NEUE MOBILITÄT 10
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ISSN 2191-5636<br />
Neujahrsausgabe 2013<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
JANUAR 2013<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Messe Essen // vom 05. bis 07.02.2013<br />
Ladeinfrastruktur<br />
Voraussetzungen sowie<br />
innovative Lösungen<br />
Who is Who<br />
Organisationen, Verbände &<br />
Initiativen, die Zeichen setzen<br />
Erste Flotten<br />
Elektrozweiräder &<br />
Intermodalität im Fokus<br />
Human Resources<br />
Aus-, Weiterbildung, Studium &<br />
Forschung im Bereich eMobilität<br />
Neue Mobilität<br />
1
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />
GRUSSWORT<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl Auf der Automechanika 2012<br />
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS<br />
e-mobility - Ihr Einstieg in die Mobilität von morgen -<br />
Aufruf zu mehr Gelassenheit<br />
Die individuelle Mobilität ist eines unserer höchsten Güter. Um die<br />
Mobilität unserer Gesellschaft auch in Zukunft aufrecht<br />
zu erhalten, braucht es Alternativen und grundlegende Veränderungen.<br />
Die Kapazität herkömmlicher fossiler Energieträger ist endlich.<br />
Elektromobilität, basierend auf umweltfreundlichen Antrieben und<br />
erneuerbaren Energieträgern ist ein vielversprechendes<br />
Konzept, insbesondere für den urbanen Bereich.<br />
Der Veränderung der Mobilität können wir nur durch rechtzeitiges<br />
Engagement entgegen treten. SWARCO TRAFFIC SYSTEMS ist<br />
daher Partner und Innovator von zukunftsweisenden Projekten.<br />
Gemeinsam mit Ihnen realisieren wir individuelle Lösungen für die<br />
steigende Nachfrage an Ladestellen mit offenen oder<br />
geschlossenen Benutzerkreis sowie gerne auch in Kombination<br />
mit unseren Parkscheinautomaten.<br />
<br />
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH | Bodenseestrasse 113 | 81243 München | parking@swarco.de<br />
BUSINESS UNIT PARKING<br />
Neue Technologien haben es schwer: Kaum werden die ersten<br />
erfolgreichen Laborversuche und Forschungsergebnisse<br />
veröffentlicht, wollen Medien, Investoren und Öffentlichkeit<br />
fertige - bestmöglich bereits in Serie hergestellte - Produkte<br />
sehen. Sind dann die ersten Anwendungen auf dem Markt,<br />
wird über Kinderkrankheiten und hohe Preise geschimpft.<br />
Werden die ersten Misserfolge und Pleiten bekannt, beherrschen<br />
- nach dem anfänglichen medialen Hype - Skepsis,<br />
Häme und Schadenfreude ob der scheinbar misslungenen<br />
Entwicklung die veröffentlichte Meinung.<br />
So auch beim Thema Elektromobilität. Das ist nicht schlimm.<br />
Wissen wir doch, dass diese Tatsache dem so genannten<br />
Hype-Zyklus geschuldet ist, den jede neue Technologie anfänglich<br />
durchläuft.<br />
Der Hype der letzten Jahre war weder gut noch böse, sondern<br />
eine von verschiedenen Phasen bei der Markteinführung<br />
einer Innovation - ebenso wie das Tal der Tränen, welches<br />
die eMobilitäts-Branche aktuell durchschreitet. Ob die<br />
Skeptiker wollen oder nicht, auch diese Phase wird enden.<br />
Und die Indizien häufen sich, dass das Ende des medialen<br />
Stimmungstiefs bald erreicht sein wird. Was dann folgt, ist<br />
eine zunehmend realistische Einschätzung der neuen Technologie<br />
- sowohl der Vorteile als auch der bevorstehenden<br />
Herausforderungen - auf Basis derer sich die Neue Mobilität<br />
Schritt für Schritt erfolgreich am Markt positionieren wird.<br />
Etwas mehr Gelassenheit gegenüber den allzu kritischen<br />
Stimmen kann vor diesem Hintergrund nicht schaden.<br />
Konzentrieren wir uns lieber auf das, was wir können. Denn<br />
ohne eine gemeinsame Anstrengung aller beteiligten Akteure<br />
werden wir die uns noch bevorstehenden Herausforderungen<br />
nicht meistern.<br />
Kein Unternehmen im Mobilitätsbereich - und sei es noch<br />
so groß - kann künftig allein das komplexe Netz der Neuen<br />
Mobilität für seine Kunden realisieren. Grundvoraussetzung<br />
für einen langfristigen Erfolg sind branchen- und länderübergreifende<br />
Kooperationen sowie innovative Konzepte. Dabei<br />
werden zunehmend Unternehmen aus der Informations- und<br />
Kommunikationsbranche, die hervorragende Voraussetzungen<br />
mitbringen, um die komplexen Mobilitätsangebote von<br />
morgen schnell und kundenfreundlich zu organisieren, den<br />
Massenmarkt der vernetzten Neuen Mobilität erschließen.<br />
Wir haben jetzt die Chance, die Weichen für eine nachhaltige,<br />
emissionsarme Neue Mobilität zu stellen - und das nicht nur<br />
für uns, sondern insbesondere auch für unsere Kinder. Lassen<br />
Sie uns 2013 gemeinsam Zeichen setzen..!<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Cover<br />
biiista gmbh<br />
OÖ Nachrichten/ Weihbold<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>10</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe Januar 2013<br />
BEM<br />
Status quo<br />
eMobilität<br />
Lade-<br />
INFRASTRUKTUR<br />
Erste<br />
Flotten<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Spes ultima moritur<br />
Editorial, Christian heep<br />
18 LADEINFRASTRUKTUR<br />
68 parlamentarischer<br />
Beirat<br />
70 Köpfe der Branche<br />
79 BEM-Delegationsreise<br />
Nach Malta<br />
80 BEM-Roundtable<br />
POwered by enBW<br />
81 BEM-Roundtable<br />
POwered by Brose-sew<br />
1<strong>10</strong> Neuregelung:<br />
Besteuerung von<br />
Dienst-Fahrrädern<br />
112 kurt sigl in den USA<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 NM-aboformular<br />
126 BEM-Mitgliedschaft<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
Messen &<br />
EVents<br />
8 E-world 2013<br />
<strong>10</strong> AUTOMECHANIKA<br />
Shanghai 2012<br />
12 Shanghai im FOkus<br />
Andreas Serra<br />
14 eCarTec 2012<br />
15 EMV 2013<br />
72 hat das Elektrofahrzeug<br />
EINE chance?<br />
Prof. Dr. gernot spiegelberg<br />
76 Lösungen für die effiziente<br />
<strong>MOBILITÄT</strong> der zukunft<br />
Jürgen Goroncy<br />
78 urban-e gewinnt<br />
ökoglobe-award 2012<br />
Christoph hahne<br />
82 Green eMotion<br />
Dr. heike bArlag<br />
Dr. norbert vierheilig<br />
Volker Fricke<br />
84 Elektromobilität im dialog<br />
helmuth von grolman<br />
86 Smarte Paketverteilung<br />
Für die emobile city<br />
hans-jürgen esch<br />
Human<br />
Resources<br />
114 raum für Ideen<br />
boxberg forum<br />
116 zukunft sichern durch<br />
weiterbildung<br />
C & Q<br />
117 elektrische Antriebe<br />
Für eMobilität<br />
bundeswehr uni münchen<br />
118 Graduiertenkolleg zur<br />
ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />
rwth aachen<br />
119 master studiengang<br />
eMobilität<br />
uni Stuttgart<br />
120 ein neuer weg in<br />
DER berufsausbildung<br />
berufsbildungszentrum mölln<br />
121 gibt es umweltfreundliche<br />
Autos?<br />
deutsche Umwelt-aktion<br />
21 Systemtechnische Technologie<br />
& Innovationsplattformen<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
22 LEGAL CORNER<br />
CMS HASCHE SIGLE<br />
24 WIE VIEL LADEINFRASTRUKTUR<br />
BRAUCHT DIE e<strong>MOBILITÄT</strong>?<br />
DR.-ING. JAN TRAENCKNER<br />
26 LOGISTIKAUFGABE e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
enerChange<br />
28 Panta Rhei - nicht nur strom<br />
eight<br />
30 Aktuelle Ladeinfrastruktur-<br />
Konzepte<br />
RWE emobility lounge<br />
32 Ladung und abrechnung<br />
IM Parkhaus<br />
Castellan<br />
34 Neue Geschäftsmöglichkei-<br />
TEN durch SchnellLadung<br />
ABB Automation Products<br />
36 Die »All-in-one-solution«<br />
IST gefragt<br />
swarco traffic systems<br />
38 Legal corner<br />
becker Büttner held<br />
40 ladeinfrastruktur für<br />
emobilität<br />
mennekes<br />
42 infrastruktur in den<br />
Modellregionen<br />
now<br />
44 eine Ladeinfrastruktur<br />
Für alle<br />
bals elektrotechnik<br />
46 ich bin ein e-Berliner<br />
The new motion germany<br />
48 schnell, einfach &<br />
KOMFORTABEL<br />
dr. Peter Westerbarkey<br />
50 Mobile Metering<br />
Ubitricity<br />
52 Legal corner<br />
noerr<br />
54 intelligente<br />
STROMTANKSTELLE<br />
Heldele<br />
56 Park & Charge<br />
bsm<br />
Who is Who<br />
der emobilität<br />
58 Einleitung<br />
59 BEM<br />
60 NABU<br />
61 BSM<br />
62 BEE<br />
63 INNOZ<br />
64 VDIK<br />
65 ZIV<br />
66 ACE<br />
90 Revolutionäres<br />
Elektromotorrad aus<br />
österreich<br />
biiista elektromobilität<br />
92 legal corner<br />
osborne clarke<br />
94 Das Schaufenster im<br />
SCHAUFENSTER<br />
quartier potsdamer platz<br />
95 kompetenztreffen<br />
ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />
elektro:mobilia<br />
96 ikt leuchtturm<br />
»econnect Germany«<br />
smartlab<br />
98 elektromobil von genua<br />
BIS amsterdam<br />
e-wolf<br />
<strong>10</strong>0 eMotorräder im fokus<br />
brammo<br />
Mit dieser nunmehr dritten Neujahrsausgabe blicken wir auf<br />
30 Monate mit über 1.400 Seiten elektromobiler Sichtbarkeit<br />
am Puls einer <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> zurück. Dieses Jahr werden<br />
wir die Frequenz weiter steigern und uns noch intensiver im<br />
engen Austausch mit unseren Mitgliedern in vielfältigen Projekten<br />
und Aktionen in Politik, Wirtschaft und Medien einbringen.<br />
Für Ihre Unterstützung und das rege Interesse an<br />
unserer Arbeit möchte ich mich rückblickend und im Voraus<br />
herzlich bedanken. Denn eins ist klar: Diesen Weg können<br />
wir nur gemeinsam gehen. Zeigen wir der Welt, dass wir die<br />
Idee einer emissionsfreien Mobilität für uns, andere Länder<br />
und unsere Kinder ernsthaft und ohne weitere Verzögerung<br />
tatsächlich verwirklichen.<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> beleuchtet in dieser zehnten Ausgabe<br />
den Themenschwerpunkt »Ladeinfrastruktur«. In verschiedenen<br />
Fachartikeln und Interviews erfahren Sie mehr über<br />
<strong>10</strong>2 höchste effizienz bei der<br />
future car challEnge 2012<br />
classic eCars<br />
<strong>10</strong>4 auf dem besten Weg<br />
von A nach B<br />
daimler<br />
<strong>10</strong>5 auf dem Weg zum<br />
intellgenten mobilitätsmix<br />
flinc<br />
<strong>10</strong>6 öffentliche Nachfrage<br />
nach Elektromobilität<br />
ÖPP Deutschland<br />
<strong>10</strong>8 Elektrisch fahren im Dienst<br />
dekra<br />
Hallo & Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
Standardisierungen, technische und rechtliche Voraussetzungen,<br />
Ladesäulentypen und innovative Lösungen. Im Rahmen<br />
unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is Who der Elektromobilität«<br />
stellen wir außerdem weitere Verbände, Initiativen<br />
und Organisationen vor, die sich aktiv für nachhaltige<br />
und zukunftsweisende Mobilitätslösungen einsetzen.<br />
Das Cover vermittelt einen ersten Eindruck, was uns ab Frühjahr<br />
2013 im elektrischen Zweiradbereich erwartet. Design,<br />
Innovation und Fahrspaß pur. Das revolutionäre Elektromotorrad<br />
biiista aus Österreich zeigt eindrucksvoll in welche<br />
Richtung sich die Elektromobilitätsbranche dieses Jahr entwickeln<br />
wird. Weitere spannende Projekte stellen wir im<br />
Themenbereich »Erste Flotten« vor. Viel Spaß beim Lesen<br />
und natürlich ein frohes, möglichst emobiles Neues Jahr..!<br />
Christian Heep, Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing
Editorial - Christian Heep<br />
Editorial - Christian Heep<br />
Spes ultima moritur<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Unser aller Bemühungen haben inzwischen in der Bevölkerung, der Politik, den Medien und der Wirtschaft den Stellenwert<br />
erlangt, der notwendig ist, um eine nachhaltige Mobilität für uns und unsere Kinder überhaupt zu ermöglichen. Wir sind uns<br />
der zunehmenden internationalen Beobachtung bewusst und wollen unseren Teil dazu beitragen, Lösungen für die Energieund<br />
Mobilitätsfragen der Zukunft weltweit zu verbreiten. Diese Verantwortung beschreibt die eigentliche Herausforderung<br />
- in unserer Rolle als Vorbild nachfolgenden Nationen aufzuzeigen, dass Erneuerbare Energien, Elektromobilität und eine<br />
insgesamt nachhaltig ausgerichtete Wirtschaft technologisch und insbesondere gesellschaftspolitisch umsetzbar sind. Eine<br />
Niederlage wäre gleichzeitig der Scheiterhaufen für diese Schlüsseltechnologien.<br />
Neues Jahr - Neues Glück - Neue Mobilität<br />
»Niemand hat die Absicht Elektroautos zu bauen« oder<br />
einen Flughafen zu eröffnen. Angelehnt an das berühmte<br />
Mauer-Zitat von Ex-DDR-Chef Walter Ulbricht spiegelt das<br />
frei erfundene Zitat ein wenig Piëch-Stimmung und lässt<br />
gleichzeitig hoffen, da ja bei dem Beispiel tatsächlich Gegensätzliches<br />
eingetroffen ist. Und auch bei der Flughafeneröffnung<br />
stirbt die Hoffnung der Berliner ja bekanntlich<br />
zuletzt. Hoffnung allein reicht aber nicht. Man muss auch<br />
etwas dafür tun..<br />
Machiavellistisches Kalkül vorausgesetzt, neigen viele Branchenkenner<br />
dazu, verstärkt beruhigend auf die Entwicklungen,<br />
Anstrengungen und Versprechen der deutschen Automobilindustrie<br />
und der Politik zu reagieren. Sie bremsen<br />
damit ganz bewußt konstruktive Kritikansätze aus und verbreiten<br />
eine Zuversicht, deren gläubige Hörigkeit ich nicht<br />
immer ganz nachvollziehen kann. Womöglich ist dieser Kreis<br />
Auserwählter aber einfach nur besser informiert und verfügt<br />
über unternehmensinterne Vorgänge und Entscheidungen,<br />
die die Ambition Elektromobilität ganz klar belegen.<br />
Das mag ja sein. Und auf alle Mitglieder im Bundesverband<br />
eMobilität trifft das auch ganz sicher zu. Eine Analyse der<br />
Situation auf Basis der Intention des Eingangszitates lässt<br />
diese Zuversicht womöglich taktisch sinnvoll erscheinen.<br />
Allerdings erschliesst sich mir der tiefere Sinn dahinter nicht.<br />
Vielleicht gibt es einen politisch-wirtschaftlich motivierten<br />
Masterplan, der Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter<br />
für Elektromobilität machen soll. Klammheimlich wird hinter<br />
verschlossenen Türen geforscht und entwickelt, um dann mit<br />
einmal das gesamte Marktumfeld besetzen zu können und als<br />
erster die Lorbeeren für Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Wohlstandssicherung,<br />
Ressourcenschonung, Klima- und Umweltschutz<br />
zu ernten.<br />
Ja, so wird es wohl sein. Ein Beleg dafür sind die undichten<br />
Insider mit ihrem Wissensvorsprung. Offensichtlich wird die<br />
Geheimhaltung hier zugunsten des steigenden öffentlichen<br />
Drucks zunehmend verwässert.<br />
Eine Strategie, wie sie Ulbricht nicht besser hätte anwenden<br />
können. Obwohl die Geschichtsschreiber sich in diesem Fall<br />
nicht ganz einig sind, ob es sich um eine freudsche Fehlleistung<br />
handelte oder er tatsächlich von Chruschtschow in<br />
Unwissenheit gelassen wurde.<br />
Zudem erscheint der Plan recht überholt, da sich inzwischen<br />
ja bereits international bedeutende Akteure dem Thema<br />
aktiv und sichtbar angenommen haben. Die weitere Sinnhaftigkeit<br />
diese zurückhaltenden Vorgehens ist also fraglich.<br />
Die Komplexität der stattfindenden Vorgänge wird aber wohl<br />
nur dann deutlich, wenn man den Überlegungen einen weiteren<br />
Aspekt hinzufügt. Das Missverständnis einer Branche<br />
in Bezug auf die eigene Definition der Daseinsberechtigung.<br />
Das Selbstverständnis der deutschen Automobilindustrie und<br />
die über 1oo-jährige Identifikation mit hochentwickelten Verbrennungsmotoren<br />
konterkariert die Bemühungen des anstehenden<br />
Systemwechsels und schiebt sie bewusst und unbewusst<br />
auf die lange Bank. Die damit einhergehenden Chancen<br />
werden zwar erkannt und auch langsam sichtbarer, aber die<br />
Notwendigkeit zeitnahen Handelns ist aufgrund der übermächtigen<br />
Marktposition lange Zeit vernachlässigt worden.<br />
Nun will ich mich dennoch ebenfalls in den Reihen derjeniger<br />
einordnen, die vielleicht etwas mehr wissen und möchte<br />
all den Markteinführungen, die für dieses Jahr angekündigt<br />
worden sind, Glauben schenken. Auch wir wissen, dass viele<br />
deutsche Unternehmen alles andere als untätig waren und<br />
wir in Zukunft sehr gut aufgestellt sein werden.<br />
Diese Erkenntnis erlaubt doch nun aber eine Neuausrichtung<br />
in Bezug auf Sichtbarkeit, Kommunikation und insbesondere<br />
politischen Stellenwert der Neuen Mobilität auf Basis<br />
Erneuerbarer Energien. 2013 ist das Jahr, in dem Politik und<br />
Wirtschaft der Welt zeigen können, wie ernst wir es meinen.<br />
In diesem Jahr können wir uns international sichtbar an die<br />
Spitze der Neuen Mobilität stellen. Wir können Leitmarkt<br />
und Leitanbieter. Wir müssen es nur wollen und sollten dabei<br />
möglichst den strategischen Stellenwert und die einzelnen<br />
Maßnahmen neu bewerten und entsprechend ambitionierter<br />
handeln.<br />
Als BEM werden wir uns gemeinsam mit unseren Mitgliedern<br />
auch weiterhin diesem Engagement mit vollem Einsatz widmen.<br />
Möglich ist dies langfristig aber nur, wenn wir bei unserer<br />
Arbeit auch eine ausreichend solide Finanzierung gewährleisten<br />
können. Das ist gerade bei einem wachsenden<br />
Verband mit ständig steigenden Anforderungen und Erwartungen<br />
nicht immer ganz leicht. Und genau dabei hoffen wir<br />
auch weiterhin, auf Ihre Unterstützung zählen zu können.<br />
Konkret bedeutet dies neben einer weiteren inhaltlichen<br />
Unterstützung insbesondere auch eine monetäre in Form<br />
weiterer Einzelfördermitglieder und sichtbarer Unternehmensmitgliedschaften,<br />
um dem BEM die notwenige Durchschlagskraft<br />
zu ermöglichen und das Thema auch weiterhin<br />
auf breiter gesellschaftspolitischer Ebene sichtbar und tragfähig<br />
voranzubringen.<br />
Christian Heep // christian.heep@bem-ev.de<br />
6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7
E-world ENERGY & WATER 2013 E-world ENERGY & WATER 2013<br />
E-world energy & water 2013<br />
Zukunftsthema »smart energy« belegt eine eigene Messehalle<br />
Impressionen der E-world 2012<br />
Ladesäulen auf der E-world 2012<br />
Die 13. E-world energy & water findet vom 05. bis 07.<br />
Februar 2013 in der Messe Essen statt. Als Impulsgeber der<br />
Branche rückt die europäische Leitmesse aktuelle Themen<br />
der Energie- und Wasserwirtschaft in den Mittelpunkt. Über<br />
600 Aussteller aus 20 Nationen präsentieren ihre Dienstleistungen<br />
und Produkte aus den Bereichen Stromwirtschaft,<br />
Gaswirtschaft, Wasserwirtschaft, Energietechnik und Energieeffizienz.<br />
Erstmals mit dabei sind u.a. Gazprom Energy,<br />
Total Energie Gas und GE Energy Germany. Erwartet werden<br />
wieder mehr als 20.000 Fachbesucher. Experten und Entscheider<br />
informieren und diskutieren im begleitenden Kongress.<br />
Der etablierte Branchentreffpunkt steht dabei weiter fest auf<br />
Wachstumskurs. Und erstmals belegt der zukunftsträchtige<br />
Geschäftsbereich »smart energy« eine eigene Messehalle.<br />
In der erstmals im Rahmen der Fachmesse genutzten Messehalle<br />
4 rücken viele Unternehmen ihr Engagement im Bereich<br />
der Energieeffizienz und den damit engverbundenen<br />
Zukunftsthemen Smart Metering, Hausautomation, Elektromobilität<br />
und den Erneuerbaren Energien im Allgemeinen in<br />
den Mittelpunkt ihrer Messepräsenz.<br />
Über 50 Aussteller werden in der neuen »Smart Energy Halle«<br />
auf 3.000 qm effiziente Anwendungstechnologien zu den<br />
Schwerpunkten Smart Grids, Smart Meter, Speichertechnologien<br />
und vernetzte Haustechnik zeigen. Fester Bestandteil<br />
der Halle 4 wird im kommenden Jahr auch das »smart energy«<br />
Forum sein. Hier werden täglich Podiumsdiskussionen<br />
und Fachvorträge zu marktnahen Themen stattfinden.<br />
Future of Mobility in der Galeria<br />
Bereits in den beiden Vorjahren fand die Sondershow »Future<br />
of Mobility« großen Anklang beim Fachpublikum der<br />
E-world. Die beiden Testflächen, auf denen alternativ betriebene<br />
Fahrzeuge zum Test bereit standen, waren ein voller Erfolg.<br />
Energieversorger, Stadtwerke und weitere Akteure der<br />
Energiewirtschaft können sich bei den Ausstellern über<br />
Möglichkeiten der Lade- und Netzinfrastruktur, verschiedenste<br />
Elektrofahrzeuge sowie über IT-Lösungen für Elektromobilität<br />
informieren.<br />
Ein dreitägiger Kongress begleitet auch 2013 die E-world<br />
energy & water. In über 20 Konferenzen und Seminaren<br />
liefern renommierte Experten Antworten auf aktuelle und<br />
marktnahe Fragestellungen der Energiewirtschaft. In diesem<br />
Jahr bildet die Betrachtung der Rolle von Kommunen in<br />
der Energiewende den Schwerpunkt. Dem Thema vernetzte<br />
Sicherheit im Bereich kritischer Infrastrukturen der Energieund<br />
Wasserwirtschaft ist erstmals eine eigene Konferenz<br />
gewidmet.<br />
Bereits am Vortag der Messe findet in Zusammenarbeit mit<br />
der Süddeutschen Zeitung das »Führungstreffen Energie«<br />
statt, auf dem europäische Perspektiven für die Energiewelt<br />
von morgen im Fokus stehen.<br />
»Gibt es Fortschritte in der Deutschen Energiewende?«,<br />
»Europa als Energie- und Wirtschaftsstandort« und »Regulatorische<br />
Perspektiven zur Schaffung internationaler und<br />
nationaler Infrastruktur« sind die übergeordneten Leitgedanken<br />
des Vortragsprogramms. Für die Branche besonders<br />
interessant wird dabei die Rede von Bundesumweltminister<br />
Peter Altmaier sein: Er referiert zum Thema »Die Energiewende<br />
- das Zukunftsprojekt für den Wirtschaftsstandort<br />
Deutschland«.<br />
Neben Angeboten für ihre Fachbesucher, hält die E-world<br />
auch 2013 darüber hinaus spezielle Angebote für weitere<br />
Zielgruppen bereit. So werden etwa am ersten Messetag<br />
anlässlich des »Tages der Konsulate« Diplomaten und Sprecher<br />
europäischer Handelsvertretungen sowie ausländische<br />
Delegationen auf der Messe erwartet.<br />
Am zweiten Messetag findet der »Tag der Bürgermeister -<br />
Networking für Kommunen« statt. Die E-world energy & water<br />
bietet als führender Branchentreffpunkt der Energie- und<br />
Wasserwissenschaft die ideale Plattform für aktive Bürgermeisterinnen<br />
und Bürgermeister. Einerseits ermöglicht die<br />
Leitmesse einen schnellen Austausch und einen guten Überblick<br />
über aktuelle Entwicklungen der Branche. Andererseits<br />
schafft sie mit dem »Tag der Bürgermeister - Networking für<br />
Kommunen« ein hervorragendes Forum für Gemeindevertreter.<br />
Sie können in direktem Kontakt von den Erfahrungen<br />
ihrer Kollegen profitieren.<br />
Das breite Spektrum von fachspezifischen Themen im Kongress<br />
und die Vielzahl der Aussteller sowie die Vielfältigkeit<br />
deren Tätigkeitsspektren zeigt, wie spannend ein Besuch<br />
auf Europas größtem Branchentreffen sein kann.<br />
Weitere Informationen zur E-world energy & water finden<br />
Sie unter www.e-world-2013.com<br />
8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9
Automechanika Shanghai 2012 Automechanika Shanghai 2012<br />
Automechanika Shanghai 2012<br />
Ausweitung der erfolgreichen Kooperation zwischen BEM und Messe Frankfurt<br />
Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing / Fiona Chiew, Group Manager Trade Fairs, Messe Frankfurt Hong Kong / Olaf MuSShoff,<br />
Director Automechanika / Michael Johannes, Brand Manager Automechanika / Jason Cao, General Manager Messe Frankfurt<br />
Shanghai / Andreas Serra, GF promotor und BEM-Beirat<br />
Impressionen vom BEM-Messestand auf der Automechanika Shanghai 2012 und vom Besuch der EV-Zone in der Autocity von Jiading<br />
Das wichtigste Zukunftsthema der Automobilbranche ist<br />
die Herausforderung des Systemwechsels in Richtung einer<br />
nachhaltigen emissionsfreien Mobilität. Aus diesem Grund<br />
hat die Automechanika Shanghai, die mit rund 60.000 Besuchern<br />
zu den führenden internationalen Branchentreffpunkten<br />
der Automobilindustrie zählt, in diesem Jahr einen<br />
sichtbaren Schwerpunkt auf das Thema Elektromobilität<br />
gesetzt. Der Bundesverband eMobilität war vom 11. bis 14.<br />
Dezember 2012 mit einem Messestand und einer Delegation<br />
aus Mitgliedsunternehmen, Beiräten und Partnern vor<br />
Ort präsent, um die Verbandsarbeit sowie die innovativen<br />
Konzepte und Produkte seiner zahlreichen Mitgliedsunternehmen<br />
dem internationalen Publikum und potenziellen<br />
neuen Kooperationspartnern aus dem asiatischen Raum zu<br />
präsentieren.<br />
»Dank der erfolgreichen Kooperation mit der Messe Frankfurt<br />
hatten wir im letzten Jahr nicht nur die Möglichkeit uns auf<br />
der Automechanika in Frankfurt mit einem großen Gemeinschaftsstand<br />
zu präsentieren, sondern konnten nun auch die<br />
internationale Brückenfunktion nach China weiter ausbauen.<br />
Damit haben wir einen wichtigen Schritt getan, um die<br />
Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen im asiatischen<br />
Raum zu demonstrieren und gleichzeitig neue Geschäftskontakte<br />
für unsere Mitgliedsunternehmen generiert«, so<br />
BEM-Marketingvorstand Christian Heep, der gemeinsam<br />
mit den BEM-Beiratsmitgliedern Andreas Serra, promotor<br />
Gesellschaft für Absatzförderung mbH und Dr. Jan Fritz Rettberg,<br />
NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität, Infrastruktur<br />
und Netze der Technischen Universität Dortmund, den<br />
Bundesverband eMobilität in Shanghai vertreten hat.<br />
Erfolgreiche Geschäfte im internationalen Wachstumsmarkt<br />
Elektromobilität<br />
»Die Bedeutung vertrauensvoller und persönlicher Kontakte<br />
zu asiatischen Partnern wird im Bereich der eMobilität eine<br />
große Bedeutung für gegenseitige Akzeptanz und erfolgreiches<br />
Geschäft haben. China wird in diesem Zusammenhang<br />
als großer potenzieller Absatzmarkt sowie als innovativer<br />
Impulsgeber bei der Entwicklung neuer Technologien eine<br />
wichtige Rolle spielen. Der intensive Austausch mit chinesischen<br />
Unternehmen hat zudem gezeigt, dass ein ernsthaftes<br />
Interesse an ausgewogenen Projektpartnerschaften, sowie<br />
am Wissensvorsprung, unserer allgemeinen Herangehensweise<br />
und umfangreichen Expertise im Bereich der Neuen<br />
Mobilität besteht. In diesem Sinne haben wir während unseres<br />
Aufenthaltes in Shanghai verschiedene Projektideen<br />
mit Dr. Huang von der Tonji-Universität vertiefen können,<br />
die nun vom INSTITUT <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> weiter begleitet werden«,<br />
so Heep. »Zudem steht uns Dr. Huang in Zukunft als<br />
China-Repräsentant für die Aktivitäten des BEM und seiner<br />
Mitgliedsunternehmen zur Verfügung«.<br />
Der Bundesverband eMobilität möchte seine Mitglieder<br />
künftig über die reine Verbandsarbeit hinaus noch stärker<br />
in konkrete Projekte und Geschäftsmodelle integrieren. Vor<br />
diesem Hintergrund hat das INSTITUT <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> in<br />
Kooperation und enger Partnerschaft mit dem BEM im Januar<br />
2013 seine Arbeit aufgenommen. »Ziel ist es, insbesondere<br />
den Mittelstand in der aktuellen Phase der Neuorientierung<br />
zu unterstützen, um im Wachstumsbereich Elektromobilität<br />
erfolgreiche und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle<br />
im nationalen und internationalen Umfeld zu platzieren und<br />
mit der Erfahrung des Expertennetzwerks langfristig zu begleiten«,<br />
ergänzt Instituts-Leiter Matthias Groher.<br />
BEM-Delegationsteilnehmer und Aussteller auf dem BEM-Stand<br />
NextGen Auto International Summit China<br />
Der NextGen Auto International Summit ist Bestandteil der<br />
Automechanika Shanghai. Der Fokus der Veranstaltungsagenda<br />
lag auf innovativen Unternehmensstrategien, neuen<br />
Technologien, Services und Anwendungen, die den Wandel<br />
der Automobilindustrie hin zu einer nachhaltigeren und<br />
effizienteren Zukunft für OEMs, Zulieferer und Dienstleister<br />
entlang der gesamten Wertschöpfungskette vereinfachen.<br />
In diesem Jahr nahmen über 500 Referenten aus Industrie,<br />
Forschung und Politik aus der ganzen Welt teil - darunter<br />
auch Christian Heep, Dr. Jan Fritz Rettberg und Andreas Serra,<br />
die den Anwesenden mit ihren Vorträgen die aktuelle Situation<br />
im Bereich Elektromobilität in Deutschland und Europa<br />
geschildert haben.<br />
»Die allgemeine Herangehensweise - sowohl auf politischer,<br />
technologischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene - unterscheidet<br />
sich in Europa doch sehr von der im asiatischen<br />
Raum. Wir können vor diesem Hintergrund sehr viel voneinander<br />
lernen«, betonte BEM-Beirat Andreas Serra und<br />
machte deutlich, wie wichtig der internationale Austausch<br />
für alle Beteiligten ist, um im Bereich der Neuen Mobilität<br />
erfolgreich zu agieren.<br />
<strong>10</strong> Neue Mobilität Neue Mobilität 11
Automechanika Shanghai 2012 - Andreas Serra<br />
Automechanika Shanghai 2012 - Andreas Serra<br />
Shanghai im Fokus<br />
Chancen und Grenzen der Elektromobilität in Megacities<br />
Mit mehr als 24 Millionen Einwohnern gehört Shanghai zu<br />
den bedeutendsten und finanzstärksten Industriestädten<br />
Chinas. Neuen Entwicklungen und Trends steht man hier<br />
sehr aufgeschlossen gegenüber. Shanghai kann als optimale<br />
Mega-City für eMobilität bezeichnet werden.<br />
Während der Automechanika Shanghai im Dezember 2012<br />
führten BEM-Vorstand Christian Heep, Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
von der TU Dortmund und Andreas Serra, Geschäftsführer<br />
der promotor GmbH, intensive und positive Gespräche mit<br />
chinesischen Unternehmen, Regierungsvertretern und Universitäten,<br />
die sich mit Elektromobilität befassen. Eine der<br />
Kernfragen war: Welche Gründe führen dazu, dass Mega-<br />
Cities wie Shanghai nicht kurzfristig und erfolgreich Elektroautos<br />
in großen Stückzahlen in die Zulassung bringen?<br />
Auf den ersten Blick spricht in einer solchen Stadt, wie in<br />
allen Millionenstädten der Welt, sehr viel dafür auf Elektromobilität<br />
»umzusteigen«. Im aktuellen Fünfjahresplan der<br />
chinesischen Regierung sind klare Vorgaben und Strategien<br />
definiert. Unter anderem technologischer Fortschritt, Investitionen<br />
in neue Technologien wie eMobilität und Umweltziele.<br />
Bei Zweirädern ist China beispielsweise mit über <strong>10</strong>0<br />
Millionen eingesetzten Elektro-Zweirädern sicher weltweit<br />
führend. Schnellbahnverbindungen (Grundtechnologie ICE)<br />
werden massiv ausgebaut. In vielen Großstädten, so auch in<br />
Shanghai, werden eBusse schon heute eingesetzt.<br />
Mit rund <strong>10</strong>0.000 Pkw-Zulassungen pro Jahr, alleine in<br />
Shanghai, ist der Markt gewaltig. Und dies mit Zulassungsbeschränkungen!<br />
2011 gab es ca. 85 Autos auf 1.000 Einwohner.<br />
In Deutschland sind es im Vergleich dazu fast 550<br />
Fahrzeuge. Ein ungeheures Potenzial und damit eine riesige<br />
Chance für eMobilität. Leider spielen reine eAutos dabei 2011<br />
mit ca. 0,3% eine verschwindend geringe Rolle.<br />
Auf einer mehrere Quadratkilometer großen Fläche im Stadtteil<br />
Jiading inmitten der sogenannten Autocity von Shanghai<br />
ist Chinas zentrales Test- und Entwicklungszentrum für eMobilität<br />
entstanden: Die EV-Zone.<br />
Ziel ist es, in Shanghai bis 2015, auf Basis einer sogenannten<br />
Roadmap, 20.000 BEV-Zulassungen zu realisieren. Unterstützt<br />
wird das Projekt mit Prämien. Die Zulassungsgebühr<br />
(aktuelle Kosten ca. 60.000 RNB) wird erlassen. Zusätzlich<br />
wurde eine Kaufprämie von ca. 90.000 RNB eingeführt. Umgerechnet<br />
insgesamt ca. 19.000 Euro pro Zulassung.<br />
Woran liegt es also, dass so wenige Elektrofahrzeuge zugelassen<br />
werden?<br />
In einer intensiven Diskussion mit Mitarbeitern der EV-Zone,<br />
mit eFahrzeug-Herstellern, aber auch mit Vertretern der für<br />
Automobilwissenschaft bekannten Tonji Universität haben<br />
wir die Gründe für die aktuelle Zulassungssituation analysiert.<br />
Als Trainingsagentur und Berater für die Automobilindustrie<br />
kennt promotor die unterschiedlichen Problemstellungen<br />
bei der Einführung neuer Fahrzeuge, und speziell<br />
die Vermarktungsherausforderungen bei eFahrzeugen.<br />
Insbesondere die notwendigen Verhaltensänderungen von<br />
Verkäufern und Käufern sind eine Herausforderung, die es<br />
zu meistern gilt. Selbst in Europa sind in jedem Land andere<br />
Hebel und Marktmechanismen zu beachten, um erfolgreich<br />
große Stückzahlen eines Fahrzeugs zu vermarkten. Die Probleme<br />
einer Megacity wie Shanghai sind nochmals anders.<br />
4 Bereiche stellen eine besondere Herausforderung dar:<br />
Geeignete Fahrzeugmodelle<br />
Aktuell ist die Modellvielfalt aus chinesischer Produktion<br />
mit weniger als <strong>10</strong> Modellen, meist im Kleinwagensegment,<br />
noch eingeschränkt. Im Vergleich zu deutschen Premiumherstellern<br />
sind viele chinesische eFahrzeuge aus deutscher<br />
Kundensicht noch nicht wettbewerbsfähig.<br />
Statussymbol Auto<br />
Das Auto ist in China - besonderes ausgeprägt in Shanghai -<br />
ein Zeichen von Wohlstand und Status. Chinesen lieben<br />
deutsche Premiumfabrikate, wie sie insgesamt westliche<br />
Marken bevorzugen. Kleinwagen entsprechen nicht der Vorstellung<br />
und den Wünschen dieser Zielgruppe.<br />
Schwächen in Marketing und Verkauf von BEV‘s<br />
Elektroautos sind nicht bekannt, werden nicht beworben<br />
und Verkäufer sind auf die Kunden nicht vorbereitet. Der<br />
Verkaufsprozess verläuft im bekannten Raster und Kunden<br />
werden selbst bei Interesse für ein eAuto auf ein benzingetriebenes<br />
Fahrzeug »umgepolt«. Die hohen Preise und ein<br />
anderes ökologisches Verständnis als in Europa verhindern<br />
Akzeptanz und Vertriebserfolg.<br />
Fehlende Ladeinfrastruktur an geeigneten Stellen<br />
Hier finden wir die größten Herausforderungen. Die Einwohner<br />
von Shanghai leben in Hochhäusern mit oft hunderten<br />
von Apartments in einem einzigen Gebäude. Die Aufladung<br />
in der eigenen Garage oder auf dem eigenen Grundstück ist<br />
im Stadtkern kaum möglich. Das notwendige Stromnetz, die<br />
Auslegung, die Versorgung, die Verkabelung, Abrechnungssysteme,<br />
kurz die EV-Infrastruktur, wurde in der Bauplanung<br />
und Realisierung nicht bedacht. Selbst wenn Platz zur Verfügung<br />
stünde, würde der nachträgliche Aufbau einer Infrastruktur<br />
für bestehende Gebäude in dieser Stadt lange dauern<br />
und unrealistische Investitionen nach sich ziehen.<br />
ENGINEER<br />
SUCCESS<br />
New technologies<br />
New solutions<br />
New networks<br />
Hier sind neue Ideen und Ansätze notwendig, die sich von<br />
denen in Europa unterscheiden. Ein aktueller Ansatz in<br />
Shanghai ist die Berücksichtigung von eMobilität bei Neubauten.<br />
Unter dem Schlagwort EV-Ready sollen diese mit<br />
der notwendigen Infrastruktur versehen werden.<br />
Wie könnten weitere Ansätze für Elektromobilität in Mega-<br />
Cities wie Shanghai aussehen?<br />
Chinesen handeln schnell und konsequent. Sie wissen, dass<br />
Öl endlich ist und China Lösungen für die Verkehrsinfrastruktur<br />
benötigt. Dennoch wird die Akzeptanz rein elektrisch betriebener<br />
Fahrzeuge aus den oben genannten Gründen Zeit<br />
benötigen. In den Stadtkernen sind PHEV‘s (Plugin Hybrid<br />
Electric Vehicle) oder REEV (Range-Extended Electric Vehicle)<br />
besser zu vermarkten. Um Kostenparität und Nutzung zu<br />
gewährleisten, müssten Mittelklassefahrzeuge mit regional<br />
üblichen Ausstattungen und Größen angeboten werden. Die<br />
Batteriekapazität könnte mit ca. 15KW/h die Bedürfnisse<br />
der Großstadt erfüllen. So könnte eine Brücke gebaut werden<br />
von den heutigen meist Benzin betriebenen Fahrzeugen<br />
zu reinen Elektrofahrzeugen. Das ist im Übrigen auch die verbreitete<br />
Meinung der Unternehmer, mit denen wir diskutiert<br />
haben. Diesen Übergang wollen wir gerne mit gestalten.<br />
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Rückblick eCarTec 2012 EMV 2013<br />
Rückblick: eCarTec 2012<br />
BEM-Delegation zu Besuch auf der Münchner Messe für eMobilität<br />
EMV 2013<br />
Antworten zu aktuellen Fragen der Elektromobilität<br />
Christian Heep, BEM-Marketingvorstand, Andreas Richter und Marc Gounaris von der DEKRA, BEM-Präsident Kurt Sigl und BEM-<br />
EU-Repräsentant Dr. Ingo Friedrich auf dem DEKRA-Stand<br />
Entwicklungsingenieure finden auf sie zugeschnittene EMV-Lösungen<br />
Die eCarTec Munich stand auch vom 23. bis 25. Oktober<br />
2012 ganz im Zeichen der Neuen Mobilität. Auf dem Gelände<br />
der Neuen Messe München wurden wie in den Vorjahren<br />
Elektrofahrzeuge, Speichertechnologien, Antriebs- und<br />
Motorentechnik gezeigt. Ein Testgelände, auf dem Endverbraucher<br />
die neuesten Elektrofahrzeuge testen und sich mit<br />
der Technologie vertraut machen konnten, war ebenfalls<br />
integriert. Angesprochen wurden Entwickler, Konstrukteure,<br />
Designer, Manager, Händler, Fuhrpark-Verantwortliche,<br />
private Fahrzeugkäufer sowie Entscheider aus Politik und<br />
öffentlicher Hand. Ein Fachkongress zum Thema Elektromobilität<br />
rundete die Veranstaltung ab.<br />
Der BEM-Vorstand war gemeinsam mit seinem Europa-<br />
Repräsentanten Dr. Ingo Friedrich auf der deutschen Leitmesse<br />
für eMobilität unterwegs. Im Rahmen des Messerundgangs<br />
der BEM-Delegation standen selbstverständlich<br />
die verschiedenen BEM-Mitgliedsunternehmen ganz oben<br />
auf der Agenda. Darunter waren die Stände von DEKRA,<br />
EDAG, CPM, TÜV SÜD, Mitsubishi Motors Deutschland sowie<br />
BROSE-SEW. »Ich bin immer wieder begeistert, wenn<br />
ich sehe, was unsere Mitglieder an Innovationen auf die Beine<br />
stellen und freue mich, mit Hilfe von Dr. Ingo Friedrich<br />
europaweite Kontakte zur Etablierung neuer Geschäftsmodelle<br />
herstellen zu können«, erklärte Kurt Sigl im Rahmen<br />
der Messe und machte deutlich, wie wichtig insbesondere<br />
auch die internationale Positionierung deutscher Unternehmen<br />
im Bereich der Elektromobilität ist.<br />
eCarTec Award 2012 verliehen<br />
Um innovative Entwicklungen in der Elektromobilität zu beschleunigen<br />
und zu fördern, wurde am Abend des ersten<br />
Messetages der eCarTec 2012 bereits zum vierten Mal der<br />
eCarTec Award als Bayerischer Staatspreis für Elektromobilität<br />
durch Staatssekretärin Katja Hessel verliehen. Der Preis<br />
wurde in diesem Jahr neben den sieben - bereits etablierten -<br />
Kategorien erstmals auch in einer achten, neuen Kategorie<br />
»Produktkonzept/Vision« verliehen.<br />
»In dieser Kategorie sollen Konzepte und innovative Ideen<br />
ausgezeichnet werden, die uns einen Blick in die Zukunft<br />
einer neuen, intelligenten und vollständig emissionsfreien<br />
Mobilität erlauben«, so Robert Metzger, Geschäftsführer<br />
der MunichExpo Veranstaltungs GmbH und Veranstalter<br />
des eCarTec Award 2012. »Unter den Gewinnern war auch in<br />
diesem Jahr wieder ein BEM-Mitgliedsunternehmen: Akasol<br />
durfte sich über den Sieg in der Kategorie »Speichertechnologie,<br />
Systemintegration« freuen. Wir sind sehr stolz und<br />
gratulieren von Herzen«, betonte BEM-Präsident Sigl.<br />
Die Elektromobilität steht im Mittelpunkt der vom 05. bis 07.<br />
März 2013 in Stuttgart stattfindenden EMV 2013. Die Veranstaltung<br />
ist Europas führendes Forum für elektromagnetische<br />
Verträglichkeit. Überall dort, wo Technologien nebeneinander<br />
störungsfrei in Betrieb genommen werden müssen,<br />
greift die elektromagnetische Verträglichkeit. Ziel ist es, Störungen<br />
zwischen elektrischen Anlagen oder Apparaten zu vermeiden<br />
und einwandfreies Funktionieren zu gewährleisten.<br />
Die Kombination aus Fachmesse und anwenderorientiertem<br />
Workshop-Programm bietet eine optimale Plattform für Experten<br />
und Entscheider, um sich über neueste Entwicklungen<br />
und Technologien zu informieren und auszutauschen. Im<br />
Fokus stehen alle Produkte, Dienstleistungen, Innovationen<br />
und Trends rund um die elektromagnetische Verträglichkeit.<br />
Ein immer wichtiger werdender Bereich ist hierbei die<br />
Elektromobilität. Bei Entwicklung, Produktion und Inbetriebnahme<br />
elektrisch angetriebener Fahrzeuge stoßen Ingenieure<br />
auf eine Fülle neuer - bei konventionellen Antriebstechniken<br />
nicht existenter - Fragen. Daraus resultieren zahlreiche neue<br />
Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Sicherstellung<br />
deren elektromagnetischer Verträglichkeit und der<br />
Beherrschung elektromagnetischer Felder. Auf der Sonderfläche<br />
»e-Mobility special« in der Messehalle werden anhand<br />
von Exponaten und Postern die technischen Zusammenhänge<br />
zu speziellen EMV-Aspekten bei Elektrofahrzeugen dargestellt.<br />
Die Fachmesse EMV 2013 erwartet über <strong>10</strong>0 internationale<br />
Aussteller auf einer Ausstellungsfläche von über 3.500 qm.<br />
»Ingenieure, die in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen<br />
tätig sind, finden auf der EMV 2013 die Spezialisten, die ihnen<br />
Fragen zur elektromagnetischen Verträglichkeit beantworten«,<br />
so Miriam Kaiser, Projektleiterin der EMV 2013.<br />
Parallel zur Messe findet ein hochkarätiges Programm mit<br />
insgesamt 39 Workshops statt. Auch hier spielt die Elektromobilität<br />
eine zentrale Rolle.<br />
Das detaillierte Programm ist unter www.e-emv.com verfügbar.<br />
Bernhard Ruess<br />
bernhard.ruess@mesago.com<br />
14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15
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Begriffsdefinitionen<br />
Gleichstrom (DC) bezeichnet elektrischen Strom, dessen<br />
Stärke und Richtung sich zeitlich nicht ändert.<br />
Gleichstrom wird in Taschenlampen oder anderen batteriebetriebenen<br />
Geräten verwendet.<br />
Ampere/A Die Basiseinheit der elektrischen Stromstärke.<br />
Nach dem franz. Physiker André-Marie Ampère.<br />
Volt/V ist die Maßeinheit für die elektrische Spannung.<br />
Nach dem ital. Physiker Alessandro Volta.<br />
FAQ / Häufig gestellte Fragen *<br />
Kann ein eAuto risikofrei an einer Schuko-Steckdose geladen<br />
werden?<br />
Elektrofahrzeuge verfügen in der Regel über ein On-Board<br />
Ladegerät. Darüber kann die Batterie z.B. an einer Wall-Box,<br />
einer Ladesäule oder einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose<br />
geladen werden. Ein Risiko beim Laden an der Schuko-<br />
Steckdose besteht in der Regel nicht, da nur mit der Leistung<br />
geladen wird, für die eine normgerechte Hausinstallation<br />
ausgelegt ist, bei der zusätzlich eine interne Sicherung eine<br />
mögliche Überlastung des Systems verhindert.<br />
Hat die Art der Ladung Auswirkungen auf die Lebensdauer<br />
der Batterie?<br />
Die Anzahl der möglichen Lebenszyklen einer Batterie, also<br />
deren Haltbarkeit, hängt damit zusammen, wie sie ge- und<br />
entladen wird. Schnelle Ladevorgänge mit hoher Ladeleistung<br />
und tiefe Entladungen wirken sich negativ auf die Haltbarkeit<br />
auf. Hingegen kann mit langsamem und häufigem<br />
Nachladen die Lebensdauer verlängert werden.<br />
Kann ich einen Stromschlag beim Einstecken des Ladesteckers<br />
bekommen?<br />
Wie auch beim Schuko-Stecker sind die marktüblichen Steckersysteme<br />
gegen Kontakt mit spannungsführenden Teilen<br />
geschützt. Zusätzlich wird bei den meisten Systemen die<br />
Spannung erst freigeschaltet, wenn sowohl der fahrzeugseitige<br />
Stecker als auch der netzseitige Stecker eingesteckt und<br />
verriegelt sind. Die Verriegelung sorgt dann dafür, dass ein<br />
Entfernen des Steckers nicht möglich ist, bis der Ladevorgang<br />
abgebrochen oder beendet ist. Folglich ist der Anschluss eines<br />
eFahrzeuges ebenso ungefährlich wie Staubsaugen.<br />
Bricht das Stromnetz bei einer bestimmten Anzahl an ladenden<br />
eAutos zusammen?<br />
Der Energiebedarf von 1 Mio. eAutos liegt etwa bei 1-3%<br />
des jährlichen Strombezugs in Deutschland. Zu einer Überschreitung<br />
der Netzkapazität könnte es kommen, wenn in<br />
einem Netzabschnitt viele eFahrzeuge gleichzeitig mit einer<br />
hohen Leistung laden. Die Einführung smarter Technologien<br />
(Smart Meter etc.) zur Steuerung von Lastspitzen wird<br />
das jedoch erfolgreich ausgleichen. Die Ladung von eAutos<br />
würde, begleitet von finanziellen Anreizen für den Kunden,<br />
bspw. in die Nachtstunden mit geringer Netzauslastung verschoben<br />
werden. Da dies in ausreichend vielen Fällen möglich<br />
ist, stellt die Netzkapazität keinen kritischen Aspekt dar.<br />
An öffentlichen Ladesäulen, die eine Schnellladung mit sehr<br />
hohen Leistungen erlauben, würde soweit notwendig ein<br />
entsprechender Netzausbau erfolgen.<br />
Drehstrom ist dreiphasiger Wechselstrom, welcher<br />
auch unter den Bezeichnungen Starkstrom oder Dreiphasenwechselstrom<br />
bekannt ist. Er besteht aus drei,<br />
in ein und dem gleichen Generator erzeugten, sinusförmigen<br />
Wechselströmen, die im Winkel von 120 Grad<br />
verschoben sind.<br />
Wechselstrom (AC) bezeichnet elektrischen Strom, der<br />
seine Richtung periodisch und in steter Wiederholung<br />
ändert. Wechselstrom dient häufig zur elektrischen<br />
Energieversorgung. Er fließt durch Hochspannungsleitungen<br />
und erreicht durch die Steckdose gewöhnliche<br />
Haushalte.<br />
Wechselstrom hat den Vorteil, dass die Spannungshöhe<br />
relativ kostengünstig geändert werden kann, da<br />
man sie transformieren kann. Zudem geht bei der Übertragung<br />
von Strom über weite Entfernungen bei Wechselstrom<br />
weniger Energie verloren als bei Gleichstrom.<br />
Ausnahme ist die HGÜ-Technik (Hochspannungsgleichstrom-Übertragung),<br />
welche beispielsweise für das<br />
DESERTEC-Projekt geplant war.<br />
Das Kilowatt (kW, <strong>10</strong>00 Watt) bezeichnet die Leistung,<br />
also die Arbeit pro Zeit. Obwohl die populäre<br />
Einheit »PS« bereits 1978 offiziell durch die Einheit<br />
kW ersetzt wurde, wird PS nach wie vor häufig als<br />
Maßstab verwandt. 1 kW entspricht ca. 1,36 PS.<br />
Eine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge,<br />
die bei einer Leistung von einem Kilowatt (1 kW)<br />
innerhalb einer Stunde umgesetzt wird. Es handelt<br />
sich also um ein Kilowatt multipliziert mit einer<br />
Stunde, nicht etwa ein »Kilowatt pro Stunde«.<br />
1 kWh entspricht 3 600 000 Joule = 3,6 MJ.<br />
