2015-03

greinerdesigner

Autorenzeitschrift

durch blick

Nr. 3/2015

Seit 1986

kostenlos

... nicht nur für Senioren

MEINUNGEN

INFORMATION

PERSPEKTIVEN

UNTERHALTUNG

KULTUR

Fremde, die bleiben wollen

Seite 54


Rechtsanwaltskanzlei

Dr. Buß & Coll.

Dr. jur. Annette Buß

Tätigkeitsschwerpunkt

- Erbrecht

- Familienrecht

- Erstellung von

Patientenverfügungen

Marienborner Str. 104 • 57074 Siegen • www.dr-buss.de

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Inhaltsübersicht

Aus der Redaktion

Viele von uns kennen noch die andere Seite, waren selbst Flüchtlinge. Kennen leben

im Bombenhagel, leben in zerstörten Städten, leben auf der Flucht. Kennen die

Schwierigkeiten, in neuen Umgebungen Fuß fassen zu müssen. Wie froh waren die

Betroffenen, überhaupt überlebt zu haben, davongekommen zu sein. Und, wieviel Hilfe,

manchmal auch erzwungene, haben sie erfahren können! 70 Jahre kein Krieg mehr. Wir

durften und dürfen es erleben! Nie wieder Krieg, nie wieder sinnloses Sterben. Das wünschen

sich auch die Flüchtlinge aus den vielen Kriegsgebieten, die jeden Tag zu uns kommen.

Erich Kerkhoff beleuchtet in seinem Beitrag „Fremde, die bleiben wollen“ die Flüchtlingsproblematik

und befragt Bürgermeister Steffen Mues nach Lösungen, speziell für Siegen.

Festzustellen ist, dass die Bereitschaft zur Hilfe bei uns erfreulich groß ist, vielleicht weil

die Erinnerung an die eigene schwere Zeit in unseren Köpfen eingebrannt scheint. Richtig ist

aber auch, dass erhebliche Ängste vor anderen Kulturen, vor anderen Sitten und Gebräuchen,

vor Verfremdung und vor sozialem Abstieg vorhanden sind. Trotzdem, unsere eigene Geschichte

und unsere christlichen Werte gebieten zu helfen! – Packen wir es mit Bedacht an!

Ihnen nun viel Freude beim Lesen des neuen durchblick.

Titelfoto: Rita Petri

Nachrichten aus der Region6

Die Haubergstour 16

Alle Kirchwege führten nach Netphen 20

Für Sie entdeckt 22

Unterwegs im Havelland 24

Besuch im „Wilden Osten“ 28

Klettern auch für Senioren 30

Vorgestellt: Helmut Vitt 32

Geteilte Freude 34

Nie zu alt für´s Internet 36

Der Maler Herbst 37

Tante Meta 38

Zettelwirtschaft 40

Der Gartenzwerg 42

Wie Raum wird 43

Dat frösche Broad 44

Enlarong 44

Märchenstunde 45

Impressionen 45

Gedächtnistraining 46

Spuren der Vergangenheit 48

Leben mit „Mammi“ 50

Besuch beim „Erbfeind“ 52

Fremde, die bleiben wollen 54

In Deutschland hilft man sich 55

Flüchtlinge in der Universitätsstadt 56

Flucht aus der Schule 57

Weinen-Lachen, trauern trösten 58

Geschichte hautnah erlebt 60

VWS Kooperativ 61

Heisser Herbst 62

Veranstaltungen im Haus Herbstzeitlos 63

Neulich im Bus 63

Veranstaltungshinweise 64

Es fiel uns auf / Lösungen 74

Zu guter Letzt / Impressum 74

Stark fürs Leben!

Unsere Wohn- und Pflegeeinrichtungen

möchten mit Ihnen in den

nächsten, aktiven Lebensabschnitt

starten.

Informieren Sie sich über unsere

Einrichtungen

Marienheim, Weidenau

Haus St. Elisabeth, Netphen

Haus St. Raphael, Burbach

Haus St. Klara, Friesenhagen

Haus Mutter Teresa, Niederfischbach

marienkrankenhaus.com

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Tel.: (0271) 231-2106

Ein Unternehmen der

St. Marien-Krankenhaus

Siegen gem. GmbH

3/2015 durchblick 3


Siegener Herz-Tag 2015

19. Arzt-Patienten-Seminar

Herz in Gefahr

Koronare Herzkrankheit

und Herzinfarkt

Leitung & Moderation:

Prof. Michael Buerke und Michaela Padberg

Samstag, 7. November 2015, 9.30 Uhr

Siegerlandhalle Siegen

in Zusammenarbeit mit

4 durchblick 3/2015


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im Kreisgebiet von August 2015

bis Januar 2016

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Vom Einsteigerkurs bis zu Fortgeschrittenen

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Unsere Volkshochschule

in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Burbach, Erndtebrück, Freudenberg,

Hilchenbach, Kreuztal, Netphen, Neunkirchen und Wilnsdorf

Tel. 02 71-3 33 15 19 | vhs@siegen-wittgenstein.de | www.siegen-wittgenstein.de/vhs

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Computerkurse für Ältere

Einsteigerkurse und Fortgeschrittenenkurse

210

Gesundheitskurse

Yoga, Meditation, Autogenes Training, Qigong,

Feldenkrais, Rückenschule

Kultur erleben und mit allen Sinnen genießen – Hilchenbach bietet dazu viele Gelegenheiten.

In einer Zeit, in der von den Menschen immer größere Flexibilität und Leistungsfähigkeit verlangt wird, bietet ein erstklassiges Kulturangebot

einen wertvollen Ausgleich für Geist und Seele. Theater, Konzerte und Kabarett vermitteln Kunst als ganz persönliches Erlebnis.

10. September

Komödie

Der faule Advokat

Pathelin führt seine

Angehörigen immer

wieder hinters Licht.

Doch diesmal hat er

sich verrechnet!

22. September

Kammermusik

Trommelnd von Italien

nach Hilchenbach, Simone

Rubino, Gewinner des

ARD-Musikwettbewerbs

und Preisträger des Brüder-Busch-Preises

2014.

1. Oktober

Rating akut

Bei Arnulf Rating kommt

man aus dem Staunen

nicht heraus, wenn er auf

seine Art beschreibt, was

die Journaille so nebenbei

alles verzapft.

20. November

Gitarren Total

Martin C. Herbergs Auftritte

sind ein Konzerterlebnis.

Die unkonventionelle

Melange aus virtuosen

Gitarrenstücken lässt keine

Langeweile aufkommen.

Gebrüder Busch-Theater, Bernhard-Weiss-Platz 6, Hilchenbach-Dahlbruch

Karten erhältlich im Bürgerbüro Hilchenbach, Tel. 02733/288-134, Gebrüder-Busch-Kreis, Tel. 02733/53350

Weitere Infos und Buchungsmöglichkeiten: www.gebrueder-busch-kreis.de und www.proticket.de


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Kulturgast werden

AWO Reise

Matthias Hess

Siegen-Wittgenstein.

Im April hat

der AWO-

Kreisverband

Siegen-Wittgenstein/Olpe

das Projekt

KULTUR: live

gestartet.

Ehrenamtliche

vermitteln dabei

Eintrittskarten

zu kulturellen Veranstaltungen

an Menschen, die nur über ein geringes

Einkommen verfügen.

Möglich wird das dank zahlreicher

Kulturpartner, die die Tickets kostenlos

zur Verfügung stellen. „Inzwischen haben

sich schon 80 Kulturgäste registrieren

lassen“, berichtet Mathias Hess, der das

Projekt betreut. Zahlreiche Gäste konnten

in den letzten Wochen die ersten gesponserten

Eintrittskarten in Empfang nehmen.

Und die Resonanz war auch für das

ehrenamtliche Helferteam im Projektbüro

von KULTUR: live überwältigend. Mails

und Anrufe bestätigten, dass das Projekt

„eine wunderbare Sache“ ist. Von einem

„unvergesslich schönen Abend“ war genauso

zu lesen wie vom „Sonnenstrahl

Eintrittskarte“.

Jeder, der staatliche Unterstützung erhält,

z.B. von Jobcenter oder Sozialamt,

Familien mit geringem Einkommen,

Senioren mit Grundsicherung sowie

Menschen, die von der Tafel unterstützt

werden, kann sich gegen Vorlage eines

entsprechenden Bescheides als Kulturgast

registrieren lassen. Immer dienstags

und donnerstags von 13.30 – 15.30

Uhr ist das AWO-Projektbüro in der

Koblenzer Straße 138 in Siegen geöffnet.

Während der genannten Zeiten ist

das Ehrenamtsteam auch telefonisch erreichbar

unter 0271/3386-142. •

Siegen-Wittgenstein. Den goldenen

Oktober können reisefreudige Senioren

vom 4. – 10. Oktober mit dem AWO-

Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe

in Bad Salzschlirf verbringen.

Bad Salzschlirf ist ruhig und idyllisch

zwischen Rhön und Vogelsberg gelegen.

Das traditionsreiche Hotel „Schober am

Kurpark“ – direkt gegenüber dem Kurpark

– bietet Erholung und Entspannung.

Die Kosten betragen im Doppelzimmer

525 € pro Person und im Einzelzimmer

560 € inkl. Vollpension.

Begleitet wird die Reisegruppe von

ehrenamtlichen Reiseleitern, die für einen

reibungslosen Ablauf des Urlaubs

sorgen, sich um die Belange der Reiseteilnehmer

kümmern und vor Ort ein

abwechslungsreiches Programm organisieren.

Den aktuellen Reisekatalog

und weitere Informationen gibt es unter

Tel.: 0271/3386–167 oder per Mail:

Reisen@awo-siegen.de. •

Fotoprojekt

Senioren sehen Siegen

Rock am Stock

Der Kreuztaler Seniorenbeirat ist sehr aktiv

Siegen. Die vielen eingegangenen Fotos

zu den verschiedenen Themenfeldern

sind inzwischen von einer fachkundigen

Jury begutachtet und bewertet worden.

Das zu jedem der sieben Themenfelder

erstplatzierte Motiv wird mit einem

Preis ausgezeichnet werden. In Kürze

wird die Jury etwa zwanzig Fotos für

eine Ausstellung auswählen, welche im

Rathaus Siegen-Weidenau stattfinden

wird. Diese Präsentation soll voraussichtlich

Anfang Oktober in feierlichem

Rahmen eröffnet werden. Später soll die

Austellung auch in anderen städtischen

Einrichtungen zu sehen sein. Sämtliche

am Projekt beteiligte Personen erhalten

hierzu eine Einladung. Dann erfolgt auch

die Preisvergabe für die jeweils erstplatzierten

Objekte. Darüber hinaus hält

der Siegener Seniorenbeirat ein kleines

Dankeschön für sämtliche Einsender als

Anerkennung bereit. Des Weiteren hat

Bürgermeister Steffen Mues eine Stadtführung

mit allen Beteiligten zugesagt.

Ein ausführlicher Bericht erfolgt im

nächsten durchblick.eg

Kreuztal. „Rock am Stock“, unter diesem

saloppen Titel findet am 19. September

ab 17 Uhr eine Tanzveranstaltung in der

Otto-Flick-Halle statt. Ausdrücklich eingeladen

sind Tänzerinnen

und Tänzer

aus allen

Altersschichten.

In der Tagespresse

wird noch

ausführ-

Fritz Großmann, Vorsitzender

des Kreuztaler Seniorenbeirats

lich darauf

hingewiesen.

Für den

Herbst ist auch Bildung ein Thema des

Seniorenbeirats, so sind Fahrten zu Museen

in verschiedene Städten geplant. Eine

Arbeitsgruppe wird Internet/PC-Kurse für

Senioren und von Senioren durchführen.

Die Lesepaten werden wieder in Schulen

aktiv und das bekannte Projekt „Zeitzeugen“,

welches in der Vergangenheit bei

Schülern sehr beliebt war, wird auch im

kommenden Schuljahr wieder stattfinden.

Für dieses Schulprojekt werden noch

„Zeitzeugen“ gesucht.

Eine Trommelgruppe, nicht nur für

Senioren trifft sich bereits seit August

regelmäßig in der Kreuzkirche.

Stärker in den Focus der Arbeit sollen

Infoveranstaltungen rücken, die über barrierefreies

Wohnnen und über generationübergreifende

Wohnformen aufklären.

Aktuell will sich der Kreuztaler Seniorenbeirat

um die Sorgen und Nöte von

Flüchtlingen und Migranten kümmern.

Last but not least, finden im Oktober

und November Erste-Hilfe Kurse für Senioren

statt.

Ungelöst ist das leidlich bekannte Problem

der Mobilität älterer Menschen in

Kreuztal und seinen Stadtteilen. Hier

wird weiterhin gemeinsam mit den Betreibern

des öffentlichen Nahverkehrs

nach Lösungen gesucht.

Informationen zu allen Aktivitäten des

Seniorenbeirat unter 02732/51-318 •

6 durchblick 3/2015


Ihre Fragen – Unsere Antworten!

In Siegen

Vielen Dank für die vielen

positiven Rückmeldungen auf

unsere Aktion. „Fragen Sie

einen Akustiker!“ Alle Fragen

haben wir per E-Mail oder Brief

gewissenhaft beantwortet.

Hier ein Beispiel:

„Ich sehe immer den Begriff

‚unsichtbar‘, wenn ich ins

Schaufenster eines Akustikers

blicke. Wie machen sie das?“

Marcus Brungs: Es gibt keine

unsichtbaren Hörsysteme. Auch

die „Im-Ohr-Hörlösungen“

müssen ja sichtbar sein,

damit man sie aus dem Ohr

nehmen und am anderen

Tag wieder einsetzen kann.

Manche wollen mit diesem

Begriff den Eindruck erzeugen,

dass Menschen keine

Angst vor heutigen, kleinen

Hörsystemen zu haben brauchen,

weil deren Mitmenschen

diese Winzlinge angeblich

nicht mehr sehen können.

Das gibt es so nicht! Was

es bei uns aber immer gibt

ist, eine Hörlösung absolut

unauffällig zu gestalten.

Hierbei sorgen wir dafür, dass

die Hörsysteme nicht nur ganz

genau auf Ihre Hörvorlieben,

sondern auch auf Ihren farblichen

Haar- oder Hauttyp

abgestimmt und so unauffällig

wie möglich angepasst werden.

Weitere Fragen können sie

gerne an uns richten.

Siegen-Weidenau im

Gesundheitszentrum

am Siegbogen

Weidenauer Str. 196

57076 Siegen

0271-7411705

In Kreuztal

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57223 Kreuztal

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Sparkassen-Finanzgruppe

Aktiv sein ist keine Frage des Alters,

sondern Ihres persönlichen Lebensgefühls.

Senioren von heute sind aktiver als je zuvor. Sie nutzen ihren individuellen Spielraum und gestalten ihr Leben so abwechslungsreich und unterhaltsam,

wie es ihnen in den Sinn kommt. Sie engagieren sich für die verschiedensten gesellschaftlichen Themen, sind aufgeschlossen für

Kultur und Kunst, aber auch offen für neue finanzielle Wege. Unsere maßgeschneiderten Angebote lassen sich auch Ihren Ansprüchen optimal

anpassen. Sprechen wir einfach mal darüber. Wenn’s um Geld geht – Sparkasse.

3/2015 durchblick 7


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

ALTERAktiv in Höhe der Zeit

Senec@fé unterrichtet in Windows 10

Siegen. Besucher des Senec@fés im

städtischen Begegnungszentrum Haus

Herbstzeitlos Siegen, können sich in

der Marienborner Straße 151 neuerdings

auch über das neue Betriebssystem

Windows 10 informieren. Derzeit

ist der Wechsel für Besitzer der Systeme

Windows 7 und 8.1 noch kostenlos.

Apps können bei Windows 10 direkt an

das neue Startmenü angeheftet werden.

Zuhause bei der WGh

Ganz neu ist,

dass die Bedienung

nun auch per

Spracheingabe erfolgen

kann. Das

wäre eine praktische

Alternative

für Nutzer, die

nicht so schnell

tippen können,

wenn es demnächst

wohl funktionieren

wird.

Das neue Betriebssystem

ist

identisch mit denen

auf Tablets

und Smartphones, was die Bedienung

all dieser Geräte sehr erleichtert. Schattenseite

ist, dass Nutzer noch gläserner

werden, dass Hersteller noch mehr Daten

sammeln können.

Computer mit dem neuen Betriebssystem

sind bereits im Verkauf. „ALTERAktiv

ist mit seinem Angebot im Senecafé

damit auf der Höhe der Zeit“ meint Friedhelm

Limburger, Dozent im Senecafé. •

db Foto

WGh - Wohnungsgenossenschaft hüttental eG

Jahnstraße 45 · 57076 Siegen

Telefon 0271 48951-0 · Fax 0271 48951-51

info@wgh-siegen.de · www.wgh-siegen.de

MS-Gruppe

besteht seit 10 Jahren

Siegen. Wegen der großen Resonanz

soll die Arbeitsreihe „Zeitzeugen“ des

Seniorenbeirats der Universitätsstadt

Siegen erweitert werden.

Die vielfältigen Fragen und positiven

Rückmeldungen durch Schüler und

Lehrerschaft ermutigen zu Fortsetzung,

Erweiterung und Vertiefung

dieses Schüler/Senioren-Projekts. „In

derartigen Veranstaltungen konkretisiert

sich ein zentrales Anliegen des

Siegener Seniorenbeirates, nämlich

Alt und Jung in einem förderlichen

Sinne zusammenzubringen“, sagt

Ernst Göckus dazu, Pressesprecher der

Siegener Seniorenvertretung.

Weitere Themenbereiche wie Flüchtlingselend,

Wirtschaftswunder und

Studentenbewegungen sollen als

nächstes angegangen werden. Potenzielle

Zeitzeugen und weiterführende

Schulen jeglicher Ausrichtung, werden

aufgefordert, bei diesem Projekt

mitzumachen.

Nähere Auskünfte erteilt die Regiestelle

Leben im Alter, Rathaus Siegen-

Siegen. Bürgermeister

Steffen

Mues (Bild) ließ es

sich nicht nehmen,

persönlich die Grüße

der Stadt zum

Jubiläum der sehr

Foto: Stadt Siegen

aktiven Selbsthilfegruppe

von an Multiple Sklerose

erkrankten Menschen zu überbringen.

Sein großer Dank galt den vielen Ehrenamtlichen

für ihr großes Engagement. Er

überraschte Birgit Rabanus, Vorsitzende

der Gruppe, mit einem vermutlich angemessenen

Geldgeschenk.

Auch „Ältere“ sind und waren schon

immer von der MS-Krankheit betroffen,

nur wurde das häufig nicht erkannt. Erst

moderne Untersuchungsmethoden lassen

heute eine zuverlässige Diagnose zu. •

Gesucht!

Zeitzeugen

Weidenau, Weidenauer Straße 215.

0271/404-2202.

eg

8 durchblick 3/2015


Nachrichten aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Sparkasse und Volksbank

bringen Bargeld ins Haus

Siegen-Wittgenstein. „Zum Pauschalpreis

von drei Euro monatlich bringt eine

unserer Mitarbeiterinnen den Wunschbetrag

immer mittwochs in die heimischen

vier Wände. Bestellt werden muss bis

dienstags 14 Uhr.“ So Stefanie Schierling,

Werbeleiterin der Sparkasse Siegen. Auf

diese Weise können Kunden, die in ihrer

Mobilität eingeschränkt sind, zwischen

100 und 2.000 Euro pro Woche zugreifen.

Die ausgebildeten Mitarbeiterinnen stehen

bei ihren Besuchen auch für weitere

Fragen zur Verfügung. Die Rufnummer

für den Bargeld-Bring-Service lautet bei

der Sparkasse Siegen: 0271 596-116. Das

Bargeld wird in einem versiegelten Umschlag

fest verpackt ausgeliefert. Damit

das Geld sicher und anonym beim Kunden

eintrifft, verzichtet die Sparkasse bei ihrem

Bargeld-Bring-Service auf jegliche Fahrzeugbeschriftung.

Lieferungen erfolgen

nur innerhalb des Geschäftsgebietes der

Sparkasse Siegen. Bargeldbestellungen

sind jederzeit auch im Internet, über

www.sparkasse-siegen.de/bargeld-bringservice,

dem Onlinezugang der Sparkasse

Siegen, möglich.

Einen ähnlichen Service bietet auch

die Volksbank Siegerland eG mit ihrem

gleichnamigen „Bargeld-Bring-

Service“. Sie liefert nach individueller

Terminvereinbarung ihren Mitgliedern

Geld in gewünschter Menge und Zusammenstellung

nach Hause. Ein kurzer

Anruf an die zentrale Rufnummer

0271 / 23 000 genügt und nach Aussage der

Volksbank wird die gewünschte Geldmenge

zwischen 200 und 2.000 Euro pünktlich

ins eigene Wohnzimmer geliefert. Norbert

Kaufmann, Vorstandssprecher der Bank,

sagt zur neuen Dienstleistung: „Wir reagieren

auf die Bedürfnisse und Anforderungen

unserer Kunden und Mitglieder.

Neben dem telefonischen Bestellvorgang

haben wir unsere Internetseite unter

www.voba-si.de/bringservice ebenfalls

mit einem Formular ausgestattet,

das die Bargeldversorgung auf elektronischem

Weg einleitet.“ Die einzige Voraussetzung

dafür ist, dass das sogenannte

exklusiVplus-Paket zu dem jeweiligen Girokonto

dazugebucht wird. Danach steht

der häuslichen Bargeldversorgung nichts

mehr im Wege.


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oder nach Vereinbarung

Veranstalterfoto

Siegen. 25-30 aktive Radler aus dem

ganzen Siegerland, durchweg über 60

Jahre alt, treffen sich regelmäßig zwei

mal monatlich – und das seit nunmehr

20 Jahren! Das Bild entstand anlässlich

ihrer 250. Radtour im Juni 2015. Gruppenleiter

ist seit Vereinsgründung Ernst

Dornseifer, der sich die Tourenleitungen

mit anderen Aktiven, insbesondere Horst

Lindenschmidt, teilt.


3/2015 durchblick 9


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Wechsel in SeniorenServiceStelle

Christiane Sahm in Burbach verabschiedet

Veranstalterfoto

Die neue und die scheidende Seniorenbeauftragte

der Gemeinde Burbach.

Birgit Meier-Braun (lks) u. Christiane Sahm

Alt und Jung

Burbach. Nach sieben Jahren Tätigkeit

in der Burbacher Senioren-Service-Stelle

beginnt Christiane Sahm eine neue

Tätigkeit „Mir hat die Arbeit in Burbach

sehr viel Freude gemacht, so dass mir

der Wechsel nicht leichtgefallen ist“,

gesteht Christine Sahm. „Viele tolle

Menschen habe ich getroffen und viele

Projekte und Initiativen sind entstanden,

die ich gerne weitergeführt hätte.

In der neuen Aufgabe beim Deutschen

Roten Kreuz liegen aber auch neue

Herausforderungen, die spannend sind.

Deshalb sehe ich den Wechsel mit einem

lachenden und einem weinenden Auge.“

Ein Gefühl davon, was in den letzten

Jahren alles gelaufen ist, konnte der

Jahresbericht 2014 vermitteln. Dieser

Bericht, der zugleich auch als Tätigkeitsnachweis

verstanden werden kann,

ist viel zu lang um hier aufgeführt zu

werden. Herausragend neben annähernd

300 Beratungsgesprächen waren sicherlich

die Projekte „Leben mit Demenz“,

„Einkaufslotsen“, „Damals – Geschichten

von Land und Leuten“, um nur die

wichtigsten zu nennen.

Bürgermeister Christoph Ewers bedankte

sich bei Christiane Sahm für ihr

unermüdliches Engagement in Sachen

Seniorenarbeit in Burbach. „Die Liste

ließe sich noch um viele Dinge erweitern,

wenn man auf Ihre Zeit in Burbach

zurückschaut. Fest etabliert sind die Burbacher

Thementage für Senioren, PC-

Kurse und Fahrsicherheitstrainings und

vieles mehr. Ihren Zugang zu den vielen

ehrenamtlichen Aktiven hat die Arbeit

sicherlich erleichtert und unkompliziert

möglich gemacht. Für Ihre Zukunft alles

Gute!“

Die Nachfolge von Christiane Sahm

tritt Birgit Meier-Braun an. Seit 1. Juli

steht sie als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Bürgermeister Ewers freut sich

auf die Zusammenarbeit: „Die Seniorenarbeit

ist ein breites Feld mit jeder

Menge Gestaltungsmöglichkeit. Ich bin

sicher, dass Frau Meier-Braun an die

erfolgreiche Arbeit anknüpft und mit

neuen Impulsen die Seniorenarbeit in

der Gemeinde bereichert.“ Birgit Meier-

Braun war bislang im „Haus Burgweg“

in Burbach tätig und hat sich nach ihrer

Ausbildung weitere Fachkenntnisse zum

Umgang mit Menschen mit Demenz und

in der Gerontopsychiatrie erworben. ●

Preisskat

Siegen. Die bewährten Computerkurse

für die dritte Generation in Zusammenarbeit

mit dem Siegener Seniorenbeirat

und dem Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium

Siegen-Weidenau gehen nunmehr in

eine weitere Runde. Jeweils Mittwochnachmittags

in den Computerräumen des

Gymnasiums. Schwerpunkte sind: Zurechtfinden

im Internet, Versenden von E-

Mails sowie Textverarbeitung. Besondere

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Auskünfte erteilt die Regiestelle Leben

im Alter, Rathaus Siegen-Weidenau,

Frau Hegewald Telefon 4042202 ●

Netphen. Attraktive Preise lobt der Verein

„VergissMeinNicht“ aus. Zum 2. Preisskat

werden Hobbyzocker in den Treffpunkt

Brauersdorfer Straße 60 eingeladen. Es

soll Angehörigen von an Demenz erkrankten

eine Atempause ermöglicht werden.

Näheres auf Seite 69 in diesem Heft. ●

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10 durchblick 3/2015


Nachrichten aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Zwei Vorträge in Netphen

Info- und Mutmachveranstaltungen der Stadt

Gesund und beweglich bleiben

Praxis für chinesische Medizin

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Makuladegeneration

• Erschöpfungs- und

Anspannungszuständen

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Bewegungsschmerz in

allen Gelenken

Foto: Günther Klempnauer

Günther Klempnauer mit Interviewpartner Neurologe Prof. Dr. Gerald Hüther re.

Netphen. „Elternunterhalt: Wenn erwachsene

Kinder zahlen müssen“, so

lautet ein Vortrag der Senioren-Servic-

Stelle am 8.9. um 19 Uhr im Ratssaal

Netphen. Die Juristin Ingeborg Heinze

zeigt auf, wie unter Berücksichtigung

von staatlichen Leistungen aus der Pflegeversicherung

Kinder zu Unterhaltskosten

herangezogen werden können,

wenn das eigene Einkommen und Vermögen

zur Deckung der Heimkosten

nicht ausreicht.

Auch wird dargestellt, welche Möglichkeiten

es durch eine rechtzeitige Vorsorge

gibt, die Kostenbelastung zu vermindern

bzw. zu vermeiden oder welche

Möglichkeiten es gibt, sich gegen eine

Heranziehung zur Zahlung zu wehren.

Ein weiterer Vortrag mit anschließender

Aussprache der Senioren-Service-Stelle

der Stadt Netphen findet am 19. November

statt. „Altwerden ist nichts für Feiglinge“.

So der Vortragstitel und Titel des

letzten Buches von Blacky Fuchsberger,

dem Günther Klempnauer noch kurz vor

seinem Tod begegnet ist. In seinem Vortrag

berichtet der Referent über seine außergewöhnlichen

Begegnungen mit bekannten

Persönlichkeiten, die hochbetagt als Altersexperten

aus wissenschaftlicher Sicht

und existentieller Betroffenheit über die

Probleme des Altwerdens freimütig Auskunft

geben und darüber auch Bücher geschrieben

haben.

Informationen unter: 02738 -603-145

oder www.netphen.de

Wir haben Zeit für unsere Gäste!

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

Tagespflege Villa Bohn möchten, dass ihre

Besucher freudig am Leben teilnehmen.

Jeder Gast bekommt die Hilfe, die er - unter

Einbeziehung der eigenen Fähigkeiten -

benötigt.

Dem Pflegepersonal ist wichtig, die ihnen

anvertrauten Menschen als Einheit von

Körper und Seele zu sehen.

Nicht nur die körperliche Pflege, auch

seelische und geistige Bedürfnisse werden

in der Villa Bohn berücksichtigt und individuell

gefördert.

VILLA BOHN

Tagespflege

Freudenberg. Der Rat der Stadt Freudenberg

hat die Satzung des Seniorenbeirates

geändert. Es wurde in die Präambel

der Satz aufgenommen:

Eine gleichzeitige Mitgliedschaft im

Rat der Stadt Freudenberg und im Seniorenbeirat

ist nicht möglich

Weiterhin wurde der § 9 wie folgt geändert:

Die Amtszeit beträgt 3 Jahre

Neuordnung

In den nächsten Wochen wird der Seniorenbeirat

Freudenberg mit Hilfe der

Ortsvorsteher auf Kandidatensuche für

die anstehende Seniorenbeiratswahl gehen.

Ein Info-Blatt gibt Informationen

und soll helfen, interessierte Senioren

zu finden, die sich für diese wichtige

ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung

s t e l l e n .


Tagespflege in freundlichem,

familärem Ambiente

tagsüber sinnvoll betreut

am Abend wieder im eigenen Haus

Tagespflege Villa Bohn

Marburger Str. 21

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3/2015 durchblick 11


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Veranstalterfoto

Burbacher

im Landtag

Burbach. Auf Einladung der heimischen

SPD-Landtagsabgeordneten Tanja Wagener

besuchten kürzlich 59 Mitglieder

und Freunde des Pensionärsvereins der

Dynamit Nobel den Landtag in Düsseldorf

(Bild lks.). Neben anderen Themen

stand auch eine Information über die notwendige

Unterbringung und Versorgung

von Flüchtlingen in Burbach an. Einige

der Besucherinnen und Besucher nutzten

die Gelegenheit, um der Abgeordneten –

auch kritische – Fragen zu stellen.

Die Kosten für die Busreise und das

anschließende Abendessen haben übrigens

die Nachfolgeunternehmen der

Dynamit Nobel übernommen. ●

Besser Wohnen

Jetzt und im Alter

Landrat Müller im Gespräch mit

MdB Willi Brase bei der Ausstellungseröffnung

Burbach. Informationen und Tipps für

barrierefreies Wohnen erhalten „nicht

Foto: Wohnberatung Siegen-Wittgenstein

nur“ Senioren in der Sparkasse

in Burbach, Nassauische

Straße 13. In dem

Institut ist die Ausstellung

„Besser Wohnen – jetzt

und im Alter“ bis zum 3.

September zu sehen. Veranstalter

sind die SeniorenServiceStelle

Burbach

gemeinsam mit der Wohnberatung

Siegen-Wittgenstein.

Im Anschluss wandert

die Ausstellung in die Geschäftsstelle

der Sparkasse

nach Niederdresselndorf. In der Westerwaldstraße

20 kann man dann vom 7. bis

19. September die Präsentation sehen.

In der Ausstellung werden zahlreiche

Informationen und Tipps zur barrierearmen

Gestaltung der eigenen vier Wände

gegeben. „Sie passt zu unserem Förderprogramm

‚Lebens-WERTE Dörfer‘

und natürlich auch zur gemeindlichen

Seniorenarbeit.“ sagte Burbachs Bürgermeister

zur Ausstellungseröffnung

am 24. Juli 2015.

Ergänzend zur Ausstellung können mit

den Veranstaltern kostenlose Beratungsgespräche

über Wohnungsanpassung,

Zuschüsse von Pflegekassen, Finanzierung

usw. vereinbart werden. Die Organisation

dafür übernimmt Birgit Meier-

Braun von der Senioren-Service-Stelle.

Zu erreichen ist Birgit Meier-Braun

unter 02736 45-56 oder per E-Mail.

b.meier-braun@burbach-siegerland.de

· Lieber daheim als im Heim

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12 durchblick 3/2015


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Die SenNova

vielfältige und informative Seniorenmesse

Siegen. 45 Senioren, darunter Vertreter

des Seniorenbeirates, der Heinzelwerker

und des durchblicks, waren der Einladung

der Seniorenservicestelle der Stadt

Siegen gefolgt und zum Seniorentag

und der Messe SenNova nach Frankfurt

gefahren. Zunächst stand die Eröffnung

mit einer Rede von Bundeskanzlerin

Angela Merkel auf dem Programm, die

diesen Termin trotz der Griechenlandprobleme

wahrnahm. Die SenNova ist

die Messe für die Generation 50+. Rund

260 Aussteller präsentierten für die

15 000 Besucherinnen und Besucher

dort ihre Produkte und Dienstleistungen

rund um die Themenwelten Gesundheit

und Sport, Mobilität und Aktivität, Finanzen

und Vorsorge, Wohnen und Leben,

Reisen und Tourismus, Internet

und Technik, freiwilliges Engagement

und vieles mehr.

Ein abwechslungsreiches Vortrags-,

Show- und Aktionsprogramm, sowie

kostenlose Gesundheitschecks rundeten

das Produkt- und Informationsangebot

der Seniorenmesse ab. In den

Bereichen altersgerechten Wohnens

gab es viele Angebote, einschließlich

guter Informationen über die Möglichkeit

von Zuschüssen.

Das Thema der Messe lautete: Gemeinsam

in die Zukunft. Die Kanzlerin

bemerkte dazu, dass das Motto es auf

den Punkt bringt. Sie (die Älteren oder

Alten) wollen weder rasten noch rosten,

sie wollen sich nicht abschotten. Sie

wollen mittendrin sein und mitmischen –

also auch gemeinsam mit den Jüngeren

Zukunft gestalten. Die Politik wolle dazu

die entsprechenden Weichen stellen.

Der Seniorentag und die Seniorenmesse

finden alle drei Jahre immer wieder in

einer anderen Stadt statt. homa

Ausflug mit Highlights

Neunkirchen. 17 Senioren und 13 interessierte

Helferinnen von „Hand in

Hand Neunkirchen e.V.“, besuchten die

Seniorenmesse in Frankfurt. Bei mehr

als 30 Grad Außentemperatur eine weise

Entscheidung, denn sowohl der Reisebus

als auch der komplette Komplex des Congress

Center Messe Frankfurt waren mit

„kühlen“ 23 Grad angenehm klimatisiert.

Zunächst lauschte die Gruppe der Eröffnungsrede

von Dr. Angela Merkel.

Humorvoll und bürgernah gab sich die

Bundeskanzlerin, die das Miteinander der

Generationen und die Vorbereitung auf das

Alter in den Fokus ihres Vortrags rückte.

