118 swissfire.ch 8/2016

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118

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Schweizerische Feuerwehr-Zeitung | Journal des sapeurs-pompiers suisses

Giornale dei pompieri svizzeri | Revista svizra dals pumpiers

Oftringen: Blitz – Donner – Vollbrand

Incendie à Saignelégier

In intervento: entrare in servizio!


118

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Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Journal des sapeurs-pompiers suisses

Giornale dei pompieri svizzeri

Revista svizra dals pumpiers

Impressum

W Organ des Schweizerischen Feuerwehrverbandes

142. Jahrgang, Heft Nr. 8/2016

Erscheint monatlich

Auflage 16 268 Expl. (WEMF/SW beglaubigt)

W Organe de la Fédération suisse des sapeurspompiers,

142 e année, édition 8/2016

Paraît mensuellement

Tirage 16 268 ex. (attesté REMP/PS)

W Organo della Federazione svizzera dei pompieri

142.ma annata, edizione 8/2016

Pubblicato mensilmente

Tiratura 16 268 es. (autenticata da WEMF/SA)

W Herausgeber

Schweizerischer Feuerwehrverband

Morgenstrasse 1, 3073 Gümligen

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Natel 079 221 80 62

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W Editeur

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W Editore

Federazione svizzera dei pompieri

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instructeur, pré sident cantonal JU/Comandante

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presidente canto nale JU

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2 Inhalt Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

W 8

Übergriffsgefahr gebannt Brand in leer

stehendem Gebäude

17 W

Sieben Feuerwehren im grossen

Löschangriff Uetendorf (BE)

W Aktuell

20 Die Sicherheit hat erste

Priorität Im Familienunternehmen

waren und sind das Feuer

und die Feuerwehr ein besonderes

Thema.

W Seiten der FKS

22 Die FKS hat sich weiterentwickelt

W Organisation

34 Grosse Dimensionen

Schutz & Rettung Zürich

W Technik

50 Der Hund, der beste Freund

des Menschen – was aber,

wenn... Eine clevere Erfindung

für die Rettungsdienste

W Aus den Feuerwehren

53 Einsatz wegen Acetylenbrand

statt Grillabend Alarmübung

W Aus den Verbänden und

Institutionen

56 Brevetierung neue Feuerwehroffiziere

W Jugendfeuerwehren

59 AdJFW in fünf Tagen zum

AdFW ausgebildet

W Mix

60 118 – Feuer und Flamme

Ortsmuseum Oftringen

W Partie française

dès la page 64

W Parte italiana

dalla pagina 88

31 W

Grosse Übungen – grosser Nutzen

Über 150 Einsatzkräfte und 35 Figuranten

übten für den Ernstfall.


161157_0816_UG.indd 162 25.07.16 12:30

118 swissfire.ch 8|2016 Inhalt

3

So viel zum Sommer 2016. Walter.

118

Foto: Edgar Widmer

8.2016

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118

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Oftringen: Blitz – Donner – Vollbrand

Incendie à Saignelégier

In intervento: entrare in servizio!

Unser Titelbild:

Blitz – Donner – Vollbrand:

«Brand gross» für die Gesamtfeuerwehr Oftringen


4

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Rothenburg (LU)

Pferd aus prekärer

Lage befreit

An einem regnerischen Mittwochabend überqueren zwei Reiterinnen mit ihren Pferden wie viele Male zuvor

die schmale Brücke über den Rotbach. Nach einigen Metern bricht eines der Pferde durch die Holzdielen.

Nur weil es sich zwischen Dielen und Stahlträgern verklemmt, stürzt es nicht über drei Meter in die Tiefe,

kann sich aber aus eigener Kraft nicht befreien.


118 swissfire.ch 08|2016 Einsatz

5

Um 18.45 Uhr werden die Offiziere der

Feuerwehr Rothenburg via Kommandogespräch

aufgeboten. Die Alarmstelle Luzerner

Polizei meldet: «Rotbachtobel, Rotbrücke:

Pferd in misslicher Lage, Polizei ist

vor Ort, es befinden sich keine Personen in

Gefahr. Ein Tierarzt ist aufgeboten, wir haben

die Rega für einen allfälligen Assistenzdienst

vorinformiert.»

Das Pferd bricht auf der schmalen Brücke durch

die Holzdielen. Nur weil es sich zwischen Dielen

und Stahlträgern verklemmt, stürzt es nicht über

drei Meter in die Tiefe, kann sich aber aus eigener

Kraft nicht befreien. Die Feuerwehr wird aufgeboten.

Hauptmann Martin Giger, Kommandant

der Feuerwehr Rothenburg, verlangt aufgrund

der erhaltenen Informationen vorerst

keine zusätzlichen Aufgebote und begibt

sich zusammen mit zwei Offizieren vor Ort,

weitere Offiziere beordert er ins Feuerwehrmagazin.

Auf dem Weg ins Rotbachtobel

macht er sich weitere Gedanken: «Die Rotbrücke

befindet sich in einem Tobel, dementsprechend

muss ich eine Person auf einer

Anhöhe postieren, damit die Kommunikation

sichergestellt ist.» Bei der «alten

Brücke» treffen sich die Offiziere und postieren

eine Person dort, um die Einweisung

und Kommunikation sicherzustellen. Oberleutnant

Bruno Unternährer, der als Erster

am Einsatzort eingetroffen ist, hat sich bereits

über den unbefestigten Fussweg mit

einer Meter Breite rund 600 Meter zum

Einsatzort begeben.

Lagebeurteilung

Vor Ort stösst die Feuerwehr auf mehrere

Polizisten sowie zwei Reiterinnen. Die Polizei

hat die Brücke abgesperrt, die Reiterinnen

reden dem verunglückten Pferd aus sicherer

Entfernung beruhigend zu. Das Pferd

selbst hat sich zwischen den seitlich verlaufenden

Metallträgern und den Holzdielen so

verkeilt, dass vorerst keine weitere Absturzgefahr

droht. Das Tier ist sichtlich nervös,

aber grundsätzlich ist die Lage stabil.


6

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Geschafft: Der Helikopter überfliegt mit dem Pferd

die Gemeinde Rothenburg in Richtung Heimatstall.

Nachdem das Pferd auf die Paletten unter der Brücke

hinabgelassen worden ist, wird ihm unter Anleitung

der Flughelfer das Bergungsgeschirr angelegt.

Nach dieser ersten Bestandesaufnahme

bietet der Einsatzleiter Oberleutnant Bruno

Unternährer weiteres Personal der Feuerwehr

Rothenburg auf und fordert die Stützpunktfeuerwehr

Emmen zur Unterstützung

mit dem Tierrettungsgeschirr an. Unternährer

versucht, verschiedene Optionen zur

Rettung vorzubereiten: «Die Idee, das Pferd

mittels Helikopter zu befreien, stand von

Beginn weg im Vordergrund. Dennoch war

dies für mich nur eine von vielen Möglichkeiten,

denn die Umsetzung war aus mehreren

Gründen unsicher.» Die Einsatzleitung

hatte nämlich Zweifel, ob sich das Tier

so weit ruhig stellen und bewegen lassen

würde, dass ein Anheben per Helikopter

ohne zusätzliche Verletzung realisierbar

wäre. Denn das Anheben des Pferdes sowie

auch kleinste Turbulenzen könnten zu

schweren Verletzungen der verkeilten

Gliedmassen führen. Zudem ist die Rega

W Das sagt die Einsatzleitung

••

Anforderungen und Detailabsprachen

für Helieinsätze erfordern

Sorgfalt und Genauigkeit. Separate,

nicht abgestimmte Anfragen

(Einsatzleiter direkt oder via Einsatzleitzentrale)

sind zu vermeiden.

••

Bei Polycom-Kommunikationsproblemen

kann via Einsatzleitzentrale

Luzerner Polizei ein Relais-

Modul angefordert werden.

auf Anfrage um 18.55 Uhr nicht verfügbar,

da sie mit Personenrettungen beschäftigt ist

und Flüge zu späterer Uhrzeit unsicher

sind.

Ein Helikoptereinsatz wird dennoch ins

Auge gefasst, denn selbst bei einer alternativen

Rettung muss das Pferd aus dem Tobel

ausgeflogen werden können. Zu diesem

Zweck stellt die Polizei eine Verbindung

zwischen Einsatzleiter und Armee her – leider

ist auch diese nicht in der Lage, innert

nützlicher Frist mit einem Helikopter vor

Ort zu sein. Der Einsatzleiter lässt die Koordinaten

des Einsatzortes sowie des Treffpunktes

Schulhaus übermitteln und muss

nun auf Rückmeldung warten.

Um 19.05 Uhr trifft der Tierarzt vor Ort

ein und beruhigt das Pferd medikamentös.

Er meldet dem Einsatzleiter, dass das Tier

grundsätzlich gesund sei, es habe sich vor

allem Verletzungen an den Beinen zugezogen.

Wie schlimm diese sind, lässt sich vorerst

nicht abschätzen, eventuell gibt es auch

Knochenbrüche. Damit war für den Einsatzleiter

klar, dass das Pferd möglichst

schonend zu befreien und anschliessend

zwingend irgendwie wegtransportiert werden

muss.

Optionen, Varianten …

In Varianten denken, lautet einmal mehr die

Devise. Der Einsatzleiter lässt durch seine

Mannschaft mehrere Paletten, Schalttafeln,

Forstwerkzeuge, ein eigenes Tierrettungsgeschirr

sowie Habegger-Züge vor Ort bringen.

Er setzt einen Offizier Front ein mit

dem Auftrag, das Tier von beiden Seiten der

Brücke mittels Seilzügen zu sichern.

Gleichzeitig wird das abfällige und rutschige

Terrain unter dem Tier mit Schalttafeln

und Paletten unterbaut und erhöht.

Plan A ist, das Pferd mit einem Geschirr zu

sichern, in eine aufrechtere Position zu hieven

und dann kontrolliert unter die Brücke

abzulassen.

Zur Installation der Fixpunkte wird unter

anderem ein Baum gefällt und fachmännisch

zersägte Stämme eingesetzt. Die Tragegurte

werden vorbereitet.

Hilfe aus der Luft

Zwischen 19.00 und 19.30 Uhr, während

die Sicherheitsarbeiten mit Spannsets im

Gang sind, klärt der Einsatzleiter mit seinen

Offizieren laufend Optionen ab. Kann

man einen Traktor einsetzen? Zu wenig Hebelwirkung.

Kontakt mit einer örtlichen

Baufirma: Kann ein Menzi Muck (Schreitbagger

für unwegsame Gelände) zugezogen

werden? Negativ, zu weit weg stationiert.

Soll der 600 Meter lange Fussweg befestigt

werden für die Zufahrt eines schweren Gerätes?

Zu zeitaufwendig. Müssen Eisenteile

der Brücke zersägt werden? Risikohaft,

nicht erste Wahl …

Um 19.42 Uhr meldet die Polizei der

Feuerwehr, dass ein Helikopter der Heli

Gotthard im Anflug ist. Unternährer schickt

einen Offizier zum Schulhaus, der die Flutlichtanlage

des Sportplatzes einschaltet und

den Helikopter einweist. Eine Beleuchtung

wird zur gleichen Zeit auch am Einsatzort


118 swissfire.ch 8|2016 Einsatz

7

Fotos: Luzerne Polizei, Benedikt Schnyder

Das sedierte Pferd, das sich Verletzungen an den

Beinen zugezogen hat, kann schonend befreit und

mit dem Helikopter ausgeflogen werden.

aufgebaut, für den Fall, dass sich der Einsatz

noch längere Zeit hinzieht.

Der Pilot lässt zwei Flughelfer mit einem

Tierrettungsgeschirr beim Schulhaus aussteigen,

die vom Feuerwehroffizier zum

Einsatzort gebracht werden. Vor Ort bestätigen

die Flughelfer dem Einsatzleiter, dass

das direkte Anheben des Pferdes zu risikobehaftet

ist. Der Einsatzleiter beschliesst,

das kontrollierte Aufstellen und Herablassen

des Pferdes durchzuführen und das

Pferd anschliessend auszufliegen.

W Im Einsatz

••

Feuerwehr Rothenburg

••

19 AdF

••

Materialtransportfahrzeug

••

Mannschaftstransporter

Feuerwehr Emmen

••

5 AdF

••

Dienstfahrzeug

Luzerner Polizei

••

2 Patrouillen

Weitere

••

Tierarzt

••

Pferdebesitzer und Angehörige

Endlich wieder auf dem Boden – und

gleich wieder hoch hinaus

Den Feuerwehrleuten gelingt es daraufhin

relativ einfach, dem Pferd nach einer stärkeren

Sedierung durch den Tierarzt, den

Tragegurt anzulegen und mit den vorbereiteten

Seilzügen zu verbinden. Die Bewegungsfähigkeit

des Pferdes hat sich nach

dem vorsichtigen Entfernen des Sattels wesentlich

verbessert. Gegen 20.30 Uhr wird

das Pferd auf die Paletten unter der Brücke

abgelassen. Dort wird ihm das Tierrettungsgeschirr

unter Anleitung der Flughelfer angelegt.

Um 21.15 Uhr überfliegt der Helikopter

mit dem Pferd die Gemeinde Rothenburg

in Richtung Heimathof, womit ein

aufwendiger, aber erfolgreicher Spezialeinsatz

der Feuerwehr abgeschlossen werden

kann.

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Rückzug und Fazit

Der Rückzug beginnt um 21.15 Uhr, bereits

um 22.15 Uhr kann der Einsatz für alle beendet

werden. Dies war nur möglich, weil

alle Einsatzkräfte beim Rücktransport des

umfangreichen Materials über 600 Meter

Fussweg mit angepackt haben. Einsatzleiter

Bruno Unternährer und auch Kommandant

Martin Giger sind zufrieden mit dem

nicht alltäglichen Einsatz.

f

Claudio Passafaro,

Korrespondent LU


8

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Basel-Stadt

Übergriffsgefahr gebannt

Am 21. März 2016 kurz vor 06.00 Uhr morgens melden Anwohner eine

starke Rauchentwicklung aus einem Hinterhof an der Hüningerstrasse.

Der Basler Berufsfeuerwehr gelingt es, den Brand trotz unerwartet heftiger

Entwicklung rasch zu bekämpfen und die Nachbarliegenschaften

zu halten. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass auch in leerstehenden

Gebäuden unerwartete Gefahren drohen können.

Auf die erste Meldung eines Anwohners, der aus

dem Hinterhof der Liegenschaft Hüningerstras se 33

Rauch aufsteigen sieht, reagiert die Einsatzzentrale

der Berufsfeuerwehr mit dem Einsatzbefehl

«Brand gross», worauf ein aus 14 AdBF bestehender

Löschzug ausrückt.

An diesem Montagmorgen herrscht trockenes

Wetter. Das Thermometer zeigt drei

Grad Celsius, und es weht ein mässiger

Wind (4,4 km/h) aus südöstlicher Richtung.

Auf die erste Meldung eines Anwohners,

welcher aus dem Hinterhof der Liegenschaft

Hüningerstrasse 33 dichten Rauch

aufsteigen sieht, reagiert die Einsatzzentrale

der Berufsfeuerwehr mit dem Einsatzbefehl

«Brand gross», worauf ein aus

14 AdBF bestehender Löschzug mit Tanklöschfahrzeug,

Hilfeleistungsfahrzeug und

Automobildrehleiter zur Brandstelle ausrückt

und dort bereits sieben Minuten nach

Eingang der ersten Meldung eintrifft.

Das Brandobjekt

Die früher als Karosseriewerkstatt dienende

Liegenschaft besteht im Erdgeschoss aus

einer grossen Halle, welche teilweise bis an

die hintere Parzellengrenze reicht und über

eine gedeckte und mit einem Tor verschlossene

Ausfahrt auf die Beckenstrasse und ein

kleines ebenfalls von aussen zugängliches

Büroabteil verfügt. An der nördlichen Fassade

grenzt ein kleiner Innenhof an den

Hinterhof der Nachbarliegenschaft. Strassenseitig

und an der hinteren Parzellengrenze

sind im ersten Obergeschoss Büround

Lagerräumlichkeiten vorhanden. Dazwischen

befinden sich grossflächige,

verglaste Dachaufbauten. Das in harter

Bauweise ausgeführte Brandobjekt ist in

nordöstlicher Richtung an ein viergeschossiges

Wohnhaus älterer Bauart angebaut.

Der strassenseitige Aufbau wird über eine

Innentreppe erreicht und eine weitere

Treppe führt am nordöstlichen Teil der

Werkstatt in das erste Obergeschoss, welches

in Holzbauweise ausgeführt ist. Im

OG ist die Treppe mit einer verschlossenen

Türe gesperrt. Eine weitere, allerdings baufällige

Treppe führt vom Innenhof ins OG.

Die Liegenschaft wird als Einstellhalle für

Lieferwagen einer benachbarten Handelsfirma

genutzt. Die Fassade Hüningerstrasse

wird durch zweiflüglige, im oberen Teil

verglaste Tore dominiert.

Lage beim Eintreffen

Der Einsatzleiter muss beim Eintreffen

beim Brandobjekt feststellen, dass bereits

offene Flammen aus dem Gebäude schlagen.

Die Möglichkeiten zur Rekognoszierung

sind durch die Lage des Objektes sehr

eingeschränkt. Von allen Seiten sind nur die

in den Himmel schlagenden Flammen zu

sehen. Aufgrund der zwischen Alarmierung

und Einsatzbeginn stark veränderten Lage

muss er annehmen, dass der Brand sich

während dieser Zeit aussergewöhnlich dynamisch

entwickelt hat. Bei der Beurteilung

der allgemeinen Lage stellt sich vor allem

die mögliche Übergriffsgefahr auf Nachbargebäude

als erheblich dar.

Handeln trotz Informationsdefizit

Obwohl die Liegenschaft nicht bewohnt ist,

muss in Anbetracht des nicht verschlossenen

Tors zur Werkstatt doch in Betracht gezogen

werden, dass das Objekt eventuell

von unbefugten Personen als provisorische

Unterkunft genutzt wird.


118 swissfire.ch 8|2016 Einsatz

9

Grafiken: Heinz Baumann, BF Basel

Fotos: Heinz Baumann, Berufsfeuerwehr Basel

20 AdBF, drei Löschfahrzeuge und eine ADL stehen

unter anderem im Einsatz.

Die herunterstürzende Deckenverglasung bildet

eine grosse Gefahr für die Einsatzkräfte.

Der erste Angriff erfolgt mit einer Druckleitung

ab HLF durch das nicht abgeschlossene

Werkstattor an der Hüningerstrasse,

weil zu diesem Zeitpunkt noch keine zuverlässigen

Informationen über andere Zugangsmöglichkeiten

vorliegen. Das Vordringen

des ersten Trupps gestaltet sich im

Erdgeschoss sehr einfach, weil die Sicht

nicht eingeschränkt ist und die wenigen

parkierten Fahrzeuge im hinteren Teil der

Werkstatt abgestellt sind. Der erste Atemschutztrupp

will in das erste Obergeschoss

vordringen, muss aber oben an der Treppe

zuerst eine Türe aufbrechen, was natürlich

Zeit kostet.

Da die Lage zu diesem Zeitpunkt für den

Einsatzleiter nach wie vor schwierig zu beurteilen

ist, entschliesst er sich, der drohenden

Übergriffsgefahr auf die umliegenden

Wohngebäude durch Einsatz des Wasserwerfers

von oben mittels der Autodrehleiter

zu begegnen. Als zweite Leitung wird

deshalb der Werfer am Korb der Drehleiter

ebenfalls von der Hüningerstrasse aus eingesetzt,

um die Branddynamik durch massiven

Wassereinsatz zu vermindern und die

umliegenden Gebäude zu schützen.

Immer noch ist die Lage für den Einsatzleiter

schwer einzuschätzen, weshalb er ein

weiteres TLF mit fünf Angehörigen der Berufsfeuerwehr

anfordert, was auf der Einsatzzentrale

zur Mobilisation der dienstfreien

Mannschaft führt. Ein dritter Trupp,

ebenfalls unter Atemschutz, stösst im Erdgeschoss

in den nordöstlichen Teil vor, wo

ebenfalls eine Treppe ins erste Obergeschoss

führt. Damit kann ein klassischer

Zangenangriff lanciert werden. Der vierte

Trupp, welcher durch das Erdgeschoss bis

zum nördlich gelegenen Ausgang an der

hinteren Fassade in den dort befindlichen

Innenhof vorstösst, muss die Absicht aufgeben,

ins 1. OG zu gelangen, weil die dort

befindliche Treppe nicht mehr zu benützen

ist. Die Polizei sperrt zwischenzeitlich die

Hüningerstrasse von der Lothringerstrasse

bis zur Einmündung der Beckenstrasse.

Besondere Risiken

Beim Vorstoss im Erdgeschoss sind die

Einsatzkräfte durch spontan herabfallende

Elemente der Dachverglasung extrem gefährdet.

Die teilweise bis zu einem Quadratmeter

grossen Stücke zersplittern zu

gros sen scharfkantigen Trümmern. Die gefährdeten

Zonen im EG werden deshalb abgesperrt.

Die unerwartet rasche und heftige

Ausdehnung des Brandes lässt auf der einen

Seite nichts Gutes erwarten, andererseits

sorgt das im Obergeschoss wütende

Feuer für Nachschub an frischer Luft über

das geöffnete Werkstatttor und damit auch

für gute Sicht beim Vordringen zum Brandherd,

sodass ein Lüftereinsatz nie notwen-

W Im Einsatz

••

20 AdBF

••

3 Löschfahrzeuge

••

Drehleiter 32 mit Wasserwerfer

••

1 TRW

••

Polizei

••

Sanität

••

Industrielle Werke Basel

••

Staatsanwaltschaft


10

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Von der Hüningerstrasse aus gesehen, erscheint

das Brandobjekt als zweigeschossiger Baukörper.

Wegen drohender Übergriffsgefahr auf die umliegenden

Wohnhäuser wird der Wasserwerfer mittels

ADL eingesetzt.

dig wird. Die Heftigkeit des Brandes lässt

aber vermuten, dass im Obergeschoss allenfalls

noch grössere Mengen von brennbaren

Flüssigkeiten aus der früheren Nutzung

des Gebäudes als Karosseriespenglerei und

Lackierbetrieb eingelagert sein könnten.

Hygienekonzept

Das Ausmass des Einsatzes und die starke

Verschmutzung der Einsatzkräfte veranlasst

den Einsatzleiter schon bald, das für solche

Fälle vorgesehen Hygienekonzept einzusetzen.

Das bedeutet, dass frische Einsatzbekleidung

auf die Brandstelle geliefert und

die im Einsatz getragene Ausrüstung vor

Ort zur späteren Reinigung in Plastiksäcke

verpackt wird. Auch die gebrauchten Atemschutzgeräte

werden separat abtransportiert

und kommen nie in Kontakt mit sauberen

Geräten. Damit wird auch eine Kontamination

der Einsatzfahrzeuge verhindert. Die

Notwendigkeit dieser Anordnung bestätigt

sich dann auch bei der eingehenden Begutachtung

der Brandstelle und der entstandenen

Schäden nach dem Einsatz.

Fazit des Einsatzleiters

«Die Anfangsphase gestaltete sich eher

schwierig, da eine Rekognoszierung nicht

möglich war und die rasche Entwicklung

des Brandes nichts Gutes erahnen liess», so

der Einsatzleiter. «Das anfängliche Informationsdefizit

veranlasste mich, sofort weitere

Mittel anzufordern, die aber schon bald

wieder entlassen werden konnten. Die Heftigkeit

des Brandes hat sich auf den Einsatzablauf

aber trotzdem positiv ausgewirkt,

weil für den im 1. OG wütenden

Brand grosse Frischluftmengen aus dem

EG nachgeführt wurden. Deshalb war beim

Eintreffen der ersten Kräfte im Erdgeschoss

kein Rauch festzustellen, und der Angriffsweg

wurde rasch gefunden. Dank den guten

Sichtverhältnissen waren wohl auch

keine Verletzten durch die herabstürzenden

Glastrümmer zu beklagen, weil der gefährdete

Bereich rasch abgesperrt und umgangen

werden konnte. Ausserdem hat sich die

im Jahre 2013 angeschaffte Drehleiter

32 mit dem abknickbaren Teil im obersten

Leiterauszug und dem im Korb montierten

Wasserwerfer in dieser Situation einmal

mehr bewährt», fasst der Einsatzleiter den

Einsatz zusammen.

Um etwa 10.00 Uhr vormittags war der

Brand gelöscht und die Lage unter Kontrolle.

Die gute Kommunikation zwischen

allen aufgebotenen Diensten, vor allem

aber auch die reibungslose Zusammenarbeit

des gesamten Einsatzleiterteams, welches

nach bekannt werden der Situation

jederzeit den Überblick über Lage und eingesetzte

Mittel gewährleistete, hatte wesentlichen

Anteil am raschen Einsatzerfolg.

Brandursache

Bis zur Erstellung dieses Berichtes war die

Brandursache noch nicht abgeklärt. Ein

Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte gegenüber

118 swissfire.ch, dass einige Indizien

auf Brandstiftung respektive fahrlässige

Brandstiftung hinweisen würden. Der

Zustand der nicht durch den Brand beschädigten

Liegenschaftsteile lässt den Schluss

zu, dass das Gebäude von Unbekannten als

zeitweiliger Unterschlupf oder Treffpunkt

genutzt wurde.

f

Heinz Baumann, Publizist


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12

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Oftringen (AG)

Blitz – Donner – Vollbrand

Ein kurzes, aber heftiges Gewitter zieht am Dienstag, 7. Juni 2016, nachmittags über Oftringen. Ich sehe

von meinem Wohnhaus aus einen Blitz, höre gleich drauf einen Donner, und kurze Zeit später wird die Gesamtfeuerwehr

Oftringen mit dem Stichwort «Brand gross» alarmiert.


118 swissfire.ch 08|2016 Einsatz

13

Ich habe mir den heutigen Dienstagnachmittag

für Gartenarbeiten freigehalten. Am

Himmel sehe ich, dass gleich ein Gewitter

über Oftringen ziehen wird. Ein kurzer

Blick auf die Meteo-App auf dem Smartphone

bestätigt mir meine Interpretation

der Wetterlage. Ich lege eine Pause ein und

will bei einem feinen Kaffee warten, bis das

Gewitter vorbei ist. Gegen 15.17 Uhr sehe

ich plötzlich einen Blitz, und gleich darauf

erschrecke ich durch ein heftiges Donnerrollen.

Sofort kommt in mir ein ungutes Gefühl

hoch: Habe ich doch gelernt, dass, je

kürzer die Distanz zwischen Blitz und Donner

ist, desto näher erfolgt der Blitzeinschlag.

Aber was, wenn Blitz und Donner

mehr oder weniger gleichzeitig zu sehen

und zu hören sind?

Alarm!

Die Antwort bekam ich nur eine Minute

später. Mein Natel läutet mit dem speziellen

Alarmton, und der Pager fängt an zu

Blitzeinschlag während eines heftigen Gewitters in ein

Wohnhaus mit direkt angebautem Stall mit Scheune.

«Brand gross» für die Gesamtfeuerwehr Oftringen.


14

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

piepsen und vibrieren. Die freundliche

Computerstimme am anderen Ende der Leitung

informiert mich über einen «Brand

gross» an der Oberen Hauptstrasse 44. Sofort

renne ich zu meinem Auto und fahre direkt

zum Einsatzort. Dieser ist nur wenige

100 Meter von meinem Wohnhaus entfernt.

Ich bin als erster Offizier auf Platz und

übernehme die Einsatzleitung.

Das betroffene Objekt ist ein Wohnhaus

mit einem direkt angebauten Stall mit

Scheune. Zwischen der Scheune und dem

Wohnhaus hat es eine Brandschutzmauer.

Der Giebelbalken vom Wohnhaus und der

Scheune sind jedoch durchgängig, was im

Verlauf des Einsatzes noch zu einer Herausforderung

führt. Flammen lodern bereits

aus dem Dach der Scheune hervor. Von den

Bewohnern erhalte ich vor Ort die Information,

dass keine Personen mehr im Wohnhaus

sind und keine Tiere im Stall. Gemäss

dem ständigen Auftrag kann ich mich auf

das Halten des Wohnhauses konzentrieren.

Nur wenige Minuten nach mir treffen

zwei Offiziere mit dem Einsatzleitfahrzeug

der Stützpunktfeuerwehr Zofingen ein.

Bruno Roth setze ich als Verbindungsoffizier

zur Stützpunktfeuerwehr Zofingen ein.

Stefan Knuchel wird als Lageskizzenführer

und Journalführer eingesetzt.

Genügend Mittel dank Alarmverbund

Seit März 2016 besteht zwischen der Feuerwehr

Oftringen, der Stützpunktfeuerwehr Zofingen

und der Feuerwehr Aarburg ein Alarmverbund.

So werden beim Alarmstichwort

«Brand gross» neben der Gesamtfeuerwehr

Oftringen auch das TLF und die ADL mit 18

AdF der Stützpunktfeuerwehr sowie das TLF

und das AS-Fahrzeug mit rund 18 AdF von

der Feuerwehr Aarburg mitalarmiert.

Dank dem Alarmverbund habe ich

schnell genügend Mittel auf Platz. Das TLF

von Oftringen sowie die ADL und das TLF

aus Zofingen treffen alle innerhalb der gleichen

30 Sekunden ein. Kurze Zeit später

folgt das TLF aus Aarburg.

Die Einsatzbewältigung

Rasend schnell breitet sich das Feuer in

der Scheune aus. Mittlerweile steht die

W Im Einsatz

Feuerwehr Oftringen

••

44 AdF

••

Kommandofahrzeug

••

TLF

••

schweres Pikettfahrzeug

••

Verkehrsabteilungsfahrzeug

••

Mehrzweckfahrzeug

••

Atemschutzfahrzeug

••

Pionierfahrzeug

Stützpunktfeuerwehr Zofingen

••

36 AdF

••

Einsatzleitfahrzeug

••

ADL

••

TLF

••

Atemschutzfahrzeug

••

Personentransportfahrzeug

••

Verkehrsarbeitsfahrzeug

Feuerwehr Aarburg

••

18 AdF

••

TLF

••

schweres Pikettfahrzeug

••

Verkehrsgruppenfahrzeug

••

Mehrzweckfahrzeug

••

Atemschutzfahrzeug

••

Pionierfahrzeug

Kantonspolizei

Regionalpolizei

Pikettdient AGV

Schätzer AGV

Brandermittler Kantonspolizei

Grafik: Markus Heinzer

E. Flückiger AG Rothrist

Zivilschutz Wartburg


118 swissfire.ch 8|2016 Einsatz

15

Das Brandobjekt: Zwischen der Scheune und dem

Wohnhaus hat es eine Brandschutzmauer. Der Giebelbalken

vom Wohnhaus und der Scheune ist jedoch

durchgängig.

Rund 100 AdF aus drei verschiedenen Feuerwehren

stehen im Einsatz.

Scheune in Vollbrand. Die Obere Hauptstrasse

zwischen Küngoldingen und Zofingen

ist bereits für jeglichen Verkehr von den

Verkehrsgruppen Oftringen, Zofingen und

Aarburg gesperrt. Entsprechende Umleitungen

sind für den Verkehr signalisiert.

Eine Nachalarmierung für die Gesamtfeuerwehr

Oftringen sowie zusätzliche Unterstützung

vonseiten Zofingen mit Atemschutz

und Verkehr sind ebenfalls erfolgt.

Ein Blick auf das FIReTAB-iPad zeigt

mir die umliegenden Hydranten an, und ich

befehle das Erstellen des ersten Zubringers

zum TLF Oftringen. Vom ersten Gruppenführer

lasse ich sofort den Schnellangriff

vom TLF Oftringen auf die Frontseite platzieren

mit dem Auftrag, die Flammen vom

Haus wegzudrücken. Unterstützt wird dieses

Unterfangen mit weiteren Druckleitungen.

Zwei Druckleitungen werden von der

Vorderseite eingesetzt und zwei Druckleitungen

von der Rückseite mit dem Auftrag

Halten des Wohnhauses. Weitere Druckleitungen

werden vom TLF Aarburg auf die

Stirnseite gelegt, und vom TLF Zofingen

wird die ADL gespiesen.

Die Aktivitäten auf der Wohnhausrückseite

werden von Oblt Simon Hochuli von

der Feuerwehr Oftringen als «Of Front

Wohnhaus Rückseite» koordiniert.

Der erste Atemschutz dringt von der

Rückseite mit einer 40er-Leitung ins Wohnhaus

ein und rekognosziert die Dachwohnung

des Wohnhauses. Die Wohnung im

zweiten Stock ist auf zwei Stockwerke verteilt.

Vom oberen Stockwerk gelangt man

durch eine Falltür in den Estrich. Der Atemschutztrupp

öffnet langsam die Türe zum

Estrich und gibt Rückmeldung, dass ein

Übergriff der Flammen über den Giebelbalken

auf den Estrich erfolgt ist. Sofort versucht

der Atemschutztrupp das Feuer im

Estrich zu löschen, was ihm auch gelingt.

Ein weiterer Atemschutztrupp ist zur Unterstützung

ebenfalls in der Dachwohnung

eingetroffen. Rolf Roth von der Stützpunktfeuerwehr

Zofingen setze ich als «Of Front

Wohnhaus innen ein». Mit der Wärmebildkamera

durchsucht er mit seinem Trupp die

Wohnung im Erdgeschoss sowie die Wohnung

im Obergeschoss auf weitere Brandnester.

Ebenfalls auf Platz eingetroffen ist der

Pikettdienst der Stadtwerke Zofingen sowie

Fotos: Edgar Widmer


16

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

W Das sagt der Einsatzleiter

••

Dank dem Alarmverbund sind

schnell genügend Mittel auf Platz.

Die Chaosphase wird jedoch dadurch

etwas erschwert, weil viele

Fahrzeuge und ADF gleichzeitig

eintreffen.

••

Mit drei TLF auf Platz sowie mehreren

Zubringern und zahlreichen

Transport- und Druckleitungen ist

es enorm schwierig, den Lageskizzenführer

jeweils mit den aktuellen

Informationen auszustatten.

