ihn auf die Idee, ein Versöhnungsprojekt mit Kindern aus den

verschiedenen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien aufzubauen.

Mirno More – die Friedensflottille veranstaltete er erstmals

1994 mit drei Booten und 17 kroatischen, bosnischen und

serbischen Kindern, auch ein erster österreichischer Bub war

an Bord. „Gemeinsam in einem Boot“ war das Motto, und die

Kinder nutzten die Gelegenheit, Hass und Vorurteile über Bord

zu werfen und Freundschaften quer über alle Grenzen zu

schließen. Die zunehmende Akzeptanz des Projektes in

1 Tobias Winkler (†)

2 Nico Winkler

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 33


OCEAN7Service

1

Kroatien ermutigte Winkler und sein Team. Schon 1997 begann

das Projekt zu wachsen und entwickelte sich beständig weiter.

Kinder aus immer mehr Ländern Europas konnten teilnehmen,

innerhalb von nur 14 Jahren wurde aus einer kleinen Privatinitiative

ein weltweit einzigartiges Großprojekt.

Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche segeln dabei eine

Woche lang durch die kroatische Inselwelt, werfen Hass und

Vorurteile über Bord, trainieren friedliche Konfliktlösung und

schließen Freundschaften quer über ethnische, soziale und

religiöse Grenzen. Die positiven Effekte, die erzielt werden,

sind u. a. Stärkung von Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und

Verantwortungsbewusstsein. Christian Winklers anfangs belächelte

Vision von den hundert Schiffen für die Friedensflotte

wurde Wirklichkeit: Erstmals erreicht wurde diese Zahl im Jahr

2008. Bis heute findet die Projektwoche jedes Jahr im September

mit über hundert Yachten statt. Gewürdigt wurde die

Aktion unter anderem vom ehemaligen Bundespräsidenten Dr.

Heinz Fischer.

Triumph und Tragödie. 2008, Vodice. Wenige

Wochen vor dem Start der Mirno More Friedensflotte 2008

geschah dann das Unfassbare. Christian Winkler war wie jedes

Jahr in Vodice auf Sommerurlaub. Seine Familie war inzwischen

ziemlich gewachsen: fünf Kinder freuten sich über die

Badeferien und den dalmatinischen Sommer. Noch am Morgen

des 6. August hatte Winkler den Besuch der Mirno More Friedensflotte

in Biograd im Rahmen einer Pressekonferenz im

dortigen Hotel Ilirija für September angekündigt – erstmals in

der Rekordgröße von hundert Schiffen. Am späten Nachmittag

brach dann seine Welt zusammen: Seine beiden ältesten Söhne

Tobias und Nico kamen nicht vom Schwimmen zurück, sie

waren von einem Motorboot überfahren worden. Über die

nächsten Stunden soll hier nicht berichtet werden, aber für

Christian Winkler waren es die schwersten seines Lebens. In

der Nacht wurde der tote Tobias (16) geborgen, Nico (14)

konnte in einer mehrstündigen Operation im Krankenhaus

Šibenik gerettet werden, sein linkes Bein wurde allerdings am

nächsten Tag amputiert. Christian Winkler zog sich zurück und

übergab seine Leitungsfunktionen an seine Nachfolger.

Slavko Grubelic, der mit seinem kleinen Boot nahe der Unfallstelle

gewesen war, hatte trotz seines fortgeschrittenen Alters

dem schwer verletzten Nico das Leben gerettet, indem er ihn

aus dem Wasser zog. In der Folge bekam er dafür eine Auszeichnung.

Verurteilung – und ein endloser Zivil -

prozess. 2012, Šibenik/Zagreb. Anders als vielfach behauptet

waren die beiden Burschen nicht in einem verbotenen

Bereich geschwommen. Zwar betrug die Entfernung rund 160

Meter zur Küste und lag damit eindeutig außerhalb der

100-Meter-Linie, allerdings gilt diese Linie nicht, wenn dort

„eine Untiefe die Seefahrt behindert“ (§ 78 Abs 3, Gesetzbuch

Häfen und Gewässer der Republik Kroatien). Das Ufer westlich

von Vodice ist extrem flach, an vielen Stellen kann man noch

mehr als 150 Meter vom Ufer entfernt auf den Felsen stehen.

Der Strafprozess am Gespanschaftsgericht in Šibenik drehte

sich allerdings hauptsächlich um die Frage, wie schnell das

Boot gefahren war. Gleitfahrt ist innerhalb einer 300-Meter-

Zone von der Küste verboten.

Der Hauptzeuge Slavko Grubelic (75), ein ortsansässiger Fischer,

der zum Zeitpunkt des Unfalls mit seinem kleinen Boot

vor Ort war, gab die Geschwindigkeit am Tag nach dem Unfall

im Fernsehinterview mit 25–30 Knoten an. Die Gleitfahrt setzt

beim betroffenen Bootstyp bei rund 20 Knoten ein.

Im Juni 2012 wurde der Bootsführer in Šibenik schuldig gesprochen

und verurteilt, seine Berufung im Jahr 2013 abge-

34 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Rechtsstreit

2 3 4

lehnt. Er hatte seinen Bootsführerschein nur vier Tage vor dem

Unfall erworben. Schon seit 2010 läuft am Handelsgericht in

Zagreb der Zivilprozess der Familie gegen die Haftpflichtversicherung

des Bootes, die Allianz Kroatien, die eine 50-Prozent-Teilschuld

reklamiert und 2013 nur einen Teil der Entschädigung

ausbezahlt hat. Christian Winkler musste infolge

des Unfalles seinen Geschäftsführerjob beim Verein Mirno

More aufgeben. Auch seine Frau, die früher als Hospizkrankenschwester

Sterbende begleitet hatte, konnte ihren Beruf

nicht weiter ausüben. „Ich habe so vielen Menschen bei ihrem

letzten Weg geholfen – aber von meinem Sohn konnte ich

mich nicht einmal verabschieden …“. sagt die gebrochene

Mutter. Neben den seelischen Schmerzen ist die Familie durch

den Verlust der Arbeitsplätze seitdem in einer schwierigen finanziellen

Lage. Zudem hat der amputierte Nico immer wieder

Probleme am Beinstumpf und kann die Prothese oft nicht

tragen. 2014 musste er sich neuerlich einer Operation unterziehen

und seine Ausbildung unterbrechen.

Rückkehr auf das Meer. 2015–2016, Kaštela.

Sieben Jahre dauerte es, bis die Familie emotional wieder in

der Lage war, gemeinsam in Kroatien auf Segeltörn zu gehen.

Vor dem Unfall war das einmal jährlich der Fall gewesen. Die

Rückkehr aufs Meer ermöglichte der Seniorchef der Firma

BavAdria, Josko Berket, ein guter Freund aus Winklers Mirno

More-Tagen. Die Firma verzichtete auf den größten Teil der

Chartergebühr. Auch im Juli 2016 war die Familie mit Unterstützung

durch BavAdria wieder mit einer Chartersegelyacht

ab der Marina Kaštela bei Split unterwegs. Christian Winkler

filmte dabei und zeigt im Winter in seinen Vorträgen in österreichischen

Segelvereinen Gebiete, Buchten und Orte, die

noch wenig von Yachten besucht werden („Kroatien – Einsam

durch die Hochsaison“ – Filmvortrag für Clubabende). Das

Einkommen aus diesen Vorträgen ist nicht hoch. „Ich habe mit

den Mirno More-Video-Reportagen 1992 und 1993 die ersten

österreichischen Bootsfahrer nach Kroatien zurückgebracht“,

sagt Winkler, „um der Bevölkerung wieder zu Einnahmen aus

dem nautischen Tourismus zu verhelfen. Dann habe ich mit

Mirno More das größte sozialpädagogische Segelprojekt Euro-

pas gegründet und aufgebaut – es hat besonders in den ersten

Jahren mitgeholfen, den Ruf Kroatiens als sympathisches und

friedliches Urlaubsland zu festigen. Und jetzt sehe ich, dass ich

in all den Jahren zu wenig auf mich selbst geachtet habe und

deshalb in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Meine große

Hoffnung ist es, dass der Prozess endlich zu einem Ende

kommt und wir mit der ausständigen Entschädigung die restlichen

Ausbildungen unserer Kinder finanzieren können.“

Der nunmehr älteste Sohn der Familie, der beinamputierte Nico

(22), ist wütend, dass es noch immer keine adäquate Kompensation

für sein Leid und das der ganzen Familie gibt. „Wir haben

nichts Verbotenes getan,“ sagt er, „es soll endlich eine Entscheidung

geben, damit wir einen Schlussstrich ziehen können und

besser in der Lage sind, an unserer Zukunft zu bauen.“ Die

Entschädigung, um die es im Prozess geht, wäre dafür eine

wesentliche Voraussetzung.

„Gut, dass es Freunde gibt“, sagt

Christian Winkler zum Abschluss

unseres Treffens, „die sich noch an

meine Arbeit erinnern und schätzen,

was ich für Kroatien getan

habe. Nur durch die Unterstützung

von BavAdria Yachting in Kaštela

können wir jetzt wieder gemeinsam

in Dalmatien segeln. Es wäre schön,

wenn endlich auch der Prozess mit

einem gerechten Vergleich oder Urteil

zu Ende gehen würde.“

1 Teilnehmerschiff der Friedensflotte

2 Jonathan Winkler (17) fühlt sich wohl auf

dem Schiff

3 Berni Winkler (21) als Küchenchef

4 Juli 2016 in Dalmatien – endlich wieder

Segeln: Nico (21) und Elisa (14) Winkler

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Palmen ragen in den makellos blauen Himmel und wiegen ihre Kronen in einer

leichten Brise. Üppige Korallengärten säumen die Uferlinie. Sonnenschirme und

Liegen laden zum Verweilen an diesem tropischen Traumstrand ein. Die Idylle scheint

perfekt zu sein und doch stimmt etwas nicht. Die Farbe der Korallen ist viel zu hell,

nahezu weiß. Sie sind noch nicht tot, aber es geht ihnen nicht gut. Korallenbleiche

wird dieses Phänomen genannt und ein Hauptauslöser ist zu warmes Wasser. Das

Wetterphänomen El Niño ist am lokalen Anstieg der Meerestemperatur maßgeblich

beteiligt und das Jahr 2016 ist ein extremes El Niño-Jahr.


Korallenbleiche

Der Begriff „Weißer Tod“ wird in Alpenländern im Zusammenhang

mit Lawinen-Unglücken verwendet. In Unterhaltungsfilmen

über Strandurlaub und Tauchsport tritt der Weiße Hai

unter diesem Pseudonym auf. Im vorliegenden Artikel ist

weder das eine noch das andere gemeint, sondern ein Naturereignis,

das ganze Ökosysteme vernichtet: die Korallenbleiche.

Auslöser für die größten bisher beobachteten Korallenbleichen

ist ein weiteres Naturereignis, der vielzitierte El Niño.

Beide Phänomene, sowohl die Korallenbleiche als auch El

Niño, sind sehr komplexe Vorgänge. Die zugrundeliegenden

Ursachen wurden und werden intensiv erforscht, vieles ist aber

noch ungewiss. Das heurige Jahr 2016 ist ein extrem starkes

El Niño-Jahr, das in mehreren Teilen der Welt schon seinen

Tribut gefordert hat. Das ist der aktuelle Anlass, sich mit den

Begriffen Korallenbleiche und El Niño näher zu beschäftigen.

1

El Niño und

der weiße Tod

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger

Korallenbleiche, was ist das eigentlich?

Die einfache Antwort: Die Korallen werden weiß und sterben.

Wollen wir mehr darüber wissen, dann müssen wir tiefer bohren.

Versuchen wir es mit grundlegender Riffökologie. Die

Baumeister tropischer Korallenriffe sind Steinkorallen. Das sind

Tiere, die meistens kolonial leben und sogenannte Korallen -

stöcke bilden. Tausende winzige Korallenpolypen bilden einen

Korallenstock, Millionen von Korallenstöcken bilden ein Korallenriff.

Korallenriffe bestehen aus Kalk. Wie bilden die Korallen

diese mächtigen Kalkstrukturen, die im Fall des Großen

Barriere riffs in Australien über 2.000 km lang sind? Um diese

Frage zu beantworten, müssen wir in mikroskopische Dimensionen

hineinzoomen. Dabei ist Abb. 2 auf der nächsten Seite

hilfreich, die einen schematischen Schnitt durch einen Korallenstock

zeigt. Der Kalk wird an der Unterseite des dünnen, lebenden

Gewebes Schicht um Schicht abgesondert, wodurch der

Korallenstock langsam wächst. An diesem biochemischen Vorgang

sind mikroskopisch kleine, einzellige Algen beteiligt, und

damit kommen wir dem Geheimnis der Korallenbleiche näher.

1 Gesundes Korallenriff. Braune Farbtöne dominieren bei gesunden Steinkorallen.

Solch ein vitales Riff ist reich strukturiert und bietet zahlreichen

Riffbewohnern Schutz, Nahrung und Lebensraum.

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 37


OCEAN7Service

Tischkorallen reagieren besonders

sensibel auf zu warmes Wasser

1

3

2

4

Zooxanthellen, klein, aber entscheidend.

Es sind diese Zooxanthellen, winzige Algen der Gattung Symbiodinium,

die symbiontisch im Gewebe der Steinkoralle leben.

Als Pflanzen benötigen sie Licht und über ihre Photosynthese

tragen sie zur Ernährung, Atmung und Kalkproduktion

ihrer Wirtskoralle bei. Sie sind im Korallengewebe so dicht

gepackt, dass sie hauptverantwortlich für die Farbe der Koralle

sind. Falls sich die Umweltbedingungen jedoch dramatisch

38 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Korallenbleiche

70°

1 Gebleichte Tischkorallen. Wie Sonnenkollektoren fangen Tischkorallen der Gattung

Acropora möglichst viel Sonnenlicht auf. Die hell gefärbten Kolonien bleichen, im

schlimmsten Fall werden sie absterben.

2 Schematischer Schnitt durch eine Steinkoralle. Steinkorallen bilden ein hartes

Kalkskelett. Der Kalk wird vom lebenden Gewebe abgesondert, das den Korallenstock

wie ein dünnes Häutchen überzieht. In diesem Gewebe leben Millionen

symbiontischer Algen, die Zooxanthellen. Wenn sie verloren gehen, wird das

Gewebe transparent, das weiße Kalkskelett scheint durch, die Koralle sieht

bleich aus. Wenn sie stirbt, verrottet das Gewebe und nur das tote Kalkskelett

bleibt übrig (Bildquelle: Veron, Corals of Australia and the Indo-Pacific).

kaltes Auftriebswasser

Nord-

Äquatorialstrom

Äquatorial-

Gegenstrom

Süd-

Äquatorialstrom

Walker-

Zirkulation

Nordpazifischer

Strom

3 Weißer Tod. Die weiße Acropora-Koralle ist frisch gebleicht und abgestorben.

Sie reagierte empfindlicher auf Umweltstress als die gesunden, braun gefärbten

Pocillopora-Korallen.

4 Korallen-Friedhof. So sahen viele Riffe des Indischen Ozeans ein Jahr nach der

Korallenbleiche 1998 aus. Die Skelette der meisten Tischkorallen standen noch, aber Australien

das reiche Leben der ehemals zahlreichen Riffbewohner war erloschen.

5 Korallen-Wüste. Nach einigen Jahren sind die Korallenskelette erodiert. Der verbleibende

Schutt wird teilweise von Schwämmen überwachsen, was eine Neuansiedlung junger Korallen

zusätzlich erschwert.

6 Schema „Normal-Jahr“. Über dem Zentralpazifik befindet sich ein Tiefdruckgebiet – warme, feuchte

Luft steigt auf und sinkt als kalte, schwere Luft vor Perus Küste herab. Zusammen mit den Passatwinden

(weiße Pfeile) schiebt sie pazifisches Oberflächenwasser weg von der Küste – dieser

verdrängte Wasserkörper wird ersetzt durch kaltes, nährstoffreiches aufsteigendes Tiefenwasser

(Upwelling!) und durch den kalten Humboldtstrom (blaue Pfeile) – das reiche Nährstoffangebot

ermöglicht reichen Fischfang vor Perus Küsten (Bildquelle: Lausch, Der Planet der Meere).