Die Kilowattstunde wird insbesondere für die Quantifizierung<br />
elektrischer Energiemengen verwendet<br />
und ist demnach für die Ladung von Elektrofahrzeugen<br />
entscheidend. Private Verbraucher bezahlen<br />
in Deutschland pro Kilowattstunde rund 0,25 Euro.<br />
Für die Ladung eines eFahrzeugs bedeutet dies am<br />
Beispiel des Nissan Leaf (Batteriekapazität: 24 kWh,<br />
Reichweite: 156 km) einen Verbrauch von 15,3 kWh<br />
pro <strong>10</strong>0 km und Stromkosten von ca. 3,82 Euro.<br />
* Beantwortet vom Expertenteam des NRW Kompetenzzentrums Elektromobilität, Infrastruktur und Netze der TU Dortmund<br />
Haushaltssteckdose, Ladesäule, Schnellladesystem<br />
An einer normalen Haushaltssteckdose mit 230 V dauert eine Ladung sechs bis acht Stunden, am Drehstromanschluss und<br />
an konventionellen Säulen mit ca. 40 kW Ladeleistung rund drei bis vier Stunden. Gleichstrom-Schnellladestationen ermöglichen<br />
die Batterie innerhalb von 30 Minuten bis zu 80% zu laden - diesen neuen Standard müssen allerdings auch die<br />
Autos unterstützen. Die Elektrofahrzeuge, welche mit Gleichstrom geladen werden können, besitzen hierzu einen zweiten<br />
Anschluss. Aktuell sind diese Fahrzeuge mit dem sog. CHAdeMO-Stecker ausgestattet. Im Gegensatz zu der Wechsel- oder<br />
Drehstromladung ist das Ladekabel fest mit der Schnellladestation verbunden.<br />
Anmeldung, Registrierung und Freischaltung der Ladestationen<br />
• Anmeldung beim jeweiligen Betreiber, zum Beispiel über ein Telefon, pauschale Abrechnung der Energie, kein Zähler im<br />
Ladepunkt. Der Betreiber kann z.B. ein privates Unternehmen sein.<br />
• Der Betreiber des Ladepunktes stellt ein spezielles Ladekabel zur Verfügung. Dieses enthält eine Erkennung des Nutzers.<br />
Nach Anschluss des Fahrzeuges wird der Ladevorgang automatisch gestartet. Es ist ein Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber<br />
des Ladepunktes erforderlich. Über diesen wird die Energiemenge dann abgerechnet.<br />
• Freischaltung des Ladepunktes über eine RFID-Karte (radio-frequency identification). Dieses Verfahren wird zum Beispiel<br />
auch bei elektronischen Schlüsseln angewendet. Es ist ein Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber des Ladepunktes erforderlich.<br />
Über diesen wird die Energiemenge dann abgerechnet.<br />
• Freischaltung des Ladepunktes über eine Chipkarte. Die Bezahlung der entnommenen Energie erfolgt dabei mit einem<br />
vorbezahlten Guthaben, welches auf der Karte gespeichert ist.<br />
Induktive Ladevorgänge<br />
Nach heutigem Stand der Technik werden eFahrzeuge in der Regel mit Hilfe eines Ladekabels (konduktiv) geladen. Die Alternative<br />
dazu stellt das kabellose induktive Laden über geringe Entfernungen dar. Die Umsetzung zweier Systeme wird dabei<br />
aktuell verfolgt: die Frontladung und die Unterflurladung. Beide basieren auf dem Prinzip eines Transformators, bestehend<br />
aus zwei Spulen. Eine Spule befindet sich in der Ladeeinrichtung auf der Netzseite, die andere im Fahrzeug (bspw. frontal im<br />
Nummernschild oder im Unterboden des Fahrzeugs). Der Stromfluss in der Spule der Ladeeinrichtung erzeugt ein Magnetfeld.<br />
Dieses wiederum erzeugt einen Stromfluss in der Fahrzeugspule. Für hohe Wirkungsgrade ist es notwendig, dass die<br />
Entfernung der beiden Spulen sehr gering ist und dass das erzeugte Magnetfeld sich nicht zu stark ausbreitet, sondern nur<br />
die Fahrzeugspule umgibt. Darüber hinaus wird noch an dynamischen induktiven Systemen geforscht. Dynamisch bedeutet,<br />
dass Fahrzeuge während der Fahrt über Spulen in der Straße oder Leitplanken geladen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass<br />
diese Konzepte in den nächsten Jahren über Labortests hinausgehen werden.<br />
Vorteile: Der Bedienkomfort ist höher, da der Fahrer die physikalische Verbindung des Fahrzeugs zum Netz nicht über einen<br />
Stecker herstellen muss. Es reicht aus, wenn er sein Fahrzeug beim Einparken richtig positioniert. Durch das fehlende Steckersystem<br />
ist ein geringerer Wartungsaufwand zu erwarten, da weniger mechanische Bauteile benötigt werden. Damit ist das<br />
System weniger vandalismus-anfällig.<br />
Nachteil: Eine Schnellladung ist derzeit noch nicht möglich.<br />
18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19
Ladeinfrastruktur<br />
Ladeinfrastruktur - Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
Ladeinfrastruktur<br />
Typenübersicht Ladestecker<br />
Typ 1 Stecker // Japanische Lösung<br />
Kommunikationsfähig: nein<br />
Leistung: bis 7,4 kW/bis 32 A, einphasig<br />
Nur AC-Ladung<br />
Systemtechnische<br />
Technologie- und<br />
Innovationsplattform<br />
Es gibt zwei Möglichkeiten ein Elektroauto zu laden: Entweder<br />
über Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC). Wird ein<br />
Wechselstromanschluss verwendet, befindet sich das Ladegerät<br />
im Auto; bei einem Gleichstromsystem ist ein Ladegerät<br />
mit größerer Leistung in der Ladesäule integriert. Die Gleichstromladung<br />
erfolgt entweder über den CHAdeMO-Stecker<br />
oder den Combostecker. Für die Wechselstromladung werden<br />
wiederum andere Stecker verwendet. Die meisten Autos<br />
können über einen Adapter auch direkt an einer normalen<br />
Haushaltssteckdose geladen werden.<br />
Von ganz besonderer Bedeutung in dieser Übersicht sind der<br />
CHAdeMO-Stecker, sowie der Combostecker. Der CHAdeMO-<br />
Stecker ist eine Konsortialentwicklung aus Japan und wird<br />
Typ 2 Stecker // Mennekes-Stecker<br />
Kommunikationsfähig: ja<br />
Leistung: bis 43,5 kW/bis 63 A, ein- bis dreiphasig<br />
DC-Ladung möglich<br />
Typ 3 Stecker // Italienische Lösung<br />
Kommunikationsfähig: ja<br />
Leistung: bis 43,5 kW/bis 63 A, ein- bis dreiphasig<br />
Nur AC-Ladung<br />
Combostecker // Von SAE und ACEA als Standard ausgerufen<br />
Kommunikationsfähig: ja<br />
Leistung: bis 170 kW, bis 200 A, ein- bis dreiphasig<br />
DC-Ladung möglich<br />
Schuko-Stecker (Normale Seckdose) // Derzeit häufig verwendet<br />
Kommunikationsfähig: nein<br />
Leistung: bis 3,6 kW mit einem Strom bis zu 16 A<br />
Nur AC-Ladung<br />
CHAdeMO // Derzeit in den USA und Japan etabliert<br />
Kommunikationsfähig: ja<br />
Leistung: bis 62,5 kW/bis 200 A<br />
DC-Ladung möglich<br />
derzeit bereits überwiegend in den USA und in Japan verwendet.<br />
Der Mitsubishi i-MiEV und der Nissan Leaf beispielsweise<br />
verwenden diesen Steckertypen.<br />
Der Combostecker stellt quasi eine Erweiterung des Typ 2<br />
Steckers (Mennekes-Stecker) dar und wurde jüngst von<br />
der SAE (Society of Automotive Engineers), von der ACEA<br />
(Association des Constructeurs Européens d’Automobiles)<br />
als zukünftiger Standard erklärt und genießt damit die Zustimmung<br />
der meisten großen Automobilhersteller. Er bietet<br />
den Vorteil, dass er für alle Lademodi eingesetzt werden kann.<br />
Es kann also damit gerechnet werden, dass dieser Stecker<br />
sich durchsetzt.<br />
Die Technische Universität Dortmund bildet gemeinsam mit<br />
Partnern das NRW Kompetenzzentrum für interoperable<br />
Elektromobilität, Infrastruktur und Netze.<br />
Das Kompetenzzentrum ist ein One-stop-shop für alle systemtechnischen<br />
Fragestellungen im Zusammenhang mit Elektromobilität:<br />
• Energieversorgungsnetz<br />
• Leistungselektronik<br />
• Kommunikation<br />
• Elektromagnetische Verträglichkeit<br />
• Umwelteinflüsse<br />
Ziel des zentralen Projekts TIE-IN ist es, Herstellern von Ladestationen,<br />
Ladesystemen, Abrechnungssystemen oder Funkund<br />
Kommunikationseinrichtungen eine systemtechnische<br />
Technologie- und Innovationsplattform zu bieten.<br />
Neben Tests auf elektrische und kommunikationstechnische<br />
Anforderungen können dort Umweltprüfungen sowie Prüfungen<br />
zu Personensicherheit, funktionaler Sicherheit und<br />
Elektromagnetischer Verträglichkeit durchgeführt werden.<br />
Ebenfalls wird eine Modellbibliothek für x-in-the-loop-Tests<br />
entwickelt, die eine Entwurfsplattform für Komponenten<br />
und Systeme bildet und so dazu beiträgt, aufwändige und<br />
kostenintensive Feldtests zu minimieren.<br />
Darüber hinaus wird im Kompetenzzentrum auch an einem<br />
Leuchtturmprojekt der NPE gearbeitet: Metropol-E entwickelt<br />
und testet erstmals ein Lade- und Flottenmanagementsystem<br />
für den Einsatz in einer kommunalen Flotte unter Einbezug<br />
dezentral erzeugter Erneuerbarer Energien. Steht das System,<br />
soll es auf andere Kommunen übertragbar sein. Für die<br />
Ladungen der Elektrofahrzeug-Flotte wird <strong>10</strong>0% Ökostrom<br />
eingesetzt. Im Projekt kommen 16 Elektroautos und <strong>10</strong> Pedelecs<br />
zum Einsatz und es werden eine Vielzahl an innovativen<br />
Elektromobilitätsanwendungen mit einander vernetzt.<br />
Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert<br />
und ist Teil der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr.<br />
Bewusst wird hier an bisherige Erfolge aus Förder- und Forschungsvorhaben<br />
im Bereich eMobilität in NRW angeknüpft.<br />
Des Weiteren ist das Kompetenzzentrum am bundesweiten<br />
Förderprojekt open ECOSPhERE beteiligt. Das Projektkonsortium<br />
aus Wirtschaft und Wissenschaft unter Konsortialführung<br />
der RWE Effizienz GmbH stellt für das Projekt 5,6<br />
Mio. Euro, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie<br />
4,9 Mio. Euro bis November 2014 bereit. Elektroautos<br />
verbinden hier den Mobilitätssektor mit der Energiewende.<br />
Denn die Energiewende verändert die Stromnetze und bereits<br />
heute wird Energie aus dezentralen Erzeugungsanlagen<br />
in die Verteilnetze eingespeist. Der Bedarf an Speichermedien<br />
wächst also kontinuierlich. Im Projekt open ECO-<br />
SPhERE forschen Energie-, Automobil- und Technologieunternehmen<br />
und Universitäten darum seit September 2012<br />
gemeinsam daran, wie Elektrofahrzeuge Wind- und Solarstrom<br />
optimal speichern können.<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
BEM-Beirat<br />
NRW Kompetenzzentrum für interoperable Elektromobilität,<br />
Infrastruktur und Netze<br />
fritz.rettberg@tu-dortmund.de<br />
www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg beim Besuch der EV-Zone im Rahmen der<br />
Automechanika Shanghai 2012<br />
20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21
Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />
Ladeinfrastruktur - Legal corner<br />
Regulierung von Ladesäulen?<br />
»Es stellt sich die Frage, ob es energierechtliche oder<br />
aus allgemeinem Recht folgende Zugangsansprüche zu<br />
Ladesäulen gibt und falls nein, ob der Zugang zu Ladesäulen<br />
reguliert werden sollte.«<br />
In ihrem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hat<br />
sich die Bundesregierung im Jahr 2009 ein ehrgeiziges Ziel<br />
gesetzt: Bis zum Jahre 2020 sollen auf deutschen Straßen<br />
eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Auch eMobile<br />
müssen betankt werden. Das »Perpetuum e-mobile« ist noch<br />
nicht erfunden. Betankt werden können eMobile entweder<br />
- wenn die technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen<br />
wurden - am eigenen Stromanschluss zu Hause oder an einer<br />
öffentlichen eTankstelle, für die sich allgemein der recht<br />
plastische Begriff der Ladesäule eingebürgert hat.<br />
Der aktuell geltende Rechtsrahmen für die Energiewirtschaft<br />
sieht keine besonderen Regelungen für Ladesäulen vor. Es<br />
stellt sich die Frage, ob es energierechtliche oder aus allgemeinem<br />
Recht folgende Zugangsansprüche zu Ladesäulen<br />
gibt und falls nein, ob der Zugang zu Ladesäulen reguliert werden<br />
sollte. Das Instrument der Regulierung, also insbesondere<br />
die Einräumung eines über die kartellrechtlichen Regelungen<br />
hinausgehenden Anspruchs auf diskriminierungsfreien<br />
Zugang und die staatliche Entgeltfestlegung wird für Märkte<br />
gewählt, auf denen aus bestimmten Gründen kein Wettbewerb<br />
herrschen kann. Dabei geht es typischerweise um natürliche<br />
Monopole, wie sie insbesondere auf Infrastrukturmärkten<br />
vorkommen können, von denen andere, nachgelagerte<br />
Märkte abhängen. Man bezeichnet dies auch anschaulich<br />
als »bottle-neck«-Situationen. Ein klassisches Beispiel<br />
sind Strom- und Gasnetze als Infrastruktureinrichtungen,<br />
denen Märkte für die Belieferung von Strom- und Gaskunden<br />
nachgelagert sind. In solchen Fällen können die allgemeinen<br />
kartellrechtlichen Regelungen, die immerhin einen Zugangsanspruch<br />
zu technisch oder wirtschaftlich nicht duplizierbaren<br />
Infrastruktureinrichtungen gewähren, nicht ausreichend sein.<br />
Wie ist dies im Falle der Ladesäulen? Es ist - wie so oft bei<br />
rechtlichen Fragen - zu unterscheiden.<br />
Die am leichtesten zu beantwortende Frage ist die nach Ansprüchen<br />
von Ladesäulenbetreibern auf Anschluss ihrer Ladesäulen<br />
an das öffentliche Stromnetz. Ein solcher Anspruch<br />
ergibt sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das<br />
jedem Letztverbraucher einen Anspruch auf Netzanschluss<br />
gewährt. Darauf, dass der Ladesäulenbetreiber den aus dem<br />
Netz bezogenen Strom weitüberwiegend nicht selbst für den<br />
Betrieb der Ladesäule verbraucht, sondern den Ladesäulennutzern,<br />
also den eMobilisten, zur Verfügung stellt, kommt<br />
es hierbei nicht an. Bei solchen Zugangsansprüchen geht es<br />
allerdings nicht um eine Regulierung des Betriebs von Ladesäulen,<br />
sondern um die existierende Regulierung des Betriebs<br />
von Stromnetzen.<br />
Weiter stellt sich die Frage, ob Stromlieferanten einen Anspruch<br />
auf Zugang zu Ladesäulen, also auf Belieferung des<br />
Ladesäulenbetreibers haben. Ein solcher Anspruch ergibt<br />
sich nicht aus den bestehenden Regelungen des EnWG: Nach<br />
mittlerweile recht einhelliger Auffassung ist die Ladesäule<br />
nicht Teil des Stromnetzes und unterliegt damit nicht der für<br />
Stromnetze geltenden Regulierung nach dem EnWG. Auch<br />
aus dem Kartellrecht lassen sich keine Ansprüche des Stromlieferanten<br />
gegen den Ladesäulenbetreiber darauf ableiten,<br />
seinen Strom abzunehmen bzw. den eigenen Kunden, also<br />
den eMobilisten, anzubieten oder zunächst einmal eine diskriminierungsfreie<br />
Auswahl zwischen den unzähligen Stromlieferanten<br />
zu treffen. Solche Ansprüche kämen nur dann in<br />
Frage, wenn der Ladesäulenbetreiber über eine marktbeherrschende<br />
Stellung verfügen würde und sich eine Verweigerung<br />
der Stromabnahme oder die unterlassene Aufnahme<br />
in das eigene Angebot an die eMobilisten als Missbrauch<br />
dieser marktbeherrschenden Stellung oder als sachlich<br />
nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung darstellen<br />
würde. Schon ersteres ist nicht der Fall: Der Ladesäulenbetreiber<br />
ist, soweit er Strom beschafft oder seinen Kunden<br />
eine Stromlieferung an der Ladesäule zur Verfügung stellt,<br />
auf einem sachlich relevanten Markt für die Nachfrage nach<br />
Strom tätig. Dieser Markt ist räumlich gesehen nach der neueren<br />
Praxis des Bundeskartellamts bundesweit abzugrenzen.<br />
Auf diesem Markt gibt es neben dem einzelnen Ladesäulenbetreiber<br />
zahllose andere Abnehmer von Strom. Eine marktbeherrschende<br />
Stellung hat der einzelne Ladesäulenbetreiber<br />
dann nicht inne. Dieser Befund spricht im Übrigen<br />
auch gegen eine Regulierung in der Form der Einführung solcher<br />
Ansprüche oder etwa der Verpflichtung des Ladesäulenbetreibers,<br />
den eMobilisten an seiner Ladesäule Strom verschiedener<br />
Stromanbieter zur Auswahl zu stellen.<br />
Es bleibt schließlich noch die Frage, ob Nutzer von Ladesäulen<br />
Zugangsansprüche zur Ladesäule haben oder, wenn dies<br />
nicht der Fall ist, haben sollten. Da die Ladesäule nicht Teil<br />
des Stromnetzes ist, können sich solche Ansprüche nicht aus<br />
der geltenden Zugangsregulierung für Stromnetze nach dem<br />
EnWG ergeben. Der kartellrechtliche Zugangsanspruch setzt<br />
erstens das Vorliegen einer technisch oder wirtschaftlich nicht<br />
duplizierbaren Infrastruktureinrichtung voraus. Zweitens ist<br />
das Vorliegen einer marktbeherrschenden Stellung und drittens<br />
die Missbräuchlichkeit einer Verweigerung des Zugangs<br />
Voraussetzung. Ladesäulen sind wohl relativ leicht technisch<br />
und wirtschaftlich duplizierbar. Auch vom Vorliegen einer<br />
marktbeherrschenden Stellung kann regelmäßig nicht ausgegangen<br />
werden.<br />
Dies führt zur spannenden Frage, wie der betroffene sachlich<br />
und räumlich relevante Markt abzugrenzen ist. Man wird<br />
diesen sachlich und räumlich relevanten Markt im Regelfall<br />
nicht als auf die einzelne Ladesäule beschränkt ansehen<br />
können, da den eMobilisten zwar nicht die gewöhnlichen<br />
Tankstellen für Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren, ggf.<br />
aber die Ladesäulen anderer Betreiber und jedenfalls oft<br />
auch die Nutzung der eigenen Steckdose daheim als Alternative<br />
zur Verfügung stehen wird. Ein kartellrechtlicher Zugangsanspruch<br />
des einzelnen eMobilisten ist dann nicht gegeben.<br />
Unabhängig von diesen rechtlichen Überlegungen<br />
macht es für den Ladesäulenbetreiber schon wirtschaftlich<br />
keinen Sinn, nicht alle interessierten eMobilisten zur Nutzung<br />
der Ladesäule zuzulassen. Bei diesem Befund verbietet<br />
sich die Einführung einer Regulierung. Es kann auf die unsichtbare<br />
Hand des Wettbewerbs vertraut werden.<br />
Nichts anderes gilt im praktisch ebenso unwahrscheinlichen<br />
Fall, dass Betreiber einer ganzen Ladesäuleninfrastruktur in<br />
einem bestimmten Gebiet Ausschließlichkeitsvereinbarungen<br />
mit eMobil-Flottenbetreibern abschließen.<br />
Erstens macht es, wie gesagt, schon wirtschaftlich keinen<br />
Sinn, wenn ein Ladesäulenbetreiber den Zugang von eMobilisten<br />
zu seiner Ladesäule beschränkt. Zweitens reichen die<br />
kartellrechtlichen Vorschriften aus, wenn von einer solchen<br />
Vereinbarung wider Erwarten doch einmal eine abschottende<br />
und damit wettbewerbsbeschränkende Wirkung ausgehen<br />
sollte. Auch unter diesem Gesichtspunkt kann also kein<br />
Regulierungsbedarf abgeleitet werden.<br />
Fazit: Im Ergebnis kann und sollte also darauf vertraut werden,<br />
dass die Kräfte des Wettbewerbs für die richtige Entwicklung<br />
bei den eTankstellen sorgen werden. Eine besondere<br />
Zugangsregulierung sollte unterbleiben.<br />
Dr. Rolf Hempel<br />
Rechtsanwalt und Partner<br />
bei CMS Hasche Sigle<br />
www.cms-hs.com<br />
22 Neue Mobilität Neue Mobilität 23
Ladeinfrastruktur - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Ladeinfrastruktur - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Wie viel Ladeinfrastruktur<br />
braucht die Elektromobilität?<br />
Ein Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Elektroautos brauchen Strom aus einer Steckdose. Erst<br />
durch die Steckdose als »Energiequelle« löst sich das Automobil<br />
nachhaltig vom Öl. Erst dadurch wird emissionsfreies<br />
Fahren möglich. Die gute Nachricht: Strom ist überall genug<br />
vorhanden und (im Vergleich zum Benzin) relativ sehr<br />
viel billiger. Außerdem existieren z.B. in Deutschland schon<br />
Millionen von Steckdosen. Die Frage ist nur: Ist die Steckdose<br />
auch dort, wo der eAuto-Fahrer sie braucht oder stellt<br />
dies eine zunächst gravierende Hürde für potentielle eAuto-<br />
Käufer dar?<br />
Gleich vorweg: Elektroautos machen nur dort Sinn, wo sie optimal<br />
eingesetzt werden. So sind z.B. die hunderttausenden<br />
von Pendlern, die täglich aus den Speckgürteln der Städte<br />
zu ihren Arbeitsplätzen pendeln, eine sehr wichtige Zielgruppe.<br />
Auch die vielen Zweit- und Drittwagen in den Haushalten, wo<br />
täglich so genannte Routinefahrten (Kindergarten, Einkaufen,<br />
Hobbys, etc.) anfallen, sind ideal geeignet. Sie können<br />
ihre täglichen »20-80 Routine-km« abspulen und nachts laden<br />
sie ihr eAuto zu Hause. Die Reichweite der eAutos ist<br />
bereits heute so ausgelegt, dass der Kunde eigentlich nie<br />
auf Infrastruktur außerhalb seiner Garage zu Hause angewiesen<br />
ist. Für den typischen »Laternenparker« z.B. in<br />
Schwabing (Münchner Innenstadt), der sein Auto ohnehin<br />
lediglich für die Wochenendfahrten zum Gardasee braucht,<br />
ist das eAuto eigentlich nicht geeignet. Deshalb wird dessen<br />
mögliches eAuto-Ladebedürfnis sicher mit letzter Priorität<br />
erfüllt werden - wenn überhaupt jemals. Zum Trost sei auf die<br />
U-Bahn Haltestelle »um die Ecke« verwiesen. Wenn man<br />
sich insgesamt der Frage systematisch nähert, ob Ladeinfrastruktur<br />
eine prinzipielle Barriere für die Verbreitung<br />
von eAutos darstellt, so kann man grundsätzlich vom Nutzer<br />
her kommend drei Ladetypen unterscheiden, die im Folgenden<br />
danach einzeln untersucht werden sollen (Schaubild).<br />
Das STANDARD-Laden: Hierunter versteht man den Ladevorgang<br />
immer dann, wenn das Auto eigentlich nicht gebraucht<br />
wird, d.h. irgendwo für länger als vier Stunden abgestellt<br />
wird. Das ist genau der typische Fall bei dem nachts zu Hause<br />
oder tagsüber am Arbeitsplatz geladen werden kann. Aber<br />
auch an Flughäfen, Bahnhöfen, an P&R-Parkplätzen und Hotels.<br />
Ladegeschwindigkeit spielt hier kaum eine große Rolle.<br />
Vielmehr ist bei diesem Ladetyp das Vorhandensein eines<br />
spezifischen Stellplatzes mit einer Steckdose von entscheidender<br />
Bedeutung. Initiator einer solchen Infrastruktur-Installation<br />
sind meist die eAuto-Besitzer selbst, die ihren Vermieter,<br />
Arbeitgeber oder P&R-Betreiber davon überzeugen<br />
müssen, ihnen entsprechende Steckdosen zur Verfügung<br />
zu stellen. Die Finanzierung fällt meist direkt oder indirekt<br />
auf den eAuto-Besitzer zurück. Das ist auch nur zu logisch,<br />
weil die Steckdose quasi Teil des Stell-Parkplatzes ist, der<br />
ausschließlich vom eAutofahrer genutzt wird. Die relative<br />
Bedeutung dieser Steckdosen ist für alle eAuto-Besitzer essenziell!<br />
D.h. ohne eine solche Lademöglichkeit kann man<br />
kein eAuto vernünftig betreiben. Dabei steht im Vordergrund<br />
der exklusiv reservierte Stellplatz an sich. Wenn der vorhanden<br />
ist, ist die Installation von Lade-Steckdosen meist eine<br />
nur sehr geringe Hürde bzw. in den meisten Privat-Garagen<br />
ohnehin schon vorhanden. Die öffentliche Hand ist bei<br />
dieser Ladeinfrastruktur komplett außen vor. Lediglich der<br />
»Markt«, d.h. der eAuto-Kunde selbst, wird und muss den<br />
Ausbau dieser Infrastruktur vorantreiben. Den Spezialfall<br />
»Laternenparker« haben wir ja schon eingangs beleuchtet.<br />
Genauso wenig wie die Kommune heute schon »verpflichtet«<br />
ist jedem Auto-Besitzer einen Parkplatz im öffentlichen<br />
Raum zur Verfügung zu stellen, kann ein eAuto-Besitzer erwarten,<br />
dass nun ausgerechnet für ihn eine »Sonderlösung«<br />
(Parkplatz mit Steckdose) gebaut wird.<br />
Das PARK&CHARGE-Laden: In diesem Ladetyp ist ein eAuto-<br />
Fahrer unterwegs. Er fährt z.B. zu seinem Sportzentrum um<br />
dort einige Stunden zu trainieren oder in ein Shoppingzentrum<br />
zum Einkaufen. Die Parkdauer beträgt meist von wenigen<br />
Minuten bis zu vier Stunden. In solchen Situationen<br />
auf Lademöglichkeiten zurückzugreifen, ist für die meisten<br />
eAuto-Besitzer aus zwei Gründen nahezu irrelevant. Zum einen<br />
wird kaum ein eAuto-Fahrer seine Fahrt um »eventuell<br />
verfügbare und dann doch zugeparkte Lademöglichkeiten«<br />
herum planen. Zum anderen werden die allermeisten eAutos<br />
eine Ladung »zwischendrin« schlichtweg nicht brauchen.<br />
Die Reichweite der Elektroautos wird immer bei ca. dem<br />
dreifachen des täglichen Bedarfes liegen. Das heißt nur im<br />
besonderen Ausnahmefall muss der eAuto-Fahrer unterwegs<br />
laden (siehe Ad-Hoc).<br />
Darüber hinaus sind solche Ladestationen hochgradig unwirtschaftlich.<br />
Nicht nur, dass der durchschnittliche eParker<br />
nur für wenige Cent lädt. Vielmehr ist der Parkplatz an sich<br />
in den meisten Fällen so wertvoll, dass sich kein Betreiber<br />
leisten kann, für diesen Ladetyp einen speziellen Parkplatz<br />
ständig reserviert zu halten. Das zeigt sich z.B. bereits in<br />
Berlin bei den Ladestationen der RWE in Ku‘damm-Nähe. Die<br />
Berliner ärgert maßlos, dass die wertvollsten Parkplätze<br />
für eAutos zwangs-frei gehalten werden, die da aber so gut<br />
wie nie stehen. Solche »Ladeinfrastruktur« wird sicher nicht<br />
lange Bestand haben. Für die eAuto-Besitzer sind sie ohnehin<br />
von nur geringer Relevanz und somit auch keine grundsätzliche<br />
Hürde für die Elektromobilität.<br />
Das AD-HOC-Laden: Bereits der Nissan Leaf hat die Option<br />
einer sogenannten »Schnellladung«. Auch die eAutos aus<br />
deutscher Produktion, die 2013 auf den Markt kommen, werden<br />
über eine spezielle (CCS-)Schnittstelle ca. <strong>10</strong>0 km Reichweite<br />
in rund 15 Minuten laden können. Die Idee dahinter<br />
ist, dem eAuto-Kunden mehr Flexibilität zu geben, für den<br />
Fall, dass er in eine ungeplante »Reservesituation« kommt.<br />
BMW rechnet bei seinem eAuto i3 (Marktstart Ende 2013)<br />
mit der Hälfte der Kunden, die sich für die Option »Range<br />
Extender« (also ein kleiner eingebauter Benzin-Stromgenerator)<br />
entscheiden werden. Für diese Kunden wird die AD-<br />
HOC-Ladung keine Rolle spielen. Für eAutos, die nicht über<br />
eine solche Option verfügen, kann dieser Ladetyp allerdings<br />
Wesentliche Ladetypen und ihre spezifische Relevanz für den Plug-In-Besitzer<br />
entscheidend zur »gefühlten Sicherheit« beitragen.<br />
Als Betreiber solcher Schnellladestationen kommen die heutigen<br />
Tankstellen in Frage, die dadurch auch noch zusätzlichen<br />
»Traffic« für ihren Shop erzeugen können. Allerdings<br />
rechnet sich eine solche Station für den Betreiber erst, wenn<br />
eine größere Anzahl von eAutos im Markt ist. Insofern sind<br />
wahrscheinlich die Autohersteller gemeinsam mit dem Staat<br />
aufgerufen, hier in Vorlage zu gehen. Dass das sehr gut funktionieren<br />
kann, zeigt sich in Japan, wo es bereits heute mehr<br />
als 1.000 Schnellladestationen (CHAdeMO) gibt. Hier haben<br />
die drei großen japanischen Autohersteller zusammen mit<br />
der Tepco und erheblicher staatlicher Subvention eng zusammen<br />
gearbeitet. In Norwegen, der Schweiz und in vielen<br />
anderen Regionen, werden ebenfalls bereits heute größere<br />
Netze von »Quick-Chargern« aufgestellt. Eine Voraussetzung<br />
für die eAuto-Verbreitung stellt ein solches Netzwerk nicht<br />
dar. Allerdings führt es sicherlich zu einer deutlich schneller<br />
anwachsenden Nachfrage nach emissionsfreiem Fahren mit<br />
Strom vom Netz.<br />
Experten gehen davon aus, dass man in Deutschland ca.<br />
300 solcher Ladestation bräuchte (in 11 deutschen Metropolen<br />
mit ca. 70% der deutschen Gesamt-Bevölkerung).<br />
Ein Investment von nicht mal <strong>10</strong> Mio. Euro, eigentlich lächerlich,<br />
wenn man bedenkt, was die Entwicklung eines<br />
eAutos kostet. Dann wäre aber gewährleistet, dass in<br />
max. 6 km Entfernung der allermeisten eAuto-Fahrer eine<br />
Schnellladestation bereit stünde. Voraussetzung ist aber<br />
eine konzertierte Aktion aller Autobauer, damit sich nur ein<br />
Standard dafür durchsetzt.<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner // BEM-Beiratsvorsitzender<br />
www.venturecheck.com<br />
Preis-Elastizität<br />
Ladetyp Beispiele Dauer (akzeptabler Wesentliche<br />
Faktor auf Voraussetzung<br />
Initiator BEV<br />
Normalpreis/kWh)<br />
Standard<br />
Park & Charge<br />
Ad-Hoc<br />
(<strong>10</strong>0km in 15min)<br />
• Zu Hause,<br />
am Arbeitsplatz<br />
• Modalübergang<br />
(P&R, Flughafen, Bahn)<br />
• »Laternenparker«<br />
• Öffentliche und private<br />
Parkplätze/ -häuser<br />
• Shopping Center<br />
• Systemgastronomie<br />
• Tankstellen<br />
• Verkehrsknoten<br />
>4h 0,5 - 2<br />
0,2 -4h 2 - 3<br />
15- 20<br />
min 3 - 5<br />
• Garage/reservierter<br />
Stellplatz verfügbar<br />
• Steckdose vorhanden/<br />
einrichtbar<br />
• Wert des<br />
Parkraumes nicht<br />
zu hoch<br />
• Erreichbarkeit/<br />
Lage<br />
• Kompatibilität<br />
zum EV<br />
• EV Besitzer<br />
• Vermieter<br />
• Arbeitgeber<br />
• Parkplatz-<br />
Betreiber<br />
• Parkraum-<br />
Eigentümer<br />
• OEM´s<br />
• Betreiber<br />
• (Staat)<br />
Quelle: VCC Hohe Relevanz für eAuto-Besitzer keine Relevanz für eAuto-Besitzer<br />
PI-<br />
Hybrid<br />
24 Neue Mobilität Neue Mobilität 25
Ladeinfrastruktur - enerChaNge<br />
Ladeinfrastruktur - enerChaNge<br />
Logistikaufgabe<br />
Elektromobilität<br />
Elektromobilität muss keine zusätzliche Belastung für das<br />
Stromnetz sein. Entsprechende Maßnahmen vorausgesetzt,<br />
können Elektrofahrzeuge sogar zu einer erheblichen Entlastung<br />
der Netze und besserer Nutzung von Sonne und Wind<br />
beitragen und so ressourcenneutral betrieben werden.<br />
Lastspitzen aus der eMobilität, volatile Erzeugungsspitzen<br />
aus Erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind sowie ein zunehmendes<br />
Interesse an der dezentralen Energieerzeugung<br />
und -versorgung führen zu erhöhtem kurzfristigen Regelenergiebedarf<br />
im Stromnetz und dadurch zu neuartigen<br />
Anforderungen an Stromnetzbetreiber und Infrastruktur.<br />
Ernsthafte Meinungen von Fachleuten sehen eine systembedingte<br />
Grenze der Einspeisung von fluktuierenden Erneuerbaren<br />
Energien bei etwa 20% des gesamten Produktionsvolumens<br />
- ein Wert der zumindest in Deutschland schon<br />
heute beinahe erreicht wird.<br />
Flexible Energielogistiksysteme und deren Netzintegration<br />
auf System- wie auch Softwareebene sind eine wesentliche<br />
Voraussetzung zur störungsfreien Integration von erneuerbaren<br />
Energiequellen und Elektromobilitätssystemen in die<br />
Stromnetze. Die Bereitstellung von Energielogistik, IT und<br />
Akkumulatorsystemen für stationäre Ausgleichs- und Regelenergie<br />
wie auch als robuste Energieversorgung für mobile<br />
Anwendungen wird somit zur Schlüsseltechnologie im<br />
Energiewandel.<br />
Anforderungen an das UCTE Stromnetz<br />
Das europäische Verbundnetz ist mit einer Schwankungsbreite<br />
von 49.8 bis 50.2 Hertz (Wechselstrom) eines der<br />
stabilsten und ausfallsichersten Netze weltweit.<br />
Der europaweit zunehmende Ausbau dezentraler Erneuerbarer<br />
Energien führt jedoch zu erhöhtem Umfang schwer<br />
planbarer, schwankender Produktionsmengen und damit zu<br />
geänderten Anforderungen an das bislang sehr zuverlässige<br />
Netz. Seit 2008 wurde europaweit jährlich mehr Kraftwerksleistung<br />
aus Erneuerbaren Energien installiert als aus allen<br />
anderen Energieformen zusammen. Der größte Anteil entfällt<br />
hierbei auf die Bereiche Wind und Photovoltaik, deren Produktion<br />
deutlich stärker schwankt und deutlich schlechter<br />
regelbar ist als kalorische Kraftwerke und Wasserkraftwerke,<br />
inklusive der besonders gut regelbaren, aber außerhalb des<br />
Alpenraumes nur begrenzt verfügbaren Staukraftwerke.<br />
Kosten des Schwankungsausgleiches<br />
Erzeugungsmenge und Verbrauchsmenge im Stromnetz<br />
müssen aufgrund der bislang kaum vorhandenen Speichermöglichkeiten<br />
stets in etwa identisch sein, was erheblichen<br />
Regelungsbedarf verursacht. Dieser wird im Bereich der<br />
Minutenreserven, durch Sekundärregelleistung und Regelenergie<br />
in viertelstündlich fahrplangerechter Einspeisung<br />
abgedeckt. Die erheblichen Preisschwankungen bis zu 40 ct<br />
pro kWh für Ausgleichsenergie im Merit-Order System, zum<br />
Teil auch deutlich ins Minus, stellen ein plakatives Abbild<br />
dieser Anforderungen dar.<br />
Beispielsweise sind in Deutschland bei einer maximalen<br />
Netzlast von 80 Gigawatt inzwischen bereits Peak-Leistungen<br />
von Photovoltaik und Wind in der Größenordnung von<br />
44 Gigawatt installiert, also mehr als die minimale Netzlast<br />
von 40 Gigawatt, und müssen über den Netzlastausgleich<br />
abgefedert werden. Ein Abfedern von Lastschwankungen<br />
und Erzeugungsspitzen läßt sich üblicherweise nur im Bereich<br />
der kalorischen Kraftwerke (Gas, Öl, Kohle, Atom)<br />
durchführen, deren Produktion sich ausreichend schnell an<br />
den Bedarf anpassen lässt.<br />
Wie im Verbrennungsmotor auch, muss dieser Regelungsvorgang<br />
aber mit deutlichen Abstrichen im Wirkungsgrad<br />
bezahlt werden. Eine Differenz von 3% im Wirkungsgrad der<br />
installierten Kraftwerksleistung entspricht aber bereits dem<br />
Gesamt-Energiebedarf einer Elektrofahrzeugflotte in der<br />
Größenordnung der Hälfte des europäischen Gesamtbestandes<br />
an Pkw.<br />
Gleichzeitigkeitsfaktoren der Elektromobilität<br />
Herkömmliche Ladestrategien gehen von einer kabelgebundenen<br />
Ladung aus, welche gegebenenfalls als Schnell-Ladevorgang<br />
mit dem Eintreffen und Anstecken des Fahrzeuges<br />
gestartet werden. Sowohl aus dem Pendlerverkehr als auch<br />
aus betrieblichen Anwendungen entstehen somit starke<br />
Spitzenbelastungen des Stromnetzes, welche nur durch zeitliche<br />
Entkopplung von Lade- und Fahrbetrieb (Timeshift)<br />
abgefedert werden könnten. Dies ist derzeit jedoch noch<br />
nicht der Fall.<br />
Fraglich bleibt, warum beispielsweise der Ladevorgang aller<br />
Pendlerfahrzeuge um ca. 18.00 Uhr mit Heimkehr der Fahrzeuge<br />
starten muß, obwohl bis zum nächsten Morgen mehr<br />
als genug Zeit zur Verfügung steht?<br />
Zeitlich versetztes Laden der Fahrzeuge würde die entstehende<br />
Lastspitze abfedern und in einen Zeitraum besserer<br />
Verfügbarkeit verlagern.<br />
Überregionaler Timeshift von Ladevorgängen<br />
Die zeitliche Verlagerung von Ladevorgängen je nach Verfügbarkeit<br />
insbesondere Erneuerbarer Energien im Stromnetz<br />
kann den Anteil umweltschonender Ladevorgänge erhöhen<br />
und gleichzeitig Lastspitzen aus dem Netz nehmen.<br />
Im Optimalfall werden viele Ladevorgänge unter Berücksichtigung<br />
der Nutzerwünsche zeitlich so gestaffelt, dass sie<br />
mit der Überschussproduktion der erneuerbaren Energiequellen<br />
abgewickelt werden können.<br />
Damit würde ein doppelt nutzbringender Effekt der Elektromobilität<br />
eintreten: Einerseits werden Lastspitzen vermieden,<br />
und andererseits die Erzeugungsspitzen abgefedert,<br />
sodass der Regelungsbedarf des Stromnetzes insgesamt<br />
sinkt und das Netz gleichzeitig größere Mengen fluktuierender<br />
Erneuerbarer Energien aufnehmen und den Wirkungsgrad<br />
im kalorischen Bereich verbessern könnte.<br />
Logistikaufgabe Elektromobilität<br />
Um den Timeshift, also die zeitliche Staffelung der Ladevorgänge<br />
zu ermöglichen, sind Maßnahmen im Bereich der IT<br />
und Stromlogistik erforderlich. Ihre Kosten stehen aber in<br />
einem sehr günstigen Verhältnis zum lukrierbaren ökologischen<br />
und ökonomischen Nutzen. Der »Königsweg« zur<br />
Trennung von Lade- und Fahrzyklus ist mit Sicherheit die<br />
Nutzung von recycling-fähigen Batterie-Wechselsystemen.<br />
Derartige Systeme können zum optimalen Zeitpunkt stationär<br />
geladen werden, wobei als zusätzlicher kostendämpfender<br />
Faktor auch die optimale Ladekurve der eingesetzten<br />
Zellen eingehalten werden kann, was gegenüber Schnell-<br />
Ladesystemen eine Erhöhung der Batterie-Lebenszeit um<br />
den Faktor drei möglich macht.<br />
Wechselsysteme, wie das vom Forschungskonsortium<br />
»enerChange« im Oktober 2012 auf der eCarTec in München<br />
vorgestellte, flexibel an jeden Fahrzeugtypus anpassbare<br />
System, ermöglichen nebenbei erhebliche Kosteneinsparungen<br />
in der Produktion, stark verbesserte Möglichkeiten<br />
der Nachnutzung und des Recyclings und erheblich erleichterte<br />
Servicevorgänge. Vor allem aber nähert sich die Nutzbarkeit<br />
des Fahrzeuges dem Verbrennungsmotor sehr stark<br />
an, da die Wechselzeiten von ca. zwei Minuten auf längeren<br />
Fahrtstrecken kaum ins Gewicht fallen und somit das Reichweitenproblem<br />
technisch so gut wie gelöst ist.<br />
Vernetzung als Basis der Netzentlastung<br />
Doch auch bei kabelbasierenden Ladestrategien lassen<br />
sich deutliche Optimierungen in der Stromnetzintegration<br />
erzielen. Erforderlich dazu sind einerseits intelligente Ladesysteme,<br />
welche mit dem Nutzer interagieren, um den optimalen<br />
Zeitpunkt des Ladens entsprechend seinen Mobilitätsbedürfnissen<br />
abzustimmen.<br />
Andererseits ist die überregionale Vernetzung der diversen<br />
Anbieter von Ladeinfrastruktur untereinander sowie mit den<br />
Energieversorgern erforderlich. Dadurch können überregionale<br />
Ausgleichsrechnungen durchgeführt werden, um die<br />
optimale Verteilung vieler Ladevorgänge zur bestmöglichen<br />
Nutzung der verfügbaren Energie zu ermöglichen.<br />
Wie in Österreich derzeit projektiert, ist es dazu auch erforderlich,<br />
die bestehenden Netze miteinander zu verknüpfen.<br />
Das ermöglicht ganz nebenbei auch einen verbesserten<br />
überregionalen Service für die Kunden - vom so genannten<br />
Roaming der Abrechnungssysteme bis hin zu verbesserten<br />
Möglichkeiten der Navigationssysteme.<br />
Otto Handle<br />
enerChange GmbH<br />
handle@eurobau.com<br />
www.enerChange.net<br />
26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27
Ladeinfrastruktur - EIGHT<br />
Ladeinfrastruktur - Eight<br />
Panta rhei - nicht nur Strom<br />
Die Kombination von Nutzen und Design steht bei EIGHT im Mittelpunkt<br />
Ein erster DEMONSTRATOR der Solarladestation Point.One in Stuttgart<br />
Eine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge muss dafür<br />
geeignet sein, auch bei schlechten Witterungsbedingungen<br />
eine Batterie zuverlässig mit Strom aufzuladen. Für Entscheider,<br />
deren Bestreben es ist, nicht nur funktionierende,<br />
sondern auch erfolgreiche Ladestationen zu konzipieren,<br />
spielen aber noch viele andere Überlegungen eine wichtige<br />
Rolle. Um die Akzeptanz und Verbreitung von Elektromobilität<br />
effektiv zu steigern, muss an den Ladestationen mehr<br />
fließen als Strom.<br />
Zukünftig stehen vor allem der Informationsfluss und das<br />
Erzeugen von Emotionen im Mittelpunkt der Konzepte. Innovative<br />
Geschäftsmodelle, zeitgemäße Zusatzleistungen<br />
und eine breite Palette an Interaktionsmöglichkeiten müssen<br />
deshalb von den Ladestationen der Zukunft unterstützt<br />
werden.<br />
Spaßgesellschaft. Informationsgesellschaft. Elektromobile<br />
Gesellschaft?<br />
Fun, Event, Spaß - man mag darüber denken, wie man möchte,<br />
aber es ist ein Fakt: Den Konsumenten genügt es im Jahr<br />
2013 schon lange nicht mehr, ein simples Grundbedürfnis zu<br />
befriedigen. Einkaufszentren werden zu Shopping-Malls mit<br />
permanenten Events, Telefone werden zu Smartphones mit<br />
Spielen und Videoplayer, Sport wird zum Workout mit jeder<br />
Menge Fun-Elementen. Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen<br />
und umfasst auch das Thema Elektromobilität. Dabei<br />
müssen nicht nur die Fahrzeuge Spaß machen, sondern auch<br />
die Ladestationen müssen positive Emotionen wecken - weg<br />
von einem rein technischen Vorgang, hin zum Erlebnis.<br />
Neben dem Design spielen hier vor allem die Interaktionsmöglichkeiten<br />
eine zentrale Rolle. Dabei können sowohl<br />
drahtlose Technologien wie WLAN, Bluetooth und UMTS<br />
eingesetzt werden, aber auch beispielsweise die Interaktion<br />
mit Hilfe eines Touchscreens. Im Mittelpunkt einer jeden<br />
Überlegung sollte hierbei die Frage stehen, wie es gelingt einen<br />
Mehrwert für den Nutzer so anzubieten, dass der Spaßfaktor<br />
nicht zu kurz kommt. Spaß, das bedeutet in diesem<br />
Zusammenhang vor allem eine möglichst intuitive und einfache<br />
Nutzung der Angebote. Das Schlagwort »Usability«,<br />
das schon aus vielen anderen Bereichen bekannt ist, wird<br />
für die Hersteller von Ladestationen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.<br />
Win-Win-Win<br />
Selbstverständlich müssen alle Angebote an der Ladestation<br />
- nicht nur der Strom - wirtschaftlich nachhaltig sein. So müssen<br />
sich die Betreiber der Ladestationen darüber Gedanken<br />
machen, wie sie die Zusatzangebote so umsetzen können,<br />
dass sie damit einen Gewinn erzielen. Für die oft externen<br />
Anbieter der Zusatzdienste wiederum muss ein Geschäftsmodell<br />
entwickelt werden, dass auch ihnen einen angemes-<br />
senen Gewinn verspricht. Nur dann werden Angebote bereitgestellt,<br />
die dem Nutzer einen Mehrwert bieten.<br />
Folgende Szenarien wären denkbar: Ein Energieversorger<br />
entscheidet sich, ein großes Netz an Ladestationen aufzubauen,<br />
an denen er seinen Strom verkauft. Allerdings sind<br />
die Kosten für die Installation und den Betrieb noch höher<br />
als der Umsatz durch den Stromverkauf. So gilt es zu überlegen,<br />
wie an der Ladestation mehr Umsatz erzielt werden<br />
kann. Vor diesem Hintergrund entschließt sich das Unternehmen,<br />
die Ladestationen technologisch so auszustatten, dass<br />
Zusatzdienste implementiert werden können. Ein wichtiges<br />
Element der Ladestation soll ein Touchscreen sein, der die<br />
Bedienung der Ladestation ermöglicht. Um hier die Kosten<br />
für die Anschaffung und Reparaturen auszulagern, holt das<br />
Unternehmen einen Hersteller von Bildschirmen mit an Bord.<br />
Dieser übernimmt alle anfallenden Aufgaben und Kosten. Im<br />
Gegenzug dafür wird vor jedem Ladevorgang ein kurzer Werbefilm<br />
des Unternehmens eingespielt, der den Nutzer über<br />
individuelle Angebote und den nächstgelegenen Elektrofachmarkt<br />
informiert. Zeitgleich tastet eine Kamera die Profiltiefe<br />
der Reifen ab. Wird hier festgestellt, dass Punkte in<br />
Flensburg drohen, so erhält der Nutzer eine SMS auf sein<br />
Handy, die ihn auf den Mangel sowie den nächstgelegenen<br />
Reifenhändler hinweist. Finanziert wird dieser Service von<br />
einer Kette für Kfz-Zubehör.<br />
Um die Wartezeit an der Ladestation angenehm zu gestalten,<br />
werden zudem Videotrailer und die aktuellen Charts via Bildschirm<br />
und dezenten Lautsprechern präsentiert. Auf Wunsch<br />
kann der Nutzer sich via WLAN die aktuellen Nummer-1-Hits<br />
als MP3-Datei auf das Handy herunterladen oder via Webshop<br />
die DVD bestellen, die im Videotrailer vorgestellt wird.<br />
Da die Ladeleistung der Batterien für die geplante Überlandfahrt<br />
nicht ausreichen wird, ist es nun an der Zeit, sich<br />
vor der Abfahrt eine Route anzeigen zu lassen, die mit dem<br />
Fahrzeug bewältigt werden kann - und die zu einer Ladestation<br />
führt. Die Route wird von der Ladestation direkt an das<br />
Navigationssystem oder das Smartphone des Nutzers übermittelt.<br />
Zusätzlich wird ein QR-Code verschickt, mit dem der<br />
Nutzer unterwegs in einem Fast-Food Restaurant einen Rabatt<br />
erhält, das diesen Service sponsert.<br />
Fazit: Wir stehen noch am Anfang einer Entwicklung, deren<br />
grundsätzlicher Weg jedoch vorgezeichnet ist. Ladestationen<br />
bieten eine vielfältige Plattform für Mehrwertdienste<br />
und Zusatzleistungen, hinter denen sich Geschäftsmodelle<br />
verbergen, die großes Potenzial haben. Es ist an der Zeit,<br />
Ideen fließen zu lassen.<br />
Christoph B. Rößner //geschäftsführender Gesellschafter<br />
EIGHT GmbH & Co. KG<br />
www.eight.de<br />
28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29
Ladeinfrastruktur - RWE eMobility Lounge<br />
Ladeinfrastruktur - RWE eMobility Lounge<br />
Aktuelle<br />
Ladeinfrastruktur-Konzepte<br />
Erfahrbarkeit, Praxistauglichkeit und Sichtbarkeit<br />
eGarage im NH Hotel Berlin FriedrichstraSSe<br />
© John Aigner<br />
Sechs der wichtigsten deutschen Energie- und Industriekonzerne<br />
haben ein gemeinsames Unternehmen zum Ausbau<br />
der Ladeinfrastruktur in Berlin gegründet. Gemeinsames<br />
Ziel der Unternehmen RWE, EnBW, Daimler, BMW, Bosch<br />
und Siemens ist, den Aufbau einer flächendeckenden, einfach<br />
zu nutzenden Ladeinfrastruktur durch eine übergreifende<br />
Vernetzung voranzutreiben und das Angebot ergänzender<br />
Dienstleistungen zu ermöglichen. Fahrer von Elektrofahrzeugen<br />
sollen künftig überall schnell und einfach laden<br />
können, ohne sich Gedanken machen zu müssen, welcher<br />
Anbieter die jeweilige Ladestation betreibt. Dazu gehören<br />
auch eine einheitliche Authentifizierung an der Ladestation<br />
sowie eine transparente Abrechnung durch den individuellen<br />
Vertragspartner.<br />
Berlin als internationales Schaufenster für Elektromobilität<br />
ist Vorreiter auf dem Gebiet. Die Hauptstadt verfügt mit 1<strong>10</strong><br />
Ladesäulen (pro Ladesäule gibt es zwei Ladepunkte) über<br />
das größte Netz an Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum<br />
in Deutschland. Bis 2015 will Berlin 1.400 öffentlich zugängliche<br />
Ladepunkte aufbauen. Ca. 15.000 Elektroautos sollen<br />
bis zu diesem Zeitpunkt auf Berlins Straßen unterwegs sein.<br />
Sie setzen sich zusammen aus Fahrzeugen der Schaufensterprojekte,<br />
dem Fuhrpark des Landes Berlin, aus einer Vielzahl<br />
von Forschungs- und Modellprojekten auf dem Gebiet<br />
der Elektromobilität sowie aus privaten Nutzern.<br />
Trotz aller Bemühungen und Investitionen auf dem Gebiet<br />
der Elektromobilität stellen die hohen Anschaffungskosten<br />
für Elektroautos und die geringen Reichweiten noch eine<br />
Hürde dar, die mit Hilfe von Anreizen wie Steuervergünstigungen<br />
zu überwinden sind. Noch gibt es für die potenziellen<br />
Käufer von Elektroautos zu wenig Berührungspunkte mit dem<br />
Thema. Auch fehlen attraktive Finanzierungsangebote oder<br />
Kaufmodelle. So wurden im vergangenen Jahr bundesweit<br />
zwar 2.154 Elektrofahrzeuge zugelassen, jedoch nur <strong>10</strong>0 davon<br />
von Privatkunden. In den kommenden Jahren muss eine<br />
Vielzahl von Berührungspunkten im Bereich Elektromobilität<br />
in den Alltag des Privatkunden integriert werden. Nur so lässt<br />
sich auf Dauer das Interesse am Umgang mit neuen, alternativen<br />
Antrieben und Fortbewegungsmitteln weiter ausbauen.<br />
Die Berliner eLounge zum Anfassen und Ausprobieren<br />
Dazu leistet die RWE Effizienz GmbH ihren Beitrag. In der Berliner<br />
Friedrichstraße können sich Berliner und Touristen im<br />
Hotel NH Berlin Friedrichstraße umfangreich über das Thema<br />
Elektromobilität informieren und Elektrofahrzeuge testen.<br />