Ein Chargierter, der auf dem Einsatzplatz

die Informationen sammelt

und sie dem Lageskizzenführer

weitergibt, könnte hier

Unterstützung bieten.

••

Die regionale Zusammenarbeit

trägt auch Früchte bei den Verkehrsabteilungen.

Ein Einsatz in

dieser Grössenordnung erfordert

vom Verkehr einen sehr arbeitsund

personalintensiven Einsatz.

••

Bei drei Feuerwehrorganisationen

auf Platz ist die Kommunikation

enorm wichtig. Ein rechtzeitiger

Abspracherapport hilft hier weiter.

••

Die Unterstützung vom Zivilschutz

ist sehr wertvoll. Dadurch werden

keine AdF gebunden, und sie können

für die Einsatzbewältigung eingesetzt

werden.

der Pikettdienst vom EW Oftringen. Ich bekomme

die Information, dass das Haus mit

Gas versorgt sei und sich der Haupthahn im

Untergeschoss befinde. Sofort lasse ich einem

Atemschutztrupp der Feuerwehr Aarburg

erklären, wo sich der Gashahn genau

befindet. Der Trupp kann das Gas erfolgreich

abdrehen. Nach Rückmeldung des

Atemschutztruppes ist das Untergeschoss

rauchfrei. So kann der Pikettdienst vom

EW Oftringen in Begleitung des Trupps im

Untergeschoss das Haus stromfrei machen.

Mittels ADL erfolgt die Brandbekämpfung

von oben. Da aus dem Wohnhausdach

Rauch emporsteigt, müssen Ziegel entfernt

werden, um allfällige Brandnester zu lokalisieren

und zu löschen. Nach positiver

Rückmeldung, dass das Wohnhaus erfolgreich

gehalten werden kann, wird mit mehreren

Druckleitungen und einem massiven

Wassereinsatz die Scheune gelöscht.

Parallel lasse ich einen Abbruchspezialisten

von einem Abbruchunternehmen in

der Region auf Platz holen, um das weitere

Vorgehen zu besprechen. Aufgrund des vielen

Heus, Strohs und Holzes innerhalb der

Scheune müssen wir die komplette Scheune

abbrechen. Mit den knappen Platzverhältnisse

vor Ort steht uns noch ein längerer

und arbeitsintensiver Einsatz bevor.

Der Kommandant der Feuerwehr Oftringen,

Hptm Ivan Oberli, hatte bereits die

Vorahnung, dass es sich hier um einen längeren

Einsatz handelt. So hat er mit dem

Kommandanten der Zivilschutzorganisation

Wartburg, Ewald Müller, Kontakt aufgenommen.

Ohne zu zögern, sichert Müller

Hilfe zu. Nur kurze Zeit später wird in ca.

100 Meter Entfernung bei einem Vorplatz

von einem Wohnhaus ein Verpflegungsplatz

eingerichtet. Neben der Verpflegung organisiert

Kdt Müller auch die Schadenplatzbeleuchtung

sowie in der Folge den Dieselnachschub

für den Radbagger.

In der Zwischenzeit ist auch der Radbagger

sowie ein Lkw für den Abbruch der

Scheune eingetroffen. Das Führen der Abbrucharbeiten

delegiere ich an den Vizekommandanten

der Feuerwehr Oftringen,

Oblt Martin Schaad.

Eine Druckleitung wird beim Bagger

platziert. Ständig flackern neue Flammen

aus dem wegzutragenden Material auf.

Zwei AdF löschen die aufkommenden

Flammen mit der bereitgelegten Druckleitung.

Aufgrund des intensiven Arbeitseinsatzes

müssen diese zwei AdF regelmässig

ausgetauscht werden.

Sämtliches Material wird in Mulden verladen

und abtransportiert. Gegen 02.00 Uhr

in der Früh ist die letzte Mulde verladen.

Total werden sieben Mulden zu einer Kiesgrube

geführt und dort zwischengelagert.

Da sowohl beim Einsatzort wie auch bei

den Mulden Rückzündungen nicht auszuschliessen

sind, entscheide ich mich, mit

Absprache mit dem Kommando, für zwei

Brandwachen. Bei der Brandwache werden

jeweils Feuerwehrangehörige von Angehörigen

des Zivilschutzes unterstützt. Die

Brandwache wird bis 06.00 Uhr aufrechterhalten.


f

Fernando Volken, Einsatzleiter Feuerwehr Oftringen,

redaktioneller Mitarbeiter

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118 swissfire.ch 8|2016 Einsatz

17

Mit MGV und Rohrführerstellungen kann die Haltelinie gezogen werden.

Uetendorf (BE)

Sieben Feuerwehren im

grossen Löschangriff

Ein Mitarbeiter der Maschinenfabrik Rotor Lips in Uetendorf löst mit

dem Handtaster einen Alarm aus. EL Christian Stübi fährt von seinem

Arbeitsort in Richtung Einsatzort. Über Funk hört er einen anderen Offizier

mitteilen, dass über dem Industriegelände eine grosse Rauchsäule

sichtbar sei. Dem EL wird klar, dass ihm und seinen Kollegen ein

Grosseinsatz bevorsteht.

Stübi lässt über die Einsatzleitzentrale das

Dispo «Brand gross» auslösen, das heisst

die ganze Feuerwehr Uetendorf plus , die

Nachbarwehr Uttigen und die Feuerwehr

Thun mit dem mobilem Grossventilator

und der ADL. Als er auf dem Industriegelände

eintrifft, schlagen die Flammen aus

den Lichtschächten im Untergeschoss ins

Freie. Die Nahe am Gebäude parkierten

Autos stehen ebenfalls in Brand. Die mit

dem TLF eingetroffene Mannschaft ist bereits

mit AS ausgerüstet und beginnt, Leitungen

zu verlegen. Der Geschäftsführer

informiert den EL beim Eintreffen, dass

sich keine Mitarbeiter mehr im Gebäude

befinden. «Sie haben sich alle selbst vorbildlich

aus der Gefahrenzone evakuiert»,

meint der EL rückblickend. EL Stübi erteilt

den immer zahlreicher eintreffenden

Trupps die Aufträge, die Autos zu löschen

und eine Haltelinie zu den Nachbargebäuden

zu ziehen. Aus polizeilich noch nicht

abschliessend ermittelten Gründen hat im

Untergeschoss ein ca. 50 m 3 grosses Lager

mit eng gepacktem Karton- und Verpackungsmaterial

Feuer gefangen. In der offenen

Halle ohne Brandmauern kann sich

der Brand rasch ausbreiten. Die Brandlast

und die Hitze, die sich entwickelt, sind

gross. EL Stübi vermutet, dass ein gross

angelegter Löschangriff vonnöten sein

wird, und bietet noch das AS-Korps der

Nachbarfeuerwehr Heimberg und später

zusätzlich die der Feuerwehren Seftigen

und Steffisburg auf. Ein Innenangriff im

UG wurde über 2 h durchgeführt. Die gewaltige

Hitze hinterliess an einigen Helmen

und Lampen sichtbare Spuren. Aufgrund

der grossen Hitzeeinwirkung auf die

Betondecke entschied man sich, zur Sicherheit

der AdF die Leute aus dem Keller

abzuziehen. «Die Trupps haben in einer

viel späteren Phase des Einsatzes gemeldet,

dass das kniehohe Löschwasser

dampfte», erinnert sich Stübi.

Problem Statik

Den Einsatzkräften bleibt nichts anderes

übrig, als das Feuer mit einem massiven

Aussenangriff via Lichtschächte zu bekämpfen.

Die ADL der Feuerwehr Thun

wird im Dachbereich eingesetzt, da sich

das Feuer vom EG an der Fassade entlang

bis ins Dach ausgebreitet hat. Der Kommandant

der Feuerwehr Uetendorf plus Stefan

Schwander regt an, einen Statiker auf

Platz zu beordern. Er kennt das Gebäude

und weiss, dass im EG über der im Vollbrand

stehenden Halle schwere Maschinen

stehen, was bei ihm zur Besorgnis führt,

dass die Decke einstürzen könnte. Berechtigt,

wie der Statiker später bestätigen

wird. Die Halle ist seit kurz nach 11 Uhr


18

Einsatz

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

in Brand und der Spezialist schätzt, dass

bei der vorhandenen Brandlast und Hitze

die Decke im besten Fall eine Stunde halten

kann. Dank dem massiven Löschangriff

durch die Lichtschächte mit Strahlrohren

und Wasserwerfern kann jedoch bis

zum Schluss ein Zusammenbruch verhindert

werden. Die geschmolzenen Alugestelle

zeugen vom Risiko, welches bestand.

Um die Hitze möglichst effizient bekämpfen

zu können, wird auch noch die

BF Bern mit 4000 Litern Schaummittelkonzentrat

auf Platz gerufen. Die Spezialisten

berechnen jedoch, dass angesichts

W Mittel im Einsatz

Feuerwehr Uetendorf plus

••

69 AdF

••

TLF

••

3 MS

••

ELF

••

EEF (Ersteinsatzfahrzeug)

••

ASFz (Atemschutzfahrzeug)

••

MTF (Materialtransportfahrzeug)

••

Schlauchverlegetraktor

Feuerwehr Uttigen

••

8 AdF

••

Mercedes Sprinter (Personentransportfahrzeug)

Feuerwehr Heimberg

••

18 AdF

••

TLF

••

ASFz

Feuerwehr Seftigen

••

8 AdF

••

ASFz

Feuerwehr Steffisburg

••

11 AdF

••

ASFz

Feuerwehr Thun

••

14 AdF

••

ADL

••

MGV

••

Lüftermodul

BF Bern

••

14 AdF

••

TLF

••

Schaummodul

der Grösse der Halle ein Volumen von

18 000 Litern vonnöten wäre, um eine Wirkung

zu erzielen. Deshalb wird auf dessen

Einsatz verzichtet. Der massive Einsatz

von Wasser durch Wasserwerfer, Hydroschild,

mobilem Grossventilator und mehreren

Strahlrohren ist jedoch unumgänglich

und der Wasserverbrauch dementsprechend

hoch. Nebst drei Hydranten dient

auch ein nahe gelegener Bach als Wasserbezugsort.

Mit drei Motorspritzen pumpen

die AdF Wasser an den Schadenplatz.

Löschen und Abpumpen

Die Trupps der AS-Korps der verschiedenen

Feuerwehren lösen sich ab und mi-

Krokis: Markus Heinzer


118 swissfire.ch 8|2016 Einsatz

19

W Das sagt der EL

••

Ein Innenangriff war bei diesem Ereignis

völlig unmöglich, da die Sicherheit

der ASGT in Anbetracht

der Hitze und der daraus resultierenden

Einsturzgefahr keinesfalls

gewährleistet war.

••«Klotzen statt Klecksen» ist ein

Grundsatz der ganz besonders bei

grossen Bränden seine Richtigkeit

hat. Im über mehrere Stunden

dauernden Einsatz konnten

142 AdF eingesetzt werden.

••

Die gute Zusammenarbeit der verschiedenen

Feuerwehren in der

Region war entscheidend für den

Einsatzerfolg. Sogar die einzelnen

Löschtrupps stellten sich aus

ASGT der verschiedenen Feuerwehren

zusammen.

schen sich auch untereinander. «Die Zusammenarbeit

hat hervorragend funktioniert»,

beurteilt der EL. Die AS-Offiziere

der Nachbarfeuerwehren seien selber auch

an der Front tätig gewesen und hätten die

Trupps koordiniert. Ein Offizier der Feuerwehr

Uetendorf plus übernimmt die Funktion

••

Bei einem Grossaufgebot von AdF

muss auch möglichst schnell für

deren Verpflegung gesorgt werden.

Die Angehörigen des Zivilschutzes

können hier dem Fourier der Feuerwehr

gute Unterstützung leisten.

••

Während des Einsatzes kam um

14.36 Uhr ein weiterer Alarm mit

der Meldung «Feuer Seniorenwohnungen,

Dorfstrasse», da wir alle

Mittel im Grosseinsatz Rotor gebunden

hatten, wurde sofort via

REZ das TLF von Heimberg ausgelöst.

Ein Einsatzleiter von Uetendorf

begab sich vom Brandplatz

aus sofort vor Ort, um sich einen

Überblick zu verschaffen und das

TLF einzuweisen. Zum Glück stellte

sich heraus, dass der Melder durch

einen Handwerker ausgelöst wurde.

des Abschnittoffiziers auf der vom Einsatzleiter

nicht einsehbaren Seite des Schadenplatzes.

Die Löscharbeiten dauern bis um

07.00 Uhr am nächsten Morgen, als der

letzte Wasserwerfer ausser Betrieb genommen

wird. Um 10.00 Uhr kann das Gebäude

wieder übergeben werden. Rund sieben

Stunden später ist das Löschwasser abgepumpt.

Eingesetzt wurden auch Pumpen,

welche vom Zivilschutz zur Verfügung gestellt

wurden. Die Angehörigen des Zivilschutzes

kümmern sich während des langwierigen

Einsatzes um die Vorbereitung der

Beleuchtung für die Nacht und um das Aufstellen

eines Versorgungszeltes. Das Abstützen

der Kellerdecke des völlig ausgebrannten

Untergeschosses übernimmt eine

Baufirma. Dank dem grosszügigen Einsatz

von mehreren Lüftern konnten weite Teile

des Gebäudes und die Büroräumlichkeiten

rauch- und somit schadenfrei gehalten werden.

Zwei Tage nach Einsatzbeginn wird

die Feuerwehr Uetendorf plus noch einmal

alarmiert. Ein kleines Glutnest in der Decke

muss gelöscht werden. EL Stübi bietet

dem Geschäftsführer an, noch während des

Wochenendes mit der Wärmebildkamera

das Gebäude abzusuchen, was er auch

macht. «Es ging darum, Sicherheit zu vermitteln»,

weiss Stübi. Auch das ist eine

Aufgabe der Feuerwehr.

f

Corinne Aeberhard,

redaktionelle Mitarbeiterin,

Pikettzug FW Ittigen

Grosser Schadenplatz mit sieben Feuerwehren auf

Platz.

Fotos: z.V.g


20 Aktuell Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Wyssachen (BE)

Die Sicherheit

hat erste Priorität

Mit dem Anspruch, die Kunden zu begeistern, entstehen in den Loosli

Firmen seit 60 Jahren innovative und hochwertige Möbel für den Wohnbereich,

die Küche und das Bad. Im Familienunternehmen hat von jeher

auch Sicherheit für Menschen und Gebäude eine spezielle Priorität.

Besondere Themen sind dabei das Feuer und die Feuerwehr.

«Wir haben seit vielen Jahren Vollschutz in

den Firmen-Gebäuden, eine Sprinkleranlage

und Rauchmelder sind installiert.

Diese sorgen im Notfall für den ersten

Schutz und die Alarmmeldung», sagt Geschäftsleiter

Manfred Loosli. In einem Betrieb,

wo Maschinen, Holz und andere Materialien

zusammentreffen, gab es in der

Vergangenheit immer wieder Situationen,

wo «Funken» sprühten. Einschneidendes

Erlebnis war sicher der Brand 1983, als die

alte Schreinerei durch einen Kaminbrand

ein Raub der Flammen wurde.

Manfred Loosli und Beat Zürcher vor der Sprinklerzentrale.

3000 aktive Sprinkler

Viel wurde seit damals in die Prävention investiert

und laufend angepasst. So sind unter

anderem in den Firmengebäuden

3000 Sprinkler installiert. Diese werden

durch vier Sprinklerzentralen gesteuert und

überwacht. Alleine im Hochregallager sind

360 Sprinkler montiert. Fünf unterirdische

Kanäle sorgen auf dem Firmengelände im

Dürrenbühl Wyssachen dafür, dass die Gebäude

verbunden sind. Als automatische

Feuerlöschanlage verhindern Sprinkler, dass

sich ein ausgebrochenes Feuer zum Grossbrand

entwickelt. Die Sprinklerköpfe sind

mit Glasampullen verschlossen, die mit einer

gefärbten Spezialflüssigkeit gefüllt sind,

die ihrerseits eine Luftblase enthält. An der

Raumdecke werden mehrere solche Köpfe

angebracht, die mit einem Wasserrohrnetz

verbunden sind. Innerhalb des Sprinklersystems

herrscht ein konstanter Wasserdruck,

der in der Sprinklerzentrale kontrolliert

wird. Bei einem Feuer erwärmt sich die

Flüssigkeit in den Glasampullen, dehnt sich

aus, und die Ampullen platzen, wodurch die

Düsen geöffnet werden und Wasser aus dem

Sprinklerrohrnetz austritt. Beim Brand öffnen

nur diejenigen Sprinkler, deren Ampullen

die Auslösetemperatur erreicht haben.

«Bei einem Sprinkler in den Loosli Firmen

sind es 360 Liter Wasser, die mit 10 bar pro

Minute austreten», weiss Beat Zürcher. Der

Mitarbeiter ist im Unterhalt der Loosli Firmen

tätig. In seiner Freizeit wirkt er als Vizekommandant

der Feuerwehr Region Huttwil

und Chef Einsatzzug Huttwil. Beat

Zürcher weiss aus Erfahrung, wie gross die

Schäden im Brandfall sind.

Nur durch viele Übungen sind die Feuerwehrleute

in der Lage, rasch Hilfe zu leisten.

Der Führungsstab der Feuerwehr Region

Huttwil, mit Kommandant Christian

Bärtschi, Daniel Loosli und Beat Zürcher,

Vizekommandanten, Sandra Minder, Fourier,

Daniel Ruch, Chef Materialverwalter,

sowie Daniel Ryser und Markus Siegenthaler,

Ausbildungsverantwortliche, ist deshalb

sehr glücklich über die gute, sehr

grosszügige Zusammenarbeit mit dem Familienunternehmen.

Immer wieder wird

das Areal als ideales Übungsgebiet genutzt,

und damit können sich gleichzeitig Kader

und Einsatzzüge die nötigen Gebäudekenntnisse

aneignen. «Wir haben auch

schon regionale Weiterbildungen, zum Beispiel

Gruppenführer- oder Offizierskurse,

auf dem Gelände durchgeführt», stellt Beat

Zürcher dankbar fest.

«Im Ernstfall wird ausgerückt»

Total zwölf Mitarbeiter, fast zehn Prozent

der Belegschaft der Loosli Firmen Wyssachen,

sind momentan aktiv in verschiedenen

Feuerwehren eingeteilt. «Im Ernstfall

verlassen wir unseren Arbeitsplatz und

rücken an den Einsatzort aus», meint Beat

Zürcher. Durch die Arbeitsplätze in der Region

sind die Wege kurz, und schnell

kommt so die professionelle Hilfe vor Ort.

Dankbar über die engagierten Mitarbeitenden

ist auch Manfred Loosli. Durch die

gute Aus- und Weiterbildung in der Brandbekämpfung,

aber auch der Ersten Hilfe,

können viele Unfälle vermieden werden.

Denn wer die Gefahren kennt, verhält sich

im Alltag und am Arbeitsplatz sicher richtig.

«Wir wissen es sehr zu schätzen, dass

viel Arbeit zur Prävention geleistet wird.

Die Technik können wir in der Firma einbauen,

aber das richtige Verhalten im

Ernstfall muss von jedem Einzelnen gelernt

sein», erkennt Manfred Loosli. Er

weiss, wovon er spricht, denn sein Vater

Paul Loosli war früher einige Jahre umsichtiger

Kommandant der Feuerwehr

Wyssachen. «Wir freuen uns sehr, unsere

Arbeit am Tag der offenen Tür zu zeigen

und dabei auch den Vollschutz im Bereich

der Brandbekämpfung zu erläutern», erklärt

Manfred Loosli. Mit dem Slogan

«Loosli begeistert seit 1956» feierte das

Unternehmen sein 60-Jahr-Jubiläum. Die

Bevölkerung war am Samstag, 4. Juni

2016, zum Tag der offenen Tür auf dem

Firmenareal eingeladen.

f

Barbara Heiniger

Foto: Barbara Heiniger


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22 Seiten der FKS Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Organisationsentwicklung

Die FKS hat sich

weiterentwickelt

Die Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) hat ihre Aufgaben und

Strukturen einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Die Organisationsentwicklung

hält an den bewährten Strukturen mit Instanzen- und

Inspektorenkonferenz fest, stärkt deren Tätigkeiten aber mit einem gemeinsamen

Vorstand und einem erweiterten Generalsekretariat. Die

Fachkommissionen werden um je eine Vertretung des SFV und der

VSBF erweitert.

Die Ausgangslage

Die stetige Entwicklung in der Tätigkeit der

Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) in

den vergangenen zehn Jahren führte Ende

2014 zur Initiierung eines Organisationsentwicklungsprozesses.

Ziel war es, einerseits

die Strukturen der FKS als Gesamtorganisation

und diejenigen des Generalsekretariats

als zentraler Organisationseinheit

zu überprüfen und andrerseits Entwicklungen

in der Zusammenarbeit mit den übrigen

Feuerwehrorganisationen aufzunehmen.

W Vorstand der FKS

In mehreren Workshops haben sich je

fünf Mitglieder der Instanzenkonferenz

(IK FKS) und der Schweizerischen Feuerwehrinspektorenkonferenz

(SFIK) sowie

der bisherige Generalsekretär unter der Leitung

eines externen Moderators mit den

zahlreichen Fragestellungen auseinandergesetzt.

Das Grundverständnis und Kernthemen

In einer ersten Phase wurden die Situation

im Feuerwehrwesen und die sich auf kantonaler

Ebene abzeichnenden Herausforderungen

analysiert, um den Bedarf an Koordination

auf nationaler Ebene zu ermitteln.

Das so entwickelte Grundverständnis zeigte

auf, dass die kantonalen Feuerwehrinstanzen

(Kantonale Gebäudeversicherungen

und kantonale Dienststellen) sowohl Mitglieder

und Träger der FKS als auch Kunden

und Nutzniesser und schliesslich gar

Partner und Dienstleister der FKS sind. Im

Auftrag der kantonalen Feuerwehrinstanzen,

die von Gesetzes wegen für das Feuer-

••

Jean-Michel Brunner, Direktor Gebäudeversicherung

Neuenburg

(Präsident IK)

••

Sven Cattelan, Direktor Basellandschaftliche

Gebäudeversicherung

(ab 1.1.2017)

••

Magnus Sigrist, Vorsteher Amt für

Militär, Feuer- und Zivilschutz

Schwyz (Vertreter GUSTAVOL)

••

Jürg Solèr, Direktor Assekuranz

Appenzell Ausserrhoden

••

Max Uebelhart, Geschäftsführer

Gebäudeversicherung Zug

••

Peter Frick, Leiter Feuerwehren

Bern (Präsident SFIK)

••

Christian Stähli, Feuerwehrinspektor

Thurgau (Vizepräsident SFIK)

••

Vinzenz Graf, Feuerwehrinspektor

Luzern (Präsident FAKO Ausbildung)

••

Toni Käslin, Feuerwehrinspektor

Nidwalden (Präsident FAKO Technik)

••

Markus Grenacher, Feuerwehrinspektor

Solothurn (Präsident FAKO

Organisation)

••

Stefan Häusler, Generalsekretär

FKS (mit beratender Stimme)

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Grafiken: FKS


118 swissfire.ch 8|2016 Seiten der FKS

23

wehrwesen verantwortlich sind, kristallisierten

sich für die FKS folgende Kernthemen

heraus:

••

Interessenvertretung gegenüber Politik,

Bundesverwaltung, Partnerorganisationen

usw.

••

Koordination unter den Kantonen und

mit dem Fürstentum Liechtenstein sowie

Partnerorganisationen

••

Aufgabenstellungen in den Bereichen

Ausbildung, insbesondere für die der

FKS obliegende Instruktorenausbildung

sowie Technik und Organisation.

Die Führungsstruktur

Die Organisationsentwicklung zeigte klar

auf, dass an den bewährten Organen der

FKS, d.h. der Instanzenkonferenz (IK FKS)

und der Schweizerischen Feuerwehrinspektorenkonferenz

(SFIK), festzuhalten ist.

Die beiden föderalistischen Gremien stellen

das Mitwirken der Feuerwehrinstanzen

aller Kantone und des Fürstentums Liechtenstein

sicher, und zwar auf der strategisch-finanziellen

wie auch auf der operativen

Ebene. Die Gleichwertigkeit aller

Mitglieder ist ein Garant für das erfolgreiche

Wirken der FKS.

Eine gewichtige Änderung stellt indes

der neue Vorstand dar. Während bisher die

IK über einen Ausschuss und die SFIK über

einen separaten Vorstand verfügten, wird

neu ein gemeinsamer Vorstand der FKS aus

Vertretern der IK und der SFIK gebildet.

Damit soll ein Führungsgremium geschaffen

werden, in welchem der direkte Informationsaustausch

zwischen strategischer

und operativer Ebene gepflegt und so optimale

Voraussetzungen für die gemeinsame

Meinungsbildung aus unterschiedlichen

Perspektiven geschaffen werden können.

Der Vorstand der FKS setzt sich paritätisch

aus je fünf Mitgliedern der IK und der

SFIK zusammen. Seitens der IK werden

nebst dem Präsidenten der IK drei Mitglieder

in den Vorstand gewählt. Zusätzlich delegieren

die kantonalen Feuerwehrinstanzen

ohne öffentlich-rechtliche Gebäudeversicherung

(sog. GUSTAVOL) einen

Vertreter. Vonseiten der SFIK nehmen

nebst dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten

der SFIK die drei Präsidenten der

Fachkommissionen (FAKO) Einsitz im

Vorstand.

Das Generalsekretariat

Die Organisationsentwicklung zeigte in aller

Deutlichkeit auf, dass das Generalsekretariat

zur Erfüllung der mannigfaltigen Aufgaben

personell verstärkt und neu strukturiert

werden muss.

So werden inskünftig die Aufgaben des

Generalsekretärs durch ihn selber und eine

Stellvertreterin wahrgenommen, was insbesondere

die Interessenwahrnehmung der

FKS auf nationaler Ebene verstärken wird.

In der Gesamtführung des Generalsekretariats

und damit verbunden der Stabsstelle

aller Organe der FKS wird der Generalsekretär

durch die Leiterin Zentrale Dienste

und eine eigene Sekretariatsmitarbeiterin

unterstützt.

Die zahlreichen internen Projekte (Reglemente,

Handbücher, Richtlinien usw.)

wie auch die Beteiligung an Projekten

Dritter (des Bundes, der Blaulichtorganisationen

usw.) führen zur Schaffung eines

Bereichs Projekte im Generalsekretariat.

Auf der andern Seite wurde für die

Instruktorenkurse und die Fachausbildungskurse

ein Bereich Kurswesen geschaffen.

Die Zunahme der Aktivitäten der FKS

widerspiegelt sich in der Entwicklung des

Generalsekretariats, welches vor zehn Jahren

nur drei Mitarbeitende umfasste, künftig

aber auf acht Mitarbeitende zählen kann.

Die Fachkommissionen

Eine gewichtige Neuerung erfuhren die

ständigen Fachkommissionen (FAKO) der

SFIK für Ausbildung, Technik und Organisation

(A/T/O). Aufgrund der intensiven

Zusammenarbeitsgespräche mit dem

Schweizerischen Feuerwehrverband (SFV)

und der Vereinigung Schweizerischer Berufsfeuerwehren

(VSBF) soll ein weiterer

Schritt im gemeinsamen Wirken gemacht

werden. Seit dem Jahre 2008 nahmen jeweils

je ein Vertreter von SFV und VSBF

in temporären Arbeitsgruppen der FKS Einsitz,

welche für konkrete Projekte geschaffenen

wurden (z.B. Reglement Einsatzführung,

Reglement Basiswissen, Handbuch

ABC-Ereignisse usw.). Nun sollen auch die

ständigen Fachkommissionen A/T/O für

SFV und VSBF geöffnet werden, um über

eine permanente Vertretung in diesen wichtigen

Gremien zu verfügen.

Die Statuten

Die Ergebnisse der Organisationsentwicklung

haben ihren Niederschlag in neuen

Statuten und einem neuen Organisationsreglement

gefunden, die im Mai 2016 von der

Instanzenkonferenz verabschiedet wurden

und ab sofort umgesetzt werden.

118

swissfire.ch

Praxisnah, einsatzorientiert

und mit konkretem Nutzen:

Infos und Anmeldung: www.swissfire.ch

Fachkurse SFV

Die Zukunft

Die FKS ist somit für die Herausforderungen

der Zukunft bestens gewappnet. Das

Team des Generalsekretariats ist hoch motiviert,

seine Leistungen zugunsten der Organe

der FKS und damit für die Weiterentwicklung

des Feuerwehrwesens in der

Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein

zu erbringen.

Generalsekretariat FKS


24 Ausbildung Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Egerkingen

Übung für den Ernstfall

Am Samstag, 2. Juli 2016, fand bei der Härterei Gerster AG in Egerkingen

eine Grossübung des Bezirksfeuerwehrverbands (BFV) Gäu statt.

340 Feuerwehrleute bereiteten sich zusammen mit Mitarbeitenden der

Firma auf den Ernstfall vor.

Um 09.57 Uhr ging bei der Feuerwehr eine

Meldung ein: Brandausbruch mit starker

Rauchentwicklung in der Produktionshalle

1 der Härterei Gerster AG, die seit

1950 im Bereich der Härterei- und Wärmebehandlungstechnik

aktiv ist. Rauch und

Hitze breitete sich über zwei Stockwerke

aus. Glücklicherweise handelte es sich

nicht um einen Ernstfall, sondern um eine

Grossübung der Gäuer Ortsfeuerwehren

und der Betriebsfeuerwehr Migros Neuendorf.

Die zwei Übungen (08.00 Uhr bis

09.30 Uhr und 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr)

wurden mit je 170 Feuerwehrleuten durchgeführt,

die den Brand und die Rauchentwicklung

bekämpften und vier vermisste

Mitarbeitende der Firma retten mussten.

Das Firmenareal wurde in drei Abschnitte

unterteilt: Haupteingang beziehungsweise

Südseite des Gebäudes, Rückseite

respektive Nordseite des Gebäudes sowie

die Produktionshallen 2 und 3.

An der Übung zeigte sich, dass die Kommunikation

untereinander und auf den verschiedenen

Funkkanälen gut funktioniert.

Dominik Aebischer aus Egerkingen, der zusammen

mit Stefan Huber und Daniel Studer

aus Oensingen die Übung vorbereitet

hat, ist zufrieden: «Es hat sich gezeigt, dass

das Arbeiten mit verschiedenen Abschnitten

die richtige Lösung ist und wir auch in

einem Ernstfall in dieser Grösse so arbeiten

würden.»

Gewappnet für den Ernstfall

Den Nutzen für die Feuerwehr erläutert Dominik

Aebischer: «Dank der Firma Gerster

können wir an einem realen Objekt üben,

und im Ernstfall dient uns der im Voraus er-

Fotos: Daniel Kaspar, Andrea Russo, Erik Vogelsang


118 swissfire.ch 8|2016 Ausbildung

25

stellte und nun überprüfte Einsatzplan als

Checkliste.»

Tatkräftig unterstützt wurden die Feuerwehrleute

von der betriebseigenen Löschgruppe

der Härterei Gerster. Diese besteht

aus 13 Mitgliedern und erleichtert den Rettungskräften

mit ihren Ortskenntnissen und

ihrem technischen Fachwissen den Einsatz

in der komplexen Produktionsanlage. Für

die Härterei Gerster gehört der Umgang mit

hohen Temperaturen bei der Wärmebehandlung

zum täglichen Brot. Entsprechend

wichtig ist für sie eine gute Zusammenarbeit

mit der Feuerwehr. Die Übung gehört

zum Risikomanagement der Firma, das für

sie nicht nur aus Arbeitsplatz- und Umweltsicherheitsgründen

ein wichtiges Anliegen

ist: «Ein umfassendes Risikomanagement

ist eine Voraussetzung, um als Lieferant für

Branchen wie Automobilindustrie, Medizintechnik

oder Luftfahrt überhaupt zugelassen

zu werden», erläutert Michael Wesslein,

Leiter Produktion und Technik und

Mitglied der Geschäftsleitung.

Ziele erreicht – auf beiden Seiten

Für die Feuerwehr standen bei der Übung

die ortsübergreifende Zusammenarbeit sowie

die Kommunikation untereinander im

Vordergrund: Diese Ziele hat der Bezirksfeuerwehrverband

erreicht. Verbesserungspotenzial

sieht Daniel Haltinner, Präsident

des BFV Gäu, vor allem in der Auftragserteilung:

«Die Aufträge müssen klar und verständlich

übermittelt werden, sodass die

Offiziere, Gruppenführer und die restlichen

Angehörigen der Feuerwehr genau wissen,

was zu tun ist.»

An der Übung waren alle Feuerwehren

des Bezirksfeuerwehrverbands Gäu beteiligt.

Zu diesem gehören die Ortsfeuerwehren

von Egerkingen, Härkingen, Niederbuchsiten,

Oberbuchsiten, Neuendorf, Fulenbach,

Kestenholz, Wolfwil, Oensingen

sowie die Betriebsfeuerwehr Migros Neuendorf.

Der Präsident Daniel Haltinner erklärt:

«An einer solchen Übung oder bei einem

solchen Einsatz sind wir keine

Einzelmas ken, sondern ein Gesamtspiel.

Alle müssen miteinander kommunizieren

und funktionieren.» Auch er spricht der

Firma Härterei Gerster AG seinen Dank dafür

aus, dass an diesem Objekt geübt werden

konnte. Die Feuerwehren standen jeweils

mit der ganzen Mannschaft im Einsatz.

Auch die Fahrzeuge der jeweiligen

Feuerwehren waren alle vor Ort.