Anschließend ging’s zur Fachmesse

SenNova. Mehr als 250 Aussteller und

über 100 verschiedene Veranstaltungen

Veranstalterfoto

lockten die Neunkirchener Senioren zu

Talkrunden und Vorträgen rund um das

Thema „Älter werden“. Viele Mitmachaktionen

boten den Besuchern Gelegenheit,

sich aktiv zu beteiligen. Besonders

beliebt waren die Angebote zum Mitmachen,

wie ein Parcours zum Gesundheitscheck,

Fitnesstraining fürs Gehirn

und das Tanzen in der Mittagspause.

Einige der Neunkirchener Teilnehmer

nahmen an der Knochendichte-Messung

teil, andere ließen sich von einem

Massagesessel durchkneten, ein Vitalmagnet

wurde getestet, und eine der

Besucherinnen aus der Hellergemeinde

gewann sogar einen Trolley beim

Fitness-Parcours. Der – das sollte sich

letztlich herausstellen – war natürlich

ausgesprochen praktisch, als es um das

Verstauen der zahlreichen Werbeartikel

ging. Ausgerüstet mit Nackenhörnchen,

Schrittzähler und jeder Menge Warenproben

machte sich die Gruppe am frühen

Abend auf den Weg nach Hause. ●



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3/2015 durchblick 13


SeniorenServiceStellen des Kreises Siegen-Wittgenstein

Bad Berleburg

Holger Homrighausen 02751/923-268

Poststr. 42 57319 Bad Berleburg

h.homrighausen@bad-berleburg.de

Mo-Mi. u. Fr. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Do. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-18.00 Uhr

Stadt Bad Laasphe

Maike Thielmann 02752/909-153

Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe

m.thielmann@bad-laasphe.de

Mo, Di, Mi, Fr. 8.30-12.00 Uhr

Do. 14.00-17.00 Uhr

Gemeinde Erndtebrück

Svenja Stracke 02753/605-124

Talstr. 27 57339 Erndtebrück

s.stracke@erndtebrueck.de

Mo-Do. 8.00-12.30 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Stadt Hilchenbach

Gudrun Roth 02733/288-229

Markt 13 57271 Hilchenbach

g.roth@hilchenbach.de

Mo-Do. 8.30-16.00 Uhr

Freitag 8.00-12.00 Uhr

Stadt Kreuztal

Bettina Eberbach 02732/51-219

Siegenerstr. 5 572223 Kreuztal

b.eberbach@kreuztal.de

Mo-Mi. 8.30-12.00 u. 13.30-15.45 Uhr

Donnerstag 8.30-12 u. 13.30-17 Uhr

Freitag 8.30-13.00 Uhr

Stadt Netphen

Eva Vitt 02738/603-145

Amtsstr. 6 57250 Netphen

e.vitt@netphen.de

Mo-Fr. 8.00-12.00 Uhr

Stadt Freudenberg

Heike Weigel 02734/43-174

Mórer Platz 1 57258 Freudenberg

h.weigel@freudenberg-stadt.de

Mo-Fr 8.00-12.30 Uhr

Di 14.00-16.00 Uhr u.

Do14.00-17.00 Uhr

Gemeinde Wilnsdorf

Jutta Schmidt 02739/802-129

Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf

j.schmidt@wilnsdorf.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Gemeinde Burbach

Birgit Meier-Braun 02736/45-56

Eicher Weg 13 57299 Burbach

b.meier-braun@burbach-siegerland.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Gemeinde Neunkirchen

Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-207

Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen

b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Stadt Siegen

Manuela Krafft 0271/404-2200

Weidenauer Str. 211-213 57076 Siegen

m.krafft@siegen.de

Mo-Fr. 10.00-12.00 Uhr

Ihr Ansprechpartner:

Ute Heyde

Zukunftsinitiative

Siegen-Wittgenstein 2020

Programmleitung

„Leben und Wohnen im Alter“

Servicezentrum für soziale Beratung,

Betreuung und Prävention

Bismarckstr. 45,

57076 Siegen

0271/333-2720 • E-Mail:

lwa@siegen-wittgenstein.de

So erreichen Sie uns:

Kreis Siegen-Wittgenstein

Servicezentrum für soziale Beratung

Betreuung und Prävention

Bismarkstraße 45

57076 Siegen-Weidenau

Das Team der Senioren- und Pflegeberatung

des Kreises Siegen-Wittgenstein berät Sie

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14 durchblick 3/2015


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Wohlauf in Gottes schöne Welt

Die Haubergstour

Mitten im Weidelbacher Ortskern befindet sich das schön gestaltete Eingangsportal des Wanderwegs

Viele Jahrhunderte lang prägte die Haubergswirtschaft

nicht nur die Landschaft, sondern auch die Menschen

in unserem Lebensbereich. Spielte sich doch ein

Großteil ihrer Erwerbstätigkeit innerhalb der entsprechenden

Genossenschaften ab. Jung-Stilling empfahl zu seiner Zeit,

an der Haubergswirtschaft zu „lernen, wie auf einem Boden

Holz und Brot wächst“. Dass es bei uns einen Rundwanderweg

mit dem Thema „Hauberg“ geben müsse, lag förmlich

auf der Hand. Dass dieser allerdings nicht durch Siegerländer

Gemarkungen sondern durch vier hessische Kommunen

führt, wird manch einen aus der „Provinz voller Leben“ verwundern.

Hierzu müssen einige Anmerkungen erlaubt sein.

Lief doch da jüngst im Fernsehen ein Beitrag über den

Hunsrück, in dem Unglaubliches behauptet wurde. Anfangs

schienen die Feststellungen noch harmlos zu sein. Und zwar

gäbe es in der dortigen Region einen vor allem aus Eichen

und Birken bestehenden Niederwald. Dieser sei hinsichtlich

der Nachhaltigkeit besonders wertvoll. Ja gut! Aha! Interessant!

Doch dann kamen Aussagen, die einen Siegerländer

hellhörig werden lassen. Die schon sehr alte Bewirtschaftungsweise

habe früher einer mannigfaltigen Nutzung gedient.

Nach dem in Abständen von etwa zwei Jahrzehnten

erfolgten Fällen sei der verbliebene Stock wieder ausgeschlagen.

Die Bäume hätten sich folglich erneuert. Vor allem seien

die Stämme für Brenn- und Kohleholz verwendet worden.

Dazu habe die Eichenrinde zur Herstellung von Gerblohe

gedient. Es wurden Besen und Backesreiser gewonnen. Im

Herbst baute man auf der Kahlfläche Getreide an. Ein paar

Jahre später sei sogar das Vieh eingetrieben worden. Hörte

sich das nicht alles Wort für Wort nach unserem Hauberg

an?! Und das alles im Hunsrück?! Hallo?! Das Wort „Hauberg“

kam übrigens in dem Film nicht vor. Stattdessen aber

zum Schluss des Beitrags die Beteuerung: „So etwas hat es

nur im Hunsrück und nirgendwo anders gegeben.“

Während der Vorbereitung zum vorliegenden Aufsatz

trieb mir ein weiterer Spruch beinahe die Tränen in die Augen.

Da der diesmal behandelte Wanderweg in Weidelbach

beginnt und endet, rief ich Klaus Fischer an. Er herrschte

dort etliche Jahre als Haubergsvorsteher. Meiner Bitte

um einige Informationen kam er gerne nach. Am Oberlauf

des Roßbachs teilt man alljährlich im Oktober die abzuholzende

Fläche und hat dann bis zum Ende des Frühjahrs

Zeit für die Bearbeitung. In den vergangenen Jahrzehnten,

so Fischer, wäre viel Eichenholz an die Hersteller der Naturholzmöbel

geliefert worden. Doch dieser Industriezweig

wurde mangels Nachfrage weitgehend eingestellt. Nunmehr

würden die Eigner ihre als „Gulden“ bezeichneten Anteile

ausschließlich noch zur Brennholzgewinnung nutzen. Und

alle, wirklich alle Anteile werden nach wie vor gefällt. So

wäre es möglich, dass die Stämme wie seit ewigen Zeiten

maximal zwanzig Jahre lang wachsen würden. Dann erfolge

auf der Fläche die erneute Abholzung. Und auch hier

kam am Ende der Schlag ins Kontor. Als ich ihn auf einige

kleinere Unterschiede zur hiesigen Haubergswirtschaft

hinwies, da fragte der gute Klaus doch tatsächlich: „Gibt es

denn bei euch im Siegerland auch Hauberg?“

16 durchblick 3/2015


Die Wanderwege der Region

Der Tellerrand scheint freilich nicht nur in den genannten

Gebieten recht hoch zu sein. Vor drei Jahren absolvierte

ich mit einer Gruppe die Haubergstour. Mitwanderin Kerstin

wunderte sich schon bei der Anreise ins Hessische: „Ich

dachte, dass Hauberg nur im Siegerland vorkommt.“ Irrtum,

Kerstin! Doch so wie die junge Dame, so dachten beinahe

alle Gruppenmitglieder. Wundern über diesen Wissensnotstand

der Landeskinder muss man sich indes nicht, wird diese

Einstellung doch sogar aus dem Kreishaus befeuert. In einem

Informationsblatt der „Unteren Landschaftsbehörde“ über

den Hauberg steht wortwörtlich: „Jenseits der Kreisgrenzen

des Altkreises Siegen tritt diese spezielle Waldnutzung nicht

mehr auf.“ Peng! Noch Fragen? Dabei ist diese besondere

Form der Waldbewirtschaftung nicht nur im Hunsrück, an

Rhein, Mosel und Saar, im Odenwald und im Westerwald

gebräuchlich. Nein, auch in den Ortschaften auf der anderen

Seite der Landesgrenze gibt es seit vielen Jahrhunderten den

Hauberg. Und deutlich sichtbar wurde das seinerzeit schon

kurz nach dem Start. Der zur Höhe ansteigende Weg führte

vorbei an einem ungemein großen Areal frisch abgeholzter

und schon zu Haufen gestapelter Eichen- und Birkenstämme.

So eine ausgedehnte Haubergsfläche hat man im Siegerland

auch in den größeren Genossenschaften schon seit etlichen

Jahrzehnten kaum mehr gesehen.

Diesen Punkt abschließen möchte ich mit den beiden Anfangssätzen

aus der auch heute noch weitgehend gültigen

„Haubergsordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis

vom 4. Juni 1887“. Die in der „Gesetzsammlung

für die Königlichen Preußischen Staaten“ unter der Nummer

25 veröffentlichten Sätze lauten: „Wir Wilhelm, von Gottes

Gnaden König von Preußen, verordnen, mit Zustimmung

beider Häuser des Landtags Unserer Monarchie, für den

Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis, was folgt: Hauberg

im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den

Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach,

Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln,

Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach,

Kirburg, Korb, Astert, Limbach, Niedermörsbach und Kundert,

welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören.“

Der 26. September 2009 ist ein besonderer Tag für Weidelbach.

Der Wanderweg mit dem Namen „Haubergstour“ wird

eröffnet. Neben einigen Dutzend interessierter Wanderfreunde

(unter ihnen auch der Schreiber dieser Zeilen) stehen gleich

vier Bürgermeister auf dem Vorplatz des Dorfgemeinschaftshauses.

Sie repräsentieren die Städte Haiger und Dillenburg

sowie die Gemeinden Dietzhölztal und Eschenburg. Jeder von

ihnen zeigt sich hocherfreut, dass der Weg auch durch seine

Kommune führt. Sie scheinen tatsächlich vorbei zu sein, die

Zeiten, in denen die Bürger der beiden Kernstädte für die Einwohnerschaft

der Dörfer gerne den von einem anzüglichen

Gelächter begleiteten Begriff „Haubergsesel“ parat hatten.

Einen ersten guten Eindruck vermittelt das Eingangsportal

in der Ortsmitte. Mit dem sehr schön gestalteten

Dorfbrunnen als zentralem Punkt sucht es weit und breit

seinesgleichen. Von hier aus führt der im Uhrzeigersinn beschriebene

Weg zur Höhe. Bevor der Wanderer den Wald

erreicht sollte er ruhig einmal innehalten und rückwärts

schauen. Der Blick ins Roßbachtal und zu den Höhen des

Westerwalds lohnt sich.

Der Niederwald am Ortsrand von Weidelbach vermittelte

gerade in den letzten Jahren den Facettenreichtum einer

Haubergslandschaft. Bei der Eröffnung der Haubergstour

präsentierten sich die Birken und Eichen am Waldhang

als schon recht kräftige und beinahe „erwachsene“ Stämme.

Durch das dichte Grün allerorten war ein Blick zur Höhe

nicht möglich. Drei Jahre später sieht es anders aus. Wie

schon erwähnt, ist das Holz nun gefällt und harrt auf der

kahlen Fläche der Abholung. Die Blicke reichen weit nach

oben. Weitere drei Jahre hiernach – im Frühling 2015 – ist

ein verheißungsvoller Wandel vollzogen. Grüne Büsche

und kleine Stämmchen beherrschen die Szene und schaffen

ein überaus reizvolles Bild.

Knapp anderthalb Kilometer geht es bergan, dann trifft

man auf weitere Wanderwege. Das ist zum einen ein zur

Haincher Höhe führender Rothaarsteig-Zubringer, zum anderen

der von dort kommende „Bergmannspfad“. Der mit

den gekreuzten Werkzeugen Schlägel und Eisen sachgemäß

markierte Weg endet am Aartalsee. Einige hundert Meter

Waldweg haben dieser schon seit sehr vielen Jahren bestehende

Pfad und die Haubergstour gemeinsam.

Überhaupt ist das Gebiet im nahen Hessischen überaus

reich an Wanderwegen. Der Verein „Region Lahn-Dill-Bergland“

sorgt dafür, dass Zuschüsse aus den Fördertöpfen des

Landes und der EU fließen. Zu den unterstützten Projekten

gehören auch 19

Rundwanderwege,

„Extratouren“

genannt. Die

Haubergstour ist

eine von ihnen.

Alle 19 sind als

„Premiumwege“

ausgezeichnet.

Knapp die Hälfte

ist in unmittelbarer

Nähe zu

unserem Kreis

zu finden; einer

– der „Boxbachpfad“

– führt in

Hesselbach sogar

mitten durch

eine Wittgensteiner

Gemarkung.

Alle „Extratouren“

haben das

gleiche Wegzeichen

– zwei an

Bumerangs Ein Weg mit drei Markierungen

3/2015 durchblick 17


dem Sasenberg – zum Opfer. Der in

früheren Jahren äußerst beliebte Aussichtsturm

wurde zum Gedenken an

den Prinzen Wilhelm von Oranien,

genannt „Der Schweiger“, errichtet

und anno 1901 eingeweiht.

Die Wilhelmswarte, im Volksmund

„Türmchen“ genannt, wird

somit nunmehr links liegen gelassen

und auf schönen alten Waldwegen

geht es in stetigem Wechsel auf- und

abwärts. In diesem Bereich kommt

die einmalige Schönheit einer Haubergslandschaft

voll zur Geltung.

Daher schon mal eine Empfehlung:

Man sollte die eigentlich nur bei

Schnee schlecht begehbare Tour für

die Zeit einplanen, von der der Dichter

sagt: „…die Bäume schlagen

Frisch aufgeschichteter Meiler im Ebersbachtal

aus.“ Das frische, junge Maigrün

des Niederwalds und das leuchtende Gelb der Ginsterblüten

trägt sicherlich nicht nur bei einem Naturliebhaber zur

Hebung des Gemütszustands bei. Insgesamt fällt auf, dass

nur ganz selten einmal ein Fichtenbestand durchquert werden

muss.

Wir befinden uns oberhalb des Dietzhölztals und blicken

auf die Ortschaften Eibelshausen, Simmersbach und Eiershausen.

Ganz im Hintergrund ist der ältere Teil des Hirzenhainer

Flugplatzgeländes zu erkennen. Seit beinahe 100 Jahren wird

dort die Segelfliegerei betrieben. Mittlerweile können aber

auch Motorflieger starten und landen. Schließlich erreichen wir

den zu einem Freizeitgelände umgewidmeten alten Sportplatz

von Wissenbach. Hier ist die beste Gelegenheit für die Halbzeitpause.

Das Dorf selbst ist in der Region bekannt für den

inzwischen eingestellten Schieferabbau. Mehr als zweieinhalb

Jahrhunderte lang wurde in der Grube Batzbach Dach- und

Wandschiefer bergmännisch gewonnen. In Expertenkreisen

ist dieses Bergwerk sogar weltbekannt wegen der im Schiefer

vorkommenden Versteinerungen von Meerestieren.

erinnernde grüne „Haken“ auf weißem Grund. Sie symbolisieren

die Hügel und die Gewässer der Region.

Wenn man die von Weidelbach nach Ewersbach führende

L 3044 überquert hat, dann findet man rechter Hand das

naturbelassene Quellgebiet des Roßbachs. Leider weist keine

Info-Tafel hierauf hin. Die Wegmarkierung indes zeigt

in die entgegengesetzte Richtung. Man möchte mit Hildegard

Knef singen: „Von nun an geht`s bergab.“ Der Weg ins

Ebersbachtal ist nämlich teilweise recht steil. Am tiefsten

Punkt stößt man auf einen Köhlerplatz, der regelmäßig seinem

Zweck – der Herstellung von Holzkohle – gerecht wird.

Und derjenige, der meint, dass man in früheren Zeiten doch

wohl eher selten einmal gegrillt hat, der hat fraglos Recht.

Über viele Jahrhunderte gehörte die Herstellung von

Holzkohle aus einem ganz anderen Grund zu den wichtigsten

Verrichtungen im Hauberg. Mit Holz waren die zur Eisenverhüttung

notwendigen Temperaturen nicht zu erreichen. Mit

Holzkohle schon. Und so war der Verkauf an die Hütten finanziell

einträglich. Im 19. Jahrhundert aber folgte ein Desaster.

Die durch den Bau der Eisenbahnstrecken

begünstigte Verfügbarkeit der billigen Steinkohle

bedeutete das Ende der Köhlerei. An

die Verwendung der Holzkohle zu Grillzwecken

dachte damals noch keiner. Wenn man

bei der Wanderung Glück hat, dann qualmt

ein Meiler. Auf diesem urigen Platz mit einer

Holzhütte, mit einem Tisch, mit Bänken

und einem Brunnen legen wir eine erste Rast

ein. Während unserer Pause hasten in nur

wenigen Metern Entfernung mehrere Rehe

vorbei; immer wieder einmal geraten später

in dem idyllischen Gelände Hasen und auch

ein Fuchs in unser Blickfeld.

Im vergangenen Jahr wurde die ursprünglich

22 km lange Tour auf nunmehr

19,2 Kilometer und 594 Höhenmeter „abgespeckt“.

Der Kürzung fiel einer der markantesten

Punkte – die Wilhelmswarte auf

Vor drei Jahre bearbeitete Haubergsfläche – jetzt wieder im Wachstum

18 durchblick 3/2015


In den Wäldern rund um Wissenbach gibt es freilich

noch mehr zu entdecken. So kann man unter anderem eine

Vielzahl von flachen Podienplätzen finden. Auf diesen

standen einst in einer Art Siedlung die Häuser der Altvorderen.

Eine Infotafel klärt auf über einen mittelalterlichen

Eisenverhüttungsplatz (im Dietzhölztal sind rund 300 dieser

Plätze bekannt) sowie über Rennöfen, in denen Roteisenstein

geschmolzen wurde. Weiterverarbeitet wurde

das Eisen in einer Schmiede am Ortsrand von Wissenbach.

Diese Stelle ist ein Höhepunkt der Wanderung.

Hier sind wir mit Rolf Reeh verabredet. Der Wissenbacher

ist einer der „Macher“ der Haubergstour. Zusammen

mit Jürgen Daum aus Eibelshausen hat er den Pfadverlauf

festgelegt. Beide betreuen auch derzeit noch als „Wegpaten“

die Tour. Reeh kennt alle Details rund um die in

ihrer ursprünglichen Größe wieder errichtete Schmiede.

So sind wir nicht auf das halbe Dutzend Infotafeln angewiesen.

Der Diplom-Ingenieur erzählt uns, dass aufgrund

von Schlackenfunden anno 1992 hier nach einem Rennofen

gefahndet wurde. Letztlich fand man aber dann das

Fundament einer um das Jahr 1300 betriebenen Schmiede.

Durch entsprechende Untersuchungen stellte sich heraus,

dass hier keine Fertigprodukte geschmiedet wurden. Das

Luppeneisen aus den Rennöfen wurde hingegen in Form

von Barren und Stangen gebracht und als Zwischenprodukt

an die Dorfschmieden geliefert. Deutschlandweit gibt

es übrigens lediglich bei Kirspe den vergleichbaren Fund

einer mittelalterlichen Schmiede dieser Art.

Nachdem wir die Wiesen am Ortsrand hinter uns gelassen

haben, kommen wir zum vielleicht schönsten Streckenteil.

Oberhalb des Dorfs Frohnhausen geht es eine Zeitlang aufwärts

entlang des wild-romantischen Bächleins „Tahlenwasser“.

Der Pfad wirkt durch die ineinander verwobenen Kronen

der beidseitig stehenden Laubbäume teilweise wie ein grüner

Tunnel. Wem hier das Herz nicht einige Takte höherschlägt,

der ist selber schuld. Nicht so prickelnd ist hingegen der letzte

Abstieg zum Start- und Zielort Weidelbach. Mehrere hundert

Meter geht es auf einem Wiesenweg mit doch recht starkem

Gefälle talwärts. Nach etwas mehr als fünfeinhalb Stunden

reiner Wanderzeit stehen wir wieder beim Eingangsportal.

Meine Beurteilung: Dass dieser Premiumweg bei der

Begutachtung durch das Deutsche Wanderinstitut 68 Punkte

und damit eine der höchsten in unserer Region jemals erreichte

Zahl erhielt, kommt nicht von ungefähr. Zwar ist der

Anteil der schmalen Pfade mit weniger als 25 Prozent nicht

so hoch wie andernorts, doch das ist kein Schönheitsfehler.

Die vielen naturbelassenen Haubergswege wiegen dies mehr

als auf. Schwierige Passagen gibt es nicht, man kann Laufoder

Turnschuhe anziehen. Die Wegzeichen sind bis auf eine

einzige Ausnahme eindeutig. An Bänken und Raststellen –

auch für größere Gruppen – ist kein Mangel. Leider gibt es

nur einige Male schöne Aussichten ins Tal der Dietzhölze

und auf die Hügel gegenüber. Von Wissenbach aus erblickt

man immerhin den zwischen Dillenburg und Nanzenbach

liegenden Heunstein mit seiner Ringwallburg aus der Spätlatènezeit.

Für diejenigen, die über eine entsprechende Kondition

verfügen, ist dieser Wanderweg uneingeschränkt eine

Empfehlung wert.

Text und Fotos: Ulli Weber

www.diakonie-sw.de

Altenzentrum Freudenberg

✆ 0 27 34 27 70

Lagemannstraße 24

57258 Freudenberg

Sophienheim

✆ 02 71 6 60 30

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57074 Siegen

Haus Obere Hengsbach

✆ 02 71 77 01 90

Hengsbachstraße 156

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✆ 0 27 39 47 80

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3/2015 durchblick 19


Aus dem Siegerland

Alle Kirchwege führten nach Netphen

Von weither sichtbar: Die Martinikirche in Netphen

Gut sichtbar, gut erreichbar

und gut hörbar

muss eine Kirche

sein. Netphens alte Martini-

Kirche erfüllte diese Voraussetzungen.

Ob der Besucher

von Deuz, Dreis-Tiefenbach

oder Brauersdorf kommt, das

auf dem Bergrücken zwischen

Sieg- und Obernautal errichtete

Gotteshaus fällt jedem

ins Auge. Es ist nachweislich

das älteste Bauwerk von

Netphen. Eingerahmt von der

aus Bruchsteinen zusammengefügten

Friedhofsmauer ist

die Kirche seit Jahrhunderten

ein Zeichen der Hoffnung.

Bis ins Dreis-Tiefenbach-Tal

ist der Klang ihrer Glocke

zu hören. In der „Geschichte

des Netpherlandes“ hat

Hermann Böttger dargelegt,

dass die späteren Kirchengemeinden

des Siegerlandes

aus den Urpfarreien Siegen

und Netphen hervorgegangen

sind. Bei der ältesten Kirche

Siegens, die ebenfalls den

Namen Martini-Kirche trägt,

werden Vorgängerkirchen

mindestens im 12. Jahrhundert

angenommen. Dass in

Netphen im Jahre 1239 eine

Kirche gestanden hat, wird

durch die „Patronatsurkunde“ vom 9. Juni 1239 belegt. Das

nährt die Vermutung, dass die Netphener Martini-Kirche im

13. Jahrhundert, spätestens jedoch im 14. Jahrhundert errichtet

worden ist. Vermutlich sind Turm und Kirchenschiff zu

unterschiedlichen Zeiten gebaut worden.

Von Kredenbach, Anzhausen, Lahnhof und Lützel pilgerten

die Gemeindeglieder sonntags nach Netphen, um der

Predigt des Pfarrers zu lauschen. Das bedeutete für die Bewohner

der weit entfernt liegenden Dörfer ein An- und Abmarsch

von jeweils ca. 20 km. Unvorstellbar in der heutigen

Zeit. Dass allerorten die Bestrebungen zunahmen, diesen

Zustand zu ändern, ist leicht nachzuvollziehen.

So entstanden aus den beiden Urpfarreien Netphen

und Siegen weitere selbstständige Kirchengemeinden. Zu

der Pfarrei Siegen gehörten ursprünglich auch die Gebiete

Krombach, Littfeld, Ferndorf, Müsen, Weidenau, Eiserfeld,

Rödgen und Wilnsdorf. Die

Großpfarrei Netphen umfasste

früher die Bezirke Netphen,

Hilchenbach, Wilgersdorf, Irmgarteichen,

Setzen, Anzhausen

und Kredenbach. Irmgarteichen

und Hilchenbach wurden bereits

Anfang des 14. Jahrhunderts abgepfarrt

und bildeten einschließlich

der jeweiligen Nachbarorte

selbstständige Kirchengemeinden.

Im Jahre 1621 zählten 39

Ortschaften zur Kirchengemeinde

Netphen. Aus den Tauf- und

Sterberegistern der Netphener

Martini-Kirchengemeinden lässt

sich ermitteln, dass im Jahre

1635 insgesamt 2.627 Personen

im Kirchspiel wohnhaft waren.

Ab dem Jahr 1651 wurde die Kirche

simultan von katholischen

und evangelischen Christen genutzt.

Dieser Zustand, der durch

feste Gottesdienstzeiten der Gemeinden

geregelt war, änderte

sich erst, als am 11. November

1895 die katholische Kirche St.

Martin geweiht wurde.

Ruckersfeld und Oechelhausen

wurden um 1624 nach Hilchenbach

umgepfarrt. Setzen

gehörte ab dem 1. Januar 1901

zur Gemeinde Klafeld. Im selben

Jahr wurde die Evangelischreformierte

Kirchengemeinde

Netphen in zwei Seelsorgegebiete, den unteren und den

oberen Bezirk, aufgeteilt. Aus dem unteren schieden 1946

die drei Orte Dreis-Tiefenbach, Eckmannshausen und Unglinghausen

aus und bildeten fortan einen eigenen Seelsorgebezirk.

Die drei Seelsorgebereiche mit den Hauptorten

Netphen, Deuz und Dreis-Tiefenbach wurden von einem

Gesamtpresbyterium verwaltet, dem gewählte Vertreter der

drei Bezirke angehörten. Die Kirche zu Deuz wurde 1910

errichtet, in Dreis-Tiefenbach wurde im Jahre 1934 ein Gotteshaus

gebaut. Erst zum 1. Juli 1964 wurden die drei Seelsorgebezirke

der selbstständigen Kirchengemeinden umgewandelt,

zu denen die jeweiligen Nachbarorte gehören.

Die Orte Anzhausen und Flammersbach gehörten nach

der Gemeindeaufteilung zum oberen Seelsorgebereich. Zur

Einrichtung eines Kirchenwegs nach Deuz kam es jedoch

nicht, da diese Ortschaften bereits zwei Jahre vor dem Bau

20 durchblick 3/2015

Foto: Archiv Stötzel


der Deuzer Kirche der Kirchengemeinde Rödgen angegliedert

wurden. Erstmals verhandelte das Prebyterium in

seiner Sitzung vom 18. Februar 1904 über einen Umpfarrungsantrag,

den einige Gemeindeglieder der Ortschaften

Anzhausen und Flammersbach gestellt hatten. Wegen des

dadurch entstehenden Kirchensteuerausfalls von schätzungsweise

600 Mark jährlich bestand in Netphen zunächst

keine Neigung, den Antrag zu befürworten.

Das königliche Konsistorium der Provinz Westfalen beschied

die Antragsteller nach vorheriger Konsultation mit

dem Netphener Presbyterium wie folgt: „Auf die Eingabe

vom 29. Dezember 1903 gereicht Ihnen und den Unterzeichnern

der Eingabe hierdurch zum Bescheide, dass wir die

beantragte Auspfarrung der evangelischen Einwohner von

Flammersbach und Anzhausen zur Kirchengemeinde Rödgen

zur Zeit nicht in Aussicht nehmen können, weil dadurch

die Kirchengemeinde Netphen eine finanzielle Schwächung

erfahren würde, die ihr mit Rücksicht auf ihre jetzige schwere

Belastung nicht zugemutet werden darf. Der Steuerausfall

würde etwa 600 bis 700 Mark im Jahre betragen.“

Gerichtet ist der Brief an Herrn Presbyter Jakob Kunz

in Flammersbach, der sich offensichtlich an die Spitze der

Antragsteller gesetzt hatte. Bereits drei Jahre später stimmt

das Presbyterium in seiner Sitzung vom 3. Juli 1907 einstimmig

der immer noch begehrten Umpfarrung beider Ortschaften

unter der Bedingung zu, „dass uns für den entstehenden

Ausfall an Kirchensteuern in Höhe von 950 Mark

eine dauerhafte laufende Entschädigung von jährlich 500

Mark bzw. ein einmaliges Ablösekapital von 12.000 Mark

gewährt wird.“ Ob eine dieser beiden Varianten zur Anwendung

kam oder ob eine andere Lösung gefunden wurde,

ist nicht überliefert. Fest steht aber, dass zum 1. April

1908 die Umpfarrung der evangelischen Gemeindeglieder

zur Kirchengemeinde Rödgen erfolgte. Die katholischen

Gemeindeglieder hingegen wurden am 7. Oktober 1916 der

Kirchengemeinde Rudersdorf zugeordnet.

Die Besoldungshöhe der Pfarrer wurde bis zum Jahre

1905 durch die Kirchengemeinde selbst bestimmt. Daher war

es für jede Kirchengemeinde wichtig, viele Gemeindeglieder

zu haben, damit die Kosten der Gebäudeunterhaltungen und

die Besoldung der Pastoren gesichert werden konnten.

Die alten Kirchwege sind nicht in Vergessenheit geraten.

In Netphen hat sich eine Gruppe gefunden, die – immer in

anderen Ortschaften der früheren Kirchengemeinde startend

– zeitig am Sonntagmorgen zunächst den mehr oder

weniger langen Wanderweg auf sich nimmt, um in der

Martini-Kirche am Gottesdienst teilzunehmen. Mehr als

dreißig Interessierte sind es, die zwei Mal im Jahr dem Weg

der Kirchgänger folgen, die in den vorigen Jahrhunderten

aus den verschiedenen, weiter entfernt gelegenen Orten die

Kirche in Netphen besuchten und sich nach dem Gottesdienst

auf den beschwerlichen Heimweg begaben, der in alle

Richtungen bergaufwärts führte. Auch der Anzhausener

Heimatverein hält die alte Tradition aufrecht. Ende Oktober

erwandern alljährlich zahlreiche Mitglieder den Kirchweg

und nehmen anschließend abwechselnd am evangelischen

und katholischen Gottesdienst teil.

Heinz Stötzel

Jubel und Hurra beim Begräbnis

Nicht nur die Netphener Kirche, sondern auch der dort gelegene

Friedhof war viele Jahrhunderte lang das Ziel der Christen

im Kirchspiel. Die Anzhausener Katholiken zum Beispiel erhielten

erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Erlaubnis, den

heimischen Friedhof zu nutzen. Nachstehend zu diesem Thema

eine Passage aus dem Buch „1912“ von Ulli Weber.

„Welch ein Glück war es, dass seit wenig mehr als zehn

Jahren auch die Katholiken ihre Toten auf dem Friedhof ‚Am

Scheidsgarten’ bestatten durften. Da es verboten war, nachmittags

Messen abzuhalten, hätte man andernfalls schon in der

Nacht aufbrechen müssen, um über den so genannten Totenweg

den Verblichenen zur letzten Ruhestätte nach Netphen zu

begleiten. Dies war oft genug mit Unannehmlichkeiten verbunden

gewesen. In der kälteren Jahreszeit gab es bei schneebedeckten

Wegen gelegentlich Stürze mit bösen Folgen. Und bei

Hochwasser, wenn der Fuhrmann des Leichenwagens, der ein

ganz normaler Erntewagen war, den kürzeren Weg durch eine

Furt oberhalb Netphens nahm, war es vorgekommen, dass sich

der Sarg selbstständig gemacht hatte und davonschwamm.

Indes: Eine alte Sitte forderte, dass aus jedem Haus des

Ortes wenigstens eine Person den Leichenzug begleitete. Ab

einem gewissen Alter wurde niemandem mehr zugemutet, den

weiten Weg auf sich zu nehmen. Und da diejenigen, die in

einer Grube oder in der Fabrik beschäftigt waren, ebenfalls

nicht zur Verfügung standen, folgten dem Sarg in Erfüllung

der häuslichen Pflicht teilweise recht junge Trauergäste, die

oft genug in keinem persönlichen Verhältnis zum Verstorbenen

gestanden hatten. Diese jungen Leute hatten der guten alten

Sitte jedoch eine neue schlechte hinzugefügt, so dass sich ein

Landmann im 19. Jahrhundert zu folgender Leserzuschrift an

das Siegener Intelligenzblatt genötigt sah:

‚Dringender Wunsch. Es ist im Netphener Kirchspiel üblich,

dass bei Leichen-Beerdigungen die Nachbar-Burschen und

-Mädchen sowie andere Bekannte dem Leichenzug beiwohnen

und nach der Beerdigung von denjenigen Burschen oder Mädchen,

welche zum ersten Mal einem Leichenzug beiwohnen, mit

Schnaps etc. traktiert werden. Hierdurch entstehen nicht allein

manchem armen Manne unnütze Kosten, sondern das Leichenbegräbnis

artet in Saufgelage aus, und die Leichenbegleiter

ziehen, nachdem sie in den Netphener Wirtshäusern sich mit

geistigen Getränken überladen, unter Jubel und Hurra nach

Hause. Was dieser Unfug für einen schmerzhaften Eindruck auf

die in tiefer Trauer sich befindenden Hinterbliebenen des Beerdigten

macht, lässt sich kaum denken, und es wäre daher sehr

zu wünschen, wenn diesem Unfug von Seiten der geistlichen

oder weltlichen Behörde baldigst Schranken gesetzt würden.

Ein Landmann aus dem Kirchspiel Netphen.’

