Allgemeine Bauernzeitung - Ausgabe 02 - 2016 (Kärntner Bauernbund)

KaerntnerBauern

Landesobmann Mößler
Bauernbund – Schutzbund für das Eigentum! Seite 2 und 3

Forstwege Spannungsfeld von „Mein“ und „Dein“ Seite 2 und 3

Natura2000 Nicht auf dem Rücken der Bauern! Seite 4-5

Daseinsversorgung am Land sicherstellen Seite 6

LK-Wahlrecht Seite 8 - 9

Auer "SVB-Rabatt ist notwendig" Seite 9

Die Alm: wolfsfreie Zone! Jüngste Wolfattacken sorgen für
Unsicherheiten Seite 10

Mößler fordert: Konjunkturpaket für bäuerliche Landwirtschaft Seite 11

Allgemeine Bauernzeitung

Sommer 2016

132. Jahrgang / Ausgabe 2

Organ des Kärntner Bauernbundes

für den ländlichen Raum

Forstwege im Spannungsfeld von „Mein“ und „Dein“ Mehr dazu auf S. 3

Bauernbund – Schutzbund

für das Eigentum!

Landesobmann Mößler

Bauernbund – Schutzbund für das

Eigentum! Seite 2 und 3

Forstwege

Spannungsfeld von „Mein“ und „Dein“

Seite 2 und 3

Natura2000

Nicht auf dem Rücken der Bauern!

Seite 4-5

Die Alm: wolfsfreie Zone!

Jüngste Wolfattacken sorgen für

Unsicherheiten Seite 10

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VORWORT

Bauernbund – Schutzbund

für das Eigentum!

Eigentum an Grund und

Boden ist die Grundlage

für unser bäuerliches

Wirtschaften.

Nur Eigentum gewährleistet

eine nachhaltige Bewirtschaftung,

weil mit dem Eigentum die

Verantwortung für den Erhalt und

den Schutz von Grund und Boden

für die kommenden Generationen

verbunden ist.

Das bäuerliche Eigentum kommt

aber zunehmend unter Druck:

einerseits von der Freizeitgesellschaft,

andererseits aus der

Ecke eines falsch verstandenen

Umweltschutzes. Die einen wollen

unser Eigentum für ihre Zwecke

nutzen, die anderen wollen

bestimmen, ob und wie wir

unser Eigentum überhaupt noch

bewirtschaften dürfen.

Diese Einschränkungen können

wir nicht widerspruchslos hinnehmen.

Eine Einschränkung der

Eigentumsrechte über unsere

Köpfe hinweg werden wir nicht

Forstwege im Spannungsfeld

von „Mein“ und „Dein“

Rechtliche Zuordnung von materiellen Gütern

Der klare Standpunkt

des Geschäftsführers

der Kärnten-Werbung,

Christian Kresse, bei der österreichweiten

Veranstaltung „Wem

gehört der Wald“ in Krastowitz

betreffend Mountainbikewege

zeigt Verantwortungsbewusstsein

der Kärntner Touristiker.

Kresse setzt bei der Nutzung

von Forststraßen und

Forstwegen auf Verträge mit

den Grundeigentümern und

damit einhergehende Lenkung

der Mountainbiker zum Schutz

von Wanderern und Waldbewirtschaftern.

Er unterscheidet sich

damit wohltuend von einigen

Vereinen, die populistisch eine

allgemeine gesetzlich angeordnete

Freigabe der Forstwege für

Mountainbiker im Forstgesetz fordern,

wie z. B. der Österreichische

Alpenverein, der Autofahrerclub

ARBÖ oder die Naturfreunde.

Satzungsgemäß ist der Zweck des

Alpenvereines, das Bergsteigen,

alpine Sportarten und das Wandern

zu fördern und zu pflegen. Er

will auch dem alpinen Naturschutz

verpflichtet sein. Seine Forderung

nach Freigabe der Forststraßen ist

nahezu ein Konterkarieren dieser

Ziele. Mountainbiker auf Forst-

2


dulden. Weil es um unsere Entscheidungsfreiheit

geht! Weil es

um unsere Höfe geht! Weil es um

unsere Existenzen geht!