Jürg Moser, der Sicherheitsbeauftragte

der Firma Gerster, ist ebenfalls zufrieden:

«Ich freue mich über das Engagement, das

unsere Löschgruppe gezeigt hat. Heute

konnten wir alle ganz konkret erleben, wie

wichtig ihre Arbeit ist.»

f

Karin Heimann,

Daniel Kaspar

Brand in Kehrichtwagen

Am Dienstag, 28. Juni 2016, 10.00 Uhr,

kommt es in Näfels GL zu einem

Brand in einem Kehrichtwagen. Während

der Sammeltour gerät die Ladung

des Kehrichtwagens aus noch

ungeklärten Gründen in Brand. Der

Chauffeur lenkt den Kehrichtwagen,

gemäss Sicherheitsrichtlinien der Ketrag

AG, in unbewohntes Gebiet und

alarmiert die Feuerwehr. Auf einer

Nebenstrasse stösst er die brennende

Ladung auf die Strasse. Der Chauffeur

des Kehrichtwagens: «Ich dachte

mir, hoffentlich brennt mein Fahrzeug

nicht ab.» Die Feuerwehrkompanie Näfels-Mollis

bringt den Brand schnell

unter Kontrolle. Von Feuerwehr und

Polizei stehen rund 20 Personen im

Einsatz, verletzt wird niemand, aber

am Fahrzeug entsteht grosser Sachschaden.


f

Hans Becker

Kantonskorrespondent GL

Fotos: Kapo GL


Hut ab bei diesem Helm

«Wo habe ich bloß meinen Kopf gelassen?» Auch wenn man

in Momenten der Zerstreuung gerne einmal seinen Kopf

sprichwörtlich vergisst, sollte man diesen jedoch in Gefahrensituationen

mit den allerbesten zur Verfügung stehenden

Möglichkeiten schützen. Ein Helm, der das auf beeindruckende

Art und Weise kann, ist der neue HEROS-titan von Rosenbauer.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, wovon? Na, von allem! Der brandneue

HEROS-titan legt einfach in allen relevanten Disziplinen einen drauf:

mehr Sicherheit, mehr Leichtigkeit, mehr Komfort, mehr Sicht und

auch mehr Anwender – und Servicefreundlichkeit. Produktmanager

Dipl.-Ing. (FH) Peter Staudinger war maßgeblich an der Entwicklung

beteiligt und erklärt die Highlights des neuen HEROS-titan im folgenden

Interview.

Herr Staudinger, wie kann sich eine Laie die Entwicklung

eines Helmes vorstellen, der als Referenz unter den Feuerwehrhelmen

gilt?

STAUDINGER: Die Entwicklung eines Feuerwehrhelmes läuft grundsätzlich

nicht viel anders ab, als bei anderen Neuentwicklungen auch.

Das heißt, man legt die Projektziele fest und definiert, welche Anforderungen

der neue Helm erfüllen soll.

Welche Entwicklungsziele wurden für den HEROS-titan

definiert?

STAUDINGER: Die Anforderungsliste war durchaus sehr lange. An

oberster Stelle standen jedoch Eigenschaften wie das geringe Gewicht

von nur 1.300 g (Reduktion von 250 g), überragender Tragekomfort

und größtmögliche Funktionalität, aber auch eine ausgezeichnete Servicefreundlichkeit

sollte erfüllt werden.

Und dann wurde schon produziert?

STAUDINGER: Nein, nein, so einfach ist das nicht. Mittels aufwendiger

Marktanalysen wird abgeklärt, welche Eigenschaften und Funkti-

onen bei den Kunden unterschiedlichster Branchen benötigt werden.

Erst dann geht die eigentliche Entwicklungsarbeit an Prototypen los.

Es beginnt ein Kreislauf aus Herstellung der Prototypen und umfangreichen

Testverfahren.

Beim Prototypenbau kamen auch neueste Techniken

zum Einsatz. Welche waren das?

STAUDINGER: Sie meinen wahrscheinlich das «Rapid Prototyping»

Verfahren. Bei dieser Technologie werden Teile im CAD konstruiert

und dann in einem 3D-Drucker «gedruckt». Man erhält funktionsfähige

Teile, die getragen und auf Funktionalität geprüft werden können.

Auch die Beurteilung des Designs ist sehr gut möglich. Wurden

alle Teile für gut befunden, geht es in den Werkzeugbau. Dann folgen

interne Normtests und Trageversuche, bevor es ins Prüfungsinstitut

geht, wo der Helm nach den unterschiedlichen Normen auf «Herz

und Nieren» getestet wird.

Wurde beim HEROS-titan zuerst das Design festgelegt

oder folgt dieses der Funktion?

STAUDINGER: Beim HEROS-titan sind wir erstmalig den umgekehrten

Weg als üblich gegangen. Wir haben zuerst das Innenleben entwickelt

und erst danach das eigentliche Design des Helmes über die

Innenausstattung gelegt. Nur so konnte gewährleistet werden, dass

das Design nicht den Tragekomfort beeinflusst.

Was sind Ihrer Ansicht nach die hervorstechendsten

Eigenschaften des HEROS-titan?

STAUDINGER: Also, ich würde meinen, diese sind der herausragende

Tragekomfort, das unerreicht geringe Gewicht und der extrem servicefreundliche

Aufbau sowie die exzellente Stabilität. Erwähnenswert ist

auch die einheitliche Helmschalengröße für alle Kopfgrößen von 49-67

cm. Ichchte an dieser Stelle auch erwähnen, dass die Innenausstattung

ohne Werkzeug mit wenigen Handgriffen ausgebaut werden kann.

Wesentlich zum Tragekomfort trägt auch die Verstellbarkeit des Helmschwerpunkts

bei. Auch kann der HEROS-titan optional mit integrierter

Helmlampe und neuartiger Wärmebildkamera ausgeführt werden.

Umfangreiche Produktinformationen zum HEROS-titan sowie ein


Publireportage

Inwieweit wurden Erfahrungen aus dem harten Alltag

berücksichtigt bzw. waren Feuerwehrleute an der Entwicklung

beteiligt?

STAUDINGER: Es ist unabdingbar, die Erfahrung der Feuerwehrleute

in so eine Entwicklung miteinfließen zu lassen. Im Projektteam waren

50 % Feuermänner dabei. Ich selbst bin Kommandant einer Feuerwehr

in Oberösterreich.

Wie viel Zeit hat die Entwicklung in Anspruch

genommen?

STAUDINGER: Wir haben im Dezember 2013 begonnen und konnten

das Projekt HEROS-titan im Oktober 2015 äußerst positiv abschließen.

Und nun ist der Helm bereit für die härtesten Aufgaben

in aller Welt.

In welchen Ländern wird der neue HEROS-titan

Anwendung finden?

STAUDINGER: Da der Helm sämtliche Normenwelten erfüllt, können

Kameraden auf der ganzen Welt auf die Qualität dieses Referenzhelmes

vertrauen.

Inspiriert von Mutter Natur

Beeindruckend sind nicht nur die technischen Daten des Helmes,

auch die Entwickler bei Rosenbauer beschritten zum Teil neue Wege.

So ließ man sich in zahlreichen Punkten von der Genialität der Natur

inspirieren. Diese Vereinigung von Natur und Technik nennt man

Bionik. Nur dank dieser Entwicklungsmethode konnten die fantastischen

Werte wie etwa eine Gewichtsreduktion von mindestens

250 g bei gleichzeitig erhöhter Festigkeit erreicht werden. So leicht

und hochfest die äußere Hülle ist, so weich und flexibel ist das Innenleben.

Die völlig neu konzipierte Innenausstattung sorgt für einen

Tragekomfort, wie man ihn bisher von einem Feuerwehrhelm

nicht gekannt hatte. Sie umfasst den Kopf ganzheitlich, liegt am gesamten

Kopfumfang an und verteilt das Gewicht gleichmäßig – wichtig

um bei langen Einsätzen ein ermüdungsfreies Tragen zu ermöglichen.

Online-Helmkonfigurator finden Sie unter www.rosenbauer.com


28 Ausbildung Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Teil 3: Berufsfeuerwehrlehrgang 2015/2016

Grundlagen und Festigung

abgeschlossen

In der Ausbildung zum/zur Berufsfeuerwehrmann/Berufsfeuerwehrfrau

FA ist die erste Hälfte der Ausbildungsdauer von 18 Monaten abgeschlossen.

Die fünf Berner Studierenden berichten von ihren Erlebnissen

während der Ausbildung.

Montag, 27. Juni 2016: Wir blicken auf den

zweiten Schulblock – eine spannende und

intensive Ausbildung – zurück und stehen

bei der BF Bern vor dem zweiten Praktikum.

Ein Schwergewicht im zwölfwöchigen

Schulblock war die Ausbildung im

A-Bereich des Paul Scherrer Institut in Villigen:

Die unsichtbare und für uns unbekannte

Materie war zu Beginn nicht leicht

zu verstehen. Auch der Umgang mit den

verschiedenen Messgeräten musste erst einmal

geübt werden. Anfangs noch etwas unbeholfen,

steigerten wir uns aber stetig

dank den gut geführten Einsatzübungen

unseres Ausbildners. Ein besonderes Highlight

waren die kleinen Tanklösch- und Pionierfahrzeuge

des PSI. Die Führung durch

das In stitut war sehr beeindruckend und bot

eine willkommene Auflockerung.

Auch Besuche beim Lösch- und Rettungszug

der SBB und der VBZ (Verkehrsbetriebe

Zürich) standen auf dem Programm.

Weiter übten wir im Bereich der

Technischen Hilfe bei einer Standseilbahn,

in einem vollautomatischen Autoparkhaus

oder in einem Hochregallager.

Zwei Tage verbrachten wir am Flughafen

Zürich. Am ersten Tag besichtigten wir

die Berufsfeuerwehr am Flughafen. Am

Vormittag hatten wir Gelegenheit, eine Einsatzübung

mitzuverfolgen. Zu sehen, was

ein paar Liter brennender Treibstoff verursachen

können, war sehr beeindruckend!

Die über 100 Meter hohe schwarze Rauchsäule

war weitherum zu sehen, doch mit

den Z8-Flugfeldlöschfahrzeugen hatte die

BF das brennende Wrack schnell unter

Kontrolle und gelöscht. Später besuchten

wir die Gepäckabfertigung, den Zoll und

die SR-Technics – ein sehr spannendes und

vermutlich einmaliges Erlebnis.

Die Ausbildung in der Technischen Hilfe

war noch nicht ganz abgeschlossen: Sie beinhaltete

unter anderem auch die Themen

«Notbedachung» oder das «Absuchen und

Sichern einer Trümmerlage». Der Ausbildungstag

im Bereich Notbedachung war

gut gewählt. Petrus höchstpersönlich prüfte

unsere Konstruktionen mittels Dauerregen,

und der Dozent half zudem mit dem Wasserwerfer

nach.

Zurück an der Höheren Fachschule

für Rettungsberufe (HFRB)

Zurück an der Höheren Fachschule für Rettungsberufe

im Ausbildungszentrum Rohwiesen

(AZR) genossen wir diverse praktische

und theoretische Ausbildungen, unter

anderem durch den unfalltechnischen

Dienst und die Verkehrspolizei der Stadtpolizei

Zürich oder ein B-Ereignis in der Universität

Irchel.


118 swissfire.ch 8|2016 Ausbildung

29

Für die Ausbildung bezüglich Trümmerlage

wurde von unseren Dozenten ein

60 cm hoher, 1,5 m breiter und ca. 10 m tiefer

Stollen präpariert, der ein eingestürztes

Wohnhaus symbolisierte. Während mehr

als 16 Stunden beteiligte sich die ganze

Schulklasse mit vollem Körpereinsatz an

der Rettung der drei vermissten Personen.

Diverses Material und Werkzeug wie Presslufthammer,

Winkelschleifer und Abstützmaterial

kamen bei der Übung zum Einsatz.

Gitter, Holz, Kühlschränke, Schutt und Tische

etc. mussten mühsam zerkleinert und

rausgetragen werden. Sehr beeindruckend

war, dass bei solch schweren Arbeitsbedingungen

ein Vorankommen nur sehr langsam

möglich ist.

Zum Thema Atemschutz gehört auch das

Handling von eigenen «Notfallsituationen

im Feuerwehreinsatz». Etwas, das wir hoffentlich

im Ernstfall nie anwenden müssen.

Der Dozent zeigte uns anhand eines Zwischenfalls

aus Amerika, dass aus einer unspektakulären

Rauchentwicklung in einem

Geschäft tödlicher Ernst werden kann.

Nach einer sehr guten Einführung im Hotpot

ging es an die Einsatzübungen im Gasbrandhaus.

Das ausgeklügelte und sehr komplexe

Atemschutznotfalltraining brachte uns

schnell an unsere Grenzen und zeigte, dass

die 30 Minuten Luftvorrat der Fluchthaube

oder der Reserveflasche rasch aufgebraucht

sind.

Ein weiterer Teil in unserer abwechslungsreichen

Ausbildung war das SLRG-

Brevet. Nach mehreren Schwimmlektionen

stand der Prüfungstag vor der Tür. Alle

16 Studierenden bestanden mit Bravour.

Auch die nicht so oft gebrauchten Regenerationsgeräte

wollten wieder einmal eingesetzt

werden. Also machten wir uns mit

Sack und Pack auf den Weg in einen ehemaligen

Militärstollen in Uitikon. Als nach

wenigen Metern im Stollen, bei völliger

Dunkelheit, der erste Mann im Trupp den

Kopf anstiess, merkten wir schnell, dass die

hier geplante Einsatzübung ein Wettlauf gegen

die Zeit war. Mit unseren BG-Geräten

retteten wir die als vermisst gemeldeten

Stollenarbeiter aus ihrer misslichen Lage.

Auch Köbi hat an diesem Tag feststellen

müssen, dass das I-Phone nicht unbedingt

bei jeder Übung und schon gar nicht in einem

alten Militärstollen dabei sein muss.

In der letzten Schulwoche stand noch ein

heisser Tag in Riedikon an. Vormittags erarbeiteten

wir in der Halbklasse die Theorie

zu diversen Lüftungs-, Rettungs- und

Löschaktionen. Später verknüpften wir das

Gelernte in komplexen Einsatzübungen.

Wir waren verblüfft, als plötzlich eine

ganze Familie als Figuranten auftrat und

nicht wie üblich ein Dummy. Kompliment

für die gelungene schauspielerische Leistung!

Für die Abschlussübung hatte die Regie

nochmals alle Register gezogen: Ein Automobilist

war mit seinem Fahrzeug im Bereich

einer Tankstelle mit einem Velofahrer

kollidiert und hatte anschliessend die Tanksäule

gerammt, was zum Auslaufen von

Treibstoff führte. Beim Eintreffen der Feuerwehr

entzündete sich der Treibstoff, und

das Feuer griff auf das nahe gelegene dreistöckige

Haus über, welches umgehend in

Vollbrand stand. Zudem wurde festgestellt,

dass sich nebst dem eingeklemmten Lenker

eine weitere Person unter dem brennenden

Fahrzeug befand.

Um diesen Einsatz bewältigen zu können,

benötigten wir unser ganzes Wissen und beinahe

sämtliches Material: Nebst dem Innenangriff

mit mehreren Leitungen starteten wir

für das brennende Fahrzeug einen dreifachen

Löschangriff. Zum Retten der verletzten

Person hoben wir das Auto mittels Hebekissen

an. Um den Fahrer aus seiner misslichen

Lage befreien zu können, mussten

diverse Schnitte am Fahrzeug vorgenommen

und die Autotüren entfernt werden.

Zum Abschluss des Schulblocks stand

wieder die Modulprüfung an. Einen ganzen

Tag lang wurde unser theoretisches Wissen

schriftlich und mündlich geprüft. Zudem

wurden auch die praktischen Kenntnisse jedes

Einzelnen getestet.

Zurück in die Berufsfeuerwehr

Zurück in der Berufsfeuerwehr Bern starteten

wir mit einer intensiven Chemiewoche,

die zum Ziel hatte, das Berner Material kennenzulernen.

Die einfallsreiche Vorbereitung

durch Martin Brechbühl und Patrik

Hurst erleichterte uns das Lernen enorm.

Nach Abschluss des zweiten Schulblocks

durften wir nun auf allen Positionen

Fotos: zVg


30 Ausbildung Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

ausrücken und so auch Einsatzerfahrung als

Fahrer sammeln. Es stand für jeden Einzelnen

die erste 24-h-Schicht an. Die erste

Nacht in der Kaserne im neuen Bett war

nicht für alle Studierenden gleich erholsam:

Wisi hatte keinen Einsatz in der Nacht und

fand trotzdem keinen Schlaf. Rechsteiner

war wegen des extrem lauten Einsatzgongs

in der Nacht so durcheinander, dass er die

falsche Rutschstange genommen hat und

unerwartet im hinteren Teil der Halle vor

dem falschen Fahrzeug stand.

Auch die Handhabung von Bienen und

Wespen muss gelernt sein. Da zum Zeitpunkt

der Ausbildung sehr viele Bienenschwärme

unterwegs waren, die eingefangen

werden mussten, erlebten wir unsere

ersten Versuche, ohne vorgängig üben zu

können. Stierli und Balmer mussten einen

Schwarm Bienen am Hauptbahnhof Bern

entfernen. Leider war der erste Versuch

nicht wirklich gelungen: Von den unzähligen

Bienen landeten lediglich zwei in unserer

Holzbox, und wir konnten das Lachen

nicht zurückhalten.

Marios erste «Personenrettung bei Unfällen»

als Betreuer war für ihn auch nicht

ein allzu grosser Erfolg: Auf die Frage an

die Rettungssanitäter, ob sie noch einen Betreuer

bräuchten, war die Antwort ein deutliches

«Nein»!

Stage bei der Sanitätspolizei

Als Nächstes stand der einwöchige Stage

bei der Sanitätspolizei auf dem Programm.

Dort konnten wir das Gelernte der präklinischen

Patientenversorgung im Rettungsdiensteinsatz

unter Beweis stellen. Dazu

kam ein dreitägiges Praktikum auf der Feuerwehreinsatzleitzentrale.

Zurzeit bilden wir uns am Montag und

Dienstag selbstständig weiter. Mittwoch bis

Freitag arbeiten wir im normalen Ausrückdienst,

in den Werkstätten oder im Büro.

Sporadisch kommen wir in den Genuss, auf

einer 24-h-Schicht mitzuarbeiten.

Das Team «Bauernhof» freut sich auf die

chste Berichterstattung …

Die früheren Berichterstattungen in der

118 swissfire.ch sind nachzulesen in den

folgenden Ausgaben: 9/2015 Einleitung;

1/2016 1. Teil; 5/2016 2. Teil. f

Martin Balmer, Stefan Reichen,

Dominik Rechsteiner, Dominic Stierli und

Mario Waeber


118 swissfire.ch 8|2016 Ausbildung

31

Fotos: Stephan Keller

Sulgen

Grosse Übungen –

grosser Nutzen

Übungsszenario am 28. Mai 2016: Zusammenstoss eines Güterzugs

mit einem Personenzug vor der Hochdorf Swiss Nutrition AG. Ein Kesselwagen

fängt Feuer, der auf das Betriebsgebäude übergreift. Beteiligt

sind über 150 Einsatzkräfte und 35 Figuranten.

Grossübung auf einem Teil des Firmenareals der

Hochdorf Swiss Nutrition AG in Sulgen: grosser

Nutzen für alle, so das einhellige Fazit der Verantwortlichen

der einzelnen Dienste.

Grossübungen der Feuerwehr sind immer

mit sehr grossem Aufwand in der Vorbereitung

und Durchführung verbunden. Es ist

deshalb eher selten, dass sich eine Ortsfeuerwehr

so eine Übung vornimmt. 2014 entschlossen

sich aber Lt Patrick Betschen,

Chef Einsatzplanung, und Hptm Norbert

Schoch, Kommandant vom Feuerwehrzweckverband

Sulgen-Kradolf-Schönenberg,

trotzdem, eine solche Grossübung

durchzuführen. Nach eineinhalbjähriger

Vorbereitungszeit ist diese Übung Ende

Mai nun durchgeführt worden. Unterstützt

wurden sie dabei vom regionalen Feuerwehrexperten

Martin Eggmann und von

Mitgliedern der Stützpunktfeuerwehren

Weinfelden, Bischofszell, dem Rettungsdienst,

SBB-Lösch- und Rettungszug

St. Gallen und der Firma Hochdorf Swiss

Nutrition AG in Sulgen, welche einen Teil

des Firmenareals als Übungsanlage zur Verfügung

gestellt hat.

Szenario hat ernsten Hintergrund

Das Übungszenario sah den Zusammenstoss

eines Güterzugs mit einem Personenzug

vor der Swiss Nutrition AG vor. Dabei

hat ein Kesselwagen Feuer gefangen, das

anschliessend auf das Betriebsgebäude

übergegriffen hat. Dabei wurden diverse

Personen im Zug und im Gebäude eingeschlossen

und verletzt.

Im Vorfeld der Übung wurden Presse,

Behörden und interessierte Organisationen

mittels einer Medieninformation eingeladen,

der Übung beizuwohnen. Die Besucher

hatten vor Übungsbeginn Gelegenheit,

das Übungsgelände zu besichtigen, und

wurden über Ablauf der Übung informiert.

Wie Übungsleiter Patrick Betschen ausführte,

ist die Idee für die Übung nicht aus

der Luft gegriffen, sondern hat einen ernsten

Hintergrund. In Sulgen kreuzen sich

nämlich die zwei Hauptverkehrsachsen der

Bahn Weinfelden–St. Gallen und der

Schnellzug Romanshorn–Zürich, die täglich

von mehreren Tausend Pendlern genutzt

werden. Zusätzlich führen noch die

wichtigen Strassenverkehrsachsen Weinfelden–Arbon

und Sulgen–Bischofszell, die

auch als Zubringer für die Bischofszeller

Nahrungsindustrie genutzt werden, durch

das Dorf. Es ist also genügend Potenzial für

ein grösseres Ereignis vorhanden. 2012 hat

es bereits einen schweren Zusammenstoss

zwischen einem Zug und einem Lastwagen

beim Bahnübergang in Kradolf gegeben.

Die an der Übung beteiligten Einsatzkräfte

der Feuerwehren Sulgen-Kradolf-

Schönenberg, Bischofszell und Weinfelden

wussten nur, dass an diesem Samstag eine

Übung stattfinden würde.

Massenanfall von Verletzten (MANV)

Beim Eintreffen des Einsatzleiters bot sich

diesem folgendes Bild: Auf einem Gleis parallel

zu einem Lager- und Bürogebäude


32 Ausbildung Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Die Einsatzkräfte treffen auf dem Schadenplatz

viele verletzte und verwirrt umherirrende Personen

an: ein MANV-Ereignis.

Zur Unterstützung der Einsatzleitung ist die Polizei

mit ihrer grossen mobilen Einsatzzentrale angerückt.

stand ein brennender Kesselwagen und dahinter

ein Personenwagen der SBB mit verschiedenen

verletzten Zugpassagieren, die

sich innerhalb und ausserhalb des Wagens

befanden. Das Feuer hatte bereits auf das

Bürogebäude und das Lagergebäude übergegriffen

und so den Fluchtweg für die sich

darin befindenden Personen abgeschnitten.

Verwirrte und verletzte Personen irrten verstört

umher oder lagen auf dem Firmengelände.

Schnell war deshalb klar, dass es sich

um ein MANV-Ereignis handelte und entsprechend

Einheiten zur Unterstützung aufgeboten

werden mussten.

Es wurden deshalb sofort der Rettungsdienst

mit einem Einsatzleiter Sanität und

diversen Fahrzeugen sowie die Sanitätszüge

der Feuerwehren Bischofszell und

Weinfelden aufgeboten. Diese bauten die

Sanitätshilfsstelle auf und betrieben sie zusammen

mit einem ebenfalls eingerückten

leitenden Notarzt. Zur Bewältigung der vielen

Rettungen und des Brandes wurde die

gesamte Feuerwehr von Sulgen-Kradolf-

Schönenberg zusammen mit jeweils einem

Löschzug der zuständigen Stützpunktfeuerwehren

Weinfelden und Bischofszell aufgeboten.

Es musste auch der Problemstellung

«bahnseitig» Beachtung geschenkt werden.

Der Einsatzleiter entschied sich, einen eigenen

Abschnitt zu bilden und diesen den Spezialisten

des Lösch- und Rettungszuges

St. Gallen und der Chemiewehr Thurgau aus

Weinfelden zu übergeben. Zur Unterstützung

der Einsatzleitung rückte die Polizei mit ihrer

grossen, mobilen Einsatzzentrale an.

Um die unverletzten Personen adäquat

betreuen zu können, ist dann zusätzlich

noch das Care Team Thurgau zusammen

mit der Betreuungseinheit des Zivilschutzes

aufgeboten worden. Für die Mitarbeiter

des Care Team war dies eine Premiere.

Denn sie haben noch nie an einer solch

gros sen und organisationsübergreifenden

Übung teilgenommen.

Beinahe drei Stunden nach Übungsbeginn

waren alle Verletzten versorgt und das

Feuer gelöscht. Es konnte zu den Aufräumarbeiten

und anschliessend noch zu einer

kurzen Stärkung geschritten werden. Die

Übungsbesprechung wurde anders als gewohnt

durchgeführt. Es fand vor Ort und im

Anschluss an die Übung lediglich eine

kurze Orientierung für alle Einsatzkräfte

statt. Die Übungsleitung wird sich zu einem

späteren Zeitpunkt zusammensetzen, um

einen detaillierten Bericht zu verfassen und

diesen dann den beteiligten Organisationen

zukommen lassen, damit diese jeweils ihre

Lehren aus dem Grosseinsatz ziehen können.

Ebenfalls wird der Bericht dem kantonalen

Feuerwehrinspektorat und dem Thurgauer

Feuerwehrverband zugestellt. Zusätzlich

werden von den eigenen Beobachtern

einzelne, separate Übungsbesprechungen in

den jeweiligen Organisa tionen individuell

durchgeführt.

Eine weitere spezielle Begebenheit der

Übung war, dass der Betrieb der Firma

Hochdorf Swiss Nutrition AG während der

gesamten Zeit aufrechterhalten werden

musste, was auch geschehen ist. Der Betriebsverantwortliche

äusserte sich am

Ende sehr zufrieden und konnte über keinerlei

Störungen berichten. Wie viele Einsatzleiter

sicher wissen, können solche Anforderungen

auch bei echten Einsätzen auftreten,

wenn bei einem Industriebetrieb

kritische Prozesse aufrechterhalten werden

müssen, um nicht noch grössere Schäden

zu verursachen.

Fazit

Die Verantwortlichen der einzelnen Dienste

betonten interessanterweise – unabhängig


118 swissfire.ch 8|2016 Ausbildung

33

Die Chemiewehr Thurgau aus Weinfelden übernimmt

zusammen mit den Spezialisten des Lösch- und Rettungszuges

St. Gallen den Abschnitt «bahnseitig».

voneinander – alle dieselben Punkte. Als

wichtigster Punkt wurde hervorgehoben,

dass solche grosse Übungen in ihrem Nutzen

nicht hoch genug eingeschätzt werden

können. Vorgänge in Führung und Kommunikation,

die zwar im Stabsrahmen oder der

Theorie geprobt werden können, sind erst

richtig überprüft, wenn sie an einer Grossübung

1:1 ausprobiert werden können. Es

gibt hierfür auch schlicht keine Alternative.

Der zweite und wichtige Punkt, der von

allen Beteiligten hervorgehoben wurde,

sind die berühmten drei bzw. vier K: in

Krisen Köpfe und deren Kompetenzen

kennen. An solchen Übungen lernt man

die Leute kennen, die einem im Einsatz

dann immer wieder begegnen. So waren

zum Beispiel die meisten der im Thurgau

aktiven Einsatzleiter der Sanität an der

Übung zugegen.

Übereinstimmend mit der Übungsleitung

betonte auch der Ausbildungschef des Feuerwehrverbandes

Thurgau, Hptm Manuel

Britschgi, die Wichtigkeit solcher Übungen.

Es bedeutet zwar immer einen grossen

Aufwand und viel private Zeit, um solche

grossen Anlässe vorzubereiten, aber am

Ende lohnt es sich immer für alle Beteiligten.

Deshalb ist dies jeweils auch von allen

Seiten zu unterstützen und eines speziellen

«Dankeschöns» würdig.

f

Stephan Keller,

Korrespondent TG

Adera AG

Sicherheit bringts!

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Unser Leben, unsere Arbeit,

generell unsere Welt sind

nicht gefährlicher geworden.

Es sind unsere Ansprüche an

SICHERHEIT, die immer höher

werden. Und zu Recht!

Besondere

Verantwortung

muss neben dem Arbeitgeber

auch jeder einzelne Beschäftigte

in seinem Berufsalltag

tragen. Auch Kommunen, Vereine,

freiwillige Hilfsorganisationen

sind nicht gefeit, bei

Unglücken zur Rechenschafft

gezogen zu werden. Jedes

Fehlverhalten, jede Missachtung,

jedes Ungeschick wird

in unserer modernen Gesellschaft

genau analysiert und

kritisch hinterfragt und letztlich

sehr hart exekutiert.

Also ist es wichtiger denn je,

Sicherheit in jeder Situation

zu garantieren, vor allem jedoch

im beruflichen Einsatz.

Auf Baustellen, bei Einsätzen

aller Art, bei Transporten, bis

hin zu Polizei, Rettung und

Feuerwehr wird auf Sicherheit

grössten Wert gelegt und innovativ

Sicherheit weiter entwickelt.

So wird eigenes Personal geschützt

und andere Menschen

aus der Gefahr genommen,

was Ärger und Folgekosten

verhindert. Letztendlich ist

gelebte und umgesetzte Sicherheit

ein hohes ökonomisches

Gut, denn so können

unangenehme Kosten und

Zahlungen vermieden werden.

Aber wie wird Sicherheit «gemacht»?

Ganz einfach: Sicherheit,

Vorsicht und Achtung

müssen SICHTBAR

gemacht werden! Schon in uralter

Zeit – eine Zeit in der es

weder Versicherungen noch

ordentliche Gerichte gab –

schützten sich Seefahrer vor

der Unbill ganz einfach mit

Leuchtfeuern und Leuchttür-

men. Bis heute ist gesehene

Gefahr immer berechenbar

und sorgt für Aufmerksamkeit

und Konzentration, der beste

Schutz vor Unglück. Mit dem

Sichtbaren ist das Gehörte

eng verbunden. Akustische

Warnung dient der Umfallverhütung

und geht Hand in

Hand mit optischen Signalen.

In diese Bereiche zu investieren

ist betriebswirtschaftlich

unumgänglich und wird helfen,

Kosten – welcher Art

auch immer – einzudämmen.

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Fürstentum Liechtenstein bietet

für Kommunen, für das

Transportwesen und für Einsatzfahrzeuge

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34

Organisation

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Schutz & Rettung Zürich

Grosse Dimensionen

Zwei Wachen, drei Abteilungen, 25 Depots, 150 Fahrzeuge, 3000 Einsatzkräfte, 6000 Einsätze und Dienstleistungen,

10 000 Diensttage: Das sind die Kennzahlen der Abteilungen Berufsfeuerwehr Süd (Stadt Zürich),

Berufsfeuerwehr Nord (Flughafen Zürich) und Milizfeuerwehr & Zivilschutz. Zusammen sind sie für die

Hilfe in Notlagen und Katastrophen von mehr als 500 000 Menschen in der Stadt und am Flughafen Zürich

zuständig.


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

35

Vor über acht Jahren, am 1.1.2008, wurden

die beiden Berufsfeuerwehrkorps der Stadt

und des Flughafens Zürich fusioniert. Mittlerweile

sind die beiden Korps zu einer

schlagkräftigen Einheit zusammengewachsen.

Am 1.1.2013 wurden auch die Milizfeuerwehr

und der Zivilschutz der Stadt Zürich

zu einer Abteilung zusammengeführt.

Berufsfeuerwehr Süd, Berufsfeuerwehr

Das Einsatzspektrum reicht von der Brandbekämpfung

auf dem Flugfeld …

Nord sowie Milizfeuerwehr & Zivilschutz

bilden seitdem den Bereich Feuerwehr &

Zivilschutz innerhalb von Schutz & Rettung

Zürich (SRZ).

Seit dem 1.1.2014 ist das Einsatzgebiet

der Milizfeuerwehr der Stadt Zürich in die

vier geografischen Einsatzgebiete Nord,

Ost, Süd und West eingeteilt. Längerfristig

sollen die 25 Depots der Milizfeuerwehr

aufgelöst und in die bestehenden Wachen

sowie die drei geplanten neuen Wachen im

Norden, Westen und Osten der Stadt integriert

werden (Standortstrategie SRZ). Berufsfeuerwehr,

Milizfeuerwehr & Zivilschutz

werden künftig von fünf Wachen aus

als «1., 2. und 3. Welle» operieren (siehe

dazu Beitrag 118 swissfire.ch, Ausgabe

3/2016). Dieser neuen Einsatzstrategie soll

organisatorisch Rechnung getragen werden,

indem fünf gemischte Abteilungen mit

den Einsatzelementen Berufsfeuerwehr,

Milizfeuerwehr & Zivilschutz gebildet werden.

Es ist einzigartig in der Schweiz, dass

sich städtische Feuerwehr (Berufs- und Milizfeuerwehr),

Flughafenfeuerwehr und der

Zivilschutz der Stadt Zürich unter einem

Dach befinden. «Wir wollen eine SRZ-Kul-


36 Organisation Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

tur pflegen, in der verschiedene Berufe und

Menschen ihren Platz haben», meint Peter

Wullschleger, Kommandant Feuerwehr &

Zivilschutz.

Einsatzgebiet

Das Einsatzgebiet der Milizfeuerwehr und

des Zivilschutzes entspricht dem Gebiet der

Stadt Zürich, dasjenige der Berufsfeuerwehr

geht deutlich darüber hinaus. Als

Stützpunktfeuerwehr versorgt sie nebst der

Stadt Zürich und dem Flughafen auch die

Gemeinden Uitikon, Kilchberg, Rüschli-


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

37

kon, Langnau am Albis, Adliswil, Zollikon,

Zumikon und Küsnacht bei grösseren Ereignissen

oder bei Strassenrettungseinsätzen.

