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NEUE MOBILITÄT 10

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www.bem-ev.de | 8,50 €<br />

ISSN 2191-5636<br />

Neujahrsausgabe 2013<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

JANUAR 2013<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

Messe Essen // vom 05. bis 07.02.2013<br />

Ladeinfrastruktur<br />

Voraussetzungen sowie<br />

innovative Lösungen<br />

Who is Who<br />

Organisationen, Verbände &<br />

Initiativen, die Zeichen setzen<br />

Erste Flotten<br />

Elektrozweiräder &<br />

Intermodalität im Fokus<br />

Human Resources<br />

Aus-, Weiterbildung, Studium &<br />

Forschung im Bereich eMobilität<br />

Neue Mobilität<br />

1


SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />

GRUSSWORT<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl Auf der Automechanika 2012<br />

SWARCO TRAFFIC SYSTEMS<br />

e-mobility - Ihr Einstieg in die Mobilität von morgen -<br />

Aufruf zu mehr Gelassenheit<br />

Die individuelle Mobilität ist eines unserer höchsten Güter. Um die<br />

Mobilität unserer Gesellschaft auch in Zukunft aufrecht<br />

zu erhalten, braucht es Alternativen und grundlegende Veränderungen.<br />

Die Kapazität herkömmlicher fossiler Energieträger ist endlich.<br />

Elektromobilität, basierend auf umweltfreundlichen Antrieben und<br />

erneuerbaren Energieträgern ist ein vielversprechendes<br />

Konzept, insbesondere für den urbanen Bereich.<br />

Der Veränderung der Mobilität können wir nur durch rechtzeitiges<br />

Engagement entgegen treten. SWARCO TRAFFIC SYSTEMS ist<br />

daher Partner und Innovator von zukunftsweisenden Projekten.<br />

Gemeinsam mit Ihnen realisieren wir individuelle Lösungen für die<br />

steigende Nachfrage an Ladestellen mit offenen oder<br />

geschlossenen Benutzerkreis sowie gerne auch in Kombination<br />

mit unseren Parkscheinautomaten.<br />

<br />

SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH | Bodenseestrasse 113 | 81243 München | parking@swarco.de<br />

BUSINESS UNIT PARKING<br />

Neue Technologien haben es schwer: Kaum werden die ersten<br />

erfolgreichen Laborversuche und Forschungsergebnisse<br />

veröffentlicht, wollen Medien, Investoren und Öffentlichkeit<br />

fertige - bestmöglich bereits in Serie hergestellte - Produkte<br />

sehen. Sind dann die ersten Anwendungen auf dem Markt,<br />

wird über Kinderkrankheiten und hohe Preise geschimpft.<br />

Werden die ersten Misserfolge und Pleiten bekannt, beherrschen<br />

- nach dem anfänglichen medialen Hype - Skepsis,<br />

Häme und Schadenfreude ob der scheinbar misslungenen<br />

Entwicklung die veröffentlichte Meinung.<br />

So auch beim Thema Elektromobilität. Das ist nicht schlimm.<br />

Wissen wir doch, dass diese Tatsache dem so genannten<br />

Hype-Zyklus geschuldet ist, den jede neue Technologie anfänglich<br />

durchläuft.<br />

Der Hype der letzten Jahre war weder gut noch böse, sondern<br />

eine von verschiedenen Phasen bei der Markteinführung<br />

einer Innovation - ebenso wie das Tal der Tränen, welches<br />

die eMobilitäts-Branche aktuell durchschreitet. Ob die<br />

Skeptiker wollen oder nicht, auch diese Phase wird enden.<br />

Und die Indizien häufen sich, dass das Ende des medialen<br />

Stimmungstiefs bald erreicht sein wird. Was dann folgt, ist<br />

eine zunehmend realistische Einschätzung der neuen Technologie<br />

- sowohl der Vorteile als auch der bevorstehenden<br />

Herausforderungen - auf Basis derer sich die Neue Mobilität<br />

Schritt für Schritt erfolgreich am Markt positionieren wird.<br />

Etwas mehr Gelassenheit gegenüber den allzu kritischen<br />

Stimmen kann vor diesem Hintergrund nicht schaden.<br />

Konzentrieren wir uns lieber auf das, was wir können. Denn<br />

ohne eine gemeinsame Anstrengung aller beteiligten Akteure<br />

werden wir die uns noch bevorstehenden Herausforderungen<br />

nicht meistern.<br />

Kein Unternehmen im Mobilitätsbereich - und sei es noch<br />

so groß - kann künftig allein das komplexe Netz der Neuen<br />

Mobilität für seine Kunden realisieren. Grundvoraussetzung<br />

für einen langfristigen Erfolg sind branchen- und länderübergreifende<br />

Kooperationen sowie innovative Konzepte. Dabei<br />

werden zunehmend Unternehmen aus der Informations- und<br />

Kommunikationsbranche, die hervorragende Voraussetzungen<br />

mitbringen, um die komplexen Mobilitätsangebote von<br />

morgen schnell und kundenfreundlich zu organisieren, den<br />

Massenmarkt der vernetzten Neuen Mobilität erschließen.<br />

Wir haben jetzt die Chance, die Weichen für eine nachhaltige,<br />

emissionsarme Neue Mobilität zu stellen - und das nicht nur<br />

für uns, sondern insbesondere auch für unsere Kinder. Lassen<br />

Sie uns 2013 gemeinsam Zeichen setzen..!<br />

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Neue Mobilität<br />

3


INHALTS-<br />

ANGABE<br />

Cover<br />

biiista gmbh<br />

OÖ Nachrichten/ Weihbold<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>10</strong> »<br />

DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

ausgabe Januar 2013<br />

BEM<br />

Status quo<br />

eMobilität<br />

Lade-<br />

INFRASTRUKTUR<br />

Erste<br />

Flotten<br />

3 GruSSwort<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

6 Spes ultima moritur<br />

Editorial, Christian heep<br />

18 LADEINFRASTRUKTUR<br />

68 parlamentarischer<br />

Beirat<br />

70 Köpfe der Branche<br />

79 BEM-Delegationsreise<br />

Nach Malta<br />

80 BEM-Roundtable<br />

POwered by enBW<br />

81 BEM-Roundtable<br />

POwered by Brose-sew<br />

1<strong>10</strong> Neuregelung:<br />

Besteuerung von<br />

Dienst-Fahrrädern<br />

112 kurt sigl in den USA<br />

122 Buchvorstellungen<br />

124 vorschau<br />

125 NM-aboformular<br />

126 BEM-Mitgliedschaft<br />

128 Firmenverzeichnis<br />

130 Impressum<br />

Messen &<br />

EVents<br />

8 E-world 2013<br />

<strong>10</strong> AUTOMECHANIKA<br />

Shanghai 2012<br />

12 Shanghai im FOkus<br />

Andreas Serra<br />

14 eCarTec 2012<br />

15 EMV 2013<br />

72 hat das Elektrofahrzeug<br />

EINE chance?<br />

Prof. Dr. gernot spiegelberg<br />

76 Lösungen für die effiziente<br />

<strong>MOBILITÄT</strong> der zukunft<br />

Jürgen Goroncy<br />

78 urban-e gewinnt<br />

ökoglobe-award 2012<br />

Christoph hahne<br />

82 Green eMotion<br />

Dr. heike bArlag<br />

Dr. norbert vierheilig<br />

Volker Fricke<br />

84 Elektromobilität im dialog<br />

helmuth von grolman<br />

86 Smarte Paketverteilung<br />

Für die emobile city<br />

hans-jürgen esch<br />

Human<br />

Resources<br />

114 raum für Ideen<br />

boxberg forum<br />

116 zukunft sichern durch<br />

weiterbildung<br />

C & Q<br />

117 elektrische Antriebe<br />

Für eMobilität<br />

bundeswehr uni münchen<br />

118 Graduiertenkolleg zur<br />

ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />

rwth aachen<br />

119 master studiengang<br />

eMobilität<br />

uni Stuttgart<br />

120 ein neuer weg in<br />

DER berufsausbildung<br />

berufsbildungszentrum mölln<br />

121 gibt es umweltfreundliche<br />

Autos?<br />

deutsche Umwelt-aktion<br />

21 Systemtechnische Technologie<br />

& Innovationsplattformen<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

22 LEGAL CORNER<br />

CMS HASCHE SIGLE<br />

24 WIE VIEL LADEINFRASTRUKTUR<br />

BRAUCHT DIE e<strong>MOBILITÄT</strong>?<br />

DR.-ING. JAN TRAENCKNER<br />

26 LOGISTIKAUFGABE e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

enerChange<br />

28 Panta Rhei - nicht nur strom<br />

eight<br />

30 Aktuelle Ladeinfrastruktur-<br />

Konzepte<br />

RWE emobility lounge<br />

32 Ladung und abrechnung<br />

IM Parkhaus<br />

Castellan<br />

34 Neue Geschäftsmöglichkei-<br />

TEN durch SchnellLadung<br />

ABB Automation Products<br />

36 Die »All-in-one-solution«<br />

IST gefragt<br />

swarco traffic systems<br />

38 Legal corner<br />

becker Büttner held<br />

40 ladeinfrastruktur für<br />

emobilität<br />

mennekes<br />

42 infrastruktur in den<br />

Modellregionen<br />

now<br />

44 eine Ladeinfrastruktur<br />

Für alle<br />

bals elektrotechnik<br />

46 ich bin ein e-Berliner<br />

The new motion germany<br />

48 schnell, einfach &<br />

KOMFORTABEL<br />

dr. Peter Westerbarkey<br />

50 Mobile Metering<br />

Ubitricity<br />

52 Legal corner<br />

noerr<br />

54 intelligente<br />

STROMTANKSTELLE<br />

Heldele<br />

56 Park & Charge<br />

bsm<br />

Who is Who<br />

der emobilität<br />

58 Einleitung<br />

59 BEM<br />

60 NABU<br />

61 BSM<br />

62 BEE<br />

63 INNOZ<br />

64 VDIK<br />

65 ZIV<br />

66 ACE<br />

90 Revolutionäres<br />

Elektromotorrad aus<br />

österreich<br />

biiista elektromobilität<br />

92 legal corner<br />

osborne clarke<br />

94 Das Schaufenster im<br />

SCHAUFENSTER<br />

quartier potsdamer platz<br />

95 kompetenztreffen<br />

ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />

elektro:mobilia<br />

96 ikt leuchtturm<br />

»econnect Germany«<br />

smartlab<br />

98 elektromobil von genua<br />

BIS amsterdam<br />

e-wolf<br />

<strong>10</strong>0 eMotorräder im fokus<br />

brammo<br />

Mit dieser nunmehr dritten Neujahrsausgabe blicken wir auf<br />

30 Monate mit über 1.400 Seiten elektromobiler Sichtbarkeit<br />

am Puls einer <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> zurück. Dieses Jahr werden<br />

wir die Frequenz weiter steigern und uns noch intensiver im<br />

engen Austausch mit unseren Mitgliedern in vielfältigen Projekten<br />

und Aktionen in Politik, Wirtschaft und Medien einbringen.<br />

Für Ihre Unterstützung und das rege Interesse an<br />

unserer Arbeit möchte ich mich rückblickend und im Voraus<br />

herzlich bedanken. Denn eins ist klar: Diesen Weg können<br />

wir nur gemeinsam gehen. Zeigen wir der Welt, dass wir die<br />

Idee einer emissionsfreien Mobilität für uns, andere Länder<br />

und unsere Kinder ernsthaft und ohne weitere Verzögerung<br />

tatsächlich verwirklichen.<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> beleuchtet in dieser zehnten Ausgabe<br />

den Themenschwerpunkt »Ladeinfrastruktur«. In verschiedenen<br />

Fachartikeln und Interviews erfahren Sie mehr über<br />

<strong>10</strong>2 höchste effizienz bei der<br />

future car challEnge 2012<br />

classic eCars<br />

<strong>10</strong>4 auf dem besten Weg<br />

von A nach B<br />

daimler<br />

<strong>10</strong>5 auf dem Weg zum<br />

intellgenten mobilitätsmix<br />

flinc<br />

<strong>10</strong>6 öffentliche Nachfrage<br />

nach Elektromobilität<br />

ÖPP Deutschland<br />

<strong>10</strong>8 Elektrisch fahren im Dienst<br />

dekra<br />

Hallo & Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />

Standardisierungen, technische und rechtliche Voraussetzungen,<br />

Ladesäulentypen und innovative Lösungen. Im Rahmen<br />

unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is Who der Elektromobilität«<br />

stellen wir außerdem weitere Verbände, Initiativen<br />

und Organisationen vor, die sich aktiv für nachhaltige<br />

und zukunftsweisende Mobilitätslösungen einsetzen.<br />

Das Cover vermittelt einen ersten Eindruck, was uns ab Frühjahr<br />

2013 im elektrischen Zweiradbereich erwartet. Design,<br />

Innovation und Fahrspaß pur. Das revolutionäre Elektromotorrad<br />

biiista aus Österreich zeigt eindrucksvoll in welche<br />

Richtung sich die Elektromobilitätsbranche dieses Jahr entwickeln<br />

wird. Weitere spannende Projekte stellen wir im<br />

Themenbereich »Erste Flotten« vor. Viel Spaß beim Lesen<br />

und natürlich ein frohes, möglichst emobiles Neues Jahr..!<br />

Christian Heep, Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing


Editorial - Christian Heep<br />

Editorial - Christian Heep<br />

Spes ultima moritur<br />

Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />

Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Unser aller Bemühungen haben inzwischen in der Bevölkerung, der Politik, den Medien und der Wirtschaft den Stellenwert<br />

erlangt, der notwendig ist, um eine nachhaltige Mobilität für uns und unsere Kinder überhaupt zu ermöglichen. Wir sind uns<br />

der zunehmenden internationalen Beobachtung bewusst und wollen unseren Teil dazu beitragen, Lösungen für die Energieund<br />

Mobilitätsfragen der Zukunft weltweit zu verbreiten. Diese Verantwortung beschreibt die eigentliche Herausforderung<br />

- in unserer Rolle als Vorbild nachfolgenden Nationen aufzuzeigen, dass Erneuerbare Energien, Elektromobilität und eine<br />

insgesamt nachhaltig ausgerichtete Wirtschaft technologisch und insbesondere gesellschaftspolitisch umsetzbar sind. Eine<br />

Niederlage wäre gleichzeitig der Scheiterhaufen für diese Schlüsseltechnologien.<br />

Neues Jahr - Neues Glück - Neue Mobilität<br />

»Niemand hat die Absicht Elektroautos zu bauen« oder<br />

einen Flughafen zu eröffnen. Angelehnt an das berühmte<br />

Mauer-Zitat von Ex-DDR-Chef Walter Ulbricht spiegelt das<br />

frei erfundene Zitat ein wenig Piëch-Stimmung und lässt<br />

gleichzeitig hoffen, da ja bei dem Beispiel tatsächlich Gegensätzliches<br />

eingetroffen ist. Und auch bei der Flughafeneröffnung<br />

stirbt die Hoffnung der Berliner ja bekanntlich<br />

zuletzt. Hoffnung allein reicht aber nicht. Man muss auch<br />

etwas dafür tun..<br />

Machiavellistisches Kalkül vorausgesetzt, neigen viele Branchenkenner<br />

dazu, verstärkt beruhigend auf die Entwicklungen,<br />

Anstrengungen und Versprechen der deutschen Automobilindustrie<br />

und der Politik zu reagieren. Sie bremsen<br />

damit ganz bewußt konstruktive Kritikansätze aus und verbreiten<br />

eine Zuversicht, deren gläubige Hörigkeit ich nicht<br />

immer ganz nachvollziehen kann. Womöglich ist dieser Kreis<br />

Auserwählter aber einfach nur besser informiert und verfügt<br />

über unternehmensinterne Vorgänge und Entscheidungen,<br />

die die Ambition Elektromobilität ganz klar belegen.<br />

Das mag ja sein. Und auf alle Mitglieder im Bundesverband<br />

eMobilität trifft das auch ganz sicher zu. Eine Analyse der<br />

Situation auf Basis der Intention des Eingangszitates lässt<br />

diese Zuversicht womöglich taktisch sinnvoll erscheinen.<br />

Allerdings erschliesst sich mir der tiefere Sinn dahinter nicht.<br />

Vielleicht gibt es einen politisch-wirtschaftlich motivierten<br />

Masterplan, der Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter<br />

für Elektromobilität machen soll. Klammheimlich wird hinter<br />

verschlossenen Türen geforscht und entwickelt, um dann mit<br />

einmal das gesamte Marktumfeld besetzen zu können und als<br />

erster die Lorbeeren für Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Wohlstandssicherung,<br />

Ressourcenschonung, Klima- und Umweltschutz<br />

zu ernten.<br />

Ja, so wird es wohl sein. Ein Beleg dafür sind die undichten<br />

Insider mit ihrem Wissensvorsprung. Offensichtlich wird die<br />

Geheimhaltung hier zugunsten des steigenden öffentlichen<br />

Drucks zunehmend verwässert.<br />

Eine Strategie, wie sie Ulbricht nicht besser hätte anwenden<br />

können. Obwohl die Geschichtsschreiber sich in diesem Fall<br />

nicht ganz einig sind, ob es sich um eine freudsche Fehlleistung<br />

handelte oder er tatsächlich von Chruschtschow in<br />

Unwissenheit gelassen wurde.<br />

Zudem erscheint der Plan recht überholt, da sich inzwischen<br />

ja bereits international bedeutende Akteure dem Thema<br />

aktiv und sichtbar angenommen haben. Die weitere Sinnhaftigkeit<br />

diese zurückhaltenden Vorgehens ist also fraglich.<br />

Die Komplexität der stattfindenden Vorgänge wird aber wohl<br />

nur dann deutlich, wenn man den Überlegungen einen weiteren<br />

Aspekt hinzufügt. Das Missverständnis einer Branche<br />

in Bezug auf die eigene Definition der Daseinsberechtigung.<br />

Das Selbstverständnis der deutschen Automobilindustrie und<br />

die über 1oo-jährige Identifikation mit hochentwickelten Verbrennungsmotoren<br />

konterkariert die Bemühungen des anstehenden<br />

Systemwechsels und schiebt sie bewusst und unbewusst<br />

auf die lange Bank. Die damit einhergehenden Chancen<br />

werden zwar erkannt und auch langsam sichtbarer, aber die<br />

Notwendigkeit zeitnahen Handelns ist aufgrund der übermächtigen<br />

Marktposition lange Zeit vernachlässigt worden.<br />

Nun will ich mich dennoch ebenfalls in den Reihen derjeniger<br />

einordnen, die vielleicht etwas mehr wissen und möchte<br />

all den Markteinführungen, die für dieses Jahr angekündigt<br />

worden sind, Glauben schenken. Auch wir wissen, dass viele<br />

deutsche Unternehmen alles andere als untätig waren und<br />

wir in Zukunft sehr gut aufgestellt sein werden.<br />

Diese Erkenntnis erlaubt doch nun aber eine Neuausrichtung<br />

in Bezug auf Sichtbarkeit, Kommunikation und insbesondere<br />

politischen Stellenwert der Neuen Mobilität auf Basis<br />

Erneuerbarer Energien. 2013 ist das Jahr, in dem Politik und<br />

Wirtschaft der Welt zeigen können, wie ernst wir es meinen.<br />

In diesem Jahr können wir uns international sichtbar an die<br />

Spitze der Neuen Mobilität stellen. Wir können Leitmarkt<br />

und Leitanbieter. Wir müssen es nur wollen und sollten dabei<br />

möglichst den strategischen Stellenwert und die einzelnen<br />

Maßnahmen neu bewerten und entsprechend ambitionierter<br />

handeln.<br />

Als BEM werden wir uns gemeinsam mit unseren Mitgliedern<br />

auch weiterhin diesem Engagement mit vollem Einsatz widmen.<br />

Möglich ist dies langfristig aber nur, wenn wir bei unserer<br />

Arbeit auch eine ausreichend solide Finanzierung gewährleisten<br />

können. Das ist gerade bei einem wachsenden<br />

Verband mit ständig steigenden Anforderungen und Erwartungen<br />

nicht immer ganz leicht. Und genau dabei hoffen wir<br />

auch weiterhin, auf Ihre Unterstützung zählen zu können.<br />

Konkret bedeutet dies neben einer weiteren inhaltlichen<br />

Unterstützung insbesondere auch eine monetäre in Form<br />

weiterer Einzelfördermitglieder und sichtbarer Unternehmensmitgliedschaften,<br />

um dem BEM die notwenige Durchschlagskraft<br />

zu ermöglichen und das Thema auch weiterhin<br />

auf breiter gesellschaftspolitischer Ebene sichtbar und tragfähig<br />

voranzubringen.<br />

Christian Heep // christian.heep@bem-ev.de<br />

6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7


E-world ENERGY & WATER 2013 E-world ENERGY & WATER 2013<br />

E-world energy & water 2013<br />

Zukunftsthema »smart energy« belegt eine eigene Messehalle<br />

Impressionen der E-world 2012<br />

Ladesäulen auf der E-world 2012<br />

Die 13. E-world energy & water findet vom 05. bis 07.<br />

Februar 2013 in der Messe Essen statt. Als Impulsgeber der<br />

Branche rückt die europäische Leitmesse aktuelle Themen<br />

der Energie- und Wasserwirtschaft in den Mittelpunkt. Über<br />

600 Aussteller aus 20 Nationen präsentieren ihre Dienstleistungen<br />

und Produkte aus den Bereichen Stromwirtschaft,<br />

Gaswirtschaft, Wasserwirtschaft, Energietechnik und Energieeffizienz.<br />

Erstmals mit dabei sind u.a. Gazprom Energy,<br />

Total Energie Gas und GE Energy Germany. Erwartet werden<br />

wieder mehr als 20.000 Fachbesucher. Experten und Entscheider<br />

informieren und diskutieren im begleitenden Kongress.<br />

Der etablierte Branchentreffpunkt steht dabei weiter fest auf<br />

Wachstumskurs. Und erstmals belegt der zukunftsträchtige<br />

Geschäftsbereich »smart energy« eine eigene Messehalle.<br />

In der erstmals im Rahmen der Fachmesse genutzten Messehalle<br />

4 rücken viele Unternehmen ihr Engagement im Bereich<br />

der Energieeffizienz und den damit engverbundenen<br />

Zukunftsthemen Smart Metering, Hausautomation, Elektromobilität<br />

und den Erneuerbaren Energien im Allgemeinen in<br />

den Mittelpunkt ihrer Messepräsenz.<br />

Über 50 Aussteller werden in der neuen »Smart Energy Halle«<br />

auf 3.000 qm effiziente Anwendungstechnologien zu den<br />

Schwerpunkten Smart Grids, Smart Meter, Speichertechnologien<br />

und vernetzte Haustechnik zeigen. Fester Bestandteil<br />

der Halle 4 wird im kommenden Jahr auch das »smart energy«<br />

Forum sein. Hier werden täglich Podiumsdiskussionen<br />

und Fachvorträge zu marktnahen Themen stattfinden.<br />

Future of Mobility in der Galeria<br />

Bereits in den beiden Vorjahren fand die Sondershow »Future<br />

of Mobility« großen Anklang beim Fachpublikum der<br />

E-world. Die beiden Testflächen, auf denen alternativ betriebene<br />

Fahrzeuge zum Test bereit standen, waren ein voller Erfolg.<br />

Energieversorger, Stadtwerke und weitere Akteure der<br />

Energiewirtschaft können sich bei den Ausstellern über<br />

Möglichkeiten der Lade- und Netzinfrastruktur, verschiedenste<br />

Elektrofahrzeuge sowie über IT-Lösungen für Elektromobilität<br />

informieren.<br />

Ein dreitägiger Kongress begleitet auch 2013 die E-world<br />

energy & water. In über 20 Konferenzen und Seminaren<br />

liefern renommierte Experten Antworten auf aktuelle und<br />

marktnahe Fragestellungen der Energiewirtschaft. In diesem<br />

Jahr bildet die Betrachtung der Rolle von Kommunen in<br />

der Energiewende den Schwerpunkt. Dem Thema vernetzte<br />

Sicherheit im Bereich kritischer Infrastrukturen der Energieund<br />

Wasserwirtschaft ist erstmals eine eigene Konferenz<br />

gewidmet.<br />

Bereits am Vortag der Messe findet in Zusammenarbeit mit<br />

der Süddeutschen Zeitung das »Führungstreffen Energie«<br />

statt, auf dem europäische Perspektiven für die Energiewelt<br />

von morgen im Fokus stehen.<br />

»Gibt es Fortschritte in der Deutschen Energiewende?«,<br />

»Europa als Energie- und Wirtschaftsstandort« und »Regulatorische<br />

Perspektiven zur Schaffung internationaler und<br />

nationaler Infrastruktur« sind die übergeordneten Leitgedanken<br />

des Vortragsprogramms. Für die Branche besonders<br />

interessant wird dabei die Rede von Bundesumweltminister<br />

Peter Altmaier sein: Er referiert zum Thema »Die Energiewende<br />

- das Zukunftsprojekt für den Wirtschaftsstandort<br />

Deutschland«.<br />

Neben Angeboten für ihre Fachbesucher, hält die E-world<br />

auch 2013 darüber hinaus spezielle Angebote für weitere<br />

Zielgruppen bereit. So werden etwa am ersten Messetag<br />

anlässlich des »Tages der Konsulate« Diplomaten und Sprecher<br />

europäischer Handelsvertretungen sowie ausländische<br />

Delegationen auf der Messe erwartet.<br />

Am zweiten Messetag findet der »Tag der Bürgermeister -<br />

Networking für Kommunen« statt. Die E-world energy & water<br />

bietet als führender Branchentreffpunkt der Energie- und<br />

Wasserwissenschaft die ideale Plattform für aktive Bürgermeisterinnen<br />

und Bürgermeister. Einerseits ermöglicht die<br />

Leitmesse einen schnellen Austausch und einen guten Überblick<br />

über aktuelle Entwicklungen der Branche. Andererseits<br />

schafft sie mit dem »Tag der Bürgermeister - Networking für<br />

Kommunen« ein hervorragendes Forum für Gemeindevertreter.<br />

Sie können in direktem Kontakt von den Erfahrungen<br />

ihrer Kollegen profitieren.<br />

Das breite Spektrum von fachspezifischen Themen im Kongress<br />

und die Vielzahl der Aussteller sowie die Vielfältigkeit<br />

deren Tätigkeitsspektren zeigt, wie spannend ein Besuch<br />

auf Europas größtem Branchentreffen sein kann.<br />

Weitere Informationen zur E-world energy & water finden<br />

Sie unter www.e-world-2013.com<br />

8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9


Automechanika Shanghai 2012 Automechanika Shanghai 2012<br />

Automechanika Shanghai 2012<br />

Ausweitung der erfolgreichen Kooperation zwischen BEM und Messe Frankfurt<br />

Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing / Fiona Chiew, Group Manager Trade Fairs, Messe Frankfurt Hong Kong / Olaf MuSShoff,<br />

Director Automechanika / Michael Johannes, Brand Manager Automechanika / Jason Cao, General Manager Messe Frankfurt<br />

Shanghai / Andreas Serra, GF promotor und BEM-Beirat<br />

Impressionen vom BEM-Messestand auf der Automechanika Shanghai 2012 und vom Besuch der EV-Zone in der Autocity von Jiading<br />

Das wichtigste Zukunftsthema der Automobilbranche ist<br />

die Herausforderung des Systemwechsels in Richtung einer<br />

nachhaltigen emissionsfreien Mobilität. Aus diesem Grund<br />

hat die Automechanika Shanghai, die mit rund 60.000 Besuchern<br />

zu den führenden internationalen Branchentreffpunkten<br />

der Automobilindustrie zählt, in diesem Jahr einen<br />

sichtbaren Schwerpunkt auf das Thema Elektromobilität<br />

gesetzt. Der Bundesverband eMobilität war vom 11. bis 14.<br />

Dezember 2012 mit einem Messestand und einer Delegation<br />

aus Mitgliedsunternehmen, Beiräten und Partnern vor<br />

Ort präsent, um die Verbandsarbeit sowie die innovativen<br />

Konzepte und Produkte seiner zahlreichen Mitgliedsunternehmen<br />

dem internationalen Publikum und potenziellen<br />

neuen Kooperationspartnern aus dem asiatischen Raum zu<br />

präsentieren.<br />

»Dank der erfolgreichen Kooperation mit der Messe Frankfurt<br />

hatten wir im letzten Jahr nicht nur die Möglichkeit uns auf<br />

der Automechanika in Frankfurt mit einem großen Gemeinschaftsstand<br />

zu präsentieren, sondern konnten nun auch die<br />

internationale Brückenfunktion nach China weiter ausbauen.<br />

Damit haben wir einen wichtigen Schritt getan, um die<br />

Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen im asiatischen<br />

Raum zu demonstrieren und gleichzeitig neue Geschäftskontakte<br />

für unsere Mitgliedsunternehmen generiert«, so<br />

BEM-Marketingvorstand Christian Heep, der gemeinsam<br />

mit den BEM-Beiratsmitgliedern Andreas Serra, promotor<br />

Gesellschaft für Absatzförderung mbH und Dr. Jan Fritz Rettberg,<br />

NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität, Infrastruktur<br />

und Netze der Technischen Universität Dortmund, den<br />

Bundesverband eMobilität in Shanghai vertreten hat.<br />

Erfolgreiche Geschäfte im internationalen Wachstumsmarkt<br />

Elektromobilität<br />

»Die Bedeutung vertrauensvoller und persönlicher Kontakte<br />

zu asiatischen Partnern wird im Bereich der eMobilität eine<br />

große Bedeutung für gegenseitige Akzeptanz und erfolgreiches<br />

Geschäft haben. China wird in diesem Zusammenhang<br />

als großer potenzieller Absatzmarkt sowie als innovativer<br />

Impulsgeber bei der Entwicklung neuer Technologien eine<br />

wichtige Rolle spielen. Der intensive Austausch mit chinesischen<br />

Unternehmen hat zudem gezeigt, dass ein ernsthaftes<br />

Interesse an ausgewogenen Projektpartnerschaften, sowie<br />

am Wissensvorsprung, unserer allgemeinen Herangehensweise<br />

und umfangreichen Expertise im Bereich der Neuen<br />

Mobilität besteht. In diesem Sinne haben wir während unseres<br />

Aufenthaltes in Shanghai verschiedene Projektideen<br />

mit Dr. Huang von der Tonji-Universität vertiefen können,<br />

die nun vom INSTITUT <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> weiter begleitet werden«,<br />

so Heep. »Zudem steht uns Dr. Huang in Zukunft als<br />

China-Repräsentant für die Aktivitäten des BEM und seiner<br />

Mitgliedsunternehmen zur Verfügung«.<br />

Der Bundesverband eMobilität möchte seine Mitglieder<br />

künftig über die reine Verbandsarbeit hinaus noch stärker<br />

in konkrete Projekte und Geschäftsmodelle integrieren. Vor<br />

diesem Hintergrund hat das INSTITUT <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> in<br />

Kooperation und enger Partnerschaft mit dem BEM im Januar<br />

2013 seine Arbeit aufgenommen. »Ziel ist es, insbesondere<br />

den Mittelstand in der aktuellen Phase der Neuorientierung<br />

zu unterstützen, um im Wachstumsbereich Elektromobilität<br />

erfolgreiche und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle<br />

im nationalen und internationalen Umfeld zu platzieren und<br />

mit der Erfahrung des Expertennetzwerks langfristig zu begleiten«,<br />

ergänzt Instituts-Leiter Matthias Groher.<br />

BEM-Delegationsteilnehmer und Aussteller auf dem BEM-Stand<br />

NextGen Auto International Summit China<br />

Der NextGen Auto International Summit ist Bestandteil der<br />

Automechanika Shanghai. Der Fokus der Veranstaltungsagenda<br />

lag auf innovativen Unternehmensstrategien, neuen<br />

Technologien, Services und Anwendungen, die den Wandel<br />

der Automobilindustrie hin zu einer nachhaltigeren und<br />

effizienteren Zukunft für OEMs, Zulieferer und Dienstleister<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette vereinfachen.<br />

In diesem Jahr nahmen über 500 Referenten aus Industrie,<br />

Forschung und Politik aus der ganzen Welt teil - darunter<br />

auch Christian Heep, Dr. Jan Fritz Rettberg und Andreas Serra,<br />

die den Anwesenden mit ihren Vorträgen die aktuelle Situation<br />

im Bereich Elektromobilität in Deutschland und Europa<br />

geschildert haben.<br />

»Die allgemeine Herangehensweise - sowohl auf politischer,<br />

technologischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene - unterscheidet<br />

sich in Europa doch sehr von der im asiatischen<br />

Raum. Wir können vor diesem Hintergrund sehr viel voneinander<br />

lernen«, betonte BEM-Beirat Andreas Serra und<br />

machte deutlich, wie wichtig der internationale Austausch<br />

für alle Beteiligten ist, um im Bereich der Neuen Mobilität<br />

erfolgreich zu agieren.<br />

<strong>10</strong> Neue Mobilität Neue Mobilität 11


Automechanika Shanghai 2012 - Andreas Serra<br />

Automechanika Shanghai 2012 - Andreas Serra<br />

Shanghai im Fokus<br />

Chancen und Grenzen der Elektromobilität in Megacities<br />

Mit mehr als 24 Millionen Einwohnern gehört Shanghai zu<br />

den bedeutendsten und finanzstärksten Industriestädten<br />

Chinas. Neuen Entwicklungen und Trends steht man hier<br />

sehr aufgeschlossen gegenüber. Shanghai kann als optimale<br />

Mega-City für eMobilität bezeichnet werden.<br />

Während der Automechanika Shanghai im Dezember 2012<br />

führten BEM-Vorstand Christian Heep, Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

von der TU Dortmund und Andreas Serra, Geschäftsführer<br />

der promotor GmbH, intensive und positive Gespräche mit<br />

chinesischen Unternehmen, Regierungsvertretern und Universitäten,<br />

die sich mit Elektromobilität befassen. Eine der<br />

Kernfragen war: Welche Gründe führen dazu, dass Mega-<br />

Cities wie Shanghai nicht kurzfristig und erfolgreich Elektroautos<br />

in großen Stückzahlen in die Zulassung bringen?<br />

Auf den ersten Blick spricht in einer solchen Stadt, wie in<br />

allen Millionenstädten der Welt, sehr viel dafür auf Elektromobilität<br />

»umzusteigen«. Im aktuellen Fünfjahresplan der<br />

chinesischen Regierung sind klare Vorgaben und Strategien<br />

definiert. Unter anderem technologischer Fortschritt, Investitionen<br />

in neue Technologien wie eMobilität und Umweltziele.<br />

Bei Zweirädern ist China beispielsweise mit über <strong>10</strong>0<br />

Millionen eingesetzten Elektro-Zweirädern sicher weltweit<br />

führend. Schnellbahnverbindungen (Grundtechnologie ICE)<br />

werden massiv ausgebaut. In vielen Großstädten, so auch in<br />

Shanghai, werden eBusse schon heute eingesetzt.<br />

Mit rund <strong>10</strong>0.000 Pkw-Zulassungen pro Jahr, alleine in<br />

Shanghai, ist der Markt gewaltig. Und dies mit Zulassungsbeschränkungen!<br />

2011 gab es ca. 85 Autos auf 1.000 Einwohner.<br />

In Deutschland sind es im Vergleich dazu fast 550<br />

Fahrzeuge. Ein ungeheures Potenzial und damit eine riesige<br />

Chance für eMobilität. Leider spielen reine eAutos dabei 2011<br />

mit ca. 0,3% eine verschwindend geringe Rolle.<br />

Auf einer mehrere Quadratkilometer großen Fläche im Stadtteil<br />

Jiading inmitten der sogenannten Autocity von Shanghai<br />

ist Chinas zentrales Test- und Entwicklungszentrum für eMobilität<br />

entstanden: Die EV-Zone.<br />

Ziel ist es, in Shanghai bis 2015, auf Basis einer sogenannten<br />

Roadmap, 20.000 BEV-Zulassungen zu realisieren. Unterstützt<br />

wird das Projekt mit Prämien. Die Zulassungsgebühr<br />

(aktuelle Kosten ca. 60.000 RNB) wird erlassen. Zusätzlich<br />

wurde eine Kaufprämie von ca. 90.000 RNB eingeführt. Umgerechnet<br />

insgesamt ca. 19.000 Euro pro Zulassung.<br />

Woran liegt es also, dass so wenige Elektrofahrzeuge zugelassen<br />

werden?<br />

In einer intensiven Diskussion mit Mitarbeitern der EV-Zone,<br />

mit eFahrzeug-Herstellern, aber auch mit Vertretern der für<br />

Automobilwissenschaft bekannten Tonji Universität haben<br />

wir die Gründe für die aktuelle Zulassungssituation analysiert.<br />

Als Trainingsagentur und Berater für die Automobilindustrie<br />

kennt promotor die unterschiedlichen Problemstellungen<br />

bei der Einführung neuer Fahrzeuge, und speziell<br />

die Vermarktungsherausforderungen bei eFahrzeugen.<br />

Insbesondere die notwendigen Verhaltensänderungen von<br />

Verkäufern und Käufern sind eine Herausforderung, die es<br />

zu meistern gilt. Selbst in Europa sind in jedem Land andere<br />

Hebel und Marktmechanismen zu beachten, um erfolgreich<br />

große Stückzahlen eines Fahrzeugs zu vermarkten. Die Probleme<br />

einer Megacity wie Shanghai sind nochmals anders.<br />

4 Bereiche stellen eine besondere Herausforderung dar:<br />

Geeignete Fahrzeugmodelle<br />

Aktuell ist die Modellvielfalt aus chinesischer Produktion<br />

mit weniger als <strong>10</strong> Modellen, meist im Kleinwagensegment,<br />

noch eingeschränkt. Im Vergleich zu deutschen Premiumherstellern<br />

sind viele chinesische eFahrzeuge aus deutscher<br />

Kundensicht noch nicht wettbewerbsfähig.<br />

Statussymbol Auto<br />

Das Auto ist in China - besonderes ausgeprägt in Shanghai -<br />

ein Zeichen von Wohlstand und Status. Chinesen lieben<br />

deutsche Premiumfabrikate, wie sie insgesamt westliche<br />

Marken bevorzugen. Kleinwagen entsprechen nicht der Vorstellung<br />

und den Wünschen dieser Zielgruppe.<br />

Schwächen in Marketing und Verkauf von BEV‘s<br />

Elektroautos sind nicht bekannt, werden nicht beworben<br />

und Verkäufer sind auf die Kunden nicht vorbereitet. Der<br />

Verkaufsprozess verläuft im bekannten Raster und Kunden<br />

werden selbst bei Interesse für ein eAuto auf ein benzingetriebenes<br />

Fahrzeug »umgepolt«. Die hohen Preise und ein<br />

anderes ökologisches Verständnis als in Europa verhindern<br />

Akzeptanz und Vertriebserfolg.<br />

Fehlende Ladeinfrastruktur an geeigneten Stellen<br />

Hier finden wir die größten Herausforderungen. Die Einwohner<br />

von Shanghai leben in Hochhäusern mit oft hunderten<br />

von Apartments in einem einzigen Gebäude. Die Aufladung<br />

in der eigenen Garage oder auf dem eigenen Grundstück ist<br />

im Stadtkern kaum möglich. Das notwendige Stromnetz, die<br />

Auslegung, die Versorgung, die Verkabelung, Abrechnungssysteme,<br />

kurz die EV-Infrastruktur, wurde in der Bauplanung<br />

und Realisierung nicht bedacht. Selbst wenn Platz zur Verfügung<br />

stünde, würde der nachträgliche Aufbau einer Infrastruktur<br />

für bestehende Gebäude in dieser Stadt lange dauern<br />

und unrealistische Investitionen nach sich ziehen.<br />

ENGINEER<br />

SUCCESS<br />

New technologies<br />

New solutions<br />

New networks<br />

Hier sind neue Ideen und Ansätze notwendig, die sich von<br />

denen in Europa unterscheiden. Ein aktueller Ansatz in<br />

Shanghai ist die Berücksichtigung von eMobilität bei Neubauten.<br />

Unter dem Schlagwort EV-Ready sollen diese mit<br />

der notwendigen Infrastruktur versehen werden.<br />

Wie könnten weitere Ansätze für Elektromobilität in Mega-<br />

Cities wie Shanghai aussehen?<br />

Chinesen handeln schnell und konsequent. Sie wissen, dass<br />

Öl endlich ist und China Lösungen für die Verkehrsinfrastruktur<br />

benötigt. Dennoch wird die Akzeptanz rein elektrisch betriebener<br />

Fahrzeuge aus den oben genannten Gründen Zeit<br />

benötigen. In den Stadtkernen sind PHEV‘s (Plugin Hybrid<br />

Electric Vehicle) oder REEV (Range-Extended Electric Vehicle)<br />

besser zu vermarkten. Um Kostenparität und Nutzung zu<br />

gewährleisten, müssten Mittelklassefahrzeuge mit regional<br />

üblichen Ausstattungen und Größen angeboten werden. Die<br />

Batteriekapazität könnte mit ca. 15KW/h die Bedürfnisse<br />

der Großstadt erfüllen. So könnte eine Brücke gebaut werden<br />

von den heutigen meist Benzin betriebenen Fahrzeugen<br />

zu reinen Elektrofahrzeugen. Das ist im Übrigen auch die verbreitete<br />

Meinung der Unternehmer, mit denen wir diskutiert<br />

haben. Diesen Übergang wollen wir gerne mit gestalten.<br />

Andreas Serra<br />

Geschäftsführer promotor GmbH und Wissenschaftlicher<br />

Beirat im BEM<br />

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Rückblick eCarTec 2012 EMV 2013<br />

Rückblick: eCarTec 2012<br />

BEM-Delegation zu Besuch auf der Münchner Messe für eMobilität<br />

EMV 2013<br />

Antworten zu aktuellen Fragen der Elektromobilität<br />

Christian Heep, BEM-Marketingvorstand, Andreas Richter und Marc Gounaris von der DEKRA, BEM-Präsident Kurt Sigl und BEM-<br />

EU-Repräsentant Dr. Ingo Friedrich auf dem DEKRA-Stand<br />

Entwicklungsingenieure finden auf sie zugeschnittene EMV-Lösungen<br />

Die eCarTec Munich stand auch vom 23. bis 25. Oktober<br />

2012 ganz im Zeichen der Neuen Mobilität. Auf dem Gelände<br />

der Neuen Messe München wurden wie in den Vorjahren<br />

Elektrofahrzeuge, Speichertechnologien, Antriebs- und<br />

Motorentechnik gezeigt. Ein Testgelände, auf dem Endverbraucher<br />

die neuesten Elektrofahrzeuge testen und sich mit<br />

der Technologie vertraut machen konnten, war ebenfalls<br />

integriert. Angesprochen wurden Entwickler, Konstrukteure,<br />

Designer, Manager, Händler, Fuhrpark-Verantwortliche,<br />

private Fahrzeugkäufer sowie Entscheider aus Politik und<br />

öffentlicher Hand. Ein Fachkongress zum Thema Elektromobilität<br />

rundete die Veranstaltung ab.<br />

Der BEM-Vorstand war gemeinsam mit seinem Europa-<br />

Repräsentanten Dr. Ingo Friedrich auf der deutschen Leitmesse<br />

für eMobilität unterwegs. Im Rahmen des Messerundgangs<br />

der BEM-Delegation standen selbstverständlich<br />

die verschiedenen BEM-Mitgliedsunternehmen ganz oben<br />

auf der Agenda. Darunter waren die Stände von DEKRA,<br />

EDAG, CPM, TÜV SÜD, Mitsubishi Motors Deutschland sowie<br />

BROSE-SEW. »Ich bin immer wieder begeistert, wenn<br />

ich sehe, was unsere Mitglieder an Innovationen auf die Beine<br />

stellen und freue mich, mit Hilfe von Dr. Ingo Friedrich<br />

europaweite Kontakte zur Etablierung neuer Geschäftsmodelle<br />

herstellen zu können«, erklärte Kurt Sigl im Rahmen<br />

der Messe und machte deutlich, wie wichtig insbesondere<br />

auch die internationale Positionierung deutscher Unternehmen<br />

im Bereich der Elektromobilität ist.<br />

eCarTec Award 2012 verliehen<br />

Um innovative Entwicklungen in der Elektromobilität zu beschleunigen<br />

und zu fördern, wurde am Abend des ersten<br />

Messetages der eCarTec 2012 bereits zum vierten Mal der<br />

eCarTec Award als Bayerischer Staatspreis für Elektromobilität<br />

durch Staatssekretärin Katja Hessel verliehen. Der Preis<br />

wurde in diesem Jahr neben den sieben - bereits etablierten -<br />

Kategorien erstmals auch in einer achten, neuen Kategorie<br />

»Produktkonzept/Vision« verliehen.<br />

»In dieser Kategorie sollen Konzepte und innovative Ideen<br />

ausgezeichnet werden, die uns einen Blick in die Zukunft<br />

einer neuen, intelligenten und vollständig emissionsfreien<br />

Mobilität erlauben«, so Robert Metzger, Geschäftsführer<br />

der MunichExpo Veranstaltungs GmbH und Veranstalter<br />

des eCarTec Award 2012. »Unter den Gewinnern war auch in<br />

diesem Jahr wieder ein BEM-Mitgliedsunternehmen: Akasol<br />

durfte sich über den Sieg in der Kategorie »Speichertechnologie,<br />

Systemintegration« freuen. Wir sind sehr stolz und<br />

gratulieren von Herzen«, betonte BEM-Präsident Sigl.<br />

Die Elektromobilität steht im Mittelpunkt der vom 05. bis 07.<br />

März 2013 in Stuttgart stattfindenden EMV 2013. Die Veranstaltung<br />

ist Europas führendes Forum für elektromagnetische<br />

Verträglichkeit. Überall dort, wo Technologien nebeneinander<br />

störungsfrei in Betrieb genommen werden müssen,<br />

greift die elektromagnetische Verträglichkeit. Ziel ist es, Störungen<br />

zwischen elektrischen Anlagen oder Apparaten zu vermeiden<br />

und einwandfreies Funktionieren zu gewährleisten.<br />

Die Kombination aus Fachmesse und anwenderorientiertem<br />

Workshop-Programm bietet eine optimale Plattform für Experten<br />

und Entscheider, um sich über neueste Entwicklungen<br />

und Technologien zu informieren und auszutauschen. Im<br />

Fokus stehen alle Produkte, Dienstleistungen, Innovationen<br />

und Trends rund um die elektromagnetische Verträglichkeit.<br />

Ein immer wichtiger werdender Bereich ist hierbei die<br />

Elektromobilität. Bei Entwicklung, Produktion und Inbetriebnahme<br />

elektrisch angetriebener Fahrzeuge stoßen Ingenieure<br />

auf eine Fülle neuer - bei konventionellen Antriebstechniken<br />

nicht existenter - Fragen. Daraus resultieren zahlreiche neue<br />

Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Sicherstellung<br />

deren elektromagnetischer Verträglichkeit und der<br />

Beherrschung elektromagnetischer Felder. Auf der Sonderfläche<br />

»e-Mobility special« in der Messehalle werden anhand<br />

von Exponaten und Postern die technischen Zusammenhänge<br />

zu speziellen EMV-Aspekten bei Elektrofahrzeugen dargestellt.<br />

Die Fachmesse EMV 2013 erwartet über <strong>10</strong>0 internationale<br />

Aussteller auf einer Ausstellungsfläche von über 3.500 qm.<br />

»Ingenieure, die in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen<br />

tätig sind, finden auf der EMV 2013 die Spezialisten, die ihnen<br />

Fragen zur elektromagnetischen Verträglichkeit beantworten«,<br />

so Miriam Kaiser, Projektleiterin der EMV 2013.<br />

Parallel zur Messe findet ein hochkarätiges Programm mit<br />

insgesamt 39 Workshops statt. Auch hier spielt die Elektromobilität<br />

eine zentrale Rolle.<br />

Das detaillierte Programm ist unter www.e-emv.com verfügbar.<br />

Bernhard Ruess<br />

bernhard.ruess@mesago.com<br />

14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15


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Kleines Lade-ABC / WISSENSWERTES ZUR LADUNG EINES ELEKTROFAHRZEUGS<br />

Begriffsdefinitionen<br />

Gleichstrom (DC) bezeichnet elektrischen Strom, dessen<br />

Stärke und Richtung sich zeitlich nicht ändert.<br />

Gleichstrom wird in Taschenlampen oder anderen batteriebetriebenen<br />

Geräten verwendet.<br />

Ampere/A Die Basiseinheit der elektrischen Stromstärke.<br />

Nach dem franz. Physiker André-Marie Ampère.<br />

Volt/V ist die Maßeinheit für die elektrische Spannung.<br />

Nach dem ital. Physiker Alessandro Volta.<br />

FAQ / Häufig gestellte Fragen *<br />

Kann ein eAuto risikofrei an einer Schuko-Steckdose geladen<br />

werden?<br />

Elektrofahrzeuge verfügen in der Regel über ein On-Board<br />

Ladegerät. Darüber kann die Batterie z.B. an einer Wall-Box,<br />

einer Ladesäule oder einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose<br />

geladen werden. Ein Risiko beim Laden an der Schuko-<br />

Steckdose besteht in der Regel nicht, da nur mit der Leistung<br />

geladen wird, für die eine normgerechte Hausinstallation<br />

ausgelegt ist, bei der zusätzlich eine interne Sicherung eine<br />

mögliche Überlastung des Systems verhindert.<br />

Hat die Art der Ladung Auswirkungen auf die Lebensdauer<br />

der Batterie?<br />

Die Anzahl der möglichen Lebenszyklen einer Batterie, also<br />

deren Haltbarkeit, hängt damit zusammen, wie sie ge- und<br />

entladen wird. Schnelle Ladevorgänge mit hoher Ladeleistung<br />

und tiefe Entladungen wirken sich negativ auf die Haltbarkeit<br />

auf. Hingegen kann mit langsamem und häufigem<br />

Nachladen die Lebensdauer verlängert werden.<br />

Kann ich einen Stromschlag beim Einstecken des Ladesteckers<br />

bekommen?<br />

Wie auch beim Schuko-Stecker sind die marktüblichen Steckersysteme<br />

gegen Kontakt mit spannungsführenden Teilen<br />

geschützt. Zusätzlich wird bei den meisten Systemen die<br />

Spannung erst freigeschaltet, wenn sowohl der fahrzeugseitige<br />

Stecker als auch der netzseitige Stecker eingesteckt und<br />

verriegelt sind. Die Verriegelung sorgt dann dafür, dass ein<br />

Entfernen des Steckers nicht möglich ist, bis der Ladevorgang<br />

abgebrochen oder beendet ist. Folglich ist der Anschluss eines<br />

eFahrzeuges ebenso ungefährlich wie Staubsaugen.<br />

Bricht das Stromnetz bei einer bestimmten Anzahl an ladenden<br />

eAutos zusammen?<br />

Der Energiebedarf von 1 Mio. eAutos liegt etwa bei 1-3%<br />

des jährlichen Strombezugs in Deutschland. Zu einer Überschreitung<br />

der Netzkapazität könnte es kommen, wenn in<br />

einem Netzabschnitt viele eFahrzeuge gleichzeitig mit einer<br />

hohen Leistung laden. Die Einführung smarter Technologien<br />

(Smart Meter etc.) zur Steuerung von Lastspitzen wird<br />

das jedoch erfolgreich ausgleichen. Die Ladung von eAutos<br />

würde, begleitet von finanziellen Anreizen für den Kunden,<br />

bspw. in die Nachtstunden mit geringer Netzauslastung verschoben<br />

werden. Da dies in ausreichend vielen Fällen möglich<br />

ist, stellt die Netzkapazität keinen kritischen Aspekt dar.<br />

An öffentlichen Ladesäulen, die eine Schnellladung mit sehr<br />

hohen Leistungen erlauben, würde soweit notwendig ein<br />

entsprechender Netzausbau erfolgen.<br />

Drehstrom ist dreiphasiger Wechselstrom, welcher<br />

auch unter den Bezeichnungen Starkstrom oder Dreiphasenwechselstrom<br />

bekannt ist. Er besteht aus drei,<br />

in ein und dem gleichen Generator erzeugten, sinusförmigen<br />

Wechselströmen, die im Winkel von 120 Grad<br />

verschoben sind.<br />

Wechselstrom (AC) bezeichnet elektrischen Strom, der<br />

seine Richtung periodisch und in steter Wiederholung<br />

ändert. Wechselstrom dient häufig zur elektrischen<br />

Energieversorgung. Er fließt durch Hochspannungsleitungen<br />

und erreicht durch die Steckdose gewöhnliche<br />

Haushalte.<br />

Wechselstrom hat den Vorteil, dass die Spannungshöhe<br />

relativ kostengünstig geändert werden kann, da<br />

man sie transformieren kann. Zudem geht bei der Übertragung<br />

von Strom über weite Entfernungen bei Wechselstrom<br />

weniger Energie verloren als bei Gleichstrom.<br />

Ausnahme ist die HGÜ-Technik (Hochspannungsgleichstrom-Übertragung),<br />

welche beispielsweise für das<br />

DESERTEC-Projekt geplant war.<br />

Das Kilowatt (kW, <strong>10</strong>00 Watt) bezeichnet die Leistung,<br />

also die Arbeit pro Zeit. Obwohl die populäre<br />

Einheit »PS« bereits 1978 offiziell durch die Einheit<br />

kW ersetzt wurde, wird PS nach wie vor häufig als<br />

Maßstab verwandt. 1 kW entspricht ca. 1,36 PS.<br />

Eine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge,<br />

die bei einer Leistung von einem Kilowatt (1 kW)<br />

innerhalb einer Stunde umgesetzt wird. Es handelt<br />

sich also um ein Kilowatt multipliziert mit einer<br />

Stunde, nicht etwa ein »Kilowatt pro Stunde«.<br />

1 kWh entspricht 3 600 000 Joule = 3,6 MJ.<br />

Die Kilowattstunde wird insbesondere für die Quantifizierung<br />

elektrischer Energiemengen verwendet<br />

und ist demnach für die Ladung von Elektrofahrzeugen<br />

entscheidend. Private Verbraucher bezahlen<br />

in Deutschland pro Kilowattstunde rund 0,25 Euro.<br />

Für die Ladung eines eFahrzeugs bedeutet dies am<br />

Beispiel des Nissan Leaf (Batteriekapazität: 24 kWh,<br />

Reichweite: 156 km) einen Verbrauch von 15,3 kWh<br />

pro <strong>10</strong>0 km und Stromkosten von ca. 3,82 Euro.<br />

* Beantwortet vom Expertenteam des NRW Kompetenzzentrums Elektromobilität, Infrastruktur und Netze der TU Dortmund<br />

Haushaltssteckdose, Ladesäule, Schnellladesystem<br />

An einer normalen Haushaltssteckdose mit 230 V dauert eine Ladung sechs bis acht Stunden, am Drehstromanschluss und<br />

an konventionellen Säulen mit ca. 40 kW Ladeleistung rund drei bis vier Stunden. Gleichstrom-Schnellladestationen ermöglichen<br />

die Batterie innerhalb von 30 Minuten bis zu 80% zu laden - diesen neuen Standard müssen allerdings auch die<br />

Autos unterstützen. Die Elektrofahrzeuge, welche mit Gleichstrom geladen werden können, besitzen hierzu einen zweiten<br />

Anschluss. Aktuell sind diese Fahrzeuge mit dem sog. CHAdeMO-Stecker ausgestattet. Im Gegensatz zu der Wechsel- oder<br />

Drehstromladung ist das Ladekabel fest mit der Schnellladestation verbunden.<br />

Anmeldung, Registrierung und Freischaltung der Ladestationen<br />

• Anmeldung beim jeweiligen Betreiber, zum Beispiel über ein Telefon, pauschale Abrechnung der Energie, kein Zähler im<br />

Ladepunkt. Der Betreiber kann z.B. ein privates Unternehmen sein.<br />

• Der Betreiber des Ladepunktes stellt ein spezielles Ladekabel zur Verfügung. Dieses enthält eine Erkennung des Nutzers.<br />

Nach Anschluss des Fahrzeuges wird der Ladevorgang automatisch gestartet. Es ist ein Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber<br />

des Ladepunktes erforderlich. Über diesen wird die Energiemenge dann abgerechnet.<br />

• Freischaltung des Ladepunktes über eine RFID-Karte (radio-frequency identification). Dieses Verfahren wird zum Beispiel<br />

auch bei elektronischen Schlüsseln angewendet. Es ist ein Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber des Ladepunktes erforderlich.<br />

Über diesen wird die Energiemenge dann abgerechnet.<br />

• Freischaltung des Ladepunktes über eine Chipkarte. Die Bezahlung der entnommenen Energie erfolgt dabei mit einem<br />

vorbezahlten Guthaben, welches auf der Karte gespeichert ist.<br />

Induktive Ladevorgänge<br />

Nach heutigem Stand der Technik werden eFahrzeuge in der Regel mit Hilfe eines Ladekabels (konduktiv) geladen. Die Alternative<br />

dazu stellt das kabellose induktive Laden über geringe Entfernungen dar. Die Umsetzung zweier Systeme wird dabei<br />

aktuell verfolgt: die Frontladung und die Unterflurladung. Beide basieren auf dem Prinzip eines Transformators, bestehend<br />

aus zwei Spulen. Eine Spule befindet sich in der Ladeeinrichtung auf der Netzseite, die andere im Fahrzeug (bspw. frontal im<br />