Der Bauernbund war immer und

wird immer ein Schutzbund für

das bäuerliche Eigentum sein. Das

ist unsere primäre Verantwortung

und unsere oberste Aufgabe. Das

ist auch unser Versprechen für die

bäuerlichen Betriebe in ohnehin

schwierigen Zeiten, weil: „Wenn´s

ums Eigentum geht, steht nur der

Bauernbund!“

Mit Bauernbund-Grüßen euer

Obmann, Johann Mößler

straßen gefährden zweifelsfrei

die Wanderer. An dieser Tatsache

ändert auch nichts, dass der Verein

bei seiner Forderung zwischen

einer Freigabe von Forststraßen

und einer Nichtfreigabe von

Forstwegen und Wanderwegen

unterscheidet. Funktionäre, die

glauben, dass alle Mountainbiker

dies tun würden, sind gelinde gesagt

auf dem Holzweg. Das zeigen

schon die alljährlichen Medienberichte,

nach denen Bergradler

immer wieder versuchen, die sich

durch sie auf Forstwegen, Wanderwegen

und Forststraßen gefährdet

fühlenden Wanderer mit „handfesten“

Argumenten von der Berechtigung

ihres gesetzwidrigen

Verhaltens zu überzeugen.

Weshalb sich ein Autofahrerclub

namens ARBÖ in diese Debatte

einmischt, ist überhaupt schleierhaft.

Da gibt es wohl sinnvollere

Radler-Themen, die sich mit der

Satzung dieses Clubs decken. So

zum Beispiel die Aufklärung der

Mitglieder darüber, dass Radwege

deshalb gebaut wurden, um

Radfahrer zur eigenen Sicherheit

von der durch Autos befahrenen

Straße wegzubringen.

Und zu den Naturfreunden fällt mir

nur ein, dass ihnen mit Andreas

Schieder jemand vorsteht, der

trotz jahrelanger Tätigkeit als

Finanzstaatssekretär einen ganz

sonderbaren Bezug zu „Dein“

und „Mein“ entwickelt hat. Er lebt

mit der Haltung, dass die Hauptfunktion

des Waldes jene der

Keinesfalls wurde dieses Angebot

geschaffen, damit Radfahrer

in einer unverständlichen „mir

san mir“-Manier, im Pulk radelnd,

die entlang von

Erholung sei, in der Einbildung,

dass „Mein“ alle Belastungen des

Waldes wie Steuern, Abgaben,

Wegerrichtungs-

Bundesstraßen DIE SPÖ FORDERT IM und Wegerhaltungskosten,

oder Landesstraßen

KÄRNTNER LANDTAG DIE

die

errich-

GENERELLE ÖFFNUNG Haftung für alles

ALLER FORSTSTRASSEN

teten Radwege

Mögliche oder

FÜR MOUNTAINBIKER

provokant meiden.

Mitzuhel-

Borkekäferbaum-

die Pflicht zur

......................

fen, dieses Verhalten zu ändern,

wäre zweifelsfrei eine lohnendere

Aufgabe eines sich auf eine Verbesserung

entfernung wären und „Sein“

alle Freuden des Waldes und

seiner Wege. (R.F.)

der Verkehrssicherheit

berufenden Autofahrerclubs, als

nach allgemeiner Freigabe von

Forstwegen zu rufen.

Allgemeine Bauernzeitung Kärnten

3


Nicht mit uns: Kein Natura2000

auf dem Rücken der Bauern!

Ohne Bauern und Grundeigentümer kein Naturschutz

Rechts: Ohne

Menschenhand

geht es nicht!

Links: wie z. B.:

Bäume vom

Hopfen befreien

Am 14. Juni lud der Kärntner Landtag

zu einer Enquete zum Thema Natura-

2000 in das Landesarchiv ein. Der

Bauernbund nahm dies zum Anlass, eine Demonstration

abzuhalten, weil seine Anliegen

seitens des Landesrates und Naturschutzreferenten

Rolf Holub nicht ernst genommen

werden.