Chemieeinsätze werden in den östlich,

westlich und südlich gelegenen Gemeinden

der Stadt Zürich – in etwa einem

Viertel des Kantons Zürich – und für

85 Störfallbetriebe geleistet. Der Kanton

Zürich verfügt total über 187 Betriebe, die

der Störfallordnung unterworfen sind. Die

Einsätze bei biologischen Ereignissen

werden im ganzen westlichen Teil des Kantons

Zürich geleistet. Bei radioaktiven Ereignissen

erfolgen Interventionen im ganzen

Kanton Zürich sowie in den Kantonen

Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden,

Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen,

Graubünden und Glarus. Der Löschund

Rettungszug der SBB wird am Standort

Zürich ergänzt mit Einsatzkräften der

Berufs- oder Milizfeuerwehr und rückt östlich

bis nach Effretikon, südlich bis nach

Baar, westlich bis nach Wildegg und nördlich

bis nach Koblenz aus.

Aufgabenspektrum

Bei grossen Einsätzen wird heute die

«1. Welle» von der Berufsfeuerwehr bestritten.

Ihr Aufgabenspektrum reicht von der

eigentlichen Brandbekämpfung, den Hilfeleistungen,

den Personen-, Höhen-, Tiefenund

Tierrettungen, der Vermeidung von

Sach- und Umweltschäden (vor allem Elementar-,

Öl-, ABC- und Wasserwehr) über

die Koordination der Milizfeuerwehr bei

Stützpunkteinsätzen zugunsten der angeschlossenen

Gemeinden bis hin zur Flugzeugbrandbekämpfung.

Alle nachgelagerten

Aufgaben der Milizfeuerwehr werden

auch von der Berufsfeuerwehr mitgeleistet,

welche somit ein sehr grosses Aufgabengebiet

abdeckt.

Die Aufgaben der Milizfeuerwehr, der

«2. Welle», umfassen als Grundauftrag die

Wach- und Schichtverstärkung derjenigen

Wache (inkl. der Wache des Rettungsdienstes),

der sie zugewiesen ist, den Einsatz zur

Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei Elementarereignissen,

Einsätze bei Grossanlässen

und Grossereignissen, Brandbekämpfung,

ABC-Wehr Stufe Ortsfeuerwehr

sowie die Sicherstellung des Verkehrsdienstes

– unter anderem auch die Unterstützung

der Stadtpolizei Zürich. Die Zusatzaufträge

der «2. Welle» der Milizfeuerwehr verteilt

auf fünf Kompanien (vier Brandkompanien

Nord, Ost, West und Süd sowie eine Milizfeuerwehr

Sanitätskompanie) sind:

••

Pionierdienst

••

Beseitigung von Sturmholz

••

Betrieb und Zubringer der verschiedenen

Container

••

Dekontamination

••

ABC-Unterstützung

••

Betrieb des Einsatzleitfahrzeuges

••

Führungsunterstützung

••

Stellen von mechanisierten Anhänger-

Leitern

••

Sicherstellung des Stadiondienstes

(z.B. bei Hochrisikospielen im Letzigrund)


38

Organisation

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

••

Bewältigung von Bieneneinsätzen

••

Organtransporte

••

Betrieb von Generatoren und Kompressoren

••

Sicherstellung der Stützpunktformation

«GROSS»

••

Rückfallebene für die Strassenrettung

••

Betrieb des Absperrfahrzeuges

••

Aufbau der Sprungretter

••

Ölspurbeseitigung

••

Unterstützung LRZ

••

Wassertransport

••

Betrieb von Spezialpumpen

••

Ölwehreinsätze

••

Einbau der Sperren in den Flüssen Glatt

und Limmat

••

Betrieb Anhänger Grosslüfter

••

Aufbau und Betrieb der Sanitätshilfsstelle

Der Zivilschutz als «3. Welle» stellt die

Durchhaltefähigkeit bei länger dauernden

Ereignissen mit Ablösungen, Führungsunterstützung,

Schutz und Betreuung, Kulturgüterschutz,

schwerem Pionierdienst und

Logistik sicher. Er wartet die 170 Schutzanlagen

der Stadt Zürich und von Uitikon.

Der Zivilschutz leistet zudem jährlich über

10000 Transportfahrten für ältere und behinderte

Menschen und erfüllt seit dem

1.1.2015 den Leistungsauftrag des Polizeivorstehers

der Stadt Zürich.

Ausbildung Berufsfeuerwehr

Die Grundausbildung der Angehörigen der

Berufsfeuerwehr (AdBF) findet an der Höheren

Fachschule für Rettungsberufe

(HFRB) von SRZ statt. Gemeinsam mit

Kolleginnen und Kollegen der Berufsfeuerwehren

von Basel, Bern, Luzern, Winterthur,

St. Gallen, der Schadenwehr Gotthard

und der Industriefeuerwehr Region Basel

absolvieren in der Regel sechs AdBF von

SRZ einen anderthalbjährigen Lehrgang

auf der tertiären Bildungsstufe. In drei

Schulblöcken und drei Praktika in der Berufsfeuerwehr

Süd und Nord werden die

neuen AdBF in sämtlichen Feuerwehrthemen

ausgebildet. Abgeschlossen wird der

Lehrgang durch eine eidgenössische Berufsprüfung.

«Einsatz – Ausbildung – Logistik», so

lautet die Prioritätenreihenfolge der Berufsfeuerwehr

von SRZ. Eine der grössten und

permanenten Herausforderungen für eine

Berufsfeuerwehr ist dabei eine nachhaltige

und attraktive Fort- und Weiterbildung auf

sämtlichen Führungsstufen. Sie muss sich

der obersten Priorität, dem Einsatz, unterordnen

und muss gleichzeitig die Schnittstellen

mit der Logistik berücksichtigen.

Zudem soll sie – trotz dem Schichtrhythmus

(s.u.) – möglichst alle AdBF erreichen

und doch nicht einfach nur nach dem

«Giesskannenprinzip» verfahren. Gegenwärtig

erfolgt die Fort- und Weiterbildung

mehrstufig:

••

in Detailausbildungen: grösstenteils

1:1-Coachings, z.B. beim Training HRF,

Pionierfahrzeug, MWD-Training etc.

••

in sogenannten Wochenthemen (von

Brandbekämpfung über ABC-Wehr bis

hin zur Tierrettung): bislang in der Regel

… über den Bereich Höhenrettung …

W Strukturänderung ZS

Bisher Neu, ab 1. Januar 2017

Kompaniestruktur 20 Fachbereichskompanien 5 regionale Kompanien sowie 2 Spezialformationen

Kompaniegrösse 100–120 AdZS 312 AdZS

Sollbestand 2300 AdZS 2083 AdZS

Alarmstruktur Kleinste Alarmierungseinheit: Kleinste Alarmierungseinheit: 25–30 AdZS

100–120 AdZS

Ausbildung 2 Tage, jede Fachbereichskompanie

mit eigenem WK

3 Tage, jede Kompanie absolviert einen WK; Ausbildungsziele und

Themen sind stufengerecht definiert; Mehrjahresplanung in der

Ausbildung: jedes 5. Jahr WK-Teilnahme, zwischendurch «Aktiv

plus»-Dienst


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

39

W Das Führungsquartett

über drei Wochen, jeweils am Dienstag,

Mittwoch und Donnerstag, meistens auf

Grösse BMA-Löschzug

••

an Offiziers-, Unteroffiziers- und Fortbildungstagen

ausserhalb der Schicht:

Schwerpunktthemen, die während der

Wochenausbildung in der Schicht

schlecht oder gar nicht ausgebildet werden

können (z.B. Tunneleinsätze, Altstadtbrände,

Wasserrettungen etc.)

••

an Kadertagen Front: halbjährliche

Ganztagesveranstaltung der Offiziere

von Feuerwehr & Zivilschutz, der Sanität,

von Einsatz & Prävention und der

HFRB; am Vormittag jeweils interdisziplinäre

Arbeit unter der Leitung eines

Bereichs, am Nachmittag dann in der Regel

bereichsinterne Workshops

••

in angekündigten oder unangekündigten

kleineren oder grösseren Einsatzübungen:

z.B. Alarmtests Flugzeugereignis

(BF Nord), Rettungseinsatz Seilbahn Rigiblick

(BF Süd), Betankungsunfall an

einem Dock am Flughafen (BF Nord) etc.

••

an mehrtägigen Kursen im Ausland:

momentan ein zweitägiges Training

Flugzeugbrandbekämpfung auf dem

Flughafen Shiphol (Amsterdam) und

ein dreitägiges Training Flüssigkeitsund

Gasbrände im Falck RISC (Rotterdam)

Nur schon diese – nicht abschliessende

– Aufstellung zeigt, welches Gewicht der

Fort- und Weiterbildung innerhalb der Berufsfeuerwehr

zukommt. In Zukunft wird es

darum gehen, dieses Gewicht auch bei einem

Mehrwachensystem (Standortstrategie

SRZ) und unter Einbezug der Milizfeuer-

Patrick Sauzet, Andreas Lochmeier, Peter

Wullschleger und Jan Bauke vor dem Flugfeldlöschfahrzeug

am Flughafen Zürich.

Peter Wullschleger, Kommandant

Feuerwehr & Zivilschutz

••

Ausbildung: Studium Militärwissenschaften,

Betriebswirtschaft,

Verwaltungsmanagement

••

Feuerwehr: Seit zehn Jahren Kommandant

der Berufs- und Milizfeuerwehr

Zürich und Flughafen Zürich,

seit zwei Jahren Feuerwehrinspektor-Stellvertreter

des Kantons Zürich

••

Zivilschutz: Kommandant ZSO

Zürich

••

Polizei: Polizeioffiziersausbildung,

Instruktor/Coach «Pool Gesamteinsatzleiter

Polizeidepartement

Stadt Zürich»

••

Armee: Berufsoffizier Artillerie,

Milizoffizier, Chef Operationen der

Ter Reg 4, Oberst im Generalstab

Dr. Jan Bauke, Abteilungsleiter

Berufsfeuerwehr Stadt Zürich

••

Ausbildung: Studium Theologie,

anschliessend an der Universität

gearbeitet

••

Feuerwehr: Einstieg in Milizfeuerwehr,

Kommandant, kantonaler Instruktor,

2006 Einstieg in die Berufsfeuerwehr

Flughafen, nach

Fusion Abteilungsleiter der Berufsfeuerwehr

Nord, Wechsel als Abteilungsleiter

zu Berufsfeuerwehr

Süd, Stellvertretender Kommandant

Feuerwehr & Zivilschutz

Andreas Lochmeier, Abteilungsleiter

Berufsfeuerwehr Flughafen

Zürich (Nord)

••

Ausbildung: Berufslehre Bauzeichner,

Pilotenlizenz

••

Feuerwehr: Einstieg in Milizfeuerwehr,

Chemiewehroffizier, als Soldat

zur Berufsfeuerwehr Flughafen

Zürich, heute Abteilungsleiter, Instruktor

GVZ

Patrick Sauzet, Abteilungsleiter Milizfeuerwehr

& Zivilschutz

••

Ausbildung: Berufslehre Elektromonteur,

arbeitete als Verkaufsleiter

bei Siemens

••

Feuerwehr: Einstieg in Milizfeuerwehr,

Stützpunktfeuerwehrkommandant,

heute leitet er ein Korps

von 370 AdF

••

Zivilschutz: Leitung des Korps

(2100 Angehörige)

••

Armee: Militärrichter


40

Organisation

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

wehr und des Zivilschutzes aufrechtzuerhalten,

wenn nicht sogar auszubauen.

Ausbildung Milizfeuerwehr

Nicht immer genügt in der Stadt Zürich der

Einsatz der Berufsfeuerwehr von SRZ. Gerade

bei grossen, lange dauernden Feuerwehreinsätzen

oder bei Grossanlässen wie

der «Street Parade», dem «Züri Fäsch

oder dem «Silvesterzauber» ist die Verstärkung

durch die Milizfeuerwehr sehr wichtig.

Vermehrt erfolgen auch die Ersteinsätze

gemeinsam.

Für die möglichst einheitliche Ausbildung

der Angehörigen der Milizfeuerwehr

wurde ein Vierjahresausbildungsprogramm

erstellt. Das beinhaltet eine Abbildung des

Reglements Basiswissen mit zwölf Themenbereichen.

Jährlich werden Themenschwerpunkte

definiert, welche an den

Übungen auf allen Stufen (Offizier, Unteroffizier

und Mannschaft) behandelt werden.

Die Ausbildungsverantwortlichen aus den

Kompanien sind für die Umsetzung der

Themen- und Zielvorgaben verantwortlich.

Pro Jahr finden drei Rapporte für die Ausbildungsverantwortlichen

statt.

Ausbildung Zivilschutz

2015 hat SRZ das Zivilschutzbataillon der

Stadt Zürich umstrukturiert. Neu besteht es

aus fünf regionalen Einsatzkompanien –

Nord, Ost, Süd, West und Zentrum – und

zwei Spezialformationen (Notunterkunft

«NUK» und Logistik mit Material, Verpflegung

und Anlagen). Jede der fünf Kompanien

hat einen Mannschaftsbestand von 312

Angehörigen des Zivilschutzes (AdZS).

Die beiden Spezialformationen haben einen

Sollbestand von 110 und 413 AdZS. Die

Umstrukturierung fügt sich in die Standortstrategie

von SRZ ein.

Die fünf Regionen entsprechen den Regionen

für die geplanten neuen Wachen.

Neu sind in jeder Kompanie die Fachgebiete

Führungsunterstützung, Betreuung,

Kulturgüterschutz, Unterstützung und Logistik

vertreten. Mit dieser Umstrukturierung,

dem mobil verfügbaren Material und

der neuen Alarmierung – ausgerichtet für

den Einsatz – konnte das Ziel erfolgreich

umgesetzt werden, eine effiziente und

starke Einsatzorganisation zu formieren.

Aktiv plus, eine Dienstleistung für begleitete

Patiententransporte in Zusammenarbeit

mit dem stadtärztlichen Dienst, wird

ebenfalls durch den Zivilschutz der Stadt

Zürich sichergestellt. Pro Jahr (47 Wochen)

leisten ca. 600 AdZS ihren Dienst im Aktiv

plus. Aufgrund des Leistungsauftrags für

die Zivilschutzorganisation Zürich (ZSO

ZH), welcher der Stadtrat im Jahr 2014 verfügte,

werden jährlich ca. 8500 Fahrten absolviert.

Der Leistungsauftrag – in dem das Produkt,

die Qualität, die Quantität, die Zeitverhältnisse

und die Durchhaltefähigkeit

festgehalten sind – beinhaltet noch weitere

Punkte wie:

••

Vorbereitung auf Katastrophen- und Nothilfe

••

Einsatz bei Katastrophen- und Nothilfe

••

Führungsunterstützung

••

Kulturgüterschutz

Im Raum Zürich sind 2038 AdZS im Einsatz.

… Helikopterunfälle, …

… Einsätze in der Altstadt …


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

41

••

Betreuung (Evakuation / medizinisches

Ereignis)

••

Unterstützung

••

Logistik (Material / Anlagen / Verpflegung)

Tagesablauf, Schichtmodell, Ressorts

Berufsfeuerwehr

Die Mitarbeitenden der Berufsfeuerwehr

arbeiten im 24/48-Stundenmodell. Das

bedeutet, dass sie für 24 Stunden ausrückbereit

ihren Dienst in der Feuerwehrwache

verrichten und dann für 48 Stunden

frei haben. Dadurch dass jeder der zwei

Standorte drei Dienstgruppen hat, welche

sich in diesem Rhythmus abwechseln, ist

die Abdeckung rund um die Uhr und für

365 Tage gewährleistet. Der Mitarbeitende

kommt am Morgen um ca. 07.00

Fotos: Corinne Aeberhard, Schutz & Rettung, Markus Heinzer, Andreas Eggenberger

Uhr in die Wache an seinen Arbeitsplatz,

holt seine Einsatzausrüstung, informiert

sich auf dem Tagesplan, welche Dienstnummer

er hat, und weiss somit, auf welchem

Fahrzeug er eingeteilt ist. Danach

sucht er seinen Kollegen, der die letzten

24 Stunden diese Funktion ausgeübt hat,

und löst ihn beim Fahrzeug ab. Bei dieser

Gelegenheit werden gleich auch der Pager

und die Funkgeräte übergeben und allfällige

Infos über das Fahrzeug oder offene

Arbeiten vom letzten Einsatz weitergegeben.

Kurz darauf findet dann mit der

ganzen Mannschaft der Morgenrapport

statt. An diesem werden wichtige Informationen

über die Arbeiten und Ausbildungen

des Tages, allfällige Baustellen

auf den Ausrückachsen, Ausfälle von

Fahrzeugen und personelle Informationen

an die Mannschaft weitergegeben. Der

weitere Tag ist dann geprägt von Ausbildungen,

dem regelmässigen Sport und

Ressortarbeiten, welche immer wieder

von Alarmen und dem folgenden Ausrücken

unterbrochen werden. Jeder Mitarbeitende

ist in ein, zum Teil auch in mehrere

Ressorts eingeteilt. Unter Ressort

versteht man Arbeiten, welche zum Erhalt

der Einsatzbereitschaft der Berufsfeuerwehr

beitragen. Die Bandbreite ist sehr

vielseitig und deckt die unterschiedlichen

Fähigkeiten der Mitarbeitenden ab. So

werden zum Beispiel die Atemschutzgeräte

gewartet und geprüft, die Einsatzausrüstungen

gewaschen, Handfeuerlöscher

gefüllt und gewartet, Schläuche gewaschen,

Ausbildungsunterlagen und Einsatzpläne

erstellt, und in den Werkstätten

werden Reparaturen gemacht oder neue

Hilfsmittel kreiert.

Je nach Wochentag liegt der Schwerpunkt

mehr bei den Ausbildungen oder bei

den Ressortarbeiten. Mittag- und Abendessen

gibt es in der hauseigenen Kantine.

Nach dem Abendessen beginnt die Bereitschaftszeit.

In dieser Zeit werden im Normalfall

keine Werkstattarbeiten mehr gemacht,

ausser es muss aus der Sicht der Einsatzbereitschaft

dringend retabliert werden.

Somit kann diese Zeit für persönliche Arbeiten

oder für Sport genutzt werden, oder

es kann beim gemeinsamen TV-Schauen

die Kameradschaft gepflegt werden. Zu

später Stunde wird es auf der Wache immer

ruhiger, und die Mannschaft zieht sich für

die Nachtruhe in die Ruheräume zurück,

um vielleicht ein paar Stunden zu schlafen,

bevor mitten in der Nacht wieder ein Einsatz

geleistet werden muss.

Frühmorgens frühstückt die Mannschaft

noch gemeinsam, bevor die neue Dienstgruppe

kommt und der ganze Ablauf mit

den neuen Mitarbeitenden wieder von

vorne beginnt. f

Peter Wullschleger,

Kommandant Feuerwehr & Zivilschutz

Dr. Jan Bauke,

Abteilungsleiter Berufsfeuerwehr Stadt Zürich (Süd)

Andreas Lochmeier,

Abteilungsleiter Berufsfeuerwehr Flughafen Zürich

(Nord)

Patrick Sauzet,

Abteilungsleiter Milizfeuerwehr & Zivilschutz

… bis zu Einsätzen in der übrigen Stadt.


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118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

43

Bern

Telethon –

die Feuerwehr hilft

Am 27. April 2016 fand die Vergabe der Forschungsstipendien für die

Erforschung von Muskelkrankheiten statt. Mit dabei Martin Allenbach,

Kommandant Stellvertreter der Berufsfeuerwehr Bern, der die Schweizerischen

Feuerwehren vertrat.

Vergabe der Forschungsstipendien für die Erforschung

seltener Muskelkrankheiten.

Die Berufsfeuerwehr Bern engagiert sich anlässlich

der Aktion Telethon in Bern.

W Telethon

Der erste Telethon wurde 1988 auf

Anregung der Association de la

Suisse Romande et Italienne contre

les Myopathies (ASRIM) und der

Schweizerische Stiftung für die Erforschung

der Muskelkrankheiten

(SSEM) organisiert. Diese erste

Spendensammlung erbrachte

200 000 Schweizer Franken. Die Aktion

Telethon findet am ersten Wochenende

des Monats Dezember

statt und wird von Hunderten von

freiwilligen Helfern, Feuerwehrleuten,

Mitgliedern des Zivilschutzes,

Service- und Sport-Clubs, lokalen

Gesellschaften usw. organisiert. Telethon

Aktion Schweiz unterstützt jedes

Jahr die Muskelforschung durch

die Zusammenarbeit mit der

Schweizerischen Stiftung für die Erforschung

der Muskelkrankheiten

(SSEM). Durch die Teilnahme an Telethon-Events,

-Aktionen und -Veranstaltungen

wird auch die Muskelforschung

an schweizerischen

Universitäten unterstützt.

Späterer Mittwochnachmittag im Rathaus

Bern: Ich bin zur feierlichen Vergabe der

Forschungsstipendien für die Erforschung

seltener Muskelkrankheiten eingeladen.

Nach einem anforderungsreichen Arbeitstag

habe ich von der Alltags- in die Ausgangsuniform

der Berufsfeuerwehr Bern gewechselt

und steige die grosse Treppe zum Grossratssaal

empor. Festlich gekleidete Menschen

grüssen oder nicken mir freundlich zu.

Nach der Eröffnungsrede des Stiftungspräsidenten

Dr. Jacques Rognon werde ich

gleich nach unserem Stadtpräsidenten namentlich

begrüsst. Was geht hier ab?

Vertretung der Schweizer Feuerwehren

Zu den ersten Klängen des Kammermusikduos,

das den feierlichen Anlass umrahmt,

macht es plötzlich Klick in meinem Hinterkopf.

Ich vertrete ja hier die Schweizer Feuerwehren,

die mit ihrem ehrenamtlichen

Einsatz jeweils am ersten Dezemberwochenende

– am Telethon – über 1,2 Millionen

Franken für die Stiftung zur Erforschung

von Muskelkrankheiten sammeln.

Über 350 Veranstaltungen werden durchgeführt,

wobei leider die Deutschschweiz nur

mit 14 vertreten ist, wie die grafische Verteilung

der Aktivitäten auf der eingeblendeten

Schweizer Karte eindrücklich zeigt.

In den nächsten Minuten folge ich beeindruckt

den Präsentationen der Forschungsstipendien.

1,1 Millionen Franken, also fast

alles gesammelte Geld, wird an sieben Forscher

respektive Forschungsteams verteilt,

die sich den gewaltigen Herausforderungen

stellen, Menschen mit seltenen Krankheiten

ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.

Würde der Telethon darum nicht auch in

der Deutschschweiz am ersten Dezemberwochenende

2016 mehr Engagement verdienen?

Wir Stadtberner sind dabei, Sie

auch?

f

Fotos: zVg

Martin Allenbach,

Kommandant Stv. BF Bern


44 Organisation Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Betriebsfeuerwehren des VBS

Schutz für Bunker

und Bauten

Zum Schutz ihrer Immobilien, Tankanlagen und unterirdischen Anlagen

betreibt die Schweizer Armee landesweit eigene Betriebsfeuerwehren.

Eine enge Kooperation mit den jeweiligen Ortsfeuerwehren ist den Verantwortlichen

sehr wichtig.

Vorbereitung für die Grossübung im Bereich St. Luzisteig

im Jahr 2014. Gleich mehrere Kräfte des Militärs

und von ziviler Seite übten hier Hand in Hand.

Die Betriebsfeuerwehren des Eidgenössischen

Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz

und Sport VBS sorgen für die

Sicherheit an den zahlreichen Standorten des

Departements. Die Angehörigen der Betriebsfeuerwehren,

die sich ausschliesslich

aus Mitarbeitenden des VBS rekrutieren, arbeiten

mit derselben Professionalität und

Ernsthaftigkeit, wie die zivilen Feuerwehrkorps,

mit denen sie auch kooperieren. Bei

einem Brandereignis während der Arbeitszeit

in einem Armeelogistikcenter oder einem

Aussenstandort wird die eigene Betriebsfeuerwehr

aufgeboten. Diese ist mit

Mannschaft, Fahrzeugen und Ausbildung

bestens auf solche Fälle vorbereitet. Die Aufgaben

der Betriebsfeuerwehr des VBS sind

vielfältig: Bei einem Brand gilt es, diesen als

erstes Interventionselement zu bekämpfen.

Zusammenarbeit erfolgt Hand in Hand

Bei Bränden, die die zivile Feuerwehr zuerst

löscht (zum Beispiel in der Nacht),

stellt die Betriebsfeuerwehr die Durchhaltefähigkeit

sicher und löst die zivilen Kollegen

ab.

Bei unterirdischen und klassifizierten

Anlagen interveniert nur die Betriebsfeuerwehr.

Organisiert sind die Betriebsfeuerwehren

in den Armeelogistikcentern und

damit in der Logistikbasis der Armee. Zur

Bereitstellung, Rücknahme und Instandhaltung

von Einsatz- und Ausbildungsmaterial

für die Truppe betreibt die Schweizer Armee

landesweit fünf Armeelogistikcenter

(ALC). Diese verfügen wiederum über

zahlreiche Aussenstellen sowie Vorortlager,

Munitionsdepots, Tankanlagen und unterirdische

Anlagen. Die ALC sind unter anderem

für den Betrieb und Unterhalt der

Immobilien der Armee, das sogenannte

technische und infrastrukturelle Gebäudemanagement,

verantwortlich. Insgesamt

werden rund 25000 Infrastrukturobjekte

durch die Armee gehalten. Zum Schutz der

Armeeimmobilien, die über keine Gebäudeversicherung

wie im Zivilleben verfügen,

und aufgrund der besonderen Gegebenheiten

der zu schützenden Bauten und Objekte,

betreiben die Armeelogistikcenter eigene

Betriebsfeuerwehren. Diese haben innerhalb

der Abschnittsgrenzen, also der Gebiete,

für die ein ALC zuständig ist, mehrere

Standorte.

Das VBS betreibt die folgenden fünf Armeelogistikcenter:

••

ALC Grolley (FR)

••

ALC Thun (BE)


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

45

W Unfälle mit gepanzerten

Radfahrzeugen der Armee

Auch der Schweizerische Feuerwehrverband

führt mit Unterstützung des

VBS, das Infrastruktur, Material und

Instruktoren zur Verfügung stellt,

solche Kurse durch.

Die nächsten Kurse finden im

Ja nuar 2017 auf dem Waffenplatz

in Thun statt.

Weitere Infos siehe:

Tanklöschfahrzeug auf Mercedes-Benz Unimog mit

Aufbau von Vogt. Diese Fahrzeuge eignen sich besonders

für Einsätze im Gelände. Das abgebildete

Exemplar ist in Mels stationiert.

••

ALC Othmarsingen (AG)

••

ALC Monteceneri (TI) (mit Schadenwehr

Gotthard)

••

ALC Hinwil (ZH)

Zur Verdeutlichung der Strukturen sei

hier das Armeelogistikcenter Hinwil (ZH)

stellvertretend herangezogen. Es ist organisatorisch

und operativ für die Kantone

Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen,

Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden,

Glarus und Graubünden zuständig.

Aufgrund der Grösse des Gebietes ist

die Betriebsfeuerwehr des ALC Hinwil in

die Bereiche Nord und Süd aufgeteilt, denen

mehrere Löschzüge und Löschgruppen

angehören. Der Unterschied in dieser Einteilung

ist personell und materiell begründet.

Insgesamt verfügt die Betriebsfeuerwehr

über 164 Kräfte (Führungs- und

Stabspositionen eingeschlossen), die unter

der Leitung von Major Thomas Brügger als

Kommandant Betriebsfeuerwehr und Leiter

Brandschutz des Armeelogistikcenters

Hinwil stehen und ihre Feuerwehrtätigkeit

im Nebenamt ausführen. Konkret stehen

folgende Löschzüge und Löschgruppen bereit

(Mannschaftsstärke in den jeweiligen

Klammern genannt):

Bereich Nord (82)

••

Löschzug Hinwil, Kanton Zürich (32)

••

Löschzug Dübendorf, Kanton Zürich

(15)

••

Löschgruppe Kloten/Bülach, Kanton Zürich

(13)

••

Löschgruppe Bronschhofen, Kanton

St. Gallen (14)

••

Löschgruppe Frauenfeld, Kanton Thurgau

(8)

Bereich Süd (82)

••

Löschzug Chur, Kanton Graubünden

(15)

••

Löschzug Mels, Kanton St. Gallen (20)

••

Löschgruppe St. Luzisteig, Kanton

Graubünden (10)

••

Löschgruppe Walenstadt, Kanton

St. Gallen (10)

••

Diverse, Kanton Graubünden (27)

Die Löschzüge und Löschgruppen sind

für den Schutz der militärischen Bauten

und Objekte in ihrem Bereich zuständig.

Dies betrifft sowohl oberirdische Anlagen

(etwa Gebäude) als auch unterirdische Anlagen.

Der Brandschutz an oberirdischen

Anlagen und Standorten wird von Montag

bis Freitag von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr

durch die Betriebsfeuerwehr sichergestellt,

ab 17.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen

erfolgt die erste Intervention durch die

zivile Feuerwehr, die im Einsatzfall von den

Kräften der Betriebsfeuerwehr abgelöst

wird. Unterirdische Anlagen, also Bunker

und Anlagen in den Bergen, liegen alleine

im Aufgabenbereich der Betriebsfeuerwehr

und der ALC. Eine Notintervention bei belegten

unterirdischen Anlagen durch zivile

Einsatzkräfte ist sichergestellt.

AS-Kommunikationssystem

Für den Einsatz in solchen unterirdischen

Anlagen verwendet die Betriebsfeuerwehr

ein Atemschutz-Kommunikationssystem

(AS-Komsys), mit dem eine Kommunikation

mittels Kabel auch über längere Entfernungen

für die Atemschutzträger sichergestellt

werden kann. Normale Kommunikationsmittel

der Feuerwehr versagen

aufgrund der Abschottung gewöhnlich nach

rund 100 Metern und sind somit nicht einsetzbar.

In Mels und Chur transportiert ein

Modulfahrzeug auf Basis Mercedes-Benz

Sprinter dieses AS-Komsys. Ebenso ist das

Fahrzeug mit Langzeitatemschutzgeräten

ausgestattet.

Gemeinsame Nutzung von Sondergerätschaften

der Armee

Die Betriebsfeuerwehren der Armeelogistikcenter

verfügen jedoch auch über weitere

Sondergerätschaften, die bei Bedarf von

den Ortswehren zur Unterstützung angefordert

werden können. Hierzu zählen beispielsweise

die Wassertransportkomponente

an den Standorten Mels und Chur, die

mittels Wechselladerfahrzeug zum Einsatzort

gebracht werden. Für die Wasserversorgung

bei Grossbränden sowie für den Wassertransport

über lange Wegstrecken befinden

sich auf dem WEBRAB je zwei

Schlauchhaspeln mit 1505 Metern 110er-

Schlauchmaterial. Dieses wird bei langsamer

Fahrt verlegt, wofür eine Einsatzkraft

von einem seitlichen Podest aus das Abrollen

kontrolliert und beschleunigt oder verlangsamt.

Auch mobile Wasserbassins zählen

zur Ausrüstung. Um sicherzustellen,

dass auch schwere Lastwagen die Schläuche

überfahren können, werden Schlauchbrücken,

die eine Achslast von fünf bis acht


46 Organisation Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Fuhrpark der Betriebsfeuerwehr Emmen. Er ist auf

die speziellen Aufgaben der Militärfeuerwehr ausgelegt

und wird fortlaufend erneuert.

Tonnen tragen können, mitgeführt. Ergänzend

zu diesem System hält das Militär

auch Motorspritzen mit einer Förderleistung

von 4000 Litern pro Minute («Motorspritze

Typ 4») vor.

Mehrfach vorhanden sind bei den Betriebsfeuerwehren

Fahrzeuge der Transporterklasse,

die als Modulfahrzeuge und Ersteinsatzfahrzeuge

Verwendung finden. Diese

werden vielfach durch Motorspritzen ergänzt,

ebenso sind Tanklöschfahrzeuge an

den Standorten anzutreffen. Im Falle des

ALC Hinwil sind fünf Tanklöschfahrzeuge

auf Mercedes-Benz Unimog U 5000 vorhanden.

Der Löschwassertank der Fahrzeuge

fasst 3000 Liter. Aufgrund ihrer sehr

guten Geländeeigenschaften können die

Unimog gerade bei Einsätzen im unwegsamen

Gelände, etwa bei Waldbränden, von

Vorteil sein.

Kooperation Armee mit zivilen Organisationen

wird in der Praxis gelebt

Die TLF sind bei den Löschzügen Chur und

Mels, der Löschgruppe St. Luzisteig und

bei den Ortsfeuerwehren Elm (GL) und

Rheinwald (GR) stationiert. Hier wird deutlich,

dass eine Kooperation der Schweizer

Armee mit den zivilen Organisationen keineswegs

nur theoretisch ist, sondern in der

Praxis gelebt wird. Die Feuerwehren Elm

und Rheinwald können die Unimog regulär

nutzen und für sämtliche zivilen Feuerwehraufgaben

einsetzen. Gleichzeitig übernehmen

sie damit den Brandschutz für militärische

Einrichtungen in ihrem Bereich

wie beispielsweise Schiessplätze und werden

im Ereignisfall durch die Betriebsfeuerwehren

unterstützt. Ein weiteres Beispiel

für den guten Kontakt zwischen Armee und

Ortsfeuerwehren ist das TLF auf Unimog

der Feuerwehr in Maienfeld (GR). Dieses

Fahrzeug wurde nach seiner Ausserdienststellung

bei der Betriebsfeuerwehr an die

genannte Ortsfeuerwehr abgegeben, wo es

heute gute Dienste leistet. Regelmässige

Übungen der Betriebsfeuerwehren mit benachbarten

Ortsfeuerwehren werden durchgeführt.

Darüber hinaus finden von Zeit zu

Zeit auch Grossübungen statt, die dem Training

von Einsatztaktiken und der Kommunikation

dienen. So fand im Mai 2014 eine

Einsatzübung an der Landesgrenze zwischen

der Schweiz und dem Fürstentum

Liechtenstein statt.