Die RWE eMobility Lounge bietet Service, Information,<br />
Beratung und Vermietung von eFahrzeugen, wie zum Beispiel<br />
den Mitsubishi iMiEV, Segways, eBikes und den eRoller<br />
esee Rider. Berlin-Besucher erhalten außerdem Tipps für<br />
attraktive Touren durch die Stadt.<br />
Auch das NH Hotel Friedrichstraße mit dessen Direktor Till<br />
F. Esser ist von dem Hot Spot überzeugt. »Um auf dieses<br />
spannende Thema aufmerksam zu machen, freuen wir uns<br />
natürlich über Konzepte und Ideen, die für Jedermann und<br />
für jede Frau zugänglich sind. Die eLounge hat einen hohen<br />
Informations- und Servicecharakter im Herzen Berlins, den<br />
wir in der Branche gern erleben.«<br />
Die in die Hotellobby des NH Berlin Friedrichstraße integrierte<br />
eLounge ist nicht nur ein einzigartiges Konzept, es bringt<br />
dem Endverbraucher auch die Elektromobilität ein Stück<br />
näher. »Elektromobilität ist für den Tourismus ideal: Jetzt<br />
kann man Berlin quasi CO 2 -frei erkunden und sieht auch<br />
noch mehr von der Stadt«, sagt Till F. Esser.<br />
Der Batterieaustausch benötigt Überzeugungsarbeit<br />
Das Unternehmen Better Place mit Sitz in den USA und Israel<br />
geht einen anderen Weg. Um die langen Ladezeiten zu umgehen,<br />
hat sich Better Place auf den Austausch der kompletten<br />
Batterie konzentriert. Diese Vorgehensweise ist technisch<br />
aufwendig, aber einfach zu erklären. Bei Better Place wird<br />
das Elektrofahrzeug in eine Umtausch-Station gefahren, die<br />
ähnlich wie eine klassische Tankstelle an der Straße zu finden<br />
ist. Der Vorteil ist die Zeitersparnis.<br />
Nach Angaben des Unternehmens dauert ein Tauschvorgang<br />
genauso lange wie ein herkömmlicher Tankvorgang. Der Besitzer<br />
eines Elektroautos muss sich bei Better Place keine<br />
Gedanken um den derzeit teuersten Teil seines Fahrzeugs<br />
machen, da die Batterie nicht in seinem Besitz ist. Das Konzept<br />
der »externen« Batterie verbessere den Wiederverkaufswert<br />
eines Elektroautos, da beim Verkauf die benutzte<br />
Batterie nicht Teil des Fahrzeugs sei, meint das Unternehmen.<br />
Wann Better Place den Markteinstieg in Deutschland<br />
findet, ist ungewiss. In Europa hat Better Place erste Batterietausch-Stationen<br />
in Dänemark und den Niederlanden errichtet,<br />
die das alternative Konzept erlebbar machen.<br />
Suna Dogangünes<br />
RWE eMobility Lounge<br />
www.rwe-mobility.com<br />
30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31
Ladeinfrastruktur - Castellan<br />
Ladeinfrastruktur - Castellan<br />
Ladung und<br />
Abrechnung im Parkhaus<br />
Die Parkzeit clever zum Aufladen der eFahrzeuge nutzen<br />
Immer mehr Parkraumbewirtschafter vertrauen auf die innovativen E-Powerload-Ladestationen der Castellan AG, so auch die<br />
Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH (PBW)<br />
Aufgrund ihrer bereits vorhandenen Infrastruktur sind Parkhäuser<br />
prädestiniert für die weitere Verbreitung der Elektromobilität.<br />
Sowohl vom Parkhausbetreiber angebotene Systemlösungen<br />
(Abrechnung der Stromkosten bequem per<br />
RFID-Karte oder für Kurzparker zusammen mit dem Parkticket)<br />
als auch Stand-alone-Lösungen externer Anbieter (u.<br />
a. Energieversorger oder eMobilitäts-Dienstleister, Autovermietungen;<br />
Abrechnung z.B. über das GSM-Netz) können<br />
ohne großen Installationsaufwand integriert werden. In<br />
Kombination mit entsprechender Software (Systemkontrolle,<br />
Parkraumüberwachung, Abrechnung) haben die Betreiber<br />
jederzeit einen transparenten Überblick über alle an das<br />
System angeschlossenen Komponenten - unabhängig von<br />
Art und Anzahl der Ladestationen. Die Parkhauskunden dürfte<br />
jedoch eines viel mehr interessieren: Sie nutzen die Parkzeit<br />
clever zum Aufladen ihres Elektrofahrzeuges. Außerdem<br />
ist jedes Parkhaus bereits in einem Navigationsgerät gespeichert<br />
und kann so einfach gefunden werden. Damit entfällt<br />
die aufwendige Suche nach anderen, in elektronischen Systemen<br />
oft noch nicht verzeichneten, Ladestationen.<br />
Neben vielen weiteren Parkraumbewirtschaftern vertraut<br />
auch die Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH<br />
(PBW) auf die unter der Marke E-Powerload vertriebenen<br />
Parkhaus-Ladestationen der Castellan AG, um ihrem Ziel,<br />
die Parkhäuser und Parkgaragen in Baden-Württemberg flächendeckend<br />
mit Elektro-Tankstellen auszustatten, näher zu<br />
kommen. Hierzu kommen die kompakten 2-Platz-Wandladesysteme<br />
zum Einsatz, die ausschließlich mit hochwertigen<br />
Komponenten in Deutschland gefertigt werden. Die Gehäuse<br />
sind stoß-, wasser- und staubfest und hinsichtlich Farbe und<br />
Design komplett individualisiert. Auch der Funktionsumfang<br />
und die Sprachsteuerung der Anlagen sind genau nach den<br />
Anforderungen, Bedürfnissen und Wünschen des Parkhausbetreibers<br />
konfiguriert. Ein weiterer Vorteil der Castellan<br />
Ladesysteme ist deren behindertengerechte Bauweise, die<br />
das Aufladen in Kombination mit dem praktischen Zahlungssystem<br />
zu einem barrierefreien Prozess macht.<br />
»Bereits bei der Entwicklung unserer Ladestationen (nicht<br />
nur) für Parkhäuser haben wir großen Wert auf zukunfts- und<br />
ausbaufähige Systeme mit hohem Bedienkomfort gelegt. In<br />
der Praxis äußert sich das vor allem in intuitiver Bedienung<br />
und möglichst gewohnten Abläufen: Die Parkhauskunden<br />
ziehen bei der Einfahrt wie gewohnt ihr Parkticket, melden<br />
sich an der Station an und nutzen die Parkzeit zum Aufladen.<br />
Die Abrechnung der Stromkosten erfolgt dann zusammen<br />
mit dem Parkticket oder separat über RFID. So entsteht eine<br />
runde Systemlösung für alle Anforderungen; ganz nach dem<br />
Baukastenprinzip«, so Dr. Thomas Lützenrath.<br />
Doch die entwickelte Ladelösung überzeugt nicht nur<br />
durch diverse Abrechungsmöglichkeiten und Funktionen<br />
ihrer Parkhaus-Wandladestationen, die beispielsweise mit<br />
Notruf-Funktion, Info-Taste, Brandschutz- oder Erste-Hilfe-<br />
Einrichtungen kombinierbar sind. Die Parkhausnutzer dürften<br />
auch einen weiteren optionalen Mehrwert zu schätzen<br />
wissen: Das innovative Leitsystem erkennt freie Ladeplätze<br />
schon vor der Einfahrt ins Parkhaus. »Die intelligente Software<br />
erfasst über Ultraschallsensoren, ob der betreffende<br />
Parkplatz frei ist und gibt diese Information mit der Stellplatznummer<br />
an das Parkleitsystem weiter. Ein Gefahrensensor<br />
in der Ladestation misst zudem regelmäßig und vor<br />
der Stromfreigabe alle sicherheitsrelevanten Kennwerte<br />
(Temperatur, Luft-Gas-Gemisch, Feuchtigkeit). Sollten bestimmte<br />
Grenzwerte überschritten werden, schaltet sich die<br />
Ladestation automatisch ab - auch dann zeigt das Parkleitsystem<br />
den Parkplatz bereits vor der Einfahrt als besetzt an.<br />
Der Ärger, dass der Lade-Parkplatz nach langer Suche doch<br />
besetzt oder nicht verfügbar ist, gehört mit diesem Parkleitsystem,<br />
das auch als App erhältlich ist, der Vergangenheit<br />
an. Egal ob Typ 1 oder 2, ob Kabel, Stecker oder sogar induktiv:<br />
Die Anlagen erkennen selbstständig welche Ladeart Ihr<br />
Fahrzeug benötigt. Damit sind Sie auf der sicheren Seite«,<br />
betont Lützenrath.<br />
Die Castellan AG mit Sitz in Kreuztal bei Siegen ist Entwickler<br />
und Hersteller innovativer Infrastruktur-Systemlösungen.<br />
Das Produktportfolio umfasst Notfallsysteme zur Unterstützung<br />
medizinischer Erstversorgung (darunter der Notfallmanager<br />
LifeGuide mit automatischer Freisprechverbindung<br />
zur Notrufleitstelle über das GSM-Netz der Telekom), Informationssysteme<br />
für öffentliche Plätze und im Bereich der<br />
Elektromobilität funktionsreiche elektrische Ladesysteme<br />
(E-Powerload) für Parkhäuser, Home-Anwendungen und als<br />
Stand-alone-Lösung. Die Elektro-Ladestationen sind auch in<br />
Form von E-Safes zur sicheren und schnellen Aufladung von<br />
elektronischen Geräten an öffentlichen Plätzen verfügbar. Alle<br />
Produkte der Castellan AG sind miteinander kombinierbar.<br />
»Die Produktsoftware der E-Ladesysteme wird von unseren<br />
IT-Experten in Eigenregie entwickelt und individuell konfiguriert.<br />
Die Software ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht z.B.<br />
auch eine zuverlässige Systemkontrolle von Solaranlagen in<br />
Solarparks. Der besondere Vorteil sind die offenen, mit jedem<br />
System kombinierbaren Schnittstellen und Ausgabeprotokolle<br />
oder Daten, die aus Excel in jedes noch so exotische<br />
Programm integriert werden können«, erklärt Lützenrath.<br />
»Dass wir mit unseren innovativen Entwicklungen zu den<br />
Markt- und Technologieführern zählen, verdeutlichen Kooperationen<br />
mit großen Industrieunternehmen und dem<br />
Fraunhofer Institut sowie Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen.<br />
Unsere Elektro-Ladestation ist zudem Teil der<br />
Sonderausstellung »Aufgeladen!«, die noch bis zum 15. September<br />
2013 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums<br />
in München, und danach im Dresdener Verkehrsmuseum<br />
(vorauss. November 2013 bis März 2014) und im Bremer<br />
Focke Museum (April 2014 bis Ende 2014) zu sehen ist«, so<br />
Lützenrath stolz.<br />
Dr. Thomas Lützenrath<br />
Castellan AG<br />
www.castellan-ag.com<br />
E-Powerload für Parkhäuser: Funktionsweise der Elektro-Ladesysteme der Castellan AG. Betrieb und Abrechnung im Verbund<br />
des Parkraumbewirtschaftungssystems oder alternativ als Stand-alone-Lösung per GSM-Datenübertragung<br />
32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33
Ladeinfrastruktur - ABB<br />
Ladeinfrastruktur - ABB<br />
Neue Geschäftsmöglichkeiten<br />
durch Schnellladung<br />
Effizientes Laden im Gewerbe- und Bürobereich<br />
Terra SC lädt ein Elektroauto auf, während der Fahrzeugbesitzer arbeiten, einkaufen oder essen geht<br />
Die wachsende Zahl von Elektrofahrzeugen bietet zunehmende<br />
Marktchancen für Schnellladelösungen. Solche Ladestationen<br />
können im gewerblichen und öffentlichen Raum<br />
(z.B. Einkaufszentren, Parkhäuser) installiert werden, um<br />
Fahrzeuge aller großen Hersteller zu laden. Die deutlich<br />
verkürzte Ladezeit bringt mehr Flexibilität für den Fahrer<br />
sowie eine höhere Reichweite.<br />
die schnelleren Auflademethoden höhere Anlagenkosten<br />
verursachen, ist die Kapitalrendite in vielen Fällen höher.<br />
Durch den höheren Durchsatz nutzen DC-Ladegeräte darüber<br />
hinaus die kostenintensiven Parkflächen in Stadtgebieten<br />
effektiver. Immer mehr Elektroautos eignen sich für die<br />
DC-Schnellladung. Einige Modelle besitzen auch eingebaute<br />
Ladegeräte für die AC-Schnellladung.<br />
wurden. Gegenüber dem Bau einer neuen Tankstelle sind die<br />
rechtlichen Beschränkungen und die erforderlichen Investitionen<br />
minimal. Diese Situation öffnet die Ladeinfrastrukturbranche<br />
für kleine und mittlere Unternehmen, indem etwa<br />
neue Akteure Ladesysteme auf Unternehmensparkplätzen<br />
installieren, vermieten und warten oder Systemintegratoren<br />
eine Ladeinfrastruktur für gewerbliche oder öffentliche<br />
Fuhrparks planen und bauen.<br />
Weitere Optionen sind Ladestationen in Parkhäusern oder<br />
Gewerbegebieten oder vor Einkaufszentren, die von den<br />
Eigentümern gesponsert werden, um mehr Kunden in die<br />
Geschäfte zu locken. Mit dieser Dienstleistung lassen sich<br />
Kunden, die die Lademöglichkeit als Bonus ansehen, an das<br />
Unternehmen binden.<br />
Ladung in kurzer Zeit<br />
ABB eröffnet mit den DC-Schnellladestationen Terra Smart<br />
Connect (SC) und Terra SC Duo neue Geschäftsmöglichkeiten<br />
für Unternehmen, die Kunden mit kurzem oder längerem<br />
Aufenthalt das bequeme Laden ihres Fahrzeugs in 30 bis 120<br />
Minuten ermöglichen wollen. Die 20-kW-DC-Station kann<br />
nahezu alle schnellladefähigen Fahrzeuge laden, die gegenwärtig<br />
auf dem Markt sind. Als Terra SC Duo mit zusätzlichen<br />
22 kW AC-Ausgangsleistung zielt die kombinierte Ladestation<br />
neben den DC- auch auf die AC-schnellladefähigen<br />
Fahrzeuge (Renault und Smart) ab. Alle übrigen langsam<br />
aufzuladenden Fahrzeuge und Plug-in-Hybriden können an<br />
AC-Wallbox Satelliten mit 3,7 KW Leistung angeschlossen<br />
werden, die mit der Terra SC (Duo) als Master kompatibel<br />
sind. Als internetfähige Ladestation, mit umfassenden Konnektivitätsfunktionen,<br />
ist uneingeschränkt die Fernunterstützung,<br />
-management und -service sowie intelligente Software-Aktualisierung<br />
möglich. Optionale Funktionen sind die<br />
RFID-Autorisierung und Pincode-Autorisierung über GPRS-<br />
Modem, Rechnungsschnittstelle für Parkplatzbetreiber und<br />
ein webbasiertes Statistikmodul.<br />
Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird durch neue Ladelösungen<br />
beschleunigt, die ein schnelles Laden und eine baldige<br />
Weiterfahrt erlauben. Die heutige Technologie nutzt<br />
dabei zwei Lademethoden: AC Laden mit on-board Wechselstromladegerät<br />
und DC Laden mit direktem off-board<br />
Gleichstromladegerät. Betreiber von Ladestationen müssen<br />
für DC-Schnellladegeräte derzeit höhere Anfangsinvestitionen<br />
leisten als für AC-Ladegeräte. Dafür erfolgt die Aufladung<br />
erheblich schneller, weil DC-Schnellladegeräte mit<br />
einer Ausgangsleistung von bis zu 50 KW viel mehr Leistung<br />
erbringen. Sie können ein Fahrzeug in 15 bis 120 Minuten laden<br />
gegenüber acht Stunden bei AC-Ladesäulen mit 3,7 KW<br />
Leistung. Infolgedessen können DC-Schnellladegeräte bis<br />
zu 15 Fahrzeuge pro Tag laden, während es bei Standard-AC-<br />
Ladesäulen nur ein bis zwei Fahrzeuge sind.<br />
Dieser Unterschied in der Versorgungsfähigkeit ist ein entscheidender<br />
Faktor für neue Geschäftsmodelle. Auch wenn<br />
Schnellladen fördert neue Geschäftsmodelle<br />
Fuhrparks- und Unternehmensflotten nutzen üblicherweise<br />
tagsüber langsame Ladegeräte, die auf ihren Parkplätzen<br />
installiert sind, und die meisten Verbraucher verwenden<br />
solche Ladegeräte nachts, wenn sie ihre Elektrofahrzeuge<br />
zuhause geparkt haben.<br />
Wer lange Strecken zurücklegen muss, kann sein Fahrzeug<br />
unterwegs an öffentlichen Schnellladesystemen laden. 50-<br />
kKW-Schnellladegeräte für Autobahnen laden ein Fahrzeug<br />
in 15 bis 30 Minuten auf. 20-KW-Schnellladegeräte laden ein<br />
Fahrzeug innerhalb von 30 bis 120 Minuten auf. Sie wurden<br />
für den Einsatz im Gewerbe- und Bürobereich entwickelt. Die<br />
Fahrer können einkaufen, ins Kino oder Restaurant gehen<br />
und finden bei ihrer Rückkehr ein voll aufgeladenes Fahrzeug<br />
vor.<br />
Um eine Schnellladestation einzurichten, müssen Unternehmen<br />
nur eine herkömmliche Baugenehmigung einholen und<br />
Geräte installieren, die von den lokalen Behörden zugelassen<br />
Ein wesentlicher Vorteil der 20-KW-Schnellladestationen<br />
besteht in der Verwendung des weitverbreiteten 32-A-Drehstromanschlusses.<br />
Aufwendige Investitionen der Netzanbindung<br />
sind somit nicht notwendig.<br />
Carsten Busch<br />
Leiter Produktgruppe EV Ladeinfrastruktur Deutschland<br />
ABB Automation Products GmbH<br />
www.abb.de/evcharging<br />
Terra SC ladesäule<br />
34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35
Ladeinfrastruktur - Swarco<br />
Ladeinfrastruktur - Swarco<br />
Mit SWARCO ChargeLine ist eine im Alltagsbetrieb erprobte Gesamtlösung für die Aufstellung, das Betreiben und das Abrechnen<br />
der Elektrofahrzeug-Ladeinfrastruktur verfügbar.<br />
Die »All-in-one-Solution«<br />
ist gefragt<br />
Kundenvorgaben - reine »Stand-Alone«-Ladesäulen. Darüber<br />
hinaus bietet das Unternehmen das innovative System<br />
»ChargeLine Park2Power« an, einen Parkscheinautomaten<br />
mit integrierten Ladeanschlüssen, das einen wirtschaftlichen<br />
Betrieb von Ladesäulen im öffentlichen Raum erlaubt.<br />
Kunden weltweit steht damit ein innovatives, hochflexibles<br />
System zur Verfügung, das allen technologischen Gegebenheiten<br />
Rechnung trägt - ob es um die übergreifende Vernetzung<br />
geht - den Datenaustausch via Roaming und Clearing<br />
- oder die Einbindung von SAP basierten CRM-Systemen<br />
(Customer Relationship Management).<br />
Die Lösung für Flotten und Carsharing-Projekte<br />
Die AC-Ladesäule eignet sich für das Laden von Elektrofahrzeugen<br />
geschlossener Nutzerkreise, sowie als Satellit zur<br />
Mastersäule mit Parkscheinautomat. Durch den vandalismussicheren<br />
Aufbau mit vollständig geschützten Ladesteckern<br />
(auch während des Ladevorgangs) ist die Ladesäule<br />
gegen alle möglichen Szenarien bestens gewappnet. Kunden<br />
autorisieren sich mit einer speziellen Karte (RFID). Nach erfolgreicher<br />
Anmeldung kann geladen werden. Der integrierte<br />
Kartenleser liest alle gängigen Datenformate, wobei sämtliche<br />
Ladevorgänge intern registriert und zu Abrechnungszwecken<br />
verwendet werden können. Dabei verfügt die Ladesäule<br />
über unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten:<br />
Nutzerbenachrichtigungen können per SMS erfolgen, zudem<br />
ist der Datenaustausch mit einer Serviceleitstelle über VPN-<br />
Verbindung möglich. Problemlos möglich ist auch die Anpassung<br />
der Abrechnungsdaten an eine kundenspezifische<br />
Backoffice-Software, womit das System ideal für Elektroflottenfahrzeuge<br />
und Carsharing Projekte geeignet ist.<br />
Zukunftsweisendes Verkehrsmanagement für eFahrzeuge<br />
Grundlage für das Verkehrsmanagement sind Informationen<br />
- genauer, Echtzeit-Informationen - etwa zum Verkehrsfluss<br />
auf Straße und Schiene, zur Parkplatz-Auslastung in Stadt<br />
und Umland sowie gegebenenfalls zu Stromversorgung.<br />
dern zusätzlich auch auf telematische Informationen zurückgreifen.<br />
Umfangreiche Telematik-Informationen werden<br />
verarbeitet - von Verkehrssensoren, Parkhaus-Datenerfassungssystemen,<br />
Wetterstationen, GPS, Stromzählern und<br />
sogar die Smartphone-Apps einzelner Verkehrsteilnehmer.<br />
Das »Blue Road Concept« des Unternehmens nutzt beispielsweise<br />
Bluetooth-Funk, um von einzelnen Fahrzeugen<br />
telematische Daten abzufragen. Aus diesen setzen leistungsstarke<br />
Verkehrsrechner Echtzeit-Lagebilder des Verkehrs zusammen,<br />
die Bewegungsprofile für einzelne Fahrzeuge enthalten.<br />
Damit lassen sich Verkehrsströme situationsgerecht<br />
leiten und Staus und Behinderungen vermeiden. Neu auftretende<br />
Beeinträchtigungen wie etwa Unfälle werden sofort<br />
berücksichtigt, und bestimmte Verkehrsteilnehmer zügig<br />
ans Ziel geführt.<br />
Uwe Hahner // BEM-Beirat<br />
General Manager der Geschäftseinheit<br />
Parking und E-Mobility<br />
Swarco Traffic Systems<br />
Beim Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur sind<br />
Systemlösungen gefragt. Städte von morgen brauchen intelligente,<br />
integrierte und vor allem offene Infrastruktursysteme,<br />
die nahtlos ineinander greifen. Dann steht auch der<br />
erfolgreichen Einbindung von eMobilität in den Verkehrsund<br />
Versorgungskreislauf nichts mehr im Weg.<br />
Ein Hauptgrund für die noch verhaltene Nachfrage im Bereich<br />
der Elektromobilität liegt im Fehlen von preiswerten Ladepunkten.<br />
Verkehrsplaner, Anbieter im öffentlichen Raum wie<br />
auch private Betreiber wollen »Zukunftssicherheit«, bevor sie<br />
den Ausbau von Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben. Systemlösungen<br />
rücken deshalb jetzt verstärkt in den Fokus,<br />
wenn es um die Einrichtung neuer Stromtankstellen geht.<br />
Zukunftssicherheit wird dort entstehen, wo eine überzeugende<br />
»All-in-one-Solution« aufgezeigt werden kann.<br />
Sicherheit im öffentlichen Raum<br />
Mit SWARCO ChargeLine ist eine im Alltagsbetrieb erprobte<br />
Gesamtlösung für die Aufstellung, das Betreiben und das<br />
Abrechnen der Elektrofahrzeug-Ladeinfrastruktur verfügbar.<br />
Diese umfasst ein System integrierter Ladestationen verschiedener<br />
Hersteller mit einer leistungsfähigen Autorisierungs-<br />
und Abrechnungsinfrastruktur. Ausgehend von einer<br />
Analyse der verschiedenen Rollen der Beteiligten (Benutzer,<br />
Elektromobilitäts-Anbieter, Ladeinfrastruktur-Betreiber,<br />
Energieversorger, Autorisierungs- und Inkassodienstleister)<br />
an der zukünftigen Elektromobilität wurde eine IT-Struktur<br />
entwickelt und implementiert, die die Unterstützung unterschiedlicher<br />
Geschäftsmodelle ermöglicht.<br />
Swarco Traffic Systems vertreibt und installiert bereits seit<br />
einiger Zeit Ladesäulen dieser Marke und fertigt - teils nach<br />
Viele Verkehrsleitsysteme sind bereits in der Lage, solche<br />
Informationen zusammenzuführen und den Straßenverkehr<br />
lageabhängig zu leiten. Die gezielte Führung einzelner Fahrzeuggruppen<br />
und Fahrzeuge wird dabei immer wichtiger.<br />
Umweltschutzzonen, Lkw-Fahrverbote, Parkplatzknappheit<br />
verlangen nach »hochauflösenden« Verkehrslagebildern, in<br />
denen die »Bedürfnisse« einzelner Fahrzeuge mit berücksichtigt<br />
werden. Ladestationen für eAutos müssen dementsprechend<br />
jetzt in jedes Parkleitsystem integriert werden.<br />
Für die Entwicklung von Lagebildern, die diese Anforderungen<br />
an das Verkehrsmanagement berücksichtigen, braucht<br />
es vielerorts neue Technik: Technik, die Informationen aus<br />
vielen Messsystemen auslesen und miteinander in Verbindung<br />
bringen kann. Die Swarco Traffic Systems bietet Verkehrsleitsysteme<br />
und -rechner an, die nicht nur über die<br />
herkömmlichen Sensoren und Anwendungen verfügen, son-<br />
36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37
Ladeinfrastruktur - Legal COrner<br />
Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />
Wettbewerblicher Dialog für<br />
Ladeinfrastruktur in Berlin<br />
Eine europaweite Ausschreibung soll echte Innovationen hervorbringen<br />
Dr. Christian de Wyl<br />
Dr. Roman Ringwald<br />
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum<br />
Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands<br />
Straßen verkehren. Um dieses Ziel auch nur ansatzweise<br />
zu erreichen, müssen Lademöglichkeiten in ausreichendem<br />
Umfang entstehen. Ein Großteil der Ladeeinrichtungen dürfte<br />
im privaten Bereich errichtet werden, weil die Standzeiten<br />
von Fahrzeugen zu Hause oder am Arbeitsplatz vergleichsweise<br />
lang sind und sich deswegen für eine Ladung besonders<br />
gut eignen. Den Aufbau von Ladeinfrastruktur jedoch auf<br />
den privaten Bereich zu beschränken, hieße den Erfolg der<br />
Elektromobilität insgesamt in Frage zu stellen. Potenzielle<br />
Nutzer wollen sich »sicher« fühlen und unabhängig von einer<br />
Nutzung im Einzelfall jederzeit eine für sie geeignete Ladeeinrichtung<br />
erreichen können. Zudem muss Elektromobilität<br />
in der Öffentlichkeit sichtbarer werden.<br />
Das Land Berlin hat sich vor diesem Hintergrund entschlossen,<br />
im Zusammenhang mit dem »Internationalen Schaufenster<br />
für Elektromobilität« der Region Berlin-Brandenburg eine<br />
öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur europaweit auszuschreiben.<br />
Bis Ende des Jahres 2013 sollen ca. 300 Ladeeinrichtungen,<br />
bis Ende des Jahres 2015 sogar 800 Ladeeinrichtungen<br />
in Betrieb sein. Der Begriff der Ladeeinrichtung ist<br />
dabei bewusst weit zu verstehen. Angesichts bislang noch<br />
nicht etablierter Geschäftsmodelle kommen hierzu neben<br />
»klassischen« Ladesäulen (mit zwei Ladepunkten) auch<br />
andere Ladeoptionen, wie etwa Wallboxen, Schnellladestationen<br />
oder Ladeeinrichtungen an bestehenden Beleuchtungsanlagen<br />
in Frage. Ob solche Ladeeinrichtungen dann<br />
im öffentlichen Straßenraum oder halböffentlich, also auf<br />
einem privaten, aber frei zugänglichen Grund, errichtet werden,<br />
ist nicht entscheidend.<br />
Das Land Berlin reagiert damit auf zweierlei<br />
• den Hinweis potentieller Betreiber von Ladeeinrichtungen<br />
auf die mangelnde Wirtschaftlichkeit einer Infrastruktur im<br />
öffentlich zugänglichen Raum sowie<br />
• den bislang sehr zurückhaltenden Einsatz von Elektrofahrzeugen<br />
durch Carsharing-Unternehmen, weitere Flottenbetreiber<br />
und sonstige Fahrzeughalter.<br />
Das Land wird den Auftrag im Rahmen eines wettbewerblichen<br />
Dialogs vergeben, § <strong>10</strong>1 Abs. 4 GWB. Dieses vergleichsweise<br />
selten genutzte Vergabeverfahren ist geeignet, wenn<br />
der öffentliche Auftraggeber zwar das gewünschte Ziel definieren,<br />
jedoch noch nicht in allen Details vertraglich regeln<br />
kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn vergleichbare<br />
Aufträge bislang so nicht vergeben worden sind und der zu<br />
vergebende Auftrag aufgrund seiner Komplexität und mangels<br />
etablierter Geschäftsmodelle in diesem Bereich einer<br />
vertieften Erörterung mit jedem individuellen Bieter bedarf.<br />
Der wettbewerbliche Dialog ist damit als »Entdeckungsverfahren«<br />
zu verstehen, in dem das Land Berlin mit den im<br />
Rahmen einer Eignungsprüfung ausgewählten Bietern individuell<br />
unterschiedliche Geschäftsmodelle für die Lieferung<br />
und die Errichtung der Ladeinfrastruktur entwickelt. Diese<br />
sollen einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb der Ladesäulen<br />
erlauben und den staatlichen Zuschussbedarf möglichst<br />
gering halten. Dem Land ist dabei bewusst, dass der<br />
Einsatz staatlicher Mittel zunächst unvermeidbar ist. Großes<br />
Interesse besteht aber an Ansätzen, die sich zwar kurzfristig<br />
nur mit einer staatlichen Förderung umsetzen lassen, sich<br />
aber mittel- und langfristig als selbsttragend erweisen können.<br />
Deswegen soll Gegenstand der Ausschreibung nicht<br />
nur der reine Betrieb von Ladesäulen sein. Auch angrenzende<br />
Geschäftsmodelle, die den Ladevorgang in eine größere<br />
Wertschöpfungskette einbinden, verdienen Interesse. Das<br />
Verfahren bietet auf diese Weise nicht nur den etablierten<br />
Energieversorgungsunternehmen eine Chance, sondern auch<br />
Unternehmen mit innovativen Ideen im Bereich der Elektromobilität.<br />
Ganz bewusst wird das Land den Auftrag nicht nur<br />
in einem Los vergeben. Dies ermöglicht den Zuschlag auf verschiedene<br />
Bieter und adressiert damit zugleich wichtige Fragen<br />
zur Interoperabilität verschiedener Ladeeinrichtungen.<br />
Das gewählte Verfahren begegnet damit in überzeugender<br />
Weise dem Bedarf an einer echten Innovation für die Errichtung<br />
und den Betrieb von Ladestationen. Zur Zeit finden die<br />
vertraulichen Verhandlungen des Landes Berlin mit den beteiligten<br />
Bietern statt. Wenn die Ergebnisse der Ausschreibung<br />
im Sommer diesen Jahres vorliegen, können die neuen<br />
Konzepte einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.<br />
Es dürfte sich dann eine Vielzahl an Erkenntnissen ergeben<br />
haben, die auch anderen Kommunen für die Erweiterung ihrer<br />
Mobilitätskonzepte zur Verfügung stehen.<br />
Dr. Christian de Wyl // Rechtsanwalt<br />
Christian.de.Wyl@bbh-online.de<br />
Becker Büttner Held<br />
Dr. Roman Ringwald // Rechtsanwalt<br />
Roman.Ringwald@bbh-online.de<br />
Becker Büttner Held<br />
38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39
Ladeinfrastruktur - Mennekes<br />
11<br />
7<br />
Die Elektromobilität kommt. Und sie bringt Veränderungen.<br />
Mit einem Elektrofahrzeug fährt man nicht mehr zur Tankstelle,<br />
sondern es wird dort aufgeladen, wo man parkt: Zu<br />
Hause in der Garage genauso wie in Parkhäusern oder auf<br />
Parkplätzen. Diese verschiedenen Ladeorte stellen unterschiedliche<br />
Anforderungen an die Technik.<br />
1. Einsatzbereiche<br />
Die Einsatzbereiche von Ladestationen lassen sich grundsätzlich<br />
in zwei Bereiche aufteilen: Den sogenannten privaten<br />
und halb-öffentlichen Bereich und den öffentlichen Bereich.<br />
5<br />
9<br />
6<br />
Ladestationen für die Elektromobilität werden an vielen Orten errichtet: im privaten Bereich zu Hause (1), im halb-öffentlichen<br />
Bereich (2-8) und im öffentlichen Bereich (9-11)<br />
Ladeinfrastruktur für<br />
Elektromobilität<br />
Einsatzbereiche, Zielgruppen, Grundlagen, Produktlösungen<br />
8<br />
<strong>10</strong><br />
2<br />
Privater und halb-öffentlicher Bereich<br />
Hierzu gehören alle Ladestationen, die an das lokale Stromnetz<br />
- also der Bereich hinter dem Zähler des Energieversorgers<br />
- angeschlossen werden. Hierzu zählen im privaten<br />
Bereich Ladestationen in Garagen und Carports und im halböffentlichen<br />
Bereich, Ladesäulen und Wand-Ladestationen auf<br />
Parkplätzen und in Tiefgaragen von Hotels, Einkaufszentren<br />
oder Firmenparkplätzen.<br />
Öffentlicher Bereich<br />
Ladestationen für den öffentlichen Bereich stehen zum Beispiel<br />
auf öffentlichen Parkplätzen, an Flughäfen oder Bahnhöfen und<br />
werden direkt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.<br />
4<br />
1<br />
3<br />
Alle hier eingesetzten Produktlösungen sind anschlussfertig<br />
vorverdrahtet und nach der Installation am lokalen Netzanschluss<br />
sowie der Inbetriebnahme durch den Elektrofachmann sofort<br />
betriebsbereit. Diese Ladestationen eignen sich hervorragend<br />
<br />
folgenden Einsatzbereichen:<br />
2. Unterschiedliche Zielgruppen<br />
1 Ein- / Mehrfamilienhäuser<br />
2 Autohäuser mit Werkstatt<br />
3 Hotels<br />
Ladestationen im privaten und halb-öffentlichen Bereich<br />
werden unter anderem über den Elektrofachgroßhandel und<br />
das Elektrohandwerk vermarktet. Sie sind in der Regel anschlussfertig<br />
verdrahtet und nach Installation und Inbetriebnahme<br />
durch den Elektrofachmann sofort betriebsbereit.<br />
Ladestationen für den öffentlichen Bereich werden hingegen<br />
überwiegend von Energieversorgern und Netzbetreibern im<br />
öffentlichen Parkraum errichtet. Die kundenspezifische Projektierung<br />
erfordert dabei einen direkten Dialog zwischen<br />
Hersteller und Betreiber.<br />
4 Banken / Versicherungen<br />
5 Einkaufs-Zentren<br />
6 Möbelhäuser<br />
7 Restaurants / Gastronomie<br />
8 Industrie / Produzierendes Gewerbe<br />
Marktentwicklung<br />
Bisher wurden die meisten Ladepunkte im Rahmen von Pilotprojekten<br />
von Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreibern<br />
im öffentlichen Bereich errichtet. Die überwiegende<br />
Anzahl der Ladepunkte wird jedoch zukünftig im privaten<br />
sowie im halb-öffentlichen Bereich errichtet werden. Hier erschließt<br />
sich für das Elektrohandwerk ein äußerst attraktiver<br />
Zukunftsmarkt, handelt es sich hier doch um Zielgruppen,<br />
welche das Handwerk jetzt schon bedient.<br />
Öffentlicher Bereich<br />
Alle hier eingesetzten Produktlösungen werden kundenindividuell<br />
<br />
<br />
anders aussehen kann. Diese Ladestationen werden von Energieversorgern<br />
und Netzbetreibern im öffentlichen Parkraum errichtet<br />
<br />
<br />
3. Grundlagen<br />
Normung und Standardisierung<br />
(Informationen dazu finden Sie auch auf den Seiten 20-23)<br />
Die Ende 2011 veröffentlichte internationale Norm IEC<br />
62196-2 für Ladesteckvorrichtungen beschreibt drei Varianten,<br />
die jedoch nicht untereinander kompatibel sind. Grundsätzlich<br />
erfüllen alle drei genormten 7 Typen die hohen Sicherheitsanforderungen<br />
für den Verbraucher.<br />
Für den europäischen Markt kommen jedoch nur Typ 2 und<br />
Typ 3 in Frage. Im Sinne der Verbraucher sollten sich die<br />
europäischen Länder jedoch auf ein gemeinsames System<br />
einigen.<br />
9 Öffentliche Straßen<br />
<strong>10</strong> Bahnhöfe<br />
11 Flughäfen<br />
01_04_2012.indd 6-7 30.11.2012 <strong>10</strong>:11:09<br />
Europa bevorzugt Typ 2<br />
BdEW, VDA, VDE und ZVEI haben Typ 2 und Typ 3 verglichen.<br />
Das eindeutige Ergebnis: Der von Mennekes entwickelte Typ<br />
2 ist die beste Lösung für Europa. Das System berücksichtigt<br />
ganzheitlich sowohl die Infrastruktur- als auch die Fahrzeugseite<br />
beim Ladeanschluss. Mittlerweile gibt es Typ 2 auch<br />
mit Shutter. Dieser kommt den Gewohnheiten in jenen Ländern<br />
entgegen, die für Haushaltssteckdosen den Schutzgrad<br />
IP XXD vorschreiben. Typ 2 Steckdosen mit und ohne Shutter<br />
sind uneingeschränkt kompatibel. Damit ist der Typ 2 eine<br />
Lösung für ganz Europa, die allen Anforderungen gerecht<br />
wird.<br />
Verschiedene Ladekonzepte<br />
Für die Ladung der Fahrzeugakkus wurden unterschiedliche<br />
Konzepte entwickelt. Die Wechselstromladung (AC-Ladung)<br />
hat sich als Standard-Ladeart etabliert. Wechselstromladung<br />
2. Produktlösungen<br />
3. Grundlagenwissen<br />
4. Schulungsangebote<br />
<br />
<br />
Ladeinfrastruktur - Mennekes<br />
ist mit relativ geringen Investitionen möglich. Deshalb hat<br />
diese Ladeart auch langfristig eine Zukunft. Ladestationen<br />
für Gleichstromladung (DC-Ladung) ermöglichen zwar die<br />
höchsten Ladeströme, erfordern jedoch sehr hohe Investitionen<br />
in die Ladeinfrastruktur. Die Induktionsladung erfolgt<br />
kontaktlos über Induktionsschleifen. Dieses System ist jedoch<br />
noch nicht marktreif. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit<br />
des Batteriewechsels, welche sich allerdings für den<br />
Massenmarkt nicht sinnvoll realisieren lässt, da dies standardisierte<br />
Akkus eingebaut an standardisierten Stellen in<br />
allen Fahrzeugen voraussetzen würde.<br />
4. Produktlösungen<br />
Systemprogramm für alle Einsatzbereiche<br />
Der Markt bietet bereits heute Ladestationen für jeden Bedarf.<br />
Für zu Hause bieten die Hersteller eine breite Palette<br />
vom einfachen Ladeanschluss bis zum komfortablen Home<br />
Charger. Für den halb-öffentlichen Bereich gibt es Wand-<br />
Ladestationen und Ladesäulen mit unterschiedlichen Komfortmerkmalen,<br />
Autorisierungs- und Kommunikationsmöglichkeiten<br />
bis hin zu anschlussfertigen Komplettsystemen<br />
mit Ladestationen, Vernetzungs- und IT-Komponenten. Die<br />
Autorisierungsmöglichkeiten reichen vom einfachen Schlüsselschalter<br />
über RFID-Karten bis zur Handy-Autorisierung<br />
per SMS. So findet jeder das Angebot, welches zu seinen<br />
individuellen Ansprüchen passt.<br />
Info-Portal Elektromobilität<br />
Unter www.DieLadestation.de werden anschaulich die verschiedenen<br />
Einsatzbereiche im privaten und halb-öffentlichen<br />
sowie öffentlichen Bereich mit den jeweiligen Bedürfnissen<br />
an Ladestationen aufgezeigt. Weiter findet der<br />
Besucher dort umfangreiches Grundlagenwissen als interaktive<br />
Lerneinheit sowie Informations- und Schulungsangebote<br />
zum Thema Elektromobilität.<br />
Burkhard Rarbach<br />
Leiter Unternehmenskommunikation<br />
MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG<br />
burkhard.rarbach@MENNEKES.de<br />
Ladestecker Typ 2 von MENNEKES<br />
40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41
Ladeinfrastruktur - Now<br />
Ladeinfrastruktur - NOW<br />
Infrastruktur in den<br />
Modellregionen<br />
Start der neuen Begleitforschung Infrastruktur und Stadt & Verkehr<br />
Teilnehmer der Begleitforschung Stadt & Verkehr<br />
Auftaktveranstaltung der Begleitforschung Infrastruktur<br />
Wie können Nutzer von eFahrzeugen zukünftig an jeder Ladesäule<br />
in Deutschland laden, ohne in der Nachbarstadt an den<br />
Eigenheiten der dortigen Infrastruktur zu scheitern? Fragen<br />
wie diesen widmet sich die am 04. Dezember 2012 gestartete<br />
Begleitforschung Infrastruktur, die Erfahrungen und<br />
Ergebnisse aus den Projekten der Modellregionen Elektromobilität<br />
zusammenträgt.<br />
Infrastruktur in den Modellregionen Elektromobilität<br />
Das Programm Modellregionen Elektromobilität des BMVBS<br />
hat das Ziel, Elektromobilität zu fördern und aus regionalen<br />
Schwerpunkten batterieelektrische Mobilität heraus zu entwickeln.<br />
Aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung<br />
hatte das BMVBS im Förderprogramm Modellregionen Elektromobilität<br />
130 Millionen Euro für den Einsatz von eFahrzeugen<br />
und den gezielten Aufbau und Betrieb einer Infrastruktur<br />
für Elektromobilität für den Zeitraum von 2009 bis 2011 bereitgestellt.<br />
Die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoffund<br />
Brennstoffzellentechnologie koordiniert und steuert die<br />
Umsetzung des Programms in über 200 Einzelprojekten.<br />
In diesem Rahmen wurde in Deutschland im größeren Umfang<br />
Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge aufgebaut. Insgesamt<br />
2.000 Ladepunkte standen den rund 2.500 Fahrzeugen in<br />
den Modellregionen zur Verfügung. Im Laufe der Zeit konnte<br />
eine Verlagerung vom öffentlichen zum halböffentlichen und<br />
privaten Ausbau beobachtet werden. Gründe dafür waren<br />
u.a. die einfache Nutzung privater Infrastruktur, kommunale<br />
Planungsunsicherheiten und die Erkenntnis, dass es keine<br />
tragfähigen Geschäftsmodelle gab. Die Ladesäulen waren<br />
überwiegend mit 1-3 Ladepunkten pro Station, 3-phasiger AC-<br />
Ladung, Normalladung bis 31 Ampere ausgestattet und verwendeten<br />
Stecker vom Typ 2. Auch zukünftige Ladelösungen<br />
wie das induktive Laden wurden in ersten Projekten erprobt.<br />
Begleitforschung zur Infrastruktur<br />
In der dazugehörigen Begleitforschung wurden die Erfahrungen<br />
beim Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Plattformen<br />
zusammengetragen und Handlungsempfehlungen für den<br />
zukünftigen Aufbau entworfen. Die Ergebnisse wurden in den<br />
Publikationen »Praxisleifaden für den Aufbau öffentlicher<br />
Ladeinfrastruktur« und »Szenarien zum Infrastrukturaufbau<br />
für Elektromobilität« der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.<br />
Die Plattform Sozialwissenschaften erforschte die Nutzersicht<br />
in Bezug auf die Infrastruktur und kam zu dem Ergebnis,<br />
dass die begrenzte Reichweite eine zentrale Barriere<br />
ist - auch wenn die Fahrzeuge die Alltagsfahrten abdecken<br />
können. Gewünscht wird von den Nutzern grundsätzlich<br />
der Ausbau der allgemein zugänglichen Ladeinfrastruktur.<br />
Modellregionen Elektromobilität 2.0<br />
Aufbauend auf das Förderprogramm werden die Untersuch-<br />
ungen zur Praxistauglichkeit in den Modellregionen in Ergänzung<br />
zu den Schaufenstern Elektromobilität fortgesetzt.<br />
Basis dafür ist die Förderrichtlinie vom 16. Juni 2011. Auch<br />
weiterhin ist die NOW mit der Programmkoordination betraut.<br />
Fragestellungen rund um die Infrastruktur sind auch<br />
in der 2. Phase ein wesentlicher Bestandteil der über 60<br />
neuen Projektkonsortien, von denen zwei exemplarisch<br />
benannt werden sollen: Im Projekt »Langstrecken-Elektromobilität<br />
(LEM)« unter der Führung der Ruhr-Universität<br />
Bochum werden technische Konzepte zur Überwindung der<br />
Reichweitenproblematik u.a. durch den Einsatz von Schnellladestationen<br />
untersucht. Das Projekt »metropol-E« unter<br />
Führung von RWE konzentriert sich auf innovative Ladekonzepte<br />
und den bedarfsorientierten Aufbau von Ladeinfrastruktur<br />
im Kontext kommunaler Flottenlösungen. Die Ergebnisse<br />
dieser Projekte fließen, zusammen mit allen anderen dezentral<br />
erzeugten und infrastrukturbezogenen Projektergebnissen,<br />
in die nun fortgeführte Begleitforschung Infrastruktur<br />
ein. So kann das Programm Wissen generieren, welches jederzeit<br />
an neue Standorte weitergegeben werden kann.<br />
Begleitforschung 2.0<br />
Auftakt Infrastruktur und Stadt & Verkehr<br />
Über 30 Teilnehmer kamen zur Auftaktveranstaltung des<br />
Themenfeldes Infrastruktur am 04. Dezember 2012 ins<br />
BMVBS und haben über Ziele und Fragestellungen der kommenden<br />
zwei Jahre diskutiert. Die Ergebnisse aus den Projekten<br />
sollen, unterstützt durch das Fraunhofer IFAM, vor<br />
allem für die Zielgruppen Kommunen, Stadtwerke und EVU<br />
aufbereitet werden. Arbeitsgruppen zu den Themen »Interoperabilität«,<br />
»Technik«, »Bedarf & Standorte« und »Geschäftsmodelle«<br />
werden mit Beginn des Jahres 2013 ihre<br />
Arbeit aufnehmen.<br />
Darüber hinaus startete am 05. Dezember 2012 das neue<br />
Themenfeld »Stadt & Verkehr«. Zielsetzung ist der Aufund<br />
Ausbau von Kompetenzen auf kommunaler Ebene, um<br />
durch die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen<br />
im Bereich der kommunalen Verkehrs- und Stadtplanung<br />
die Bedingungen für die Verbreitung und Sichtbarkeit von<br />
Elektromobilität vor Ort zu steigern. Unterstützt wird das<br />
Themenfeld durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu).<br />
Leitung Begleitforschung Infrastruktur<br />
Johannes Pallasch<br />
NOW GmbH<br />
johannes.pallasch@now-gmbh.de<br />
Leitung Begleitforschung Stadt & Verkehr<br />
Silke Wilhelm<br />
NOW GmbH<br />
silke.wilhelm@now-gmbh.de<br />
42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43
Ladeinfrastruktur - Bals<br />
Ladeinfrastruktur - Bals<br />
Eine Ladeinfrastruktur für alle<br />
Verbindungslösungen für die eMobilität<br />
Beim Typ 2 Ladesystem handelt es sich um eine 7-polige<br />
Steckvorrichtung mit drei Phasen, Nullleiter und Erdleiter<br />
sowie zwei Signalleitern. Der Ladestecker ist sowohl für Einphasenstrom<br />
mit 230 V als auch für Drehstrom mit 400 V ausgelegt.<br />
Die Ladeströme reichen von 13 bis 63 A und sind geeignet<br />
für einphasige bis dreiphasige Anschlüsse.<br />
Eine Besonderheit stellen darüber hinaus die Schutzkontakt<br />
Steckdosen dar, die mit ihren Kontakten eigens für die Anforderungen<br />
des eMobilitäts-Ladebetriebs ausgelegt sind.<br />
Denn diese Kontakte eignen sich für eine Dauerlast von bis<br />
zu 16 A und geben somit die notwendigen Sicherheitsreserven<br />
- anders als konventionelle Schutzkontaktsteckdosen,<br />
die bei entsprechender Last eine Brandentwicklung zeigen<br />
könnten. An diesem Beispiel zeigt sich sehr deutlich, dass es<br />
bei der Elektromobilität von morgen um passende Lösungen<br />
und eine genaue Planung geht. Das System »von der Stange«<br />
dürfte kaum den Anforderungen an Betriebssicherheit,<br />
Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gerecht werden.<br />
Weiterhin bietet Bals einen EVCP2 Controller an, der unter<br />
anderem für die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug<br />
und der Ladestation zuständig ist. Das 3 TE kleine Bauteil hat<br />
wesentlich mehr Funktionen als ein vergleichbares Standard<br />
Modul. Mit ihm lassen sich beispielsweise die Stromstärken<br />
stufenlos von 6A bis 80A mit einem Drehschalter einstellen,<br />
so dass für die unterschiedlichen Stromstärken nur noch ein<br />
Bauteil benötigt wird.<br />
Ebenso übernimmt das Kompaktmodul auch die Ansteuerung<br />
für die Verriegelungen des Steckers und des verriegelbaren<br />
Klappdeckels sowie der LED-Beleuchtung. Ein<br />
Netzgerät von 230 auf 12 Volt ist ebenso integriert wie die<br />
Energieversorgung der Steckerverriegelung bei Stromausfall.<br />
Diese ist besonders dann wichtig, wenn bei einem aktiven<br />
Ladevorgang plötzlich der Strom an der Ladestation<br />
ausfällt. Da die Verriegelung des Steckers am Ladepunkt in<br />
den meisten Fällen elektromechanisch ist, öffnet diese bei<br />
Stromausfall auch nur, wenn eine entsprechende Energiereserve<br />
zur Verfügung steht.<br />
Typ 2 Ladesteckdose mit LED und Klappdeckel Verriegelung<br />
Sie kommt langsamer als erwartet, aber sie kommt: Der<br />
Elektromobilität in verschiedenen technischen Ausprägungen<br />
gehört nach Meinung nahezu aller Experten die Zukunft<br />
- mit weitreichenden Folgen sowohl für den Automobilbereich<br />
als auch für die Elektrotechnik. Denn wenn die Flotte<br />
der zugelassenen Elektroautos oder der Hybridfahrzeuge<br />
mit Plug-in-Funktion weiter wächst, wird eine möglichst flächendeckende<br />
Ladeinfrastruktur zur Grundvoraussetzung.<br />
Auch hier steckt die Tücke im Detail, sprich in Form unterschiedlicher<br />
Lade- und Verbindungskonzepte, die europäische<br />
und asiatische Automobilhersteller jeweils verfolgen.<br />
Auf Nummer sicher fährt man daher, wenn man sich für flexible,<br />
individuell anpassbare Systeme entscheidet, die beide<br />
wesentlichen Normen abdecken.<br />
So stellt beispielsweise Bals als Spezialist für Verbindungstechnik<br />
bereits heute ein umfassendes Sortiment an Systemkomponenten<br />
und passenden Lösungen für die Elektromobilität<br />
zur Verfügung. Als einer von derzeit nur wenigen Herstellern<br />
in Europa bietet das Unternehmen Systeme sowohl<br />
gemäß Typ 1 als auch Typ 2 an und kann damit ebenso für europäische<br />
Fahrzeug-Modelle und für eFahrzeuge aus Übersee<br />
Steckvorrichtungen nach IEC 62196-2 bereitstellen - eine Vielseitigkeit,<br />
die der stark diversifizierte Markt auf Seiten der<br />
Automobilhersteller heute erfordert.<br />
Das Unternehmen beliefert mit den ausgereiften Systemkomponenten<br />
zahlreiche Hersteller von Ladesäulen, Energieversorgungsunternehmen,<br />
Stadtwerke und Facility Management-Unternehmen<br />
und deckt dabei auch individuelle<br />
Anforderungen ab. Zudem pflegt Bals eine Kooperation mit<br />
Lapp Kabel. Für den von Lapp Kabel neu geschaffenen Produktbereich<br />
»Lapp Charge« liefert Bals alle Kontaktteile für<br />
die Stecker und Kupplungen der Variante Typ 2, außerdem<br />
alle Ausführungen der Anbaudosen. Das System entspricht<br />
dem VDE-Standard, an dem namhafte Hersteller mitgewirkt<br />
haben, und punktet mit seiner ergonomischen Gestaltung<br />
und zahlreichen Sicherheitsfeatures.<br />
Die Typ 1 Kupplung entspricht dem in Japan und in den USA<br />
entwickelten Standard SAE 1772. Die Lade-Steckvorrichtungen<br />
sind im Gegensatz zu vielen anderen, marktüblichen Modellen<br />
frei konfektionierbar und für Einphasenstrom mit 250<br />
V bis 32 A ausgelegt. Zusätzlich verfügen die Kupplungen<br />
über eine Signalleitung für die Kommunikation mit dem Fahrzeug.<br />
Zugleich haben sich die Bals-Entwickler darauf konzentriert,<br />
ein Problem vieler anderer Typ 1-Stecker Kupplungen<br />
auszumerzen: Die Empfindlichkeit für Wasserundichtigkeiten.<br />
Eine spezielle Konstruktion der Gehäusekomponenten<br />
stellt bei der Kupplung sicher, dass Wasser nicht in den Anschlussraum<br />
der Typ 1 Steckvorrichtung eindringen kann.<br />
Die Ladesysteme für Typ 2 sind als Steckdosen, Kupplungen<br />
und Stecker bis 63 A erhältlich. Die Stecker und Kupplungen<br />
sind frei konfektionierbar, so dass diese von Fachpersonal<br />