7 Schema „El Niño-Jahr“. Die Positionen der Hoch- und Tiefdruckgebiete sind vertauscht – die Passatwinde

sind schwach entwickelt – daher kaum kompensatorischer Wasseraustausch durch

Upwelling und Humboldtstrom vor Perus Küsten – eine Warmwasserzunge reicht von

Ost nach West quer über den Pazifik – massive Korallenbleichen können die Folge

sein (Bildquelle: Lausch, Der Planet der Meere).

180°

Jetstream im

Jänner 1983

160°

6

140°

Südost-Passat

Nordost-Passat

Kalifornienstrom

120°

Wassertemperaturen (in °C)

um 30 und mehr

Sturmzyklone

USA

70°

USA

70°

60°

60°

60°

100°

Jetstream im

Januar 1981

50°

Meeresströmungen

warm

kalt

50°

Westwinde

40°

Humboldtstrom

40°

30°

20°

80°

30°

verstärkte

Westwinde

10°


10°

30°

180°

160°

140°

120°

100°

80°

20°

10°


10°

Sturmzyklone

20°

Australien

30°

7

5

ocean7 210x665 20151116DP_Layout 1 16.11.2015 17:15 Seite 1

70°

60°

40°

Anomalien der Wassertemperaturen

(in °C)

mehr als 5 wärmer

3–5 wärmer

2–3 wärmer

1–2 wärmer

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1 2

4

1 Partielle Bleiche. Diese Pocillopora-Koralle hat ihre symbiontischen Algen an den Enden der

Kolonie verloren. Sie kann diesen Schaden beheben und regenerieren oder sie bleicht komplett und

stirbt ab.

2 Lederkorallen. Im Gegensatz zu Steinkorallen besitzen sie kein solides Kalkskelett, sondern haben

ledrige Konsistenz. Auch sie leben in Symbiose mit Zooxanthellen und bleichen bei Umweltstress

(Sarcophyton sp.).

3 Verbiss. Nicht jede weiße Koralle ist gebleicht. Diese Steinkoralle wurde von Papageifischen übel

zugerichtet. Mit ihren scharfen Kiefern schaben diese Fische das lebende Gewebe der Koralle ab,

die darin lebenden Algen dienen ihnen als Nahrung.

4 Prächtiger Unterstand. Acropora-Tischkorallen sind an ihrer Unterseite meist heller gefärbt als an

der Oberseite. Der Grund: An der beschatteten Unterseite leben im Korallengewebe viel weniger

der lichthungrigen Zooxanthellen als an der lichtexponierten Oberseite.

5 Prächtiges Riffdach. Bei Springtiden-Niedrigwasser fallen die Korallen dieses Riffdaches trocken.

Das überstehen sie unbeschadet. Sollte es aber während dieser Phase kräftig regnen oder die

Sonneneinstrahlung zu intensiv sein, dann kann auch dadurch Korallenbleiche ausgelöst werden.

6 Große Polypen, kleine Nahrung. Nicht alle Korallenarten leben in Symbiose mit Algen. Diese

non-symbiontischen Korallen besitzen große Korallenpolypen, die sehr effizient vorüberdriftendes

Plankton fangen können (Tubastraea sp.).

5

Winzige Korallenpolypen bilden

Korallen stöcke, die in ihrer Gesamtheit

mächtige Korallenriffe aufbauen

40 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Korallenbleiche

verschlechtern, wenn z. B. das Meerwasser zu warm wird,

dann gerät auch das Milieu des Mikrobioms innerhalb

der Koralle aus den Fugen. Eine von mehreren möglichen

Reaktionen ist, dass die Korallenpolypen die Zooxanthellen

ausstoßen. Wenn das passiert, dann wird das dünne

lebende Korallengewebe transparent, das darunterliegende

Kalkskelett schimmert hell durch, die Koralle wirkt

bleich … eine Korallenbleiche ist erfolgt.

3

7

Wie geht es nach einer Korallen bleiche

weiter? Das hängt von den Umständen ab. Klingt der

Stressfaktor, z. B. die hohe Temperatur, innerhalb weniger

Tage ab, dann können sich die gebleichten Korallen mit

Zooxanthellen neu infizieren. Die Korallen wurden zwar

geschädigt, aber sie überleben. Dauert der Stress aber

mehrere Wochen, dann sterben Teile des Korallenstocks

ab, oder es stirbt der komplette Korallenstock, oder es

sterben ganze Korallenriffe ab. In diesem Fall löst sich

das Korallengewebe auf, das strahlend weiße Kalkskelett

bleibt übrig. Das sieht zwar für einige Tage fantastisch

aus, ist aber der Anfang vom Ende dieses Riffs. Nach

einigen Wochen verfärben sich die weißen Skelette wieder

bräunlich. Diesmal ist aber nicht lebendes Korallengewebe

für den Farbwechsel verantwortlich, sondern

Bakterien, Algen, Schwämme und andere Aufwuchs-

Organismen. Bohrende Algen, Schwämme und Muscheln

korrodieren die Skelette und im schlimmsten

Fall verwandelt sich ein ehemals reichhaltiges Riff

in eine öde Schuttwüste.

Können gebleichte Riffe wieder

auferstehen? Diese Frage ist

nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten.

Die treffendste Antwort ist wohl „im Prinzip

ja“. Dafür müssen aber die Umweltbedingungen

passen, sonst gehen Riffe dauerhaft verloren.

Das hat mir schon vor Jahren der Tauchpionier

Hans Hass aus seiner eigenen Erfahrung

bestätigt. Wenn aber die Bedingungen

sehr gut sind, kann eine Neubesiedlung geschädigter

Riffe erstaunlich rasch erfolgen. Das

kann auf mehrfache Weise geschehen. Das

größte Potential hat der Import von Korallenlarven

durch Strömungen aus unbeschädigten

Riffabschnitten. Im Fall von thermischem Stress

können das die Larven von Korallen aus tieferen

Riffregionen sein, wo die Meerestemperaturen

nicht erhöht waren. Auch Korallen, die zwar in

geringer Tiefe, aber an Stellen aufsteigender kühler

Strömungen wachsen und daher nicht geschädigt

wurden, können durch ihre planktonischen Larven

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 41


1

Das Jahr 2016 w

Korallenbleiche in

Der Auslöser dies

ist bekannt: steig

als Folge des Klim

2

3

zur Neubesiedlung beitragen. Damit diese Larven

sich festsetzen und aufwachsen können, müssen

aber die Oberflächenstruktur und die Stabilität

des Substrats passen. Nicht alle Korallenarten

reagieren gleich sensibel auf thermischen Stress.

Es sind vor allem die raschwüchsigen und oft

bestandsbildenden Acropora-Arten, die besonders

sensibel auf Wassertemperaturen über 30 °C

reagieren. Auch die Temperaturtoleranzen verschiedener

Kladen (systematischer Einheiten) der

Zooxanthellen sind unterschiedlich. Im Persischen

Golf existieren zooxanthellate Korallen bei

weit über 30 °C, allerdings sind sie langsamwüch-

5

4

42 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Korallenbleiche

ird wegen seiner verheerenden

die Geschichte eingehen.

er ökologischen Katastrophe

ende Meerestemperaturen

awandels.

sig und relativ artenarm. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bereitschaft zur

Korallenbleiche artspezifisch, tiefenabhängig und lokal unterschiedlich ist. Das Potential zur

Neubesiedlung ist vorhanden, aber günstige Umweltbedingungen sind Voraussetzung.

Kleiner Junge, große Auswirkung. Das spanische „El Niño“ bedeutet „Junge“

oder „kleines Kind“. Dieser Name wurde von peruanischen Fischern einem mächtigen Wetterphänomen

gegeben, das in manchen Jahren vor der peruanischen Küste um die Weihnachtszeit

eintritt (daher sinngemäß „das Weihnachtskind“). Dieser harmlose Name bezeichnet

eine Störung atmosphärischer und ozeanischer Systeme mit globalen Auswirkungen. Die

Aufschaukelung des Systems wird ENSO (El Niño Southern Oscillation) genannt. Dürren,

Überschwemmungen, Stürme, Ausfälle der Ernte- und Fischereierträge und eben auch Korallenbleichen

sind die Folgen in starken El Niño-Jahren. El Niños gibt es wahrscheinlich seit

Jahrtausenden. Das Problem für Korallenriffe ist, dass starke El Niños in immer kürzer werdenden

Abständen auftreten. Dadurch fehlt den gebleichten Riffen die nötige Zeit zur Regeneration.

Ob der anthropogen verursachte Treibhauseffekt diese Entwicklung beeinflusst, ist

umstritten.

1 Riesenmuschel. Im bunten Mantelrand

der verschiedenen Arten der Riesenmuscheln

leben ebenfalls symbiontische Algen.

Auch diese Muscheln bleichen und

sterben bei zu starkem Umweltstress

(Tridacna sp.).

2 Kettenreaktion. Bei starken Korallenbleichen

sterben auch Seeanemonen.

Dadurch verlieren Anemonenfische ihr

schützendes Quartier zwischen den

Tentakeln der Anemonen und werden

leichte Beute von Raubfischen.

3 Ökonomischer Schaden. Tauchtourismus

in tropischen Meeren lebt von der

Schönheit und Vielfalt der Korallenriffe

und ihrer Bewohner. Sterbende oder

tote Riffe werden diese Einnahmequelle

empfindlich treffen.

4 Mehrfache Symbiose. Anemonenfische

leben in Symbiose mit Seeanemonen,

die ihrerseits symbiontische Algen, die

Zooxanthellen, beherbergen (Prachtanemone

Heteractis magnifica mit

Malediven Anemonenfisch Amphiprion

nigripes).

5 Ökologischer Schaden. Ist ein ehemals

buntes und lebendiges Korallenriff erst

mal so verwüstet wie dieser Riffabhang,

dann gehen auch die vielfältigen

Funktionen eines intakten Riffs verloren.

Diese Schutthalde bietet kaum noch

Lebensraum für Fische und Co.

Literatur und Links

Reid, C., Marshall, J., Logan, D. & D. Kleine (2009). Coral Reefs and Climate Change. The Guide for

Education and Awareness. CoralWatch, The University of Queensland, Australia. 256pp. ISBN

978-0-64-652360-6.

Sheppard, C.R.C., Davy, S.K. & G.H. Pilling (2012). The Biology of Coral reefs. Oxford University

Press. 339pp. ISBN 978-0-19-856636-6.

http://whitereefs.wwf.org.au/

http://www.nytimes.com/2016/05/30/world/australia/bleaching-coral-death-great-barrier-reef.html?_r=0

http://www.smh.com.au/comment/the-age-editorial/great-barrier-reef-crisis-time-to-address-coralcatastrophe-20160531-gp89e7.html

www.coralwatch.org

Bildnachweise

Lausch, E. (1983). Der Planet der Meere. GEO Verlag. 380 S. ISBN 3-570-02058-4.

Veron, J.E.N. (1986). Corals of Australia and the Indo-Pacific. Angus & Robertson Publishers,

Australia. 644 pp. ISBN 0207151164.


OCEAN7Service

Perlen faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden.

Auch unsere Lanzeitsegler auf der SY Pitufa. Die

OCEAN7-Autoren Birgit und Christian haben eine

Perlenfarm in der Südsee besucht.

Text und Fotos: Birgit Hackl und Christian Feldbauer

Die schwarzen

44 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Südseeperlen

Man stelle sich vor, wie überrascht unsere frühgeschichtlichen

Vorfahren gewesen sein müssen, als sie bei der Nahrungssuche

irisierend glänzende Kügelchen im Fleisch von äußerlich wenig

ästhetisch ansprechenden Muscheln fanden. Eine Beigabe

in einem 7.000 Jahre alten neolithischen Grab auf der arabischen

Halbinsel belegt den Wert, der diesen Schmuckstücken

schon damals beigemessen wurde. Durchs gesamte Altertum

und Mittelalter zierten die durch ihre Seltenheit wertvollen

Perlen nur die Gewänder und Schmuckstücke der Reichen und

Schönen, denn nur einige wenige von weltweit 10.000 Muschelarten

können Schmuckperlen hervorbringen, und das

Ernten der Muscheln war ein schwieriges, riskantes Unterfangen,

das unzähligen Perltauchern das Leben kostete. Die Perlsammler

mussten zum Grund des Meeres oder Flusses tauchen,

die Muscheln dort ablösen und sie dann aufbrechen –

und somit töten –, um nach Perlen zu suchen. Doch nur etwa

eine von 2.000 Perlmuscheln trägt auch wirklich eine natürlich

entstandene Perle. Im 19. Jahrhundert gab es deshalb Versuche,

Perlmuscheln künstlich zur Produktion der begehrten

Schmuckstücke zu bringen, doch erst in den 1920ern gelang

in Japan die erste Ernte von Zuchtperlen. Das von einem Australier

entwickelte Verfahren macht sich einen Schutzmechanismus

der Muscheln zu Nutze, die in den Körper eingedrungene

Fremdkörper mit einer glatten Schicht Perlmutt ummanteln.

Seit dem 20. Jahrhundert werden rund um den Globus in

Farmen die verschiedensten Zuchtperlen produziert. Bei Juwelieren

in Europa, Asien und Amerika sieht man die besonders

bekannten und begehrten „Tahitiperlen“ in den Schaufenstern

– das sind große dunkle Perlen (bis zu 22 mm Durchmesser),

die grün, blau, pink, lila oder silbern schillern. Der

Name ist jedoch irreführend, denn rund um Tahiti und die

Gesellschaftsinseln findet man nur wenige Perlfarmen. Die

Hauptproduktionsstätten befinden sich auf den Gambier-Inseln

und einigen Atollen der Tuamotus, doch auch auf den Cook-

Inseln, in Australien, Indonesien und den Philippinen werden

in geringerem Umfang schwarze Perlen gezüchtet.

Beim Segeln in den Lagunen Französisch-Polynesiens stellen

die vielen Bojen der Perlfarmen unangenehme Hindernisse

dar. Oft ist unklar, welche Bojen miteinander verbunden sind

und so empfiehlt es sich, Perlfarmen weitläufig zu umfahren

– in den riffgespickten Gewässern ist das aber leichter gesagt

als getan. Besonders aufgegebene oder verloren gegangene

Perlbojen, die manchmal halb oder ganz überspült unter der

Meeresoberfläche versteckt lauern, stellen ein Sicherheitsrisiko

bei der Navigation dar. Beim Segeln machen sich solche U-

Boot-Bojen durch ein dumpfes Rumpeln am Rumpf bemerkbar,

viel schlimmer wäre es aber, beim Motoren ein Befestigungsseil

in den Propeller zu bekommen.

Robert Wan, der größte Perlproduzent Französisch-Polynesiens

hat zwei Atolle in den Tuamotus aufgekauft, hier sind Yachten

unerwünscht und auch im Gambier-Archipel ist die Hälfte der

Insel Aukena im Privatbesitz des Perlenmogul. Zahlen über

Perlproduktion und Statistiken über Angestellte werden geheim

gehalten. Wegen der Geheimniskrämerei und möglicherweise

aus Angst vor Diebstählen werden vor den Ufern der

Privatinseln Yachten verscheucht, Ankern ist verboten. Nachdem

der Yachttourismus kaum Geld in die Kassen der Tourismusindustrie

bringt, Perlen aber mehr als die Hälfte des nationalen

Einkommens ausmachen, haben Beschwerden über

Navigationshindernisse und fragwürdige Ankerverbote aber

wenig Aussicht, offene Ohren zu finden.