Nummernschild oder im Unterboden des Fahrzeugs). Der Stromfluss in der Spule der Ladeeinrichtung erzeugt ein Magnetfeld.<br />

Dieses wiederum erzeugt einen Stromfluss in der Fahrzeugspule. Für hohe Wirkungsgrade ist es notwendig, dass die<br />

Entfernung der beiden Spulen sehr gering ist und dass das erzeugte Magnetfeld sich nicht zu stark ausbreitet, sondern nur<br />

die Fahrzeugspule umgibt. Darüber hinaus wird noch an dynamischen induktiven Systemen geforscht. Dynamisch bedeutet,<br />

dass Fahrzeuge während der Fahrt über Spulen in der Straße oder Leitplanken geladen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass<br />

diese Konzepte in den nächsten Jahren über Labortests hinausgehen werden.<br />

Vorteile: Der Bedienkomfort ist höher, da der Fahrer die physikalische Verbindung des Fahrzeugs zum Netz nicht über einen<br />

Stecker herstellen muss. Es reicht aus, wenn er sein Fahrzeug beim Einparken richtig positioniert. Durch das fehlende Steckersystem<br />

ist ein geringerer Wartungsaufwand zu erwarten, da weniger mechanische Bauteile benötigt werden. Damit ist das<br />

System weniger vandalismus-anfällig.<br />

Nachteil: Eine Schnellladung ist derzeit noch nicht möglich.<br />

18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19


Ladeinfrastruktur<br />

Ladeinfrastruktur - Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

Ladeinfrastruktur<br />

Typenübersicht Ladestecker<br />

Typ 1 Stecker // Japanische Lösung<br />

Kommunikationsfähig: nein<br />

Leistung: bis 7,4 kW/bis 32 A, einphasig<br />

Nur AC-Ladung<br />

Systemtechnische<br />

Technologie- und<br />

Innovationsplattform<br />

Es gibt zwei Möglichkeiten ein Elektroauto zu laden: Entweder<br />

über Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC). Wird ein<br />

Wechselstromanschluss verwendet, befindet sich das Ladegerät<br />

im Auto; bei einem Gleichstromsystem ist ein Ladegerät<br />

mit größerer Leistung in der Ladesäule integriert. Die Gleichstromladung<br />

erfolgt entweder über den CHAdeMO-Stecker<br />

oder den Combostecker. Für die Wechselstromladung werden<br />

wiederum andere Stecker verwendet. Die meisten Autos<br />

können über einen Adapter auch direkt an einer normalen<br />

Haushaltssteckdose geladen werden.<br />

Von ganz besonderer Bedeutung in dieser Übersicht sind der<br />

CHAdeMO-Stecker, sowie der Combostecker. Der CHAdeMO-<br />

Stecker ist eine Konsortialentwicklung aus Japan und wird<br />

Typ 2 Stecker // Mennekes-Stecker<br />

Kommunikationsfähig: ja<br />

Leistung: bis 43,5 kW/bis 63 A, ein- bis dreiphasig<br />

DC-Ladung möglich<br />

Typ 3 Stecker // Italienische Lösung<br />

Kommunikationsfähig: ja<br />

Leistung: bis 43,5 kW/bis 63 A, ein- bis dreiphasig<br />

Nur AC-Ladung<br />

Combostecker // Von SAE und ACEA als Standard ausgerufen<br />

Kommunikationsfähig: ja<br />

Leistung: bis 170 kW, bis 200 A, ein- bis dreiphasig<br />

DC-Ladung möglich<br />

Schuko-Stecker (Normale Seckdose) // Derzeit häufig verwendet<br />

Kommunikationsfähig: nein<br />

Leistung: bis 3,6 kW mit einem Strom bis zu 16 A<br />

Nur AC-Ladung<br />

CHAdeMO // Derzeit in den USA und Japan etabliert<br />

Kommunikationsfähig: ja<br />

Leistung: bis 62,5 kW/bis 200 A<br />

DC-Ladung möglich<br />

derzeit bereits überwiegend in den USA und in Japan verwendet.<br />

Der Mitsubishi i-MiEV und der Nissan Leaf beispielsweise<br />

verwenden diesen Steckertypen.<br />

Der Combostecker stellt quasi eine Erweiterung des Typ 2<br />

Steckers (Mennekes-Stecker) dar und wurde jüngst von<br />

der SAE (Society of Automotive Engineers), von der ACEA<br />

(Association des Constructeurs Européens d’Automobiles)<br />

als zukünftiger Standard erklärt und genießt damit die Zustimmung<br />

der meisten großen Automobilhersteller. Er bietet<br />

den Vorteil, dass er für alle Lademodi eingesetzt werden kann.<br />

Es kann also damit gerechnet werden, dass dieser Stecker<br />

sich durchsetzt.<br />

Die Technische Universität Dortmund bildet gemeinsam mit<br />

Partnern das NRW Kompetenzzentrum für interoperable<br />

Elektromobilität, Infrastruktur und Netze.<br />

Das Kompetenzzentrum ist ein One-stop-shop für alle systemtechnischen<br />

Fragestellungen im Zusammenhang mit Elektromobilität:<br />

• Energieversorgungsnetz<br />

• Leistungselektronik<br />

• Kommunikation<br />

• Elektromagnetische Verträglichkeit<br />

• Umwelteinflüsse<br />

Ziel des zentralen Projekts TIE-IN ist es, Herstellern von Ladestationen,<br />

Ladesystemen, Abrechnungssystemen oder Funkund<br />

Kommunikationseinrichtungen eine systemtechnische<br />

Technologie- und Innovationsplattform zu bieten.<br />

Neben Tests auf elektrische und kommunikationstechnische<br />

Anforderungen können dort Umweltprüfungen sowie Prüfungen<br />

zu Personensicherheit, funktionaler Sicherheit und<br />

Elektromagnetischer Verträglichkeit durchgeführt werden.<br />

Ebenfalls wird eine Modellbibliothek für x-in-the-loop-Tests<br />

entwickelt, die eine Entwurfsplattform für Komponenten<br />

und Systeme bildet und so dazu beiträgt, aufwändige und<br />

kostenintensive Feldtests zu minimieren.<br />

Darüber hinaus wird im Kompetenzzentrum auch an einem<br />

Leuchtturmprojekt der NPE gearbeitet: Metropol-E entwickelt<br />

und testet erstmals ein Lade- und Flottenmanagementsystem<br />

für den Einsatz in einer kommunalen Flotte unter Einbezug<br />

dezentral erzeugter Erneuerbarer Energien. Steht das System,<br />

soll es auf andere Kommunen übertragbar sein. Für die<br />

Ladungen der Elektrofahrzeug-Flotte wird <strong>10</strong>0% Ökostrom<br />

eingesetzt. Im Projekt kommen 16 Elektroautos und <strong>10</strong> Pedelecs<br />

zum Einsatz und es werden eine Vielzahl an innovativen<br />

Elektromobilitätsanwendungen mit einander vernetzt.<br />

Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert<br />

und ist Teil der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr.<br />

Bewusst wird hier an bisherige Erfolge aus Förder- und Forschungsvorhaben<br />

im Bereich eMobilität in NRW angeknüpft.<br />

Des Weiteren ist das Kompetenzzentrum am bundesweiten<br />

Förderprojekt open ECOSPhERE beteiligt. Das Projektkonsortium<br />

aus Wirtschaft und Wissenschaft unter Konsortialführung<br />

der RWE Effizienz GmbH stellt für das Projekt 5,6<br />

Mio. Euro, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie<br />

4,9 Mio. Euro bis November 2014 bereit. Elektroautos<br />

verbinden hier den Mobilitätssektor mit der Energiewende.<br />

Denn die Energiewende verändert die Stromnetze und bereits<br />

heute wird Energie aus dezentralen Erzeugungsanlagen<br />

in die Verteilnetze eingespeist. Der Bedarf an Speichermedien<br />

wächst also kontinuierlich. Im Projekt open ECO-<br />

SPhERE forschen Energie-, Automobil- und Technologieunternehmen<br />

und Universitäten darum seit September 2012<br />

gemeinsam daran, wie Elektrofahrzeuge Wind- und Solarstrom<br />

optimal speichern können.<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

BEM-Beirat<br />

NRW Kompetenzzentrum für interoperable Elektromobilität,<br />

Infrastruktur und Netze<br />

fritz.rettberg@tu-dortmund.de<br />

www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg beim Besuch der EV-Zone im Rahmen der<br />

Automechanika Shanghai 2012<br />

20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21


Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />

Ladeinfrastruktur - Legal corner<br />

Regulierung von Ladesäulen?<br />

»Es stellt sich die Frage, ob es energierechtliche oder<br />

aus allgemeinem Recht folgende Zugangsansprüche zu<br />

Ladesäulen gibt und falls nein, ob der Zugang zu Ladesäulen<br />

reguliert werden sollte.«<br />

In ihrem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hat<br />

sich die Bundesregierung im Jahr 2009 ein ehrgeiziges Ziel<br />

gesetzt: Bis zum Jahre 2020 sollen auf deutschen Straßen<br />

eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Auch eMobile<br />

müssen betankt werden. Das »Perpetuum e-mobile« ist noch<br />

nicht erfunden. Betankt werden können eMobile entweder<br />

- wenn die technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen<br />

wurden - am eigenen Stromanschluss zu Hause oder an einer<br />

öffentlichen eTankstelle, für die sich allgemein der recht<br />

plastische Begriff der Ladesäule eingebürgert hat.<br />

Der aktuell geltende Rechtsrahmen für die Energiewirtschaft<br />

sieht keine besonderen Regelungen für Ladesäulen vor. Es<br />

stellt sich die Frage, ob es energierechtliche oder aus allgemeinem<br />

Recht folgende Zugangsansprüche zu Ladesäulen<br />

gibt und falls nein, ob der Zugang zu Ladesäulen reguliert werden<br />

sollte. Das Instrument der Regulierung, also insbesondere<br />

die Einräumung eines über die kartellrechtlichen Regelungen<br />

hinausgehenden Anspruchs auf diskriminierungsfreien<br />

Zugang und die staatliche Entgeltfestlegung wird für Märkte<br />

gewählt, auf denen aus bestimmten Gründen kein Wettbewerb<br />

herrschen kann. Dabei geht es typischerweise um natürliche<br />

Monopole, wie sie insbesondere auf Infrastrukturmärkten<br />

vorkommen können, von denen andere, nachgelagerte<br />

Märkte abhängen. Man bezeichnet dies auch anschaulich<br />

als »bottle-neck«-Situationen. Ein klassisches Beispiel<br />

sind Strom- und Gasnetze als Infrastruktureinrichtungen,<br />

denen Märkte für die Belieferung von Strom- und Gaskunden<br />

nachgelagert sind. In solchen Fällen können die allgemeinen<br />

kartellrechtlichen Regelungen, die immerhin einen Zugangsanspruch<br />

zu technisch oder wirtschaftlich nicht duplizierbaren<br />

Infrastruktureinrichtungen gewähren, nicht ausreichend sein.<br />

Wie ist dies im Falle der Ladesäulen? Es ist - wie so oft bei<br />

rechtlichen Fragen - zu unterscheiden.<br />

Die am leichtesten zu beantwortende Frage ist die nach Ansprüchen<br />

von Ladesäulenbetreibern auf Anschluss ihrer Ladesäulen<br />

an das öffentliche Stromnetz. Ein solcher Anspruch<br />

ergibt sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das<br />

jedem Letztverbraucher einen Anspruch auf Netzanschluss<br />

gewährt. Darauf, dass der Ladesäulenbetreiber den aus dem<br />

Netz bezogenen Strom weitüberwiegend nicht selbst für den<br />

Betrieb der Ladesäule verbraucht, sondern den Ladesäulennutzern,<br />

also den eMobilisten, zur Verfügung stellt, kommt<br />

es hierbei nicht an. Bei solchen Zugangsansprüchen geht es<br />

allerdings nicht um eine Regulierung des Betriebs von Ladesäulen,<br />

sondern um die existierende Regulierung des Betriebs<br />

von Stromnetzen.<br />

Weiter stellt sich die Frage, ob Stromlieferanten einen Anspruch<br />

auf Zugang zu Ladesäulen, also auf Belieferung des<br />

Ladesäulenbetreibers haben. Ein solcher Anspruch ergibt<br />

sich nicht aus den bestehenden Regelungen des EnWG: Nach<br />

mittlerweile recht einhelliger Auffassung ist die Ladesäule<br />

nicht Teil des Stromnetzes und unterliegt damit nicht der für<br />

Stromnetze geltenden Regulierung nach dem EnWG. Auch<br />

aus dem Kartellrecht lassen sich keine Ansprüche des Stromlieferanten<br />

gegen den Ladesäulenbetreiber darauf ableiten,<br />

seinen Strom abzunehmen bzw. den eigenen Kunden, also<br />

den eMobilisten, anzubieten oder zunächst einmal eine diskriminierungsfreie<br />

Auswahl zwischen den unzähligen Stromlieferanten<br />

zu treffen. Solche Ansprüche kämen nur dann in<br />

Frage, wenn der Ladesäulenbetreiber über eine marktbeherrschende<br />

Stellung verfügen würde und sich eine Verweigerung<br />

der Stromabnahme oder die unterlassene Aufnahme<br />

in das eigene Angebot an die eMobilisten als Missbrauch<br />

dieser marktbeherrschenden Stellung oder als sachlich<br />

nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung darstellen<br />

würde. Schon ersteres ist nicht der Fall: Der Ladesäulenbetreiber<br />

ist, soweit er Strom beschafft oder seinen Kunden<br />

eine Stromlieferung an der Ladesäule zur Verfügung stellt,<br />

auf einem sachlich relevanten Markt für die Nachfrage nach<br />

Strom tätig. Dieser Markt ist räumlich gesehen nach der neueren<br />

Praxis des Bundeskartellamts bundesweit abzugrenzen.<br />

Auf diesem Markt gibt es neben dem einzelnen Ladesäulenbetreiber<br />

zahllose andere Abnehmer von Strom. Eine marktbeherrschende<br />

Stellung hat der einzelne Ladesäulenbetreiber<br />

dann nicht inne. Dieser Befund spricht im Übrigen<br />

auch gegen eine Regulierung in der Form der Einführung solcher<br />

Ansprüche oder etwa der Verpflichtung des Ladesäulenbetreibers,<br />

den eMobilisten an seiner Ladesäule Strom verschiedener<br />

Stromanbieter zur Auswahl zu stellen.<br />

Es bleibt schließlich noch die Frage, ob Nutzer von Ladesäulen<br />

Zugangsansprüche zur Ladesäule haben oder, wenn dies<br />

nicht der Fall ist, haben sollten. Da die Ladesäule nicht Teil<br />

des Stromnetzes ist, können sich solche Ansprüche nicht aus<br />

der geltenden Zugangsregulierung für Stromnetze nach dem<br />

EnWG ergeben. Der kartellrechtliche Zugangsanspruch setzt<br />

erstens das Vorliegen einer technisch oder wirtschaftlich nicht<br />

duplizierbaren Infrastruktureinrichtung voraus. Zweitens ist<br />

das Vorliegen einer marktbeherrschenden Stellung und drittens<br />

die Missbräuchlichkeit einer Verweigerung des Zugangs<br />

Voraussetzung. Ladesäulen sind wohl relativ leicht technisch<br />

und wirtschaftlich duplizierbar. Auch vom Vorliegen einer<br />

marktbeherrschenden Stellung kann regelmäßig nicht ausgegangen<br />

werden.<br />

Dies führt zur spannenden Frage, wie der betroffene sachlich<br />

und räumlich relevante Markt abzugrenzen ist. Man wird<br />

diesen sachlich und räumlich relevanten Markt im Regelfall<br />

nicht als auf die einzelne Ladesäule beschränkt ansehen<br />

können, da den eMobilisten zwar nicht die gewöhnlichen<br />

Tankstellen für Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren, ggf.<br />

aber die Ladesäulen anderer Betreiber und jedenfalls oft<br />

auch die Nutzung der eigenen Steckdose daheim als Alternative<br />

zur Verfügung stehen wird. Ein kartellrechtlicher Zugangsanspruch<br />

des einzelnen eMobilisten ist dann nicht gegeben.<br />

Unabhängig von diesen rechtlichen Überlegungen<br />

macht es für den Ladesäulenbetreiber schon wirtschaftlich<br />

keinen Sinn, nicht alle interessierten eMobilisten zur Nutzung<br />

der Ladesäule zuzulassen. Bei diesem Befund verbietet<br />

sich die Einführung einer Regulierung. Es kann auf die unsichtbare<br />

Hand des Wettbewerbs vertraut werden.<br />

Nichts anderes gilt im praktisch ebenso unwahrscheinlichen<br />

Fall, dass Betreiber einer ganzen Ladesäuleninfrastruktur in<br />

einem bestimmten Gebiet Ausschließlichkeitsvereinbarungen<br />

mit eMobil-Flottenbetreibern abschließen.<br />

Erstens macht es, wie gesagt, schon wirtschaftlich keinen<br />

Sinn, wenn ein Ladesäulenbetreiber den Zugang von eMobilisten<br />

zu seiner Ladesäule beschränkt. Zweitens reichen die<br />

kartellrechtlichen Vorschriften aus, wenn von einer solchen<br />

Vereinbarung wider Erwarten doch einmal eine abschottende<br />

und damit wettbewerbsbeschränkende Wirkung ausgehen<br />

sollte. Auch unter diesem Gesichtspunkt kann also kein<br />

Regulierungsbedarf abgeleitet werden.<br />

Fazit: Im Ergebnis kann und sollte also darauf vertraut werden,<br />

dass die Kräfte des Wettbewerbs für die richtige Entwicklung<br />

bei den eTankstellen sorgen werden. Eine besondere<br />

Zugangsregulierung sollte unterbleiben.<br />

Dr. Rolf Hempel<br />

Rechtsanwalt und Partner<br />

bei CMS Hasche Sigle<br />

www.cms-hs.com<br />

22 Neue Mobilität Neue Mobilität 23


Ladeinfrastruktur - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Ladeinfrastruktur - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Wie viel Ladeinfrastruktur<br />

braucht die Elektromobilität?<br />

Ein Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Elektroautos brauchen Strom aus einer Steckdose. Erst<br />

durch die Steckdose als »Energiequelle« löst sich das Automobil<br />

nachhaltig vom Öl. Erst dadurch wird emissionsfreies<br />

Fahren möglich. Die gute Nachricht: Strom ist überall genug<br />

vorhanden und (im Vergleich zum Benzin) relativ sehr<br />

viel billiger. Außerdem existieren z.B. in Deutschland schon<br />

Millionen von Steckdosen. Die Frage ist nur: Ist die Steckdose<br />

auch dort, wo der eAuto-Fahrer sie braucht oder stellt<br />

dies eine zunächst gravierende Hürde für potentielle eAuto-<br />

Käufer dar?<br />

Gleich vorweg: Elektroautos machen nur dort Sinn, wo sie optimal<br />

eingesetzt werden. So sind z.B. die hunderttausenden<br />

von Pendlern, die täglich aus den Speckgürteln der Städte<br />

zu ihren Arbeitsplätzen pendeln, eine sehr wichtige Zielgruppe.<br />

Auch die vielen Zweit- und Drittwagen in den Haushalten, wo<br />

täglich so genannte Routinefahrten (Kindergarten, Einkaufen,<br />

Hobbys, etc.) anfallen, sind ideal geeignet. Sie können<br />

ihre täglichen »20-80 Routine-km« abspulen und nachts laden<br />

sie ihr eAuto zu Hause. Die Reichweite der eAutos ist<br />

bereits heute so ausgelegt, dass der Kunde eigentlich nie<br />

auf Infrastruktur außerhalb seiner Garage zu Hause angewiesen<br />

ist. Für den typischen »Laternenparker« z.B. in<br />

Schwabing (Münchner Innenstadt), der sein Auto ohnehin<br />

lediglich für die Wochenendfahrten zum Gardasee braucht,<br />

ist das eAuto eigentlich nicht geeignet. Deshalb wird dessen<br />

mögliches eAuto-Ladebedürfnis sicher mit letzter Priorität<br />

erfüllt werden - wenn überhaupt jemals. Zum Trost sei auf die<br />

U-Bahn Haltestelle »um die Ecke« verwiesen. Wenn man<br />

sich insgesamt der Frage systematisch nähert, ob Ladeinfrastruktur<br />

eine prinzipielle Barriere für die Verbreitung<br />

von eAutos darstellt, so kann man grundsätzlich vom Nutzer<br />

her kommend drei Ladetypen unterscheiden, die im Folgenden<br />

danach einzeln untersucht werden sollen (Schaubild).<br />

Das STANDARD-Laden: Hierunter versteht man den Ladevorgang<br />

immer dann, wenn das Auto eigentlich nicht gebraucht<br />

wird, d.h. irgendwo für länger als vier Stunden abgestellt<br />

wird. Das ist genau der typische Fall bei dem nachts zu Hause<br />

oder tagsüber am Arbeitsplatz geladen werden kann. Aber<br />

auch an Flughäfen, Bahnhöfen, an P&R-Parkplätzen und Hotels.<br />

Ladegeschwindigkeit spielt hier kaum eine große Rolle.<br />

Vielmehr ist bei diesem Ladetyp das Vorhandensein eines<br />

spezifischen Stellplatzes mit einer Steckdose von entscheidender<br />

Bedeutung. Initiator einer solchen Infrastruktur-Installation<br />

sind meist die eAuto-Besitzer selbst, die ihren Vermieter,<br />

Arbeitgeber oder P&R-Betreiber davon überzeugen<br />

müssen, ihnen entsprechende Steckdosen zur Verfügung<br />

zu stellen. Die Finanzierung fällt meist direkt oder indirekt<br />

auf den eAuto-Besitzer zurück. Das ist auch nur zu logisch,<br />

weil die Steckdose quasi Teil des Stell-Parkplatzes ist, der<br />

ausschließlich vom eAutofahrer genutzt wird. Die relative<br />

Bedeutung dieser Steckdosen ist für alle eAuto-Besitzer essenziell!<br />

D.h. ohne eine solche Lademöglichkeit kann man<br />

kein eAuto vernünftig betreiben. Dabei steht im Vordergrund<br />

der exklusiv reservierte Stellplatz an sich. Wenn der vorhanden<br />

ist, ist die Installation von Lade-Steckdosen meist eine<br />

nur sehr geringe Hürde bzw. in den meisten Privat-Garagen<br />

ohnehin schon vorhanden. Die öffentliche Hand ist bei<br />

dieser Ladeinfrastruktur komplett außen vor. Lediglich der<br />

»Markt«, d.h. der eAuto-Kunde selbst, wird und muss den<br />

Ausbau dieser Infrastruktur vorantreiben. Den Spezialfall<br />

»Laternenparker« haben wir ja schon eingangs beleuchtet.<br />

Genauso wenig wie die Kommune heute schon »verpflichtet«<br />

ist jedem Auto-Besitzer einen Parkplatz im öffentlichen<br />

Raum zur Verfügung zu stellen, kann ein eAuto-Besitzer erwarten,<br />

dass nun ausgerechnet für ihn eine »Sonderlösung«<br />

(Parkplatz mit Steckdose) gebaut wird.<br />

Das PARK&CHARGE-Laden: In diesem Ladetyp ist ein eAuto-<br />

Fahrer unterwegs. Er fährt z.B. zu seinem Sportzentrum um<br />

dort einige Stunden zu trainieren oder in ein Shoppingzentrum<br />

zum Einkaufen. Die Parkdauer beträgt meist von wenigen<br />

Minuten bis zu vier Stunden. In solchen Situationen<br />

auf Lademöglichkeiten zurückzugreifen, ist für die meisten<br />

eAuto-Besitzer aus zwei Gründen nahezu irrelevant. Zum einen<br />

wird kaum ein eAuto-Fahrer seine Fahrt um »eventuell<br />

verfügbare und dann doch zugeparkte Lademöglichkeiten«<br />

herum planen. Zum anderen werden die allermeisten eAutos<br />

eine Ladung »zwischendrin« schlichtweg nicht brauchen.<br />

Die Reichweite der Elektroautos wird immer bei ca. dem<br />

dreifachen des täglichen Bedarfes liegen. Das heißt nur im<br />

besonderen Ausnahmefall muss der eAuto-Fahrer unterwegs<br />

laden (siehe Ad-Hoc).<br />

Darüber hinaus sind solche Ladestationen hochgradig unwirtschaftlich.<br />

Nicht nur, dass der durchschnittliche eParker<br />

nur für wenige Cent lädt. Vielmehr ist der Parkplatz an sich<br />

in den meisten Fällen so wertvoll, dass sich kein Betreiber<br />

leisten kann, für diesen Ladetyp einen speziellen Parkplatz<br />

ständig reserviert zu halten. Das zeigt sich z.B. bereits in<br />

Berlin bei den Ladestationen der RWE in Ku‘damm-Nähe. Die<br />

Berliner ärgert maßlos, dass die wertvollsten Parkplätze<br />

für eAutos zwangs-frei gehalten werden, die da aber so gut<br />

wie nie stehen. Solche »Ladeinfrastruktur« wird sicher nicht<br />

lange Bestand haben. Für die eAuto-Besitzer sind sie ohnehin<br />

von nur geringer Relevanz und somit auch keine grundsätzliche<br />

Hürde für die Elektromobilität.<br />

Das AD-HOC-Laden: Bereits der Nissan Leaf hat die Option<br />

einer sogenannten »Schnellladung«. Auch die eAutos aus<br />

deutscher Produktion, die 2013 auf den Markt kommen, werden<br />

über eine spezielle (CCS-)Schnittstelle ca. <strong>10</strong>0 km Reichweite<br />

in rund 15 Minuten laden können. Die Idee dahinter<br />

ist, dem eAuto-Kunden mehr Flexibilität zu geben, für den<br />

Fall, dass er in eine ungeplante »Reservesituation« kommt.<br />

BMW rechnet bei seinem eAuto i3 (Marktstart Ende 2013)<br />

mit der Hälfte der Kunden, die sich für die Option »Range<br />

Extender« (also ein kleiner eingebauter Benzin-Stromgenerator)<br />

entscheiden werden. Für diese Kunden wird die AD-<br />

HOC-Ladung keine Rolle spielen. Für eAutos, die nicht über<br />

eine solche Option verfügen, kann dieser Ladetyp allerdings<br />

Wesentliche Ladetypen und ihre spezifische Relevanz für den Plug-In-Besitzer<br />

entscheidend zur »gefühlten Sicherheit« beitragen.<br />

Als Betreiber solcher Schnellladestationen kommen die heutigen<br />

Tankstellen in Frage, die dadurch auch noch zusätzlichen<br />

»Traffic« für ihren Shop erzeugen können. Allerdings<br />

rechnet sich eine solche Station für den Betreiber erst, wenn<br />

eine größere Anzahl von eAutos im Markt ist. Insofern sind<br />

wahrscheinlich die Autohersteller gemeinsam mit dem Staat<br />

aufgerufen, hier in Vorlage zu gehen. Dass das sehr gut funktionieren<br />

kann, zeigt sich in Japan, wo es bereits heute mehr<br />

als 1.000 Schnellladestationen (CHAdeMO) gibt. Hier haben<br />

die drei großen japanischen Autohersteller zusammen mit<br />

der Tepco und erheblicher staatlicher Subvention eng zusammen<br />

gearbeitet. In Norwegen, der Schweiz und in vielen<br />

anderen Regionen, werden ebenfalls bereits heute größere<br />

Netze von »Quick-Chargern« aufgestellt. Eine Voraussetzung<br />

für die eAuto-Verbreitung stellt ein solches Netzwerk nicht<br />

dar. Allerdings führt es sicherlich zu einer deutlich schneller<br />

anwachsenden Nachfrage nach emissionsfreiem Fahren mit<br />

Strom vom Netz.<br />

Experten gehen davon aus, dass man in Deutschland ca.<br />

300 solcher Ladestation bräuchte (in 11 deutschen Metropolen<br />

mit ca. 70% der deutschen Gesamt-Bevölkerung).<br />

Ein Investment von nicht mal <strong>10</strong> Mio. Euro, eigentlich lächerlich,<br />

wenn man bedenkt, was die Entwicklung eines<br />

eAutos kostet. Dann wäre aber gewährleistet, dass in<br />

max. 6 km Entfernung der allermeisten eAuto-Fahrer eine<br />

Schnellladestation bereit stünde. Voraussetzung ist aber<br />

eine konzertierte Aktion aller Autobauer, damit sich nur ein<br />

Standard dafür durchsetzt.<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner // BEM-Beiratsvorsitzender<br />

www.venturecheck.com<br />

Preis-Elastizität<br />

Ladetyp Beispiele Dauer (akzeptabler Wesentliche<br />

Faktor auf Voraussetzung<br />

Initiator BEV<br />

Normalpreis/kWh)<br />

Standard<br />

Park & Charge<br />

Ad-Hoc<br />

(<strong>10</strong>0km in 15min)<br />

• Zu Hause,<br />

am Arbeitsplatz<br />

• Modalübergang<br />

(P&R, Flughafen, Bahn)<br />

• »Laternenparker«<br />

• Öffentliche und private<br />

Parkplätze/ -häuser<br />

• Shopping Center<br />

• Systemgastronomie<br />

• Tankstellen<br />

• Verkehrsknoten<br />

>4h 0,5 - 2<br />

0,2 -4h 2 - 3<br />

15- 20<br />

min 3 - 5<br />

• Garage/reservierter<br />

Stellplatz verfügbar<br />

• Steckdose vorhanden/<br />

einrichtbar<br />

• Wert des<br />

Parkraumes nicht<br />

zu hoch<br />

• Erreichbarkeit/<br />

Lage<br />

• Kompatibilität<br />

zum EV<br />

• EV Besitzer<br />

• Vermieter<br />

• Arbeitgeber<br />

• Parkplatz-<br />

Betreiber<br />

• Parkraum-<br />

Eigentümer<br />

• OEM´s<br />

• Betreiber<br />

• (Staat)<br />

Quelle: VCC Hohe Relevanz für eAuto-Besitzer keine Relevanz für eAuto-Besitzer<br />

PI-<br />

Hybrid<br />

24 Neue Mobilität Neue Mobilität 25


Ladeinfrastruktur - enerChaNge<br />

Ladeinfrastruktur - enerChaNge<br />

Logistikaufgabe<br />

Elektromobilität<br />

Elektromobilität muss keine zusätzliche Belastung für das<br />

Stromnetz sein. Entsprechende Maßnahmen vorausgesetzt,<br />

können Elektrofahrzeuge sogar zu einer erheblichen Entlastung<br />

der Netze und besserer Nutzung von Sonne und Wind<br />

beitragen und so ressourcenneutral betrieben werden.<br />

Lastspitzen aus der eMobilität, volatile Erzeugungsspitzen<br />

aus Erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind sowie ein zunehmendes<br />

Interesse an der dezentralen Energieerzeugung<br />

und -versorgung führen zu erhöhtem kurzfristigen Regelenergiebedarf<br />

im Stromnetz und dadurch zu neuartigen<br />

Anforderungen an Stromnetzbetreiber und Infrastruktur.<br />

Ernsthafte Meinungen von Fachleuten sehen eine systembedingte<br />

Grenze der Einspeisung von fluktuierenden Erneuerbaren<br />

Energien bei etwa 20% des gesamten Produktionsvolumens<br />

- ein Wert der zumindest in Deutschland schon<br />

heute beinahe erreicht wird.<br />

Flexible Energielogistiksysteme und deren Netzintegration<br />

auf System- wie auch Softwareebene sind eine wesentliche<br />

Voraussetzung zur störungsfreien Integration von erneuerbaren<br />

Energiequellen und Elektromobilitätssystemen in die<br />

Stromnetze. Die Bereitstellung von Energielogistik, IT und<br />

Akkumulatorsystemen für stationäre Ausgleichs- und Regelenergie<br />

wie auch als robuste Energieversorgung für mobile<br />

Anwendungen wird somit zur Schlüsseltechnologie im<br />

Energiewandel.<br />

Anforderungen an das UCTE Stromnetz<br />

Das europäische Verbundnetz ist mit einer Schwankungsbreite<br />

von 49.8 bis 50.2 Hertz (Wechselstrom) eines der<br />

stabilsten und ausfallsichersten Netze weltweit.<br />

Der europaweit zunehmende Ausbau dezentraler Erneuerbarer<br />

Energien führt jedoch zu erhöhtem Umfang schwer<br />

planbarer, schwankender Produktionsmengen und damit zu<br />

geänderten Anforderungen an das bislang sehr zuverlässige<br />

Netz. Seit 2008 wurde europaweit jährlich mehr Kraftwerksleistung<br />

aus Erneuerbaren Energien installiert als aus allen<br />

anderen Energieformen zusammen. Der größte Anteil entfällt<br />

hierbei auf die Bereiche Wind und Photovoltaik, deren Produktion<br />

deutlich stärker schwankt und deutlich schlechter<br />

regelbar ist als kalorische Kraftwerke und Wasserkraftwerke,<br />

inklusive der besonders gut regelbaren, aber außerhalb des<br />

Alpenraumes nur begrenzt verfügbaren Staukraftwerke.<br />

Kosten des Schwankungsausgleiches<br />

Erzeugungsmenge und Verbrauchsmenge im Stromnetz<br />

müssen aufgrund der bislang kaum vorhandenen Speichermöglichkeiten<br />

stets in etwa identisch sein, was erheblichen<br />

Regelungsbedarf verursacht. Dieser wird im Bereich der<br />

Minutenreserven, durch Sekundärregelleistung und Regelenergie<br />

in viertelstündlich fahrplangerechter Einspeisung<br />

abgedeckt. Die erheblichen Preisschwankungen bis zu 40 ct<br />

pro kWh für Ausgleichsenergie im Merit-Order System, zum<br />

Teil auch deutlich ins Minus, stellen ein plakatives Abbild<br />

dieser Anforderungen dar.<br />

Beispielsweise sind in Deutschland bei einer maximalen<br />

Netzlast von 80 Gigawatt inzwischen bereits Peak-Leistungen<br />

von Photovoltaik und Wind in der Größenordnung von<br />

44 Gigawatt installiert, also mehr als die minimale Netzlast<br />

von 40 Gigawatt, und müssen über den Netzlastausgleich<br />

abgefedert werden. Ein Abfedern von Lastschwankungen<br />

und Erzeugungsspitzen läßt sich üblicherweise nur im Bereich<br />

der kalorischen Kraftwerke (Gas, Öl, Kohle, Atom)<br />

durchführen, deren Produktion sich ausreichend schnell an<br />

den Bedarf anpassen lässt.<br />

Wie im Verbrennungsmotor auch, muss dieser Regelungsvorgang<br />

aber mit deutlichen Abstrichen im Wirkungsgrad<br />

bezahlt werden. Eine Differenz von 3% im Wirkungsgrad der<br />

installierten Kraftwerksleistung entspricht aber bereits dem<br />

Gesamt-Energiebedarf einer Elektrofahrzeugflotte in der<br />

Größenordnung der Hälfte des europäischen Gesamtbestandes<br />

an Pkw.<br />

Gleichzeitigkeitsfaktoren der Elektromobilität<br />

Herkömmliche Ladestrategien gehen von einer kabelgebundenen<br />

Ladung aus, welche gegebenenfalls als Schnell-Ladevorgang<br />

mit dem Eintreffen und Anstecken des Fahrzeuges<br />

gestartet werden. Sowohl aus dem Pendlerverkehr als auch<br />

aus betrieblichen Anwendungen entstehen somit starke<br />

Spitzenbelastungen des Stromnetzes, welche nur durch zeitliche<br />

Entkopplung von Lade- und Fahrbetrieb (Timeshift)<br />

abgefedert werden könnten. Dies ist derzeit jedoch noch<br />

nicht der Fall.<br />

Fraglich bleibt, warum beispielsweise der Ladevorgang aller<br />

Pendlerfahrzeuge um ca. 18.00 Uhr mit Heimkehr der Fahrzeuge<br />

starten muß, obwohl bis zum nächsten Morgen mehr<br />

als genug Zeit zur Verfügung steht?<br />

Zeitlich versetztes Laden der Fahrzeuge würde die entstehende<br />

Lastspitze abfedern und in einen Zeitraum besserer<br />

Verfügbarkeit verlagern.<br />

Überregionaler Timeshift von Ladevorgängen<br />

Die zeitliche Verlagerung von Ladevorgängen je nach Verfügbarkeit<br />

insbesondere Erneuerbarer Energien im Stromnetz<br />

kann den Anteil umweltschonender Ladevorgänge erhöhen<br />

und gleichzeitig Lastspitzen aus dem Netz nehmen.<br />

Im Optimalfall werden viele Ladevorgänge unter Berücksichtigung<br />

der Nutzerwünsche zeitlich so gestaffelt, dass sie<br />

mit der Überschussproduktion der erneuerbaren Energiequellen<br />

abgewickelt werden können.<br />

Damit würde ein doppelt nutzbringender Effekt der Elektromobilität<br />

eintreten: Einerseits werden Lastspitzen vermieden,<br />

und andererseits die Erzeugungsspitzen abgefedert,<br />

sodass der Regelungsbedarf des Stromnetzes insgesamt<br />

sinkt und das Netz gleichzeitig größere Mengen fluktuierender<br />

Erneuerbarer Energien aufnehmen und den Wirkungsgrad<br />

im kalorischen Bereich verbessern könnte.<br />

Logistikaufgabe Elektromobilität<br />

Um den Timeshift, also die zeitliche Staffelung der Ladevorgänge<br />

zu ermöglichen, sind Maßnahmen im Bereich der IT<br />

und Stromlogistik erforderlich. Ihre Kosten stehen aber in<br />

einem sehr günstigen Verhältnis zum lukrierbaren ökologischen<br />

und ökonomischen Nutzen. Der »Königsweg« zur<br />

Trennung von Lade- und Fahrzyklus ist mit Sicherheit die<br />

Nutzung von recycling-fähigen Batterie-Wechselsystemen.<br />

Derartige Systeme können zum optimalen Zeitpunkt stationär<br />

geladen werden, wobei als zusätzlicher kostendämpfender<br />

Faktor auch die optimale Ladekurve der eingesetzten<br />

Zellen eingehalten werden kann, was gegenüber Schnell-<br />

Ladesystemen eine Erhöhung der Batterie-Lebenszeit um<br />

den Faktor drei möglich macht.<br />

Wechselsysteme, wie das vom Forschungskonsortium<br />

»enerChange« im Oktober 2012 auf der eCarTec in München<br />

vorgestellte, flexibel an jeden Fahrzeugtypus anpassbare<br />

System, ermöglichen nebenbei erhebliche Kosteneinsparungen<br />

in der Produktion, stark verbesserte Möglichkeiten<br />

der Nachnutzung und des Recyclings und erheblich erleichterte<br />

Servicevorgänge. Vor allem aber nähert sich die Nutzbarkeit<br />

des Fahrzeuges dem Verbrennungsmotor sehr stark<br />

an, da die Wechselzeiten von ca. zwei Minuten auf längeren<br />

Fahrtstrecken kaum ins Gewicht fallen und somit das Reichweitenproblem<br />

technisch so gut wie gelöst ist.<br />

Vernetzung als Basis der Netzentlastung<br />

Doch auch bei kabelbasierenden Ladestrategien lassen<br />

sich deutliche Optimierungen in der Stromnetzintegration<br />

erzielen. Erforderlich dazu sind einerseits intelligente Ladesysteme,<br />

welche mit dem Nutzer interagieren, um den optimalen<br />

Zeitpunkt des Ladens entsprechend seinen Mobilitätsbedürfnissen<br />

abzustimmen.<br />

Andererseits ist die überregionale Vernetzung der diversen<br />

Anbieter von Ladeinfrastruktur untereinander sowie mit den<br />

Energieversorgern erforderlich. Dadurch können überregionale<br />

Ausgleichsrechnungen durchgeführt werden, um die<br />

optimale Verteilung vieler Ladevorgänge zur bestmöglichen<br />

Nutzung der verfügbaren Energie zu ermöglichen.<br />

Wie in Österreich derzeit projektiert, ist es dazu auch erforderlich,<br />

die bestehenden Netze miteinander zu verknüpfen.<br />

Das ermöglicht ganz nebenbei auch einen verbesserten<br />

überregionalen Service für die Kunden - vom so genannten<br />

Roaming der Abrechnungssysteme bis hin zu verbesserten<br />

Möglichkeiten der Navigationssysteme.<br />

Otto Handle<br />

enerChange GmbH<br />

handle@eurobau.com<br />

www.enerChange.net<br />

26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27


Ladeinfrastruktur - EIGHT<br />

Ladeinfrastruktur - Eight<br />

Panta rhei - nicht nur Strom<br />

Die Kombination von Nutzen und Design steht bei EIGHT im Mittelpunkt<br />

Ein erster DEMONSTRATOR der Solarladestation Point.One in Stuttgart<br />

Eine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge muss dafür<br />

geeignet sein, auch bei schlechten Witterungsbedingungen<br />

eine Batterie zuverlässig mit Strom aufzuladen. Für Entscheider,<br />

deren Bestreben es ist, nicht nur funktionierende,<br />

sondern auch erfolgreiche Ladestationen zu konzipieren,<br />

spielen aber noch viele andere Überlegungen eine wichtige<br />

Rolle. Um die Akzeptanz und Verbreitung von Elektromobilität<br />

effektiv zu steigern, muss an den Ladestationen mehr<br />

fließen als Strom.<br />

Zukünftig stehen vor allem der Informationsfluss und das<br />

Erzeugen von Emotionen im Mittelpunkt der Konzepte. Innovative<br />

Geschäftsmodelle, zeitgemäße Zusatzleistungen<br />

und eine breite Palette an Interaktionsmöglichkeiten müssen<br />

deshalb von den Ladestationen der Zukunft unterstützt<br />

werden.<br />

Spaßgesellschaft. Informationsgesellschaft. Elektromobile<br />

Gesellschaft?<br />

Fun, Event, Spaß - man mag darüber denken, wie man möchte,<br />

aber es ist ein Fakt: Den Konsumenten genügt es im Jahr<br />

2013 schon lange nicht mehr, ein simples Grundbedürfnis zu<br />

befriedigen. Einkaufszentren werden zu Shopping-Malls mit<br />

permanenten Events, Telefone werden zu Smartphones mit<br />

Spielen und Videoplayer, Sport wird zum Workout mit jeder<br />

Menge Fun-Elementen. Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen<br />

und umfasst auch das Thema Elektromobilität. Dabei<br />

müssen nicht nur die Fahrzeuge Spaß machen, sondern auch<br />

die Ladestationen müssen positive Emotionen wecken - weg<br />

von einem rein technischen Vorgang, hin zum Erlebnis.<br />

Neben dem Design spielen hier vor allem die Interaktionsmöglichkeiten<br />

eine zentrale Rolle. Dabei können sowohl<br />

drahtlose Technologien wie WLAN, Bluetooth und UMTS<br />

eingesetzt werden, aber auch beispielsweise die Interaktion<br />

mit Hilfe eines Touchscreens. Im Mittelpunkt einer jeden<br />

Überlegung sollte hierbei die Frage stehen, wie es gelingt einen<br />

Mehrwert für den Nutzer so anzubieten, dass der Spaßfaktor<br />

nicht zu kurz kommt. Spaß, das bedeutet in diesem<br />

Zusammenhang vor allem eine möglichst intuitive und einfache<br />

Nutzung der Angebote. Das Schlagwort »Usability«,<br />

das schon aus vielen anderen Bereichen bekannt ist, wird<br />

für die Hersteller von Ladestationen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.<br />

Win-Win-Win<br />

Selbstverständlich müssen alle Angebote an der Ladestation<br />

- nicht nur der Strom - wirtschaftlich nachhaltig sein. So müssen<br />

sich die Betreiber der Ladestationen darüber Gedanken<br />

machen, wie sie die Zusatzangebote so umsetzen können,<br />

dass sie damit einen Gewinn erzielen. Für die oft externen<br />

Anbieter der Zusatzdienste wiederum muss ein Geschäftsmodell<br />

entwickelt werden, dass auch ihnen einen angemes-<br />

senen Gewinn verspricht. Nur dann werden Angebote bereitgestellt,<br />

die dem Nutzer einen Mehrwert bieten.<br />

Folgende Szenarien wären denkbar: Ein Energieversorger<br />

entscheidet sich, ein großes Netz an Ladestationen aufzubauen,<br />

an denen er seinen Strom verkauft. Allerdings sind<br />

die Kosten für die Installation und den Betrieb noch höher<br />

als der Umsatz durch den Stromverkauf. So gilt es zu überlegen,<br />

wie an der Ladestation mehr Umsatz erzielt werden<br />

kann. Vor diesem Hintergrund entschließt sich das Unternehmen,<br />

die Ladestationen technologisch so auszustatten, dass<br />

Zusatzdienste implementiert werden können. Ein wichtiges<br />

Element der Ladestation soll ein Touchscreen sein, der die<br />

Bedienung der Ladestation ermöglicht. Um hier die Kosten<br />

für die Anschaffung und Reparaturen auszulagern, holt das<br />

Unternehmen einen Hersteller von Bildschirmen mit an Bord.<br />

Dieser übernimmt alle anfallenden Aufgaben und Kosten. Im<br />

Gegenzug dafür wird vor jedem Ladevorgang ein kurzer Werbefilm<br />

des Unternehmens eingespielt, der den Nutzer über<br />

individuelle Angebote und den nächstgelegenen Elektrofachmarkt<br />

informiert. Zeitgleich tastet eine Kamera die Profiltiefe<br />

der Reifen ab. Wird hier festgestellt, dass Punkte in<br />

Flensburg drohen, so erhält der Nutzer eine SMS auf sein<br />

Handy, die ihn auf den Mangel sowie den nächstgelegenen<br />

Reifenhändler hinweist. Finanziert wird dieser Service von<br />

einer Kette für Kfz-Zubehör.<br />

Um die Wartezeit an der Ladestation angenehm zu gestalten,<br />

werden zudem Videotrailer und die aktuellen Charts via Bildschirm<br />

und dezenten Lautsprechern präsentiert. Auf Wunsch<br />

kann der Nutzer sich via WLAN die aktuellen Nummer-1-Hits<br />

als MP3-Datei auf das Handy herunterladen oder via Webshop<br />

die DVD bestellen, die im Videotrailer vorgestellt wird.<br />

Da die Ladeleistung der Batterien für die geplante Überlandfahrt<br />

nicht ausreichen wird, ist es nun an der Zeit, sich<br />

vor der Abfahrt eine Route anzeigen zu lassen, die mit dem<br />

Fahrzeug bewältigt werden kann - und die zu einer Ladestation<br />

führt. Die Route wird von der Ladestation direkt an das<br />

Navigationssystem oder das Smartphone des Nutzers übermittelt.<br />

Zusätzlich wird ein QR-Code verschickt, mit dem der<br />

Nutzer unterwegs in einem Fast-Food Restaurant einen Rabatt<br />

erhält, das diesen Service sponsert.<br />

Fazit: Wir stehen noch am Anfang einer Entwicklung, deren<br />

grundsätzlicher Weg jedoch vorgezeichnet ist. Ladestationen<br />

bieten eine vielfältige Plattform für Mehrwertdienste<br />

und Zusatzleistungen, hinter denen sich Geschäftsmodelle<br />

verbergen, die großes Potenzial haben. Es ist an der Zeit,<br />

Ideen fließen zu lassen.<br />

Christoph B. Rößner //geschäftsführender Gesellschafter<br />

EIGHT GmbH & Co. KG<br />

www.eight.de<br />

28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29


Ladeinfrastruktur - RWE eMobility Lounge<br />

Ladeinfrastruktur - RWE eMobility Lounge<br />

Aktuelle<br />

Ladeinfrastruktur-Konzepte<br />

Erfahrbarkeit, Praxistauglichkeit und Sichtbarkeit<br />

eGarage im NH Hotel Berlin FriedrichstraSSe<br />

© John Aigner<br />

Sechs der wichtigsten deutschen Energie- und Industriekonzerne<br />

haben ein gemeinsames Unternehmen zum Ausbau<br />

der Ladeinfrastruktur in Berlin gegründet. Gemeinsames<br />

Ziel der Unternehmen RWE, EnBW, Daimler, BMW, Bosch<br />

und Siemens ist, den Aufbau einer flächendeckenden, einfach<br />

zu nutzenden Ladeinfrastruktur durch eine übergreifende<br />

Vernetzung voranzutreiben und das Angebot ergänzender<br />

Dienstleistungen zu ermöglichen. Fahrer von Elektrofahrzeugen<br />

sollen künftig überall schnell und einfach laden<br />

können, ohne sich Gedanken machen zu müssen, welcher<br />

Anbieter die jeweilige Ladestation betreibt. Dazu gehören<br />

auch eine einheitliche Authentifizierung an der Ladestation<br />

sowie eine transparente Abrechnung durch den individuellen<br />

Vertragspartner.<br />

Berlin als internationales Schaufenster für Elektromobilität<br />

ist Vorreiter auf dem Gebiet. Die Hauptstadt verfügt mit 1<strong>10</strong><br />

Ladesäulen (pro Ladesäule gibt es zwei Ladepunkte) über<br />

das größte Netz an Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum<br />

in Deutschland. Bis 2015 will Berlin 1.400 öffentlich zugängliche<br />

Ladepunkte aufbauen. Ca. 15.000 Elektroautos sollen<br />

bis zu diesem Zeitpunkt auf Berlins Straßen unterwegs sein.<br />

Sie setzen sich zusammen aus Fahrzeugen der Schaufensterprojekte,<br />

dem Fuhrpark des Landes Berlin, aus einer Vielzahl<br />

von Forschungs- und Modellprojekten auf dem Gebiet<br />

der Elektromobilität sowie aus privaten Nutzern.<br />

Trotz aller Bemühungen und Investitionen auf dem Gebiet<br />

der Elektromobilität stellen die hohen Anschaffungskosten<br />

für Elektroautos und die geringen Reichweiten noch eine<br />

Hürde dar, die mit Hilfe von Anreizen wie Steuervergünstigungen<br />

zu überwinden sind. Noch gibt es für die potenziellen<br />

Käufer von Elektroautos zu wenig Berührungspunkte mit dem<br />

Thema. Auch fehlen attraktive Finanzierungsangebote oder<br />

Kaufmodelle. So wurden im vergangenen Jahr bundesweit<br />

zwar 2.154 Elektrofahrzeuge zugelassen, jedoch nur <strong>10</strong>0 davon<br />

von Privatkunden. In den kommenden Jahren muss eine<br />

Vielzahl von Berührungspunkten im Bereich Elektromobilität<br />

in den Alltag des Privatkunden integriert werden. Nur so lässt<br />

sich auf Dauer das Interesse am Umgang mit neuen, alternativen<br />

Antrieben und Fortbewegungsmitteln weiter ausbauen.<br />

Die Berliner eLounge zum Anfassen und Ausprobieren<br />

Dazu leistet die RWE Effizienz GmbH ihren Beitrag. In der Berliner<br />

Friedrichstraße können sich Berliner und Touristen im<br />

Hotel NH Berlin Friedrichstraße umfangreich über das Thema<br />

Elektromobilität informieren und Elektrofahrzeuge testen.<br />

Die RWE eMobility Lounge bietet Service, Information,<br />

Beratung und Vermietung von eFahrzeugen, wie zum Beispiel<br />

den Mitsubishi iMiEV, Segways, eBikes und den eRoller<br />

esee Rider. Berlin-Besucher erhalten außerdem Tipps für<br />

attraktive Touren durch die Stadt.<br />

Auch das NH Hotel Friedrichstraße mit dessen Direktor Till<br />

F. Esser ist von dem Hot Spot überzeugt. »Um auf dieses<br />

spannende Thema aufmerksam zu machen, freuen wir uns<br />

natürlich über Konzepte und Ideen, die für Jedermann und<br />

für jede Frau zugänglich sind. Die eLounge hat einen hohen<br />

Informations- und Servicecharakter im Herzen Berlins, den<br />

wir in der Branche gern erleben.«<br />

Die in die Hotellobby des NH Berlin Friedrichstraße integrierte<br />

eLounge ist nicht nur ein einzigartiges Konzept, es bringt<br />

dem Endverbraucher auch die Elektromobilität ein Stück<br />

näher. »Elektromobilität ist für den Tourismus ideal: Jetzt<br />

kann man Berlin quasi CO 2 -frei erkunden und sieht auch<br />

noch mehr von der Stadt«, sagt Till F. Esser.<br />

Der Batterieaustausch benötigt Überzeugungsarbeit<br />

Das Unternehmen Better Place mit Sitz in den USA und Israel<br />

geht einen anderen Weg. Um die langen Ladezeiten zu umgehen,<br />

hat sich Better Place auf den Austausch der kompletten<br />

Batterie konzentriert. Diese Vorgehensweise ist technisch<br />

aufwendig, aber einfach zu erklären. Bei Better Place wird<br />

das Elektrofahrzeug in eine Umtausch-Station gefahren, die<br />

ähnlich wie eine klassische Tankstelle an der Straße zu finden<br />

ist. Der Vorteil ist die Zeitersparnis.<br />

Nach Angaben des Unternehmens dauert ein Tauschvorgang<br />

genauso lange wie ein herkömmlicher Tankvorgang. Der Besitzer<br />

eines Elektroautos muss sich bei Better Place keine<br />

Gedanken um den derzeit teuersten Teil seines Fahrzeugs<br />

machen, da die Batterie nicht in seinem Besitz ist. Das Konzept<br />

der »externen« Batterie verbessere den Wiederverkaufswert<br />

eines Elektroautos, da beim Verkauf die benutzte<br />

Batterie nicht Teil des Fahrzeugs sei, meint das Unternehmen.<br />

Wann Better Place den Markteinstieg in Deutschland<br />

findet, ist ungewiss. In Europa hat Better Place erste Batterietausch-Stationen<br />

in Dänemark und den Niederlanden errichtet,<br />

die das alternative Konzept erlebbar machen.<br />

Suna Dogangünes<br />

RWE eMobility Lounge<br />

www.rwe-mobility.com<br />

30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31


Ladeinfrastruktur - Castellan<br />

Ladeinfrastruktur - Castellan<br />

Ladung und<br />

Abrechnung im Parkhaus<br />

Die Parkzeit clever zum Aufladen der eFahrzeuge nutzen<br />

Immer mehr Parkraumbewirtschafter vertrauen auf die innovativen E-Powerload-Ladestationen der Castellan AG, so auch die<br />

Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH (PBW)<br />

Aufgrund ihrer bereits vorhandenen Infrastruktur sind Parkhäuser<br />

prädestiniert für die weitere Verbreitung der Elektromobilität.<br />

Sowohl vom Parkhausbetreiber angebotene Systemlösungen<br />

(Abrechnung der Stromkosten bequem per<br />

RFID-Karte oder für Kurzparker zusammen mit dem Parkticket)<br />

als auch Stand-alone-Lösungen externer Anbieter (u.<br />

a. Energieversorger oder eMobilitäts-Dienstleister, Autovermietungen;<br />

Abrechnung z.B. über das GSM-Netz) können<br />

ohne großen Installationsaufwand integriert werden. In<br />

Kombination mit entsprechender Software (Systemkontrolle,<br />

Parkraumüberwachung, Abrechnung) haben die Betreiber<br />

jederzeit einen transparenten Überblick über alle an das<br />

System angeschlossenen Komponenten - unabhängig von<br />

Art und Anzahl der Ladestationen. Die Parkhauskunden dürfte<br />

jedoch eines viel mehr interessieren: Sie nutzen die Parkzeit<br />

clever zum Aufladen ihres Elektrofahrzeuges. Außerdem<br />

ist jedes Parkhaus bereits in einem Navigationsgerät gespeichert<br />

und kann so einfach gefunden werden. Damit entfällt<br />

die aufwendige Suche nach anderen, in elektronischen Systemen<br />

oft noch nicht verzeichneten, Ladestationen.<br />

Neben vielen weiteren Parkraumbewirtschaftern vertraut<br />

auch die Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH<br />

(PBW) auf die unter der Marke E-Powerload vertriebenen<br />

Parkhaus-Ladestationen der Castellan AG, um ihrem Ziel,<br />

die Parkhäuser und Parkgaragen in Baden-Württemberg flächendeckend<br />

mit Elektro-Tankstellen auszustatten, näher zu<br />

kommen. Hierzu kommen die kompakten 2-Platz-Wandladesysteme<br />

zum Einsatz, die ausschließlich mit hochwertigen<br />

Komponenten in Deutschland gefertigt werden. Die Gehäuse<br />

sind stoß-, wasser- und staubfest und hinsichtlich Farbe und<br />

Design komplett individualisiert. Auch der Funktionsumfang<br />

und die Sprachsteuerung der Anlagen sind genau nach den<br />

Anforderungen, Bedürfnissen und Wünschen des Parkhausbetreibers<br />

konfiguriert. Ein weiterer Vorteil der Castellan<br />

Ladesysteme ist deren behindertengerechte Bauweise, die<br />

das Aufladen in Kombination mit dem praktischen Zahlungssystem<br />

zu einem barrierefreien Prozess macht.<br />

»Bereits bei der Entwicklung unserer Ladestationen (nicht<br />

nur) für Parkhäuser haben wir großen Wert auf zukunfts- und<br />

ausbaufähige Systeme mit hohem Bedienkomfort gelegt. In<br />

der Praxis äußert sich das vor allem in intuitiver Bedienung<br />

und möglichst gewohnten Abläufen: Die Parkhauskunden<br />

ziehen bei der Einfahrt wie gewohnt ihr Parkticket, melden<br />

sich an der Station an und nutzen die Parkzeit zum Aufladen.<br />

Die Abrechnung der Stromkosten erfolgt dann zusammen<br />

mit dem Parkticket oder separat über RFID. So entsteht eine<br />

runde Systemlösung für alle Anforderungen; ganz nach dem<br />

Baukastenprinzip«, so Dr. Thomas Lützenrath.<br />

Doch die entwickelte Ladelösung überzeugt nicht nur<br />

durch diverse Abrechungsmöglichkeiten und Funktionen<br />

ihrer Parkhaus-Wandladestationen, die beispielsweise mit<br />

Notruf-Funktion, Info-Taste, Brandschutz- oder Erste-Hilfe-<br />

Einrichtungen kombinierbar sind. Die Parkhausnutzer dürften<br />

auch einen weiteren optionalen Mehrwert zu schätzen<br />

wissen: Das innovative Leitsystem erkennt freie Ladeplätze<br />

schon vor der Einfahrt ins Parkhaus. »Die intelligente Software<br />

erfasst über Ultraschallsensoren, ob der betreffende<br />

Parkplatz frei ist und gibt diese Information mit der Stellplatznummer<br />

an das Parkleitsystem weiter. Ein Gefahrensensor<br />

in der Ladestation misst zudem regelmäßig und vor<br />

der Stromfreigabe alle sicherheitsrelevanten Kennwerte<br />

(Temperatur, Luft-Gas-Gemisch, Feuchtigkeit). Sollten bestimmte<br />

Grenzwerte überschritten werden, schaltet sich die<br />

Ladestation automatisch ab - auch dann zeigt das Parkleitsystem<br />

den Parkplatz bereits vor der Einfahrt als besetzt an.<br />

Der Ärger, dass der Lade-Parkplatz nach langer Suche doch<br />

besetzt oder nicht verfügbar ist, gehört mit diesem Parkleitsystem,<br />

das auch als App erhältlich ist, der Vergangenheit<br />

an. Egal ob Typ 1 oder 2, ob Kabel, Stecker oder sogar induktiv:<br />

Die Anlagen erkennen selbstständig welche Ladeart Ihr<br />

Fahrzeug benötigt. Damit sind Sie auf der sicheren Seite«,<br />

betont Lützenrath.<br />

Die Castellan AG mit Sitz in Kreuztal bei Siegen ist Entwickler<br />

und Hersteller innovativer Infrastruktur-Systemlösungen.<br />

Das Produktportfolio umfasst Notfallsysteme zur Unterstützung<br />

medizinischer Erstversorgung (darunter der Notfallmanager<br />

LifeGuide mit automatischer Freisprechverbindung<br />

zur Notrufleitstelle über das GSM-Netz der Telekom), Informationssysteme<br />

für öffentliche Plätze und im Bereich der<br />

Elektromobilität funktionsreiche elektrische Ladesysteme<br />

(E-Powerload) für Parkhäuser, Home-Anwendungen und als<br />

Stand-alone-Lösung. Die Elektro-Ladestationen sind auch in<br />

Form von E-Safes zur sicheren und schnellen Aufladung von<br />

elektronischen Geräten an öffentlichen Plätzen verfügbar. Alle<br />

Produkte der Castellan AG sind miteinander kombinierbar.<br />

»Die Produktsoftware der E-Ladesysteme wird von unseren<br />

IT-Experten in Eigenregie entwickelt und individuell konfiguriert.<br />

Die Software ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht z.B.<br />

auch eine zuverlässige Systemkontrolle von Solaranlagen in<br />

Solarparks. Der besondere Vorteil sind die offenen, mit jedem<br />

System kombinierbaren Schnittstellen und Ausgabeprotokolle<br />

oder Daten, die aus Excel in jedes noch so exotische<br />

Programm integriert werden können«, erklärt Lützenrath.<br />

»Dass wir mit unseren innovativen Entwicklungen zu den<br />

Markt- und Technologieführern zählen, verdeutlichen Kooperationen<br />

mit großen Industrieunternehmen und dem<br />

Fraunhofer Institut sowie Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen.<br />

Unsere Elektro-Ladestation ist zudem Teil der<br />

Sonderausstellung »Aufgeladen!«, die noch bis zum 15. September<br />

2013 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums<br />

in München, und danach im Dresdener Verkehrsmuseum<br />

(vorauss. November 2013 bis März 2014) und im Bremer<br />

Focke Museum (April 2014 bis Ende 2014) zu sehen ist«, so<br />

Lützenrath stolz.<br />

Dr. Thomas Lützenrath<br />

Castellan AG<br />

www.castellan-ag.com<br />

E-Powerload für Parkhäuser: Funktionsweise der Elektro-Ladesysteme der Castellan AG. Betrieb und Abrechnung im Verbund<br />

des Parkraumbewirtschaftungssystems oder alternativ als Stand-alone-Lösung per GSM-Datenübertragung<br />

32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33


Ladeinfrastruktur - ABB<br />

Ladeinfrastruktur - ABB<br />

Neue Geschäftsmöglichkeiten<br />

durch Schnellladung<br />

Effizientes Laden im Gewerbe- und Bürobereich<br />

Terra SC lädt ein Elektroauto auf, während der Fahrzeugbesitzer arbeiten, einkaufen oder essen geht<br />

Die wachsende Zahl von Elektrofahrzeugen bietet zunehmende<br />

Marktchancen für Schnellladelösungen. Solche Ladestationen<br />

können im gewerblichen und öffentlichen Raum<br />

(z.B. Einkaufszentren, Parkhäuser) installiert werden, um<br />

Fahrzeuge aller großen Hersteller zu laden. Die deutlich<br />

verkürzte Ladezeit bringt mehr Flexibilität für den Fahrer<br />

sowie eine höhere Reichweite.<br />

die schnelleren Auflademethoden höhere Anlagenkosten<br />

verursachen, ist die Kapitalrendite in vielen Fällen höher.<br />

Durch den höheren Durchsatz nutzen DC-Ladegeräte darüber<br />

hinaus die kostenintensiven Parkflächen in Stadtgebieten<br />

effektiver. Immer mehr Elektroautos eignen sich für die<br />

DC-Schnellladung. Einige Modelle besitzen auch eingebaute<br />

Ladegeräte für die AC-Schnellladung.<br />

wurden. Gegenüber dem Bau einer neuen Tankstelle sind die<br />

rechtlichen Beschränkungen und die erforderlichen Investitionen<br />

minimal. Diese Situation öffnet die Ladeinfrastrukturbranche<br />

für kleine und mittlere Unternehmen, indem etwa<br />

neue Akteure Ladesysteme auf Unternehmensparkplätzen<br />

installieren, vermieten und warten oder Systemintegratoren<br />

eine Ladeinfrastruktur für gewerbliche oder öffentliche<br />

Fuhrparks planen und bauen.<br />

Weitere Optionen sind Ladestationen in Parkhäusern oder<br />

Gewerbegebieten oder vor Einkaufszentren, die von den<br />

Eigentümern gesponsert werden, um mehr Kunden in die<br />

Geschäfte zu locken. Mit dieser Dienstleistung lassen sich<br />

Kunden, die die Lademöglichkeit als Bonus ansehen, an das<br />

Unternehmen binden.<br />

Ladung in kurzer Zeit<br />

ABB eröffnet mit den DC-Schnellladestationen Terra Smart<br />

Connect (SC) und Terra SC Duo neue Geschäftsmöglichkeiten<br />

für Unternehmen, die Kunden mit kurzem oder längerem<br />

Aufenthalt das bequeme Laden ihres Fahrzeugs in 30 bis 120<br />

Minuten ermöglichen wollen. Die 20-kW-DC-Station kann<br />

nahezu alle schnellladefähigen Fahrzeuge laden, die gegenwärtig<br />

auf dem Markt sind. Als Terra SC Duo mit zusätzlichen<br />

22 kW AC-Ausgangsleistung zielt die kombinierte Ladestation<br />

neben den DC- auch auf die AC-schnellladefähigen<br />

Fahrzeuge (Renault und Smart) ab. Alle übrigen langsam<br />

aufzuladenden Fahrzeuge und Plug-in-Hybriden können an<br />

AC-Wallbox Satelliten mit 3,7 KW Leistung angeschlossen<br />

werden, die mit der Terra SC (Duo) als Master kompatibel<br />

sind. Als internetfähige Ladestation, mit umfassenden Konnektivitätsfunktionen,<br />

ist uneingeschränkt die Fernunterstützung,<br />

-management und -service sowie intelligente Software-Aktualisierung<br />

möglich. Optionale Funktionen sind die<br />

RFID-Autorisierung und Pincode-Autorisierung über GPRS-<br />

Modem, Rechnungsschnittstelle für Parkplatzbetreiber und<br />

ein webbasiertes Statistikmodul.<br />

Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird durch neue Ladelösungen<br />

beschleunigt, die ein schnelles Laden und eine baldige<br />

Weiterfahrt erlauben. Die heutige Technologie nutzt<br />

dabei zwei Lademethoden: AC Laden mit on-board Wechselstromladegerät<br />

und DC Laden mit direktem off-board<br />

Gleichstromladegerät. Betreiber von Ladestationen müssen<br />

für DC-Schnellladegeräte derzeit höhere Anfangsinvestitionen<br />

leisten als für AC-Ladegeräte. Dafür erfolgt die Aufladung<br />

erheblich schneller, weil DC-Schnellladegeräte mit<br />

einer Ausgangsleistung von bis zu 50 KW viel mehr Leistung<br />

erbringen. Sie können ein Fahrzeug in 15 bis 120 Minuten laden<br />

gegenüber acht Stunden bei AC-Ladesäulen mit 3,7 KW<br />

Leistung. Infolgedessen können DC-Schnellladegeräte bis<br />

zu 15 Fahrzeuge pro Tag laden, während es bei Standard-AC-<br />

Ladesäulen nur ein bis zwei Fahrzeuge sind.<br />

Dieser Unterschied in der Versorgungsfähigkeit ist ein entscheidender<br />

Faktor für neue Geschäftsmodelle. Auch wenn<br />

Schnellladen fördert neue Geschäftsmodelle<br />

Fuhrparks- und Unternehmensflotten nutzen üblicherweise<br />

tagsüber langsame Ladegeräte, die auf ihren Parkplätzen<br />

installiert sind, und die meisten Verbraucher verwenden<br />

solche Ladegeräte nachts, wenn sie ihre Elektrofahrzeuge<br />

zuhause geparkt haben.<br />

Wer lange Strecken zurücklegen muss, kann sein Fahrzeug<br />

unterwegs an öffentlichen Schnellladesystemen laden. 50-<br />

kKW-Schnellladegeräte für Autobahnen laden ein Fahrzeug<br />

in 15 bis 30 Minuten auf. 20-KW-Schnellladegeräte laden ein<br />

Fahrzeug innerhalb von 30 bis 120 Minuten auf. Sie wurden<br />

für den Einsatz im Gewerbe- und Bürobereich entwickelt. Die<br />

Fahrer können einkaufen, ins Kino oder Restaurant gehen<br />

und finden bei ihrer Rückkehr ein voll aufgeladenes Fahrzeug<br />

vor.<br />

Um eine Schnellladestation einzurichten, müssen Unternehmen<br />

nur eine herkömmliche Baugenehmigung einholen und<br />

Geräte installieren, die von den lokalen Behörden zugelassen<br />

Ein wesentlicher Vorteil der 20-KW-Schnellladestationen<br />

besteht in der Verwendung des weitverbreiteten 32-A-Drehstromanschlusses.<br />

Aufwendige Investitionen der Netzanbindung<br />

sind somit nicht notwendig.<br />

Carsten Busch<br />

Leiter Produktgruppe EV Ladeinfrastruktur Deutschland<br />

ABB Automation Products GmbH<br />

www.abb.de/evcharging<br />

Terra SC ladesäule<br />

34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35


Ladeinfrastruktur - Swarco<br />

Ladeinfrastruktur - Swarco<br />

Mit SWARCO ChargeLine ist eine im Alltagsbetrieb erprobte Gesamtlösung für die Aufstellung, das Betreiben und das Abrechnen<br />

der Elektrofahrzeug-Ladeinfrastruktur verfügbar.<br />

Die »All-in-one-Solution«<br />

ist gefragt<br />

Kundenvorgaben - reine »Stand-Alone«-Ladesäulen. Darüber<br />

hinaus bietet das Unternehmen das innovative System<br />

»ChargeLine Park2Power« an, einen Parkscheinautomaten<br />

mit integrierten Ladeanschlüssen, das einen wirtschaftlichen<br />

Betrieb von Ladesäulen im öffentlichen Raum erlaubt.<br />

Kunden weltweit steht damit ein innovatives, hochflexibles<br />

System zur Verfügung, das allen technologischen Gegebenheiten<br />

Rechnung trägt - ob es um die übergreifende Vernetzung<br />

geht - den Datenaustausch via Roaming und Clearing<br />

- oder die Einbindung von SAP basierten CRM-Systemen<br />

(Customer Relationship Management).<br />

Die Lösung für Flotten und Carsharing-Projekte<br />

Die AC-Ladesäule eignet sich für das Laden von Elektrofahrzeugen<br />

geschlossener Nutzerkreise, sowie als Satellit zur<br />

Mastersäule mit Parkscheinautomat. Durch den vandalismussicheren<br />

Aufbau mit vollständig geschützten Ladesteckern<br />

(auch während des Ladevorgangs) ist die Ladesäule<br />

gegen alle möglichen Szenarien bestens gewappnet. Kunden<br />

autorisieren sich mit einer speziellen Karte (RFID). Nach erfolgreicher<br />

Anmeldung kann geladen werden. Der integrierte<br />

Kartenleser liest alle gängigen Datenformate, wobei sämtliche<br />

Ladevorgänge intern registriert und zu Abrechnungszwecken<br />

verwendet werden können. Dabei verfügt die Ladesäule<br />

über unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten:<br />

Nutzerbenachrichtigungen können per SMS erfolgen, zudem<br />

ist der Datenaustausch mit einer Serviceleitstelle über VPN-<br />

Verbindung möglich. Problemlos möglich ist auch die Anpassung<br />

der Abrechnungsdaten an eine kundenspezifische<br />

Backoffice-Software, womit das System ideal für Elektroflottenfahrzeuge<br />

und Carsharing Projekte geeignet ist.<br />

Zukunftsweisendes Verkehrsmanagement für eFahrzeuge<br />

Grundlage für das Verkehrsmanagement sind Informationen<br />

- genauer, Echtzeit-Informationen - etwa zum Verkehrsfluss<br />

auf Straße und Schiene, zur Parkplatz-Auslastung in Stadt<br />

und Umland sowie gegebenenfalls zu Stromversorgung.<br />

dern zusätzlich auch auf telematische Informationen zurückgreifen.<br />

Umfangreiche Telematik-Informationen werden<br />

verarbeitet - von Verkehrssensoren, Parkhaus-Datenerfassungssystemen,<br />

Wetterstationen, GPS, Stromzählern und<br />

sogar die Smartphone-Apps einzelner Verkehrsteilnehmer.<br />

Das »Blue Road Concept« des Unternehmens nutzt beispielsweise<br />

Bluetooth-Funk, um von einzelnen Fahrzeugen<br />

telematische Daten abzufragen. Aus diesen setzen leistungsstarke<br />

Verkehrsrechner Echtzeit-Lagebilder des Verkehrs zusammen,<br />

die Bewegungsprofile für einzelne Fahrzeuge enthalten.<br />

Damit lassen sich Verkehrsströme situationsgerecht<br />

leiten und Staus und Behinderungen vermeiden. Neu auftretende<br />

Beeinträchtigungen wie etwa Unfälle werden sofort<br />

berücksichtigt, und bestimmte Verkehrsteilnehmer zügig<br />

ans Ziel geführt.<br />

Uwe Hahner // BEM-Beirat<br />

General Manager der Geschäftseinheit<br />

Parking und E-Mobility<br />

Swarco Traffic Systems<br />

Beim Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur sind<br />

Systemlösungen gefragt. Städte von morgen brauchen intelligente,<br />

integrierte und vor allem offene Infrastruktursysteme,<br />

die nahtlos ineinander greifen. Dann steht auch der<br />

erfolgreichen Einbindung von eMobilität in den Verkehrsund<br />

Versorgungskreislauf nichts mehr im Weg.<br />

Ein Hauptgrund für die noch verhaltene Nachfrage im Bereich<br />

der Elektromobilität liegt im Fehlen von preiswerten Ladepunkten.<br />

Verkehrsplaner, Anbieter im öffentlichen Raum wie<br />

auch private Betreiber wollen »Zukunftssicherheit«, bevor sie<br />

den Ausbau von Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben. Systemlösungen<br />

rücken deshalb jetzt verstärkt in den Fokus,<br />

wenn es um die Einrichtung neuer Stromtankstellen geht.<br />

Zukunftssicherheit wird dort entstehen, wo eine überzeugende<br />

»All-in-one-Solution« aufgezeigt werden kann.<br />

Sicherheit im öffentlichen Raum<br />

Mit SWARCO ChargeLine ist eine im Alltagsbetrieb erprobte<br />

Gesamtlösung für die Aufstellung, das Betreiben und das<br />

Abrechnen der Elektrofahrzeug-Ladeinfrastruktur verfügbar.<br />

Diese umfasst ein System integrierter Ladestationen verschiedener<br />

Hersteller mit einer leistungsfähigen Autorisierungs-<br />

und Abrechnungsinfrastruktur. Ausgehend von einer<br />

Analyse der verschiedenen Rollen der Beteiligten (Benutzer,<br />

Elektromobilitäts-Anbieter, Ladeinfrastruktur-Betreiber,<br />

Energieversorger, Autorisierungs- und Inkassodienstleister)<br />

an der zukünftigen Elektromobilität wurde eine IT-Struktur<br />

entwickelt und implementiert, die die Unterstützung unterschiedlicher<br />

Geschäftsmodelle ermöglicht.<br />

Swarco Traffic Systems vertreibt und installiert bereits seit<br />

einiger Zeit Ladesäulen dieser Marke und fertigt - teils nach<br />

Viele Verkehrsleitsysteme sind bereits in der Lage, solche<br />

Informationen zusammenzuführen und den Straßenverkehr<br />

lageabhängig zu leiten. Die gezielte Führung einzelner Fahrzeuggruppen<br />

und Fahrzeuge wird dabei immer wichtiger.<br />

Umweltschutzzonen, Lkw-Fahrverbote, Parkplatzknappheit<br />

verlangen nach »hochauflösenden« Verkehrslagebildern, in<br />

denen die »Bedürfnisse« einzelner Fahrzeuge mit berücksichtigt<br />

werden. Ladestationen für eAutos müssen dementsprechend<br />

jetzt in jedes Parkleitsystem integriert werden.<br />

Für die Entwicklung von Lagebildern, die diese Anforderungen<br />

an das Verkehrsmanagement berücksichtigen, braucht<br />

es vielerorts neue Technik: Technik, die Informationen aus<br />

vielen Messsystemen auslesen und miteinander in Verbindung<br />

bringen kann. Die Swarco Traffic Systems bietet Verkehrsleitsysteme<br />

und -rechner an, die nicht nur über die<br />

herkömmlichen Sensoren und Anwendungen verfügen, son-<br />

36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37


Ladeinfrastruktur - Legal COrner<br />

Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />

Wettbewerblicher Dialog für<br />

Ladeinfrastruktur in Berlin<br />

Eine europaweite Ausschreibung soll echte Innovationen hervorbringen<br />

Dr. Christian de Wyl<br />

Dr. Roman Ringwald<br />

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum<br />

Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands<br />

Straßen verkehren. Um dieses Ziel auch nur ansatzweise<br />

zu erreichen, müssen Lademöglichkeiten in ausreichendem<br />

Umfang entstehen. Ein Großteil der Ladeeinrichtungen dürfte<br />

im privaten Bereich errichtet werden, weil die Standzeiten<br />

von Fahrzeugen zu Hause oder am Arbeitsplatz vergleichsweise<br />

lang sind und sich deswegen für eine Ladung besonders<br />

gut eignen. Den Aufbau von Ladeinfrastruktur jedoch auf<br />

den privaten Bereich zu beschränken, hieße den Erfolg der<br />

Elektromobilität insgesamt in Frage zu stellen. Potenzielle<br />

Nutzer wollen sich »sicher« fühlen und unabhängig von einer<br />

Nutzung im Einzelfall jederzeit eine für sie geeignete Ladeeinrichtung<br />

erreichen können. Zudem muss Elektromobilität<br />

in der Öffentlichkeit sichtbarer werden.<br />

Das Land Berlin hat sich vor diesem Hintergrund entschlossen,<br />

im Zusammenhang mit dem »Internationalen Schaufenster<br />

für Elektromobilität« der Region Berlin-Brandenburg eine<br />

öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur europaweit auszuschreiben.<br />

Bis Ende des Jahres 2013 sollen ca. 300 Ladeeinrichtungen,<br />

bis Ende des Jahres 2015 sogar 800 Ladeeinrichtungen<br />

in Betrieb sein. Der Begriff der Ladeeinrichtung ist<br />

dabei bewusst weit zu verstehen. Angesichts bislang noch<br />

nicht etablierter Geschäftsmodelle kommen hierzu neben<br />

»klassischen« Ladesäulen (mit zwei Ladepunkten) auch<br />

andere Ladeoptionen, wie etwa Wallboxen, Schnellladestationen<br />

oder Ladeeinrichtungen an bestehenden Beleuchtungsanlagen<br />

in Frage. Ob solche Ladeeinrichtungen dann<br />

im öffentlichen Straßenraum oder halböffentlich, also auf<br />

einem privaten, aber frei zugänglichen Grund, errichtet werden,<br />

ist nicht entscheidend.<br />

Das Land Berlin reagiert damit auf zweierlei<br />

• den Hinweis potentieller Betreiber von Ladeeinrichtungen<br />

auf die mangelnde Wirtschaftlichkeit einer Infrastruktur im<br />

öffentlich zugänglichen Raum sowie<br />

• den bislang sehr zurückhaltenden Einsatz von Elektrofahrzeugen<br />

durch Carsharing-Unternehmen, weitere Flottenbetreiber<br />

und sonstige Fahrzeughalter.<br />

Das Land wird den Auftrag im Rahmen eines wettbewerblichen<br />

Dialogs vergeben, § <strong>10</strong>1 Abs. 4 GWB. Dieses vergleichsweise<br />

selten genutzte Vergabeverfahren ist geeignet, wenn<br />

der öffentliche Auftraggeber zwar das gewünschte Ziel definieren,<br />

jedoch noch nicht in allen Details vertraglich regeln<br />

kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn vergleichbare<br />

Aufträge bislang so nicht vergeben worden sind und der zu<br />

vergebende Auftrag aufgrund seiner Komplexität und mangels<br />

etablierter Geschäftsmodelle in diesem Bereich einer<br />

vertieften Erörterung mit jedem individuellen Bieter bedarf.<br />

Der wettbewerbliche Dialog ist damit als »Entdeckungsverfahren«<br />

zu verstehen, in dem das Land Berlin mit den im<br />

Rahmen einer Eignungsprüfung ausgewählten Bietern individuell<br />

unterschiedliche Geschäftsmodelle für die Lieferung<br />

und die Errichtung der Ladeinfrastruktur entwickelt. Diese<br />

sollen einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb der Ladesäulen<br />

erlauben und den staatlichen Zuschussbedarf möglichst<br />

gering halten. Dem Land ist dabei bewusst, dass der<br />

Einsatz staatlicher Mittel zunächst unvermeidbar ist. Großes<br />

Interesse besteht aber an Ansätzen, die sich zwar kurzfristig<br />

nur mit einer staatlichen Förderung umsetzen lassen, sich<br />

aber mittel- und langfristig als selbsttragend erweisen können.<br />

Deswegen soll Gegenstand der Ausschreibung nicht<br />

nur der reine Betrieb von Ladesäulen sein. Auch angrenzende<br />

Geschäftsmodelle, die den Ladevorgang in eine größere<br />

Wertschöpfungskette einbinden, verdienen Interesse. Das<br />

Verfahren bietet auf diese Weise nicht nur den etablierten<br />

Energieversorgungsunternehmen eine Chance, sondern auch<br />

Unternehmen mit innovativen Ideen im Bereich der Elektromobilität.<br />

Ganz bewusst wird das Land den Auftrag nicht nur<br />

in einem Los vergeben. Dies ermöglicht den Zuschlag auf verschiedene<br />

Bieter und adressiert damit zugleich wichtige Fragen<br />

zur Interoperabilität verschiedener Ladeeinrichtungen.<br />

Das gewählte Verfahren begegnet damit in überzeugender<br />

Weise dem Bedarf an einer echten Innovation für die Errichtung<br />

und den Betrieb von Ladestationen. Zur Zeit finden die<br />

vertraulichen Verhandlungen des Landes Berlin mit den beteiligten<br />

Bietern statt. Wenn die Ergebnisse der Ausschreibung<br />

im Sommer diesen Jahres vorliegen, können die neuen<br />

Konzepte einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.<br />

Es dürfte sich dann eine Vielzahl an Erkenntnissen ergeben<br />

haben, die auch anderen Kommunen für die Erweiterung ihrer<br />

Mobilitätskonzepte zur Verfügung stehen.<br />

Dr. Christian de Wyl // Rechtsanwalt<br />

Christian.de.Wyl@bbh-online.de<br />

Becker Büttner Held<br />

Dr. Roman Ringwald // Rechtsanwalt<br />

Roman.Ringwald@bbh-online.de<br />

Becker Büttner Held<br />

38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39


Ladeinfrastruktur - Mennekes<br />

11<br />

7<br />

Die Elektromobilität kommt. Und sie bringt Veränderungen.<br />

Mit einem Elektrofahrzeug fährt man nicht mehr zur Tankstelle,<br />

sondern es wird dort aufgeladen, wo man parkt: Zu<br />

Hause in der Garage genauso wie in Parkhäusern oder auf<br />

Parkplätzen. Diese verschiedenen Ladeorte stellen unterschiedliche<br />

Anforderungen an die Technik.<br />

1. Einsatzbereiche<br />

Die Einsatzbereiche von Ladestationen lassen sich grundsätzlich<br />

in zwei Bereiche aufteilen: Den sogenannten privaten<br />

und halb-öffentlichen Bereich und den öffentlichen Bereich.<br />

5<br />

9<br />

6<br />

Ladestationen für die Elektromobilität werden an vielen Orten errichtet: im privaten Bereich zu Hause (1), im halb-öffentlichen<br />

Bereich (2-8) und im öffentlichen Bereich (9-11)<br />

Ladeinfrastruktur für<br />

Elektromobilität<br />

Einsatzbereiche, Zielgruppen, Grundlagen, Produktlösungen<br />

8<br />

<strong>10</strong><br />

2<br />

Privater und halb-öffentlicher Bereich<br />

Hierzu gehören alle Ladestationen, die an das lokale Stromnetz<br />

- also der Bereich hinter dem Zähler des Energieversorgers<br />

- angeschlossen werden. Hierzu zählen im privaten<br />

Bereich Ladestationen in Garagen und Carports und im halböffentlichen<br />

Bereich, Ladesäulen und Wand-Ladestationen auf<br />

Parkplätzen und in Tiefgaragen von Hotels, Einkaufszentren<br />

oder Firmenparkplätzen.<br />

Öffentlicher Bereich<br />

Ladestationen für den öffentlichen Bereich stehen zum Beispiel<br />

auf öffentlichen Parkplätzen, an Flughäfen oder Bahnhöfen und<br />

werden direkt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.<br />

4<br />

1<br />

3<br />

Alle hier eingesetzten Produktlösungen sind anschlussfertig<br />

vorverdrahtet und nach der Installation am lokalen Netzanschluss<br />

sowie der Inbetriebnahme durch den Elektrofachmann sofort<br />

betriebsbereit. Diese Ladestationen eignen sich hervorragend<br />

<br />

folgenden Einsatzbereichen:<br />

2. Unterschiedliche Zielgruppen<br />

1 Ein- / Mehrfamilienhäuser<br />

2 Autohäuser mit Werkstatt<br />

3 Hotels<br />

Ladestationen im privaten und halb-öffentlichen Bereich<br />

werden unter anderem über den Elektrofachgroßhandel und<br />

das Elektrohandwerk vermarktet. Sie sind in der Regel anschlussfertig<br />

verdrahtet und nach Installation und Inbetriebnahme<br />

durch den Elektrofachmann sofort betriebsbereit.<br />

Ladestationen für den öffentlichen Bereich werden hingegen<br />

überwiegend von Energieversorgern und Netzbetreibern im<br />

öffentlichen Parkraum errichtet. Die kundenspezifische Projektierung<br />

erfordert dabei einen direkten Dialog zwischen<br />

Hersteller und Betreiber.<br />

4 Banken / Versicherungen<br />

5 Einkaufs-Zentren<br />

6 Möbelhäuser<br />

7 Restaurants / Gastronomie<br />

8 Industrie / Produzierendes Gewerbe<br />

Marktentwicklung<br />

Bisher wurden die meisten Ladepunkte im Rahmen von Pilotprojekten<br />

von Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreibern<br />

im öffentlichen Bereich errichtet. Die überwiegende<br />

Anzahl der Ladepunkte wird jedoch zukünftig im privaten<br />

sowie im halb-öffentlichen Bereich errichtet werden. Hier erschließt<br />

sich für das Elektrohandwerk ein äußerst attraktiver<br />

Zukunftsmarkt, handelt es sich hier doch um Zielgruppen,<br />

welche das Handwerk jetzt schon bedient.<br />

Öffentlicher Bereich<br />

Alle hier eingesetzten Produktlösungen werden kundenindividuell<br />

<br />

<br />

anders aussehen kann. Diese Ladestationen werden von Energieversorgern<br />

und Netzbetreibern im öffentlichen Parkraum errichtet<br />

<br />

<br />

3. Grundlagen<br />

Normung und Standardisierung<br />

(Informationen dazu finden Sie auch auf den Seiten 20-23)<br />

Die Ende 2011 veröffentlichte internationale Norm IEC<br />

62196-2 für Ladesteckvorrichtungen beschreibt drei Varianten,<br />

die jedoch nicht untereinander kompatibel sind. Grundsätzlich<br />

erfüllen alle drei genormten 7 Typen die hohen Sicherheitsanforderungen<br />

für den Verbraucher.<br />

Für den europäischen Markt kommen jedoch nur Typ 2 und<br />

Typ 3 in Frage. Im Sinne der Verbraucher sollten sich die<br />

europäischen Länder jedoch auf ein gemeinsames System<br />

einigen.<br />

9 Öffentliche Straßen<br />

<strong>10</strong> Bahnhöfe<br />

11 Flughäfen<br />

01_04_2012.indd 6-7 30.11.2012 <strong>10</strong>:11:09<br />

Europa bevorzugt Typ 2<br />

BdEW, VDA, VDE und ZVEI haben Typ 2 und Typ 3 verglichen.<br />

Das eindeutige Ergebnis: Der von Mennekes entwickelte Typ<br />

2 ist die beste Lösung für Europa. Das System berücksichtigt<br />

ganzheitlich sowohl die Infrastruktur- als auch die Fahrzeugseite<br />

beim Ladeanschluss. Mittlerweile gibt es Typ 2 auch<br />

mit Shutter. Dieser kommt den Gewohnheiten in jenen Ländern<br />

entgegen, die für Haushaltssteckdosen den Schutzgrad<br />

IP XXD vorschreiben. Typ 2 Steckdosen mit und ohne Shutter<br />

sind uneingeschränkt kompatibel. Damit ist der Typ 2 eine<br />

Lösung für ganz Europa, die allen Anforderungen gerecht<br />

wird.<br />

Verschiedene Ladekonzepte<br />

Für die Ladung der Fahrzeugakkus wurden unterschiedliche<br />

Konzepte entwickelt. Die Wechselstromladung (AC-Ladung)<br />

hat sich als Standard-Ladeart etabliert. Wechselstromladung<br />

2. Produktlösungen<br />

3. Grundlagenwissen<br />

4. Schulungsangebote<br />

<br />

<br />

Ladeinfrastruktur - Mennekes<br />

ist mit relativ geringen Investitionen möglich. Deshalb hat<br />

diese Ladeart auch langfristig eine Zukunft. Ladestationen<br />

für Gleichstromladung (DC-Ladung) ermöglichen zwar die<br />

höchsten Ladeströme, erfordern jedoch sehr hohe Investitionen<br />

in die Ladeinfrastruktur. Die Induktionsladung erfolgt<br />

kontaktlos über Induktionsschleifen. Dieses System ist jedoch<br />

noch nicht marktreif. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit<br />

des Batteriewechsels, welche sich allerdings für den<br />

Massenmarkt nicht sinnvoll realisieren lässt, da dies standardisierte<br />

Akkus eingebaut an standardisierten Stellen in<br />

allen Fahrzeugen voraussetzen würde.<br />

4. Produktlösungen<br />

Systemprogramm für alle Einsatzbereiche<br />

Der Markt bietet bereits heute Ladestationen für jeden Bedarf.<br />

Für zu Hause bieten die Hersteller eine breite Palette<br />

vom einfachen Ladeanschluss bis zum komfortablen Home<br />

Charger. Für den halb-öffentlichen Bereich gibt es Wand-<br />

Ladestationen und Ladesäulen mit unterschiedlichen Komfortmerkmalen,<br />

Autorisierungs- und Kommunikationsmöglichkeiten<br />

bis hin zu anschlussfertigen Komplettsystemen<br />

mit Ladestationen, Vernetzungs- und IT-Komponenten. Die<br />

Autorisierungsmöglichkeiten reichen vom einfachen Schlüsselschalter<br />

über RFID-Karten bis zur Handy-Autorisierung<br />

per SMS. So findet jeder das Angebot, welches zu seinen<br />

individuellen Ansprüchen passt.<br />

Info-Portal Elektromobilität<br />

Unter www.DieLadestation.de werden anschaulich die verschiedenen<br />

Einsatzbereiche im privaten und halb-öffentlichen<br />

sowie öffentlichen Bereich mit den jeweiligen Bedürfnissen<br />

an Ladestationen aufgezeigt. Weiter findet der<br />

Besucher dort umfangreiches Grundlagenwissen als interaktive<br />

Lerneinheit sowie Informations- und Schulungsangebote<br />

zum Thema Elektromobilität.<br />

Burkhard Rarbach<br />

Leiter Unternehmenskommunikation<br />

MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG<br />

burkhard.rarbach@MENNEKES.de<br />

Ladestecker Typ 2 von MENNEKES<br />

40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41


Ladeinfrastruktur - Now<br />

Ladeinfrastruktur - NOW<br />

Infrastruktur in den<br />

Modellregionen<br />

Start der neuen Begleitforschung Infrastruktur und Stadt & Verkehr<br />

Teilnehmer der Begleitforschung Stadt & Verkehr<br />

Auftaktveranstaltung der Begleitforschung Infrastruktur<br />

Wie können Nutzer von eFahrzeugen zukünftig an jeder Ladesäule<br />

in Deutschland laden, ohne in der Nachbarstadt an den<br />

Eigenheiten der dortigen Infrastruktur zu scheitern? Fragen<br />

wie diesen widmet sich die am 04. Dezember 2012 gestartete<br />

Begleitforschung Infrastruktur, die Erfahrungen und<br />

Ergebnisse aus den Projekten der Modellregionen Elektromobilität<br />

zusammenträgt.<br />

Infrastruktur in den Modellregionen Elektromobilität<br />

Das Programm Modellregionen Elektromobilität des BMVBS<br />

hat das Ziel, Elektromobilität zu fördern und aus regionalen<br />

Schwerpunkten batterieelektrische Mobilität heraus zu entwickeln.<br />

Aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung<br />

hatte das BMVBS im Förderprogramm Modellregionen Elektromobilität<br />

130 Millionen Euro für den Einsatz von eFahrzeugen<br />

und den gezielten Aufbau und Betrieb einer Infrastruktur<br />

für Elektromobilität für den Zeitraum von 2009 bis 2011 bereitgestellt.<br />

Die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoffund<br />

Brennstoffzellentechnologie koordiniert und steuert die<br />

Umsetzung des Programms in über 200 Einzelprojekten.<br />

In diesem Rahmen wurde in Deutschland im größeren Umfang<br />

Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge aufgebaut. Insgesamt<br />

2.000 Ladepunkte standen den rund 2.500 Fahrzeugen in<br />

den Modellregionen zur Verfügung. Im Laufe der Zeit konnte<br />

eine Verlagerung vom öffentlichen zum halböffentlichen und<br />

privaten Ausbau beobachtet werden. Gründe dafür waren<br />

u.a. die einfache Nutzung privater Infrastruktur, kommunale<br />

Planungsunsicherheiten und die Erkenntnis, dass es keine<br />

tragfähigen Geschäftsmodelle gab. Die Ladesäulen waren<br />

überwiegend mit 1-3 Ladepunkten pro Station, 3-phasiger AC-<br />

Ladung, Normalladung bis 31 Ampere ausgestattet und verwendeten<br />

Stecker vom Typ 2. Auch zukünftige Ladelösungen<br />

wie das induktive Laden wurden in ersten Projekten erprobt.<br />

Begleitforschung zur Infrastruktur<br />

In der dazugehörigen Begleitforschung wurden die Erfahrungen<br />

beim Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Plattformen<br />

zusammengetragen und Handlungsempfehlungen für den<br />

zukünftigen Aufbau entworfen. Die Ergebnisse wurden in den<br />

Publikationen »Praxisleifaden für den Aufbau öffentlicher<br />

Ladeinfrastruktur« und »Szenarien zum Infrastrukturaufbau<br />

für Elektromobilität« der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.<br />

Die Plattform Sozialwissenschaften erforschte die Nutzersicht<br />

in Bezug auf die Infrastruktur und kam zu dem Ergebnis,<br />

dass die begrenzte Reichweite eine zentrale Barriere<br />

ist - auch wenn die Fahrzeuge die Alltagsfahrten abdecken<br />

können. Gewünscht wird von den Nutzern grundsätzlich<br />

der Ausbau der allgemein zugänglichen Ladeinfrastruktur.<br />

Modellregionen Elektromobilität 2.0<br />

Aufbauend auf das Förderprogramm werden die Untersuch-<br />

ungen zur Praxistauglichkeit in den Modellregionen in Ergänzung<br />

zu den Schaufenstern Elektromobilität fortgesetzt.<br />

Basis dafür ist die Förderrichtlinie vom 16. Juni 2011. Auch<br />

weiterhin ist die NOW mit der Programmkoordination betraut.<br />

Fragestellungen rund um die Infrastruktur sind auch<br />

in der 2. Phase ein wesentlicher Bestandteil der über 60<br />

neuen Projektkonsortien, von denen zwei exemplarisch<br />

benannt werden sollen: Im Projekt »Langstrecken-Elektromobilität<br />

(LEM)« unter der Führung der Ruhr-Universität<br />

Bochum werden technische Konzepte zur Überwindung der<br />

Reichweitenproblematik u.a. durch den Einsatz von Schnellladestationen<br />

untersucht. Das Projekt »metropol-E« unter<br />

Führung von RWE konzentriert sich auf innovative Ladekonzepte<br />

und den bedarfsorientierten Aufbau von Ladeinfrastruktur<br />

im Kontext kommunaler Flottenlösungen. Die Ergebnisse<br />

dieser Projekte fließen, zusammen mit allen anderen dezentral<br />

erzeugten und infrastrukturbezogenen Projektergebnissen,<br />

in die nun fortgeführte Begleitforschung Infrastruktur<br />

ein. So kann das Programm Wissen generieren, welches jederzeit<br />

an neue Standorte weitergegeben werden kann.<br />

Begleitforschung 2.0<br />

Auftakt Infrastruktur und Stadt & Verkehr<br />

Über 30 Teilnehmer kamen zur Auftaktveranstaltung des<br />

Themenfeldes Infrastruktur am 04. Dezember 2012 ins<br />

BMVBS und haben über Ziele und Fragestellungen der kommenden<br />

zwei Jahre diskutiert. Die Ergebnisse aus den Projekten<br />

sollen, unterstützt durch das Fraunhofer IFAM, vor<br />

allem für die Zielgruppen Kommunen, Stadtwerke und EVU<br />

aufbereitet werden. Arbeitsgruppen zu den Themen »Interoperabilität«,<br />

»Technik«, »Bedarf & Standorte« und »Geschäftsmodelle«<br />

werden mit Beginn des Jahres 2013 ihre<br />

Arbeit aufnehmen.<br />

Darüber hinaus startete am 05. Dezember 2012 das neue<br />

Themenfeld »Stadt & Verkehr«. Zielsetzung ist der Aufund<br />

Ausbau von Kompetenzen auf kommunaler Ebene, um<br />

durch die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen<br />

im Bereich der kommunalen Verkehrs- und Stadtplanung<br />

die Bedingungen für die Verbreitung und Sichtbarkeit von<br />

Elektromobilität vor Ort zu steigern. Unterstützt wird das<br />

Themenfeld durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu).<br />

Leitung Begleitforschung Infrastruktur<br />

Johannes Pallasch<br />

NOW GmbH<br />

johannes.pallasch@now-gmbh.de<br />

Leitung Begleitforschung Stadt & Verkehr<br />

Silke Wilhelm<br />

NOW GmbH<br />

silke.wilhelm@now-gmbh.de<br />

42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43


Ladeinfrastruktur - Bals<br />

Ladeinfrastruktur - Bals<br />

Eine Ladeinfrastruktur für alle<br />

Verbindungslösungen für die eMobilität<br />

Beim Typ 2 Ladesystem handelt es sich um eine 7-polige<br />

Steckvorrichtung mit drei Phasen, Nullleiter und Erdleiter<br />

sowie zwei Signalleitern. Der Ladestecker ist sowohl für Einphasenstrom<br />

mit 230 V als auch für Drehstrom mit 400 V ausgelegt.<br />

Die Ladeströme reichen von 13 bis 63 A und sind geeignet<br />

für einphasige bis dreiphasige Anschlüsse.<br />

Eine Besonderheit stellen darüber hinaus die Schutzkontakt<br />

Steckdosen dar, die mit ihren Kontakten eigens für die Anforderungen<br />

des eMobilitäts-Ladebetriebs ausgelegt sind.<br />

Denn diese Kontakte eignen sich für eine Dauerlast von bis<br />

zu 16 A und geben somit die notwendigen Sicherheitsreserven<br />

- anders als konventionelle Schutzkontaktsteckdosen,<br />

die bei entsprechender Last eine Brandentwicklung zeigen<br />

könnten. An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich, dass es<br />

bei der Elektromobilität von morgen um passende Lösungen<br />

und eine genaue Planung geht. Das System »von der Stange«<br />

dürfte kaum den Anforderungen an Betriebssicherheit,<br />

Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gerecht werden.<br />

Weiterhin bietet Bals einen EVCP2 Controller an, der unter<br />

anderem für die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug<br />

und der Ladestation zuständig ist. Das 3 TE kleine Bauteil hat<br />

wesentlich mehr Funktionen als ein vergleichbares Standard<br />

Modul. Mit ihm lassen sich beispielsweise die Stromstärken<br />

stufenlos von 6A bis 80A mit einem Drehschalter einstellen,<br />

so dass für die unterschiedlichen Stromstärken nur noch ein<br />

Bauteil benötigt wird.<br />

Ebenso übernimmt das Kompaktmodul auch die Ansteuerung<br />

für die Verriegelungen des Steckers und des verriegelbaren<br />

Klappdeckels sowie der LED-Beleuchtung. Ein<br />

Netzgerät von 230 auf 12 Volt ist ebenso integriert wie die<br />

Energieversorgung der Steckerverriegelung bei Stromausfall.<br />

Diese ist besonders dann wichtig, wenn bei einem aktiven<br />

Ladevorgang plötzlich der Strom an der Ladestation<br />

ausfällt. Da die Verriegelung des Steckers am Ladepunkt in<br />

den meisten Fällen elektromechanisch ist, öffnet diese bei<br />

Stromausfall auch nur, wenn eine entsprechende Energiereserve<br />

zur Verfügung steht.<br />

Typ 2 Ladesteckdose mit LED und Klappdeckel Verriegelung<br />

Sie kommt langsamer als erwartet, aber sie kommt: Der<br />

Elektromobilität in verschiedenen technischen Ausprägungen<br />

gehört nach Meinung nahezu aller Experten die Zukunft<br />

- mit weitreichenden Folgen sowohl für den Automobilbereich<br />

als auch für die Elektrotechnik. Denn wenn die Flotte<br />

der zugelassenen Elektroautos oder der Hybridfahrzeuge<br />

mit Plug-in-Funktion weiter wächst, wird eine möglichst flächendeckende<br />

Ladeinfrastruktur zur Grundvoraussetzung.<br />

Auch hier steckt die Tücke im Detail, sprich in Form unterschiedlicher<br />

Lade- und Verbindungskonzepte, die europäische<br />

und asiatische Automobilhersteller jeweils verfolgen.<br />

Auf Nummer sicher fährt man daher, wenn man sich für flexible,<br />

individuell anpassbare Systeme entscheidet, die beide<br />

wesentlichen Normen abdecken.<br />

So stellt beispielsweise Bals als Spezialist für Verbindungstechnik<br />

bereits heute ein umfassendes Sortiment an Systemkomponenten<br />

und passenden Lösungen für die Elektromobilität<br />

zur Verfügung. Als einer von derzeit nur wenigen Herstellern<br />

in Europa bietet das Unternehmen Systeme sowohl<br />

gemäß Typ 1 als auch Typ 2 an und kann damit ebenso für europäische<br />

Fahrzeug-Modelle und für eFahrzeuge aus Übersee<br />

Steckvorrichtungen nach IEC 62196-2 bereitstellen - eine Vielseitigkeit,<br />

die der stark diversifizierte Markt auf Seiten der<br />

Automobilhersteller heute erfordert.<br />

Das Unternehmen beliefert mit den ausgereiften Systemkomponenten<br />

zahlreiche Hersteller von Ladesäulen, Energieversorgungsunternehmen,<br />

Stadtwerke und Facility Management-Unternehmen<br />

und deckt dabei auch individuelle<br />

Anforderungen ab. Zudem pflegt Bals eine Kooperation mit<br />

Lapp Kabel. Für den von Lapp Kabel neu geschaffenen Produktbereich<br />

»Lapp Charge« liefert Bals alle Kontaktteile für<br />

die Stecker und Kupplungen der Variante Typ 2, außerdem<br />

alle Ausführungen der Anbaudosen. Das System entspricht<br />

dem VDE-Standard, an dem namhafte Hersteller mitgewirkt<br />

haben, und punktet mit seiner ergonomischen Gestaltung<br />

und zahlreichen Sicherheitsfeatures.<br />

Die Typ 1 Kupplung entspricht dem in Japan und in den USA<br />

entwickelten Standard SAE 1772. Die Lade-Steckvorrichtungen<br />

sind im Gegensatz zu vielen anderen, marktüblichen Modellen<br />

frei konfektionierbar und für Einphasenstrom mit 250<br />

V bis 32 A ausgelegt. Zusätzlich verfügen die Kupplungen<br />

über eine Signalleitung für die Kommunikation mit dem Fahrzeug.<br />

Zugleich haben sich die Bals-Entwickler darauf konzentriert,<br />

ein Problem vieler anderer Typ 1-Stecker Kupplungen<br />

auszumerzen: Die Empfindlichkeit für Wasserundichtigkeiten.<br />

Eine spezielle Konstruktion der Gehäusekomponenten<br />

stellt bei der Kupplung sicher, dass Wasser nicht in den Anschlussraum<br />

der Typ 1 Steckvorrichtung eindringen kann.<br />

Die Ladesysteme für Typ 2 sind als Steckdosen, Kupplungen<br />

und Stecker bis 63 A erhältlich. Die Stecker und Kupplungen<br />

sind frei konfektionierbar, so dass diese von Fachpersonal<br />

der Norm entsprechend, mit Ladekabeln von verschiedenen<br />

Kabelherstellern angeschlossen werden können. Die Ladesteckdosen<br />

Typ 2 und Schutzkontakt können zudem optional<br />

mit einer LED Beleuchtung ausgestattet werden, um mit<br />

diesem optischen Feature dem Benutzer auf einen Blick den<br />

aktuellen Ladezustand anzuzeigen. Leuchtet die LED beispielsweise<br />

grün, so ist der Ladepunkt frei und kann benutzt<br />

werden; leuchtet die Ladesteckdose blau, sieht der Anwender,<br />

dass aktuell geladen wird und der Ladepunkt besetzt ist.<br />

Die Klappdeckelverriegelung erlaubt nur dem autorisierten<br />

Nutzer das Öffnen der Ladesteckdose. Dies ist besonders<br />

für Hersteller von kleinen Ladepunkten interessant, wenn im<br />

Gehäuse lediglich ein kleiner Bauraum zur Verfügung steht.<br />

Die elektromechanische Verriegelung der Steckdose öffnet<br />

erst, wenn der Benutzer den Ladepunkt z.B. über RFID oder<br />

Schlüsselschalter freigeschaltet hat.<br />

Beim Typ 2 Ladesystem handelt es sich um eine 7-polige Steckvorrichtung<br />

Typ 1 Kupplung frei konfektionierbar<br />

Aus einem Nischenangebot ist damit bei Bals längst ein<br />

umfassendes und leistungsstarkes Sortiment rund um die<br />

Elektromobilität gewachsen. »Alle Zeichen stehen in den<br />

kommenden Jahren für dieses Marktsegment auf Wachstum.<br />

Mit einer klaren Strategie und einem umfassenden Programm<br />

an Komponenten für die Ladeinfrastruktur möchten wir all<br />

jene begleiten, die unsere Produkte für die Elektrifizierung<br />

der Mobilität benötigen«, sagt Geschäftsführer Wolfgang<br />

Bals. Auf viele weitere Neuheiten aus der Sauerländer Ideenschmiede<br />

darf man also auch in Zukunft gespannt sein.<br />

Andree Fischer<br />

Bals Elektrotechnik GmbH & Co. KG<br />

www.bals.com<br />

44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45


Ladeinfrastruktur - The New Motion Germany<br />

Ladeinfrastruktur - The New Motion Germany<br />

Ich bin ein e-Berliner<br />

Intelligente Ladeinfrastruktur und Service für Elektrofahrzeuge<br />

»Im Mittelpunkt steht das Thema nachhaltige Mobilität als<br />

Ganzes - die Verknüpfung zum öffentlichen Nahverkehr und<br />

neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing sind dabei genauso<br />

wichtig wie die Einbeziehung der verschiedenen Elektrofahrzeuge.«<br />

Durch die derzeitige Entwicklung des eMobilitätsmarktes<br />

und den damit verbundenen Ankündigungen vieler deutscher<br />

Fahrzeughersteller 2013 reine Elektrofahrzeuge bzw.<br />

Plug-In Hybride in Serie auf den Markt zu bringen, ergeben<br />

sich speziell zum Thema Infrastruktur zwei Fragen:<br />

»Wo laden wir all diese Fahrzeuge?« und »Können wir diese<br />

Fahrzeuge auch wirklich überall laden?«<br />

Abgesehen von einigen Pilotprojekten sowie individuellen<br />

Aktivitäten der Energieversorger sieht das flächendeckende<br />

Ladeinfrastrukturnetz noch relativ spärlich aus. Zudem muss<br />

man sich zwischen den verschiedenen Anbietern, welche jeweils<br />

ein eigenes Ladenetz aufgebaut haben, entscheiden,<br />

da kein Nutzer mit fünf verschiedenen Ladekarten umher<br />

laufen möchte, weil es an einer funktionierenden Interoperabilität<br />

fehlt. Unabhängig von möglichen staatlichen<br />

Subventionen muss es Ziel sein, bis zum Markteintritt der<br />

zusätzlichen Serien-Elektrofahrzeuge ein intelligentes Ladenetz<br />

zu installieren, das den elektrisch mobilen Nutzern eine<br />

einfache, nutzerfreundliche Möglichkeit bietet.<br />

Hierzu bedarf es einer engen Kooperation der verschiedenen<br />

Energieversorger, Ladeinfrastruktur- und Serviceanbieter<br />

sowie Standorteigentümer - die es überhaupt erst<br />

ermöglichen, dass Ladestationen aufgestellt werden können<br />

- um die Interoperabilität des Ladenetzes zu gewährleisten<br />

und dem Kunden die Sicherheit zu geben, trotz einer<br />

geringeren Reichweite ohne Kopfzerbrechen an seinem<br />

gewünschten Ziel anzukommen. Der Fokus muss hierbei auf<br />

Lademöglichkeiten zu Hause und beim Arbeitsplatz liegen,<br />

aber auch öffentliche bzw. halb-öffentliche Standorte sind<br />

von großer Bedeutung, um die Elektromobilität massentauglich<br />

zu gestalten.<br />

Ziel: Bestmöglicher Service und Infrastruktur für Elektrofahrzeug-Nutzer<br />

Mit nunmehr weit über 2.000 eigenen Ladestationen hat sich<br />

The New Motion als führender Service- und Ladeinfrastruktur-<br />

anbieter in Europa etablieren können. Dabei geht es dem<br />

BEM-Mitgliedsunternehmen nicht nur um den Aufbau einer<br />

Ladeinfrastruktur, sondern vor allem um das Betreiben dieses<br />

Netzwerks und dem damit verbundenen barrierefreien Zugang<br />

für Elektrofahrzeug-Nutzer, die diesen Service in Anspruch<br />

nehmen. So besteht für Nutzer zusätzlich zum Ladenetzwerk<br />

mit den intelligenten Standard- und Schnellladern<br />

die Möglichkeit, mit der Ladekarte an weiteren öffentlichen<br />

Parkplätzen sowie Ladesäulen anderer Anbieter aufzuladen,<br />

so dass eine Interoperabilität mit einer Ladekarte<br />

an fast allen Ladestationen in den Niederlanden gewährleistet<br />

wird. Für Deutschland wird aktuell eine Kooperation<br />

mit ladenetz.de und hubject in Angriff genommen, so dass zukünftig<br />

auch grenzüberschreitend geladen werden kann.<br />

Zusätzlich zum Aufbau und der Bereitstellung der Ladeinfrastruktur<br />

wird den Nutzern damit eine aktive Unterstützung<br />

beim Laden des Elektrofahrzeugs angeboten. Neben der Ladekarte<br />

gibt es eine App, um umliegende Ladestationen ausfindig<br />

zu machen, sowie die Möglichkeit, seine eigene Ladestation<br />

für andere Elektrofahrzeugbesitzer zu öffnen und so<br />

einen kleinen Bonus für den bereitgestellten Strom zu bekommen<br />

- zusätzlich natürlich zur Erstattung der entstandenen<br />

Stromkosten.<br />

Ladestationen für Unternehmensflotten<br />

Darüber hinaus können die Kunden auf einer Onlineplattform<br />

ihre Ladevorgänge verwalten. Die intelligente Verbindung<br />

aller Ladestationen zum Back Office macht das und vieles<br />

mehr möglich. Das spart Zeit und Geld.<br />

»In den Niederlanden kooperieren wir bereits mit allen<br />

Fahrzeugherstellern, die nun ihren Kunden mindestens eine<br />

Ladesäule zum Auto dazugeben, welche bereits im Leasingbzw.<br />

Kaufvertrag inklusive ist. Dies ermöglicht dem Kunden<br />

den sicheren Zugang zu einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur.<br />