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118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

47

1985: Grossbrand weist Weg

zu heutigen Strukturen

Im Bereich des Armeestandortes St. Luzisteig

kam es am 5. Dezember 1985 zu einem

der spektakulärsten Grossbrände in der

Geschichte der Schweiz. An diesem Tag

fand ein Übungsschiessen mit rund 50 Armeeangehörigen

statt. Um 15.15 Uhr informierte

eine Zivilperson den Feuerwehrkommandanten

von Balzers (FL) über eine

starke Rauchentwicklung im Bereich über

Andstein. Starker Föhn und Grasdürre boten

beste Voraussetzung für das Ausbreiten

eines Brandes. In der Nacht vom 5. auf den

6. Dezember 1985 standen schliesslich

581 Kräfte aus Liechtenstein und der

Schweiz im Einsatz. Bis zum 10. Dezember

dauerte die Brandbekämpfung, am

Ende waren über 110 Hektar grösstenteils

dicht gewachsener Fichten- und Föhrenwald

vernichtet.

Um ein solches Ereignis künftig zu verhindern,

wurde daher die binationale Einsatzübung

durchgeführt, die in den Medien viel

Dieser Wechsellader zählt zur Wassertransportkomponente

Mels. Zwei Haspeln mit je 1500 Metern

sind verlastet.

Eines der Übungsziele der Waldbrandübung 2014

war die Zusammenarbeit der Kräfte am Boden und

in der Luft. Rückblickend beurteilen die Verantwortlichen

diese Übung als sehr erfolgreich.

Beachtung fand. Übungsinhalt war ein verunglückter

Transporter im Wald, der Feuer

fing, das sich auf den Wald ausbreitete.

Fotos: Urs Weber, VBS, ALC Hinwil


48

Organisation

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Gleichzeitig waren Personen im Transporter

eingeklemmt, die es zu befreien galt. 250 AdF

aus Liechtenstein und der Schweiz wurden

aufgeboten. Auch zwei «Super Puma»-Militärhelikopter

mit Aussenlastbehältern wurden

in die Übung integriert, die vom damaligen

Ausbildungschef Süd der Betriebsfeuerwehr

ALC Hinwil, Johannes Tanner, geplant

wurde. Zur optimalen Auswertung wurde die

Grossübung gefilmt und dokumentiert.

Übrigens: Das erwähnte TLF, das der

Bund an die Feuerwehr Maienfeld abgegeben

hat, wurde im Jahr 1987 als eine Konsequenz

aus dem Waldbrand in St. Luzisteig

angeschafft.

Wie aber läuft es konkret im Ereignisfall

ab? Die lokalen Feuerwehren sind über die

Bauten des Militärs in ihrem Einsatzbereich

informiert. Die alarmierten Kräfte der zuständigen

Betriebsfeuerwehr, Angestellte

der Armee, die in den ALC arbeiten, besetzen

die Fahrzeuge direkt oder rücken ausserhalb

der Arbeitszeit vom Wohnort aus

zum ALC-Feuerwehrdepot ein. Von dort aus

begeben sie sich dann an die Schadensstelle.

Vielfältige Einsatzszenarien

Dabei sind nicht nur Brände und Naturkatastrophen

mögliche Szenarien für den Einsatz

der Betriebsfeuerwehren, sondern auch

Unfälle mit Militärfahrzeugen. Aus diesem

Grund wurden etwa in Mels in der Vergangenheit

auch Schulungen mit zivilen Kaderkräften

zur Strassenrettung mit gepanzerten

Fahrzeugen und der Bergung von

Munition durchgeführt. Neben dem abwehrenden

Brandschutz zählt auch die Prävention

zu den Aufgaben der Feuerwehr. Freigehaltene

Fluchtwege, das Einhalten von

Rauchverboten, ein sorgsamer Umgang bei

der Lagerung von Gütern und Stoffen aller

Art sind gerade in sensiblen militärischen

Bereichen von besonderer Bedeutung. Entsprechend

wird auf die Einhaltung entsprechender

Vorgaben durch die Verantwortlichen

grosser Wert gelegt.

Aufgenommen in die Betriebsfeuerwehr

des VBS werden interessierte und motivierte

VBS-Angestellte zwischen 18 und

58 Jahren, die aus ärztlicher Sicht tauglich

sind und ihre Probezeit bei der Armee bestanden

haben. Die Grundausbildung der

angehenden Einsatzkräfte wird während

der Arbeitszeit absolviert. Übungsdienste in

der Freizeit sind besoldet. Während die

Grundausbildung intern durchgeführt wird,

erfolgt die Kaderausbildung gemeinsam

mit zivilen Feuerwehren.

f

Urs Weber

W Interview mit Caspar Zimmermann, stv. Chef Kommunikation, Logistikbasis der Armee

W Caspar Zimmermann, welche strategische

Bedeutung haben die Armeelogistikcenter

für die Armee?

Caspar Zimmermann: Die Aufgaben

der Armeelogistikcenter Othmarsingen,

Hinwil, Thun, Monteceneri und

Grolley sind, das Einsatz- und Ausbildungsmaterial

für die Truppe bereitzustellen,

zurückzunehmen und

instand zu stellen. Den Armeelogistikcentern

sind zahlreiche Aussenstellen,

Vorortlager sowie unterirdische

Anlagen zugeteilt. Zudem

gehören zu den Aufgaben der Armeelogistikcenter

die Bereitstellung,

der Betrieb und der Unterhalt der Immobilien

der Armee (technisches

und infrastrukturelles Gebäudemanagement).

Die Logistikbasis der Armee

beschäftigt in der Verwaltung in

Bern und den fünf Armeelogistikcentern

rund 3400 Mitarbeitende.

Caspar Zimmermann, stv. Chef Kommunikation,

Logistikbasis der Armee, stand Rede und Antwort.

W Seit wann gibt es die Armeelogistikcenter

in der heutigen Form und

haben sich diese nach aktuellem

Stand bewährt?

In der heutigen Form bestehen die

fünf Armeelogistikcenter seit 2010.

Davor, seit 2006 war die Logistik der

Schweizer Armee in fünf Logistikcenter

und sechs Infrastrukturcenter organisiert.

Die ALC der Logistikbasis

der Armee unterstützen die Truppe

in ihrem Raum zuverlässig für Ausbildung

und Einsatz.

W Wie viele Feuerwehren und wie viele

Feuerwehrkräfte gibt es insgesamt

in den Armeelogistikcentern in der

Schweiz?

Schweizweit sind knapp 920 Mitarbeitende

des VBS im Nebenamt in

eine Betriebsfeuerwehr eingegliedert.

W Können Sie sagen, was die Feuerwehren

die Armeelogistikcenter heute

kosten?

Die Kosten für den Betrieb der Betriebsfeuerwehren

können nicht genannt

werden, da es sich um Eigenleistungen

handelt. Im Jahr 2015

waren es rund 19 900 geleistete

Stunden zugunsten der Betriebsfeuerwehren,

im Jahr 2014 waren es

20 400.

W Nach eigenen Angaben ist für die

ALC-Feuerwehren der Kontakt mit zivilen

Feuerwehren sehr wichtig. Wieso

legt die Armee hierauf Wert?

Um eine Orts- und Gebäudekenntnis

sicherstellen zu können, werden mit

den zivilen Feuerwehren Kaderübungen

durch die entsprechenden Kommandanten

der Betriebsfeuerwehren

durchgeführt. Zudem wird im Ernstfall

Hand in Hand gearbeitet.

W Von Zeit zu Zeit werden Grossübungen

im Zusammenspiel mit zivilen

Feuerwehren durchgeführt. Ein

spektakuläres Beispiel war die vor

zwei Jahren durchgeführte Übung im

Bereich St. Luzisteig. Welche Erkenntnisse

und vielleicht auch Konsequenzen

wurden aus dieser Übung gezogen?

Eine grosse Erkenntnis war, dass

der Wassertransport mit grossen

Mitteln, wie sie bei den Betriebsfeuerwehren

eingesetzt werden, ein voller

Erfolg ist.

W Wie werden solche Übungen von

der Bevölkerung gesehen? Erreicht

Sie Kritik, oder spüren Sie eher Anerkennung

für die Arbeit der Feuerwehren?

Über die genannte Übung berichtete

die Lokalpresse umfassend und

wohlwollend.


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

49

Die Bienen schwärmen

Das schöne Wetter hat dazu geführt,

dass die Berufsfeuerwehr Bern immer

wieder unterwegs ist, um Bienenschwärme

einzufangen. So gingen

alleine in den beiden letzten Tagen

34 Einsätze auf das Konto der Bienen.

Auch zurzeit ist die Mannschaft mit

dem Kleinalarmfahrzeug unterwegs.

Das aktuell schöne Wetter hat dazu geführt,

dass die Bienen vermehrt schwärmen.

Zahleiche Hinweise über Bienenschwärme

gehen aus der Bevölkerung

bei der Berufsfeuerwehr Bern ein. An

den Tagen des 22. und 23. Juni 2016

ist die Feuerwehr denn auch zu insgesamt

34 Einsätzen ausgerückt. Meist

sind die Feuerwehrmänner in den weissen

Overalls mit dem Kleinalarmfahrzeug

unterwegs. Befindet sich ein

Schwarm mehrere Meter über Boden,

rückt ebenfalls die Autodrehleiter aus.

Die Berufsfeuerwehr übergibt die Bienenschwärme

der zentralen Beobachtungsstation,

die sich gleich hinter dem

Feuerwehrstützpunkt befindet. Hier

kümmern sich Spezialisten des Vereins

Schwarmsammelstelle Region Bern um

die Völker. Mit Labortests unter Aufsicht

des kantonalen Veterinärdienstes

werden die Bienen auf ihren Gesundheitszustand

geprüft. Nach einer Quarantänezeit

von mindestens gut dreissig

Tagen werden die nach den Richtlinien

für Bioimker gepflegten Völker

interessierten Imkern abgegeben. f

Franz Märki, Leiter Kommunikation,

Berufsfeuerwehr der Stadt Bern

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50 Technik Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Eine clevere Erfindung für die Rettungsdienste

Der Hund, der beste Freund des

Menschen – was aber, wenn …

Fotos: Michael Werder

Bekanntlich ist der Hund der beste Freund des Menschen. Dies gilt allerdings

nur, solange niemand unbefugt sein Revier betritt, eine Situation,

in die im Einsatz befindliche Angehörige von Rettungsorganisationen

aber immer wieder geraten. Jurassische Studierende haben ein

Gerät entwickelt, das Angehörigen der Sanität, der Feuerwehr oder der

Polizei behilflich sein kann, wenn diese zur Rettung von Hundebesitzern

gerufen werden. Erläuterungen.

Solange man sie nicht provoziert, sind

Hunde grundsätzlich nicht aggressiv. Wie

alle Tiere haben sie aber einen Lebensraum,

den sie als ihr Territorium ansehen. Und

wie alle Tiere verteidigen sie dieses Revier.

Sobald ein tierischer oder menschlicher

«Eindringling» die Grenzen dessen überschreitet,

was der Hund als sein Zuhause

ansieht, kann die (normale) Reaktion des

Tieres durchaus gewalttätig ausfallen. Was

aber, wenn es die Umstände erfordern, dass

Angehörige der Sanität, der Feuerwehr oder

der Polizei im Rahmen ihrer Arbeit in das

Revier eines Hundes eindringen müssen?

Hier ist die Lösung.

Zugang versperrt

Aus der Notrufzentrale kommt folgende

Meldung: «Rauch entweicht aus einer Villa

in der Rue de la Gare 5». Umgehend rückt

die Feuerwehr zur angegebenen Adresse

aus. Bei ihrem Eintreffen werden die AdF

von einem Hund empfangen, der sich im

Garten der Villa aufhält und niemanden eintreten

lässt. Was tun? Mit ihm reden und ihn

streicheln?

Anderes Beispiel: Angehörige des Sanitätsdienstes

werden zu einer auf offener

Strasse kollabierten Person gerufen. Bei ihrem

Eintreffen finden die Sanitäter einen

Mann vor, der bewusstlos auf dem Gehsteig

liegt, neben ihm wacht ein Hund von beachtlicher

Grösse, der niemanden in die

Nähe seines Herrchens lässt. Was tun? Den

Hund mit Leckerli ablenken?

W «Lässt sich das Tier

nicht besänftigen, kommt

der DogAway zum Einsatz.»

Harmlose, aber wirksame

Abschreckung

Wenn jeglicher Versuch der Kontaktaufnahme

und Besänftigung des Tieres scheitert,

bietet die Erfindung eines elfköpfigen

Teams von Studierenden der technischen

und kaufmännischen Berufsmaturität aus

Porrentruy (JU) wirksame Hilfe: der

DogAway.

Es handelt sich um ein kleines Gerät, das

für Hunde unangenehme Hochfrequenz-Ultraschallwellen

abgibt und von der Gruppe

im Rahmen eines Studienkurses mit dem

Titel «Entreprendre ensemble» (Gemeinsam

unternehmen) entwickelt wurde. In

diesem Kurs ist es Aufgabe der Studierenden

der beiden Studienrichtungen, gemeinsam

ein Kleinunternehmen zu gründen. Dabei

erleben sie die verschiedenen Unternehmensprozesse,

von der Erfindung über die

Herstellung bis hin zur Vermarktung eines

Produkts.

In diesem Rahmen wurde auch der Dog-

Away erdacht, konzipiert, entwickelt, zusammengebaut

und auf den Markt gebracht,

ein handliches und leicht zu bedienendes

Gerät, das auf Knopfdruck Hunde abschreckt,

ohne ihnen Schaden zuzufügen.

Ein kleines Gerät, mit dem man sich vor aggressiven

Hunden schützen kann, praktisch auch für die

Rettungsdienste.


118 swissfire.ch 8|2016 Technik

51

Instinktiv verteidigt der Hund sein Revier. Was aber,

wenn die Rettungskräfte trotzdem vorbeimüssen?

Ausgereiftes Produkt

Der DogAway ist das Ergebnis eines langen

Entwicklungsprozesses, im Laufe dessen

sich die jungen Leute mit verschiedensten

Problemen auseinandersetzen mussten. So

ging es darum, eine geeignete Ultraschallfrequenz

zu wählen und ein passendes

Kunststoffgehäuse zu konzipieren und herzustellen.

Die Designer des DogAways (Bastien

König, Jefté Zimmermann, Dylan Baconat,

Thibaut Nicoulin, Kilian Monnin, Arthur

Gerber, Jérémy Wermeille, Christelle Gigon,

Lucien Willemin, Joy Oppliger und

Thibaut Piquerez) haben letzten Endes

nicht nur die Kursaufgabe gelöst, sondern

ein ausgereiftes und funktionstüchtiges

Produkt entwickelt. Dazu haben sie eine

qualitativ hochwertige Internetseite kreiert,

auf der zahlreiche Erläuterungen zu finden

sind (www.dogaway.ch).

Der DogAway kann über diese Internetseite

sowie in zwei Sportgeschäften in Delémont

und Porrentruy erworben werden.

Das 110 Gramm schwere Gerät wird mit

einer handelsüblichen viereckigen Batterie

(im Lieferumfang enthalten) betrieben. Es

misst 8,5 × 6 × 2,2 cm und arbeitet mit einer

Ultraschallfrequenz von 25 kHz.

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Wir sind bereit. Immer.

In den Einsatzfahrzeugen

Der DogAway hat in etwa die Grösse einer

Zigarettenschachtel und passt problemlos

in jede Hemdtasche beziehungsweise kann

dank seiner Haltevorrichtung an jedem

Gürtel befestigt oder einfach in den Einsatzfahrzeugen

mitgeführt werden.

Auf Knopfdruck gibt der DogAway einen

Hochfrequenzton ab, der für den Hund

unangenehm ist, vom Menschen aber nicht

wahrgenommen wird. Aggressive Hunde

werden abgeschreckt, ohne dass ihnen

Schaden zugefügt wird. Eine grüne LED-

Leuchte gibt Auskunft über den Ladestatus

und die korrekte Funktionsweise des Gerätes.

Der Hund reagiert umgehend: Entweder

bleibt er stehen oder er zieht sich zurück,

ohne dabei das geringste Anzeichen von

Schmerzen erkennen zu lassen.

Nicht nur für die Blaulichtorganisationen,

auch für Jogger, Radfahrer, Wanderer

oder für jede ängstliche Person, die sich vor

Hunden schützen will, ist der DogAway der

ideale Begleiter.

f

Michael Werder,

stellvertretender Chefredaktor

Im Normalfall sind unsere Leistungen unsichtbar. Aber jederzeit wirkungsvoll: Im Ernstfall

leitet TUS Telekommunikation und Sicherheit Alarmmeldungen blitzschnell an die

Alarm empfangsstellen weiter. Über unsere georedundanten Rechenzentren funktioniert die

Alarmübermittlung sicher, zuverlässig und schweizweit flächendeckend. Selbst dann,

wenn weite Gebiete von einem Stromausfall betroffen sind. Dafür bürgen unsere Produkte

und Dienstleistungen, die wir unter dem Namen alarmNET in einem starken Komplettpaket

bündeln: beruhigende Sicherheit für unsere Kunden – überall und rund um die Uhr.

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Hawle – Qualiät die verbindet

Publireportage

Was als regionaler Handelsbetrieb

begann, ist heute ein

schweizweit führender und relevanter

Partner für die erfolgreiche

Entwicklung der Gas­ und

Wasserversorgung im Land. Die

Hawle Armaturen AG aus Sirnach

gehört mit den übrigen Firmen

der hawle suisse zu den innovativsten

Unternehmen der

Branche.

Der Grundstein für die heutige

Hawle Armaturen AG in Sirnach

wurde 1948 von Engelbert Hawle

in Österreich gelegt. Gut 20 Jahre

später erschloss sein Sohn Heinz

Hawle den Schweizer Markt mit

qualitativ hochstehenden Armaturen

in der Gas- und Wasserversorgung.

Die anspruchsvollen

Schweizer Installateure erkannten

sehr schnell die Vorzüge der

typisch blauen Hawle-Produkte.

Vor allem die korrosionsfeste

Oberflächenbeschichtung war

ein Novum in der Schweiz. Bis

1986 fungierte das Unternehmen

als reiner Handelsbetrieb in Wil,

dann wurde 1986 ein eigener

Produktionsbetrieb in Sirnach eröffnet.

Bekenntnis zum Produktionsstandort

Schweiz

In den folgenden Jahren wurde

der Betrieb jährlich optimiert und

das Lager aufgrund der steigenden

Nachfrage auf 4000 Palettenplätze

erweitert. Ende 2013

konnte der Neubau in Sirnach,

mit zertifiziertem Schweissbetrieb

im Bereich Rohrleitungsund

Anlagenbau, eingeweiht

werden – ein weiterer Meilenstein

in der Erfolgsgeschichte der

Hawle Armaturen AG. Hinter der

Produktionsstätte in Sirnach steht

ein klarer Entscheid für den Produktionsstandort

Schweiz. Um

den hiesigen Normen und Standards

gerecht zu werden, werden

Hawle Produkte in Sirnach produziert

und mit dem Gütesiegel

«Hawle-Suisse» gekennzeichnet.

Dieses steht ebenfalls für die Garantie-

und Gewährleistung in

der Schweiz. Der duktile Rohguss

erfolgt in der firmeneigenen Giesserei

in Deutschland. Da die

Wertschöpfung nahezu ausschliesslich

bei Hawle ist, gewähren

wir folglich auf Armaturen,

Formstücke und Regelventile

5 Jahre Garantie.

Hawido AG

Die Hawido AG hat Ihren Sitz

ebenfalls in Sirnach und ist spezialisiert

auf Regelventile für

Druck- und Durchflussregelungen

im Trinkwasserbereich. Hohe

Funktionalität, Langlebigkeit und

Sicherheit sind typische Eigenschaften

aller Hawle-Produkte,

die selbstverständlich auch für

das Sortiment der Regelventile

gelten. Ergänzend wird ein bedarfsgerechter

Unterhaltsservice

angeboten. Regelmässige Funktionskontrollen

und Reinigungen

sind Aufgabe der entsprechenden

Service-Teams. Sie garantieren

den störungsfreien Betrieb der

Trinkwasserversorgungen. Die

Hawido AG ist mit ihren Produkten

und den zugehörigen Serviceleistungen

international tätig.

Menschen prägen

das Unternehmen

Die Hawle Armaturen AG und

die Hawido AG leisten einen

wichtigen Beitrag zur Sicherheit

der Gas- und Wasserversorgung

im In- und Ausland. Wichtige

Produktinnovationen kommen

aus Sirnach, zum Beispiel die neu

lancierte Hawle-Einbaugarnitur –

die per Klick auf die Absperrarmatur

montiert werden kann und

weitere überzeugende Vorteile

hat.

Diesen langjährigen Erfolg verdanken

wir, neben unseren Kunden

und Partnern, unserem Team,

welches das erforderliche Wissen

mitbringt und mit Herzblut die

Arbeit motiviert erledigt.

Bleibende Werte erhalten, Neues gestalten!

Publireportage

Im Frühjahr 2015 durften wir Ihnen

unsere brandheissen Feuerwehrgürtel

mit gravierten und gelaserten

Schnallen, aus Schweizer

Produktion, vorstellen. In der

Zwischenzeit haben wir unser

Sortiment erweitert und ergänzt.

Die gravierten Schnallen mit Ledergürtel

sind in den Breiten von

30, 35, und 40 mm erhältlich.

Die gelaserten Koppelschnallen

mit Stoffgürtel in den Breiten 35

und 40 mm. Die Schnallen erhalten

Sie graviert oder gelasert mit

Ihrem eigenen Logo oder mit den

Standardmotiven 1 – 6. Mit den

zusätzlichen Breiten ist der Tragekomfort

für alle Tenues gewährleistet.

Neu im Sortiment der Wandkalender.

Diesen Wandkalender

können Sie mit Ihren eigenen Bildern

gestalten. Ein ideales Geschenk

für AdF, Behörden,

Freunde, etc. Für den Wandkalender

2017 nehmen wir Ihre Bestellungen

ab sofort entgegen.

Weitere Informationen auf unserer

Webseite www.derschuhmacher.ch

oder rufen Sie mich an.

Ihr

Laszlo Rudi

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118 swissfire.ch 8|2016 Aus den Feuerwehren

53

Aargau

Fricktal (AG)

Einsatz wegen Acetylenbrand

statt Grillabend

Der Acetylenaustritt bewirkte eine Kettenreaktion von Folgeschäden

mit Chemikalienaustritt und löste einen Grossalarm

aus: Bei der geheimen Alarmübung beim Gashersteller Carbagas

im Sisslerfeld (aargauisches Fricktal) waren vier Feuerwehren

bei extremer Hitze stark gefordert.

«Unser Sicherheitsstandard ist

sehr hoch, und der Betrieb arbeitet

seit 33 Jahren ohne Zwischenfall.

Wir besitzen eine europäische

Auszeichnung für 20 Jahre

unfallfreies Arbeiten», zeigte sich

Patrick Geiger, Betriebsleiter der

Atemraubender Einsatz: Bergen von

Verletzten in Atemschutzausrüstung.

Starke Kühlung erforderlich: Enorme

Wassermengen gefördert.

Carbagas, stolz. «Trotzdem sind

wir daran interessiert, dass auch

bei uns die Ernstfallsituation geübt

werden kann», ergänzte er.

Alarmübung mit komplexen

Teilproblemen

Walter Fiechter, aargauischer

Kreisexperte für Chemiewehren,

inszenierte im Auftrag des Amtes

für Umwelt eine Alarmübung.

Diese umfasste im Störfallbetrieb

im Industriegebiet von Münchwilen

ein paar happige Problemfelder.

Begleitet von einem verschwiegenen,

neun Personen

umfassenden Expertenteam, darunter

Kreisexperte André Baur,

hatte er ein minutiös inszeniertes

Drehbuch vorbereitet.

Enorme Hitzeentwicklung

möglich

Ausgerechnet am bisher heissesten

Sommerabend sorgte ein noch

hitzigeres Szenario für schweisstreibende

und kräftezehrende Aktivitäten

bei den nach Alarmdispositiv

involvierten vier Feuerwehrorganisationen.

Zur Feierabendzeit

beorderte der Grossalarm am

22. Juni 2016 über 100 Einsatzkräfte

der Ortsfeuerwehr Sisslerfeld,

des Stützpunktes Frick, der

Betriebsfeuerwehr Syngenta und

der Chemiewehr DSM zum Gashersteller

Carbagas. Einsatzleiter

war Mike Bosshard, Oblt bei der

Feuerwehr Sisslerfeld.


54 Aus den Feuerwehren

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Persönlichkeiten

wie Sie.

Fotos: Paul Roppel

Wegen der Chemikalienaustritte

kamen auch die im Vollschutz

agierenden Experten zur

Behebung der Leckagen, die Immissionsspürgruppe

und die Sanität

für die Dekontamination der

Patienten zum Einsatz.

Das Szenario startete mit den

Unterhaltsarbeiten an der Gasverteilungsanlage

im Trailerlager,

wo ein Hochdruckschlauch beschädigt

worden war, was zur

Entzündung von Acetylen führte.

Diese Flammen können bis zu

3000 Grad heiss werden.

400 m 2 grosser Brandherd

Über die beschädigte Leitung

entleerte sich der Trailer, und das

Feuer brachte Gasflaschen zum

Explodieren. Auch wurden weitere

Chemikaliengebinde beschädigt

und undicht. Fünf Handwerker

verletzten sich bei der Flucht

durch Chemikalien, Flammen

oder scharfe Gegenstände schwer.

«Wir überprüfen die Alarmierung

gemäss Einsatzplan, die

Schadenplatzorganisation, das

Agieren des Kaders und die Einsatzautomatismen

der Mannschaft»,

betonte Fiechter. Im Speziellen

achteten die Übungsgehilfen

darauf, ob die Feuer wehrleute

ihre Schutzausrüstungen korrekt

einsetzten und Kontakte mit Chemikalien

vermieden. Um den

supponierten 400 Quadratmeter

grossen Brandherd unter Kontrolle

zu bringen, ist ein Wasserzufluss

von 8000 Litern pro Minute

erforderlich. Die Fricker erstellten

eine zusätzliche, ein Kilometer

lange Zuleitung.

Einschränkende Bergungsmöglichkeiten:

Atemschutztrupps sind gefordert.

Enorme Wassermengen nötig

Bei einem Acetylenbrand wird

eine derart hohe Energiemenge

frei (es wird sehr heiss), dass das

in der näheren Umgebung verfügbare

Wasser der Gemeinde

Münchwilen für die simulierten

Kühlungs- und Löschzwecke

nicht mehr ausgereicht hat. Deshalb

musste gemäss Übungsbestimmung

ab einem Hydranten

bei der Firma DSM (in einer Entfernung

von 1km) eine zusätzliche

Transportleitung an den

Schadenplatz gelegt werden. Dieser

Hydrant bezieht sein Wasser

aus einem ganz anderen Löschwassersystem.

Im Ernstfall müsste

vermutlich sogar Wasser vom

Rhein, der ebenfalls ungefähr einen

Kilometer entfernt ist, an den

Schadenplatz gepumpt werden.

(Gemäss Dispositiv sind die

Stützpunktfeuerwehr Frick und

die Feuerwerh Syngenta für den

Wassertransport zuständig.)

Heisse Acetylenflaschen, ein

Gasflaschenlager, Wasserstofftrailer

und chemikalienverseuchtes

Wasser stellten weitere Teilprobleme

dar.

Nach knapp drei Stunden war

der schweisstreibende Spuk vorbei.

Zahlreiche Feuerwehrleute

kämpften mit Kreislaufproblemen

und zeigten sich erfreut über

die ersehnte Erfrischung und die

stärkende Verpflegung. f

Paul Roppel, Korrespondent AG

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist das grösste Zentrumsspital

der Schweiz. Wir betreuen die Bevölkerung rund um die Uhr von der

Grundversorgung bis zur hoch spezialisierten Medizin. Für den

Rettungsdienst suchen wir per 1. Oktober 2016 oder nach

Vereinbarung eine/n

Leiter/in Fachbereich Technik

und Logistik 80-100%

Ihr Wirkungsfeld

Sie übernehmen die operative und personelle Führung des

Fachbereiches Technik & Logistik und leiten diesen nach

fachlichen und wirtschaftlichen Grundsätzen

Sie fördern und entwickeln die kooperative Zusammenarbeit

innerhalb unseres Betriebes

Sie sind für die innovative und nachhaltige Weiterentwicklung des

Fachbereiches verantwortlich und nutzen hierfür ein nationales

und internationales Netzwerk

Sie stellen die betriebliche Umsetzung in Ihrem Fachbereich

sicher und sind Verantwortlicher bei diversen Projekten

Ihre Erfahrungen

Sie verfügen über eine technische Ausbildung oder sind dipl.

Rettungssanitäter HF mit technischer Weiterbildung und konnten

Ihre Führungskenntnisse bereits in einer ähnlichen Position unter

Beweis stellen

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Projekten bereitet Ihnen grosse Freude; Sie verfügen über

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Durch Ihren Weitblick sind Sie offen für neue Ideen und haben

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Nebst Ihren Branchenkenntnissen führen und überzeugen Sie

durch Ihre Begeisterung, Teamwork und Empathie

Ihre Perspektiven

Es erwartet Sie eine vielseitige und verantwortungsvolle Tätigkeit

in einem dynamischen und innovativen Betrieb

Als Mitglied des Leitungsgremiums haben Sie die Möglichkeit den

Rettungsdienst des LUKS aktiv mitzugestalten

Das LUKS bietet zahlreiche interne und externe

Weiterbildungsmöglichkeiten

Ihr Weg zu uns

Bitte schicken Sie Ihre schriftliche Bewerbung unter Angabe der

Kennziffer 70091 per E-Mail an hr.luzern@luks.ch oder per Post an

das Luzerner Kantonsspital, HR Abteilung, CH-6000 Luzern 16.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Manuel Wanzenried, Leiter

Rettungsdienst, Tel.: 041 205 54 52.

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118 swissfire.ch 8|2016 Aus den Feuerwehren

55

Thurgau

Märstetten

Brennbare Flüssigkeit ausgelaufen

– Person vermisst

In der Tunap AG, einer der grössten Aerosolproduktionsanlagen

der Ostschweiz, übten 65 Angehörige der Feuerwehr Märstetten-

Wigoltingen im Beisein der Gemeindebehörden den Ernstfall.

«Die Einsatzkräfte sind ruhig und zügig

vorgegangen und ich bin zufrieden mit

ihrer Arbeit», sagte der Kommandant.

Zuerst gilt es, den Gefahrenbereich

grossräumig abzusperren, anschliessend

darf dieser nur mit Atemschutz

betreten werden.

Zur jüngsten Hauptübung der

Feuerwehr Märstetten-Wigoltingen

durfte Feuerwehrkommandant

Thomas Boltshauser Gemeindepräsidentin

Sonja Wiesmann

und Gemeindepräsident

Jürg Schumacher zusammen mit

den Gemeinderäten begrüssen.

«Die Tunap AG unterliegt als

Chemiebetrieb der Störfallverordnung,

und unsere Feuerwehr

ist gemäss der Störfallverordnung

des Kantons angehalten,

alle fünf Jahre eine Übung an

diesem Objekt durchzuführen»,

betonte der Kommandant. Er

wies auf fünf Tanks hin, in denen

bis zu 1500 Liter leicht entflammbare

Flüssigkeiten gelagert

werden. Abgefüllt werden

Spraydosen für die Firma Würth,

die man allerdings an einem andern

Ort lagert.

Grossräumiges Absperren

«Im Untergeschoss läuft brennbare

Flüssigkeit aus, es brennt

nicht, eine Person wird vermisst»,

lautete die Übungsannahme.

«Für ein solches Ereignis

müsste im Ernstfall auch der

Stützpunkt Weinfelden und die

kantonale Chemiewehr aufgeboten

werden», erklärt der Kommandant.

Im Verlauf der Übung

gilt es, vorerst den Gefahrenbereich

grossräumig abzusperren

und dieser darf nur mit Atemschutz

betreten werden. «Wenns

hier brennt, kann niemand mehr

hinein, und es gilt, sich ein Bild

zu machen und die Gefahr zu erkennen»,

warnte Boltshauser und

stellte die Rettung der vermissten

Person ins Zentrum.

Zufriedenstellender Verlauf

Im Rahmen der abschliessenden

Übungsbesprechung stellte der

Einsatzleiter und Vizekommandant

Hanspeter Wasserfallen fest,

dass man bei Übungsbeginn auslaufenden

Stoff mit einer Dampferzeugung

angetroffen hatte und

eine vermisste Person gemeldet

wurde. «In einer ersten Phase

habe ich einen dreifachen Brandschutz

mit Wasser, Schaum und

Pulver und die Bergung der vermissten

Person und deren Überführung

zur Sanität angeordnet»,

erklärte der Übungsleiter. Zudem

galt es, dafür zu sorgen, dass die

geschlossenen Schieber das Auslaufen

des kontaminierten Löschwassers

verhindern. Auch die

Schalter galt es abzustellen, damit

über die Pumpen kein Löschwasser

nach aussen dringen

konnte. «Die Einsatzkräfte sind

ruhig und zügig vorgegangen,

und ich bin zufrieden mit ihrer

Anzeige

Arbeit», bilanzierte der Kommandant

die Übung. Abschliessend

besichtigten die Gemeindebehörden

die gesamte Anlage der

Tunap AG.

f

Werner Lenzin

Fotos: Werner Lenzin


56 Aus den Verbänden und Institutionen Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Solothurnische Gebäudeversicherung

Brevetierung neue

Feuerwehroffiziere

Drei Frauen und 24 Männer wurden nach der Abschlussübung

zum Feuerwehroffizier brevetiert.

Anlässlich der Abschlussübung

bewiesen die angehenden Offiziere

im Interkantonalen Feuerwehrausbildungszentrums

(ifa), dass

sie auch bei einer Temperatur von

über 30 Grad in der Lage sind,

Rettungen durchzuführen und einen

Brand schnell und effizient

zu löschen. Vor grossem Publikum

konnten die Frauen und

Männer ihr neu erworbenes Wissen

präsentieren und anwenden.