Doch nicht alle Perlfarmen arbeiten so

abgeschirmt und top secret. Auf den Gambier sind bei

vielen kleinen Perlfarmen Besucher willkommen. Als Pitufa

im März 2015 vor dem Motu Tarauru-Roa in der Ostecke des

Außenriffs der Gambier vor Anker lag, lud uns Eric, der Besit-

Schwarzlippige Perlmuschel

Für die Produktion der Tahitiperlen wird in Polynesien die Schwarzlippige Perlmuschel

(Pinctada margaritifera cumingi) kultiviert. Diese Hermaphroditen (sie beginnen ihr Leben

als Männchen und werden später Weibchen) werden freilebend bis zu 25 Jahre alt und

bis zu 25 cm groß. Sie leben in Kolonien fest verhaftet auf tropischen Korallenriffen

in Tiefen zwischen 0 und 75 m, wo sie Kleinstlebewesen aus dem Wasser filtern.

Einmal im Jahr entlassen die adulten Tiere Millionen von Eiern und Samenzellen.

Die vorerst freischwimmenden Larven setzen sich nach 2 bis 3 Wochen

an einem Substrat fest, bleiben die ersten Monate aber noch mobil, bevor

sie sich fest niederlassen.

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 45


OCEAN7Service

1

Grundlage für

den Wohlstand

zer der nahe gelegenen Perlfarm zu einem Rundgang durch

seinen Betrieb ein. Eric ist ein Neffe Robert Wans und arbeitete

zehn Jahre auf dessen Privatatoll Marutea, doch vor ein paar

Jahren hat er sich selbständig gemacht. Er wohnt mit seiner

Frau, deren Familie praktischerweise das Motu gehört, in einem

kleinen Haus gleich neben der Perlfarm. „Hier bin ich

mein eigener Boss“, lacht der sympathische chinesisch-stämmige

Polynesier und führt uns stolz über einen schmalen Steg

zu dem direkt aufs Riff gebaute Arbeitsgebäude. Er erklärt,

dass er derzeit etwa 80.000 Perlen im Jahr produziert. Sein Ziel,

eine Jahresproduktion von 100.000, hat er bald erreicht, dann

will er nicht mehr weiter expandieren, denn sonst steigen auch

die Lohnkosten, die Gebühren für die Lizenz der Lagunennutzung

und der Arbeitsaufwand nimmt Überhand. Die kleine

Farm reicht auch so für ein Haus auf den Gambier, ein weiteres

in Tahiti und die Ausbildung der Söhne, die beide im

Ausland studieren.

Zu Beginn unserer Führung bringt uns Eric mit

seinem Boot hinaus zu dem Bojenfeld im tiefen Wasser der

Lagune vor dem Motu. Eric kauft die jungen Austern von spezialisierten

„Sammlern“ auf (diese legen feinmaschiges Plastiksubstrat

in der Lagune aus, auf dem sich die Larven ansetzen),

2

die jungen Muscheln bekommen ein kleines Loch in den

Mantel gebohrt, werden mit einer Angelschnur in hängende

Körbe gefädelt und während der weiteren Wachstumsphasen

ständig kontrolliert, sortiert und gepflegt. Ein Plastikschirm soll

die leicht verletzlichen Jungtiere vor Fressfeinden, wie z. B.

Rochen, schützen. Die Muscheln hängen zwischen den Bojen

in etwa drei Metern Tiefe. Andere Perlfarmen liegen tiefer und

brauchen die Dienste von Tauchern, die die Muscheln einmal

pro Monat an die Oberfläche bringen, um sie dann in den

Perlfarmgebäuden zu reinigen. Bei Erics Methode kann dies

direkt vor Ort geschehen. Zwei Arbeiter ziehen die Leinen auf

ihr Boot hinauf und befreien die Muscheln mit einem Hochdruckreiniger

von Fremdorganismen, Algen und Parasiten, die

ihr Wachstum beeinträchtigen könnten.

Zurück bei der Perlfarm können wir bei der Ernte der Perlen

zusehen. Die jungen Muscheln wurden im Alter von 1 bis 3

46 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Umwelt

Das sensible Ökosystem der Inseln und Gewässer

Französisch-Polynesiens leidet wie leider praktisch

der ganze Planet immer stärker unter dem Einfluss

der Zivilisation. Der Ausbau der Industrie führt zu

zunehmender Umweltverschmutzung, Überfischung

bedroht die schwindenden Fischbestände, die in der

Landwirtschaft viel zu großzügig verwendeten

Pestizide und Herbizide belasten die Gewässer.

Perlfarmen im kleinen Stil können hingegen einen

positiven Einfluss auf die Meeresökologie haben,

denn Perlmuscheln gedeihen nur in klarem, nährstoffreichem

Wasser an gesunden Korallenriffen. Anleitungen

und Ratgeber für angehende Perlfarmer wecken

deshalb das Umweltbewusstsein der einheimischen

Bevölkerung und sind voller Tipps und Tricks, wie

man die Korallenriffe schützen kann, indem man die

Farm selbst anstatt auf Korallen auf felsige Teile des

Riffs stellt, die Arbeitsboote an Muringbojen festmacht,

anstatt zu ankern und die Lagune müllfrei und sauber

hält. „Ein gesundes Riff ist die Voraussetzung für eine

gesunde Perlfarm“ lautet der Slogan, der Umweltschutz

quasi als unbeabsichtigten Nebeneffekt mit

sich bringt.

Ein weiterer positiver Effekt der Perlfarmen ist, dass

sich in der Umgebung von Perlfarmen auch die

natürlichen Populationen der Perlmuscheln wieder

erholen, die durch den Raubbau während des

Perlboom des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

beinahe ausgerottet wurden.

Wenn Zuchtperlen jedoch in riesigen Massen auf

kleinen Atollen produziert werden, ist die Unbedenklichkeit

für die Umwelt natürlich fraglich. Speziell

Lagunen mit wenig Wasseraustausch werden durch

die Abwässer und Abfälle der aus dem Boden

gestampften Arbeiterunterkünfte, dem auf der

Perlfarm anfallenden Plastikmüll und durch die

Sedimente, die durch das allmonatliche Reinigen der

Muscheln ins Wasser gespült werden, stark belastet.

Sobald das Ökosystem einer Lagune kippt, ist es mit

den Perlen allerdings auch vorbei.

3

Südseeperlen

Jahren „veredelt“. Für das komplizierte „Grafting“ werden Spezialisten

eingeflogen, die eine Kugel aus Mississippi-Süßwassermuschelschalen

und ein winziges Stück perlmuttbildendes Mantelgewebe einer

hochqualitativen Spendermuschel in den Körper der jungen Empfängermuschel

einsetzen. Das Perlmutt der Schwarzlippigen Perlmuscheln

hat von der Mitte zum Rand hin einen typischen Verlauf von

weiß bis beinahe schwarz. Somit kann der Experte durch die Auswahl

der Stelle, von der das Spender-Gewebeteil entnommen wird, die

Farbschattierung der zukünftigen Perlen festlegen. Die Operation

muss schnell gehen und die Muscheln müssen innerhalb weniger

Stunden zurück ins Wasser, damit die Ausfälle möglichst gering bleiben,

doch auch so überlebt ein Teil der Tiere diese Prozedur nicht.

1 Erics Perlfarm

2 Farmequipment

3 Regelmäßiges Reinigen der Perlmuscheln im Bojenfeld


OCEAN7Service

1

2

3

Nach einem Jahr werden die Muscheln wieder auf

die Perlfarm geholt. Zuerst wird ihre Schale einen Spalt aufgespreizt,

dann holen die Arbeiterinnen die Perle mit einem

feinen Instrument aus dem Körper der Muschel. Nun entscheidet

sich deren Schicksal: Hat sie eine hochqualitative Perle mit

dem erwünschten Glanz und Schimmer produziert, wird an

die selbe Stelle ein neuer Nukleus (in der Größe der entnommenen

Perle oder etwas größer) gesetzt und die Muschel

wandert zurück in die Lagune. Dieser Prozess kann bis zu vier

Jahre lang wiederholt werden. Die unglücklichen Muscheln,

die keine schöne Perle produziert haben, werden aufgebrochen

und ihr Muskelfleisch landet mit Knoblauch und Zitrone

auf dem Mittagstisch.

Auf den Gambier-Inseln gründet der Wohlstand auf den

schwarzen Perlen: Ob als Farmbesitzer, Taucher, Larvensammler,

Arbeiter oder Schmuckproduzent – fast jede Familie ist in

irgendeiner Form im Perlfarmbusiness. Die Schule in der

Hauptstadt Rikitea bietet sogar eine spezielle Ausbildung zum

Perlmutt- und Perlgravierer. Das Training dauert 2 bis 5 Jahre,

die Schmuckstücke werden vor Ort verkauft oder nach Tahiti

exportiert. Perlfarmen stellen somit lokal Arbeitsplätze zur

Verfügung und wirken der Landflucht (oder besser gesagt

Inselflucht) der Jugendlichen auf Jobsuche entgegen.

4

1 Frisch geerntete Perlen

2 Graftingspezialist bereitet Mantelgewebe zum Einsetzen vor

3 Nach der Entnahme einer Perle wird ein neuer Nukleus eingesetzt

4 Nur wenige Perlen sind groß und hochqualitativ

48 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


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YachtNews

Auf

3

Beinen

Die Tiroler Yachthändler und Charterfirma Trend Travel & Yachting,

seit Jahren verlässlicher Partner der Werften Jeanneau (Monohull-

Segelyachten) und Fountaine Pajot (Katamarane), segelt ab sofort

für seine Kunden auf einem dritten Bein. Hannes Grassl: „Mit den

Trimaranen von Neel haben wir eine Vertretung übernommen,

die bietet, was viele unserer Kunden wollen – herausragende

Segeleigenschaften, sehr hohen Komfort an und unter Deck,

extrem viel Stauraum und eine Eignerkabine auf gleicher Höhe mit

Salon und Cockpit. Um die Wunschliste komplett zu machen, gibt

es das alles zu einem ähnlichen Preis eines Fahrten-Katamarans!“

Neben der Rollreff-Genua ist auch ein Rollreff-Kuttersegel,

ausgeführt als Selbstwendefock, Standard. Die Eignerkabine bietet

ein Doppelbett, separates Bad, jede Menge Stauraum und eine

wunderbare Panoramaaussicht über den Ankerplatz.

Die Manövrierbarkeit eines Neel-Tris im Hafen ist aufgrund des

geringen Gewichtes und des kleinen Unterwasserschiffes sehr

einfach. Mit der starken Maschine sind Hafenmanöver mit kleiner

Crew ein Kinderspiel. Das optionale Bugstrahlruder vereinfacht

Hafenmanöver bei ungünstigen Wetterverhältnissen zusätzlich.

Auf dem Programm stehen derzeit drei Typen:

Neel 45 mit drei Doppelkabinen, Grundpreis: 435.000 Euro exkl.

MwSt. • Neel 45 „Loft“ – Eignerversion mit 1 Eignersuite,

1 Doppelkabine, Grundpreis: 454.000 Euro exkl. MwSt. •

Neel 45 Racing Line, Carbon Mast, Textil Rigging, noch leichtere

Materialien für den Innenausbau, 3 Doppelkabinen + 2 bis 4

Skipperkabinen, Grundpreis: 478.800 Euro exkl. MwSt.

Neel 51 (Neu!), 1 Eignerkabine, 3 Doppelkabinen +

2 Skipperkabinen, Grundpreis: 610.000 Euro.

Neel 65, 2 Eignersuiten, 4 Doppelkabinen, Grundpreis:

1.598.000 Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt.

Nächste Besichtigungsmöglichkeit auf Messen:

La Rochelle (28.9.–3.10.): Neel 45 „Loft“.

Cannes (6.–11.9.): Neel 45

50 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Dehler 34

„Die neue Dehler 34 wurde von judel/vrolijk & co gezeichnet und hat von unseren über

50 Jahren Yachtbauerfahrung profitiert. Bei den ersten Tests steckte steckt das

Boot die kurze hackige Welle gut weg, da bewegt sich nichts und es bleibt erstaunlich

trocken. Sie segelte sanft durch die Wellen und ließ sich auch von starken Böen nicht

beeindrucken“, berichtet Kalle Dehler. Jetzt wird das Testprotokoll von den Entwicklern

ausgewertet und mögliche Verbesserungen besprochen.

www.dehler.com

Interessante

Motorboote

www.yacht-center.de/skippertrainung-kroatien.html

www.yacht-center.de/hoffest.htmlPula Veruda

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Yacht Center Mannheim ist

offizieller Händler für Bavaria-

Motoryachten und stellt die

neuesten Modelle auf folgenden

Messen aus: Cannes Boat Show

vom 6. bis 11. September und

auf der Interboot Friedrichshafen

am Bodensee vom 17. bis 25.

September 2016. Schließlich

präsentiert das Yacht Center

interessante Boote noch vom 20.

bis 23. Oktober auf der Biograd

Boatshow. Auch sonst sind die

Motorboothändler aus Mannheim

mit interessanten Terminen zur

Stelle: In der Marina Veruda in

Istrien vom 7. bis 9. Oktober

mit einem Skippertraining und

schließlich mit dem großen Hoffest

in der Zentrale Mannheim am 5.

und 6. November.

Biograd Boatshow

20.–23.10.2016

PERFORMANCE

Hoffest Zentrale Mannheim

5.–6.11.2016, 10.00–16.00 Uhr

www.yacht-center.de/hoffest.html

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PERFORMANCE

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THE ART OF 43

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LONG CRUISE 58

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WELTPREMIERE

WELTPREMIERE

L I V E

L I V E

in Cannes

in Cannes

THE ART OF

SAILING AND DESIGN

6–11 SEPT 2016

6–11 SEPT 2016

YACHTING-FESTIVAL

THE ART OF

SAILING AND DESIGN

THE ART OF

SAILING AND DESIGN

UNA STORIA ITALIANA DAL 1974

UNA STORIA ITALIANA DAL 1974

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WELTPREMIERE

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UNA STORIA ITALIANA DAL 1974

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LONG CRUISE

L I V E

in Cannes

LONG CRUISE

YACHTING-FESTIVAL

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6–11 SEPT 2016

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SAILING AND DESIGN

WELTPREMIERE

L I V E

in Cannes

YACHTING-FESTIVAL

6–11 SEPT 2016

UNA STORIA ITALIANA DAL 1974

UNA STORIA ITALIANA DAL 1974

NOMINATED 2017

NOMINATED 2017

NOMINATED 2017

NOMINATED 2017

NOMINATED 2017

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In der Tull 15, 8793 Trofaiach

Tel: +43 664 180 58 44

WELTPREMIERE

WELTPREMIERE

YACHTING-FESTIVAL

L I V E

L I V E

in Cannes

in Cannes

YACHTING-FESTIVAL

YACHTING-FESTIVAL

6–11 SEPT 2016

6–11 SEPT 2016

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OCEAN7Yachten

?

E-Mission

Impossible

Es klingt so einfach und logisch: Die Zukunft der Schifffahrt hat längst

begonnen und sie ist emissionsfrei, umweltfreundlich, geräuscharm.

Elektrisch mit einem Wort. Ein unumstrittener Pionier auf diesem Gebiet

ist Wolfgang Schmalzl aus Velden am Wörthersee.

Er ist ein Visionär, voller Kreativität und neuer Ideen auf allen

möglichen Gebieten – und dazu einer, der seine Ideen hartnäckig

verfolgt und umsetzt. Der sich auch von Bergen an

Problemen und Rückschlägen nicht einschüchtern und aufhalten

lässt. Bereits vor mehr als 20 Jahren hat er als einer der

allerersten den Trend erkannt und seither aktiv die Entwicklung

von Elektro-Motorbooten gegen alle Widerstände gefördert.

„Ausgelöst von der beschränkten Anzahl an Motorbooten

am Wörthersee habe ich bereits Ende der 1990er-Jahre in

Kooperation mit meinem langjährigen Partner Boesch Motorboote

sowie der Firma Kräutler ein Holzboot mit einem Elektroantrieb

ins Gleiten gebracht. Damals haben wir rund 600

Kilogramm Blei-Säure-Batterien in das Boot gepackt und uns

riesig gefreut, als das Boot 20 km/h erreichte“, erzählt Wolfgang

Schmalzl über die gelungene Elektroboot-Präsentation

des Boesch 620 im Jahr 1998. Die Freude war jedoch kurz, da

mit der alten Blei-Säure-Technologie, die zwar sich zwar nach

wie vor sehr gut für niedrige Spannungen eignet, nach nur

zehn Minuten Fahren mit Vollgas Schluss war und das Boot

für mehrere Stunden aufgeladen werden musste.