der Norm entsprechend, mit Ladekabeln von verschiedenen<br />
Kabelherstellern angeschlossen werden können. Die Ladesteckdosen<br />
Typ 2 und Schutzkontakt können zudem optional<br />
mit einer LED Beleuchtung ausgestattet werden, um mit<br />
diesem optischen Feature dem Benutzer auf einen Blick den<br />
aktuellen Ladezustand anzuzeigen. Leuchtet die LED beispielsweise<br />
grün, so ist der Ladepunkt frei und kann benutzt<br />
werden; leuchtet die Ladesteckdose blau, sieht der Anwender,<br />
dass aktuell geladen wird und der Ladepunkt besetzt ist.<br />
Die Klappdeckelverriegelung erlaubt nur dem autorisierten<br />
Nutzer das Öffnen der Ladesteckdose. Dies ist besonders<br />
für Hersteller von kleinen Ladepunkten interessant, wenn im<br />
Gehäuse lediglich ein kleiner Bauraum zur Verfügung steht.<br />
Die elektromechanische Verriegelung der Steckdose öffnet<br />
erst, wenn der Benutzer den Ladepunkt z.B. über RFID oder<br />
Schlüsselschalter freigeschaltet hat.<br />
Beim Typ 2 Ladesystem handelt es sich um eine 7-polige Steckvorrichtung<br />
Typ 1 Kupplung frei konfektionierbar<br />
Aus einem Nischenangebot ist damit bei Bals längst ein<br />
umfassendes und leistungsstarkes Sortiment rund um die<br />
Elektromobilität gewachsen. »Alle Zeichen stehen in den<br />
kommenden Jahren für dieses Marktsegment auf Wachstum.<br />
Mit einer klaren Strategie und einem umfassenden Programm<br />
an Komponenten für die Ladeinfrastruktur möchten wir all<br />
jene begleiten, die unsere Produkte für die Elektrifizierung<br />
der Mobilität benötigen«, sagt Geschäftsführer Wolfgang<br />
Bals. Auf viele weitere Neuheiten aus der Sauerländer Ideenschmiede<br />
darf man also auch in Zukunft gespannt sein.<br />
Andree Fischer<br />
Bals Elektrotechnik GmbH & Co. KG<br />
www.bals.com<br />
44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45
Ladeinfrastruktur - The New Motion Germany<br />
Ladeinfrastruktur - The New Motion Germany<br />
Ich bin ein e-Berliner<br />
Intelligente Ladeinfrastruktur und Service für Elektrofahrzeuge<br />
»Im Mittelpunkt steht das Thema nachhaltige Mobilität als<br />
Ganzes - die Verknüpfung zum öffentlichen Nahverkehr und<br />
neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing sind dabei genauso<br />
wichtig wie die Einbeziehung der verschiedenen Elektrofahrzeuge.«<br />
Durch die derzeitige Entwicklung des eMobilitätsmarktes<br />
und den damit verbundenen Ankündigungen vieler deutscher<br />
Fahrzeughersteller 2013 reine Elektrofahrzeuge bzw.<br />
Plug-In Hybride in Serie auf den Markt zu bringen, ergeben<br />
sich speziell zum Thema Infrastruktur zwei Fragen:<br />
»Wo laden wir all diese Fahrzeuge?« und »Können wir diese<br />
Fahrzeuge auch wirklich überall laden?«<br />
Abgesehen von einigen Pilotprojekten sowie individuellen<br />
Aktivitäten der Energieversorger sieht das flächendeckende<br />
Ladeinfrastrukturnetz noch relativ spärlich aus. Zudem muss<br />
man sich zwischen den verschiedenen Anbietern, welche jeweils<br />
ein eigenes Ladenetz aufgebaut haben, entscheiden,<br />
da kein Nutzer mit fünf verschiedenen Ladekarten umher<br />
laufen möchte, weil es an einer funktionierenden Interoperabilität<br />
fehlt. Unabhängig von möglichen staatlichen<br />
Subventionen muss es Ziel sein, bis zum Markteintritt der<br />
zusätzlichen Serien-Elektrofahrzeuge ein intelligentes Ladenetz<br />
zu installieren, das den elektrisch mobilen Nutzern eine<br />
einfache, nutzerfreundliche Möglichkeit bietet.<br />
Hierzu bedarf es einer engen Kooperation der verschiedenen<br />
Energieversorger, Ladeinfrastruktur- und Serviceanbieter<br />
sowie Standorteigentümer - die es überhaupt erst<br />
ermöglichen, dass Ladestationen aufgestellt werden können<br />
- um die Interoperabilität des Ladenetzes zu gewährleisten<br />
und dem Kunden die Sicherheit zu geben, trotz einer<br />
geringeren Reichweite ohne Kopfzerbrechen an seinem<br />
gewünschten Ziel anzukommen. Der Fokus muss hierbei auf<br />
Lademöglichkeiten zu Hause und beim Arbeitsplatz liegen,<br />
aber auch öffentliche bzw. halb-öffentliche Standorte sind<br />
von großer Bedeutung, um die Elektromobilität massentauglich<br />
zu gestalten.<br />
Ziel: Bestmöglicher Service und Infrastruktur für Elektrofahrzeug-Nutzer<br />
Mit nunmehr weit über 2.000 eigenen Ladestationen hat sich<br />
The New Motion als führender Service- und Ladeinfrastruktur-<br />
anbieter in Europa etablieren können. Dabei geht es dem<br />
BEM-Mitgliedsunternehmen nicht nur um den Aufbau einer<br />
Ladeinfrastruktur, sondern vor allem um das Betreiben dieses<br />
Netzwerks und dem damit verbundenen barrierefreien Zugang<br />
für Elektrofahrzeug-Nutzer, die diesen Service in Anspruch<br />
nehmen. So besteht für Nutzer zusätzlich zum Ladenetzwerk<br />
mit den intelligenten Standard- und Schnellladern<br />
die Möglichkeit, mit der Ladekarte an weiteren öffentlichen<br />
Parkplätzen sowie Ladesäulen anderer Anbieter aufzuladen,<br />
so dass eine Interoperabilität mit einer Ladekarte<br />
an fast allen Ladestationen in den Niederlanden gewährleistet<br />
wird. Für Deutschland wird aktuell eine Kooperation<br />
mit ladenetz.de und hubject in Angriff genommen, so dass zukünftig<br />
auch grenzüberschreitend geladen werden kann.<br />
Zusätzlich zum Aufbau und der Bereitstellung der Ladeinfrastruktur<br />
wird den Nutzern damit eine aktive Unterstützung<br />
beim Laden des Elektrofahrzeugs angeboten. Neben der Ladekarte<br />
gibt es eine App, um umliegende Ladestationen ausfindig<br />
zu machen, sowie die Möglichkeit, seine eigene Ladestation<br />
für andere Elektrofahrzeugbesitzer zu öffnen und so<br />
einen kleinen Bonus für den bereitgestellten Strom zu bekommen<br />
- zusätzlich natürlich zur Erstattung der entstandenen<br />
Stromkosten.<br />
Ladestationen für Unternehmensflotten<br />
Darüber hinaus können die Kunden auf einer Onlineplattform<br />
ihre Ladevorgänge verwalten. Die intelligente Verbindung<br />
aller Ladestationen zum Back Office macht das und vieles<br />
mehr möglich. Das spart Zeit und Geld.<br />
»In den Niederlanden kooperieren wir bereits mit allen<br />
Fahrzeugherstellern, die nun ihren Kunden mindestens eine<br />
Ladesäule zum Auto dazugeben, welche bereits im Leasingbzw.<br />
Kaufvertrag inklusive ist. Dies ermöglicht dem Kunden<br />
den sicheren Zugang zu einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur.<br />
Die Angst, sein Fahrzeug nicht aufladen zu können,<br />
und auch sonstige Unsicherheiten bei der Nutzung des Autos<br />
werden den Nutzern genommen: Sobald ein Kunde ein Fahrzeug<br />
bei einem Hersteller gekauft/geleast hat, werden die<br />
Kontaktdaten an unser Team geschickt, welches sich dann<br />
mit dem Kunden in Verbindung setzt und ihm eine kostenlose<br />
Ladestation anbietet. Dieser kann sich anschließend<br />
den Standort der Ladestation flexibel aussuchen (meist Zuhause<br />
oder bei der Arbeit) und seine Präferenzen für den Zugang<br />
festlegen - ob privat für einen begrenzten Nutzerkreis<br />
oder für alle«, erklärt Nicklas Monte von The New Motion.<br />
Aufbauend auf dem Erfolg in den Niederlanden ist The New<br />
Motion seit 2012 in Deutschland und Belgien aktiv, um auch<br />
hier das bereits funktionierende System weiter zu entwickeln<br />
und Elektrofahrzeug-Fahrern einen bestmöglichen<br />
Service rund um das Laden anbieten zu können.<br />
Initiative: 25.000 e-Berliner bis 2015<br />
In Deutschland liegt der Fokus auf einem schnellen Ladeinfrastrukturaufbau<br />
sowie der Gründung pro-aktiver Partnerschaften<br />
mit anderen Marktteilnehmern, die dabei helfen,<br />
durch attraktive Angebote mehr Elektrofahrzeuge auf den<br />
Markt zu bringen. Im Mittelpunkt steht das Thema nachhaltige<br />
Mobilität als Ganzes - die Verknüpfung zum öffentlichen<br />
Nahverkehr und neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing<br />
sind dabei genauso wichtig wie die Einbeziehung der verschiedenen<br />
elektrischen Elektrofahrzeuge (Pkw, Transporter,<br />
Elektroroller und Pedelecs). Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit<br />
mit privaten und öffentlichen Einrichtungen wichtig,<br />
um einen besseren Zugang zur Lade- und gesamten Elektromobilitätsinfrastruktur<br />
zu gewährleisten.<br />
So wurde gemeinsam mit dem Bundesverband eMobilität<br />
das Projekt »Ich bin ein e-Berliner« ins Leben gerufen. Ziel<br />
ist es, die Etablierung nachhaltiger Mobilität weiter zu beschleunigen,<br />
in dem die Grundbausteine - Ladeinfrastruktur,<br />
Ladestandorte, Elektrofahrzeuge, Erneuerbare Energien - so<br />
miteinander kombiniert werden, dass sie den Nutzern saubere<br />
Mobilität ermöglichen und gleichzeitig Komfort und<br />
Spaß bieten. Konkrete Projektvorhaben werden anhand dieser<br />
Zielvorgabe in den folgenden Monaten mit interessierten<br />
Partnern in Angriff genommen. »Jeder, der den Mobilitätswandel<br />
aktiv mitgestalten möchte, ist willkommen, unserer<br />
Initiative beizutreten. Nur so können wir die vielen innovativen<br />
Ideen in Berlin schnell umsetzen«, so Monte.<br />
Nicklas Monte<br />
The New Motion Germany<br />
n.monte@thenewmotion.de<br />
www.thenewmotion.de<br />
»FREEDOM« - DER ELEKTROBULLI VON THE NEW MOTION kann von<br />
eMobilitätsinteressierten auch gemietet werden<br />
46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47
Ladeinfrastruktur - Dr. Peter Westerbarkey<br />
Ladeinfrastruktur - Dr. Peter Westerbarkey<br />
Schnell, einfach<br />
& komfortabel<br />
Dr. Peter Westerbarkey spricht im Interview über sein Ladesäulenkonzept<br />
Wie wird die von Ihnen betriebene Ladeinfrastruktur von der<br />
Bevölkerung angenommen und was sind die am häufigsten<br />
gestellten Fragen?<br />
Es gibt immer noch die so genannte »Reichweiten-Angst«,<br />
den Wunsch nach einer dichten Infrastruktur von Ladesäulen<br />
und die Sorge um lange Standzeiten beim eigentlichen Ladevorgang.<br />
Häufig finden wir Vorurteile zum täglichen Fahrtpensum<br />
und dem Fahrkomfort eines Elektroautos. Unsere<br />
Ladesäulen werden sehr gern und häufig benutzt. Dabei<br />
spielt der Standort zur eigenen Wohnung, dem Arbeitsplatz<br />
oder der Innenstadt natürlich eine große Rolle. Sobald das<br />
Fahrzeug eine gewisse Zeit unbenutzt abgestellt wird, kann<br />
es geladen werden. Da unsere Ladesäulen zumeist verschiedene<br />
Stecker anbieten, kann je nach Fahrzeug auch schneller<br />
betankt werden.<br />
Mit der PlugFinder App für Stromtankstellen haben Sie<br />
eine umfassende Datenbank rund um das Thema Ladeinfrastruktur<br />
geschaffen. Worin unterscheidet sich Ihr Angebot<br />
von bereits existierenden Plattformen?<br />
PlugFinder hat den Anspruch, das Laden an öffentlicher Infrastruktur<br />
auch für Neulinge so einfach und komfortabel wie<br />
möglich zu gestalten. Neben qualitativ hochwertigen und<br />
möglichst vollständigen Daten gehört eine intuitive Benutzeroberfläche<br />
mit zum festen Konzept. Die kostenfreie Plug-<br />
Finder Version der Ladefoxx App kann gegen eine einmalige<br />
Gebühr zur Vollversion aller Ladesäulen-Anbieter in Deutschland<br />
sowie der angrenzenden Staaten erweitert werden. So<br />
sind selbst längere Fahrten mit dem eigenen Elektrofahrzeug<br />
in bisher unbekannte Gegenden nun planbar, da die Standorte<br />
mit ihren jeweiligen Steckern detailliert aufgelistet sind.<br />
Auch Ladesäulen, die zur Schnellbetankung fähig sind (Drehstrom,<br />
Typ 2, Chademo, Tesla), können vor Reisebeginn mit<br />
der Web-Version von PlugFinder recherchiert werden.<br />
Die noch junge Elektromobilitäts-Branche verändert sich<br />
sehr schnell. Wie halten Sie die Daten rund um die bundesweit<br />
aufgestellten Ladesäulen aktuell?<br />
Hierfür nutzen wir verschiedene Quellen. Zum einen haben<br />
wir autorisierten Zugriff auf den Datenbestand der meisten<br />
bedeutenden Infrastrukturbetreiber. Hiermit decken wir bereits<br />
den Großteil unserer Daten ab. Zum zweiten sind Pressemeldungen<br />
in der Lokalpresse eine wichtige Quelle für<br />
Säulen kleinerer Stadtwerke oder unabhängiger Standorte.<br />
Die dritte und immer bedeutender werdende Quelle sind<br />
unsere Nutzer. Keine Information ist wertvoller als die der<br />
Nutzer vor Ort. In Zukunft werden wir diesen Rückkanal verstärkt<br />
ausbauen, um auch weiterhin unseren Ansprüchen<br />
an Qualität und Aktualität gerecht zu werden.<br />
Dr. Peter Westerbarkey<br />
Geschäftsführer westa gruppe<br />
www.ladefoxx.de<br />
Renault Twizy an der Ladefoxx-Säule<br />
Clever per Handy laden. So lautet der Slogan für Ihre<br />
Ladefoxx-Säulen. Ob eAuto oder eScooter - alle aktuell<br />
verfügbaren Elektrofahrzeuge können an Ihren Ladesäulen<br />
geladen werden. Wie funktioniert Ihr Ladeprinzip und wie<br />
einfach ist der Umgang mit den Säulen im Alltag?<br />
Nach einer einmaligen Registrierung im Internet auf der<br />
Ladefoxx-Seite ist der Nutzer dem System bekannt und kann<br />
die Säulen nutzen. Hierfür reicht ein altes Mobiltelefon völlig<br />
aus, es muß kein Smartphone-Modell sein. Beim grundlegenden<br />
Konzept fungiert eine Anbieter übergreifende SIM-Karte<br />
als Basis für den klassischen Telefonprozeß, der den Anrufer<br />
erkennt und dem registrierten Nutzer die Ladesäule für den<br />
Tankvorgang freischaltet. Die Internetanbindung hilft bei<br />
schwierigen Empfangssituationen wie z.B. Tiefgaragen. Also<br />
keine SMS-Kosten oder vorheriges Beantragen einer RFID-<br />
Karte, sondern unkompliziertes Nutzen der Stromladesäulen<br />
für alle in der Datenbank autorisierten Elektromobilisten.<br />
Mittlerweile bieten wir eine unentgeltliche Smartphone-App<br />
im iTunes Store für alle Ladefoxx-Standorte an. Der Nutzer<br />
kann sich mit seinem iPhone oder iPad zu den Standorten<br />
navigieren lassen und den Anmelde- und Abmeldevorgang<br />
automatisiert ausführen. Bilder der Umgebung der Ladesäule<br />
und dort angebotener Stecker helfen gerade elektromobilen<br />
Fahranfängern beim Umgang mit den Stromladesäulen.<br />
Zukünftig sollen auch Routen-Reichweiten-Planungen je<br />
nach individuellem Elektroauto und Vorabinformationen zur<br />
ausgewählten Säule (frei/belegt) offeriert werden.<br />
In welchen Städten findet man aktuell schon Ladefoxx-<br />
Säulen und was kostet ein Ladevorgang?<br />
Hinter Ladefoxx versammeln sich dreizehn Stadtwerke aus<br />
Ostwestfalen-Lippe und dem Kreis Höxter sowie zwei Industrieunternehmen.<br />
Deshalb finden sich die meisten unserer<br />
Ladesäulen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. So<br />
sind aktuell die Stromladesäulen in Bad Iburg, Bad Rothenfelde,<br />
Bielefeld, Detmold, Enger, Gütersloh, Halle/Westfalen,<br />
Harsewinkel, Herford, Hiddenhausen, Lemgo, Salzwedel,<br />
Steinhagen, Versmold und Werther aufgestellt. Ähnlich wie<br />
bei einer Scannerkasse kann der Betreiber einer Ladesäule<br />
den zeitabhängigen Preis des Tankvorganges nach seinem<br />
eigenen Gusto festlegen. Momentan ist in den meisten Fällen<br />
das Tanken kostenfrei.<br />
App jetzt Stromtankstellen<br />
noch einfacher finden.<br />
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48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49
Ladeinfrastruktur - Ubitricity<br />
Ladeinfrastruktur - Ubitricity<br />
Mobile Metering<br />
Mobile Abrechnungstechnik - günstige Ladepunkte<br />
Ladepunkte von ubitricity können nahezu überall integriert werden - auch in Mastklappen der StraSSenbeleuchtung (hier beispielhaft<br />
ohne Anschluss an die Spannungsversorgung)<br />
Foto: Robert Lehmann; © ubitricity<br />
Mobile Metering verlagert Stromzählung und Datenkommunikation<br />
aus der stationären Ladeinfrastruktur in ein intelligentes<br />
Ladekabel oder direkt ins Fahrzeug und schafft<br />
damit einen mobilen Zählpunkt. Dadurch werden die Ladepunkte<br />
auf technisch einfache Systemsteckdosen reduziert,<br />
die nahezu keine laufenden Kosten verursachen und somit<br />
Ladeinfrastruktur bezahlbar und wirtschaftlich machen.<br />
Grundlage der Mobile Metering-Technologie ist mobile Zählund<br />
Kommunikationstechnik. Diese befindet sich in einem<br />
intelligenten Ladekabel oder direkt im Fahrzeug. Der mobile<br />
Zähler bildet den energiewirtschaftlich relevanten Zählpunkt.<br />
Anschlusspunkte zum Laden werden dadurch auf technisch<br />
einfache Systemsteckdosen reduziert, für die kein Messstellenbetrieb<br />
und keine dauerhafte Online-Verbindung mehr<br />
erforderlich ist. Dadurch sinken Anschaffungs- und laufende<br />
Kosten ganz erheblich im Vergleich zu anderen Lademöglichkeiten.<br />
Das intelligente Ladekabel wird an die Systemsteckdose<br />
angeschlossen. Die Systemsteckdose wird danach automatisch<br />
authentifiziert und für den Ladevorgang freigeschaltet.<br />
Die Nutzungs- und Transaktionsdaten werden nach Beendigung<br />
des Ladevorgangs verschlüsselt und signiert über das<br />
Mobilfunknetz sicher an die Leitstelle zur Vorbereitung der<br />
Abrechnung übertragen. Nach jedem Ladevorgang können<br />
der Nutzer und der Infrastrukturanbieter die Transaktionen<br />
sofort in Echtzeit über ein Internetportal nachvollziehen. Die<br />
Nutzer erhalten von ihrem Energieversorger einmal monatlich<br />
eine detaillierte Rechnung über ihre Transaktionen und<br />
die Energiemengen. Auch allen anderen beteiligten Marktpartnern<br />
werden die notwendigen Daten automatisch zur<br />
Verfügung gestellt. Voraussetzung für die automatisierte<br />
Abrechnung ist, dass die mobilen Zählpunkte vollständig in<br />
die energiewirtschaftlichen Prozesse integriert sind und entsprechend<br />
abgewickelt werden.<br />
Integration in energiewirtschaftliche Prozesse<br />
Zur Abwicklung müssen die mobil abgenommenen Strommengen<br />
am Markt beschafft, bilanziert und abgerechnet<br />
werden. ubitricity arbeitet hierzu mit führenden Partnern aus<br />
der Energiewirtschaft zusammen. Die VOLTARIS GmbH ist ein<br />
Spezialdienstleistungsunternehmen für Zählung, Messung<br />
und Datenmanagement. VOLTARIS betreibt die Leitstelle für<br />
die Datenerfassung und das Energiedatenmanagementsystem<br />
(EDM) zur Aufbereitung und Weiterverteilung der Messdaten.<br />
VOLTARIS nutzt dazu Leitstellentechnologie, die von<br />
ITF-EDV Fröschl speziell den Anforderungen des Mobile Metering<br />
angepasst und weiterentwickelt wurde.<br />
Darüber hinaus kommt eine marktführende EDM-Software<br />
zum Einsatz. Dadurch kann zukünftig eine volle Integration<br />
des mobilen Zählpunktes in die energiewirtschaftlichen Prozesse<br />
sichergestellt werden.<br />
Im Vergleich zu den Konzepten derzeitiger stationärer Ladesäulen<br />
bietet ein mobiler Zählpunkt, der in die energiewirtschaftlichen<br />
Prozesse integriert ist, deutliche Vorteile:<br />
Es gibt für jeden Nutzer einen ihm zugeordneten Zählpunkt<br />
und einen darauf basierenden Stromliefervertrag mit einem<br />
Lieferanten nach Wahl des Nutzers. Das entspricht dem<br />
derzeitigen Zusammenspiel der Marktteilnehmer bei der<br />
üblichen Belieferung, Messung und Abrechnung von Haushalten<br />
oder Gewerbekunden im stationären Strommarkt.<br />
Offen, kompatibel, komplementär<br />
Durch die Integration des mobilen Zählers in die energiewirtschaftlichen<br />
Prozesse kann jeder Nutzer für seinen mobilen<br />
Zähler den Stromlieferanten und künftig auch die Stromqualität<br />
frei wählen. Dies ist bei herkömmlichen Ladesäulenkonzepten<br />
nur mit aufwändigen Roaming-Konzepten möglich,<br />
bei denen die Beschaffung des Stroms meist durch den Betreiber<br />
der Ladesäule erfolgt. Über den mobilen Zählpunkt<br />
wird dagegen ein wirtschaftlicher und diskriminierungsfreier<br />
Zugang zu Ladepunkten und Kunden für alle Stromlieferanten<br />
möglich.<br />
Mobile Metering schließt aber die Nutzung konventioneller<br />
Ladeinfrastruktur nicht aus: Nutzer mit einem Ladekabel von<br />
ubitricity können auch an standardkonformen Ladesäulen<br />
anderer Anbieter laden. Die Abrechnung erfolgt in diesem<br />
Fall in der Regel über den Anbieter der jeweiligen Ladesäule.<br />
Der Aufbau und die Nutzung anderer Infrastrukturalternativen<br />
werden durch die vorgestellte Mobile Metering-Lösung<br />
technisch nicht beeinträchtigt. Mit Mobile Metering können<br />
zügig und günstig zusätzliche Ladepunkte überall dort geschaffen<br />
werden, wo es auf Wirtschaftlichkeit ankommt.<br />
Systemübersicht Mobile Metering<br />
Laden an Lichtmasten<br />
Die Vorteile einer auf Mobile Metering basierenden Ladeinfrastruktur<br />
werden durch die Integration der Systemsteckdosen<br />
in Beleuchtungsmasten besonders deutlich. Die Systemsteckdose<br />
von ubitricity hat so geringe Abmessungen,<br />
dass sie zukünftig in quasi alle Beleuchtungsmasten eingebaut<br />
werden kann. Da nicht die Systemsteckdose, sondern<br />
der mobile Zähler der Zählpunkt ist, kommt die Systemsteckdose<br />
ohne Display und Kommunikationsanbindung<br />
aus. Bei einer besonders einfachen Installationsvariante<br />
wird an einem Lichtmast die bestehende Mastklappe durch<br />
eine Mastklappe mit bereits integrierter Systemsteckdose<br />
ausgetauscht. Zusätzlich muss die Ladetechnik elektrisch<br />
angeschlossen werden. Dazu wird die Systemsteckdose an<br />
einer freien Phase des Erdkabel-Anschlusses angeschlossen<br />
sowie ein Sicherungsautomat und ein FI-Schalter davor<br />
montiert. Die Ladepunkttechnik ist so konstruiert, dass sie<br />
leicht entnommen bzw. mit der Mastklappe heraus geklappt<br />
werden kann. Dadurch bleibt die Wartung von Beleuchtungsmasten<br />
uneingeschränkt möglich.<br />
ubitricity, ein Unternehmen aus Berlin, entwickelte das technische<br />
Konzept für die Mobile Metering Technologie und<br />
initiierte deren Umsetzung gemeinsam mit marktführenden<br />
Kooperationspartnern. Auf Grundlage mobiler Abrechnungstechnik<br />
schafft ubitricity die Grundlage dafür, dass Elektromobilität<br />
für Elektrofahrzeugnutzer, Infrastrukturanbieter,<br />
Energieversorger und Gemeinden bezahlbar, nachhaltig,<br />
komfortabel und anreizverträglich wird.<br />
Knut Hechtfischer // Dr. Frank Pawlitschek<br />
Beide Gründer und Geschäftsführer von ubitricity Gesellschaft<br />
für verteilte Energiesysteme mbH, Berlin<br />
50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51
Ladeinfrastruktur - Legal COrner<br />
Ladeinfrastruktur - Legal Corner<br />
Elektromobilität<br />
& Datenschutz<br />
»Die Angst vor einem »gläsernen Autofahrer« muss ernst<br />
genommen werden.«<br />
Bereits vor einem Jahr warnte Peter Schaar, Bundesbeauftragter<br />
für Datenschutz und Informationssicherheit, eindringlich<br />
davor, die datenschutzrechtlichen Vorgaben beim<br />
Ausbau der Ladeinfrastruktur zu vernachlässigen:<br />
»Die neu entstehende Infrastruktur aus Ladesäulen, die<br />
Anbindung an intelligente Stromnetze sowie an elektronische<br />
Kommunikationsdienste darf nicht zu einer Kontrolle<br />
des Fahrverhaltens der Nutzer von Elektromobilen führen.<br />
So sehr ich auch nachhaltige Mobilitätskonzepte begrüße,<br />
dürfen über den Umweg Elektromobilität keine umfangreichen<br />
Bewegungsbilder der Nutzer entstehen, aus denen sich<br />
Rückschlüsse auf Gewohnheiten und Aufenthaltsorte der<br />
Betroffenen ziehen lassen. Durch frühzeitige Berücksichtigung<br />
von Datenschutzbelangen können umweltfreundliche<br />
Mobilitätskonzepte ohne Abstriche am informationellen<br />
Selbstbestimmungsrecht realisiert werden.«<br />
Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) normiert hierzu einige<br />
Grundsätze. Ergänzend wurden inzwischen sektorenspezifische<br />
Datenschutzvorgaben in das Energiewirtschaftsgesetz<br />
(EnWG) aufgenommen. In diesem Beitrag möchten wir die<br />
wesentlichen Grundsätze des Datenschutzes vorstellen: Die<br />
Grundsätze der Datenvermeidung und -sparsamkeit, des<br />
Löschens und der Einwilligung.<br />
Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit<br />
Stets sind bei der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener<br />
Daten und der Auswahl und Gestaltung von<br />
Datenverarbeitungssystemen so wenig personenbezogene<br />
Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen.<br />
Personenbezogene Daten sind zu anonymisieren und zu<br />
pseudonymisieren, soweit dies nach dem jeweiligen Verwendungszweck<br />
möglich ist und hierdurch kein unverhältnismäßiger<br />
Aufwand entsteht. Dabei beinhaltet gerade das Gebot<br />
der Datensparsamkeit auch eine Reduzierung der Anzahl<br />
der Nutzung von Daten, nicht nur eine Reduzierung der Anzahl<br />
der verarbeiteten Daten. Eine wiederholte Verwertung<br />
von Daten ohne Erzeugung eines Mehrwertes widerspricht<br />
demnach ebenfalls diesem Grundsatz. Das Prinzip der Datenvermeidung<br />
soll bereits durch technische Ausgestaltung<br />
erreicht werden, sofern der angestrebte Endzweck dadurch<br />
noch erzielt werden kann. Davon getrennt ist stets zu überprüfen,<br />
ob die Datenerhebung bzw. -verarbeitung tatsächlich<br />
erforderlich ist (Erforderlichkeitsgrundsatz).<br />
Grundsatz des Löschens<br />
Weiterhin sind personenbezogene Daten in bestimmten<br />
Fällen verpflichtend zu löschen. Diese Pflicht korrespondiert<br />
mit einem weiteren wichtigen Grundsatz, der Datensicherheit.<br />
Bei existenten Daten muss demnach entweder sichergestellt<br />
sein, dass die Daten nur von den berechtigten Personen<br />
verwendet werden oder sie sind dem nicht berechtigten<br />
Personenkreis durch Löschung vorzuenthalten. Beispielsweise<br />
sind personenbezogene Daten zu löschen, wenn sie<br />
für eigene Zwecke verarbeitet werden, sobald ihre Kenntnis<br />
für die Erfüllung des Zwecks der Speicherung nicht mehr erforderlich<br />
ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn Vertragsbeziehungen<br />
beendet sind. Außerdem besteht die grundsätzliche Pflicht<br />
der verantwortlichen Stelle, Empfänger zu verständigen,<br />
denen im Rahmen einer Datenübermittlung diese Daten zur<br />
Speicherung weitergegeben wurden. Diese Pflicht gilt jedoch<br />
nur, soweit dies keinen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert<br />
und schutzwürdige Interessen des Betroffenen nicht<br />
entgegenstehen. Das Energierecht sieht in diesem Kontext<br />
eine spezielle Löschpflicht für Daten vor, die im Zusammenhang<br />
mit Anhaltspunkten für die rechtswidrige Inanspruchnahme<br />
eines Messsystems oder seiner Dienste erhoben<br />
wurden.<br />
Grundsatz der Einwilligung<br />
Die Erhebung von Daten bedarf (falls keine gesetzliche Erlaubnis<br />
besteht) grundsätzlich der Einwilligung durch den<br />
Betroffenen. Das Legitimationsbedürfnis einer Datenverarbeitung<br />
besteht für jeden Schritt der üblichen vier Datenverarbeitungsphasen<br />
(Erhebung, Speicherung, Nutzung sowie<br />
Weitergabe und Übermittlung der Daten). Dabei sind die<br />
unterschiedlichen Phasen über ihren jeweiligen Zweck gebunden<br />
(Zweckbindungsgrundsatz), so z.B. um die Überwachung<br />
der Parkdauer und die Berechnung der Parkgebühren<br />
zu ermöglichen.<br />
Die EG-Datenschutzrichtlinie definiert die Einwilligung der<br />
betroffenen Person als »jede Willensbekundung, die ohne<br />
Zwang, für den konkreten Fall und in Kenntnis der Sachlage<br />
erfolgt und mit der die betroffene Person akzeptiert, dass<br />
personenbezogene Daten, die sie betreffen, verarbeitet werden«.<br />
Aus dieser EG-rechtlichen Vorgabe haben sich auch die<br />
nationalen (und im Ergebnis strengeren) Vorgaben nach<br />
BDSG herausgebildet. Eine wirksame Einwilligung setzt Freiwilligkeit,<br />
Informiertheit, Schriftlichkeit sowie/und die jederzeitige<br />
Möglichkeit des Widerrufs voraus.<br />
Ausblick<br />
Die Angst vor einem »gläsernen Autofahrer« muss ernst genommen<br />
werden. Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten<br />
des Bundes und der Länder und der Düsseldorfer Kreis<br />
veröffentlichten im Juni 2012 eine Orientierungshilfe für<br />
datenschutzgerechtes Smart Metering.<br />
Es ist insbesondere mit Blick auf die neuen Verordnungsermächtigungen<br />
im EnWG zu erwarten, dass in Zukunft weitergehende,<br />
sehr differenzierte Bestimmungen zum Datenschutz<br />
zu beachten sind. Die Aufgabe dieser Normen wird<br />
es dann sein, die Notwendigkeit einer fortschrittlichen und<br />
benutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur auf der einen und<br />
dem Schutz des Persönlichkeitsrechts des Nutzers auf der<br />
anderen Seite zu einem guten Ausgleich zu bringen.<br />
§<br />
Carolin Klein<br />
Wissenschaftliche Mitarbeiterin<br />
Christian A. Mayer<br />
Rechtsanwalt<br />
Noerr LLP<br />
www.noerr.com<br />
52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53
Ladeinfrastruktur - Heldele<br />
Ladeinfrastruktur - Heldele<br />
Intelligente Stromtankstelle<br />
Elektromobilität braucht praktikable Ladelösungen<br />
Heldele Techniker bei der Qualitätskontrolle der Ladesäule<br />
Elektromobilität ist auf dem Weg in die Städte. Langsam,<br />
aber absehbar. Die Infrastruktur muss deshalb wachsen.<br />
Und diese benötigt Design und Engineering. Beim bisher<br />
vernachlässigten Backend tut sich einiges. Die mittelständische<br />
Heldele GmbH beispielsweise entwickelt seit zwei<br />
Jahren eine Stromtankstelle: Hinter robustem und modularem<br />
Design verbirgt sich Software für Zahlungsfunktion, Ortung<br />
und bald auch Vorreservierung via App. Das Design soll<br />
dafür sorgen, dass Stromtankstellen im öffentlichen Raum<br />
akzeptiert werden. Die mittelständische Entwicklung ist<br />
Kernbestandteil des dreijährigen, staatlich unterstützten<br />
Forschungsprojekts »Elektromobilität im Stauferland« der<br />
Städte Göppingen und Schwäbisch Gmünd, das Nutzerverhalten<br />
von emobiler Infrastruktur analysiert.<br />
Entscheidend: Richtig installieren<br />
Doch der kritische Punkt für Anwender ist das Integrieren<br />
der emobilen Strombedürfnisse in die elektrischen Gegebenheiten.<br />
In jedem Gebäude finden sich verschieden leistungsfähige<br />
Kabel und Verteiler. So reichen die Kapazitäten<br />
für einen Schnelllader mit immerhin bis zu 22 kW Leistung<br />
und einem Ladestrom von maximal 32 Ampere im 400 Volt-<br />
Netz selten aus. Die meisten älteren Kabel sind oftmals nur<br />
für haushaltsübliche 3,7 kW ausgelegt. Geht der Installateur<br />
der Lage nicht auf den Grund, drohen Schmorbrände. »Unser<br />
Vorteil ist, dass wir uns mit Gebäudetechnik auskennen und<br />
bei jedem Schritt wissen, wie der Strom zu handhaben ist«,<br />
sagt Stromtankstellen-Projekttechniker Erik Büchner. Im<br />
Einzelfall kann der gelernte Energie- und Gebäudeelektroniker<br />
schnell entscheiden und umdisponieren, wie er am<br />
besten den neuen Verbraucher in die Haustechnik integriert.<br />
Etwa bei der Göppinger Arbeiterwohlfahrt, wo der Heldele-<br />
Mitarbeiter im Sommer 2012 drei Stromtankstellen in ein altes<br />
Netz einband. Dazu installierte er auch Kabeltrassen und Rohre,<br />
durchbrach Mauern und schottete ab. Seit Jahrzehnten<br />
wechseln die Anforderungen. Doch was Büchner aktuell verbaut,<br />
muss neuesten Normen gerecht werden. Etwa der VDE<br />
0<strong>10</strong>0-600, die besagt, wie Anlagen sicher funktionieren, so<br />
dass sie vor Überlastung geschützt sind. Das Prüfprotokoll<br />
besteht deshalb aus Daten zu Isolation, Netzinnenwiderstand,<br />
Auslösestrom und -zeit des FI-Schalters. Ohne detailliertes<br />
Wissen über Gebäudetechnik und die vielzähligen Normen<br />
können deshalb beim Installieren einer Ladestation entweder<br />
Schäden entstehen oder die Ladeleistung beeinträchtigt<br />
werden. Unzufriedene Nutzer sind in jedem Fall die Folge.<br />
Schnelles Laden durch die beste Steckdose<br />
Beim FI-Schalter liegt für Anwender die Krux. Stromtankstellen<br />
sind mit der Intelligenz modernster Computer ausgestattet.<br />
Control Pilot (CP) und Proximity Pilot (PP) kommunizieren<br />
mit dem Fahrzeug und erteilen Freigaben. Deshalb sind<br />
die meisten Stationen wie Schaltschränke komplett abgeschottet.<br />
Zumal die Niederspannungsrichtlinie VDE 0<strong>10</strong>0-<br />
520 besagt, dass die inneren Bauteile gegen direktes Berühren<br />
zu schützen sind.<br />
Anwenderfreundliches Bedienen<br />
Doch fällt nur eine Sicherung, müssen sofort Servicetechniker<br />
gerufen werden. Um den Besitzern Zeit und Kosten zu<br />
sparen, wurde das bei der Konstruktion bedacht. So sind<br />
allein der FI- und Leitungsschutz-Schalter bei der Wallbox<br />
leicht zugänglich: Nur zwei Schrauben sind zu lösen. Alle anderen<br />
Bauteile bleiben abgeschottet.<br />
Nutzerfreundlich ist auch einhändiges Bedienen: Ein Magnet<br />
hält die Schutzkappe des Steckverbinders unten, solange<br />
die Lade-Freigabe erteilt ist. Ist dann etwa ein Elektro-Smart<br />
mit der Tankstelle verbunden, lässt er sich nicht wegfahren.<br />
In der Software steckt jede Menge Intelligenz: Etwa hinter<br />
der Ladebuchse nach Standard IEC 62196-2 und im Steckverbinder<br />
nach IEC 61851-1 des in Europa gebräuchlichen<br />
Typ 2 Steckers. Durch diesen lädt sich der Akku mit einer Kapazität<br />
von etwa 18 kWh im Gegensatz zu einphasigen Steckern<br />
und Steckverbindern in nur einer Stunde von 20 auf<br />
<strong>10</strong>0 Prozent auf. Mittels Pulsweitenmodulation kodieren sich<br />
hierbei der maximal zulässige Ladestrom und die Kommunikation<br />
des eAutos. Im Lademodus 3 beschickt etwa eine<br />
öffentliche Ladestation den Pilotkontakt CP mit einer 1kHz-<br />
Rechteckschwingung mit etwa 12 Volt, die auf der Seite des<br />
Fahrzeugs über einen Widerstand und eine Diode auf den<br />
Schutzleiter PE zurückgeführt wird und die Freigabe für die<br />
maximale Leistung anfordert.<br />
Was die Zukunft bringt<br />
Als Schnittstelle zur Authentifizierung zwischen Auto und<br />
Ladestation, am Frontend, dient bisher oftmals noch RFID,<br />
damit Nicht-Smartphone-Besitzern das Tanken nicht verwehrt<br />
ist. »Doch in nicht allzu ferner Zukunft übernehmen<br />
diese Funktionen vor allem Apps«, sagt Büchner. Das Backend,<br />
die Abläufe zwischen Stromtankstelle und EVU sowie<br />
Betreibern, war bisher noch unklar, weshalb Elektrotechnikfirmen<br />
wie Heldele hier Lösungen entwerfen: Vom Vorreservieren<br />
und Bezahlen bis zum Registrieren regelt sich alles<br />
online. Die Abrechnung bei den Betreibern, beispielsweise<br />
EVU, laufe dann über eine Cloud-Plattform, so Büchner. Hier<br />
entstehen weniger IT-Kosten und Smart Grid-Ansätze geben<br />
den Betreibern Kontrolle über die Ladesäulen. Diese besitzen<br />
dann durch Smart Metering-Zähler die Möglichkeit, differenzierte<br />
Tarif- und Preismodelle je Ladepunkt abzubilden.<br />
Erik Büchner<br />
Projekttechniker Kompetenzcenter Technology<br />
Heldele GmbH // www.heldele.de<br />
www.die-stromtankstelle.de<br />
54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55
Ladeinfrastruktur - Park & Charge<br />
Park & Charge<br />
WHO<br />
IS<br />
Who<br />
Park & Charge-Ladestation<br />
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektromobilität<br />
ist die Infrastruktur. Die Praxis der Pioniere, in der eigenen<br />
Garage zu laden oder an einer Steckdose am Arbeitsplatz,<br />
ist nicht skalierbar. In der Schweiz wurde daher noch in den<br />
1990er Jahren begonnen, öffentlich zugängliche Ladepunkte<br />
einzurichten. Zum Schutz gegen Mißbrauch entwickelten<br />
Mitglieder des Schweizer E-Mobil-Verbandes ECS ein System<br />
mit verschlossenen Steckdosen. Die Park&Charge-Wallboxen<br />
und Ladesäulen haben eine solide Tür, die mit einem<br />
international einheitlichen Schloss gesichert ist. Die Zahl<br />
dieser Ladestationen steigt ständig, auch weil Park&Charge<br />
eine günstige, zuverlässige und europaweit verbreitete Lösung<br />
darstellt. »Reduced to the max«, wie Prof. Andreas Knie<br />
(DB Mobility) anlässlich der Anlieferung einer Park&Charge-<br />
Säule im Berliner InnoZ feststellte.<br />
Für die Teilnahme am Park&Charge-System reicht eine einfache<br />
Anmeldung. Gegen eine Jahresgebühr, deren Höhe von<br />
dem angemeldeten Fahrzeug abhängt, erhält jeder Nutzer<br />
eine Vignette, um sein Fahrzeug zu kennzeichnen. Der internationale<br />
Systemschlüssel, mit dem man die Park&Charge-<br />
Ladestationen öffnen und benutzen kann, wird gegen eine<br />
Kaution ausgegeben. Weitere Bedingungen gibt es nicht. Mit<br />
der Jahresgebühr ist der entnommene Strom als »FlatRate«<br />
bezahlt. In Anbetracht der Kilowattpreise wäre eine Abrechnung<br />
unverhältnismäßig aufwändig. Außerdem würde das<br />
Risiko von Störungen erhöht. Da keine Freischaltung erforderlich<br />
ist, verursachen Park&Charge-Stationen weder Datenverkehr<br />
noch verbrauchen sie Eigenstrom.<br />
Die Betreiber der Park&Charge-Stationen verpflichten sich,<br />
keine Gegenleistung für das Laden zu verlangen. Allerdings<br />
ist es zulässig, die jeweils übliche Gebühr für das Parken zu<br />
erheben. Ihrerseits können die Betreiber mit Park&Charge<br />
über den Strom abrechnen, den sie über ihre Station zur Verfügung<br />
gestellt haben. Die meisten wählen aber die Option,<br />
den Strom kostenfrei zur Verfügung zu stellen und im Gegenzug<br />
jedes Jahr selbst eine Vignette zu erhalten.<br />
Die Verwaltung des Systems in Deutschland hat der Bundesverband<br />
Solare Mobilität (BSM) und ist aktuell an den<br />
neuen Park&Charge e.V. übergeben worden. Interessenten<br />
können sich wenden an Park&Charge im CEE Center Erneuerbare<br />
Elektromobilität (Wilhelmstraße 92, <strong>10</strong>117 Berlin,<br />
info@park-charge.de oder die Tel.-Nr. 030 3259 9180). Dort<br />
befinden sich auch zwei Park&Charge-Ladestationen an reservierten<br />
Parkplätzen jeweils mit den üblichen drei Steckdosen<br />
vom Typ Schuko und CEE.<br />
Matthias Breust<br />
Bundesverband Solare Mobilität e.V. (BSM)<br />
www.bsm-ev.de // www.park-charge.de<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Verbände, Initiativen, Organisationen, die aktiv Zeichen setzen.<br />
56 Neue Mobilität
Who is Who der elektromobilität<br />
Who is Who der Elektromobilität<br />
Who is Who der<br />
Elektromobilität<br />
BEM<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Ansprechpartner Medien, PR & Öffentlichkeitsarbeit<br />
Marketingvorstand Christian Heep & Redaktionsleiterin Juliane Girke<br />
Ansprechpartner Politik Klaus Bergerfurth & Alexander Böhm<br />
Die Bundesregierung verfolgt auch nach dem letzten Elektromobilitätsgipfel im Kanzleramt am<br />
01. Oktober 2012 das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu<br />
bringen. Klar ist, dass dieses Ziel nur branchenübergreifend und gesamtgesellschaftlich erreicht<br />
werden kann. Nur durch aktive Zeichen und nachhaltiges Engagement aller beteiligten Akteure<br />
von der Politik über die Industrie, Wirtschaft und Forschung bis hin zu den verschiedenen<br />
Branchenverbänden kann Deutschland tatsächlich wie gewünscht Leitmarkt und Leitanbieter für<br />
eine Neue Mobilität werden.<br />
Doch was wird zur Erreichung dieses Ziels konkret unternommen?<br />
Und vor allem von wem? Denn am Ende des<br />
Tages geht es nicht nur um fachliche Kompetenz, eloquente<br />
Reden und große Pläne, sondern um praktische Lösungen,<br />
zielführende Initiativen und konkrete Maßnahmen, die innerhalb<br />
der Gesellschaft deutlich sichtbar werden.<br />
Je mehr Player sich an der Diskussion über eine emissionsarme<br />
Mobilität der Zukunft beteiligen, desto mehr Dynamik<br />
entsteht in diesem Zukunftsbereich. Mit einer Vielzahl an<br />
Akteuren, die sich aus den verschiedenen involvierten Branchen<br />
einbringen, erhält die gesamte Diskussion über eine<br />
nachhaltige und zukunftsfähige Verkehrsbewältigung einen<br />
enormen Stellenwert in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.<br />
Es ist schön zu sehen, dass das Bewusstsein für eMobilität,<br />
Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit zunehmender<br />
Häufigkeit und aus vielen verschiedenen Richtungen in den<br />
Medien und damit im Alltag der Menschen ankommt. Diese<br />
Tatsache ist all jenen zu verdanken, die erkannt haben, dass<br />
die Wissensvermittlung, Aufklärung und konstruktive Auseinandersetzung<br />
für ihre Mitglieder und Interessenten eine<br />
entsprechende thematische Relevanz darstellt. Vor diesem<br />
Hintergrund haben wir uns die Frage gestellt, welche NGOs<br />
sich bereits heute aktiv mit dieser Zielsetzung beschäftigen.<br />
In der Rubrik »Who is Who der Elektromobilität« stellen wir<br />
deshalb die Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die<br />
sich für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />
einsetzen.<br />
Wie groß ist der Einfluss der verschiedenen Verbände, Initiativen<br />
und Organisationen, die sich im Bereich der Neuen<br />
Mobilität aktiv engagieren, auf den Meinungsbildungsprozess<br />
innerhalb der Gesellschaft? Inwiefern können Sie als<br />
Bundesverband das Stimmungsbild für Elektromobilität positiv<br />
besetzen? Welche Verantwortung tragen Sie dabei?<br />
Der Grad der Nachrichtenverteilung hängt natürlich stark<br />
von der Bandbreite der jeweiligen Versender ab. Aber der<br />
Einfluss speziell auf thematisch interessierte Zielgruppen ist<br />
größer, als gemeinhin angenommen wird. Durch Statements<br />
und Fachartikel in bundesweiten Print- und Onlinemedien, TV-<br />
Interviews, Filme, Reden und Talk-Showrunden sowie durch<br />
eigene Medien und die Veröffentlichung von Pressemitteilungen,<br />
Hintergrundberichten, Studien und Kommentaren<br />
bestimmen die unterschiedlichen Akteure täglich die öffentliche<br />
Meinung zu einem konkreten Thema. So können sich<br />
thematische Kaskaden aufbauen und insbesondere bei vermeintlich<br />
gegenläufigen Trends positive Initiale verbreiten,<br />
BEM - Bundesverband eMobilität e.V.<br />
www.bem-ev.de<br />
die im Gegenspiel zu den vorherrschenden und teilweise<br />
einseitigen Nachrichtengebern durchaus relevante Kontrapunkte<br />
in der Medienlandschaft setzen und damit auch den<br />
öffentlichen Meinungsbildungsprozess bereichern.<br />
Unser informatives Fachmagazin und die verschiedenen Onund<br />
Offline-Medien haben das Thema der Neuen Mobilität<br />
auf politischer und sozialgesellschaftlicher Ebene deutlich<br />
positiv und sichtbar besetzt. Dabei tragen wir - und alle anderen<br />
Akteure in diesem Umfeld - eine große Verantwortung<br />
gegenüber unseren Rezipienten, die das Themenspektrum<br />
durch unsere Form der Berichterstattung kennen und verstehen<br />
lernen. Wir sehen unsere Aufgabe deshalb darin, realistische<br />
Handlungsszenarien aufzuzeigen, mit denen wir<br />
gemeinsam in der Lage sind unsere Welt, unsere Energie und<br />
unser Mobilitätsverhalten nachhaltig zu verändern. Unsere<br />
adaptive Selektion und Wahrnehmung trägt also in einem<br />
nicht unerheblichen Maß dazu bei, dass sich die Welt auch<br />
ein Stück weit in die von uns gewünschte Richtung entwickelt.<br />
ADAC- Allgemeiner Deutscher Automobilclub<br />
e.V.<br />
www.adac.de<br />
Denn je häufiger die Vor- und Nachteile, Hintergründe, Herausforderungen<br />
und die Bedeutung der Neuen Mobilität für<br />
Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung, Wertschöpfung,<br />
Arbeitsplätze und die mit all dem verbundenen Chancen<br />
für unseren Wirtschaftsstandort thematisiert werden, desto<br />
größer wird die öffentliche Wahrnehmung, die Akzeptanz<br />
und das Verständnis für den notwendigen Systemwechsel.<br />
Auf je einer Seite wollen wir diesen Unterstützern eine Plattform<br />
geben, um unserem Fachpublikum ihr Engagement für<br />
eine Neue Mobilität vorzustellen. Auf diese Weise möchten<br />
wir Gemeinsamkeiten und Standpunkte darstellen und verdeutlichen,<br />
welchen unterschiedlichen Fokus sie in diesem<br />
Bereich setzen und welche konkreten Positionen sie dabei<br />
vertreten.<br />
Deutscher Städtetag<br />
www.staedtetag.de<br />
VCD - Verkehrsclub Deutschland e.V.<br />
www.vcd.org<br />
ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- &<br />
Elektronikindustrie // www.zvei.org<br />
BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft,<br />
Telekommunikation & neue<br />
Medien e.V. // www. bitkom.org<br />
Diese Aufgabe kann nur eine gesamtgesellschaftliche sein<br />
und erfordert die aktive Teilnahme der innovativsten Netzwerke<br />
Deutschlands, vorausschauender Persönlichkeiten<br />
und das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten<br />
Akteure, bis hin zum Engagement eines jeden Bürgers.<br />
Die Reihenfolge der fortlaufenden Serie ist zufällig gewählt<br />
und stellt keine Wertung dar. Sie vermissen einen konkreten<br />
Akteur oder sollten selbst aufgeführt werden? Kein Problem.<br />
Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Redaktionsleiterin:<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fraunhofer Gesellschaft<br />
www.fraunhofer.de<br />
WWF<br />
World Wide Fund for Nature Germany<br />
www.wwf.de<br />
Vorgestellt in der letzten <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> / AUSGABE 09<br />
58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59
Who is Who der Elektromobilität - NABU<br />
Who is Who der Elektromobilität - BSM<br />
NABU<br />
BSM<br />
Naturschutzbund Deutschland e.V.<br />
Bundesverband Solare Mobilität e.V.<br />
Geschäftsführer<br />
Leif Miller<br />
Gründungsjahr<br />
1899<br />
Schwerpunkt<br />
Umweltschutz, Natur- und Artenschutz<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Der NABU ist Mitglied der am 3. Mai<br />
20<strong>10</strong> gegründeten »Nationalen Plattform<br />
Elektromobiltät«, einem Beratungsgremium<br />
der Bundesregierung. Sie beobachtet<br />
und analysiert die Entwicklungen<br />
im Bereich der Elektromobiltät und gibt<br />
Empfehlungen, wie die Ziele des Nationalen<br />
Entwicklungsplanes Elektromobiltät<br />
erreicht werden können. Darüber<br />
hinaus informiert der NABU in regelmäßigen<br />
Veranstaltungen über das Thema<br />
Elektromobilität und fördert den Ausbau<br />
der Erneuerbaren Energien sowie deren<br />
Netzintegration.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Dietmar Oeliger<br />
Leiter Verkehrspolitik beim<br />
NABU Bundesverband<br />
www.nabu.de<br />
Der NABU unterstützt die Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
mit einem Vertreter. Trotzdem haben Sie sich gemeinsam mit anderen<br />
Umweltverbänden sehr kritisch über den 3. Fortschrittsbericht<br />