W Kursstab und die neuen Offiziere

Kurskommandant

Markus Grenacher

Kurskommandant Stv

René Fröhlicher

Klasse 1

Klassenlehrer: Daniel Arni

Evelin Senn, Balsthal; Matthias

Sigrist, Egg; Michael

Tschol, Horriwil; Manuel

Hallauer, Lostorf-Stüsslingen-Rohr;

Lars Vögtli, Nunningen;

Daniel Herzog,

Schönenwerd; Michael

Fink, Welschenrohr; Marco

Fabris, Dornach

Regierungsrätin Esther Gassler überreicht

das Diplom und befördert einen

Teilnehmer zum Offizier.

Offizierslehrgang 2016 mit den Klassenlehrern

und dem Kurskommando.

Siebeneinhalb Tage

Ausbildung

Die Ausbildung zum Offizier

dauert siebeneinhalb Tage in

Klasse 2

Klassenlehrer: André Winiger

Andreas Gerber, Härkingen;

Lukas Rippstein, Kienberg;

Marion Zingg, Luterbach;

Reto Zuber, Olten; Fabian

Hugi, Selzach; Javier Lozano,

Zuchwil

Klasse 3

Klassenlehrer: Daniel Haltinner

David Stotzer, Derendingen;

Milanko Petrovic, Holderbank;

Monika Sandmeier,

Kienberg; Ivan Milovanovic,

Reg. FW Unterer Hauenstein;

Philipp Häfliger, Selzach;

Tobias Kölliker, Bellach

Klasse 4

Klassenlehrer: Philippe Stucki

Christoph Janz, Dornach;

Bernhard Tschan, Holderbank;

Konrad Schnyder,

Kriegstetten-Halten-Oekingen;

Andreas Hänggi, Nunningen;

Dominic Wyss,

Reg. FW Untergäu; Praveen

Wyss, Subingen; Thomas

Luder, Deitingen

zwei Kursteilen. Im ersten Teil

werden die Aufgaben als Lektionshalter

vertieft und trainiert.

Für den jeweiligen Lektionshalter

ist dies nicht immer ganz einfach,

denn hier wird alles genau

angeschaut und nach einer

durchgeführten Lektion das Erlebte

von den Klassenkameraden

und vom Klassenlehrer genau

beurteilt. Kritik annehmen

und daraus für sich selber Korrekturen

ableiten, ist daher ein

wichtiger Bestandteil für die Anwärter.

Das Handwerk des Einsatzleiters

oder einer anderen Offiziersfunktion

wird im zweiten Kursteil

vermittelt. Im Gelände werden

Szenarien angenommen und

in einem Konzept beschrieben.

Ebenso wird der Übungsverlauf

geplant, und am nächsten Tag

kann dieser durch die Teilnehmer

als Übungsleiter und Einsatzleiter

bestritten werden.

Diverse Fachreferate zeigen

die Möglichkeiten der verschiedenen

Partner auf und vermitteln

viel spezifisches Wissen. Mit der

persönlichen Qualifikation durch

die Klassenlehrer erfolgt die Zielüberprüfung

der Ausbildung. Beurteilt

werden die Aspekte eigene

Persönlichkeit, Fachkenntnisse,

Sozialkompetenz, das Verhalten

während des Kurses als Teilnehmer,

die Leistungen als Lektionshalter

und die schriftliche Prüfung.

Kurskommandant und Feuerwehrinspektor

Oberst Markus

Grenacher hielt daher an der Brevetierungsfeier

fest: «Die Herausforderung

in dieser kurzen

Ausbildungszeit, Gruppenführer

zu Offizieren auszubilden, erfordert

ein enormes Engagement

von allen Beteiligten», und er bedankte

sich entsprechend.


118 swissfire.ch 8|2016 Aus den Verbänden und Institutionen

57

Die Abschlussübung forderte die

neuen Offiziere heraus.

schlossen zu haben – ich bin jedenfalls

stolz auf euch.» Gassler

erwähnte, dass diese Führungsausbildung

auch einen grossen

Nutzen im Geschäftsleben mit

sich bringt. Ein Offizier sei in der

Lage, Entscheidungen in kurzer

Zeit zu treffen und könne Krisensituationen

bewältigen. Sie be­

dankte sich bei den Familien und

Arbeitgebern für die bisherige

und künftige Unterstützung der

neuen Offiziere.

Markus Grenacher schloss die

Feier mit den Worten: «Für eure

zukünftigen Aufgaben und Tätigkeiten

als Offizier und Einsatzleiter

wünsche ich euch viel Glück,

Die Feier

Zur Brevetierungsfeier in der ifa-

Mensa durfte Grenacher zahlreiche

Familienmitglieder, Kameraden

und Freunde der Kursteilnehmer

begrüssen.

Die Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartementes

Regierungsrätin

Esther Gassler, der Direktor

der Solothurnischen Gebäudeversicherung

Alain Rossier

und zahlreiche weitere geladene

Gäste bezeugten mit ihrem Besuch

eine grosse Wertschätzung

gegenüber den Kursteilnehmern.

Die drei Frauen und die

24 Männer erhielten von Regierungsrätin

Esther Gassler ihr Diplom

und wurden gleichzeitig

zum Offizier im Range eines

Leutnants befördert. In ihrer Ansprache

hielt Gassler fest: «Sie

können stolz sein, die Offiziersausbildung

erfolgreich abgeeine

klare Linie, hohe Motivation

und ein gutes Netzwerk.» Als

Tipp für ein ausserordentliches

Ereignis rief er den Leitsatz «Stehe

still und sammle dich» in Erinnerung.


f

Andreas Häfliger,

Korrespondent SO

Fotos: Andreas Häfliger

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58 Aus den Feuerwehren Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Aargau

Eiken

Zuverlässig und

pflichtbewusst

Die Feuerwehren sind auf pflichtbewusste, zuverlässige und

kompetente Gerätewarte für den Atemschutz angewiesen:

39 Interessierte bereiteten sich während eines Fachkurses

im aargauischen Eiken auf ihre neue und verantwortungsvolle

Aufgabe vor.

Höhepunkt des zweitägigen

Fachkurses ist der Posten mit der

Fehlersuche, der wie eine Abschlussprüfung

das Erlernte praxisnahe

rekapitulieren lässt. Die

Klassenlehrer bauten fehlerhafte

Teile in die Gerätschaften ein,

welche die künftigen Gerätewarte

bei der vollständigen Geräteprüfung

aufdecken oder mit einer

systematischen Fehlersuche finden

und effizient eliminieren sollten.

An diesem Posten engagiert

sich Instruktor Andy Bussinger

besonders gerne, denn hier kann

er sein Fachwissen aus der Praxis

als Berufsfeuerwehrmann explizit

einbringen. Mit einem gewissen

Wehmut leitete er im Mai

zum siebten und letzten Mal als

Kurskommandant den zweitägigen

Fachkurs der Aargauischen

Gebäudeversicherung für Atemschutz

Gerätewarte im Zivilschutzzentrum

in Eiken. Ende

Jahr wird er seine Miliztätigkeiten

in der Feuerwehr und nach

20 Jahren seine Tätigkeit als Instruktor

beenden.

Kursinhalte

«Eine Atemschutzmaske besteht

aus rund 30 Teilen. Der daran angebrachte

Lungenautomat ist am

heikelsten und hat noch mehr

Einzelteile», erklärte der stellvertretende

Kursleiter Alex Wehrli

aus Möhlin, ein Berufsfeuerwehrmann.

So lernten die

38 Männer und eine Frau an ihrem

eigenen Gerät den Aufbau

und die Funktionsweise, das Zerlegen

und Zusammenbauen der

Gerätschaften und die Funktionskontrolle

an der eigenen Prüfstation.

Dazu gehören die Wartung

und Prüfung der Atemschutzgeräte.

Zum Job gehören ebenso die

systematische Fehlersuche, eventuelles

Reparieren und das Prüfen

der Geräte. Der Gerätewart muss

seine Kompetenzen und Pflichten

sowie die Vorschriften und Weisungen

kennen, worunter auch

die Kontrollführung der externen

Revisionsintervalle und die Wartung

gehören.

Der Verantwortung bewusst

sein

«Die Nachlässigkeit eines Gerätewartes

kann Menschenleben

kosten», bringt Bussinger die

Wichtigkeit der Atemschutzgerätewarte

auf den Punkt. So weiss

er auch als Kommandant der Feuerwehrorganisation

Unteres Fischingertal

genau, auf welche

Kriterien er für die Rekrutierung

dieses wichtigen Jobs achten

muss: Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit,

handwerkliches Geschick

und aktives oder ehemaliges

Mitglied der Atemschutzgruppe

sein, umschreibt er die

Kernkompetenzen der Kandidaten.

«Ich bin mir der hohen Verantwortung

bewusst», bekräftigt

die 23-jährige Geräteführerin und

Architekturstudentin Katja Frick

aus Boswil, die schon in der Jugendfeuerwehr

aktiv war und nun

einen weiteren Beitrag leisten

wird. Handwerkliches Verständnis

als Polymechaniker bringt der

36-jährige Thomas Del Freo für

seinen neuen Verantwortungsbereich

mit. Er war von Doriano

Moz, seinem ehemaligen Kommandanten

der Feuerwehr Kaisten,

rekrutiert worden, der zudem

im Kurs als Klassenlehrer wirkte.


f

Paul Roppel, Korrespondent AG

Fotos: Paul Roppel

Kursleiter Andy Bussinger im Metier:

letztmals die Funktionstüchtigkeit der

Atemschutzausrüstung bis ins Detail

instruiert.

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118 swissfire.ch 8|2016 Jugendfeuerwehren

59

Solothurner Kantonal-Feuerwehr-Verband (SKFV)

AdJFW in fünf Tagen zum

AdFW ausgebildet

Vom 11. bis 15. Juli 2016 fand der zweite Jugendfeuerwehrkurs

der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) in Zusammenarbeit

mit Mario Bieli, Verantwortlicher Jungendfeuerwehr

des Solothurner Kantonal-Feuerwehr-Verbandes (SKFV),

im Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrum (ifa) Balsthal

statt.

31 Jugendliche, davon vier Mädchen,

trotzen mit viel Freude und

Engagement dem zuerst sehr

heis sen und danach kühlen und

regnerischen Wetter. «Ich bin begeistert,

wie die Kids mitmachen,

alle geben 120%», meint Thomas

Herber, JFW-Leiter aus Olten,

der seine Angehörigen der JFW

vor Ort begleitet. «Die Zeit als

Mitglied in einer JFW ist eine

Ausbildung fürs Leben», ist Thomas

Herber überzeugt.

Von der JFW zum

Angehörigen der Feuerwehr

Im Kanton Solothurn sind heute

die neun Jugendfeuerwehren Be­

LoSe, Bucheggberg, Gäu, Grenchen,

Luterbach, Niedergösgen,

Olten, Schönenwerd, und Weissenstein

aktiv. Diese werden

durch Mario Bieli vom SKFV

fachlich begleitet und unterstützt.

Die Jugendlichen können bereits

ab dem zehnten Altersjahr eintreten

und bis zum vollendeten

18. Lebensjahr in der JFW verbleiben.

In den Solothurner Jugendfeuerwehren

werden die Schwerpunkte

auf die Themen Hilfsbereitschaft,

Kameradschaft,

Teamfähigkeit, Disziplin, Dialogbereitschaft,

fachliche Kompetenz

und soziales Verantwortungsbewusstsein

gelegt. Der

«Plauschfaktor» darf bei diesen

JFW trotz sinnvoller Freizeitbeschäftigung

nicht fehlen.

Vom ersten Tag an wird mit

dem Einsatzmaterial der Feuerwehr

gearbeitet, und die Jugendlichen

werden damit ausgebildet.

Nach bestandenem JFW-Kurs

können die Jugendlichen mit

18. Jahren in ihrer Wohngemeinde

in die Feuerwehr übertreten.

Schnelle Teambildung

Im Kurs wird mit vier Klassen

mit maximal acht Jugendlichen

gearbeitet. Dabei treffen die Jugendlichen

in den gemischten

Klassen das erste Mal mit neuen

Kameradinnen und Kameraden

der anderen JFW zusammen.

Der Lektionsplan beinhaltet neben

dem Programm der ordentlichen

Grundausbildung eines angehenden

Feuerwehrmannes ergänzende

Inhalte in Form von

Präsentationen oder speziell zugeschnittenen

Übungen wie beispielsweise

den Übungen «JUFESO».

Um sich gegenseitig kennenzulernen,

mussten die Knaben

und Mädchen den Kanton Solothurn

mit Rettungsseilen auslegen

und konnten den neuen

«Gspändli» anschliessend erklären,

wer sie sind und wo ihr

Wohnort liegt. «Nach dem ersten

Tag haben sich die Jungen innerhalb

der Klassen gefunden und

erledigen seither alle Aufgaben

als Team», meinte Kurskommandant

und Feuerwehrinspektor

Markus Grenacher.

Die Ausbildungen werden mit

Feuerwehrinstruktoren der SGV

durchgeführt, und die jeweiligen

JFW-Leiter sind für das Rahmenprogramm

verantwortlich.

Eine interessante Übung war

beispielsweise das Überqueren

der «Dünner» mit einem Floss,

welches vorher selber mit dem

zur Verfügung gestellten Mate rial

gebaut werden musste.

Besuchsnachmittag

Am Donnerstag war Besuchstag.

Eltern, Geschwister, Freunde und

Bekannte reisten zum Mittagessen

an. Es wurde ein Einblick in

die Lektionen gegeben und den

Besuchern mit der Übung «Inferno»

demonstriert, was bisher gelernt

wurde. Die Gesichter der Jugendlichen

strahlten an diesem

Nachmittag und waren mit Stolz

erfüllt. Der Besuchstag wurde mit

einem Grillabend abgeschlossen.

Der Kurs wurde am Freitag

mit der Übung «Finale» geschlossen,

welche nochmals die

ganze Kreativität der jungen Teilnehmer

forderte. Mario Bieli meinte:

«Es klappt alles bes tens – ich

bin sehr zufrieden, wie der ganze

Kurs verläuft, und hoffe, dass wir

bald wieder genügend Anmeldungen

aus den einzelnen Jugendfeuerwehren

des Kantons erhalten,

um in naher Zukunft einen

weiteren Kurs durchführen zu

können.»

f

Andreas Häfliger, Korrespondent SO

Auch der Einsatz mit Schaummittel

wird geübt.

Die vier JFW-Klassen sowie der Kursstab

mit Klassenlehrer (Hptm Bruno

Bider, Marcel Rieben, Michael Studer

und Lt Samuel Brunner) hören den

Ausführungen von Kurskommandant

und Feuerwehrinspektor Markus Grenacher

zu.

Fotos: Andreas Häfliger


60 Mix Schweizerische Feuerwehr-Zeitung

Ortsmuseum Oftringen

118 – Feuer und Flamme

Der internationale Museumstag vom 22. Mai 2016 stand im

Ortsmuseum Oftringen ganz im Zeichen der Feuerwehr. Eine

Ausstellung zum Feuerwehrwesen in Oftringen und Umgebung

sowie Aktionen rund um das Thema Feuerwehr wusste zahlreiche

Besucher in allen Altersklassen zu begeistern.

Schon von Weitem kann man den

Tönen des Füürwehrchörli Oftringen

lauschen. Ein paar Schritte

weiter, und der Duft der feinen

Hörnli mit Ghackets aus der Feuerwehrküche

des Feuerwehrvereines

Oftringen steigt einem in

die Nase. Vor dem schönen Anwesen

des Ortsmuseums «Alter

Löwen» in Oftringen werden

die Besucher von gepflegten Oldtimer-Feuerwehrfahrzeugen

sowie

von «Geissi», dem Tanklöschfahrzeug

der Feuerwehr Oftringen,

in Empfang genommen.

Jetzt kann die Feuerwehr-Zeitreise

von der Vergangenheit bis heute

im Ortsmuseum Oftringen starten.

Feuerwehrfotograf Edgar Widmer und

Museumskonservator Mathias Baumann

waren sehr zufrieden mit der

Ausstellung.

Langsam trete ich durch die

Eingangstüre und steige in den

ersten Stock. Bereits kann ich

eine bekannte Stimme wahrnehmen.

Edgar Widmer, Feuerwehrfotograf

und Initiant dieser Ausstellung

hat soeben eine Führung

für interessierte Besucher begonnen.

Mit einem kurzen Nicken

gibt er mir zu verstehen, dass ich

doch gleich mitlaufen soll. Das

lasse ich mir natürlich nicht zweimal

sagen. Als aktiver Feuerwehrmann

in der Feuerwehr Oftringen

finde ich es natürlich auch

extrem spannend, wie sich das

Feuerwehrwesen in der Region

Zofingen seit Bestehen entwickelt

hat. Mit grossem Enthusiasmus

erzählt Edgar Widmer den

anwesenden Besuchern spannende

Geschichten aus der Vergangenheit

bis hin zur Gegenwart. In

einer perfekten Kombination von

Fachwissen, Unterhaltung und

Humor weiss Edgar Widmer die

Besucher zu begeistern.

Zeitreise der Feuerwehr

Die Ausstellung umfasst verschiedene

Themengebiete. Im

ersten Teil der Ausstellung erfahren

wir mehr über die Feuerwehren

aus der Region. Dabei startet

die Zeitreise vor über 100 Jahren

und endet bei den aktuellen Kommandos

aus dem Bezirksfeuerwehrverband

Zofingen. Eine

wohl einzigartige Collage zeigt

sämtliche aktuelle Kommandanten

und Vizekommandanten des

Bezirks.

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118 swissfire.ch 8|2016 Mix

61

Fotos: Fernando Volken

Im nächsten Raum erfahren

wir einiges über die Entwicklung

beim Material. Es ist heute unglaublich

schwierig, nachzuvollziehen,

wie früher gearbeitet

wurde. Mit eindrücklichen Materialien

und geschichtlichen Dokumentationen

wird dies dem Besucher

klar vor Augen geführt.

Dabei kann das Ortsmuseum auf

diverse Leihgaben unter anderem

des Feuerwehrmuseums Endingen

zählen.

Im weiteren Verlauf der Ausstellung

werden wir in die verschiedenen

regulatorischen Bereiche

eingeführt. Eine grosse

Sammlung von diversen Feuerwehrreglementen

liegt zur Ansicht

auf. Der Besucher erfährt

zahlreiche Informationen über

die Organisationen der Stützpunktfeuerwehr

Zofingen und der

umliegenden Ortsfeuerwehren

von heute. Am Beispiel der aktuellen

Ausrückordnung der Stützpunktfeuerwehr

kriegt er einen

Einblick darüber, wie komplex

die Organisation im Hintergrund

einer Feuerwehr mittlerweile geworden

ist. Nicht zuletzt wird

dem Besucher vor Augen geführt,

beteiligten Parteien und Personen

realisiert werden. Als Nichtfeuerwehrmann

durfte ich erfahren,

wie gut das Teamwork mit Personen

funktioniert, welche das Feuerwehrwesen

im Blut haben.»

Die Ausstellung im Ortsmuseum

«Alter Löwen» in Oftringen

kann man noch bis zum 20. November

2016 jeden ersten Sonntag

im Monat von 10.00 bis

12.00 Uhr und jeden dritten

Sonntag im Monat von 15.00 bis

17.00 Uhr besichtigen. Führundass

die Feuerwehr heute bei

Weitem nicht nur zur Brandbekämpfung

alarmiert wird.

Im letzten Teil der Ausstellung

läuft es dem einen oder anderen

kalt den Rücken runter. Mit eindrücklichen

Bildern werden besondere

Ereignisse der letzten

Jahre präsentiert. Als Beispiel erwähnt

seien da die Gasexplosion

von Safenwil vom 28. November

2009 oder die Grossbrände im

Riedtal in Zofingen vom 17. April

2011 und in Finsterthüelen in

Oftringen vom 22. Oktober 2013.

Atemberaubende Bilder aus

der Kamera von Feuerwehrfotograf

Edgar Widmer schmücken

die ganze Ausstellung. Der Museumskonservator

Mathias Baumann

hat es verstanden, eine

spannende, lebhafte und informative

Ausstellung zu gestalten.

Demzufolge hat Baumann ein

sehr gutes Feedback von den

zahlreichen Besuchern und

Freunden der Feuerwehren erhalten.

Mathias Baumann zeigte sich

auch sehr zufrieden mit der Ausstellung.

«Diese Ausstellung

konnte nur dank der sehr guten

Zusammenarbeit zwischen den

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Der Feuerwehrverein Oftringen war

mit der Feuerwehrküche vor Ort.

gen für Gruppen können auch

aus serhalb dieser Öffnungszeiten

durchgeführt werden.

(Anmeldung unter: museum@

oftringen.ch)

f

Fernando Volken

Redaktioneller Mitarbeiter

Adjutant Kommando FW Oftringen


62 Sommaire Journal des sapeurs-pompiers suisses

W 64

Une maison d’habitation ravagée

par les flammes Saignelégier (JU):

fructueuse collaboration inter-SIS

W 88

Per aiutare, bisogna prima arrivare

La prima sfida: entrare in servizio!

W En intervention

70 Pour aider, il faut d’abord arriver

Premier acte: entrer en service!

W Actualité

73 Les normes de réanimation

cardiorespiratoire Secours à

personnes

W Pages de la CSSP

76 Nouveaux visages Sécrétariat

général

W Instruction

77 Immersion dans la pratique du

secours routier Cours FSSP

W Organisation

80 VD: Nouvelle organisation ABC

cantonale

W Nouvelles des corps

83 «Handover»: évacuation d’un

centre commercial Exercices

d’envergure


161157_0816_UG.indd 162 25.07.16 12:30

118 swissfire.ch 8|2016 Indice

63

Et voilà pour l’été 2016. Ed ecco per l’estate 2016. Walter.

W Fédérations, associations,

institutions

86 Saint-Ursanne s’est teintée de

rouge

118

Photo/Foto: Edgar Widmer

8.2016

118 swissfire.ch

Schweizerische Feuerwehr-Zeitung | Journal des sapeurs-pompiers suisses

Giornale dei pompieri svizzeri | Revista svizra dals pumpiers

8.2016 www.swissfire.ch Fr. 10.–

118

swissfire.ch

Oftringen: Blitz – Donner – Vollbrand

Incendie à Saignelégier

In intervento: entrare in servizio!

Notre photo de couverture:

Eclairs – tonnerre – incendie total:

un gros incendie pour tous les sapeurs-pompiers

d’Oftringen.

La nostra foto di copertina:

Lampo – tuono – incendio totale:

«incendio grande» per tutti i pompieri di Oftringen


64 Engagements Journal des sapeurs-pompiers suisses

Saignelégier (JU): fructueuse collaboration inter-SIS

Une maison d’habitation

ravagée par les flammes

Le 9 juillet 2016, à 16 h 22, les sapeurs-pompiers du Service d’incendie et de secours Franches-Montagnes

Centre SISFMC reçoivent une alarme pour feu de bâtiment à Saignelégier. C’est le début d’une intervention

qui verra se mettre en place une collaboration efficace de trois des quatre SIS du plateau franc-montagnard.


118 swissfire.ch 08|2016 Engagements

65

En cette fin d’après-midi d’été à Saignelégier,

c’est un passant qui aperçoit des

flammes sortant du pan ouest du toit d’un

bâtiment situé dans le quartier sud de la localité.

Ce dernier appelle aussitôt la centrale

d’alarme de la Police cantonale qui

mobilise les sapeurs-pompiers.

Le bâtiment concerné par le sinistre est

une ancienne ferme âgée d’un siècle et

demi, rénovée et transformée en maison familiale,

qui est située au centre du village,

à deux pas de la célèbre halle-cantine du

Marché-Concours.

Comportant trois appartements implantés

sur trois étages, la maison était inoccupée

au moment du départ de feu, à l’exception

d’une personne vivant au rez-de-chaussée

qui a été alertée par les cris des passants.

Le bon réflexe

Constatant que le feu se trouvait au niveau

des combles de sa maison, cet ancien sapeur-pompier

s’est rapidement rendu en

haut de la cage d’escaliers afin de déverrouiller

la porte donnant accès aux combles,

avant de sortir du bâtiment.

«Sachant que cette porte était extrêmement

solide, j’ai pensé que les pompiers auraient

bien du mal à l’ouvrir et perdraient

de ce fait un temps précieux sur l’extinction»,

a ensuite confié la personne en question.

A titre de précaution, une dame âgée a

également été évacuée de la bâtisse accolée

à la maison en feu.

Par ailleurs, aucun blessé ne sera à déplorer

lors de cet incendie

Montée en puissance

Arrivés sur place, les premiers intervenants

membres du SIS Franches-Montagnes

Centre constatent que le toit de la maison

Montée en puissance du dispositif d’extinction.


66 Engagements Journal des sapeurs-pompiers suisses

est déjà partiellement percé. Ils commencent

alors à mettre en action le premier

dispositif d’extinction à partir de leur

tonne-pompe.

Ils seront rapidement rejoints par les sapeurs-pompiers

du Centre de renfort de

Tramelan (BE), qui est automatiquement

alarmé en cas de feu de bâtiment dans les

Franches Montagnes.

Le tonne-pompe et le camion-nacelle des

renforts tramelots seront d’ailleurs des plus

efficaces tout au long de l’intervention.

A ce moment, pour les sapeurs-pompiers,

la mission est quadruple: combattre

les flammes au niveau des combles et de

l’un des appartements de l’habitation directement

attaqué par le feu, tenir l’étage situé

juste en dessous du brasier mais également

s’attacher à préserver une autre maison

adossée à l’immeuble en feu ainsi que faire

en sorte que les flammes ne se propagent

pas aux autres bâtiments du quartier, dont

notamment une maison en rénovation.

«J’ai attribué le secteur sud aux sapeurspompiers

de Tramelan avec mission de te-

L’une des lances mise en action pour protéger les

maisons voisines.

Le Centre de renfort de Tramelan est chargé de tenir

la maison adossée.

Le camion nacelle de Tramelan a démontré toute

son utilité pour tenir la maison contiguë et attaquer

le feu dans les combles.


118 swissfire.ch 8|2016 Engagements

67

nir la maison dite «La Forge» et d’attaquer

le feu de combles depuis le haut, alors que

les membres du SISFMC étaient engagés à

l’intérieur de la bâtisse en feu», explique le

major Bernard Brahier, inspecteur d’arrondissement

et chef d’intervention.

A titre préventif, deux ambulances d’Hôpital

du Jura se sont rendues sur place, dont

les équipages ont rapidement été rejoints par

l’ambulancier chef des secours cantonaux.

Fort heureusement, les partenaires du secours

sanitaire n’ont pas eu à intervenir lors

de ce sinistre, aucun blessé n’ayant été à déplorer.

Les intentions du chef d’intervention

Vu la virulence du feu et les conditions météorologiques

estivales, le chef d’intervention

a rapidement constaté que les intervenants

engagés se fatiguaient beaucoup.

Manquant de relève sur place, il a alors

décidé d’alarmer les porteurs d’appareils de

protection de la respiration de deux SIS voisins,

soit Franches-Montagnes Est et

Franches-Montagnes Ouest.

«Cette précieuse aide inter-SIS a permis

de disposer de personnel supplémentaire et

d’organiser ainsi des tournus destinés à réduire

quelque peu les importantes sollicita-

D’impressionnantes flammes sortent du toit.

Une pénétration par l’échelle est nécessaire.


68 Engagements Journal des sapeurs-pompiers suisses

tions physiques exercées sur les sapeurspompiers

engagés, notamment sur ceux intervenant

sous protection de la respiration»,

déclare le major Brahier.

Disposant désormais des effectifs nécessaires,

le chef d’intervention a pu renforcer

son dispositif afin de concrétiser en toute

sécurité ses intentions initiales, soit tenir la

maison contiguë, empêcher tout développement

du sinistre au pâté de maisons environnantes

et éteindre l’incendie.

Engagement intensif

C’est après une heure et demie de lutte intensive

que les quelque 40 sapeurs-pompiers

présents sur site (avec une dizaine de véhicules)

ont réussi à venir à bout des flammes.

«Un feu de comble d’une telle intensité – qui

plus est alimenté par une légère bise – est

toujours difficile à maîtriser, surtout qu’en

l’occurrence, l’accès au faîte du bâtiment

n’était pas des plus faciles», se souvient le

chef d’intervention qui ajoute: «Nous avons

dû utiliser de grandes quantités d’eau pour

en venir à bout, sans compter l’effort requis

au niveau des binômes engagés.»

Dès que les flammes ont baissé d’intensité,

des équipes ont pu être affectées – sur

indications des habitants de l’immeuble – à

l’évacuation et à la préservation des biens

et des valeurs épargnés par les flammes et

le ruissellement de l’eau d’extinction.

Les différents SIS voisins ainsi que le

Centre de renfort de Tramelan ont ensuite

pu être progressivement libérés, alors que

le SIS Franches-Montagnes Centre mettait

en place un service de piquet, qui a par ailleurs

dû intervenir quelques fois durant la

nuit pour éteindre des reprises de feu qui

ont eu lieu dans les décombres des combles.

Malgré les efforts déployés par les sapeurs-pompiers,

les dégâts occasionnés au

bâtiment par le feu et par l’eau sont importants.

Quant à la police judiciaire jurassienne,

elle a ouvert une enquête pour déterminer

l’origine de cet incendie d’importance.

Les enseignements

Au-delà de l’excellent engagement des différents

intervenants, le chef d’intervention

relève le bénéfice qu’apporte indubitablement

l’aide inter-SIS dans de telles interventions.

«Cela fait déjà quelques fois que les différents

services d’incendie et de secours des

Franches Montagnes sont mobilisés pour se

prêter main forte mutuellement et ces engagements

effectués en commun constituent

toujours une véritable plus-value en termes

d’efficacité», se réjouit l’inspecteur d’arrondissement.

En l’occurrence, la coordination entre les

différentes organisations présentes sur site

a parfaitement fonctionné.

A ce sujet, il faut rappeler que, comme

c’est en principe toujours le cas, la communication

constitue l’un des facteurs-clés du

succès des interventions et pour communiquer

vite et bien, il faut impérativement toujours

penser à prendre avec soi les radios …

Il faut également mentionner que le fait

d’avoir pu préserver l’habitation adossée et

d’avoir évité un développement du feu aux

bâtisses voisines constituent les points positifs

de cette intervention.

Evoquant un facteur quelque peu plus

compliqué à gérer, le chef d’intervention

mentionne la difficulté à mobiliser rapidement

les effectifs nécessaires en pleine

journée et durant les heures de travail, qui

plus est en période de vacances.

Nombreux sont en effet les sapeurs-pompiers

francs-montagnards qui ne travaillent

pas forcément sur le territoire de leur SIS

d’incorporation, allongeant de ce fait le délai

de leur arrivée sur site.

Préparation de l’attaque sur la façade nord.

Photos: Police cantonale jurassienne, Le Franc-Montagnard


118 swissfire.ch 8|2016 Engagements

69

Le feu est violent dans les combles.

Comme le constate Bernard Brahier:

«C’est justement pour pallier cette difficulté

qu’il est important que les chefs d’intervention

prennent rapidement la mesure

de l’urgence et de l’ampleur des événements

auxquels ils sont confrontés et

qu’ils acquièrent le réflexe de faire mobiliser

le plus vite possible les SIS voisins

afin de disposer de personnel (et parfois

de moyens matériels) en suffisance, notamment

dans le domaine de la protection

de la respiration.»

f

Michael Werder,

rédacteur en chef adjoint

Sion (VS): accident de planeur

Photo: police cantonale valaisanne

Le 26 juin 2016, vers 13 h 00, un accident

est survenu sur la piste de l’aéroport

de Sion. Un planeur s’est écrasé

lors du décollage. Le pilote a été

blessé.

L’accident s’est produit lors du décollage

alors que le planeur était tracté

par un avion.

Selon les premières informations, il

semble que la corde reliant les deux

appareils a cédé au moment où le planeur

s’élevait dans les airs.

Le planeur a alors piqué du nez et

s’est écrasé sur le tarmac. Il s’est ensuite

retourné et a glissé sur le dos

sur une vingtaine de mètres avant de

s’immobiliser sur le gazon. La verrière

s’est brisée et le pilote s’est retrouvé

coincé entre l’appareil et le sol. Il a

été blessé à la tête.

Les pompiers de l’aéroport sont immédiatement

intervenus pour sécuriser

les lieux.

Le pilote, un Vaudois âgé de

63 ans, a été médicalisé sur les lieux

et conduit par ambulance à l’Hôpital

de Sion.

Un représentant du Service suisse

d’enquête de sécurité s’est rendu sur

les lieux afin de déterminer les causes

exactes de l’accident.

Moyens engagés: pompiers de l’aéroport

appuyés de leurs collègues de

la commune de Sion, médecin, ambulance,

Police municipale de Sion et Police

cantonale.

f

Police cantonale valaisanne


70 En intervention Journal des sapeurs-pompiers suisses

Premier acte: entrer en service!

Pour aider,

il faut d’abord arriver

Pour un sapeur-pompier volontaire, la sonnerie du pager signifie qu’il

faut rejoindre le plus rapidement possible la caserne afin de s’y équiper

avec l’équipement de protection individuelle, avant de se rendre

sur la place sinistrée par le chemin le plus court avec les véhicules

d’intervention.

Jusqu’à ce jour, les sapeurs-pompiers alarmés

ont sauté dans leur voiture pour entrer

en service sans délai. Si la météo et la distance

le permettent, certains prennent la

moto ou le vélo, voire font le trajet au pas

de course. Il est cependant notoire que le

trafic routier a énormément augmenté ces

dernières années.

L’entrée en service à vélo présente des avantages

et des inconvénients: souvent, la signalisation des

bandes cyclables accorde à leurs utilisateurs la

priorité sur le trafic motorisé, ce qui peut aussi permettre

de gagner du temps. L’inconvénient est

que, selon la distance, le sapeur-pompier arrive au

magasin en sueur et épuisé, ce qui n’est pas recommandable

au début d’un engagement peut-être

long et physiquement pénible.