Der Bauernbund als Vertreter der Interessen

der Kärntner Land- und Forstwirtschaft und

der Grundeigentümer hatte zu diesem Thema

schon einige Informationsveranstaltungen

abgehalten. Bei diesen Informationsveranstaltungen

sind wichtige Fragen offen geblieben,

die bis heute weder von den zuständigen

Behörden noch vom Landesrat beantwortet

wurden:

• Wo sind die Schutzgüter? (Wie werden

diese überhaupt gefunden?)

• Welche Schutzgüter betrifft es?

• Welche Einschränkungen ergeben sich

für die Bewirtschafter?

• Welche Einschränkungen könnten in

Zukunft dazukommen?

Der Bezirksobmann des Bauernbunds Klagenfurt

und Initiator der Demo, KR Josef

Fradler, kritisiert den Landesrat und auch

die Grünen scharf: „Die Grünen und Holub

fordern bei allem Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Die praktizierte Vorgehensweise

stellt genau das Gegenteil dar, weil Betroffene

kein Mitspracherecht bzw. keine Rechtsschutzmöglichkeiten

haben!“ Auf Grundlage

von Luftbildern und Literatur mit Bleistiften

Schutzgüter auszuweisen, sei eindeutig zu

wenig. Wer ständig nach Bürgerbeteiligung

ruft, müsse diese selbst leben, so Fradler.

Die Aktion des Bauernbundes hat mittlerweile

Wirkung gezeigt. Landesrat Holub hat

inzwischen einen Entwurf für einen Entschädigungsparagraphen

vorgelegt, der die

Forderungen des Bauernbundes erfüllt und

eine Entschädigung für Bewirtschaftungseinschränkungen

durch Natura2000 vorsieht.

4


LK-Präsident Mößler bezeichnet den Entwurf

als „brauchbares Ergebnis“ und sieht damit

eine grundlegende Voraussetzung zur Umsetzung

von Natura2000 in Kärnten gegeben.

„Es ist ein Sieg der Vernunft über einseitige

Naturschutzinteressen!“, so der Präsident, der

aber darauf hinweist, dass damit das Thema

Natura2000 noch nicht vom Tisch sei.

„Auch wenn die Frage der Entschädigungen

damit gelöst sein könnte, gilt es noch

Antworten zu finden bei der Abgrenzung

der Schutzgüter und bei der Einbindung

der Grundeigentümer. Wir können Natura-

2000-Gebietsausweisungen nur dann akzeptieren,

wenn die Abgrenzung der Schutzgüter

auf Basis gesicherter wissenschaftlicher

Erkenntnisse beruht. Auch müssen die Grundeigentümer

rechtzeitig vor der Ausweisung

über die vorgesehenen Auflagen und Bewirtschaftungserschwernisse

in Kenntnis gesetzt

und bei der Erstellung der Managementpläne

eingebunden werden. Die Bäuerinnen und

Bauern bewirtschaften die Flächen seit Jahrhunderten

und haben die wertvollen Flächen

erst geschaffen. Sie nicht in die Erstellung der

Managementpläne einzubeziehen wäre ein

Riesenfehler!“ so der LK Präsident.

Landesrat DI

Christian Benger

Oben: Bauernbund-Demo.

Wer ständig

nach Bürgerbeteiligung

ruft,

muss diese selbst

leben. Wir freuen

uns, wenn die

Bauernbund-

Demo Wirkung

gezeigt hat und

Gesprächsbereitschaft

endlich

gegeben ist!

Links:

BO Josef Fradler

im Gespräch mit

Grüne-LR Rolf

Holub

Unten: QR-

Code zum Facebook-Video

der

Demonstration

KOMMENTAR - LANDESRAT

DI CHRISTIAN BENGER:

„Als Landesrat für Landwirtschaft,

Tourismus, Wirtschaft und

Kultur ist mein Zugang zur Diskussion

rund um den Schutz der

Natur klar und eindeutig: Es gibt

nur einen ganzheitlichen Ansatz.

Es gibt nicht die Natur alleine, wir

alle leben vom Wirtschaften, es

gibt Siedlungs-, Erholungs- und Lebensräume.