vom Mai 2012 geäußert. Wo liegen dort die Defizite und welche politischen<br />
Maßnahmen vermissen Sie, um eine Neue Mobilität auf Basis<br />
Erneuerbarer Energien nachhaltig zu etablieren?<br />
Elektromobilität kann unter bestimmten Umständen einen Beitrag zur<br />
umweltverträglichen Fortbewegung der Zukunft leisten. Dafür müssen<br />
allerdings die Weichen auch in der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
(NPE) richtig gestellt werden. Aus Sicht des NABU mangelt es bei der<br />
NPE bisher zum einen an der plattforminternen Abstimmung, zum anderen<br />
an einer gegenüber der Öffentlichkeit transparenten Arbeitsweise.<br />
Zudem sollte die intelligente Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel<br />
stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn erst wenn eFahrrad und eAuto<br />
bis hin zu elektrisch betriebenen Bussen und Bahnen miteinander vernetzt<br />
sind, können eFahrzeuge ihre Stärken voll ausspielen.<br />
Parallel dazu muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig vorangehen<br />
und für einen immer »grüneren« Antrieb der Fahrzeuge sorgen. Damit<br />
eFahrzeuge flexibel auf den jeweiligen Zustand des Stromnetzes reagieren<br />
können, sollte eine netzfreundliche Ladetechnik gefördert werden.<br />
Werden diese Punkte berücksichtigt, kann eMobilität in einem zunehmend<br />
von Wind- und Solarenergie dominierten Energiesystem einen<br />
Beitrag zur Netzstabilität leisten. Diesen Zusammenhang hat die NPE<br />
in der Vergangenheit vernachlässigt und Fahrzeuge und Infrastruktur<br />
weitgehend getrennt voneinander diskutiert.<br />
Elektromobilität ist mehr als ein alternativer Pkw-Antrieb, wie wir ihn<br />
heute kennen. Um die Reichweite der eFahrzeuge deutlich zu erhöhen,<br />
müssen allerdings die Stromspeicher deutlich billiger und kompakter<br />
werden. Ansonsten wird das eAuto ein nettes Zweit- oder Drittfahrzeug<br />
werden, jedoch keinesfalls das Erstfahrzeug ersetzen. Um einen<br />
wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, muss das eAuto also<br />
nicht nur innerstädtisch oder auf kürzeren Strecken funktionieren, sondern<br />
auch weitere Strecken abdecken können. Sollten solche Quantensprünge<br />
in der Batterietechnik ferne Zukunftsmusik bleiben, muss das<br />
eAuto eben anders gedacht werden: Wesentlich leichter und kleiner,<br />
um mit deutlich weniger Batterieleistung eine akzeptable Reichweite<br />
zu erzielen. Ob die Autoindustrie in der Lage ist, diesen Prozess zu<br />
durchlaufen, ist zumindest fraglich.<br />
Der BSM hat im vergangenen Jahr bereits sein 23-jähriges Bestehen<br />
gefeiert. Was haben Sie gemeinsam mit Ihren Mitgliedern in dieser<br />
Zeit erreicht und welche Aktivitäten sind für die Zukunft geplant, um<br />
dazu beizutragen, Elektromobilität auf die Straße zu bringen?<br />
Eine zukunftsfähige und postfossile Mobilität kann nur auf solarer<br />
Basis geschaffen werden - ihre Kennzeichen sind geringer Energieverbrauch,<br />
keine Schadstoffe, keine Lärmbelästigung und der Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien. Der BSM entwickelt hierzu Strategien, die in<br />
Fachforen diskutiert und mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft<br />
konkretisiert werden. Besonders über die Vertretung in der AG<br />
»Netzintegration« der NPE nimmt der Verband Einfluss auf politische<br />
Entscheidungen.<br />
In zwei Schaufensterprojekten des Bundes ist der BSM beteiligt. In<br />
Berlin erarbeitet er ein Curriculum für die Fahrschul-Ausbildung mit<br />
und bei einem niedersächsischen Projekt unterstützt er die Entwicklung<br />
netzfreundlicher Ladetechnik. Hierzu hat der BSM gemeinsam mit<br />
anderen Verbänden das Konzept »I.D.E.E.« entwickelt und in den NPE-<br />
Prozess eingebracht, mit dem intelligente Ladesysteme gefördert und<br />
Anforderungen von Nutzer, Batterie und Netz berücksichtigt werden.<br />
Weiterhin sollte eine einheitliche »Zero-Emission«-Plakette Fahrzeuge<br />
verbindlich kennzeichnen, die per Nachweis über eine eigene Schadstoffgruppe<br />
in die »Feinstaubplaketten« - Verordnung aufgenommen<br />
werden. So lassen sich auch Nutzervorteile wie »kostenfrei parken«<br />
umsetzen. In Parkhäusern, Tiefgaragen und auf Großparkplätzen können<br />
verbindlich und einheitlich gekennzeichnete und reservierte Parkplätze<br />
mit eigener Ladeinfrastruktur installiert werden.<br />
Der Aufbau von Stromtankstellen sollte als Netzausbau im Energiewirtschaftsgesetz<br />
(EnWG) verankert werden, auch um abgestimmte<br />
kommunale Bedarfsplanung zu sichern. Außerdem müsste eine individuelle<br />
CO 2 -Kfz-Steuer diejenigen Autobesitzer begünstigen, die z.B.<br />
nachweislich mit zertifiziertem Ökostrom fahren. Mit diesen Maßnahmen<br />
besteht eine Chance auf nachhaltige Mobilität.<br />
Die Mitglieder des BSM beweisen seit etlichen Jahren und jeden Tag<br />
in ganz Deutschland, dass Elektromobilität praktikabel ist und Spaß<br />
macht. Sie fahren also mit gutem Beispiel voran.<br />
Präsident<br />
Thomic Ruschmeyer<br />
Gründungsjahr<br />
1989<br />
Schwerpunkt<br />
Nachhaltige, solare Mobilität ohne Öl in<br />
allen Verkehrsarten<br />
Engagement<br />
Der BSM setzt sich seit 1989 für nachhaltige,<br />
umweltverträgliche Verkehrssysteme<br />
und die Nutzung Erneuerbarer<br />
Energien ein. Seine Mitglieder sind mehrheitlich<br />
eMobilisten. Diesen immensen<br />
Pool an Erfahrungen und Fachwissen<br />
bringt der BSM in ein umfangreiches<br />
Netzwerk aus Umwelt- und Fachverbänden<br />
ein. So konnte der BSM wichtige Impulse<br />
nicht nur für die eMobilität setzen.<br />
Mit dem Hauptstadtbüro im CEE Center<br />
Erneuerbare Elektromobilität und als<br />
deutscher Vertreter im europäischen<br />
eMobilitätsverband AVERE agiert der<br />
BSM auf nationaler und internationaler<br />
Ebene.<br />
Ansprechpartner im CEE<br />
Matthias Breust<br />
www.bsm-ev.de<br />
60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61
Who is Who der Elektromobilität - BEE<br />
Who is Who der Elektromobilität - INNOZ<br />
BEE<br />
INNOZ<br />
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.<br />
Innovationszentrum für Mobilität und<br />
gesellschaftlichen Wandel<br />
Präsident Dietmar Schütz<br />
Gründungsjahr 1991<br />
Schwerpunkt<br />
Der BEE ist der Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche.<br />
Seine Aufgabe<br />
ist die politische Interessenvertretung.<br />
Langfristiges Ziel ist es, die Energieversorgung<br />
in Deutschland vollständig auf<br />
Erneuerbare Energien umzustellen. Deshalb<br />
setzt der BEE sich auf allen politischen<br />
Ebenen für bessere Rahmenbedingungen<br />
für die Erneuerbaren im Strom-,<br />
Wärme- und Verkehrssektor ein. Er organisiert<br />
Beratungen mit Politik, Behörden,<br />
Instituten und Verbänden, beauftragt Gutachten<br />
und erarbeitet Stellungnahmen zu<br />
Gesetzgebungsvorhaben.<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Erneuerbare Energien und eMobilität<br />
sind natürliche Partner. Daher setzt sich<br />
der BEE auf politischer Ebene sowie in<br />
wissenschaftlich-technischen Gremien<br />
und auf Veranstaltungen für das Fortkommen<br />
von Elektrofahrzeugen sowie<br />
der notwendigen Infrastruktur ein. Der<br />
Verband wirkt u.a. in der NPE mit.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Daniel Kluge, Referent für Medien und<br />
Politik beim BEE<br />
www.bee-ev.de<br />
Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche ist der BEE einer<br />
der wichtigsten Akteure in diesem Umfeld. Welchen Beitrag leisten<br />
Ihre Mitglieder für die Elektromobilität und was kann umgekehrt die<br />
Elektromobilität zur Energiewende beisteuern?<br />
Das Thema Elektromobilität ist zunehmend ein Querschnittsthema in der<br />
Mitgliedschaft des BEE. Während sich Verbände wie der Bundesverband<br />
Solare Mobilität (bsm) ganz konkret der Einführung von Elektrofahrzeugen<br />
widmen, nehmen Verbände wie der Bundesverband Solarwirtschaft<br />
oder der Bundesverband WindEnergie die Verknüpfung regenerativer<br />
Stromerzeugung mit der Nutzung in Elektrofahrzeugen in den Blick.<br />
So wie der Ausbau Erneuerbarer Energien eine neue mittelständisch<br />
geprägte Branche auf die Energiemärkte gebracht hat, wird der Ausbau<br />
Erneuerbarer Elektromobilität verfestigte Strukturen im Mobilitäts- und<br />
Automobilsektor beleben. Der Mittelstand des Erneuerbaren-Sektors<br />
kann so die Markteinführung von Elektrofahrzeugen beschleunigen.<br />
Daran hat die Branche der Erneuerbaren ein originäres Interesse. Denn<br />
je mehr Elektrofahrzeuge am Netz sind, desto größer wird ihr Beitrag zu<br />
einer besseren Netzintegration Erneuerbarer Energien.<br />
Übersteigt das regenerative Stromangebot die aktuelle Stromnachfrage,<br />
können die Batterien von Elektrofahrzeugen dieses zeitweilige Überangebot<br />
aufnehmen. Die Bundesregierung will eine Million Elektrofahrzeuge<br />
bis zum Jahre 2020 auf der Straße sehen. Allein diese könnten<br />
eine kumulierte Speicherleistung von mehr als <strong>10</strong>.000 MW ans Netz<br />
bringen. Um die Stabilität der Stromversorgung nicht zu gefährden und<br />
überhöhte Ausbaukosten für die Infrastruktur zu vermeiden, sollten<br />
Elektrofahrzeuge unbedingt mit intelligenter Ladetechnik ausgestattet<br />
werden. Nur dann können sie auf den Zustand der Verteilnetze und die<br />
fluktuierende Einspeisung aus Solar- und Windkraftwerken reagieren.<br />
Die Weiterentwicklung und Markteinführung geeigneter Elektrofahrzeuge<br />
muss insbesondere wegen derzeit noch hoher Batteriekosten<br />
vorerst gefördert werden. Dafür sind unterschiedliche Ansätze denkbar.<br />
Aus Sicht der Branche sollte ein gezieltes Marktanreizprogramm<br />
der Bundesregierung diskutiert werden, das eine Differenzierung nach<br />
Batterie- und Fahrzeuggröße bzw. nach der Energieeffizienz des Fahrzeugs<br />
ermöglicht. So könnten Mitnahmeeffekte ebenso wie zu geringe<br />
Förderanreize verhindert werden.<br />
Die Abkürzung InnoZ steht für »Innovationszentrum für Mobilität und<br />
gesellschaftlichen Wandel«. Bitte erläutern Sie uns kurz den Zusammenhang<br />
zwischen gesellschaftlichem Wandel und dessen Auswirkungen<br />
auf das individuelle Mobilitätsverhalten. Welche Rolle spielt<br />
Elektromobilität Ihrer Meinung nach für die Mobilität der Zukunft und<br />
welchen Beitrag leistet das InnoZ, um das Thema Elektromobilität in<br />
der Gesellschaft zu etablieren?<br />
Mobilität ist ein Kernthema bei der Ermöglichung offener und demokratischer<br />
Gesellschaften unter Sicherung der natürlichen Ressourcen. Die<br />
Differenzierung und Pluralisierung der Lebensweisen manifestieren sich<br />
dabei in einem hohen Bedarf an Selbstbeweglichkeit sowie individueller<br />
Raum- und Zeitkoordination des Nutzers. Gleichzeitig zwingt die Umweltund<br />
Ressourcenlage dazu, über neue Lösungen in den Bereichen Mobilitätsverhalten<br />
und Energieverteilung nachzudenken. Dem Individualverkehr<br />
auf Grundlage fossiler Energien sind jedoch ökologisch und politisch<br />
immer engere Grenzen gesetzt. Dies gilt in besonderem Maße für die<br />
hochverdichteten Metropolregionen der Welt, wobei durch nachholende<br />
Motorisierung zum Teil große Engpässe zu bewältigen sind. In dem Spannungsverhältnis<br />
zwischen Ressourcensicherung und Bewegungsbedürfnis<br />
werden Städte gleichsam zu »Laboren« postfossiler Energienutzung<br />
und alternativer Verkehrssysteme. Durch die effiziente Verknüpfung vorhandener<br />
Verkehrssysteme und kollektiver Anwendungen sind Angebote<br />
zu entwickeln, die Mobilität nachhaltig und nutzerfreundlich sicherstellen.<br />
Elektromobilität ist dabei nicht nur eine technische Antriebsalternative,<br />
sondern führt als Teil von Bike- und Carsharing in Verbindung mit dem<br />
öffentlichen Verkehr zu neuen Anwendungsformen. Durch den Einsatz in<br />
entleihbaren Fahrzeugflotten, ergänzt durch eine Energieinfrastruktur im<br />
öffentlichen Raum und Smartphone-basierte Auskunftssysteme entstehen<br />
neue, nachhaltige Geschäftsmodelle.<br />
Das InnoZ entwickelt und erprobt gemeinsam mit seinen Partnern die<br />
Komponenten, die für eine solche dreifache Vernetzung zwischen Verkehr,<br />
Energie und Telekommunikation notwendig sind. Hierzu zählen u.a. die<br />
Befragung der Carsharing-Nutzer mit Elektroautos als Teil multimodaler<br />
Angebote, die Erhöhung der Gebrauchstauglichkeit von Smartphone-Anwendungen<br />
und der Aufbau eines intelligenten Energienetzes zum Lastmanagement<br />
mit Elektroautos. Diese Komponenten testen und präsentieren<br />
wir mit Partnern in der Plattform elektroMobilität in Berlin-Schöneberg.<br />
Geschäftsführer<br />
Prof. Dr. Andreas Knie<br />
Dr. Jürgen Peters<br />
Gründungsjahr<br />
2006<br />
Schwerpunkt<br />
Angewandte Forschung und Erprobung<br />
im Hinblick auf mobilitätsrelevante<br />
Handlungsfelder<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Das InnoZ sieht eMobilität als Katalysator<br />
für innovative inter- und multimodale<br />
Mobilitätskonzepte und -dienstleistungen.<br />
Diese werden unter Realbedingungen<br />
getestet. Dabei zeigt sich, dass<br />
eFahrzeuge aufgrund von vergleichsweise<br />
kurzen Reichweiten und höheren Kosten<br />
in neuen, systemischen Nutzungskonzepten<br />
erfolgversprechend sind. Zur<br />
Hinterlegung der eMobilität mit passenden<br />
Verwendungsformen entwickelt<br />
das InnoZ nutzerorientierte Lösungen.<br />
Das Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger<br />
Anwendungsfelder für vernetzte Mobilitäts-<br />
und Energiedienstleistungen.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Dr. Frank Wolter<br />
www.innoz.de<br />
62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63
Who is Who der Elektromobilität - VDIK<br />
Who is Who der Elektromobilität - ZIV<br />
VDIK<br />
ZIV<br />
Verband der Internationalen<br />
Kraftfahrzeughersteller e.V.<br />
Zweirad-Industrie-Verband<br />
Präsident<br />
Senator a.D. Volker Lange<br />
Gründungsjahr<br />
1952<br />
Schwerpunkt<br />
Die Interessenvertretung der Mitglieder<br />
gegenüber Gesetzgeber, Behörden, Institutionen,<br />
Organisationen und der Öffentlichkeit<br />
in Deutschland. Der VDIK pflegt<br />
enge Kontakte zur Politik, um in Deutschland<br />
fabrikatsübergreifende Themen der<br />
Automobilbranche sowie die Umsetzung<br />
europäischer Aktivitäten im deutschen<br />
Markt im Sinne der Verbandsmitglieder<br />
zu begleiten.<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Die internationalen Fahrzeughersteller<br />
haben die Bedeutung dieses Themas<br />
schon sehr frühzeitig erkannt und haben<br />
Hybrid- und Elektrofahrzeuge seit<br />
mehreren Jahren in der Serienproduktion.<br />
Die internationalen Fahrzeughersteller<br />
werden auch weiterhin im<br />
Bereich Elektromobilität ihren aktiven<br />
Beitrag bei der Weiterentwicklung der<br />
Elektrofahrzeuge leisten.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Dipl.-Ing. Bernd Mayer, Leiter Referat<br />
Technik/Kundendienst/Umwelt<br />
www.vdik.de<br />
Als VDIK vertreten Sie die ausländischen Automobilhersteller und haben<br />
damit einen guten Überblick über die weltweiten Entwicklungen<br />
in diesem Bereich. Wie schätzen Sie vor diesem Hintergrund die Chancen<br />
Deutschlands ein, Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität<br />
zu werden? In welchen Bereichen ist Deutschland bereits führend und<br />
wo hinkt es hinterher?<br />
Die internationalen Kraftfahrzeughersteller verkaufen bereits seit<br />
Herbst 20<strong>10</strong> serienmäßig hergestellte Elektrofahrzeuge, die sich in verschiedenen<br />
Verbrauchertests bewährt haben. Im Jahr 2012 wurden rund<br />
2.800 reine Elektro-Pkw in Deutschland zugelassen, über die Hälfte<br />
davon von den vom VDIK vertretenen internationalen Marken.<br />
Die eMobilität ist ein Thema von strategischer Bedeutung, das in Verbindung<br />
mit der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen eine<br />
mittel- bis langfristige Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellt.<br />
Die Elektrifizierung der Antriebe ist kein Selbstzweck, sondern dient<br />
vor allem dazu, die Mobilität langfristig zukunftsfähig und bezahlbar<br />
zu machen. Insbesondere mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise müssen<br />
künftig alle Antriebstechnologien dazu genutzt werden, die Abhängigkeit<br />
vom Erdöl zu reduzieren und selbstverständlich auch einen<br />
deutlichen Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele zu leisten. Die<br />
beschlossene Verlängerung der Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge<br />
von 5 auf <strong>10</strong> Jahre und die angestrebten Entlastungen bei der Dienstwagenbesteuerung<br />
sind ein erster Schritt, aber auch noch lange kein<br />
adäquater Ausgleich für die Mehrkosten. Um zumindest in der Anlaufphase<br />
die vorwiegend durch die verwendeten Batterien verursachten<br />
Mehrkosten zu kompensieren, ist ein Marktanreizprogramm unabdingbar,<br />
das mit Förderbeträgen oder vergleichbaren Maßnahmen in<br />
der Größenordnung von 5.000 bis <strong>10</strong>.000 Euro pro Elektrofahrzeug gewährleistet,<br />
dass diese Fahrzeuge für die Kunden bezahlbar sind.<br />
Ohne eine solche Anschubförderung wird das ambitionierte Vorhaben<br />
der Bundesregierung keinen Erfolg haben. Europäische Länder, in denen<br />
die Regierungen frühzeitig individuelle Förderungen eingeführt haben,<br />
sind Deutschland bei der Zulassungsquote von Elektrofahrzeugen weit<br />
voraus und bauen ihre Märkte stetig aus. Durch die aktive Beteiligung<br />
in den Modellregionen zur Elektromobilität haben die VDIK-Mitgliedsfirmen<br />
ihr Know-how und ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet eingebracht.<br />
Der Markt für elektrifizierte Zweiräder boomt. Besonders Pedelecs erfreuen<br />
sich wachsender Beliebtheit. Welche Rolle werden elektrische<br />
Zweiräder Ihrer Meinung nach zukünftig im Individualverkehr einnehmen?<br />
Wie bewerten Sie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen<br />
und wo besteht noch Handlungsbedarf?<br />
Mobilität ist einer der Schlüsselfaktoren unserer heutigen und zukünftigen<br />
Gesellschaft. Egal ob zur Arbeit, in die Schule oder in der Freizeit:<br />
Wer von Mobilität ausgeschlossen ist, ist auch sozial ausgeschlossen.<br />
Sicher ist, Erdöl ist endlich. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis eine<br />
Mobilität, die allein auf Erdöl basiert, nicht mehr bezahlbar ist. Verschärft<br />
wird diese Tatsache durch die steigende Nachfrage in Ländern<br />
wie China und Indien.<br />
Vor diesem Hintergrund brauchen wir schnellstmöglich Mobilitätsformen<br />
die klimaverträglich, erschwinglich, leicht verfügbar, flexibel, individuell<br />
und umweltfreundlich sind. Punkte, die Fahrräder problemlos<br />
erfüllen. Auf Kurzstrecken bis zu 6 Kilometern, die den Großteil der<br />
alltäglichen Mobilität ausmachen, sind das Fahrrad und das eBike<br />
unschlagbar. Und noch ein weiterer Faktor kommt hinzu: Fahren mit<br />
dem Fahrrad und dem eBike fördert die Gesundheit. Zugegeben, bei<br />
schlechtem Wetter kommen auch die Zweiräder an ihre Grenzen. Hier<br />
kommt Intermodalität - die Kombination verschiedener Verkehrsmittel<br />
- ins Spiel, um schnell, flexibel, individuell und preisgünstig von A nach B<br />
zu kommen, gerade in urbanen Räumen.<br />
Die Chancen für das Fahrrad und das eBike als »Teil der Mobilität von<br />
morgen« könnten besser nicht sein. Innerhalb der Bevölkerung findet ein<br />
Wandel in puncto Mobilität statt. Bestes Beispiel hierfür: Immer weniger<br />
junge Menschen machen einen Führerschein bzw. die Zahl der jährlich<br />
neu zugelassenen Autos sinkt. Anderswo ist Elektromobilität noch Zukunftsmusik<br />
- in der deutschen Fahrradindustrie hingegen wird Elektromobilität<br />
bereits täglich gelebt. Seit April 2012 fahren über 1 Million<br />
Elektrofahrräder auf deutschen Straßen, und das mit ausgereifter<br />
Technik und in Serie - Tendenz steigend!<br />
Das hat auch die Bundesregierung erkannt. Im Dezember 2012 hat sie<br />
Fahrräder und Dienstwagen steuerlich gleichgestellt. Die rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen im Bereich der Elektromobilität müssen hinsichtlich<br />
der neuesten Entwicklungen kontinuierlich angepasst werden. Der<br />
Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) ist diesbezüglich in alle relevanten<br />
Entscheidungsprozesse eingebunden.<br />
Geschäftsführer<br />
Siegfried Neuberger<br />
Gründungsjahr<br />
2000<br />
Schwerpunkt<br />
Als nationale Interessenvertretung und<br />
Dienstleister für die deutsche und internationale<br />
Fahrradindustrie fördert und<br />
pflegt der ZIV den Austausch wirtschaftlicher,<br />
rechtlicher und technischer Informationen<br />
zwischen den Mitgliedern.<br />
Nach außen vertritt der ZIV seine Mitglieder<br />
gegenüber Gesetzgeber, Regierung,<br />
Behörden, Medien, Institutionen<br />
und Organisationen.<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Als einzige Branche verfügt die deutsche<br />
Fahrradindustrie aktuell über eine ausgereifte,<br />
am Markt erhältliche Elektromobilität<br />
in Form von eBikes.<br />
Der ZIV berät daher federführend seine<br />
Mitgliedsunternehmen in vielerlei Gesichtspunkten<br />
rund um das Thema<br />
»eBike«, egal ob im technischen oder<br />
rechtlichen Bereich.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Siegfried Neuberger<br />
Geschäftsführer des ZIV<br />
www.ziv-zweirad.de<br />
64 Neue Mobilität Neue Mobilität 65
Who is Who der Elektromobilität - ACE Auto Club Europa e.V.<br />
1. Vorsitzender Wolfgang Rose<br />
stellv. Vorsitzender Erwin Braun<br />
Gründungsjahr 1965<br />
Schwerpunkt<br />
Der ACE ist Dienstleister für seine Mitglieder<br />
und ihre Familien. Damit haben<br />
über 1,2 Mio. Menschen Anspruch auf<br />
die Dienstleistungen des Clubs.<br />
Der ACE hilft, Mobilität umfassend zu<br />
sichern und zu fördern.<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Der ACE hilft seinen Mitgliedern zielgerichtet,<br />
kundenorientiert und wirtschaftlich<br />
rund um die persönliche Mobilität, dazu<br />
gehört auch sich für neue Mobilitätskonzepte<br />
zu engagieren, die den Mitgliedern<br />
Nutzen bringen werden. Darüber hinaus<br />
ist der Einsatz für eine zukunftsorientierte<br />
Verkehrspolitik, die sich am Prinzip der<br />
Nachhaltigkeit orientiert, auch Satzungsziel<br />
des ACE. Im Bereich der eMobilität<br />
möchte der ACE sein großes Netzwerk<br />
in Industrie, Verbände und Verwaltungen<br />
nutzen, um im Sinne der Menschen<br />
schnell pragmatische Lösungen umzusetzen,<br />
dabei gilt es Interessen von Kommunen<br />
und Endkunden einzubeziehen.<br />
Ansprechpartner eMobilität<br />
Matthias Knobloch,<br />
Abteilungsleiter Verkehrspolitik<br />
www.ace-online.de<br />
ACE<br />
ACE Auto Club Europa e.V.<br />
Der ACE ist als erster Automobilclub Mitglied im BEM geworden. Inwieweit<br />
engagieren Sie sich darüber hinaus für eine emissionsarme<br />
Mobilität und was bedeutet der Systemwechsel hin zu einer nachhaltigen<br />
Neuen Mobilität für Ihre Mitglieder?<br />
Die Elektromobilität steht bei den klassischen Autoclubmitgliedern<br />
noch selten im Zentrum ihrer Mobilität. Trotzdem stellt sie uns als Autoclub<br />
natürlich vor Herausforderungen. Zum einen müssen wir uns mit<br />
der neuen Technik beschäftigen, um Mitgliedern auch bei einem neuen<br />
Antrieb den gewohnten guten Service bieten zu können. Zum anderen<br />
- und dies ist in der nächsten Zeit vielleicht dringender - sieht der<br />
ACE in der eMobilität einen Baustein für ein nachhaltiges Mobilitätssystem,<br />
das starker Unterstützer bedarf.<br />
Die eMobilität ist in den letzten Jahren weit vorangekommen, aber wie<br />
bei vielen Hypes wurden Erwartungen geweckt, die nicht so schnell<br />
oder vielleicht auch gar nicht zu erfüllen sind. Wichtig ist uns, die Menschen<br />
auf dem Weg in die Elektromobilität mitzunehmen, dazu gehören<br />
realistische Informationen und ein Ansatz, der auch den Menschen in<br />
Mietshäusern ohne eigene Garage zeigt, welche alltäglichen Vorteile<br />
Elektromobilität bieten kann.<br />
Darüber hinaus wäre es deutlich zu kurz gedacht, lediglich den Verbrennungsmotor<br />
durch einen Elektromotor zu ersetzen. Wir sehen das<br />
Potenzial der eMobilität besonders in vernetzten Systemen: Pedelecs,<br />
der ÖPNV und das eAuto als emissionsarmes Stadtverkehrsfahrzeug<br />
wirken zusammen und sind nicht nur Bausteine eines Mobilitätssystems,<br />
sondern auch eines regenerativ orientierten Energiesystems.<br />
Gerade in diesem Systemansatz sehen wir als gewerkschaftsnaher Club<br />
auch große Exportchancen für die deutsche Mobilitätsindustrie. Dabei<br />
geht es nicht darum, den Verzicht zu predigen. Auch die eMobilität<br />
bietet Fahrspaß und Raum für die exzellente Autotechnik »Made in Germany«.<br />
Aber sie bietet darüber hinaus Mobilitätslösungen für die großen<br />
Metropolregionen der Welt ohne Lärm und lokale Schadstoffe. Der<br />
Bundesverband eMobilität ist für uns ein Verband, der sich vielseitig<br />
mit allen Aspekten der Elektromobilität beschäftigt. Deswegen sind wir<br />
als erster Autoclub gerne Mitglied beim BEM geworden und freuen uns<br />
auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Verband aber auch direkt mit<br />
den vielen Mitgliedern.<br />
STATUS<br />
QUO<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Herausforderungen und Chancen der Neuen Mobilität.<br />
66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67
Parlamentarischer Beirat<br />
Parlamentarischer Beirat<br />
Der Parlamentarische Beirat<br />
Die neuen Mitglieder stellen sich vor<br />
Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv. »Um mit den<br />
politischen Entscheidungsträgern sowie den Parteien unmittelbar in Kontakt zu treten und einen geregelten Gedankenund<br />
Ideenaustausch zu organisieren, haben wir aus dem Kreis der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien einen<br />
Parlamentarischen Beirat zusammen gestellt, der uns wesentlich bei unserer politischen Arbeit unterstützt. In den halbjährlich<br />
stattfindenden Sitzungen des Parlamentarischen Beirats erörtern wir gemeinsam mit den beteiligten Akteuren<br />
die politische Agenda und diskutieren politische Initiativen«, so BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann. Zu den Aufgaben<br />
des Parlamentarischen Beirats zählen: Der Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten zu den im Deutschen<br />
Bundestag vertretenen Parteien, die Unterstützung des BEM durch im politischen Betrieb erfahrene Persönlichkeiten,<br />
sowie die Erhöhung des Wissenstransfers zwischen Industrie und Politik im Bereich Elektromobilität. »Ich<br />
freue mich sehr, dass wir in den letzten Monaten drei neue aktive Beiräte in unseren Reihen begrüßen dürfen und heiße<br />
Dr.-Ing. Valerie Wilms, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB; Ulrike Müller, FREIE WÄHLER, MdL und Christian Ude, SPD, Oberbürgermeister<br />
der Stadt München und Präsident des Deutschen Städtetages, herzlich willkommen«, so Hofmann.<br />
Dr. Valerie Wilms<br />
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB<br />
Ulrike Müller<br />
FREIE WÄHLER, MdL<br />
Christian Ude<br />
SPD<br />
Dr. Valerie Wilms, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB<br />
»Schon 1900 präsentierte Ferdinand Porsche auf der Weltausstellung<br />
seinen elektrischen Lohner-Porsche. In den<br />
1990ern gab es großangelegte Tests auf Rügen mit reinem<br />
Elektroantrieb und 1996 lieferte General Motors tausend<br />
EV1-Elektrofahrzeuge aus. Alle diese Projekte liefen ins Leere:<br />
Der Test auf Rügen wurde folgenlos beendet, alle EV1 verschrottet.<br />
Und jetzt soll mit einem Mal alles anders sein?<br />
Ja und nein. Ja, wenn wir mit Elektroautos eine Neue Mobilität<br />
begründen und konsequent auf Erneuerbare Energien<br />
setzen. Nein, wenn wir Elektromobilität nur als Austausch<br />
des Antriebs sehen. Wer diese Idee verfolgt, wird scheitern.<br />
Ulrike Müller, FREIE WÄHLER, MdL<br />
»Die wachsende Weltbevölkerung stellt unsere Gesellschaft<br />
vor große Herausforderungen. Ernährungs- und Energieversorgung<br />
sind weltweite Themen, die in einem Hochtechnologiestandort<br />
wie Deutschland mit Nachdruck vorangetrieben<br />
werden müssen.<br />
Dabei spielt auch die Frage der Mobilität der Zukunft eine<br />
Schlüsselrolle. Hier müssen wir eine Vorreiterrolle übernehmen,<br />
um neue Antriebsarten marktfähig zu etablieren.<br />
Verknüpft mit der drängenden Frage nach Speichermöglichkeiten<br />
für regenerativ erzeugte Energie entsteht hier ein<br />
zukunftsträchtiges Betätigungsfeld für die Forschung und<br />
innovative Unternehmen.<br />
Christian Ude, SPD, Oberbürgermeister der Stadt München<br />
und Präsident des Deutschen Städtetages<br />
»Als Präsident des Deutschen Städtetages werde ich für eine<br />
nachhaltige, leise und schadstoffarme Mobilität in unseren<br />
Städten eintreten, die für alle bezahlbar bleibt. In diesem Zusammenhang<br />
verspricht die breitenwirksame Einführung von<br />
Elektrofahrzeugen entscheidende Anreize für den erforderlichen<br />
Wandel der Antriebstechnologie, für die Marktdurchdringung<br />
des eAutos und für die Organisation eines nachhaltigen<br />
»postfossilen« Verkehrs der Zukunft. Mit Tram, S- und<br />
U-Bahnen sind bereits heute Fahrzeuge mit Elektroantrieb<br />
in den Städten im Einsatz und stehen als klimaneutrale<br />
Alternative zum Verbrennungsmotor zur Verfügung. Auch das<br />
Elektrofahrrad hat seinen Siegeszug bereits begonnen und<br />
wird in Städten mit Höhenunterschieden viel mehr Menschen<br />
für das Radfahren begeistern und ihre Fahrzeiten verkürzen.<br />
Im Parlamentarischen Beirat des Bundesverbands<br />
eMobilität e.V. trete ich daher dafür ein, dass die Städte die<br />
Entwicklung einer neuen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie<br />
aktiv begleiten, neue Konzepte für die städtische Logistik<br />
erstellen und planerisch Vorsorge treffen, die notwendige<br />
Ladeinfrastruktur im Verkehrsraum sicherzustellen. Zudem<br />
werde ich dafür werben, dass die Städte durch Instrumente<br />
und gezielte Förderung des Bundes und der Länder in die<br />
Lage versetzt werden, diese Aufgaben zu erfüllen.«<br />
Elektromobilität muss der Einstieg in eine neue Form flexibler<br />
Mobilität sein, bei der sich die Stärken der verschiedenen<br />
Verkehrsträger sinnvoll ergänzen. Soll sich Elektromobilität<br />
durchsetzen und ein echter Beitrag zum Klimaschutz sein,<br />
brauchen wir viele unterschiedliche und vor allem gut abgestimmte<br />
Maßnahmen für ein intermodales Mobilitätssystem.<br />
Dafür will ich mich im Bundestag und im Parlamentarischen<br />
Beirat des BEM einsetzen.«<br />
Mit meinem politischen Handeln möchte ich gerne dazu<br />
beitragen, die Rahmenbedingungen in unserem Land so zu<br />
gestalten, dass der Ideenreichtum und die Entwicklungsarbeit<br />
unserer hochqualifizierten Ingenieure im Bereich der<br />
Neuen Mobilität auch am Markt zum Erfolg geführt werden<br />
kann. Alle politischen Ebenen, besonders auch die Kommunen,<br />
können hier zum beiderseitigen Vorteil Zukunft positiv<br />
gestalten.«<br />
Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität - der Parlamentarische BEM-Beirat<br />
Bundesverkehrsminister<br />
a.D.<br />
Wolfgang Tiefensee<br />
SPD<br />
Markus Rinderspacher<br />
SPD<br />
Dr. Reinhard Brandl<br />
CSU<br />
Werner Simmling<br />
FDP<br />
Volker Ratzmann<br />
Bündnis 90/<br />
Die Grünen<br />
Andreas Jung<br />
CDU<br />
68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Auf ein Wort mit den relevanten Akteuren im Bereich der Neuen Mobilität<br />
Karsten Knechtel<br />
Process Management<br />
Consulting GmbH<br />
Thomas Teschner<br />
Ingenieurbüro TT-Emobility<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
Esch Projekt<br />
Systementwicklung<br />
Volker Blandow<br />
TÜV SÜD<br />
Thomas Raffeiner<br />
The Mobility House<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
TU Dortmund<br />
BEM-Beirat<br />
Karsten Knechtel,<br />
Geschäftsführer, Process Management Consulting GmbH<br />
»Die Markthochlaufphase der Elektromobilität hat begonnen.<br />
Entscheidende Erfolgsfaktoren werden, neben der ausgereiften<br />
Technologie und nutzerfreundlichen Anwendungen, die<br />
Erfüllung der Kundenbedürfnisse und -erwartungen sein.<br />
Durch das gemeinsame Engagement des BEM und seiner<br />
Mitgliedsunternehmen auf Messen, Veranstaltungen und<br />
Workshops sowie den daraus entstandenen Kooperationen,<br />
legen wir einen wichtigen Grundstein für den Erfolg<br />
der Elektromobilität in Deutschland.<br />
Als Unternehmensberatung und erfahrene rechte Hand u.a.<br />
im Geschäftsbereich der Elektromobilität, setzen wir gemeinsam<br />
mit unseren Kunden seit dem Jahr 1997 nachhaltig<br />
die Herausforderungen des Marktes von der Planung bis hin<br />
zu Markteinführung um.«<br />
www.process-consulting.de<br />
Thomas Teschner, Inhaber Ingenieurbüro TT-Emobility<br />
»Die Elektromobilität bietet kleineren Unternehmen vielfältige<br />
Möglichkeiten für innovative Entwicklungen. Gerade<br />
diese haben aber oft Schwierigkeiten, die geforderten rechtlichen<br />
und technischen Bestimmungen zu kennen und umzusetzen.<br />
Für den Erfolg maßgeblich ist jedoch eine genaue<br />
Kenntnis des Gesamtumfeldes. TT-Emobility setzt bei der Projektleitung<br />
daher den Fokus auf »angewandtes« Qualitäts-<br />
management. Die Berücksichtigung der Notwendigkeiten vor<br />
dem Hintergrund des Möglichen.<br />
Der BEM bietet Unternehmen und Verbrauchern neben einer<br />
professionellen Plattform unabhängige Informationen<br />
für eine fundierte Meinungsbildung.«<br />
www.tt-emobility.de<br />
Hans-Jürgen Esch,<br />
Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung<br />
»Elektromobilität gilt als die Zukunft der Mobilität. Im Sinne<br />
einer besseren Zukunft ist der Elektroumbau üblicher Autos<br />
unsinnig - es bedarf vielmehr nutzungsangepasster Fahrzeuge,<br />
die wir mit Strom aus regenerativen Quellen betreiben.<br />
Diese neue Generation elektrischer Fahrzeuge kann und<br />
muss ressourcensparender, leichter, effizienter und kompakter<br />
werden. Neue Fahrzeuge müssen eingebunden werden<br />
in einfach zu nutzende, multimodale Verkehrskonzepte.<br />
Individuelle Mobilität belastet so die Städte weniger, bleibt<br />
bezahlbar und darf wieder Freude bereiten.<br />
Als Erfinder und Konstrukteur ist mein Beitrag das Cityfahrzeug<br />
EQ: ultraleicht, allwettertauglich, mit Batteriekoffer<br />
und eingebauter Reservereichweite. Der EQ ist Bestandteil<br />
des internationalen Schaufensters Berlin/Brandenburg und<br />
dank der verschiedenen BEM-Medien im Print- und Online-<br />
Bereich bereits über die Berliner Grenzen hinaus bekannt.«<br />
www.esch-projekt.de<br />
Volker Blandow, Leiter Elektromobilität, TÜV SÜD<br />
»Weltweit Begeisterung für die Elektromobilität zu wecken,<br />
das ist mein Job. In China sieht das ganz anders aus als hier.<br />
Dort steht der Klimaschutz nicht an erster Stelle, hier geht es<br />
um Wettbewerbsfähigkeit bei Zukunftstechnologien und um<br />
lokale Emissionen. In Europa sind der Klimaschutz und die<br />
Emissionsvorschriften wesentliche Treiber. In den USA ist es<br />
das Streben, die Importabhängigkeit von Energie zu reduzieren.<br />
Was immer der Motivationsfaktor ist, die Elektromobilität<br />
ist und bleibt ein wichtiger Baustein zur Lösung all dieser<br />
Herausforderungen.<br />
Am Ende geht es darum, individuelle Mobilität auf der Basis<br />
Erneuerbarer Energien zu ermöglichen. Der elektrische<br />
Fahrzeugantrieb - mit Batterie oder Brennstoffzelle - ist die<br />
Zukunft! Wir bei TÜV SÜD unterstützen mit unserer Expertise<br />
in Technologie- und Sicherheitsfragen und sorgen damit für<br />
Akzeptanz und Mehrwert.«<br />
www.tuev-sued.de<br />
Thomas Raffeiner, Gründer von The Mobility House<br />
»In einer Zeit, in der sich neue Technologien im Auto- und<br />
Energiesektor durchsetzen und Umbrüche etablierter Industrien<br />
vollziehen, übernehmen wir unternehmerische Verantwortung.<br />
Mit einem engagierten Team Innovation zu fördern<br />
und den Weg in eine saubere Zukunft zu ebnen, ist für uns<br />
Inspiration, Motivation und Ziel zugleich. Als The Mobility<br />
House verankern wir Elektromobilität in einer smarten Energiewelt.<br />
Mit passenden Lösungen für sicheres, CO 2 neutrales<br />
Laden sowie Erneuerbare Energien als Kraftstoff erfährt der<br />
Kunde Elektromobilität. Die Faszination, wie sich dies schon<br />
heute im Leben der Menschen bemerkbar macht, teilen wir<br />
mit dem BEM. Wir freuen uns, diesen Markt mit ihm als aktiver<br />
Partner zu gestalten.«<br />
www.mobilityhouse.com<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg, Kompetenzzentrum für interoperable<br />
Elektromobilität, Infrastruktur und Netze, Technische Universität<br />
Dortmund, BEM-Beirat<br />
»Die Elektromobilität ist die Querschnittstechnologie des<br />
Energiesystems der Zukunft. Hier verbinden sich dezentrale<br />
Energiespeicher, flexible Lasten, intelligente Verbraucher,<br />
fluktuierende und regenerative Erzeugung über den Einsatz<br />
modernster Informations- und Kommunikationstechnologie<br />
mit dem steigenden Mobilitätsanspruch der Menschen. Als<br />
One-Stop-Shop für alle systemtechnischen Fragestellungen<br />
erforschen, entwickeln und prüfen wir am Kompetenzzentrum<br />
die Interoperabilität sämtlicher Komponenten der Elektromobilität<br />
mit der Energieversorgung der Zukunft. Wir bieten<br />
Herstellern eine Technologie- und Prüfplattform für interoperable<br />
Elektromobilität; und der BEM bietet uns eine Plattform<br />
für die Interaktion mit Politik, Wirtschaft und Medien.«<br />
www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />
70 Neue Mobilität Neue Mobilität 71
Status QUo der Elektromobilität - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />
Hat das Elektrofahrzeug<br />
eine Chance?<br />
Eine Frage, auf die drei Doktoranden der TU-München eine Antwort suchen<br />
In einem drei Jahre währenden Projekt am Institute For<br />
Advanced Study (IAS) der TU-München wurden zur Beantwortung<br />
der Frage wesentliche Grundlagen für einen ganzheitlichen<br />
Ansatz zur breitflächigen Einführung der Elektromobilität<br />
betrachtet. Mögliche Lösungen sollten hierbei an<br />
den Herausforderungen der globalen Megatrends Umweltbewusstsein,<br />
Urbanisierung und demografischer Wandel<br />
orientiert sein. Eine Präsentation des holistischen Konzepts<br />
mündet in dem Aufbau des InnoTrucks der TU München.<br />
Was ist die Ausgangssituation?<br />
Auf die Mobilität der Erdbevölkerung wird ein Wandel zukommen.<br />
Zunehmender Wohlstand und ansteigende Bevölkerungszahlen<br />
in den asiatischen Ländern, speziell China<br />
und Indien, erfordern einen Umschwung in der Verwendung<br />
der Ressourcen der Erde. Der damit verbundene Anstieg des<br />
Mobilitätsbedürfnisses würde bei beibehaltener Verhaltensweise<br />
nicht nur die notwendige Reduktion des CO 2 -Ausstoßes<br />
behindern, sondern auch die begrenzte Menge der<br />
zur Verfügung stehenden Rohstoffe weiter vermindern. Deren<br />
Verbrennung mit verhältnismäßig niedrigen Wirkungsgraden<br />
wie in einem Pkw-Verbrennungsmotor erscheint mittelfristig<br />
eher unsinnig, werden sie doch zur Veredelung in andere Materialien<br />
wie z.B. Kunststoff durch die Chemieindustrie eher<br />
benötigt.<br />
Hier steht aus wirtschaftlichen Gründen zunächst eine Frage<br />
im Vordergrund: Wie hoch ist der Absatzmarkt für Elektrofahrzeuge<br />
theoretisch anzusetzen? Hierzu ist nicht notwendigerweise<br />
erforderlich, den anwachsenden Bedarf an Mobilität<br />
in Asien zu betrachten. Ein großer Absatzmarkt von<br />
heutigen Fahrzeugkonzepten liegt in Europa - und hier natürlich<br />
auch in Deutschland - selbst.<br />
Eine einfache Überlegung: Die sehr grob betrachtete Anzahl<br />
von Fahrzeugen in Deutschland liegt bei mehr als 40 Millionen.<br />
Davon sind ca. 30% (12 Millionen) Zweitfahrzeuge. Von<br />
diesen werden 80% ausschließlich zu Fahrten stets unter 50<br />
km verwendet, also ca. 9 bis <strong>10</strong> Millionen. Würden hiervon<br />
auch nur 50% als Käufer eines Elektrofahrzeuges gewonnen,<br />
so läge der mögliche Absatzmarkt bei annähernd dem<br />
Fünffachen des für das Jahr 2020 angestrebten Bestands.<br />
Hierin sind noch nicht die Verteiler- und Flottenfahrzeuge als<br />
mögliches zusätzliches Potenzial enthalten.<br />
Dennoch scheint es für die Kunden - bis auf wenige Ausnahmen<br />
der Early Adopters - gute Gründe zu geben, diese<br />
Nachfrage nicht zu erzeugen. Hier ist zu vermuten, dass<br />
eine breite Kundschaft nur dann für einen neuen Artikel zu<br />
gewinnen ist, wenn dieser entweder günstiger als bisher<br />
vergleichbare, interessanter gestaltet oder mit erweiterter<br />
Funktionalität versehen ist. Die meisten heute angebotenen<br />
eFahrzeug-Konzepte widersprechen aber diesen Kriterien.<br />
Eine Steigerung der Nachfrage könnte also in der Befriedigung<br />
folgender Punkte liegen: Das eFahrzeug muss mindestens<br />
die gleichen Betriebskosten und bestenfalls bereits die<br />
gleichen Anschaffungskosten zu einem vergleichbaren Verbrennungsfahrzeug<br />
aufweisen. Außerdem sollte die Akquise<br />
zunächst nur an den potentiellen Kundenkreis adressiert<br />
werden, der einen täglichen Mobilitätsbedarf mit dem Pkw<br />
von unter <strong>10</strong>0km aufweist.<br />
Aber selbst wenn diese beiden Punkte erfüllt würden, bliebe<br />
immer noch eine Skepsis dem Neuen gegenüber und würde<br />
den Kauf des bereits Bewährten weiter unterstützen. Es erscheint<br />
daher erforderlich, einen weiteren Mehrwert in die<br />
Waagschale der Kaufentscheidung zu legen. Das eFahrzeug<br />
sollte im geplanten Einsatzbereich einen funktionalen Mehrwert<br />
ohne Mehrkosten gegenüber dem Verbrennungsfahrzeug<br />
aufweisen. Kurzum: Ein Hightech-Produkt mit mehr<br />
Funktionalität zum gleichen Angebotspreis.<br />
Wie können diese drei Kriterien erfüllt werden?<br />
Kriterium 1: Preisparität<br />
Auch wenn die Herstellkosten eines rein elektrischen Fahrzeugs<br />
ohne die Kosten für Batterie aufgrund seiner niedrigeren<br />
Komplexität gegenüber einem Verbrennungsfahrzeug<br />
- mit mechanisch aufwändigem Motor, seiner Vergaser oder<br />
Einspritzanlage, Kupplung, Getriebe- und Abgasnachbehandlung<br />
- in der Fertigung niedriger sein könnten, dürften<br />
diese aufgrund der zunächst deutlich kleineren Stückzahlen<br />
eher auf gleichem Niveau liegen. Hinzu kommen aktuell die<br />
Mehrkosten für die Batterie. Hier muss kurz- bis mittelfristig<br />
noch mit Preisen von ca. 300 Euro pro kWh gerechnet werden,<br />
was bei einer Batterie für ein eAuto im Zweitfahrzeug-<br />
Bereich mit einer Reichweite von annähernd 150 km zu einer<br />
Kapazität von 25 kWh und damit Mehrkosten von zusätzlich<br />
7.500 Euro führen würde. Es gilt also, ein passendes Geschäftsmodell<br />
für die Amortisation der Kosten des Energiespeichers<br />
zu finden.<br />
Dieses könnte darin bestehen, dass sich der Energiespeicher<br />
unter Berücksichtigung der Leistungsanforderung und der<br />
Alterungsprozesse an einem zusätzlichen Wertschöpfungsprozess<br />
beteiligt. Denkbar wäre hier die Verbindung mit dem<br />
notwendigen Stromnetz- und Energiespeicher-Ausbau bei<br />
fortschreitendem Energiewandel.<br />
Ein rein zentral gesteuertes Laden der Elektrofahrzeuge stellt<br />
zwar für das Energienetz einen Vorteil dar, hilft aber nur bedingt<br />
in der Refinanzierung der Batterie des Autos. Für deren<br />
Amortisierung sind zwei Möglichkeiten denkbar - beide erfordern<br />
jedoch einen bidirektionalen Anschluss der Fahrzeuge<br />
an die Ladeinfrastruktur. Bidirektional heißt in diesem Fall,<br />
dass sowohl die Batterie geladen, als auch Strom zum Zweck<br />
des Energietransfers oder zur Abdeckung von Leistungsspitzen<br />
ins Netz zurückfließen kann. Beide Möglichkeiten wären<br />
auch bedingt miteinander kombinierbar.<br />
Bei der Amortisation der Batteriekosten mittels Energietransfer<br />
wird davon ausgegangen, dass das Elektrofahrzeug<br />
auch als Energiespeicher für das Netz fungieren kann und<br />
bei Bedarf Energie an diese zurück transferiert. Hierzu wäre<br />
für die Ladeintelligenz des Fahrzeugs hilfreich, den momentan<br />
gehandelten Strompreis in Abhängigkeit von Angebot<br />
und Nachfrage möglichst zeitnah vom Netzbetreiber oder<br />
Energieerzeuger zur Verfügung gestellt zu bekommen. Mit<br />
Hilfe innovativer Ladeintelligenz ließe sich über den Gewinn<br />
aus der positiven Preisdifferenz von Einkaufs- und Verkaufspreis<br />
ein Teil der Batteriekosten refinanzieren.<br />
Selbstverständlich ist darauf zu achten, dass das Fahrzeug<br />
hierbei die Energieabgabe nur soweit zulassen darf, dass die<br />
gewünschte Reichweite des Besitzers nicht gefährdet wird.<br />
Auch darf eine zusätzliche Schädigung der Batterie durch<br />
diesen Betrieb zu keinen Mehrkosten führen, was aber in<br />
dem zugrundeliegenden Nutzungsverhalten aufgrund mittlerweile<br />
kommunizierter Zyklenfestigkeiten von 3.000 bis<br />
5.000 Lade-/Entladevorgängen nicht mehr der Fall sein wird.<br />
Die Batterie wird sich ohne diesen Energieaustausch vielmehr<br />
kalendarisch »kaputtstehen« und daher Wertschöpfung<br />
verschenken.<br />
Die zweite Variante für die Amortisation der Batteriekosten<br />
könnte der Leistungsspitzenhandel darstellen. Um eventuell<br />
auftretende Leistungsspitzen abfangen zu können, kann der<br />
Energiespeicher des Fahrzeugs mit 25kWh Kapazität und einer<br />
Transferleistung von 22kW an das Netz angeschlossen<br />
werden. Dabei kann eine Vergütung der Netzanschlusszeiten<br />
des Energiespeichers vorgenommen werden. Bei einem hypothetischen<br />
Kalkulationsansatz von <strong>10</strong>0 Euro, die als Kosten<br />
in der Vorhaltung von einem Kilowatt Regelleistung dem<br />
Energieanbieter jährlich entstehen, könnte ein mit 22kW<br />
über <strong>10</strong>0%-Dauer angeschlossenes Fahrzeug jährlich 2.200<br />
Euro erwirtschaften.<br />