Der Druchbruch kam sieben Jahre später mit dem Einbau von

Lithium-Akkumulatoren. Mit einem Sechstel des Gewichts, dem

Wegfall des sogenannten „Memory Effekts“, der die Kapazität

reduziert, wenn die Batterie unregelmäßig aufgeladen wird

und Spannungen von 250 Volt, die beliebig erweitert werden

können, eignet sich diese Technologie nicht nur für den Ein-

52 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


E-Antriebe werden in den

nächsten Jahren deutlich günstiger

Fotos: Gindl

satz in Elektroautos, sondern erfüllt auch die Anforderungen

von Elektro-Motorbooten. Schmalzl: „Mit der Firma Erun habe

ich ein weiteres Unternehmen gefunden, das das Potential von

Hochleistungsakkumulatoren erkannte und mit meiner Firma

Boote Schmalzl im Jahr 2005 wiederum ein Boesch-Elektro-

Motorboot der Öffentlichkeit vorstellte, dass mit einem 50

kW-Kräutler-Motor ein Boot rund 30 Minuten im Gleiten hielt.“

Angespornt von den Leistungen der neuen Technologie wurde

in dieser Zeit auch eine Eigenentwicklung vorgestellt. Die

Julika 660, ein Nachbau eines Elektrobootes, wie es in den

1940er-Jahren am Wörthersee als Taxiboot im Einsatz war,

erreichte in Testläufen die zu dieser Zeit ungeschlagene

Höchstgeschwindigkeit von 47 km/h und Reichweiten, die um

rund ein Drittel besser waren als jene der sonst am Markt

befindlichen Elektroboote. „Grund dafür ist der einzigartige

lange Rumpf (6,6 Meter bei einer Breite von 1,45m) sowie das

flache Unterwasserschiff. Anfang des vorigen Jahrhunderts

wurden noch Boote gebaut, die leicht ins Gleiten kamen, weil

die Antriebe noch nicht sehr stark waren. Als sich die Motorleistung

durch Technologiesprünge erhöhte, stand bei den

Bootsbauern nicht mehr Effizienz, sondern Fahrkomfort in den

Wellen (V-Rümpfe) und Geräumigkeit in den Booten (breite

Cockpits) im Vordergrund“, erinnert sich Wolfgang Schmalzl.

Heutzutage sind etwa die Hälfte der Boote, die Boote Schmalzl

verkauft, Elektro-Motorboote in höheren Spannungsbereichen

(> 4,4 kW). „Die Technologie ist absolut ausgereift und die

Kinderkrankheiten der ersten Lithium-Polymer-Akkumulatoren

konnten ausgeräumt werden. Mit der Firma Piktronik habe ich

zudem einen Partner gefunden, der Akkus, Ladegeräte und

E-Antrieb aus einer Hand liefert. Das vereinfacht die Abstimmung

der Komponenten und den Service für die Kunden

ennorm“, weiß der Bootsbauer vom Wörthersee: „Die Elektroboote

haben sich am Wörthersee als echte Alternative zu den

Motorbooten etabliert. Inzwischen haben wir auch an anderen

Seen in Kärnten, aber auch im Salzkammergut und am Neusiedler

See Kunden, die den Fahrspaß und die Power von

starken Elektro-Motorbooten erkannt haben. Wir sehen hier in

den nächsten Jahren noch weiteres Wachstumspotential“.

Das einzige Kriterium, das Interessenten derzeit noch von der

Kaufentscheidung abhalten kann ist der Preis. „Mit rund

1.000,00 Euro pro Kilowattstunde (kWh) Batterieinhalt muss

derzeit kalkuliert werden. Was die Kunden jedoch freuen

dürfte, sind die stetigen Preissenkungen von Lithium-Zellen.

Durch den extremen Ausbau an Produktionskapazitäten im

Automobilbereich erwarten wir in den nächsten Jahren deutlich

reduzierte Kosten für Akkumulatoren“, sagt Wolfgang

Schmalzl über die Zukunftsaussichten.

www.boote-schmalzl.at

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 53


OCEAN7Yachten

Sauberer Spaß

„Der wahre Luxus liegt in der Zeit“, ist das Motto

der kreativen Bootsdesigner der designboats

Schweiz AG, von denen die Tender-Serie stammt.

Einfaches, unkompliziertes Handling, ein Minimum

an Pflegeaufwand, dafür umso mehr Zeit für ungetrübten

Spaß auf dem Wasser, zeichnet neben den

hervorragenden Fahreigenschaften die Tender-

Boote aus. So wurde der voll-elektrisch angetriebene

Tender06Oe – powered by Torqeedo Deep

Blue 80 – von der internationalen Jury von unabhängigen

Fach-Journalisten „Best of Boat Award“,

der auch OCEAN7 angehört, 2014 zum Sieger in der

Kategorie „best for nature“ gewählt.

www.designboats.ch

Grün, stark, schnell

Diese Kombination stammt zur Gänze aus Österreich: Das Boot heißt

Cosmo 600 Tender und wurde von Thomas Exner entwickelt. „Designaffin

und energiebewußt“ bezeichnet der Konstrukteur den

Rumpf. Er ist in Leichtbauweise hergestellt, was Exner aus dem

Flugzeugbau übernommen und adaptiert hat. Angetrieben wir die

Cosmo 600 von einem Aquawatt Green Flash mit 50 KW, der das

Boot emissionsfrei binnen Sekunden auf rund 40 km/h beschleunigt,

was zum Wakeboarden und Wasserskifahren perfekt geeignet ist.

Aquamot-Motoren gibt es von 4,3 bis 50 Kw. Sie haben den großen

Vorteil, dass sie aus Li Ion- oder AGM Batteriesystemen ihre Energie

beziehen, sparsam im Verbrauch und sehr schnell wieder aufgeladen

sind. Die Kombination Cosmo 600 und Aquawatt Green Line (Foto:

aquawatt) kostet 98.000 Euro inkl. MwSt.

www.exner.at www.aquawatt.at

Tradition & Moderne

Pehn, der Bootsbauer vom Attersee, kann auf fast 60 Jahre Tradition

blicken. Jetzt setzt er innovative Schritte in die Zukunft des emissionsfreien

Bootvergnügens auf den Binnenseen und auch auf dem Meer:

In Zusammenarbeit mit dem E-Motoren-Hersteller Kräutler, Mastervolt

Ladegeräten und den speziell für Marineanwendungen entwickelten

Lithium Mangan Modulen von Invenox ist die eVARIO 650 „der erste

elektrische day-cruiser fürs Meer“, wie Jörg Kepplinger von Pehn-

Bootsbau die neue Entwicklung beschreibt. Es bietet Platz für acht

Personen, hat zwei Liegeflächen, eine Schlafkabine und eine Badeplattform.

Vor allem aber Reichweite für den ganzen Tag auf dem Meer.

www.pehn-bootsbau.at

54 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Hybrid:

Die Mischung

macht‘s

Wasserski-Kaiser

Das neue Modell der Kaiser Bootsmanufaktur „K-625 SkiMachine“

ist ein Elektroboot, fährt aber rasant wie ein herkömmliches

Wasserski-Motorboot. Das Sportboot wiegt bei 6,25

Metern Rumpflänge (inklusive Badeplattform: 6,70 Meter) und

2,45 Metern Breite nur 960 Kilogramm und bietet Platz für 6

Personen. Konzipiert ist diese Version vor allem als Fahrmaschine

ohne Schnickschnack. Um als Elektroboot bestmögliche

Fahrleistungen zu erzielen, wurde das K-625 auf das

fortschrittliche und bewährte Torqeedo Deep Blue 80i-Antriebssystem

maßgeschneidert. Ab 89.000 Euro netto.

www.e-marine.at

Ein perfekt durchdachtes Hybridsystem auch für

größere Yachten kommt von Fischer Panda, dem

deutschen Pionier in Sachen alternative Antriebe,

der seit zwölf Jahren hybride Systeme entwickelt.

Bekannt ist Fischer Panda für seine effektiven, leise

und emissionsarm laufenden Generatoren. Für die

Tests hat Fischer Panda verschiedene eigene Boote

mit dem patentierten Whisperprop® hybrid-Antriebssystem ausgestattet.

Dabei kommt ein drehbarer 10 kW-Jetantrieb mit 600 Umdrehungen/Minute

und einem Propellerring zur verbesserten Steuerung

zum Einsatz. Ein 10 kW/48 V-Generator komplettiert die

Anlage. Die jüngste Generation der von Fischer Panda entwickelten

Antriebe arbeitet mit einem 48 V Niedrig-Volt-System, das auf der

revolutionären EasyBox Control Unit basiert, die einfach einzubauen

ist und in der alle elektrischen Komponenten an Bord gebündelt

sind. Die ebenfalls neu entwickelten elektrischen Motoren bringen

erstaunlich hohe Drehmomente von 160 Nm/320 Nm bei langsamer

Propellerdrehzahl. Die Philosophie von Fischer Panda heißt: Komfort

an Bord und kraftvoller Antrieb entscheiden. Die Mischung

aller Komponenten eines Diesel-elektrischen oder rein elektrischen

Energiesysteme werden die zukünftigen Antriebssysteme für Boote

perfektionieren.

www.fischerpanda.de

Weltpremieren

Mit zwei Motoryacht-Weltpremieren eröffnet Bavaria Yachts

seine Messesaison in Cannes. Die neue Semi-Displacement-

Yacht Bavaria E40 Fly wird auf dem Yachting Festival Cannes

vom 6. bis 11. September zum ersten Mal der Öffentlichkeit

vorgestellt. Als zweite Weltneuheit wird die Bavaria R40 Fly

erstmals auf einer Publikumsmesse zu sehen sein. In der Sedan-

Version war die Bavaria E40 schon seit Juni auf ihrer E-Summer-

Tour auf zahlreichen Gewässern und in vielen Häfen Europas.

Über 500 interessierte Kunden aus den Niederlanden und

Deutschland nutzten die Gelegenheit bei einer Probefahrt an

den Zwischenstopps der Tour, die Bavaria E40 Sedan zu testen.

www.bavaria-yachtbau.com

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 55


OCEAN7Yachten

Wer bei viel Raum, Sicherheit und Luxussegeln

bis dato ausschließlich an einen Katamaran

dachte, wird auf der Dufour 560 Grand‘Large

eines Besseren belehrt. So wie wir auf unserer

Testfahrt durch die Kornaten, zu der uns

Master-Yachting Deutschland bat.

Auf gro

durch


Dufour 560 Grand’Large

Anatoli. Was sich der Eigner wohl bei diesem Namen gedacht

hat? Er passt so gar nicht zu dieser perfekt geformten Schönheit,

mit der sich die französische Dufour-Werft zu ihrem

50-jährigen Jubiläum selbst beschenkte. „Dufour 560

Grand‘Large“, das klingt gleich viel besser und unterstreicht

die Ästhetik der klar gezeichneten Linien, der schlanken und

langgezogenen Rumpffenster und der flach gehaltenen Kajütaufbauten

des größten Flaggschiffs designed by Felci Yachts.

Noch bevor uns eine bessere Alternative zu Anatoli einfällt,

bekommen wir kalte Füße: Eine tückische Heckwelle hat es

tatsächlich bis ins Cockpit geschafft und uns bis zu den Knöcheln

durchgewaschen. Doch ehe wir die Wassermassen mit

einem Blick nach unten erfassen können, hat Anatoli sie

wieder von Bord gespült. Eitel ist die Grande Dame also auch,

wie charmant …

keitsmesser auch schon auf 5 Knoten. Welche Leistungsteigerung

man sich da noch von der Fock erwarten kann?

Diese Frage muss leider offen bleiben. Denn schon beim Setzen

der Selbswendefock reißt die Rollreffleine, der wir schon bei

Yachtübernahme nicht so ganz über den Weg trauten. Womit

wir auch schon bei der Achillesverse der Grand‘Large wären:

Die Trommel der Rollfock ist nicht mit einem runden, sondern

mit einem flachen Band bestückt, das zudem an einer verdeckten

Stelle bereits geflickt worden war. Wer auch immer diese

platte Idee hatte – die große Wende hat sie nicht gebracht.

In der gut geschützten Ankerbucht von Levrnaka gelingt es

uns, die Fock wieder einzurollen und zu fixieren, sodass wir

uns auf der Weiterfahrt zur Insel Ravni Zakan voll auf den

Trimm des Großsegels konzentrieren können, was eine wahre

Freude ist.

ßem Fuß

die Kornaten

Text und Fotos: Tahsin Özen

Klotzen, nicht kleckern. Ihren Charme ließ die

mit 17,15 Metern größte jemals gebaute Dufour bereits bei der

Übernahme in der Marina Tankerkomerc in Zadar spielen. Der

hohe Mast und der alle anderen Yachten am Steg überragende

Bug waren ebenso nicht zu übersehen wie eine Gruppe fachsimpelnder

Schaulustiger, die der Grande Dame ihre Aufwartung

machten. Wir jedoch eroberten sie, schleppten unseren

Kram unter Deck – und fanden uns in einem Penthouse wieder:

Zwei Heckkabinen, eine Kabine steuerbords, zwei Bugkabinen,

ein weiter Salon und eine ob der unendlichen Weiten

gleich quer eingebaute Pantry zeugen von der fantastischen

Größe dieser Yacht, deren Innendesigner jedenfalls klotzen

und bestimmt nicht kleckern wollten.

56 Fuß und eine Hand. Schon beim Anlaufen der

von Bord aus gesehen ersten Boje vor der Konoba Larus (nur

sie lässt unserer Grande Dame den Raum, den sie zum Schwojen

braucht) steht fest, dass diese trotz des hohen Freibords

Die große Wende. An Deck haben wir schließlich

genug von der offenen See, die unsere Grande Dame ankläfft

wie ein kleiner Pudel mit zu großem Ego. Schwungvoll nehmen

wir bei Obrucan die Einfahrt in den Kornati-Nationalpark

und wollen noch vor dem Passieren der Insel Levrnaka bei

deutlich abgeschwächtem Wind volle Wäsche setzen. Den

Beweis dafür, dass Länge läuft, erbringt schon das Großsegel

für sich allein: Kaum ausgefahren, springt der Geschwindig-

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 57


OCEAN7Yachten

5

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vom Bug aus in Beschlag zu nehmen ist. Denn so imposant

die Badeplattform am Heck auch sein mag: sie unter Fahrt zu

öffnen wäre die zweitbeste Lösung. Das Manöver klappt beim

ersten Anlauf, wofür wir uns in der Konoba, die für ihre gehobene

Küche (und gehobenen Preise) bekannt ist, mit einem

fangfrischen und zwei Kilo schweren St. Petersfisch selbst

belohnen.

Am nächsten Morgen begrüßt uns ein sanfter Yugo, sodass wir

ideale Bedingungen für das Ablegen von der Boje unter Segel

vorfinden. Das Trimmen des Rollgroß liegt uns inzwischen

schon im Blut – dennoch sind wir überwältigt von der Präzision

und Leichtigkeit, mit der die Yacht von der Boje abfällt

und auf gewünschtem Kurs Fahrt aufnimmt. 56 Fuß und nur

eine Hand? Machbar auf der Grand‘Large.

Stille Fahrt nach Haus‘. Zwischen Kornat und

Vela Smokvica verlassen wir den Kornati-Nationalpark unter

Segel wieder, für die Querung des Pašmanski-Kanals müssen

wir den Flautenschieber bemühen. Flautenschieber? Bemühen?

Wie fatal diese Wortwahl ist, zeigt uns das 110 PS starke Volvo-

Penta-Dieselaggregat, das uns kaum hörbar und doch mit bis

zu sieben Knoten Fahrt beschwingt nach Zadar bringt. Der

fein dosierbare Motor und das wohldimensionierte Ruderblatt

in Kombination mit einem perfekt geschnittenen Lateralplan

machen schließlich das Anlegemanöver im Heimathafen zum

Kinderspiel. Und ja, wir haben auch das Bugstrahlruder zu

Hilfe genommen – bei starkem Seitenwind sollte man sich aber

nicht darauf verlassen. Den mag die Grande Dame nämlich

genauso wenig wie wir.