Mit dieser Unsitte hatte es nun glücklicherweise ein Ende.

Dadurch, dass der Friedhof in unmittelbarer Nähe des Ortes

lag, konnten jetzt auch ältere Dorfleute als Trauergäste an den

Beerdigungen teilnehmen, und die Jugend war nur noch dabei,

wenn ein junger Mensch gestorben war. Seit der Friedhof im

Jahre 1832 von den evangelischen Einwohnern Anzhausens

eingerichtet wurde, hatten die katholischen Christen den jetzigen

Zustand herbeigesehnt.“

3/2015 durchblick 21


Für Sie entdeckt

Vom Wanderparkplatz oberhalb von Heiligenborn an der K17 Richtung

Banfe führt ein vier Kilometer langer Wanderweg zum 100

Höhenmeter tiefer idyllisch im Wald liegenden Weidelbacher Weiher,

der von der Rentkammer Wittgenstein zur Fischzucht genutzt

wird. Für Wanderer gibt es einen Unterstand mit Sitzgruppe.“

Fotos:

Gudrun und Wolfgang Neuser


Unterwegs im

Havelland

mit Besuch der Bundesgartenschau

Hansestadt Havelberg mit Dom

Die Bundesgartenschau 2015 war uns ein willkommener

Anlass, etwas gemeinsam zu unternehmen.

Für meine Schwägerin und mich ist die Havelregion

mit ihren Städten absolutes Neuland. Für meine Berliner

Freundin ist es die Gegend, in der sie aufgewachsen ist. Es

war schon lange mein Wunsch, ihre Heimatstadt Havelberg

kennen zu lernen.

Für zwei Nächte haben wir eine Ferienwohnung in Nähe

des BUGA-Geländes gebucht, das wir so fußläufig erreichen

können. Vom Bahnhof werden wir von einem für

uns gewöhnungsbedürftigen „Herrn“ abgeholt: Kleider

machen Leute! Entgegen unserer Befürchtung finden wir

eine großzügige, sehr schön renovierte Altbauwohnung

vor, die zentral in einer ruhigen Wohngegend gelegen ist,

in Sichtweite des Domes. Und wir wohnen direkt unter

den „Domlinden“, so die Adresse, die gerade üppig blühen.

Ein wunderbarer, fast berauschender Duft. Wir sind

begeistert!

Am späteren Nachmittag suchen wir zwecks Selbstversorgung

ein modernes Einkaufszentrum auf. Nach über 20

Jahren Wiedervereinigung gibt es hier in der Versorgung

keine Unterschiede mehr. Aber es gibt die landesmäßigen

kleinen, feinen Unterschiede: Wir kommen bei unsern Einkäufen

an dem Verkaufsstand eines badischen Weingutes

vorbei und lassen uns auf eine Weinprobe ein. Es entwickelt

sich ein heiteres Gespräch mit der Werbedame, meine beiden

Begleiterinnen sind Weinkenner. Die Dame hatte sichtlich

Freude daran und machte nicht einmal den Versuch, uns

Wein zu verkaufen. Die Brandenburger haben es wohl nicht

so mit dem Wein, sie hatte einen recht langweiligen Tag

hinter sich. Am Abend besuchen wir ein Sommerkonzert

im Dom St. Peter und Paul gleich um die Ecke. Die Brandenburger

Vokalconcertisten, mit Werken von Buxtehude,

Verdi und Gigault, sind ein Genuss.

Am nächsten Morgen geht es dann auf zur BUGA. Auf

unserem Weg über die Straßen und durch eine Parkanlage,

Stadt Brandenburg mit Domlinden

Palettenbepflanzung

24 durchblick 3/2015


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vorbei an einer kleinen Hafenanlage, wird deutlich, welche

Bedeutung die BUGA für die Region hat: Die Stadt scheint

runderneuert und liebevoll herausgeputzt. Doch zwischendrin

begegnen wir auch immer wieder den Spuren des Zerfalls

unbewohnter Häuser. Die neu gestalteten Parkanlagen

der Stadt mit ihren frischen Bepflanzungen, den neu gepflasterten

Wegen und Sitzgelegenheiten sind offensichtlich

auf Nachhaltigkeit angelegt. An der Hauptkasse der BUGA

am Packhofgelände hält sich der Besucherandrang noch in

Grenzen. Das Wetter ist leicht regnerisch und kühl. Es ist

noch früh, die Busse mit den Besuchern sind noch nicht

da. Auf dem ehemaligen Werftgelände direkt an der Havel

bestimmen die BUGA-Pflanzschiffe mit ihren Themengärten

das Bild. In den symbolischen Schiffsgerippen befinden

sich die unterschiedlichsten Gartenbaustile, Pflanzkombinationen

und moderne Gartenarchitektur. Wir haben Zeit,

uns alles in Ruhe anzuschauen. Und was wir da sehen, gefällt

uns sehr! Wir fotografieren wie die Weltmeister, um

all die wunderbare und doch so vergängliche Blumen- und

Farbenpracht für uns festzuhalten.

Es ist Konsens, wir möchten auch eine Bootsfahrt auf

der Havel machen. So fragen wir bei einem Boot am Steg

den Käpt’n nach den Bedingungen: „Wir fahren nur bei

trockenem Wetter, auch schon mit fünf bis sechs Personen“,

sagt er. Wir staunen. Die beiden Männer auf dem Schiff

arbeiten ehrenamtlich für einen Verein, der das alte Schiff

instand hält. Und was kostet so eine Rundfahrt? „Nun, fünf

Euro“, sagt der Käpt’n „und wir freuen uns auch über etwas

mehr.“ Wir sind schon drei Fahrgäste, und es gelingt uns,

noch ein Ehepaar zum Mitfahren zu überreden. Derweil ziehen

dicke schwarze Wolken drohend über uns dahin. Leider

gelingt es uns nicht, noch weitere Gäste zu animieren. Jetzt

sind die Gruppen aus den Bussen unterwegs, da muss man

mitlaufen und im Zeitplan bleiben. Keine Chance.

So tuckern wir schließlich mit nur fünf Personen und zwei

Mann Besatzung los, trotz der dunklen Drohung über uns.

„Der Wind steht günstig“, meint der Käpt’n. Wir bekommen

einen Eindruck von der Weite des Flusses und von der Stadt

an seinen Ufern. Ein besonderes Erlebnis: Immer, wenn der

schon betagte Dampfer unter einer Brücke hindurchfährt,

muss der Schornstein umgelegt werden, von Hand, verrückt.

Es geht weiter zur Blumenausstellung in der St. Johanniskirche.

Die liegt auf halbem Weg zum Marienberg, dem

dritten Ausstellungsgelände in der Stadt Brandenburg. Unser

Weg führt uns durch den Humboldthain, „… in dem noch

einige überlebende Exemplare des scheuen Waldmopses zu

sehen sind. Die Stadt Brandenburg hat, um die Rasse vom

Aussterben zu bewahren, den scheuen aber wilden Tieren

Raum gegeben, um ein geschütztes Leben führen zu können.

Ein Waldmops läuft frei im Park umher, geduldige Besucher

können das seltene Exemplar mit seinem rudimentären Geweih

ausfindig machen. Die Tiere stammen ursprünglich

vom Elch ab. Die majestätischen Elchschaufeln sind durch

blinden Züchterehrgeiz des Menschen stark zurückgebildet….Kenner

wissen Bescheid: Der wilde Waldmops ist eine

Erfindung Loriots, der einst über ihn referierte“ (Zitat

aus der BUGA-Broschüre). Mit den auch in anderen Teilen

der Stadt verteilten Bronzefiguren des Waldmopses setzt

die Stadt Victor von Bülow ein Denkmal, dessen Wurzeln

in Brandenburg liegen.

Wir begegnen auf der BUGA auch den Spuren anderer

berühmter Töchter und Söhne der Stadt, wie zum Beispiel

der des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland und

seinem Birnbaum. Ihm begegnen wir das erste Mal in der Johanniskirche,

deren gesamter Innenraum von einheimischen

Floristen wunderschön ausgestaltet ist. Viele der Gärtnereibetriebe

sind Preisträger und präsentieren hier ihre prämierten

floristischen Kunstwerke. Da finden wir dann auch

die Ribbeckschen Birnen. Übergroß und grasgrün liegen sie

hier in verschiedenen Ausmaßen als Dekoration neben vielen

anderen Kompositionen der Floristenkunst: „Bitte nicht

berühren!“ grenzt die sinnliche Wahrnehmung arg ein.

Von hier aus gehen wir weiter zum Marienberg. Dort

sind die Rosengärten die Attraktion der BUGA in Brandenburg.

Wir können uns kaum satt sehen an der Vielfalt der

Farben und Formen und genießen die wunderbaren

Loriots „Wilder Waldmops“ vor Alter Werft

Betörend, der Duft der Rosen

3/2015 durchblick 25


Düfte der Rosen. Auch hier ist die gesamte Parkanlage des

Marienberges in die Gestaltung mit einbezogen. Den Kegel

bedeckt ein wunderbar gepflegter Weinberg, und natürlich

gibt es auch hier einen Weinstand. Klar nehmen wir die Einladung

zur Weinprobe an und lassen es uns munden. Doch

diese Winzerdame scheint schon etwas enttäuscht darüber,

dass sie uns trotz ihrer kompetenten Beratung nicht zu einer

Bestellung animieren kann.

Wir machen uns auf den Weg zurück zu unserer Ferienwohnung,

und wieder umhüllt uns der wunderbare,

fast berauschende Duft in den Straßen mit ihren alten,

großen Lindenbäumen. Immer wieder machen wir uns

gegenseitig darauf aufmerksam,

so schön!

Einmal zum Essen ausgehen

und die heimische Kost

ausprobieren, das ist unser

Plan für den Abend. Unser

Vermieter hat uns dazu das

Lokal im alten Werftgebäude

an der BUGA empfohlen.

Am Eingang treffen wir auf

ihn und seine Gattin, beide

sehr elegant „aufgebrezelt“:

Der Rotarier Club veranstaltet

ausgerechnet an diesem

Tag dort ein Essen für seine

Mitglieder. Das hatte er

bei seiner Empfehlung total

vergessen zu sagen. Da wir

nicht zu dieser auserwählten

Clique gehören, müssen wir

wieder abziehen und nun

doch zum Italiener gehen. Immerhin sitzen wir draußen auf

dem Balkon, mit Blick auf die Havel und die alte Werft mit

den Rotariern drinnen.

Am nächsten Tag geht es morgens mit dem Bus weiter

zur BUGA nach Havelberg. Wir kommen durch den

BUGA-Standort Rathenow. Der ist nach einem verheerenden

Unwetter mit einem Todesopfer noch für Besucher

gesperrt. Durch Rinow, dem dritten BUGA-Ort fahren wir

hindurch und sehen vom Bus aus schon, wo hier der Ausstellungsschwerpunkt

liegt: Überall stehen alte Flugzeuge

herum. In Stölln bei Rinow hat Otto Lilienthal einst seine

waghalsigen Flugexperimente durchgeführt. Es wäre sicher

spannend gewesen zu sehen, wie sie das gärtnerisch

gelöst haben, das Thema Fliegen und BUGA miteinander

zu verbinden.

In Havelberg angekommen, steuert meine Freundin

direkt auf ein Eiscafé zu: Hier gibt es angeblich das beste

Eis! „Komm, später

vielleicht.“ Havelberg

ist eine bezaubernde mittelalterliche

Stadt. Die

Häuser sind liebevoll

herausgeputzt wie zum

Wettbewerb „Unser Dorf

soll schöner werden.“

Wir sind schnell im Zentrum

und gleich auf dem

Markt, ganz nahe der St.

Laurentiuskirche und der

Blumenschau im Inneren

der Kirche. Hier am

Kirchplatz steht auch das

Sonnenhaus, ein lang gestreckter,

schöner Fachwerkbau,

in dem meine

Freundin gelebt hat.

Die Einbeziehung

der Dome und Kirchen

in die BUGA ist eine großartige Idee. In St. Laurentius

empfängt uns ein Meer von Rittersporn und Lavendel

in allen Farbtönen von Weiß bis Tiefviolett. Der harmonische

Gesamteindruck, der den Floristen hier gelungen

ist, gefällt uns besser als die vielen Einzelpräsentationen

im Brandenburger Dom.

Blumenschau in der St. Johanniskirche in Havelberg

26 durchblick 3/2015


Eine Bank steht noch hinten im Kirchenraum. Da finde ich

meine nachdenkliche Freundin. Sie wurde in diesem Gotteshaus

konfirmiert und auch getraut.

Wir verlassen die Havelinsel

und machen uns auf den Weg zur

zweiten Attraktion der BUGA in

Havelberg, dem Domberg. Der

Havelberger Dom thront majestätisch

hoch über der Stadt. Die Parkanlagen

des Domberges sind als

BUGA-Standort wunderschön gestaltet.

Der Schwerpunkt hier sind

die Pfingstrosen, leider schon fast

am Vergehen. Auf dem Domberg

belohnt eine großartige Aussicht

auf die Stadt den Aufstieg. Im Dom

selbst präsentiert ein Künstler seine

holzgeschnitzten „Ketzerköpfe“.

Wir beschäftigen uns nicht näher

mit dem Thema. Auch der Innenhof

im Kreuzgang des alten Klosters

ist wunderschön bepflanzt.

Ein besonderes Highlight aber sind

die privaten Schrebergärten auf dem

Domberg, die ganz individuell herausgeputzt sind. Meine

beiden Begleiterinnen sind besonders an dem in der BUGA-

Broschüre beschriebenen Haus der Flüsse interessiert. Dort

gibt es Wissenswertes über Flora und Fauna der Havel und

Elbe zu erfahren, über die Renaturierung der Havel und die

Entwicklung dieses europäischen Naturschutzprojektes. Allerdings

ist es noch ein langer Fußweg dort hin. Wir machen

uns trotzdem auf. Das Gelände

ist erst kürzlich entsprechend

dem Thema neu gestaltet und

bepflanzt. Vor uns liegt der

große, mit Holz verkleidete

Bau, aber leider ist die Ausstellung

selbst noch geschlossen.

Sie ist noch nicht fertig. Meine

Freundin ist stinkesauer! Ich

habe den Eindruck, sie fühlt

sich an DDR-Zeiten erinnert.

Verstärkt wird dieser Eindruck

beim Besuch des zuvor

erwähnten Eiscafés: Meine

Freundin bestellt ihr geliebtes

Eis. Die junge Bedienung: „Das

ist leider ausverkauft und frischen

Kuchen bringt die Chefin

um 18.00 Uhr“. Übrigens: dass

Ketzerkopf von Lutz Friedel

Ausstellung im Dom zu Havelberg

Havelberg eine Hansestadt ist,

das hat meine Freundin erst

nach der Wende erfahren. Das

passte offenbar nicht in die Weltanschauung des Sozialismus.

Die Bundesgartenschau ist noch bis 11. Oktober 2015

geöffnet. Was bleibt wohl von all der Pracht, wenn sie vorüber

ist? Vielleicht ein sichtbarer Gewinn für die Bewohner

der BUGA-Städte? Text und Fotos Anne Alhäuser

Schrebergärten auf dem Domberg zu Havelberg

3/2015 durchblick 27


Gesellschaft

Besuch im „Wilden Osten“

Landflucht einmal anders

Zu DDR-Zeiten gab es in dem Dorf Kunow, 130 km

nordwestlich von Berlin, noch alles, was man so zum

täglichen Leben brauchte: Da war ein Bäcker, es gab

einen Fleischerladen, einen Friseur, einen Schuster und ein

Schuhgeschäft. Es gab einen Textilladen und natürlich eine eigene

Schule und selbstverständlich auch einen Kindergarten.

Heute liegt Kunow wie verlassen da, Kinder sind nicht

zu sehen, man hört nur Hunde kläffen, wenn man die Straße

entlang geht. Die einzige Gaststätte und Kneipe, die ich

vor drei Jahren noch besucht habe, hat geschlossen. In den

Häuserreihen beidseits der breiten,

schnurgeraden Hauptstraße mit ihren

Straßenbäumen gibt es auch traurige

Leerstände. Das große Schulgebäude

gammelt vor sich hin, es wird nicht

mehr gebraucht. Es gibt gar keine Läden

mehr. Um den Erhalt ihrer Kirche

müssen sich die Dorfbewohner selbst

kümmern. Einen eigenen Pfarrer hat

die Gemeinde auch nicht mehr. Das

aber kennen wir auch hier im Westen

der BRD. Kunow liegt in einer wunderschönen

Gegend mit fruchtbaren,

schier endlosen Feldern, immer wieder

unterbrochen durch große und

kleinere Baumgruppen. Und dann

die alten Baumalleen, wie wir sie

nach der Wiedervereinigung kennen

gelernt haben. Gott sei Dank, hier hat

man die Bäume nicht dem Straßenverkehr

geopfert. Bei aller Schönheit,

die Landflucht der jungen Leute ist

hier besonders stark zu spüren.

In dieser verlassenen Gegend haben sich nach der Wende

zwei der Töchter meiner Freundin alte Bauernhöfe gekauft.

Das heißt, jede hat eines der langgestreckten Wohnhäuser

an der Straße erworben, mit großem Hof und den

dazu gehörenden Wirtschaftsgebäuden. Dahinter liegt das

offene Land. Die dritte Tochter hat später nachgezogen und

mit ihrer Partnerin in einem der Nachbardörfer ein kleines

Haus mit einer Riesenscheune auf einem großen Grundstück

gekauft, beim Kauf eher ungepflegt und mit allen

Hinterlassenschaften der Vorbesitzer.

Ich bin zum dritten Mal in Kunow und erlebe, wie sich im

Laufe der Zeit mit viel Liebe und noch mehr Arbeit aus den

alten, hinfälligen Häusern wahre Schmuckkästen entwickelt

haben. Selbst die Stallungen und Wirtschaftsgebäude sind

genutzt, als poppiger Party-Raum oder als Werkstatt, Stall

oder Lagerplatz. Wirklich fertig ist diese Arbeit aber nicht, da

bleibt noch viel zu tun. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend.

Es ist schon mutig von den Berliner Stadtgören, sich hier

auf dem Lande anzusiedeln. Alle drei sind berufstätig, eine

sogar noch in Berlin. Keine möchte wieder zurück in die

Großstadt, sie genießen das Landleben und die so ganz andere

Nachbarschaft der „Ureinwohner“ des Dorfes.

Hier ist auch genügend Platz für arme, misshandelte

Hunde aus Rumänien oder Kreta, für zugelaufene Katzen

und vor allem für eigene Pferde. Zurzeit gibt es zwei: eine

Haflinger Stute und einen Isländer Wallach, das dritte ist

unterwegs. Die Haflingerstute (Bild) hat schon ein dickes

Bäuchlein und bewegt sich

entsprechend schwerfällig.

Eine absolute Attraktion

sind die nistenden Störche

hinter dem Haus. Wir beobachten

das immer gleich

bleibende Ritual, wenn

einer der Störche zur Fütterung

kommt. Die großen

Vögel begrüßen sich ausgiebig

und liebevoll, ehe

die Jungen gefüttert werden

Dann erst fliegt der zweite

Elternvogel los zur Futtersuche,

und der andere wacht

im Nest über die fast schon

flüggen Jungen.

28 durchblick 3/2015


Aus den drei Berliner Mädels sind

inzwischen fachkundige Landfrauen

geworden, die auch sehr bewusst mit

den Macken ihrer traumatisierten

Hunde umgehen können. Und ich

lerne, dass unser Gras für Isländerund

Haflinger-Pferde zu süß ist! Das

bedeutet, dass sie nur eine begrenzte

Zeit grasen dürfen, sonst bekommen

sie Koliken. Einer der Gründe, warum

meine Freundin so oft aus Berlin aufs

Land kommt, um sich um die Tiere

ihrer berufstätigen Töchter zu kümmern.

„Es tut mir so leid, wenn Adele

so lange alleine ist“, sagt sie. Adele ist

eine liebenswerte, aber leicht gestörte

Mischung aus einem irischen Wolfshund

und wer-weiß-was. Und: „Dann

können die Töchter doch mal ausschlafen, wenn ich die

Pferde versorge.“ Das bedeutet natürlich auch ausmisten,

füttern und auf die Weide bringen. Und nach vier Stunden

wieder zurück. Nein, sie selbst möchte nicht aufs Land

ziehen, sie bleibt lieber in Berlin. Aber sie braucht die

„Wirtschaft“ in Kunow zum Ausgleich.

Eine der Töchter und ihr Ehemann engagieren sich stark

in der Kirchengemeinde des Dorfes. Er spielt die Orgel, sie

organisiert und hält in Abwesenheit des Bezirkspfarres als

Lektorin die Andachten in der Kirche.

Die andere Tochter ist Physiotherapeutin und arbeitet heute

in einer kleinen Praxis im Nachbarort. Darüber hinaus behandelt

sie Patienten aus dem Dorf in ihrem Haus. Natürlich

gelten sie immer noch als Zugereiste und ein bisschen auch als

Exoten im Dorf, scheinen aber an den Reaktionen der einheimischen

Nachbarn gemessen, trotzdem gut integriert zu sein.

Es wird auch viel getan, um das Leben auf dem Lande

attraktiver zu machen. Zum Beispiel findet in der Nachbarsachaft

auf der Plattenburg jährlich ein besonderer mittelalterlicher

Markt statt. Die zahlreichen detailgetreuen Stände

mit altem Kunsthandwerk und einem reichhaltigen Angebot

an (vorgegaukelt) mitteralterlichen Speisen und Getränke

locken die Besucher, so wie die vielen Darbietungen von

Gauklern und Musikanten. Und wer irgendwie mittelalterlich

gekleidet daherkommt, zahlt weniger Eintritt.

Wohnhaus einer der drei Berliner Stadtgören

Den Vogel schießt aber ein Projekt ab, das sich „Dorf

macht Oper“ nennt. Das ganze Dorf Klein Leppin spielt

Oper, in diesem Jahr „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques

Offenbach. Die Laien des gemischten Chores, ein

Projekt-Orchester und Opern-Solisten führen unter der

Leitung einer Regisseurin und Choreografin an zwei unterschiedlichen

Plätzen im Freien die ganz modern inszenierte

Oper auf. Die Kinder des Ortes und andere Laien sind ins

Spiel mit einbezogen. Sogar das Publikum muss mitspielen,

es zieht mit dem Ensemble zum zweiten Spielplatz, in

die „Unterwelt“. Die Generalprobe wird ein Riesenspaß,

sehr professionell gespielt und gesungen, nicht nur von den

Opern-Profis, auch der gesamte Chor ist absolut bühnenreif.

Unglaublich, das alles auf dem platten Lande.

Vielleicht ist das

die Rettung für unsere

Dörfer in Ost und West,

wenn immer mehr

Städter auch auf Grund

steigender Mieten die

Stadtflucht ergreifen,

sich auf dem Lande niederlassen

und sich hier

bewusst einbringen?

Text /Fotos Anne Alhäuser

3/2015 durchblick 29


Sport

Klettern auch für Senioren

Ein attraktives und interessantes Angebot in Siegen

Am Mittwochmorgen um 10.30 Uhr stehen

wir in der Kletterhalle in Siegen;

um uns herum jede Menge Kletterrouten

für uns allein – sind die Kletterer alle Langschläfer?

Wir können uns ganz entspannt Wege

für unser Können aussuchen, zwei bis drei leichte

Routen zum Aufwärmen und Eingewöhnen,

schwierigere Routen – wir haben die freie Wahl,

kein Stress, keine Hektik.

Auf einer Grundfläche von 510 m² warten

über 100 Kletterrouten mit bis 15,5 m Höhe

und ca. 8000 verschraubten Griffen auf Kletterer;

Routen jeder Schwierigkeit, es gibt jede

Menge sogenannte Vorstiegsrouten für geübte

Kletterer, aber auch ausreichend Möglichkeiten

für Anfänger und Einsteiger, Kletterseile sind

vorhanden, Gurte, Sicherungsgerät und auch

Kletterschuhe können geliehen werden. Umkleideräume

mit Toiletten und Duschen, ein Seminarraum

und ein Bistro runden das Angebot

des „Kletterzentrum Siegerland“ der Sektion

Siegerland e.V. des Deutschen Alpenvereins ab.

Die beeindruckende Halle steht in Siegen,

am Effertsufer 105, hinter dem ehemaligen

Schlachthofgelände.

Jeder – Anfänger/Einsteiger, geübter oder

ungeübter, junger oder alter Kletterer, kann hier

Kletterroute in der Siegener Kletterhalle am Effertsufer 105 gegen ein Eintrittsgeld seinem Hobby nachgehen.

Es gibt ein großes

2 Fotos: Karin Aleith-Hüner

Angebot an Kursen und

es sind immer auch Mitarbeiter

vor Ort, die bei

Bedarf und auf Wunsch

Tipps geben.

So gegen 12 Uhr werden

langsam die Arme

und Hände müde – es wird

Zeit für einen Kaffee und

die Erholung.

Klettern ist abwechslungsreich,

es fordert

statische und dynamische

Muskelarbeit, der Bewegungsapparat

wird

ganzheitlich belastet,

der Gleichgewichtssinn

wird durch die ständige

Körperschwerpunktkontrolle

und Stabilisierung

Blick in die Boulderhalle in Siegen-Weidenau, Bismarckstraße 81

gefordert und gefördert;

30 durchblick 3/2015


Muskeln, Sehnen/Bänder, Gelenke und Bindegewebe

werden durch permanenten Wechsel zwischen Druck und

Entspannung, Dehnung/Streckung stimuliert.

Weil Klettern so vielseitig und vor allem das Hallenklettern

sehr gut in Bezug auf Belastung und Pause zu

dosieren ist, ist Klettern auch sehr interessant für das Alter:

„Seniorenklettern hält fit – Kletterkurse für Senioren

sind das perfekte Training für den ganzen Körper – und

das Gehirn”, so die Altersmediziner die sogar „Kraxeln

auf Rezept” empfehlen. Klettern gilt in der Therapie zur

Behandlung orthopädischer Probleme, zur Verbesserung

der Beweglichkeit, zur Koordinationsschulung und auch

zum Trainieren der Konzentrationsfähigkeit als sehr wirksames

Mittel.

Ein interessante Variante des Kletterns ist das Bouldern;

Bouldern (englisch „boulder“ = Felsblock) ist eine

Form des Kletterns, bei der ohne Gurt und Seil in Absprunghöhe

– ursprünglich an einem Felsblock – geklettert

wird. Der klassische „Boulder“ besteht meist aus nur

vier bis acht Kletterzügen in unterschiedlichen Schwierigkeiten.

In den letzten Jahren hat das Bouldern einen

starken Zulauf erhalten und sich zu einer eigenständigen

Sportart entwickelt.

Seit letztem Jahr gibt es auch in Siegen-Weidenau, in

der Bismarckstraße 81, eine Boulderhalle, die als „Schlüsselstelle“

eröffnet wurde; mit dem Begriff Schlüsselstelle

wird im Klettersport eine besonders knifflige Stelle einer

Kletterroute bezeichnet, eben die Schlüsselstelle einer

Route. Die alte Dreherei der ehemaligen Metallgießerei

Charlottental wurde zu einer modernen Sportstätte umgebaut.

Die beiden Jung- Brüder, Daniel und Markus, beide

erfolgreiche Kletterer, haben hier ihr umfangreiches

Wissen und ihre Klettererfahrung eingebracht und einen

für Anfänger und Profis attraktiven Bouldertreffpunkt geschaffen.

Auch hier gibt es Kurse, individuelle Hilfen,

Kletterschuhe zum Ausleihen und ein Café zum Ausspannen

mit Blick in die Boulderhalle.

Siegen ist mit diesen beiden Hallen zu einer Kletterhochburg

für Jung und Alt, für Einsteiger, Anfänger und

auch Profis geworden. Wir müssen ja nicht wie der Zermatter

Bergführer Ulrich Inderbinen, der mit 89 Jahren das

Matterhorn zum 371.Mal bestiegen hat, nach Kletterhöchstleistungen

streben. Aber auch im Alter ist das Klettern eine

interessante und wertvolle Freizeitbetätigung. Klettern

hat keine Altersgrenze, die Belastung für den Körper kann

durch die Wahl von Route und Wandneigung auf die individuellen

Möglichkeiten abgestimmt werden. Dabei werden

einerseits die Muskeln des gesamten Körpers gekräftigt,

und kräftigere Muskeln stützen die Knochen, es strafft den

ganzen Körper, stärkt den Rücken, die Arme, die Finger.

Andererseits werden durch das Klettern Beweglichkeit und

Koordinationsfähigkeit trainiert, es wirkt sich positiv auf

Sensomotorik, Gleichgewichtssinn und Gelenkbeweglichkeit

aus. Auch die Kondition wird verbessert, da der Kreislauf

ständig belastet wird; nicht zuletzt steigert Klettern

auch Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Klaus Hüner

k u l t u r h a u s

st.-johann-str. 18 | siegen

Montags ab 20.30 Uhr: Tango im Lÿz

26. Sept.: Kabarett mit Philip Simon

31. Okt.: Lesung mit Gereon Klug

14. Nov.: Kabarett mit Sissi Perlinger

30. Jan.: Lesung mit Hans-Joachim Heist

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20. Sept.: Jürgen von der Lippe

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September 2015 bis März 2016

3/2015 durchblick 31

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Mit kräftigem Händedruck begrüßt uns Helmut Vitt

in seinem „Enzian-Stüberl“. Wie die Fotos an

den Wänden verraten: Das Bergsteigen ist seine

Leidenschaft. Braungebrannt, fit, im karierten Hemd mit

einem Amulett um den Hals, in Jeans und leichten Wanderschuhen

sitzt er zwischen Erinnerungsstücken. Typisch für

ihn sind seine kurzgelockten Haare und der gestutzte Bart.

Seine freundlichen Augen blicken durch eine markante dunkle

Brille, mit verschmitzten Zügen fängt er an zu erzählen.

Auch zu seinem Amulett gibt es eine Geschichte.

Die Sehnsucht nach den Bergen hatte ihn schon als junger

Bursche träumen lassen: „Einmal vor dem Mount Everest,

dem Dach der Welt, stehen“. 1992 wurde dieser Traum wahr

und die erste Tour in Nepal führte ihn auf den „Island Peak“

(6189 m). Im Team mit 12 Bergsteigern und einer mehrköpfigen

Küchen- und Trägermannschaft. Die Bergsteiger sind

normalerweise in eigenen Zelten untergebracht. Helmut Vitt

aber wollte den Einheimischen nah sein und übernachtete

so manches Mal bei den Trägern in ihrem Zelt. Auch die

manchmal doch fremden Mahlzeiten teilte er mit ihnen.

Penkma, ein junger Sherpa, gewann damals seine besondere

Aufmerksamkeit. Für ihn setzte er sich später als Pate

ein und förderte den Jungen z.B. mit Sprachunterricht. Nur

so konnte der junge Mann zum offiziellen „Guide“ in der

Himalaya-Region werden. Ein begehrter Job.

Gern erzählt Helmut Vitt von seinen Touren. Nicht nur

das alpine Erleben ist ihm wichtig. Ebenso das Kennenlernen

fremder Kulturen. Und neue Freundschaften. 1996 lernte er

z.B. in Alaska Bergsteiger kennen, mit denen er noch heute

Kontakt hat. Viele Fotos hat er von den Reisen in fremde

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Vorgestellt:

Helmut Vitt

Fotos:

Gudrun und Wolfgang Neuser

Länder mitgebracht: Landschaften, Menschen, vor allem

Kinder, und die Berge zwischen Erde und Himmel sind seine

Motive. Mit spannenden Erzählungen gab er diese Leidenschaft

später bei Diavorträgen an Siegener Schülerinnen und

Schüler weiter. Geografieunterricht, der richtig Spaß macht.

Doch nicht nur von schönen Erlebnissen kann Helmut

Vitt erzählen. Manche Besteigung ist gescheitert, wenn

das Wetter und die Vernunft es nicht zuließen. Er berichtet

von gefährlichen Situationen mit Erfrierungen und Schneeblindheit.

Immer hatte er Glück und konnte geheilt werden.

Bei einer Expedition in Tibet (Cho Oyu 8201 m) wurde er

schneeblind. Von einem Yak-Treiber, der ihn im Basis-Camp

drei Tage und Nächte gepflegt hatte, bekam er ein Amulett,

das er noch heute als Erinnerung um seinen Hals trägt. Im

Austausch gegen ein T-Shirt mit dem Potala-Palast als Motiv.

Später reiste Helmut Vitt noch mehrmals in das Himalaya-Gebiet.

Dann kamen Bergtouren in Alaska, Peru und

Grönland hinzu. Auch in den europäischen Alpen war er

viel unterwegs. Für dieses Jahr plant er noch ein paar Touren

in den Berchtesgadener Bergen. Übrigens, eine Sauerstoffmaske

gehörte nie zu seiner Ausrüstung, dafür Fitness

und Besonnenheit. Um in guter Form zu bleiben, ist der

71-Jährige bei fast jedem Wetter draußen in der Natur unterwegs

mit dem Mountainbike oder in Wanderschuhen.

Hat er noch einen Traum? Ja sicher, die Besteigung des

Elbrus (höchster Berg Europas).

Zur Person: geboren 1944 in Siegen-Kaan-Marienborn,

Beruf: Handwerker

Fotos: Gudrun und Wolfgang Neuser, Text: Tessie Reeh

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Unterhaltung

Geteilte Freude

Ein Siegerländer Märchen

Es war nach dem Ersten Weltkrieg, so erzählte mir

mein Großvater auf einem unserer zahlreichen Spaziergänge,

da wohnten in einem Siegerländer Dorf

zwei Brüder. Der Ältere von ihnen war unverheiratet und

wohnte alleine im elterlichen Haus, denn die Eltern waren

kurz nach dem Kriege, als beide Söhne aus der Kriegsgefangenschaft

heimgekehrt waren, gestorben. Der Jüngere

hatte ein Nachbarsmädchen geheiratet, hatte zwei Kinder

und wohnte im Hause seiner Frau, das diese von ihren Eltern

übernommen hatte.

Es war nach dem Kriege eine wirtschaftlich schlechte

Zeit und beide Brüder waren oft arbeitslos und mussten

sich mühsam von ihren kleinen Landwirtschaften ernähren,

dazu gehörten auch die Haubergsanteile, die die Eltern der

beiden Brüder diesen zu gleichen Teilen hinterlassen hatten.

Der Frühling kam, dem ein besonders harter Winter

vorangegangen war, und in beiden Häusern herrschte

Schmalhans Küchenmeister. Die beiden Brüder brachten

ihre Werkzeuge, Äxte, Beile, Sägen, Knippen und Schälmesser,

in Ordnung und begannen nach der erfolgten jährlichen

Teilung des Haubergs, ihren Jahn zu bearbeiten.

Sie machten alles gemeinsam, räumten das Unterholz,

banden die Schanzen, schälten die Rinde von den Eichen,

die dann später als Eichenlohe an die Gerberei verkauft

wurde, und fällten schließlich die Bäume, die als Brennholz

vorgesehen waren. Nach Abschluss der normalen Arbeiten

wurde das Haubergskorn ausgesät, das später im Jahr

geerntet, gedroschen und gemahlen werden musste. Alles

wurde brüderlich geteilt.