Da die eigentliche Aufgabe des Fahrzeugs jedoch die Fortbewegung<br />
ist und es außerdem nicht zu jedem Stillstand ans<br />
Netz angeschlossen sein wird, erscheint eine Anschlusszeit<br />
an das Stromnetz von max. 50% eher realistisch. Zusätzlich<br />
sollte das Angebot an den Leistungsempfänger unterhalb<br />
seiner Eigenkosten einen Geschäftsanreiz erzeugen. Aber<br />
auch dann ergäbe sich damit die Möglichkeit, die Batteriekosten<br />
über 8 bis 9 Jahre Lebensdauer auszugleichen.<br />
Eine Kostenparität des Elektrofahrzeugs zum Verbrennungsfahrzeug<br />
könnte somit bei entsprechender Kooperation der<br />
verschiedenen Spieler durchaus als erreichbar betrachtet<br />
werden und über die Kombination Erneuerbarer Energien<br />
und Stabilisierung des Energienetzes einen großen Beitrag<br />
zum Umweltbewusstsein liefern.<br />
Kriterium 2: Reichweite<br />
Die Gesellschaft setzt aufgrund gelernter Verhaltensweisen<br />
hohe Erwartungen in die Höhe des Aktionsradius eines Pkw.<br />
Ganz im Gegensatz zu den tatsächlichen täglichen Mobilitätsbedürfnissen<br />
vieler. Wie eingangs erwähnt, ist für rund <strong>10</strong><br />
Millionen Fahrzeuge in Deutschland die Reichweite heutiger<br />
Elektrofahrzeuge mit unter 150km Reichweite vollkommen<br />
ausreichend. So ist bei deren täglicher Bewältigung von Kurzstrecken<br />
die Energieaufnahme des eFahrzeugs ohne Probleme<br />
an der Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz oder im Parkhaus<br />
des Einkaufszentrums möglich, statt bislang während<br />
notwendiger Zwischenstopps an der Tankstelle. Und zuhause?<br />
Mit der Steckdose in der eigenen Garage oder dem<br />
Carport mit Solaranlage kann man eine »Tankstelle« sein<br />
Eigen nennen.<br />
Erste Veränderungen lassen sich jedoch bereits erkennen. So<br />
zeigt das Mobilitätsverhalten junger Menschen in den Metropolen<br />
der Welt, dass das Angebot des ÖPNV zunehmender<br />
wahrgenommen wird - steht man doch weniger im Stau und<br />
hat keine Notwendigkeit der Parkplatzsuche.<br />
Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />
72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73
Status QUo der Elektromobilität - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />
Fortsetzung von vorheriger Seite<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />
Hat das Elektrofahrzeug<br />
eine Chance?<br />
Das Fahrzeug als Prestigeobjekt scheint gegenüber anderen<br />
Produkten häufiger in den Hintergrund zu treten und wird zu<br />
einem reinen Werkzeug der Mobilität. Speziell im urbanen<br />
Bereich wird es sich künftig zu einem Teil der Mobilitätskette<br />
entwickeln, um den Zielort im kombinierten Verkehr zu erreichen.<br />
Mobilität als ein Servicegeschäft, in dem die einzelnen Transportkonzepte<br />
in einer optimierten Reihenfolge nahtlos dem<br />
Kunden zur Verfügung gestellt und optimal seinen momentanen<br />
Bedürfnissen angepasst werden? Ansätze hierzu werden<br />
aktuell nicht nur bei der Bahn, Fluggesellschaften oder<br />
Autovermietungen, sondern vor allem in Reisebüros betrieben,<br />
die den gesamten Service von zuhause bis zum Reiseziel<br />
mit Mietwagen vor Ort aus einer Hand organisieren.<br />
Innovative Kommunikationstechnologien »Fahrzeug zu Fahrzeug«<br />
und »Fahrzeug zur Umgebung« bieten hier die verschiedensten<br />
Möglichkeiten zum Austausch von Informationen.<br />
Hierdurch können nicht nur optimale Verkehrssteuerungen<br />
erfolgen und Unfälle durch elektronische Beobachtung<br />
der Fahrzeuge gegeneinander vermieden werden, sondern<br />
auch Reservierungen von Parkplätzen erfolgen sowie<br />
die Fahrzeuge in Mobilitätsketten mit komfortablen Abrechnungsverfahren<br />
eingebunden werden. Auch derartige Konzepte<br />
werden aktuell bereits durch verschiedene Fahrzeughersteller<br />
und Dienstleistungsanbieter eingeführt.<br />
Und das ist nur der Anfang: Parkplatzvermietungen selbst<br />
privater Plätze über den Tagesverlauf werden flexibel gestaltbar<br />
und sogar die angeschlossene Batteriekapazität<br />
aller stehenden Fahrzeuge zur Netzstabilisierung prognostizierbar.<br />
Mobilität wird über das Smartphone aus der Cloud<br />
angefragt und gebucht. Die Welt wird vernetzter, dadurch<br />
sicherer und komfortabler.<br />
Kriterium 3: Mehr Funktionalität<br />
Die aktuellen Ansätze für Elektrofahrzeuge verfolgen überwiegend<br />
den Ansatz, den Verbrennungsmotor durch einen<br />
Elektromotor zu ersetzen und dabei die restlichen Komponenten<br />
weitgehend beizubehalten. Hierdurch werden große<br />
Chancen für die Elektromobilität außer Acht gelassen, denn<br />
mit einem elektromotorischen Antriebsstrang werden ganz<br />
andersartig gestaltbare Fahrzeuge möglich.<br />
So kann in einem ersten Schritt der Antriebsmotor in die Antriebsräder<br />
integriert werden. Hierdurch entsteht durch den<br />
Entfall weiterer Komponenten mehr Innenraum bei kleinerer<br />
Abmessung. Allein das leichtere Ein- und Aussteigen wird<br />
dadurch einen Vorteil für den demografischen Wandel darstellen<br />
können.<br />
Eine unabhängige Ansteuerung jedes angetriebenen Rades<br />
macht zusätzlich das Differential überflüssig. Mechanisch<br />
erzeugtes Torque Vectoring, also die dynamisch optimale Zuordnung<br />
von Drehmomenten bei Kurvenfahrten, wird durch<br />
reine Softwaresteuerung mit hoher Präzision und Regelgüte<br />
möglich. Die Herstellung des Fahrzeugs wird weniger<br />
aufwändig, denn durch das alleinige »Herunterladen« des<br />
Steuerungsalgorithmus für die Motorenansteuerung wird<br />
das Verhalten des Fahrzeuges bestimmt, ohne die Mechanik<br />
modifizieren zu müssen.<br />
Außerdem kann die Reibbremse an der Hinterachse entfallen,<br />
wenn die dort verbauten Radnabenmotoren die<br />
Bremswirkung durch reine Rekuperation ausreichend stark<br />
gewährleisten. Dann wird in 70% aller Bremsfälle bis zu<br />
80% Bewegungsenergie des Fahrzeugs elektrisch zurück in<br />
die Batterie gespeist und damit besonders bei dynamischer<br />
Fahrweise im Stadtbereich oder gebirgigem Gelände hohe<br />
Verbrauchsreduktionen erreicht. Ein Fahrzeug mit diesem<br />
Konzept wurde bereits von der Siemens AG auf der eCarTec<br />
2012 präsentiert.<br />
Wie weit wird die Veränderung von Fahrzeugkonzepten<br />
noch gehen?<br />
Verschiedenste Herstellern haben bereits Konzepte vorgestellt,<br />
die nur über zwei in Reihe oder auch parallel angeordnete<br />
Räder verfügen. In letzterem entfiel sogar die Lenkungsachse<br />
mit Lenkgeometrie, da die Kurvenfahrt durch<br />
unterschiedliche Geschwindigkeit der beiden Elektromotoren<br />
erreicht werden kann. Eine Stabilitätsregelung ersetzte<br />
dabei das dritte oder vierte Rad, das gegen Umkippen des<br />
Fahrzeugs ansonsten erforderlich wäre. Ob so das Fahrzeug<br />
der Zukunft aussieht, muss sich zeigen. Aber alle Konzepte<br />
zeichnen sich durch eine sehr einfache Bedienbarkeit aus,<br />
die in Massenproduktion ebenfalls kostengünstig herstellbar<br />
sein dürfte.<br />
Ein zusätzlicher Vorteil des Elektroantriebs tritt zutage,<br />
wenn man die präzise Ansteuerung der Bewegungen von<br />
elektromotorischen Systemen betrachtet. Mit entsprechenden<br />
Funktionen aus Assistenzsystemen lassen sich damit<br />
Einpark- und Bewegungsabläufe einfacher, genauer und<br />
mit niedrigen Kosten realisieren. Sinnvoll - nicht nur vor<br />
dem Hintergrund des demografischen Wandels - wäre doch,<br />
wenn das Gepäck nicht zum Fahrzeug getragen werden<br />
müsste, sondern sich das Fahrzeug selbst das Gepäck und<br />
die Passagiere abholen könnte und damit zum komfortablen<br />
Mobilitätspartner wird? Und ist es zu weit gedacht, wenn sich<br />
dann das Fahrzeug schon optimal auf die Bedürfnisse des<br />
Passagiers bezüglich Entertainment, Routenplanung und<br />
Bedienungsoberfläche einstellen würde - in jedem der kombinierten<br />
Mobilitätspartner gleich?<br />
Diese Funktionserhöhungen in zukünftigen Fahrzeugkonzepten<br />
könnte durch die Integration und Vernetzung von<br />
Softwarebausteinen kostengünstig und vereinfacht realisiert<br />
werden, würde nicht durch all die neuen Anforderungen<br />
die Komplexität dabei extrem ansteigen. Wird nun noch<br />
der Bereich des autonomen Fahrens mit eingebunden und<br />
die dafür notwendige Einführung von reinem Drive-by-Wire<br />
angestrebt, wird die Komplexität der erforderlichen elektronischen<br />
Redundanz kaum noch zu bewältigen sein.<br />
In Kooperation von Forschung und Industrie wird daher bereits<br />
an neuen Konzepten gearbeitet, um eine derartige Komplexitätsreduktion<br />
durch eine Zentralisierung der elektronischen<br />
Systemarchitektur erreichen zu können. Hierzu<br />
werden viele Funktionen auf einer elektronischen Integrationsplattform<br />
vereint und durch Software-Integrationswerkzeuge<br />
eingebunden. Ein Plattformmanagement, welches die<br />
einzelnen Funktionen gegeneinander abschirmt und nichtfunktionale<br />
Anforderungen wie Gewährleistung der Sicherheit<br />
erfüllen kann, soll dabei als Integrationsbeschleuniger<br />
dienen. Eine zeitintensive Untersuchung des Gesamtsystems<br />
nach deren Integration wird weitestgehend vermieden,<br />
was zu einer neuen Effizienz und höheren Flexibilität in dessen<br />
Gestaltung führen kann.<br />
So kann auf dieser Plattform durch Entwicklung weiterer<br />
Softwarebausteine die Fähigkeiten der Fahrzeuge von reinen<br />
Assistenzfunktionen über intermittierendes Fahren bis hin<br />
zum autonomen Mobilitätspartner zielgerichtet und auch<br />
Das Projekt Innotruck der TU München<br />
kostengünstig entwickelt werden, um damit mehr Funktionalität<br />
zu gleichem Verkaufspreis zum Wohle des Kunden zu<br />
realisieren.<br />
Fazit: Die Elektromobilität hat eine Chance!<br />
Mit all den vorgeschlagenen Maßnahmen läge ein weites<br />
Feld verschiedenster innovativer Technologien mit großem<br />
Potenzial für gewinnbringende Geschäftsmodelle vor. Die<br />
Summe der miteinander verbundenen Bausteine zur Berücksichtigung<br />
von Ressourcen, funktionalem Mehrwert<br />
in Komfort und Sicherheit sowie Kostenreduktion kann die<br />
Anforderungen der Zukunft bezüglich Umweltbewusstsein,<br />
Urbanisierung und demografischem Wandel sowohl für Junior<br />
als auch Senior nachhaltig über die Elektromobilität bedienen.<br />
Ein ganzheitlicher Ansatz über gleichzeitige Anwendung<br />
verschiedenster Stellhebel wird aber erst durch die<br />
Kooperation von Partnern in neuen Geschäftsbeziehungen<br />
umsetzbar sein.<br />
Prof. Dr. Gernot Spiegelberg<br />
Leiter Elektromobilität bei Siemens Corporate Technology<br />
und Rudolf Diesel Senior Fellow an der TUM/IAS<br />
Dipl.-Ing. Hauke Stähle<br />
(Abschluss in Elektrotechnik)<br />
Doktorand auf dem Gebiet der Systemarchitektur<br />
Lehrstuhl für Robotik und Eingebettete Systeme an der TUM<br />
Ljubo Mercep, M.Sc.<br />
(Abschluss in Informatik)<br />
Doktorand auf dem Gebiet der Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />
Lehrstuhl für Robotik und Eingebettete Systeme an der TUM<br />
Dipl.-Ing Claudia Buitkamp<br />
(Abschluss in Maschinenbau)<br />
Doktorandin auf dem Gebiet Antriebsstrangdesign/Energieoptimierung<br />
Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der TUM<br />
74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Jürgen goroncy<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - jürgen goroncy<br />
Lösungen für die effiziente<br />
Mobilität der Zukunft<br />
Das Konzeptfahrzeug ACTIVeDRIVE von Schaeffler verfügt über ein sowohl an der Vorder- wie auch an der Hinterachse<br />
montiertes aktives eDifferenzial<br />
Kernstück des ACTIVeDRIVE ist das Schaeffler eDifferenzial<br />
Schaeffler hat den Anspruch, mit innovativen Produkten<br />
und Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen der<br />
Mobilität von heute, morgen und übermorgen beizutragen.<br />
Der global agierende Automobil- und Industriezulieferer mit<br />
Zentrale im fränkischen Herzogenaurach hat daher schon<br />
frühzeitig begonnen, sowohl den konventionellen Antrieb<br />
weiter zu verbessern, als auch die Einführung von elektrifizierten<br />
und elektrischen Antriebslösungen voranzutreiben.<br />
2020 wird etwa die Hälfte der dann prognostizierten <strong>10</strong>5<br />
Millionen Neufahrzeuge mit einem zumindest teilelektrischen<br />
Antrieb ausgerüstet sein. Trotzdem werden auch immer<br />
noch mehr als 90% einen Verbrennungsmotor haben.<br />
»Schaeffler sieht Verbrennungsmotor und Elektromobilität<br />
nicht im Gegensatz zueinander. Viele Konzepte mit Downsizing-<br />
und Downspeedingansätzen bei Verbrennungsmotoren<br />
werden erst durch elektrifizierte Lösungen zu einer vom<br />
Käufer akzeptierten Marktreife gebracht«, argumentiert Prof.<br />
Dr. Peter Gutzmer, Mitglied des Vorstands Forschung & Entwicklung<br />
der Schaeffler AG. »Sie ergänzen sich gegenseitig<br />
und kompensieren systembedingte Nachteile wie etwa die<br />
Anfahrschwäche bei Motoren mit geringem Hubraum und<br />
Abgasturbolader.«<br />
Somit wird Schaeffler auf absehbare Zeit beide Entwicklungs-<br />
schienen gleichzeitig weiter intensiv bearbeiten. Um innovative<br />
Lösungen im realistischen Systemverbund zu erproben<br />
und bereits vor einem möglichen Serienanlauf erfahrbar zu<br />
machen, haben die Ingenieure von Schaeffler bis heute drei<br />
»Ideenfahrzeuge« als Versuchsträger aufgebaut. Hierbei<br />
handelt es sich um den ACTIVeDRIVE, ein reines Elektrofahrzeug<br />
mit Allradantrieb auf Basis eines Skoda Octavia Scout,<br />
um den Schaeffler Hybrid auf Basis eines Opel Corsa sowie um<br />
das CO2ncept-<strong>10</strong>%, ein Fahrzeug mit optimiertem verbrennungsmotorischem<br />
Antriebsstrang auf Basis eines Porsche<br />
Cayenne.<br />
Der Hybrid-Versuchsträger mit kleinem Verbrennungsmotor<br />
und zentralem Elektroantrieb an der Vorderachse sowie<br />
elektrischen Radnabenmotoren an der Hinterachse ist als<br />
Parallel- oder Seriell-Hybrid, Range Extender, mit Frontantrieb<br />
oder als Allradfahrzeug zu betreiben und erlaubt den<br />
Entwicklern, Erfahrungen zu sammeln, was in dieser Hinsicht<br />
möglich und sinnvoll ist.<br />
Die in der Schaeffler-Gruppe entwickelten und produzierten<br />
Radnabenmotoren mit in dieser frühen Ausbaustufe jeweils<br />
50 Kilowatt Leistung und 530 Newtonmeter Drehmoment<br />
werden eWheel Drive genannt. In den Systemgedanken floss<br />
das profunde Know-how des Unternehmens über Radlager<br />
und Direktantriebstechnik ein. Die Radnabenmotoren bilden<br />
zusammen mit den anderen Modulen und Komponenten<br />
eine kompakte Einheit, die Radlager, Antrieb und Bremse in<br />
einem Rad vereint. In einer neueren, flüssigkeitsgekühlten<br />
Ausbaustufe ist zudem noch die Leistungselektronik integriert.<br />
Ein Vorteil dieser Antriebseinheit: Sie kann ohne<br />
große Veränderungen der Architektur in eine bestehende<br />
Fahrzeugplattform für Versuchszwecke integriert werden.<br />
Darüber hinaus besticht der eWheel Drive bereits jetzt schon<br />
durch seine Drehmomententfaltung.<br />
Das bisher letzte Projekt ist das ACTIVeDRIVE-Konzept, dessen<br />
Besonderheit das sowohl an der Vorder- wie auch an der<br />
Hinterachse montierte aktive eDifferenzial ist. Hierbei handelt<br />
es sich um eine »elektrische Achse«, die zwei unterschiedlich<br />
dimensionierte Elektromaschinen sowie ein Planetengetriebe,<br />
ein Getriebe zur aktiven Drehmomentverteilung<br />
und - als zentrales Element - ein Schaeffler Leichtbaudifferenzial<br />
mit Stirnradverzahnung miteinander kombiniert.<br />
Diese innovative Kombination des Elektroantriebs ermöglicht<br />
ein sogenanntes Torque Vectoring und bietet damit<br />
neue fahrdynamische Qualitäten und Sicherheitspotenziale.<br />
»Durch das eDifferenzial erfolgen Eingriffe zur Fahrdynamik<br />
durch gezielte Kraftzuführung anstelle, wie bislang vom ESP<br />
gewohnt, mittels Bremseingriff und somit Energieentnahme.<br />
Das aktive Elektrodifferenzial verbessert die Kraftübertragung<br />
beim Fahren auf Untergründen mit unterschiedlichen<br />
Reibwerten signifikant. Auch unterstützt es die Lenkung<br />
und wirkt sich deutlich positiv auf Fahrdynamik, Sicherheit<br />
und Fahrkomfort aus. Der Einsatz von zwei eDifferenzialen<br />
ermöglicht zudem eine Längsverteilung der Antriebsmomente«,<br />
erklärt Prof. Peter Gutzmer. Mit der im ACTIVeDRIVE<br />
gezeigten Lösung ist Schaeffler Vorreiter für ein derartiges<br />
elektrisches Konzept in einem Fahrzeugantrieb.<br />
Zukünftig werden die Autos unterschiedliche Antriebssysteme<br />
nutzen. Elektrisch mit Batterie oder Brennstoffzelle<br />
oder nur mit einem Verbrennungsmotor oder mit einer der<br />
vielen möglichen technischen Zwischenstufen, wie etwa<br />
Plug-in-Hybrid oder Range Extender.<br />
Die Schaeffler Ingenieure arbeiten an Lösungen für die Zukunft<br />
und perfektionieren die Systemkompetenz. Wie schon<br />
bei den bisherigen Produkten gilt bei Schaeffler auch für die<br />
erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität die Prämisse<br />
des Dreiklangs von Komponente, Modul und System.<br />
Jürgen Goroncy // Freier Journalist<br />
goroncy.j@t-online.de<br />
76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77
Status QUo der Elektromobilität - Urban-e<br />
Status QUo der Elektromobilität - BEM-Delegationsreise malta<br />
Urban-e gewinnt<br />
ÖkoGlobe-Award 2012<br />
Erstmals internationaler Umweltpreis für Start-Up-Unternehmen<br />
BEM-Delegationsreise<br />
nach Malta<br />
Internationaler Austausch zum Thema eMobilität<br />
Die Geschäftsführer von Urban-e bei der Verleihung des ÖkoGlobe 2012<br />
BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann während seines Vortrags bei der »National Conference on eMobility«<br />
Als herausragendes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien in der Elektromobilität ist das Elektro-<br />
Lastenrad »iBullitt Solar« des 2009 gegründeten Berliner<br />
Jungunternehmens Urban-e am 17. Oktober 2012 mit dem<br />
ÖkoGlobe-Award ausgezeichnet worden.<br />
Der internationale Umweltpreis wird seit 2007 für wegweisende<br />
Innovationen im Bereich der nachhaltigen Mobilität<br />
verliehen. Er gibt damit ein klares Signal für die viel versprechende<br />
Ausrichtung des deutschen Start-up-Unternehmens.<br />
Dank eigener Photovoltaik-Anlage kann das Lastenrad von<br />
Urban-e durch Solarenergie gespeist werden.<br />
Der stolze Preisträger, Geschäftsführer Christoph Hahne, erläutert<br />
dazu: »Wir haben zwei Jahre lang gemeinsam mit dem<br />
Berliner Unternehmen Akku Bike an einer optimierten Solartechnik<br />
mit leistungsstarker Elektronik gearbeitet. Heute bekommen<br />
unsere iBullitts Solarpanele aus so genannten Dünnschichtmodulen,<br />
die durch ihr niedriges Gewicht überzeugen<br />
und selbst bei zeitweiliger Bewölkung noch gute Leistungswerte<br />
bringen. Wir erhöhen damit die Reichweite des Elektrofahrzeugs<br />
und die Lebensdauer der Batterie. Außerdem ist<br />
das Solarpanel natürlich ein deutliches Statement des Fahrers<br />
für nachhaltige Energiegewinnung. Unser Produkt ist mit<br />
einem Stromverbrauch von 0,15 Euro auf <strong>10</strong>0 km sehr kosteneffektiv,<br />
schont gleichzeitig die Umwelt und sendet außerdem<br />
eine starke Botschaft für eine zukünftige grüne Mobilität.«<br />
Die Zahl der Bewerbungen für den ÖkoGlobe, den die DEVK<br />
Versicherungen, der TÜV Rheinland und der Finanzenverlag<br />
in Zusammenarbeit mit dem ÖkoGlobe-Institut der Universität<br />
Duisburg-Essen vergeben, erreichte 2012 Rekordniveau.<br />
Aufgrund der regen Teilnahme junger Unternehmen gab es<br />
erstmals auch den »Start-up ÖkoGlobe«. Die Begründung der<br />
Jury: »Gerade junge Unternehmen haben nur beschränkten<br />
Zugang zu Kapitalmärkten und können daher nur in kleinerem<br />
Rahmen investieren. Deshalb ist es wichtig, ihre Leistungen<br />
eigenständig zu würdigen.« So konnte die Urban-e GmbH<br />
als Erfinderin des »iBullitSolar« die Auszeichnung an der<br />
Seite so namhafter Mitstreiter wie Daimler, Ford, Renault,<br />
Toyota, Volkswagen, Volvo und Continental entgegen nehmen.<br />
In den nächsten zwei Jahren werden 40 der preisgekrönten<br />
elektrisch betriebenen Lastenräder in dem Pilotprojekt »Ich<br />
ersetze ein Auto« eingesetzt, das vom Bundesministerium<br />
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert<br />
wird. (www.ich-ersetze-ein-auto.de)<br />
Susanne Dingerdissen // Text und PR<br />
dingerdissen_s@arcor.de // hello@urban-e.com<br />
www.urban-e.com<br />
Vom 27. bis 30. November 2012 reiste bereits zum zweiten<br />
Mal eine Delegation von BEM-Mitgliedsunternehmen nach<br />
Malta, um die Elektromobilitäts-Strategie des Inselstaates<br />
zu konkretisieren und den internationalen Austausch im<br />
Bereich Neue Mobilität weiter auszubauen.<br />
Neben BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann nahmen Sepp<br />
Essl von E4you, Ernst Thaller, Ingenieurbüro Thaller, BEM-<br />
Beirat und Geschäftsführer der smartlab innovations Dr. Mark<br />
Steffen Walcher, Marcus Pauels von Smith Electric Vehicles<br />
und Jörg Ewald von GESPA die Gelegenheit wahr, an der von<br />
der Maltesischen Handelskammer, dem German Maltese<br />
Business Council und der deutschen Botschaft in Valletta<br />
organisierten »National Conference on eMobility« teilzunehmen<br />
und sich mit verschiedenen Wirtschafts- und Regierungsvertretern<br />
auszutauschen.<br />
Als Referenten sprachen Stefano Mallia, Vize-Präsident der<br />
Maltesischen Handelskammer; George Pullicino, maltesischer<br />
Minister für Rohstoffe und Landwirtschaft, MRRA; Gabriella<br />
Cassola, Projektleiterin eMobilität beim MRRA; Peter Paul<br />
Barbara, Direktor Transport Malta; Prof. Dr. Martin Wietschel,<br />
Fraunhofer Institut ISI; BEM-Vorstand Michael Hofmann; Dr.<br />
Walcher; Leo Brincat, Sprecher der maltesischen Labour<br />
Party für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Klimawandel<br />
sowie Dr. Hubert Ziegler, Botschafter der Bundesrepublik<br />
Deutschland in Malta.<br />
»Die Deutsche Botschaft und die maltesischen Verantwortlichen<br />
setzen mit ihrem großen Engagement ein klares Zeichen<br />
für eine europaweite Kooperation im Bereich der Elektromobilität«,<br />
erklärte Michael Hofmann im Rahmen seiner Rede<br />
und machte deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Handeln<br />
ist, um die Wertschöpfung in diesem Bereich zu sichern.<br />
»Unsere Delegationsmitglieder hatten die Möglichkeit, zahlreiche<br />
neue Kontakte zu knüpfen und konnten bereits bestehende<br />
weiter vertiefen. Erste Vorverträge wurden geschlossen<br />
und zukunftsweisende Partnerschaften mit interessierten<br />
Unternehmen initiiert«, unterstreicht Michael Hofmann den<br />
Erfolg der Reise.<br />
Der Startschuss für das umfassende eMobilitäts-Projekt auf<br />
Malta ist bereits im Dezember gefallen. Die Umsetzung - d.h.<br />
die Installation der Ladeinfrastruktur und die Anschaffung<br />
verschiedener Elektrofahrzeuge - soll im Frühjahr 2013 beginnen.<br />
Das Projekt wird von der EU mit 1,9 Mio Euro gefördert.<br />
»Die ersten Ausschreibungen wurden mittlerweile veröffentlicht.<br />
Auf maltesischer Seite sehe ich hier allerdings noch<br />
Nachbesserungsbedarf, sowohl was das finanzielle Volumen<br />
der Ausschreibungen angeht, als auch die Spezifikation der<br />
Ausschreibungsunterlagen«, so Hofmanns abschließendes<br />
Resümee.<br />
78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79
Status Quo der Elektromobilität - BEM-Roundtable EnBW<br />
Status Quo der Elektromobilität - BEM-Roundtable BROSE-SEW<br />
BEM-Roundtable<br />
powered by EnBW<br />
eMobilität braucht schlüsselfertige Lösungen<br />
BEM-Roundtable<br />
powered by BROSE-SEW<br />
Strategien für die Entwicklung von Antriebssystemen<br />
Uwe Fritz, Geschäftsführer der EnBW Vertrieb GmbH, bei seinem Vortrag im Rahmen des BEM-Roundtables bei EnBW<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl und Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer der BROSE-SEW ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong>S GmbH<br />
Ziel der BEM-Roundtable ist es, Branchenvertreter und Experten<br />
aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung gemeinsam<br />
an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam richtungsweisende<br />
Fragen rund um den Themenschwerpunkt Neue<br />
Mobilität zu diskutieren.<br />
»Der Kern unserer täglichen Bemühungen im Bundesverband<br />
eMobilität liegt in der Vernetzung unserer Mitglieder und Partner,<br />
um nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle im Bereich<br />
der Neuen Mobilität zu generieren und starke Netzwerke zur<br />
Durchsetzung politischer Forderungen zu etablieren.<br />
Auf dem Wachstumsmarkt der Neuen Mobilität agieren Akteure<br />
aus sehr unterschiedlichen Branchen, die bis dato keine<br />
oder nur sehr wenige gemeinsame Anknüpfungspunkte<br />
haben und deshalb unsere Hilfestellung bei der Initiierung<br />
gemeinsamer Projekte gern annehmen. Unsere Roundtable<br />
sind dafür eine hervorragende Plattform«, so BEM-Präsident<br />
Kurt Sigl.<br />
Seit Anfang 2012 findet die Veranstaltungsreihe erstmals<br />
nicht nur in Berlin, sondern bei jeweils wechselnden BEM-<br />
Mitgliedsunternehmen und Partnern statt. So auch am 16.<br />
Oktober 2012 im EnBW Konzernsitz in Karlsruhe. Unter der<br />
Moderation von Kurt Sigl wurde dort in exklusiver Runde intensiv<br />
über die Chancen und Herausforderungen öffentlicher<br />
Ladeinfrastruktur, deutschlandweit einheitlicher Roamingkonzepte,<br />
innovativer Geschäftsmodelle, einheitlicher Standards<br />
sowie die Integration von Flotten- und Lastenmanagement<br />
gesprochen.<br />
»Die Energiewende stellt eine große gesellschaftliche Herausforderung<br />
dar, auf die wir noch eine Reihe von Antworten finden<br />
müssen. EnBW hat sich entschieden, diese Energiewende<br />
aktiv mitzugestalten und ihren Beitrag zu leisten. Neben den<br />
Bereichen dezentrale Energieversorgung, Energieeffizienz<br />
und Smart Home ist Elektromobilität ein zentraler Pfeiler der<br />
Energiewende«, erklärte Uwe Fritz, Geschäftsführer der<br />
EnBW Vertrieb GmbH, in seinem Grußwort. »Der BEM-<br />
Roundtable ist ein ganz wichtiges Forum, um uns auch branchenübergreifend<br />
auszutauschen. Die Diskussion hat gezeigt,<br />
dass es nach wie vor viele offene Fragen gibt, die in<br />
Zukunft nach Lösungen verlangen. Ich glaube, dass das sich<br />
verändernde Verbraucherverhalten und neue Wertvorstellungen<br />
ein Treiber der eMobilität sein könnten. Junge Menschen<br />
kaufen heute kein Auto mehr, sondern Mobilität. Zukunftsfähige<br />
Geschäftsmodelle müssen genau hier ansetzen«, so<br />
Fritz weiter.<br />
Der Bundesverband eMobilität hat gemeinsam mit seinem<br />
Mitgliedsunternehmen BROSE-SEW am 20. November 2012<br />
verschiedene Vertreter der Automobil- und Zuliefererbranche<br />
nach Bruchsal eingeladen, um in exklusiver Runde Forschungsergebnisse,<br />
Entwicklungen und weiterführende Thesen rund<br />
um das Thema »Strategien für die Entwicklung von Antriebssystemen«<br />
zu beleuchten.<br />
Die BROSE-SEW ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong>S GmbH & Co. KG ist im<br />
Jahr 2011 mit der Aufgabenstellung gegründet worden, elektrische<br />
Antriebssysteme für batteriebetriebene Fahrzeuge<br />
und Hybridfahrzeuge sowie Lösungen für die induktive Ladetechnologie<br />
zu entwickeln und zu produzieren. »Wir wollten<br />
den BEM-Roundtable dazu nutzen, unsere Lösungen für eine<br />
Neue Mobilität vorzustellen - dazu gehören sowohl der eigentliche<br />
Elektromotor als auch die dazugehörige Leistungselektronik«,<br />
so Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer des BEM-<br />
Mitgliedsunternehmens.<br />
»Im Gespräch mit den anwesenden Fachleuten wurde wieder<br />
einmal klar, wie wichtig insbesondere der Austausch in<br />
kleiner Runde für die noch junge Elektromobilitäts-Branche<br />
ist. Im Fokus der Veranstaltungen standen grundlegende Fragen:<br />
Wie sieht der Antriebsstrang der Zukunft aus? Welche<br />
Technologie wird sich durchsetzen? Welche Rolle spielt der<br />
Aspekt Sicherheit? Und wie schafft man es, diese Dinge<br />
in Serienreife zu produzieren? Fragen, die zu einem sehr<br />
interessanten und intensiven Austausch geführt haben, der<br />
mich am Ende davon überzeugt hat, dass die Branche technologisch<br />
sehr viel besser aufgestellt ist, als gemeinhin nach<br />
außen kommuniziert wird«, betonte Kurt Sigl, Präsident des<br />
Bundesverbands eMobilität, im Nachgang der Veranstaltung.<br />
»Der Erfolg der Veranstaltung lag vor allem in der Möglichkeit<br />
der Vernetzung mit für uns wichtigen Vertretern aus der<br />
Automobilbranche. Als noch junges Unternehmen benötigen<br />
wir genau diese Kontakte. Auf der anderen Seite hatten<br />
wir die Gelegenheit, den anwesenden Automobilherstellern<br />
zu zeigen, dass wir ihre speziellen Anforderungen verstehen<br />
und diese in unseren Produkten integrieren können«, erklärte<br />
Sczygiol abschließend.<br />
Für weitere Informationen rund um die Organisation und<br />
Planung der BEM-Roundtable steht Ihnen Alexander Böhm<br />
in der BEM-Hauptgeschäftsstelle gern zur Verfügung.<br />
alexander.boehm@bem-ev.de<br />
80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81
Status Quo der Elektromobilität - Green eMotion<br />
Green eMotion<br />
Auf dem Weg zu einem interoperablen Elektromobilitätssystem für Europa<br />
Green eMotion entwickelt ein IKT-Systemkonzept für den europäischen Markt, welches den Wettbewerb zwischen verschiedenen<br />
Elektromobilitätslösungen unterstützen soll<br />
Das »Big Picture« der Elektromobilität zeigt die Komplexität eines wirklich interoperablen Systems<br />
Die Europäische Kommission hat im März 2011 ein auf vier<br />
Jahre angelegtes europaweites Projekt zur Vorbereitung des<br />
Massenmarktes für Elektromobilität in Europa gestartet -<br />
Green eMotion. Der Fokus von Green eMotion liegt dabei in<br />
der Definition und Demonstration eines interoperablen und<br />
damit verbraucherfreundlichen Elektromobilitätssystems.<br />
Dabei wird auf den bereits vorhandenen Installationen und<br />
dem daraus gewonnenen Wissen aufgesetzt. Im Projekt<br />
werden die Rahmenbedingungen für Elektromobilität definiert.<br />
Diese werden dann beispielhaft in den <strong>10</strong> über Europa<br />
verteilten Demoregionen implementiert.<br />
Zu den 43 Partnern der Initiative zählen Industrie- und Automobilunternehmen,<br />
Stromversorger, Stadtverwaltungen,<br />
Universitäten sowie Prüf- und Forschungseinrichtungen, die<br />
ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen, austauschen<br />
und erweitern. Mit diesem vereinten Know-How arbeitet<br />
Green eMotion an den folgenden Ergebnissen:<br />
• Ausgewählte Standards für ein interoperables Elektromobilitätssystem<br />
(de facto Standards für Europa).<br />
• IT Architektur für einen europäischen Marktplatz für Elektromobilität<br />
der Roaming-Funktionalität ermöglicht, einschließlich<br />
der notwendigen Schnittstellen.<br />
• Vorschläge zum optimierten Aufbau von Netz- und Ladeinfrastruktur.<br />
• Realisierung und Test eines interoperablen Elektromobilitätssystems<br />
in ausgewählten Demoregionen.<br />
• Analyse des Betriebsverhaltens von elektrischen Fahrzeugen<br />
unter »real life« Anforderungen und Entwicklung von<br />
politischen Richtlinien als Grundlage für den Start in den<br />
Massenmarkt.<br />
Eines der Ziele von Green eMotion ist die Erstellung eines<br />
IKT-Systemkonzeptes für einen europäischen Marktplatz für<br />
Elektromobilitätsdienste und die praktische Demonstration<br />
seiner Funktionsfähigkeit. Dieser B2B-Marktplatz für Geschäftstransaktionen<br />
verbindet erstmalig alle Teilnehmer<br />
rund um das Thema Elektromobilität: Ladedienstanbieter,<br />
Ladestationsbetreiber, Energieversorger und Anbieter von<br />
Zusatzdiensten rund um die Elektromobilität. Er ermöglicht<br />
den Nutzern von Elektroautos einen europaweiten Zugang<br />
zu Ladeinfrastruktur mit einfacher Abwicklung.<br />
Das entsprechende Angebot wird damit europaweit ermöglicht<br />
- ähnlich wie es heute von den Mobiltelefonen bekannt<br />
ist. Zudem steht der B2B-Markplatz für weitere Dienstanbieter<br />
offen, damit innovative neue Konzepte für Elektromobilität<br />
unkompliziert angeboten werden können. Der Marktplatz<br />
ist die zentrale technische Komponente, um die Vielzahl von<br />
Schnittstellen zwischen den Beteiligten zu reduzieren und<br />
über standardisierte Software-Services einfachen Zugang zu<br />
allen Angeboten zu ermöglichen.<br />
Praktisch alle Green eMotion Demoregionen in Europa werden<br />
diesen B2B-Marktplatz nutzen. Sie binden dazu ihre<br />
IT-Systeme über die offenen Standardschnittstellen an den<br />
Marktplatz an. Es werden dabei in zwei Phasen Funktionen getestet<br />
und demonstriert. Die erste Phase der Tests begann im<br />
September 2012 und umfasst Funktionen zum Auffinden von<br />
Ladesäulen und vertragliche Klärung bei Nutzung von Fremdanbietern<br />
(Roaming). In weiteren Phasen kommen energiebezogene<br />
Dienste zur Optimierung der Netzauslastung sowie<br />
zusätzliche Mehrwertdienste für Endkunden wie Reservierung<br />
von Ladesäulen mit hinzu.<br />
Mit der veröffentlichten Beschreibung dieser offenen Systemarchitektur<br />
und den standardisierten Schnittstellen und<br />
Business Objekten ist sichergestellt, dass alle Marktteilnehmer<br />
die Services nach ihren Businessmodellen entwickeln<br />
und anbieten können. Die Fahrer von Elektroautos können<br />
diese Services nutzen und haben damit Zugriff auf vielfältige<br />
Angebote der Elektromobilität. So kann hier ein wettbewerbsorientiertes<br />
Gesamtsystem entstehen, das Raum<br />
für individuelle Lösungen bietet. Das Green eMotion System<br />
kann auch mit weiteren Marktplätzen kommunizieren - etwa<br />
regionalen Lösungen, die schon entstanden sind. Ziel ist es,<br />
ein wirklich flächendeckendes Netz für Europa zu schaffen.<br />
Neben diesem zentralen IKT-Thema hat Green eMotion auch<br />
auf anderen Themenfeldern wichtige Ergebnisse erzielt:<br />
• Für die Standardisierung rund um die Elektromobilität wurde<br />
eine Gap-Analyse durchgeführt und die Fokus-Themen<br />
Schnittstellen und Identifikation angepackt. Hier arbeitet<br />
Green eMotion in der Industrieinitiative »eMobility ICT Interoperability<br />
Interest Group« mit.<br />
• Die Städtepartner in Green eMotion haben ein Strategiepapier<br />
zur Einführung der Elektromobilität veröffentlicht und<br />
erzarbeiten gerade eine politische Richtlinie mit Erfolgsfaktoren<br />
und Hürden für den Start des Massenmarktes Elektromobilität.<br />
• Neben dem Aufbau ausgewählter Ladesysteme haben die<br />
Infrastrukturpartner in Green eMotion erste Ergebnisse zu<br />
den Auswirkungen unterschiedlicher Ladestrategien auf<br />
das Netz veröffentlicht.<br />
Weitere Informationen unter www.greenemotion-project.eu<br />
Dr. Heike Barlag und Dr. Norbert Vierheilig<br />
Siemens AG // www.siemens.de<br />
Volker Fricke // IBM // www.ibm.com<br />
82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83
Status Quo der Elektromobilität - DEUTSCHES DIALOG INSTITUT<br />
Status Quo der Elektromobilität - DEUTSCHES DIALOG INSTITUT<br />
Elektromobilität im Dialog<br />
Ein interaktives Online-Forum für Experten und Entscheider<br />
Experten und Entscheider aus unterschiedlichen Branchen<br />
müssen stärker miteinander kooperieren, um die Innovationsfähigkeit<br />
des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern.<br />
Dies gilt insbesondere für Innovationen, die an den Schnittstellen<br />
unterschiedlicher Branchen entstehen, die bisher<br />
kaum oder keinen Kontakt miteinander hatten.<br />
Gerade die Elektromobilität ist ein Innovationsfeld mit vielen<br />
verschiedenen Anknüpfungspunkten. Für die Weiterentwicklung<br />
und den Erfolg am Markt müssen vor allem Unternehmen<br />
der Automobilindustrie, Energiewirtschaft und<br />
Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) lernen,<br />
einander zu verstehen und besser zu kooperieren. Zudem<br />
brauchen sie den Austausch mit weiteren Stakeholdern aus<br />
Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.<br />
»Elektromobilität im Dialog« bietet neue Möglichkeiten, diesen<br />
Austausch effizient und effektiv zu gestalten. Die Online-<br />
Plattform versteht sich als interaktiver Kongressraum für<br />
relevante Meinungsbildner der Elektromobilität aus Politik,<br />
Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, in dem<br />
• in einem Plenum Handlungsempfehlungen zur Beförderung<br />
von Innovationen im Sinne von marktfähigen Produkten<br />
formuliert und erörtert werden,<br />
84 Neue Mobilität<br />
• in einer Bibliothek für die Entscheidung wichtige Dokumente<br />
als gemeinsame Wissensbasis abgelegt und eingesehen<br />
werden,<br />
• in vertraulichen Besprechungsräumen mit ausgewählten<br />
Partnern Allianzen zur Umsetzung konkreter Projekte initiiert<br />
werden können.<br />
Bereits seit Frühjahr 2012 entwickeln Entscheider und Experten<br />
auf der geschlossenen Plattform gemeinsame Meinungsbilder<br />
zu kontroversen Thesen der Elektromobilität, welche<br />
die Perspektiven der betroffenen Branchen und Sektoren widerspiegeln.<br />
Mehr als 300 zum Teil hochrangige Teilnehmer,<br />
die rund 550 Dialogbeiträge veröffentlicht haben, verzeichnet<br />
die Plattform am Ende ihres ersten Jahres.<br />
Die 20 Thesen, über die sich die Dialogbeteiligten 2012<br />
ausgetauscht haben, basieren auf den Erkenntnissen aus<br />
hunderten von Einzelgesprächen. Das Deutsche Dialog Institut<br />
(DDI) hat im Vorfeld der Plattformgründung mit Fachleuten<br />
verschiedener Branchen über die Voraussetzungen<br />
einer erfolgreichen Markteinführung der Elektromobilität<br />
in Deutschland gesprochen. Aus diesen Interviews wurden<br />
häufig genannte, kontroverse Positionen ermittelt und in<br />
Thesenform zugespitzt.<br />
Durch die Bewertung dieser Thesen und die Begründung ihrer<br />
Meinung leisten die Teilnehmer nicht nur einen Beitrag zu<br />
einer schnelleren Entscheidungsfindung, sondern erhalten<br />
auch jederzeit einen aktuellen Einblick in unterschiedliche<br />
Perspektiven und Meinungen anderer Teilnehmer. Damit die<br />
Meinungsbildung nicht durch corporate opinions behindert<br />
wird, bietet die Plattform einen »geschützten Raum« zur Diskussion.<br />
Dort sehen die Teilnehmer zwar, wer an der Debatte<br />
beteiligt ist, aber nicht unbedingt, wer welchen Beitrag geleistet<br />
hat.<br />
Das Moderationsteam des DDI wertet den Onlinedialog regelmäßig<br />
aus und erstellt Ergebnispapiere, die in knapper<br />
Form zwar nicht repräsentativ, aber dennoch das Meinungsbild<br />
zu bestimmten Thesen aussagekräftig darstellen. 2012<br />
sind sechs solcher Ergebnispapiere erschienen und an Entscheider<br />
und Multiplikatoren, darunter die Mitglieder der<br />
Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), weitergeleitet<br />
worden. Sie behandeln die Thesen:<br />
• Die Automobilindustrie sollte im Feld Elektromobilität stärker<br />
auf völlig neue Fahrzeugkonzepte setzen.<br />
• Der Ausbau der Batteriezellenproduktion in Deutschland<br />
sollte stärker vorangetrieben werden.<br />
• Ergänzend zur Batterietechnik sollte die Weiterentwicklung<br />
und Nutzung der Brennstoffzelle stärker vorangetrieben<br />
werden.<br />
Helmuth von Grolman<br />
Deutsches Dialog Institut<br />
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14%<br />
13%<br />
Verband<br />
6%<br />
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Provider<br />
• Deutschland muss die staatliche Förderung der Elektromobilität<br />
steigern, um sich als Leitanbieter für marktfähige<br />
Elektromobilität zu positionieren.<br />
• Um Elektromobilität voranzubringen, bedarf es größerer<br />
Investitionen, um die Vorteile für die potenziellen Nutzer<br />
erlebbar zu machen.<br />
• In absehbarer Zukunft wird das Elektroauto keinen Durchbruch<br />
erleben, dafür ist das Potenzial des Verbrennungsmotors<br />
noch viel zu groß.<br />
Inzwischen ist die vom DDI moderierte Plattform Bestandteil<br />
der Begleitforschung zum Förderprogramm »IKT für<br />
Elektromobilität II« des Bundesministeriums für Wirtschaft<br />
und Technologie. Sie soll dazu beitragen, die mehr als <strong>10</strong>0<br />
an diesem Programm beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen<br />
untereinander und mit anderen<br />
Meinungsbildnern zu vernetzen. Die programmbezogenen<br />
Forschungsaktivitäten der beteiligten Unternehmen konzentrieren<br />
sich bis 2015 auf die IKT-basierte Weiterentwicklung<br />
und Verflechtung der Technologiefelder Fahrzeugtechnik<br />
(Smart Car), Energieversorgung (Smart Grid) und Verkehrssteuerung<br />
(Smart Traffic) in der Elektromobilität. Deshalb<br />
wird sich auch der Dialog auf der Plattform zukünftig stärker<br />
mit diesen Themen beschäftigen.<br />
8%<br />
Sonstige<br />
Wissenschaft<br />
Politik<br />
59%<br />
Wirtschaft<br />
15%<br />
15%<br />
11%<br />
<strong>10</strong>%<br />
7%<br />
Automobil<br />
Elektromobilität<br />
Energie<br />
IKT<br />
Sonstige<br />
Anteile der Branchenvertreter, die sich an der Diskussion auf der Online-Plattform beteiligen<br />
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Status Quo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />
Status Quo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />
Smarte Paketverteilung für<br />
die elektromobile City<br />
»Von Verbesserungen bei der kleinräumigen Waren- und<br />
Paketverteilung würden wir alle mehrfach profitieren.«<br />
Containersystem für ressourcen- und energieeffiziente Logistik<br />
Lieferfahrzeuge der Kurier-, Express- und Paketdienste, kurz<br />
KEP-Dienste, prägen zunehmend den städtischen Güterverkehr.<br />
Die KEP-Dienstleister erledigen bereits etwa 35%<br />
aller innerstädtischen Lieferungen. Wir alle vergrößern mit<br />
unseren Einkaufsgewohnheiten diesen Güterverkehr und<br />
die dadurch verursachten Umweltbelastungen und Verkehrsbeeinträchtigungen.<br />
Vergegenwärtigen Sie sich, dass jede<br />
im Internet bestellte Kleinigkeit als Paket den Weg zu Ihnen<br />
findet. Die daraus resultierenden Probleme: Von Zustellfahrzeugen<br />
verursachte unfallträchtige Situationen und Staus,<br />
z.B. durch Missachtung von Halteverboten, zugeparkte Fahrspuren<br />
und Radwege, hoher Spritverbrauch und hohe Schadstoffemissionen<br />
durch intermitierenden Motorlauf, schlechte<br />
Ausnutzung des Ladevolumens, Leerfahrten etc.. Von<br />
Verbesserungen bei der kleinräumigen Waren- und Paketverteilung<br />
würden wir alle also mehrfach profitieren.<br />
Die Voraussetzungen für eine Elektrifizierung der KEP-Dienste<br />
und großer Teile des städtischen Wirtschaftsverkehrs sind<br />
günstig: Kurze täglich zurückgelegte Distanzen, geringe Fahrgeschwindigkeit,<br />
mehr Stand- als Fahrtzeit. Feste Einsatzzeiten<br />
ermöglichen ein nächtliches Aufladen der Batterien. Da<br />
etwa drei Viertel der Transporte in Deutschland im Nahbereich<br />
bis 50 km auf der Straße stattfinden, sind hier Elektroantriebe<br />
sinnvoll und ein wichtiger Mosaikstein für die Mobilitätswende.<br />
Um die Lebensqualität in den Städten zu steigern,<br />
ist die Elektrifizierung unverzichtbar.<br />
Ein Umbau klassischer Lieferfahrzeuge auf Elektroantrieb<br />
scheitert wegen der nötigen großen Batteriekapazitäten<br />
an mangelnder Wirtschaftlichkeit und bringt, wie beim üblichen<br />
Pkw, kaum Vorteile. Fossil angetriebene Fahrzeuge,<br />
damit auch Lieferfahrzeuge, haben einen schlechten Wirkungsgrad,<br />
ein ungünstiges Verhältnis von Fahrzeug- zu<br />
Transportgewicht und besitzen einen voluminösen Antriebsstrang.<br />
Bei Zustellfahrzeugen kommt die schlechte<br />
Laderaumausnutzung hinzu, da es letztlich fahrende Regale<br />
mit begehbarem Mittelgang sind. Um die Möglichkeiten<br />
der Elektrotraktion für den Wirtschaftsverkehr sinnvoll<br />
zu erschließen, bedarf es somit grundlegend neuer und<br />
citykompatibler Fahrzeug- und Logistikkonzepte. Die Arbeitsabläufe<br />
einer Paketverteilung mit »fahrenden Regalen«<br />
sind verbesserungsfähig. Noch wird jedes Paket<br />
mehrfach in die Hand genommen, um es letztlich im Fahrzeug<br />
wieder zu suchen und dem Empfänger zu übergeben.<br />
Sackkarren sind dabei schon die modernsten Hilfsmittel.<br />
Container vereinfachen die Verteil- und Zustellaufgaben,<br />
da sich in ihnen Waren und Pakete automatisch und vorsortiert<br />
verstauen lassen. Bisher ist das Problem jedoch die<br />
schlechte Handhabbarkeit, sollen Container in üblichen<br />
Kleintransportern oder auf Ladeflächen transportiert werden,<br />
da große Hubhöhen und komplexe, raumgreifende<br />
Bewegungsabläufe nötig sind (Abb. 1). Die Container lassen<br />
sich außerdem schlecht sichern.<br />
Abb 1<br />
Das vorgestellte, auf beweglichen Containern basierende<br />
System nutzt die Vorteile des elektrischen Antriebs beim<br />
Fahrzeuglayout, erschließt das gesamte Leichtbaupotenzial<br />
und ändert die überkommenen Arbeitsabläufe. Das Ergebnis:<br />
höhere Ressourcen- und Energieeffizienz, weniger Verkehrsfläche,<br />
Kostenreduktion, vereinfachte Betriebsabläufe und<br />
bessere Kundenorientierung. Die Container dieses neuen<br />
Systems sind leicht, kompakt, verschließbar, wetterfest und<br />
überblickbar. Zum Verstauen und Entnehmen von Waren und<br />
Paketen sind Türen und/oder Schubladen vorgesehen. Um<br />
die Container bequem zum Übergabeort zu bewegen, sind<br />
Rollen oder Räder und ein Handgriff oder ein eigener elektrischer<br />
Antrieb vorgesehen. Ergänzend können sie je nach<br />
Systemarchitektur und Einsatzzweck mit RFID-Tags, GPS-<br />
Empfänger, Datenlogger, Display, Bedienpanel und Solarzellen<br />
versehen werden. Zu Werbezwecken lassen sich die<br />
Fronten bedrucken oder plakatieren.<br />
Kern des neuen Systems ist ein Elektrofahrzeug, das einen<br />
einfachen Dreh nutzt: Aus einer üblicherweise horizontalen<br />
Ladefläche wird die vertikal gestellte und nun beidseitig<br />
nutzbare Container-Andockbasis. Diese schmale Andockbasis<br />
vereint das Antriebsrad nebst Radaufhängung und Elektromotor,<br />
die Traktionsbatterien und die Handhabungselemente,<br />