Si, par le passé, on était confronté de

temps à autre à un trafic intense, ce dernier

commence aujourd’hui tôt le matin et perdure

jusque dans la soirée. Pour les sapeurspompiers

entrant en service, cela veut dire

qu’ils se retrouvent prisonniers des colonnes

de véhicules, comme les autres usagers

de la route, et même s’ils sont identifiés

comme intervenants cela ne sert parfois

pas à grand-chose. Dans la circulation actuelle,

les automobilistes font très souvent

preuve d’égoïsme ou d’ignorance, et les

rappels mutuels à l’ordre, les insultes et

autres «bonnes manières» sont fréquemment

au rendez-vous … Tout cela fait que

l’aide attendue est retardée ou que les

forces d’intervention déjà sur site doivent

attendre plus longtemps les renforts.

En cas de doute: plutôt l’itinéraire sûr

que le rapide

Pour les intervenants, il s’agit de ne jamais

perdre leur calme. Etant considérés comme

des usagers de la route normaux, ils n’ont

strictement aucun droit de commettre une

infraction quelle qu’elle soit à la législation

sur la circulation routière et ils devront répondre

comme particuliers de leurs actes en

cas d’excès de vitesse, de passage d’un feu

au rouge ou d’un accident qu’ils auront

causé.

Aucune diminution du trafic n’étant prévisible

à terme, il faut que les corps de sapeurs-pompiers

et leur personnel réfléchissent

à la question de l’entrée en service

et fassent une analyse de la situation. Il n’y

a vraisemblablement pas de solution de

portée générale qui résolve le problème. Par

contre, des mesures peuvent être prises à

tous les niveaux pour faciliter l’entrée en

service et diminuer le temps nécessaire à

cette phase de l’intervention. On peut, par

exemple, se poser la question de l’adéquation

et de la faisabilité d’une signalisation


118 swissfire.ch 8|2016 En intervention

71

des véhicules des sapeurs-pompiers entrant

en service. Peut-être un indicateur amovible

sur le toit («sapeur-pompier en intervention»)

incitera-t-il des usagers de la route à

faire de la place à un sapeur-pompier ou à

lui accorder le passage.

Peut-être serait-il même envisageable, un

jour, que les sapeurs-pompiers conduisant

des véhicules ainsi signalés aient le droit

d’utiliser les voies normalement réservées

aux transports publics, naturellement sans

entraver ces derniers. La discussion et

l’éventuelle concrétisation d’une mesure

d’une telle ampleur étant de nature politique,

elle doit évidemment être menée avec

les organes compétents puisque sa réalisa-

«Sapeur-pompier en intervention»: un tel indicateur

amovible sur le toit du véhicule incitera éventuellement

des usagers de la route à faire de la place à

un sapeur-pompier ou à lui accorder le passage.

Devant les casernes des sapeurs-pompiers, des

places de stationnement sont souvent réservées

pour les voitures des intervenants.

Photos: Jan Kuschinkske, Keystone, Corinne Aeberhard, 118 swissfire.ch


72 En intervention Journal des sapeurs-pompiers suisses

tion nécessiterait l’assentiment de tous les

intéressés.

Mais le sapeur-pompier a, lui aussi, le

devoir de réfléchir à la manière dont il entend

s’organiser:

Le déroulement

Le chemin le plus rapide d’un point à

l’autre varie dans le courant de la journée.

Les changements de tracés, de signalisation

ou de limitation de vitesse peuvent parfaitement

avoir pour effet qu’un nouvel itinéraire

devient tout à coup le plus rapide. Par

conséquent, le sapeur-pompier doit se tenir

au courant des changements et tester des

variantes.

Le véhicule

«J’entre en service en voiture depuis toujours»,

conformément à la devise «c’est

comme ça et il n’y a pas de raison que ça

change!» Toutefois, les bandes et les pistes

cyclables sont toujours plus nombreuses sur

nos routes, et la signalisation donne souvent

aussi aux vélos la priorité sur le trafic motorisé.

Il se peut donc parfaitement qu’un

deux-roues soit notablement plus rapide

qu’une voiture pendant les heures de pointe.

L’entrée en service à vélo n’est cependant

pas toujours la bonne solution en raison du

risque, selon la distance, d’arriver au magasin

des sapeurs-pompiers déjà trempé de

sueur et épuisé, ce qui n’est pas recommandable

au début d’un engagement peut-être

long et physiquement pénible.

Les pistes et bandes cyclables peuvent

cependant généralement aussi être utilisées

par les vélos électriques et les cyclomoteurs,

et ce type de motorisation permet

d’atteindre des vitesses intéressantes sans

trop d’efforts. Ainsi en route, le sapeurpompier

peut remonter sans grand souci les

colonnes de voitures même aux heures les

plus chargées. Et une fois au but, on trouve

toujours une place pour un vélo alors que

cela peut être plus délicat pour une voiture.

Et n’oublions pas non plus qu’un deuxroues

peut parfois prendre des raccourcis

interdits aux véhicules motorisés.

Alarme! Pour le sapeur-pompier volontaire, cela signifie

qu’il faut se rendre le plus rapidement possible

en caserne. Mais l’entrée en service est déjà

le premier défi et il s’agit de garder son calme

dans le trafic.

Localisation

Les sapeurs-pompiers ne partent pas nécessairement

du domicile pour se rendre en caserne,

c’est pourquoi il faut se demander,

de temps à autre, par où l’on passerait pour

rejoindre au plus vite le local des sapeurspompiers

à partir de l’emplacement momentané

en cas d’alarme. Cette anticipation

aussi constitue un gain de temps au cas

où …, et on aura en plus l’esprit libre pour

réfléchir à l’engagement à venir au lieu de

devoir se concentrer sur le choix de la route

à suivre.

Bien entendu, l’énumération ci-dessus

n’est qu’une série de suggestions. Peut-être

la majorité des sapeurs-pompiers y ont-ils

déjà pensé depuis longtemps, sans trouver

de possibilité de gagner du temps dans leur

situation concrète. Si c’est le cas, il n’y a

plus qu’à rester calme en cas d’alarme et à

accepter le temps nécessaire pour entrer en

service. Finalement, il faut d’abord arriver

sur la place sinistrée avant de pouvoir intervenir.


f

Peter Lisibach,

Corps SP professionnel de Winterthur


118 swissfire.ch 8|2016 Actualités

73

Secours à personnes

Les normes de réanimation

cardiorespiratoire

En fin d’année 2015, les nouvelles directives de l’American Heart Association

(AHA) et de l’European Resuscitation Council (ERC) pour la

réanimation cardiopulmonaire ont été publiées simultanément. Elles

remplacent la version de 2010. Petit rappel des éléments importants.

L’algorithme à suivre en cas d’intervention

sur arrêt cardiocirculatoire.

Le Swiss Resuscitation Council (SRC) soutient

et recommande donc pour la Suisse les

systèmes de cours de l’AHA et de l’ERC

ou éventuellement d’autres formats

conformes à l’ILCOR comme normes dans

le domaine professionnel.

Toutefois, dans le domaine des secouristes,

des enseignements différents de

cours à l’autre ont créé certaines incertitudes

dans le passé.

Dans ce domaine, le SRC estime qu’il

faut appliquer, à l’échelle du pays, des directives

claires et uniformes et qui ne

laissent place à aucune interprétation ni incertitude.

Le SRC édicte pour toute la Suisse, un

algorithme BLS-AED uniforme.

Les modifications

En comparaison avec les anciennes versions

des lignes directrices, les dernières

modifications en date sont modestes. Les

déroulements de base restent notamment

les mêmes dans le domaine BLS.

Voici les quelques modifications ainsi

que les anciens éléments importants des

lignes directrices 2015 dans le domaine

BLS:

••

il est recommandé que les collaborateurs

et les collaboratrices de la centrale d’appel

d’urgence apportent leur soutien par

Illustrations: màd


74 Actualités Journal des sapeurs-pompiers suisses

téléphone aux secouristes pour l’identification

d’un arrêt cardiocirculatoire et la

réalisation des mesures de base;

••

l’importance de la formation des secouristes,

ainsi que l’engagement de premiers

répondants sont soulignés;

••

la recommandation d’un rapport de

30 compressions thoraciques pour 2 ventilations

reste valable;

••

si un secouriste n’a pas appris la ventilation,

il fera uniquement un massage cardiaque;

••

la fréquence du massage cardiaque doit

être de 100 à 120 compressions par minute;

••

la profondeur de compression thoracique

recommandée pour un adulte est de 5 à

6 cm.

Les recommandations de base en matière

de BLS sont réunies sous forme de doctrine

médicale de la CRS et sont contraignantes

pour tous les futurs cours CRS et ceci à partir

de janvier 2017 au plus tard.

Plus de détails

Voici quelques exemples de ces enseignements

standards:

••

le massage cardiaque est la première

priorité et doit être débuté le plus vite

possible;

••

la fréquence de compression pour le

massage cardiaque est de 100 à 120/min;

••

si plusieurs aides sont présents, il faut

placer les électrodes pendant que le massage

cardiaque est effectué;

••

les pauses avant et après les défibrillations

doivent être réduites au minimum;

••

la profondeur de compression pour les

massages cardiaques chez les enfants est

d’un tiers du diamètre du thorax.

Directives de cours SRC

Depuis sa création en l’an 2000, le Swiss

Resuscitation Council s’est engagé en faveur

de l’augmentation des chances de survie

des personnes en état d’arrêt cardiocirculatoire.

Depuis le début, une des tâches principales

du SRC est la réglementation et la

propagation de la formation BLS-AED.

En 2010, le comité a transmis la compétence

pour cet objectif à sa propre Faculté

BLS.

Sur la base des «guidelines» (ligne de

conduite) actuelles, le SRC présente les directives

remaniées de ses cours. Ce remaniement

comprenait l’actualisation technique,

une simplification des directives de

cours et des documents de demande ainsi

que les améliorations de la matière des

cours sur la base d’un sondage effectué en

2014 auprès de tous les prestataires de

cours.

Par rapport à 2010, les directives de

cours du SRC ont été condensées et simplifiées.

La matière des cours a été adaptée sur

la base d’un sondage effectué auprès des

prestataires de cours ainsi que des «guidelines»

et des discussions d’experts.

Les trois formats de cours BLS-AED-

SRC Compact, BLS-AED-SRC Complet et

BLS-AED-SRC Instructeur seront conservés,

mais la différence entre complet et

compact a été précisée et la réanimation pédiatrique

sera désormais intégrée uniquement

au programme BLS-AED-SRC Complet.

Les cours compacts se focalisent sur

l’acquisition des compétences pour donner

correctement l’alarme, pour une protection

personnelle efficace ainsi que pour une première

évaluation correcte et une mise en

pratique des aptitudes de base pour les massages

cardiaques, la ventilation et la défibrillation

à l’aide de l’AED chez les adultes.

Le format BLS-AED-SRC Complet a

comme objectif d’approfondir et d’utiliser

de manière optimale les aptitudes BLS-

AED lors d’un arrêt cardiocirculatoire chez

les adultes et les enfants, et ce dans différentes

situations. Ce cours s’adresse à

toutes les personnes qui doivent, de par leur

profession, présenter des compétences BLS

sûres, comme le personnel de la santé ou

les premiers intervenants avec un devoir

d’assistance (par exemple les sapeurs-pompiers,

les policiers, le personnel sanitaire

d’entreprise, les maîtres-nageurs, les samaritains

à des postes de secours). Il s’adresse

également aux personnes qui souhaitent

maintenir à jour leurs compétences pra-

Les sapeurs-pompiers sont considérés comme des

premiers intervenants avec un devoir d’assistance.

Photo: màd


118 swissfire.ch 8|2016 Actualités

75

tiques dans le cas d’un arrêt cardiocirculatoire,

d’un infarctus, de crises de dyspnée

ou d’un AVC (par exemple les proches de

patients cardiaques, etc.).

Le format de cours BLS-AED-SRC Instructeur

est la condition pour pouvoir donner

un cours SRC. Les cours d’instructeurs

BLS-AED transmettent les bases pour enseigner

de manière efficace les aptitudes de

base BLS lors d’arrêts cardiocirculatoires,

et ce dans différentes situations.

Les instructeurs du cours BLS-AED sont

en mesure de planifier, d’effectuer et d’évaluer

les cours BLS de manière adaptée au

type de groupe cible.

A la fin du cours, les participants sont en

mesure de présenter des aptitudes d’intervention

aussi élevées que possible lors

d’une urgence cardiaque, d’un cas d’hypoxie,

ou d’un AVC.

Pour les cours destinés aux professionnels

de la santé, on engagera uniquement

des professionnels ayant suivi le cours

d’instructeurs BLS-AED-SRC. Il n’y a plus

d’indication de durée obligatoire, mais une

durée minimum a été fixée. Des enseignements

standard obligatoires ont désormais

été fixés, ceux-ci doivent être repris dans les

documents. Ces derniers ne peuvent en aucun

cas contredire les enseignements standard.

f

Laurent Stofer, La Chaux-de-Fonds

Nouvelles autorités politiques pour le SDIS Nord vaudois

Le mercredi 6 juillet 2016 s’est déroulée

la cérémonie d’installation des

nouvelles autorités de l’Association intercommunale

du Service de défense

incendie et secours régional du Nord

vaudois.

37 des 40 communes membres de

l’Association étaient représentées

dans la Salle des Débats de l’Hôtel de

ville d’Yverdon-les-Bains.

La première partie de la cérémonie

a été dirigée par le préfet du District

Jura-Nord vaudois, M. Etienne Roy.

Monsieur Roy a procédé à l’assermentation

des membres et des membres

suppléants du Conseil intercommunal

(CI), à l’élection et l’assermentation

des membres du Comité de direction

(CoDir), puis à l’élection du président

et de la secrétaire du CI.

Monsieur Patrick Grin, municipal à

Pomy et vice-président sortant du CI a

été élu président. Il succède à Amadio

Santacroce (Mathod) qui a officié

comme président du CI depuis la création

du SDIS régional du Nord vaudois

en 2013. M me Valérie Outemzabet

(hors conseil), secrétaire sortante du

CI, a été réélue à sa fonction.

Les quatre membres du CoDir qui

se sont représentés ont été réélus, accompagnés

de trois nouveaux

membres M. Pierre Dessemontet

(Yverdon-les-Bains), M. Francesco Di

Franco (Grandson) et M. Hervé Kemmling

(Giez).

En conclusion, le préfet a remercié

les membres sortants du CI et du Co-

Dir pour tout le travail effectué depuis

la création du SDIS. Il a rappelé aux

nouveaux membres l’importance de

leur mission au service de la collectivité

publique.

La seconde partie de la cérémonie

a été dirigée par le nouveau président

du Conseil intercommunal. Ce dernier

a procédé à l’élection de son vice-président,

en la personne de M. Pierre-

Alain Lunardi, municipal à Montagnyprès-Yverdon.

Il a ensuite procédé à

l’élection des scrutateurs, puis de la

présidente du Comité de direction.

M me Valérie Jaggi Wepf, municipale à

Yverdon-les-Bains et présidente sortante

du CoDir, a été brillamment réélue

à sa nouvelle fonction. Elle en a

profité pour remercier toute l’assemblée

pour la confiance accordée et

s’est réjouie de poursuivre le développement

du SDIS dans les cinq années

à venir.

La cérémonie s’est conclue sur la

nomination de la Commission de gestion.

Le président du CI a profité de remercier

sincèrement l’ensemble des

délégué-e-s et des membres du CoDir

pour la confiance accordée.

Le SDIS régional du Nord vaudois

profite de remercier sincèrement tous

ceux qui ont œuvré à la création et au

développement de l’Association depuis

2013. Il convient de remercier

tout particulièrement M. Jean-Marc

Ballif, vice-président du CoDir et syndic

sortant de Cuarny, qui a été la véritable

cheville ouvrière de la régionalisation.

Le SDIS remercie aussi M.

Jean-Claude Ruchet, municipal à Yverdon-les-Bains

et M me Erika Prina-Howald,

municipale sortante à Grandson,

membres du CoDir sortants pour leurs

précieuses contributions. f

SDIS Nord vaudois

Photo: SDIS Nord vaudois

Sur la photo: les membres du bureau du Conseil

intercommunal et du Comité de Direction

2016–2021. De gauche à droite: M. Pierre-Alain

Lunardi, M. Patrick Grin (président du Conseil intercommunal),

M me Valérie Outemzabet (secrétaire

du Conseil intercommunal), M. Hervé Kemmling,

M. Francesco Di Franco, M me Valérie Jaggi Wepf

(présidente du Comité de direction), M. Pierre

Dessemontet, M. Olivier David, M me Gloria Capt,

M. Marc-André Burkhard et M me Barbara Giroud

(secrétaire du Comité de direction).


76 Pages des CSSP Journal des sapeurs-pompiers suisses

Sécrétariat général de la CSSP

Nouveaux visages

Beat Müller s’est retiré de sa fonction de secrétaire général de

la CSSP à fin juin 2016 en remettant son mandat à Stefan Häusler.

Le poste de secrétaire générale suppléante comme aussi deux postes

au secrétariat sont en outre repourvus.

Bénéficiant de sa retraite en décembre

2016, Beat Müller est présentement rentré

dans le rang en remettant son mandat à Stefan

Häusler le 1 er juillet 2016. Jusqu’à la fin

de l’année, Beat Müller achèvera encore

différents travaux de projets tout en introduisant

le nouveau secrétaire général dans

ses dossiers.

Suite à une mise au concours publique,

le comité composé de cinq représentants de

la Conférence des instances (CI CSSP) et

de cinq représentants de la Conférence

suisse des inspecteurs sapeurs-pompiers

(CSISP) a nommé, en janvier de cette année,

Stefan Häusler en qualité de secrétaire

général de la CSSP. Après ses études de

droit à l’Université de Fribourg, Stefan

Häusler obtient le brevet d’avocat bernois

avant d’être actif auprès de la justice bernoise

avec différentes fonctions dans le

droit civil et pénal.

En qualité d’inspecteur du registre foncier

du canton de Berne, il exerçait la surveillance

des bureaux cantonaux du registre

foncier de 2008 à mai 2016 tout en s’engageant

activement dans le domaine de la tenue

du registre foncier par traitement informatique,

en particulier dans des projets

gouvernementaux fédéraux. Stefan Häusler

est officier dans l’organisation de sapeurspompiers

de la commune de Bolligen. Il assume

la fonction de chef de section en étant

membre du commandement et responsable

de la formation et de l’informatique. Il est

marié et père de deux filles.

Peu après sa nomination et en collaboration

avec le président de la Conférence

des instances Bernhard Fröhlich, Stefan

Häusler a procédé à l’élection de la secrétaire

générale suppléante Petra Prévôt-

Lüdi. Agée de 35 ans, elle est également

juriste et vit avec son mari à Windisch

(AG). Après ses études de droit à l’Université

de Bâle et un stage de droit auprès de

la préfecture du district d’Aarau, elle était

active en qualité de juge d’instruction. Elle

travaille comme assistante du procureur

dans le cadre du ministère public de Lenzburg-Aarau

depuis 2011. Petra Prévôt-

Lüdi est membre du Centre de renfort des

sapeurs-pompiers de Brugg (AG) où elle

exerce depuis quelque temps la fonction

d’officier d’état-major et de suppléante du

chef de section depuis avril 2016. Elle se

trouve actuellement en phase de sélection

des futurs instructeurs sapeurs-pompiers.

Elle entamera son activité au secrétariat

général le 2 août 2016.

Corinne Bosshard, comme secrétaire, et

Nuria Caamaño Polo, en tant que collaboratrice

à l’administration des cours, renforceront

également l’équipe du secrétariat

général à partir de la même date.

Nous souhaitons de bons débuts aux nouveaux

membres du secrétariat général.

Secrétariat général de la CSSP

Photos: màd.


118 swissfire.ch 8|2016 Instruction

77

Un étroit contact avec les secours sanitaires est indispensable.

Interlaken (BE): cours FSSP

Immersion dans la pratique

du secours routier

De la pratique, de la pratique et encore de la pratique. Les 34 sapeurs-pompiers

qui ont participé au cours «voitures de tourisme,

secours aux victimes incarcérées» en mai dernier s’en sont donné

à cœur joie.

Organisée sur deux jours, la formation a été

dispensée à Interlaken, sur le site de l’ancien

aéroport militaire. Un endroit parfaitement

adapté pour de tels exercices.

«Tout se trouve dans un rayon de 100

mètres. Il n’y a aucune perte de temps pour

les déplacements», explique un participant.

L’équipe qui a organisé le cours a également

grandement contribué à son succès.

Les véhicules étaient en nombre et la logistique

a fait beaucoup d’efforts pour simuler

des situations qui sortent de l’ordinaire.

«Sur le toit, sur le côté, sous une remorque,

enroulées contre un arbre, accrochées

à une glissière, les situations étaient

originales et très réalistes», explique un

pompier.

W «La chose essentielle

à retenir: le déroulement

de l’action dépend toujours

du patient.»

Méthode à sept

Ce cours aura aussi et surtout été l’occasion

d’introduire ou de perfectionner le système

à sept sapeurs-pompiers sur une désincarcération.

Si les professionnels et certaines régions

travaillent déjà de cette manière, d’autres

cantons fonctionnent avec un effectif plus

garni.

Dans le concept à sept, les hommes se répartissent

de la manière suivante: un chef

d’intervention, un chef de groupe, un assistant,

deux sapeurs au front, un à la sécurité

et un à l’arrière.

Les fonctions de chef ne diffèrent pas

vraiment des anciennes méthodes. Le chef

d’intervention fixe les priorités avec le personnel

médical, décide de l’emplacement

des véhicules, alarme des moyens supplémentaires

si besoin et gère la collaboration

avec les autres partenaires engagés sur le

site.

Le chef de groupe conduit l’action de

proximité et attribue les missions.

Les deux pompiers au front sont chargés

de la désincarcération à proprement parler


78 Instruction Journal des sapeurs-pompiers suisses

W «Parler le même langage»

Un équipage des ambulanciers de

Sion était également présent au

cours d’Interlaken parmi les sapeurs-pompiers.

Pendant les deux

jours, ils ont participé aux différents

exercices, tantôt dans leur rôle habituel

que comme victime ou alors

une cisaille à la main. Pour Didier

Caloz, chef de la formation du Service

des ambulances de la Ville de

Sion, ce partage était très intéressant:

«Après ces deux jours, tout le

monde parlait le même langage et

se comprenait. C’est vraiment important

de comprendre le travail des

différents partenaires engagés sur

un accident. Du côté des ambulanciers,

il y a parfois de la méconnaissance

quant aux tactiques utilisées

par les pompiers. Désormais, on

connaît mieux leur travail et cela

permet de se comprendre rapidement

au moment de faire des choix.

Surtout au niveau du temps que

peuvent prendre certaines manœuvres.»

tandis que celui à l’arrière est responsable

du matériel et de son fonctionnement.

Le sapeur dévolu à la sécurité est chargé

de veiller sur toutes les phases de l’intervention.

Ses missions sont nombreuses et

diverses: calage sommaire, contrôle de la

stabilité, élimination des bris de verre, protection

des parties saillantes, etc.

Enfin, l’assistant joue le rôle de

l’«écureuil» à savoir approche de la victime

et appui des sanitaires.

Une situation d’intervention particulièrement complexe.

Durant le cours, différents scénarios d’accidents

sont recréés.

Trucs et astuces

Un tel cours a l’énorme avantage de permettre

et d’encourager le partage d’expérience.

Les chargés de leçon, tous pompiers professionnels,

peuvent apporter énormément

de conseils avisés. Impossible de tout énumérer.

Voici quelques éléments principaux.

La tendance est actuellement au «cross

raming» à savoir tenter de redonner la

forme initiale à un véhicule sévèrement impacté.

Au moyen de vérins, on peut par exemple

redonner du volume à une voiture qui a fait

des tonneaux et dont le toit sera déformé.

Cela libère de l’espace à l’intérieur du véhicule,

ce qui est bénéfique autant pour la

victime que les intervenants.

Autre nouveauté, l’usage d’une déboulonneuse

pour enlever les portières. Il suffit

de dégarnir l’aile afin d’accéder au boulon,

puis de le dévisser. La manœuvre est

rapide, peu bruyante et très efficace lorsque

l’on sait comme il est parfois difficile d’enlever

une portière après un choc.

Autre astuce, pour une voiture sur le toit

dont on ne peut pas du tout accéder à l’habitacle,

trouver les parties faibles sous le

véhicule afin de créer une petite ouverture.

Grâce à cette ouverture, on peut se rendre

compte de la situation à l’intérieur et décider

au mieux de la tactique à mettre en

place.

Pour un véhicule sur le côté, afin de soulager

une victime qui se trouverait dans la

partie supérieure de l’habitacle, on peut

glisser une planche de relevage entre le

siège et en prenant appui sur le pare-brise

après l’avoir découpé horizontalement.

Ceux qui ont joué le rôle de victimes ont

particulièrement relevé l’efficacité de cette

manœuvre pour améliorer le confort.

Matériel: pas de révolution

Plusieurs fournisseurs ont mis du matériel

à disposition pour cette formation. Un système

qui permet de découvrir d’autres


118 swissfire.ch 8|2016 Instruction

79

En désincarcération, en plus de la technique, l’imagination

peut également s’avérer intéressante.

Métal contre métal.

marques que celles habituellement utilisées

dans chaque corps.

Pas de grande révolution dans ce domaine

si ce n’est des outils de plus en plus

puissants, des agrégats de plus en plus compacts

et, pour les outils à batteries, une autonomie

vraiment intéressante.

On notera également l’apparition de couvertures

de protection avec une partie transparente

afin que la victime puisse se rendre

compte des opérations menées auprès

d’elle.

Suivre la technologie

Enfin, impossible de suivre une formation

sur la désincarcération sans se pencher sur

les évolutions technologiques en cours.

Cet aspect aura été principalement traité

durant plusieurs théories. Motorisation, carburant

alternatif, airbags, dangers des véhicules

électriques, etc. ont été évoqués.

Les chargés de leçon ont présenté les différents

moyens pour se tenir à la page:

fiches TCS, applications pour smartphone,

programme spécifique sont autant de

moyens qui permettent aux pompiers de déterminer

les dangers avant d’entamer les

opérations.

Toujours du côté de la théorie, un

échange avec Michael Jörg, l’un des responsables

des services ambulanciers du

canton de Berne, a permis à tous les participants

de connaître les besoins de chacun,

les attentes et surtout la meilleure manière

pour collaborer efficacement dans l’intérêt

du patient.

Et c’est peut-être la chose essentielle à

retenir de ce cours: le déroulement de l’action

dépend toujours du patient. f

David Vaquin,

collaborateur rédactionnel

Photos: David Vaquin


80 Organisation Journal des sapeurs-pompiers suisses

Canton de Vaud

Nouvelle organisation

ABC cantonale

L’analyse de l’organisation cantonale en matière de défense atomique,

biologique, chimique ABC a mis en évidence différents constats qui,

parallèlement à l’introduction au niveau cantonal du nouveau Manuel

pour les interventions ABC, font qu’il s’agit non seulement d’adapter

l’organisation opérationnelle dans ce domaine mais également de réviser

les bases légales existantes. Dans ce dossier, le maître mot est:

optimisation.

Ainsi que l’explique le colonel François

Iff, inspecteur cantonal des sapeurs-pompiers,

la nouvelle organisation ABC sera

mise en œuvre à plusieurs niveaux. Il est

à noter que les bases réglementaires pour

les domaines ABC avaient déjà été introduites

dans la loi sur le service de défense

incendie et secours (LSDIS) du 2 mars

2010, lors de modifications relatives aux


118 swissfire.ch 8|2016 Organisation

81

missions de lutte contre les cas de pollution

apportées en septembre 2014. Le vide

législatif qui existait à ce niveau était dès

lors comblé.

Des objectifs précis

Afin de s’inscrire parfaitement dans la révision

des bases légales de 2014, la nouvelle

organisation ABC proposée par la

Commission FDS (Feu, défense contre les

hydrocarbures et chimique) poursuit différents

objectifs. Elle vise ainsi à:

••

appliquer les principes opérationnels définis

dans le Manuel pour les interventions

ABC de la Coordination suisse des

sapeurs-pompiers (CSSP);

••

garantir la couverture sécuritaire opérationnelle

dans le domaine ABC sur l’ensemble

du territoire vaudois selon le

standard de sécurité en la matière;

••

alléger les charges opérationnelles des

sapeurs-pompiers volontaires en matière

de lutte contre les événements de type

ABC;

••

renforcer l’appui fourni par les sapeurspompiers

professionnels du SDIS Lausanne-Epalinges

au profit de l’ensemble

des centres désignés en matière de lutte

contre les événements de type ABC;

••

adapter les structures et les moyens des

centres ABC en fonction des missions

qui leur sont attribuées.

W «Dans cette organisation,

le processus de gestion

des SDIS est simplifié

et clarifié.»

Mise en adéquation opérationnelle

Cette modification implique d’une part

l’élaboration d’un règlement et d’un arrêté

pour les missions ABC destiné à remplacer

l’actuel règlement DCH et, d’autre part, la

mise en place d’une convention entre

l’ECA et la Direction générale de l’environnement

(DGE) du canton de Vaud, notamment

pour que cette dernière puisse déléguer

la gestion financière et opérationnelle

à l’ECA.

«Dans cette organisation, le processus de

gestion des SDIS est simplifié et clarifié, la

responsabilité générale du domaine ABC

restant à la DGE alors que la responsabilité

opérationnelle est attribuée à l’ECA», précise

François Iff.

Le nouveau règlement indique les compétences

de chaque entité, il fixe les tarifs

de facturation du personnel engagé, du matériel

ainsi que les montants des rétrocessions

versées aux SDIS pour les missions

effectuées dans ce domaine et pour la formation

des intervenants.

La berce vaudoise contenant une tente et du matériel

de décontamination.

Le nouveau règlement précise les compétences de

chaque entité.

Le colonel François Iff, inspecteur cantonal des sapeurs-pompiers

vaudois.

Quant à l’arrêté sur le standard de sécurité

ABC, de manière similaire à celui couvrant

les missions feu, il fixe les temps d’intervention

et les moyens minimaux à engager.

Un fonctionnement uniformisé

De manière générale, le principe adopté est

celui du «1+3+4». Comme l’explique l’inspecteur

cantonal: «Cela signifie qu’au niveau

des organes d’intervention, il y aura

un Centre de défense ABC cantonal susceptible

d’assumer l’ensemble des missions et

des phases d’intervention dans les domaines

ABC sur la totalité du territoire vaudois.

Trois centres de défense ABC régionaux

seront également mis sur pied (Nyon,

Vevey et Yverdon-les-Bains) qui seront capables

d’assumer toutes les taches ABC

sauf celles qui sont particulièrement complexes.

Le dispositif sera enfin complété par

quatre centres de défense ABC locaux (Le

Sentier, Payerne, Aigle, Château-d’Oex)

qui effectueront de façon autonome les missions

de lutte contre les hydrocarbures et les

interventions simples dans le domaine BC

et qui seront renforcés par les autres centres

en cas de besoin.»

Il est à noter que les formations seront

également toutes uniformisées et que la

FOAD sera adaptée en 2016–2017 pour

permettre de dispenser par ce canal les informations

de base dans le domaine ABC.

Dans ce contexte, il faut savoir que les

organes d’intervention sapeurs-pompiers

sans attributions spécifiques ABC demeurent

les éléments de première intervention,

notamment pour le sauvetage immédiat

des personnes.

Dans le cadre des interventions de type

ABC, ces organismes sont chargés d’évaluer

les risques mais doivent également respecter

les principes d’intervention tels que

stipulés dans le règlement Connaissances

de base. Ils doivent également faire en sorte

d’éviter tout contact avec les produits suspects

et de créer les conditions de base en

vue de la maîtrise conjointe de l’événement

avec les spécialistes ABC.

Photos: ECA Vaud


82

Organisation

Journal des sapeurs-pompiers suisses

Sylvain Rodriguez, directeur de l’environnement

industriel, urbain et rural.

Les SDIS en question sont également

habilités à lutter contre les pollutions

ponctuelles dues aux hydrocarbures répandues

sur la chaussée sans atteinte au

système de récupération des eaux de surface.

W Des missions orientées vers les compétences

Chaque année, près de 800 interventions

sont menées dans le domaine

ABC. Elles vont de l’écoulement

de quelques litres de carburant

sur la chaussée à des fuites de produits

chimiques nécessitant la mobilisation

de nombreux intervenants.

Notre canton peut compter sur une

organisation efficace: la gestion remarquable

de l’accident ferroviaire

de Daillens en avril 2015 a montré

notre capacité à faire face à un sinistre

de grande ampleur. Nous

avons cependant la responsabilité

de faire évoluer cette organisation

pour maintenir son efficacité dans

un environnement en continuelle mutation.

La nouvelle organisation ABC,

fruit d’un long processus de réflexion

mené conjointement par

l’ECA et la DGE, s’inscrit dans cet

objectif.

Désormais, chaque entité assumera

les missions pour lesquelles elle a

le plus de compétences. La DGE se

concentrera sur les orientations stratégiques,

la mise à disposition des

moyens financiers et la facturation

aux pollueurs, tout en gardant son

rôle de conseiller technique auprès

des SDIS. L’ECA conduira la gestion

opérationnelle dans le domaine de

la formation, des interventions et de

la mise à disposition et de l’entretien

des moyens. Les SDIS se verront

attribuer les missions selon les

moyens à disposition et la formation

de ses membres, et ils seront déchargés

de certaines tâches administratives

fastidieuses. La collaboration

entre les SDIS sera

également renforcée dans la défense

ABC, comme elle l’est dans

d’autres domaines.

Cette nouvelle organisation doit permettre

de tirer le meilleur parti des

compétences de chacun, de répartir

au mieux la charge de travail et de

simplifier les processus administratifs

et financiers. Cette évolution doit ainsi

nous permettre de relever les défis

que les matières dangereuses nous

poseront lors des années à venir.

Sylvain Rodriguez

Directeur de l’environnement

industriel, urbain et rural

L’agenda

Selon le planning d’intention, les différents

documents du dossier ABC ont été validés

dans le courant de l’automne 2015 par la

Commission consultative en matière de défense

incendie et de secours CCDIS et le

Conseil d’Etat les a adoptés à son tour au

mois de décembre 2015. L’entrée en vigueur

de la nouvelle organisation ABC a

ainsi pu avoir lieu au 1 er janvier 2016.