Blickfang in jeder Marina, Eleganz,

Komfort und einfaches Handling

58 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Dufour 560 Grand’Large

Technische Daten

Länge ..........................17,15 m

Tiefgang ..........................2,2 m

Segelfläche .......................152 m 2

Motor ...........................110 PS

Kraftstofftank ....................... 500 l

Wassertank ........................ 730 l

Personen max. an Bord .................10

Kabinen/Nasszellen ....................5/2

Kojen ............................ 10+2

BordAusstattung

4 Doppelbettkabinen • 1 Stockbettkabine •

1 Skipperkabine mit Toilette • 3 Nasszellen •

Doppelradsteuerung • Rollgenua • Rollgroß •

Bugstrahlruder • elektr. Ankerwinsch • Logge •

Echolot • Windinstrumente • UKW • Autopilot •

GPS • Kartenplotter im Cockpit • Inverter •

Bimini • Sprayhood • Warmwasser • Cockpitdusche

• Ofen • Herd • el. Kühlschrank •

Pantrygrundausstattung • Radio, CD, MP3, AUX

in Anschluss • Cockpitlautsprecher • Cockpittisch

• Dinghi • Sicherheitsausrüstung*

* Alle Angaben ohne Gewähr.

Yacht-Charter

Die getestete Dufour 560 Grand‘Large in Zadar/

Kroatien ist über Master-Yachting Deutschland ab

€ 4.500,– buchbar. www.master-yachting.de.

Kiriacoulis Mediterranean c/o Albatros Yachting in

Zadar hat weiters eine gut gepflegte Bavaria-Flotte

(36–55 Fuß, ab € 1.600,–) im Angebot.

www.kiriacoulis.com.

Dufour-Yachts

Alle Informationen über sämtliche Dufour-Yachten:

Meik Lessig, CEO für Österreich, Deutschland

und die NL. Tel. +49 151 62872428, www.

dufour-deutschland.de.

7

1 Deckschläfer betten sich im Cockpit auf der Backbord-Seite besonders gemütlich.

2 Einfach die tagsüber abgesenkte zweite Bankhälfte anheben und einrasten lassen.

3 Mit den Sitzauflagen belegen, Schlafsack drauf – und gute Nacht!

4 Hinter der klappbaren Badeplattform wäre Platz fürs Dinghi –

oder doch für die Fender?

5 Das Testrevier? Der Nationalpark Kornati, hier auf Ravni Zakan vor der Konoba Larus.

6 Penthouse-Feeling im Salon der Dufour 560 Grand’Large

mit quer abgesetzter Pantry.

7 Mit 17,15 Metern ist die 560 Grand’Large das Flaggschiff der noblen Dufour-Flotte.

6


OCEAN7Regatta

And the

winner is …

Gemeinsam um die Wette segeln

„Raum!“ – ein Ruf, der von Yacht zu Yacht schallt: „Raum!

Mensch, jetzt macht doch mal Platz!“. Doch keine Chance, die

14 luvt immer mehr an, versucht nicht nur die Yacht neben ihr

hoch zu drängen, sondern sorgt im Ping-Pong-Prinzip gleich

auf sieben Schiffen für nervöse Unruhe. Es gibt in Luv keinen

Platz. Acht Boote segeln fast auf gleicher Höhe. Keiner will

nachgeben. Keiner seinen guten Kurs verlassen.

Acht Schiffe mitten im Tyrrhenischen Meer auf ihrem Weg nach

Korsika, nicht nur Wind und Wellen genießend und den letzten

herbstlichen Sonnenschein, sondern um die Wette segelnd und

dabei um jeden einzelnen Platz kämpfend, einerlei, wie eng

man am Vorabend noch miteinander getanzt hat.

„Mensch, das ist doch nur eine Fun-Regatta, ihr müsst doch nicht

gleich alle kaputtfahren“, kommt von Steuerbord. Der erste fiert

die Segel etwas auf, nimmt das Tempo raus aus dem Boot. Die

Vernunft siegt über den Ehrgeiz, während Elba14 versucht, die

übrige Konkurrenz rauszukicken. Ihr Sympathiewert verliert

gerade wertvolle Punkte.

Interboot Yachtwoche Mittelmeer, die

Yachten tragen den Namen der Ausgangsinsel der herbstlichen

Segelwoche und werden einfachheitshalber durchnummeriert.

So geht es schneller beim täglichen Funkverkehr und auch beim

Kennenlernen der Crews. Die eigentlichen Namen der Charteryachten

muss man nur für die Hafenmeister parat haben, denn

die wären wiederum mit durchnummerierten Yachten überfordert.

So viele Yachten auf einmal laufen selten ihre Häfen an

– und das nahezu gleichzeitig, wofür der Regattaverlauf sorgt.

Auch das Um-die-Wette-Segeln gehört zum Programm, das

Hartmut Holtmann von der Agentur KH+P jedes Jahr im Herbst

seinen Charterern bietet – in Dauerschleife sozusagen. Auch

wenn die Route nicht immer dieselbe ist, so dient doch die

Insel Elba, auf die Napoleon vor 202 Jahren verbannt wurde,

jeweils als Ausgangshafen. Auch für die Yachten, die am Festland

dazu gechartert werden. Denn die eigentliche Veranstaltung

startet erst, sobald diese die Insel oder besser die weite

Bucht von Portoferraio erreicht haben.

Und so werden die Crews gebeten, den „Zugereisten“ die Bojen

in der Bucht von Bagnaia gegenüber der Inselhauptstadt zu

überlassen und die eigenen Schiffe an den Plätzen der örtlichen

Charterbasen festzumachen, wenn es abends zur offiziellen

Begrüßung ins „Segelzentrum Elba“ geht. Die Grußworte stehen

dort allerdings nicht unbedingt im Vordergrund, zumindest nicht

für die Crews. Vielmehr ist es das wohl einmalige Buffet im

uralten Werftgemäuer, für das das ganze Dorf schon tagelang

geschnippelt und gekocht haben muss, und nicht letztendlich

die Partystimmung mit Livemusik und Hüftschwung. Dass es

bei diesem Gruppensegeln recht entspannt und vor allem stimmungsvoll

zugeht, dafür ist die Veranstaltung bekannt. Noch

einmal wildes Segeln und dazupassendes Feiern oder Zusammensein,

bevor die Segler entweder in den Winterschlaf versinken

oder es sie zum Jahresende hin noch einmal in die warme

Karibik zieht.

Doch jetzt sind Segelstiefel und Ölzeug angesagt, zumindest

zeitweise. Ansonsten lässt sich das wasserdichte Schuhwerk

auch mit Shorts kombinieren. Das Nass kommt schließlich nicht

von oben, sondern meist von vorn, wenn sich die Yachten durch

60 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Interboot Yachtwoche Mittelmeer

Auf der Suche nach neuen, nahegelegenen Revieren

erfreut sich das westliche Mittelmeer derzeit bei

Yachtsportlern steigender Beliebtheit. Für OCEAN7

war Autorin Kirsten Panzer auf einer spannenden

Reise zwischen Elba und Korsika unterwegs.

Text und Fotos: Kirsten Panzer

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 61


OCEAN7Regatta

Auch für Urlaubssegler ein besondere

Lockeres Regattasegeln in einem bes

das aufgewühlte Mittelmeer ihren Weg bahnen. Die Wellen

wachsen stetig, mal mit viel Wind, mal mit wenig. Manch einer

wünscht sich da, doch noch etwas seefester zu sein – sieht man

an Bord und hört man im Hafen. Homöo pathische Globoli

werden gereicht, Gummibärchen empfohlen oder Bananen.

Beim Mädelsboot – auch eine Frauencrew ist unterwegs – ganz

unaufgeregt, funktioniert die Backschaft selbst bei starkem

Seegang. Ramona ist seefest und zaubert unentwegt Leckereien

auf zwei Flammen. Doch nicht während der Wettfahrt, da kümmert

sie sich meist um den perfekten Stand des Groß.

Anluven, nur ein kleines bisschen. Die segelnde

Konkurrenz flucht, die Backbord-Yacht grinst. Von Capraia

geht es inzwischen hinüber nach Korsika. Die erste Wettfahrt

kleckerte bei weniger Wind von Portoferraio in die Bucht

von Biodola, der westlichen der beiden Nordbuchten der Isola

d’Elba. Das Ziel wurde vom Start- und Zielschiff festgelegt. Die

Ansage dazu kam über Funk,

mit ordnungsgemäßer Rückmeldung

natürlich: „Elba 2 hat

verstanden, Elba 3 gehört, Elba

4 alles o.k. ...“ – jedes Boot ein

kurzer Spruch. Die meisten

Teilnehmer kennen das Prozedere,

die Mittelmeerwoche gehört

für sie zum festen Jahresprogramm,

als Einzelbucher,

Skipper oder in Bareboat-Charter

mit eigener Mannschaft. Das Startschiff ruft, gibt Neuig keiten

durch, meldet Startverschiebungen, vergewissert sich, dass auch

alle unterwegs sind, kürzt oder verlängert die Regattabahn und

informiert über eventuelle Erreichbarkeiten von Hafenkapitänen

oder auch mal über noch zu bezahlende Liegegebühren.

Vor Biodola hat die Regattaleitung vom Bodensee die Peilung

für die Ziellinie durchgegeben – ein weißes großes Gebäude

– erst wundert man sich an Bord der Yachten etwas und hält

Ausschau, doch dann wird es klar. Das kantige Weiß zwischen

dem Grün muss es sein. Die Landmarke ist perfekt ausgesucht.

Die erste Wettfahrt beendet. Die Segel fallen auf den meisten

Booten sofort, der Wind hat nachgelassen, die Entfernung zum

Zielhafen auf Capraia ist zu weit. Auf Elba 13 werden klare

Prioritäten gesetzt: erst Musik an, dann Genua weg. Jutta, die

Skipperin mit inzwischen mindestens 8.500 Seemeilen auf dem

noch jungen Buckel, ist bekannt für ihren guten Musikgeschmack.

Wer bei der auch an Land erfolgreichen Managerin

1

2 3

62 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Interboot Yachtwoche Mittelmeer

s Erlebnis:

onderen Revier!

bucht, will schnell segeln und ebenso gut feiern. Da gibt es auch

schon mal eine Minidisko im Cockpit. Manch ein Segler hat dort

inzwischen fremdgefeiert. So sind nicht nur die Plätze auf ihrem

Boot, sondern auch neben ihrer Yacht durchaus begehrt. Musik

also an. „Komm, geh mit mir zum Meer, um auf ein Schiff zu

gehen“, fasst der „Graf“ lautstark das Segelgefühl musikalisch

zusammen. Der Text passt, es darf mitgesungen werden. 27

Seemeilen bis Capraia, der gerade mal zwanzig Quadratkilometer

kleinen ehemaligen Gefängnisinsel nordwestlich von Elba.

Der Wind ist nun fast vollkommen eingeschlafen, die Maschinen

laufen. 27 Seemeilen mit nur einem Windhauch zu segeln ist

für die wenigsten eine Option. Doch immerhin hat der Wind

während der Wettfahrt gehalten. Auch wenn er gegen Ende die

Geduld der hinteren Crews auf die Probe gestellt hat.

Doch das Meer ist ein Wunderwerk und erst recht der Wind,

der auf ihm herrscht. Und so scheinen auch die Wettervorhersagen

manchmal wie Wahrsagungen vom Jahrmarkt, je nachdem

woher sie stammen. Der Wind kommt mit Verspätung, dann

aber heftig. Wind aus Ost, oder doch fast, Halbwindkurs. Ziel

Korsika, genauer gesagt Macinaggio. Der Tête de Maure, der

Korsenkopf, wird neben dem Kartentisch bereit gelegt. Vor dem

Einlaufen im Hafen soll das Freiheitssymbol Korsikas unter der

Saling wehen. Grenzen überschreitendes Segeln, zumindest

Landesgrenzen. Wer von See kommt, muss Flagge zeigen und

natürlich noch immer ordnungsgemäß beim Hafenmeister einklarieren,

auch im sonst so vereinten Europa.

Giraglia, der exponierte Felsen vor der Nordspitze Korsikas,

muss gerundet werden, bevor Macinaggio angesteuert werden

4

darf. Die Charteryachten dürfen ein bisschen Rolex-Cup spielen.

Der Fels dient sonst hochkarätigeren Regatten als Wendemarke.

Doch der Ehrgeiz packt auch die Freizeitsegler. Und so wird

wieder fine-getunt, hier ein bisschen gefiert, dort ein wenig

dichtgeholt. Wie steht der Traveller, was ist mit den Holepunkten.

Wenn es zu eng wird, heißt es abzuwägen – auf Risiko

fahren oder doch lieber das Material schonen, wofür sich die

meisten Skipper entscheiden. Und dennoch, Materialschaden

kommt vor. Auf der Elba 13, dem Frauenboot, haut es das

Genua-Fall los – direkt neben dem steinernen Fels. Was tun?

Eine schnelle Entscheidung fällt. Genua weg, Maschine an. Es

gilt ganz nebenbei auch, eine Kollision mit der Konkurrenz zu

vermeiden. Eine Reparatur unter Segeln wäre hier nicht möglich

gewesen. Im Bootsstuhl in den Mast? Nachsehen, was passiert

ist? Bei der aufgewühlten See lieber nicht. Warum auch? Maschine

an heißt auch bei einem Charter-Race Disqualifikation.

Später an Land wird den Damen unterstellt, dass ihnen die Kraft

ausgegangen sei und das ausgerechnet von einer anderen

Dame, die ihnen zu der tapferen Entscheidung gratuliert. „Toll,

dass ihr dazu steht, dass ihr keine Kraft mehr hattet“, ruft sie am

Abend herüber. Aber nein, es waren nicht die Muskeln, es war

nur ein kleiner schwacher Schäkel, der seiner Aufgabe an Bord

nicht mehr nachkommen konnte.

1 Macinaggio auf Korsika

2 Cockpit-Pause nach der Wettfahrt

3 Startübung in der Bucht von Portoferraio

4 Der Hafen von Capraia

Dragonfly

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 63


OCEAN7Regatta

Dass solche Bemerkungen nur den Ehrgeiz anheizen, ist bekannt.

Auf dem Weg nach Bastia werden Jutta und die „Mädels“

auf Platz fünf vorspringen und das, obwohl sie am Start wegen

des starken Windes und der Wellen Platz zu den anderen Yachten

lassen werden. Defensiver Start statt Angriff. Doch wer will

schon freiwillig im Anschluss an eine Segelwoche im Mittelmeer

die Versicherung in Anspruch nehmen oder auf die Kaution

verzichten? Es geht schließlich auch um den Segelspaß. Und das

vor allem. Dass man sich dabei misst, gegen einander segelt und

gewinnen möchte, macht den zusätzlichen Spaßfaktor aus.

Schneller als die anderen wollte man schließlich schon im Kindergarten

oder als Knopf auf der Skipiste sein.

Und so wird auch im Hafen noch gefachsimpelt, wenn die Ergebnisse

an der Mole oder im befreundeten Yachtclub verkündet

werden. Da wird gemault wegen der Yardstickzahl und doch

noch mal diskutiert, ob die vor einem platzierte Yacht vielleicht

zu früh die Startlinie passiert hat. Manche freuen sich, manche

wundern sich. Doch die Aufregung hält sich in Grenzen. Auch

die immer perfekt gestylte Schweizer Crew, die sonst auf dem

Bodensee auf einer Xp 33 segelt, runzelt in Macinaggio gemeinschaftlich

die Stirn. „Aber das ist doch nur Spaß“, klingt’s anschließend

mit Schweizer Satzmelodie und schon geht’s in

Richtung 50-Liter-Rotweinfass, das auf dem Startschiff von Hafen

zu Hafen gesegelt wird. Die Reparaturen sind erledigt, es darf

gesellig werden. Von Konkurrenz ist nichts mehr zu spüren. Die

Wetterentwicklung wird zum Thema.