Die Haubergsarbeit verlief in bester Übereinstimmung

und da auch das Wetter in dem Jahr mitspielte, war man

Foto Ulli Weber

nach drei Wochen so weit, dass das Holz

und die Schanzen aus dem Wald nach Hause

gefahren werden konnten. Alles wurde

zunächst auf dem Hofe des Elternhauses

abgeladen und dann begannen die beiden

Brüder mit dem Zerkleinern des Holzes.

Zunächst wurden die dünneren Stangen mit

der Axt auf Ofenlänge geteilt, danach die

dickeren Stämme gesägt und zerhackt. Alles

Holz wurde zunächst auf einen großen

Stapel aufgehäuft, von dem es dann in die

unterschiedlichen Schuppen der Brüder zur

Einlagerung verteilt wurde.

Weil die beiden Höfe aneinander grenzten,

konnte der Transport mit einer Schubkarre erfolgen.

Die Karren wurden gleichmäßig beladen

und gewissenhaft gezählt. Jeder sollte

ja die gleiche Menge Holz erhalten.

Des Abends, nach Beendigung der Arbeit,

lag der jüngere Bruder mit seiner Frau im Bett. Er

wälzte sich hin und her und konnte nicht einschlafen. Da

fragte ihn seine Frau: „Warum schläfst Du nicht?“ Er sprach:

„Ich denke an meinen Bruder. Wir haben das ganze Holz brüderlich

geteilt, aber er ist ganz alleine und was wird, wenn er

plötzlich erkrankt und er kann sich nicht mehr selbst helfen?“

Die Frau liebte ihren Mann, verstand seine Gedanken und

sprach zu ihm: „Dann tu doch, wonach dir ist.“

Der Mann stand auf, kleidete sich an und brachte, ohne

Lärm zu machen, im Schutz der Dunkelheit fünf Schubkarren

Holz von seinem Vorrat in seines Bruders Schuppen.

Danach legte er sich wieder in sein Bett, dankte seiner Frau

für ihr Verständnis und schlief glücklich ein.

Der ältere Bruder konnte auch nicht einschlafen und

dachte für sich: Ich bin allein, aber mein Bruder hat eine

Familie und deshalb steht ihm ein größerer Anteil des

Holzes zu als mir. Ich will ihm diesen Anteil heimlich zukommen

lassen. Und so stand auch er auf, kleidete sich

wieder an und brachte still und heimlich, damit niemand

etwas hören sollte, fünf Schubkarren Holz von seinem Vorrat

in des jüngeren Bruders Schuppen. Danach legte er sich

glücklich wieder in sein Bett und dankte Gott für den guten

Gedanken.

Am nächsten Morgen schaute jeder der Brüder noch einmal

nach seinem Holz und da musste jeder zu seinem Erstaunen

feststellen, dass sich an der Menge des Holzes gar

nichts verändert hatte. Sie traten beide aus ihren Schuppen

heraus und trafen sich auf dem Hof und als sie sich sahen,

lachten sie und nahmen sich gegenseitig in die Arme.

Die Frau des jüngeren Bruders kam dazu und sagte:

„Geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Otto Schneider

34 durchblick 3/2015


Pege‐ und Kurzzeitpegeplätze

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3/2015 durchblick 35


Die Polizei in Siegen-Wittgenstein warnt

Nie zu alt fürs Internet

Foto: Wolfgang Neuser

Das Internet bietet auch älteren Menschen viel: Einkaufen,

Bankgeschäfte erledigen, aktuelle Nachrichten

lesen, interessante Themen recherchieren

und in Sozialen Netzwerken generationenübergreifend

Kontakte knüpfen und Gedanken austauschen. Die Möglichkeiten

des Internets sind vielfältig und praktisch, gerade

für nicht mehr so mobile Senioren.

Allerdings ist es wichtig, dabei grundlegende Sicherheitsregeln

zu beachten, die ich Ihnen in diesem und im

folgenden Heft zusammenfassend vorstellen möchte. In

dieser Ausgabe soll es zunächst um Grundregeln gehen, die

man beachten sollte, wenn man sich im Internet bewegt. Im

nächsten Heft gehe ich dann auf das Einkaufen im Internet

und die Nutzung von Sozialen Netzwerken ein.

Absolut wichtig ist, auf dem PC eine Firewall („Brandmauer“

= Sicherungssystem gegen unerwünschte Zugriffe)

und einen Virenscanner (Programm gegen Schadsoftware)

zu installieren und diese immer aktuell zu halten. Achten

Sie darauf, dass automatische Updates (Aktualisierungen)

aktiviert sind. Viele Betriebssysteme bieten eine Firewall,

die man lediglich aktivieren muss. Im Fachhandel finden

Sie eine große Auswahl geeigneter Programme, lassen Sie

sich dort beraten. Suchen Sie sich Unterstützung bei der Installation

und Einrichtung der Software, wenn Sie sich unsicher

fühlen. Gut funktionierende Sicherheitsprogramme

können Ihnen viel Ärger ersparen!

Gehen Sie immer sorgsam mit Ihren persönlichen Daten

um und überlegen Sie genau, wo im Internet Sie Ihren

Namen, Ihre Anschrift oder Ihre Telefonnummer angeben.

Noch vorsichtiger sollten Sie mit besonders sensiblen Daten,

beispielsweise Ihren Kontodaten, sein. Achten Sie in

diesen Fällen darauf, dass eine verschlüsselte Verbindung

besteht, die Sie an dem Kürzel „https“ in der Adresszeile

im Browser erkennen.

Verwenden Sie immer sichere Passwörter, die aus mindestens

acht, besser zehn Zeichen bestehen sollten. Nutzen

Sie dabei Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

Ändern Sie die Passwörter regelmäßig, verwenden

Sie für unterschiedliche Anwendungen immer verschiedene

Kennwörter und speichern Sie diese niemals auf dem PC!

Tipp: Denken Sie sich einen einprägsamen Satz aus und verwenden

Sie für das Passwort jeweils die ersten Buchstaben

der einzelnen Wörter. Für Unbefugte sieht es dann wie eine

sinnlose Aneinanderreihung von Buchstaben aus.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie E-Mails (elektronische

Post) von unbekannten Absendern erhalten! Entsprechende

Anhänge, aus denen sich z.B. angeblich weitere Einzelheiten

ergeben sollen, enthalten oft schädliche Viren. Öffnen Sie

E-Mail-Anhänge immer nur dann, wenn Sie den Absender

kennen und ihm vertrauen. Achtung: Beim Onlinebanking

sollten Sie niemals Ihre Zugangsdaten eingeben, wenn Sie

zuvor per E-Mail dazu aufgefordert wurden! Keine Bank

und kein sonstiger Dienstanbieter versendet E-Mails, in denen

nach PINs, TANs oder Passwörtern gefragt wird!

Besondere Achtsamkeit ist auch erforderlich, wenn Sie

frei zugängliche Computer oder unverschlüsselte WLAN-

Netze nutzen, beispielsweise im Hotel, im Restaurant oder

im Internetcafé. Verwenden Sie in diesen Fällen nach Möglichkeit

keine persönlichen Kennwörter.

Installieren Sie nur Software aus vertrauenswürdigen

Quellen. Vor dem Herunterladen von Programmen aus dem

Internet sollten Sie sich mit

Hilfe von Suchmaschinen über

den Anbieter und die Software

informieren. ●

Torsten Heider

Leiter Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz

bei der Kreispolizeibehörde

Siegen-Wittgenstein

Tel.: 0271-7099-4800

Weitergehende Informationen und Links rund um das

Thema „Sicherheit im Internet“ finden sie u.a. unter

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps.

Über die Adresse publikationen@bundesregierung.de

030/182722721 können sie die ausführliche Broschüre

„Nie zu alt fürs Internet“ kostenlos bestellen.

36 durchblick 3/2015

Autorenfoto


Der Maler Herbst

von Helga Düringer

Der Maler „Herbst“ hält seine Farben

und die Pinsel schon bereit,

abgeräumt vom Feld die Garben,

es beginnt die bunte Zeit!

Gelb, orange, bordeaux und braun

schaut das Blattwerk über`n Zaun,

wo prachtvoll erst die Blumen blühten,

die in der Sommersonne glühten!

Da malt er kunstvoll gar wie Macke

dem grünen Blatt `ne gold`ne Zacke.

Am nächsten Tage wie Monet

ziert er die Gräser dort am See!

Er schwenkt den Pinsel wie ein Lasso

und mischt die Farben wie Picasso.

Das liegt dem Künstler so im Blut,

voll Fantasie und Übermut!

Der Maler Herbst wird stündlich dreister,

er kopiert die größten Meister!

Harmonisch wie bei Gustav Klimt

erstrahlt das Laub sogar in Zimt.

Auch Blätter schon im freien Fall,

verziert er schnell noch wie Chagall!

Mit einer letzten Signatur

prägt er die Szene der Kultur!

Bald stellt er aus, sein leuchtend Werk,

da staunt sogar der Gartenzwerg.

Versteigerung kommt nicht in Frage,

gezählt sind des Gemäldes Tage!

Denn tosend Stürme über Nacht

zerstören all die gold`ne Pracht,

tragen die Blätter hoch hinaus,

der Regen klatscht dazu Applaus!

Dann ist der Winter nicht mehr weit,

alles hat so seine Zeit!

3/2015 durchblick 37


Unterhaltung

Tante Meta

Das Geburtstagsgeschenk

Jedes Jahr vor Tante Meta‘s Geburtstag stellen wir uns

die gleiche Frage: Was sollen wir ihr nur schenken?

Ältere Leute haben eben alles, was sie brauchen und

nicht brauchen. Letztens meinte mein Mann: „Ich weiß,

was wir Tantchen schenken können: Eine Einkaufstasche!“

Ich war über seine Idee erstaunt, fand sie aber wirklich

gut. Denn Tante Meta’s Einkaufstasche hat sicher schon

einige deutsche Regierungen überstanden. Das Leder ist

total verbeult, verblichen und verschrammt, so dass die

Kaufhausdetektive bestimmt in Lauerstellung gehen, wenn

sie durch den Eingang geht.

Tante Meta geht auch nie ohne ihre Tasche los. Ich denke,

würde man alles auf einen Haufen tragen, was sie schon damit

ins Haus geschleppt hat, könnte man bestimmt viele Güterwagen

füllen. In ihre Tasche passen fast alle Schätze dieser

Erde. Sie ist nach jedem Einkauf so schrecklich schwer, dass

ihre Arme immer länger werden. Schon aus diesem Grunde

war eine kleinere und schönere Tasche fällig.

Wir ahnten natürlich nicht, dass alle Gründe, die wir zusammentrugen,

für Tante Meta nicht zählten. Und weil wir

das nicht ahnten, kauften wir in einem exclusiven Lederladen

ein handgearbeitetes Prachtexemplar in Bordeauxrot

mit verchromten Griffen und dezentem Prägemuster. Beim

Anblick von dieser Tasche würde jeder Portier eines Fünf-

Sterne-Hotels vor Tantchen salutieren – wenn sie dann in

solchen Häusern „absteigen“ würde.

Wir hatten die Tasche zwischen

seidenähnlichem Stoff

in einen Karton mit glänzendem

Geschenkpapier und einer

roten Schleife verpacken

lassen. Die Geburtstagskerze

stellten wir neben das Geschenk,

um beim Auspacken

Tante Meta’s Augen leuchten

zu sehen. Doch sie kniff

ihre Augenlider wie Schießscharten

zusammen und

meinte: „Was habt ihr denn

da schon wieder Unnützes

angeschleppt?“ Ich antwortete:

„Diesmal haben wir uns

etwas sehr Praktisches ausgedacht.“

Tante Meta schickte

einen schiefen Blick über ihre

Brille, riss die schöne Schleife

gefühllos ab und zerrte die

Tasche aus dem Karton, um

sie nach kurzer Begutachtung

wieder in selbigen fallen

zu lassen. „Ich habe doch eine Einkaufstasche“, meinte

sie entrüstet. „Aber die ist doch ganz alt“, versuchte mein

Mann einzubringen. „Ich bin auch alt“, schmetterte Tante

Meta zurück. Ich versuchte zu beschwichtigen: „Deine alte

Tasche ist viel zu groß und zu schwer.“ „Trag ich die oder

du?“, keifte sie zurück. „Jetzt schau sie dir doch erst einmal

richtig an“, riet mein Mann. Doch das hätte er lieber nicht

sagen sollen. Tante Meta griff nach der Tasche und legte

los: „Diese ist viel zu schwer! Das liegt an dem Leder. Und

die Farbe ist viel zu auffällig. Und was sind das denn für

Griffe?“ Ich sagte mutig: „Verchromte Griffe, was ganz

Edles.“ „Sieht aus wie Aluminium“, nörgelte Tante Meta.

„Viel zu kalt in der Hand! Und ob die Griffe halten, wenn

ich Kartoffeln, Mineralwasser und Waschpulver einkaufe,

das glaubt ihr doch selber nicht.“ „Nun schau doch erst mal

rein“, empfahl mein Mann. Tante Meta öffnete umständlich

die Tasche und schimpfte los: „Nun guckt euch das mal an

– da ist ja noch nicht mal wasserdichtes Futter drin. Wenn

da mal eine Milchtüte aufplatzt, hab ich nasse Beine! Und

hier die Seitentaschen, die sind so hoch eingesetzt, dass sich

die Taschendiebe nicht mal bücken müssen, um reinzugreifen.

Und wo ist außen eine Schlüsseltasche? Fehlt also! Da

polterte mein Mann los: „Du steckst doch sowieso deine

Schlüssel nicht in die Außentasche.“

„Aber immer!“, trumpfte Tante Meta auf. „Niemals!“,

konterte mein Mann. Verärgert meinte Tante Meta: „Denkst

Foto: Tessie Reeh

38 durchblick 3/2015


Unterhaltung

du, ich hänge sie mir für alle sichtbar um den Hals?“ „Nein,

du wirfst sie in die Tasche, wo du sie dann zwischen allem

Krempel nicht wiederfindest!“ Aufgeregt entgegnete Tante

Meta: „Nun mach aber mal halblang!“ „Ok, dann hol

deine Tasche mal her und zeig uns, wo die Schlüssel sind“,

versuchte mein Mann ruhig zu befehlen. Tante Meta ging

in die Küche und kam mit ihrem „Schätzchen“ zurück. Sie

langte hinein…und brachte ein Päckchen Papiertaschentücher

ans Licht. „Die brauche ich, wenn ich vom Kalten ins

Warme komme.“ Sie langte erneut hinein und hielt einen

zusammenfaltbaren Einkaufsbeutel in der Hand. Danach

zog sie einen Mini-Schirm heraus und anschließend noch

eine Regenhaube. Ich fragte: „Schirm und Haube?“ „Ja,

klapp du mal so ein dummes Ding auf…ehe man damit

fertig ist, ist der Regen vorbei oder die Frisur völlig hin.“

Tante Meta schaute erneut suchend in ihre Tasche, klopfte

an den Seitentaschen , griff hinein und…“Na bitte schön, da

hab ich sie...ach nein, das sind ja eure Schlüssel!“ Sie griff

erneut in die gleiche Ecke: „ Ha, da ist ja der Dosenöffner,

den ich schon so lange gesucht habe!“ Beim nächsten Griff

in die Tasche hatte sie ein Fläschchen Kölnisch Wasser in

der Hand, ein Brillenetui, unzählige Kassenbons, Kreislauftropfen,

die sicherlich längst unwirksam waren, viele

benutzte Stofftaschentücher, die bestimmt schon einige

Weihnachtseinkäufe mitgemacht hatten und verschiedene

Ausweispapiere.

Mir platzte fast der Kragen und ich schlug Tante Meta

vor, doch die neue Tasche mit den vielen Seitenfächern

zu nehmen. Doch sie schüttelte energisch den Kopf und

meinte: „Wenn ich meine Sachen da alle hineinstecke, ist

sie ja schon voll, ehe ich überhaupt irgendetwas eingekauft

habe.“ „Aber Tante Meta, du könntest mal mindestens die

Hälfte von diesem Plunder wegwerfen“, entfuhr es meinem

Mann. Tante Meta zischte: „Ja was denn, bitte schön? Etwa

meine Ausweise, meine Brille oder die Regenkappe? Ihr

bezahlt mir sicher nicht den Friseur, wenn ich klatschnass

bin, oder?“ Uns war alle Geburtstagsstimmung vergangen

und so fragte ich Tante Meta ganz direkt: „Du willst also

unser Geburtstagsgeschenk auf keinen Fall haben?“ „Das

habe ich nicht so gesagt“, meinte sie ein wenig kleinlaut.

„Aber so gemeint“, entfuhr es meinem Mann. „Habt ihr

denn überhaupt noch den Kaufbeleg, damit man sie eventuell

zurückgeben könnte?“, fragte Tante Meta ziemlich leise.

„Natürlich haben wir den noch, denn wir kennen dich ja

nicht erst seit ein paar Tagen. Doch ich weiß nicht, ob ich

in nächster Zeit nochmal in die Nähe des Ladens am Stadtrand

komme“, antwortete ich ihr. „Oh, da kann ich doch

vorbeigehen“, sagte Tante Meta schon wieder in ihrem so

liebenswürdigen Befehlston. „Komm, gib das Prachtstück

her, ich stecke es in meine alte geräumige Einkaufstasche

und dann geht’s retour…und wehe das Geschäft erstattet

mir nicht den Kaufpreis in bar, dann werden die mich aber

kennenlernen…denn für solche Situationen habe ich immer

eine Trillerpfeife im Innenfutter meiner Tasche.“

Ulla D’Amico

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3/2015 durchblick 39


Unterhaltung

Zettelwirtschaft

von To-do-Listen, Wasch- und Spickzetteln

Haben Sie schon einmal etwas angezettelt, einen

Denkzettel verpasst, sich verzettelt oder einfach

einen Notizzettel geschrieben? Es geht also um

Zettelwirtschaft. Heute passiert das sicher alles digital über

Excel-Dateien oder das Smartphone.

Schon immer haben wir unserem Gedächtnis nicht ganz

getraut. Da wurden Waschzettel geschrieben. Ursprünglich

war dies eine Liste der in die Wäscherei gegebenen Wäschestücke.

Heute, wo fast jeder Haushalt selber mit der

Maschine wäscht, zu Hause oder im wunderbaren Waschsalon,

hat dieser Zettel ausgedient. In den Medien, versteht

man darunter eine kurz gefasste Pressemitteilung. In den

Verlagen eher eine Zusammenfassung oder den Klappentext

für ein neues Buch. Auch eine Gebrauchsanweisung

für ein technisches Gerät gehört in diese Zettelkategorie.

Meist sehr knapp gehalten, dafür in 20 Sprachen. Schlecht

für manchen, wenn diese Kurzanleitung nur noch aus oft

für Laien unverständlichen Zeichnungen besteht – wie bei

einem schwedischen Möbelhaus.

Der erste handgeschriebene Zettel im Leben der

Kids ist sicher der Wunschzettel zu Weihnachten oder

zum Geburtstag. Um den Wünschen mehr Gewicht

zu verleihen, wird er auch noch heute möglichst in

Schönschrift verfasst und mit kleinen Zeichnungen

versehen. Auch Einkaufszettel werden meist noch

per Hand geschrieben. In den Einkaufswagen im Supermarkt

finden sich manchmal diese hingekritzelten

Zettel, manchmal zerknüllt. Anhand der Schrift geben

sie Rätsel auf über den Schreiber: wie alt mag er

oder sie wohl sein? Eier, Butter, Milch, Fleischwurst

und Sülze und Speck - oder Mehl, Hefe, Vanillezucker,

Äpfel, Sahne verraten gestandene Siegerländer

oder Siegenerinnen. Anders mit Mango, Hähnchenbrust,

Basmatireis, Riesengarnelen und Curry. Hier

scheint schon die internationale Küche Einzug gehalten

zu haben. Oder Veganer im Bio-Supermarkt

mit den entsprechenden Köstlichkeiten. Ein Freund

von mir sammelt diese Einkaufszettel und es bereitet

immer wieder Spaß, darüber zu spekulieren, wer

wohl dahintersteckt. Manchmal findet sich aber

auch ein Computerausdruck mit den Rezepten und

Zutaten für Köstlichkeiten aus Kochsendungen, etwa

von Johann Lafer. Inzwischen bietet auch das Internet

vorgefertigte Einkaufzettel in Form von Excel-

Vorlagen an. Brauchen wir das wirklich?

Ein Spickzettel hat schon manch einem Schüler bei

einer Klassenarbeit auf die Sprünge geholfen mit Formeln,

Lösungswegen oder Vokabeln. Heute hilft da wohl

eher das Smartphone.

Es gibt aber auch Spickzettel, die es ins Museum

geschafft haben. Ins „Haus der Geschichte“ in Bonn. Da gibt

es den berühmten Zettel, den Günter Schabowski als SED-

Politbüro-Mitglied während seiner historischen Pressekonferenz

am 9. November 1989 zu Hilfe nahm. Es ging um

die Reiseregelung der DDR-Bürger in den Westen. Journalisten

fragten, ab wann die neue Regelung – die Öffnung der

Grenzen – gelte und Schabowski antwortete: „Sofort, unverzüglich“.

Dieser berühmte Schabowski-Zettel wurde für

25.000 Euro vom Bonner Museum „Haus der Geschichte“

angekauft. Und ist 2015 wieder zum Streitobjekt geworden.

Wem gehört der Zettel, wer darf darüber verfügen?

2006 während der WM trifft Deutschland im Viertelfinale

auf Argentinien. Es kommt zum Elfmeterschießen. Was

für ein Zettel wurde dem Keeper Jens Lehmann zugesteckt?

Ganz Deutschland rätselt. Auf dem Spickzettel waren die

Gewohnheiten der argentinischen Schützen von Andi Köpke,

dem Torwarttrainer, notiert. Jens Lehmann kann halten und

wird zum Helden. Aber wer hatte Jens Lehmann den Zettel eigentlich

zugesteckt? Ich selber bin keine Fußballexpertin. Fra-

40 durchblick 3/2015


ge ich aber Fußballfans im Freundeskreis, bekomme ich sehr

verschiedene Antworten, von Andi Köpke bis Oliver Kahn *).

Wie auch immer, der Spickzettel wurde zum Kultobjekt und

später für eine Million Euro bei „Ein Herz für Kinder“ versteigert.

Also: nicht alle Zettel zerknüllen und wegwerfen!

Seit 30 Jahren hatte der Papierfetzen dann bei vielen ausgedient.

Seitdem pflasterten nach und nach rosa oder kanariengelbe

„Post-it“ Klebezettel Schreibtisch, Computer, Kühlschrank

und Pinnwand. Am liebsten war Frau oder Mann natürlich die

Kurzbotschaft „Ich liebe Dich“ mit einem gemalten Herz.

Angesagt sind heute aber vor allem To-do-Listen. Alles,

was zu erledigen ist, wird erst einmal aufgeschrieben. Oder

ins Smartphone eingetippt. Ursprünglich kommen diese Listen

aus dem Projektmanagement. Hier wird festgelegt, wer

im Team für was zuständig ist, bis wann die Teilschritte zu

erledigen sind und zur entsprechenden Kontrolle.

Zu Hause schreiben wir auch gerne To-do-Listen und listen

alles auf, was zu erledigen ist. Am schönsten ist, wenn

man knifflige Aufgaben abhaken kann. Die Aufschieber haben

aber Probleme damit. „Prokrastination“ heißt das Wort

für Aufschieben, das man immer öfter liest. Ehe man die unangenehmen

Arbeiten – wie die Steuererklärung – in Angriff

nimmt, finden sich viele nebensächliche Aufgaben, die man

schnell vorher noch erledigen kann, etwa die beste Freundin

anrufen, schnell mal den Leitartikel der Zeitung lesen,

staubsaugen oder die Mails checken. Bei vielen alltäglichen

Dingen und Kleinkram dauert es aber länger, sie auf die Todo-Liste

zu schreiben, als sie einfach und sofort zu machen.

Manche Senioren neigen dazu, aufzulisten, was sie noch

alles machen wollen, bevor sie sterben. Der eine möchte

noch einen bestimmten Berg besteigen und einen Marathon

laufen, am besten in New York. Oder sich eine fremde Sprache

aneignen, Japanisch oder Chinesisch vielleicht, und dazu

Klavier spielen lernen. Ernsthafter wird es, wenn noch

eine Versöhnung ansteht, wozu der erste Schritt gemacht

werden muss. Das führt zum Ende, an dem in Österreich

und Süddeutschland dann der Partezettel steht: Die schriftliche

Mitteilung des Todes einer Person, die in Partekästen

am Friedhofseingang oder an der Kirche ausgehängt werden.

Im Französischen bedeutet „faire part“ mitteilen.

Moderatoren können ohne ihre Moderationskarten

nicht auf Sendung sein. Also Notizen zu den vorgesehenen

Themen und Personen, die später auf Karten ausgedruckt

werden, also quasi auch Spickzettel. Kommen diese Karten

durcheinander, gerät manch ein Moderator ins Schwitzen,

denn nicht alles kann vom Teleprompter abgelesen werden.

Journalisten und Schriftsteller aber lieben die gebundenen

Zettel, die Blank-Books. Hier werden handschriftlich

alle Ideen, Beobachtungen, Erkenntnisse, Traumfetzen oder

Begegnungen auf den leeren Seiten festgehalten, auf die man

später zurückgreifen kann. Denn einzeln gingen diese Notizen

im Chaos auf dem Schreibtisch oder in der Handtasche

verloren. Mit diesen Büchern wird zum Teil ein Kult getrieben.

„Moleskin“-Books (der Bucheinband mit der samtigen

Oberfläche von Maulwurfshaut) sind der Mercedes unter

diesen Notebooks, beliebt bei Studenten, Intellektuellen und

Angebern. Ein Klassiker bleibt aber immer noch die gute alte

China-Kladde. Schwarz mit rotem Buchrücken und Ecken.

Bei allen Zetteln: verzetteln sie sich nicht!

*) Es war Andreas Köpke Tessie Reeh

In eigener Sache:

Unser Redaktionsteam sucht „händeringend“ einen

(Hobby)-Grafiker. der uns in der Redaktionsarbeit unterstützen

möchte. Freude am Zeichnen, erstellen von

Collagen und Comics sollte die Hauptmotivation für eine

Mitarbeit sein. Eigene Werke zu veröffentlichen und die

Möglichkeit, mit anderen etwas zu schaffen, das können

wir sozusagen als Gegenleistung bieten. Die durchblick-

Redaktion ist ein munteres Team von (wenn alle anwesend

sind) 25 Personen, die alle der Spaß am Zeitungmachen

eint und die diesem Hobby ernsthaft, im Rahmen

ihrer individuellen Zeitmöglichkeiten, nachkommen.

Die Arbeit soll Freude machen und wird, wie im Ehrenamt

üblich, nicht bezahlt. Fahrtkosten, Materialkosten

usw. werden natürlich erstattet.

Der durchblick erscheint nur im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Die Auflagenhöhe erreicht allmählich 25.000 Exemplare.

Das Hauptverteilungsgebiet ist die Stadt Siegen

mit annähernd 14.000 Zeitungen. Weitere Informationen

erteilt jedes Redaktionsmitglied. Kontaktdaten finden Sie

auf Seite 74 dieser Ausgabe in der Spalte Impressum. ●

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3/2015 durchblick 41


Unterhaltung

Der Gartenzwerg

– Eine Gute-Nacht-Geschichte –

Bitte, Oma erzähl uns eine Geschichte, aber eine

neue, echt wahre, die wir noch nicht kennen. Meine

Geschichten sind doch alle „echt wahr“entgegnete

ich mit einem Augenzwinkern.

Die Kinder lagen frisch gebadet in ihren Betten und

sollten schlafen. Doch dann kam dieser Wunsch nach einer

neuen Geschichte. Gut, dachte ich, sollen sie ihre Geschichte

haben. Wie ihr wisst, habe ich den ganzen Nachmittag

im Garten gearbeitet und dabei so Einiges erlebt, sagte ich.

Der Gartenzwerg, der mitten im Blumenbeet steht,

meinte, gut dass du kommst. Ich musste in den letzten Tagen

sozusagen einen Krieg verhindern. Der Bärlauch hatte

gegen die Maiglöckchen gekämpft und, schau es dir an –

verloren. Du hattest ja viele Blätter abgezupft, weil man

sie essen kann. Dafür war ich dir auch sehr dankbar, denn

ich mag den Geruch nicht besonders, aber nun hängen die

letzten Blättchen armselig herum und da sagst du immer:

„Alles neu macht der Mai!“.

Natürlich sind die Blüten des Bärlauchs auch wunderschön,

wie kleine Sternchen. Doch machen wir uns nichts

vor, die Maiglöckchen sind nun mal auf dem Vormarsch.

Dabei sind sie giftig. Sag das den Kindern!

Und noch etwas, streckte doch gestern ein Regenwurm

seinen Kopf vor mir aus der Erde. Ich erkannte ihn sofort.

Es war der, der schon früher immer was zu meckern hatte,

und richtig, die Erde sei zu trocken, ich solle mal Regen

bestellen, meinte er. Als ob das so einfach wäre.

Dann kamen einige Schnecken vorbei, nicht nur die,

die ihr Zuhause immer mit sich herumschleppen. Sie beschwerten

sich über deine schönen Tulpen. Die Blätter

schmeckten ihnen nicht und an die Blüten kämen sie nicht

Foto: Gudrun Neuser

heran. Sie hätten das Gefühl, es kämen schlechte Zeiten

auf sie zu. Alle Welt würde Jagd auf sie machen. In keinem

Garten wären sie mehr sicher.

Und noch etwas muss ich dir sagen. Dort auf der Wiese

ist ein kleines Häufchen Erde. Dort streckte vor einigen

Tagen ein Maulwurf vorwitzig seinen Kopf heraus. Hallo

rief er, wo bin ich denn hier gelandet? Ist ja richtig trostlos

hier. Gehört dir dieser Garten? Nein sagte ich, er gehört

nicht mir, doch ich hab hier die Aufsicht und muss darauf

achten, dass alles seine Ordnung hat. Deshalb rate ich dir,

schnellstens wieder dahin zu gehen, wo du herkommst. Ja,

ja, rief er, du brauchst nicht gleich so grantig zu werden. Ich

bin zur Zeit auf Brautschau, doch hier sind keine Mädels zu

sehen, also geh ich lieber wieder zurück in Nachbars Garten.

Mach`s gut, rief er noch, dann war er verschwunden.

Du kannst mir dankbar sein, glaub mir, eine Wiese mit

vielen Maulwurfhügeln ist kein schöner Anblick. Da hast

du Recht, sagte ich zum Gartenzwerg, ich bin dir wirklich

dankbar.

Da du gerade da bist, meinte der Gartenzwerg, muss ich

dir noch etwas sagen, die Brennnesseln auf meinem schönen

Beet machen sich richtig mausig. Zieh dir Handschuhe an,

wenn du dich an sie heran wagst. Man muss sie mit der Wurzel

ausreißen, sonst sind sie ruck-zuck wieder da. Und sag

mal, ich vermisse den Löwenzahn, wo ist er geblieben? Ich

liebe seine gelben Blüten und wenn sie verblüht sind und

die Pusteblumen dann ihre lustigen Fallschirmchen durch

die Luft schicken, freue ich mich immer. Doch nun finde

ich sie nicht mehr. Hör auf, sagte ich zum Gartenzwerg, ich

werde über deine Beschwerden nachdenken, doch nun

muss ich erst mal Pause machen, du weißt – mein Rücken!

Ja, ja, dein Rücken, aber schließlich bist du auch nicht mehr

die Jüngste, entgegnete der Gartenzwerg.

Doch etwas muss ich dir unbedingt noch erzählen. Ich

habe ein Gespräch belauscht. Die Kinder waren hier und

sprachen über einen gewissen Hugo. Sein Anzug sei nicht

mehr zeitgemäß, seine Zipfelmütze sei schmutzig und überall

sei an ihm die Farbe abgeblättert. Sie wollen dich um

Pinsel und Farbe bitten, um ihm ein neues Outfit zu verpassen.

Weißt du, normalerweise bin ich ja nicht so schwer von

Begriff, doch es hat etwas gedauert, bis ich gemerkt habe,

dass sie von mir sprachen. Also, sag ihnen, ich hätte nichts

dagegen, wenn sie mich verschönern wollen und der Name

Hugo, ja der gefällt mir auch.

Nach einem Blick auf meine Lieblinge sah ich, dass

der Gartenzwerg sich in den Sandmann verwandelt hatte

und sie inzwischen im Reich der Träume gelandet waren.

Vielleicht hatten sie sich dort schon mit Pinsel und Farbe

bewaffnet und waren dem lieben Hugo zu Leibe gerückt.

Ingeborg Knies

42 durchblick 3/2015


Kunst

Besuch im Siegener Museum für Gegenwartskunst

Wie Raum

wird

Foto: Hartmut Reeh

Unter dem Motto „Wie Raum wird“ werden Werke

von acht internationalen Künstlern in den Räumen

der alten Post ausgestellt. Kuratiert wird die Schau

von der isländischen Künstlerin Ingibjörg Jónsdóttir, die

auch ein eigenes Werk zeigt: „Parallele Universen“. Ein

Highlight der Ausstellung ist die Skulptur ohne Titel: „Untitled

Net Sculpture“ des argentinischen Künstlers und Architekten

Tomás Saraceno.

Immer wieder ist der Künstler von den filigranen Konstruktionen

von Spinnennetzen fasziniert. Zusammen mit

Wissenschaftlern beschäftigt er sich in den letzten Jahren

mit der komplexen Struktur und Beschaffenheit von Spinnennetzen

und baut sie maßstabgetreu als Raumskulpturen

nach. Haptisch erfahrbar wird das Netz im Siegener Museum,

wenn der Besucher den Durchgang zum nächsten Raum

durch die Seile des Netzes nimmt. Man berührt zwangsläufig

ein Seil und alles gerät in Schwingung. Die Vibration ist

spürbar, sehbar, faszinierend oder beängstigend. Ein Symbol

für unsere globale Vernetzung und ein Sinnbild für Sozialverhalten?

Der inzwischen in Deutschland lebende Tomás

Saraceno (geboren 1973) wurde durch seine Installation zur

Biennale 2009 in Venedig weltweit bekannt. Die Düsseldorfer

Rauminstallation „In Orbit“, die er 2013 speziell für

die Glaskuppel des K21 im alten Ständehaus konzipierte,

machte ihn auch in Nordrhein-Westfalen zu einem Star der

Kunstszene. Saraceno ist ein Visionär. Er beschäftigt sich

mit Zukunftsfragen und entwickelt neue, utopische Modelle,

wie wir eines Tages in fliegenden Städten hoch über der

Erde leben könnten.