Die Angst, sein Fahrzeug nicht aufladen zu können,<br />

und auch sonstige Unsicherheiten bei der Nutzung des Autos<br />

werden den Nutzern genommen: Sobald ein Kunde ein Fahrzeug<br />

bei einem Hersteller gekauft/geleast hat, werden die<br />

Kontaktdaten an unser Team geschickt, welches sich dann<br />

mit dem Kunden in Verbindung setzt und ihm eine kostenlose<br />

Ladestation anbietet. Dieser kann sich anschließend<br />

den Standort der Ladestation flexibel aussuchen (meist Zuhause<br />

oder bei der Arbeit) und seine Präferenzen für den Zugang<br />

festlegen - ob privat für einen begrenzten Nutzerkreis<br />

oder für alle«, erklärt Nicklas Monte von The New Motion.<br />

Aufbauend auf dem Erfolg in den Niederlanden ist The New<br />

Motion seit 2012 in Deutschland und Belgien aktiv, um auch<br />

hier das bereits funktionierende System weiter zu entwickeln<br />

und Elektrofahrzeug-Fahrern einen bestmöglichen<br />

Service rund um das Laden anbieten zu können.<br />

Initiative: 25.000 e-Berliner bis 2015<br />

In Deutschland liegt der Fokus auf einem schnellen Ladeinfrastrukturaufbau<br />

sowie der Gründung pro-aktiver Partnerschaften<br />

mit anderen Marktteilnehmern, die dabei helfen,<br />

durch attraktive Angebote mehr Elektrofahrzeuge auf den<br />

Markt zu bringen. Im Mittelpunkt steht das Thema nachhaltige<br />

Mobilität als Ganzes - die Verknüpfung zum öffentlichen<br />

Nahverkehr und neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing<br />

sind dabei genauso wichtig wie die Einbeziehung der verschiedenen<br />

elektrischen Elektrofahrzeuge (Pkw, Transporter,<br />

Elektroroller und Pedelecs). Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit<br />

mit privaten und öffentlichen Einrichtungen wichtig,<br />

um einen besseren Zugang zur Lade- und gesamten Elektromobilitätsinfrastruktur<br />

zu gewährleisten.<br />

So wurde gemeinsam mit dem Bundesverband eMobilität<br />

das Projekt »Ich bin ein e-Berliner« ins Leben gerufen. Ziel<br />

ist es, die Etablierung nachhaltiger Mobilität weiter zu beschleunigen,<br />

in dem die Grundbausteine - Ladeinfrastruktur,<br />

Ladestandorte, Elektrofahrzeuge, Erneuerbare Energien - so<br />

miteinander kombiniert werden, dass sie den Nutzern saubere<br />

Mobilität ermöglichen und gleichzeitig Komfort und<br />

Spaß bieten. Konkrete Projektvorhaben werden anhand dieser<br />

Zielvorgabe in den folgenden Monaten mit interessierten<br />

Partnern in Angriff genommen. »Jeder, der den Mobilitätswandel<br />

aktiv mitgestalten möchte, ist willkommen, unserer<br />

Initiative beizutreten. Nur so können wir die vielen innovativen<br />

Ideen in Berlin schnell umsetzen«, so Monte.<br />

Nicklas Monte<br />

The New Motion Germany<br />

n.monte@thenewmotion.de<br />

www.thenewmotion.de<br />

»FREEDOM« - DER ELEKTROBULLI VON THE NEW MOTION kann von<br />

eMobilitätsinteressierten auch gemietet werden<br />

46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47


Ladeinfrastruktur - Dr. Peter Westerbarkey<br />

Ladeinfrastruktur - Dr. Peter Westerbarkey<br />

Schnell, einfach<br />

& komfortabel<br />

Dr. Peter Westerbarkey spricht im Interview über sein Ladesäulenkonzept<br />

Wie wird die von Ihnen betriebene Ladeinfrastruktur von der<br />

Bevölkerung angenommen und was sind die am häufigsten<br />

gestellten Fragen?<br />

Es gibt immer noch die so genannte »Reichweiten-Angst«,<br />

den Wunsch nach einer dichten Infrastruktur von Ladesäulen<br />

und die Sorge um lange Standzeiten beim eigentlichen Ladevorgang.<br />

Häufig finden wir Vorurteile zum täglichen Fahrtpensum<br />

und dem Fahrkomfort eines Elektroautos. Unsere<br />

Ladesäulen werden sehr gern und häufig benutzt. Dabei<br />

spielt der Standort zur eigenen Wohnung, dem Arbeitsplatz<br />

oder der Innenstadt natürlich eine große Rolle. Sobald das<br />

Fahrzeug eine gewisse Zeit unbenutzt abgestellt wird, kann<br />

es geladen werden. Da unsere Ladesäulen zumeist verschiedene<br />

Stecker anbieten, kann je nach Fahrzeug auch schneller<br />

betankt werden.<br />

Mit der PlugFinder App für Stromtankstellen haben Sie<br />

eine umfassende Datenbank rund um das Thema Ladeinfrastruktur<br />

geschaffen. Worin unterscheidet sich Ihr Angebot<br />

von bereits existierenden Plattformen?<br />

PlugFinder hat den Anspruch, das Laden an öffentlicher Infrastruktur<br />

auch für Neulinge so einfach und komfortabel wie<br />

möglich zu gestalten. Neben qualitativ hochwertigen und<br />

möglichst vollständigen Daten gehört eine intuitive Benutzeroberfläche<br />

mit zum festen Konzept. Die kostenfreie Plug-<br />

Finder Version der Ladefoxx App kann gegen eine einmalige<br />

Gebühr zur Vollversion aller Ladesäulen-Anbieter in Deutschland<br />

sowie der angrenzenden Staaten erweitert werden. So<br />

sind selbst längere Fahrten mit dem eigenen Elektrofahrzeug<br />

in bisher unbekannte Gegenden nun planbar, da die Standorte<br />

mit ihren jeweiligen Steckern detailliert aufgelistet sind.<br />

Auch Ladesäulen, die zur Schnellbetankung fähig sind (Drehstrom,<br />

Typ 2, Chademo, Tesla), können vor Reisebeginn mit<br />

der Web-Version von PlugFinder recherchiert werden.<br />

Die noch junge Elektromobilitäts-Branche verändert sich<br />

sehr schnell. Wie halten Sie die Daten rund um die bundesweit<br />

aufgestellten Ladesäulen aktuell?<br />

Hierfür nutzen wir verschiedene Quellen. Zum einen haben<br />

wir autorisierten Zugriff auf den Datenbestand der meisten<br />

bedeutenden Infrastrukturbetreiber. Hiermit decken wir bereits<br />

den Großteil unserer Daten ab. Zum zweiten sind Pressemeldungen<br />

in der Lokalpresse eine wichtige Quelle für<br />

Säulen kleinerer Stadtwerke oder unabhängiger Standorte.<br />

Die dritte und immer bedeutender werdende Quelle sind<br />

unsere Nutzer. Keine Information ist wertvoller als die der<br />

Nutzer vor Ort. In Zukunft werden wir diesen Rückkanal verstärkt<br />

ausbauen, um auch weiterhin unseren Ansprüchen<br />

an Qualität und Aktualität gerecht zu werden.<br />

Dr. Peter Westerbarkey<br />

Geschäftsführer westa gruppe<br />

www.ladefoxx.de<br />

Renault Twizy an der Ladefoxx-Säule<br />

Clever per Handy laden. So lautet der Slogan für Ihre<br />

Ladefoxx-Säulen. Ob eAuto oder eScooter - alle aktuell<br />

verfügbaren Elektrofahrzeuge können an Ihren Ladesäulen<br />

geladen werden. Wie funktioniert Ihr Ladeprinzip und wie<br />

einfach ist der Umgang mit den Säulen im Alltag?<br />

Nach einer einmaligen Registrierung im Internet auf der<br />

Ladefoxx-Seite ist der Nutzer dem System bekannt und kann<br />

die Säulen nutzen. Hierfür reicht ein altes Mobiltelefon völlig<br />

aus, es muß kein Smartphone-Modell sein. Beim grundlegenden<br />

Konzept fungiert eine Anbieter übergreifende SIM-Karte<br />

als Basis für den klassischen Telefonprozeß, der den Anrufer<br />

erkennt und dem registrierten Nutzer die Ladesäule für den<br />

Tankvorgang freischaltet. Die Internetanbindung hilft bei<br />

schwierigen Empfangssituationen wie z.B. Tiefgaragen. Also<br />

keine SMS-Kosten oder vorheriges Beantragen einer RFID-<br />

Karte, sondern unkompliziertes Nutzen der Stromladesäulen<br />

für alle in der Datenbank autorisierten Elektromobilisten.<br />

Mittlerweile bieten wir eine unentgeltliche Smartphone-App<br />

im iTunes Store für alle Ladefoxx-Standorte an. Der Nutzer<br />

kann sich mit seinem iPhone oder iPad zu den Standorten<br />

navigieren lassen und den Anmelde- und Abmeldevorgang<br />

automatisiert ausführen. Bilder der Umgebung der Ladesäule<br />

und dort angebotener Stecker helfen gerade elektromobilen<br />

Fahranfängern beim Umgang mit den Stromladesäulen.<br />

Zukünftig sollen auch Routen-Reichweiten-Planungen je<br />

nach individuellem Elektroauto und Vorabinformationen zur<br />

ausgewählten Säule (frei/belegt) offeriert werden.<br />

In welchen Städten findet man aktuell schon Ladefoxx-<br />

Säulen und was kostet ein Ladevorgang?<br />

Hinter Ladefoxx versammeln sich dreizehn Stadtwerke aus<br />

Ostwestfalen-Lippe und dem Kreis Höxter sowie zwei Industrieunternehmen.<br />

Deshalb finden sich die meisten unserer<br />

Ladesäulen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. So<br />

sind aktuell die Stromladesäulen in Bad Iburg, Bad Rothenfelde,<br />

Bielefeld, Detmold, Enger, Gütersloh, Halle/Westfalen,<br />

Harsewinkel, Herford, Hiddenhausen, Lemgo, Salzwedel,<br />

Steinhagen, Versmold und Werther aufgestellt. Ähnlich wie<br />

bei einer Scannerkasse kann der Betreiber einer Ladesäule<br />

den zeitabhängigen Preis des Tankvorganges nach seinem<br />

eigenen Gusto festlegen. Momentan ist in den meisten Fällen<br />

das Tanken kostenfrei.<br />

App jetzt Stromtankstellen<br />

noch einfacher finden.<br />

LADEFOXX<br />

CLEVER PER HANDY LADEN<br />

Jetzt kostenlos downloaden: Den LADEFOXX PlugFinder. Zeigt alle LADEFOXX<br />

Stromtankstellen in Ihrer Nähe. Filterbar nach Stecker und Parkplatzart. Auch für<br />

E-Bikes und E-Roller. Ganz einfach. Ganz schnell. Deutschlandweit. www.ladefoxx.de<br />

48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49


Ladeinfrastruktur - Ubitricity<br />

Ladeinfrastruktur - Ubitricity<br />

Mobile Metering<br />

Mobile Abrechnungstechnik - günstige Ladepunkte<br />

Ladepunkte von ubitricity können nahezu überall integriert werden - auch in Mastklappen der StraSSenbeleuchtung (hier beispielhaft<br />

ohne Anschluss an die Spannungsversorgung)<br />

Foto: Robert Lehmann; © ubitricity<br />

Mobile Metering verlagert Stromzählung und Datenkommunikation<br />

aus der stationären Ladeinfrastruktur in ein intelligentes<br />

Ladekabel oder direkt ins Fahrzeug und schafft<br />

damit einen mobilen Zählpunkt. Dadurch werden die Ladepunkte<br />

auf technisch einfache Systemsteckdosen reduziert,<br />

die nahezu keine laufenden Kosten verursachen und somit<br />

Ladeinfrastruktur bezahlbar und wirtschaftlich machen.<br />

Grundlage der Mobile Metering-Technologie ist mobile Zählund<br />

Kommunikationstechnik. Diese befindet sich in einem<br />

intelligenten Ladekabel oder direkt im Fahrzeug. Der mobile<br />

Zähler bildet den energiewirtschaftlich relevanten Zählpunkt.<br />

Anschlusspunkte zum Laden werden dadurch auf technisch<br />

einfache Systemsteckdosen reduziert, für die kein Messstellenbetrieb<br />

und keine dauerhafte Online-Verbindung mehr<br />

erforderlich ist. Dadurch sinken Anschaffungs- und laufende<br />

Kosten ganz erheblich im Vergleich zu anderen Lademöglichkeiten.<br />

Das intelligente Ladekabel wird an die Systemsteckdose<br />

angeschlossen. Die Systemsteckdose wird danach automatisch<br />

authentifiziert und für den Ladevorgang freigeschaltet.<br />

Die Nutzungs- und Transaktionsdaten werden nach Beendigung<br />

des Ladevorgangs verschlüsselt und signiert über das<br />

Mobilfunknetz sicher an die Leitstelle zur Vorbereitung der<br />

Abrechnung übertragen. Nach jedem Ladevorgang können<br />

der Nutzer und der Infrastrukturanbieter die Transaktionen<br />

sofort in Echtzeit über ein Internetportal nachvollziehen. Die<br />

Nutzer erhalten von ihrem Energieversorger einmal monatlich<br />

eine detaillierte Rechnung über ihre Transaktionen und<br />

die Energiemengen. Auch allen anderen beteiligten Marktpartnern<br />

werden die notwendigen Daten automatisch zur<br />

Verfügung gestellt. Voraussetzung für die automatisierte<br />

Abrechnung ist, dass die mobilen Zählpunkte vollständig in<br />

die energiewirtschaftlichen Prozesse integriert sind und entsprechend<br />

abgewickelt werden.<br />

Integration in energiewirtschaftliche Prozesse<br />

Zur Abwicklung müssen die mobil abgenommenen Strommengen<br />

am Markt beschafft, bilanziert und abgerechnet<br />

werden. ubitricity arbeitet hierzu mit führenden Partnern aus<br />

der Energiewirtschaft zusammen. Die VOLTARIS GmbH ist ein<br />

Spezialdienstleistungsunternehmen für Zählung, Messung<br />

und Datenmanagement. VOLTARIS betreibt die Leitstelle für<br />

die Datenerfassung und das Energiedatenmanagementsystem<br />

(EDM) zur Aufbereitung und Weiterverteilung der Messdaten.<br />

VOLTARIS nutzt dazu Leitstellentechnologie, die von<br />

ITF-EDV Fröschl speziell den Anforderungen des Mobile Metering<br />

angepasst und weiterentwickelt wurde.<br />

Darüber hinaus kommt eine marktführende EDM-Software<br />

zum Einsatz. Dadurch kann zukünftig eine volle Integration<br />

des mobilen Zählpunktes in die energiewirtschaftlichen Prozesse<br />

sichergestellt werden.<br />

Im Vergleich zu den Konzepten derzeitiger stationärer Ladesäulen<br />

bietet ein mobiler Zählpunkt, der in die energiewirtschaftlichen<br />

Prozesse integriert ist, deutliche Vorteile:<br />

Es gibt für jeden Nutzer einen ihm zugeordneten Zählpunkt<br />

und einen darauf basierenden Stromliefervertrag mit einem<br />

Lieferanten nach Wahl des Nutzers. Das entspricht dem<br />

derzeitigen Zusammenspiel der Marktteilnehmer bei der<br />

üblichen Belieferung, Messung und Abrechnung von Haushalten<br />

oder Gewerbekunden im stationären Strommarkt.<br />

Offen, kompatibel, komplementär<br />

Durch die Integration des mobilen Zählers in die energiewirtschaftlichen<br />

Prozesse kann jeder Nutzer für seinen mobilen<br />

Zähler den Stromlieferanten und künftig auch die Stromqualität<br />

frei wählen. Dies ist bei herkömmlichen Ladesäulenkonzepten<br />

nur mit aufwändigen Roaming-Konzepten möglich,<br />

bei denen die Beschaffung des Stroms meist durch den Betreiber<br />

der Ladesäule erfolgt. Über den mobilen Zählpunkt<br />

wird dagegen ein wirtschaftlicher und diskriminierungsfreier<br />

Zugang zu Ladepunkten und Kunden für alle Stromlieferanten<br />

möglich.<br />

Mobile Metering schließt aber die Nutzung konventioneller<br />

Ladeinfrastruktur nicht aus: Nutzer mit einem Ladekabel von<br />

ubitricity können auch an standardkonformen Ladesäulen<br />

anderer Anbieter laden. Die Abrechnung erfolgt in diesem<br />

Fall in der Regel über den Anbieter der jeweiligen Ladesäule.<br />

Der Aufbau und die Nutzung anderer Infrastrukturalternativen<br />

werden durch die vorgestellte Mobile Metering-Lösung<br />

technisch nicht beeinträchtigt. Mit Mobile Metering können<br />

zügig und günstig zusätzliche Ladepunkte überall dort geschaffen<br />

werden, wo es auf Wirtschaftlichkeit ankommt.<br />

Systemübersicht Mobile Metering<br />

Laden an Lichtmasten<br />

Die Vorteile einer auf Mobile Metering basierenden Ladeinfrastruktur<br />

werden durch die Integration der Systemsteckdosen<br />

in Beleuchtungsmasten besonders deutlich. Die Systemsteckdose<br />

von ubitricity hat so geringe Abmessungen,<br />

dass sie zukünftig in quasi alle Beleuchtungsmasten eingebaut<br />

werden kann. Da nicht die Systemsteckdose, sondern<br />

der mobile Zähler der Zählpunkt ist, kommt die Systemsteckdose<br />

ohne Display und Kommunikationsanbindung<br />

aus. Bei einer besonders einfachen Installationsvariante<br />

wird an einem Lichtmast die bestehende Mastklappe durch<br />

eine Mastklappe mit bereits integrierter Systemsteckdose<br />

ausgetauscht. Zusätzlich muss die Ladetechnik elektrisch<br />

angeschlossen werden. Dazu wird die Systemsteckdose an<br />

einer freien Phase des Erdkabel-Anschlusses angeschlossen<br />

sowie ein Sicherungsautomat und ein FI-Schalter davor<br />

montiert. Die Ladepunkttechnik ist so konstruiert, dass sie<br />

leicht entnommen bzw. mit der Mastklappe heraus geklappt<br />

werden kann. Dadurch bleibt die Wartung von Beleuchtungsmasten<br />

uneingeschränkt möglich.<br />

ubitricity, ein Unternehmen aus Berlin, entwickelte das technische<br />

Konzept für die Mobile Metering Technologie und<br />

initiierte deren Umsetzung gemeinsam mit marktführenden<br />

Kooperationspartnern. Auf Grundlage mobiler Abrechnungstechnik<br />

schafft ubitricity die Grundlage dafür, dass Elektromobilität<br />

für Elektrofahrzeugnutzer, Infrastrukturanbieter,<br />

Energieversorger und Gemeinden bezahlbar, nachhaltig,<br />

komfortabel und anreizverträglich wird.<br />

Knut Hechtfischer // Dr. Frank Pawlitschek<br />

Beide Gründer und Geschäftsführer von ubitricity Gesellschaft<br />

für verteilte Energiesysteme mbH, Berlin<br />

50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51


Ladeinfrastruktur - Legal COrner<br />

Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />

Elektromobilität<br />

& Datenschutz<br />

»Die Angst vor einem »gläsernen Autofahrer« muss ernst<br />

genommen werden.«<br />

Bereits vor einem Jahr warnte Peter Schaar, Bundesbeauftragter<br />

für Datenschutz und Informationssicherheit, eindringlich<br />

davor, die datenschutzrechtlichen Vorgaben beim<br />

Ausbau der Ladeinfrastruktur zu vernachlässigen:<br />

»Die neu entstehende Infrastruktur aus Ladesäulen, die<br />

Anbindung an intelligente Stromnetze sowie an elektronische<br />

Kommunikationsdienste darf nicht zu einer Kontrolle<br />

des Fahrverhaltens der Nutzer von Elektromobilen führen.<br />

So sehr ich auch nachhaltige Mobilitätskonzepte begrüße,<br />

dürfen über den Umweg Elektromobilität keine umfangreichen<br />

Bewegungsbilder der Nutzer entstehen, aus denen sich<br />

Rückschlüsse auf Gewohnheiten und Aufenthaltsorte der<br />

Betroffenen ziehen lassen. Durch frühzeitige Berücksichtigung<br />

von Datenschutzbelangen können umweltfreundliche<br />

Mobilitätskonzepte ohne Abstriche am informationellen<br />

Selbstbestimmungsrecht realisiert werden.«<br />

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) normiert hierzu einige<br />

Grundsätze. Ergänzend wurden inzwischen sektorenspezifische<br />

Datenschutzvorgaben in das Energiewirtschaftsgesetz<br />

(EnWG) aufgenommen. In diesem Beitrag möchten wir die<br />

wesentlichen Grundsätze des Datenschutzes vorstellen: Die<br />

Grundsätze der Datenvermeidung und -sparsamkeit, des<br />

Löschens und der Einwilligung.<br />

Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit<br />

Stets sind bei der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener<br />

Daten und der Auswahl und Gestaltung von<br />

Datenverarbeitungssystemen so wenig personenbezogene<br />

Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen.<br />

Personenbezogene Daten sind zu anonymisieren und zu<br />

pseudonymisieren, soweit dies nach dem jeweiligen Verwendungszweck<br />

möglich ist und hierdurch kein unverhältnismäßiger<br />

Aufwand entsteht. Dabei beinhaltet gerade das Gebot<br />

der Datensparsamkeit auch eine Reduzierung der Anzahl<br />

der Nutzung von Daten, nicht nur eine Reduzierung der Anzahl<br />

der verarbeiteten Daten. Eine wiederholte Verwertung<br />

von Daten ohne Erzeugung eines Mehrwertes widerspricht<br />

demnach ebenfalls diesem Grundsatz. Das Prinzip der Datenvermeidung<br />

soll bereits durch technische Ausgestaltung<br />

erreicht werden, sofern der angestrebte Endzweck dadurch<br />

noch erzielt werden kann. Davon getrennt ist stets zu überprüfen,<br />

ob die Datenerhebung bzw. -verarbeitung tatsächlich<br />

erforderlich ist (Erforderlichkeitsgrundsatz).<br />

Grundsatz des Löschens<br />

Weiterhin sind personenbezogene Daten in bestimmten<br />

Fällen verpflichtend zu löschen. Diese Pflicht korrespondiert<br />

mit einem weiteren wichtigen Grundsatz, der Datensicherheit.<br />

Bei existenten Daten muss demnach entweder sichergestellt<br />

sein, dass die Daten nur von den berechtigten Personen<br />

verwendet werden oder sie sind dem nicht berechtigten<br />

Personenkreis durch Löschung vorzuenthalten. Beispielsweise<br />

sind personenbezogene Daten zu löschen, wenn sie<br />

für eigene Zwecke verarbeitet werden, sobald ihre Kenntnis<br />

für die Erfüllung des Zwecks der Speicherung nicht mehr erforderlich<br />

ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn Vertragsbeziehungen<br />

beendet sind. Außerdem besteht die grundsätzliche Pflicht<br />

der verantwortlichen Stelle, Empfänger zu verständigen,<br />

denen im Rahmen einer Datenübermittlung diese Daten zur<br />

Speicherung weitergegeben wurden. Diese Pflicht gilt jedoch<br />

nur, soweit dies keinen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert<br />

und schutzwürdige Interessen des Betroffenen nicht<br />

entgegenstehen. Das Energierecht sieht in diesem Kontext<br />

eine spezielle Löschpflicht für Daten vor, die im Zusammenhang<br />

mit Anhaltspunkten für die rechtswidrige Inanspruchnahme<br />

eines Messsystems oder seiner Dienste erhoben<br />

wurden.<br />

Grundsatz der Einwilligung<br />

Die Erhebung von Daten bedarf (falls keine gesetzliche Erlaubnis<br />

besteht) grundsätzlich der Einwilligung durch den<br />

Betroffenen. Das Legitimationsbedürfnis einer Datenverarbeitung<br />

besteht für jeden Schritt der üblichen vier Datenverarbeitungsphasen<br />

(Erhebung, Speicherung, Nutzung sowie<br />

Weitergabe und Übermittlung der Daten). Dabei sind die<br />

unterschiedlichen Phasen über ihren jeweiligen Zweck gebunden<br />

(Zweckbindungsgrundsatz), so z.B. um die Überwachung<br />

der Parkdauer und die Berechnung der Parkgebühren<br />

zu ermöglichen.<br />

Die EG-Datenschutzrichtlinie definiert die Einwilligung der<br />

betroffenen Person als »jede Willensbekundung, die ohne<br />

Zwang, für den konkreten Fall und in Kenntnis der Sachlage<br />

erfolgt und mit der die betroffene Person akzeptiert, dass<br />

personenbezogene Daten, die sie betreffen, verarbeitet werden«.<br />

Aus dieser EG-rechtlichen Vorgabe haben sich auch die<br />

nationalen (und im Ergebnis strengeren) Vorgaben nach<br />

BDSG herausgebildet. Eine wirksame Einwilligung setzt Freiwilligkeit,<br />

Informiertheit, Schriftlichkeit sowie/und die jederzeitige<br />

Möglichkeit des Widerrufs voraus.<br />

Ausblick<br />

Die Angst vor einem »gläsernen Autofahrer« muss ernst genommen<br />

werden. Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten<br />

des Bundes und der Länder und der Düsseldorfer Kreis<br />

veröffentlichten im Juni 2012 eine Orientierungshilfe für<br />

datenschutzgerechtes Smart Metering.<br />

Es ist insbesondere mit Blick auf die neuen Verordnungsermächtigungen<br />

im EnWG zu erwarten, dass in Zukunft weitergehende,<br />

sehr differenzierte Bestimmungen zum Datenschutz<br />

zu beachten sind. Die Aufgabe dieser Normen wird<br />

es dann sein, die Notwendigkeit einer fortschrittlichen und<br />

benutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur auf der einen und<br />

dem Schutz des Persönlichkeitsrechts des Nutzers auf der<br />

anderen Seite zu einem guten Ausgleich zu bringen.<br />

§<br />

Carolin Klein<br />

Wissenschaftliche Mitarbeiterin<br />

Christian A. Mayer<br />

Rechtsanwalt<br />

Noerr LLP<br />

www.noerr.com<br />

52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53


Ladeinfrastruktur - Heldele<br />

Ladeinfrastruktur - Heldele<br />

Intelligente Stromtankstelle<br />

Elektromobilität braucht praktikable Ladelösungen<br />

Heldele Techniker bei der Qualitätskontrolle der Ladesäule<br />

Elektromobilität ist auf dem Weg in die Städte. Langsam,<br />

aber absehbar. Die Infrastruktur muss deshalb wachsen.<br />

Und diese benötigt Design und Engineering. Beim bisher<br />

vernachlässigten Backend tut sich einiges. Die mittelständische<br />

Heldele GmbH beispielsweise entwickelt seit zwei<br />

Jahren eine Stromtankstelle: Hinter robustem und modularem<br />

Design verbirgt sich Software für Zahlungsfunktion, Ortung<br />

und bald auch Vorreservierung via App. Das Design soll<br />

dafür sorgen, dass Stromtankstellen im öffentlichen Raum<br />

akzeptiert werden. Die mittelständische Entwicklung ist<br />

Kernbestandteil des dreijährigen, staatlich unterstützten<br />

Forschungsprojekts »Elektromobilität im Stauferland« der<br />

Städte Göppingen und Schwäbisch Gmünd, das Nutzerverhalten<br />

von emobiler Infrastruktur analysiert.<br />

Entscheidend: Richtig installieren<br />

Doch der kritische Punkt für Anwender ist das Integrieren<br />

der emobilen Strombedürfnisse in die elektrischen Gegebenheiten.<br />

In jedem Gebäude finden sich verschieden leistungsfähige<br />

Kabel und Verteiler. So reichen die Kapazitäten<br />

für einen Schnelllader mit immerhin bis zu 22 kW Leistung<br />

und einem Ladestrom von maximal 32 Ampere im 400 Volt-<br />

Netz selten aus. Die meisten älteren Kabel sind oftmals nur<br />

für haushaltsübliche 3,7 kW ausgelegt. Geht der Installateur<br />

der Lage nicht auf den Grund, drohen Schmorbrände. »Unser<br />

Vorteil ist, dass wir uns mit Gebäudetechnik auskennen und<br />

bei jedem Schritt wissen, wie der Strom zu handhaben ist«,<br />

sagt Stromtankstellen-Projekttechniker Erik Büchner. Im<br />

Einzelfall kann der gelernte Energie- und Gebäudeelektroniker<br />

schnell entscheiden und umdisponieren, wie er am<br />

besten den neuen Verbraucher in die Haustechnik integriert.<br />

Etwa bei der Göppinger Arbeiterwohlfahrt, wo der Heldele-<br />

Mitarbeiter im Sommer 2012 drei Stromtankstellen in ein altes<br />

Netz einband. Dazu installierte er auch Kabeltrassen und Rohre,<br />

durchbrach Mauern und schottete ab. Seit Jahrzehnten<br />

wechseln die Anforderungen. Doch was Büchner aktuell verbaut,<br />

muss neuesten Normen gerecht werden. Etwa der VDE<br />

0<strong>10</strong>0-600, die besagt, wie Anlagen sicher funktionieren, so<br />

dass sie vor Überlastung geschützt sind. Das Prüfprotokoll<br />

besteht deshalb aus Daten zu Isolation, Netzinnenwiderstand,<br />

Auslösestrom und -zeit des FI-Schalters. Ohne detailliertes<br />

Wissen über Gebäudetechnik und die vielzähligen Normen<br />

können deshalb beim Installieren einer Ladestation entweder<br />

Schäden entstehen oder die Ladeleistung beeinträchtigt<br />

werden. Unzufriedene Nutzer sind in jedem Fall die Folge.<br />

Schnelles Laden durch die beste Steckdose<br />

Beim FI-Schalter liegt für Anwender die Krux. Stromtankstellen<br />

sind mit der Intelligenz modernster Computer ausgestattet.<br />

Control Pilot (CP) und Proximity Pilot (PP) kommunizieren<br />

mit dem Fahrzeug und erteilen Freigaben. Deshalb sind<br />

die meisten Stationen wie Schaltschränke komplett abgeschottet.<br />

Zumal die Niederspannungsrichtlinie VDE 0<strong>10</strong>0-<br />

520 besagt, dass die inneren Bauteile gegen direktes Berühren<br />

zu schützen sind.<br />

Anwenderfreundliches Bedienen<br />

Doch fällt nur eine Sicherung, müssen sofort Servicetechniker<br />

gerufen werden. Um den Besitzern Zeit und Kosten zu<br />

sparen, wurde das bei der Konstruktion bedacht. So sind<br />

allein der FI- und Leitungsschutz-Schalter bei der Wallbox<br />

leicht zugänglich: Nur zwei Schrauben sind zu lösen. Alle anderen<br />

Bauteile bleiben abgeschottet.<br />

Nutzerfreundlich ist auch einhändiges Bedienen: Ein Magnet<br />

hält die Schutzkappe des Steckverbinders unten, solange<br />

die Lade-Freigabe erteilt ist. Ist dann etwa ein Elektro-Smart<br />

mit der Tankstelle verbunden, lässt er sich nicht wegfahren.<br />

In der Software steckt jede Menge Intelligenz: Etwa hinter<br />

der Ladebuchse nach Standard IEC 62196-2 und im Steckverbinder<br />

nach IEC 61851-1 des in Europa gebräuchlichen<br />

Typ 2 Steckers. Durch diesen lädt sich der Akku mit einer Kapazität<br />

von etwa 18 kWh im Gegensatz zu einphasigen Steckern<br />

und Steckverbindern in nur einer Stunde von 20 auf<br />

<strong>10</strong>0 Prozent auf. Mittels Pulsweitenmodulation kodieren sich<br />

hierbei der maximal zulässige Ladestrom und die Kommunikation<br />

des eAutos. Im Lademodus 3 beschickt etwa eine<br />

öffentliche Ladestation den Pilotkontakt CP mit einer 1kHz-<br />

Rechteckschwingung mit etwa 12 Volt, die auf der Seite des<br />

Fahrzeugs über einen Widerstand und eine Diode auf den<br />

Schutzleiter PE zurückgeführt wird und die Freigabe für die<br />

maximale Leistung anfordert.<br />

Was die Zukunft bringt<br />

Als Schnittstelle zur Authentifizierung zwischen Auto und<br />

Ladestation, am Frontend, dient bisher oftmals noch RFID,<br />

damit Nicht-Smartphone-Besitzern das Tanken nicht verwehrt<br />

ist. »Doch in nicht allzu ferner Zukunft übernehmen<br />

diese Funktionen vor allem Apps«, sagt Büchner. Das Backend,<br />

die Abläufe zwischen Stromtankstelle und EVU sowie<br />

Betreibern, war bisher noch unklar, weshalb Elektrotechnikfirmen<br />

wie Heldele hier Lösungen entwerfen: Vom Vorreservieren<br />

und Bezahlen bis zum Registrieren regelt sich alles<br />

online. Die Abrechnung bei den Betreibern, beispielsweise<br />

EVU, laufe dann über eine Cloud-Plattform, so Büchner. Hier<br />

entstehen weniger IT-Kosten und Smart Grid-Ansätze geben<br />

den Betreibern Kontrolle über die Ladesäulen. Diese besitzen<br />

dann durch Smart Metering-Zähler die Möglichkeit, differenzierte<br />

Tarif- und Preismodelle je Ladepunkt abzubilden.<br />

Erik Büchner<br />

Projekttechniker Kompetenzcenter Technology<br />

Heldele GmbH // www.heldele.de<br />

www.die-stromtankstelle.de<br />

54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55


Ladeinfrastruktur - Park & Charge<br />

Park & Charge<br />

WHO<br />

IS<br />

Who<br />

Park & Charge-Ladestation<br />

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektromobilität<br />

ist die Infrastruktur. Die Praxis der Pioniere, in der eigenen<br />

Garage zu laden oder an einer Steckdose am Arbeitsplatz,<br />

ist nicht skalierbar. In der Schweiz wurde daher noch in den<br />

1990er Jahren begonnen, öffentlich zugängliche Ladepunkte<br />

einzurichten. Zum Schutz gegen Mißbrauch entwickelten<br />

Mitglieder des Schweizer E-Mobil-Verbandes ECS ein System<br />

mit verschlossenen Steckdosen. Die Park&Charge-Wallboxen<br />

und Ladesäulen haben eine solide Tür, die mit einem<br />

international einheitlichen Schloss gesichert ist. Die Zahl<br />

dieser Ladestationen steigt ständig, auch weil Park&Charge<br />

eine günstige, zuverlässige und europaweit verbreitete Lösung<br />

darstellt. »Reduced to the max«, wie Prof. Andreas Knie<br />

(DB Mobility) anlässlich der Anlieferung einer Park&Charge-<br />

Säule im Berliner InnoZ feststellte.<br />

Für die Teilnahme am Park&Charge-System reicht eine einfache<br />

Anmeldung. Gegen eine Jahresgebühr, deren Höhe von<br />

dem angemeldeten Fahrzeug abhängt, erhält jeder Nutzer<br />

eine Vignette, um sein Fahrzeug zu kennzeichnen. Der internationale<br />

Systemschlüssel, mit dem man die Park&Charge-<br />

Ladestationen öffnen und benutzen kann, wird gegen eine<br />

Kaution ausgegeben. Weitere Bedingungen gibt es nicht. Mit<br />

der Jahresgebühr ist der entnommene Strom als »FlatRate«<br />

bezahlt. In Anbetracht der Kilowattpreise wäre eine Abrechnung<br />

unverhältnismäßig aufwändig. Außerdem würde das<br />

Risiko von Störungen erhöht. Da keine Freischaltung erforderlich<br />

ist, verursachen Park&Charge-Stationen weder Datenverkehr<br />

noch verbrauchen sie Eigenstrom.<br />

Die Betreiber der Park&Charge-Stationen verpflichten sich,<br />

keine Gegenleistung für das Laden zu verlangen. Allerdings<br />

ist es zulässig, die jeweils übliche Gebühr für das Parken zu<br />

erheben. Ihrerseits können die Betreiber mit Park&Charge<br />

über den Strom abrechnen, den sie über ihre Station zur Verfügung<br />

gestellt haben. Die meisten wählen aber die Option,<br />

den Strom kostenfrei zur Verfügung zu stellen und im Gegenzug<br />

jedes Jahr selbst eine Vignette zu erhalten.<br />

Die Verwaltung des Systems in Deutschland hat der Bundesverband<br />

Solare Mobilität (BSM) und ist aktuell an den<br />

neuen Park&Charge e.V. übergeben worden. Interessenten<br />

können sich wenden an Park&Charge im CEE Center Erneuerbare<br />

Elektromobilität (Wilhelmstraße 92, <strong>10</strong>117 Berlin,<br />

info@park-charge.de oder die Tel.-Nr. 030 3259 9180). Dort<br />

befinden sich auch zwei Park&Charge-Ladestationen an reservierten<br />

Parkplätzen jeweils mit den üblichen drei Steckdosen<br />

vom Typ Schuko und CEE.<br />

Matthias Breust<br />

Bundesverband Solare Mobilität e.V. (BSM)<br />

www.bsm-ev.de // www.park-charge.de<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Verbände, Initiativen, Organisationen, die aktiv Zeichen setzen.<br />

56 Neue Mobilität


Who is Who der elektromobilität<br />

Who is Who der Elektromobilität<br />

Who is Who der<br />

Elektromobilität<br />

BEM<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Ansprechpartner Medien, PR & Öffentlichkeitsarbeit<br />

Marketingvorstand Christian Heep & Redaktionsleiterin Juliane Girke<br />

Ansprechpartner Politik Klaus Bergerfurth & Alexander Böhm<br />

Die Bundesregierung verfolgt auch nach dem letzten Elektromobilitätsgipfel im Kanzleramt am<br />

01. Oktober 2012 das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu<br />

bringen. Klar ist, dass dieses Ziel nur branchenübergreifend und gesamtgesellschaftlich erreicht<br />

werden kann. Nur durch aktive Zeichen und nachhaltiges Engagement aller beteiligten Akteure<br />

von der Politik über die Industrie, Wirtschaft und Forschung bis hin zu den verschiedenen<br />

Branchenverbänden kann Deutschland tatsächlich wie gewünscht Leitmarkt und Leitanbieter für<br />

eine Neue Mobilität werden.<br />

Doch was wird zur Erreichung dieses Ziels konkret unternommen?<br />

Und vor allem von wem? Denn am Ende des<br />

Tages geht es nicht nur um fachliche Kompetenz, eloquente<br />

Reden und große Pläne, sondern um praktische Lösungen,<br />

zielführende Initiativen und konkrete Maßnahmen, die innerhalb<br />

der Gesellschaft deutlich sichtbar werden.<br />

Je mehr Player sich an der Diskussion über eine emissionsarme<br />

Mobilität der Zukunft beteiligen, desto mehr Dynamik<br />

entsteht in diesem Zukunftsbereich. Mit einer Vielzahl an<br />

Akteuren, die sich aus den verschiedenen involvierten Branchen<br />

einbringen, erhält die gesamte Diskussion über eine<br />

nachhaltige und zukunftsfähige Verkehrsbewältigung einen<br />

enormen Stellenwert in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.<br />

Es ist schön zu sehen, dass das Bewusstsein für eMobilität,<br />

Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit zunehmender<br />

Häufigkeit und aus vielen verschiedenen Richtungen in den<br />

Medien und damit im Alltag der Menschen ankommt. Diese<br />

Tatsache ist all jenen zu verdanken, die erkannt haben, dass<br />

die Wissensvermittlung, Aufklärung und konstruktive Auseinandersetzung<br />

für ihre Mitglieder und Interessenten eine<br />

entsprechende thematische Relevanz darstellt. Vor diesem<br />

Hintergrund haben wir uns die Frage gestellt, welche NGOs<br />

sich bereits heute aktiv mit dieser Zielsetzung beschäftigen.<br />

In der Rubrik »Who is Who der Elektromobilität« stellen wir<br />

deshalb die Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die<br />

sich für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />

einsetzen.<br />

Wie groß ist der Einfluss der verschiedenen Verbände, Initiativen<br />

und Organisationen, die sich im Bereich der Neuen<br />

Mobilität aktiv engagieren, auf den Meinungsbildungsprozess<br />

innerhalb der Gesellschaft? Inwiefern können Sie als<br />

Bundesverband das Stimmungsbild für Elektromobilität positiv<br />

besetzen? Welche Verantwortung tragen Sie dabei?<br />

Der Grad der Nachrichtenverteilung hängt natürlich stark<br />

von der Bandbreite der jeweiligen Versender ab. Aber der<br />

Einfluss speziell auf thematisch interessierte Zielgruppen ist<br />

größer, als gemeinhin angenommen wird. Durch Statements<br />

und Fachartikel in bundesweiten Print- und Onlinemedien, TV-<br />

Interviews, Filme, Reden und Talk-Showrunden sowie durch<br />

eigene Medien und die Veröffentlichung von Pressemitteilungen,<br />

Hintergrundberichten, Studien und Kommentaren<br />

bestimmen die unterschiedlichen Akteure täglich die öffentliche<br />

Meinung zu einem konkreten Thema. So können sich<br />

thematische Kaskaden aufbauen und insbesondere bei vermeintlich<br />

gegenläufigen Trends positive Initiale verbreiten,<br />

BEM - Bundesverband eMobilität e.V.<br />

www.bem-ev.de<br />

die im Gegenspiel zu den vorherrschenden und teilweise<br />

einseitigen Nachrichtengebern durchaus relevante Kontrapunkte<br />

in der Medienlandschaft setzen und damit auch den<br />

öffentlichen Meinungsbildungsprozess bereichern.<br />

Unser informatives Fachmagazin und die verschiedenen Onund<br />

Offline-Medien haben das Thema der Neuen Mobilität<br />

auf politischer und sozialgesellschaftlicher Ebene deutlich<br />

positiv und sichtbar besetzt. Dabei tragen wir - und alle anderen<br />

Akteure in diesem Umfeld - eine große Verantwortung<br />

gegenüber unseren Rezipienten, die das Themenspektrum<br />

durch unsere Form der Berichterstattung kennen und verstehen<br />

lernen. Wir sehen unsere Aufgabe deshalb darin, realistische<br />

Handlungsszenarien aufzuzeigen, mit denen wir<br />

gemeinsam in der Lage sind unsere Welt, unsere Energie und<br />

unser Mobilitätsverhalten nachhaltig zu verändern. Unsere<br />

adaptive Selektion und Wahrnehmung trägt also in einem<br />

nicht unerheblichen Maß dazu bei, dass sich die Welt auch<br />

ein Stück weit in die von uns gewünschte Richtung entwickelt.<br />

ADAC- Allgemeiner Deutscher Automobilclub<br />

e.V.<br />

www.adac.de<br />

Denn je häufiger die Vor- und Nachteile, Hintergründe, Herausforderungen<br />

und die Bedeutung der Neuen Mobilität für<br />

Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung, Wertschöpfung,<br />

Arbeitsplätze und die mit all dem verbundenen Chancen<br />

für unseren Wirtschaftsstandort thematisiert werden, desto<br />

größer wird die öffentliche Wahrnehmung, die Akzeptanz<br />

und das Verständnis für den notwendigen Systemwechsel.<br />

Auf je einer Seite wollen wir diesen Unterstützern eine Plattform<br />

geben, um unserem Fachpublikum ihr Engagement für<br />

eine Neue Mobilität vorzustellen. Auf diese Weise möchten<br />

wir Gemeinsamkeiten und Standpunkte darstellen und verdeutlichen,<br />

welchen unterschiedlichen Fokus sie in diesem<br />

Bereich setzen und welche konkreten Positionen sie dabei<br />

vertreten.<br />

Deutscher Städtetag<br />

www.staedtetag.de<br />

VCD - Verkehrsclub Deutschland e.V.<br />

www.vcd.org<br />

ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- &<br />

Elektronikindustrie // www.zvei.org<br />

BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft,<br />

Telekommunikation & neue<br />

Medien e.V. // www. bitkom.org<br />

Diese Aufgabe kann nur eine gesamtgesellschaftliche sein<br />

und erfordert die aktive Teilnahme der innovativsten Netzwerke<br />

Deutschlands, vorausschauender Persönlichkeiten<br />

und das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten<br />

Akteure, bis hin zum Engagement eines jeden Bürgers.<br />

Die Reihenfolge der fortlaufenden Serie ist zufällig gewählt<br />

und stellt keine Wertung dar. Sie vermissen einen konkreten<br />

Akteur oder sollten selbst aufgeführt werden? Kein Problem.<br />

Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Redaktionsleiterin:<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fraunhofer Gesellschaft<br />

www.fraunhofer.de<br />

WWF<br />

World Wide Fund for Nature Germany<br />

www.wwf.de<br />

Vorgestellt in der letzten <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> / AUSGABE 09<br />

58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59


Who is Who der Elektromobilität - NABU<br />

Who is Who der Elektromobilität - BSM<br />

NABU<br />

BSM<br />

Naturschutzbund Deutschland e.V.<br />

Bundesverband Solare Mobilität e.V.<br />

Geschäftsführer<br />

Leif Miller<br />

Gründungsjahr<br />

1899<br />

Schwerpunkt<br />

Umweltschutz, Natur- und Artenschutz<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Der NABU ist Mitglied der am 3. Mai<br />

20<strong>10</strong> gegründeten »Nationalen Plattform<br />

Elektromobiltät«, einem Beratungsgremium<br />

der Bundesregierung. Sie beobachtet<br />

und analysiert die Entwicklungen<br />

im Bereich der Elektromobiltät und gibt<br />

Empfehlungen, wie die Ziele des Nationalen<br />

Entwicklungsplanes Elektromobiltät<br />

erreicht werden können. Darüber<br />

hinaus informiert der NABU in regelmäßigen<br />

Veranstaltungen über das Thema<br />

Elektromobilität und fördert den Ausbau<br />

der Erneuerbaren Energien sowie deren<br />

Netzintegration.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Dietmar Oeliger<br />

Leiter Verkehrspolitik beim<br />

NABU Bundesverband<br />

www.nabu.de<br />

Der NABU unterstützt die Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />

mit einem Vertreter. Trotzdem haben Sie sich gemeinsam mit anderen<br />

Umweltverbänden sehr kritisch über den 3. Fortschrittsbericht<br />

vom Mai 2012 geäußert. Wo liegen dort die Defizite und welche politischen<br />

Maßnahmen vermissen Sie, um eine Neue Mobilität auf Basis<br />

Erneuerbarer Energien nachhaltig zu etablieren?<br />

Elektromobilität kann unter bestimmten Umständen einen Beitrag zur<br />

umweltverträglichen Fortbewegung der Zukunft leisten. Dafür müssen<br />

allerdings die Weichen auch in der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />

(NPE) richtig gestellt werden. Aus Sicht des NABU mangelt es bei der<br />

NPE bisher zum einen an der plattforminternen Abstimmung, zum anderen<br />

an einer gegenüber der Öffentlichkeit transparenten Arbeitsweise.<br />

Zudem sollte die intelligente Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel<br />

stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn erst wenn eFahrrad und eAuto<br />

bis hin zu elektrisch betriebenen Bussen und Bahnen miteinander vernetzt<br />

sind, können eFahrzeuge ihre Stärken voll ausspielen.<br />

Parallel dazu muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig vorangehen<br />

und für einen immer »grüneren« Antrieb der Fahrzeuge sorgen. Damit<br />

eFahrzeuge flexibel auf den jeweiligen Zustand des Stromnetzes reagieren<br />

können, sollte eine netzfreundliche Ladetechnik gefördert werden.<br />

Werden diese Punkte berücksichtigt, kann eMobilität in einem zunehmend<br />

von Wind- und Solarenergie dominierten Energiesystem einen<br />

Beitrag zur Netzstabilität leisten. Diesen Zusammenhang hat die NPE<br />

in der Vergangenheit vernachlässigt und Fahrzeuge und Infrastruktur<br />

weitgehend getrennt voneinander diskutiert.<br />

Elektromobilität ist mehr als ein alternativer Pkw-Antrieb, wie wir ihn<br />

heute kennen. Um die Reichweite der eFahrzeuge deutlich zu erhöhen,<br />

müssen allerdings die Stromspeicher deutlich billiger und kompakter<br />

werden. Ansonsten wird das eAuto ein nettes Zweit- oder Drittfahrzeug<br />

werden, jedoch keinesfalls das Erstfahrzeug ersetzen. Um einen<br />

wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, muss das eAuto also<br />

nicht nur innerstädtisch oder auf kürzeren Strecken funktionieren, sondern<br />

auch weitere Strecken abdecken können. Sollten solche Quantensprünge<br />

in der Batterietechnik ferne Zukunftsmusik bleiben, muss das<br />

eAuto eben anders gedacht werden: Wesentlich leichter und kleiner,<br />

um mit deutlich weniger Batterieleistung eine akzeptable Reichweite<br />

zu erzielen. Ob die Autoindustrie in der Lage ist, diesen Prozess zu<br />

durchlaufen, ist zumindest fraglich.<br />

Der BSM hat im vergangenen Jahr bereits sein 23-jähriges Bestehen<br />

gefeiert. Was haben Sie gemeinsam mit Ihren Mitgliedern in dieser<br />

Zeit erreicht und welche Aktivitäten sind für die Zukunft geplant, um<br />

dazu beizutragen, Elektromobilität auf die Straße zu bringen?<br />

Eine zukunftsfähige und postfossile Mobilität kann nur auf solarer<br />

Basis geschaffen werden - ihre Kennzeichen sind geringer Energieverbrauch,<br />

keine Schadstoffe, keine Lärmbelästigung und der Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien. Der BSM entwickelt hierzu Strategien, die in<br />

Fachforen diskutiert und mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft<br />

konkretisiert werden. Besonders über die Vertretung in der AG<br />

»Netzintegration« der NPE nimmt der Verband Einfluss auf politische<br />

Entscheidungen.<br />

In zwei Schaufensterprojekten des Bundes ist der BSM beteiligt. In<br />

Berlin erarbeitet er ein Curriculum für die Fahrschul-Ausbildung mit<br />

und bei einem niedersächsischen Projekt unterstützt er die Entwicklung<br />

netzfreundlicher Ladetechnik. Hierzu hat der BSM gemeinsam mit<br />

anderen Verbänden das Konzept »I.D.E.E.« entwickelt und in den NPE-<br />

Prozess eingebracht, mit dem intelligente Ladesysteme gefördert und<br />

Anforderungen von Nutzer, Batterie und Netz berücksichtigt werden.<br />

Weiterhin sollte eine einheitliche »Zero-Emission«-Plakette Fahrzeuge<br />

verbindlich kennzeichnen, die per Nachweis über eine eigene Schadstoffgruppe<br />

in die »Feinstaubplaketten« - Verordnung aufgenommen<br />

werden. So lassen sich auch Nutzervorteile wie »kostenfrei parken«<br />

umsetzen. In Parkhäusern, Tiefgaragen und auf Großparkplätzen können<br />

verbindlich und einheitlich gekennzeichnete und reservierte Parkplätze<br />

mit eigener Ladeinfrastruktur installiert werden.<br />

Der Aufbau von Stromtankstellen sollte als Netzausbau im Energiewirtschaftsgesetz<br />

(EnWG) verankert werden, auch um abgestimmte<br />

kommunale Bedarfsplanung zu sichern. Außerdem müsste eine individuelle<br />

CO 2 -Kfz-Steuer diejenigen Autobesitzer begünstigen, die z.B.<br />

nachweislich mit zertifiziertem Ökostrom fahren. Mit diesen Maßnahmen<br />

besteht eine Chance auf nachhaltige Mobilität.<br />

Die Mitglieder des BSM beweisen seit etlichen Jahren und jeden Tag<br />

in ganz Deutschland, dass Elektromobilität praktikabel ist und Spaß<br />

macht. Sie fahren also mit gutem Beispiel voran.<br />

Präsident<br />

Thomic Ruschmeyer<br />

Gründungsjahr<br />

1989<br />

Schwerpunkt<br />

Nachhaltige, solare Mobilität ohne Öl in<br />

allen Verkehrsarten<br />

Engagement<br />

Der BSM setzt sich seit 1989 für nachhaltige,<br />

umweltverträgliche Verkehrssysteme<br />

und die Nutzung Erneuerbarer<br />

Energien ein. Seine Mitglieder sind mehrheitlich<br />

eMobilisten. Diesen immensen<br />

Pool an Erfahrungen und Fachwissen<br />

bringt der BSM in ein umfangreiches<br />

Netzwerk aus Umwelt- und Fachverbänden<br />

ein. So konnte der BSM wichtige Impulse<br />

nicht nur für die eMobilität setzen.<br />

Mit dem Hauptstadtbüro im CEE Center<br />

Erneuerbare Elektromobilität und als<br />

deutscher Vertreter im europäischen<br />

eMobilitätsverband AVERE agiert der<br />

BSM auf nationaler und internationaler<br />

Ebene.<br />

Ansprechpartner im CEE<br />

Matthias Breust<br />

www.bsm-ev.de<br />

60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61


Who is Who der Elektromobilität - BEE<br />

Who is Who der Elektromobilität - INNOZ<br />

BEE<br />

INNOZ<br />

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.<br />

Innovationszentrum für Mobilität und<br />

gesellschaftlichen Wandel<br />

Präsident Dietmar Schütz<br />

Gründungsjahr 1991<br />

Schwerpunkt<br />

Der BEE ist der Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche.<br />

Seine Aufgabe<br />

ist die politische Interessenvertretung.<br />

Langfristiges Ziel ist es, die Energieversorgung<br />

in Deutschland vollständig auf<br />

Erneuerbare Energien umzustellen. Deshalb<br />

setzt der BEE sich auf allen politischen<br />

Ebenen für bessere Rahmenbedingungen<br />

für die Erneuerbaren im Strom-,<br />

Wärme- und Verkehrssektor ein. Er organisiert<br />

Beratungen mit Politik, Behörden,<br />

Instituten und Verbänden, beauftragt Gutachten<br />

und erarbeitet Stellungnahmen zu<br />

Gesetzgebungsvorhaben.<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Erneuerbare Energien und eMobilität<br />

sind natürliche Partner. Daher setzt sich<br />

der BEE auf politischer Ebene sowie in<br />

wissenschaftlich-technischen Gremien<br />

und auf Veranstaltungen für das Fortkommen<br />

von Elektrofahrzeugen sowie<br />

der notwendigen Infrastruktur ein. Der<br />

Verband wirkt u.a. in der NPE mit.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Daniel Kluge, Referent für Medien und<br />

Politik beim BEE<br />

www.bee-ev.de<br />

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche ist der BEE einer<br />

der wichtigsten Akteure in diesem Umfeld. Welchen Beitrag leisten<br />

Ihre Mitglieder für die Elektromobilität und was kann umgekehrt die<br />

Elektromobilität zur Energiewende beisteuern?<br />

Das Thema Elektromobilität ist zunehmend ein Querschnittsthema in der<br />

Mitgliedschaft des BEE. Während sich Verbände wie der Bundesverband<br />

Solare Mobilität (bsm) ganz konkret der Einführung von Elektrofahrzeugen<br />

widmen, nehmen Verbände wie der Bundesverband Solarwirtschaft<br />

oder der Bundesverband WindEnergie die Verknüpfung regenerativer<br />

Stromerzeugung mit der Nutzung in Elektrofahrzeugen in den Blick.<br />

So wie der Ausbau Erneuerbarer Energien eine neue mittelständisch<br />

geprägte Branche auf die Energiemärkte gebracht hat, wird der Ausbau<br />

Erneuerbarer Elektromobilität verfestigte Strukturen im Mobilitäts- und<br />

Automobilsektor beleben. Der Mittelstand des Erneuerbaren-Sektors<br />

kann so die Markteinführung von Elektrofahrzeugen beschleunigen.<br />

Daran hat die Branche der Erneuerbaren ein originäres Interesse. Denn<br />

je mehr Elektrofahrzeuge am Netz sind, desto größer wird ihr Beitrag zu<br />

einer besseren Netzintegration Erneuerbarer Energien.<br />

Übersteigt das regenerative Stromangebot die aktuelle Stromnachfrage,<br />

können die Batterien von Elektrofahrzeugen dieses zeitweilige Überangebot<br />

aufnehmen. Die Bundesregierung will eine Million Elektrofahrzeuge<br />

bis zum Jahre 2020 auf der Straße sehen. Allein diese könnten<br />

eine kumulierte Speicherleistung von mehr als <strong>10</strong>.000 MW ans Netz<br />

bringen. Um die Stabilität der Stromversorgung nicht zu gefährden und<br />

überhöhte Ausbaukosten für die Infrastruktur zu vermeiden, sollten<br />

Elektrofahrzeuge unbedingt mit intelligenter Ladetechnik ausgestattet<br />

werden. Nur dann können sie auf den Zustand der Verteilnetze und die<br />

fluktuierende Einspeisung aus Solar- und Windkraftwerken reagieren.<br />

Die Weiterentwicklung und Markteinführung geeigneter Elektrofahrzeuge<br />

muss insbesondere wegen derzeit noch hoher Batteriekosten<br />

vorerst gefördert werden. Dafür sind unterschiedliche Ansätze denkbar.<br />

Aus Sicht der Branche sollte ein gezieltes Marktanreizprogramm<br />

der Bundesregierung diskutiert werden, das eine Differenzierung nach<br />

Batterie- und Fahrzeuggröße bzw. nach der Energieeffizienz des Fahrzeugs<br />

ermöglicht. So könnten Mitnahmeeffekte ebenso wie zu geringe<br />

Förderanreize verhindert werden.<br />

Die Abkürzung InnoZ steht für »Innovationszentrum für Mobilität und<br />

gesellschaftlichen Wandel«. Bitte erläutern Sie uns kurz den Zusammenhang<br />

zwischen gesellschaftlichem Wandel und dessen Auswirkungen<br />

auf das individuelle Mobilitätsverhalten. Welche Rolle spielt<br />

Elektromobilität Ihrer Meinung nach für die Mobilität der Zukunft und<br />

welchen Beitrag leistet das InnoZ, um das Thema Elektromobilität in<br />

der Gesellschaft zu etablieren?<br />

Mobilität ist ein Kernthema bei der Ermöglichung offener und demokratischer<br />

Gesellschaften unter Sicherung der natürlichen Ressourcen. Die<br />

Differenzierung und Pluralisierung der Lebensweisen manifestieren sich<br />

dabei in einem hohen Bedarf an Selbstbeweglichkeit sowie individueller<br />

Raum- und Zeitkoordination des Nutzers. Gleichzeitig zwingt die Umweltund<br />

Ressourcenlage dazu, über neue Lösungen in den Bereichen Mobilitätsverhalten<br />

und Energieverteilung nachzudenken. Dem Individualverkehr<br />

auf Grundlage fossiler Energien sind jedoch ökologisch und politisch<br />

immer engere Grenzen gesetzt. Dies gilt in besonderem Maße für die<br />

hochverdichteten Metropolregionen der Welt, wobei durch nachholende<br />

Motorisierung zum Teil große Engpässe zu bewältigen sind. In dem Spannungsverhältnis<br />

zwischen Ressourcensicherung und Bewegungsbedürfnis<br />

werden Städte gleichsam zu »Laboren« postfossiler Energienutzung<br />

und alternativer Verkehrssysteme. Durch die effiziente Verknüpfung vorhandener<br />

Verkehrssysteme und kollektiver Anwendungen sind Angebote<br />

zu entwickeln, die Mobilität nachhaltig und nutzerfreundlich sicherstellen.<br />