1

2

3

25 Knoten, in Böen 30. Bastia liegt an und zwar

direkt. Der geplante Schlag noch einmal nach Norden fällt aus,

was nicht am Wein liegt, sondern am Wind. Man muss auch mal

verzichten können, zum Beispiel aufs Cap Corse. Weiter unter

Land oder erst einen Schlag raus machen? Die Köpfe der Taktiker

und Skipper glühen. Wo wird der Wind am besten halten?

Die tapfere 13 rollt das Feld von hinten

auf. Die angeblich schwachen

Frauen segeln stark. Unter Land

gibt’s Wind und davon nicht zu wenig.

Sogar so viel, dass für die perfekte

Musikauswahl die Zeit fehlt.

Fokussiert aufs Ziel rollt man das

Feld von hinten auf. Wird der Wind

halten? Er schläft ein, die Spannung

steigt, wie sieht es draußen aus?

Auch dort dümpeln die Yachten.

Bahnverkürzung? Dann knistert der

Funk. Elba 1 meldet sich – das Schiff

mit der Regattaleitung. „Wir verlegen

den Start vor die Hafeneinfahrt von

Bastia. Ihr werdet dort die große

Fahne sehen.“ Welcher Film wird

hier gedreht? „Verstehen sie Spaß“ 4

auf hoher See? Das ursprüngliche

Ziel ist noch nicht einmal erreicht, der

Wind ist weg und jetzt noch mal die gleiche

Strecke? Manch einer denkt über

Abbruch nach. Doch keiner will den ersten

Schritt tun. Die Segel killen. Zeit für

einen Mittagssnack. Das Wasser kräuselt

sich ganz leicht. Ein Hauch wird spürbar.

Und weiter geht’s. Der Wind lässt das

Feld nicht im Stich, es kann weiter gekämpft

und vor allem gesegelt werden.

Ölzeug und Sonnenschein – mehr geht

nicht. Denkt man zumindest, bis in Bastia

die Schokoladentarte als Dessert im

64 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


San Vicenzo

Macinaggio

Bastia

Capraia

Marciana Marina

Elba

Salivoli

Portoferraio

Piombino

Puntone

Porto Azzurro

Korsika

Giglio

Die Interboot Yachtwoche Mittelmeer

wird veranstaltet von KH+P Yachtcharter,

Ludwigstraße 112, 70197 Stuttgart. Tel.

0711/638282, E-Mail: info@khp-yachtcharter.de,

www.khp-yachtcharter.com

Die 24. Yachtwoche findet vom 15. bis

zum 22. Oktober 2016 statt, wie immer

ab Elba. Preisbeispiel: Für eine Sun

Odyssey 40 beträgt die Bareboatcharter

ab 510 Euro pro Person. Dazu werden

für das Programm, Begrüßungsabend

und Abschlussabend mit reichhaltigem

Buffet und Getränken, Siegerehrung,

Clubabend etc. 150 Euro berechnet.

Einzelbucher zahlen ab 650 Euro plus

die üblichen Nebenkosten wie z. B.

Hafengebühren.

Der besondere Tipp. Die

Insel Elba hat seit etwa 15 Jahren ihren

eigenen Duft, den man mit nach Hause

nehmen kann oder besser muss: „Aqua

dell’Elba“. Die Essenz einer Insel, der

Duft des Meeres. Die kleine Parfüm-

Manufaktur produziert verschiedene

Duftlinien für die Dame, den Herren

und unisex sowie Raumdüfte und hat

ihren Sitz in Marciana Marina. Ihre

Geschäfte finden sich auf der ganzen

Insel und natürlich auch im Hafen von

Portoferraio.

„A Scaletta“ auf dem Tisch steht. Da werden die anderen Segler selbst

an Land zur Konkurrenz, aus Angst, man käme zu spät zum Nachbestellen.

Eine durchaus ernst zu nehmende Gefahr, auch wenn nur

vier der 21 Crews zufällig das gleiche Restaurant aufgesucht haben.

Doch wie der Wind so auch die Tarte, es gibt genug für alle, die auch

am nächsten Tag beim freien Segeln nach Marciana Marina auf Elba

einen ordentlichen Gewichtstrimm hinlegen wollen. Und der wird

nötig sein. 9,1 Knoten Geschwindigkeit werden erreicht. Wellensurfen

im sonnigen Oktober, das Sonar klingt aus den Boxen, die Fanfaren

tönen kraftvoll – „Komm, geh mit mir zum Meer, um auf ein Schiff

zu gehen … Komm, geh mit mir zum Meer, um mit der Flut zu gehen“

– strahlende Gesichter, ein Schlag in die Welle, das Wasser kommt

über, salzige Dusche, Sonnenschein, fünf weitere Großsegel in Sichtweite

– besser geht es nicht. Ein Herbst im Mittelmeer!

1 Der Fels als Wendemarke

2 Briefing für die nächste Wettfahrt

3 Einfahrt in den Hafen von Bastia/Korsika

4 Jutta, Skipperin des Frauenbootes

5 Die Regatta-Flotte in Marciana Marina/Elba

5

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 65


OCEAN7Service

ist nicht schwer

Skipper werden

Skipper sein dagegen sehr?

Text: Peter Schörkmaier

Skipper werden ist nicht schwer … Dieser

Teil der Aussage war niemals richtig. Eine Skipperlizenz zu erhalten

war immer mit einem Zeitaufwand, finanziellen Belastungen

und Bürokratie verbunden. Durch die neue JachtPRO wurde die

Erlangung eines IC deutlich zeitaufwändiger und geht vor allem

mit wesentlich mehr Bürokratie einher (Stichwort z. B. neuer

Erfahrungsnachweis usw.). Über die neue JachtPRO wurde bereits

genug veröffentlicht. Sie enthält – wie die meisten Verordnungen

und Gesetze – ein paar gute Bestimmungen, ein paar nicht ganz

so gute Bestimmungen und Bestimmungen, über deren Sinnhaftigkeit

man ernstliche Zweifel anbringen darf.

Skipper sein dagegen sehr? Wie auch immer,

wenn endlich alle zeitlichen, finanziellen und bürokratischen

Hürden überwunden sind, geht es endlich ans Skippern. Die

Vorfreude ist riesig, es wird organisiert und besprochen, was das

Zeug hält. Dann ist der große Tag da. Der frisch gebackene Skipper

sitzt das erste Mal ziemlich verloren in der Rezeption und hat

das Gefühl, dass er auf Gedeih und Verderb den (eigentlich immer

sehr netten) Rezeptionisten/Rezeptionistinnen ausgeliefert ist.

Meist wird nur die Hälfte von dem verstanden, was diese einem

mitteilen und einfach alles mit einem selbstbewussten „Yes“ bestätigt.

Man verlässt die Rezeption mit einem riesigen Lächeln auf

dem Gesicht und freut sich auf sein bevorstehendes Skipperleben.

Zumindest ging es mir am Anfang so.

Dann fängt das eigentliche Skipperdasein an. Das erste ist die

Creweinweisung. Wenn man das Glück hat, mit einer erfahrenen

Crew unterwegs zu sein, ist das großartig. Es gibt einem doch ein

bisschen Sicherheit. Wenn die Crewmitglieder allerdings allesamt

unerfahren sind, wird es schwierig, denn man muss jeden Handgriff

– auch diejenigen, die einem selbst noch nicht einmal selbstverständlich

erscheinen – erst einmal erklären.

Weiter geht es dann im Hinblick auf die Törnplanung mit dem

Bunkern. Gefühlte Tonnen an Lebensmitteln und Getränken

wollen eingekauft, aufs Schiff gebracht und ordnungsgemäß verstaut

werden (hier ein Tipp aus eigener Erfahrung: Rohe Eier

66 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016


Foto: Shutterstock

gehören nicht in die Stockbettkabine im oberen Bett verstaut). Dann geht es meistens schon

zum Abendessen. Der erste Skippertag ist geschafft, es folgen noch weitere sechs.

Am nächsten Tag dann das erste Ablegemanöver. Man spürt die Böen, fragt sich, ob man bei

diesem Sturm überhaupt ablegen soll, schaut auf den Windanzeiger und ist verwundert, dass

sich 7 kn Wind so heftig anfühlen können. Aber todesmutig wird das Ablegen gewagt und

meist funktioniert alles ganz gut. Unterwegs werden dann die Segel gesetzt, es kehrt die

typische Ruhe auf dem Segelschiff ein, das Wasser plätschert, das Leben fühlt sich in dem

Moment einfach großartig an.

Das erste Anlegen ist meist noch unsicher, geht aber irgendwie glatt. Die nächsten Skippertage

werden immer routinierter. Die typischen Entscheidungen (wann wird abgelegt, wo

genau wird hingefahren, wann wird Pause gemacht, gegessen usw.) fallen immer leichter.

Die riesige Verantwortung, die man für sein Schiff und seine Crew hat, drückt nicht mehr

ganz so sehr.

Nach sechs Tagen läuft man in seinem Zielhafen ein und – wenn alles gut gegangen ist –

ALLE Mitglieder der Crew und nicht mehr nur der Skipper haben ein riesiges Lächeln im

Gesicht. Und das ist es, worauf es ankommt … egal, wie schwierig das Skipper werden war!

Segelurlaub –

Luxus oder günstig?

Ist Segeln ein elitärer Luxussport oder doch

die günstigste Art, tolle Orte zu entdecken, die

man sonst nur selten zu sehen bekommt? Die

erste Überlegung ist selbstverständlich: welches

Schiff? Ein modernes, neues, das teurer

ist, oder doch vielleicht ein Schiff, das bereits

ein paar Charterjährchen auf dem Bug hat. Ein

großes Schiff, das man mit vielen Crewmitglieder

auslasten kann, wodurch die Kosten pro

Person geringer werden, oder doch ein kleineres,

das von Haus aus weniger kostet?

Die folgende Überlegung beeinflusst auch die

Törnplanung: Soll jeden Tag eine Marina angelaufen

werden oder will man sich mehr in

Buchten aufhalten? Die Liegeplatzgebühr in

den Marinas schlägt ordentlich zu Buche, aber

auch in den meisten Buchten wird für das

Ankern bereits einiges verlangt (wenn natürlich

auch nicht soviel wie für eine Nacht in

einer Marina).

Der nächste Punkt, den man luxuriös oder

günstig gestalten kann, ist die Verpflegung:

tägliches Essen gehen oder doch selber kochen

an Bord? Das ist der Punkt, bei dem man

meines Erachtens am leichtesten budgetschonend

arbeiten kann. An den meisten Charterbasen

gibt es bereits große Supermärkte mit

den üblichen Lebensmitteln, sodass der erste

Großeinkauf kein Problem darstellt. Gewisse

Dinge (wie z. B. Gewürze oder ähnliches)

kann man vom Heimvorrat mitnehmen. Viele

lassen sich vom Kochen an sich abschrecken

bzw. haben Angst, dass sie den ganzen Urlaub

nur am Herd stehen. Hier gibt es mehrere

Möglichkeiten: Entweder es gibt einen begeisterten

Hobbykoch (ist bitte genderneutral zu

verstehen) an Bord oder es kocht täglich ein

anderes Crewmitglied. Ich habe über die Jahre

hinweg schon die unterschiedlichsten kulinarischen

Überraschungen erlebt (von Knackwurst

mit Kartoffelpürree aus der Packung

über Gulasch aus der Dose bis hin zu selbst

gemachtem Brot). Es gibt hier so viel mehr als

die üblichen Spaghetti und den guten, aber

mittlerweile viel zu oft gegessenen, Kaiserschmarrn.

Mit den richtigen Rezepten (alle im

Internet vorhanden) ist das Kochen sehr einfach,

überaus flott und vor allem abwechslungsreich.

So kann also bezüglich Kosten

variiert werden: von einer Segelwoche, die

pro Person mit ca. 1000 Euro zu Buche schlägt

(großes, neues Schiff, wenig Crewmitglieder,

täglich in einer Marina und essen gehen) bis

hin zu ca. 500 Euro pro Person (kleineres,

älteres Schiff, hauptsächlich in Buchten und

Selbstversorger). Es ist – wie fast alles beim

Segeln – Geschmackssache, ob man einen

teuren Luxusurlaub oder ein günstiges Abenteuer

erleben will. Für beinahe jeden Geldbeutel

ist etwas dabei.

Vereine und Ausbildungsstätten,

die mit dem SFV

Süd zusammenarbeiten

Adria Yachting Austria AYA

Rudolf Frühwirt, 8051 Graz, Göstingerstraße 198 · Binnen-,

Hochseeausbildung, Seminare, Workshops 0676/523 50 15 ·

rudolf.fruehwirt@gmx.at · www.ayasegeln.at

ASVÖ Yacht Club Pack AYCP

Segelrevier Packer Stausee, Jugendlager, Regatten, gesellige

Clubveranstaltungen · Franz Sagmeister · 0664/2111791 ·

info@aycp.at

Attersee-Yachting

Binnen- und Hochseeausbildung auf Sun Odyssee 33i am

Attersee · Ing. Thomas Dieplinger, 0660/5701098,

www.attersee-yachting.at

Boote Kamper, Yachtcharter

Segel- Motorboote, Mono und Katamarane, Führerscheine,

Skippertraining, Beratung · Ing. Karl Kamper, 8600 Bruck/Mur,

Murstraße 7, 0664/3552802 · office@bootekamper.at ·

www.bootekamper.at

SFV Süd – Region Oberösterreich

Grimm Wolf-Dieter, 4650 Edt bei Lambach, Traunstraße 9,

0676/898655830 · wgrimm@me.com

Kärntner Yachtclub

Pörtschach – KYCPö

Binnen-, Hochseeaubildung, Jugendkurse, Regatten ·

www.kycpoe.at

Polizeisportverein Burgenland

Sektion Segeln, Andreas Hochegger · Binnen-

Hochseeaubildung, Schiffsfunk · hochegger@aon.at

Marinekameradschaft Prinz Eugen

Schiffsführerschule Bruck/Mur, Binnen und Küste – FB 1,

Freizeitclub für die ganze Familie · verein@prinz-eugen.at ·

www.prinz-eugen.at

Motorbootfahrschule St. Pölten

Dr. Karl Prisching, 3100 St.Pölten, Widerinstraße 8,

0676/3303451 · prisching@mbfs.at · www.mbfs.at

Ocean Yachtclub OYC –

Freizeitinsel Pibertstein

Ing. Helmut Theinschnak, 8582 Rosental, Hörgasstraße 30,

0664/1257071 · homebase@oyc.at

Schiffsführerschule Erwin Hinterleitner

4371 Dimbach Nr. 27/2 · 0664/2313622 · office@auf-kurs.cc

Segelcrew Hartberg

Clubrevier und Clubanlage am Stubenbergsee · A-Schein,

FB2 und FB3, Clubregatten · Martin Höfler · 0664/1977094,

office@segelcrew-hartberg.at · www.segelcrew-hartberg.at

Segelschule Pack (Packer Stausee)

Binnen- Hochseeaubildung, Bootsverleih, Übungsleiter -

ausbildung · Franz Sagmeister, 8053 Graz, Am Jägergrund 49 ·

0664/2111791 · sagmeister@segelschule-pack.com ·

www.segelschule-pack.com

Segelschule Schwarzlsee – Peter Schörkmaier

Binnen- und Hochseeausbildung, Schiffsfunk, Radarseminare

0650/7425718 · peter@segeln.st · www.segeln.st

Segel- und Yachtclub Steiermark SYCS

Segelrevier Waldschacherteich · Jugendkurse, Binnen- und

Hochseeausbildung, Regatten, Clubabende · Erich Alfred

Pernold, 0664/4416091, www.sycs.org, club@sycs.org

Steiner Nautic Bootsbau und

Segelschule Mattsee

Elektroboote, Segelboote und Motorboote sowie Surfschule,

Bootsverleih & Salzburger Seenland Schifffahrt ·

www.steiner-nautic.at

Steirische Seebären

Binnen- und Hochseeausbildung, Übungsleiter, Regatten, Sport

& Freizeitverein, Vorträge, Erfahrungsaustausch ·

www.seebären.at

Yachtclub Odysseus Steiermark YCO

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Motorbootpatent –

10 Meter Seen und Flüsse · Heinz Schörkmaier, 0664/1512226,

heinz@segeln.st

Yachtclub Schwarzlsee YCS

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Binnen- und Hochseeausbildung,

Schiffsfunk · Peter Schörkmaier, 8052 Graz, Nikolaus

Schönbacherstr. 10/6, 0650/7425718, peter@segeln.st, www.segeln.st


Yacht Club Austria

The Next Generation beim

27. Austria Cup

in Punat

Sportlicher, frecher, besser! Ein lautes

„Klonk“ durch den Zusammenstoß zweier First 35 zeigte schon

beim ersten Start, dass der Platz an der Startlinie mit 17 Schiffen

heuer spärlich sein wird. Passiert ist zum Glück nichts und

die Wettfahrt wurde fünf Minuten nach dem Start mangels

Wind ohnehin abgebrochen.