Tessie Reeh

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3/2015 durchblick 43


Mundart

Als min Frau noch läbde, hadde se och mo Broad

gebacke. E der Zid, wie dat Broad am Abköhln wor,

leef os zwo schor det Wasser em Mul zesame, wenn

mer dodra dochte, wenn mer os de erschte Range abschniere

könne. Et duurte os zolang, on mir säde, jetzt schniere

mir dat Broad einfach a, da schmecktdet os am beste. On

wie mer da die erschte Schnee met decker Bodder ge schmeert

hatte on mer besse mit gorem Abbedit doren, do feel

mer eh, wie dat wor, wenn fröer eh minner Kendheit min

Oma Broad bok.

Am Dach vorher, ehe gebacke wern soll, moßte ech bim

Bäcker Schürmann Surdeich hoeln on froje, wann mer da

dat Broad zom Backe brenge könne.

Dä anner Daach brochde mir da die Broadlaibe om

Schubkarrche nom Bäcker on konne die da nomeddags were

abhoaln.

Min Oma machte ömmer speziell for mich e extra kleines

Broad, dat ech hennerher ganz alei esse konn. Wenn mer da

met oser Ladung werrer deheim worne, hatte ech natürlich

nix Illigeres zo do, als min kleines Bröedche azeschniere on

zo probiern. Meistens bleb da vor dä nächsde Daach neme

feel öwerich.

On weil dat Bröedche so schnell all wor, säde min Oma zo

mir: „Wä wern well riche, backt zwomo zogliche, wä wern

well aarm, esst det Broad waarm.“

Min Frau kannte dä Spruch och, on et es jo och wat

Wohres do dra, on mir worne öwerzeugt, dat min Oma Reecht

hadde, awer mir han oos trotzdem jeder noch en Range abgeschneere.

Otto Schneider

Miteinander am Ende des Weges ...

Dat frösche

Broad

Pohl & Steuber

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persönlich – hilfreich

Bahnhofstraße 34

Netphen

Tel. 0 27 38 / 63 08

Schützenstraße 4a

Wilnsdorf-Rudersdorf

Tel. 0 27 37 / 9 12 56

Siegstraße 100

Dreis-Tiefenbach

Tel. 02 71 / 7 70 03 04

Am Lindenhof 10

Netphen–Irmgarteichen

Tel. 0 27 37 / 9 11 95

Foto: Gudrun Neuser

Enlarong

foar d‘r Hond

Ze Afang ha m’r os me als wane geärjert ewer di

schdännige Saueräij foar osem Huss en däm glaine

Foargärtche met däm Greezich, darr och em Wender

sin scheane Farb behel.

A osem Huss kom fast jeden Dach en Frou met earem

groase Hond foarbi, earscht kom d’r Hond, si hennerhear

met d’r Hondelain en d’r Hand. On wann dä Fierbainer

mossde, on dä mossde emmer bi os, da huerdich renn end

Greene on en oarndlije Padde hingesatt, orrer awer, hä hät

am Posde fam Zung sin Doftmarke hennerloase.

Dat mog awer net nuer dä Hond. Anner Li blewen met

earem Hond solang schdoa, bes d’r Posde nass woar, on da

gengen se fergnegt mem Hond a d’r Lain wierer.

Frejer, als dä Ma fa dear Frou noch merrem Hond foarbi

kom, ha ech däm emo gesät, hä soll sin Hond a de Lain nämme,

domet dä net schdännich sin Padde en osem Greezich

hennerlässt. Hät dä Ma mich wane ageschnautzt: “B’ruch

ech net, ech zaln Schdiern foar d’r Hond, on dä ka sech

hinsätze wohin hä well.”

“Awer net en os Garde on foar osem Huss, mier wonn

net schdännich fa earem Hond de Hennerlosseschaft do läjje

ha on wächmache mosse.” “Sall ech m’r dä Dräck fa

däm Hond fillaicht en de Botzedäsche schdobbe?”, brellde

mech da dä Ma da noch a. - On d’r Hond kom emmer werer.

Schbäer kom da di Frou fa däm Ma merrem Hond. Aimo

log bi os en groaser Padde derekt foarm Engang, e annermo

en rechdije decke Haufe of d’r Hussdierdrabbe, on

ain Nochbersch hadde genau gese’, dat dat dä Hond fa dä

Frou gewäse woar.

Am annern Moarje konn m’r em glaine Foargärtche

e Scheld met ner Offschreft bewonnern, och fa dä anner

Schdrosesidde uss ze läse, so groas woaret geschrewe. Onner

däm Scheld log em Greene en groaser, aler Däller. De

Li, di foarbi komen, blewen kuerz schdo, guckden sech dat

Scheld a, on als se begreffe hadden wat do droff schdonn,

scherrelden se mem Kobb on gengen merrem grensende

Gesechde wierer. Of däm Scheld ewerm Däller schdonn:

“Einladung” Reserviert für - Familienname - Hund.

No däm am annern Dach di Frou de “Enlarong” geläse

hadde, nom se fa dä Zitt a en annern Wäch, em nohaim ze

komme, fiellaicht konn awer och dä Hond of aimo läse?

Jedenfalls härret geholfe!

Gerda Greis

44 durchblick 3/2015


Unterhaltung

Märchenstunde

Impression

Es hat sich in über siebzig Jahren scheinbar nichts

geändert in Bezug auf Fehlstunden in den Schulen,

nur auf eine andere Art. Damals, 1942, waren

wieder ältere Lehrkräfte im Schuldienst gefragt, weil die

jüngeren zum Kriegsdienst „eingezogen” wurden, doch

Fehlstunden, besonders bei den Erstklässlern, waren

trotzdem nicht zu vermeiden. Kriegsbedingter Lehrermangel!

Der damalige Rektor der Rosterstraßenschule, später

Diesterwegschule, holte sich, wenn bei den I-Männchen

mal wieder eine Lehrkraft fehlte, eine Schülerin aus der

achten Klasse um die Schulanfänger zu beaufsichtigen,

die sich dann jedesmal freuten, wenn ihre „kleine Lehrerin”

die Schulstunde übernahm.

Zu Anfang hatte der Rektor die Schülerin an der Hand

haltend in die Klasse geführt und sehr respektvoll gesagt:

„Ich habe euch hier jemanden mitgebracht, sie ist aus der

Klasse acht, heißt Gerda und wird euch bis zur nächsten

Schulstunde beschäftigen. Und dass ich keine Klagen

höre!” Dann drehte er sich um, ging und flüsterte mir noch

zu: „Du schaffst das schon!”

So stand ich nun da, einsam und verlassen, sah in zweifelnde

Kindergesichter, war selbst verunsichert, fragte

aber möglichst selbstbewusst: „Wollt ihr Rechnen, Lesen

oder Schreiben üben?” Nichts – bis ein leises Stimmchen

hinten aus der Ecke murmelte: „Och, kannst Du uns vielleicht

ein Märchen erzählen.” „Ja! Ja! Märchen!”, schallte

es nun laut durch den Klassenraum.

Also gut, dachte ich, kann mir gerade recht sein! Ich

kannte ja soo viele Märchen, die Kinder aber auch. Immer

wieder sagten sie: „Kennen wir schon! Kennen wir

schon!” Irgendetwas musste ich aber tun, wenn Ruhe sein

sollte, und so habe ich dann einfach ein Märchen erfunden.

Die Schulanfänger hörten immer wieder aufmerksam

und gespannt ihrer „kleinen Lehrerin” zu, wenn in dem

verwunschenen, tief im gespenstigen Wald in dem unter

dichten Spinnweben liegenden Hexenhaus die uralte,

schrullige „Hexe Kau-Kau” mit grünäugiger „Katze Miau”,

dem pechschwarzen „Kolkraben Knaxs” und ihrem geliebten

Hexenbesen, bei dampfenden Schüsseln, gefüllten

Flaschen mit undefinierbarem Inhalt und geheimnisvollen

Kräuternmischungen in brodelnden Kochtöpfen, ihr

hexenhaftes Unwesen trieb. Ein endloses, zauberhaftes

Hexenspiel. Und auf dem Schulhof riefen die Kleinen:

„Hexe Kau-Kau! Hexe Kau-Kau!”

Ich hätte gerne Kinder unterrichtet, doch das Schulgeld

auf Jahre hinaus, und wenn auch gebraucht noch die

Bücher: „Nä, dat brengt niks, dat beschdat sech jo doch!”

Wäre ich ein Junge gewesen, hätte mein Vater möglicherweise

nicht gesagt: „Dä beschdat sech jo bal!”

Gerda Greis

Foto: Gudrun Neuser

Es gibt parkähnliche Friedhöfe, wo hinter Hecken

verborgen die Grabstätten liegen. In einer dieser Anlagen

fragte das dreijährige Töchterchen bei einem

Familienspaziergang die Eltern:

„Wer liegt denn da und warum?” „Alte Menschen die

verstorben sind”, wurde ihr erklärt. Sie überlegt einen Moment

und sagt: „Stehen die Opas und Omas auch wieder

auf?” Mit der Antwort, dass Gott irgendwann die verstorbenen

Menschen wieder auferstehen lässt, gab sie sich augenblicklich

zufrieden.

Bei einem späteren Friedhofsbesuch kamen ihnen Spaziergänger

entgengen, die einen sehr alten Herrn gestützt

führten. So schnell sie konnte lief die Kleine auf den alten

Herrn zu und sagte mit voller Überzeugung: „Dich hat der

liebe Gott wohl gerade wieder auferstehen lassen?”

Und wieder bei den Eltern angelangt, erklärte sie ganz

kategorisch: „Ich glaube, er kann noch nicht richtig hören,

er hat nämlich gar nichts gesagt.” Kinder-Psychologie lässt

Eltern gerne schweigen.

Gerda Greis

VdK Soziale Sicherheit in einer

großen Gemeinschaft

Kreisverband

Siegen-Olpe-Wittgenstein

57072 Siegen Morleystr.15-17

Tel.: 02 71 / 30 38 29-0

Fax: 02 71 / 30 38 29-18

e-mail: kv-siegen@vdk.de

www.vdk.de/kv-siegen-olpe-wittgenstein

Falls Sie mehr über den VdK wissen möchten,

wenden Sie sich an den Kreisverband oder direkt

an den für Sie zuständigen Ortsverband

3/2015 durchblick 45


Gedächtnis

Brückenwörter

Suchen Sie ein Wort für die Mitte.Es

soll mit dem vorangehenden

Wort ein neues zusammengesetztes

Wort bilden und mit dem

nachfolgenden auch.

Dach _______________ Bein

Blumen _______________ Tor

Lavendel_______________ Flakon

Regen _______________Ständer

Platz ________________Bogen

Ring ________________Kuppe

Schrank ________________ Griff

Gold _______________Turnen

Staub _______________Schock

Blumen _______________Kuchen

Sie trainieren: Denkflexibilität,

Wortfindung, assoziatives Denken

Zahlen

Merken Sie sich folgende Zahlen. Nehmen

Sie sich maximal zwei Minuten Zeit. Decken

Sie nun die Zahlen ab und schreiben

Sie sie aus dem Gedächtnis auf !

1. 4 7 1 1 0 0 7 8

2. 1 1 5 4 2 7 4

3. 1 9 6 3 1 2 6 2 4

1. __________________

2. _________________

3. __________________

Merkstrategien können Ihnen hierbei helfen.

Sie trainieren: Zahlengedächtnis

Zahlenkombinationen

Führen Sie die Zahlenkolonnen logisch

weiter!

1. 2 - 4 - 7 - 11 - .......................................

2. 7 - 9 - 6 - 8 - 5 - ...................................

3. 8 - 10 - 13 - ..........................................

4. 5 - 1 - 6 - 2 - 7 - 3 - ..............................

5. 4 - 7 - 9 - 5 - 8 - 10 - ............................

Sie trainieren: Logisches Denken.

Tiernamen

Im Text sind 11 Tiernamen versteckt.

Unterstreichen Sie diese. Sie können

auch wortübergreifend gelesen werden.

Eleonore war mit ihrem Vater Klaus gemeinsam

auf dem Weg nach Emmaus.

Auf einer großen Weide ruhte sich in einer

Kuhle der bärtige Klaus aus. Er schaffte es, eine

Pause einzulegen.

Er schaute in die Ferne und drehte in alle Richtungen

seinen Kopf. Er dachte, hier könne er

sich gut erholen.

Doch plötzlich kam Eleonore, die auf der Weide

herumtollte.

Sie fragte, ob Papi Geld in der Tasche hätte für

ein Eis.

Um wieder Ruhe zu haben, gab Papi ihr zwei

Münzen,... oh und einen Schein.

Eleonore war darin ein Profi, schnell den Vater

um den Finger zu wickeln.

Das war fein für´s Töchterlein.

Trainingsziel: Konzentration, assoziatives

Denken, Wortfindung

46 durchblick 3/2015


training

Lösungen Seite 74

Anagramme

Bringen Sie die Buchstaben in die

richtige Reihenfolge, so ergeben

sich gesunde Leckereien aus dem

Garten.

Die Übungen

wurden

zusammengestellt

von:

LMLKEOUBHN _________________

AERICDESHN _________________

FALEP _________________

NBAANE _________________

WIZBELE _________________

LCNISHTHTACU _________________

STNPAI _________________

EIRBN

_________________

SCHKREI _________________

STADFALLE _________________

RIHABKLO _________________

SIAM

_________________

PFLAENEIS _________________

SEEBAERJHONNI_________________

FEHLENC _________________

Sie trainieren: Wortfindung und

Denkflexibilität

Gedächtnistrainerin

Anja Freundt

Mitglied im Bundesverband

Gedächtnistraining e.V.

Im Stummefeld 7

57072 Siegen

0271-317082

Kurse

Gedächtnistraining:

VHS Siegen,

SeniorenServiceStellen

Hilchenbach,

Netphen,

oder auf Anfrage

db-Foto: Beate Felgitsch

Stress mit den Ohren?

Viel hören - Wenig verstehen?

Von diesem Problem mit dem Gehör ist annähernd jeder

Siebte betroffen. Der Anfang: Angestrengtes Verstehen

und Verwechselung bei Neben

geräuschen, wobei es bei Einzelgesprächen

oft noch geht.

Meist sind beide Ohren gleichermaßen

betroffen. Bei uns

finden Sie Hilfe in der individuellen

Auswahl und Anpassung

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Gerne stehen wir Ihnen mit

unserem stets aktuellen Fachwissen

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kritisch sein, denn viele Werbeaussagen sind übertrieben und

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3/2015 durchblick 47


Unterhaltung

Spuren der

Vergangenheit

..... wenn die Oma mit dem Enkel – Besuch im Eiserfelder Bergwerk

Foto: Eva-Maria Herrmann

Alles was glitzert und glänzt hat einen magischen

Reiz. Dieser Magie verfielen auch meine Enkel.

Das Gelände der ehemaligen Grube Ratzenscheid

hatte es ihnen ganz besonders angetan. Dort, am Fuße der

Kalteiche, wo das Gebiet uneben ist, entdeckten sie zwischen

der Grasnarbe und dem Heidekraut ihre ersten edlen

Steine. Sie buddelten emsig und schleppten ihre gesammelten

Schätze und Kostbarkeiten in sämtlichen Jacken- und

Hosentaschen nach Hause. Für die Jungen war und blieb es

eine besondere Welt. Tiere in der Natur zu beobachten ist

zwar interessant, aber die vielen Hügel und Vertiefungen

ließen die kleinen Buben in eine vollkommene Fantasiewelt

eintauchen. Eingänge zu Schächten oder was es sonst noch

alles auf einem ehemaligen Grubengelände zu entdecken

gibt, lassen Abenteuer von Helden erahnen, die eine Kinderwelt

bereichern. Seitdem wir auch auf Bergmannspfaden

wandern oder radeln können, bieten sich die Stätten des

alten Bergbauwesens regelrecht an. Was mit dem Finden

und Sammeln von Steinen begann, setzte sich fort. Seitdem

mein ältester Enkel das erste Schuljahr erlebte und er aus

Buchstaben sogar Worte lesen konnte, stellte er fest wie

viel Cooles es in seiner Umgebung gibt. Die Grube „Ratzenscheid“

und was er darüber erfuhr: „Ist ja schon uralt!

Das ist megakrass!“ Erstmals wurde sie 1298 urkundlich

erwähnt. In der Nachbarschaft fanden sich weitere Hits

von Grubennamen wie: Fortuna, Landeskrone, Jakobssegen,

Schwarzer Schornstein und Marie. Beim letzten Kindergeburtstag

war das Bergmannsdenkmal in Richtung zur

Grube Neue Hoffnung das Nonplusultra einer gelungenen

Schatzsuche. Als Oma konnte ich nun mit einem weiteren

Clou punkten, als vor einigen Wochen ein Hinweis des Besucherbergwerks

in Eiserfeld in der Zeitung erschien. Ein

ideales Ausflugsziel dachte ich. Das Wetter war an jenem

Sonntag schlecht und so fragte ich meinen Enkel: „Hast du

Lust mit mir auf Entdeckungstour zu gehen?“ Er reagierte

etwas zögerlich, doch als er hörte: „Meinst du wirklich

einmal unter die Erde“, überwog die Neugier. In Nullkommanix

stand er in angesagten Gummistiefeln parat und als

er dann die Loren, eine alte vorgespannte Grubenlok und

den großen Stolleneingang sah, war er perplex. Ein Herr

des Heimatvereins übernahm die Gruppe der wartenden

Besucher und begann mit einer Einführung. Bei dem Namen

„Reinhold Forster Erbstolln“, den Jona langsam vor

sich hin buchstabierte, erfuhren wir, dass jener Herr weder

mit dem heimischen Bergbau noch überhaupt mit dem

Siegerland in Verbindung stand. Warum und weshalb dieser

Name auserwählt wurde, blieb unbekannt und dass der

Herr außerdem schon zweihundert Jahre tot sei, fand auch

ein Sechsjähriger: „Eigenartig! Dann hat man ihn hier aber

ganz doll verehrt!“ Forster, 1729 bei Danzig geboren, galt

als einer der namhaftesten Naturforscher und Geologen des

achtzehnten Jahrhunderts. Er stand einige Jahre in Diensten

der Zarin Katharina II. von Russland, lebte anschließend in

England als Professor für Naturgeschichte und begleitete

sogar Capitän Cook auf dessen zweiter Weltreise. Er starb

1798 in Halle/Saale. Außerdem erfuhren wir, dass der Begriff

„Erbstolln“ nichts mit „erben“ zu tun hat, sondern sich

auf das Abfließen des Gruben- oder Grundwassers bezieht.

48 durchblick 3/2015


Unterhaltung

So liegt der Stollen etwa 0,47 Meter über dem höchsten

Wasserstand der Sieg. Nach diesen Erklärungen erhielt jeder

Besucher einen schützenden Helm und es ging in der

kleinen Gruppe ins klammfeuchte Dunkel. Wir erlebten eine

Zeitreise in die Vergangenheit und lauschten den Worten

des Gruppenleiters. Der Stollen wurde im Jahr 1805

feierlich in Betrieb genommen, um die Erzadern, die als

die „Tretenbacher Gänge“ benannt wurden, abbauen und

zutage fördern zu können. Wir hörten die Worte: Gewerke

und Gewerkschaften. Nicht zu vergleichen mit dem heutigen

Begriff. Es lässt sich von „werken“ ableiten. Einzelne

Gewerke schlossen sich teils aus wirtschaftlichen Gründen

zu Gewerkschaften zusammen. Namentlich benannt wurden

in diesem Gebiet die Gewerke: Kirschbaum, Christianienglück,

Feuer und Flamme, Hirzhorn und Eisenzecherzug.

Schon die Nennung der Jahreszahl und der Anblick

der kalten zerklüfteten Felsenwände lässt erahnen, wie hart

und kräftezehrend sich das Leben der in Lohn und Brot

stehenden Menschen abspielte. Von Sonnenaufgang bis

-untergang waren sie tätig, um die Schätze der Erde zutage

zu fördern. Tageslicht sahen sie eigentlich nur am Sonntag.

Für das Handwerkszeug hatte jeder Bergmann selbst und

auf eigene Kosten zu sorgen. Von dem kargen Lohn musste

auch das für die Arbeit damals nötige sehr teure Lampenöl

der Grubenlampen erworben werden. Ein Paar ausgestellte

alte Arbeitsschuhe mit der genagelten Sohle beeindruckten

meinen Enkel sehr. „Konnte man damit überhaupt richtig

laufen?“, fragte er skeptisch. In jener Zeit bestritten viele

Bergmannsfamilien das tägliche Leben überwiegend aus

einem Garten für die wichtigsten Nahrungsmittel, eventuell

noch aus einem kleinen Kleinviehbestand.

Unter Tage wurde mit Lachter gemessen. Ein Lachter

entsprach rund zwei Meter. Im ersten Jahr sei der Stollen

um 68 Lachter vorangetrieben worden, hörten wir. Im Jahre

1837 hatte er dann schon eine Länge von 133 Lachter erreicht.

Zoll und Fuß galten als weitere Maßeinheiten. Eine

normale Stollenhöhe lag bei sechs Fuß.

Holz war in jener Zeit wohl auch das wichtigste Baumaterial.

Für den Transport wurden die ersten Fahrzeuge aus

Holz gefertigt. Neben der harten Arbeit in meist gebückter

Haltung war die Abbaubeförderung mit den hölzernen Wagen,

den Loren, zusätzlich beschwerlich. Die auch aus Holz

gefertigten Räder gaben durch die andauernde Feuchtigkeit

laute Quietschgeräusche ab, die an das Winseln eines

Hundes erinnern. Grubenhunde nannte man daher die

Fahrzeuge. Später übernahmen Pferde die Transporte unter

Tage. Man mag es sich nicht mehr vorstellen, wie schwer

und marternd der Arbeitsablauf nicht nur für die Bergleute,

sondern auch für Tiere allgemein war.

„Jetzt kommen wir in die Schatzkammer“, jubelte Jona,

als wir in einen Seitenbereich gelangten in dem besondere

Fundstücke an Mineralien und Werkzeugen ausgestellt

werden. Damals mussten auch Kinder einige Arbeiten innerhalb

der Familien, aber auch rund um die Erzgewinnung

übernehmen. Mein Enkel hörte es mit ernster Miene und

schaute zu mir hoch. „Da haben wir es aber heute gut“,

bekannte er. Am Eingangsportal sahen wir eine Abbildung

der ursprünglichen Bergmanns-Handwerkzeuge: Schlägel

und Eisen. Beide wurden später durch die ersten einfachen

Bohrgeräte ersetzt. Sie verursachten nicht nur einen fürchterlichen

Krach, schlimm war die entsetzliche Staubentwicklung.

Auch die später mit Wasserzufuhr eingesetzten

Bohrgeräte und zunehmende Sprengungen mit Schwarzpulver

halfen nicht dem Staub entgegenzuwirken. Die

Staublunge galt als eine ganz arge Bergmannserkrankung.

Die im Bergbau unter Tage tätige Bevölkerung wurde überwiegend

nicht alt. Ein karges, armseliges Leben, das auch

von zahlreichen Unfällen überschattet blieb. Bei Wikipedia

wird über den Bergbau berichtet, dass von 1860–1884

der Erzabbau auch dank der Eisenbahn um das siebenfache

gesteigert wurde. Davon seien bereits 80% der geförderten

Erze aus den Tiefbaubetrieben des Siegerlandes gekommen.

Die Besitzer wechselten auch im Reinhold Forster

Erbstolln häufig und doch wurde der Abbau bis 1902 aufrecht

gehalten. Ab 1902 jedoch nur noch zum Ein- und Ausfahren

der Bergleute und für Materialtransporte zur Grube

Eisenzecherzug genutzt, wie es im ausgelegten Flyer heißt.

Vom Kaiserschacht bis zur Sohle des besuchten Stollens

beträgt die Tiefe 137 Meter. Der Stollen ist bis zum Kaiserschacht

1.900 Meter lang.

Was uns sehr erstaunte war der Hinweis, wie das Stollennetz

teilweise auch heute noch miteinander verbunden

blieb, es bestand sogar eine Verbindung zur Grube Mocke

oberhalb von Kaan-Marienborn. Obwohl der Bergmannsberuf

hier inzwischen ausgestorben ist und die meisten

Schächte verfüllt und versiegelt wurden, gibt es in unserem

Untergrund immer noch „löcherige Stellen“. An der

Oberfläche werden sie Tagesbrüche genannt und ein solcher

blieb aus dem Jahre 2004 als das Siegener Loch am

Rosterberg bekannt.

Der Besuch in die Vergangenheit, in die Welt in der Generationen

von Bergleuten ein- und ausgefahren sind, hatte sich

gelohnt. Es war ein lehrreicher, informativer und für Enkel

und Oma sehr interessanter Nachmittag und wir werden es

bestimmt noch einmal wiederholen. Eva-Maria Herrmann

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Erinnerung

Leben mit „Mammi“

Erlebnisse im Buckingham-Palast

Mammi! So nennt

Charles, der Prince of

Wales, seine Mutter, die

Königin von England. Wir

haben es erst kürzlich, anlässlich

des 60-jährigen

Thronjubiläums von Königin

Elisabeth in 2012

wieder gehört. Und als

Mammi sehen alle in England

lebenden Menschen

die Königin. Man ist unwillkürlich

ein erweitertes

Königin Elisabeth um 1960 Mitglied ihrer Familie. Die

Menschen nehmen teil an

allem, was mit der Königin zu tun hat, ganz gleich, ob es

sich um glückliche oder traurige Ereignisse handelt.

Als ich Ende der 50er Jahre in London lebte und auch

mal in meiner Freizeit ins ODEON-Kino ging, war die Königin

noch eine junge Frau. Immer, wenn der Film endete,

erschien ihr Bild auf der Leinwand, damals noch in Uniform

und auf einem Pferd sitzend. Die Kinogänger standen

auf und sangen „God Save the Queen“ (Gott schütze die

Königin), um sie zu ehren. Erst dann verließen sie das Kino.

Man begegnete der Königin auch regelmäßig anlässlich

der Chelsea-Flowershow, dem Pferderennen in Ascot und

den Tennis-Meisterschaften auf dem Centre Court in Wimbledon.

Auch bei besonderen Fußball-Meisterschaften im

Wembley-Stadion war sie zu sehen. Anlässlich ihrer Garden-Partys

im Buckingham-Palast, begrüßte sie Menschen

die geehrt werden sollten, weil sie sich im Laufe des vorangegangenen

Jahres einen Namen gemacht hatten. Einige

wurden auch zum Ritter geschlagen.

Alle diese Veranstaltungen wurden von dem Hotel betreut,

in dem ich damals tätig war. So wie meine Freundin

aus Finnland bei den Garden-Partys immer gern gesehen

war, wurde ich eines Tages gebeten zusammen mit Mary aus

Quebec/Kanada anlässlich des Staatsbesuches von General

de Gaulle im Jahr 1959 in den Palast zu kommen. Es hatte

sich herausgestellt, dass nur wir beide vom Personal auch

die französische Sprache beherrschten. Vor Ort wurden wir

von einem leitenden Angestellten, den ich hier Majordomus

oder Chef-Butler nennen will, empfangen. Er war für den

gesamten Palast-Haushalt und die Organisation von Veranstaltungen

im Hause zuständig. Mr. Dudigan führte uns in

den Thronsaal, wo bereits für das große Ereignis eingedeckt

worden war, und zwar mit goldenen Tellern und Bestecken.

Der Blumenschmuck bestand aus den Farben der französischen

Trikolore. Die Sitzordnung war festgelegt. Die Königin

saß vor Kopf auf erhöhtem Sitz mit Baldachin über ihr.

Foto: Fotolia.de

Mr. Dudigan, nahm eine goldene Terrine mit Schöpflöffel

vom Beistelltisch und bat uns, diese einmal anzuheben. Sie

war so schwer, dass wir es beide nicht schafften. Danach

führte Mr. Dudigan uns in drei verschiedene Räume und

zeigte uns die Sammlung der Königin. Da war zunächst der

Raum für das Glas, in dem sich mundgeblasene und kostbar

geschliffene Exponate befanden, auch rotes Glas aus Böhmen

war zu sehen sowie kostbare Porzellane aus dem alten

China, von Rosenthal, Meißner und anderen berühmten

Manufakturen. In einem separaten Kabinett befanden sich

Silbergegenstände jeder Art. Es handelte sich um Geschenke

von Staatsbesuchern. Das Zimmer für die goldenen Gegenstände

war besonders interessant. Hier befand sich auch ein

Geschenk von Napoleon, das zwei Schalen zeigte, die von

zwei Pagen getragen wurden. Wenn man diese umdrehte, sah

man, dass sie die Formen einer weiblichen Brust darstellten.

Diese stammte von Paulette, der Schwester Napoleons, die

ihre Brüste hat modellieren lassen. Sie war dafür bekannt,

dass sie einen großen Kult mit ihrer Schönheit betrieben hatte.

Der Königin selbst oder dem General de Gaulle sind wir

natürlich nicht begegnet, aber ich bekam zwei Menükarten,

die ich mit nach Hause nehmen durfte.

Dann verspürte ich ein menschliches Bedürfnis und fragte

nach der Toilette. Mir wurde ein langer Gang gezeigt, an dessen

Ende sich das gewünschte Örtchen befand. Es bestand

aus einem kleinen Quadrat aus rohen Ziegeln und einer polierten

Holzbank mit

der typischen runden

Öffnung, wie bei uns

auf dem Land früher

das Häuschen mit

dem Herzen in der

Tür. Die Holztür des

Palast-Örtchens war

auch ziemlich roh gezimmert.

Zum Nachspülen

gab es keine

Möglichkeit. Das war

auch nicht nötig, denn

der „Segen“ fiel tief,

ganz tief in die Londoner

Unterwelt. Mir

kam unwillkürlich der Gedanke, dass hier wohl schon Heinrich

der VIII. seine „Sitzungen“ abgehalten hatte. Der Weg

führte mich den langen Gang zurück. Etwa in der Mitte sah

ich rechts einen Gang abzweigen, der mit einer Faltwand zugestellt

war. Man konnte an den Rändern vorbeischauen. Ich

sah einen langen roten Läufer und am Ende des Ganges einen

Kristall-Leuchter. An den Wänden hingen Bilder. Um welche

Bilder es sich handelte, konnte ich nicht erspähen. Den

50 durchblick 3/2015


Paravent zur Seite zu schieben, traute

ich mich nicht. Aber ich mutmaßte,

dass es sich hierbei vielleicht um die

berühmte Canaletto-Sammlung der

Königin handeln könnte.

Mr. Dudigan hatte sich in der

Zwischenzeit mit Mary unterhalten.

Jetzt erzählte er mir, dass er katholisch

wäre und vier Söhne hätte. Die

Familie lebe in Windsor. Er lud mich

ein, nach Windsor zu kommen und

gab mir seine Telefonnummer. Ich

könne jederzeit anrufen und einen

Termin vereinbaren. Wenn ich wolle,

dürfte ich auch noch jemanden

mitbringen. lch hatte damals das

Gefühl, dass er mich ganz besonders

nett behandelte als Deutsche, kurz

nach dem Krieg. Das ist irgendwie

kein Wunder, denn die königliche Familie ist ja auch selbst

halb deutsch in mindestens drei oder vier Generationen, beginnend

mit dem Haus Hannover. Prinz Charles und Prinz

Philipp, wahrscheinlich auch andere Familienmitglieder,

sprechen perfekt deutsch.

Seit der Zeit von Königin Viktoria sind z. B. die Weihnachtsbräuche

deutsch. Das geht auf ihren Prinzgemahl

Albert von Sachsen, Coburg und Gotha zurück. Seit dieser

Zeit gibt es einen Weihnachtsbaum im Palast, was dann

in ganz England nachgeahmt wurde. Auch die Bescherung

fand immer am Abend des 24.12. statt. Königin Viktoria regierte

und gebar neun Kinder, fünf Prinzessinnen

und vier Prinzen. Prinzgemahl Albert ließ Reihenhäuser

für die einfache Bevölkerung bauen,

die später „Viktorianische Reihenhäuser“ genannt

wurden. Er war der Meinung, dass gute Musik für

jedermann zugänglich sein sollte. So wurde ihm

zu Ehren die Royal Albert Hall gebaut und 1871

eingeweiht. Das Viktorianische Zeitalter dauerte

von 1837 bis 1901. Wie liberal die Königliche

Familie ist, sieht man an Mr. Dudigan. Er war

katholisch und gehörte nicht zur anglikanischen

Kirche, wie seine Arbeitgeber und er stammte

sogar aus der Republik Irland. Der Hutmacher

der Königin ist aus Deutschland, genau wie der

Schneider ihrer Kostüme, der aus dem Ruhrgebiet

stammt. Unmittelbar nach dem Krieg holte

die Königliche Familie einen jungen deutschen

Kriegsgefangenen als Gärtner nach Windsor. Er

pflegte und verschönerte die königlichen Gärten

bis zu seiner Pensionierung.

ln England werden die Ehefrauen von ihren

Männern meistens „Darling“ oder „Sweetheart“

genannt, aber Prinz Philipp mit seinem besonderen

Humor nennt die Königin „Cabbage“ („Kohlkopf“)

oder „Sausage“ („Würstchen“). Das zärtlich

gemeinte Wort „Kohlkopf“ hat er sicherlich vom

französischen Kosewort „Chou-Chou“ entlehnt,

das Kohlköpfchen heißt.

Foto: Fotolia.de

Viktorianische Reihenhäuser

„Sozialer Wohnnungsbau“ aus dem 19. Jahrhundert

Die königliche Familie braucht nicht, wie viele Ihrer

Landsleute Urlaub auf Mallorca zu machen, sie zieht jedes

Jahr viermal mit großem Hofstaat um. lm Frühjahr leben

sie im Buckingham-Palast in London, im Sommer in

Sandringham in Mittelengland und im Herbst in Balmoral

in Schottland. Im Winter und über Weihnachten wohnt die

Familie in Schloss Windsor.

Ich habe viel gelernt, ganz besonders liberales Verhalten.

Auch „Understatement“ (Bescheidenheit) und dass „loosing

temper“ (Fassung verlieren) schlechtes Benehmen ist.

Else von Schmidtsdorf

3/2015 durchblick 51


Besuch beim „Erbfeind“

Frankreichreise im Jahr 1965

Eine aus heutiger Sicht eher unspektakuläre Geschichte

über Verzeihen und Vergeben schickt uns unser

Leser Rudolf Schleifenbaum. Sein Vater, schon vor 50

Jahren überzeugter und mutiger Europäer, Soldat im

1. Weltkrieg und Kriegsteilnehmer in der Schlacht

bei Verdun, berichtet über einen Frankreichbesuch

50 Jahre danach.

Wir schreiben das Jahr 1965, als sich Ernst

Schleifenbaum aufmachte, seine ehemaligen Todfeinde

zu besuchen. Hier seine Aufzeichnung:

Als Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges hatte

ich schon lange den Wunsch, den Ort unserer

ungewissen Zukunft „Marville“ wiederzusehen.