Elektromobilität ist dabei nicht nur eine technische Antriebsalternative,<br />

sondern führt als Teil von Bike- und Carsharing in Verbindung mit dem<br />

öffentlichen Verkehr zu neuen Anwendungsformen. Durch den Einsatz in<br />

entleihbaren Fahrzeugflotten, ergänzt durch eine Energieinfrastruktur im<br />

öffentlichen Raum und Smartphone-basierte Auskunftssysteme entstehen<br />

neue, nachhaltige Geschäftsmodelle.<br />

Das InnoZ entwickelt und erprobt gemeinsam mit seinen Partnern die<br />

Komponenten, die für eine solche dreifache Vernetzung zwischen Verkehr,<br />

Energie und Telekommunikation notwendig sind. Hierzu zählen u.a. die<br />

Befragung der Carsharing-Nutzer mit Elektroautos als Teil multimodaler<br />

Angebote, die Erhöhung der Gebrauchstauglichkeit von Smartphone-Anwendungen<br />

und der Aufbau eines intelligenten Energienetzes zum Lastmanagement<br />

mit Elektroautos. Diese Komponenten testen und präsentieren<br />

wir mit Partnern in der Plattform elektroMobilität in Berlin-Schöneberg.<br />

Geschäftsführer<br />

Prof. Dr. Andreas Knie<br />

Dr. Jürgen Peters<br />

Gründungsjahr<br />

2006<br />

Schwerpunkt<br />

Angewandte Forschung und Erprobung<br />

im Hinblick auf mobilitätsrelevante<br />

Handlungsfelder<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Das InnoZ sieht eMobilität als Katalysator<br />

für innovative inter- und multimodale<br />

Mobilitätskonzepte und -dienstleistungen.<br />

Diese werden unter Realbedingungen<br />

getestet. Dabei zeigt sich, dass<br />

eFahrzeuge aufgrund von vergleichsweise<br />

kurzen Reichweiten und höheren Kosten<br />

in neuen, systemischen Nutzungskonzepten<br />

erfolgversprechend sind. Zur<br />

Hinterlegung der eMobilität mit passenden<br />

Verwendungsformen entwickelt<br />

das InnoZ nutzerorientierte Lösungen.<br />

Das Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger<br />

Anwendungsfelder für vernetzte Mobilitäts-<br />

und Energiedienstleistungen.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Dr. Frank Wolter<br />

www.innoz.de<br />

62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63


Who is Who der Elektromobilität - VDIK<br />

Who is Who der Elektromobilität - ZIV<br />

VDIK<br />

ZIV<br />

Verband der Internationalen<br />

Kraftfahrzeughersteller e.V.<br />

Zweirad-Industrie-Verband<br />

Präsident<br />

Senator a.D. Volker Lange<br />

Gründungsjahr<br />

1952<br />

Schwerpunkt<br />

Die Interessenvertretung der Mitglieder<br />

gegenüber Gesetzgeber, Behörden, Institutionen,<br />

Organisationen und der Öffentlichkeit<br />

in Deutschland. Der VDIK pflegt<br />

enge Kontakte zur Politik, um in Deutschland<br />

fabrikatsübergreifende Themen der<br />

Automobilbranche sowie die Umsetzung<br />

europäischer Aktivitäten im deutschen<br />

Markt im Sinne der Verbandsmitglieder<br />

zu begleiten.<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Die internationalen Fahrzeughersteller<br />

haben die Bedeutung dieses Themas<br />

schon sehr frühzeitig erkannt und haben<br />

Hybrid- und Elektrofahrzeuge seit<br />

mehreren Jahren in der Serienproduktion.<br />

Die internationalen Fahrzeughersteller<br />

werden auch weiterhin im<br />

Bereich Elektromobilität ihren aktiven<br />

Beitrag bei der Weiterentwicklung der<br />

Elektrofahrzeuge leisten.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Dipl.-Ing. Bernd Mayer, Leiter Referat<br />

Technik/Kundendienst/Umwelt<br />

www.vdik.de<br />

Als VDIK vertreten Sie die ausländischen Automobilhersteller und haben<br />

damit einen guten Überblick über die weltweiten Entwicklungen<br />

in diesem Bereich. Wie schätzen Sie vor diesem Hintergrund die Chancen<br />

Deutschlands ein, Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität<br />

zu werden? In welchen Bereichen ist Deutschland bereits führend und<br />

wo hinkt es hinterher?<br />

Die internationalen Kraftfahrzeughersteller verkaufen bereits seit<br />

Herbst 20<strong>10</strong> serienmäßig hergestellte Elektrofahrzeuge, die sich in verschiedenen<br />

Verbrauchertests bewährt haben. Im Jahr 2012 wurden rund<br />

2.800 reine Elektro-Pkw in Deutschland zugelassen, über die Hälfte<br />

davon von den vom VDIK vertretenen internationalen Marken.<br />

Die eMobilität ist ein Thema von strategischer Bedeutung, das in Verbindung<br />

mit der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen eine<br />

mittel- bis langfristige Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellt.<br />

Die Elektrifizierung der Antriebe ist kein Selbstzweck, sondern dient<br />

vor allem dazu, die Mobilität langfristig zukunftsfähig und bezahlbar<br />

zu machen. Insbesondere mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise müssen<br />

künftig alle Antriebstechnologien dazu genutzt werden, die Abhängigkeit<br />

vom Erdöl zu reduzieren und selbstverständlich auch einen<br />

deutlichen Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele zu leisten. Die<br />

beschlossene Verlängerung der Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge<br />

von 5 auf <strong>10</strong> Jahre und die angestrebten Entlastungen bei der Dienstwagenbesteuerung<br />

sind ein erster Schritt, aber auch noch lange kein<br />

adäquater Ausgleich für die Mehrkosten. Um zumindest in der Anlaufphase<br />

die vorwiegend durch die verwendeten Batterien verursachten<br />

Mehrkosten zu kompensieren, ist ein Marktanreizprogramm unabdingbar,<br />

das mit Förderbeträgen oder vergleichbaren Maßnahmen in<br />

der Größenordnung von 5.000 bis <strong>10</strong>.000 Euro pro Elektrofahrzeug gewährleistet,<br />

dass diese Fahrzeuge für die Kunden bezahlbar sind.<br />

Ohne eine solche Anschubförderung wird das ambitionierte Vorhaben<br />

der Bundesregierung keinen Erfolg haben. Europäische Länder, in denen<br />

die Regierungen frühzeitig individuelle Förderungen eingeführt haben,<br />

sind Deutschland bei der Zulassungsquote von Elektrofahrzeugen weit<br />

voraus und bauen ihre Märkte stetig aus. Durch die aktive Beteiligung<br />

in den Modellregionen zur Elektromobilität haben die VDIK-Mitgliedsfirmen<br />

ihr Know-how und ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet eingebracht.<br />

Der Markt für elektrifizierte Zweiräder boomt. Besonders Pedelecs erfreuen<br />

sich wachsender Beliebtheit. Welche Rolle werden elektrische<br />

Zweiräder Ihrer Meinung nach zukünftig im Individualverkehr einnehmen?<br />

Wie bewerten Sie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen<br />

und wo besteht noch Handlungsbedarf?<br />

Mobilität ist einer der Schlüsselfaktoren unserer heutigen und zukünftigen<br />

Gesellschaft. Egal ob zur Arbeit, in die Schule oder in der Freizeit:<br />

Wer von Mobilität ausgeschlossen ist, ist auch sozial ausgeschlossen.<br />

Sicher ist, Erdöl ist endlich. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis eine<br />

Mobilität, die allein auf Erdöl basiert, nicht mehr bezahlbar ist. Verschärft<br />

wird diese Tatsache durch die steigende Nachfrage in Ländern<br />

wie China und Indien.<br />

Vor diesem Hintergrund brauchen wir schnellstmöglich Mobilitätsformen<br />

die klimaverträglich, erschwinglich, leicht verfügbar, flexibel, individuell<br />

und umweltfreundlich sind. Punkte, die Fahrräder problemlos<br />

erfüllen. Auf Kurzstrecken bis zu 6 Kilometern, die den Großteil der<br />

alltäglichen Mobilität ausmachen, sind das Fahrrad und das eBike<br />

unschlagbar. Und noch ein weiterer Faktor kommt hinzu: Fahren mit<br />

dem Fahrrad und dem eBike fördert die Gesundheit. Zugegeben, bei<br />

schlechtem Wetter kommen auch die Zweiräder an ihre Grenzen. Hier<br />

kommt Intermodalität - die Kombination verschiedener Verkehrsmittel<br />

- ins Spiel, um schnell, flexibel, individuell und preisgünstig von A nach B<br />

zu kommen, gerade in urbanen Räumen.<br />

Die Chancen für das Fahrrad und das eBike als »Teil der Mobilität von<br />

morgen« könnten besser nicht sein. Innerhalb der Bevölkerung findet ein<br />

Wandel in puncto Mobilität statt. Bestes Beispiel hierfür: Immer weniger<br />

junge Menschen machen einen Führerschein bzw. die Zahl der jährlich<br />

neu zugelassenen Autos sinkt. Anderswo ist Elektromobilität noch Zukunftsmusik<br />

- in der deutschen Fahrradindustrie hingegen wird Elektromobilität<br />

bereits täglich gelebt. Seit April 2012 fahren über 1 Million<br />

Elektrofahrräder auf deutschen Straßen, und das mit ausgereifter<br />

Technik und in Serie - Tendenz steigend!<br />

Das hat auch die Bundesregierung erkannt. Im Dezember 2012 hat sie<br />

Fahrräder und Dienstwagen steuerlich gleichgestellt. Die rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen im Bereich der Elektromobilität müssen hinsichtlich<br />

der neuesten Entwicklungen kontinuierlich angepasst werden. Der<br />

Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) ist diesbezüglich in alle relevanten<br />

Entscheidungsprozesse eingebunden.<br />

Geschäftsführer<br />

Siegfried Neuberger<br />

Gründungsjahr<br />

2000<br />

Schwerpunkt<br />

Als nationale Interessenvertretung und<br />

Dienstleister für die deutsche und internationale<br />

Fahrradindustrie fördert und<br />

pflegt der ZIV den Austausch wirtschaftlicher,<br />

rechtlicher und technischer Informationen<br />

zwischen den Mitgliedern.<br />

Nach außen vertritt der ZIV seine Mitglieder<br />

gegenüber Gesetzgeber, Regierung,<br />

Behörden, Medien, Institutionen<br />

und Organisationen.<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Als einzige Branche verfügt die deutsche<br />

Fahrradindustrie aktuell über eine ausgereifte,<br />

am Markt erhältliche Elektromobilität<br />

in Form von eBikes.<br />

Der ZIV berät daher federführend seine<br />

Mitgliedsunternehmen in vielerlei Gesichtspunkten<br />

rund um das Thema<br />

»eBike«, egal ob im technischen oder<br />

rechtlichen Bereich.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Siegfried Neuberger<br />

Geschäftsführer des ZIV<br />

www.ziv-zweirad.de<br />

64 Neue Mobilität Neue Mobilität 65


Who is Who der Elektromobilität - ACE Auto Club Europa e.V.<br />

1. Vorsitzender Wolfgang Rose<br />

stellv. Vorsitzender Erwin Braun<br />

Gründungsjahr 1965<br />

Schwerpunkt<br />

Der ACE ist Dienstleister für seine Mitglieder<br />

und ihre Familien. Damit haben<br />

über 1,2 Mio. Menschen Anspruch auf<br />

die Dienstleistungen des Clubs.<br />

Der ACE hilft, Mobilität umfassend zu<br />

sichern und zu fördern.<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Der ACE hilft seinen Mitgliedern zielgerichtet,<br />

kundenorientiert und wirtschaftlich<br />

rund um die persönliche Mobilität, dazu<br />

gehört auch sich für neue Mobilitätskonzepte<br />

zu engagieren, die den Mitgliedern<br />

Nutzen bringen werden. Darüber hinaus<br />

ist der Einsatz für eine zukunftsorientierte<br />

Verkehrspolitik, die sich am Prinzip der<br />

Nachhaltigkeit orientiert, auch Satzungsziel<br />

des ACE. Im Bereich der eMobilität<br />

möchte der ACE sein großes Netzwerk<br />

in Industrie, Verbände und Verwaltungen<br />

nutzen, um im Sinne der Menschen<br />

schnell pragmatische Lösungen umzusetzen,<br />

dabei gilt es Interessen von Kommunen<br />

und Endkunden einzubeziehen.<br />

Ansprechpartner eMobilität<br />

Matthias Knobloch,<br />

Abteilungsleiter Verkehrspolitik<br />

www.ace-online.de<br />

ACE<br />

ACE Auto Club Europa e.V.<br />

Der ACE ist als erster Automobilclub Mitglied im BEM geworden. Inwieweit<br />

engagieren Sie sich darüber hinaus für eine emissionsarme<br />

Mobilität und was bedeutet der Systemwechsel hin zu einer nachhaltigen<br />

Neuen Mobilität für Ihre Mitglieder?<br />

Die Elektromobilität steht bei den klassischen Autoclubmitgliedern<br />

noch selten im Zentrum ihrer Mobilität. Trotzdem stellt sie uns als Autoclub<br />

natürlich vor Herausforderungen. Zum einen müssen wir uns mit<br />

der neuen Technik beschäftigen, um Mitgliedern auch bei einem neuen<br />

Antrieb den gewohnten guten Service bieten zu können. Zum anderen<br />

- und dies ist in der nächsten Zeit vielleicht dringender - sieht der<br />

ACE in der eMobilität einen Baustein für ein nachhaltiges Mobilitätssystem,<br />

das starker Unterstützer bedarf.<br />

Die eMobilität ist in den letzten Jahren weit vorangekommen, aber wie<br />

bei vielen Hypes wurden Erwartungen geweckt, die nicht so schnell<br />

oder vielleicht auch gar nicht zu erfüllen sind. Wichtig ist uns, die Menschen<br />

auf dem Weg in die Elektromobilität mitzunehmen, dazu gehören<br />

realistische Informationen und ein Ansatz, der auch den Menschen in<br />

Mietshäusern ohne eigene Garage zeigt, welche alltäglichen Vorteile<br />

Elektromobilität bieten kann.<br />

Darüber hinaus wäre es deutlich zu kurz gedacht, lediglich den Verbrennungsmotor<br />

durch einen Elektromotor zu ersetzen. Wir sehen das<br />

Potenzial der eMobilität besonders in vernetzten Systemen: Pedelecs,<br />

der ÖPNV und das eAuto als emissionsarmes Stadtverkehrsfahrzeug<br />

wirken zusammen und sind nicht nur Bausteine eines Mobilitätssystems,<br />

sondern auch eines regenerativ orientierten Energiesystems.<br />

Gerade in diesem Systemansatz sehen wir als gewerkschaftsnaher Club<br />

auch große Exportchancen für die deutsche Mobilitätsindustrie. Dabei<br />

geht es nicht darum, den Verzicht zu predigen. Auch die eMobilität<br />

bietet Fahrspaß und Raum für die exzellente Autotechnik »Made in Germany«.<br />

Aber sie bietet darüber hinaus Mobilitätslösungen für die großen<br />

Metropolregionen der Welt ohne Lärm und lokale Schadstoffe. Der<br />

Bundesverband eMobilität ist für uns ein Verband, der sich vielseitig<br />

mit allen Aspekten der Elektromobilität beschäftigt. Deswegen sind wir<br />

als erster Autoclub gerne Mitglied beim BEM geworden und freuen uns<br />

auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Verband aber auch direkt mit<br />

den vielen Mitgliedern.<br />

STATUS<br />

QUO<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Herausforderungen und Chancen der Neuen Mobilität.<br />

66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67


Parlamentarischer Beirat<br />

Parlamentarischer Beirat<br />

Der Parlamentarische Beirat<br />

Die neuen Mitglieder stellen sich vor<br />

Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv. »Um mit den<br />

politischen Entscheidungsträgern sowie den Parteien unmittelbar in Kontakt zu treten und einen geregelten Gedankenund<br />

Ideenaustausch zu organisieren, haben wir aus dem Kreis der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien einen<br />

Parlamentarischen Beirat zusammen gestellt, der uns wesentlich bei unserer politischen Arbeit unterstützt. In den halbjährlich<br />

stattfindenden Sitzungen des Parlamentarischen Beirats erörtern wir gemeinsam mit den beteiligten Akteuren<br />

die politische Agenda und diskutieren politische Initiativen«, so BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann. Zu den Aufgaben<br />

des Parlamentarischen Beirats zählen: Der Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten zu den im Deutschen<br />

Bundestag vertretenen Parteien, die Unterstützung des BEM durch im politischen Betrieb erfahrene Persönlichkeiten,<br />

sowie die Erhöhung des Wissenstransfers zwischen Industrie und Politik im Bereich Elektromobilität. »Ich<br />

freue mich sehr, dass wir in den letzten Monaten drei neue aktive Beiräte in unseren Reihen begrüßen dürfen und heiße<br />

Dr.-Ing. Valerie Wilms, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB; Ulrike Müller, FREIE WÄHLER, MdL und Christian Ude, SPD, Oberbürgermeister<br />

der Stadt München und Präsident des Deutschen Städtetages, herzlich willkommen«, so Hofmann.<br />

Dr. Valerie Wilms<br />

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB<br />

Ulrike Müller<br />

FREIE WÄHLER, MdL<br />

Christian Ude<br />

SPD<br />

Dr. Valerie Wilms, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB<br />

»Schon 1900 präsentierte Ferdinand Porsche auf der Weltausstellung<br />

seinen elektrischen Lohner-Porsche. In den<br />

1990ern gab es großangelegte Tests auf Rügen mit reinem<br />

Elektroantrieb und 1996 lieferte General Motors tausend<br />

EV1-Elektrofahrzeuge aus. Alle diese Projekte liefen ins Leere:<br />

Der Test auf Rügen wurde folgenlos beendet, alle EV1 verschrottet.<br />

Und jetzt soll mit einem Mal alles anders sein?<br />

Ja und nein. Ja, wenn wir mit Elektroautos eine Neue Mobilität<br />

begründen und konsequent auf Erneuerbare Energien<br />

setzen. Nein, wenn wir Elektromobilität nur als Austausch<br />

des Antriebs sehen. Wer diese Idee verfolgt, wird scheitern.<br />

Ulrike Müller, FREIE WÄHLER, MdL<br />

»Die wachsende Weltbevölkerung stellt unsere Gesellschaft<br />

vor große Herausforderungen. Ernährungs- und Energieversorgung<br />

sind weltweite Themen, die in einem Hochtechnologiestandort<br />

wie Deutschland mit Nachdruck vorangetrieben<br />

werden müssen.<br />

Dabei spielt auch die Frage der Mobilität der Zukunft eine<br />

Schlüsselrolle. Hier müssen wir eine Vorreiterrolle übernehmen,<br />

um neue Antriebsarten marktfähig zu etablieren.<br />

Verknüpft mit der drängenden Frage nach Speichermöglichkeiten<br />

für regenerativ erzeugte Energie entsteht hier ein<br />

zukunftsträchtiges Betätigungsfeld für die Forschung und<br />

innovative Unternehmen.<br />

Christian Ude, SPD, Oberbürgermeister der Stadt München<br />

und Präsident des Deutschen Städtetages<br />

»Als Präsident des Deutschen Städtetages werde ich für eine<br />

nachhaltige, leise und schadstoffarme Mobilität in unseren<br />

Städten eintreten, die für alle bezahlbar bleibt. In diesem Zusammenhang<br />

verspricht die breitenwirksame Einführung von<br />

Elektrofahrzeugen entscheidende Anreize für den erforderlichen<br />

Wandel der Antriebstechnologie, für die Marktdurchdringung<br />

des eAutos und für die Organisation eines nachhaltigen<br />

»postfossilen« Verkehrs der Zukunft. Mit Tram, S- und<br />

U-Bahnen sind bereits heute Fahrzeuge mit Elektroantrieb<br />

in den Städten im Einsatz und stehen als klimaneutrale<br />

Alternative zum Verbrennungsmotor zur Verfügung. Auch das<br />

Elektrofahrrad hat seinen Siegeszug bereits begonnen und<br />

wird in Städten mit Höhenunterschieden viel mehr Menschen<br />

für das Radfahren begeistern und ihre Fahrzeiten verkürzen.<br />

Im Parlamentarischen Beirat des Bundesverbands<br />

eMobilität e.V. trete ich daher dafür ein, dass die Städte die<br />

Entwicklung einer neuen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie<br />

aktiv begleiten, neue Konzepte für die städtische Logistik<br />

erstellen und planerisch Vorsorge treffen, die notwendige<br />

Ladeinfrastruktur im Verkehrsraum sicherzustellen. Zudem<br />

werde ich dafür werben, dass die Städte durch Instrumente<br />

und gezielte Förderung des Bundes und der Länder in die<br />

Lage versetzt werden, diese Aufgaben zu erfüllen.«<br />

Elektromobilität muss der Einstieg in eine neue Form flexibler<br />

Mobilität sein, bei der sich die Stärken der verschiedenen<br />

Verkehrsträger sinnvoll ergänzen. Soll sich Elektromobilität<br />

durchsetzen und ein echter Beitrag zum Klimaschutz sein,<br />

brauchen wir viele unterschiedliche und vor allem gut abgestimmte<br />

Maßnahmen für ein intermodales Mobilitätssystem.<br />

Dafür will ich mich im Bundestag und im Parlamentarischen<br />

Beirat des BEM einsetzen.«<br />

Mit meinem politischen Handeln möchte ich gerne dazu<br />

beitragen, die Rahmenbedingungen in unserem Land so zu<br />

gestalten, dass der Ideenreichtum und die Entwicklungsarbeit<br />

unserer hochqualifizierten Ingenieure im Bereich der<br />

Neuen Mobilität auch am Markt zum Erfolg geführt werden<br />

kann. Alle politischen Ebenen, besonders auch die Kommunen,<br />

können hier zum beiderseitigen Vorteil Zukunft positiv<br />

gestalten.«<br />

Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität - der Parlamentarische BEM-Beirat<br />

Bundesverkehrsminister<br />

a.D.<br />

Wolfgang Tiefensee<br />

SPD<br />

Markus Rinderspacher<br />

SPD<br />

Dr. Reinhard Brandl<br />

CSU<br />

Werner Simmling<br />

FDP<br />

Volker Ratzmann<br />

Bündnis 90/<br />

Die Grünen<br />

Andreas Jung<br />

CDU<br />

68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69


Köpfe der Branche<br />

Köpfe der Branche<br />

Köpfe der Branche<br />

Auf ein Wort mit den relevanten Akteuren im Bereich der Neuen Mobilität<br />

Karsten Knechtel<br />

Process Management<br />

Consulting GmbH<br />

Thomas Teschner<br />

Ingenieurbüro TT-Emobility<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

Esch Projekt<br />

Systementwicklung<br />

Volker Blandow<br />

TÜV SÜD<br />

Thomas Raffeiner<br />

The Mobility House<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

TU Dortmund<br />

BEM-Beirat<br />

Karsten Knechtel,<br />

Geschäftsführer, Process Management Consulting GmbH<br />

»Die Markthochlaufphase der Elektromobilität hat begonnen.<br />

Entscheidende Erfolgsfaktoren werden, neben der ausgereiften<br />

Technologie und nutzerfreundlichen Anwendungen, die<br />

Erfüllung der Kundenbedürfnisse und -erwartungen sein.<br />

Durch das gemeinsame Engagement des BEM und seiner<br />

Mitgliedsunternehmen auf Messen, Veranstaltungen und<br />

Workshops sowie den daraus entstandenen Kooperationen,<br />

legen wir einen wichtigen Grundstein für den Erfolg<br />

der Elektromobilität in Deutschland.<br />

Als Unternehmensberatung und erfahrene rechte Hand u.a.<br />

im Geschäftsbereich der Elektromobilität, setzen wir gemeinsam<br />

mit unseren Kunden seit dem Jahr 1997 nachhaltig<br />

die Herausforderungen des Marktes von der Planung bis hin<br />

zu Markteinführung um.«<br />

www.process-consulting.de<br />

Thomas Teschner, Inhaber Ingenieurbüro TT-Emobility<br />

»Die Elektromobilität bietet kleineren Unternehmen vielfältige<br />

Möglichkeiten für innovative Entwicklungen. Gerade<br />

diese haben aber oft Schwierigkeiten, die geforderten rechtlichen<br />

und technischen Bestimmungen zu kennen und umzusetzen.<br />

Für den Erfolg maßgeblich ist jedoch eine genaue<br />

Kenntnis des Gesamtumfeldes. TT-Emobility setzt bei der Projektleitung<br />

daher den Fokus auf »angewandtes« Qualitäts-<br />

management. Die Berücksichtigung der Notwendigkeiten vor<br />

dem Hintergrund des Möglichen.<br />

Der BEM bietet Unternehmen und Verbrauchern neben einer<br />

professionellen Plattform unabhängige Informationen<br />

für eine fundierte Meinungsbildung.«<br />

www.tt-emobility.de<br />

Hans-Jürgen Esch,<br />

Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung<br />

»Elektromobilität gilt als die Zukunft der Mobilität. Im Sinne<br />

einer besseren Zukunft ist der Elektroumbau üblicher Autos<br />

unsinnig - es bedarf vielmehr nutzungsangepasster Fahrzeuge,<br />

die wir mit Strom aus regenerativen Quellen betreiben.<br />

Diese neue Generation elektrischer Fahrzeuge kann und<br />

muss ressourcensparender, leichter, effizienter und kompakter<br />

werden. Neue Fahrzeuge müssen eingebunden werden<br />

in einfach zu nutzende, multimodale Verkehrskonzepte.<br />

Individuelle Mobilität belastet so die Städte weniger, bleibt<br />

bezahlbar und darf wieder Freude bereiten.<br />

Als Erfinder und Konstrukteur ist mein Beitrag das Cityfahrzeug<br />

EQ: ultraleicht, allwettertauglich, mit Batteriekoffer<br />

und eingebauter Reservereichweite. Der EQ ist Bestandteil<br />

des internationalen Schaufensters Berlin/Brandenburg und<br />

dank der verschiedenen BEM-Medien im Print- und Online-<br />

Bereich bereits über die Berliner Grenzen hinaus bekannt.«<br />

www.esch-projekt.de<br />

Volker Blandow, Leiter Elektromobilität, TÜV SÜD<br />

»Weltweit Begeisterung für die Elektromobilität zu wecken,<br />

das ist mein Job. In China sieht das ganz anders aus als hier.<br />

Dort steht der Klimaschutz nicht an erster Stelle, hier geht es<br />

um Wettbewerbsfähigkeit bei Zukunftstechnologien und um<br />

lokale Emissionen. In Europa sind der Klimaschutz und die<br />

Emissionsvorschriften wesentliche Treiber. In den USA ist es<br />

das Streben, die Importabhängigkeit von Energie zu reduzieren.<br />

Was immer der Motivationsfaktor ist, die Elektromobilität<br />

ist und bleibt ein wichtiger Baustein zur Lösung all dieser<br />

Herausforderungen.<br />

Am Ende geht es darum, individuelle Mobilität auf der Basis<br />

Erneuerbarer Energien zu ermöglichen. Der elektrische<br />

Fahrzeugantrieb - mit Batterie oder Brennstoffzelle - ist die<br />

Zukunft! Wir bei TÜV SÜD unterstützen mit unserer Expertise<br />

in Technologie- und Sicherheitsfragen und sorgen damit für<br />

Akzeptanz und Mehrwert.«<br />

www.tuev-sued.de<br />

Thomas Raffeiner, Gründer von The Mobility House<br />

»In einer Zeit, in der sich neue Technologien im Auto- und<br />

Energiesektor durchsetzen und Umbrüche etablierter Industrien<br />

vollziehen, übernehmen wir unternehmerische Verantwortung.<br />

Mit einem engagierten Team Innovation zu fördern<br />

und den Weg in eine saubere Zukunft zu ebnen, ist für uns<br />

Inspiration, Motivation und Ziel zugleich. Als The Mobility<br />

House verankern wir Elektromobilität in einer smarten Energiewelt.<br />

Mit passenden Lösungen für sicheres, CO 2 neutrales<br />

Laden sowie Erneuerbare Energien als Kraftstoff erfährt der<br />

Kunde Elektromobilität. Die Faszination, wie sich dies schon<br />

heute im Leben der Menschen bemerkbar macht, teilen wir<br />

mit dem BEM. Wir freuen uns, diesen Markt mit ihm als aktiver<br />

Partner zu gestalten.«<br />

www.mobilityhouse.com<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg, Kompetenzzentrum für interoperable<br />

Elektromobilität, Infrastruktur und Netze, Technische Universität<br />

Dortmund, BEM-Beirat<br />

»Die Elektromobilität ist die Querschnittstechnologie des<br />

Energiesystems der Zukunft. Hier verbinden sich dezentrale<br />

Energiespeicher, flexible Lasten, intelligente Verbraucher,<br />

fluktuierende und regenerative Erzeugung über den Einsatz<br />

modernster Informations- und Kommunikationstechnologie<br />

mit dem steigenden Mobilitätsanspruch der Menschen. Als<br />

One-Stop-Shop für alle systemtechnischen Fragestellungen<br />

erforschen, entwickeln und prüfen wir am Kompetenzzentrum<br />

die Interoperabilität sämtlicher Komponenten der Elektromobilität<br />

mit der Energieversorgung der Zukunft. Wir bieten<br />

Herstellern eine Technologie- und Prüfplattform für interoperable<br />

Elektromobilität; und der BEM bietet uns eine Plattform<br />

für die Interaktion mit Politik, Wirtschaft und Medien.«<br />

www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />

70 Neue Mobilität Neue Mobilität 71


Status QUo der Elektromobilität - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />

Hat das Elektrofahrzeug<br />

eine Chance?<br />

Eine Frage, auf die drei Doktoranden der TU-München eine Antwort suchen<br />

In einem drei Jahre währenden Projekt am Institute For<br />

Advanced Study (IAS) der TU-München wurden zur Beantwortung<br />

der Frage wesentliche Grundlagen für einen ganzheitlichen<br />

Ansatz zur breitflächigen Einführung der Elektromobilität<br />

betrachtet. Mögliche Lösungen sollten hierbei an<br />

den Herausforderungen der globalen Megatrends Umweltbewusstsein,<br />

Urbanisierung und demografischer Wandel<br />

orientiert sein. Eine Präsentation des holistischen Konzepts<br />

mündet in dem Aufbau des InnoTrucks der TU München.<br />

Was ist die Ausgangssituation?<br />

Auf die Mobilität der Erdbevölkerung wird ein Wandel zukommen.<br />

Zunehmender Wohlstand und ansteigende Bevölkerungszahlen<br />

in den asiatischen Ländern, speziell China<br />

und Indien, erfordern einen Umschwung in der Verwendung<br />

der Ressourcen der Erde. Der damit verbundene Anstieg des<br />

Mobilitätsbedürfnisses würde bei beibehaltener Verhaltensweise<br />

nicht nur die notwendige Reduktion des CO 2 -Ausstoßes<br />

behindern, sondern auch die begrenzte Menge der<br />

zur Verfügung stehenden Rohstoffe weiter vermindern. Deren<br />

Verbrennung mit verhältnismäßig niedrigen Wirkungsgraden<br />

wie in einem Pkw-Verbrennungsmotor erscheint mittelfristig<br />

eher unsinnig, werden sie doch zur Veredelung in andere Materialien<br />

wie z.B. Kunststoff durch die Chemieindustrie eher<br />

benötigt.<br />

Hier steht aus wirtschaftlichen Gründen zunächst eine Frage<br />

im Vordergrund: Wie hoch ist der Absatzmarkt für Elektrofahrzeuge<br />

theoretisch anzusetzen? Hierzu ist nicht notwendigerweise<br />

erforderlich, den anwachsenden Bedarf an Mobilität<br />

in Asien zu betrachten. Ein großer Absatzmarkt von<br />

heutigen Fahrzeugkonzepten liegt in Europa - und hier natürlich<br />

auch in Deutschland - selbst.<br />

Eine einfache Überlegung: Die sehr grob betrachtete Anzahl<br />

von Fahrzeugen in Deutschland liegt bei mehr als 40 Millionen.<br />

Davon sind ca. 30% (12 Millionen) Zweitfahrzeuge. Von<br />

diesen werden 80% ausschließlich zu Fahrten stets unter 50<br />

km verwendet, also ca. 9 bis <strong>10</strong> Millionen. Würden hiervon<br />

auch nur 50% als Käufer eines Elektrofahrzeuges gewonnen,<br />

so läge der mögliche Absatzmarkt bei annähernd dem<br />

Fünffachen des für das Jahr 2020 angestrebten Bestands.<br />

Hierin sind noch nicht die Verteiler- und Flottenfahrzeuge als<br />

mögliches zusätzliches Potenzial enthalten.<br />

Dennoch scheint es für die Kunden - bis auf wenige Ausnahmen<br />

der Early Adopters - gute Gründe zu geben, diese<br />

Nachfrage nicht zu erzeugen. Hier ist zu vermuten, dass<br />

eine breite Kundschaft nur dann für einen neuen Artikel zu<br />

gewinnen ist, wenn dieser entweder günstiger als bisher<br />

vergleichbare, interessanter gestaltet oder mit erweiterter<br />

Funktionalität versehen ist. Die meisten heute angebotenen<br />

eFahrzeug-Konzepte widersprechen aber diesen Kriterien.<br />

Eine Steigerung der Nachfrage könnte also in der Befriedigung<br />

folgender Punkte liegen: Das eFahrzeug muss mindestens<br />

die gleichen Betriebskosten und bestenfalls bereits die<br />

gleichen Anschaffungskosten zu einem vergleichbaren Verbrennungsfahrzeug<br />

aufweisen. Außerdem sollte die Akquise<br />

zunächst nur an den potentiellen Kundenkreis adressiert<br />

werden, der einen täglichen Mobilitätsbedarf mit dem Pkw<br />

von unter <strong>10</strong>0km aufweist.<br />

Aber selbst wenn diese beiden Punkte erfüllt würden, bliebe<br />

immer noch eine Skepsis dem Neuen gegenüber und würde<br />

den Kauf des bereits Bewährten weiter unterstützen. Es erscheint<br />

daher erforderlich, einen weiteren Mehrwert in die<br />

Waagschale der Kaufentscheidung zu legen. Das eFahrzeug<br />

sollte im geplanten Einsatzbereich einen funktionalen Mehrwert<br />

ohne Mehrkosten gegenüber dem Verbrennungsfahrzeug<br />

aufweisen. Kurzum: Ein Hightech-Produkt mit mehr<br />

Funktionalität zum gleichen Angebotspreis.<br />

Wie können diese drei Kriterien erfüllt werden?<br />

Kriterium 1: Preisparität<br />

Auch wenn die Herstellkosten eines rein elektrischen Fahrzeugs<br />

ohne die Kosten für Batterie aufgrund seiner niedrigeren<br />

Komplexität gegenüber einem Verbrennungsfahrzeug<br />

- mit mechanisch aufwändigem Motor, seiner Vergaser oder<br />

Einspritzanlage, Kupplung, Getriebe- und Abgasnachbehandlung<br />

- in der Fertigung niedriger sein könnten, dürften<br />

diese aufgrund der zunächst deutlich kleineren Stückzahlen<br />

eher auf gleichem Niveau liegen. Hinzu kommen aktuell die<br />

Mehrkosten für die Batterie. Hier muss kurz- bis mittelfristig<br />

noch mit Preisen von ca. 300 Euro pro kWh gerechnet werden,<br />

was bei einer Batterie für ein eAuto im Zweitfahrzeug-<br />

Bereich mit einer Reichweite von annähernd 150 km zu einer<br />

Kapazität von 25 kWh und damit Mehrkosten von zusätzlich<br />

7.500 Euro führen würde. Es gilt also, ein passendes Geschäftsmodell<br />

für die Amortisation der Kosten des Energiespeichers<br />

zu finden.<br />

Dieses könnte darin bestehen, dass sich der Energiespeicher<br />

unter Berücksichtigung der Leistungsanforderung und der<br />

Alterungsprozesse an einem zusätzlichen Wertschöpfungsprozess<br />

beteiligt. Denkbar wäre hier die Verbindung mit dem<br />

notwendigen Stromnetz- und Energiespeicher-Ausbau bei<br />

fortschreitendem Energiewandel.<br />

Ein rein zentral gesteuertes Laden der Elektrofahrzeuge stellt<br />

zwar für das Energienetz einen Vorteil dar, hilft aber nur bedingt<br />

in der Refinanzierung der Batterie des Autos. Für deren<br />

Amortisierung sind zwei Möglichkeiten denkbar - beide erfordern<br />

jedoch einen bidirektionalen Anschluss der Fahrzeuge<br />

an die Ladeinfrastruktur. Bidirektional heißt in diesem Fall,<br />

dass sowohl die Batterie geladen, als auch Strom zum Zweck<br />

des Energietransfers oder zur Abdeckung von Leistungsspitzen<br />

ins Netz zurückfließen kann. Beide Möglichkeiten wären<br />

auch bedingt miteinander kombinierbar.<br />

Bei der Amortisation der Batteriekosten mittels Energietransfer<br />

wird davon ausgegangen, dass das Elektrofahrzeug<br />

auch als Energiespeicher für das Netz fungieren kann und<br />

bei Bedarf Energie an diese zurück transferiert. Hierzu wäre<br />

für die Ladeintelligenz des Fahrzeugs hilfreich, den momentan<br />

gehandelten Strompreis in Abhängigkeit von Angebot<br />

und Nachfrage möglichst zeitnah vom Netzbetreiber oder<br />

Energieerzeuger zur Verfügung gestellt zu bekommen. Mit<br />

Hilfe innovativer Ladeintelligenz ließe sich über den Gewinn<br />

aus der positiven Preisdifferenz von Einkaufs- und Verkaufspreis<br />

ein Teil der Batteriekosten refinanzieren.<br />

Selbstverständlich ist darauf zu achten, dass das Fahrzeug<br />

hierbei die Energieabgabe nur soweit zulassen darf, dass die<br />

gewünschte Reichweite des Besitzers nicht gefährdet wird.<br />

Auch darf eine zusätzliche Schädigung der Batterie durch<br />

diesen Betrieb zu keinen Mehrkosten führen, was aber in<br />

dem zugrundeliegenden Nutzungsverhalten aufgrund mittlerweile<br />

kommunizierter Zyklenfestigkeiten von 3.000 bis<br />

5.000 Lade-/Entladevorgängen nicht mehr der Fall sein wird.<br />

Die Batterie wird sich ohne diesen Energieaustausch vielmehr<br />

kalendarisch »kaputtstehen« und daher Wertschöpfung<br />

verschenken.<br />

Die zweite Variante für die Amortisation der Batteriekosten<br />

könnte der Leistungsspitzenhandel darstellen. Um eventuell<br />

auftretende Leistungsspitzen abfangen zu können, kann der<br />

Energiespeicher des Fahrzeugs mit 25kWh Kapazität und einer<br />

Transferleistung von 22kW an das Netz angeschlossen<br />

werden. Dabei kann eine Vergütung der Netzanschlusszeiten<br />

des Energiespeichers vorgenommen werden. Bei einem hypothetischen<br />

Kalkulationsansatz von <strong>10</strong>0 Euro, die als Kosten<br />

in der Vorhaltung von einem Kilowatt Regelleistung dem<br />

Energieanbieter jährlich entstehen, könnte ein mit 22kW<br />

über <strong>10</strong>0%-Dauer angeschlossenes Fahrzeug jährlich 2.200<br />

Euro erwirtschaften.<br />

Da die eigentliche Aufgabe des Fahrzeugs jedoch die Fortbewegung<br />

ist und es außerdem nicht zu jedem Stillstand ans<br />

Netz angeschlossen sein wird, erscheint eine Anschlusszeit<br />

an das Stromnetz von max. 50% eher realistisch. Zusätzlich<br />

sollte das Angebot an den Leistungsempfänger unterhalb<br />

seiner Eigenkosten einen Geschäftsanreiz erzeugen. Aber<br />

auch dann ergäbe sich damit die Möglichkeit, die Batteriekosten<br />

über 8 bis 9 Jahre Lebensdauer auszugleichen.<br />

Eine Kostenparität des Elektrofahrzeugs zum Verbrennungsfahrzeug<br />

könnte somit bei entsprechender Kooperation der<br />

verschiedenen Spieler durchaus als erreichbar betrachtet<br />

werden und über die Kombination Erneuerbarer Energien<br />

und Stabilisierung des Energienetzes einen großen Beitrag<br />

zum Umweltbewusstsein liefern.<br />

Kriterium 2: Reichweite<br />

Die Gesellschaft setzt aufgrund gelernter Verhaltensweisen<br />

hohe Erwartungen in die Höhe des Aktionsradius eines Pkw.<br />

Ganz im Gegensatz zu den tatsächlichen täglichen Mobilitätsbedürfnissen<br />

vieler. Wie eingangs erwähnt, ist für rund <strong>10</strong><br />

Millionen Fahrzeuge in Deutschland die Reichweite heutiger<br />

Elektrofahrzeuge mit unter 150km Reichweite vollkommen<br />

ausreichend. So ist bei deren täglicher Bewältigung von Kurzstrecken<br />

die Energieaufnahme des eFahrzeugs ohne Probleme<br />

an der Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz oder im Parkhaus<br />

des Einkaufszentrums möglich, statt bislang während<br />

notwendiger Zwischenstopps an der Tankstelle. Und zuhause?<br />

Mit der Steckdose in der eigenen Garage oder dem<br />

Carport mit Solaranlage kann man eine »Tankstelle« sein<br />

Eigen nennen.<br />

Erste Veränderungen lassen sich jedoch bereits erkennen. So<br />

zeigt das Mobilitätsverhalten junger Menschen in den Metropolen<br />

der Welt, dass das Angebot des ÖPNV zunehmender<br />

wahrgenommen wird - steht man doch weniger im Stau und<br />

hat keine Notwendigkeit der Parkplatzsuche.<br />

Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />

72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73


Status QUo der Elektromobilität - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />

Fortsetzung von vorheriger Seite<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />

Hat das Elektrofahrzeug<br />

eine Chance?<br />

Das Fahrzeug als Prestigeobjekt scheint gegenüber anderen<br />

Produkten häufiger in den Hintergrund zu treten und wird zu<br />

einem reinen Werkzeug der Mobilität. Speziell im urbanen<br />

Bereich wird es sich künftig zu einem Teil der Mobilitätskette<br />

entwickeln, um den Zielort im kombinierten Verkehr zu erreichen.<br />

Mobilität als ein Servicegeschäft, in dem die einzelnen Transportkonzepte<br />

in einer optimierten Reihenfolge nahtlos dem<br />

Kunden zur Verfügung gestellt und optimal seinen momentanen<br />

Bedürfnissen angepasst werden? Ansätze hierzu werden<br />

aktuell nicht nur bei der Bahn, Fluggesellschaften oder<br />

Autovermietungen, sondern vor allem in Reisebüros betrieben,<br />

die den gesamten Service von zuhause bis zum Reiseziel<br />

mit Mietwagen vor Ort aus einer Hand organisieren.<br />

Innovative Kommunikationstechnologien »Fahrzeug zu Fahrzeug«<br />

und »Fahrzeug zur Umgebung« bieten hier die verschiedensten<br />

Möglichkeiten zum Austausch von Informationen.<br />

Hierdurch können nicht nur optimale Verkehrssteuerungen<br />

erfolgen und Unfälle durch elektronische Beobachtung<br />

der Fahrzeuge gegeneinander vermieden werden, sondern<br />

auch Reservierungen von Parkplätzen erfolgen sowie<br />

die Fahrzeuge in Mobilitätsketten mit komfortablen Abrechnungsverfahren<br />

eingebunden werden. Auch derartige Konzepte<br />

werden aktuell bereits durch verschiedene Fahrzeughersteller<br />

und Dienstleistungsanbieter eingeführt.<br />

Und das ist nur der Anfang: Parkplatzvermietungen selbst<br />

privater Plätze über den Tagesverlauf werden flexibel gestaltbar<br />

und sogar die angeschlossene Batteriekapazität<br />

aller stehenden Fahrzeuge zur Netzstabilisierung prognostizierbar.<br />

Mobilität wird über das Smartphone aus der Cloud<br />

angefragt und gebucht. Die Welt wird vernetzter, dadurch<br />

sicherer und komfortabler.<br />

Kriterium 3: Mehr Funktionalität<br />

Die aktuellen Ansätze für Elektrofahrzeuge verfolgen überwiegend<br />

den Ansatz, den Verbrennungsmotor durch einen<br />

Elektromotor zu ersetzen und dabei die restlichen Komponenten<br />

weitgehend beizubehalten. Hierdurch werden große<br />

Chancen für die Elektromobilität außer Acht gelassen, denn<br />

mit einem elektromotorischen Antriebsstrang werden ganz<br />

andersartig gestaltbare Fahrzeuge möglich.<br />

So kann in einem ersten Schritt der Antriebsmotor in die Antriebsräder<br />

integriert werden. Hierdurch entsteht durch den<br />

Entfall weiterer Komponenten mehr Innenraum bei kleinerer<br />

Abmessung. Allein das leichtere Ein- und Aussteigen wird<br />

dadurch einen Vorteil für den demografischen Wandel darstellen<br />

können.<br />

Eine unabhängige Ansteuerung jedes angetriebenen Rades<br />

macht zusätzlich das Differential überflüssig. Mechanisch<br />

erzeugtes Torque Vectoring, also die dynamisch optimale Zuordnung<br />

von Drehmomenten bei Kurvenfahrten, wird durch<br />

reine Softwaresteuerung mit hoher Präzision und Regelgüte<br />

möglich. Die Herstellung des Fahrzeugs wird weniger<br />

aufwändig, denn durch das alleinige »Herunterladen« des<br />

Steuerungsalgorithmus für die Motorenansteuerung wird<br />

das Verhalten des Fahrzeuges bestimmt, ohne die Mechanik<br />

modifizieren zu müssen.<br />

Außerdem kann die Reibbremse an der Hinterachse entfallen,<br />

wenn die dort verbauten Radnabenmotoren die<br />

Bremswirkung durch reine Rekuperation ausreichend stark<br />

gewährleisten. Dann wird in 70% aller Bremsfälle bis zu<br />

80% Bewegungsenergie des Fahrzeugs elektrisch zurück in<br />

die Batterie gespeist und damit besonders bei dynamischer<br />

Fahrweise im Stadtbereich oder gebirgigem Gelände hohe<br />

Verbrauchsreduktionen erreicht. Ein Fahrzeug mit diesem<br />

Konzept wurde bereits von der Siemens AG auf der eCarTec<br />

2012 präsentiert.<br />

Wie weit wird die Veränderung von Fahrzeugkonzepten<br />

noch gehen?<br />

Verschiedenste Herstellern haben bereits Konzepte vorgestellt,<br />

die nur über zwei in Reihe oder auch parallel angeordnete<br />

Räder verfügen. In letzterem entfiel sogar die Lenkungsachse<br />

mit Lenkgeometrie, da die Kurvenfahrt durch<br />

unterschiedliche Geschwindigkeit der beiden Elektromotoren<br />

erreicht werden kann. Eine Stabilitätsregelung ersetzte<br />

dabei das dritte oder vierte Rad, das gegen Umkippen des<br />

Fahrzeugs ansonsten erforderlich wäre. Ob so das Fahrzeug<br />

der Zukunft aussieht, muss sich zeigen. Aber alle Konzepte<br />

zeichnen sich durch eine sehr einfache Bedienbarkeit aus,<br />

die in Massenproduktion ebenfalls kostengünstig herstellbar<br />

sein dürfte.<br />

Ein zusätzlicher Vorteil des Elektroantriebs tritt zutage,<br />

wenn man die präzise Ansteuerung der Bewegungen von<br />

elektromotorischen Systemen betrachtet. Mit entsprechenden<br />

Funktionen aus Assistenzsystemen lassen sich damit<br />

Einpark- und Bewegungsabläufe einfacher, genauer und<br />

mit niedrigen Kosten realisieren. Sinnvoll - nicht nur vor<br />

dem Hintergrund des demografischen Wandels - wäre doch,<br />

wenn das Gepäck nicht zum Fahrzeug getragen werden<br />

müsste, sondern sich das Fahrzeug selbst das Gepäck und<br />

die Passagiere abholen könnte und damit zum komfortablen<br />

Mobilitätspartner wird? Und ist es zu weit gedacht, wenn sich<br />

dann das Fahrzeug schon optimal auf die Bedürfnisse des<br />

Passagiers bezüglich Entertainment, Routenplanung und<br />

Bedienungsoberfläche einstellen würde - in jedem der kombinierten<br />

Mobilitätspartner gleich?<br />

Diese Funktionserhöhungen in zukünftigen Fahrzeugkonzepten<br />

könnte durch die Integration und Vernetzung von<br />

Softwarebausteinen kostengünstig und vereinfacht realisiert<br />

werden, würde nicht durch all die neuen Anforderungen<br />

die Komplexität dabei extrem ansteigen. Wird nun noch<br />

der Bereich des autonomen Fahrens mit eingebunden und<br />

die dafür notwendige Einführung von reinem Drive-by-Wire<br />

angestrebt, wird die Komplexität der erforderlichen elektronischen<br />

Redundanz kaum noch zu bewältigen sein.<br />

In Kooperation von Forschung und Industrie wird daher bereits<br />

an neuen Konzepten gearbeitet, um eine derartige Komplexitätsreduktion<br />

durch eine Zentralisierung der elektronischen<br />

Systemarchitektur erreichen zu können. Hierzu<br />

werden viele Funktionen auf einer elektronischen Integrationsplattform<br />

vereint und durch Software-Integrationswerkzeuge<br />

eingebunden. Ein Plattformmanagement, welches die<br />

einzelnen Funktionen gegeneinander abschirmt und nichtfunktionale<br />

Anforderungen wie Gewährleistung der Sicherheit<br />

erfüllen kann, soll dabei als Integrationsbeschleuniger<br />

dienen. Eine zeitintensive Untersuchung des Gesamtsystems<br />

nach deren Integration wird weitestgehend vermieden,<br />

was zu einer neuen Effizienz und höheren Flexibilität in dessen<br />

Gestaltung führen kann.<br />

So kann auf dieser Plattform durch Entwicklung weiterer<br />

Softwarebausteine die Fähigkeiten der Fahrzeuge von reinen<br />

Assistenzfunktionen über intermittierendes Fahren bis hin<br />

zum autonomen Mobilitätspartner zielgerichtet und auch<br />

Das Projekt Innotruck der TU München<br />

kostengünstig entwickelt werden, um damit mehr Funktionalität<br />

zu gleichem Verkaufspreis zum Wohle des Kunden zu<br />

realisieren.<br />

Fazit: Die Elektromobilität hat eine Chance!<br />

Mit all den vorgeschlagenen Maßnahmen läge ein weites<br />

Feld verschiedenster innovativer Technologien mit großem<br />

Potenzial für gewinnbringende Geschäftsmodelle vor. Die<br />

Summe der miteinander verbundenen Bausteine zur Berücksichtigung<br />

von Ressourcen, funktionalem Mehrwert<br />

in Komfort und Sicherheit sowie Kostenreduktion kann die<br />

Anforderungen der Zukunft bezüglich Umweltbewusstsein,<br />

Urbanisierung und demografischem Wandel sowohl für Junior<br />

als auch Senior nachhaltig über die Elektromobilität bedienen.<br />

Ein ganzheitlicher Ansatz über gleichzeitige Anwendung<br />

verschiedenster Stellhebel wird aber erst durch die<br />

Kooperation von Partnern in neuen Geschäftsbeziehungen<br />

umsetzbar sein.<br />

Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />

Leiter Elektromobilität bei Siemens Corporate Technology<br />

und Rudolf Diesel Senior Fellow an der TUM/IAS<br />

Dipl.-Ing. Hauke Stähle<br />

(Abschluss in Elektrotechnik)<br />

Doktorand auf dem Gebiet der Systemarchitektur<br />

Lehrstuhl für Robotik und Eingebettete Systeme an der TUM<br />

Ljubo Mercep, M.Sc.<br />

(Abschluss in Informatik)<br />

Doktorand auf dem Gebiet der Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

Lehrstuhl für Robotik und Eingebettete Systeme an der TUM<br />

Dipl.-Ing Claudia Buitkamp<br />

(Abschluss in Maschinenbau)<br />

Doktorandin auf dem Gebiet Antriebsstrangdesign/Energieoptimierung<br />

Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der TUM<br />

74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Jürgen goroncy<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - jürgen goroncy<br />

Lösungen für die effiziente<br />

Mobilität der Zukunft<br />

Das Konzeptfahrzeug ACTIVeDRIVE von Schaeffler verfügt über ein sowohl an der Vorder- wie auch an der Hinterachse<br />

montiertes aktives eDifferenzial<br />

Kernstück des ACTIVeDRIVE ist das Schaeffler eDifferenzial<br />

Schaeffler hat den Anspruch, mit innovativen Produkten<br />

und Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen der<br />

Mobilität von heute, morgen und übermorgen beizutragen.<br />

Der global agierende Automobil- und Industriezulieferer mit<br />

Zentrale im fränkischen Herzogenaurach hat daher schon<br />

frühzeitig begonnen, sowohl den konventionellen Antrieb<br />

weiter zu verbessern, als auch die Einführung von elektrifizierten<br />

und elektrischen Antriebslösungen voranzutreiben.<br />

2020 wird etwa die Hälfte der dann prognostizierten <strong>10</strong>5<br />

Millionen Neufahrzeuge mit einem zumindest teilelektrischen<br />

Antrieb ausgerüstet sein. Trotzdem werden auch immer<br />

noch mehr als 90% einen Verbrennungsmotor haben.<br />

»Schaeffler sieht Verbrennungsmotor und Elektromobilität<br />

nicht im Gegensatz zueinander. Viele Konzepte mit Downsizing-<br />

und Downspeedingansätzen bei Verbrennungsmotoren<br />

werden erst durch elektrifizierte Lösungen zu einer vom<br />

Käufer akzeptierten Marktreife gebracht«, argumentiert Prof.<br />

Dr. Peter Gutzmer, Mitglied des Vorstands Forschung & Entwicklung<br />

der Schaeffler AG. »Sie ergänzen sich gegenseitig<br />

und kompensieren systembedingte Nachteile wie etwa die<br />

Anfahrschwäche bei Motoren mit geringem Hubraum und<br />

Abgasturbolader.«<br />

Somit wird Schaeffler auf absehbare Zeit beide Entwicklungs-<br />

schienen gleichzeitig weiter intensiv bearbeiten. Um innovative<br />

Lösungen im realistischen Systemverbund zu erproben<br />

und bereits vor einem möglichen Serienanlauf erfahrbar zu<br />

machen, haben die Ingenieure von Schaeffler bis heute drei<br />

»Ideenfahrzeuge« als Versuchsträger aufgebaut. Hierbei<br />

handelt es sich um den ACTIVeDRIVE, ein reines Elektrofahrzeug<br />

mit Allradantrieb auf Basis eines Skoda Octavia Scout,<br />

um den Schaeffler Hybrid auf Basis eines Opel Corsa sowie um<br />

das CO2ncept-<strong>10</strong>%, ein Fahrzeug mit optimiertem verbrennungsmotorischem<br />

Antriebsstrang auf Basis eines Porsche<br />

Cayenne.<br />

Der Hybrid-Versuchsträger mit kleinem Verbrennungsmotor<br />

und zentralem Elektroantrieb an der Vorderachse sowie<br />

elektrischen Radnabenmotoren an der Hinterachse ist als<br />

Parallel- oder Seriell-Hybrid, Range Extender, mit Frontantrieb<br />

oder als Allradfahrzeug zu betreiben und erlaubt den<br />

Entwicklern, Erfahrungen zu sammeln, was in dieser Hinsicht<br />

möglich und sinnvoll ist.<br />

Die in der Schaeffler-Gruppe entwickelten und produzierten<br />

Radnabenmotoren mit in dieser frühen Ausbaustufe jeweils<br />

50 Kilowatt Leistung und 530 Newtonmeter Drehmoment<br />

werden eWheel Drive genannt. In den Systemgedanken floss<br />

das profunde Know-how des Unternehmens über Radlager<br />

und Direktantriebstechnik ein. Die Radnabenmotoren bilden<br />

zusammen mit den anderen Modulen und Komponenten<br />

eine kompakte Einheit, die Radlager, Antrieb und Bremse in<br />

einem Rad vereint. In einer neueren, flüssigkeitsgekühlten<br />

Ausbaustufe ist zudem noch die Leistungselektronik integriert.<br />

Ein Vorteil dieser Antriebseinheit: Sie kann ohne<br />

große Veränderungen der Architektur in eine bestehende<br />

Fahrzeugplattform für Versuchszwecke integriert werden.<br />

Darüber hinaus besticht der eWheel Drive bereits jetzt schon<br />

durch seine Drehmomententfaltung.<br />

Das bisher letzte Projekt ist das ACTIVeDRIVE-Konzept, dessen<br />

Besonderheit das sowohl an der Vorder- wie auch an der<br />

Hinterachse montierte aktive eDifferenzial ist. Hierbei handelt<br />

es sich um eine »elektrische Achse«, die zwei unterschiedlich<br />

dimensionierte Elektromaschinen sowie ein Planetengetriebe,<br />

ein Getriebe zur aktiven Drehmomentverteilung<br />

und - als zentrales Element - ein Schaeffler Leichtbaudifferenzial<br />

mit Stirnradverzahnung miteinander kombiniert.<br />

Diese innovative Kombination des Elektroantriebs ermöglicht<br />

ein sogenanntes Torque Vectoring und bietet damit<br />

neue fahrdynamische Qualitäten und Sicherheitspotenziale.<br />

»Durch das eDifferenzial erfolgen Eingriffe zur Fahrdynamik<br />

durch gezielte Kraftzuführung anstelle, wie bislang vom ESP<br />

gewohnt, mittels Bremseingriff und somit Energieentnahme.<br />

Das aktive Elektrodifferenzial verbessert die Kraftübertragung<br />

beim Fahren auf Untergründen mit unterschiedlichen<br />

Reibwerten signifikant. Auch unterstützt es die Lenkung<br />

und wirkt sich deutlich positiv auf Fahrdynamik, Sicherheit<br />

und Fahrkomfort aus. Der Einsatz von zwei eDifferenzialen<br />

ermöglicht zudem eine Längsverteilung der Antriebsmomente«,<br />

erklärt Prof. Peter Gutzmer. Mit der im ACTIVeDRIVE<br />

gezeigten Lösung ist Schaeffler Vorreiter für ein derartiges<br />

elektrisches Konzept in einem Fahrzeugantrieb.<br />

Zukünftig werden die Autos unterschiedliche Antriebssysteme<br />

nutzen. Elektrisch mit Batterie oder Brennstoffzelle<br />

oder nur mit einem Verbrennungsmotor oder mit einer der<br />

vielen möglichen technischen Zwischenstufen, wie etwa<br />

Plug-in-Hybrid oder Range Extender.<br />

Die Schaeffler Ingenieure arbeiten an Lösungen für die Zukunft<br />

und perfektionieren die Systemkompetenz. Wie schon<br />

bei den bisherigen Produkten gilt bei Schaeffler auch für die<br />

erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität die Prämisse<br />

des Dreiklangs von Komponente, Modul und System.<br />

Jürgen Goroncy // Freier Journalist<br />

goroncy.j@t-online.de<br />

76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77


Status QUo der Elektromobilität - Urban-e<br />

Status QUo der Elektromobilität - BEM-Delegationsreise malta<br />

Urban-e gewinnt<br />

ÖkoGlobe-Award 2012<br />

Erstmals internationaler Umweltpreis für Start-Up-Unternehmen<br />

BEM-Delegationsreise<br />

nach Malta<br />

Internationaler Austausch zum Thema eMobilität<br />

Die Geschäftsführer von Urban-e bei der Verleihung des ÖkoGlobe 2012<br />

BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann während seines Vortrags bei der »National Conference on eMobility«<br />