Quant à la mise en œuvre opérationnelle

proprement dite, qui répond parfaitement

aux exigences spécifiques fixées dans le

Manuel pour les interventions ABC, elle

aura lieu progressivement.

«A fin 2017, le niveau opérationnel devra

être posé. Il pourra ensuite être affiné

en fonction des constats effectués à ce moment»,

indique François Iff.

Pour toutes les parties impliquées,

l’adoption du standard «1+3+4» permet de

garantir une couverture sécuritaire opérationnelle

homogène mais également d’uniformiser

et d’optimiser les moyens d’intervention,

ce qui va induire à terme une efficacité

accrue au niveau de la maîtrise de

l’ensemble des événements ABC susceptibles

de se produire.

f

Michael Werder,

rédacteur en chef adjoint


118 swissfire.ch 8|2016 Nouvelles des corps

83

Vaud

Morges (VD): exercice d’envergure

«Handover»: évacuation

d’un centre commercial

Afin d’être prêts à réagir face à toutes situations, les sapeurs-pompiers

volontaires du SIS Morget s’entraînent régulièrement.

L’exercice intitulé «Handover» du jeudi 30 juin au soir

était particulier de par son ampleur. Un feu, fictif, de voiture

dans le 5 e sous-sol du Centre des Charpentiers à Morges a nécessité

l’évacuation réelle des derniers clients de la Coop.

Il était 18 h 38, jeudi 30 juin,

quand l’alarme automatique du 5 e

et dernier sous-sol du parking des

Charpentiers, à Morges, s’est déclenchée.

Les sapeurs-pompiers

volontaires de Morges arrivent sur

place à 18 h 42, avec deux véhicules

qu’ils placent à l’entrée du

parking pour y condamner l’accès.

Demande

de moyens complémentaires

Après renseignements et une rapide

reconnaissance des lieux, un

feu de voiture avec fort dégagement

de fumée est confirmé aux

pompiers de l’organe d’intervention

(OI) de Morges.

A 18 h 49, le chef d’intervention

plt Xavier Reigner demande

des moyens complémentaires et

fait évacuer le centre commercial.

Une équipe de sapeurs-pompiers volontaires

venue en renfort avec une

motopompe pour pomper l’eau du lac.

LIBERTÉ

ET

PATRIE

L’incident va monter en puissance

au fil des minutes avec l’explosion

d’un véhicule à carburant

GPL, alors que la première

équipe APR était partie en reconnaissance.

Au final, plus de 100 intervenants

ont été alarmés et c’est à

22 h 27 que les derniers véhicules

et le personnel ont été annoncés à

nouveau opérationnels.

Ils provenaient de trois OI du

SIS Morget (Morges, Saint-Prex

et Denges), du renfort cantonal.

Le SPSL (sapeurs-pompiers professionnels

de Lausanne) et le

Soutien sanitaire opérationnel

(SSO) étaient aussi impliqués.

Partenaires mobilisés

Pour assurer la sécurité, la circulation

au centre-ville et l’évacuation

du centre, la Police Région

Morges était aussi présente.

La cellule de crise de la ville

de Morges a également été alarmée

afin de prévoir le relogement

des nombreux habitants, résidents

de l’EMS et des logements

protégés situés dans ce bâtiment

qui accueille également une Coop

au sous-sol, des commerces et

lieux de restauration au rez.

Cet exercice de grande envergure,

intitulé «Handover» – dont

aucun participant ne connaissait

le scénario – a été l’occasion

pour les sapeurs-pompiers volontaires

de Morges et sa région

de tester certains points jamais

vécus.

L’exercice a également permis

de découvrir des éléments techniques

à corriger dans le bâtiment

et permettre ainsi d’améliorer la

sécurité du site.

Par exemple, alors que

l’alarme automatique s’est déclenchée

à la suite d’un enfumage

du 5 e sous-sol, les ascenseurs ont

continué à fonctionner et des citadins

se sont retrouvés face à la

fumée. Il a été constaté que les ascenseurs

sont liés à l’alarme automatique

du centre commercial

et pas à celle du parking. Un point

qui sera corrigé.

De plus, une équipe APR a dû

rester au 2 e sous-sol afin de relayer

les informations, la radio ne

passant pas au dernier sous-sol.

Près d’une heure pour ventiler

Concernant la ventilation, le désenfumage

mécanique n’existe

pas dans ce bâtiment qui a une

trentaine d’années.

Afin d’évacuer la fumée qui

avait envahi le 5 e sous-sol de

4000 m 2 , les sapeurs-pompiers

ont donc installé un ventilateur à

chacune des quatre sorties piétonnes.

Les cages d’escaliers d’accès

au parking ont ainsi été mises en

surpression, puis ils ont ouvert les

portes d’accès des cages au parking

du 5 e sous-sol.

Parallèlement, des ventilateurs

grand débit (l’un thermique et

l’autre électrique provenant du

SPSL) ont été disposés en extraction

à la sortie véhicules du parking.

L’effet combiné a permis au

volume de fumée de remonter les

cinq étages par la voie d’accès

voiture jusqu’à la sortie. Afin

d’optimiser le processus, dès que

le 5 e sous-sol était libre de fumée,

les portes des cages d’escalier

étaient fermées et celles de

l’étage suivante ouvertes et ainsi

de suite jusqu’à désenfumer complètement

le parking souterrain.

«Notre ventilation était bonne,

mais au vu du volume de fumée à

évacuer, elle a commencé à faire

effet au bout de 40 minutes. Toutefois,

une fois en place, le bouchon

de fumée est parti en trois à

quatre minutes par étage, détaille

le commandant du SIS Morget

maj Eric Henry. De plus, avec cet

exercice, nous avons vu qu’une

piste à étudier pour l’évacuation

de la fumée est celle des cages

d’ascenseurs qui sont d’énormes

conduits de ventilation. L’expérience

des sapeurs-pompiers professionnels

de Lausanne est un

appui important pour le chef d’intervention.»

W Le SIS Morget en bref

Le SIS Morget regroupe

29 communes de la région

morgienne pour 52 794 habitants

au 31 décembre

2015. Les quelque

350 sapeurs-pompiers volontaires

sont amenés à

intervenir sur ce secteur

en cas d’incendie, d’inondation,

de dégât naturel,

de petit cas de pollution,

de soutien sanitaire et de

divers cas particuliers. La

section DPS Morges intervient

également pour les

désincarcérations dans le

cas d’accident avec blessé(s)

incarcéré(s) sur route

et autoroute. Davantage

d’informations sur www.

sismorget.ch


84 Nouvelles des corps Journal des sapeurs-pompiers suisses

Sectoriser et déléguer

Le fait de partir pour une alarme

automatique et se retrouver face

à un feu confirmé, de plus dans un

parking souterrain, était une première.

Le personnel du SSO a constaté que

la température de certains sapeurs

était facilement montée à plus de

38,5 °C.

Lors d’un feu dans un parking souterrain,

les pompiers bloquent en

premier l’accès à celui-ci.

Le véhicule de poste de commandement

venu de Lausanne.

La difficulté pour le plt Xavier

Reigner a été de réaliser qu’il

avait une quinzaine de minutes

avant que les renforts arrivent

pour réfléchir où les placer. Car le

Centre des Charpentiers est

longé, au nord, par une artère à

sens unique d’est en ouest fortement

utilisée et les autres côtés

sont des zones piétonnes dans la

vieille ville.

De plus, sept blessés fictifs

étaient à sauver et, afin de ne pas

rendre la tâche plus facile au chef

d’intervention, deux des quatre

portes permettant d’accéder au

5 e sous-sol ont été condamnées.

L’une par une voiture mal parquée,

l’autre parce qu’elle était

trop chaude.

L’ingénieur au quotidien est

resté calme tout au long des surprises

qui l’attendait durant cet

exercice et il a su composer avec

la situation.

«J’aurais par exemple aimé

avoir la berce ARI plus près de la

remorque ARI qui était déjà installée

une rue plus loin. Tout

comme j’aurais aimé que le véhicule

de transmission se place où

j’étais au début de l’intervention,

côté route, mais pas à l’opposé.

Finalement, cela aurait été plus

compliqué avec la circulation»,

détaille Xavier Reigner.

L’exercice, il l’a trouvé très intéressant.

Lui, tout comme

l’état-major, a aussi pu constater

l’importance d’adapter les tâches

d’un chef d’intervention à l’ampleur

du sinistre, notamment sectoriser

et déléguer. «Sinon, on

perd vite le fil car on ne peut pas

répondre à tout le monde», relève-t-il.

Un des objectifs fixé par la direction

de l’exercice était de donner

la possibilité à ses cadres

d’entraîner, en version 1:1, la

gestion d’une place d’interven-


118 swissfire.ch 8|2016 Nouvelles des corps

85

tion lors d’un feu de parking avec

la mise en place d’une place de

rassemblement APR, d’un poste

de commandement, d’un nid de

blessés et du SSO.

«Handover» leur a ainsi permis

de tester une sectorisation par

domaine technique, la gestion

APR, la ventilation, l’extinction,

le sauvetage, le transport d’eau,

l’évacuation, etc.

Citadins mécontents

En plus des nombreux porteurs

APR engagés et des véhicules de

secours situés tout autour du bâtiment,

le chef d’intervention devait

encore penser aux hommes

qui sont venus en renfort pour refroidir

la structure du bâtiment

après que le feu a été annoncé

comme maîtrisé.

«Nous avons choisi d’aller

prendre dans le lac, afin d’éviter

de puiser dans les réserves d’eau

potable», relève Eric Henry.

Avec l’installation mise et les

plus de 500 m de tuyaux entre le

lac et les Charpentiers, les sapeurs

avaient une capacité de plus

de 4000 litres par minute.

Par contre, ce qui a surpris

certains sapeurs, c’est le comportement

des gens. D’abord

Photos: SIS Morget

ceux qu’il a fallu prier plusieurs

fois de sortir et ceux qui ont

quasi insulté les forces de l’ordre

parce qu’ils ne pouvaient pas redescendre

au parking chercher

leur voiture.

Si l’agacement du fait que ce

soit un exercice et que certains

ont attendu plus d’une heure peut

se comprendre, le chef d’intervention

ne voulait pas prendre de

risque en les autorisant à descendre

dans le parking d’une capacité

de 587 places. «Je préférais

ne pas laisser les gens rechercher

leur voiture tant qu’il y avait

de la fumée et ainsi éviter qu’il y

ait de la casse et donc des frais à

notre charge», continue Xavier

Reigner.

Afin d’être proche de la réalité, de la

vraie fumée (non toxique) a été soufflée

dans le 5 e sous-sol.

Le véhicule de transmission venu de

Lausanne était placé à une rue des

Charpentiers.

Exercice réussi

Du côté de l’inspecteur régional

de l’ECA, le maj Patrick Munier,

venu en appui pour la direction

d’intervention au véhicule de

commandement comme cela se

fait en intervention réelle, l’exercice

lui a permis d’observer le travail

et l’engagement des sapeurs

volontaires.

A la fin, il a déclaré que ces

derniers pouvaient marcher la

tête haute dans la rue. «L’engagement

et la complémentarité

entre toutes les entités ont été du

très bon travail. La montée en

puissance et la gestion des porteurs

d’appareils respiratoires

qui œuvraient dans des conditions

difficiles, avec ces étages,

étaient aussi très bien. De plus,

nous avons pu constater l’importance

de la synergie avec la SSO,

car même dans un exercice, les

APR sont ressortis avec des températures

élevées. C’était un

exercice difficile qui nous a

aussi permis de constater que

d’avoir le même équipement

partout et que tous les SDIS du

canton travaillent de la même

manière est un bon point. La formation

de ces cinq-six dernières

années porte ses fruits»,

conclut-il.

S’il y a toujours des points à

améliorer, la mission a été exécutée

et c’était l’élément primordial.

Toutefois, personne n’espère

qu’une telle situation se produise,

surtout avec un feu au dernier

sous-sol, là où toute la structure

repose. Pourtant, en octobre

2006, ce même centre avait dû

être évacué pour un véritable incendie.

Celui de la station électrique

de la Romande Energie située

au premier sous-sol et qui

n’a, heureusement, pas fait de

blessés.

f

Fabienne Morand,

adjointe au responsable

multimédia du SIS Morget


86 Fédérations, associations, institutions Journal des sapeurs-pompiers suisses

Saint-Ursanne (JU)

Saint-Ursanne s’est teintée

de rouge

Entre 2011 et 2015, grâce à une action de financement spécial

proposé par l’ECA Jura, de nombreux SIS du Jura ont pu

s’équiper de nouveaux véhicules. Pour célébrer la fin de ce projet

d’envergure, ces engins ont été réunis le samedi 4 juin

2016 à Saint-Ursanne, dans le cadre d’un rendez-vous où le

rouge feu a bien évidemment été la couleur dominante.

Les sapeurs-pompiers jurassiens

utilisent plusieurs types de véhicules

d’intervention qui doivent

bien sûr toujours être dans un état

technique impeccable pour en assurer

l’efficacité.

Au fil des ans, ce matériel roulant

– bien sollicité – a accusé le

poids des missions accomplies et

demandait à être remplacé par

des véhicules plus modernes.

Considérant l’investissement

que les communes doivent généralement

engager pour de tels

achats, le conseil d’administration

de l’ECA Jura avait décidé,

en 2010, d’accorder un taux de

subventionnement spécial de

70% à tous les SIS qui souhaitaient

remplacer un tonne-pompe

lourd, un tonne-pompe léger ou

encore un véhicule de transport.

Plus de 20 véhicules

C’est sous l’égide de la Commission

technique de la Société des

sapeurs-pompiers de la République

et Canton du Jura SSPJU

qu’ont été menées les études préliminaires

et l’élaboration des cahiers

des charges de ces différents

engins techniques.

Une fois les décisions techniques

prises et après analyse des

besoins avérés de la part de

l’ECA Jura, les SIS jurassiens ont

pu acquérir les engins nécessaires

dans le cadre d’un achat groupé.

Ce sont ainsi plus d’une vingtaine

de véhicules qui sont venus

renforcer le potentiel des SIS durant

l’action spéciale, qui a duré

de 2011 à 2015, confirmant ainsi

le succès du projet.

Il est à noter que l’ECA Jura a

concédé une dépense de l’ordre

de quelque trois millions de

francs pour cette opération.

Photo de famille

C’est donc pour célébrer la fin de

cette action spéciale que des véhicules

représentant toute la gamme

des nouveaux engins ont été réunis

le 4 juin 2016 à Saint-Ursanne

pour, en quelque sorte, en faire

une photo de famille.

Durant cette journée, les nouveaux

véhicules ont été présentés

aux personnes intéressées, qui ont

Le véhicule Argo 8×8 a remporté un

vif succès auprès du public.

Une partie des véhicules présentés.

Un public attentif aux explications

concernant la lance Cobra.


118 swissfire.ch 8|2016

Annonce

Accès uniquement pour personnes

autorisées …

grâce à des solutions d’accès modernes

Autonomes ou intégrés élégamment dans des stations extérieures,

les systèmes d’accès assurent une sélection correcte

devant la porte. L’ouverture de porte est biométrique avec

un lecteur d’empreinte digitale, clavier pour code ou lecteur

de carte/badge. Le contrôle d’accès peut aussi être géré

au choix par un logiciel. C’est une solution idéale pour les

sociétés: la remise de clé est superflue, l’autorisation d’accès

peut être accordée par porte et par collaborateur.

87

également assisté à plusieurs démonstrations

d’interventions effectuées

avec les nouveaux véhicules

en dotation ainsi qu’à l’engagement

de moyens tout à fait

particuliers, comme par exemple

un engins à huit roues de type

tout terrain et amphibie ou encore

la lance Cobra, un outil parfait

pour inerter les volumes en feu et

éviter la survenance des redoutés

phénomènes thermiques et dont

la démonstration a été réalisée

par un sapeur-pompier professionnel

du SPSL de Lausanne qui

a fait le voyage en terres jurassiennes

tout exprès pour cela.

Un cortège regroupant tous les

véhicules présentés a ensuite parcouru

les rues de Saint-Ursanne,

mettant ainsi un terme à cette journée

placée non seulement à l’enseigne

de la technique mais également

sous le signe de l’échange.

Cette manifestation a en effet

constitué une occasion unique

de venir à la rencontre des sapeurs-pompiers

jurassiens et de

passer quelques instants en toute

convivialité en leur compagnie.f

Michael Werder,

rédacteur en chef adjoint

Démonstration d’engagement en

triple extinction: déploiement de la

conduite mousse.

Photos: Michael Werder

www.kochag.ch


88 In intervento Giornale dei pompieri svizzeri

La prima sfida: entrare in servizio!

Per aiutare, bisogna prima

arrivare

Per un pompiere volontario, sentire il suono del ricerca persone significa

che deve recarsi il più in fretta possibile in caserma per indossare

l’equipaggiamento di protezione individuale e poi andare con i veicoli

d’intervento sul luogo del sinistro per portare soccorso.

Fino ad ora era relativamente facile: i pompieri

allarmati saltavano nella loro auto per

recarsi in caserma ed entrare in servizio il

più in fretta possibile. Se le condizioni meteorologiche

e la distanza lo permettono, alcuni

inforcano la moto o la bici oppure

fanno addirittura il tragitto correndo. Tuttavia,

il traffico stradale è aumentato enormemente

in questi ultimi anni.

L’entrata in servizio in bicicletta ha dei vantaggi e

degli inconvenienti: spesso la segnaletica delle piste

ciclabili accorda ai loro utenti la precedenza

sul traffico motorizzato, questo può quindi permettere

di guadagnare tempo. L’inconveniente è che,

secondo la distanza, il pompiere arriva in caserma

già madido di sudore e sfinito, cosa non consigliabile

all’inizio di un ingaggio che potrebbe essere

lungo e fisicamente esigente.

Ciò significa che, se, nel passato, si era

confrontati di tanto in tanto a un traffico intenso,

attualmente quest’ultimo comincia il

mattino presto e dura fino a sera. Per i pompieri

che sono allarmati, questo significa

trovarsi prigionieri delle colonne di veicoli

come tutti gli altri utenti della strada e anche

queste persone vengono identificate

come soccorritori, questo spesso non serve

a molto. Inoltre, nel traffico attuale, gli automobilisti

si comportano frequentemente

in modo egoista e spesso si assiste a scambi

di propositi poco eleganti, di insulti e di altri

tipi di «gentilezze» di questo genere …

Tutti questi elementi contribuiscono a ritardare

l’arrivo dell’aiuto necessario oppure

ad allungare l’attesa delle forze d’intervento

già sul sito che hanno richiesto rinforzi.

In caso di dubbio: meglio l’itinerario

più sicuro di quello più rapido

Per gli intervenienti, si tratta sempre di mantenere

la calma. Essendo considerati come

utenti della strada normali, non hanno assolutamente

alcun diritto di commettere nessun

tipo di infrazione alla legislazione sulla

circolazione stradale e dovranno rispondere

a titolo privato dei loro atti in caso di eccesso

di velocità, di passaggio con il semaforo

rosso o di incidente che avranno causato.

Non essendo prevista nessuna diminuzione

del traffico a breve termine, i corpi

pompieri e il loro personale devono riflettere

alla questione dell’entrata in servizio

in caso di allarme e procedere a un’analisi

della situazione. Verosimilmente, non esiste

alcuna soluzione di portata generale che

possa risolvere il problema. Possono invece

essere adottate delle misure a tutti i livelli

per facilitare l’entrata in servizio e diminuire

il tempo necessario durante questa

fase dell’intervento.

È per esempio possibile porsi la domanda

della pertinenza e della fattibilità di


118 swissfire.ch 8|2016 In intervento

89

una segnalizzazione per i veicoli dei pompieri

che entrano in servizio. Magari un indicatore

amovibile sul tetto («Pompiere in

intervento») inciterebbe gli utenti della

strada a far posto a un pompiere o a cedergli

il passaggio.

Sarebbe magari possibile, un giorno, che

i pompieri che sono al volante di veicoli segnalati

in questo modo, abbiano il diritto di

utilizzare le corsie normalmente riservate

ai trasporti pubblici, senza ovviamente intralciare

questi ultimi. Essendo il dibattito,

e l’eventuale concretizzazione di una misura

di tale portata, di natura politica, esso

deve ovviamente essere portato avanti con

gli organi competenti poiché la sua realiz­

«Pompiere in intervento»: un tale indicatore amovibile

sul tetto del veicolo inciterebbe eventualmente

gli utenti della strada a far posto a un pompiere o

a cedergli il passaggio.

Davanti alle caserme dei pompieri, sono generalmente

previsti dei posteggi riservati alle auto degli

intervenienti.

Foto: Jan Kuschinkske, Keystone, Corinne Aeberhard, 118 swissfire.ch


90 In intervento Giornale dei pompieri svizzeri

zazione richiederebbe il consenso di tutti

gli interessati.

Ma il pompiere deve, anche lui, riflettere

al modo in cui desidera organizzarsi.

Il percorso

Il percorso più rapido da un punto a un altro

varia nel corso della giornata. Le modifiche

di tracciato, di segnaletica o di limitazione

della velocità possono rendere un

nuovo itinerario più rapido. Il pompiere

deve quindi tenersi aggiornato sui cambiamenti

e testare le varianti possibili.

Il veicolo

«Entro in servizio con la mia auto da sempre!»

sottinteso: «È così e non vedo perché

dovrei cambiare!» Tuttavia, le corsie e le piste

ciclabili sono sempre più numerose

sulle nostre strade, e la segnaletica accorda

spesso la precedenza alle biciclette sul traffico

motorizzato. Può capitare dunque, che

nel traffico di punta, le due ruote risultino

più rapide di un’autovettura. L’entrata in

servizio in bicicletta non è tuttavia sempre

la migliore soluzione per via del rischio, secondo

la distanza, di arrivare in caserma già

madido di sudore e sfinito, cosa non consigliabile

all’inizio di un ingaggio che potrebbe

rivelarsi lungo e fisicamente esigente.

Le piste e le corsie ciclabili possono tuttavia

generalmente essere utilizzate anche

per le biciclette elettriche e per i motorini.

Questo tipo di motorizzazione permette di

raggiungere velocità interessanti senza

troppo sforzo. In questo modo, il pompiere

può facilmente risalire le colonne di

automobili anche durante le ore di punta.

E una volta arrivati a destinazione si trova

sempre il posto per una bicicletta mentre

l’operazione può essere più delicata

quando si tratta di parcheggiare un’automobile.

C’è da ricordarsi inoltre che, con

le due ruote, si possono a volte prendere

delle scorciatoie vietate ai veicoli motorizzati


Allarme! Per il pompiere volontario, questo significa

che deve recarsi il più in fretta possibile in caserma.

Ma l’entrata in servizio costituisce già la

prima sfida e si tratta di restare calmi in mezzo al

traffico stradale.

Il punto di partenza

I pompieri non partono necessariamente dal

loro domicilio per recarsi in caserma, per

questo è importante che si chiedano di tanto

in tanto da dove passerebbero, in caso di allarme,

per recarsi il più in fretta possibile

in caserma partendo dal posto dove si trovano.

Anche questa capacità di anticipazione

costituisce un risparmio di tempo nel

caso in cui …, e lascia inoltre la mente libera

per pensare all’ingaggio imminente

piuttosto che doversi concentrare sulla

scelta del percorso da seguire.

Ovviamente, i punti trattati qui sopra costituiscono

unicamente una serie di suggerimenti.

Magari la maggioranza dei pompieri

ci ha già riflettuto da molto tempo

senza trovare necessariamente la possibilità

di guadagnare tempo tenendo conto della

loro situazione concreta. Se questo è il caso,

non resta altro da fare che mantenere la

calma se si riceve un allarme e di accettare

il tempo necessario per entrare in servizio.

Per concludere: bisogna prima arrivare sul

luogo del sinistro prima di poter intervenire.


f

Peter Lisibach,

Corpo pompieri professionisti di Winterthur


W Anlässe

32. Familien- und

Feuerwehrmarsch Düdingen

Samstag, 17.September 2016

Start: 08.30–11.00 Uhr

FW-Lokal Düdingen

FFD Freunde der Feuerwehr

Düdingen

Auskunft:

Bernhard Brönnimann

079 688 31 58

feuerwehrmarsch@verein-ffd.ch

www.verein-ffd.ch

16. Feuerwehrmarsch

Degersheim

Am 10. September 2016 findet

der int. Feuerwehrmarsch

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statt. Start ist um 09.00 Uhr,

Frühschoppen ab 08.00 Uhr,

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W Bourse des sapeurs-pompiers W Füürwehrzytigs-Märit


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W Fahrzeugeinbauten

W Equipements pour véhicules

Installationen für Blaulicht- und Kommunalfahrzeuge

Tel. 041 349 40 50

www.autometer.ch

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Tony Brändle AG Wil

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Tel. +41 (0)71 969 37 37

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Schulthess Maschinen AG

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Anticimex AG Tel. 058 387 75 75

Sägereistrasse 25 info@anticimex.ch

8152 Glattbrugg www.anticimex.ch

W Production électrique

W Registre des fournisseurs W Bezugsquellenregister

www.swissfire.ch/registre des fournisseurs avec lien sur les maisons correspondantes


W Corsi di formazione complementare FSP 2016 W Cours de formation complémentaire FSSP 2016 W Weiterbildungskurse SFV 2016

Weiterbildungskurse SFV 2016/Cours de formation complémentaire

FSSP 2016/Corsi di formazione complementare FSP 2016

(Projektstand August 2016/Situation actuelle août 2016/Situazione attuale agosto 2016)

Kurs/Cours/Corso

Absturzsicherung/Sécurité antichute/Anticaduta

Basiskurs

Cours de base

Ort/Lieu/

Luogo

Zofingen (AG)

Yverdon (VD)

W

W

W

Kontakt/Contact/Contatto: admin@swissfire.ch

Datum/Date/Data Beschrieb/Description/Descrizione Preis/Prix/

Prezzo

06.–07.09.2016

08.–09.09.2016

29.–30.09.2016

Zielpublikum: Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Sanität und Zivilschutz),

welche Tätigkeiten in der Höhe ausführen müssen und persönliche

Schutzausrüstungen benötigen

Public cible: Forces d’intervention (sapeurs-pompiers, police, services

sanitaires et protection civile) devant exercer des activités en hauteur

qui nécessitent l’utilisation d’EPI adaptés

Formateur cours FSSP Yverdon (VD) W 27.–29.09.2016 Public cible: Membres des forces d’intervention (sapeurs-pompiers, police,

services sanitaires et protection civile) qui, en tant que formateurs,

doivent instruire du personnel susceptible d’effectuer des activités en

hauteur nécessitant l’utilisation d’EPI adaptés

Wiederholungskurs für Ausbilder

SFV-Kurs

Cours de répétition pour formateur

cours FSSP

Zofingen (AG)

Yverdon (VD)

Atemschutz/Protection respiratoire/Protezione della respirazione

Modul 1: Einsatztraining

Andelfingen

(ZH)

W

W

Methodik/Méthodologie/Metodologia

Ausbilden! Einfach – gut

Realistische Übungsszenarien durch Spezialeffekte

Der Ausbildungsverantwortliche der Feuerwehr

Ausbilden! Massgeschneidert – bei mir

Raum

Solothurn

Büren a.d.A.

(BE)

Sumiswald

(BE)

gem. FW

vor Ort

Naturgefahren/Dangers naturels/Pericoli naturali

Grundlagen

Beckenried

(NW)

Principes de base

W Kurse Deutsch W Cours français W Corsi italiani

W

W

W

W

06.09.2016

07.09.2016

27.09.2016

28.09.2016

08.–09.11.2016

10.–11.11.2016

Zielpublikum: Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Sanität und Zivilschutz)

als Ausbilder Absturzsicherung SFV, die ihr Zertifikat erneuern müssen

Public cible: Membres des forces d’intervention (sapeurs-pompiers, police,

services sanitaires et protection civile) qui, en tant que formateurs

antichute FSSP, doivent renouveler leur certificat

Zielpublikum: Gruppenführer, Unteroffiziere, Offiziere und Verantwortliche,

die eine gute Erfahrung im Bereich des Atemschutzes haben

W 04.–05.11.2016 Zielpublikum: Kaderangehörige der Ortsfeuerwehr, die in der Feuerwehr

im Übungsdienst Kader und Mannschaften ausbilden, alle Ausbilder der

Partner im Bevölkerungsschutz, Ausbilder/Verantwortliche für Lernende

in KMU

W 18.08.2016 Zielpublikum: Angehörige von Feuerwehren, Polizei und Zivilschutz, welche

Übungen vorbereiten und durchführen

W 26.–27.10.2016 Zielpublikum: Ausbildungsverantwortliche der Feuerwehren (in dieser

Funktion tätig oder dafür vorgesehen)

W

auf Anfrage

1 Tag

Zielpublikum: Kaderangehörige der Ortsfeuerwehr, die in der Feuerwehr

im Übungsdienst Kader und Mannschaften ausbilden, alle Ausbilder der

Partner im Bevölkerungsschutz, Ausbilder/Verantwortliche für Lernende

in KMU

W W 12.08.2016 Zielpublikum: alle Feuerwehrkader, Angehörige von GFO/RFO, Kader der

ZSO, interessierte Partner

Public cible: Cadres des corps de sapeurs-pompiers, membres des Or-

CoC, membres des OrCoR, cadres des OPC et partenaires du secours

980.–

1400.–

450.–

1200.–

770.–

590.–

1100.–

550.–

590.–


Kurs/Cours/Corso

Ort/Lieu/

Luogo

Strassenrettung/Secours routier/Soccorso stradale

Lastkraftwagen, Sicherheit und Rettung Balsthal (SO)

der Opfer

Poids lourds, sécurité et secours

aux victimes

Mezzi pesanti, sicurezza e soccorso

alle vittime

Spezialkurse/Cours spéciaux/Corsi speciali

Wärmebildkamera

Caméra thermique

Rettung in Fliessgewässern: Modul

«SRTA-W» Rescue 3

Sauvetage en eaux vives: Module «SRTA-W»

Rescue 3

Salvataggio in acque vive: Modulo «SRTA-W»

Rescue 3

Rettung in Fliessgewässern: Modul «SFR»

Res cue 3

Sauvetage en eaux vives: Module «SFR»

Res cue 3

Sicherheit in der Feuerwehr – Teil 1

Aarwangen

(BE)

W Kurse Deutsch W Cours français W Corsi italiani

W W W

W W

Datum/Date/Data Beschrieb/Description/Descrizione Preis/Prix/

Prezzo

25.–26.10.2016

26.–27.10.2016

Zielpublikum: Einsatzkräfte der Feuerwehr, die im Bereich Strassenrettung

spezialisiert sind

Public cible: Sapeurs-pompiers en tant qu’intervenants spécialisés dans

le domaine du secours routier

Pubblico bersaglio: pompieri quali intervenienti specializzati nel settore

del soccorso stradale

W W 16.11.2016 Zielpublikum: Einsatzleiter, Offiziere, Atemschutzverantwortliche, Gruppenführer

und Ausbilder

Public cible: Chefs d’intervention, officiers, responsables de la protection

de la respiration, chefs de groupe et formateurs sapeurs-pompiers

Frutigen W W W 06.–08.07.2016 Zielpublikum: anerkannte professionelle und freiwillige Einsatzformationen

aus dem Bereich des Bevölkerungsschutzes, d.h. Feuerwehr, Polizei,

Rettungsdienste, Zivilschutz, eventuell technische Dienste

Public cible: Unités professionnelles d’intervention ou unités de milice

reconnues du domaine de la protection de la population, soit sapeurspompiers,

services de police, services sanitaires, protection civile, éventuellement

services techniques

Pubblico bersaglio: unità di intervento professionali o unità di milizia riconosciute

nel campo della protezione della popolazione, cioè vigili del

fuoco, polizia, servizi sanitari, servizio di protezione civile, possibilmente

servizi tecnici

Genf

Rapperswil-

Jona (SG)

Jugendfeuerwehr/Jeunes sapeurs-pompiers/Mini pompieri

Leiter/innenkurs – Teil 1

Corsi dei responsabili – parte 1

Leiter/innenkurs Teil 2

Cours pour responsables – partie 2

Sumiswald

(BE)

W W

W W

SFV-Anlässe/Manifestations de la FSSP/Manifestazioni della FSSP

Einsatz! Erfahrungen – Erkenntnisse – Lehren

Intervention! Expériences – constatations –

enseignements

30.–31.08.2016

31.08.–01.09.2016

Zielpublikum: anerkannte professionelle und freiwillige Einsatzformationen

aus dem Bereich des Bevölkerungsschutzes, d.h. Feuerwehr, Polizei,

Rettungsdienste, Zivilschutz, eventuell technische Dienste

Public cible: Unités professionnelles d’intervention ou unités de milice

reconnues du domaine de la protection de la population, soit sapeurspompiers,

services de police, services sanitaires, protection civile, éventuellement

services techniques

1200.–

390.–

850.–

1100.–

W 23.11.2016 Zielpublikum: Einsatzleiter, Offiziere, Gruppenführer, Ausbilder 590.–

W W 01.–02.12.2016 Zielpublikum: aktive und künftige Jugendfeuerwehr-Leiter/innen

und Jugendfeuerwehr-Betreuer/innen

Pubblico bersaglio: responsabili attuali e futuri di mini pompieri, personale

d’accompagnamento

Balsthal (SO) W W 08.–09.09.2016 Zielpublikum: aktive und künftige Jugendfeuerwehr-Leiter/innen

und Jugendfeuerwehr-Betreuer/innen

Public cible: Responsables actuels et futurs de jeunes sapeurspompiers,

personnel d’encadrement

Lenzburg

(AG)

La Rama

W

W

18.11.2016

30.11.2016

Zielpublikum: Feuerwehr-Taktik-Interessierte aller Stufen: Kdt, Stabsof,

Pikett-Of, EL, Gfhr

Public cible: Commandants, chefs d’intervention, officiers des corps de

sapeurs-pompiers et d’autres forces d’intervention

385.--

385.–

250.–

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