Im August 1916 kamen wir von Frankfurt über

Luxemburg in das Rekruten-Depot in Marville zum

Einsatz bei Verdun. Was damals dieser Name sagte,

ist vielen heute nicht mehr bewusst, sind doch dort

2,5 Millionen Tote geblieben.

Ich wollte also Marville wiedersehen. Da ich dort

aber niemand kannte, schrieb ich an den dortigen

Bürgermeister und bat ihn mir mitzuteilen, ob es im

Ort für einige Tage Unterkunftsmöglichkeit gäbe.

Ich wollte mit diesem Brief noch bezwecken, nicht

als ganz Fremder dort anzukommen. Ich bekam sehr

schnell gute Antwort. Der Bürgemeister schrieb,

dass er sich freue einen Kämpfer des Ersten Weltkrieges

zu treffen. Wenn ich angeben könnte wann

ich in Longuyon ankäme, würde er mich abholen.

Longuyon ist die nächste Station, auch für

D-Züge. Dieselbe Station wo wir 1916 ausgeladen

wurden. Marville liegt ca. 13 km von hier. Damals

mussten wir nach dort marschieren, jetzt bin ich bequemer

mit dem Bus dorthin gekommen. Leider hatte

der Bürgermeister, Herr „J.“, meinen zweiten Brief

mit der genauen Ankunft nicht erhalten, deshalb war

auch niemand da, der mich abholte. Was wiederum

sein Gutes hatte, wie ich nachfolgend beschreibe:

Am Bahnhof gegenüber erkundigte ich mich in einem

Geschäft nach einem Bus nach Marville. Zum Glück

fuhr noch einer, ich winkte, er hielt und beim Einsteigen

forderte ich ein Billet nach Marville, wo ich vor

fast 50 Jahren als junger Soldat war. Der Fahrer und

einige Fahrgäste horchten auf, und das war schon

meine Einführung.

Der Bus war vielleicht 500 m gefahren, da hielt er

an und der Fahrer stieg aus. Nach kurzer Zeit kam er

wieder und mit ihm ein älterer Herr, der auch nach

Marville wollte und dort wohnte. Im Augenblick saß

der Herr neben mir und fragte mich, ob ich der Herr

wäre, der nach Marville wollte. Mein neuer Bekannter

stellte sich mit seinem Namen „de jardin“ vor

und hat mir im Bus schon viel erzählt. Ich mußte ihm

versprechen, ihn am nächsten Tag – einem Sonntag

– après la Messe - zu besuchen.

Am Eingang von Marville war das einzige „Hotel“

vom Ort. Ich bekam ein nettes Zimmer mit fließend

Wasser, und in der Etage sogar ein Spülklosett.

In der Wirtschaft waren einige junge Leute, die

mich freundlicherweise zum Bürgermeister bringen

wollten, der im entgegengesetzten Ortsteil wohnte.

Wir trafen ihn schon unterwegs in einer Nebenstraße

mit seinem Auto. Wir fuhren zu seiner Wohnung, wo

er mich mit seiner Frau und seinem Sohn bekannt

machte. Nach dem Abendessen fuhr er mich zurück

Alle Fotos Archiv Schleifenbaum

Marville 1916 Marville 1965

52 durchblick 3/2015


zum Hotel, wo wir uns noch einige Zeit mit anderen

Gästen bei franz. Rotwein und elsässischem Weißwein

unterhielten.

Sonntagvormittag war ich zeitig unterwegs den

Ort meiner langen Sehnsucht gründlich anzusehen.

Es hatte dort in den langen Jahren in der Ortsmitte

nicht die geringste Veränderung gegeben, wie die

Fotos von 1916 und 1965 zeigen. Mit Ausnahme

eines Denkmals - auf dem großen Platz in der Nähe

der Kirche , zum „Gedenken der gefallenen Söhne

von Marville“ errichtet. Auf diesem Platz hat Kaiser

Wilhelm II. im November 1914 eine große Rede

gehalten. Noch eine Erinnerung muß ich erwähnen:

Ich stand am Montagvormittag auf dem Platz

vor dem Rathaus und wartete darauf, daß die Post

geöffnet würde. In diesem Augenblick ertönt vom

Kirchturm die Glocke mit dem Dreiklang, genau

wie 1916. Damals sagten wir uns, die Glocke rief:

„Meld` dich krank, meld` dich krank“. Die Kameraden,

die in Marville gelegen haben, werden sich

dessen noch erinnern.

Inzwischen wurde es Zeit , Herrn „de jardin“

aufzusuchen. Ich fand auch gleich seine Wohnung,

sie war mit vielen alten Möbeln wie aus der Zeit des

Rokoko ausgestattet. Ich wurde sehr freundlich empfangen.

Ich mußte ihm vieles erklären von Schriftstücken

aus der Besatzungszeit, was ich dann mit Hilfe

meines Wörterbuches ,so gut es ging, auch getan

habe. Anschließend machten wir eine Ortsbesichtigung.

Zunächst ging es zum Kaiserhaus. Dort hat

Wilhelm II. vom 1.- 2. Novmber 1914 Quartier genommen.

Die Inschrift über dem Hauseingang „Kaiser-

Haus“ 1.-2.11.1914 mit der Krone darüber ist

noch genauso erhalten wie es die Fotografie von

1916 zeigt. Ich habe mich sehr darüber gewundert.

Am nächsten Tag, als ich alleine war, habe ich

an dem Haupteingang geschellt um zu sehen, wer

jetzt darin wohnt. Gleich kam eine ältere Dame und

fragte, was es gäbe. Ich zeigte ihr die Fotografie von

Inschrift über dem Hauseingang „Kaiser- Haus“

1916, worüber sie sehr erstaunt war, aber ins Haus

kam ich nicht. Ich bin aber 1916 schon drin gewesen,

dort lag unser Bataillionsstab vom Inf.-Regt. 168. Ein

älterer Kamerad aus Klafeld, der zum Stab gehörte,

hat mich und noch zwei Geisweider junge Krieger mitgenommen

und gefüttert. Wir hatten ja immer Hunger.

Dieses Haus gehörte einem französischen General. Da

er und sein Sohn gestorben sind, bewohnt es jetzt ein

Enkel. Die Herrschaften waren aber verreist.

Bei der Ortsbesichtigung zeigte mir mein Begleiter

viele alte Reliefs an den alten Häusern. Ich muß

noch erwähnen, daß mein Begleiter pensionierter

Finanzbeamter war und Altertumspfleger - „conservateur“

, wie er es nannte - aus Passion ist. Marville

war früher eine Zitadelle nach einem Bild, das ich bei

Herrn „de jardin“ sah.

Da mich der Bürgermeister für Sonntag zum Mittagessen

eingeladen hatte, suchte ich ihn auf und habe

dort gut und nach französischer Art , so ca. 2 Stunden,

gegessen. Anschließend fuhren wir mit seinem Auto

in Richtung Verdun und zwar denselben Weg, den wir

1916 zum Einsatz marschierten. Wir fuhren bis Dammvillers.

Ursprünglich hatte ich vor, mit einem Taxi über

die Ortschaften Marville, Flabas, Ornes, Bezonvaux,

Damloup usw. zu fahren, die aber nur noch dem Namen

nach existieren und durch Schilder gekennzeichnet

sind, was ich schon bei einer früheren Verdunfahrt

feststellte. Auf der Rückfahrt kamen wir noch zu einem

deutschen Jugendlager. Die jungen Leute bringen in

dieser Gegend deutsche Friedhöfe in Ordnung. Leider

trafen wir niemand an, weil sie an diesem Tag mit

einem Bus unterwegs waren.

Montagvormittag habe ich mir nochmal Marville

angesehen und Herrn de jardin aufgesucht, der mir

noch den jahrhundertealten Friedhof mit der alten

Kirche zeigen wollte. Dort ist auch eine Kapelle mit

aufgestapelten Menschenschädeln aus alter Zeit. Unter

den vielen alten Grabdenkmälern war auch noch

eine ziemlich neue Grabplatte eines Freiwilligen von

18 Jahren aus Düsseldorf, gefallen im Jahr 1870.

Dienstags wollte ich wieder zurück. Ich war zeitig

beim Bürgermeister, der mich auch wieder zur Bahn

fuhr. Aber erst mußte ich nochmal zu Mittag essen und

nahm dann Abschied von seiner Familie und von Marville.

Ich war sehr erfreut über die freundliche Aufnahme

überall und habe die Familie des Bürgermeisters

zu einem Gegenbesuch eingeladen.

Zum Schluß noch etwas: Ich kam 1916 bei Verdun

in französische Gefangenschaft und habe bis zu meiner

Heimkehr 1920 viele nette Familien, junge und

alte Leute kennengelernt. Es ist schade, dass die Völkerverständigung

nicht schon vor 100 Jahren kam.

Es wäre viel Herzeleid erspart geblieben.

3/2015 durchblick 53


Gesellschaft

Fremde, die bleiben wollen

Flüchtlingsbaracken vor 70 Jahren, die Setzer Halde

Von Migration spricht man, wenn Personen oder

Gruppen ihren Lebensmittelpunkt längerfristig

oder dauerhaft räumlich verlegen. Geschieht dies

über Staatsgrenzen hinweg, ist es internationale Migration

1) . Schon in der Antike gab es großräumige und folgenschwere

Wanderungsbewegungen in Europa. Damals

hauptsächlich von Norden nach Süden.

Die Gründe dafür waren (und sind) anhaltend verschlechterte

Lebensbedingungen im Heimatland:

► Klimatisch bedingt (Dürren, Überschwemmungen

und die Folgen),

► Politisch bedingt (Kriege, Einfall anderer

Volksgruppen, Verfolgung von Minderheiten),

► Krankheiten/Seuchen, Überbevölkerung.

Oft war es gezielte Bevölkerungspolitik, die in früheren

Jahrhunderten zur Migration einer Bevölkerungsgruppe führte:

Wolgadeutsche und Donauschwaben verließen Deutschland,

andere, z. B. Hugenotten und sogenannte „Gastarbeiter“ (im

18. bzw. 20. Jahrhundert) kamen hinein. Im 19. Jahrhundert

wanderten zahlreiche Europäer nach Amerika aus. Beispielhaft

ist auch der „Exodus“ von Juden in den Staat Israel, die

gleichzeitige Verdrängung anderer Bevölkerungsgruppen und

ihre Wechselwirkungen auf Nachbarstaaten.

Zwangsmigration wurde zu einem der prägenden Kennzeichen

des 20. Jahrhunderts – einerseits in Form der Verschleppung,

andererseits in Form der Vertreibung ethnischer

Minderheiten mit dem Ziel, ethnisch homogene Nationalstaaten

zu etablieren. Das war im östlichen Europa – dem

breiten Streifen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer -

besonders problematisch, denn hier leben (oder lebten) von

alters her Völkerschaften und Religionsgemeinschaften in

buntem Miteinander. Die derzeit genannten

Fluchtgründe zahlreicher

Menschen aus den Balkanstaaten belegen,

dass dieses „Miteinander“ oft

unheilbar gestört ist. Nachteilig für

Migranten vom Balkan ist eine verbreitete

Werteskala, der zufolge sich

die Akzeptanz einer Personengruppe

aus ihrer territorialen Herkunft ableitet.

Zudem treffen Vorurteile und

Ablehnung besonders Menschen, die

schon in ihren Heimatländern benachteiligt

werden.

In Europa wurden im vergangenen

Jahr 270.000 Asylanträge gestellt.

Zusätzlich zu den anerkannten/registrierten

Migranten leben in mehreren

europäischen Staaten große Gruppen

als „Illegale“ in einem Schattendasein. Italien und Griechenland

reichen diese Menschen nach Möglichkeit weiter,

lassen sie durchziehen, vor allem nach Deutschland. Auf

dem Weg dorthin stranden viele in Österreich. Tausende

Migranten lagern in Nordfrankreich auf freiem Feld, um

durch den Kanaltunnel nach England zu gelangen. Die Engländer

haben dichtgemacht, Ungarn zieht Zäune hoch, die

baltischen Staaten und Polen winken ab. Weltweit sind laut

UNHCR 2) allein im letzten Jahr 13,9 Millionen Menschen

durch Konflikte oder Verfolgung zu Flüchtlingen geworden.

Ihre Gesamtzahl liegt gegenwärtig bei 59,5 Millionen.

Mit steigender Tendenz.

Es gibt gewiss zahlreiche Gründe, aus Syrien, aus Libyen,

aus dem Irak, aus Afghanistan oder Eritrea zu fliehen. Und

oft sind es unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren, die Asyl

beantragen. Tausende und Abertausende reißt es mit. Warum

gerade jetzt dieser explosionsartige Aufbruch, der die Züge

einer menschlichen Katastrophe anzunehmen scheint?

Für mehr als 60 % der Deutschen steht das Thema Flüchtlinge

und Asyl obenan auf der Interessenskala. 3) Zu Recht,

denn „Die Lage spitzt sich zu: In diesem Jahr werden für

Kommunen und Bundesländer mehr als 5 Milliarden Euro

fällig.“ Diese Meldung (FAZ, 27. Juli 2015) wird belegt

mit amtlichen Zahlen, denen zufolge die Zahl der Asylbewerber

in Deutschland innerhalb weniger Jahre von 28.000

Anträgen (2008) auf 202.800 (2014) und voraussichtlich

450.000 (2015) steigt. Damit verdoppelt sich innerhalb

weniger Monate die Zahl derer, die bei uns Frieden und

Zukunftschancen suchen. Darauf war niemand vorbereitet.

Die kommunalen Verwaltungen, die für die Unterbringung

zu sorgen haben, sind häufig überfordert, Bürgermeister ringen

die Hände, die Bevölkerung schwankt zwischen Hilfsbereitschaft

und fremdenfeindlicher Aggression. Glückli-

54 durchblick 3/2015

Alle Fotos Archiv Brigitte Lanko


Gesellschaft

cherweise ist die Mehrheit der Deutschen viel weltoffener,

toleranter und hilfsbereiter als noch vor Jahren. Ohne diese

neue Hilfsbereitschaft wäre manche Kommune schon

am Ende ihrer Kräfte. Dennoch: Die meisten Kommunen

bleiben auf Mehrkosten sitzen, die für Erstunterbringung

und -versorgung, für Verwaltungs- und Sicherheitskosten,

Integrationskurse usw. anfallen. Nach Auffassung der zuständigen

Landesministerien soll der Bund daher 12.500

EURO für jeden der 450.000 Migranten beisteuern. Das

ergibt jährlich 5,625 Milliarden EURO.

Noch sprechen Politiker vom Mangel an Arbeitskräften.

Aber ist es zu rechtfertigen, Flüchtlinge nach ihrer Eignung

für den Arbeitsmarkt zu beurteilen? Ist es zu rechtfertigen,

Fachleuten eine Aufnahme zu bieten – und hier Steuern

zahlen lassen – die Kosten der Ausbildung aber den Herkunftsländern

zu überlassen? Und was geschieht mit jenen,

die kommen, aber aufgrund mangelnder Bildung oder

körperlicher Beeinträchtigungen befristet oder dauerhaft

„unbrauchbar“ sind und abhängig?

Anders als in früheren Jahren wird die aktuelle Flüchtlingswelle

länger andauern und die Flüchtlinge werden bleiben.

Was aber geschieht, wenn sich die Zahl der Flüchtlinge

noch einmal verdoppelt? Wenn diejenigen, die Asyl oder ein

besseres Leben suchen, nicht nur in einzelnen Aufnahmezentren

oder Stadtteilen wohnen, sondern allenthalben das Bild

unseres gelobten Landes bestimmen? Eine derartige Situation

birgt mehr Dynamit, als mögliche Milliarden vom Bund

oder ein Einwanderungsgesetz entschärfen könnten.

Wer kann für die Zurückgebliebenen sorgen, für jene,

die zu jung, zu alt oder krank sind? Nein, von Deutschland

kann das nicht geleistet werden, von anderen Staaten

noch weniger. Aber wir können über den Zusammenhang

nachdenken, der zwischen unserer Lebensweise – unseren

Handels- und politischen Aktivitäten – einerseits und den

Fluchtursachen andererseits besteht.

Erich Kerkhoff

1)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2) The UN Refugee Agency = Flüchtlingshilfswerk

der Vereinten Nationen. 3) ZDF-Politbarometer, Juli 2015

In Deutschland

hilft man sich…

Mit meiner schmerzhaften Knieverletzung war der

Urlaub beendet. Nach siebenstündiger Bahnfahrt

zurück in Siegen, schleppte meine Frau unsere

Koffer und mich die Treppe im Bahnhof hinunter, wo uns

zwei junge Männer überholten. Beide drehten sich um, boten

Hilfe an und trugen unser Gepäck zum Ausgang. Auf

Nachfrage erklärten sie: „Wir sind Soldaten“, und gingen

freundlich grüßend weiter.

Eine weitere unerwartete Hilfe: Anfang Juli hatte ich

gemeinsam mit einem Kollegen in Frankfurt einen Messestand

auszustatten Das dortige Messegelände ist riesengroß,

sodass wir unsere Fahrzeuge zunächst im Parkhaus

abstellten um den zugewiesenen Stand zu suchen. Noch

im Parkhaus hielt ein PKW hinter uns an und der Fahrer

– offensichtlich ausländischer Herkunft – fragte ebenfalls,

ob wir Hilfe wünschten. Anschließend wartete er vor der

Schranke zur Ausfahrt und leitete uns zur gesuchten Halle.

Auf die Frage, was wir ihm schulden, antwortete der Mann

„In Deutschland hilft man sich“ und fuhr davon.

Dipl. Soz. Michael Kringe

Rechtsanwalt und Notar

Tätigkeitsschwerpunkte:

Notariat

Mitglied im AnwaltVerein

VertrauensAnwalt

Beide Begegnungen haben mich bewegt und nachdenklich

gemacht. Woran liegt es, dass es vielen von uns alten

Männern schwer fällt Hilfe anzunehmen oder sogar darum

zu bitten? Ist es das damit verbundene Eingeständnis eigener,

als unmännlich empfundener Schwäche? Und dann auch

noch junge Menschen bitten oder unentgeltliche Hilfe von

einem Ausländer erwarten? Ist dies womöglich Ausdruck der

Anfang des vorigen Jahrhunderts beginnenden „Krise der

Männlichkeit“? Der Historiker Christopher Clark verweist

in seinmem Buch Die Schlafwandler – wenn auch in einem

anderen Zusammenhang – auf den damit verbundenen Rollenstress

hin, der zu Stimmungsschwankungen, Unentschlossenheit

oder psychosomatischer Krankheit führen kann.

Offenbar hängt die Lebensqualität älterer Menschen

nicht vorrangig vom eigenen Blutdruck, dem Cholesterinspiegel

(oder einer zeitweiligen Gehbehinderung) ab. Entscheidender

scheint die Bereitschaft zu sein, vorhandene

Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit anzunehmen und Nähe

zuzulassen.

Erich Kerkhoff

Nicola Veit

Rechtsanwältin

HonorarAnwältin

Tätigkeitsschwerpunkte:

Sozialrecht,

Verkehrsrecht,

Erb- und Familienrecht

info@rechtsanwalt-kringe.de

● 57234 Wilnsdorf, Rathausstr. 1 02739-1049 ● info@rechtsanwaeltin-veit.de

3/2015 durchblick 55


Gesellschaft

Flüchtlinge in der Universitätsstadt

Interview mit Siegens Bürgermeister Steffen Mues

Das Thema „Flüchtlinge“

hat zahlreiche im Verantwortungsbereich

der Kommunen liegende Facetten.

Häufig sind Politik und

Verwaltung dann unerwarteten

und scheinbar unerfüllbaren Anforderungen

ausgesetzt. Diesen

muss die Kommune gerecht werden

– immer auf der Grundlage

humanitärer und gesetzlicher

Vorgaben, aber auch im Blick

auf berechtigte oder vermeintliche

Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger. Und immer unter

dem Druck der städtischen Haushaltslage. Zur Situation in

Siegen gab Bürgermeister Steffen Mues dem durchblick am

4. August 2015 ein Interview.

Foto: Stadt Siegen

db: Soweit das absehbar ist – mit welcher Zahl der in Siegen

befindlichen Flüchtlinge ist Ende diesen Jahres zu rechnen?

BM: Derzeit geht der Bund von 300.000 Flüchtlingen aus,

die 2015 nach Deutschland kommen. Einem festen Zuweisungsschlüssel

zufolge gehen dann 349 nach Siegen. Abweichend

vom Bund rechnen Kommunen und Länder jedoch mit

500.000 Flüchtlingen. Dieser Prognose zufolge kommen in

diesem Jahr nicht 349, sondern 581 Flüchtlinge nach Siegen.

db: Plant die Stadt Siegen die Einrichtung weiterer oder anderer

Notunterkünfte für den Fall, dass keine Entspannung

der Situation eintritt?

BM: Es ist ein Notquartier in der Turnhalle an der Winchenbachschule

geplant. Geplant sind außerdem weitere

Anmietungen und die Errichtung von 2 bis 3 städtischen

Übergangseinrichtungen.

db: Wie ist die damit verbundene personelle und finanzielle

Belastung der Stadt einzuschätzen?

BM: Für das kommende Jahr müssen wir mit mindestens

sechs neu einzurichtenden Stellen rechnen, in diesem Jahr

mit Kosten in Höhe von ca. 6 Millionen Euro. Einsparungen

an anderer Stelle sind daher nicht auszuschließen.

db: Welche Unterstützung erfährt die Stadt aktuell von der

Bezirksregierung Arnsberg oder der Landesregierung NRW?

BM: Was soll ich dazu sagen…?

db: Gibt es eine organisierte und koordinierte Unterstützung

seitens der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen oder anderer

Institutionen? Existiert eine zentrale Steuerung?

BM: Ja, es gibt die zentrale Steuerung durch den Integrationsbeauftragten.

Die ev. Kirche bringt sich ein, gleiches

gilt für die Wohlfahrtsverbände, indem sie ehrenamtlich Engagierte

qualifizieren und begleiten. Die Zusammenarbeit

ist ausgezeichnet. Neben und zusätzlich zu den Institutionen

gibt es in der Bevölkerung die große Bereitschaft mit Wohnraum

zu helfen, mit Sachspenden und vor allem ehrenamtlichem

Engagement. Dies ist wirklich etwas besonderes in

Siegen. Die freiwillige Feuerwehr, Rettungsdienste wie das

DRK, AStA, Studierende insgesamt, alle Kirchen und Glaubensgemeinschaften,

Nachbarn, Sportvereine und und und.

Es gibt viele, die helfen wollen. Es bestehen Willkommensteams,

Unterstützernetzwerke, Sprachangebote u.a.. Wir

brauchen aber gleichzeitig auch immer mehr ehrenamtliche

Helferinnen und Helfer, besonders bei der Notunterkunft am

Haardter Berg. Daher die herzliche Bitte an alle Leserinnen

und Leser: Werden Sie aktiv, wenn Sie es nicht schon sind.

db: An wen können Interessierte sich wenden?

BM: Aktuell an Torsten Büker t.bueker@siegen.de für ein

Engagement in Siegen selbst und für einen Einsatz in der

Notunterkunft über notunterkunft @siegen.de

db:In welcher Form unterstützt die Universitätsstadt Siegen

die Integrationsbemühungen vie-ler Flüchtlinge, besonders

der Kinder?

BM: Alle Kinder bekommen einen Schulplatz (Schulpflicht),

alle Kinder bekommen einen Kitaplatz, auch Angebote

in den Kinder- und Jugendeinrichtungen, Angebote

der Vereine und Verbände (z.B. in Form zusätzlicher Plätze

in Sommerfreizeiten), Sprachangebote etc.

db: Flüchtlinge sind vielerorts mit Vorbehalten oder Ablehnung

konfrontiert. Liegen Ihnen Hinweise über fremdenfeindliches

Verhalten in Siegen vor? Gibt es Informationen

über ent-sprechende Strukturen?

BM: Eine Anzahl anonymer Bemerkungen auf Internetseiten

und in Foren ist hetzerisch und hinsichtlich der Wortwahl

oft abstoßend. Aber das ist nicht nur in Siegen so.

Fremdenfeindliche Strukturen sind nicht bekannt.

db: Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden

Zahl der Einbruchs- bzw. Eigentumsdelikte und der

großen Zahl der nach Deutschland flüchtenden Menschen?

BM: Nein, ich sehe keinen Zusammenhang, denn die teilweise

aus dem Aus-land gesteuerten Bandenstrukturen haben

ja nichts mit Flüchtlingen zu tun. Derartige Ängste sind

unbegründet.

db: Gegenüber dem unerwarteten Flüchtlingsstrom

schwanken viele – vor allem ältere - Bürgerinnen und Bürger

zwischen kritischer Distanz und Gleichgültigkeit einerseits

und Zukunftsangst und Aggression andererseits. Was

raten Sie in diesem Zusammenhang?

BM: Häufig erklären sich Angst und Aggression aus Vorurteilen,

aus Informationsdefiziten. Daher halte ich persönliche

Begegnungen für wichtig und das Bemühen, sich in

die Lage der Flüchtlinge zu versetzen.

db: Danke für das Gespräch

Das Interview führte Erich Kerkhoff

56 durchblick 3/2015


Erinnerung

Flucht aus der Schule

3 Fotos: Archiv Schneider

Die Geisweider Volksschule.

Links: 1937. Rechts: 2007, jeweils mit dem

Autor vor der beschriebenen Treppe.

Mitte: kurz vor dem Abriss.

Im Frühsommer 1939 wurden in Deutschland die

Konfessionsschulen aufgehoben und es gab nur noch

die Gemeinschaftsschulen, in denen katholische und

evangelische Kinder gemeinsam unterrichtet wurden. Das

brachte auch eine Änderung im Lehrkörper mit sich. Wir

an der Geisweider Schule bekamen eine katholische Lehrerin

mit Namen Berta Mönnig, eine zur Lehrerin geborene

Frau, der ich, was meine Allgemeinbildung anbelangt, viel

zu verdanken habe. Und es tut mir heute noch sehr leid, dass

ich, ihr Musterschüler, ihr eine ganz herbe Enttäuschung

bereiten musste. Und das kam so:

Wir hatten außer mittwochs jeden Tag von acht bis dreizehn

Uhr Unterricht. Nur mittwochs durften wir Jungen um

zwölf Uhr nach Hause gehen. Meine Mutter wusste das und

hatte dann immer das Mittagessen fertig gekocht. An dem

Mittwoch, um den es nun geht, war mein Bruder Walter auf

Fronturlaub und wir hatten uns schon auf das gemeinsame

Mittagessen gefreut. Es sollte Koteletts geben, und die gab

es nicht so oft während des Krieges.

Als die letzte Schulstunde zu Ende war, verließen wir

Jungen das Klassenzimmer und gingen im Treppenhaus

die Treppe hinab, dabei hat einer vor Übermut laut gepfiffen.

Unser Fräulein Mönnig hatte das noch gehört und rief

uns zurück. Wir ahnten nichts Gutes. Sie fragte: „Wer hat

gepfiffen?“ Natürlich meldete sich auch auf mehrmaliges

Nachfragen niemand. Die Konsequenz war, dass uns die

Freistunde gestrichen wurde. Wir gingen auf den Schulhof,

denn von 12 Uhr bis 12:05 war noch mal eine kurze Pause.

Nun stand ich da, von Zweifeln geplagt: Was sollte ich

tun? Ich ärgerte mich gewaltig über diesen Lumpen, der

sich nicht gemeldet hatte, und ich dachte daran, dass meine

Mutter und mein Bruder nun mit dem schönen Essen auf

mich warten mussten.

Ich packte meinen Mut und meinen Unmut zusammen

und rannte vom Schulhof auf dem kürzesten Weg nach

Hause. Ich erzählte zu Hause nichts von dem Vorfall und

wir hatten gerade angefangen mit Essen, als die Türe aufging

und mein Klassenkamerad Hermann Klaes zu uns in

die Küche trat und mich aufforderte, sofort in die Schule

zurückzukehren. Ich ging mit und trat in die Klasse, in der

Fräulein Mönnig diese letzte Stunde noch unterrichtete. Ich

hatte die Klassentüre kaum geöffnet, als ich auch schon mit

Ohrfeigen rechts und links in Empfang genommen wurde.

Was machte ich, als mir das widerfuhr? Ich drehte mich auf

dem Absatz um und rannte so schnell ich konnte wieder

nach Hause. Hinter mir hörte ich noch die kräftige Stimme

von Fräulein Mönnig: „Otto, willst Du wohl hier bleiben,

komm sofort zurück!“

Am nächsten Morgen ging ich mit Herzklopfen zur

Schule, es mussten noch alle Klassen vor dem Eintritt in

die Klassenräume vor der Schultreppe antreten. Ich wurde

vom Rektor Nehm aufgerufen und musste mich, für alle

sichtbar, auf die Treppe stellen und wurde wegen meiner

Tat öffentlich gerügt. Nehm sagte wörtlich: „Mein Junge,

das wird Dich teuer zu stehen kommen!“ Das gute Verhältnis

zu meiner Lehrerin war für Wochen gestört. Ich wurde

aller Ehrenämter enthoben, auch meine Beteiligung am Unterricht

wurde nicht mehr beachtet.

Im Laufe der Zeit normalisierte sich alles wieder. Im

nächsten Zeugnis hatte ich eine Drei in Betragen, anstelle

der üblichen Zwei. Fräulein Mönnig sagte beim Austeilen

der Zeugnisse nur, indem sie mit dem Finger auf die Note

zeigte: „Das muss wieder besser werden.“ Ich wurde nie

über die Beweggründe meiner Tat befragt und noch heute,

nach über 70 Jahren, bin ich darüber maßlos enttäuscht.

Otto Schneider

3/2015 durchblick 57


Ehrenamt

Weinen – lachen, trauern – trösten

Trauercafé der Hozpizhilfe feiert 10-jähriges Jubiläum

Wenn man leidet, tut es so gut, ein befreundetes Herz

zu haben, worin unser Schmerz sein Echo findet

(Theresia von Lisieux)

Der Verlust

hat dich

tief getroffen

aus dem

Gleichgewicht gebracht

aus der

Bahn geworfen

Nimm meine Hand!

Jetzt sitzt du

am Wegesrand

blind vor Trauer

nimmst Abschied

weinst

Angelika Fichtner

Durch kaum ein anderes Ereignis wird die Brüchigkeit

und Zerrissenheit des Lebens so deutlich

sichtbar wie durch Krankheit, Sterben und Tod. Bei

keinem anderen Geschehen wird uns die Gebrechlichkeit

und Vergänglichkeit des Lebens so überaus schmerzlich bewusst

wie beim Tod eines uns nahestehenden und geliebten

Menschen. Wir wissen zwar, vom Verstand her, dass wir

sterblich sind, aber unser Herz kann die Endlichkeit, die

durch Abschied nehmen und Loslassen müssen so tiefgreifend

spürbar wird, wenn überhaupt, nur sehr schwer akzeptieren.

Trauer, Wut und Verzweiflung verbinden sich mit

der unbeantwortbaren Frage nach dem: Warum? Gleichzeitig

stellen sich im Angesicht des Todes so Grundsatzfragen

wie: Was ist der Mensch? Worin liegt die letzte und

endgültige Bestimmung des Menschen? Gibt es ein Leben

nach dem Tod?

All dies bedeutet: Der Tod und damit Verlust eines Menschen,

insbesondere dann, wenn er völlig unerwartet und

unvorbereitet eintritt, versetzt die Angehörigen und Hinterbliebenen

gewissermaßen in einen Ausnahmezustand. Die

Lücke, die der verstorbene Mensch hinterlässt, muss neu

ausgefüllt werden. Nicht selten ist diese Zeit der Trauer und

des Abschieds ein (ungewollter) Wendepunkt, der eine Neuorientierung

des eigenen Lebens mit sich bringt. Eine große

Herausforderung, denn das Leben in der heute so rastlosen

Zeit und in einer immer komplexer werdenden Welt, geht ja

unbeirrt weiter und will weiterhin gemeistert werden. Bei all

dem besteht die Gefahr, dass der Trauer nicht mehr ausreichend

genug Zeit eingeräumt und daher nicht richtig verarbeitet

wird und die Seele dadurch verletzt und krank wird.

In dieser schwierigen Lebensphase braucht der trauernde

Mensch, als ein zutiefst soziales Wesen, Halt und Zuspruch

durch seine Mitmenschen. Gott sei Dank besitzen wir eine

besondere Gabe, über die nur wir Menschen verfügen, die Gabe

des Trostes und der Anteilnahme. Die Natur kennt keinen

Trost. Ein sichtbares Zeichen dieser Gabe ist das Trauercafé

der Ambulanten ökumenischen Hospizhilfe Siegen im Haus

Herbstzeitlos, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum

feiert. Dorthin kommen regelmäßig Männer und Frauen, die

den Verlust eines nahestehenden Menschen betrauern und

über ihre Trauer reden und mit anderen Betroffenen teilen

wollen. In diesen 10 Jahren ist im Trauercafé viel geweint,

gelacht, getrauert und getröstet worden. Der nachstehende

Bericht „Trauer braucht Raum“ von Frau Ulla Krombach-

Stettner, Trauerbegleiterin und eine der Koordinatorinnen der

Ambulanten ökumenischen Hospizhilfe, die bei der Gründung

des Trauercafés mitgewirkt hat, gibt einen Einblick in die praktische

Arbeit im Trauercafé und lässt Gäste, die das Trauercafé

besucht haben, zu Wort kommen. Eberhard Freundt

Trauer braucht Raum

Das Trauercafé, ein Ort, wo Trauer Raum bekommt,

was nicht heißt, dass man in einem Trauercafé immer

über die Trauer spricht, sondern dass es möglich

ist, darüber zu sprechen, dass es aber auch um Kontakt

zu anderen Betroffenen geht. „Das Trauercafé hat mir Halt

gegeben in einer Zeit, als ich sehr einsam war nach dem Tod

meiner Frau“, sagt Franz Münker. „Trauercafé, wozu soll das

gut sein? Das bringt mir nichts, ich brauch kein Kaffeekränzchen.“

Auch solche Aussagen sind zu hören, wenn man Trauernden

den Besuch im Trauercafé empfiehlt. Es ist sicher

nicht immer leicht, allen Bedürfnissen gerecht zu werden, da

die Trauernden ja an ganz unterschiedlichen Punkten auf ihrem

Weg durch die Trauer stehen. Die Themen sind deshalb

ganz vielfältig. Auch wenn die Menschen über Urlaub oder

ihren Garten erzählen, sprechen sie im Grunde auch darüber,

dass sie das alles nun alleine tun müssen und wie sie dies

empfinden. Elisabeth Bender sagt dazu: „Es findet ein Lernen

voneinander dadurch statt, dass man hört, wie andere ihren

Weg gehen, oder was ihnen geholfen hat.“ Margret Kunz fügt

hinzu: „Durch die Gespräche im Trauercafé habe ich erfahren,

dass es wichtig ist, Nein

sagen zu lernen gegenüber zu

Doch bald

musst du aufstehen

ausbalancieren

deinen Weg

vorsichtig

weitergehen.