Als herausragendes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien in der Elektromobilität ist das Elektro-<br />

Lastenrad »iBullitt Solar« des 2009 gegründeten Berliner<br />

Jungunternehmens Urban-e am 17. Oktober 2012 mit dem<br />

ÖkoGlobe-Award ausgezeichnet worden.<br />

Der internationale Umweltpreis wird seit 2007 für wegweisende<br />

Innovationen im Bereich der nachhaltigen Mobilität<br />

verliehen. Er gibt damit ein klares Signal für die viel versprechende<br />

Ausrichtung des deutschen Start-up-Unternehmens.<br />

Dank eigener Photovoltaik-Anlage kann das Lastenrad von<br />

Urban-e durch Solarenergie gespeist werden.<br />

Der stolze Preisträger, Geschäftsführer Christoph Hahne, erläutert<br />

dazu: »Wir haben zwei Jahre lang gemeinsam mit dem<br />

Berliner Unternehmen Akku Bike an einer optimierten Solartechnik<br />

mit leistungsstarker Elektronik gearbeitet. Heute bekommen<br />

unsere iBullitts Solarpanele aus so genannten Dünnschichtmodulen,<br />

die durch ihr niedriges Gewicht überzeugen<br />

und selbst bei zeitweiliger Bewölkung noch gute Leistungswerte<br />

bringen. Wir erhöhen damit die Reichweite des Elektrofahrzeugs<br />

und die Lebensdauer der Batterie. Außerdem ist<br />

das Solarpanel natürlich ein deutliches Statement des Fahrers<br />

für nachhaltige Energiegewinnung. Unser Produkt ist mit<br />

einem Stromverbrauch von 0,15 Euro auf <strong>10</strong>0 km sehr kosteneffektiv,<br />

schont gleichzeitig die Umwelt und sendet außerdem<br />

eine starke Botschaft für eine zukünftige grüne Mobilität.«<br />

Die Zahl der Bewerbungen für den ÖkoGlobe, den die DEVK<br />

Versicherungen, der TÜV Rheinland und der Finanzenverlag<br />

in Zusammenarbeit mit dem ÖkoGlobe-Institut der Universität<br />

Duisburg-Essen vergeben, erreichte 2012 Rekordniveau.<br />

Aufgrund der regen Teilnahme junger Unternehmen gab es<br />

erstmals auch den »Start-up ÖkoGlobe«. Die Begründung der<br />

Jury: »Gerade junge Unternehmen haben nur beschränkten<br />

Zugang zu Kapitalmärkten und können daher nur in kleinerem<br />

Rahmen investieren. Deshalb ist es wichtig, ihre Leistungen<br />

eigenständig zu würdigen.« So konnte die Urban-e GmbH<br />

als Erfinderin des »iBullitSolar« die Auszeichnung an der<br />

Seite so namhafter Mitstreiter wie Daimler, Ford, Renault,<br />

Toyota, Volkswagen, Volvo und Continental entgegen nehmen.<br />

In den nächsten zwei Jahren werden 40 der preisgekrönten<br />

elektrisch betriebenen Lastenräder in dem Pilotprojekt »Ich<br />

ersetze ein Auto« eingesetzt, das vom Bundesministerium<br />

für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert<br />

wird. (www.ich-ersetze-ein-auto.de)<br />

Susanne Dingerdissen // Text und PR<br />

dingerdissen_s@arcor.de // hello@urban-e.com<br />

www.urban-e.com<br />

Vom 27. bis 30. November 2012 reiste bereits zum zweiten<br />

Mal eine Delegation von BEM-Mitgliedsunternehmen nach<br />

Malta, um die Elektromobilitäts-Strategie des Inselstaates<br />

zu konkretisieren und den internationalen Austausch im<br />

Bereich Neue Mobilität weiter auszubauen.<br />

Neben BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann nahmen Sepp<br />

Essl von E4you, Ernst Thaller, Ingenieurbüro Thaller, BEM-<br />

Beirat und Geschäftsführer der smartlab innovations Dr. Mark<br />

Steffen Walcher, Marcus Pauels von Smith Electric Vehicles<br />

und Jörg Ewald von GESPA die Gelegenheit wahr, an der von<br />

der Maltesischen Handelskammer, dem German Maltese<br />

Business Council und der deutschen Botschaft in Valletta<br />

organisierten »National Conference on eMobility« teilzunehmen<br />

und sich mit verschiedenen Wirtschafts- und Regierungsvertretern<br />

auszutauschen.<br />

Als Referenten sprachen Stefano Mallia, Vize-Präsident der<br />

Maltesischen Handelskammer; George Pullicino, maltesischer<br />

Minister für Rohstoffe und Landwirtschaft, MRRA; Gabriella<br />

Cassola, Projektleiterin eMobilität beim MRRA; Peter Paul<br />

Barbara, Direktor Transport Malta; Prof. Dr. Martin Wietschel,<br />

Fraunhofer Institut ISI; BEM-Vorstand Michael Hofmann; Dr.<br />

Walcher; Leo Brincat, Sprecher der maltesischen Labour<br />

Party für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Klimawandel<br />

sowie Dr. Hubert Ziegler, Botschafter der Bundesrepublik<br />

Deutschland in Malta.<br />

»Die Deutsche Botschaft und die maltesischen Verantwortlichen<br />

setzen mit ihrem großen Engagement ein klares Zeichen<br />

für eine europaweite Kooperation im Bereich der Elektromobilität«,<br />

erklärte Michael Hofmann im Rahmen seiner Rede<br />

und machte deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Handeln<br />

ist, um die Wertschöpfung in diesem Bereich zu sichern.<br />

»Unsere Delegationsmitglieder hatten die Möglichkeit, zahlreiche<br />

neue Kontakte zu knüpfen und konnten bereits bestehende<br />

weiter vertiefen. Erste Vorverträge wurden geschlossen<br />

und zukunftsweisende Partnerschaften mit interessierten<br />

Unternehmen initiiert«, unterstreicht Michael Hofmann den<br />

Erfolg der Reise.<br />

Der Startschuss für das umfassende eMobilitäts-Projekt auf<br />

Malta ist bereits im Dezember gefallen. Die Umsetzung - d.h.<br />

die Installation der Ladeinfrastruktur und die Anschaffung<br />

verschiedener Elektrofahrzeuge - soll im Frühjahr 2013 beginnen.<br />

Das Projekt wird von der EU mit 1,9 Mio Euro gefördert.<br />

»Die ersten Ausschreibungen wurden mittlerweile veröffentlicht.<br />

Auf maltesischer Seite sehe ich hier allerdings noch<br />

Nachbesserungsbedarf, sowohl was das finanzielle Volumen<br />

der Ausschreibungen angeht, als auch die Spezifikation der<br />

Ausschreibungsunterlagen«, so Hofmanns abschließendes<br />

Resümee.<br />

78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79


Status Quo der Elektromobilität - BEM-Roundtable EnBW<br />

Status Quo der Elektromobilität - BEM-Roundtable BROSE-SEW<br />

BEM-Roundtable<br />

powered by EnBW<br />

eMobilität braucht schlüsselfertige Lösungen<br />

BEM-Roundtable<br />

powered by BROSE-SEW<br />

Strategien für die Entwicklung von Antriebssystemen<br />

Uwe Fritz, Geschäftsführer der EnBW Vertrieb GmbH, bei seinem Vortrag im Rahmen des BEM-Roundtables bei EnBW<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl und Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer der BROSE-SEW ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong>S GmbH<br />

Ziel der BEM-Roundtable ist es, Branchenvertreter und Experten<br />

aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung gemeinsam<br />

an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam richtungsweisende<br />

Fragen rund um den Themenschwerpunkt Neue<br />

Mobilität zu diskutieren.<br />

»Der Kern unserer täglichen Bemühungen im Bundesverband<br />

eMobilität liegt in der Vernetzung unserer Mitglieder und Partner,<br />

um nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle im Bereich<br />

der Neuen Mobilität zu generieren und starke Netzwerke zur<br />

Durchsetzung politischer Forderungen zu etablieren.<br />

Auf dem Wachstumsmarkt der Neuen Mobilität agieren Akteure<br />

aus sehr unterschiedlichen Branchen, die bis dato keine<br />

oder nur sehr wenige gemeinsame Anknüpfungspunkte<br />

haben und deshalb unsere Hilfestellung bei der Initiierung<br />

gemeinsamer Projekte gern annehmen. Unsere Roundtable<br />

sind dafür eine hervorragende Plattform«, so BEM-Präsident<br />

Kurt Sigl.<br />

Seit Anfang 2012 findet die Veranstaltungsreihe erstmals<br />

nicht nur in Berlin, sondern bei jeweils wechselnden BEM-<br />

Mitgliedsunternehmen und Partnern statt. So auch am 16.<br />

Oktober 2012 im EnBW Konzernsitz in Karlsruhe. Unter der<br />

Moderation von Kurt Sigl wurde dort in exklusiver Runde intensiv<br />

über die Chancen und Herausforderungen öffentlicher<br />

Ladeinfrastruktur, deutschlandweit einheitlicher Roamingkonzepte,<br />

innovativer Geschäftsmodelle, einheitlicher Standards<br />

sowie die Integration von Flotten- und Lastenmanagement<br />

gesprochen.<br />

»Die Energiewende stellt eine große gesellschaftliche Herausforderung<br />

dar, auf die wir noch eine Reihe von Antworten finden<br />

müssen. EnBW hat sich entschieden, diese Energiewende<br />

aktiv mitzugestalten und ihren Beitrag zu leisten. Neben den<br />

Bereichen dezentrale Energieversorgung, Energieeffizienz<br />

und Smart Home ist Elektromobilität ein zentraler Pfeiler der<br />

Energiewende«, erklärte Uwe Fritz, Geschäftsführer der<br />

EnBW Vertrieb GmbH, in seinem Grußwort. »Der BEM-<br />

Roundtable ist ein ganz wichtiges Forum, um uns auch branchenübergreifend<br />

auszutauschen. Die Diskussion hat gezeigt,<br />

dass es nach wie vor viele offene Fragen gibt, die in<br />

Zukunft nach Lösungen verlangen. Ich glaube, dass das sich<br />

verändernde Verbraucherverhalten und neue Wertvorstellungen<br />

ein Treiber der eMobilität sein könnten. Junge Menschen<br />

kaufen heute kein Auto mehr, sondern Mobilität. Zukunftsfähige<br />

Geschäftsmodelle müssen genau hier ansetzen«, so<br />

Fritz weiter.<br />

Der Bundesverband eMobilität hat gemeinsam mit seinem<br />

Mitgliedsunternehmen BROSE-SEW am 20. November 2012<br />

verschiedene Vertreter der Automobil- und Zuliefererbranche<br />

nach Bruchsal eingeladen, um in exklusiver Runde Forschungsergebnisse,<br />

Entwicklungen und weiterführende Thesen rund<br />

um das Thema »Strategien für die Entwicklung von Antriebssystemen«<br />

zu beleuchten.<br />

Die BROSE-SEW ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong>S GmbH & Co. KG ist im<br />

Jahr 2011 mit der Aufgabenstellung gegründet worden, elektrische<br />

Antriebssysteme für batteriebetriebene Fahrzeuge<br />

und Hybridfahrzeuge sowie Lösungen für die induktive Ladetechnologie<br />

zu entwickeln und zu produzieren. »Wir wollten<br />

den BEM-Roundtable dazu nutzen, unsere Lösungen für eine<br />

Neue Mobilität vorzustellen - dazu gehören sowohl der eigentliche<br />

Elektromotor als auch die dazugehörige Leistungselektronik«,<br />

so Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer des BEM-<br />

Mitgliedsunternehmens.<br />

»Im Gespräch mit den anwesenden Fachleuten wurde wieder<br />

einmal klar, wie wichtig insbesondere der Austausch in<br />

kleiner Runde für die noch junge Elektromobilitäts-Branche<br />

ist. Im Fokus der Veranstaltungen standen grundlegende Fragen:<br />

Wie sieht der Antriebsstrang der Zukunft aus? Welche<br />

Technologie wird sich durchsetzen? Welche Rolle spielt der<br />

Aspekt Sicherheit? Und wie schafft man es, diese Dinge<br />

in Serienreife zu produzieren? Fragen, die zu einem sehr<br />

interessanten und intensiven Austausch geführt haben, der<br />

mich am Ende davon überzeugt hat, dass die Branche technologisch<br />

sehr viel besser aufgestellt ist, als gemeinhin nach<br />

außen kommuniziert wird«, betonte Kurt Sigl, Präsident des<br />

Bundesverbands eMobilität, im Nachgang der Veranstaltung.<br />

»Der Erfolg der Veranstaltung lag vor allem in der Möglichkeit<br />

der Vernetzung mit für uns wichtigen Vertretern aus der<br />

Automobilbranche. Als noch junges Unternehmen benötigen<br />

wir genau diese Kontakte. Auf der anderen Seite hatten<br />

wir die Gelegenheit, den anwesenden Automobilherstellern<br />

zu zeigen, dass wir ihre speziellen Anforderungen verstehen<br />

und diese in unseren Produkten integrieren können«, erklärte<br />

Sczygiol abschließend.<br />

Für weitere Informationen rund um die Organisation und<br />

Planung der BEM-Roundtable steht Ihnen Alexander Böhm<br />

in der BEM-Hauptgeschäftsstelle gern zur Verfügung.<br />

alexander.boehm@bem-ev.de<br />

80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81


Status Quo der Elektromobilität - Green eMotion<br />

Green eMotion<br />

Auf dem Weg zu einem interoperablen Elektromobilitätssystem für Europa<br />

Green eMotion entwickelt ein IKT-Systemkonzept für den europäischen Markt, welches den Wettbewerb zwischen verschiedenen<br />

Elektromobilitätslösungen unterstützen soll<br />

Das »Big Picture« der Elektromobilität zeigt die Komplexität eines wirklich interoperablen Systems<br />

Die Europäische Kommission hat im März 2011 ein auf vier<br />

Jahre angelegtes europaweites Projekt zur Vorbereitung des<br />

Massenmarktes für Elektromobilität in Europa gestartet -<br />

Green eMotion. Der Fokus von Green eMotion liegt dabei in<br />

der Definition und Demonstration eines interoperablen und<br />

damit verbraucherfreundlichen Elektromobilitätssystems.<br />

Dabei wird auf den bereits vorhandenen Installationen und<br />

dem daraus gewonnenen Wissen aufgesetzt. Im Projekt<br />

werden die Rahmenbedingungen für Elektromobilität definiert.<br />

Diese werden dann beispielhaft in den <strong>10</strong> über Europa<br />

verteilten Demoregionen implementiert.<br />

Zu den 43 Partnern der Initiative zählen Industrie- und Automobilunternehmen,<br />

Stromversorger, Stadtverwaltungen,<br />

Universitäten sowie Prüf- und Forschungseinrichtungen, die<br />

ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen, austauschen<br />

und erweitern. Mit diesem vereinten Know-How arbeitet<br />

Green eMotion an den folgenden Ergebnissen:<br />

• Ausgewählte Standards für ein interoperables Elektromobilitätssystem<br />

(de facto Standards für Europa).<br />

• IT Architektur für einen europäischen Marktplatz für Elektromobilität<br />

der Roaming-Funktionalität ermöglicht, einschließlich<br />

der notwendigen Schnittstellen.<br />

• Vorschläge zum optimierten Aufbau von Netz- und Ladeinfrastruktur.<br />

• Realisierung und Test eines interoperablen Elektromobilitätssystems<br />

in ausgewählten Demoregionen.<br />

• Analyse des Betriebsverhaltens von elektrischen Fahrzeugen<br />

unter »real life« Anforderungen und Entwicklung von<br />

politischen Richtlinien als Grundlage für den Start in den<br />

Massenmarkt.<br />

Eines der Ziele von Green eMotion ist die Erstellung eines<br />

IKT-Systemkonzeptes für einen europäischen Marktplatz für<br />

Elektromobilitätsdienste und die praktische Demonstration<br />

seiner Funktionsfähigkeit. Dieser B2B-Marktplatz für Geschäftstransaktionen<br />

verbindet erstmalig alle Teilnehmer<br />

rund um das Thema Elektromobilität: Ladedienstanbieter,<br />

Ladestationsbetreiber, Energieversorger und Anbieter von<br />

Zusatzdiensten rund um die Elektromobilität. Er ermöglicht<br />

den Nutzern von Elektroautos einen europaweiten Zugang<br />

zu Ladeinfrastruktur mit einfacher Abwicklung.<br />

Das entsprechende Angebot wird damit europaweit ermöglicht<br />

- ähnlich wie es heute von den Mobiltelefonen bekannt<br />

ist. Zudem steht der B2B-Markplatz für weitere Dienstanbieter<br />

offen, damit innovative neue Konzepte für Elektromobilität<br />

unkompliziert angeboten werden können. Der Marktplatz<br />

ist die zentrale technische Komponente, um die Vielzahl von<br />

Schnittstellen zwischen den Beteiligten zu reduzieren und<br />

über standardisierte Software-Services einfachen Zugang zu<br />

allen Angeboten zu ermöglichen.<br />

Praktisch alle Green eMotion Demoregionen in Europa werden<br />

diesen B2B-Marktplatz nutzen. Sie binden dazu ihre<br />

IT-Systeme über die offenen Standardschnittstellen an den<br />

Marktplatz an. Es werden dabei in zwei Phasen Funktionen getestet<br />

und demonstriert. Die erste Phase der Tests begann im<br />

September 2012 und umfasst Funktionen zum Auffinden von<br />

Ladesäulen und vertragliche Klärung bei Nutzung von Fremdanbietern<br />

(Roaming). In weiteren Phasen kommen energiebezogene<br />

Dienste zur Optimierung der Netzauslastung sowie<br />

zusätzliche Mehrwertdienste für Endkunden wie Reservierung<br />

von Ladesäulen mit hinzu.<br />

Mit der veröffentlichten Beschreibung dieser offenen Systemarchitektur<br />

und den standardisierten Schnittstellen und<br />

Business Objekten ist sichergestellt, dass alle Marktteilnehmer<br />

die Services nach ihren Businessmodellen entwickeln<br />

und anbieten können. Die Fahrer von Elektroautos können<br />

diese Services nutzen und haben damit Zugriff auf vielfältige<br />

Angebote der Elektromobilität. So kann hier ein wettbewerbsorientiertes<br />

Gesamtsystem entstehen, das Raum<br />

für individuelle Lösungen bietet. Das Green eMotion System<br />

kann auch mit weiteren Marktplätzen kommunizieren - etwa<br />

regionalen Lösungen, die schon entstanden sind. Ziel ist es,<br />

ein wirklich flächendeckendes Netz für Europa zu schaffen.<br />

Neben diesem zentralen IKT-Thema hat Green eMotion auch<br />

auf anderen Themenfeldern wichtige Ergebnisse erzielt:<br />

• Für die Standardisierung rund um die Elektromobilität wurde<br />

eine Gap-Analyse durchgeführt und die Fokus-Themen<br />

Schnittstellen und Identifikation angepackt. Hier arbeitet<br />

Green eMotion in der Industrieinitiative »eMobility ICT Interoperability<br />

Interest Group« mit.<br />

• Die Städtepartner in Green eMotion haben ein Strategiepapier<br />

zur Einführung der Elektromobilität veröffentlicht und<br />

erzarbeiten gerade eine politische Richtlinie mit Erfolgsfaktoren<br />

und Hürden für den Start des Massenmarktes Elektromobilität.<br />

• Neben dem Aufbau ausgewählter Ladesysteme haben die<br />

Infrastrukturpartner in Green eMotion erste Ergebnisse zu<br />

den Auswirkungen unterschiedlicher Ladestrategien auf<br />

das Netz veröffentlicht.<br />

Weitere Informationen unter www.greenemotion-project.eu<br />

Dr. Heike Barlag und Dr. Norbert Vierheilig<br />

Siemens AG // www.siemens.de<br />

Volker Fricke // IBM // www.ibm.com<br />

82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83


Status Quo der Elektromobilität - DEUTSCHES DIALOG INSTITUT<br />

Status Quo der Elektromobilität - DEUTSCHES DIALOG INSTITUT<br />

Elektromobilität im Dialog<br />

Ein interaktives Online-Forum für Experten und Entscheider<br />

Experten und Entscheider aus unterschiedlichen Branchen<br />

müssen stärker miteinander kooperieren, um die Innovationsfähigkeit<br />

des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern.<br />

Dies gilt insbesondere für Innovationen, die an den Schnittstellen<br />

unterschiedlicher Branchen entstehen, die bisher<br />

kaum oder keinen Kontakt miteinander hatten.<br />

Gerade die Elektromobilität ist ein Innovationsfeld mit vielen<br />

verschiedenen Anknüpfungspunkten. Für die Weiterentwicklung<br />

und den Erfolg am Markt müssen vor allem Unternehmen<br />

der Automobilindustrie, Energiewirtschaft und<br />

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) lernen,<br />

einander zu verstehen und besser zu kooperieren. Zudem<br />

brauchen sie den Austausch mit weiteren Stakeholdern aus<br />

Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.<br />

»Elektromobilität im Dialog« bietet neue Möglichkeiten, diesen<br />

Austausch effizient und effektiv zu gestalten. Die Online-<br />

Plattform versteht sich als interaktiver Kongressraum für<br />

relevante Meinungsbildner der Elektromobilität aus Politik,<br />

Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, in dem<br />

• in einem Plenum Handlungsempfehlungen zur Beförderung<br />

von Innovationen im Sinne von marktfähigen Produkten<br />

formuliert und erörtert werden,<br />

84 Neue Mobilität<br />

• in einer Bibliothek für die Entscheidung wichtige Dokumente<br />

als gemeinsame Wissensbasis abgelegt und eingesehen<br />

werden,<br />

• in vertraulichen Besprechungsräumen mit ausgewählten<br />

Partnern Allianzen zur Umsetzung konkreter Projekte initiiert<br />

werden können.<br />

Bereits seit Frühjahr 2012 entwickeln Entscheider und Experten<br />

auf der geschlossenen Plattform gemeinsame Meinungsbilder<br />

zu kontroversen Thesen der Elektromobilität, welche<br />

die Perspektiven der betroffenen Branchen und Sektoren widerspiegeln.<br />

Mehr als 300 zum Teil hochrangige Teilnehmer,<br />

die rund 550 Dialogbeiträge veröffentlicht haben, verzeichnet<br />

die Plattform am Ende ihres ersten Jahres.<br />

Die 20 Thesen, über die sich die Dialogbeteiligten 2012<br />

ausgetauscht haben, basieren auf den Erkenntnissen aus<br />

hunderten von Einzelgesprächen. Das Deutsche Dialog Institut<br />

(DDI) hat im Vorfeld der Plattformgründung mit Fachleuten<br />

verschiedener Branchen über die Voraussetzungen<br />

einer erfolgreichen Markteinführung der Elektromobilität<br />

in Deutschland gesprochen. Aus diesen Interviews wurden<br />

häufig genannte, kontroverse Positionen ermittelt und in<br />

Thesenform zugespitzt.<br />

Durch die Bewertung dieser Thesen und die Begründung ihrer<br />

Meinung leisten die Teilnehmer nicht nur einen Beitrag zu<br />

einer schnelleren Entscheidungsfindung, sondern erhalten<br />

auch jederzeit einen aktuellen Einblick in unterschiedliche<br />

Perspektiven und Meinungen anderer Teilnehmer. Damit die<br />

Meinungsbildung nicht durch corporate opinions behindert<br />

wird, bietet die Plattform einen »geschützten Raum« zur Diskussion.<br />

Dort sehen die Teilnehmer zwar, wer an der Debatte<br />

beteiligt ist, aber nicht unbedingt, wer welchen Beitrag geleistet<br />

hat.<br />

Das Moderationsteam des DDI wertet den Onlinedialog regelmäßig<br />

aus und erstellt Ergebnispapiere, die in knapper<br />

Form zwar nicht repräsentativ, aber dennoch das Meinungsbild<br />

zu bestimmten Thesen aussagekräftig darstellen. 2012<br />

sind sechs solcher Ergebnispapiere erschienen und an Entscheider<br />

und Multiplikatoren, darunter die Mitglieder der<br />

Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), weitergeleitet<br />

worden. Sie behandeln die Thesen:<br />

• Die Automobilindustrie sollte im Feld Elektromobilität stärker<br />

auf völlig neue Fahrzeugkonzepte setzen.<br />

• Der Ausbau der Batteriezellenproduktion in Deutschland<br />

sollte stärker vorangetrieben werden.<br />

• Ergänzend zur Batterietechnik sollte die Weiterentwicklung<br />

und Nutzung der Brennstoffzelle stärker vorangetrieben<br />

werden.<br />

Helmuth von Grolman<br />

Deutsches Dialog Institut<br />

www.ikt-em.de<br />

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13%<br />

Verband<br />

6%<br />

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Provider<br />

• Deutschland muss die staatliche Förderung der Elektromobilität<br />

steigern, um sich als Leitanbieter für marktfähige<br />

Elektromobilität zu positionieren.<br />

• Um Elektromobilität voranzubringen, bedarf es größerer<br />

Investitionen, um die Vorteile für die potenziellen Nutzer<br />

erlebbar zu machen.<br />

• In absehbarer Zukunft wird das Elektroauto keinen Durchbruch<br />

erleben, dafür ist das Potenzial des Verbrennungsmotors<br />

noch viel zu groß.<br />

Inzwischen ist die vom DDI moderierte Plattform Bestandteil<br />

der Begleitforschung zum Förderprogramm »IKT für<br />

Elektromobilität II« des Bundesministeriums für Wirtschaft<br />

und Technologie. Sie soll dazu beitragen, die mehr als <strong>10</strong>0<br />

an diesem Programm beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen<br />

untereinander und mit anderen<br />

Meinungsbildnern zu vernetzen. Die programmbezogenen<br />

Forschungsaktivitäten der beteiligten Unternehmen konzentrieren<br />

sich bis 2015 auf die IKT-basierte Weiterentwicklung<br />

und Verflechtung der Technologiefelder Fahrzeugtechnik<br />

(Smart Car), Energieversorgung (Smart Grid) und Verkehrssteuerung<br />

(Smart Traffic) in der Elektromobilität. Deshalb<br />

wird sich auch der Dialog auf der Plattform zukünftig stärker<br />

mit diesen Themen beschäftigen.<br />

8%<br />

Sonstige<br />

Wissenschaft<br />

Politik<br />

59%<br />

Wirtschaft<br />

15%<br />

15%<br />

11%<br />

<strong>10</strong>%<br />

7%<br />

Automobil<br />

Elektromobilität<br />

Energie<br />

IKT<br />

Sonstige<br />

Anteile der Branchenvertreter, die sich an der Diskussion auf der Online-Plattform beteiligen<br />

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Status Quo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />

Status Quo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />

Smarte Paketverteilung für<br />

die elektromobile City<br />

»Von Verbesserungen bei der kleinräumigen Waren- und<br />

Paketverteilung würden wir alle mehrfach profitieren.«<br />

Containersystem für ressourcen- und energieeffiziente Logistik<br />

Lieferfahrzeuge der Kurier-, Express- und Paketdienste, kurz<br />

KEP-Dienste, prägen zunehmend den städtischen Güterverkehr.<br />

Die KEP-Dienstleister erledigen bereits etwa 35%<br />

aller innerstädtischen Lieferungen. Wir alle vergrößern mit<br />

unseren Einkaufsgewohnheiten diesen Güterverkehr und<br />

die dadurch verursachten Umweltbelastungen und Verkehrsbeeinträchtigungen.<br />

Vergegenwärtigen Sie sich, dass jede<br />

im Internet bestellte Kleinigkeit als Paket den Weg zu Ihnen<br />

findet. Die daraus resultierenden Probleme: Von Zustellfahrzeugen<br />

verursachte unfallträchtige Situationen und Staus,<br />

z.B. durch Missachtung von Halteverboten, zugeparkte Fahrspuren<br />

und Radwege, hoher Spritverbrauch und hohe Schadstoffemissionen<br />

durch intermitierenden Motorlauf, schlechte<br />

Ausnutzung des Ladevolumens, Leerfahrten etc.. Von<br />

Verbesserungen bei der kleinräumigen Waren- und Paketverteilung<br />

würden wir alle also mehrfach profitieren.<br />

Die Voraussetzungen für eine Elektrifizierung der KEP-Dienste<br />

und großer Teile des städtischen Wirtschaftsverkehrs sind<br />

günstig: Kurze täglich zurückgelegte Distanzen, geringe Fahrgeschwindigkeit,<br />

mehr Stand- als Fahrtzeit. Feste Einsatzzeiten<br />

ermöglichen ein nächtliches Aufladen der Batterien. Da<br />

etwa drei Viertel der Transporte in Deutschland im Nahbereich<br />

bis 50 km auf der Straße stattfinden, sind hier Elektroantriebe<br />

sinnvoll und ein wichtiger Mosaikstein für die Mobilitätswende.<br />

Um die Lebensqualität in den Städten zu steigern,<br />

ist die Elektrifizierung unverzichtbar.<br />

Ein Umbau klassischer Lieferfahrzeuge auf Elektroantrieb<br />

scheitert wegen der nötigen großen Batteriekapazitäten<br />

an mangelnder Wirtschaftlichkeit und bringt, wie beim üblichen<br />

Pkw, kaum Vorteile. Fossil angetriebene Fahrzeuge,<br />

damit auch Lieferfahrzeuge, haben einen schlechten Wirkungsgrad,<br />

ein ungünstiges Verhältnis von Fahrzeug- zu<br />

Transportgewicht und besitzen einen voluminösen Antriebsstrang.<br />

Bei Zustellfahrzeugen kommt die schlechte<br />

Laderaumausnutzung hinzu, da es letztlich fahrende Regale<br />

mit begehbarem Mittelgang sind. Um die Möglichkeiten<br />

der Elektrotraktion für den Wirtschaftsverkehr sinnvoll<br />

zu erschließen, bedarf es somit grundlegend neuer und<br />

citykompatibler Fahrzeug- und Logistikkonzepte. Die Arbeitsabläufe<br />

einer Paketverteilung mit »fahrenden Regalen«<br />

sind verbesserungsfähig. Noch wird jedes Paket<br />

mehrfach in die Hand genommen, um es letztlich im Fahrzeug<br />

wieder zu suchen und dem Empfänger zu übergeben.<br />

Sackkarren sind dabei schon die modernsten Hilfsmittel.<br />

Container vereinfachen die Verteil- und Zustellaufgaben,<br />

da sich in ihnen Waren und Pakete automatisch und vorsortiert<br />

verstauen lassen. Bisher ist das Problem jedoch die<br />

schlechte Handhabbarkeit, sollen Container in üblichen<br />

Kleintransportern oder auf Ladeflächen transportiert werden,<br />

da große Hubhöhen und komplexe, raumgreifende<br />

Bewegungsabläufe nötig sind (Abb. 1). Die Container lassen<br />

sich außerdem schlecht sichern.<br />

Abb 1<br />

Das vorgestellte, auf beweglichen Containern basierende<br />

System nutzt die Vorteile des elektrischen Antriebs beim<br />

Fahrzeuglayout, erschließt das gesamte Leichtbaupotenzial<br />

und ändert die überkommenen Arbeitsabläufe. Das Ergebnis:<br />

höhere Ressourcen- und Energieeffizienz, weniger Verkehrsfläche,<br />

Kostenreduktion, vereinfachte Betriebsabläufe und<br />

bessere Kundenorientierung. Die Container dieses neuen<br />

Systems sind leicht, kompakt, verschließbar, wetterfest und<br />

überblickbar. Zum Verstauen und Entnehmen von Waren und<br />

Paketen sind Türen und/oder Schubladen vorgesehen. Um<br />

die Container bequem zum Übergabeort zu bewegen, sind<br />

Rollen oder Räder und ein Handgriff oder ein eigener elektrischer<br />

Antrieb vorgesehen. Ergänzend können sie je nach<br />

Systemarchitektur und Einsatzzweck mit RFID-Tags, GPS-<br />

Empfänger, Datenlogger, Display, Bedienpanel und Solarzellen<br />

versehen werden. Zu Werbezwecken lassen sich die<br />

Fronten bedrucken oder plakatieren.<br />

Kern des neuen Systems ist ein Elektrofahrzeug, das einen<br />

einfachen Dreh nutzt: Aus einer üblicherweise horizontalen<br />

Ladefläche wird die vertikal gestellte und nun beidseitig<br />

nutzbare Container-Andockbasis. Diese schmale Andockbasis<br />

vereint das Antriebsrad nebst Radaufhängung und Elektromotor,<br />

die Traktionsbatterien und die Handhabungselemente,<br />

mit denen die Container angehoben, verriegelt und<br />

wieder freigegeben werden. Eine Box für Langgüter lässt sich<br />

leicht integrieren. Der vordere Teil des Fahrzeuges mit Vorderachse,<br />

Fahrerplatz, Lenk- und Bedienelementen ist nichts<br />

besonderes; hier herrschen normale Pkw-Verhältnisse.<br />

Die offenkundigen Vorteile des neuen Fahrzeugs liegen in<br />

den simplen Bewegungsabläufen beim Handling der Container,<br />

in der reduzierten Fahrzeughöhe, die der Übersichtlichkeit<br />

zugute kommt und die eine Einfahrt in Tiefgaragen<br />

und Parkhäuser zulässt. Das Fahrzeug wird schmaler, da der<br />

beim Kastenwagen übliche Mittelgang entfällt. Das Verhältnis<br />

von Fahrzeug- zu Transportgewicht verbessert sich und<br />

der Raum wird bestens genutzt.<br />

Der anzudockende Container wird vor dem entsprechenden<br />

Andockplatz der Basis platziert, die Sensorik der Andockbasis<br />

erkennt den Container und leitet den Anhebe- und Verriegelungsvorgang<br />

automatisch ein. Der Container befindet<br />

sich danach sicher und fest verriegelt in seiner Fahrposition.<br />

Der Vorgang wiederholt sich, bis alle Andockplätze bestückt<br />

sind. Die Entnahme der Container ist ebenso leicht und kann<br />

per Knopfdruck oder durch eine Authentifizierung eingeleitet<br />

werden.<br />

Das System umfasst auch eine stationäre Andockbasis, die<br />

prinzipiell der Andockbasis des Fahrzeugs gleicht. Diese<br />

stationäre Basis kann kundenfreundlich mit abzuholenden<br />

Waren oder Paketen bestückt werden oder bereits bestückte<br />

Container aufnehmen. Bei gut organisierten Abläufen lassen<br />

sich so Leerfahrten weitgehend vermeiden. Die stationäre<br />

Basis erhält eine am Bedarf orientierte Anzahl Andockplätze.<br />

Ein universelles, quasi grünes Gegenstück zu den gelben<br />

Packstationen ließe sich etablieren, wenn sich mehrere KEP-<br />

Dienstleister zusammenschließen.<br />

Die Möglichkeiten dieses Systems enden jedoch keineswegs<br />

bei der Waren- und Paketverteilung. Spezialisierte Technikcontainer<br />

für den Einsatz beispielsweise auf Großveranstaltungen<br />

oder für Kriseneinsätze können Frischwasserspender,<br />

Minibüros, Kompaktküchen, Kühlaggregate, Lufterhitzer, Feuerlöscher,<br />

Kompressoren, Pumpen, Stromerzeuger oder Batterien<br />

enthalten. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.<br />

Das System befindet sich in der Konzeptphase und kann<br />

an Anwenderbedürfnisse angepasst werden. Die Urheber-,<br />

Schutz- und Patentrechte liegen beim Autor.<br />

Abb 2<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur und Berater<br />

Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung<br />

office@esch-pro.com<br />

86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87


»Insbesondere in der aktuellen Phase der<br />

Neuorientierung bedarf es klarer, konkreter<br />

und vor allem konsistenter Aussagen.«<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

ERSTE<br />

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Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />

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Erste Flotten - COverstory<br />

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Revolutionäres Elektromotorrad<br />

aus Österreich<br />

Reisen mit dem biiista<br />

Elektromotorräder biiista<br />

Ziel im Mobilitätsbereich ist es, Lärm- und CO 2 -Emissionen<br />

zu senken, sowie Energieverbrauch und Wartungskosten zu<br />

reduzieren. Die verbleibende Energiemenge kann mittels<br />

Photovoltaik hergestellt werden. Dies und die vielen noch<br />

unentdeckten Vorteile der Elektromobilität werden unser<br />

Konsumverhalten von Grund auf verändern.<br />

»Die Sehnsucht in diesem Bereich tätig zu werden und Nützliches<br />

zu entdecken, wurde von uns durch eine neue Form der<br />

Mobilität gestillt. Ein Elektromotorrad, konsequent um die<br />

Antriebseinheit (Motor und Batterie) herum entwickelt, in<br />

Leichtbauweise, <strong>10</strong>0% recyclingfähig, in kleinen Losgrößen<br />

wirtschaftlich herstellbar, dessen neuartige Formensprache<br />

das logische Ergebnis unserer klaren Herangehensweise<br />

ist«, so Johann Hammerschmid, Geschäftsführer der biiista<br />

elektromobilität gmbh.<br />

Das Elektromotorrad biiista stellt im Vergleich zu einem konventionellen<br />

mit Verbrennungsmotor betriebenen Motorrad<br />

ein völlig neues Fahrzeugkonzept dar. »Das Akku Pack sowie<br />

im Anschluss daran der Rahmen und die Lenkung mussten<br />

aufgrund der Platzanforderungen des Akku-Packs und der<br />

erforderlichen maximalen Steifigkeit bei äußerst geringem<br />

Gewicht komplett neu gedacht werden. In die hintere Schwinge<br />

wurden Motor und Regler integriert. Die Schwinge vorne<br />

wurde optimal an das Gewichtssteifigkeitsverhältnis angepasst.<br />

Auch die Federn und die Stoßdämpfer mussten so<br />

gewählt werden, dass diese zur Rahmenanordnung passten,<br />

ohne dabei die Formensprache zu beeinflussen«, betont<br />

der Konstrukteur Georg Hochreiter. Mit Hilfe neuer Herstellungsverfahren<br />

für dreidimensionale Sandwichbauteile und<br />

der Entwicklung neuer Produktionsprozesse wurden alle nötigen<br />

Elemente für das elektromobile Konzept, inklusive der<br />

dazu erforderlichen Produktionstechniken, entwickelt. Die<br />

ersten Prototypen werden seit März 2011 getestet.<br />

Das Elektromotorrad biiista wurde in Oberösterreich erdacht,<br />

entwickelt und produziert. Die Motivation dahinter erklärt<br />

Johann Hammerschmid: »Um die Menschen im eigenen<br />

Betrieb voranzubringen, um sie wachsen zu lassen und um<br />

etwas Wertvolles zu schaffen. Dieser Prozess, von der einfachen<br />

Überlegung hin zu einem in der Öffentlichkeit wahrgenommenen,<br />

wahrhaften Produkt, hat unsere Mitarbeiter<br />

und Mitarbeiterinnen in vielerlei Hinsicht verändert. Neues<br />

Wissen wurde generiert und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten<br />

und Fertigkeiten gestärkt.«<br />

»Der biiista ist für Menschen, die den Weg als Ziel haben.<br />

Menschen, denen es nicht um die Geschwindigkeit sondern<br />

um das Reisen und neue Erlebnisse geht. Menschen,<br />

die freiheitsliebend sind, die Emotionen bewusst erleben<br />

wollen! Menschen, die die Natur schätzen, diese spüren, riechen<br />

und hören wollen. Der biiista ist Neue Mobilität mit<br />

gutem Gewissen«, erklärt Pia-Maria Maier, die bei der biiista<br />

elektromobilität gmbh für den Vertrieb verantwortlich ist.<br />

Der biiista bietet revolutionäre Batterietechnologie, gut<br />

durchdachte technische Ausführungen und ein außergewöhnliches<br />

Design. Das Akku-Pack, welches eigens für den<br />

biiista entwickelt und produziert wurde, besteht aus sorgfältig<br />

geprüften Markenzellen, äußerst platzsparend verbaut.<br />

Das Pack ist insgesamt kleiner und leichter als vergleichbare<br />

Akku-Systeme und erbringt die höchstmögliche Leistung<br />

bei einer garantierten Lebensdauer von fünf Jahren, mind.<br />

85% Kapazität, bei bestimmungsgemäßer Verwendung. Das<br />

Drehmoment mit 240Nm am Rad ist über den gesamten Geschwindigkeitsbereich<br />

konstant. Das Chassis ist aufgrund des<br />

verwendeten Kunststoffs sehr stabil, bruchsicher und äußerst<br />

leicht. Der Profilrahmen und die Schwingen bestehen vollständig<br />

aus Aluminium und liefern bei extrem niedrigem Gewicht<br />

eine sehr hohe Torsionssteifigkeit. Gelenkt wird mittels<br />

mechanischer Radnabenlenkung, die sich aufgrund des<br />

Aufbaus des Profilrahmens ergibt. Gebremst wird mittels<br />

Scheibenbremsen, beim Bremsvorgang selbst wird Energie<br />

rückgeführt. Um ein Einfedern bei starker Bremsung zu verhindern,<br />

wurde auf einen fast vollständigen Bremsnickausgleich<br />

Wert gelegt. Der Schwerpunkt liegt extrem niedrig bei<br />

300mm, was das Handling immens vereinfacht. Das Gesamtgewicht<br />

der Basisversion beträgt nur 147 kg. Tankbar ist der<br />

biiista an jeder haushaltsüblichen Schuko- oder Kraftstromsteckdose.<br />

Der biiista wird in verschiedenen Modellvarianten,<br />

die sich in Leistung, Akkukapazität beziehungsweise<br />

Reichweite und Ladegerät (on board) unterscheiden, erhältlich<br />

sein. Je nach Modell beträgt die Leistung 11 kW (auch mit<br />

Führerscheinklasse A1 lenkbar) oder 16kW, die Reichweite<br />

<strong>10</strong>0 km oder 200 km und die Akkuladezeit 1 bis 3 Stunden.<br />

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Der biiista<br />

wird ab Frühjahr 2013 erhältlich sein.<br />

»Künftig gilt es die bis dato erworbenen Kompetenzen im<br />

Elektromobilitätsbereich weiter auszubauen. Die biiista<br />

elektromobilität gmbh ist vor allem bestrebt Fortschritte in<br />

der Batterieforschung zu forcieren«, betont Hammerschmid<br />

abschließend.<br />

Mag. Pia-Maria Maier<br />

biiista elektromobilität gmbh<br />

pia.maier@biiista.at<br />

www.biiista.at<br />

90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91


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Elektromobilität -<br />

Beschaffung durch die<br />

öffentliche Hand<br />

»Durchzuführen ist zwingend ein transparentes Vergabeverfahren<br />

unter Beachtung der Grundsätze des Wettbewerbs<br />

und der Gleichbehandlung.«<br />

Angesichts derzeit im Verhältnis zu herkömmlichen Fahrzeugen<br />

noch hoher Kosten für Elektrofahrzeuge kommt als Kunde<br />

insbesondere die öffentliche Hand in Betracht, in erster<br />

Linie also Bund, Länder und Gemeinden aber beispielsweise<br />

auch deren Tochtergesellschaften etwa in den Bereichen<br />

Stadtreinigung, Abfallentsorgung sowie kommunale Energieversorger<br />

und bestimmte Forschungsgesellschaften. Der öffentlichen<br />

Hand soll hier eine Vorbildfunktion zukommen. So<br />

sieht das am 06. Dezember 20<strong>10</strong> vom Staatssekretärsausschuss<br />

für nachhaltige Entwicklung beschlossene Maßnahmenprogramm<br />

etwa eine Verbesserung der Energieeffizienz<br />

der Fuhrparks von Bundesressorts und -Behörden vor. Die<br />

Landesregierungen unterstützen in unterschiedlicher Weise<br />

Projekte im Bereich der Elektromobilität (siehe auch S. 40,<br />

41 in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 09).<br />

Vergaberechtliche Bindungen<br />

Europaweit gibt die öffentliche Hand ca. 1,5 Billionen Euro<br />

jährlich für Waren und Dienstleistungen aus. Mit ihrem Beschaffungsbudget<br />

hat die öffentliche Hand durchaus relevanten<br />

Einfluss auf die Nachfrage und Entwicklung nachhaltiger<br />

Produkte. Anders als private Auftraggeber ist die öffentliche<br />

Hand jedoch bei der Verwendung ihrer Beschaffungsbudgets<br />

nicht frei. Bund, Länder und Gemeinden müssen, ebenso wie<br />

andere Körperschaften und Unternehmen, die als öffentliche<br />

Auftraggeber zu qualifizieren sind, bei der Auswahl ihrer Vertragspartner<br />

strenge Regeln beachten. Welche Bestimmungen<br />

für den konkreten Beschaffungsvorgang Anwendung finden,<br />

richtet sich nach dem Beschaffungswert. Bei einem (Gesamt-)Bruttoauftragswert<br />

oberhalb eines Schwellenwertes<br />

von 200.000 Euro kommen die strengeren Regeln des EU-Vergaberechts<br />

zur Anwendung. Diese auf EU-Recht beruhenden<br />

Vorschriften finden sich in den §§ 97 ff. des Gesetzes gegen<br />

Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), den Bestimmungen der<br />

Vergabeverordnung (VgV) und den Vorschriften des Teils A<br />

der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen, dort 2. Abschnitt<br />

(EG VOL/A). Für Aufträge unterhalb von 200.000 Euro<br />

Auftragswert gelten die Bestimmungen des 1. Teils der VOL/A.<br />

Vergaberechtlich handelt es sich jeweils um Lieferaufträge,<br />

gleich ob die Fahrzeuge gekauft, gemietet oder etwa im Wege<br />

des (Full-Service) Leasing erworben werden.<br />

Durchzuführen ist zwingend ein transparentes Vergabeverfahren<br />

unter Beachtung der Grundsätze des Wettbewerbs und<br />

der Gleichbehandlung. Da die Leistungen hier hinreichend<br />

eindeutig und erschöpfend beschrieben werden können, wird<br />

die Vergabe in aller Regel im Wege eines förmlichen Vergabeverfahrens<br />

erfolgen müssen, d.h. unterhalb des Schwellenwertes<br />

mittels Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung<br />

und oberhalb des Schwellenwertes im Wege des sog. Offenen<br />

Verfahrens. Der Schwellenwert dürfte jedoch bereits bei einer<br />

überschaubaren Anzahl an zu beschaffenden Fahrzeugen<br />

regelmäßig überschritten sein, und sei es unter Berücksichtigung<br />

weiterer, bei der Schwellenwertberechnung mit<br />

zu berücksichtigender Kosten z.B. für Ladeinfrastruktur oder<br />

Batterieleasing.<br />

Anforderungen an die Verfahrensgestaltung<br />

Der öffentliche Auftraggeber unterliegt umfangreichen rechtlichen<br />

Bindungen. Auf deren Einhaltung haben die Bieter Anspruch.<br />

Dies gilt beispielsweise für das Gebot der Produktund<br />

Herstellerneutralität, wonach die Leistungen weder offen<br />

noch durch Beschreibung der technischen Spezifikationen<br />

auf bestimmte Hersteller und Lieferanten zugeschnitten sein<br />

dürfen. Auch sind die Anforderungen an technische und/<br />

oder Umwelteigenschaften im Einzelnen zu spezifizieren, so<br />

dass alle Bieter die Leistungsbeschreibung im gleichen Sinne<br />

verstehen können und die Angebote miteinander vergleichbar<br />

sind. Insbesondere für die Angebotsabgabe muss der<br />

Auftraggeber den interessierten Unternehmen eine ausreichend<br />

lang bemessene Frist einräumen. Bei EU-weiten Ausschreibungen<br />

im offenen Verfahren beträgt diese bei elektronischem<br />

Versand der Bekanntmachung mindestens 45 Kalendertage.<br />

Die Zuschlagskriterien, von denen bei der späteren<br />

Angebotswertung nicht abgewichen werden darf, sind einschließlich<br />

ihrer Gewichtung im Vorfeld hinreichend transparent<br />

bekannt zu machen. Alleiniges Zuschlagskriterium kann<br />

der niedrigste Preis sein, es kann aber auch etwa der Preis mit<br />

weiteren, z.B. technischen Kriterien oder auch der Lieferfrist<br />

bewertet werden. Zum Zwecke der Eignungsprüfung kann<br />

der Auftraggeber die Vorlage von Nachweisen zur Zuverlässigkeit<br />

sowie zur wirtschaftlichen und fachlich-/ technischen<br />

Leistungsfähigkeit verlangen. Hierzu zählen auch Angaben<br />

zu in der Vergangenheit durchgeführten vergleichbaren Aufträgen<br />

(Referenzen). Diese können gerade Newcomern mitunter<br />

eine Beteiligung erschweren, wenngleich Referenzen<br />

prinzipiell auch durch erbrachte Leistungen im Privatsektor<br />

nachgewiesen werden können.<br />

Grundlagen erfolgreicher Beteiligung<br />

Mit der rechtlichen Bindung des Auftraggebers an die Verfahrensausgestaltung<br />

korrespondieren zahlreiche Pflichten bzw.<br />

Obliegenheiten des Bieters. Dies gilt insbesondere hinsichtlich<br />

der in der Regel stark formalisierten Anforderungen an<br />

die Angebotsgestaltung und die mit dem Angebot vorzulegenden<br />

Unterlagen und Erklärungen. Spätere Verhandlungen<br />

nach Angebotsabgabe sind im Verfahren der öffentlichen Ausschreibung<br />

bzw. des offenen Verfahrens nicht zulässig.<br />

Zunächst bedarf es einer hinreichend frühen Kenntnis der<br />

Beschaffungsabsicht eines öffentlichen Auftraggebers. Bei<br />

Aufträgen oberhalb des Schwellenwertes besteht eine Pflicht<br />

zur EU-weiten Veröffentlichung der Vergabebekanntmachung<br />

im EU-Amtsblatt.<br />

Diese Bekanntmachungen sind sämtlich kostenfrei im sog.<br />

TED abrufbar unter http://ted.europa.eu. Gezielt nach eFahrzeugen<br />

gesucht werden kann dabei unter Angabe des CPV-<br />

Codes: 34144900-7. Nationale Bekanntmachungen sind über<br />

unterschiedliche Dienstleister sowie auf den Vergabeportalen<br />

des Bundes (www.bund.de) oder der Länder einsehbar.<br />

Nach Auffinden und Durchsicht der Bekanntmachung sind<br />

zunächst die Vergabeunterlagen beim öffentlichen Auftraggeber<br />

anzufordern. Auf welchem Wege diese zur Verfügung<br />

gestellt werden, z.B. in Papierform oder vollelektronisch über<br />

eine Vergabeplattform, ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.<br />

Ggf. geforderte externe Eignungsnachweise, z.B. Unbedenklichkeitsbescheinigungen<br />

des Finanz- oder kommunalen<br />

Steueramtes sowie Auszüge aus dem Gewerbezentralregister,<br />

sind rechtzeitig und in der geforderten Form bei den zuständigen<br />

Stellen zu beschaffen. Während der Angebotsphase<br />

sowie bei der Erstellung und Abgabe des Angebotes sind<br />

zwingend die Vorgaben des Auftraggebers zu beachten. Für<br />

die Kommunikation mit dem Auftraggeber sind ausschließlich<br />

die hierfür vorgesehenen Kommunikationswege zu nutzen.<br />

Das Angebot muss bei der vom Auftraggeber angegebenen<br />

Stelle innerhalb der Angebotsfrist, in der vorgesehenen<br />

Form, d.h. in verschlossenem, entsprechend gekennzeichnetem<br />

Umschlag und an der/den entsprechenden Stelle(n) unterzeichnet<br />

oder, sofern eine elektronische Angebotsabgabe<br />

vorgesehen ist, mit der erforderlichen Signatur, abgegeben<br />

werden. Sämtliche geforderten (insbesondere Preis-) Angaben<br />

sind vollständig an der jeweils hierfür vorgesehenen<br />

Stelle zu machen. Zu beachten ist weiter, dass die Vergabeunterlagen<br />

keinesfalls eigenmächtig vom Bieter geändert<br />

werden dürfen. Aus diesem Grunde sollten einem Angebot<br />

grundsätzlich keine eigenen AGB beigefügt werden.<br />

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Abgabe eines wertungsfähigen<br />

Angebotes nicht dem Zufall überlassen werden<br />

sollte.<br />

Dr. Oliver Esch<br />

Rechtsanwalt<br />

Osborne Clarke<br />

www.osborneclarke.de<br />

92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93


Erste Flotten - Quartier Potsdamer Platz<br />

Erste Flotten - elektro:mobilia<br />

Das Schaufenster<br />

im Schaufenster<br />

Elektromobilität im Quartier Potsdamer Platz<br />

Kompetenztreffen<br />

Elektromobilität<br />

Im Fokus: Elektromobilität in der gewerblichen Nutzung<br />

Die erste eCarsharing-Strasse Europas befindet sich im Quartier Potsdamer Platz Ausstellung historischer Elektrowagen auf der elektro:mobilia 2012<br />

Berlin und Brandenburg sind Vorreiter der Neuen Mobilität.<br />

Als Praxislabor hält besonders das Quartier Potsdamer Platz<br />

vielfältige Erfahrungen bereit und bietet einmalige Voraussetzungen,<br />

die Entwicklung des »Internationalen Schaufenster<br />

Berlin-Brandenburg« wegweisend mit zu gestalten.<br />

Schon jetzt weisen die Mobilitätsangebote im Quartier mit<br />

starken Projektpartnern ein attraktives Angebot auf: Angefangen<br />

mit Berlins erster Elektro-Smart-Flotte von car2go inklusive<br />

Ladesäulen über den Segway-Verleih von yoove bis<br />

hin zu elektrischen Transportfahrzeugen, die von Dienstleistern<br />

direkt vor Ort genutzt werden. »Das Quartier ist ein<br />

abwechslungsreiches Erprobungsfeld und im Herzen der<br />

Hauptstadt der »Platz to be« für Elektromobilität«, erklärt<br />

Thomas Schmalfuß, Geschäftsführer der Potsdamer Platz<br />

Management GmbH, und führt weiter aus, »Wir sind aufgeschlossen<br />

für die Stärkung integrierter und erlebbarer<br />

Elektromobilität und werden den Start weiterer Projekte<br />

auch in Zukunft unterstützen. Dabei möchten wir die Aufenthaltsqualität<br />

in unserem Quartier nicht nur attraktiver<br />

gestalten, sondern den Standort als Hot-Spot der Elektromobilität<br />

gleichermaßen stärken.«<br />

Dieses Konzept hat sich bewährt. Die Mobilitäts-Angebote<br />

am Potsdamer Platz begeistern täglich bis zu <strong>10</strong>0.000 Besucher,<br />