Diese sind Grundlage unserer

Existenzen. Also muss Hausverstand

Einzug halten in die Diskussion rund um

Natura2000-Gebiete.

Wer das Land unter eine Käseglocke

verbannen will, der enteignet, ignoriert

Rechte, ruiniert die Wirtschaft, die

Arbeitsplätze und schließlich das Land.

Auf Grund der Umweltbelastungen

haben wir die Verpflichtung, auf unsere

Natur zu achten. Keine Frage. Aber

noch steht der Mensch im Vordergrund,

müssen Einkommen und Existenzen

gesichert werden, muss die Bewirtschaftung

sichergestellt werden. Denn diese

ist die Basis für unsere Kulturlandschaft,

wie sie von Erholungsuchenden und

Touristen täglich geschätzt wird, also

das Aushängeschild Kärntens.

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kaerntnerbauernbund

Und es gibt wohl kaum eine andere

Berufsgruppe als die Landwirte, die

bei jedem Schritt, bei jedem Handeln,

an morgen denken, an nächste Generationen

denken und allein schon aus

diesem Grund sorgsam mit Natur und

Umwelt umgehen, denn die gesamte

Produktion der Landwirtschaft findet

nur unter freiem Himmel statt.“

Allgemeine Bauernzeitung Kärnten

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MARTIN GRUBER:

BAUERNBUND KÄMPFT FÜR

DEN LÄNDLICHEN RAUM

„Der Bauernbund ist nicht nur ein

Vertreter der bäuerlichen Landwirtschaft,

sondern auch ein Vertreter

des ländlichen Raumes. Viele unserer

Funktionäre und Mitglieder

treten für eine lebenswerte Heimat

ein. Indem die Bauern die Landwirtschaft

als älteste Kulturtechnik

beständig verbesserten, schufen sie

eine vielgestaltige Landschaft.

Der bäuerlichen Landwirtschaft

kommt trotz der anhaltenden Verstädterung

weiterhin eine zentrale

Funktion zu. Selbst wenn die Landwirtschaft

nicht allein die Zukunft

der Dörfer sichern kann, bleibt sie

doch die zentrale Drehscheibe für

sämtliche Wirtschaftskreisläufe und

Wertschöpfungsketten. Die Landund

Forstwirtschaft sichert tausende

Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten

Bereich. Unsere flächendeckende

Land- und Forstwirtschaft

dient deshalb der Systemerhaltung.

Ohne die Leistungen der Bauern gibt

es keine vitalen ländlichen Räume.

Ohne unsere Bauern hätte der

ländliche Raum ein völlig anderes

Gesicht. Ohne Bauern verliert das

Land seine ‚Seele‘.

Deshalb können wir nur fordern, dass

jeder Bürger gleich viel Wert ist und

der abgestufte Bevölkerungsschlüssel

abgeschafft wird, dass die Infrastruktur

am Land gestärkt wird und

das Wegenetz saniert wird, dass es

nicht zu noch höheren Belastungen

der ländlichen Bevölkerung kommt

und dass unseren Bäuerinnen und

Bauern der Stellenwert zukommt,

den sie verdienen. Dafür tritt der

Bauernbund als einzige politische

Gruppierung auf. Die anderen Gruppierungen

setzen sich nur für noch

mehr Zentralisierung und Belastung

ein. Stirbt der Bauer, stirbt das Land.“

Steinbichl mit Blick in Richtung Zammelsberg, Bezirk St. Veit/Glan

Daseinsversorgung am

Land sicherstellen!

Der ländliche Raum ist Lebensraum für einen großen Teil der Bevölkerung

Kärntens. Die Herausforderungen für den ländlichen

Raum sind aber angesichts der demographischen Entwicklung

und der Abwanderungstendenzen enorm.

Der Bauernbund ist auch ein Bund

für den ländlichen Raum und die

Menschen, die am Land wohnen.

Der Bauernbund bekennt sich zur

Aufrechterhaltung einer flächendeckenden

Besiedelung und zur

Sicherstellung gleichwertiger Versorgung,

unabhängig vom Wohnort.