Dieses Jahr zeigte sich der Austria Cup, der im Zuge der 10.

AASW ausgetragen wurde, von einer sehr sportlichen Seite, was

in dem großen Teilnehmerfeld und einem Allgemeinem Rückruf

mit darauffolgendem Black Flag-Neustart Ausdruck fand. „Heuer

ist am Start mal richtig was los!“, schwärmte auch der Dauerrivale

der next generation, Lukas Rittler, am Abend beim Freibier.

„Seit zehn Jahren habe ich noch keinen allgemeinen Rückruf

bei der AASW erlebt.“ Dass es am Ende alle Top 10-Boote zumindest

einmal aufs Podium geschafft haben und es bei acht

Wertungen fünf verschiedene Sieger gab, bestätigte auch in den

Ergebnislisten den heißen Kampf um die Silberschale.

Bei den beiden next generation-Teams gab es sogar zusätzlich

zwei Familienduelle. Lena Lutz (Kalypso, next generation 1)

segelte gegen ihren Vater und Bernhard Marchsteiner (Psyche,

next generation 2) gegen seine Mutter und seine Schwester.

Doch nicht nur ein kompaktes Feld, Familienrivalität und

Flaute in der prallen Sonne erhitzten die Gemüter der AASW

Teilnehmer. Am 3. Tag, nach einem Wettfahrtsabbruch mit

dubioser Zwischenwertung, stürmte das halbe Feld das

Regatta büro, um gegen die Wettfahrtleitung zu protestieren.

Unglücklicherweise wurde versucht, in einer Diskussion mit

den Skippern zu einem Konsens zu kommen, was die Wogen

erneut hochgehen ließ. Nach langem Hin und Her blieb dem

Text: Philipp Stampfl

Fotos: Philipp Stampfl und the next generation

sichtlich eingeschüchterten Wettfahrtleiter nichts anderes übrig,

als die Wettfahrt schlussendlich nicht zu werten. Die Wettfahrt

war Geschichte, doch die Diskussion blieb. Eine klare Entscheidung

durch die Jury hätte bestimmt für weniger Aufre-

gung gesorgt, egal wie entschieden worden wäre. Der Start

zur vorletzten Wettfahrt bei perfekten Windbedingungen fokussierte

die Teams jedoch wieder auf das Wesentliche: Segeln!

Die next generation-Teams kämpften am letzten Wettfahrtstag

um einen 4. (SY Kalypso) und einen 2. Platz (SY Psyche). Eine

verpatzte vorletzte Wettfahrt brachte das next generation-Team

2 unter Zugzwang, da man nun punktegleich mit dem Kärntner

Team um Siegfried Unterlerchner auf Platz 2 war. Bei der

entscheidenden letzten Wettfahrt musste man unbedingt vor

Unterlerchner ins Ziel. Vom Start der finalen

Wettfahrt an war the next generation 2 klar

vor Unterlerchner, bis dieser mit seinem

Team am letzten Spikurs doch noch an der

YCA – The International

Austrian Cruising Club


News September/Oktober 2016

Psyche vorbeizog. „Aufgeben tut man einen Brief!“, war das

Motto bei der next generation und durch ein taktisch perfektes

Luvduell am Weg zum Ziel überholte die Psyche eine Bootslänge

vor dem Ziel das Boot von Unterlerchner und sicherte

sich den 2. Gesamtrang in der stark umkämpften Einheitsklasse.

Sieger des legendären Austria Cups wurde die Crew

Oberösterreich mit Skipper Johannes „Joe Jagger“ Heckel mit

Taktiker Christoph Schasching, die nicht nur den Austria Cup

gewinnen konnten, sondern auch das Wettgrinden am Dienstagabend

für sich entschieden. Ein würdiges Siegerteam aus

Oberösterreich!

Ende gut, alles besser! Bei der Siegerehrung war die Stimmung

ausgelassener denn je und nicht nur die Sieger wurden beklatscht

und begossen, sondern das Veranstaltungsteam um

Fritz Abl bekam mit „Standing Ovations“ den gebührenden

Respekt für eine – wie ich finde – der geilsten AASWs. Sportlich

frech auf der Regattabahn und freundschaftlich im Hafen!

Die 10. AASW und der Yacht Club Austria haben gezeigt, dass

Konkurrenzkampf und Segeln unter Freunden kein Widerspruch

sein muss. Abgerundet wurde der Abend mit einem

3-gängigen Galadinner. Durch das Service der Kellnerinnen

und Kellner blieb die Schlacht um die Innenposition am

Buffet diesmal aus und die Seglerinnen und Segler ließen die

Regattawoche gemütlich ausklingen.

Die beiden next generation-Teams spiegelten mit den Plätzen

2 und 5 im Endklassement den Erfolg der YCA Jugendarbeit

wider. Alle Familienduelle gingen an die next generation, was

bei den Eltern Stolz und Frust zugleich auslöste, wobei der

Stolz wohl überwogen hat. Die next generation beendet wieder

einen erfolgreichen Austria Cup 2016, doch die Segelsaison

hat gerade erst begonnen. Auch heuer findet wieder ein JugendSailDay

am Attersee statt, bei dem Kinder und Jugendliche

unter Gleichgesinnten sportlich segeln können. Die Ziele vom

Jugendbeauftragten Matthias Eckerstorfer sind gesteckt. Mehr

Jugend in den Hochseesport!

Für die, welche heuer mit der next generation den Sprung vom

Binnensee zum Hochseeregattasport geschafft haben, ist der

nächste Schritt die Skipperausbildung, um dann vielleicht in

naher Zukunft ein next generation-Schiff beim Austria Cup zu

skippern. Der YCA wird sie unterstützen! Wir seh‘n uns auf

der Startlinie!

Ergebnisse Austria Cup:

1. YCA Crew OÖ Johannes Heckel

2. YCA next generation 2 Philipp Stampfl

3. KYCK Siegfried Unterlerchner

4. YCA Crew Tirol Karl Florian

5. YCA next generation 1 Matthias Eckerstorfer

6. YCA Crew Steiermark Brigitte Harrich

7. YCA Crew Kärnten Manfred Raunig

8. ÖSV Bernhard Budik

9. YCA Crew Kärnten Peter Fritsch

10. YCA Crew Kärnten Herbert Grabner

11. YCA Crew OÖ Gerhard Hutsteiner

12. ÖSV Roland Budik

13. YCA Crew Zillertall Hannes Eberharter

14. YCA Crew Kärnten Klaus Korosch

15. YCA Crew Kärnten Günther Köfer

16. YCA Crew Kärnten Alexandra Kotecki

17. YCA Crew Tirol Armin Heinz

Special Offer

für die Jungen!

Hochsee-Segeln ist verdammt teuer – und nicht jeder kann auf

ein begütertes Elternhaus zurückgreifen!

Wir bieten nun den Segelschein (Befähigungsausweis für

FB 2) unseren jungen Mitgliedern (Jahrgänge 1990 bis 1998)

fast kostenlos an – unsere Trainer und Ausbildner stellen sich

ehrenamtlich zur Verfügung, lediglich die Kursunterlagen und

Nebenkosten sind zu bezahlen. Der Theorie-Kurs findet ab

fünf Teilnehmern im Raum Linz statt – für eine Unterbringung

von auswärtigen Jugendlichen ist gesorgt. Das Besondere an

diesem Format: Nicht nur der Preis ist unschlagbar – auch die

Gruppe ist unter sich. Vielleicht entstehen ja dabei auch

Freundschaften, Regattagruppen oder ähnliches?

Interessierte können sich an Gottfried „Titzl“ Rieser per E-Mail

(gottfried.rieser@yca.at) wenden!

Nähere Infos und Klärung offener Fragen gibt es am Informationsabend

am Freitag, 9. September 2016 um 19.00 Uhr im

Hotel Steigenberger, Am Winterhafen 13, 4020 Linz!

September/Oktober 2016 | OCEAN7 05/2016 69


Yacht Club Austria

Bericht: Gottfried Titzl Rieser

Fotos: YCA

Die Ausbildung

im YCA

„Ganz schön aufwändig, dieser Schein – zuerst das Basismodul

(ich habe ja keinen A-Schein), dann der Theoriekurs (54 Unterrichtseinheiten

– des zaht si), dann noch eine Trainingstörn

(eine ganze Woche!) und letztendlich der Prüfungstörn.“

Wäre es da nicht gescheiter (und billiger!) den „Kroatenschein“

zu machen? Ein Wochenende inklusive Prüfung und du hast

das kroatische Küstenpatent. Damit kannst du Motorboot und

Segelyacht nach Herzenslust schippern – und außerdem, ich

fahr’ sowieso nur in der Adria.

Zum einen hast du völlig Recht: Das kroatische Küstenpatent

ist um ein Hauseck billiger als der österreichische Befähigungsausweis,

zum anderen liegst du aber völlig daneben. Nein, es

ist nicht gescheiter, den „Kroatenschein“ zu machen, nur damit

du einen Schein hast.

Was vordergründig sehr aufwändig erscheint, entpuppt sich

bei genauerem Hinsehen als Mindestanforderung an angehende

SkipperInnen und SchiffsführerInnen.

Um was geht es denn wirklich? Wir alle wollen doch stressfreie,

relaxte Segeltage verbringen – und (quasi als Preis)

übernehmen wir die Verantwortung für unsere Crew, für unsere

Freunde, Familie und natürlich auch für die Yacht (kostet

eh nur 200.000 Euro aufwärts). Dem tragen wir im Yacht Club

Austria auch Rechnung. Unser Commodore Christian Schifter

sagte einmal im Zuge einer Evaluierungsveranstaltung unseres

Ausbildungssystems „Ich will keine Yacht eines YCA-Mitglieds

von einem Felsen herunterkratzen müssen“. So hart das auch

klingen mag, genau das ist unsere Motivation: Wir wollen

unsere Mitglieder bestmöglich ausbilden! Dazu bekommt

jede/r Trainee auch individuelle Zusatzangebote, um hier nur

ein paar Beispiele zu nennen:

Schwierigkeiten bei der Kartenarbeit? Wir bieten zusätzlichen

Förderunterricht! Zuwenige Praxismeilen? Kein Problem, wir

organisieren Meilentörns. Bauchweh beim An- und Ablegen?

Nema problema, wir haben dazu unsere Club- und Schulungsyachten

(Inschallah, Aislinn, Just4fun, Kompro Miss u.a.).

Jeder interessierte Segler und angehende Skipper kann sich in

den Informationsveranstaltungen selbst ein Bild machen. Die

Trainer, Referenten und Ausbildner präsentieren die Schritte

der Ausbildung und stellen sich Ihren Fragen – Termine siehe

Kasten. Der Eintritt ist frei und völlig ohne Verpflichtung, frei

nach dem Motto „Informieren kostet nichts“.

Wir sind durch die Mitgliedschaft

bei unseren

Dachverbänden auch

an strenge Qualitätskriterien

gebunden: So

sind wir anerkannte

und zertifizierte Ausbildungsstätten

des MSVÖ

sowie des österreichischen

Hochseeverbandes

und auch mit dem

Gütesiegel der österreichischen

Prüfungsordnung

ausgezeichnet.

Informationsabende für

die Skipperausbildung

Einsteigen in die Skipper-Ausbildung?

Sie wollen uns persönlich kennenlernen?

Wir laden Sie herzlich ein, sich unverbindlich über

die Ausbildung zu informieren. Klären Sie Ihre

Fragen im direkten Gespräch mit unseren Trainern

und verschaffen Sie sich einen ersten persönlichen

Eindruck vom Yacht Club Austria.

70 OCEAN7 05/2016 | September/Oktober 2016

30.Sept. 2016

Datum Ort Veranstaltungsort Uhrzeit

01. Sept. 2016 Wien Humboldt Maturaschule

19.00 Uhr

Lothringerstraße 4, 1040 Wien

09. Sept. 2016 Linz Hotel Steigenberger

19.00 Uhr

Am Winterhafen 13, 4020 Linz

13. Sept. 2016 Klagenfurt

Schlosswirt Ebenthal

19.00 Uhr

Schlossstraße 26, 9065 Ebenthal

19. Sept. 2016 Leoben Gösserbräu

18.00 Uhr

Turmgasse 3, 8700 Leoben

21. Sept. 2016 Salzburg Jägerwirt

Kasern 4, 5101 Salzburg

19.00 Uhr

Innsbruck

Pirminstube

Radetzkystraße 47, 6020 Innsbruck

19.00 Uhr


News September/Oktober 2016

Gebirgssegler

Cup

Text: Kathrin Reitz

Fotos: Günter Pachschwöll

2016

Crew Wien,

Nö, Burgenland

Crew-Commander

Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Salzburg

Crew-Commander

Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander

Thomas Hickersberger

Haiderstraße 14 · 4030 Linz

+43/(0)676/3067224

thomas.hickersberger@yca.at

Zum 9. Mal wurde heuer vom 5. bis 8. Juni der Gebirgssegler Cup

2016 bei traumhaftem Wetter erfolgreich veranstaltet. Wie immer

organisiert vom steirischen Crew-Commander Mike Hecker mit

seinem Team, dem es besonders am Herzen liegt, die Wettkämpfe

in ein geselliges Miteinander zu packen und den Spaß vor und

nach den Wettfahrten sowie gutes gemeinsames Essen und Trinken

nicht zu kurz kommen zu lassen.

Durchgeführt wurde der Gebirgssegler Cup heuer in Kooperation

mit den Aichfeld Yachting Race Days. Die Einheitsklasse First 35

umfasste neun Boote mit Spi, sowie die offene Klasse mit zwei

Eignerschiffen ohne Spi. Durch die AYRD war noch eine Einheitsklasse

mit vier Salona 38 und vier Boote in der offenen Klasse,

alle mit Spi. Gesamt 19 Teams beschlossen, sich der Herausforderung

zu stellen und so schnell es in ihren Mächten und Können

lag zu segeln, um gute Platzierungen für sich heimzuholen. Die

Teams waren so durchgemischt wie die Wettfahrten selbst. Vom

totalen Segelanfänger bis hin zum mehrfachen Staats- und Europameister

Peter Steinkogler war unter den einzelnen Crewmitgliedern

alles zu finden. Durch die ausgezeichnete Wettfahrtleitung

von „Blondl“ Gert Schmidleitner, konnten fünf von geplanten

sechs Wettfahrten durchgeführt werden. Gestartet wurde in

der Marina Kremik mit erstem Ziel Trogir. Weiter gesegelt wurde

nach Palmizana und in Folge nach Maslinica, jeweils mit zwei

Wettfahrten pro Tag (eine Navigationswettfahrt und ein Up-and-

Down). Einzig am letzten Tag musste die geplante Wettfahrt von

Palmizana nach Maslinica aufgrund von nicht vorhandenen Wind

gestrichen werden. Somit blieb für diesen Tag nur noch ein Upand-Down-Kurs,

um das seglerische Können bei Leichtwind

unter Beweis zu stellen. Dafür aber strahlten am Vortag alle

Teilnehmer nach einem sagenhaft schönen langen Vorwindkurs

mit Spi von Trogir nach Palmizana bei durchschnittlich 10–15 kn

Wind. Anstrengend und faszinierend zugleich, immer am selben

Bug stundenlang über die sanften Wellen zu gleiten. Im Hinterkopf

die gesellschaftliche Erwartung im Hafen – wer von den

Gebirgssegler Cup-Teilnehmern hat sich wieder etwas Witziges,

Spaßiges einfallen lassen, um die anderen Teams zu überraschen.