Nimm meine Hand

vielen Erwartungen aus dem

sozialen Umfeld.“ Die Frauen

und Männer, die ins Trauercafé

kommen, machen die Erfahrung,

dass es hilfreich ist, mit

Menschen, die wissen, wovon

man spricht, gemeinsam zu

essen und sich auszutauschen.

Ausgebildete und erfahrene,

ehrenamtliche Mitarbeite-

58 durchblick 3/2015


Veranstalterfoto

Das Trauercafé wird von insgesamt 14 Mitarbeiterinnen geführt, die sich gemeinsam mit dem Vorstand bei der Stadt

Siegen für die kostenlose Nutzung der Räumlichkeiten im Begegnungszentrum „Haus Herbstzeitlos“ bedanken.

Öffnungszeiten sind im Veranstaltungsteil auf Seite 64 angegeben.

rinnen unterstützen die Gäste, die das erste Mal kommen,

in Kontakt mit den anderen Besuchern zu gelangen. Aber

zunächst wird jedem „Neuen“ erst einmal zugehört, denn

das ist es, was Trauernde vordringlich brauchen, Menschen,

die Verständnis für ihre besondere Situation haben und die

Geduld aufbringen, den sich oft wiederholenden Geschichten

zuzuhören. Sätze wie „Es wird schon wieder“; oder „Du

musst nach vorne schauen“ sind verpönt, sie hinterlassen bei

den Trauernden das Gefühl, mit ihrem Schmerz ganz allein

zu sein und nicht verstanden zu werden.

Die Welt der Betroffenen hat einen tiefen Riss bekommen,

die Trauer umfasst sie in ihrem ganzen Wesen. Sie konfrontieren

ihre nächste Umgebung immer wieder mit dem Thema

Tod. Mit ihrer Trauer können sie beim Zuhörer Gefühle

von Hilflosigkeit und Ohnmacht auslösen. Das macht häufig

unsicher. Eine nicht immer leichte Aufgabe der ehrenamtlichen

Mitarbeiterinnen. Aber Kraft und Geduld für ihr Engagement

schöpfen sie z.B. aus Aussagen wie die von Anne

Wenz: „Wegen der guten Betreuung durch die mütterlichen

Frauen habe ich mich getröstet gefühlt. Ich hatte das Gefühl,

mich anlehnen zu können. Meist bin ich getröstet nach Hause

gefahren“. Oder von Hubert Gast: „Das Trauercafé war ein

fester Bezugspunkt in der Zeit, in der ich Hilfe brauchte, hier

konnte ich sprechen und Fragen stellen, Fragen, die ich mich

normal nicht getraut hätte zu stellen“. Erika Denker: „Ich

konnte wieder Mut fassen, weil es anderen ähnlich erging.

Ich spürte, dass ich nicht mehr ganz so traurig war. Heute

geht es mir ein wenig besser und langsam find ich wieder

ins normale Leben zurück“. Ja, das Trauercafé, ein Ort, wo

geweint, gelacht, getrauert und getröstet wird, ein Ort, der

Wege aufzeigt, aus der Trauer ins Leben zurückzufinden.•

Alle Namen von der Redaktion geändert

Ihr Bestattungs- und Vorsorgepartner in der Region · Eigene Trauerhalle und Cafe

Mit einer angemessenen

Bestattungsvorsorge das Geld

vor dem Zugriff des Sozialamtes schützen.

Wir Informieren Sie gerne.

Otto Henrik Giesler Bestattermeister

Kreuztal 02732-13 54 · Siegen 0271-48 88 88 0 · www.bestattungshaus-giesler.de

3/2015 durchblick 59


Aus dem Siegener Seniorenbeirat

Geschichte hautnah erlebt

Siegener Seniorenbeirat beantwortete wieder Schülerfragen

Immer wieder hat der durchblick über

„Zeitzeugen“ -Aktivitäten des Seniorenbeirats

berichtet. Die jüngste Veranstaltung

dieser Reihe fand in der Realschule am

oberen Schloss statt. Neben Erinnerungen aus

der Kriegzeit lag ein weiterer Fokus auf Erlebnisse

in der Zeit des Aufbruchs.

Viele Ereignisse des Kalten Krieges waren

noch tief in der Erinnerung der Zeitzeugen verwurzelt,

insbesondere der Einsatz sowjetischer

Panzer im Juni 1953 gegen wehrlose Demonstranten

in Ostberlin, die brutal niedergeschlagenen

Aufstände 1955 in Polen und 1956 in

Ungarn, und schließlich der Bau der Berliner

Mauer. „Ich habe uns eben eingemauert,“ so

zitierte einer der Zeitzeugen den authentischen Bericht eines

jungen Maurergesellen, welcher dies am Abend des 13. August

1963 tränenüberströmt seiner Familie eingestand.

Etwa ab 1966 hatten viele junge Leute die Stadt Prag besucht

und dort die Aufbruchstimmung im Gefolge des Prager

Frühlings unmittelbar erlebt. Als sie ab 1969 die damalige

tschechoslowakische Hauptstadt nach dem Einmarsch

der Warschauer-Pakt-Staaten unter Führung der Sowietunion

dann erneut besuchen wollten, mussten sie zunächst

häufig zeitraubende und schikanöse Grenzkontrollen über

sich ergehen lassen. Noch viel schlimmer waren Enttäuschung,

Resignation und Furcht ihrer jungen Freunde nach

dem jähen Abbruch freiheitlicher Bestrebungen mit Waffen-

und Panzergewalt.

Von besonderem Interesse war schließlich die Frage nach

Furcht vor unmittelbarer Bedrohung und Angst vor einem

nuklearen Krieg. Keine der Großmächte durfte einen Atomkrieg

riskieren, er hätte das Ende der Menschheit bedeutet.

In den Tagen vor dem Höhepunkt der Kuba-Krise Ende Oktober

1962, so erinnert sich Ernst Göckus, stand eine Klassenarbeit

in Französisch an. „Herr Studienrat, erhalten wir

diese noch zurück, bevor es zum großen Knall kommt?“,

fragte einer der Schüler mit hintersinnigem Humor. Lerngruppe

wie Lehrer setzten allerdings hoffnungsvoll auf das

besonnene Einlenken der weltpolitischen Entscheidungsträger.

Irgendwie wurde die unmittelbare gesamtpolitische

Gefahr verdrängt. So fand sich ein beträchtlicher Teil der

genannten Lerngruppe abends in der Siegerlandhalle ein,

nicht etwa, um zu demonstrieren, sondern um in Knie- und

Hüftschwung eines neuen Tanzes zu wetteifern. „Come on,

let’s twist again“ so ging es zu den Klängen einer bekannten

Siegener Band zur Sache. Der physische Abstand war jedoch

noch gewährleistet, ähnlich wie bei den Kontrahenten auf

internationaler Ebene. Erst später wurde allen deutlich, wie

nahe die Menschheit wirklich am Abgrund gestanden hatte.

Foto: Realschule am oberen Schloss

Mit Aufmerksamkeit und Spannung folgen die Schüler den Berichten

Das Thema „erste ausländische Arbeitnehmer in Siegen“,

hatte Premiere im Zeitzeugenprogramm. Mit Alfonso

Lopez-Garcia, Mitglied im Siegener Seniorenbeirat,

stand ein Mann der ersten Stunde Rede und Antwort.

An die triste und entbehrungsreiche Zeit der Franco-

Diktatur, verbunden mit polizeistaatlichem Gebaren, kann

er sich noch recht genau erinnern. Sein Studium in Philosophie

musste er aufgeben, da die finanziellen Mittel der

Familie hierzu bei weitem nicht ausreichten. Und so zog

es ihn 1963 vom nordspanischen Bilbao nach Siegen.

Eindringlich schildert er Restriktionen und bürokratische

Hemmnisse, welche anfänglich zu überwinden

waren. Zunächst fanden sich nur Gelegenheitsarbeiten,

schließlich aber auch feste Anstellungen. In einem berufsbegleitenden

Studium qualifizierte er sich nach einigen

Jahren zum Diplom-Sozialarbeiter und fand eine Anstellung

im Siegener Caritasverband. Mit Dankbarkeit und

Stolz blickt er auf die Möglichkeiten beruflichen Fortkommens

zurück, welche ihm in Siegen geboten worden

waren. „Macht was aus euch“, riet er den Schülern der

Jahrgangsstufe zehn eindringlich. Alfonso Lopez-Garcia,

mit einer Spanierin verheiratet und inzwischen Großvater,

besitzt beide Staatsangehörigkeiten. „Mein Mutterland ist

Spanien, mein Vaterland ist Deutschland“, betonte Lopez-

Garcia, zugleich Vorsitzender des interkulturellen Netzwerkes

Siegen.

Die ersten Jahre in Deutschland waren nicht frei von

Ressentiments und Intoleranz. „Ausländische Gäste nicht

erwünscht“, an diese gelegentlichen Restriktionen kann er

sich noch gut erinnern. Gerade deswegen ist ihm gegenseitiger

Respekt und gegenseitige Achtung ein besonderes

Anliegen. Seine Ausführungen gipfelten noch einmal in

einem eindrücklichen Appell zur Toleranz und gemeinsamer

Wertschätzung. „Wir sind alle verschieden und dadurch

alle gleich“, war seine zentrale Botschaft. eg

60 durchblick 3/2015


Aus dem Siegener Seniorenbeirat

VWS kooperativ

Fahrplan wurde erweitert

Der Seniorenbeirat der Stadt Siegen hat sich mit Erfolg

dem besonderen Anliegen der Bewohner aus

dem Gebiet Waldsiedlung, obere Dautenbach und

Giersberg angenommen, die schon seit

längerem eine Änderung der Linienbusführung

bis zum Kaisergarten wünschten,

seitdem sich dort ein ambulantes medizinisches

Zentrum befindet.

Insgesamt hätten sich die Einkaufsund

Nutzungsgewohnheiten der Bürger

der Stadt Siegen in der Vergangenheit

stark gewandelt. Darauf müsse Rücksicht

genommen werden, hieß es aus dem Beirat.

Dem stimmten die Verkehrsbetriebe

WestfalenSüd (VWS) jetzt zu. Wie seitens

der VWS jetzt in einem Schreiben

an den Beiratsvorsitzendem Dr. Horst

Bach und den für Mobiltät und Sicherheit zuständigen Arbeitskreissprecher

Helmut Plate mitgeteilt wurde, sei man

im Interesse der Bürger aus den vorgenannten Wohngebieten

bereit, die Linie C 105 über diesen Streckenabschnitt

Foto: Tessie Reeh

zum Kaisergarten fahren zu lassen. Damit würde die Linie

C 105 in Fahrtrichtung Siegen ZOB nach der Haltestelle

Siegen Bürbacher Weg die Haltestellen Marburger Straße,

Marburger Tor, Marienkrankenhaus und

Kaisergarten bedienen. Wie Stephan

Degen von den Verkehrsbetrieben jetzt

ergänzend mitteilt, ist die Fahrplan- und

Linienwegänderung nach Absprache mit

dem Verkehrsverbund VGWS bereits

zum 12.08.2015 vorgesehen. Gleichzeitig

bitten die VWS den Seniorenbeirat,

sich bei der Stadt Siegen für einen vernünftigen

Zustand der für ÖPNV und

die ÖPNV-Nutzer notwendigen Infrastruktur

einzusetzen. „Neben einer vorrangigen

Berücksichtigung des Linienbusverkehres

an den Lichtsignalanlagen

zwischen den Haltestellen Siegen ZOB und Siegen Koblenzer

Straße wäre dies auch die Vorhaltung von ausreichend

Verkehrsraum für Busse in der Hinterstraße“, heißt es in dem

Schreiben der VWS an den Siegener Seniorenbeirat. eg

Stadtreinigung

Universitätsstadt Siegen

Die Stadtreinigung ist

neben der allgemeinen

Sauberkeit zuständig

für die Müllabfuhr,

die Abfallberatung die

Straßenreinigung und

den Schneeräumdienst.

Indirekt organisiert sie die

Entsorgung von Altpapier,

Altglas und Wertstoffen

(gelber Sack).

Den Großteil der

Müllabfuhr führt die Stadt

mit eigenem Personal

und eigenen Fahrzeugen

durch. Hierzu zählt auch

die Entsorgung des

Restmülls, des Sperrmülls

und der Bioabfälle für etwa

60.000 Haushalte.

Um unnötige Abfälle zu vermeiden

können wir alle bei unseren täglichen

Einkäufen darauf achten, Produkte in

Einwegverpackungen zu vermeiden.

Jeder Einzelne kann durch sorgfältige

Auswahl von Waren dazu beitragen, die

Umwelt zu schonen und Geld für die immer

aufwändigere Abfallentsorgung zu sparen.

Straßenreinigung

Neben der Reinigung

bestimmter Straßen ist die

Abteilung Stadtreinigung

für die Säuberung der

städtischen Grundstücke,

die Reinigung der Fußgängerzonen

und die

Leerung von über 2.000 im

Stadtgebiet aufgestellten

Papierkörben zuständig.

Winterdienst

Im Winter hält die Stadtreinigung

nicht nur die

Fahrbahnen schneefrei,

auch der Winterdienst auf

den Gehwegen an städtischen

Liegenschaften gehört

zum Aufgabenbereich.

Müllabfuhr

In Zeiten knapper werdender Rohstoffe ist es besonders

wichtig, Abfälle getrennt zu sammeln und einer

ökologisch unbedenklichen Verwertung zuzuführen.

Auf diese Weise tragen wir alle ein Stück dazu bei, die

natürlichen Ressourcen zu schonen bzw. eine erneute

Verwertung zu sichern.

Altpapier

Die Entsorgung von

Altpapier ist auf ein privates

Unternehmen übertragen, das

im Auftrag der Stadt Siegen

eine Wiederverwertung sicherstellt.

Altglas / Plastik

Die Entsorgung von

Altglas und Plastik (Gelber

Sack) erfolgt im Rahmen

des Dualen Systems

Deutschland (DSD). Hier

wird die Stadt Siegen lediglich

durch die Bereitstellung

der Wertstoffdepotstandorte

und die Veröffentlichung

der Abfuhrtermine tätig.

Abfallberatung

Weitere Informationen zu den

Themen Stadtreinigung und

Müllabfuhr erhalten Sie unter:

Universitätsstadt Siegen

Stadtreinigung

57074 Siegen

Fludersbach 56

Telefon 0271 / 404-4822

oder 0271 / 404-4855

www.siegen.de

3/2015 durchblick 61


Heißer Herbst

Kulturhaus Lÿz startet in die neue Saison

Faszinierend farbig und unergründlich

fesselt das Farbspiel auf dem

Cover des neuen Spielzeitheftes

für das Siegener Kulturhaus Lÿz. Doch

auch zwischen den Umschlagseiten findet

sich das ein oder andere „must have“

im gewohnt hochkarätigen Bühnen-Mix

aus Kabarett, Literatur und Jazz.

Jürgen von der Lippe gibt sich gleich

zwei Mal die Ehre (19.9./20.9.), da auf

Grund der großen Nachfrage bereits eine

Zusatzveranstaltung vereinbart werden

musste. Nach Philip Simons augenzwinkernden

Gesellschaftsbetrachtungen

(26.9.) aus niederländischer Sicht geht

es dann weiter mit Konrad Beikircher,

der sein neustes Programm „bin völlig

meiner Meinung“ (24.10.) präsentiert

und Gereon Klugs Lesung „LOW FI-

DELITY. Hans E. Plattes Briefe gegen

den Mainstream“ (31.10.). Traditionell

scharfzüngig wird es dann im November,

wenn die Lÿz-Lieblinge Sebastian

Pufpaff (7.11.) und Matthias Tretter

(28.11.) das Publikum an ihren neusten Überlegungen zum

Zustand der Republik teilhaben lassen, die Kabarett-Queen

Sissi Perlinger

Sissi Perlinger ihr augenzwinkerndes

Credo „Ich bleib dann mal jung!“

(14.11.) humorvoll erläutert oder – Anfang

Dezember – der Erfinder des juristischen

Kabaretts, Werner Koczwara,

die deutsche Juristerei mit „Einer flog

übers Ordnungsamt“ (11.12.) unter die

Lupe nimmt. Ganz sicher golden wird

der Herbst vor allem auch für Freunde

des heimischen Zungenschlags. So feiert

das Kabarettduo Weigand & Genähr

im Oktober die Premiere von „Traute!“

(20./21./22.10., weitere Termine im Dezember

sowie 2016). Auch das LÿzMix-

Varieté ist wieder am Start.

Einige wenige Veranstaltungen sind

zwar bereits ausverkauft, so der Saisonauftakt

mit Dieter Nuhr (5.9.) und

der erste Lesetermin mit Jürgen von der

Lippe (19.9.), doch sowohl die Zusatzveranstaltung

von „Beim Dehnen singe

ich Balladen“ (20.9.) wie auch für alle

anderen Bühnenhighlights im Lÿz

gibt es die Karten wie gewohnt beim

Kultur!Büro des Kreises Siegen-Wittgenstein auf www.

Lyz.de oder unter der Telefonnummer 0271/333-2448. ●

Veranstalterfoto

Ausstellung zu technischen Hilfen und Anpassungsmaßnahmen

in der Wohnung und des Wohnumfeldes für Menschen mit Demenz

Rollende Modellwohnung mit

technischen Alltagshilfen im Alter


Veranstaltungen im Seniorenbegegnungszentrum

der Stadt Siegen

Seniorenhilfe Siegen e.V.

Telefon 02 71/ 6 61 03 35

durchblick e.V.

02 71/6 16 47 + 01 71/6 20 64 13

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.

Senecafé 02 71/ 2 50 32 39

SeniorenServiceStelle 0271 / 38 78 616-2

Café „Unter der Linde“ 02 71 / 5 64 10

Englischkurse 02 737 / 59 21 76

montags

10:00 -12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle

geöffnet

10:00 -12:00 Werkstatt geöffnet

14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé

dienstags

09:00 -12:00 ALTERAktiv Senecafé,

Windows 8, Tablets und

Smartphones

10:00 -12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

10:00 -12:00 Redaktionsbüro des

durchblick geöffnet

10:00 -12:00 Malgruppe (außer 1.Di.Monat)

Haus Herbstzeitlos

57074 Siegen, Marienborner Str. 151

Film- und Video-Club 027 32/1 24 60

Seniorenbeirat02 71 / 404-2202

SHG Sauerstoff-Therapie 02 71 / 37 03 54

Gedächtnistraining 0271 / 8 49 99

Lesepaten 02739 / 2290

Malgruppe 0271 / 3 73 87

Selbstverteidigung 0160 / 30 18 67

SeniorenTheaterSiegen0271 / 5 65 28

mittwochs

09:00 -12:00 ALTERAktiv

Senecafé

10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle

geöffnet

10:00 -12:00 Redaktionsbüro des

durchblick geöffnet

14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé

14:30 -16:30 Handarbeiten mit der

Seniorenhilfe

14:30 -16:30 Werkstatt geöffnet

15:00 -17:00 Singen mit der

Seniorenhilfe

19:00 -21:00 Regenbogentreff

Spielen und Klönen

19:00 -22:30 Film und Videoclub

Trauercafé0271/ 5 34 46

Wahlverwandte0271 / 2 38 01 08

Werkstatt02 Foto: 71 Ingrid / 6 27 Drabe 76

donnerstags

09:30 - 10:30 Selbstverteidigung

10:00 - 12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

12:00 - 14:30 Mittagstisch, Anmeldung:

Mo. - Mi. bis 12 Uhr

0271- 404-2200

freitags

10:00 - 12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

samstags

09:00 - 12:00 Wandergruppe

der Seniorenhilfe

Wegen möglicher Änderungen einzelner Termine (Ferien, Krankheit usw.)

empfiehlt sich die telefonische Anfrage.

Das Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos befindet sich hinter der alten „Hainer Schule“, Ecke Marienborner Str. / Blumenstr.

Anfahrt: Ab Hauptbahnhof, ZOB Bussteig B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109 (Bushaltest. Blumenstraße). Parkplatz: Kostenlos am Haus

Wir haben die passenden Veranstaltungen für Sie:

• Englisch, Spanisch und weitere Fremdsprachen

(verschiedene Stufen)

• Computerkurse für Ältere (Grundlagen, Internet, E-Mail u. a.)

• Vorträge | Café-Zeit im KrönchenCenter

und vieles Andere mehr.

VHS Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, 57072 Siegen

Internet: www.vhs-siegen.de; E-Mail: vhs@siegen.de

Telefon: 0271 404-3000

„Wandern und Schauen, Hobby mit Tempo 3“

(und Apollo-Theatertermine lagen bei Redaktionsschluß leider nicht vor).

Neulich im Bus

Neulich musste ich mal mit dem Bus von

Siegen nach Geisweid fahren. Hatte das

Verkehrsmittel lange nicht benutzt, war

also Außenseiter. Wohin ich von meinem

Platz auch schaute: Fast jeder Fahrgast war

mit seinem Mobiltelefon beschäftigt, strich

sanft über das Display, tippte wie wild auf

der Tastatur, flüsterte ins Gerät oder starrte

gebannt darauf. Perfekt auch die Ausrüstung

mit Kopfhörer. Ich hätte Grimassen

schneiden oder andere Faxen machen

können, es wäre sicher nicht aufgefallen.

Eine ältere Dame telefonierte ausgiebig

und laut. Vielleicht war die Verbindung

schlecht oder wir fuhren in ein Funkloch.

Sie sprach sehr laut darüber, dass sie großen

Hunger habe. Und erklärte weiter, wenn

sie gut nach Hause komme, erst mal eine

Dong machen werde. Sie habe ja noch von

dem Aufschnitt und es wäre doch schade,

wenn von der guten Wurst was umkäme.

Dann kam ihre Haltestelle, sie sagte

„Tschüssing“ ins Telefon und stieg aus.

Ich dachte an die NSA, die ja angeblich

jeden belauscht. Würden die nachhaken,

weil die Dame nichts umkommen lassen

wollte? Und würden die wissen wollen,

wer dieser Tschüssing und Donge sind?

3/2015 durchblick 63


Eberhard Wagner


Backestage

im Kreisgebiet

September

Sa. 05. ab 18 Uhr, Fbg.-Oberholzklau

ab 14 Uhr, Netphen-Salchendorf

ab 15 Uhr, Netphen-Nenkersdorf

So. 06. 10-13 Uhr, Freudenberg-Alchen

Fr. 11. 10-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndf.

Sa. 12. ab 09 Uhr, Burb.-Wahlbach

Sa. 19. 12-18 Uhr, Beienbach/Netphen

Sa. 26. 06-12 Uhr, Burb.-Alte Vogtei

10-15 Uhr, Siegen-Niedersetzen

13-15 Uhr, Siegen-Birlenbach

So. 27. 10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau

Oktober

Sa. 03. 10-15 Uhr, Fbg.-Oberheuslingen

Di. 06. 10-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndf.

Sa. 10. ab 14 Uhr, Netphen-Salchendorf

Do. 22. 11-16 Uhr, Burbach-Holzhausen

Fr. 23. 11-16 Uhr, Burbach-Holzhausen

Sa. 24. 06-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndorf

Sa. 31. 10-15 Uhr, Siegen-Niedersetzen

ALTERAktiv

bietet seinen Mitgliedern an, ihre

„Verkehrstauglichkeit“ in Theorie

und Praxis zu überprüfen.

Informationen unter 0271- 233 94 25

E-Mail info@senioren-siegen.de

SERVICE-CENTER

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für Behinderte

57078 Siegen

Telefon: 02 71 /3 03 98 09

Fax: 02 71 /3 03 98 11

Verkauf Einbau Ser vice

Wiederkehrende

montags:

10-12:00 Ehrenamtsberatung, SAfE -Siegener

Agentur für Ehrenamt Rathaus Weidenau

Weidenauer Straße 215, „Regiestelle

Leben im Alter“ 404-2139

10-12:00 Beratung für Senioren, Senioren-

ServiceStelle Siegen-Geisweid, Am Klafelder

Markt 20 0271/372199-05

10:00 Seniorengymnastik mit Anne Freudenberger,

im Gemeinschaftsraum Dr.

Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro

Heidenberg, 0271-23418872

14:00 Montagscafé des DRK Ortsverein

Siegen Nord e.V., Schneppenkauten 1,

57076 Siegen-Weidenau 0271-76585

14:30 Handarbeitstreff: stricken,

häckeln, sticken, nähen, „Regiestelle

Leben im Alter“ Rathaus Weidenauer

Straße 215, 0271/404-2200

20:30 Tangosalon: Milonga, Tango

Argentiono - Gefühle tanzen, Kulturhaus

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18

Jeden 1. Montag im Monat

18:30 „Anders Altern“ Gruppe für

gleichgeschlechtliche Lebende und

Liebende, Begegnungszentrum Haus

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner Str.

19:00 Trauergruppe der Ambulanten

Hozpizhilfe, Stiftung Diakoniestation

Kreuztal, Ernsdorfstr. 3, 02732/1028

20:00 Tango Schnupperkurs (bis 21

Uhr), anschließend Tangosalon, Kulturhaus

Lÿz Siegen, St.-Johann-Straße 18

Jeden 2. Montag im Monat

10:00 Frühstückstreff: AWO-Ortsverein

Siegen, im der Begegnungsstätte Rosterstr.

186, Siegen, 0271/3386-160

10:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe e.V.; Haus Herbstzeitlos

Siegen, Marienborner Str. 151

0160-99 49 40 56

Jeden 3. Montag im Monat

10:00 ALTERAktiv, Lesepaten, Haus

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner

Straße 151 02739-2290

16:30 Selbsthilfegruppe Durchblutungsstörungen

in den Beinen Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Str. 151 0271-310781

18:30 Treffen Selbsthilfegruppe:

Sauerstoff-Langzeit-Therapie „Haus

Herbstzeitlos Siegen“ 370354

Jeden 4. Montag im Monat

14:30 Kaffeekränzchen: AWO-

Ortsverein Siegen, in der Begegnungsstätte

Rosterstr. 186, Siegen,

0271/3386-160

Letzter Montag im Monat

19:00 Selbsthilfegruppe Asthma und

Bronchitis Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Straße 151 02737/3308

dienstags:

10:00 Schach- und Spieletreff AWO-Ortsverein

Siegen, im der Begegnungsstätte Rosterstraße

186, Siegen, 0271/339857

17.30 Interkultureller Chor Siegerland Regiestelle

Leben im Alter, Rathaus Weidenau

Jeden 1. Dienstag im Monat

9:00 Die Creativen Siegen, städtisches Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Str. 151 02737-3455

15:00 ALTERAktiv Lesepaten, Begegnungszentrum

„Haus Herbstzeitlos“ Siegen,

Marienborner Straße 151. 02739/2290

Jeden 2. Dienstag im Monat

10:00-12:00 Seniorenberater der Stadt Siegen:

Sprechstunde, Begegnungszentrum

„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Straße

20:00 Vorwärts-Chor, städtisches Begegnungszentrum

„Haus Herbstzeitlos“, Siegen

Jeden 3. Dienstag im Monat

19:00 Treffen Wohnprojekt: Wahlverwandte

Haus Herbstzeitlos Siegen, 0271-2380108

Jeden 4. Dienstag im Monat

20:00 Vorwärts-Chor, städtisches Begegnungszentrum

„Haus Herbstzeitlos“, Siegen

mittwochs:

10:00-12:00 Heinzelwerker Sprechstunde,

„Regiestelle Leben im Alter“, RathausWeidenau,

Weidenauer Str. 211, 404-2200

10:00 Spaziergang: 3000 Schritte, Tempo

und Strecke sind angepasst, ab Rathaus Weidenauer

Str. 215, 404-2200

10-12:00 Sprechstunde des Seniorenbeirats,

SeniorenServiceStelle Siegen-Geisweid , Am Klafelder

Markt 20 0271/372199-05

14:00-16:00 Diakonischer Freundeskreis

Siegen-Süd, Hilfen für zu Hause, Diakonie

Eiserfeld, Mühlenstr. 7

17:00 Internationaler Seniorentanz, Interkulturelle

Gemeinschaft, kath. Gemeindehaus

Siegen, St.-Michaelstraße 3

SeniorenServiceStellen

Universitätsstadt

Siegen

Siegen–Geisweid

Am Klafelder Markt 20

Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/372199-05

Siegen–Weidenau, Rathaus

Weidenauer Straße 211-213

Mo - Fr. 10 - 12 Uhr 0271/404-2200

Siegen -Ost, Haus Herbstzeitlos

Marienborner Straße 151

Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-2

Siegen–Eiserfeld

Mühlenstraße 7

Beratung und Kontakt: 0271/25097-47

64 durchblick 3/2015


Termine

Jeden 1. Mittwoch im Monat

14:00 KSG-Offenes Café im Wenscht, Siegen-Geisweid,

Fichtenweg 5, 0271/89106

15:00 Frauenzimmer, Frauencafé des DRK-Niederschelden,

in der Burgschule Siegen-Niederschelden.

0271-33716-0

Jeden 2. Mittwoch

14:30 KSG-Café im Wenscht: Kochstudio International,

Siegen-Geisweid, Fichtenweg 5, 0271/89106

Jeden 3. Mittwoch im Monat

14:30 VDK-Siegen-Treff; Frohe Runde, Christofferhaus

Siegen, Friedrich-Wilhelm-Str. 118

14:30 Wir tanzen wieder! Für Menschen mit und

ohne Demenz, Tanzschule „Im Takt“, Netphen-Dreis-

Tiefenbach, Dreisbachstr. 24.

Anmeldung erbeten 0271/234178-17

Letzter Mittwoch im Monat

15:00-16.30 Selbsthilfegruppe Frontotemporale Demenz

im Café Auszeit Kreuztal, Ernsdorfstr. 5

donnerstags:

10:00 Seniorenwerkstatt, der „Interkulturellen Gemeinschaft“,

katholisches Gemeindehaus Siegen,

St.-Michaelstr. 3

14-16:00 Handarbeitskreis der SeniorenService-

Stelle, im Rathaus Netphen, Amtsstraße 2+6

14-16:00 Ehrenamtsberatung, SAfE -Siegener Agentur

für Ehrenamt Rathaus Weidenau 404-2139

10:00-12:00 Diakonischer Freundeskreis Siegen-Süd,

Hilfen für zu Hause, Diakonie Eiserfeld, Mühlenstr. 7

Jeden 2. Donnerstag im Monat

15:00-17:00 Selbsthilfegruppe Mitten im Leben für

Menschen mit Gedächtnisproblemen KSG-Seniorenwohnanlage

Weidenau Weidenauer Str. 202

Jeden 4. Donnerstag im Monat

15:00 Trauercafé der ambulanten ökum.Hospizhilfe Siegen

e.V., Haus Herbstzeitlos Siegen, 0160-99 49 40 56

freitags:

14:00 Englisch Tea Time AWO-Ortsverein Siegen, im der

Begegnungsstätte Rosterstr. 186, Siegen, 0271/339857

18:00 Wochenschlussandacht, Autobahnkirche Rasthof

Wilnsdorf

Jeden 2. Freitag im Monat

15:00 Dämmerstunde der Seniorenhilfe Siegen e.V.

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Str. 151 0271/44369

sonntags:

Jeden 3. Sonntag im Monat

14:30 Cafè unter der Linde, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner Str. 151,

0271-56410

15:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe Siegen e.V., Alter Kindergarten Freudenberg,

Oranienstr. 25, 0160-99 49 40 56

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2/2015 3/2015 durchblick 65


Veranstaltungshinweise

1. Dienstag

14:30 Weltalzheimerwochen*: Museums-Momente,

Museumsbesuch für

Menschen mit Demenz, Museum Wilnsdorf,

Rathausstr. 9, Anm. 02739-802211

20:00 Birgit Schrowange liest:, Es darf

gerne ein bisschen mehr sein! Bismarckhalle

Siegen-Weidenau, Bismarckstr. 47

September 2015

Veranstalterfoto

2. Mittwoch

20:00 Südwestfälische Freilichtbühne:

Pension Schöller Freudbg. Kuhlenberg

3. Donnerstag

20:30 Open Air Kino, Siegener Kurzfilmabend,

Siegen am Oberen Schloss

4. Freitag

20:00 Roger Hodgson & Band, Breakfast

in America Tour Siegerlandhalle

20:00 Vortrag: Indonesien: Eine junge

Demokratie zwischen Tradition und Moderne,

Schloss Berleburg, Goetheplatz 8

20:30 Open-Air-Kino, American Sniper

Brunnenwiese am Oberen Schloss Siegen

5. Samstag

10:00 Oldtimer-Motorradtreffen im

Technikmuseum, Freudenberg, Olper

Straße 5 (auch am Sonntag)

10:00 4. Oldtimer & Classic US-Cars-

Treffen, Siegerlandflughafen ( auch So.)

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Elvis Presley Cover mit Tom Miller, Hilchenbach,

Am Preisterbach 11

20:00 Dieter Nuhr: Lesung-Vorpremiere:

Nur Nuhr Kulturhaus Lÿz,

Siegen ist ausverkauft!

20:30 Open-Air-Kino, Minions,

Brunnenwiese am Oberen Schloss

Siegen

6. Sonntag

11:00 Jazz-Frühstück mit der Uni-

Big-Band Siegen, im Spiegelzelt,

beim Eisenwerk Erndtebrück, Im

Grünewald 2

16:00 Sonntagnachmittag im

Schlosspark: Konzert mit den Herdorfer

Dixieland-Friends, Oberes

Schloss Siegen

17:00 Weltalzheimerwochen*: Sonntags

um fünf, Klassisches Konzert, Klarissenklosterkirche

Eremitage, Wilnsd.

20:30 Open Air Kino, Im Labyrinth des

Schweigens, Brunnenwiese am Oberen

Schloss Siegen

8. Dienstag

19:00 VHS-Vortrag: Elternunterhalt

- das Sozialamt bittet die Kinder von

Senioren zur Kasse, Rathaus Netphen,

Ratssaal, Amtsstr. 6

9. Mittwoch

19:30 kreuztalkultur Siegerländer Rudelsingen,

Café Basico Kreuzt., Hüttenstr. 30

Veranstalterfoto

Veranstalterfoto

10. Donnerstag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,

Seniorenzentrum Haus Herbstzeitlos,

Siegen

19:00 Filmclub Kurbelkiste: Ole, Kulturhaus

Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str. 18

20:00 Komödie von Gert Hoffmann

Die Hammelkomödie, Gebrüder-Busch-

Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

11. Freitag

14:00 Stadtteilfest am Wellersberg, mit

vielen Attraktionen und Aktionen, Siegen

Wellersberg, Obenstruthstr. 8

17:00 9. Siegener Oktoberfest, Außengelände

der Siegerlandhalle, Siegen,

Koblenzer Str. 151 (auch Sa.+So.)

19:30 Fest der Stimmen mit den A-

capella-Stars „6-Zylinder“, Spiegelzelt

beim Eisenwerk, Erndtebrück

12. Samstag

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Comedy mit Murat Sen, Hilchenbach,

Am Preisterbach 11

13. Sonntag

10:45 Matinéen in St. Joseph, Matinée

mit Bratsche und Ogel, kath. Kirche St.