Deshalb fordert der Bauernbund

Offensivmaßnahmen für den ländlichen

Raum ein, um die Versorgung

am Land sicherzustellen:

• Die Sicherung der ärztlichen

Versorgung am Land (Stärkung

der Landärzte)

• Die Stärkung der Nahversorgung

(Ausbau der Nahversorgerförderung)

• Der Ausbau der Mobilität am

Land (z. B. Abholbusse)

• Die Förderung des ländlichen

Wegenetzes („Lebensadern“

am Land)

• Mehr Geld für die Landgemeinden

(Mehr Fairness im

Finanzausgleich)

Der Bauernbund spricht sich aber

auch vehement gegen alle Angriffe

auf den ländlichen Raum aus, wie

z. B. die Einführung einer Maut auf

Landes- und Gemeindestraßen für

Kfz über 3,5 to (LKW, Traktoren,

Busse, etc.). Die Einführung dieser

Maut würde die Wettbewerbsfähigkeit

des ländlichen Raums

schwächen und wird daher strikt

abgelehnt.

6


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7


LK-Wahlrecht

Stärkung der bäuerlichen Familie

Wer auf dem

familiären

Betrieb lebt

und arbeitet,

seinen Hauptberuf

jedoch

außerhalb

des Betriebes

ausübt, soll

trotzdem die

Möglichkeit

haben zu

wählen.

Der bäuerliche Familienbetrieb ist

das Leitmodell der Argrarpolitik des

Bauernbundes. Die Familie trägt

gemeinsam die Verantwortung und entscheidet

gemeinsam. Diese Tradition findet

auch im neuen Wahlrecht Berücksichtigung.

All jene, die am Hof arbeiten, können nun

auch über die Interessensvertretung mitentscheiden.

Jungbäuerinnen/Jungbauern:

Alle Wahlberechtigten, die am Wahltag das

16. Lebensjahr vollendet haben, sind mit dem

aktiven Wahlrecht ausgestattet. Dadurch sind

alle Jungbäuerinnen und Jungbauern stimmberechtigt,

sofern sie am Hof ihren Wohnsitz

haben und mitarbeiten.

Altbäuerinnen/Altbauern:

ÜbergeberInnen, die mit den Betriebsnachfolgern

in Hofgemeinschaft leben, dürfen

wieder wählen gehen. Damit wird in Kärnten

wieder eingeführt, was außer in Tirol in allen

anderen Bundesländern als normal gilt und

in Kärnten von SPÖ und FPÖ in den 1970er

Jahren abgeschafft wurde.

Bäuerinnen:

Familienmitglieder, „die mit den kammerzugehörigen

Personen in Hofgemeinschaft

leben und ohne Rücksicht auf ein Entgelt

berufsmäßig in deren land- und forstwirtschaftlichen

Betrieben tätig sind“, sind wahlberechtigt.

Die „überwiegende Tätigkeit in

der Land- und Forstwirtschaft“ ist nicht mehr

notwendig. Damit können jetzt auch jene

Bäuerinnen und Jungbauern wählen, die

wegen Hauptberufstätigkeit außerhalb der

Landwirtschaft bisher nicht wählen konnten.

Dieses Prinzip der nicht zwingenden Haupt-

8


eschäftigung zur Wahlberechtigung gibt es

auch bei allen anderen Kammern, so dass

hiermit prinzipiell eine Gleichstellung zu anderen

Interessenvertretungen erfolgt ist.

Briefwahl:

Der Bauernbund hat sich mit seiner Forderung

nach einem Wahltag wie bisher durchgesetzt.

Die Freiheitliche und unabhängige

Bauernschaft (FUB) in Kärnten hat vehement

auf die Abschaffung des Wahltages und auf

die Einführung der generellen Briefwahl bei

der LK-Wahl gedrängt. Selbst FPÖ Bundesparteiobmann

Strache hat im Gegensatz zu

den FPÖ-Funktionären in Kärnten den Sinn

eines Wahltages begriffen und sogar die

Abschaffung der Briefwahl gefordert!