Auch hier war Vielfalt geboten, der Weltmeisterspeck mit Gin,

vom Team um Markus Grentner serviert, über die gute Tiroler

Speckjause vom Siegerteam Aquarius bis hin zum schottischen

Stiefelweitwurf oder der feindlichen Übernahme mit Rum und

Rumkugeln vom Team um Charly Schlapschy haben sich die

Crews allerhand einfallen lassen. Den diesjährigen „Sailing Star“

gewann das Doppelteam aus den Crews der Capricorn und der

Virgo mit den Skippern Günter Pachschwöll und Albrecht Frank.

Den Gebirgssegler Cup 2016 gewann die Tiroler Crew Aquarius

mit Skipper Georg Parz. Herzliche Gratulation an die Sieger von

unserem Team Leo mit Skipper Hubert Kraft. Geblieben sind uns

vom Gebirgssegler Cup 2016 – vier superschöne Regattatage,

fünf Wettfahrten in denen wir gefightet haben, gesellige, lustige

und spaßige Abende mit köstlicher Verpflegung und viele neue

Kontakte mit sympathischen, fairen Mitseglern.

Herzlichen Dank für dieses Erlebnis an Mike und alle, die daran

beteiligt waren, dass der Gebirgssegler Cup wieder eine gelungene

Veranstaltung geworden ist.

Generalsekretariat · Lederergasse 88

YACHT CLUB AUSTRIA CLUB AUSTRIA

A-4020 Linz · +43(0)732/781086

Crew Tirol und

Vorarlberg

Crew-Commander

Johannes Lindig

Andechsstraße 17

6020 Innsbruck

+43/(0)660/5208136

j.lindig@tsn.at

Crew Kärnten

Crew-Commander Fritz Abl

Waidmannsdorfer Straße 64

9020 Klagenfurt

+43/(0)664/2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

Crew Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Raiffeisenstraße 9/3/16

8600 Bruck a. d. Mur

+43/(0)676/86643046

mike.hecker@yca.at

office@yca.at

www.yca.at

Crew Jugend

Jugendbeauftragter

Matthias Eckerstorfer

Neufahrergasse 30

4040 Linz

+43/(0)650/5583470

matthias.eckerstorfer@

gmail.com

Ausbildung

YCA Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

Fischillstraße 1

4063 Hörsching

Mobil: +43(0)664/37 060 27

gottfried.rieser@yca.at

September/Oktober 2016 | OCEAN7 01/2016 71


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

Katharina Haselsteiner

Das

Comeback

Es geschah bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr

in Neuseeland. Ein schwerer Sturz unterbrach die hoffnungsvolle

Kariere der erfolgreichen Wasserskiläuferin Kathi Haselsteiner.

Mehrere Sehnenrisse in der linken Hand beendeten

die WM vorzeitig, nach einer Operation vor Ort und Aufbautraining

wieder zu Hause war über vier Monate eine Wasserski-

Pause angesagt. An ein Racing-Training war vergangenes Jahr

nicht mehr zu denken.

Heuer ist Kathi wieder voll da! Ihr erstes Auslandstraining in

Izola (SLO) an der Adria hat sie inzwischen erfolgreich absolviert.

Das Pfingstwochenende stand für ihr Wasserski-Racingteam

„Untouchable“ ganz im Zeichen des Weges zurück an

Europas Wasserski-Spitze. Das erste Auslandstraining für Läuferin

Katharina Haselsteiner, Bootsfahrer Günter Schmutz und

Beifahrer Tim Lewalter verlief ganz nach Plan: Das Team

drehte die ersten schnellen Runden in der nördlichen Adria

zwischen Izola und Triest. „Das Konditionstraining über den

Winter hat sich gelohnt, ich habe eine große

Freude, wieder rennmäßig auf dem Ski zu stehen“,

freut sich die Läuferin Katharina Haselsteiner.

„Kathi ist jetzt voller Energie, man merkt,

welchen Spaß sie hinter dem Boot hat“,

attestiert Beifahrer Tim Lewalter, der während

des Trainings die Läuferin genau beobachtet,

„es wird zwar noch etwas dauern,

bis sie wieder in Topform ist, jedoch

ist der erste Schritt bekanntlich der

Schwierigste“. Das Wochenende

war ein bedeutender zusätzli-

cher Schritt zum Training

auf der Donau, da

Kraft, Ausdauer und

Geschicklichkeit auf

dem Meer wesentlich

stärker gefordert sind.

Ein besonderer Moment

war Kathis Besuch auf der Yacht des Präsidenten des

MSVÖ, Herbert Rapp. Er überzeugte sich persönlich mit Gattin

vom Trainingsfortschritt der Athletin und wünschte ihr alles

Gute für die kommende Wasserski-Saison.

Während des gesamten Trainingsaufenthalts beobachtete der

Verbandsarzt des Österreichischen Wasserskiverbandes, Dr.

Alexander Kolonja, die Läuferin. „Nach so einem schweren Sturz

bin ich Kathis Bitte sehr gerne nachgekommen, sie zu begleiten.

Es ist schön zu sehen, dass der Weg zurück so erfolgreich fortgeschritten

ist“, analysierte Dr. Kolonja abschließend.

Der Erfolg des harten Trainings stellte sich auch bald ein, das

erste Rennen in Ybbs stand für das Wasserski-Racingteam

„Untouchable“ ganz im Zeichen des Comebacks an Österreichs

Wasserski-Spitze, da das Wochenende außerordentlich erfolgreich

verlief. Das Team holte den Sieg in der Allgemeinen

Damen-Klasse. Auf Platz 2 und 3 in der Damen-Klasse landeten

die Tullnerinnen Sabine und Kathrin Ortlieb, Bianca Bastin

aus Ybbs beendete das Rennen nicht.

Weitere Ergebnisse: Bei den Herren belegte Christian Ortlieb

Rang 2, Michael Förstl Rang 4 und Vater Ernst Ortlieb Rang 5.

In der Kinder-Klasse waren 3 Tullner erfolgreich: Hubertus

Mayerhofer, Moritz Rieschanek und Natascha Storf belegten

die Plätze 1 bis 3.

72 OCEAN7 01/2016 | September/Oktober 2016


Nachrichten für

die Schifffahrt

der OSB

Seebeben

in Wörth

Ende Juli verwandelten 50 internationale Jetskifahrer den Baggersee

in Wörth bei Pöchlarn in eine Motorsportarena. Bereits zum zweiten

Mal veranstaltete der Jetskiclub „Rennsprit“ sein „Seebeben“. Insgesamt

21 Rennsprit-Mitglieder gingen in elf Klassen an den Start.

Dabei standen vier „Rennspritler“ ganz oben auf dem Stockerl: Nils

Heitzinger aus Burgkirchen in OÖ setzte sich bei den „Ski Novice

Stock“ durch. Der Welser Robin Ortner fuhr bei den „Ski Stock“

seinen Konkurrenten auf und davon. In der Sitzerklasse „Run GP4“

stand ebenfalls ein Oberösterreicher ganz oben: Michael Fritz fuhr

mit seinem Seadoo Spark auf Platz eins. Last but not least fightete

Daniel Lasselsberger um den Sieg in den Klassen „Run GP1“ und

„Run GP2“. In beiden Rennklassen holte sich der Niederösterreicher

souverän den Sieg. Nicht nur die Rennen sorgten bei den Zuschauern

für Begeisterung. Auch die Freestyler griffen wieder tief in ihre

Trickkiste und versetzten die Zuschauer ins Staunen, was mit einem

Jetski alles möglich ist.

Abseits des Motorsports gab es auch einige Sideevents. Bei einem

Beachvolleyball-Turnier baggerten die Mannschaften um den Sieg.

Doch auch für tollkühne Slider gab es an diesem Wochenende eine

Besonderheit. Sie konnten bei einem „Slip’n’Slide-Contest“ in die

Fluten rutschen. Auch die Abende verliefen ausgelassen. Am Freitag

heizten Moderator „Luie“ Loidholt mit Rennsprit-Mitglied Alexander

Peemöller die Stimmung auf. Am Samstag folgte die Ibiza Night und

sorgte für Klänge, die zum Abtanzen anregten. „Wir sind froh, dass

alles reibungslos über die Bühne gegangen ist“, freut sich Rennsprit-

Obmann Stefan Wagner.

Baggerungen

Freudenau: Donau, Strom-km 1920.4 bis 1920.1 bis 22.

Dezember 2016, Montag, Dienstag, Mittwoch von 7:00 Uhr

bis 17:30 Uhr, Donnerstag von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr: Sog

und Wellenschlag vermeiden im ganzen Bereich, besondere

Vorsicht im Bereich des linken Ufers. Verklappt wird bei

Strom-km 1920,0 bis Strom-km 1914,0, innerhalb und

außerhalb der Fahrrinne. Zusätzliche Meldepflicht über UKW

Kanal 10, MS Krems, schwimmendes Gerät F601.

Altenwörth: Donau, Strom-km 1982.8 bis 1982.8 bis 22.

Dezember 2016, Montag bis Freitag von 6:00 Uhr bis 20:00

Uhr: Sog und Wellenschlag vermeiden, besondere Vorsicht

im rechten Bereich.

Furt Bad Deutsch-Altenburg: Zusätzliche Meldepflicht über

UKW Kanal 10, Baggergerät „F Wels“, Baggergerät

Umladung: „F 601“. Donau, Strom-km 1886.1 bis 1904.9 bis

30. September 2016, täglich von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr: Sog

und Wellenschlag vermeiden, besondere Vorsicht, Begegnungsverbot

und Überholverbot im ganzen Bereich.

Furt Rote Werd: Zusätzliche Meldepflicht über UKW Kanal

10, Baggergerät „Johann“. Donau, Strom-km 1895.4 bis

1909.9 bis 30. September 2016, täglich von 6:00 Uhr bis

20:00 Uhr: Sog und Wellenschlag vermeiden, besondere

Vorsicht, Begegnungsverbot und Überholverbot im ganzen

Bereich.

Sonstiges

Erdberger Brücke: Wiener Donaukanal Strom-km 10.0 bis

10.8, bis 31. Dezember 2016 verfügbare Breite höchstens

28 m im ganzen Bereich wegen Bauarbeiten.

Erdberger Brücke: Erdberger Brücke, Wiener Donaukanal,

Strom-km 10.4 bis 18. September 2016: Sog und Wellenschlag

vermeiden, besondere Vorsich, Überholverbot im

ganzen Bereich wegen Rückbau der Spundwände und

Schüttungen bzw. Wiederherstellung der Ufersicherung.

Durchfahrtshöhe Strassenbrücke Steyregg Linz: Straßenbrücke

Steyregg, Strom-km 2127.7 bis 30. September 2016

Montags bis Freitags von 07:00 Uhr bis 16:00 Uhr: Durchfahrtshöhe

verringert um 2 m im ganzen Bereich, verfügbare

Breite verringert um 4 m im ganzen Bereich, besondere

Vorsicht wegen Generalsanierungsarbeiten an der Straßenbrücke

Steyregg.

Nordbahnbrücke – Durchfahrtsjoch Bergfahrt: Zusätzliche

Meldepflicht über UKW Kanal 10, Schifffahrtsaufsicht Wien.

Für die Brücke Nordbahnbrücke (Wien), Strom-km 1931.2

vom 27. August 2016 bis 9. September 2016, Montag bis

Freitag von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr: Durchfahrtshöhe

verringert um 2 m in veränderlicher Position. Fluss Donau,

Strom-km 1931.0 bis 1931.4: besondere Vorsicht im ganzen

Bereich. September/Oktober 2016 | OCEAN7 01/2016 73


OCEAN7 Bücherschapp

Viel zu lange war

Alexandra Schölers

Bestseller „Wellenzeit“

vergriffen. Jetzt gibt

es das wundervolle

Buch endlich wieder –

im Aequator Verlag,

in einer sorgfältig

lektorierten,

bebilderten Ausgabe

als E-Book!

Vom Glück,

Segler

zu sein

Text: Thomas D. Dobernigg

Alexandra Schöler-Haring/Peter Schöler

Wellenzeit –

Drei segeln um die Welt

Aequator Verlag, E-Book, ISBN 978-3-95737-015-0, 9,99 Euro

Ich möchte vorausschicken, dass ich leicht geschädigt bin, was

die sogenannte erzählende Segler-Literatur betrifft. Ich kann

diese meist machohaft verfassten Heldenepen selbsternannter

Wunderskipper nicht mehr ausstehen, wenn sie von ihren heroischen

Kämpfen gegen Killerstürme und Monsterwellen berichten.

Ich habe sie alle gelesen und mir graust vor ihnen.

Aber es gibt auch einige wenige Segelbücher, die ich immer

wieder gerne zur Hand nehme: Die fabelhaft geschriebenen

Romane von dem großen Seemann und Dichter Bernard Moitessier

zum Beispiel. Joseph Conrad. Oder Bobby Schenk – darunter

sein „Achtzigtausend Meilen und Kap Hoorn. Ein Seglerleben“

und „Segeln lebenslänglich“.

Ein Segelbuch, das ich ganz besonders gerne und immer wieder

lese, ist die „Wellenzeit“. Ich liebe dieses Buch, weil es so ganz

anders ist. Ich liebe die Art, wie Alexandra, die ja auch die regelmäßige

Kolumne „OCEAN Woman“ für OCEAN7 schreibt,

Menschen, Situationen und Dinge sieht und schildert. Wie sie

den Leser an ihre Seite holt und ihn nicht mit-erleben, sondern

erleben lässt. Bei ihrer Weltumsegelung mit dem Wharram-Katamaran

Risho Maru war nicht der Weg das Ziel, sondern die

Begegnung mit den Menschen, die Alexandra, ihr Mann Peter,

von dem die stimmungsvollen Fotos stammen, und ihr damals

kleiner Sohn Finn auf der Reise um die Welt kennenlernten, ins

Herz schlossen und immer wieder Abschied nehmen mussten.

In viereinhalb Jahren umsegelten Peter, Alexandra und Sohn

Finn (heute 16 Jahre alt) – kurz PAF genannt – auf ihrem Katamaran

Risho Maru die Welt! Sie trafen „Jungle Man“ in der Kari-

bik, entdeckten

die glücklichen

Inseln der Südsee,

auf denen auch

Polizisten Blüten

hinterm Ohr tragen,

und verliebten

sich in die

süßen, aber furchtbar stinkenden

Seehunde auf den Galapagos-Inseln. Und sie stellten

fest, dass der Erzherzog-Johann-Jodler auch den Leuten im Inselarchipel

Vanuatu im Pazifik gefällt! Und Sohn Finn? Möchte

nach der Matura mit seiner Risho Maru um Kap Hoorn segeln

und wird dabei seine E-Gitarren nicht zu Hause lassen.

„Wellenzeit“ gibt es als E-Book zum Beispiel hier: www.aequator.

com. Und dann habe ich noch einen ganz speziellen Tipp. So

mache ich das nämlich immer, wenn ich „Wellenzeit“ zur Hand

nehme – sorry, als E-Book auf den Bildschirm hole: Ich lege

dann die großartige CD „Wellenzeit“ von PAF auf, mit der Musik

ihrer Weltumsegelung.13 Songs erzählen die Geschichte der

Reise mit der Risho Maru auf einer anderen, sehr emotionalen

Ebene. Die Musik von Peter Schöler entstand an den diversen

Orten, an denen Risho Maru ankerte, aufgenommen wurde

anschließend im Studio in Wien mit den Texten und der Stimme

von Alexandra Schöler-Haring. Die CD gibt es für 12 Euro unter

anderem bei itunes, Amazon oder unter www.rishomaru.com

74 OCEAN7 01/2016 | September/Oktober 2016


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