mit denen die Container angehoben, verriegelt und<br />
wieder freigegeben werden. Eine Box für Langgüter lässt sich<br />
leicht integrieren. Der vordere Teil des Fahrzeuges mit Vorderachse,<br />
Fahrerplatz, Lenk- und Bedienelementen ist nichts<br />
besonderes; hier herrschen normale Pkw-Verhältnisse.<br />
Die offenkundigen Vorteile des neuen Fahrzeugs liegen in<br />
den simplen Bewegungsabläufen beim Handling der Container,<br />
in der reduzierten Fahrzeughöhe, die der Übersichtlichkeit<br />
zugute kommt und die eine Einfahrt in Tiefgaragen<br />
und Parkhäuser zulässt. Das Fahrzeug wird schmaler, da der<br />
beim Kastenwagen übliche Mittelgang entfällt. Das Verhältnis<br />
von Fahrzeug- zu Transportgewicht verbessert sich und<br />
der Raum wird bestens genutzt.<br />
Der anzudockende Container wird vor dem entsprechenden<br />
Andockplatz der Basis platziert, die Sensorik der Andockbasis<br />
erkennt den Container und leitet den Anhebe- und Verriegelungsvorgang<br />
automatisch ein. Der Container befindet<br />
sich danach sicher und fest verriegelt in seiner Fahrposition.<br />
Der Vorgang wiederholt sich, bis alle Andockplätze bestückt<br />
sind. Die Entnahme der Container ist ebenso leicht und kann<br />
per Knopfdruck oder durch eine Authentifizierung eingeleitet<br />
werden.<br />
Das System umfasst auch eine stationäre Andockbasis, die<br />
prinzipiell der Andockbasis des Fahrzeugs gleicht. Diese<br />
stationäre Basis kann kundenfreundlich mit abzuholenden<br />
Waren oder Paketen bestückt werden oder bereits bestückte<br />
Container aufnehmen. Bei gut organisierten Abläufen lassen<br />
sich so Leerfahrten weitgehend vermeiden. Die stationäre<br />
Basis erhält eine am Bedarf orientierte Anzahl Andockplätze.<br />
Ein universelles, quasi grünes Gegenstück zu den gelben<br />
Packstationen ließe sich etablieren, wenn sich mehrere KEP-<br />
Dienstleister zusammenschließen.<br />
Die Möglichkeiten dieses Systems enden jedoch keineswegs<br />
bei der Waren- und Paketverteilung. Spezialisierte Technikcontainer<br />
für den Einsatz beispielsweise auf Großveranstaltungen<br />
oder für Kriseneinsätze können Frischwasserspender,<br />
Minibüros, Kompaktküchen, Kühlaggregate, Lufterhitzer, Feuerlöscher,<br />
Kompressoren, Pumpen, Stromerzeuger oder Batterien<br />
enthalten. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.<br />
Das System befindet sich in der Konzeptphase und kann<br />
an Anwenderbedürfnisse angepasst werden. Die Urheber-,<br />
Schutz- und Patentrechte liegen beim Autor.<br />
Abb 2<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur und Berater<br />
Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung<br />
office@esch-pro.com<br />
86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87
»Insbesondere in der aktuellen Phase der<br />
Neuorientierung bedarf es klarer, konkreter<br />
und vor allem konsistenter Aussagen.«<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
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Revolutionäres Elektromotorrad<br />
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Reisen mit dem biiista<br />
Elektromotorräder biiista<br />
Ziel im Mobilitätsbereich ist es, Lärm- und CO 2 -Emissionen<br />
zu senken, sowie Energieverbrauch und Wartungskosten zu<br />
reduzieren. Die verbleibende Energiemenge kann mittels<br />
Photovoltaik hergestellt werden. Dies und die vielen noch<br />
unentdeckten Vorteile der Elektromobilität werden unser<br />
Konsumverhalten von Grund auf verändern.<br />
»Die Sehnsucht in diesem Bereich tätig zu werden und Nützliches<br />
zu entdecken, wurde von uns durch eine neue Form der<br />
Mobilität gestillt. Ein Elektromotorrad, konsequent um die<br />
Antriebseinheit (Motor und Batterie) herum entwickelt, in<br />
Leichtbauweise, <strong>10</strong>0% recyclingfähig, in kleinen Losgrößen<br />
wirtschaftlich herstellbar, dessen neuartige Formensprache<br />
das logische Ergebnis unserer klaren Herangehensweise<br />
ist«, so Johann Hammerschmid, Geschäftsführer der biiista<br />
elektromobilität gmbh.<br />
Das Elektromotorrad biiista stellt im Vergleich zu einem konventionellen<br />
mit Verbrennungsmotor betriebenen Motorrad<br />
ein völlig neues Fahrzeugkonzept dar. »Das Akku Pack sowie<br />
im Anschluss daran der Rahmen und die Lenkung mussten<br />
aufgrund der Platzanforderungen des Akku-Packs und der<br />
erforderlichen maximalen Steifigkeit bei äußerst geringem<br />
Gewicht komplett neu gedacht werden. In die hintere Schwinge<br />
wurden Motor und Regler integriert. Die Schwinge vorne<br />
wurde optimal an das Gewichtssteifigkeitsverhältnis angepasst.<br />
Auch die Federn und die Stoßdämpfer mussten so<br />
gewählt werden, dass diese zur Rahmenanordnung passten,<br />
ohne dabei die Formensprache zu beeinflussen«, betont<br />
der Konstrukteur Georg Hochreiter. Mit Hilfe neuer Herstellungsverfahren<br />
für dreidimensionale Sandwichbauteile und<br />
der Entwicklung neuer Produktionsprozesse wurden alle nötigen<br />
Elemente für das elektromobile Konzept, inklusive der<br />
dazu erforderlichen Produktionstechniken, entwickelt. Die<br />
ersten Prototypen werden seit März 2011 getestet.<br />
Das Elektromotorrad biiista wurde in Oberösterreich erdacht,<br />
entwickelt und produziert. Die Motivation dahinter erklärt<br />
Johann Hammerschmid: »Um die Menschen im eigenen<br />
Betrieb voranzubringen, um sie wachsen zu lassen und um<br />
etwas Wertvolles zu schaffen. Dieser Prozess, von der einfachen<br />
Überlegung hin zu einem in der Öffentlichkeit wahrgenommenen,<br />
wahrhaften Produkt, hat unsere Mitarbeiter<br />
und Mitarbeiterinnen in vielerlei Hinsicht verändert. Neues<br />
Wissen wurde generiert und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten<br />
und Fertigkeiten gestärkt.«<br />
»Der biiista ist für Menschen, die den Weg als Ziel haben.<br />
Menschen, denen es nicht um die Geschwindigkeit sondern<br />
um das Reisen und neue Erlebnisse geht. Menschen,<br />
die freiheitsliebend sind, die Emotionen bewusst erleben<br />
wollen! Menschen, die die Natur schätzen, diese spüren, riechen<br />
und hören wollen. Der biiista ist Neue Mobilität mit<br />
gutem Gewissen«, erklärt Pia-Maria Maier, die bei der biiista<br />
elektromobilität gmbh für den Vertrieb verantwortlich ist.<br />
Der biiista bietet revolutionäre Batterietechnologie, gut<br />
durchdachte technische Ausführungen und ein außergewöhnliches<br />
Design. Das Akku-Pack, welches eigens für den<br />
biiista entwickelt und produziert wurde, besteht aus sorgfältig<br />
geprüften Markenzellen, äußerst platzsparend verbaut.<br />
Das Pack ist insgesamt kleiner und leichter als vergleichbare<br />
Akku-Systeme und erbringt die höchstmögliche Leistung<br />
bei einer garantierten Lebensdauer von fünf Jahren, mind.<br />
85% Kapazität, bei bestimmungsgemäßer Verwendung. Das<br />
Drehmoment mit 240Nm am Rad ist über den gesamten Geschwindigkeitsbereich<br />
konstant. Das Chassis ist aufgrund des<br />
verwendeten Kunststoffs sehr stabil, bruchsicher und äußerst<br />
leicht. Der Profilrahmen und die Schwingen bestehen vollständig<br />
aus Aluminium und liefern bei extrem niedrigem Gewicht<br />
eine sehr hohe Torsionssteifigkeit. Gelenkt wird mittels<br />
mechanischer Radnabenlenkung, die sich aufgrund des<br />
Aufbaus des Profilrahmens ergibt. Gebremst wird mittels<br />
Scheibenbremsen, beim Bremsvorgang selbst wird Energie<br />
rückgeführt. Um ein Einfedern bei starker Bremsung zu verhindern,<br />
wurde auf einen fast vollständigen Bremsnickausgleich<br />
Wert gelegt. Der Schwerpunkt liegt extrem niedrig bei<br />
300mm, was das Handling immens vereinfacht. Das Gesamtgewicht<br />
der Basisversion beträgt nur 147 kg. Tankbar ist der<br />
biiista an jeder haushaltsüblichen Schuko- oder Kraftstromsteckdose.<br />
Der biiista wird in verschiedenen Modellvarianten,<br />
die sich in Leistung, Akkukapazität beziehungsweise<br />
Reichweite und Ladegerät (on board) unterscheiden, erhältlich<br />
sein. Je nach Modell beträgt die Leistung 11 kW (auch mit<br />
Führerscheinklasse A1 lenkbar) oder 16kW, die Reichweite<br />
<strong>10</strong>0 km oder 200 km und die Akkuladezeit 1 bis 3 Stunden.<br />
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Der biiista<br />
wird ab Frühjahr 2013 erhältlich sein.<br />
»Künftig gilt es die bis dato erworbenen Kompetenzen im<br />
Elektromobilitätsbereich weiter auszubauen. Die biiista<br />
elektromobilität gmbh ist vor allem bestrebt Fortschritte in<br />
der Batterieforschung zu forcieren«, betont Hammerschmid<br />
abschließend.<br />
Mag. Pia-Maria Maier<br />
biiista elektromobilität gmbh<br />
pia.maier@biiista.at<br />
www.biiista.at<br />
90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91
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Elektromobilität -<br />
Beschaffung durch die<br />
öffentliche Hand<br />
»Durchzuführen ist zwingend ein transparentes Vergabeverfahren<br />
unter Beachtung der Grundsätze des Wettbewerbs<br />
und der Gleichbehandlung.«<br />
Angesichts derzeit im Verhältnis zu herkömmlichen Fahrzeugen<br />
noch hoher Kosten für Elektrofahrzeuge kommt als Kunde<br />
insbesondere die öffentliche Hand in Betracht, in erster<br />
Linie also Bund, Länder und Gemeinden aber beispielsweise<br />
auch deren Tochtergesellschaften etwa in den Bereichen<br />
Stadtreinigung, Abfallentsorgung sowie kommunale Energieversorger<br />
und bestimmte Forschungsgesellschaften. Der öffentlichen<br />
Hand soll hier eine Vorbildfunktion zukommen. So<br />
sieht das am 06. Dezember 20<strong>10</strong> vom Staatssekretärsausschuss<br />
für nachhaltige Entwicklung beschlossene Maßnahmenprogramm<br />
etwa eine Verbesserung der Energieeffizienz<br />
der Fuhrparks von Bundesressorts und -Behörden vor. Die<br />
Landesregierungen unterstützen in unterschiedlicher Weise<br />
Projekte im Bereich der Elektromobilität (siehe auch S. 40,<br />
41 in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 09).<br />
Vergaberechtliche Bindungen<br />
Europaweit gibt die öffentliche Hand ca. 1,5 Billionen Euro<br />
jährlich für Waren und Dienstleistungen aus. Mit ihrem Beschaffungsbudget<br />
hat die öffentliche Hand durchaus relevanten<br />
Einfluss auf die Nachfrage und Entwicklung nachhaltiger<br />
Produkte. Anders als private Auftraggeber ist die öffentliche<br />
Hand jedoch bei der Verwendung ihrer Beschaffungsbudgets<br />
nicht frei. Bund, Länder und Gemeinden müssen, ebenso wie<br />
andere Körperschaften und Unternehmen, die als öffentliche<br />
Auftraggeber zu qualifizieren sind, bei der Auswahl ihrer Vertragspartner<br />
strenge Regeln beachten. Welche Bestimmungen<br />
für den konkreten Beschaffungsvorgang Anwendung finden,<br />
richtet sich nach dem Beschaffungswert. Bei einem (Gesamt-)Bruttoauftragswert<br />
oberhalb eines Schwellenwertes<br />
von 200.000 Euro kommen die strengeren Regeln des EU-Vergaberechts<br />
zur Anwendung. Diese auf EU-Recht beruhenden<br />
Vorschriften finden sich in den §§ 97 ff. des Gesetzes gegen<br />
Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), den Bestimmungen der<br />
Vergabeverordnung (VgV) und den Vorschriften des Teils A<br />
der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen, dort 2. Abschnitt<br />
(EG VOL/A). Für Aufträge unterhalb von 200.000 Euro<br />
Auftragswert gelten die Bestimmungen des 1. Teils der VOL/A.<br />
Vergaberechtlich handelt es sich jeweils um Lieferaufträge,<br />
gleich ob die Fahrzeuge gekauft, gemietet oder etwa im Wege<br />
des (Full-Service) Leasing erworben werden.<br />
Durchzuführen ist zwingend ein transparentes Vergabeverfahren<br />
unter Beachtung der Grundsätze des Wettbewerbs und<br />
der Gleichbehandlung. Da die Leistungen hier hinreichend<br />
eindeutig und erschöpfend beschrieben werden können, wird<br />
die Vergabe in aller Regel im Wege eines förmlichen Vergabeverfahrens<br />
erfolgen müssen, d.h. unterhalb des Schwellenwertes<br />
mittels Durchführung einer öffentlichen Ausschreibung<br />
und oberhalb des Schwellenwertes im Wege des sog. Offenen<br />
Verfahrens. Der Schwellenwert dürfte jedoch bereits bei einer<br />
überschaubaren Anzahl an zu beschaffenden Fahrzeugen<br />
regelmäßig überschritten sein, und sei es unter Berücksichtigung<br />
weiterer, bei der Schwellenwertberechnung mit<br />
zu berücksichtigender Kosten z.B. für Ladeinfrastruktur oder<br />
Batterieleasing.<br />
Anforderungen an die Verfahrensgestaltung<br />
Der öffentliche Auftraggeber unterliegt umfangreichen rechtlichen<br />
Bindungen. Auf deren Einhaltung haben die Bieter Anspruch.<br />
Dies gilt beispielsweise für das Gebot der Produktund<br />
Herstellerneutralität, wonach die Leistungen weder offen<br />
noch durch Beschreibung der technischen Spezifikationen<br />
auf bestimmte Hersteller und Lieferanten zugeschnitten sein<br />
dürfen. Auch sind die Anforderungen an technische und/<br />
oder Umwelteigenschaften im Einzelnen zu spezifizieren, so<br />
dass alle Bieter die Leistungsbeschreibung im gleichen Sinne<br />
verstehen können und die Angebote miteinander vergleichbar<br />
sind. Insbesondere für die Angebotsabgabe muss der<br />
Auftraggeber den interessierten Unternehmen eine ausreichend<br />
lang bemessene Frist einräumen. Bei EU-weiten Ausschreibungen<br />
im offenen Verfahren beträgt diese bei elektronischem<br />
Versand der Bekanntmachung mindestens 45 Kalendertage.<br />
Die Zuschlagskriterien, von denen bei der späteren<br />
Angebotswertung nicht abgewichen werden darf, sind einschließlich<br />
ihrer Gewichtung im Vorfeld hinreichend transparent<br />
bekannt zu machen. Alleiniges Zuschlagskriterium kann<br />
der niedrigste Preis sein, es kann aber auch etwa der Preis mit<br />
weiteren, z.B. technischen Kriterien oder auch der Lieferfrist<br />
bewertet werden. Zum Zwecke der Eignungsprüfung kann<br />
der Auftraggeber die Vorlage von Nachweisen zur Zuverlässigkeit<br />
sowie zur wirtschaftlichen und fachlich-/ technischen<br />
Leistungsfähigkeit verlangen. Hierzu zählen auch Angaben<br />
zu in der Vergangenheit durchgeführten vergleichbaren Aufträgen<br />
(Referenzen). Diese können gerade Newcomern mitunter<br />
eine Beteiligung erschweren, wenngleich Referenzen<br />
prinzipiell auch durch erbrachte Leistungen im Privatsektor<br />
nachgewiesen werden können.<br />
Grundlagen erfolgreicher Beteiligung<br />
Mit der rechtlichen Bindung des Auftraggebers an die Verfahrensausgestaltung<br />
korrespondieren zahlreiche Pflichten bzw.<br />
Obliegenheiten des Bieters. Dies gilt insbesondere hinsichtlich<br />
der in der Regel stark formalisierten Anforderungen an<br />
die Angebotsgestaltung und die mit dem Angebot vorzulegenden<br />
Unterlagen und Erklärungen. Spätere Verhandlungen<br />
nach Angebotsabgabe sind im Verfahren der öffentlichen Ausschreibung<br />
bzw. des offenen Verfahrens nicht zulässig.<br />
Zunächst bedarf es einer hinreichend frühen Kenntnis der<br />
Beschaffungsabsicht eines öffentlichen Auftraggebers. Bei<br />
Aufträgen oberhalb des Schwellenwertes besteht eine Pflicht<br />
zur EU-weiten Veröffentlichung der Vergabebekanntmachung<br />
im EU-Amtsblatt.<br />
Diese Bekanntmachungen sind sämtlich kostenfrei im sog.<br />
TED abrufbar unter http://ted.europa.eu. Gezielt nach eFahrzeugen<br />
gesucht werden kann dabei unter Angabe des CPV-<br />
Codes: 34144900-7. Nationale Bekanntmachungen sind über<br />
unterschiedliche Dienstleister sowie auf den Vergabeportalen<br />
des Bundes (www.bund.de) oder der Länder einsehbar.<br />
Nach Auffinden und Durchsicht der Bekanntmachung sind<br />
zunächst die Vergabeunterlagen beim öffentlichen Auftraggeber<br />
anzufordern. Auf welchem Wege diese zur Verfügung<br />
gestellt werden, z.B. in Papierform oder vollelektronisch über<br />
eine Vergabeplattform, ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.<br />
Ggf. geforderte externe Eignungsnachweise, z.B. Unbedenklichkeitsbescheinigungen<br />
des Finanz- oder kommunalen<br />
Steueramtes sowie Auszüge aus dem Gewerbezentralregister,<br />
sind rechtzeitig und in der geforderten Form bei den zuständigen<br />
Stellen zu beschaffen. Während der Angebotsphase<br />
sowie bei der Erstellung und Abgabe des Angebotes sind<br />
zwingend die Vorgaben des Auftraggebers zu beachten. Für<br />
die Kommunikation mit dem Auftraggeber sind ausschließlich<br />
die hierfür vorgesehenen Kommunikationswege zu nutzen.<br />
Das Angebot muss bei der vom Auftraggeber angegebenen<br />
Stelle innerhalb der Angebotsfrist, in der vorgesehenen<br />
Form, d.h. in verschlossenem, entsprechend gekennzeichnetem<br />
Umschlag und an der/den entsprechenden Stelle(n) unterzeichnet<br />
oder, sofern eine elektronische Angebotsabgabe<br />
vorgesehen ist, mit der erforderlichen Signatur, abgegeben<br />
werden. Sämtliche geforderten (insbesondere Preis-) Angaben<br />
sind vollständig an der jeweils hierfür vorgesehenen<br />
Stelle zu machen. Zu beachten ist weiter, dass die Vergabeunterlagen<br />
keinesfalls eigenmächtig vom Bieter geändert<br />
werden dürfen. Aus diesem Grunde sollten einem Angebot<br />
grundsätzlich keine eigenen AGB beigefügt werden.<br />
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Abgabe eines wertungsfähigen<br />
Angebotes nicht dem Zufall überlassen werden<br />
sollte.<br />
Dr. Oliver Esch<br />
Rechtsanwalt<br />
Osborne Clarke<br />
www.osborneclarke.de<br />
92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93
Erste Flotten - Quartier Potsdamer Platz<br />
Erste Flotten - elektro:mobilia<br />
Das Schaufenster<br />
im Schaufenster<br />
Elektromobilität im Quartier Potsdamer Platz<br />
Kompetenztreffen<br />
Elektromobilität<br />
Im Fokus: Elektromobilität in der gewerblichen Nutzung<br />
Die erste eCarsharing-Strasse Europas befindet sich im Quartier Potsdamer Platz Ausstellung historischer Elektrowagen auf der elektro:mobilia 2012<br />
Berlin und Brandenburg sind Vorreiter der Neuen Mobilität.<br />
Als Praxislabor hält besonders das Quartier Potsdamer Platz<br />
vielfältige Erfahrungen bereit und bietet einmalige Voraussetzungen,<br />
die Entwicklung des »Internationalen Schaufenster<br />
Berlin-Brandenburg« wegweisend mit zu gestalten.<br />
Schon jetzt weisen die Mobilitätsangebote im Quartier mit<br />
starken Projektpartnern ein attraktives Angebot auf: Angefangen<br />
mit Berlins erster Elektro-Smart-Flotte von car2go inklusive<br />
Ladesäulen über den Segway-Verleih von yoove bis<br />
hin zu elektrischen Transportfahrzeugen, die von Dienstleistern<br />
direkt vor Ort genutzt werden. »Das Quartier ist ein<br />
abwechslungsreiches Erprobungsfeld und im Herzen der<br />
Hauptstadt der »Platz to be« für Elektromobilität«, erklärt<br />
Thomas Schmalfuß, Geschäftsführer der Potsdamer Platz<br />
Management GmbH, und führt weiter aus, »Wir sind aufgeschlossen<br />
für die Stärkung integrierter und erlebbarer<br />
Elektromobilität und werden den Start weiterer Projekte<br />
auch in Zukunft unterstützen. Dabei möchten wir die Aufenthaltsqualität<br />
in unserem Quartier nicht nur attraktiver<br />
gestalten, sondern den Standort als Hot-Spot der Elektromobilität<br />
gleichermaßen stärken.«<br />
Dieses Konzept hat sich bewährt. Die Mobilitäts-Angebote<br />
am Potsdamer Platz begeistern täglich bis zu <strong>10</strong>0.000 Besucher,<br />
Anwohner und Nutzer. Dabei sind das Bedürfnis und<br />
die Anwendung vielfältig. Einerseits zieht das Quartier junge,<br />
kreative Gäste aus aller Welt an, die sich für innovative<br />
Themen begeistern und die Vorzüge urbaner Mobilität flexibel<br />
erleben möchten. Anderseits ist das Quartier Potsdamer<br />
Platz aber auch Heimat internationaler Unternehmen, die die<br />
Vorzüge der Elektromobilität in ihren Arbeitsalltag integrieren<br />
wollen.<br />
Das Quartier Potsdamer Platz bietet den Märkten der Zukunftsbranche<br />
Elektromobilität eine umfassende sowie zeitgemäße<br />
Plattform zur Kommunikation und Anwendung. Diese<br />
Anforderungen in Kombination mit der Integration, Anwendung<br />
und Kommunikation der entscheidenden Märkte<br />
Energie, Fahrzeuge und Verkehr machen das Quartier zum<br />
»Schaufenster im Schaufenster«. Elektromobilität macht<br />
Spaß, fasziniert und ist nachhaltig. An dieser Prämisse wird<br />
das Quartier Potsdamer Platz auch 2013 festhalten und sich<br />
maßgeblich daran beteiligen, dass Berlin-Brandenburg ein<br />
führender Industriestandort in der Zukunftsbranche »Elektromobilität«<br />
sein wird.<br />
Mehr Informationen unter www.potsdamerplatz.de und<br />
www.facebook.com/potsdamerplatz.de<br />
Am 13. und 14. Februar 2013 veranstaltet der ZVEI - Zentralverband<br />
Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gemeinsam<br />
mit der Koelnmesse nunmehr zum fünften Mal das »Kompetenztreffen<br />
Elektromobilität« und die parallel stattfindende<br />
Fachausstellung »elektro:mobilia«. Experten und Entscheider<br />
aus der Automobil-, Energie-, Elektro- und Elektronik-<br />
Branche sowie Vertreter aus der Politik diskutieren hier<br />
gemeinsam über aktuelle Projekte und Entwicklungen. Ziel<br />
ist, eine breite Einführung von Fahrzeugen mit elektrischen<br />
Antrieben zu forcieren. Der zweitägige Kongress hat sich zu<br />
einer führenden Branchenplattform entwickelt und bietet<br />
eine Vielzahl interessanter Vorträge zu Technologiestand,<br />
Marketingentwicklung und Best Practices in der weltweiten<br />
Elektromobilität. Die parallel stattfindende Fachausstellung<br />
elektro:mobilia als zentrale Informations- und Businessmesse<br />
vernetzt Fachbesucher und Abnehmer mit Unternehmen,<br />
die innovative Elektromobilität von morgen zeigen.<br />
Eröffnet wird der Kongress von Moderator Dr. Kurt Demmer,<br />
Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG, gemeinsam<br />
mit dem ZVEI-Präsidenten Friedhelm Loh und Garrelt<br />
Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand<br />
und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Referenten<br />
sind unter anderen: Harald Kröger, Vice President<br />
e-Drive Daimler AG, Wolfgang Sczygiol, Geschäftsführer<br />
Brose-SEW, Dr. Wolfgang Scholze, Leiter Umweltmanagement<br />
Fraport AG und Dr. Rudolph Krebs, Generalbevollmächtigter<br />
der Volkswagen AG.<br />
Auf Initiative und Einladung der Fachzeitschriften Firmenauto/ecoFleet<br />
in Kooperation mit der Koelnmesse findet<br />
erstmalig ein speziell auf die Zielgruppe »Flottenmanager«<br />
ausgerichtetes Symposium zur elektro:mobilia statt. Am 13.<br />
Februar 2013 beleuchten Flottenexperten - darunter auch<br />
BEM-Beirat Tim Ruhoff - das Thema »Elektromobilität in der<br />
gewerblichen Nutzung«. Präsentiert wird der sinnvolle Einsatz<br />
elektromobiler Fahrzeuge in Flotten. Dabei werden sowohl<br />
die Kosten-Nutzen-Aspekte einer Elektroflotte analysiert<br />
als auch attraktive Leasingmodelle aufgezeigt.<br />
Erneut wird im Rahmen der elektro:mobilia 2013 ein Testparcours<br />
realisiert. Unmittelbar angrenzend an die Fachausstellung<br />
können hier CO 2 -neutrale Fahrzeuge getestet werden.<br />
Der Testparcours beginnt in Halle 8 und führt über das anliegende<br />
Außengelände zurück in die Haltebuchten der Unternehmen.<br />
Hier haben gewerbliche Kunden, Händler und Industrievertreter<br />
die Möglichkeit, sich einen Marktüberblick<br />
zu verschaffen und alle Exponate und ihre Eigenschaften bei<br />
einer Probefahrt zu erfahren.<br />
Mehr Informationen unter www.elektromobilia.de<br />
94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95
Erste Flotten - SMartlab<br />
Erste Flotten - SMartlab<br />
IKT Leuchtturm<br />
»econnect Germany«<br />
Forschung von Stadtwerken für Stadtwerke<br />
Das Projekt »econnect Germany« ist Teil des vom Bundesministerium<br />
für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten<br />
Forschungsprogramms »IKT für Elektromobilität II - Smart<br />
Car - Smart Grid - Smart Traffic«. Im bundesweit größten<br />
Forschungsprojekt im Rahmen des Technologiewettbewerbs<br />
haben sich neben elf Industriepartnern und vier Hochschulen<br />
sieben Stadtwerke aus ganz Deutschland zu einem Forschungsverband<br />
zusammengeschlossen - von Sylt im hohen Norden<br />
über Osnabrück bis ins südliche Allgäu, von Aachen und Trier<br />
im tiefen Westen über Duisburg bis nach Leipzig im Osten.<br />
25 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen des ambitionierten<br />
Projektes, das sich seit Jahresbeginn bis Mitte 2014<br />
mit Lösungen für Elektromobilität beschäftigt.<br />
Darüber hinaus hat die Bundesregierung im Juni 2012 »econnect<br />
Germany« als Leuchtturmprojekt für Elektromobilität<br />
ausgezeichnet. Unter der Konsortialführerschaft der smartlab<br />
Innovationsgesellschaft mbH aus Aachen zählt »econnect<br />
Germany« zu den 13 herausragenden Projekten in Deutschland,<br />
die die Elektromobilität auf die Straße bringen. Das<br />
Besondere an diesem Projekt: In den einzelnen Hubs bündeln<br />
die Stadtwerke an sieben Standorten Partner aus Forschung<br />
und Entwicklung, um jeweils unterschiedliche Themenbereiche<br />
zu bearbeiten. Die Bandbreite reicht dabei von intelligenten<br />
Verkehrsanwendungen für Elektromobilität (Smart<br />
Traffic) und der Integration der Elektromobilität in das intelligente<br />
Stromnetz der Zukunft (Smart Grid) bis hin zu intermodalen<br />
Verkehrskonzepten.<br />
Im Hub Aachen erforschen die STAWAG, Stadtwerke Aachen<br />
AG, und sieben Konsortialpartner verschiedene Themengebiete<br />
im Bereich des Lastmanagements von Elektrofahrzeugen.<br />
Ein sogenanntes »Clearinghouse« (e-clearing.net) soll<br />
zukünftig die Interoperabilität zwischen verschiedenen Ladeinfrastrukturen<br />
in Europa herstellen. Für eine wirtschaftliche<br />
Überführung der zu entwickelnden Lösungen werden entsprechende<br />
Geschäftsmodelle begleitend entwickelt. Zu den<br />
Konsorten zählen die RWTH Aachen University, die Industriepartner<br />
PHOENIX CONTACT Deutschland GmbH, Kellendonk<br />
Elektronik GmbH, PSI AG, Schleupen AG und die Siemens AG.<br />
Ausgangspunkt für das Lastmanagement ist das Smart Pricing,<br />
über das die STAWAG bis zu zehn Feldtestkunden zeitvariable<br />
Tarife anbietet. Diese orientieren sich unter anderem<br />
an der lokalen Erzeugung Erneuerbarer Energien. Somit<br />
erhalten die Kunden ein Preismodell, welches speziell das<br />
Laden von Elektrofahrzeugen in kostengünstigen Zeiten lukrativ<br />
macht und nebenbei noch den Anteil regenerativ erzeugter<br />
Energie in der Fahrzeugbatterie erhöht. Die variablen<br />
Preise werden in einem System von der Firma Schleupen<br />
erzeugt und über das Home Demand Management System<br />
übermittelt. Dieses unterstützt die Kunden bei der Ladesteuerung<br />
zum günstigsten Ladezeitpunkt bei gleichzeitig uneingeschränkter<br />
Mobilität.<br />
Zentral nachgelagert werden die Lastgänge aus dem Smart-<br />
Metering-System, welches die Firma Siemens bereitstellt, mit<br />
den dynamischen Tarifen verbunden - die eigentliche Rechnungsstellung<br />
erfolgt weiterhin über das System der STA-<br />
WAG. Die Kunden erhalten die Möglichkeit, ihre Ladevorgänge<br />
über ein Nutzerinterface auf einem Tablet-PC zu steuern,<br />
indem sie einen Grenzpreis oder einen Endzeitpunkt für die<br />
Ladung vorgeben. Der Verbrauch und die Kosten werden vollkommen<br />
transparent gemacht.<br />
Insgesamt ermöglicht das Home Demand Management System<br />
dem Kunden, sowohl die variablen Preise einfach und intuitiv<br />
zu nutzen als auch Ladevorgänge ohne Mehrkosten durch<br />
einen verstärkten Netzanschluss zuhause durchzuführen.<br />
Einerseits wird der aktuelle Ladestrom dem Kunden auf<br />
dem Tablet-PC visualisiert, andererseits dient dieser auch<br />
einer sogenannten intelligenten Ortsnetzstation (iONS) als<br />
wichtige Eingangsgröße für einen Regelalgorithmus zur dezentralen<br />
Netzsteuerung. Die iONS stellt sowohl auf der<br />
Smart Pricing Home Demand Management Demand Side Management<br />
Quelle: smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />
physikalischen Ebene als auch auf der Informations- und<br />
Steuerungsebene das Bindeglied zwischen Mittelspannungsund<br />
Niederspannungsnetz dar. Der Verteilnetzbetreiber kann<br />
bei zu hohen Belastungen im Niederspannungsnetz die maximale<br />
Ladeleistung der Elektrofahrzeuge begrenzen. Netzausbaumaßnahmen<br />
können so vermieden und die eingesparten<br />
Kosten an die Kunden weitergegeben werden.<br />
Quelle: smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />
Innerhalb des Feldversuchs rüstet die STAWAG des Weiteren<br />
einen Kunden zusätzlich mit Hilfe einer Photovoltaik-Anlage<br />
und eines stationären Akkus als sogenannten »Prosumer-<br />
Haushalt« aus: Der Kunde ist sowohl Produzent als auch<br />
Konsument von Strom und hat die Möglichkeit, den auf dem<br />
eigenen Dach erzeugten regenerativen Strom zu speichern<br />
und später in Zeiten höherer Strompreise zu nutzen.<br />
e-clearing.net setzt Akzent bei grenzenloser Elektromobilität<br />
Internationales Roaming sowie offene Standards bei Ladeinfrastrukturen,<br />
das sind die Herausforderungen, wenn es darum<br />
geht, Elektromobilität voranzutreiben. Bereits im März<br />
dieses Jahres hat die smartlab Innovationsgesellschaft den<br />
sogenannten »Treaty of Vaals« gegründet. Damit setzte die<br />
IT-Plattform e-clearing.net mit den Partnern smartlab, bluecorner<br />
N.V. aus Belgien, e-laad aus den Niederlanden und<br />
fünf weiteren europäischen Partnern einen entscheidenden<br />
Akzent. Im Oktober 2012 ist smartlab über e-clearing.net zusammen<br />
mit anderen strategischen Marktteilnehmern der<br />
Interessengruppe »eMobility ICT Interoperability Interest<br />
Group« beigetreten.<br />
Dipl.-Wirt.-Ing. Hauke Hinrichs<br />
Technischer Leiter und Prokurist<br />
smartlab Innovationsgesellschaft mbH<br />
www.smartlab-gmbh.de<br />
96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97
Erste Flotten - e-Wolf<br />
5.-7.2.2013<br />
Essen /Germany<br />
B U S I N E S S<br />
N E T W O R K<br />
Future of Mobility<br />
Elektromobil von Genua<br />
bis Amsterdam<br />
2.700 Kilometer rein elektrisch mit der Elektro-Rallye WAVE durch Europa<br />
Sondershow des Innovationsthemas<br />
„smart energy“ im Rahmen der<br />
E-world energy & water 2013<br />
www.e-world-2013.com<br />
Gruppenbild in Harlingen/NL am Strand<br />
Im Rahmen der letztjährigen World Advanced Vehicle Expedition<br />
(WAVE) hat die e-Wolf GmbH mit dem batterieelektrischen<br />
Kleinbus DELTA 2 insgesamt 2.700 km quer durch<br />
Europa zuverlässig absolviert und in der Gesamtwertung den<br />
3. Platz erzielt. Vom 09. bis 22. September 2012 fuhren rund<br />
20 Elektrofahrzeuge - betrieben mit Strom aus Erneuerbaren<br />
Energien - durch die fünf europäischen Länder Italien,<br />
Schweiz, Deutschland, Frankreich und Niederlande.<br />
Die Strecke führte von Genua unter anderem über Monza,<br />
Basel, Freiburg, Karlsruhe, Marburg, Paderborn, bis nach<br />
Amsterdam.<br />
»Dank des großen Engagements unserer Partner Karlsruher<br />
Institut für Technologie (KIT), ElektroMobilität.NRW, Athlon<br />
Car Lease, AMK, Sortimo Speedwave, Hansaflex, der Messe<br />
eCarTec sowie dem Bundesverband eMobilität können wir<br />
auf eine erfolgreiche und spannende elektrische Rallye zurück<br />
blicken«, betont Fabian Krohn, Leiter Geschäftsentwicklung<br />
und Projekte bei e-Wolf.<br />
»Das Ergebnis, bei der von Louis Palmer initiierten elektrischen<br />
Rallye, ist allerdings nur zweitrangig. In über 40 Städten<br />
wurde der Öffentlichkeit demonstriert, dass elektrische Mobilität<br />
schon heute zuverlässig und insbesondere verfügbar<br />
ist. Temperaturen von -2°C bis +32°C, Höhenunterschiede<br />
von bis zu 2.350m, 500kg Zuladung, unterschiedlichste Ladeinfrastruktur<br />
und Tagesfahrleistungen von über 300km stellten<br />
keine Hindernisse für unseren e-Wolf DELTA 2 dar«, so<br />
Krohn weiter. »Die umfangreichen Erfahrungen und Ergebnisse,<br />
die wir unter diesen Extrembedingungen sammeln<br />
konnten, werden in die Entwicklung zukünftiger batterieelektrischer<br />
Nutzfahrzeuge sicherlich mit einfließen.«<br />
Zusätzlich zu den gesammelten Erfahrungen wurde durch<br />
den Einsatz von Erneuerbaren Energien während der Elektro-<br />
Rallye sichergestellt, dass kein CO 2 emittiert wurde und dadurch<br />
demonstriert, dass Elektromobilität ein wichtiger Baustein<br />
für den Klima- und Umweltschutz darstellen kann.<br />
Weitere Informationen rund um die WAVE finden Sie unter<br />
www.europe.wave2012.net<br />
Fabian Krohn<br />
Leiter Geschäftsentwicklung und Projekte<br />
e-Wolf GmbH<br />
www.ewolf-car.com<br />
Neue Mobilität – Antworten statt Fragen.<br />
98 Neue Mobilität<br />
www.conenergy.com
Erste Flotten - Brammo<br />
Erste Flotten - Brammo<br />
eMotorräder im Fokus<br />
Ohne Emissionen und mit Spaß in die Zukunft<br />
Brammo ist Elektromotorrad-Weltmeister 2012<br />
Polizei in Hong Kong fährt Elektro-Motorrad<br />
Der Elektro-Motorrad-Pionier Brammo (Ashland, Oregon)<br />
startet jetzt auch in Europa durch. Vom bayerischen Burgkirchen<br />
aus steuert Europa-Manager Hans Eder mitsamt<br />
Team die Expansion und baut derzeit mit regionalen Partnern<br />
ein europaweites Vertriebsnetz auf. Und die Zeichen<br />
stehen gut: Derzeit ist das Brammo in sieben europäischen<br />
Ländern vertreten. Tendenz steigend. »Meist sind es gerade<br />
die traditionellen Motorradhändler, die sehr schnell erkennen,<br />
dass sie mit Brammo den entscheidenden Schritt in die<br />
Zukunft gehen können«, so Eder.<br />
»Elektrisch betriebene Motorräder sind längst in der öffentlichen<br />
Wahrnehmung angekommen«, weiss Eder zu berichten.<br />
Nicht zuletzt haben umfangreiche Publikationen in Fach- und<br />
Nachrichtenmagazinen dafür gesorgt. So schrieb das Hamburger<br />
Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«, nachdem der Redakteur<br />
in Ashland als einer der ersten Journalisten weltweit<br />
das Brammo-Top-Modell »Empulse« testete: »Motorräder<br />
sind bessere Elektromobile als Autos«. Und auch der Endverbraucher<br />
merkt spürbar, dass die derzeitigen Serien-Brammos<br />
ernstzunehmende, top verarbeitete Motorräder sind, die<br />
ganz neue Möglichkeiten in der alltäglichen Mobilität eröffnen.<br />
Keine Emissionen, kein Krach, niedrige Betriebskosten.<br />
Das ist nicht nur politisch korrekt sondern auch ziemlich<br />
sexy und macht unglaublich viel Spaß. Kein Wunder also,<br />
dass beim Handel mittlerweile gezielt nachgefragt wird.<br />
»Momentan sind unsere City-Motorräder aus der Enertia-<br />
Serie unsere Zugpferde. Diese Motorräder vereinen hohe Endgeschwindigkeiten<br />
von bis zu <strong>10</strong>0 km/h bei gleichzeitig alltagstauglichen<br />
Reichweiten von bis zu 120 km - und das ab<br />
einem Endverbraucherpreis von unter 9.000 Euro. Damit haben<br />
wir eine ganz neue Ära eingeleitet - bis vor wenigen Jahren<br />
waren diese Leistungen nicht unter 15.000 Euro zu haben«,<br />
so Eder weiter. Die »Enertia«-Modelle werden für den<br />
europäischen Markt in Ungarn produziert.<br />
Das schnellste Serien-Elektro-Motorrad der Welt<br />
In den Startlöchern steht die Brammo Empulse, die bereits<br />
jetzt auf dem US-amerikanischen Markt regen Absatz findet.<br />
Ab Sommer 2013 wird das Elektro-Superbike dann auch auf<br />
Europas Straßen unterwegs sein. Mit einer Spitzenleistung<br />
von 54 PS, 170 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie einer<br />
Reichweite von bis zu 200 km ist die Empulse derzeit das<br />
weltweit schnellste in Serie gefertigte Elektro-Motorrad. Das<br />
sogenannte Level 2 Charging ermöglicht das Aufladen der<br />
<strong>10</strong>kW/h Batterien in nur 3,5 Stunden. Weltrekord für Motorräder!<br />
»Bei den ersten Testfahrten in den USA waren die Motorradjournalisten<br />
extrem überrascht, welch aussergewöhnliches<br />
Fahrverhalten eine Empulse bietet. In der schnellen<br />
Kurvenhatz konnte eine Vergleichsperson mit einem sportlichen<br />
<strong>10</strong>0 PS starken Benzinmotorrad nur sehr schwer folgen.<br />
Von fehlendem Sound wollte übrigens keiner der Tester<br />
berichten, vielmehr von einem bisher unbekannten extrem<br />
puren Fahrerlebnis, vollkommen ungestört von einer brüllenden<br />
Auspuffanlage«, erzählt Eder enthusiastisch.<br />
Daneben verantworten Eder und sein Team außerdem die<br />
Entwicklung des Offroad-Segments von Brammo. Während<br />
die Motorräder mit Straßenzulassung (Enertia Plus und Empulse)<br />
von einem US-amerikanischen Entwicklungs-Team gezeichnet<br />
werden, werden die Brammo E-Moto-Crosser (Engage,<br />
Encite) hier gemeinsam mit italienischen Ingenieuren für<br />
den Weltmarkt entwickelt. Zum Einsatz kommen die Offroad-<br />
Modelle ab Frühjahr 2014 weltweit in den Brammo-Parx.<br />
Brammo gewinnt Elektro-Motorrad-WM<br />
Brammo ist eMotorrad-Weltmeister 2012. Auf dem Speedway-<br />
Oval in Daytona (Florida) sicherte sich Brammo-Pilot Steve<br />
Atlas im Oktober den ersten TTXGP-Weltmeistertitel für das<br />
Team. Zweiter wurde Matthias Himmelmann (Münch Racing)<br />
vor Eric Bostom (Brammo), der damit gleichzeitig auch den<br />
Konstrukteur-Titel für Brammo sichern konnte. Höchstgeschwindigkeiten<br />
von bis zu 260 km/h und Leistungen von<br />
mehr als 150 PS am Hinterrad zeigten in beeindruckender<br />
Weise den Stand der Technik im Segment elektrisch betriebener<br />
Motorräder. »Mit diesen Leistungs-Parameteren sind wir mit<br />
unserer Race-Empulse auf Augenhöhe mit 600 cc-Racebikes«,<br />
so ein sichtlich zufriedener Brammo-Teamchef Brian Wisman.<br />
Hong Kong erstickt im Smog - Polizei fährt jetzt Brammo<br />
Abgasfrei auf Verbrecherjagd. Die Polizei der Mega-Metropole<br />
Hong Kong ist seit Frühjahr 2012 auf rein elektrisch<br />
betriebenen Motorrädern des BEM-Mitgliedsunternehmens<br />
unterwegs. Damit reagierten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung<br />
auf die steigenden Umweltbelastungen in einer<br />
der verkehrsreichsten Metropolen dieser Welt. Nach einer<br />
sieben Monate langen, intensiven Probephase konnte ein<br />
entsprechender Kooperationsvertrag mit dem US-Hersteller<br />
unterzeichnet werden. Seitdem werden nach und nach die<br />
etwa 200 Motorräder mit Verbrennungsmotor gegen rein<br />
elektrisch betriebene und abgasfreie Brammos ersetzt. Zum<br />
Einsatz kommen 18 PS starke »Enertia Plus«-Modelle.<br />
»Vor allem in den Metropolen eröffnen die elektrisch betriebenen<br />
Brammos ganz neue Perspektiven und Lösungsansätze<br />
für den alltäglichen Verkehrskollaps«, ist sich Brammo-<br />
Europa-Manager Hans Eder sicher. Mehrere europäische Kommunen<br />
haben jetzt nachgelegt und erste Probeläufe mit<br />
Brammos gestartet.<br />
Hans Eder<br />
Brammo Europe<br />
heder@brammo.com<br />
www.brammo.com<br />
<strong>10</strong>0 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>1
Erste Flotten - Classic eCars<br />
Erste Flotten - Classic eCars<br />
Höchste Effizienz bei der<br />
Future Car Challenge 2012<br />
<strong>10</strong>1,6 km von Brighton nach London mit 3,8 kWh oder 0,4 l Benzin<br />
Energie für die Rekordfahrt lieferte eine mobile Windladestation Willi Balz und seine Frau Lani als Navigatorin im Windreich Me 1<br />
Riesenerfolg bei der Future Car Challenge 2012 - dem weltweit<br />
anspruchsvollsten Effizienzwettbewerb - für Windreich<br />
und Classic eCars: Best Overall, Best Electric Vehicle, Best<br />
Sport- Prototype und auch Publikums-Award.<br />
Die Future Car Challenge (FCC) ist der weltweit bedeutendste<br />
Wettbewerb für energieeffiziente Fahrzeuge. Angetreten waren<br />
zahlreiche führende Automobilhersteller, Universitäten<br />
und Hersteller von Kleinserien, angetrieben mit Elektro-, Hybrid-,<br />
Hydrogen und ICE-Antrieben. Veranstaltet durch den<br />
Royal Automobile Club (RAC) London jedes Jahr im November,<br />
beweisen Ingenieurteams und Fahrer ihre Pionierarbeit<br />
in Sachen Innovation für die zukünftige Mobilität. Die Teilnehmer<br />
trafen sich zum dritten Mal im Seebad Brighton, um<br />
sich auf dem Weg über Landstraße, Autobahn und Stadtverkehr<br />
nach London mit der Konkurrenz zu messen. Ziel war es,<br />
in einem knapp vorgegebenen Zeitfenster eine Messstrecke<br />
von <strong>10</strong>1,6 km maximal energieeffizient zu fahren. Der Sieger<br />
wurde bestimmt, indem die verschiedenen Konzepte durch<br />
eine durch das Imperial College London entwickelte Messmethodik<br />
und Äquivalenztabelle vergleichbar gemacht wurden.<br />
Weit über <strong>10</strong>0.000 interessierte Zuschauer feierten mit den<br />
Fahrern den Zieleinlauf in Londons Regent Street und freuten<br />
sich mit den Gewinnern.<br />
Das Fahrzeug: Der Windreich Me 1<br />
Anfang 2012 beauftragte die Windreich E-Mobilitäts GmbH<br />
das BEM-Mitglied Broedersdorff & Koenzen Classic-eCars<br />
GmbH, einen siegfähigen Elektro-Prototypen auf die Räder<br />
zu stellen. Als Basisfahrzeug kam auf Grund der knappen Entwicklungszeit<br />
nur ein Bestandsfahrzeug in Frage. Anspruchsvoll<br />
war die Aufgabe signifikant unter den rund 400kg des<br />
Vorjahressiegers zu bleiben. Hinzu kamen hohe Ansprüche<br />
an die Effizienz des Antriebs sowie die Aerodynamik der Karosserie.<br />
Die Wahl fiel letztlich auf einen Messerschmitt Kabinenroller,<br />
ein schon zu seiner Entwicklungszeit auf höchste<br />
Effizienz und Fahrdynamik ausgerichtetes Fahrzeugkonzept.<br />
Der Kabinenroller wurde sehr aufwändig restauriert und in<br />
diesem Rahmen auch gewichtsoptimiert. D.h. es wurde vorrangig<br />
hochfestes Dünnblech verbaut, das Heck vollständig<br />
in Aluminium gefertigt - die Basis war ein originaler KR 200.<br />
Der Antrieb des Kabinenrollers wurde gezielt für die Future<br />
Car Challenge (FCC) optimiert und angepasst. In nur 6 Monaten<br />
wurden unter Hochdruck Entwicklung, Fertigung und<br />
Einbau des gesamten Antriebsstranges umgesetzt.<br />
Der Antrieb wird durch eine 15 kW Synchron-Maschine mit<br />
Primär- und Sekundärkette realisiert. So hat der Kabinenroller<br />
einen hocheffizienten Kettenantrieb und bis zum Hinterrad<br />
einen Wirkungsgrad von ca. 90%. Für diesen Antrieb<br />
wurde der Fahrschemel umkonstruiert und unter Effizienzaspekten<br />
angepasst. Je nach Wahl der variablen Übersetzungen<br />
sind dabei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 120<br />
km/h möglich. Auf Grund des Streckenprofils und der Verkehrssituation<br />
in London wurde für die FCC 2012 eine Übersetzung<br />
mit einer Vmax von 75 km/h gewählt. Dabei erreicht<br />
der Kabinenroller durch sein geringes Gewicht von 238 kg<br />
sehr beeindruckende Beschleunigungswerte. Die leichte 8<br />
kWh Batterie wurde vollständig in die Konstruktion des Beifahrersitzes<br />
integriert. Sie basiert auf luftgekühlten Lithium<br />
-Polymer-Zellen, die eigens für das Vorhaben konfiguriert<br />
wurden. Für längere Strecken kann ein Zusatz-Modul mit<br />
weiteren 8 kWh ergänzt werden. Das Batteriemanagementsystem<br />
liefert die zentralen Batterie- und Verbrauchswerte<br />
auf ein Android-basiertes Smartphone, welches über eine<br />
Bluetooth-Schnittstelle sowohl alle relevanten Daten des<br />
Fahr- als auch des Ladebetriebs darstellt.<br />
Energie für die Rekordfahrt lieferte eine mobile Windladestation<br />
vor Ort<br />
Für die Ladung des Rekordfahrzeugs wurde konsequent die<br />
effizienteste Art der Energieerzeugung und das Antriebskonzept<br />
mit dem höchsten Wirkungsgrad genutzt: Windstrom<br />
und eMobilität. Den Ladestrom produzierte die mobile Windreich-Ladestation<br />
vor Ort. Somit konnte die komplette Prozesskette<br />
vom Windrad bis zum Hinterrad abgebildet werden.<br />
Das Ergebnis: <strong>10</strong>0 km für weniger als 1 Euro<br />
Mit einem Verbrauch von nur 3,8 kWh/<strong>10</strong>0 km hat der Windreich<br />
Me 1 einen sensationell niedrigen Verbrauch im realen<br />
Straßenbetrieb erreicht. Dies entspricht einem Benzin-Äquivalent<br />
von rund 0,39 l/<strong>10</strong>0 km. Der Vorstandsvorsitzende der<br />
Windreich AG Willi Balz und seine Frau Lani als Navigatorin<br />
konnten bei der FCC ihre weitreichenden Rallye-Kenntnisse<br />
zum Einsatz bringen. Sie fuhren die gesamte Strecke mit hoher<br />
Präzision exakt im vorkalkulierten Zeit- und Geschwindigkeitsprofil,<br />
welches sowohl die Topographie der hügeligen<br />
südenglischen Landschaft als auch die zu erwartende<br />
Verkehrsdichte auf den verschiedenen Streckenabschnitten<br />
berücksichtigte.<br />
Windreich-Projektleiter Tobias Aichele zeigte sich von dem<br />
Ergebnis begeistert: »Das war eine Punktlandung. Wir konnten<br />
- auch für das Publikum nachvollziehbar - die gesamte<br />
Prozesskette von der Windkraft bis zur der eMobilität darstellen.«<br />
Damit konnte die über <strong>10</strong>0 km lange Challenge-<br />
Strecke letztlich für realistische Stromkosten von weniger<br />
als einem Euro gefahren werden.<br />
Dr. Uwe Koenzen<br />
Ansprechpartner Marketing und Prototypen<br />
Broedersdorff & Koenzen Classic eCars GmbH<br />
www.classic-eCars.de<br />
<strong>10</strong>2 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>3
Erste Flotten - moovel<br />
Erste Flotten - flinc<br />
Auf dem Weg zum<br />
intelligenten Mobilitätsmix<br />
Auf dem besten Weg<br />
von A nach B<br />
»moovel« bietet vernetzte Mobilität für alle<br />
Mobilitätsplattform »moovel« in Berlin<br />
In großen Städten schnell und problemlos von A nach B zu<br />
kommen, ist nicht immer einfach. Mit einer neuen Mobilitätsplattform<br />
bietet die Daimler AG den Nutzern dafür die jeweils<br />
beste individuelle Lösung: »moovel« bündelt die Angebote<br />
unterschiedlicher Mobilitätsanbieter und präsentiert<br />
passende Fahrtoptionen per kostenfreier App und mobiler<br />
Webseite.<br />
Städte sind voll - voller Leben, voller Menschen, voller Verkehr.<br />
Um zum gewünschten Ort zu kommen, gibt es viele Möglichkeiten:<br />
Bahn, Bus, Auto, Mietwagen, Taxi, Mitfahrgelegenheit,<br />
Fahrrad.<br />
Doch welches Verkehrsmittel ist das optimale?<br />
Bei dieser Entscheidung hilft die Mobilitätsplattform »moovel«.<br />
Im Juli 2012 in Stuttgart und im Oktober 2012 in Berlin als<br />
Pilotprojekt gestartet, führt sie ganz unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten<br />
zusammen. Sie informiert über<br />