Joseph, Siegen-Weidenau, Weidenauer

Str. 23

17:00 Weltalzheimerwochen*: Sonntags

um fünf, Konzert für Menschen mit

Demenz und andere Musikliebhaber,

Autobahnkirche, Rasthof Wilnsdorf

17:00 kreuztalkultur: Das Kreuztaler

Familien-Musical, HUGO der Wassergeist

Stadthalle Kreuztal

Veranstalterfoto

18:00 Filmpalast: Manche mögens heiß

Heimhof-Theater Burbach-Wasserscheide

66 durchblick 3/2015


Veranstaltungshinweise

14. Montag

19:30 Faust - Der Tragödie erster Teil,

Inszenierung Matthias Fontheim Bad

Berleburg - Bürgerhaus am Markt

20:00 Eva Mattes liest...erzählt... singt...

- ihr persönliches Programm, Spiegelzelt

beim Eisenwerk, Erndtebrück

15. Dienstag

18:00 VHS- Vortrag: Frau und Rente,

KrönchenCenter Siegen, Markt 25

19:00 Filmclub Kurbelkiste: Black Ise,

Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.

16. Mittwoch

14:30 Weltalzheimerwochen*: Wir

tanzen wieder Tanzangebot für Menschen

mit und ohne Demenz, Tanzschule

„Im Takt“, Netphen-Dreis-Tiefenbach,

Dreisbachstr. 24, Anm. 0271- 234178-17

17. Donnerstag

9:00 Tag der Pflege 2015: Kleine Auszeit

gefällig? Siegerlandhalle, Siegen

18:30 VHS-Lesung: Märchen aus dem

Zauberreich der indonesischen Inseln,

Bad Berleburg, Altenzentrum am Sähling,

An der Gonthardslust

19:00 VHS-Vortrag: Der politische Islam,

Bad Laasphe, Haus des Gastes

18. Freitag

17:30 Kranzniederlegung und Gedenken

am Ostdeutschen, Bund der Vertriebenen,

Mahnmal im Garten des Oberen

Schlosses Siegen

20:00 Konzert mit der Evau Big Band,

Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.

19. Samstag

19:00 VHS/SeniorenSerciveStellen-Vortrag,

Elternunterhalt – Wenn erwachsene

Kinder zahlen müssen, Ratssaal Netphen

Veranstalterfoto

20:00 Jürgen von der Lippe liest, Kulturhaus

Lÿz, ist ausverkauft!

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Kabarett mit Sia Korthaus, Hilchenbach,

Am Preisterbach 11

20. Sonntag

11:00 Weltalzheimerwochen*: Bei Gott

geht nichts verloren, Gemeindezentrum

Christuskirche Siegen, Obenstruthstr. 8

15:00 Tag der Heimat, Bund der Vertriebenen,

Bismarckhalle Siegen- Weidenau

17:00 kreuztalkultur Musik mit dem

Trio Rosenpalais Nicht so schnell, mein

Herr! Weiße Villa, Dreslers Park

20:00 Jürgen von der Lippe liest, Beim

Dehnen singe ich Balladen, Kulturhaus

Lÿz, Siegen, St.-Johann-Straße 18

20:00 Siegener Orgelwochen, Orgelwunschkonzert:

geliebte Kirchenlieder,

St.-Joseph-Kirche, Siegen-Weidenau

21. Montag

17:00 ohne ALTERSbeschränkung:

Best Exotic Marigold Hotel 2, Viktoria

Filmtheater Hilchenbach-Dahlbruch,

Bernhard-Weiss-Platz

22. Dienstag

19:00 VHS- Vortrag: Patientenverfügung

- Vorsorgevollmacht – Betreuungsverfügung,

Bad Laasphe, Haus des Gastes,

Wilhelmsplatz 3

20:00 Meisterliche Kammermusik Simone

Rubino - Schlagzeug - Rezital Gebr.-

Busch-Theater Hilchenb.-Dahlbruch,

Berhard-Weiss-Platz

20:00 Musikabend mit Herman van

Veen, Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer

Straße 151

* Veranstalter der Weltalzheimerwochen 2015:

Alzheimer Gesellschaft Siegen e.V. • Ambulanter Hospizdienst

Wittgenstein, • Caritasverband Siegen-Wittgenstein

e.V. • Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen •

Diakonische Altenhilfe Siegerland • Diakonisches Werk

Wittgenstein • Ev. Christus-Kirchengemeinde Siegen

• Ev. Kirchengemeinde Neunkirchen • Förderverein

Autobahnkirche Siegerland e.V. • Förderverein des Tagespflegehaus

Eremitage • Förderverein für die spanischsprachige

kath. Gemeinde Siegen • Forum für Migration und

Gesundheit • FZI-Forschungszentrum Informatik Karlsruhe

• GSS Wohn- und Pflegeeinrichtung Haus St. Raphael

• Haus am Sähling • Integrationsagentur im Caritasverband

Siegen-Wittgenstein e.V. • Interkulturelle Gemeinschaft

e.V. • Kommunale Beratungsstelle „Besser Leben

im Alter durch Technik“ • Kreis Siegen-Wittgenstein •

Kreisvolkshochschule Siegen-Wittgenstein • Museum

Wilnsdorf • Pflege- und Dienstleistungszentrum Haus an

der Weiß • Pflegekreis Wilnsdorf • Runder Tisch Demenz

Kreis Siegen-Wittgenstein • Senioren-Service-Stellen

Wilnsdorf, • -Neunkirchen, • -Hilchenbach, • -Netphen,

• Sparkassenstiftung Zukunft • Tagespflegehaus

Eremitage im Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. •

Tanzschule „Im Takt“ • VergissMeinNicht Netphen e.V. •

Wohnberatung Siegen-Wittgenstein e.V. • Zukunfsinitiative

2020 des Kreises Siegen–Wittgenstein.

Senioren auch mobil unterwegs!

Ob Mini-PC, Tablet oder Smartphone...

Diese Geräte werden auch für die ältere

Generation immer wichtiger.

Sie halten mit Ihren Freunden und

Bekannten ganz leicht Kontakt.

Nützliche Apps helfen Ihnen auf

verschiedene Weise, sich zu informieren.

Wir helfen Ihnen bei der seniorengerechten

Einarbeitung in die neue

Technik und zeigen, wie Sie diese

richtig nutzen können.

Kommen Sie zu uns ins „Senec@fé,

Treffpunkt neue Medien“ des Vereins

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein

e.V. im Haus Herbstzeitlos,

Marienborner Str. 151.

Mo. 14-18 Uhr, Di. 9-12 Uhr

Mi. 9-12 und 14-18 Uhr

0271 - 2 50 32 39

eMail: senecafe@senioren-siegen.de

3/2015 durchblick 67


23. Mittwoch

16:30 Weltalzheimerwochen*: Was

soll ich nur machen! Bei der Körperpflege

ist es besonders schlimm, Tagespflegehaus

Eremitage 9, Wilnsdorf-Rödgen,

Anmeldung: 0271-39121

24. Donnerstag

15:00 Literaturcafé Seniorenzentrum

Haus Herbstzeitlos, Siegen

18:00 VHS-Vortrag: Transatlantische

Handels- und Investitionspartnerschaft

(TTIP) – Welche Risiken bestehen für

Umwelt- und Verbraucherschutz? KrönchenCenter,

Siegen, Markt 25 19:00

Kunstsommer 2015, I am a cultural nation

Jürgen O. Olbrich, Städtische Galerie

Haus Seel, Siegen, Kornmarkt 20

19:30 Weltalzheimerwochen*:

Was ist denn nur mit

Rudi los? Bürgerhaus Burbach,

Marktplatz, Burbach

20:00 Philharmonie Südwestfalen

Beethoven – Marimba in

Between, Geb.-Busch-Theater,

Hilchenbach, B.-Weiss-Platz

Veranstaltungshinweise

September 2015

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach:

Comedy mit Markus Maria Profitlich,

Hilchenbach, Am Preisterbach 11

20:00 Kabarett mit Kai Magnus Sting:

Immer ist was, weil sonst wär ja nix

Heimhoftheater Burbach-Wassersccheide

20:00 Blues-Rock-Konzert mit Falconz,

Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.

26. Samstag

14:00 VHS Wandern: Pilgern zu verwunschenen

Orten auf alten Pilgerpfaden,

Bad Berleburg, Treffpunkt:

Parkplatz Skihütte Pastorenwiese bei

Wunderthausen

19:00 Das Original Krimidinner Die

Nacht des Schreckens, Spiegelzelt beim

Eisenwerk, Erndtebrück, Im Grünewald

Veranstalterfoto

20:00 Kabarettabend mit Philip Simon,

Ende der Schonzeit, Kulturhaus Lÿz,

Siegen, St.-Johann-Str. 18

27. Sonntag

11:00 Siegerländer Mineralienbörse, Siegerlandhalle,

Siegen, Koblenzer Straße

17:00 Burbacher Chöre, Heimhof-

Theater, Burbach-Wasserscheide

29. Dienstag

10:00 Weltalzheimerwochen*: Mehr

Lebensqualitat und Sicherheit fur

Menschen mit Demenz durch Technik?

Anm. 0271- 234178-17

10:00 Weltalzheimerwochen*: Rollende

Modellwohnung: Technische Alltagshilfen

im Alter, Parkplatz am Kreishaus

Siegen, St.-Johann-Str. 23

19:00 Filmclub Kurbelkiste: Victoria, Kulturhaus

Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str. 18

30.Mittwoch

10:00 Weltalzheimerwochen*: Rollende

Modellwohnung: Technische Alltagshilfen

im Alter, Parkplatz am Kreishaus

Siegen, St.-Johann-Str. 23

10:00 Weltalzheimerwochen*:Ausstellung:

Technische Hilfen und Anpassungsmaßnahmen,

Gemeindezentrum Ev. Martinigemeinde,

Siegen, St.-Johann-Str. 8

(Nähere Informationen in der Anzeige

auf Seite 62)

15:30 VHS-Pilzkundliche Führung: Bestimmung

von Pilzen Freudenberg, Start/

Ziel: Parkplatz am Ende der Friedenshortstraße

25. Freitag

20:00 kreuztalkultur 2.

Kreuztaler LachNacht eine

abwechslungsreiche Show

mit vier Künstlern, Stadthalle

Kreuztal

20:00 Liederabend mit

Hannes Wader, Sing-Tour

2015, Georg-Heimann-Halle

Netphen, Jahnstraße

20:00 Markus Maria Profitlich

mit, HALBZEIT - Gibt

es ein Leben nach dem Fünfzigsten?

Hilchenbach Gerberpark,

Am Preisterbach 12

Veranstalterfoto

Veranstalterfoto

68 durchblick 3/2015


1. Donnerstag

15:30 VHS-Vortrag: Café-Zeit - „Starke

Frauen des Mittelalters“: Roswitha

von Gandersheim um 935–973, KrönchenCenter

Siegen, Markt

18:30 VHS-Vortrag Altersrenten - Wer?

Wann? Wie(viel)?, Freudenberg, Rathaus

Freudenberg, Ratssaal, Mórer Platz 1

19:00 VHS-Vortrag: Unpolitische Demokratie,

Kreuztal, Gelbe Villa Dreslers

Park, Hagener Str. 22

20:00 kreuztalkultur Ein musikalisches

Feuerwerk Jasper vant Hofs, Pili Pili,

Stadthalle Kreuztal

20:00 Rating akut, Kabarett mit

Arnulf Rating Gebr.-Busch-

Theater Hilchenbach Dahlbruch,

Bernh.-Weiss-Platz 6

2. Freitag

10:00 Messe „Siegen handelt“ Aus der

Region – für die Region (bis So.), Siegerlandhalle

Siegen, Koblenzer Straße

20:00 50 Jahre MUNDSTUHL, Mütze

Glatze! Simply the Pest Kulturhaus Lÿz

Siegen, St.-Johann-Str. 18

20:00 kreuztalkultur „Mutti-Theorien“:

Rainer Krönert, Mutti Reloaded, Stadthalle

Kreuztal

3. Samstag

14:00 VHS-Pilzkundliche Führung:

Bestimmung der typischen Pilze Siegerländer

Hauberge, Kreuztal, ab

Parkplatz Freibad Buschhütten

17:00 Festakt und Konzert zum Tag der

Deutschen Einheit, Philharmonie Südwestfalen,

Bad Berlebg, Bürgerhaus Markt

20:00 Demon‘s Eye feat. Doogie White,

Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-Straße

Veranstaltungshinweise

Oktober 2015

Veranstalterfoto

Veranstalterfoto

4. Sonntag

19.00 Improvisationstheater Frizzles:

Mit allen Mitteln, Heimhof-Theater

Burbach-Wasserscheide

6. Dienstag

14:30 Weltalzheimerwochen*: Museums-Momente,

Museumsbesuch für

Menschen mit Demenz, Museum Wilnsdorf,

Rathausstaße 9, Wilnsdorf, Anmeldung

02739- 802211

8. Donnerstag

15:00 Literaturcafé Seniorenzentrum

Haus Herbstzeitlos, Siegen

9. Freitag

20:00 Konzert: Nadezhda Kadeshev

Russische Volkslieder die das Herz bewegen!

Siegerlandhalle Siegen

10. Samstag

14:00 VHS-Wanderung: Kaspar, Köhler,

Brasebrö - Kulturlandschaft Ruckersfeld,

Hilchenbach, Treffpunkt:

Parkplatz Oberbach

18:00 VHS- Nachtwanderung: Sich

orientieren auch ohne Lampe und Kompass,

Bad Berleburg, Auf der Lenne

11. Sonntag

10:45 Orgelmatinee, Orgel plus ... St.-

Joseph-Kirche, Siegen-Weidenau, Weidenauer

Straße 28

16:00 Herbstkonzert des Siegener Blasorchesters,

Siegerlandhalle Siegen,

17:00 kreuztalkultur: Opern- und Operettengala,

Der Vogelhändler Carl Zeller,

Stadthalle Kreuztal

18:00 Filmpalast: Die 12 Geschworenen,

Heimhof-Theater Burb.-Wasserscheide

12. Montag

17:00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:

Sommer in der Provence Viktoria

Filmtheater Hilchenbach-Dahlbruch,

Veranstalterfoto

13. Dienstag

19:00 Filmclub Kurbelkiste: Taxi Teheran,

Kulturhaus Lyz, Siegen St. Johann-Str.

19:30 Comedy Woman, Sexy, Siegerlandhalle

Siegen, Koblenzer Straße 151

15. Donnerstag

20:00 LÿzMixVarieté Kabarett, Musik,

Akrobatik & Zauberei, Siegen, Kulturhaus

Lÿz, St.-Johann-Str. 18,

16. Freitag

14:00 REISEZEIT, Messe für Kurzreisen,

Siegerlandhalle Siegen (bis So.)

19:30 Die Paldauer,… immer noch,

Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer Str.

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Bauchredner Jan Mattheis, Aus dem Bauch

heraus, Hilchenbach, Am Preisterbach 11

17. Samstag

14:30 Preisskat im Vereinstreffpunkt

„VergissMeinNicht Netphen e.V.“,

Brauersdorfer Straße 60 (Das Startgeld

beträgt 7,00 €)

19:30 Kultkomödie mit Biss Dinner

für Spinner, ev. Erlöserkirche Siegen-

Winchenbach, Lessingstr. 33 (auch am

24./25.10.)

18. Sonntag

10:00 VHS-Wanderung: Trecking durch

Wittgenstein, Bad Berleburg, Treffpunkt:

Stünzel (am Mordstein, Richtung

Festplatz)

10:15 Weltalzheimerwochen*: Er wird

deinen Fuß nicht gleiten lassen, Christuskirche

Neunkirchen-Zeppenfeld, Am Kirchweg

75, Anmeldung 02735 767-207

3/2015 durchblick 69


18. Sonntag

14:00 Weltalzheimerwochen*: Erntedankfest,

Haus St. Raphael Burbach,

Steingardtstr. 4

17:00 Weltalzheimerwochen*: Sonntags

um fünf, interkulturelles Konzert

für Menschen mit Demenz und andere

Musikliebhaber, Kulturhaus Lÿz, Siegen

19. Montag

14:30 Seniorenveranstaltung der Universitätsstadt

Siegen Goldener Herbst Bismarckhalle

Siegen-Weidenau

20. Dienstag

19:30 VHS-Vortrag: Stadtluft macht

frei! KrönchenCenter Siegen,Markt

20:00 Konzert: Jurij Shatunov: Russische

Pop-Musik sowie Hits aus alten und neuen

Zeiten, Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer

Straße 151

20:00 Kabarett mit Weigand & Genähr:

Traute, Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.

18 (bis 22.10.)

22. Donnerstag

15:00 Literaturcafé, Seniorenzentrum

Haus Herbstzeitlos, Siegen

15:30 VHS-Café-Zeit Vortrag: Hildegard

von Bingen, KrönchenCenter, Siegen

19:00 VHS- Vortrag: Lachen und Weinen

– Leben und Tod, Wilnsdorf Festhalle

19:30 Comedy mit Gernot Hassknecht,

Bürgerhaus am Markt, Bad Berleburg

20:00 Kammermusik, Modern String

Quartett, Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

19:00 VHS-Vortrag: Ein Kontinent

bricht auf – Afrika auf dem Weg in der

Weltwirtschaft eine Rolle zu spielen,

Kreuztal, Weißen Villa, Dreslers Park

24. Samstag

10:00 Genussmesse Culinaria Siegerlandhalle

Siegen, (auch So.)

18:00 Nacht der alten Technik, Technikmuseum,

Freudenberg, Olper Str.5

20:00 Kabarett: Tina Teubner Männer

brauchen Grenzen, Heimhof-Theater,

Burbach-Wasserscheide

20:00 Wise Guys live Tour zum Neuen

Album „Achterbahn“, Siegerlandhalle

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach:

Comedy mit Faatih Cevikkollu, Hilchenbach,

Am Preisterbach 11

20:00 Konrad Beikircher Bin völlig meiner

Meinung, Kulturhaus Lÿz, Siegen,

25. Sonntag

15:00 Compagnie Les Voisins Buh!

Kulturh. Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.

Veranstaltungshinweise

Oktober 2015

Veranstalterfoto

„Da steckt man nicht drin“. Das neue Programm des Siegener Seniorentheaters ist

zu sehen: So., den 1.11. und So. den 8.11. jeweils ab 15 Uhr im Kulturhaus Lyz, Siegen,

20:00 Neue Studiobühne, Geschwister,

Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-

Straße 18 ( auch vom 27.bis 29.10.)

26.Montag

19:00 VHS-Vortrag: Smartphone, Tablet

& PC - Identitätsdiebstahl geht schnell

und ist lukrativ - Sind Sie safe? Erndebrück

Realschule, Ederfeldstr. 4

27. Dienstag

16:00 Weltalzheimerwochen*: Uns

bleibt die Liebe Dokumentarfilm in russischer

Sprache mit deutchem Untertitel,

Kath. Pfarrgemeinde St. Marien, Siegen,

Häutebachweg 5

Veranstalterfoto

29. Donnerstag

15:00 Weltalzheimerwochen*: Interkulturelle

Seniorenbegegnung, Katholisches

Pfarrzentrum St. Joseph,

Siegen-Weidenau,Weidenauer Str. 23,

Anmeldung bis 20.10. 017678730818

oder isn-siegen@online.de

19:00 Weltalzheimerwochen*: Gut leben

mit Demenz, Ratssaal der Stadt Hilchenbach,

Markt 13, Hilchenbach

20:00 Theater: Anderthalb Stunden zu

spät, Gebr.-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch,

Bernh.-Weiss-Platz 6

20:00 kreuztalkultur Axel Pätz, Chill

mal!!! Weiße Villa, Dreslers Park, Kreuztal

20:00 Multivisionsshow Indonesien –

Träume erleben – von Bali nach Borneo

von Dirk Bleyer, Bad Berleburg, Aula

des Johannes-Althusius-Gymnasiums,

Im Herrengarten 11

30. Freitag

20:00 Jazzkonzert mit Samantha Fish &

Laurence Jones, Kulturhaus Lÿz, Siegen,

St.-Johann-Str. 18

31.Samstag

10:30 Gesangs-Workshop mit Birgit

Schlenther, Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-

Johann-Str. 18

20:00 Lesung: Gereon Klug

Low Fidelity, Kulturhaus Lÿz,

Siegen, St.-Johann-Straße

20:00 kreuztalkultur American Cajun,

Blues & Zydeco Festival, Stadthalle

Kreuztal

20:00 Konzert mit der Gruppe Sticky:

Rock’n’Roll, Beat und gute Laune, Siegerlandhalle

Siegen

70 durchblick 3/2015


Veranstaltungshinweise

November 2015

1. Sonntag

15:00 SeniorenTheaterSiegen Da steckt

man nicht drin, Kulturhaus Lyz, Siegen,

St.-Johann-Str.18 (auch am 8. 10. 2015)

3. Dienstag

19:00 Filmclub Kurbelkiste: Tot den

Hippies, es lebe der Punk, Kulturhaus

Lyz, Siegen, St.-Johann-Str.18

19:00 VHS-Vortrag: Testament und Erbvertrag,

Kreuztal Weiße Villa, Hagener

Str. 22, Dreslers Park

19:00 VHS-Vortrag: Enkeltrick und Co.

- Kriminalität zum Nachteil von Senioren,

Wilnsdorf, Gymnasium Wilnsdorf,

Hoheroth 94, Gebäude A

4. Mittwoch

19:00 Zeitzeugen auf Zelluloid, Kulturhaus

Lyz, Siegen St. Johann-Str.18

20:00 Improvisationstheater Springmaus:

BÄÄM! Die Gameshow, Gebr.-

Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

5. Donnerstag

20:00 kreuztalkultur JazzNights Michael

Wollny, Nachtfahrten – Solo-Duo-

Trio, Stadthalle Kreuztal

6. Freitag

20:00 Popkonzert The Four Fabs, Kulturhaus

Lyz, Siegen, St.-Johann-Str.18

7. Samstag

20:00 Kabarett mit Sebastian Pufpaff

Auf Anfang, Kulturhaus Lyz, Siegen,

St.-Johann-Str.18

20:00 Frauenensemble Encantada

55-Minuten-Konzert: Ein Jahresrückblick

& -ausblick, Heimhof-Theater,

Burbach-Wasserscheide

8. Sonntag

16:30 Konzert 125-jähriges Jubiläum!

Von und mit INTERMEZZO,

Turn- und Festhalle Buschhütten

17:00 Kammerchor Si.-Weidenau,

Stabat mater dolorosa von Joseph

Haydn, kath. Kirche St. Joseph

18:00 kreuztalkultur Früher war

ich Chizophren heut bin ich ok Benjamin

Tomkins mit seinen Puppen,

Stadthalle Kreuztal,

18:00 Filmpalast: Tote schlafen

fest Heimhof-Theater Burbach-

Wasserscheide

9. Montag

20:00 Musikalische Sonderveranstaltung

zum Gedenken: Kirche, Synagoge,

Moschee Stiftskirche Stift

Keppel Hilchenbach-Allenbach

Veranstalterfoto

10. Dienstag

19:00 VHS-Filmvortrag: Als die

Amerikaner kamen – US-Filmaufnahmen

vom Kriegsende 1945 in

Westfalen, Kreuztal-Littfeld, Bürgertreff

Kapellenschule

19:00 VHS-Vortrag: Vermögensübergabe

an die nächste Generation – Schenken

mit „warmer Hand“, Neunkirchen,

Otto-Reiffenrath-Haus, Bahnhofstr. 1

12. Donnerstag

18:30 Forum des Hörens, Vortrag mit

Diskussion über Hyperakusis, Schwerhörigkeit

und Tinnitus, Freie ev. Gemeinde

Siegen-Mitte, Friedrichstr. 83

20:00 kreuztalkultur Ingo Appelt Besser

.ist besser, Stadthalle Kreuztal

20:00 Jazzrock mit Kraan, Kulturhaus

Lyz, Siegen, St.-Johann-Str.18

Veranstalterfoto

14. Samstag

20:00 Comedy mit Sissi Perlinger

Ich bleib dann mal jung! Kulturhaus

Lÿz, Siegen, St.-Johann-Str.18

20:00 Buntes Burbach PREMIERE:

Daubs Melanie Et hilft nix! Heimhof-

Theater, Burbach-Wasserscheide

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Comedy Magic mit Christopher Köhler,

Hilchenbach, Am Preisterbach 11

15. Sonntag

10:45 Matinéen in St. Joseph, Orgelkonzert

mit Jürgen Poggel, Kath. Kirche

St. Joseph Siegen-Weidenau

17:00 Siegener Poetry Slam, Kulturhaus

Lyz, Siegen St.-Johann-Str.18

17:00 kreuztalkultur Herbstkonzert Blasorchester

Stadt Kreuztal e.V., Stadthalle

17. Dienstag

19:00 Filmclub Kurbelkiste: A Girl

Walks Home Alone at Night, Kulturhaus

Lyz, Siegen, St.-Johann-Str.18

18. Mittwoch

19:00 VHS-Lesung: Mitten in Texas

und doch nicht am Ziel mit Barbara

Orthwein, Bad Berleburg, Stadtbücherei

(Altes Landratsamt), Poststr. 42

19. Donnerstag

16:00 Gemeinschaftsvortrag von Günther

Klempnauer: Alt werden ist nichts

für Feiglinge Netphen, Rathaussal

19:00 VHS- Lesung: Eine Märchenreise

vom Amur bis zur Wolga, Bad Laasphe,

Haus des Gastes, Wilhelmsplatz 3

3/2015 durchblick 71


20. Freitag

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach

Konzert mit Martin C. Herberg Hilchenbach,

Am Preisterbach 11

20:00 kreuztalkultur Eric Bibb &

Habib Koité, Brothers in Bamako,

Stadthalle

20:00 Daubs Melanie Et hilft nix!

Kulturhaus Lyz, Siegen. (auch Sa.)

21. Samstag

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach

Comedy Seerhat Dogan mit

KÜCKKÜCK, Hilchenbach, Am

Preisterbach 11

22.Sonntag

17:00 Theater Sturmvogel: Abenteuer

China, Kulturhaus Lyz, Siegen

19:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach

Comedy Ingolf Lück mit Ach Lück mich

doch, Hilchenbach, Am Preisterbach 11

24. Dienstag

19:00 Filmclub Kurbelkiste: La buena

vida-Das gute Leben, Kulturhaus Lyz,

Veranstaltungshinweise

November 2015

26. Donnerstag

20:00 Lesung: Annika Schilling liest Marina

Keegans, Kulturhaus Lyz, Siegen

27. Freitag

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach

Lesung mit Gabi Köster, Die Chefin,

Hilchenbach, Am Preisterbach 11

20:00 WDR Big Band feat. Fay Claassen,

BC_ Siegen, Anz_186x130_Senioren_SI St.-Johann-Str.18

Kulturhaus Lyz, Siegen St.-Johann-Str.

20.11.2009 13:30 Uhr Seite 1

Veranstalterfoto

28. Samstag

19:00 Konzertabend Classic Brass, ein

glanzvolles Advents- und Weihnachtsprogramm,

Ev. Kirche Hilchenbach

20:00 Kabarett mit Matthias Tretter Selfie,

Kulturhaus Lyz, Siegen, St. Johann-Str.

20:00 Buntes Burbach Weihnachtsprogramm

mit Julia Stemberger Es weihnachtet

schön Heimhof-Theater, Burbach-Wasserscheide

20:00 kreuztalkultur Das Duo Blattrand

mit Ohne Rolf Stadthalle Kreuztal

20:00 Kleinkunstbühne Hilchenbach,

Band Re-Cover, A Tribute To The Beatles,

Hilchenbach, Am Preisterbach 11

29. Sonntag

15:00 kreuztalkultur „Kreuztaler Teddybärenkonzerte“

Philharmonie Südwestfalen

Papa Haydns kleine Tierschau,

Stadthalle

16:30 Buntes Burbach> Dia-Panoramavision

von und mit Dieter Freigang Die

höchsten Wandergipfel der Alpen, Heimhof-Theater

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3/2015 durchblick 73


Unterhaltung / Impressum

Es fiel uns auf …

…dass altersgerechte Assistenzsysteme uns im Alter

helfen sollen. Ein interdisziplinäres Forschungsteam entwickelt

ein Sensorpflaster, das älteren Menschen ein Signal

gibt, wenn sie etwas trinken müssen. „Trinke dringend etwas.

Dein Körper verliert zu viel Flüssigkeit“. Das spezielle

Pflaster auf der Haut erkennt den Mangel und schickt über

das Internet (Handy) eine Warnung an den Träger oder eine

Pflegekraft.

…dass eine übel gelaunte Katze 100 Millionen wert ist.

Die Mundwinkel hängen auffallend weit unten, die eisblauen

Augen funkeln böse. Einer Katze aus Arizona (USA)

mit Namen „Crumpy Cat“ (mürrische Katze) sollte man

nicht zu nahe kommen. Der Bruder der Besitzerin stellte

ein Foto des Vierbeiners ins Internet und löste damit ein

unglaubliches Phänomen aus. Das kleinwüchsige Tier mit

Unterbiss ist so beliebt, dass sein Frauchen mit Fanartikeln

wie Tassen, Kuscheltieren und Büchern in zweieinhalb Jahren

satte 100 Millionen Euro verdient hat.

…dass man sich bei manchen Beschwerden auch selber

helfen kann. Nicht immer muss man gleich zur chemischen

Keule greifen, wenn einen Schmerzen plagen. Gegen viele

Beschwerden wie Rheuma, Kopfweh, Sodbrennen u.a. ist

nämlich ein Kraut gewachsen. Zur Information gibt es zwei

neue E-Books zum Thema „Natur-Apotheke“. Darin stehen

die wichtigsten Heilpflanzen und die Bücher sind zum Preis

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Mehr Infos dazu auf: www.freizeitrevue.de/ebooks.

Gedächtnistraining: Lösungen von Seiten:46-47

Brückenwörter: Stuhl; Garten;Parfum;Schirm; Regen;

Finger; Tür; Barren; Allergie; Zwiebel. Tiernamen: laus

maus. Kuh bär. schaf. reh. pf. Er d. kam El. i Geld. h und. fi, sch.

Anagramme: Blumenkohl Radieschen Apfel Banane

Zwiebel Schnittlauch Spinat Birne Kirsche Feldsalat

Kohlrabi Mais Apfelsine Johannisbeere Fenchel. Zahlenkombination:1.)

2-4-7-11-16-22; 2.) 7-9-6-8-5-7-4-6-3;

3.) 8-10-13-17-22; 4.) 5-1-6-2-7-3-8-4-9-5; 5.) 4-7-9-5-

8-10-6-9-11-

Zu guter Letzt:

Der Kollege ist ja nach eigenen Angaben ein Genussschläfer.

Dem tut kein Abbruch, dass er in den Endphasen

der durchblick-Fertigstellung auch schon mal zu

nachtschlafender Zeit sein Tagwerk beginnt.

Neulich war es wieder einmal so weit: von der Glocke

der Kirchturmuhr um sechs Uhr geweckt, entschloss er

sich, frisch – fromm – fröhlich – frei das Bett mit dem guten

Gefühl zu verlassen, in der Frühe richtig was wegzuarbeiten.

Katzenwäsche reichte und dann ran an den Rechner.

Wie staunte er nicht schlecht, als die Computeruhr 15 Minuten

nach neun anzeigte. Die ersten drei Stundenschläge

der Kirchturmuhr hatte er wohl noch völlig verschlafen.

durchblick

Gemeinnützige Autorenzeitschrift

für Siegen und Siegen-Wittgenstein

Herausgeber: durchblick-siegen Information und Medien e.V.

Anschrift der Redaktion:

„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen

Telefon 0271 61647, Mobil: 0171-6206413

E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de

Internet: www.durchblick-siegen.de

Öffnungszeiten:

dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr

1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:

Anne Alhäuser; Maria Anspach; Ulla D'Amico; Ingrid Drabe (Veranstaltungen);

Helga Düringer; Friedhelm Eickhoff (viSdP); Fritz

Fischer; Eberhard Freundt; Gerda Greis; Eva-Maria Herrmann (stellv.

Redaktionsleiterin); Erich Kerkhoff; Erika Krumm; Brigitte Lanko;

Horst Mahle; Werner Müller-Späth; Rita Petri (Nachrichten); Helga

Siebel-Achenbach; Tessie Reeh; Ulli Weber

Bildredaktion:

Thomas Benauer; Hubertus Freundt; Gudrun Neuser; Wolfgang Neuser;

Rita Petri (Leitung); Tessie Reeh

Hörbuch-Redaktion:

derzeit nicht besetzt

Internet:

Thomas Benauer; Tobias Kämpfer

An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:

Anja Freundt; Hartmut Reeh; Ernst Göckus; Otto Schneider; Thorsten

Heider; Eberhard Wagner; Erna Homolla; Matthias Neuser; Heinz

Bensberg; Wilma Frohne; Elisabeth von Schmidtsdorf;

Heinz Stötzel; Klaus Hüner; Karin Aleith-Hüner

Gestaltung, Satz und Layout:

Ingrid Drabe; Friedhelm Eickhoff; Eva-Maria Herrmann; Rita Petri

Herstellung und Druck: Vorländer, Obergraben 39, 57072 Siegen

Anzeigenanfragen: durchblick-siegen e.V. 0171-6206413

oder 0271/61647; E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de

Es gelten die Mediadaten 12/2014 (www.durchblick-siegen.de)

Erscheinungsweise:

März, Juni, September, Dezember

Verteilung:

Helga Siebel-Achenbach (Ltg.); Hannelore Münch; Joachim Kraft

Dr. Horst Bach; Gerd Bombien; Renate Tietze; Maximilian Lutz;

Rotraud Ewert; Monika Müller; Christel Mahle; Gabi Schumacher;

Herbert Jäppche; Hans Amely; Maju Becker; Waltraud Gottschalk;

Bärbel Breunig; Ulrike Kämpfer; Dieter Haas; Wolfgang von Keutz;

Helmut Drabe und alle Redakteure

Auflage: 23.500 Der durchblick liegt im gesamten Kreisgebiet kostenlos

aus: in Sparkassen, Apotheken, Arztpraxen und Zeitungsverlagen, in der

City-Galerie, in den Geschäften des Siegerlandzentrums und bei unseren

Inserationskunden, in öffentlichen Gebäuden und vielen sozialen Einrichtungen

der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in allen Rathäusern und

Senioren-Sercicestellen des Kreises Siegen-Wittgenstein. Für die Postzustellung

berechnen wir im Inland für vier Ausgaben jährlich 8,00 Euro.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte

Beiträge und Leserbriefe zu kürzen. Unverlangte Beiträge werden nicht

zurückgeschickt. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung

des Herausgebers gestattet.

Gefördert durch

die Universitätsstadt Siegen

und den Kreis

Siegen-Wittgenstein

74 durchblick 3/2015


24. Oktober 2015

11 bis 17 Uhr

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(Morleystraße 2) und Sieg Carré

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