Vorwahltag:

Steigerung der Attraktivität der Wahl durch einen

Vorwahltag am neunten Tag vor der Wahl

zwischen 10 und 12 Uhr (heuer: 28. Oktober).

Wahltag: Sonntag, der 6. November 2016

Wer Teil eines

landwirtschaftlichen

Betriebes zu Hause

ist, beginnt sehr

früh damit seinen

Teil beizusteuern,

übernimmt Verantwortung

und Arbeit.

Daher ist es nur

richtig, dass jene

Menschen so früh

und so lange wie

möglich, das Recht

haben, ihre Stimme

abzugeben.

PRÄSIDENT AUER:

SVB-Rabatt

Das Aussetzen eines Quartalbeitrages

der Sozialversicherung (aus den

Rücklagen der SVB) wurde von der

Bundesregierung für alle Betriebe

beschlossen, um unseren Bäuerinnen

und Bauern in äußerst schwierigen

Zeiten unter die Arme zu

greifen. Die Unterstützung ist unbürokratisch,

schnell abzuwickeln und

kommt direkt bei den bäuerlichen

Betrieben an.

Entgegen anders lautender Pressemeldungen

hat der Ministerrat einen

Rabatt beschlossen, d. h. es kommt

zu keiner Erhöhung der SV-Beiträge

und auch zu keiner Rückzahlung

dieses Rabattes in den darauffolgenden

Quartalen.

Die Vorfeldorganisationen der SPÖ,

die Arbeiterkammer und der ÖGB,

betreiben Klassenkampf der übelsten

Sorte und kritisieren die Entlastung,

ohne zu bedenken, dass sie

damit auch zahlreichen ihrer eigenen

Mitglieder schaden. Schließlich sind

Jakob Auer Präsident

Österreichischer Bauernbund

über zwei Drittel der Bäuerinnen und

Bauern in Kärnten im Nebenerwerb

tätig!

Allgemeine Bauernzeitung Kärnten

Allgemeine Bauernzeitung Kärnten

9


Die Almen zur wolfsfreien

Zone erklären!

Wir benötigen die Almwirtschaft und keinen Alptraum

Die jüngsten Wolfsattacken

in Salzburg sorgen

für große Verunsicherung

bei den Salzburger Almbauern.

Ein Wolf hat in einem Almgebiet

in Fusch mehrere Jungtiere gerissen.

Die betroffenen Almbauern

überlegen nun, künftig ihre Tiere

nicht mehr auf die Alm zu bringen.

Sollte es soweit kommen,

wäre das bereits die dritte Alm in

Salzburg, die nach Wolfsattacken

nicht mehr bewirtschaftet wird.

Kulturlandschaft. Darunter würde

auch der Tourismus leiden, der von

der Schönheit der Kärntner Almen

profitiert.

Der Kärntner Bauernbund fordert

in diesem Zusammenhang,

dass man die Almen zu wolfsfreien

Zonen erklärt. Dass das keine

Utopie ist, zeigt das Beispiel

Lappland, wo die Rentierzucht

auf Grund der Wiederkehr des

Wolfes nicht mehr möglich war.

Dort wurden mittlerweile wolfsfreie

Zonen eingerichtet. Auch

die Almwirtschaftsvereine des

Die derzeitigen Probleme in Salzburg

sind aber nur ein Vorgeschmack

auf das, was bereits in

der Schweiz, in

gesamten Alpenraums stoßen in

das gleiche Horn

Deutschland und

und fordern in

EINE WOLFANSIEDEauch

in Frankreich

geschieht.

einer gemeinsamen

Petition die

LUNG WÄRE FATAL

FÜR DIE KÄRNTNER

Dort haben sich ALMWIRTSCHAFT! Einrichtung einer

zahlreiche Wölfe

......................

großraubtierfreien

dauerhaft an-

gesiedelt. Das wäre fatal für die Zone in den

Alpen. Darüber hinaus wird in der

Kärntner Almwirtschaft.

gemeinsamen Resolution, die

von den Almvereinen der Länder

Wenn die Almen nicht mehr bestoßen

werden, droht der Verlust von

Schweiz, Bayern, Südtirol, Österreich

und Frankreich getragen

wird, gefordert, den Schutzstatus

von Großraumtieren in der Flora-

Fauna-Habitat-Richtlinie herabzusetzen

und eine Regulierung

der Populationen durch den Menschen

zu ermöglichen.