Anwohner und Nutzer. Dabei sind das Bedürfnis und<br />

die Anwendung vielfältig. Einerseits zieht das Quartier junge,<br />

kreative Gäste aus aller Welt an, die sich für innovative<br />

Themen begeistern und die Vorzüge urbaner Mobilität flexibel<br />

erleben möchten. Anderseits ist das Quartier Potsdamer<br />

Platz aber auch Heimat internationaler Unternehmen, die die<br />

Vorzüge der Elektromobilität in ihren Arbeitsalltag integrieren<br />

wollen.<br />

Das Quartier Potsdamer Platz bietet den Märkten der Zukunftsbranche<br />

Elektromobilität eine umfassende sowie zeitgemäße<br />

Plattform zur Kommunikation und Anwendung. Diese<br />

Anforderungen in Kombination mit der Integration, Anwendung<br />

und Kommunikation der entscheidenden Märkte<br />

Energie, Fahrzeuge und Verkehr machen das Quartier zum<br />

»Schaufenster im Schaufenster«. Elektromobilität macht<br />

Spaß, fasziniert und ist nachhaltig. An dieser Prämisse wird<br />

das Quartier Potsdamer Platz auch 2013 festhalten und sich<br />

maßgeblich daran beteiligen, dass Berlin-Brandenburg ein<br />

führender Industriestandort in der Zukunftsbranche »Elektromobilität«<br />

sein wird.<br />

Mehr Informationen unter www.potsdamerplatz.de und<br />

www.facebook.com/potsdamerplatz.de<br />

Am 13. und 14. Februar 2013 veranstaltet der ZVEI - Zentralverband<br />

Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gemeinsam<br />

mit der Koelnmesse nunmehr zum fünften Mal das »Kompetenztreffen<br />

Elektromobilität« und die parallel stattfindende<br />

Fachausstellung »elektro:mobilia«. Experten und Entscheider<br />

aus der Automobil-, Energie-, Elektro- und Elektronik-<br />

Branche sowie Vertreter aus der Politik diskutieren hier<br />

gemeinsam über aktuelle Projekte und Entwicklungen. Ziel<br />

ist, eine breite Einführung von Fahrzeugen mit elektrischen<br />

Antrieben zu forcieren. Der zweitägige Kongress hat sich zu<br />

einer führenden Branchenplattform entwickelt und bietet<br />

eine Vielzahl interessanter Vorträge zu Technologiestand,<br />

Marketingentwicklung und Best Practices in der weltweiten<br />

Elektromobilität. Die parallel stattfindende Fachausstellung<br />

elektro:mobilia als zentrale Informations- und Businessmesse<br />

vernetzt Fachbesucher und Abnehmer mit Unternehmen,<br />

die innovative Elektromobilität von morgen zeigen.<br />

Eröffnet wird der Kongress von Moderator Dr. Kurt Demmer,<br />

Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG, gemeinsam<br />

mit dem ZVEI-Präsidenten Friedhelm Loh und Garrelt<br />

Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand<br />

und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Referenten<br />

sind unter anderen: Harald Kröger, Vice President<br />

e-Drive Daimler AG, Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer<br />

Brose-SEW, Dr. Wolfgang Scholze, Leiter Umweltmanagement<br />

Fraport AG und Dr. Rudolph Krebs, Generalbevollmächtigter<br />

der Volkswagen AG.<br />

Auf Initiative und Einladung der Fachzeitschriften Firmenauto/ecoFleet<br />

in Kooperation mit der Koelnmesse findet<br />

erstmalig ein speziell auf die Zielgruppe »Flottenmanager«<br />

ausgerichtetes Symposium zur elektro:mobilia statt. Am 13.<br />

Februar 2013 beleuchten Flottenexperten - darunter auch<br />

BEM-Beirat Tim Ruhoff - das Thema »Elektromobilität in der<br />

gewerblichen Nutzung«. Präsentiert wird der sinnvolle Einsatz<br />

elektromobiler Fahrzeuge in Flotten. Dabei werden sowohl<br />

die Kosten-Nutzen-Aspekte einer Elektroflotte analysiert<br />

als auch attraktive Leasingmodelle aufgezeigt.<br />

Erneut wird im Rahmen der elektro:mobilia 2013 ein Testparcours<br />

realisiert. Unmittelbar angrenzend an die Fachausstellung<br />

können hier CO 2 -neutrale Fahrzeuge getestet werden.<br />

Der Testparcours beginnt in Halle 8 und führt über das anliegende<br />

Außengelände zurück in die Haltebuchten der Unternehmen.<br />

Hier haben gewerbliche Kunden, Händler und Industrievertreter<br />

die Möglichkeit, sich einen Marktüberblick<br />

zu verschaffen und alle Exponate und ihre Eigenschaften bei<br />

einer Probefahrt zu erfahren.<br />

Mehr Informationen unter www.elektromobilia.de<br />

94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95


Erste Flotten - SMartlab<br />

Erste Flotten - SMartlab<br />

IKT Leuchtturm<br />

»econnect Germany«<br />

Forschung von Stadtwerken für Stadtwerke<br />

Das Projekt »econnect Germany« ist Teil des vom Bundesministerium<br />

für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten<br />

Forschungsprogramms »IKT für Elektromobilität II - Smart<br />

Car - Smart Grid - Smart Traffic«. Im bundesweit größten<br />

Forschungsprojekt im Rahmen des Technologiewettbewerbs<br />

haben sich neben elf Industriepartnern und vier Hochschulen<br />

sieben Stadtwerke aus ganz Deutschland zu einem Forschungsverband<br />

zusammengeschlossen - von Sylt im hohen Norden<br />

über Osnabrück bis ins südliche Allgäu, von Aachen und Trier<br />

im tiefen Westen über Duisburg bis nach Leipzig im Osten.<br />

25 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen des ambitionierten<br />

Projektes, das sich seit Jahresbeginn bis Mitte 2014<br />

mit Lösungen für Elektromobilität beschäftigt.<br />

Darüber hinaus hat die Bundesregierung im Juni 2012 »econnect<br />

Germany« als Leuchtturmprojekt für Elektromobilität<br />

ausgezeichnet. Unter der Konsortialführerschaft der smartlab<br />

Innovationsgesellschaft mbH aus Aachen zählt »econnect<br />

Germany« zu den 13 herausragenden Projekten in Deutschland,<br />

die die Elektromobilität auf die Straße bringen. Das<br />

Besondere an diesem Projekt: In den einzelnen Hubs bündeln<br />

die Stadtwerke an sieben Standorten Partner aus Forschung<br />

und Entwicklung, um jeweils unterschiedliche Themenbereiche<br />

zu bearbeiten. Die Bandbreite reicht dabei von intelligenten<br />

Verkehrsanwendungen für Elektromobilität (Smart<br />

Traffic) und der Integration der Elektromobilität in das intelligente<br />

Stromnetz der Zukunft (Smart Grid) bis hin zu intermodalen<br />

Verkehrskonzepten.<br />

Im Hub Aachen erforschen die STAWAG, Stadtwerke Aachen<br />

AG, und sieben Konsortialpartner verschiedene Themengebiete<br />

im Bereich des Lastmanagements von Elektrofahrzeugen.<br />

Ein sogenanntes »Clearinghouse« (e-clearing.net) soll<br />

zukünftig die Interoperabilität zwischen verschiedenen Ladeinfrastrukturen<br />

in Europa herstellen. Für eine wirtschaftliche<br />

Überführung der zu entwickelnden Lösungen werden entsprechende<br />

Geschäftsmodelle begleitend entwickelt. Zu den<br />

Konsorten zählen die RWTH Aachen University, die Industriepartner<br />

PHOENIX CONTACT Deutschland GmbH, Kellendonk<br />

Elektronik GmbH, PSI AG, Schleupen AG und die Siemens AG.<br />

Ausgangspunkt für das Lastmanagement ist das Smart Pricing,<br />

über das die STAWAG bis zu zehn Feldtestkunden zeitvariable<br />

Tarife anbietet. Diese orientieren sich unter anderem<br />

an der lokalen Erzeugung Erneuerbarer Energien. Somit<br />

erhalten die Kunden ein Preismodell, welches speziell das<br />

Laden von Elektrofahrzeugen in kostengünstigen Zeiten lukrativ<br />

macht und nebenbei noch den Anteil regenerativ erzeugter<br />

Energie in der Fahrzeugbatterie erhöht. Die variablen<br />

Preise werden in einem System von der Firma Schleupen<br />

erzeugt und über das Home Demand Management System<br />

übermittelt. Dieses unterstützt die Kunden bei der Ladesteuerung<br />

zum günstigsten Ladezeitpunkt bei gleichzeitig uneingeschränkter<br />

Mobilität.<br />

Zentral nachgelagert werden die Lastgänge aus dem Smart-<br />

Metering-System, welches die Firma Siemens bereitstellt, mit<br />

den dynamischen Tarifen verbunden - die eigentliche Rechnungsstellung<br />

erfolgt weiterhin über das System der STA-<br />

WAG. Die Kunden erhalten die Möglichkeit, ihre Ladevorgänge<br />

über ein Nutzerinterface auf einem Tablet-PC zu steuern,<br />

indem sie einen Grenzpreis oder einen Endzeitpunkt für die<br />

Ladung vorgeben. Der Verbrauch und die Kosten werden vollkommen<br />

transparent gemacht.<br />

Insgesamt ermöglicht das Home Demand Management System<br />

dem Kunden, sowohl die variablen Preise einfach und intuitiv<br />

zu nutzen als auch Ladevorgänge ohne Mehrkosten durch<br />

einen verstärkten Netzanschluss zuhause durchzuführen.<br />

Einerseits wird der aktuelle Ladestrom dem Kunden auf<br />

dem Tablet-PC visualisiert, andererseits dient dieser auch<br />

einer sogenannten intelligenten Ortsnetzstation (iONS) als<br />

wichtige Eingangsgröße für einen Regelalgorithmus zur dezentralen<br />

Netzsteuerung. Die iONS stellt sowohl auf der<br />

Smart Pricing Home Demand Management Demand Side Management<br />

Quelle: smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />

physikalischen Ebene als auch auf der Informations- und<br />

Steuerungsebene das Bindeglied zwischen Mittelspannungsund<br />

Niederspannungsnetz dar. Der Verteilnetzbetreiber kann<br />

bei zu hohen Belastungen im Niederspannungsnetz die maximale<br />

Ladeleistung der Elektrofahrzeuge begrenzen. Netzausbaumaßnahmen<br />

können so vermieden und die eingesparten<br />

Kosten an die Kunden weitergegeben werden.<br />

Quelle: smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />

Innerhalb des Feldversuchs rüstet die STAWAG des Weiteren<br />

einen Kunden zusätzlich mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage<br />

und eines stationären Akkus als sogenannten »Prosumer-<br />

Haushalt« aus: Der Kunde ist sowohl Produzent als auch<br />

Konsument von Strom und hat die Möglichkeit, den auf dem<br />

eigenen Dach erzeugten regenerativen Strom zu speichern<br />

und später in Zeiten höherer Strompreise zu nutzen.<br />

e-clearing.net setzt Akzent bei grenzenloser Elektromobilität<br />

Internationales Roaming sowie offene Standards bei Ladeinfrastrukturen,<br />

das sind die Herausforderungen, wenn es darum<br />

geht, Elektromobilität voranzutreiben. Bereits im März<br />

dieses Jahres hat die smartlab Innovationsgesellschaft den<br />

sogenannten »Treaty of Vaals« gegründet. Damit setzte die<br />

IT-Plattform e-clearing.net mit den Partnern smartlab, bluecorner<br />

N.V. aus Belgien, e-laad aus den Niederlanden und<br />

fünf weiteren europäischen Partnern einen entscheidenden<br />

Akzent. Im Oktober 2012 ist smartlab über e-clearing.net zusammen<br />

mit anderen strategischen Marktteilnehmern der<br />

Interessengruppe »eMobility ICT Interoperability Interest<br />

Group« beigetreten.<br />

Dipl.-Wirt.-Ing. Hauke Hinrichs<br />

Technischer Leiter und Prokurist<br />

smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />

www.smartlab-gmbh.de<br />

96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97


Erste Flotten - e-Wolf<br />

5.-7.2.2013<br />

Essen /Germany<br />

B U S I N E S S<br />

N E T W O R K<br />

Future of Mobility<br />

Elektromobil von Genua<br />

bis Amsterdam<br />

2.700 Kilometer rein elektrisch mit der Elektro-Rallye WAVE durch Europa<br />

Sondershow des Innovationsthemas<br />

„smart energy“ im Rahmen der<br />

E-world energy & water 2013<br />

www.e-world-2013.com<br />

Gruppenbild in Harlingen/NL am Strand<br />

Im Rahmen der letztjährigen World Advanced Vehicle Expedition<br />

(WAVE) hat die e-Wolf GmbH mit dem batterieelektrischen<br />

Kleinbus DELTA 2 insgesamt 2.700 km quer durch<br />

Europa zuverlässig absolviert und in der Gesamtwertung den<br />

3. Platz erzielt. Vom 09. bis 22. September 2012 fuhren rund<br />

20 Elektrofahrzeuge - betrieben mit Strom aus Erneuerbaren<br />

Energien - durch die fünf europäischen Länder Italien,<br />

Schweiz, Deutschland, Frankreich und Niederlande.<br />

Die Strecke führte von Genua unter anderem über Monza,<br />

Basel, Freiburg, Karlsruhe, Marburg, Paderborn, bis nach<br />

Amsterdam.<br />

»Dank des großen Engagements unserer Partner Karlsruher<br />

Institut für Technologie (KIT), ElektroMobilität.NRW, Athlon<br />

Car Lease, AMK, Sortimo Speedwave, Hansaflex, der Messe<br />

eCarTec sowie dem Bundesverband eMobilität können wir<br />

auf eine erfolgreiche und spannende elektrische Rallye zurück<br />

blicken«, betont Fabian Krohn, Leiter Geschäftsentwicklung<br />

und Projekte bei e-Wolf.<br />

»Das Ergebnis, bei der von Louis Palmer initiierten elektrischen<br />

Rallye, ist allerdings nur zweitrangig. In über 40 Städten<br />

wurde der Öffentlichkeit demonstriert, dass elektrische Mobilität<br />

schon heute zuverlässig und insbesondere verfügbar<br />

ist. Temperaturen von -2°C bis +32°C, Höhenunterschiede<br />

von bis zu 2.350m, 500kg Zuladung, unterschiedlichste Ladeinfrastruktur<br />

und Tagesfahrleistungen von über 300km stellten<br />

keine Hindernisse für unseren e-Wolf DELTA 2 dar«, so<br />

Krohn weiter. »Die umfangreichen Erfahrungen und Ergebnisse,<br />

die wir unter diesen Extrembedingungen sammeln<br />

konnten, werden in die Entwicklung zukünftiger batterieelektrischer<br />

Nutzfahrzeuge sicherlich mit einfließen.«<br />

Zusätzlich zu den gesammelten Erfahrungen wurde durch<br />

den Einsatz von Erneuerbaren Energien während der Elektro-<br />

Rallye sichergestellt, dass kein CO 2 emittiert wurde und dadurch<br />

demonstriert, dass Elektromobilität ein wichtiger Baustein<br />

für den Klima- und Umweltschutz darstellen kann.<br />

Weitere Informationen rund um die WAVE finden Sie unter<br />

www.europe.wave2012.net<br />

Fabian Krohn<br />

Leiter Geschäftsentwicklung und Projekte<br />

e-Wolf GmbH<br />

www.ewolf-car.com<br />

Neue Mobilität – Antworten statt Fragen.<br />

98 Neue Mobilität<br />

www.conenergy.com


Erste Flotten - Brammo<br />

Erste Flotten - Brammo<br />

eMotorräder im Fokus<br />

Ohne Emissionen und mit Spaß in die Zukunft<br />

Brammo ist Elektromotorrad-Weltmeister 2012<br />

Polizei in Hong Kong fährt Elektro-Motorrad<br />

Der Elektro-Motorrad-Pionier Brammo (Ashland, Oregon)<br />

startet jetzt auch in Europa durch. Vom bayerischen Burgkirchen<br />

aus steuert Europa-Manager Hans Eder mitsamt<br />

Team die Expansion und baut derzeit mit regionalen Partnern<br />

ein europaweites Vertriebsnetz auf. Und die Zeichen<br />

stehen gut: Derzeit ist das Brammo in sieben europäischen<br />

Ländern vertreten. Tendenz steigend. »Meist sind es gerade<br />

die traditionellen Motorradhändler, die sehr schnell erkennen,<br />

dass sie mit Brammo den entscheidenden Schritt in die<br />

Zukunft gehen können«, so Eder.<br />

»Elektrisch betriebene Motorräder sind längst in der öffentlichen<br />

Wahrnehmung angekommen«, weiss Eder zu berichten.<br />

Nicht zuletzt haben umfangreiche Publikationen in Fach- und<br />

Nachrichtenmagazinen dafür gesorgt. So schrieb das Hamburger<br />

Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«, nachdem der Redakteur<br />

in Ashland als einer der ersten Journalisten weltweit<br />

das Brammo-Top-Modell »Empulse« testete: »Motorräder<br />

sind bessere Elektromobile als Autos«. Und auch der Endverbraucher<br />

merkt spürbar, dass die derzeitigen Serien-Brammos<br />

ernstzunehmende, top verarbeitete Motorräder sind, die<br />

ganz neue Möglichkeiten in der alltäglichen Mobilität eröffnen.<br />

Keine Emissionen, kein Krach, niedrige Betriebskosten.<br />

Das ist nicht nur politisch korrekt sondern auch ziemlich<br />

sexy und macht unglaublich viel Spaß. Kein Wunder also,<br />

dass beim Handel mittlerweile gezielt nachgefragt wird.<br />

»Momentan sind unsere City-Motorräder aus der Enertia-<br />

Serie unsere Zugpferde. Diese Motorräder vereinen hohe Endgeschwindigkeiten<br />

von bis zu <strong>10</strong>0 km/h bei gleichzeitig alltagstauglichen<br />

Reichweiten von bis zu 120 km - und das ab<br />

einem Endverbraucherpreis von unter 9.000 Euro. Damit haben<br />

wir eine ganz neue Ära eingeleitet - bis vor wenigen Jahren<br />

waren diese Leistungen nicht unter 15.000 Euro zu haben«,<br />

so Eder weiter. Die »Enertia«-Modelle werden für den<br />

europäischen Markt in Ungarn produziert.<br />

Das schnellste Serien-Elektro-Motorrad der Welt<br />

In den Startlöchern steht die Brammo Empulse, die bereits<br />

jetzt auf dem US-amerikanischen Markt regen Absatz findet.<br />

Ab Sommer 2013 wird das Elektro-Superbike dann auch auf<br />

Europas Straßen unterwegs sein. Mit einer Spitzenleistung<br />

von 54 PS, 170 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie einer<br />

Reichweite von bis zu 200 km ist die Empulse derzeit das<br />

weltweit schnellste in Serie gefertigte Elektro-Motorrad. Das<br />

sogenannte Level 2 Charging ermöglicht das Aufladen der<br />

<strong>10</strong>kW/h Batterien in nur 3,5 Stunden. Weltrekord für Motorräder!<br />

»Bei den ersten Testfahrten in den USA waren die Motorradjournalisten<br />

extrem überrascht, welch aussergewöhnliches<br />

Fahrverhalten eine Empulse bietet. In der schnellen<br />

Kurvenhatz konnte eine Vergleichsperson mit einem sportlichen<br />

<strong>10</strong>0 PS starken Benzinmotorrad nur sehr schwer folgen.<br />

Von fehlendem Sound wollte übrigens keiner der Tester<br />

berichten, vielmehr von einem bisher unbekannten extrem<br />

puren Fahrerlebnis, vollkommen ungestört von einer brüllenden<br />

Auspuffanlage«, erzählt Eder enthusiastisch.<br />

Daneben verantworten Eder und sein Team außerdem die<br />

Entwicklung des Offroad-Segments von Brammo. Während<br />

die Motorräder mit Straßenzulassung (Enertia Plus und Empulse)<br />

von einem US-amerikanischen Entwicklungs-Team gezeichnet<br />

werden, werden die Brammo E-Moto-Crosser (Engage,<br />

Encite) hier gemeinsam mit italienischen Ingenieuren für<br />

den Weltmarkt entwickelt. Zum Einsatz kommen die Offroad-<br />

Modelle ab Frühjahr 2014 weltweit in den Brammo-Parx.<br />

Brammo gewinnt Elektro-Motorrad-WM<br />

Brammo ist eMotorrad-Weltmeister 2012. Auf dem Speedway-<br />

Oval in Daytona (Florida) sicherte sich Brammo-Pilot Steve<br />

Atlas im Oktober den ersten TTXGP-Weltmeistertitel für das<br />

Team. Zweiter wurde Matthias Himmelmann (Münch Racing)<br />

vor Eric Bostom (Brammo), der damit gleichzeitig auch den<br />

Konstrukteur-Titel für Brammo sichern konnte. Höchstgeschwindigkeiten<br />

von bis zu 260 km/h und Leistungen von<br />

mehr als 150 PS am Hinterrad zeigten in beeindruckender<br />

Weise den Stand der Technik im Segment elektrisch betriebener<br />

Motorräder. »Mit diesen Leistungs-Parameteren sind wir mit<br />

unserer Race-Empulse auf Augenhöhe mit 600 cc-Racebikes«,<br />

so ein sichtlich zufriedener Brammo-Teamchef Brian Wisman.<br />

Hong Kong erstickt im Smog - Polizei fährt jetzt Brammo<br />

Abgasfrei auf Verbrecherjagd. Die Polizei der Mega-Metropole<br />

Hong Kong ist seit Frühjahr 2012 auf rein elektrisch<br />

betriebenen Motorrädern des BEM-Mitgliedsunternehmens<br />

unterwegs. Damit reagierten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung<br />

auf die steigenden Umweltbelastungen in einer<br />

der verkehrsreichsten Metropolen dieser Welt. Nach einer<br />

sieben Monate langen, intensiven Probephase konnte ein<br />

entsprechender Kooperationsvertrag mit dem US-Hersteller<br />

unterzeichnet werden. Seitdem werden nach und nach die<br />

etwa 200 Motorräder mit Verbrennungsmotor gegen rein<br />

elektrisch betriebene und abgasfreie Brammos ersetzt. Zum<br />

Einsatz kommen 18 PS starke »Enertia Plus«-Modelle.<br />

»Vor allem in den Metropolen eröffnen die elektrisch betriebenen<br />

Brammos ganz neue Perspektiven und Lösungsansätze<br />

für den alltäglichen Verkehrskollaps«, ist sich Brammo-<br />

Europa-Manager Hans Eder sicher. Mehrere europäische Kommunen<br />

haben jetzt nachgelegt und erste Probeläufe mit<br />

Brammos gestartet.<br />

Hans Eder<br />

Brammo Europe<br />

heder@brammo.com<br />

www.brammo.com<br />

<strong>10</strong>0 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>1


Erste Flotten - Classic eCars<br />

Erste Flotten - Classic eCars<br />

Höchste Effizienz bei der<br />

Future Car Challenge 2012<br />

<strong>10</strong>1,6 km von Brighton nach London mit 3,8 kWh oder 0,4 l Benzin<br />

Energie für die Rekordfahrt lieferte eine mobile Windladestation Willi Balz und seine Frau Lani als Navigatorin im Windreich Me 1<br />

Riesenerfolg bei der Future Car Challenge 2012 - dem weltweit<br />

anspruchsvollsten Effizienzwettbewerb - für Windreich<br />

und Classic eCars: Best Overall, Best Electric Vehicle, Best<br />

Sport- Prototype und auch Publikums-Award.<br />

Die Future Car Challenge (FCC) ist der weltweit bedeutendste<br />

Wettbewerb für energieeffiziente Fahrzeuge. Angetreten waren<br />

zahlreiche führende Automobilhersteller, Universitäten<br />

und Hersteller von Kleinserien, angetrieben mit Elektro-, Hybrid-,<br />

Hydrogen und ICE-Antrieben. Veranstaltet durch den<br />

Royal Automobile Club (RAC) London jedes Jahr im November,<br />

beweisen Ingenieurteams und Fahrer ihre Pionierarbeit<br />

in Sachen Innovation für die zukünftige Mobilität. Die Teilnehmer<br />

trafen sich zum dritten Mal im Seebad Brighton, um<br />

sich auf dem Weg über Landstraße, Autobahn und Stadtverkehr<br />

nach London mit der Konkurrenz zu messen. Ziel war es,<br />

in einem knapp vorgegebenen Zeitfenster eine Messstrecke<br />

von <strong>10</strong>1,6 km maximal energieeffizient zu fahren. Der Sieger<br />

wurde bestimmt, indem die verschiedenen Konzepte durch<br />

eine durch das Imperial College London entwickelte Messmethodik<br />

und Äquivalenztabelle vergleichbar gemacht wurden.<br />

Weit über <strong>10</strong>0.000 interessierte Zuschauer feierten mit den<br />

Fahrern den Zieleinlauf in Londons Regent Street und freuten<br />

sich mit den Gewinnern.<br />

Das Fahrzeug: Der Windreich Me 1<br />

Anfang 2012 beauftragte die Windreich E-Mobilitäts GmbH<br />

das BEM-Mitglied Broedersdorff & Koenzen Classic-eCars<br />

GmbH, einen siegfähigen Elektro-Prototypen auf die Räder<br />

zu stellen. Als Basisfahrzeug kam auf Grund der knappen Entwicklungszeit<br />

nur ein Bestandsfahrzeug in Frage. Anspruchsvoll<br />

war die Aufgabe signifikant unter den rund 400kg des<br />

Vorjahressiegers zu bleiben. Hinzu kamen hohe Ansprüche<br />

an die Effizienz des Antriebs sowie die Aerodynamik der Karosserie.<br />

Die Wahl fiel letztlich auf einen Messerschmitt Kabinenroller,<br />

ein schon zu seiner Entwicklungszeit auf höchste<br />

Effizienz und Fahrdynamik ausgerichtetes Fahrzeugkonzept.<br />

Der Kabinenroller wurde sehr aufwändig restauriert und in<br />

diesem Rahmen auch gewichtsoptimiert. D.h. es wurde vorrangig<br />

hochfestes Dünnblech verbaut, das Heck vollständig<br />

in Aluminium gefertigt - die Basis war ein originaler KR 200.<br />

Der Antrieb des Kabinenrollers wurde gezielt für die Future<br />

Car Challenge (FCC) optimiert und angepasst. In nur 6 Monaten<br />

wurden unter Hochdruck Entwicklung, Fertigung und<br />

Einbau des gesamten Antriebsstranges umgesetzt.<br />

Der Antrieb wird durch eine 15 kW Synchron-Maschine mit<br />

Primär- und Sekundärkette realisiert. So hat der Kabinenroller<br />

einen hocheffizienten Kettenantrieb und bis zum Hinterrad<br />

einen Wirkungsgrad von ca. 90%. Für diesen Antrieb<br />

wurde der Fahrschemel umkonstruiert und unter Effizienzaspekten<br />

angepasst. Je nach Wahl der variablen Übersetzungen<br />

sind dabei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 120<br />

km/h möglich. Auf Grund des Streckenprofils und der Verkehrssituation<br />

in London wurde für die FCC 2012 eine Übersetzung<br />

mit einer Vmax von 75 km/h gewählt. Dabei erreicht<br />

der Kabinenroller durch sein geringes Gewicht von 238 kg<br />

sehr beeindruckende Beschleunigungswerte. Die leichte 8<br />

kWh Batterie wurde vollständig in die Konstruktion des Beifahrersitzes<br />

integriert. Sie basiert auf luftgekühlten Lithium<br />

-Polymer-Zellen, die eigens für das Vorhaben konfiguriert<br />

wurden. Für längere Strecken kann ein Zusatz-Modul mit<br />

weiteren 8 kWh ergänzt werden. Das Batteriemanagementsystem<br />

liefert die zentralen Batterie- und Verbrauchswerte<br />

auf ein Android-basiertes Smartphone, welches über eine<br />

Bluetooth-Schnittstelle sowohl alle relevanten Daten des<br />

Fahr- als auch des Ladebetriebs darstellt.<br />

Energie für die Rekordfahrt lieferte eine mobile Windladestation<br />

vor Ort<br />

Für die Ladung des Rekordfahrzeugs wurde konsequent die<br />

effizienteste Art der Energieerzeugung und das Antriebskonzept<br />

mit dem höchsten Wirkungsgrad genutzt: Windstrom<br />

und eMobilität. Den Ladestrom produzierte die mobile Windreich-Ladestation<br />

vor Ort. Somit konnte die komplette Prozesskette<br />

vom Windrad bis zum Hinterrad abgebildet werden.<br />

Das Ergebnis: <strong>10</strong>0 km für weniger als 1 Euro<br />

Mit einem Verbrauch von nur 3,8 kWh/<strong>10</strong>0 km hat der Windreich<br />

Me 1 einen sensationell niedrigen Verbrauch im realen<br />

Straßenbetrieb erreicht. Dies entspricht einem Benzin-Äquivalent<br />

von rund 0,39 l/<strong>10</strong>0 km. Der Vorstandsvorsitzende der<br />

Windreich AG Willi Balz und seine Frau Lani als Navigatorin<br />

konnten bei der FCC ihre weitreichenden Rallye-Kenntnisse<br />

zum Einsatz bringen. Sie fuhren die gesamte Strecke mit hoher<br />

Präzision exakt im vorkalkulierten Zeit- und Geschwindigkeitsprofil,<br />

welches sowohl die Topographie der hügeligen<br />

südenglischen Landschaft als auch die zu erwartende<br />

Verkehrsdichte auf den verschiedenen Streckenabschnitten<br />

berücksichtigte.<br />

Windreich-Projektleiter Tobias Aichele zeigte sich von dem<br />

Ergebnis begeistert: »Das war eine Punktlandung. Wir konnten<br />

- auch für das Publikum nachvollziehbar - die gesamte<br />

Prozesskette von der Windkraft bis zur der eMobilität darstellen.«<br />

Damit konnte die über <strong>10</strong>0 km lange Challenge-<br />

Strecke letztlich für realistische Stromkosten von weniger<br />

als einem Euro gefahren werden.<br />

Dr. Uwe Koenzen<br />

Ansprechpartner Marketing und Prototypen<br />

Broedersdorff & Koenzen Classic eCars GmbH<br />

www.classic-eCars.de<br />

<strong>10</strong>2 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>3


Erste Flotten - moovel<br />

Erste Flotten - flinc<br />

Auf dem Weg zum<br />

intelligenten Mobilitätsmix<br />

Auf dem besten Weg<br />

von A nach B<br />

»moovel« bietet vernetzte Mobilität für alle<br />

Mobilitätsplattform »moovel« in Berlin<br />

In großen Städten schnell und problemlos von A nach B zu<br />

kommen, ist nicht immer einfach. Mit einer neuen Mobilitätsplattform<br />

bietet die Daimler AG den Nutzern dafür die jeweils<br />

beste individuelle Lösung: »moovel« bündelt die Angebote<br />

unterschiedlicher Mobilitätsanbieter und präsentiert<br />

passende Fahrtoptionen per kostenfreier App und mobiler<br />

Webseite.<br />

Städte sind voll - voller Leben, voller Menschen, voller Verkehr.<br />

Um zum gewünschten Ort zu kommen, gibt es viele Möglichkeiten:<br />

Bahn, Bus, Auto, Mietwagen, Taxi, Mitfahrgelegenheit,<br />

Fahrrad.<br />

Doch welches Verkehrsmittel ist das optimale?<br />

Bei dieser Entscheidung hilft die Mobilitätsplattform »moovel«.<br />

Im Juli 2012 in Stuttgart und im Oktober 2012 in Berlin als<br />

Pilotprojekt gestartet, führt sie ganz unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten<br />

zusammen. Sie informiert über<br />

die jeweiligen Preise und die entsprechende Fahrtdauer - auf<br />

einen Blick, transparent und dank einer einfachen und intuitiven<br />

Bedienung sehr nutzerfreundlich.<br />

Verfügbar sind die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel.<br />

In Stuttgart können die Nutzer zum Beispiel auch ihr<br />

Ticket direkt online bezahlen. Zudem können Nutzer nach<br />

passenden Mitfahrgelegenheiten suchen oder diese selbst<br />

einstellen. Und auch car2go ist Teil der Mobilitätsplattform.<br />

Mit diesem voll-flexiblen Automietsystem bietet Daimler bereits<br />

seit 2008 einen innovativen Lösungsansatz für die urbane<br />

Mobilität. Über die »moovel«-App werden freie car2go-<br />

Fahrzeuge angezeigt, die direkt gebucht werden können. So<br />

verbindet »moovel« die Vorteile verschiedener Verkehrsmittel<br />

intelligent miteinander und Nutzer können die für sie optimale<br />

Lösung wählen. »moovel« wird kontinuierlich erweitert<br />

und steht allen innovativen Partnern offen. Im nächsten<br />

Schritt soll die Taxi-Bestell-App myTaxi integriert werden.<br />

Vor dem Hintergrund eines steigenden Mobilitätsbedarfs und<br />

zunehmender Verstädterung gewinnen intelligente Mobilitätskonzepte<br />

und die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger<br />

an Bedeutung, denn unsere Fortbewegung wird immer multimodaler:<br />

Für das Zurücklegen einer Strecke werden mehrere<br />

unterschiedliche Verkehrsmittel ganz selbstverständlich<br />

miteinander kombiniert. Die Entwicklung intelligenter Mobilitätskonzepte<br />

ergänzt den Automobilbau, das Kerngeschäft<br />

der Daimler AG. Denn diese sieht sich nicht nur als<br />

Automobilunternehmen, sondern auch als Mobilitätsdienstleister<br />

- mit Fokus auf Automobile.<br />

Michael Kuhn<br />

Senior Manager Business Innovation<br />

Daimler AG<br />

www.moovel.com<br />

Das Auto ist der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel.<br />

Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes waren Anfang<br />

2012 mehr als 52 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen -<br />

durchschnittlich kommen so 633 Autos auf 1.000 Einwohner.<br />

Doch Rekordpreise an den Tankstellen, Umweltbelastung<br />

und der tägliche Stau auf den Straßen drängen uns, unser<br />

Mobilitätsverhalten zu ändern und uns einen eigenen, flexiblen<br />

Mobilitätsmix zusammenzustellen, der die verschiedensten<br />

Verkehrssysteme intelligent kombiniert.<br />

Individuelle Mobilität wird in den kommenden Jahren immer<br />

wichtiger werden. »Intermodalität«, also die Verzahnung<br />

mehrerer Verkehrsmittel, ist dabei das Schlüsselwort. Denn<br />

ein Verkehrsmittel alleine wird schon bald den Anforderungen<br />

der Menschen nach ökologischer, flexibler und kostengünstiger<br />

Mobilität nicht mehr gerecht werden.<br />

Analog zum Energiemix werden wir auch Mobilität als Ressource<br />

nutzen und je nach Bedarf den Mobilitätsmix ändern.<br />

Der P&R-Parkplatz war dabei nur der Beginn. Wir stehen<br />

gerade am Anfang einer Entwicklung hin zu intelligenten,<br />

virtuellen Mobilitätshubs, die Zugang zu den Verkehrssystemen<br />

gewähren. Verkehrsrelevante Daten wie Fahrpläne,<br />

Staumeldungen, Tarife und vieles mehr stehen dabei zentral<br />

für jeden zur Verfügung. Nutzer suchen sich aus dem gesamten<br />

Datenbestand das schnellste, günstigste oder umweltfreundlichste<br />

Fortbewegungsmittel aus.<br />

Fest steht: Der Besitz des Autos ist dafür immer weniger<br />

notwendig. Stattdessen wird der Zugang zum Pkw wichtiger,<br />

genauso wie der Zugang zum Fahrrad, Bahn, Bus oder Flugzeug.<br />

Flexible Car- und Ridesharingmodelle zeugen bereits<br />

jetzt von diesem Trend. DriveNow etwa, das Joint Venture<br />

von Sixt und BMW, verfügt in Köln, Düsseldorf, Berlin und<br />

München bereits über eine Flotte von 1.500 Fahrzeugen, die<br />

nicht an feste Ausleih- und Rückgabestationen gebunden<br />

sind, sondern nach der Nutzung überall im Geschäftsgebiet<br />

abgestellt werden dürfen. Bereits 2011 führte flinc erste Gespräche<br />

mit DriveNow über eine mögliche Kooperation, seit<br />

April 2012 arbeiten sie eng miteinander zusammen. Beide<br />

Angebote ergänzen sich ideal: DriveNow verfügt über die<br />

nötige Infrastruktur, flinc über das Netzwerk von Menschen<br />

mit dem gleichen Weg. Daher ist es nur ein logischer Schritt,<br />

dass DriveNow-Nutzer ihre Fahrten mit nur einem Klick dem<br />

gesamten flinc-Netzwerk anbieten. flinc-Nutzer wiederum<br />

erweitern ihren Mobilitätsmix auf die DriveNow-Fahrzeuge.<br />

In der Kombination der verschiedensten Verkehrssysteme<br />

liegt der Schlüssel zukunftsfähiger Mobilität. Nur eine intelligente<br />

Vernetzung von Bussen, Straßenbahnen, U-Bahn,<br />

S-Bahn, Nah- und Fernverkehrszügen oder dem Fahrrad kann<br />

die gleiche Flexibilität wie das eigene Auto bieten. In der engen<br />

Zusammenarbeit der klassischen Mobilitätsdienstleister<br />

und moderner Mitfahrnetzwerke sowie einer intelligenten<br />

Vernetzung der einzelnen Angebote liegt das Modell der<br />

Zukunft. Aus ehemaligen Wettbewerbern müssen Kooperationspartner<br />

werden. Das bedeutet auch, dass einheitliche<br />

und offene Schnittstellen (APIs) geschaffen werden, die alle<br />

Angebote auf einer Plattform zusammenbringen. Bislang<br />

sind es leider vor allem die Bertreiber des ÖPNV, die dieser<br />

Forderung skeptisch gegenüber stehen. Aber klar ist: Nur<br />

durch »Coopetition«, dem Zusammenspiel von Cooperation<br />

(Zusammenarbeit) und Competition (Wettbewerb) wird es<br />

langfristig gelingen, immer mehr Menschen dazu zu bewegen,<br />

ihr Mobilitätsverhalten zu ändern.<br />

Benjamin Kirschner<br />

flinc - Das Mitfahrnetzwerk<br />

www.flinc.org<br />

<strong>10</strong>4 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>5


Erste Flotten - ÖPP Deutschland<br />

Erste Flotten - ÖPP Deutschland<br />

Öffentliche Nachfrage nach<br />

Elektromobilität<br />

Die Elektromobilität hat sich mit rasanter Geschwindigkeit<br />

zu einem zentralen Thema auf der politischen Agenda entwickelt.<br />

Die durch die Bundesregierung eingeläutete Energiewende<br />

sowie die sich zunehmend wandelnden Mobilitätsbedürfnisse<br />

in unserer Gesellschaft sind maßgebliche Treiber<br />

dieser Entwicklung. Welche Bedeutung Partnerschaftsmodelle<br />

bei der öffentlichen Nachfrage nach Elektromobilität<br />

haben, um zum einen an der technologischen Entwicklung<br />

teilzuhaben, sie aber auch zu fördern und damit einen Beitrag<br />

zur Erfüllung von Klimaschutzzielen zu leisten, untersucht<br />

der nachfolgende Beitrag.<br />

Öffentliche Nachfrage als Wachstumsmotor für eMobilität<br />

Der nachhaltige Aufbau der Elektromobilität mit einem Bestand<br />

von 1 Million Fahrzeugen im Jahr 2020 und der hierfür<br />

notwendigen Ladeinfrastruktur werden in Deutschland insbesondere<br />

dann gelingen, wenn die öffentliche Hand neben<br />

ihrer Rolle als Initiator förderlicher Rahmenbedingungen<br />

auch als unmittelbarer Marktnachfrager und somit als starker<br />

Marktaktivator auftritt. Sofern sie selbst Flotten oder Fuhrparks<br />

mit Elektrofahrzeugen anschafft und nutzt, kann die<br />

öffentliche Hand dem deutschen Elektromobilitätsmarkt in<br />

seiner derzeitigen Marktanlaufphase wichtige Nachfrageimpulse<br />

geben. Gegenwärtig sind in Deutschland knapp drei<br />

Millionen Fahrzeuge in öffentlichen Flotten und Fuhrparks<br />

organisiert - ein hohes Potenzial für Marktwachstum.<br />

Die abgeschlossenen und laufenden Projekte aus den öffentlich<br />

geförderten Modell- bzw. Schaufensterregionen zeigen,<br />

dass insbesondere der kommunale Verwaltungsbereich zahlreiche<br />

Pilotvorhaben intensiv vorantreibt oder maßgeblich an<br />

ihnen beteiligt ist. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft<br />

und Wissenschaft wurden hierbei sehr gute Anwendungsergebnisse<br />

erzielt.<br />

Leistungen und Vergütung des partnerschaftlichen Geschäftsmodells<br />

bei öffentlicher Nachfrage<br />

Mit diesem positiven Momentum ist jetzt eine belastbare Ausgangssituation<br />

erreicht, um den Markt für Elektromobilität<br />

im Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und privaten<br />

Partnern weiter zu entwickeln. Während in der Vergangenheit<br />

insbesondere die technische Machbarkeit und Optimierung<br />

von Elektromobilität im Mittelpunkt des Interesses stand,<br />

wird es in der nächsten Phase darum gehen, praktikable<br />

Organisations- und Geschäftsmodelle für die Marktöffnung<br />

zu entwickeln und umzusetzen.<br />

Dabei kommt der Elektrifizierung kommunaler Fahrzeugflotten<br />

bzw. Fuhrparks eine zentrale Rolle zu.<br />

Die Bereitstellung von Elektromobilität vereint zahlreiche interdisziplinäre<br />

Aspekte wie zum Beispiel Fahrzeug- und Batterietechnik,<br />

Smart Grid, IKT, Ladeinfrastruktur, Energiema-<br />

nagement, öffentlich regulierte Parkraumbewirtschaftung,<br />

moderne Mobilitätsbedürfnisse und umweltpolitische Vorgaben.<br />

Aus Sicht der öffentlichen Hand ist es daher sinnvoll,<br />

bei der Beschaffung von Elektromobilität einen ganzheitlichen,<br />

lebenszyklusorientierten Ansatz zu verfolgen.<br />

Dabei kommt dem privaten Partner zunehmend die Aufgabe<br />

eines übergreifenden Mobilitätsmanagers für den öffentlichen<br />

Auftraggeber zu. Im Rahmen eines Elektromobilitätsprojektes<br />

steuert er professionell Schnittstellen und Verantwortlichkeiten<br />

aller Leistungsbestandteile für die öffentliche<br />

Hand. Der private Partner oder ein privates Konsortium übernimmt<br />

im Rahmen eines partnerschaftlichen Vertragsverhältnisses<br />

über einen längeren Vertragszeitraum die Beschaffungs-<br />

und Betriebsleistungen für den öffentlichen Auftraggeber<br />

»aus einer Hand«. Das potenzielle Leistungsspektrum<br />

dieses Mobilitätsdienstleisters sollte unter anderem die Beschaffung<br />

inklusive der Finanzierung, den Betrieb inklusive<br />

der Wartung, Reparaturen, Pannendienste, Reinigungen, Instandhaltungen,<br />

»Tanken«, die Abrechnung, das Schadensmanagement<br />

und die Verwertung von Elektrofahrzeugen und<br />

der Ladeinfrastruktur beinhalten.<br />

Ein besonderes Augenmerk ist bei der öffentlichen Anschaffung<br />

bzw. Ausschreibung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur<br />

auf den Aspekt der technischen Innovation zu<br />

legen. Da es sich hierbei um einen Markt mit hoher Technologiedynamik<br />

handelt, sollte der private Partner verpflichtet<br />

werden, technologische Entwicklungen und damit verbundene<br />

Risiken über die gesamte Vertragslaufzeit für den<br />

öffentlichen Kunden zu bewerten und projektspezifisch zu<br />

berücksichtigen. So ist es beispielsweise möglich, einen Turnus<br />

zur Bewertung zukünftiger Technologieentwicklungen<br />

vertraglich zu vereinbaren. Beiden Partnern wird damit die<br />

Option gegeben, die längerfristige Planungssicherheit auch<br />

für einen Innovationsvorsprung zu nutzen.<br />

Partnerleistungen aus einer Hand<br />

• Bereitstellung, Betrieb * und Verwertung<br />

der Elektrofahrzeuge<br />

• Bereitstellung, Betrieb * und Verwertung<br />

der Ladeinfrastruktur<br />

• Integration von Elektrofahrzeugen und<br />

Ladeinfrastruktur in ein Gesamtpaket<br />

• Finanzierung<br />

• Technische Innovation<br />

• Übernahme von Bereitstellungs-,<br />

Betriebs- und Innovationsrisiken<br />

* inkl. Wartung und Instandhaltung<br />

Leistungsportfolio des privaten Partners und Vergütungsoptionen<br />

Eine weitere wichtige Komponente der Zusammenarbeit ist<br />

die Vergütungsstruktur. Die Vergütung der Leistungen des<br />

privaten Partners sollte anreizorientiert ausgestaltet werden.<br />

Eine Grundvergütung sowie eine streckenabhängige Vergütung<br />

können dabei die Basis bilden. Die erforderliche Qualität<br />

der zu erbringenden Leistungen des Partners, Reaktionsschnelligkeit,<br />

Umfang der Leistung und die maximale Zeit<br />

zur Wiederherstellung bei aufgetretenen Mängeln werden in<br />

»Service Level Agreements« vor Beginn der Zusammenarbeit<br />

definiert.<br />

Dies ermöglicht es der öffentlichen Hand, die vertraglich vereinbarten<br />

Leistungen des privaten Partners bemessen und<br />

kontrollieren zu können. Entsprechend des Erfüllungsgrades<br />

ist es möglich, Anreize beispielsweise bei Übererfüllung zu<br />

schaffen oder Sanktionen bei Untererfüllung zu vereinbaren.<br />

Grundlagen schaffen und Potenziale vorantreiben - Elektromobilität<br />

für die öffentliche Hand<br />

Die ÖPP Deutschland AG wurde vom Bundesverkehrsministerium<br />

(BMVBS) beauftragt zu untersuchen, inwieweit Partnerschaftsmodelle<br />

zwischen öffentlicher und privater Seite<br />

geeignet sind, die Beschaffung der öffentlichen Hand im Bereich<br />

der Elektromobilität zu optimieren. Mit technischer Expertise<br />

wird sie dabei von der Dornier Consulting GmbH unterstützt.<br />

Ziel der Gestaltungsoptionen ist es, dass sich die<br />

öffentliche Verwaltung auf ihre Kernaufgaben konzentrieren<br />

und dabei gleichzeitig von den Vorteilen der Integration von<br />

Elektromobilität in ihr Flotten- und Fuhrparkmanagement<br />

profitieren kann. Und nicht zuletzt leistet sie damit einen<br />

messbaren Beitrag zu Umweltschutz und Energiewende.<br />

Dr. Peter-Roman Persch // Manager<br />

peter-roman.persch@partnerschaften-deutschland.de<br />

Alexander Wege // Senior Consultant<br />

alexander.wege@partnerschaften-deutschland.de<br />

Beispielhafte Vergütungsoptionen<br />

• Grundvergütung nach einem<br />

Verfügbarkeitsmodell<br />

• Bonus- / Malussysteme auf Basis<br />

definierter Serviceniveaus<br />

• Streckenabhängige Vergütung<br />

• Preisgleitklauseln<br />

<strong>10</strong>6 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>7


Erste Flotten - DEKRA<br />

Erste Flotten - DEKRA<br />

die beiden Fahrzeuge 617-mal gebucht, das sind im Durchschnitt<br />

2,4 Buchungen pro Arbeitstag. Damit erleben immer<br />

mehr DEKRA Mitarbeiter elektrisches Fahren hautnah;<br />

gleichzeitig sammelt das Unternehmen weitere Erfahrungen<br />

aus der Praxis, die in die Weiterentwicklung der Elektromobilität<br />

eingebracht werden.<br />

Das Engagement von DEKRA in diesem Bereich ist vielfältig.<br />

Als Entwicklungs- und Beratungspartner bringt der Konzern<br />

die Kompetenz und die Erfahrung einer weltweit tätigen<br />

Sachverständigenorganisation ein. Alle Aktivitäten werden<br />

im Competence Center Elektromobilität koordiniert. Sie reichen<br />

von der Homologation und Crash-Tests von Elektround<br />

Hybridfahrzeugen über die Zertifizierung von Stromtankstellen<br />

bis hin zur Schulung von Werkstatt-Mitarbeitern im<br />

Umgang mit stromführenden Aggregaten.<br />

Außerdem ist DEKRA in verschiedenen Forschungsprojekten<br />

aktiv, die sich mit der Normung, Standardisierung und<br />

Zertifizierung von Anlagen und Prozessen, insbesondere im<br />

Blick auf die Sicherheit der Elektromobilität beschäftigen.<br />

Ein Beispiel ist das vom Bundesministerium für Bildung und<br />

Forschung geförderte Forschungsprojekt namens DINA, bei<br />

dem DEKRA gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH, dem<br />

Mit den DEKRA Elektrofahrzeugen in der Flinkster-Carsharing-<br />

Flotte sind die Mitarbeiter elektrisch mobil<br />

Fraunhofer Ernst-Mach-Institut und dem FKFS Stuttgart effiziente<br />

und zuverlässige Bewertungs- und Diagnosemöglichkeiten<br />

sowie Reparaturkonzepte für dauerhaft sichere Elektrofahrzeuge<br />

erforscht.<br />

Andreas Richter<br />

DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />

www.dekra.com<br />

Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer (r.) und DEKRA Vorstandsmitglied Clemens Klinke bei der Einweihung der neuen<br />

DEKRA Ladestation direkt am Terminal 1 des Flughafens Stuttgart<br />

Elektrisch fahren im Dienst<br />

DEKRA geht neue Wege bei der Mobilität der Mitarbeiter<br />

ZUKUNFTSORIENTIERT DURCHDACHT<br />

BEDARFSGRERECHT<br />

INTELLIGENT<br />

DEKRA geht neue Wege bei der Mobilität seiner Mitarbeiter:<br />

Am Stuttgarter Flughafen hat die international tätige Sachverständigenorganisation<br />

jetzt ein Elektrofahrzeug stationiert.<br />

Den Citroën C-Zero aus der Kooperation mit der DB<br />

Fuhrpark GmbH können Mitarbeiter nutzen, die aus einer<br />

der 77 deutschen Niederlassungen oder von internationalen<br />

Standorten zu Terminen in der DEKRA Hauptverwaltung in<br />

Stuttgart-Vaihingen anreisen. Das Elektrofahrzeug hat seinen<br />

festen Platz an einer neu eingerichteten Ladesäule am<br />

Parkplatz P5, direkt am Übergang zum Terminal 1.<br />

»Die Flughafen Stuttgart GmbH unterstützt die Initiative<br />

e-mobility Baden-Württemberg. Wir betreiben seit 20<strong>10</strong><br />

selbst Elektrofahrzeuge und wollen die Elektromobilität am<br />

Standort auch bei Kunden und Besuchern fördern. Den Pionieren<br />

der Elektromobilität wollen wir auch am Flughafen<br />

die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen«, sagte<br />

Walter Schoefer, Geschäftsführer des Flughafen Stuttgart,<br />

bei der Vorstellung des neuen Konzepts.<br />

»Für unsere Mitarbeiter, die mit dem Flugzeug nach Stuttgart<br />

kommen, ist das Elektrofahrzeug die ideale Möglichkeit, zwischen<br />

dem Flughafen und unserer Hauptverwaltung zu pendeln«,<br />

so Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der DEKRA<br />

SE und verantwortlich für die Business Unit Automotive, bei<br />

der offiziellen Einweihung der neuen Ladestation. »Und indem<br />

wir die Fahrzeuge unter ganz alltäglichen Praxisbedingungen<br />

nutzen, tragen wir - wie an vielen anderen Stellen -<br />

dazu bei, dass die Elektromobilität ständig weiter entwickelt<br />

wird. Denn nur so kann sie sich langfristig durchsetzen.«<br />

Schon seit mehr als einem Jahr sind Mitarbeiter der DEKRA<br />

Hauptverwaltung elektrisch mobil. Zwei Citroën C-Zero aus<br />

der »Flinkster«-Carsharing-Flotte der Deutschen Bahn stehen<br />

zur Verfügung. Sie können nicht nur von DEKRA Mitarbeitern,<br />

sondern von allen »Flinkster«-Kunden gebucht werden.<br />

Die DEKRA Fahrten summierten sich von November 2011 bis<br />

November 2012 auf rund 12.000 Kilometer. Insgesamt wurden<br />

Rettungs-, Notfall- und<br />

Stromladesysteme<br />

made in Germany.<br />

Castellan AG<br />

Landstraße 20<br />

57223 Kreuztal, Germany<br />

Telefon: +49 2732 55307-0<br />

E-Mail: info@castellan-ag.com<br />

www.castellan-ag.com<br />

<strong>10</strong>8 Neue Mobilität<br />

Grafik „Weltkugel“ © Julian Witte - Fotolia.com


Erste FLotten - Besteuerung von DIenst-fahrrädern<br />

Erste FLotten - Besteuerung von DIenst-fahrrädern<br />

Neuregelung: Besteuerung<br />

von Dienst-Fahrrädern<br />

1%-Regel für Dienstfahrzeuge gilt ab sofort auch für Fahrräder, Pedelecs und eBikes<br />

(B.A.U.M.), dem Bundesverband Solare Mobilität e.V. (BSM),<br />

dem Verband Service Fahrrad (VSF) und dem Verkehrsclub<br />

Deutschland (VCD) auf die Problematik aufmerksam gemacht<br />

und angeregt, von der Regelung des §8 Abs. 2 Satz 8 EStG<br />

Gebrauch zu machen und gemeinsam mit den Landesfinanzministerien<br />

eine bundeseinheitliche Festsetzung des Sachbezuges<br />

eines Fahrrades/Pedelecs vorzunehmen«, erklärt<br />

Heep und macht deutlich, welche positiven Auswirkungen die<br />

aktuelle Entscheidung auf die gesamte Branchen haben wird.<br />

»Durch die Neuregelung wurde ein aktives Zeichen zur Förderung<br />

alternativer Fortbewegungsmöglichkeiten gesetzt.<br />

Wir sind sicher, dass diese Entscheidung die Attraktivität des<br />

Einsatzes von Fahrrädern/Pedelecs in Firmen, Verwaltungen<br />

und Organisationen deutlich erhöhen wird. Damit wurde<br />

jetzt ein einfacher, kostengünstiger und sehr wirkungsvoller<br />

Schritt in Richtung der umwelt-, verkehrs- und gesundheitspolitischen<br />

Ziele der Bundesregierung gemacht«, betont Tumat.<br />

»Neben dem rein rechtlichen Erfolg, freuen wir uns selbstverständlich<br />

auch über die große mediale Beachtung des Themas.<br />

Unsere gemeinsame Aktion wurde bundesweit von verschiedenen<br />

Print- und Online-Medien aufgegriffen und damit<br />

einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht«, freut sich<br />

Heep und macht deutlich, dass eine solche mediale Sichtbarkeit<br />

insbesondere für eine noch junge Zukunftsbranche wie<br />

die Elektromobilität ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der<br />

Etablierung am Markt ist. »Nur wenn wir die Menschen informieren,<br />

können wir sie für eine Neue Mobilität begeistern.«<br />

Der Bundesverband eMobilität setzt sich für die Verbreitung<br />

einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Neuen Mobilität ein.<br />

Um dieses Ziel zu erreichen, ist neben der Umstellung auf<br />

Elektromobilität insbesondere auch eine intelligente Verbindung<br />

der Verkehrsträger notwendig, die den Einsatz von<br />

Zweirädern als Alternative zum Automobil berücksichtigt.<br />

Bei Fragen rund um die Arbeit des Bundesverbands eMobilität<br />

steht Ihnen das BEM-Team in der Hauptgeschäftsstelle in<br />

Berlin-Mitte gern zur Verfügung. Weitere Informationen zur<br />

Verbandsarbeit finden Sie unter www.bem-ev.de<br />

Interesse an einem Firmen-eBike? Dann informieren Sie sich<br />

unter www.jobrad.org<br />

Das Pedelec als Dienstfahrzeug<br />

Institutfür Stromrichtertechnik<br />

und Elektrische<br />

Antriebe<br />

Die Landesfinanzminister haben die Finanzämter Ende November<br />

bundesweit angewiesen, rückwirkend für das Jahr<br />

2012 Fahrräder, Pedelecs und eBikes wie Dienstwägen nach<br />

§8 Absatz 2 Satz 8 EStG zu behandeln. Bekommt der Arbeitnehmer<br />

vom Arbeitgeber ein Dienstrad gestellt, muss dieser<br />

den geldwerten Vorteil künftig nur mit einem Prozent des<br />

Listenpreises monatlich versteuern.<br />

»Da die bis dato geltende Steuergesetzregelung die Verbreitung<br />

von Elektrofahrzeugen als Dienstfahrzeuge bislang<br />

behinderte, haben wir die Initiative unseres Mitgliedsunternehmens<br />

LeaseRad zur Neuregelung der Besteuerung von<br />

Dienst-Fahrrädern gern aktiv unterstützt und freuen uns<br />

sehr über den Erfolg der nun eingeführten steuerlichen Neuregelung«,<br />

so BEM-Marketingvorstand Christian Heep.<br />

Hintergrund<br />

Seit Einführung der sogenannten 1%-Regel existiert für Kraftfahrzeuge<br />

eine eindeutige und praktikable Regelung der Versteuerung<br />

des privaten Nutzungsanteils von Dienstwagen.<br />

Plante ein Unternehmen jedoch die Überlassung von Fahrrädern<br />

oder Pedelecs, die keine Kraftfahrzeuge sind, so setzte<br />

die Finanzverwaltung bis zur Neuregelung die gesamte Leasingrate<br />

als zu versteuernden Sachbezugswert gem. §8 Abs.<br />

2 Satz 1 EStG an.<br />

»Diese Handhabung mag zwar mit dem Wortlaut des Einkommensteuergesetzes<br />

vereinbar gewesen sein, sie stellte<br />

aber in unseren Augen eine klare Benachteiligung des Verkehrsmittels<br />

Fahrrad dar. Beim Pkw wurde durch die 1%-<br />

Regel ohne weiteren Nachweis ein Privatnutzungsanteil von<br />

30 bis 35% unterstellt. Der Ansatz der vollständigen Leasingrate<br />

zzgl. Nebenkosten beim Fahrrad hingegen, entsprach<br />

laut bisheriger Regel einem Privatnutzungsanteil von <strong>10</strong>0%.<br />