LK-Präsident Mößler hat in einer

Konferenz in Brüssel im Frühjahr

2016 die EU-Kommission aufgefordert,

eine wolfsfreie Zone im

Alpenraum einzurichten. Herdenschutzmaßnahmen

haben sich als

unpraktikabel und extrem kostenintensiv

erwiesen und sind keine

Alternative, so der Präsident in

seinen Ausführungen.

LK-Präsident Mößler fordert die EU-

Kommission auf, den Alpenraum zur

wolfsfreien Zone zu erklären!

10


Mößler fordert:

Konjunkturpaket für bäuerliche Landwirtschaft

Wie letzte Woche bekannt geworden

ist, zeigen Vorarbeiten zum Grünen

Bericht 2015 einen Einkommensrückgang

von 25 % für die Landund

Forstwirtschaft in Kärnten.

Damit ist das Einkommen der bäuerlichen

Betriebe im Vorjahr das

vierte Jahr in Folge gesunken. Auch

für das Jahr 2016 zeichnet sich

aufgrund der schlechten Marktlage

und der Frost- und Hagelschäden

keine Erholung der bäuerlichen

Einkommen ab.

Landwirtschaftskammerpräsident

ÖR Ing. Johann Mößler spricht angesichts

dieser Entwicklungen von

einer „sehr angespannten Situation

für die heimischen Bauern“ und

warnt vor einem „Strukturbruch“

in der bäuerlichen Landwirtschaft

mit negativen Folgen für das ganze

Land: „Jeder Bauernhof sichert 3 bis

4 Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten

Bereich. Zuerst stirbt der

Bauer, dann das Land!“

Die bisher von der öffentlichen Hand

getroffenen Maßnahmen beschreibt

der Präsident als „notwendig, aber

nicht ausreichend. Es werden zwar

immer hohe Millionenbeträge genannt,

heruntergebrochen auf die

einzelnen Betriebe relativiert sich

das aber. Alle Hilfsmaßnahmen von

EU, Bund und Land zusammen decken

pro Landwirt in Kärnten nur einen

geringen Teil des durchschnittlichen

Einkommensverlustes von 5.000

Euro pro Betrieb ab.“

Vor diesem Hintergrund fordert der

Kammerpräsident von der Kärntner

Landesregierung ein Konjunkturpaket

für die bäuerliche Landwirtschaft,

das auch der gesamten

Wirtschaft im ländlichen Raum

zugutekommen soll:

• Keine Kürzung der Landesmittel

für die bäuerlichen Betriebe

im Budget 2017

• Regionale & Bio-Lebensmittel

in allen öffentlichen Verpflegungseinrichtungen

• Stärkung von heimischem Holz

in der Wohnbauförderung,

der Kärntner Bauordnung und

der öffentlichen Beschaffung

(Bestbieterprinzip)

• Investitionsoffensive für das

ländliche Wegenetz

„Wir fordern nichts Unmögliches

– wir fordern Notwendiges!“, sagt

Mößler und verweist auf das Kärntner

Landwirtschaftsgesetz - K-LWG,

§ 2 Abs. 1:

„Das Land ist nach Maßgabe

dieses Gesetzes verpflichtet, durch

Förderungsmaßnahmen dazu

beizutragen, den Bestand und die

Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft

in Kärnten, insbesondere

in ihrer Form als Voll-, Zu- und

Nebenerwerbsbetriebe, zu sichern.“

LANDESBÄUERIN

KR SABINE STERNIG:

REGIONALE LEBENSMITTEL

„Die Kärntner Bäuerinnen und

Bauern erzeugen Lebensmittel

auf höchstem Niveau. Wir haben

die strengsten Auflagen im

Bereich des Tierschutzes und

unsere Landwirtschaft ist sehr

kleinstrukturiert. Außerdem verwenden

wir in vielen Bereichen

nur gentechnikfreies Futter –

das ist einzigartig in Europa.

Mit dem Einkauf von regionalen

Produkten stärkt man die heimische

Landwirtschaft, die für

die Pflege und die Offenhaltung

unserer Kulturlandschaft sorgt

und somit den Grundstein für die

Tourismuswirtschaft legt. Aber

auch viele Arbeitsplätze im Gewerbe

und der Industrie sichert

die Bewirtschaftung unserer

Höfe. Das geht vom Landmaschinenhandel

über die Molkerei

bis zur Holzindustrie.

Viele Kunden kaufen bewusst

unsere heimischen Produkte,

um für die eigene Gesundheit

etwas Gutes zu tun und unsere

Bäuerinnen und Bauern zu

stärken. Nun ist es an der Zeit,

dass auch die öffentlichen Einrichtungen

und die Großküchen

diesem Beispiel folgen. Denn es

werden immer mehr Mahlzeiten

außer Haus gegessen, und die

Produkte in diesen Küchen sind

meist nicht aus Kärnten oder

Österreich.

Die öffentliche Hand darf nicht

nur immer strengere Auflagen

für unsere Landwirtschaft fordern,

sondern soll durch ihren

Einkauf zeigen, wie wichtig ihr

die Landwirtschaft in Kärnten

und die heimischen Arbeitsplätze

sind.“

Allgemeine Bauernzeitung Kärnten

11


RÜCKBLICK:

Da tut sich was!

Ein großes Highlight war wie jedes Jahr der

einzigartige Nötscher Kindergartenkirchtag

mit Kufenstechen und Lindentanz.

Präsident Obmann Mößler mit Bgm.

Altersberger und Organisatoren.

„Hier beginnt

die Salatschüssel

meiner Kuh, nicht

das Klo Ihres Hundes“

Besuch beim Gasthof Wadl

in Pollenitz bei Feldkirchen.

Präsident Mößler mit dem Stierbauer

Wadl und Bezirksobmann

Vzbgm. Huber. Wunderbarer

Ausblick Richtung Ossiacher See

Beim Tag der Volkskultur

in Maria Saal, „da war was

los!“ Im Bild: Bauernbund-

Bezirksobmann Josef

Fradler mit Freunden.

70 Jahre und kein bisschen müde.

Altlandesrat Johann Ramsbacher

feierte Geburtstag im Kreis der

Familie und mit Freunden.

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Gut besuchte Bauernbund-Wallfahrt

2016.

Unsere Pilger am Weg

nach Maria Saal.

Zitat Mößler: „Kärnten darf seine Bauern

in dieser schwierigen Zeit nicht im Stich

lassen! Danke allen Almbäuerinnen und

Almbauern für ihre harte Arbeit bei der

Pflege unserer Kulturlandschaft!

Kärntner Almwandertag vom 23. Juli - Landesobmann

Johann Mößler mit Familie Messner-Schmutzer (KR),

Familie Schnabl (Bezirksobmann Villach), Familie

Huber (Direktor Litzlhof) und LAbg. KR Karin Schabus

IMPRESSUM:

Redaktion und Verwaltung: Kärntner Bauernbund, 8.-Mai-Straße 47, 9020 Klagenfurt

Für Redaktion und Inhalt verantwortlich: Peregrin J. Lackner MA, Kärntner Bauernbund

Email: office@kaerntner-bauernbund.at

Internet: www.kaerntner-bauernbund.at

Grundlegende Richtung: Politische Interessensvertretung der Bauernschaft

Kärntens im Sinne des Kärntner Bauernbundes

Grafik: MAJORTOM.at, Tom Ogris, Dunja-Maria Mauthner

Fotos: Eigenmaterial Bauernbund Kärnten, Archivaufnahmen,

www.shutterstock.com

Druck: Kreiner Druck Villach

Alle Rechte vorbehalten. Keine Haftung für Druck- oder Satzfehler. Copyright 2016

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Erscheinungsort: Klagenfurt | Verlagspostamt: 9020 Klagenfurt am Wörthersee

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