Da jedoch ein Dienstfahrrad auch für dienstliche Fahrten genutzt<br />

werden kann und soll, war eine pauschale Unterstellung<br />

einer <strong>10</strong>0% privaten Nutzung unseres Erachtens nicht<br />

angemessen. Vielmehr sollte schon aus Gleichbehandlungsgründen<br />

der gleiche 30 bis 35%-Privatnutzungsanteil wie<br />

beim Pkw unterstellt werden, der ebenso für die als Kraftfahrzeug<br />

geltenden S-Pedelecs zur Anwendung kommt«, so<br />

Holger Tumat, Geschäftsführer der LeaseRad GmbH.<br />

Gemeinsame Verbands-Aktion für die Neuregelung<br />

»In einem Brief an die zuständigen Abteilungsleiter des Bundesministeriums<br />

der Finanzen, des Bundesministeriums für<br />

Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie an das Bundesministerium<br />

für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit<br />

haben wir im Juli 2012 gemeinsam mit LeaseRad, dem Allgemeinen<br />

Deutschen Fahrrad-Club (adfc), dem Bundesdeutschen<br />

Arbeitskreis für Umweltbewußtes Management e.V.<br />

Batterietagung 2013<br />

25. - 27.02.2013 im Eurogress, Aachen<br />

Vom 25. - 27.02.2013 wird<br />

Aachen zum Mittelpunkt der<br />

internationalen Batteriewelt!<br />

Über 170 Einreichungen aus<br />

Forschung und Industrie unterstreichen<br />

die Bedeutung der<br />

gemeinsam stattfi ndenden Veranstaltungen<br />

Batterietag NRW<br />

und Kraftwerk Batterie.<br />

Das aktuelle Programm liegt<br />

nun online vor.<br />

1<strong>10</strong> Neue Mobilität<br />

JETZT ANMELDEN: www.battery-power.eu


Erste Flotten - Kurt SIgl in den USA<br />

HUMAN<br />

Resources<br />

Ein beeindruckendes<br />

Fahrerlebnis<br />

BEM-Präsident zu Besuch bei Tesla Motors<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl und Jürgen Sauer, Engineering Manager Seating Tesla Motors<br />

Im September 2012 nutzte Kurt Sigl, Präsident im Bundesverband<br />

eMobilität, die Gelegenheit, sich das Model S und<br />

die Produktionshallen von Tesla Motors in Fremont (Kalifornien)<br />

im Rahmen einer exklusiven Werksführung näher anzusehen.<br />

Im Interview spricht er über die Faszination Elektroauto,<br />

das Highlight seines USA-Besuchs sowie die Führung<br />

durch die heiligen Hallen des BEM-Mitgliedsunternehmens.<br />

Im Januar 2011 erhielt Tesla Motors einen zinsgünstigen<br />

Kredit der US-Regierung, um das vorhandene Industriegebäude<br />

New United Motor Manufacturing Inc. zu sanieren.<br />

Hat sich die Investition von 465 Millionen US-Dollar in den<br />

neuen Firmensitz gelohnt?<br />

Das Tesla-Werk in Kalifornien ist beeindruckend. Und das<br />

nicht nur hinsichtlich seiner Größe. Man muss sich nur einmal<br />

vorstellen, dass da - wo jetzt nur noch Elektroautos produziert<br />

werden - vor 4 Jahren noch rund 500.000 konventionelle<br />

Fahrzeuge pro Jahr von Toyota und General Motors vom<br />

Band liefen. Anschaulicher kann der Systemwechsel hin zu<br />

einer postfossilen Mobilität nicht demonstriert werden.<br />

Eine mögliche Produktion von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr<br />

- wie sieht das aktuell bei Tesla aus?<br />

Derzeit wird nur rund ein Fünftel der Werksflächen für die<br />

Herstellung des Elektroautos Model S genutzt. Etwa 20.000<br />

Fahrzeuge sollen 2013 das Werk verlassen. Damit wäre laut<br />

Tesla ein Produktionsvolumen erreicht, mit dem Geld verdient<br />

werden kann. Daneben wird parallel an der Entwicklung<br />

eines elektrischen SUV-Modells gearbeitet, das ebenfalls in<br />

Fremont hergestellt werden soll. Interessant ist, dass die innovativen<br />

Elektrofahrzeuge an den bereits zu GM-Zeiten verwendeten<br />

Produktionsanlagen gefertigt werden. Diese wurden<br />

im Sinne der Nachhaltigkeit nur leicht modernisiert, um<br />

den neuen Anforderungen gerecht zu werden.<br />

Was hat Sie im Rahmen des Besuchs am meisten beeindruckt?<br />

Höhepunkt des Besuchs war eindeutig die Testfahrt mit dem<br />

Model S. Ein wirklich beeindruckendes Fahrerlebnis. Neben<br />

der unglaublichen Fahrleistung und 500 km Reichweite hat<br />

mich das Fahrzeug vor allem durch sein großzügiges Platzangebot<br />

begeistert. Kofferräume vorn und hinten sowie der<br />

Möglichkeit, den Laderaum hinten in zwei zusätzliche Kindersitze<br />

umzufunktionieren. Und auch Sonderwünsche der Kunden<br />

scheinen für die Autobauer in Kalifornien kein Problem<br />

zu sein - so sieht fast jedes Fahrzeug vor der Werkshalle ein<br />

wenig anders aus. Ich bin mir sicher, dass die elektrische<br />

Premium-Limousine auch in Deutschland die Käufer begeistern<br />

wird. Tesla plant, das Model S in diesem Jahr an Reservierungsinhaber<br />

in Europa und Asien auszuliefern.<br />

IM<br />

Bereich<br />

e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Fachkräfte, Jobmotor, Aus- und Weiterbildung.<br />

112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113


Human Resources im Bereich eMobilität - Boxberg Forum<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Boxberg Forum<br />

Raum für Ideen<br />

BOXBERG FORUM - Schulungs- und Kompetenzzentrum für Elektromobilität<br />

Boxberg Forum, für alle Richtungen offen..<br />

Bildquelle Driving Concept GmbH<br />

Boxberg Forum, Eingangsbereich mit AuSSenanlage<br />

Bildquelle Driving Concept GmbH<br />

Bislang war der kleine Ort Boxberg in Tauberfranken höchstens<br />

Auto-Insidern bekannt. Denn dort betreibt Bosch seit<br />

1996 ein 94 Hektar großes, von der Öffentlichkeit abgeschirmtes<br />

Testgelände. Eine Art »Area51« der Mobilität sozusagen,<br />

denn wochentags forschen dort Fahrzeughersteller und Zulieferer<br />

unter strengster Geheimhaltung an der Technik von<br />

übermorgen.<br />

Seit Anfang November 2012 wird unmittelbar neben diesem<br />

Bosch Prüfzentrum das Schulungs- und Kompetenzzentrum<br />

»Boxberg Forum« mit Schwerpunkt Elektromobilität errichtet.<br />

Bauherrin ist die Firma Driving Concept aus Kissing bei<br />

Augsburg, die zusammen mit ihrer Schwesterfirma Drive&Fun<br />

als Dienstleister für die Automobilindustrie unter anderem<br />

seit rund zehn Jahren die fahrerische Aus- und Weiterbildung<br />

von Bosch Testingenieuren übernimmt. »Für unsere Standortwahl<br />

war gerade die unmittelbare Nachbarschaft zum Bosch<br />

Testgelände ausschlaggebend«, erläutert Driving Concept-<br />

Geschäftsführer Armin Eckl die Entscheidung. Dass nicht<br />

gekleckert, sondern geklotzt wird, zeigt das Bauvolumen:<br />

Rund drei Millionen Euro sind für das multifunktionale Gebäude<br />

mit rund 1.580 m 2 und einem Außenareal von etwa<br />

24.800 m 2 veranschlagt. Die Eröffnung ist für Sommer 2013<br />

geplant, erste Kundenbuchungen liegen bereits vor.<br />

Sechs Büro- und Seminarräume inklusive modernster Tagungstechnik,<br />

drei vollausgestattete Werkstattkombinationen,<br />

550 m 2 Eventhalle, 200 m 2 Galerie sowie unterschiedlichste<br />

Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge schaffen<br />

dabei den passenden Rahmen für professionelle Veranstaltungen.<br />

Zudem werden gut 5.000 m 2 Außenfläche für Veranstaltungen<br />

und Präsentationen zur Verfügung stehen. In unmittelbarer<br />

Umgebung - z.B. in Bad Mergentheim - ist eine Übernachtungskapazität<br />

von mehr als 500 Betten verfügbar.<br />

Driving Concept und Drive&Fun haben sich als hochspezialisierte<br />

Full-Service-Dienstleister rund um das Thema Automobil<br />

branchenweit einen Namen gemacht. Kernkompetenzen<br />

sind die Konzeption, Organisation, Umsetzung und Nachbereitung<br />

von Veranstaltungen und Fahrzeugpräsentationen<br />

sowie Fahrertrainings jeglicher Art. Die bayerischen Schwaben<br />

haben sich zudem vor über 3 Jahren auf die vielschichtigen<br />

Themen aus dem Bereich Elektromobilität spezialisiert.<br />

Mit fachspezifischen Weiterbildungen, Präsentationen und<br />

Workshops sowie eigenen Seminarangeboten bietet die<br />

Driving Concept professionellen Support rund um dieses<br />

Thema.<br />

Inhalt und Ablauf der Seminare werden auch speziellen<br />

Wünschen und Anforderungen angepasst. Die angebotenen<br />

Schulungen beinhalten dabei beispielsweise Themenbereiche<br />

wie Aufbau, Technik und Funktionsweise von Elektrofahrzeugen,<br />

Preise, Förderungen und Infrastrukturen. Auch<br />

für das reine Fahrerlebnis Elektromobilität, z.B. im Rahmen<br />

von Vergleichsfahrten, für Reichweitendemos oder auch<br />

Fahrdynamiktests bietet das Boxberg Forum die optimale<br />

Umgebung.<br />

Innovative Unternehmen, Behörden und Körperschaften vertrauen<br />

dabei auf die mittlerweile breit gefächerten und vielfältigen<br />

Erfahrungen der Driving Concept auf diesem Gebiet.<br />

Für die Nissan Center Europe GmbH oder auch die Renault<br />

Deutschland AG beispielsweise werden seit 20<strong>10</strong> Mitarbeiter-<br />

und Kundenschulungen im Bereich der Elektromobilität<br />

(Fahrzeuge, Ladeinfrastrukturen, Sicherheitsthemen, Technik<br />

schulungen, Testfahrten) durchgeführt. Auch immer mehr<br />

Kommunen setzen auf die Kompetenz der Driving Concept. Ein<br />

Beispiel dafür sind die »Train the Trainer« Schulungen 2012 zu<br />

elektromobilen Themen für Mitarbeiter der Stadt Dortmund.<br />

Denn: »Erleben heißt Verstehen«, sagt Robert Sürth, ebenfalls<br />

Geschäftsführer der Driving Concept. Und betont:<br />

»Gerade bei einem hochkomplexen Thema wie der Elektromobilität<br />

müssen sich potentielle Autokäufer, aber auch die<br />

Vertriebe selbst ein Bild von der Materie machen«.<br />

Zu viele Stammtischparolen würden dazu kursieren, allesamt<br />

undifferenziert und wenig fachkundig. Sürths Überzeugung:<br />

»Elektromobilität muss man buchstäblich erfahren.« Wichtig<br />

ist nach Ansicht der Experten aus Kissing eine ehrliche Kommunikation,<br />

was Elektrofahrzeuge können - und was nicht.<br />

»Die meisten Teilnehmer unserer Veranstaltungen sind verblüfft,<br />

wie gut und zu welch niedrigen Betriebskosten Elektrofahrzeuge<br />

die täglichen Mobilitätsbedürfnisse erfüllen können«,<br />

sagt Armin Eckl. »Schließlich besteht der Autofahreralltag<br />

nicht aus mehrere hundert Kilometer langen Urlaubsfahrten.<br />

Dafür sind die Elektrofahrzeuge aber auch nicht gebaut.<br />

Noch nicht.« Ein im Wortsinn hochspannendes Thema<br />

also. Doch der Durchbruch wird sicher nicht am grünen Tisch<br />

zu schaffen sein. Der muss mit einem durchdachten, ganzheitlichen<br />

Konzept im Praxiseinsatz kommen - und da leisten<br />

die Experten gerne Geburtshilfe.<br />

Robert Sürth<br />

Driving Concept GmbH<br />

www.boxberg-forum.de // www.driving-concept.de<br />

114 Neue Mobilität Neue Mobilität 115


Human Resources im Bereich eMobilität - C & Q<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Bundeswehr Uni München<br />

Zukunft sichern<br />

durch Weiterbildung<br />

Internationale Weiterbildung Fachkraft für Elektromobilität<br />

Elektrische Antriebe für<br />

eMobilität<br />

Effizienz- und Kostenoptimierung<br />

Die C & Q Bildungszentrum Haberhauffe GmbH bietet seit<br />

über 20 Jahren erfolgreich Weiterbildungen, Seminare und<br />

Qualifikationen an. »Mit speziellen Themen wie Wissens- und<br />

Contentmanagement, Biotechnologie und Bioinformatik,<br />

Green-IT und der nachfolgend vorgestellten Weiterbildung<br />

im Bereich Elektromobilität fokussieren wir auf Wachstumsbranchen<br />

und auf den regionalen Fachkräftemangel. Dies ist<br />

eines unserer Erfolgskriterien«, betont Kurs- und Projektleiter<br />

Alexander Kuchta.<br />

Elektromobilität - technischer und gesellschaftlicher Wandel<br />

Elektromobilität als Zukunftsbranche braucht gut ausgebildete<br />

kreative Köpfe. Nur mit ihnen kann der Wandel in seiner<br />

Komplexität gestaltet werden. Doch der sich abzeichnende<br />

Fachkräftemangel macht es Unternehmen zunehmend schwerer,<br />

spezialisierte Arbeitskräfte zu finden. Eine Antwort bietet<br />

C & Q mit der internationalen Weiterbildung Fachkraft für<br />

Elektromobilität.<br />

An der internationalen Weiterbildung »Fachkraft für Elektromobilität«<br />

können Arbeitssuchende mit Wohnsitz in Berlin<br />

teilnehmen. Es ist ein kofinanziertes Projekt der Berliner Senatsverwaltung<br />

für Arbeit, Integration und Frauen und des<br />

Europäischen Sozialfonds. Einzelne Module werden zukünftig<br />

auch berufsbegleitend angeboten.<br />

Drei Phasen zeichnen die Weiterbildung aus: Im Fokus stehen<br />

zunächst hocheffiziente Energiespeicher - Akkumulatoren,<br />

Batterien und Brennstoffzellen. Ziel ist es, deren Aufbau und<br />

Funktionsweise zu verstehen und auch zukünftige innovative<br />

Verwendungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Vermittlung<br />

naturwissenschaftlicher Grundlagen der Physik, Elektrotechnik<br />

und -chemie bildet das Fundament für das technische<br />

Verständnis. In einer integrierten Laborprojektphase wird<br />

die Theorie lebendig und praktisch nachvollziehbar.<br />

Sicherheit und Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt, Infrastrukturentwicklung,<br />

Verkehrskonzepte und Smart Grid Lösungen<br />

stehen im Mittelpunkt. Wie können die Absolventen<br />

mit Blick auf ihre bisherige Qualifikation den Wandel zur<br />

Elektromobilität gestalten? Die Verknüpfung der drei genannten<br />

Dimensionen - technisches Verständnis über Speichermedien,<br />

Ebenen der Elektromobilität, der eigene Qualifikationshintergrund<br />

- ist innerhalb einer tutoriell begleiteten<br />

Projektphase das vorrangige Weiterbildungsziel.<br />

Integrierte betriebliche Projektphasen bilden den dritten<br />

wichtigen Baustein der Weiterbildung. Die internationale Einbettung<br />

erfolgt in österreichischen Unternehmen. Es besteht<br />

die Möglichkeit, für vier Wochen in Österreich Konzepte für<br />

Elektromobilität kennenzulernen, Unterschiede zwischen und<br />

Gemeinsamkeiten mit der Entwicklung in Deutschland zu erkennen.<br />

Danach haben die Teilnehmer die Gelegenheit, sich<br />

über zehn Wochen in Unternehmen und Institutionen Berlin-<br />

Brandenburgs auf praktischer Ebene zu profilieren. Ziel ist<br />

es, das Gelernte zur Anwendung zu bringen und sich bestenfalls<br />

als künftiger Mitarbeiter in einem Unternehmen zu integrieren.<br />

Idealerweise kann das eigene, im zweiten Abschnitt<br />

der Weiterbildung bearbeitete, Projekt in das entsprechende<br />

Unternehmen überführt werden.<br />

Weiterführende Informationen finden Sie unter<br />

http://cq-bildung.eu/qualifikation/energie-umwelt/international-fachkraft-elektromobilitaet<br />

Alexander Kuchta<br />

C & Q Bildungszentrum Haberhauffe GmbH<br />

a.kuchta@cq-bildung.de<br />

Die Bedeutung elektrischer Antriebe im Antriebsstrang von<br />

Kraftfahrzeugen wächst ständig. Start-Stopp-Betrieb des Verbrennungsmotors<br />

wird mehr und mehr zum Standard und<br />

nahezu jeder Automobilhersteller hat inzwischen Hybrid-<br />

Fahrzeuge im Angebot. Zudem wird bei fast allen Automobilfirmen<br />

an reinen Elektrofahrzeugen gearbeitet. Entscheidend<br />

für die Auslegung solcher Fahrzeuge ist, dass im täglichen<br />

Fahrbetrieb der Antrieb fast ausschließlich im Teillast-Bereich<br />

genutzt wird. In typischen Fahrzyklen liegt der Leistungsbedarf<br />

in der Regel unter 20% der Maximalleistung.<br />

Je geringer die Verluste, d.h. je besser der Wirkungsgrad, desto<br />

größer ist die (derzeit noch stark begrenzte) Reichweite<br />

eines Batteriefahrzeuges; diese Wirkungsgradoptimierung<br />

ist also für Teillast-Betrieb durchzuführen. Gleichzeitig ist<br />

neben dieser Optimierung unbedingt eine Auslegung auf minimale<br />

Kosten erforderlich, um alternative Antriebe in Kraftfahrzeugen<br />

für den Kunden erschwinglich zu gestalten.<br />

a) B)<br />

Basierend auf Wicklungen mit konzentrierten Spulen sind<br />

am Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik und Aktorik<br />

neue Maschinendesigns entwickelt worden, die hohe Effizienz<br />

mit leichter Produzierbarkeit und geringerem Materialaufwand<br />

vereinigen. Die Abbildung zeigt die Verteilung der<br />

Wirbelstromverluste in Oberflächenmagneten bei konventioneller<br />

und optimierter Wicklung. Diese Verbesserungen<br />

machen sich dann auch im gesamten Energieverbrauch<br />

eines Batteriefahrzeuges bemerkbar. Eine entsprechende<br />

Fahrzyklus-Simulation hat das Ergebnis, dass die Verluste in<br />

der elektrischen Maschine um 16% reduziert werden. Diese<br />

eingesparte Energie muss nun nicht mehr über den Wechselrichter<br />

übertragen werden, so dass sich auch in dieser<br />

Leistungselektronik zusätzliche Einsparungen an Verlusten<br />

ergeben. Diese verringerten Verluste führen auch dazu, dass<br />

der Kühlungsaufwand für die eMaschine und die Leistungselektronik<br />

geringer wird.<br />

Um zukünftig auch die Kosten für die Magnete einsparen zu<br />

können, wird derzeit das Potenzial von Asynchronmaschinen<br />

mit konzentrierten Spulen im Stator erforscht. Die aktuellen<br />

theoretischen Ergebnisse und die Messungen an Prototypen<br />

sind äußerst vielversprechend. Auf über 25 Komponentenprüfständen<br />

(bis zu 140.000 min-1, bis zu 2.000 Nm), einem<br />

Hochvolt-Bordnetzprüfstand, einem 2-Achs-Rollenprüfstand<br />

und der Fahrzeug-Teststrecke auf dem Universitätscampus<br />

werden die theoretischen Untersuchungen praxisnah validiert.<br />

Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik und Aktorik<br />

Universität der Bundeswehr München<br />

www.unibw.de/EAA<br />

Die zweite Phase der Weiterbildung befasst sich mit weiterführenden<br />

Fragestellungen der Elektromobilität. Themen wie<br />

Verteilung der Wirbelstromverluste in Oberflächenmagneten:<br />

a) konventionelle Wicklung mit konzentrierten Spulen; b) optimierte Wicklung mit konzentrierten Spulen.<br />

116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117


Human Resources im Bereich eMobilität - RWTH Aachen<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Uni Stuttgart<br />

Graduiertenkolleg zur<br />

Elektromobilität<br />

Neues Ausbildungskonzept fördert Nachwuchswissenschaftler an der RWTH Aachen<br />

Master-Studiengang<br />

Elektromobilität an der<br />

Universität Stuttgart<br />

Center For Mobile Propulsion (CMP) - von der DFG geförderter Forschungsneubau für Untersuchungen von hybriden Antriebssträngen<br />

Anfang November gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft<br />

(DFG) bekannt, im nächsten Jahr ein Graduiertenkolleg<br />

zur Elektromobilität an der RWTH Aachen University einzurichten.<br />

Die Aachener Wissenschaftler, die in ihrem Antrag<br />

die Integration eines Range-Extenders in Elektrofahrzeuge<br />

in den Fokus ihrer Forschungsaktivitäten rückten, konnten<br />

die Gutachter mit einem detaillierten Konzept überzeugen.<br />

Range-Extender sollen den Konflikt bei der Batterieauslegung<br />

reiner eFahrzeuge auflösen und hohe Reichweiten bei<br />

geringer Batteriegröße ermöglichen.<br />

Der gewählte interdisziplinäre Ansatz soll von Beginn an alle<br />

Komponenten in ein kompaktes Energieversorgungsmodul<br />

integrieren. Die besondere Betriebsart des Aggregats mit geringen<br />

Dynamikanforderungen eröffnet Anwendungsmöglichkeiten<br />

für verschiedene neuartige Antriebsstrukturen, Bauteilkomponenten<br />

und Brennverfahren. Darüber hinaus lassen<br />

sich alle Komponenten über ein Wärmemanagement koppeln.<br />

Allerdings liegen die optimalen Betriebstemperaturbereichen<br />

von Batterie, eMaschine und Verbrennungsmotor auf unterschiedlichen<br />

Niveaus, wodurch deren Kombination eine Herausforderung<br />

und eine der zentralen Fragestellungen der Aachener<br />

Forscher darstellt. Weitere Forschungsschwerpunkte<br />

liegen auf der Batterie und der Regelung des Gesamtsystems.<br />

Im Fokus des DFG Programms steht die Promotionsförderung<br />

von Nachwuchswissenschaftlern. Neben dem zentralen<br />

Forschungsthema spielen begleitende Kolloquien eine wichtige<br />

Rolle um die interdisziplinäre Ausrichtung zu stärken.<br />

Damit auch Studierende von dieser Ausrichtung profitieren<br />

können, werden neue Ringvorlesungen zum Thema Elektromobilität<br />

initiiert und die aktive Mitgestaltung durch Projektarbeiten<br />

angeboten. Prof. Pischinger, der Sprecher des<br />

Graduiertenkollegs, ist sich sicher, dass dieses Konzept die<br />

steigenden Anforderungen an die Nachwuchsingenieure erfüllt<br />

und das Graduiertenkolleg das attraktive Universitätsund<br />

Forschungsumfeld in Aachen erweitert.<br />

Als infrastrukturelle Einrichtung steht den Wissenschaftlern<br />

das ebenfalls durch die DFG geförderte Center for Mobile Propulsion<br />

(CMP) zu Verfügung. Neben den einzelnen Komponentenprüfständen<br />

bietet das CMP die Möglichkeit, Labore<br />

in einem echtzeitvernetzten Verbund zu testen. Damit sollen<br />

hybride Antriebsstränge in frühem Projektstatus virtuell zu<br />

einem Gesamtsystem vernetzt werden, um so frühestmöglich<br />

Rückkopplung der Komponenten untereinander testen zu<br />

können und schließlich die Forschungsqualität zu steigern.<br />

Dr.-Ing. Dieter Seebach<br />

Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen<br />

RWTH Aachen University<br />

seebach@vka.rwth-aachen.de // www.vka.rwth-aachen.de<br />

Masterarbeit über die Entwicklung eines Elektroantriebs<br />

Die Universität Stuttgart zählt im Bereich der Elektrotechnik<br />

und Informationstechnik zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen<br />

Deutschlands. Als einer der drittmittelstärksten<br />

Fachbereiche der Universität kann der Fachbereich<br />

Elektrotechnik und Informationstechnik mit einer<br />

überdurchschnittlichen Laborausstattung glänzen. An den<br />

insgesamt 15 Instituten wird von der Halbleiter- über die<br />

Kommunikationstechnik bis hin zur Energietechnik und<br />

Elektromobilität auf den unterschiedlichsten Gebieten geforscht.<br />

Dieses breite Spektrum schlägt sich in der Lehre<br />

nicht nur in einer äußerst umfassenden Grundlagenausbildung<br />

nieder, sondern vor allem in einer Vielfalt an Vertiefungsmöglichkeiten.<br />

Im Wintersemester 2012/2013 ist an der Universität Stuttgart<br />

mit dem neuen Master-Studiengang »Elektromobilität«<br />

eine neue Wahlmöglichkeit entstanden. Das Ziel dieses Studiengangs<br />

ist die Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren,<br />

die über spezifische Kompetenzen auf dem Gebiet<br />

der Elektromobilität verfügen.<br />

Der Aufbau des Master-Studiengangs Elektromobilität ist<br />

darauf gerichtet, Spezialisten sowohl als Fachkräfte für die<br />

Industrie, als auch als Nachwuchsforscher auszubilden. Der<br />

Master-Studiengang »Elektromobilität« ist auf vier Semester<br />

ausgelegt. In den ersten drei Semestern werden die im Bachelor-Studium<br />

erworbenen methodischen Grundlagen vertieft<br />

und die Voraussetzungen für anspruchsvolle Tätigkeiten<br />

in Wissenschaft, Industrie oder Dienstleistungssektor geschaffen.<br />

Dabei können Sie aus drei Schwerpunkten wählen:<br />

Elektrischer Antrieb, Infrastruktur und Assistenzsysteme.<br />

Die vermittelten Kenntnisse betreffen insbesondere die Gebiete<br />

Elektromotor und Leistungselektronik, Speichertechnik,<br />

Kraftfahrzeugtechnik, Smart Grids und Energieversorgung,<br />

Sensorik, Kommunikation und Navigation. Den Abschluss<br />

des Studiums bildet die sechsmonatige Masterarbeit, in der<br />

die Studierenden ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, ein größeres<br />

Projekt weitgehend selbstständig zu bearbeiten. Der<br />

Absolvent erhält anschließend den Titel Master of Science.<br />

Die Universität Stuttgart entspricht mit der Einrichtung des<br />

Master-Studiengangs »Elektromobilität« den aktuellen Anforderungen<br />

der Wissenschaft, Politik, Industrie und Gesellschaft<br />

und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Entwicklung<br />

von Elektromobilität weiter voranzutreiben.<br />

Informationen zum Studiengang finden Sie unter:<br />

www.uni-stuttgart.de/studieren/angebot/elektromobilitaet_msc<br />

Studiendekanin Elektromobilität<br />

Prof. Dr.-Ing. Nejila Parspour<br />

www.uni-stuttgart.de/emob/<br />

info@ei.uni-stuttgart.de<br />

118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119


Human Resources im Bereich eMobilität - Berufsbildungszentrum Mölln<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Deutsche Umwelt-Aktion e.V.<br />

Ein neuer Weg in der<br />

Berufsausbildung<br />

Staatlich geprüfte TechnikerInnen für die Fachrichtung Elektromobilität<br />

Gibt es<br />

umweltfreundliche Autos?<br />

Ein Schulprojekt rund um das Thema Elektromobilität<br />

Das Team Elektromobilität des Berufsbildungszentrums Mölln<br />

Unter der Klappe über der Motorhaube des Nissans werden die beiden Steckdosenanschlüsse begutachtet<br />

Mit der Einführung neuer Technologien geht immer eine<br />

Veränderung der erforderlichen Qualifikationen für das technische<br />

Personal einher. Neben den Herausforderungen bei<br />

der Entwicklung von Elektrofahrzeugen stellt das Energiemanagement<br />

eine zentrale Rolle in der Elektromobilität dar.<br />

Die Bereiche Energieerzeugung, Energieverteilung, Energiespeicherung,<br />

Energierückgewinnung sowie Ladetechniken<br />

liefern eine Fülle von Problemstellungen und Aufgaben, die<br />

nicht nur an Facharbeiter und Akademiker neue Kompetenzanforderungen<br />

stellen. Auch oberhalb des Facharbeiterniveaus<br />

gilt es, Spezialisten auf dem Gebiet der Elektromobilität<br />

auszubilden.<br />

Deshalb hat das Berufsbildungszentrum in Mölln - Schleswig-Holstein<br />

- mit der Fachschule für Technik, Fachrichtung<br />

Elektromobilität einen neuen Bildungsgang initiiert. »Mit<br />

einer modernen und anspruchsvollen zweijährigen Ausbildung<br />

wollen wir die Lücke zwischen Facharbeiter und Ingenieur<br />

schließen und so jungen und innovationsfreudigen Menschen<br />

eine Aufstiegsmöglichkeit bieten«, erläutert Ulrich<br />

Keller, Leiter des BBZ in Mölln, die Zielsetzung dieses Schulzweiges.<br />

»Wir betreten mit unserem Vorhaben Neuland, gilt<br />

es doch, viele Einzelqualifikationen und ein umfangreiches<br />

technisches Know-how aus den Bereichen der Elektrotechnik,<br />

der Kfz-Technik und der Betriebswirtschaft so zu bündeln,<br />

dass unsere Absolventen eine erfolgreiche Tätigkeit<br />

im mittleren Management der Elektromobilität oder in der<br />

Selbstständigkeit anstreben können. Alternativ können die<br />

Teilnehmer über die Zuerkennung der Fachhochschulreife<br />

ein einschlägiges Studium beginnen.«<br />

Die neue, zweijährige Vollzeitausbildung wird im Februar<br />

2013 in Mölln beginnen. Die Lehrpläne sind erstellt, für die<br />

sächliche Ausstattung ist gesorgt. Ein Solarcarport mit Ladestation<br />

- großzügig gesponsert von der Schletter GmbH<br />

- steht bereit. Die Einbindung Erneuerbarer Energien soll<br />

mit einer Photovoltaikanlage und einem Windgenerator erprobt<br />

werden. Ein Pkw wird von Kraftstoffbetrieb auf Elektrobetrieb<br />

umgerüstet, so dass insgesamt ein individuelles<br />

Mini-Smart-Grid geplant und errichtet werden kann.<br />

Mit diesen projektorientierten Aufgaben sollen sich die zukünftigen<br />

Techniker zu praxisbezogenen Experten im Fachgebiet<br />

der Elektromobilität weiterbilden, um so einen beruflichen<br />

Aufstieg zu erreichen. Die Möllner Fachschule wird<br />

sich zwar auch mit der Elektrofahrzeugtechnik befassen, im<br />

Fokus steht jedoch das Energiemanagement. Eine Ausbildung<br />

mit dem Schwerpunkt der fahrzeugtechnischen Systeme<br />

wird das BBZ Technik in der Landeshauptstadt Kiel vornehmen.<br />

Bernd Markmann // Studiendirektor<br />

Berufsbildungszentrum in Mölln // www.bbzmoelln.de<br />

Die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. ist seit über 50 Jahren<br />

bundesweit in der Umweltbildung in Kindergärten, Grundund<br />

weiterführenden Schulen unterwegs. Sie wurde 1958<br />

mit der Aufgabe gegründet, den Gedanken des Naturschutzes<br />

in den Schulbereich zu tragen. Seit dieser Zeit halten<br />

über 60 Umweltpädagogen Unterricht zu verschiedenen Themen<br />

von Erneuerbaren Energien über Wasser und Abfall<br />

und bis hin zu neuen Mobilitätskonzepten.<br />

Seit Januar 20<strong>10</strong> führt die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. im<br />

Auftrag von Stadtwerken und Automobilherstellern das Projekt<br />

»Gibt es umweltfreundliche Autos?« in Schulen durch.<br />

Die Inhalte des Unterrichtes sind je nach Schulform und Alter<br />

der Kinder entsprechend aufbereitet.<br />

»Klima- und Umweltschutz betrifft uns alle. Vor diesem Hintergrund<br />

können wir nicht früh genug damit anfangen, dieses<br />

Thema zu vermitteln«, erklärt Ute Behrendt-Müller von der<br />

Deutschen Umwelt-Aktion e.V. und ergänzt: »Das Interesse<br />

der Kinder und Jugendlichen an dem Thema ist enorm. Genau<br />

hier müssen wir ansetzen, um langfristig ein gesellschaftsübergreifendes<br />

Verständnis für Umweltschutz und neue Mobilitätskonzepte<br />

zu schaffen.«<br />

Lehrinhalte des Schulprojektes<br />

Die Fahrzeuge erzeugen Abgase, wenn Treibstoff im Motor<br />

verbrannt wird, insbesondere Kohlendioxid. Dieses verstärkt<br />

den Klimawandel. Somit wäre es gut, wenn es Autos gäbe,<br />

die kaum oder kein Kohlendioxid erzeugen.<br />

Wer kennt umweltfreundliche Autos? Gibt es sie schon auf<br />

unseren Straßen?<br />

• Erdgasautos, Hybridauto/bus, Elektroauto, Pedelec, Segway<br />

• Ladestationen, Ladevorgang<br />

• Speicherung von Windstrom<br />

• Ziel: Strom nicht aus Kohlekraftwerken, sondern aus Erneuerbaren<br />

Energien<br />

Das komplexe Thema der Neuen Mobilität wird den Schülern<br />

anhand von Fotos, Filmen und Folien anschaulich näher<br />

gebracht. Aber insbesondere die Modelle von Wind- und<br />

Wasserkraftwerken sowie das Modell eines Elektroautos mit<br />

Solartankstelle machen den Unterricht besonders lebendig.<br />

Der Unterricht findet direkt in den Schulen oder aber in den<br />

Räumen der Stadtwerke statt - in der Regel inklusive der Besichtigung<br />

verschiedener Elektroautos und Ladesäulen. Zu<br />

den Auftraggebern zählten bisher u.a. Adam Opel AG, SW<br />

Bonn, N-ERGIE, Rheinenergie und E.ON Hanse.<br />

Ute Behrendt-Müller<br />

Deutsche Umwelt-Aktion e.V.<br />

Fon 0209 71522<br />

behrendtmueller@gelsennet.de<br />

120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121


Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

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Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />

können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />

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MOB I L I TÄT<br />

edition vie-mobility<br />

Elektromobilität 2012<br />

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Wien 2012<br />

Preis: 24,90 Euro<br />

ERFOLGREICHE LÖSUNGEN FÜR<br />

SMART COMPANIES UND SMART CITIES<br />

Ulrich Buller<br />

Holger Hanselka (Hrsg.)<br />

Elektromobilität<br />

Fraunhofer Verlag<br />

Stuttgart 2013<br />

Preis: 49,00 Euro<br />

Willi Diez<br />

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit<br />

der deutschen Automobilindustrie<br />

Oldenbourg Verlag, München 2012<br />

Preis: 34,80 Euro<br />

Albert von Wallenrodt<br />

Öffentliche Fördermittel<br />

ENERGIE in Deutschland<br />

Steinbeis-Edition<br />

Stuttgart 2012<br />

Preis: 29,90 Euro<br />

Intelligente Lösungen für die Städte der Zukunft<br />

Mit diesem ersten Buch der Reihe edition vie-mobility legt<br />

der Echomedia Buchverlag eine umfangreiche Sammlung<br />

zum Thema Elektromobilität vor. Eine Vielzahl namhafter<br />

nationaler und internationaler Autoren aus den Bereichen<br />

Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Forschung steuert<br />

informative Beiträge zu Themenschwerpunkten wie Stadtentwicklung,<br />

Mobilitätskonzepte, Kommunikationstechnologien,<br />

Mobilitätsdienste, öffentliche und private Finanzierungsmodelle<br />

sowie Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei und<br />

beleuchtet das komplexe Thema Elektromobilität von vielen<br />

verschiedenen Seiten. Beiträge über bereits angestoßene<br />

eMobilitäts-Projekte zum Beispiel in Stuttgart, Wien oder<br />

der Steiermark veranschaulichen zudem, welche konkreten<br />

Anstrengungen vielerorts bereits unternommen werden, um<br />

Elektromobilität auf die Straße zu bringen. Grußbotschaften<br />

verschiedener Bürgermeister demonstrieren, dass das<br />

Thema auch bei kommunalen Spitzenpolitikern einen hohen<br />

Stellenwert genießt. Insgesamt zeigt der Band interessante<br />

Wege auf, wie zukünftig intelligente Lösungen für die Städte<br />

der Zukunft aussehen können.<br />

Elektromobilität als Gesamtsystem<br />

Die Fraunhofer Gesellschaft ist mit mehr als 20.000 Mitarbeitern<br />

die größte Organisation für anwendungsorientierte<br />

Forschung in Europa. Mit der »Systemforschung Elektromobilität«<br />

verfolgt sie das Ziel, den Wandel zu einer nachhaltigen<br />

Mobilität zu unterstützen. In diesem Rahmen werden<br />

alle Stufen der Wertschöpfungskette betrachtet und aufeinander<br />

abgestimmt erforscht: Von der Energieerzeugung und<br />

-verteilung, über neue Antriebs-, Speicher- und Ladekonzepte<br />

bis hin zu Fragen der Sicherheit und Energieeffizienz.<br />

Neben diesen technischen Aspekten werden außerdem auch<br />

gesellschaftspolitische Fragestellungen untersucht. Mit diesem<br />

Verbundprojekt wird ein wichtiger Beitrag zur disziplinübergreifenden<br />

Entwicklung von neuen Produkten und<br />

Geschäftsmodellen für die Elektromobilität geleistet. Der<br />

vorliegende Band gibt einen Überblick über die aktuellen<br />

Forschungsergebnisse der über 30 beteiligten Fraunhofer-<br />

Institute. Die einzelnen Kapitel sind verständlich geschrieben<br />

und werden durch zahlreiche Grafiken und Fotos bereichert.<br />

Das Buch ist daher nicht nur für Entwickler, sondern<br />

auch für interessierte Laien zu empfehlen.<br />

Über die Zukunftschancen eines Exportschlagers<br />

Wie ist die Position der deutschen Automobilhersteller im<br />

Weltmarkt? Wie ist es um den Produktionsstandort Deutschland<br />

bestellt und wo liegen Stärken und Schwächen der<br />

deutschen OEMs? Dies sind die zentralen Leitfragen des vorliegenden<br />

Buches von Willi Diez. Der Autor ist Leiter des Instituts<br />

für Automobilwirtschaft e.V. und lehrt an der Hochschule<br />

für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen. Folglich<br />

handelt es sich bei dem Werk auch um eine wissenschaftliche<br />

Analyse, die sich in erster Linie an Branchenpraktiker<br />

und Studierende in betriebs- und automobilwirtschaftlichen<br />

Studiengängen richtet. Entlang zahlreicher Langzeit-Indikatoren<br />

untersucht und bewertet Diez die internationale Wettbewerbsfähigkeit<br />

dieser umsatzstärksten deutschen Industriebranche,<br />

zeigt Chancen- und Risikopotenziale auf und<br />

verweist auf Herausforderungen im Kontext einer immer<br />

schneller voranschreitenden Globalisierung. Abschließend<br />

zeigt er konkrete Handlungsfelder für Industrie und Politik<br />

auf. Die Ausführungen werden unterstützt durch viele interessante<br />

Diagramme und Tabellen, die das Buch insgesamt<br />

zu einem wertvollen Nachschlagewerk machen.<br />

Orientierungshilfe im Förderdschungel<br />

Weit mehr als tausend Förderprogramme können in Deutschland<br />

von Unternehmen und Forschungseinrichtungen genutzt<br />

werden. Es ist durchaus sinnvoll, sich um Fördermittel<br />

zu bemühen, helfen sie doch, unternehmerische Risiken<br />

abzufedern, Investitionskosten zu mindern und dadurch die<br />

Erfolgschancen für Produktinnovationen zu erhöhen. Doch<br />

der Weg ist häufig mühsam. Oft existiert bei Unternehmen<br />

nur wenig Kenntnis darüber, welche Programme es gibt und<br />

wie man an die Gelder gelangen kann. Auch der oft hohe<br />

bürokratische Aufwand ist für viele nur schwer zu bewältigen.<br />

Nicht ohne Grund hat sich mit den Förderberatungen<br />

ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt, das Unternehmen<br />

durch den Förderdschungel navigiert und den Weg an die<br />

Geldtöpfe aufweist. Dieses Ziel verfolgt auch der vorliegende<br />

Ratgeber von Albert von Wallenrodt. Auf 198 Seiten führt<br />

er auf strukturierte Weise in die regionale, nationale und europäische<br />

Förderlandschaft im Energiesektor ein, erklärt Begrifflichkeiten,<br />

stellt wichtige Institutionen und Akteure vor<br />

und illustriert die praktische Nutzung anhand verschiedener<br />

Programmbeispiele. Sehr empfehlenswerte Einführung!<br />

Bitte Unterstützen Sie uns!<br />

Mit 150 Euro für eine Einzelmitgliedschaft<br />

inkl. Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> und Spendenquittung.<br />

FörderMitgliedschaft<br />

Bundesverband eMobilität<br />

im<br />

Mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit<br />

und ermöglichen auch für zukünftige Generationen Individualmobilität<br />

im gewohnten Ausmaß - ohne Ressourcenverschwendung,<br />

ohne Abhängigkeit von Erdölimporten aus zumeist instabilen Regionen,<br />

emissionsarm und nachhaltig.<br />

Die Vorteile einer Fördermitgliedschaft finden Sie unter<br />

www.bem-ev.de/foerdermitgliedsantrag


Das erwartet Sie in der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 11<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Medienagentur mit den Schwerpunkten<br />

Erneuerbare Energie & Elektromobilität<br />

Vorschau Abonnement Fax an 030 8638 0866<br />

oder per email an<br />

abo@neue-mobilitaet.info<br />

Chefredaktion, Layout, Grafik & Satz vom BEM-Fachagazin<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

edien und Projektierung jährlicher Neujahrsempfang für den<br />

BEE Bundesverband Erneuerbare Energie<br />

Marketingstrategie, PR & Öffentlichkeitsarbeit für<br />

den BEM Bundesverband eMobilität<br />

PR, Marketing & Medien für CONVIA Energie-, Ressourcenund<br />

Prozessoptimierung<br />

Medien für die Agentur für Erneuerbare Energien & Organisa<br />

Leitstern 2008<br />

- Messestände Automechanika Frankfurt & Shanghai,<br />

eCarTec, InterSolar, E-world, Hannover Messe<br />

chaft, WindEnergie & Solar<br />

www.cymage-media.com<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />

eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />

Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />

Mitglieder und über relevante News im Bereich der Neuen<br />

Mobilität.<br />

In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />

wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />

geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />

interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />

Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />

regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />

Innovationen und relevante Termine.<br />

Veranstaltungshighlight der April-Ausgabe ist die Hannover<br />

Messe. Vor diesem Hintergrund stehen insbesondere die<br />

Themenschwerpunkte Forschung & Entwicklung sowie<br />

nachhaltige Energie & Umwelttechnologien, als Grundvoraussetzung<br />

für eine intelligente Mobilität von Morgen, im<br />

Fokus unserer Berichterstattung. Verschiedene Gastautoren<br />

beschäftigen sich anlässlich dieses Schwerpunktthemas<br />

mit den Innovationen rund um Smart Grid, Smart<br />

Home und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik<br />

bei der Verknüpfung von Erneuerbaren<br />

Energien und Elektromobilität.<br />

Sie wollten schon immer wissen, wer hinter der <strong>NEUE</strong>N<br />

<strong>MOBILITÄT</strong> und dem Bundesverband eMobilität steckt?<br />

In der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen das gesamte<br />

BEM-Team vor - von den Mitarbeitern in der Hauptgeschäftsstelle<br />

über die Landesvertreter und Beiräte bis hin<br />

zu den Repräsentanten in Brüssel und Shanghai.<br />

Im Rahmen unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is<br />

Who der Elektromobilität« stellen wir außerdem weitere<br />

Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die sich<br />

aktiv für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />

einsetzen.<br />

Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />

Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />

über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />

Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />

und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />

JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 29,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />

Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />

Förder-abo / 4 Ausgaben<br />

Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />

eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />

zzgl. Porto*).<br />

firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />

Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />

Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

5 Stück (90,00 €) <strong>10</strong> Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />

der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />

Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />

eMobilität e.V., Wallstraße 16, <strong>10</strong>179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />

liefer- und Rechnungsadresse<br />

Unternehmen<br />

Vorname, name<br />

straSSe, nr.<br />

PLZ, Ort<br />

email<br />

Einzugsermächtigung<br />

Name der Bank<br />

BLZ<br />

Kontoinhaber<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />

Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />

Ort, Datum,<br />

Stempel, Unterschrift<br />

Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />

*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

USt-IdNr.<br />

Fon<br />

Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />

Rechnung zusätzlich per Post.<br />

Neue Mobilität<br />

125


ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />

BEM-<br />

MITGLIEDER<br />

Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />

Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />

Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />

Der Bundesverband eMobilität e.V. vernetzt die Akteure aus<br />

Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />

miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung der<br />

Neuen Mobilität und unterstützt bei der Verbesserung der<br />

gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der<br />

Elektromobilität als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />

Mobilitätskonzept. »Die Einbindung unserer Mitglieder in<br />

die verschiedensten Aktionen, Veranstaltungen, Publikationen<br />

und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten<br />

Aufgaben im tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus<br />

sorgen wir dafür, dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander<br />

vernetzen, um über Branchengrenzen hinaus<br />

neue Kooperations- und Geschaftsmodelle für eine zeitnahe,<br />

sichtbare Neue Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl,<br />

BEM-Präsident.<br />

www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />

KLEINER<br />

Wir denken Lösungen<br />

Castellan AG<br />

Innovation@Work<br />

eMobilityProvider<br />

Agentur für elektromobile Lösungen<br />

Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />

Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />

starken Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar,<br />

sich gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen<br />

der Elektromobilität zu stellen, um einen nachhaltigen<br />

Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese<br />

Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme der innovativsten<br />

Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten und<br />

das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten Akteure,<br />

sowie das Engagement jedes einzelnen Bürgers. Eine<br />

BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische und<br />

ökologische Herausforderung mit den Chancen der eMobilität<br />

und des Sustainability Developments und verankert diese<br />

nachhaltig in der Gesellschaft.<br />

Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />

Unterstützung notwendig..!<br />

TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />

ComInMarket<br />

CPM<br />

IPM SYSTEM<br />

Effizienz durch Intelligenz<br />

Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Allgemein<br />

• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />

Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />

• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />

mit den relevanten Playern der Branche<br />

• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />

Forschungseinrichtungen und Instituten<br />

• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />

Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />

Symposien u.a.<br />

• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />

und aktiver eMobilitätsplayer<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />

• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />

• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />

kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />

für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />

• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />

• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />

Bayern, Hessen, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg,<br />

NRW und Norddeutschland<br />

• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />

beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />

• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />

den Bundestag«<br />

Mediale Einbindung<br />

• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />

• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />

und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />

• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />

Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />

• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />

• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />

BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />

eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />

Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />

über die Medienkooperationen vom BEM<br />

Politisches Netzwerk<br />

• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />

Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />

• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />

Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel / International<br />

• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />

• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />

Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />

• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />

Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />

Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich,<br />

Lebenswelt Elektromobilität, int. Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufenster, etc.<br />

Unsere Energie für Sie.<br />

C E T R A e - m o b i l i t y<br />

Mitgliedsbetreuung<br />

BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />

Jetzt im App-Store.<br />

Fon 030 8638 1874<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

<strong>10</strong>179 Berlin<br />

www.bem-ev.de<br />

Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />

126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127


firmen-<br />

VERZEICHNIS<br />

Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />

an Sandrine Frideres vom BEM<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Wir bewegen die Zukunft!<br />

Dr. Peter Bachmann<br />

Leiter des Teams New Mobility<br />

Noerr LLP<br />

peter.bachmann@noerr.com<br />

T +49 89 28628277<br />

www.noerr.com<br />

Agentur für Medienberatung<br />

BEM-Landesvertretungen<br />

Baden-Württemberg Monika Lauer & Reinhard Stück 4L - Beratung für KMU<br />

Mitteldeutschland Christian Grötsch, Torsten Hahmann & Christoph von Radowitz eContact<br />

Bayern Chaya Chatterjee & Manfred Hiemer e-mocom / NRW Sabine Hannert e-WOLF<br />

Hessen Susanne Weiß / Norddeutschland Florian Hempel & Bernd Repenning E-COLLECTiON<br />

Fon 030 616 58 511<br />

www.cymage-media.com<br />

e-motors-online.de<br />

Telefon +49 (0)89 / 5 23 31 14<br />

info@e-motors-online.de<br />

TÜV SÜD AG<br />

Westendstr. 199<br />

80686 München<br />

info@tuev-sued.de<br />

www.tuev-sued.de<br />

Erneuerbare Energien &<br />

Elektromobilität<br />

ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />

Gesellschaft für Absatzförderung mbH<br />

Über 30 Jahre Erfahrung im Automobilgeschäft.<br />

Wir sorgen für emobile Zulassungen.<br />

© Bild: iStockphoto.com/Henrik5000<br />

EnBW Energie Baden-Württemberg AG<br />

Durlacher Allee 93 / 76131 Karlsruhe<br />

Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />

s.wunnerlich@enbw.com / www.enbw.com<br />

www.deutschland-elektrisieren.de<br />

Am Sandtorkai 50<br />

20457 Hamburg<br />

+49 40 - 36 09 38 - 61<br />

ahoi@deutschland-elektrisieren.de<br />

• Vertriebstraining<br />

• Vertriebsstrategien<br />

• Händlernetzentwicklung<br />

Simulation<br />

Know-how · Software · Seminare<br />

Weil Erfolg<br />

keine Glückssache ist.<br />

CADFEM GmbH<br />

Tel. +49 (0) 80 92-70 05-0<br />

info@cadfem.de<br />

www.cadfem.de/emobilitaet<br />

Ihr Ansprechpartner:<br />

Herr Tayfun Hatipoglu<br />

tayfun.hatipoglu@bridging-it.de<br />

BridgingIT GmbH<br />

Königstrasse 42<br />

70173 Stuttgart<br />

www.bridging-it.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Ideen zur eMobilität gibt es in vielen Unternehmen.<br />

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung.<br />

BEM-360°IKT-Anz.55x59mm.indd 1 27.03.12 13:01<br />

Rufen Sie uns einfach an.<br />

Prototypen • Kleinserien • Werbeträger<br />

Reinhard Stück / 4L - Beratung für KMU<br />

www.4l-gruppe.de<br />

Lindenbadstraße 14<br />

72622 Nürtingen<br />

T +49 7022 5035 238<br />

M +49 1609 6069 978<br />

Wir bewegen..<br />

eMobility<br />

Provider<br />

Wallstr. 16<br />

<strong>10</strong>179 Berlin<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Jetzt im App-Store.<br />

info@bem-ev.de<br />

www.bem-ev.de<br />

Planung • Herstellung • Beratung<br />

Broedersdorff & Koenzen<br />

classic eCars GmbH<br />

Schulstraße 37<br />

40721 Hilden<br />

Fon 02<strong>10</strong>3 908 84-0<br />

Fax 02<strong>10</strong>3 908 84-19<br />

info@classic-eCars.de<br />

www.classic-eCars.de<br />

www.emobility-provider.de<br />

eMOBILITYPROVIDER UG (haftungsbeschränkt)<br />

Oranienplatz 5<br />

<strong>10</strong>999 Berlin<br />

Fon 030 616 58 794<br />

info@emobility-provider.de<br />

Agentur für Kommunikation, Marketing und<br />

Standortentwicklung<br />

Georgiring 1-3 D-04<strong>10</strong>3 Leipzig<br />

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128 Neue Mobilität Neue Mobilität 129


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

IMPRESSUM<br />

<br />

<br />

Herausgeber<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

<strong>10</strong>179 Berlin<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Fax 030 8638 0866<br />

www.bem-ev.de<br />

magazin@bem-ev.de<br />

Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Redaktionsleitung<br />

Juliane Girke<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fon 030 8961 0800<br />

Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />

Sandrine Frideres<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Mitarbeit<br />

Benjamin Carl Franke<br />

Alexander Böhm<br />

Klaus Bergerfurth<br />

Konzept, Layout & Druck<br />

CYMAGE MEDIA BERLIN<br />

Oranienplatz 5<br />

<strong>10</strong>999 Berlin<br />

Fon 030 616 58 511<br />

Fax 030 616 58 526<br />

www.cymage-media.com<br />

agentur@cymage-media.com<br />

Layout, Satz, DTP, Grafik<br />

Monika Czerminska<br />

Christian Heep<br />

Falk Bege<br />

Druckerei<br />

primeline.print Berlin<br />

Auflage<br />

<strong>10</strong>.000 Stück<br />

BEM-Photograf<br />

Sebastian Knoth<br />

www.sebastian-knoth.com<br />

Titelbild /Cover<br />

biiista gmbh<br />

OÖ Nachrichten/Weihbold<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>10</strong><br />

zu E-world<br />

Erscheinung Januar 2013<br />

ISSN 2191-5636<br />

Ausgabe April 2013<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 11<br />

Anzeigenschluss 07.03.2013<br />

Für Anzeigenschaltungen gilt unsere<br />

Anzeigenpreisliste.<br />

Mediadaten, Stand <strong>10</strong>/2012.<br />

www.neue-mobilitaet.info<br />

Parlamentarischer Beirat<br />

MdB Wolfgang Tiefensee, SPD,<br />

Beiratsvorsitzender<br />

MdL Markus Rinderspacher, SPD<br />

MdB Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />

MdB Andreas Jung, CDU/CSU<br />

MdB Werner Simmling, FDP<br />

MdB Dr. Valerie Wilms<br />

Bündnis 90/Die Grünen<br />

ehem. MdA Volker Ratzmann<br />

Bündnis 90/Die Grünen<br />

MdL Ulrike Müller, FREIE WÄHLER<br />

Christian Ude, SPD<br />

Wissenschaftlicher Beirat<br />

Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />

Matthias Groher<br />

Tim Ruhoff<br />

Andreas Serra<br />

Dipl.-Ing. M.S. Tim Baack<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

Markus Emmert<br />

Dr. Mark Steffen Walcher<br />

Josef Maier<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Heiko Herchet<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />

Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. G. Friedrich<br />

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />

Dipl.-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />

Prof. Dr.-Ing. Gunter Schweiger<br />

Pitt Moss<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

Uwe Hahner<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

Finanzvorstand Michael Hofmann<br />

Marketingvorstand Christian Heep<br />

Politik-Berater Armin Henning<br />

Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />

Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />

© 2009-2013 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />

liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />

Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />

Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />

schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />

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EXCELLENCE<br />

CREATING<br />

VALUE<br />

Gerne senden wir Ihnen unsere Broschüre mit Anregungen<br />

zu allen Rechtsfragen rund um die Mobilität der Zukunft.<br />

Rund 38 Mrd. Euro Umsatz und Investitionen allein im Jahr 20<strong>10</strong> in eine saubere und sichere Energieversorgung. Hunderttausende Arbeitsplätze,<br />

hohe Exportanteile und aktuell 11 Mrd. Euro pro Jahr an eingesparten Brennstoffimporten: So liefern Erneuerbare Energien die Grundlage<br />

für eine nachhaltige Wirtschaft in Deutschland. Doch mit wachsendem Erfolg der Erneuerbaren Energien werden die öffentlichen Debatten<br />

schärfer. Verfestigte Vorurteile können den weiteren Ausbau bremsen. Wer hält dagegen? Die Agentur für Erneuerbare Energien kämpft für<br />

mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Chancen und Vorteile einer regenerativen Energieversorgung. Wir setzen wichtige Themen auf die<br />

Tagesordnung und klären die Öffentlichkeit mit Zahlen, Fakten und einem Bündel an Informationsmaterialien auf.<br />

Bei uns ziehen Bundesministerien und Branche an einem Strang. Hier kommt das Engagement Ihres Unternehmens gut an!<br />

www.unendlich-viel-energie.de<br />

Telefon 030 2005353 oder sponsoring@unendlich-viel-energie.de<br />

Dr. Peter Bachmann, Leiter des Teams New Mobility<br />

peter.bachmann@noerr.com T +49 89 28628277


Akademie &<br />

Consulting<br />

INSTITUT<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Letztlich geht es für die gesamte Branche darum,<br />

erfolgreiche Geschäftsmodelle in einem expansiven<br />

Marktumfeld zu positionieren.<br />

www.institut-nm.de<br />

www.institut-nm.de

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