die jeweiligen Preise und die entsprechende Fahrtdauer - auf<br />
einen Blick, transparent und dank einer einfachen und intuitiven<br />
Bedienung sehr nutzerfreundlich.<br />
Verfügbar sind die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel.<br />
In Stuttgart können die Nutzer zum Beispiel auch ihr<br />
Ticket direkt online bezahlen. Zudem können Nutzer nach<br />
passenden Mitfahrgelegenheiten suchen oder diese selbst<br />
einstellen. Und auch car2go ist Teil der Mobilitätsplattform.<br />
Mit diesem voll-flexiblen Automietsystem bietet Daimler bereits<br />
seit 2008 einen innovativen Lösungsansatz für die urbane<br />
Mobilität. Über die »moovel«-App werden freie car2go-<br />
Fahrzeuge angezeigt, die direkt gebucht werden können. So<br />
verbindet »moovel« die Vorteile verschiedener Verkehrsmittel<br />
intelligent miteinander und Nutzer können die für sie optimale<br />
Lösung wählen. »moovel« wird kontinuierlich erweitert<br />
und steht allen innovativen Partnern offen. Im nächsten<br />
Schritt soll die Taxi-Bestell-App myTaxi integriert werden.<br />
Vor dem Hintergrund eines steigenden Mobilitätsbedarfs und<br />
zunehmender Verstädterung gewinnen intelligente Mobilitätskonzepte<br />
und die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger<br />
an Bedeutung, denn unsere Fortbewegung wird immer multimodaler:<br />
Für das Zurücklegen einer Strecke werden mehrere<br />
unterschiedliche Verkehrsmittel ganz selbstverständlich<br />
miteinander kombiniert. Die Entwicklung intelligenter Mobilitätskonzepte<br />
ergänzt den Automobilbau, das Kerngeschäft<br />
der Daimler AG. Denn diese sieht sich nicht nur als<br />
Automobilunternehmen, sondern auch als Mobilitätsdienstleister<br />
- mit Fokus auf Automobile.<br />
Michael Kuhn<br />
Senior Manager Business Innovation<br />
Daimler AG<br />
www.moovel.com<br />
Das Auto ist der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel.<br />
Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes waren Anfang<br />
2012 mehr als 52 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen -<br />
durchschnittlich kommen so 633 Autos auf 1.000 Einwohner.<br />
Doch Rekordpreise an den Tankstellen, Umweltbelastung<br />
und der tägliche Stau auf den Straßen drängen uns, unser<br />
Mobilitätsverhalten zu ändern und uns einen eigenen, flexiblen<br />
Mobilitätsmix zusammenzustellen, der die verschiedensten<br />
Verkehrssysteme intelligent kombiniert.<br />
Individuelle Mobilität wird in den kommenden Jahren immer<br />
wichtiger werden. »Intermodalität«, also die Verzahnung<br />
mehrerer Verkehrsmittel, ist dabei das Schlüsselwort. Denn<br />
ein Verkehrsmittel alleine wird schon bald den Anforderungen<br />
der Menschen nach ökologischer, flexibler und kostengünstiger<br />
Mobilität nicht mehr gerecht werden.<br />
Analog zum Energiemix werden wir auch Mobilität als Ressource<br />
nutzen und je nach Bedarf den Mobilitätsmix ändern.<br />
Der P&R-Parkplatz war dabei nur der Beginn. Wir stehen<br />
gerade am Anfang einer Entwicklung hin zu intelligenten,<br />
virtuellen Mobilitätshubs, die Zugang zu den Verkehrssystemen<br />
gewähren. Verkehrsrelevante Daten wie Fahrpläne,<br />
Staumeldungen, Tarife und vieles mehr stehen dabei zentral<br />
für jeden zur Verfügung. Nutzer suchen sich aus dem gesamten<br />
Datenbestand das schnellste, günstigste oder umweltfreundlichste<br />
Fortbewegungsmittel aus.<br />
Fest steht: Der Besitz des Autos ist dafür immer weniger<br />
notwendig. Stattdessen wird der Zugang zum Pkw wichtiger,<br />
genauso wie der Zugang zum Fahrrad, Bahn, Bus oder Flugzeug.<br />
Flexible Car- und Ridesharingmodelle zeugen bereits<br />
jetzt von diesem Trend. DriveNow etwa, das Joint Venture<br />
von Sixt und BMW, verfügt in Köln, Düsseldorf, Berlin und<br />
München bereits über eine Flotte von 1.500 Fahrzeugen, die<br />
nicht an feste Ausleih- und Rückgabestationen gebunden<br />
sind, sondern nach der Nutzung überall im Geschäftsgebiet<br />
abgestellt werden dürfen. Bereits 2011 führte flinc erste Gespräche<br />
mit DriveNow über eine mögliche Kooperation, seit<br />
April 2012 arbeiten sie eng miteinander zusammen. Beide<br />
Angebote ergänzen sich ideal: DriveNow verfügt über die<br />
nötige Infrastruktur, flinc über das Netzwerk von Menschen<br />
mit dem gleichen Weg. Daher ist es nur ein logischer Schritt,<br />
dass DriveNow-Nutzer ihre Fahrten mit nur einem Klick dem<br />
gesamten flinc-Netzwerk anbieten. flinc-Nutzer wiederum<br />
erweitern ihren Mobilitätsmix auf die DriveNow-Fahrzeuge.<br />
In der Kombination der verschiedensten Verkehrssysteme<br />
liegt der Schlüssel zukunftsfähiger Mobilität. Nur eine intelligente<br />
Vernetzung von Bussen, Straßenbahnen, U-Bahn,<br />
S-Bahn, Nah- und Fernverkehrszügen oder dem Fahrrad kann<br />
die gleiche Flexibilität wie das eigene Auto bieten. In der engen<br />
Zusammenarbeit der klassischen Mobilitätsdienstleister<br />
und moderner Mitfahrnetzwerke sowie einer intelligenten<br />
Vernetzung der einzelnen Angebote liegt das Modell der<br />
Zukunft. Aus ehemaligen Wettbewerbern müssen Kooperationspartner<br />
werden. Das bedeutet auch, dass einheitliche<br />
und offene Schnittstellen (APIs) geschaffen werden, die alle<br />
Angebote auf einer Plattform zusammenbringen. Bislang<br />
sind es leider vor allem die Bertreiber des ÖPNV, die dieser<br />
Forderung skeptisch gegenüber stehen. Aber klar ist: Nur<br />
durch »Coopetition«, dem Zusammenspiel von Cooperation<br />
(Zusammenarbeit) und Competition (Wettbewerb) wird es<br />
langfristig gelingen, immer mehr Menschen dazu zu bewegen,<br />
ihr Mobilitätsverhalten zu ändern.<br />
Benjamin Kirschner<br />
flinc - Das Mitfahrnetzwerk<br />
www.flinc.org<br />
<strong>10</strong>4 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>5
Erste Flotten - ÖPP Deutschland<br />
Erste Flotten - ÖPP Deutschland<br />
Öffentliche Nachfrage nach<br />
Elektromobilität<br />
Die Elektromobilität hat sich mit rasanter Geschwindigkeit<br />
zu einem zentralen Thema auf der politischen Agenda entwickelt.<br />
Die durch die Bundesregierung eingeläutete Energiewende<br />
sowie die sich zunehmend wandelnden Mobilitätsbedürfnisse<br />
in unserer Gesellschaft sind maßgebliche Treiber<br />
dieser Entwicklung. Welche Bedeutung Partnerschaftsmodelle<br />
bei der öffentlichen Nachfrage nach Elektromobilität<br />
haben, um zum einen an der technologischen Entwicklung<br />
teilzuhaben, sie aber auch zu fördern und damit einen Beitrag<br />
zur Erfüllung von Klimaschutzzielen zu leisten, untersucht<br />
der nachfolgende Beitrag.<br />
Öffentliche Nachfrage als Wachstumsmotor für eMobilität<br />
Der nachhaltige Aufbau der Elektromobilität mit einem Bestand<br />
von 1 Million Fahrzeugen im Jahr 2020 und der hierfür<br />
notwendigen Ladeinfrastruktur werden in Deutschland insbesondere<br />
dann gelingen, wenn die öffentliche Hand neben<br />
ihrer Rolle als Initiator förderlicher Rahmenbedingungen<br />
auch als unmittelbarer Marktnachfrager und somit als starker<br />
Marktaktivator auftritt. Sofern sie selbst Flotten oder Fuhrparks<br />
mit Elektrofahrzeugen anschafft und nutzt, kann die<br />
öffentliche Hand dem deutschen Elektromobilitätsmarkt in<br />
seiner derzeitigen Marktanlaufphase wichtige Nachfrageimpulse<br />
geben. Gegenwärtig sind in Deutschland knapp drei<br />
Millionen Fahrzeuge in öffentlichen Flotten und Fuhrparks<br />
organisiert - ein hohes Potenzial für Marktwachstum.<br />
Die abgeschlossenen und laufenden Projekte aus den öffentlich<br />
geförderten Modell- bzw. Schaufensterregionen zeigen,<br />
dass insbesondere der kommunale Verwaltungsbereich zahlreiche<br />
Pilotvorhaben intensiv vorantreibt oder maßgeblich an<br />
ihnen beteiligt ist. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft<br />
und Wissenschaft wurden hierbei sehr gute Anwendungsergebnisse<br />
erzielt.<br />
Leistungen und Vergütung des partnerschaftlichen Geschäftsmodells<br />
bei öffentlicher Nachfrage<br />
Mit diesem positiven Momentum ist jetzt eine belastbare Ausgangssituation<br />
erreicht, um den Markt für Elektromobilität<br />
im Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und privaten<br />
Partnern weiter zu entwickeln. Während in der Vergangenheit<br />
insbesondere die technische Machbarkeit und Optimierung<br />
von Elektromobilität im Mittelpunkt des Interesses stand,<br />
wird es in der nächsten Phase darum gehen, praktikable<br />
Organisations- und Geschäftsmodelle für die Marktöffnung<br />
zu entwickeln und umzusetzen.<br />
Dabei kommt der Elektrifizierung kommunaler Fahrzeugflotten<br />
bzw. Fuhrparks eine zentrale Rolle zu.<br />
Die Bereitstellung von Elektromobilität vereint zahlreiche interdisziplinäre<br />
Aspekte wie zum Beispiel Fahrzeug- und Batterietechnik,<br />
Smart Grid, IKT, Ladeinfrastruktur, Energiema-<br />
nagement, öffentlich regulierte Parkraumbewirtschaftung,<br />
moderne Mobilitätsbedürfnisse und umweltpolitische Vorgaben.<br />
Aus Sicht der öffentlichen Hand ist es daher sinnvoll,<br />
bei der Beschaffung von Elektromobilität einen ganzheitlichen,<br />
lebenszyklusorientierten Ansatz zu verfolgen.<br />
Dabei kommt dem privaten Partner zunehmend die Aufgabe<br />
eines übergreifenden Mobilitätsmanagers für den öffentlichen<br />
Auftraggeber zu. Im Rahmen eines Elektromobilitätsprojektes<br />
steuert er professionell Schnittstellen und Verantwortlichkeiten<br />
aller Leistungsbestandteile für die öffentliche<br />
Hand. Der private Partner oder ein privates Konsortium übernimmt<br />
im Rahmen eines partnerschaftlichen Vertragsverhältnisses<br />
über einen längeren Vertragszeitraum die Beschaffungs-<br />
und Betriebsleistungen für den öffentlichen Auftraggeber<br />
»aus einer Hand«. Das potenzielle Leistungsspektrum<br />
dieses Mobilitätsdienstleisters sollte unter anderem die Beschaffung<br />
inklusive der Finanzierung, den Betrieb inklusive<br />
der Wartung, Reparaturen, Pannendienste, Reinigungen, Instandhaltungen,<br />
»Tanken«, die Abrechnung, das Schadensmanagement<br />
und die Verwertung von Elektrofahrzeugen und<br />
der Ladeinfrastruktur beinhalten.<br />
Ein besonderes Augenmerk ist bei der öffentlichen Anschaffung<br />
bzw. Ausschreibung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur<br />
auf den Aspekt der technischen Innovation zu<br />
legen. Da es sich hierbei um einen Markt mit hoher Technologiedynamik<br />
handelt, sollte der private Partner verpflichtet<br />
werden, technologische Entwicklungen und damit verbundene<br />
Risiken über die gesamte Vertragslaufzeit für den<br />
öffentlichen Kunden zu bewerten und projektspezifisch zu<br />
berücksichtigen. So ist es beispielsweise möglich, einen Turnus<br />
zur Bewertung zukünftiger Technologieentwicklungen<br />
vertraglich zu vereinbaren. Beiden Partnern wird damit die<br />
Option gegeben, die längerfristige Planungssicherheit auch<br />
für einen Innovationsvorsprung zu nutzen.<br />
Partnerleistungen aus einer Hand<br />
• Bereitstellung, Betrieb * und Verwertung<br />
der Elektrofahrzeuge<br />
• Bereitstellung, Betrieb * und Verwertung<br />
der Ladeinfrastruktur<br />
• Integration von Elektrofahrzeugen und<br />
Ladeinfrastruktur in ein Gesamtpaket<br />
• Finanzierung<br />
• Technische Innovation<br />
• Übernahme von Bereitstellungs-,<br />
Betriebs- und Innovationsrisiken<br />
* inkl. Wartung und Instandhaltung<br />
Leistungsportfolio des privaten Partners und Vergütungsoptionen<br />
Eine weitere wichtige Komponente der Zusammenarbeit ist<br />
die Vergütungsstruktur. Die Vergütung der Leistungen des<br />
privaten Partners sollte anreizorientiert ausgestaltet werden.<br />
Eine Grundvergütung sowie eine streckenabhängige Vergütung<br />
können dabei die Basis bilden. Die erforderliche Qualität<br />
der zu erbringenden Leistungen des Partners, Reaktionsschnelligkeit,<br />
Umfang der Leistung und die maximale Zeit<br />
zur Wiederherstellung bei aufgetretenen Mängeln werden in<br />
»Service Level Agreements« vor Beginn der Zusammenarbeit<br />
definiert.<br />
Dies ermöglicht es der öffentlichen Hand, die vertraglich vereinbarten<br />
Leistungen des privaten Partners bemessen und<br />
kontrollieren zu können. Entsprechend des Erfüllungsgrades<br />
ist es möglich, Anreize beispielsweise bei Übererfüllung zu<br />
schaffen oder Sanktionen bei Untererfüllung zu vereinbaren.<br />
Grundlagen schaffen und Potenziale vorantreiben - Elektromobilität<br />
für die öffentliche Hand<br />
Die ÖPP Deutschland AG wurde vom Bundesverkehrsministerium<br />
(BMVBS) beauftragt zu untersuchen, inwieweit Partnerschaftsmodelle<br />
zwischen öffentlicher und privater Seite<br />
geeignet sind, die Beschaffung der öffentlichen Hand im Bereich<br />
der Elektromobilität zu optimieren. Mit technischer Expertise<br />
wird sie dabei von der Dornier Consulting GmbH unterstützt.<br />
Ziel der Gestaltungsoptionen ist es, dass sich die<br />
öffentliche Verwaltung auf ihre Kernaufgaben konzentrieren<br />
und dabei gleichzeitig von den Vorteilen der Integration von<br />
Elektromobilität in ihr Flotten- und Fuhrparkmanagement<br />
profitieren kann. Und nicht zuletzt leistet sie damit einen<br />
messbaren Beitrag zu Umweltschutz und Energiewende.<br />
Dr. Peter-Roman Persch // Manager<br />
peter-roman.persch@partnerschaften-deutschland.de<br />
Alexander Wege // Senior Consultant<br />
alexander.wege@partnerschaften-deutschland.de<br />
Beispielhafte Vergütungsoptionen<br />
• Grundvergütung nach einem<br />
Verfügbarkeitsmodell<br />
• Bonus- / Malussysteme auf Basis<br />
definierter Serviceniveaus<br />
• Streckenabhängige Vergütung<br />
• Preisgleitklauseln<br />
<strong>10</strong>6 Neue Mobilität Neue Mobilität <strong>10</strong>7
Erste Flotten - DEKRA<br />
Erste Flotten - DEKRA<br />
die beiden Fahrzeuge 617-mal gebucht, das sind im Durchschnitt<br />
2,4 Buchungen pro Arbeitstag. Damit erleben immer<br />
mehr DEKRA Mitarbeiter elektrisches Fahren hautnah;<br />
gleichzeitig sammelt das Unternehmen weitere Erfahrungen<br />
aus der Praxis, die in die Weiterentwicklung der Elektromobilität<br />
eingebracht werden.<br />
Das Engagement von DEKRA in diesem Bereich ist vielfältig.<br />
Als Entwicklungs- und Beratungspartner bringt der Konzern<br />
die Kompetenz und die Erfahrung einer weltweit tätigen<br />
Sachverständigenorganisation ein. Alle Aktivitäten werden<br />
im Competence Center Elektromobilität koordiniert. Sie reichen<br />
von der Homologation und Crash-Tests von Elektround<br />
Hybridfahrzeugen über die Zertifizierung von Stromtankstellen<br />
bis hin zur Schulung von Werkstatt-Mitarbeitern im<br />
Umgang mit stromführenden Aggregaten.<br />
Außerdem ist DEKRA in verschiedenen Forschungsprojekten<br />
aktiv, die sich mit der Normung, Standardisierung und<br />
Zertifizierung von Anlagen und Prozessen, insbesondere im<br />
Blick auf die Sicherheit der Elektromobilität beschäftigen.<br />
Ein Beispiel ist das vom Bundesministerium für Bildung und<br />
Forschung geförderte Forschungsprojekt namens DINA, bei<br />
dem DEKRA gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH, dem<br />
Mit den DEKRA Elektrofahrzeugen in der Flinkster-Carsharing-<br />
Flotte sind die Mitarbeiter elektrisch mobil<br />
Fraunhofer Ernst-Mach-Institut und dem FKFS Stuttgart effiziente<br />
und zuverlässige Bewertungs- und Diagnosemöglichkeiten<br />
sowie Reparaturkonzepte für dauerhaft sichere Elektrofahrzeuge<br />
erforscht.<br />
Andreas Richter<br />
DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />
www.dekra.com<br />
Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer (r.) und DEKRA Vorstandsmitglied Clemens Klinke bei der Einweihung der neuen<br />
DEKRA Ladestation direkt am Terminal 1 des Flughafens Stuttgart<br />
Elektrisch fahren im Dienst<br />
DEKRA geht neue Wege bei der Mobilität der Mitarbeiter<br />
ZUKUNFTSORIENTIERT DURCHDACHT<br />
BEDARFSGRERECHT<br />
INTELLIGENT<br />
DEKRA geht neue Wege bei der Mobilität seiner Mitarbeiter:<br />
Am Stuttgarter Flughafen hat die international tätige Sachverständigenorganisation<br />
jetzt ein Elektrofahrzeug stationiert.<br />
Den Citroën C-Zero aus der Kooperation mit der DB<br />
Fuhrpark GmbH können Mitarbeiter nutzen, die aus einer<br />
der 77 deutschen Niederlassungen oder von internationalen<br />
Standorten zu Terminen in der DEKRA Hauptverwaltung in<br />
Stuttgart-Vaihingen anreisen. Das Elektrofahrzeug hat seinen<br />
festen Platz an einer neu eingerichteten Ladesäule am<br />
Parkplatz P5, direkt am Übergang zum Terminal 1.<br />
»Die Flughafen Stuttgart GmbH unterstützt die Initiative<br />
e-mobility Baden-Württemberg. Wir betreiben seit 20<strong>10</strong><br />
selbst Elektrofahrzeuge und wollen die Elektromobilität am<br />
Standort auch bei Kunden und Besuchern fördern. Den Pionieren<br />
der Elektromobilität wollen wir auch am Flughafen<br />
die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen«, sagte<br />
Walter Schoefer, Geschäftsführer des Flughafen Stuttgart,<br />
bei der Vorstellung des neuen Konzepts.<br />
»Für unsere Mitarbeiter, die mit dem Flugzeug nach Stuttgart<br />
kommen, ist das Elektrofahrzeug die ideale Möglichkeit, zwischen<br />
dem Flughafen und unserer Hauptverwaltung zu pendeln«,<br />
so Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der DEKRA<br />
SE und verantwortlich für die Business Unit Automotive, bei<br />
der offiziellen Einweihung der neuen Ladestation. »Und indem<br />
wir die Fahrzeuge unter ganz alltäglichen Praxisbedingungen<br />
nutzen, tragen wir - wie an vielen anderen Stellen -<br />
dazu bei, dass die Elektromobilität ständig weiter entwickelt<br />
wird. Denn nur so kann sie sich langfristig durchsetzen.«<br />
Schon seit mehr als einem Jahr sind Mitarbeiter der DEKRA<br />
Hauptverwaltung elektrisch mobil. Zwei Citroën C-Zero aus<br />
der »Flinkster«-Carsharing-Flotte der Deutschen Bahn stehen<br />
zur Verfügung. Sie können nicht nur von DEKRA Mitarbeitern,<br />
sondern von allen »Flinkster«-Kunden gebucht werden.<br />
Die DEKRA Fahrten summierten sich von November 2011 bis<br />
November 2012 auf rund 12.000 Kilometer. Insgesamt wurden<br />
Rettungs-, Notfall- und<br />
Stromladesysteme<br />
made in Germany.<br />
Castellan AG<br />
Landstraße 20<br />
57223 Kreuztal, Germany<br />
Telefon: +49 2732 55307-0<br />
E-Mail: info@castellan-ag.com<br />
www.castellan-ag.com<br />
<strong>10</strong>8 Neue Mobilität<br />
Grafik „Weltkugel“ © Julian Witte - Fotolia.com
Erste FLotten - Besteuerung von DIenst-fahrrädern<br />
Erste FLotten - Besteuerung von DIenst-fahrrädern<br />
Neuregelung: Besteuerung<br />
von Dienst-Fahrrädern<br />
1%-Regel für Dienstfahrzeuge gilt ab sofort auch für Fahrräder, Pedelecs und eBikes<br />
(B.A.U.M.), dem Bundesverband Solare Mobilität e.V. (BSM),<br />
dem Verband Service Fahrrad (VSF) und dem Verkehrsclub<br />
Deutschland (VCD) auf die Problematik aufmerksam gemacht<br />
und angeregt, von der Regelung des §8 Abs. 2 Satz 8 EStG<br />
Gebrauch zu machen und gemeinsam mit den Landesfinanzministerien<br />
eine bundeseinheitliche Festsetzung des Sachbezuges<br />
eines Fahrrades/Pedelecs vorzunehmen«, erklärt<br />
Heep und macht deutlich, welche positiven Auswirkungen die<br />
aktuelle Entscheidung auf die gesamte Branchen haben wird.<br />
»Durch die Neuregelung wurde ein aktives Zeichen zur Förderung<br />
alternativer Fortbewegungsmöglichkeiten gesetzt.<br />
Wir sind sicher, dass diese Entscheidung die Attraktivität des<br />
Einsatzes von Fahrrädern/Pedelecs in Firmen, Verwaltungen<br />
und Organisationen deutlich erhöhen wird. Damit wurde<br />
jetzt ein einfacher, kostengünstiger und sehr wirkungsvoller<br />
Schritt in Richtung der umwelt-, verkehrs- und gesundheitspolitischen<br />
Ziele der Bundesregierung gemacht«, betont Tumat.<br />
»Neben dem rein rechtlichen Erfolg, freuen wir uns selbstverständlich<br />
auch über die große mediale Beachtung des Themas.<br />
Unsere gemeinsame Aktion wurde bundesweit von verschiedenen<br />
Print- und Online-Medien aufgegriffen und damit<br />
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht«, freut sich<br />
Heep und macht deutlich, dass eine solche mediale Sichtbarkeit<br />
insbesondere für eine noch junge Zukunftsbranche wie<br />
die Elektromobilität ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der<br />
Etablierung am Markt ist. »Nur wenn wir die Menschen informieren,<br />
können wir sie für eine Neue Mobilität begeistern.«<br />
Der Bundesverband eMobilität setzt sich für die Verbreitung<br />
einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Neuen Mobilität ein.<br />
Um dieses Ziel zu erreichen, ist neben der Umstellung auf<br />
Elektromobilität insbesondere auch eine intelligente Verbindung<br />
der Verkehrsträger notwendig, die den Einsatz von<br />
Zweirädern als Alternative zum Automobil berücksichtigt.<br />
Bei Fragen rund um die Arbeit des Bundesverbands eMobilität<br />
steht Ihnen das BEM-Team in der Hauptgeschäftsstelle in<br />
Berlin-Mitte gern zur Verfügung. Weitere Informationen zur<br />
Verbandsarbeit finden Sie unter www.bem-ev.de<br />
Interesse an einem Firmen-eBike? Dann informieren Sie sich<br />
unter www.jobrad.org<br />
Das Pedelec als Dienstfahrzeug<br />
Institutfür Stromrichtertechnik<br />
und Elektrische<br />
Antriebe<br />
Die Landesfinanzminister haben die Finanzämter Ende November<br />
bundesweit angewiesen, rückwirkend für das Jahr<br />
2012 Fahrräder, Pedelecs und eBikes wie Dienstwägen nach<br />
§8 Absatz 2 Satz 8 EStG zu behandeln. Bekommt der Arbeitnehmer<br />
vom Arbeitgeber ein Dienstrad gestellt, muss dieser<br />
den geldwerten Vorteil künftig nur mit einem Prozent des<br />
Listenpreises monatlich versteuern.<br />
»Da die bis dato geltende Steuergesetzregelung die Verbreitung<br />
von Elektrofahrzeugen als Dienstfahrzeuge bislang<br />
behinderte, haben wir die Initiative unseres Mitgliedsunternehmens<br />
LeaseRad zur Neuregelung der Besteuerung von<br />
Dienst-Fahrrädern gern aktiv unterstützt und freuen uns<br />
sehr über den Erfolg der nun eingeführten steuerlichen Neuregelung«,<br />
so BEM-Marketingvorstand Christian Heep.<br />
Hintergrund<br />
Seit Einführung der sogenannten 1%-Regel existiert für Kraftfahrzeuge<br />
eine eindeutige und praktikable Regelung der Versteuerung<br />
des privaten Nutzungsanteils von Dienstwagen.<br />
Plante ein Unternehmen jedoch die Überlassung von Fahrrädern<br />
oder Pedelecs, die keine Kraftfahrzeuge sind, so setzte<br />
die Finanzverwaltung bis zur Neuregelung die gesamte Leasingrate<br />
als zu versteuernden Sachbezugswert gem. §8 Abs.<br />
2 Satz 1 EStG an.<br />
»Diese Handhabung mag zwar mit dem Wortlaut des Einkommensteuergesetzes<br />
vereinbar gewesen sein, sie stellte<br />
aber in unseren Augen eine klare Benachteiligung des Verkehrsmittels<br />
Fahrrad dar. Beim Pkw wurde durch die 1%-<br />
Regel ohne weiteren Nachweis ein Privatnutzungsanteil von<br />
30 bis 35% unterstellt. Der Ansatz der vollständigen Leasingrate<br />
zzgl. Nebenkosten beim Fahrrad hingegen, entsprach<br />
laut bisheriger Regel einem Privatnutzungsanteil von <strong>10</strong>0%.<br />
Da jedoch ein Dienstfahrrad auch für dienstliche Fahrten genutzt<br />
werden kann und soll, war eine pauschale Unterstellung<br />
einer <strong>10</strong>0% privaten Nutzung unseres Erachtens nicht<br />
angemessen. Vielmehr sollte schon aus Gleichbehandlungsgründen<br />
der gleiche 30 bis 35%-Privatnutzungsanteil wie<br />
beim Pkw unterstellt werden, der ebenso für die als Kraftfahrzeug<br />
geltenden S-Pedelecs zur Anwendung kommt«, so<br />
Holger Tumat, Geschäftsführer der LeaseRad GmbH.<br />
Gemeinsame Verbands-Aktion für die Neuregelung<br />
»In einem Brief an die zuständigen Abteilungsleiter des Bundesministeriums<br />
der Finanzen, des Bundesministeriums für<br />
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie an das Bundesministerium<br />
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit<br />
haben wir im Juli 2012 gemeinsam mit LeaseRad, dem Allgemeinen<br />
Deutschen Fahrrad-Club (adfc), dem Bundesdeutschen<br />
Arbeitskreis für Umweltbewußtes Management e.V.<br />
Batterietagung 2013<br />
25. - 27.02.2013 im Eurogress, Aachen<br />
Vom 25. - 27.02.2013 wird<br />
Aachen zum Mittelpunkt der<br />
internationalen Batteriewelt!<br />
Über 170 Einreichungen aus<br />
Forschung und Industrie unterstreichen<br />
die Bedeutung der<br />
gemeinsam stattfi ndenden Veranstaltungen<br />
Batterietag NRW<br />
und Kraftwerk Batterie.<br />
Das aktuelle Programm liegt<br />
nun online vor.<br />
1<strong>10</strong> Neue Mobilität<br />
JETZT ANMELDEN: www.battery-power.eu
Erste Flotten - Kurt SIgl in den USA<br />
HUMAN<br />
Resources<br />
Ein beeindruckendes<br />
Fahrerlebnis<br />
BEM-Präsident zu Besuch bei Tesla Motors<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl und Jürgen Sauer, Engineering Manager Seating Tesla Motors<br />
Im September 2012 nutzte Kurt Sigl, Präsident im Bundesverband<br />
eMobilität, die Gelegenheit, sich das Model S und<br />
die Produktionshallen von Tesla Motors in Fremont (Kalifornien)<br />
im Rahmen einer exklusiven Werksführung näher anzusehen.<br />
Im Interview spricht er über die Faszination Elektroauto,<br />
das Highlight seines USA-Besuchs sowie die Führung<br />
durch die heiligen Hallen des BEM-Mitgliedsunternehmens.<br />
Im Januar 2011 erhielt Tesla Motors einen zinsgünstigen<br />
Kredit der US-Regierung, um das vorhandene Industriegebäude<br />
New United Motor Manufacturing Inc. zu sanieren.<br />
Hat sich die Investition von 465 Millionen US-Dollar in den<br />
neuen Firmensitz gelohnt?<br />
Das Tesla-Werk in Kalifornien ist beeindruckend. Und das<br />
nicht nur hinsichtlich seiner Größe. Man muss sich nur einmal<br />
vorstellen, dass da - wo jetzt nur noch Elektroautos produziert<br />
werden - vor 4 Jahren noch rund 500.000 konventionelle<br />
Fahrzeuge pro Jahr von Toyota und General Motors vom<br />
Band liefen. Anschaulicher kann der Systemwechsel hin zu<br />
einer postfossilen Mobilität nicht demonstriert werden.<br />
Eine mögliche Produktion von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr<br />
- wie sieht das aktuell bei Tesla aus?<br />
Derzeit wird nur rund ein Fünftel der Werksflächen für die<br />
Herstellung des Elektroautos Model S genutzt. Etwa 20.000<br />
Fahrzeuge sollen 2013 das Werk verlassen. Damit wäre laut<br />
Tesla ein Produktionsvolumen erreicht, mit dem Geld verdient<br />
werden kann. Daneben wird parallel an der Entwicklung<br />
eines elektrischen SUV-Modells gearbeitet, das ebenfalls in<br />
Fremont hergestellt werden soll. Interessant ist, dass die innovativen<br />
Elektrofahrzeuge an den bereits zu GM-Zeiten verwendeten<br />
Produktionsanlagen gefertigt werden. Diese wurden<br />
im Sinne der Nachhaltigkeit nur leicht modernisiert, um<br />
den neuen Anforderungen gerecht zu werden.<br />
Was hat Sie im Rahmen des Besuchs am meisten beeindruckt?<br />
Höhepunkt des Besuchs war eindeutig die Testfahrt mit dem<br />
Model S. Ein wirklich beeindruckendes Fahrerlebnis. Neben<br />
der unglaublichen Fahrleistung und 500 km Reichweite hat<br />
mich das Fahrzeug vor allem durch sein großzügiges Platzangebot<br />
begeistert. Kofferräume vorn und hinten sowie der<br />
Möglichkeit, den Laderaum hinten in zwei zusätzliche Kindersitze<br />
umzufunktionieren. Und auch Sonderwünsche der Kunden<br />
scheinen für die Autobauer in Kalifornien kein Problem<br />
zu sein - so sieht fast jedes Fahrzeug vor der Werkshalle ein<br />
wenig anders aus. Ich bin mir sicher, dass die elektrische<br />
Premium-Limousine auch in Deutschland die Käufer begeistern<br />
wird. Tesla plant, das Model S in diesem Jahr an Reservierungsinhaber<br />
in Europa und Asien auszuliefern.<br />
IM<br />
Bereich<br />
e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Fachkräfte, Jobmotor, Aus- und Weiterbildung.<br />
112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113
Human Resources im Bereich eMobilität - Boxberg Forum<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Boxberg Forum<br />
Raum für Ideen<br />
BOXBERG FORUM - Schulungs- und Kompetenzzentrum für Elektromobilität<br />
Boxberg Forum, für alle Richtungen offen..<br />
Bildquelle Driving Concept GmbH<br />
Boxberg Forum, Eingangsbereich mit AuSSenanlage<br />
Bildquelle Driving Concept GmbH<br />
Bislang war der kleine Ort Boxberg in Tauberfranken höchstens<br />
Auto-Insidern bekannt. Denn dort betreibt Bosch seit<br />
1996 ein 94 Hektar großes, von der Öffentlichkeit abgeschirmtes<br />
Testgelände. Eine Art »Area51« der Mobilität sozusagen,<br />
denn wochentags forschen dort Fahrzeughersteller und Zulieferer<br />
unter strengster Geheimhaltung an der Technik von<br />
übermorgen.<br />
Seit Anfang November 2012 wird unmittelbar neben diesem<br />
Bosch Prüfzentrum das Schulungs- und Kompetenzzentrum<br />
»Boxberg Forum« mit Schwerpunkt Elektromobilität errichtet.<br />
Bauherrin ist die Firma Driving Concept aus Kissing bei<br />
Augsburg, die zusammen mit ihrer Schwesterfirma Drive&Fun<br />
als Dienstleister für die Automobilindustrie unter anderem<br />
seit rund zehn Jahren die fahrerische Aus- und Weiterbildung<br />
von Bosch Testingenieuren übernimmt. »Für unsere Standortwahl<br />
war gerade die unmittelbare Nachbarschaft zum Bosch<br />
Testgelände ausschlaggebend«, erläutert Driving Concept-<br />
Geschäftsführer Armin Eckl die Entscheidung. Dass nicht<br />
gekleckert, sondern geklotzt wird, zeigt das Bauvolumen:<br />
Rund drei Millionen Euro sind für das multifunktionale Gebäude<br />
mit rund 1.580 m 2 und einem Außenareal von etwa<br />
24.800 m 2 veranschlagt. Die Eröffnung ist für Sommer 2013<br />
geplant, erste Kundenbuchungen liegen bereits vor.<br />
Sechs Büro- und Seminarräume inklusive modernster Tagungstechnik,<br />
drei vollausgestattete Werkstattkombinationen,<br />
550 m 2 Eventhalle, 200 m 2 Galerie sowie unterschiedlichste<br />
Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge schaffen<br />
dabei den passenden Rahmen für professionelle Veranstaltungen.<br />
Zudem werden gut 5.000 m 2 Außenfläche für Veranstaltungen<br />
und Präsentationen zur Verfügung stehen. In unmittelbarer<br />
Umgebung - z.B. in Bad Mergentheim - ist eine Übernachtungskapazität<br />
von mehr als 500 Betten verfügbar.<br />
Driving Concept und Drive&Fun haben sich als hochspezialisierte<br />
Full-Service-Dienstleister rund um das Thema Automobil<br />
branchenweit einen Namen gemacht. Kernkompetenzen<br />
sind die Konzeption, Organisation, Umsetzung und Nachbereitung<br />
von Veranstaltungen und Fahrzeugpräsentationen<br />
sowie Fahrertrainings jeglicher Art. Die bayerischen Schwaben<br />
haben sich zudem vor über 3 Jahren auf die vielschichtigen<br />
Themen aus dem Bereich Elektromobilität spezialisiert.<br />
Mit fachspezifischen Weiterbildungen, Präsentationen und<br />
Workshops sowie eigenen Seminarangeboten bietet die<br />
Driving Concept professionellen Support rund um dieses<br />
Thema.<br />
Inhalt und Ablauf der Seminare werden auch speziellen<br />
Wünschen und Anforderungen angepasst. Die angebotenen<br />
Schulungen beinhalten dabei beispielsweise Themenbereiche<br />
wie Aufbau, Technik und Funktionsweise von Elektrofahrzeugen,<br />
Preise, Förderungen und Infrastrukturen. Auch<br />
für das reine Fahrerlebnis Elektromobilität, z.B. im Rahmen<br />
von Vergleichsfahrten, für Reichweitendemos oder auch<br />
Fahrdynamiktests bietet das Boxberg Forum die optimale<br />
Umgebung.<br />
Innovative Unternehmen, Behörden und Körperschaften vertrauen<br />
dabei auf die mittlerweile breit gefächerten und vielfältigen<br />
Erfahrungen der Driving Concept auf diesem Gebiet.<br />
Für die Nissan Center Europe GmbH oder auch die Renault<br />
Deutschland AG beispielsweise werden seit 20<strong>10</strong> Mitarbeiter-<br />
und Kundenschulungen im Bereich der Elektromobilität<br />
(Fahrzeuge, Ladeinfrastrukturen, Sicherheitsthemen, Technik<br />
schulungen, Testfahrten) durchgeführt. Auch immer mehr<br />
Kommunen setzen auf die Kompetenz der Driving Concept. Ein<br />
Beispiel dafür sind die »Train the Trainer« Schulungen 2012 zu<br />
elektromobilen Themen für Mitarbeiter der Stadt Dortmund.<br />
Denn: »Erleben heißt Verstehen«, sagt Robert Sürth, ebenfalls<br />
Geschäftsführer der Driving Concept. Und betont:<br />
»Gerade bei einem hochkomplexen Thema wie der Elektromobilität<br />
müssen sich potentielle Autokäufer, aber auch die<br />
Vertriebe selbst ein Bild von der Materie machen«.<br />
Zu viele Stammtischparolen würden dazu kursieren, allesamt<br />
undifferenziert und wenig fachkundig. Sürths Überzeugung:<br />
»Elektromobilität muss man buchstäblich erfahren.« Wichtig<br />
ist nach Ansicht der Experten aus Kissing eine ehrliche Kommunikation,<br />
was Elektrofahrzeuge können - und was nicht.<br />
»Die meisten Teilnehmer unserer Veranstaltungen sind verblüfft,<br />
wie gut und zu welch niedrigen Betriebskosten Elektrofahrzeuge<br />
die täglichen Mobilitätsbedürfnisse erfüllen können«,<br />
sagt Armin Eckl. »Schließlich besteht der Autofahreralltag<br />
nicht aus mehrere hundert Kilometer langen Urlaubsfahrten.<br />
Dafür sind die Elektrofahrzeuge aber auch nicht gebaut.<br />
Noch nicht.« Ein im Wortsinn hochspannendes Thema<br />
also. Doch der Durchbruch wird sicher nicht am grünen Tisch<br />
zu schaffen sein. Der muss mit einem durchdachten, ganzheitlichen<br />
Konzept im Praxiseinsatz kommen - und da leisten<br />
die Experten gerne Geburtshilfe.<br />
Robert Sürth<br />
Driving Concept GmbH<br />
www.boxberg-forum.de // www.driving-concept.de<br />
114 Neue Mobilität Neue Mobilität 115
Human Resources im Bereich eMobilität - C & Q<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Bundeswehr Uni München<br />
Zukunft sichern<br />
durch Weiterbildung<br />
Internationale Weiterbildung Fachkraft für Elektromobilität<br />
Elektrische Antriebe für<br />
eMobilität<br />
Effizienz- und Kostenoptimierung<br />
Die C & Q Bildungszentrum Haberhauffe GmbH bietet seit<br />
über 20 Jahren erfolgreich Weiterbildungen, Seminare und<br />
Qualifikationen an. »Mit speziellen Themen wie Wissens- und<br />
Contentmanagement, Biotechnologie und Bioinformatik,<br />
Green-IT und der nachfolgend vorgestellten Weiterbildung<br />
im Bereich Elektromobilität fokussieren wir auf Wachstumsbranchen<br />
und auf den regionalen Fachkräftemangel. Dies ist<br />
eines unserer Erfolgskriterien«, betont Kurs- und Projektleiter<br />
Alexander Kuchta.<br />
Elektromobilität - technischer und gesellschaftlicher Wandel<br />
Elektromobilität als Zukunftsbranche braucht gut ausgebildete<br />
kreative Köpfe. Nur mit ihnen kann der Wandel in seiner<br />
Komplexität gestaltet werden. Doch der sich abzeichnende<br />
Fachkräftemangel macht es Unternehmen zunehmend schwerer,<br />
spezialisierte Arbeitskräfte zu finden. Eine Antwort bietet<br />
C & Q mit der internationalen Weiterbildung Fachkraft für<br />
Elektromobilität.<br />
An der internationalen Weiterbildung »Fachkraft für Elektromobilität«<br />
können Arbeitssuchende mit Wohnsitz in Berlin<br />
teilnehmen. Es ist ein kofinanziertes Projekt der Berliner Senatsverwaltung<br />
für Arbeit, Integration und Frauen und des<br />
Europäischen Sozialfonds. Einzelne Module werden zukünftig<br />
auch berufsbegleitend angeboten.<br />
Drei Phasen zeichnen die Weiterbildung aus: Im Fokus stehen<br />
zunächst hocheffiziente Energiespeicher - Akkumulatoren,<br />
Batterien und Brennstoffzellen. Ziel ist es, deren Aufbau und<br />
Funktionsweise zu verstehen und auch zukünftige innovative<br />
Verwendungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Vermittlung<br />
naturwissenschaftlicher Grundlagen der Physik, Elektrotechnik<br />
und -chemie bildet das Fundament für das technische<br />
Verständnis. In einer integrierten Laborprojektphase wird<br />
die Theorie lebendig und praktisch nachvollziehbar.<br />
Sicherheit und Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt, Infrastrukturentwicklung,<br />
Verkehrskonzepte und Smart Grid Lösungen<br />
stehen im Mittelpunkt. Wie können die Absolventen<br />
mit Blick auf ihre bisherige Qualifikation den Wandel zur<br />
Elektromobilität gestalten? Die Verknüpfung der drei genannten<br />
Dimensionen - technisches Verständnis über Speichermedien,<br />
Ebenen der Elektromobilität, der eigene Qualifikationshintergrund<br />
- ist innerhalb einer tutoriell begleiteten<br />
Projektphase das vorrangige Weiterbildungsziel.<br />
Integrierte betriebliche Projektphasen bilden den dritten<br />
wichtigen Baustein der Weiterbildung. Die internationale Einbettung<br />
erfolgt in österreichischen Unternehmen. Es besteht<br />
die Möglichkeit, für vier Wochen in Österreich Konzepte für<br />
Elektromobilität kennenzulernen, Unterschiede zwischen und<br />
Gemeinsamkeiten mit der Entwicklung in Deutschland zu erkennen.<br />
Danach haben die Teilnehmer die Gelegenheit, sich<br />
über zehn Wochen in Unternehmen und Institutionen Berlin-<br />
Brandenburgs auf praktischer Ebene zu profilieren. Ziel ist<br />
es, das Gelernte zur Anwendung zu bringen und sich bestenfalls<br />
als künftiger Mitarbeiter in einem Unternehmen zu integrieren.<br />
Idealerweise kann das eigene, im zweiten Abschnitt<br />
der Weiterbildung bearbeitete, Projekt in das entsprechende<br />
Unternehmen überführt werden.<br />
Weiterführende Informationen finden Sie unter<br />
http://cq-bildung.eu/qualifikation/energie-umwelt/international-fachkraft-elektromobilitaet<br />
Alexander Kuchta<br />
C & Q Bildungszentrum Haberhauffe GmbH<br />
a.kuchta@cq-bildung.de<br />
Die Bedeutung elektrischer Antriebe im Antriebsstrang von<br />
Kraftfahrzeugen wächst ständig. Start-Stopp-Betrieb des Verbrennungsmotors<br />
wird mehr und mehr zum Standard und<br />
nahezu jeder Automobilhersteller hat inzwischen Hybrid-<br />
Fahrzeuge im Angebot. Zudem wird bei fast allen Automobilfirmen<br />
an reinen Elektrofahrzeugen gearbeitet. Entscheidend<br />
für die Auslegung solcher Fahrzeuge ist, dass im täglichen<br />
Fahrbetrieb der Antrieb fast ausschließlich im Teillast-Bereich<br />
genutzt wird. In typischen Fahrzyklen liegt der Leistungsbedarf<br />
in der Regel unter 20% der Maximalleistung.<br />
Je geringer die Verluste, d.h. je besser der Wirkungsgrad, desto<br />
größer ist die (derzeit noch stark begrenzte) Reichweite<br />
eines Batteriefahrzeuges; diese Wirkungsgradoptimierung<br />
ist also für Teillast-Betrieb durchzuführen. Gleichzeitig ist<br />
neben dieser Optimierung unbedingt eine Auslegung auf minimale<br />
Kosten erforderlich, um alternative Antriebe in Kraftfahrzeugen<br />
für den Kunden erschwinglich zu gestalten.<br />
a) B)<br />
Basierend auf Wicklungen mit konzentrierten Spulen sind<br />
am Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik und Aktorik<br />
neue Maschinendesigns entwickelt worden, die hohe Effizienz<br />
mit leichter Produzierbarkeit und geringerem Materialaufwand<br />
vereinigen. Die Abbildung zeigt die Verteilung der<br />
Wirbelstromverluste in Oberflächenmagneten bei konventioneller<br />
und optimierter Wicklung. Diese Verbesserungen<br />
machen sich dann auch im gesamten Energieverbrauch<br />
eines Batteriefahrzeuges bemerkbar. Eine entsprechende<br />
Fahrzyklus-Simulation hat das Ergebnis, dass die Verluste in<br />
der elektrischen Maschine um 16% reduziert werden. Diese<br />
eingesparte Energie muss nun nicht mehr über den Wechselrichter<br />
übertragen werden, so dass sich auch in dieser<br />
Leistungselektronik zusätzliche Einsparungen an Verlusten<br />
ergeben. Diese verringerten Verluste führen auch dazu, dass<br />
der Kühlungsaufwand für die eMaschine und die Leistungselektronik<br />
geringer wird.<br />
Um zukünftig auch die Kosten für die Magnete einsparen zu<br />
können, wird derzeit das Potenzial von Asynchronmaschinen<br />
mit konzentrierten Spulen im Stator erforscht. Die aktuellen<br />
theoretischen Ergebnisse und die Messungen an Prototypen<br />
sind äußerst vielversprechend. Auf über 25 Komponentenprüfständen<br />
(bis zu 140.000 min-1, bis zu 2.000 Nm), einem<br />
Hochvolt-Bordnetzprüfstand, einem 2-Achs-Rollenprüfstand<br />
und der Fahrzeug-Teststrecke auf dem Universitätscampus<br />
werden die theoretischen Untersuchungen praxisnah validiert.<br />
Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik und Aktorik<br />
Universität der Bundeswehr München<br />
www.unibw.de/EAA<br />
Die zweite Phase der Weiterbildung befasst sich mit weiterführenden<br />
Fragestellungen der Elektromobilität. Themen wie<br />
Verteilung der Wirbelstromverluste in Oberflächenmagneten:<br />
a) konventionelle Wicklung mit konzentrierten Spulen; b) optimierte Wicklung mit konzentrierten Spulen.<br />
116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117
Human Resources im Bereich eMobilität - RWTH Aachen<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Uni Stuttgart<br />
Graduiertenkolleg zur<br />
Elektromobilität<br />
Neues Ausbildungskonzept fördert Nachwuchswissenschaftler an der RWTH Aachen<br />
Master-Studiengang<br />
Elektromobilität an der<br />
Universität Stuttgart<br />
Center For Mobile Propulsion (CMP) - von der DFG geförderter Forschungsneubau für Untersuchungen von hybriden Antriebssträngen<br />
Anfang November gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft<br />
(DFG) bekannt, im nächsten Jahr ein Graduiertenkolleg<br />
zur Elektromobilität an der RWTH Aachen University einzurichten.<br />
Die Aachener Wissenschaftler, die in ihrem Antrag<br />
die Integration eines Range-Extenders in Elektrofahrzeuge<br />
in den Fokus ihrer Forschungsaktivitäten rückten, konnten<br />
die Gutachter mit einem detaillierten Konzept überzeugen.<br />
Range-Extender sollen den Konflikt bei der Batterieauslegung<br />
reiner eFahrzeuge auflösen und hohe Reichweiten bei<br />
geringer Batteriegröße ermöglichen.<br />
Der gewählte interdisziplinäre Ansatz soll von Beginn an alle<br />
Komponenten in ein kompaktes Energieversorgungsmodul<br />
integrieren. Die besondere Betriebsart des Aggregats mit geringen<br />
Dynamikanforderungen eröffnet Anwendungsmöglichkeiten<br />
für verschiedene neuartige Antriebsstrukturen, Bauteilkomponenten<br />
und Brennverfahren. Darüber hinaus lassen<br />
sich alle Komponenten über ein Wärmemanagement koppeln.<br />
Allerdings liegen die optimalen Betriebstemperaturbereichen<br />
von Batterie, eMaschine und Verbrennungsmotor auf unterschiedlichen<br />
Niveaus, wodurch deren Kombination eine Herausforderung<br />
und eine der zentralen Fragestellungen der Aachener<br />
Forscher darstellt. Weitere Forschungsschwerpunkte<br />
liegen auf der Batterie und der Regelung des Gesamtsystems.<br />
Im Fokus des DFG Programms steht die Promotionsförderung<br />
von Nachwuchswissenschaftlern. Neben dem zentralen<br />
Forschungsthema spielen begleitende Kolloquien eine wichtige<br />
Rolle um die interdisziplinäre Ausrichtung zu stärken.<br />
Damit auch Studierende von dieser Ausrichtung profitieren<br />
können, werden neue Ringvorlesungen zum Thema Elektromobilität<br />
initiiert und die aktive Mitgestaltung durch Projektarbeiten<br />
angeboten. Prof. Pischinger, der Sprecher des<br />
Graduiertenkollegs, ist sich sicher, dass dieses Konzept die<br />
steigenden Anforderungen an die Nachwuchsingenieure erfüllt<br />
und das Graduiertenkolleg das attraktive Universitätsund<br />
Forschungsumfeld in Aachen erweitert.<br />
Als infrastrukturelle Einrichtung steht den Wissenschaftlern<br />
das ebenfalls durch die DFG geförderte Center for Mobile Propulsion<br />
(CMP) zu Verfügung. Neben den einzelnen Komponentenprüfständen<br />
bietet das CMP die Möglichkeit, Labore<br />
in einem echtzeitvernetzten Verbund zu testen. Damit sollen<br />
hybride Antriebsstränge in frühem Projektstatus virtuell zu<br />
einem Gesamtsystem vernetzt werden, um so frühestmöglich<br />
Rückkopplung der Komponenten untereinander testen zu<br />
können und schließlich die Forschungsqualität zu steigern.<br />
Dr.-Ing. Dieter Seebach<br />
Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen<br />
RWTH Aachen University<br />
seebach@vka.rwth-aachen.de // www.vka.rwth-aachen.de<br />
Masterarbeit über die Entwicklung eines Elektroantriebs<br />
Die Universität Stuttgart zählt im Bereich der Elektrotechnik<br />
und Informationstechnik zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen<br />
Deutschlands. Als einer der drittmittelstärksten<br />
Fachbereiche der Universität kann der Fachbereich<br />
Elektrotechnik und Informationstechnik mit einer<br />
überdurchschnittlichen Laborausstattung glänzen. An den<br />
insgesamt 15 Instituten wird von der Halbleiter- über die<br />
Kommunikationstechnik bis hin zur Energietechnik und<br />
Elektromobilität auf den unterschiedlichsten Gebieten geforscht.<br />
Dieses breite Spektrum schlägt sich in der Lehre<br />
nicht nur in einer äußerst umfassenden Grundlagenausbildung<br />
nieder, sondern vor allem in einer Vielfalt an Vertiefungsmöglichkeiten.<br />
Im Wintersemester 2012/2013 ist an der Universität Stuttgart<br />
mit dem neuen Master-Studiengang »Elektromobilität«<br />
eine neue Wahlmöglichkeit entstanden. Das Ziel dieses Studiengangs<br />
ist die Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren,<br />
die über spezifische Kompetenzen auf dem Gebiet<br />
der Elektromobilität verfügen.<br />
Der Aufbau des Master-Studiengangs Elektromobilität ist<br />
darauf gerichtet, Spezialisten sowohl als Fachkräfte für die<br />
Industrie, als auch als Nachwuchsforscher auszubilden. Der<br />
Master-Studiengang »Elektromobilität« ist auf vier Semester<br />
ausgelegt. In den ersten drei Semestern werden die im Bachelor-Studium<br />
erworbenen methodischen Grundlagen vertieft<br />
und die Voraussetzungen für anspruchsvolle Tätigkeiten<br />
in Wissenschaft, Industrie oder Dienstleistungssektor geschaffen.<br />
Dabei können Sie aus drei Schwerpunkten wählen:<br />
Elektrischer Antrieb, Infrastruktur und Assistenzsysteme.<br />
Die vermittelten Kenntnisse betreffen insbesondere die Gebiete<br />
Elektromotor und Leistungselektronik, Speichertechnik,<br />
Kraftfahrzeugtechnik, Smart Grids und Energieversorgung,<br />
Sensorik, Kommunikation und Navigation. Den Abschluss<br />
des Studiums bildet die sechsmonatige Masterarbeit, in der<br />
die Studierenden ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, ein größeres<br />
Projekt weitgehend selbstständig zu bearbeiten. Der<br />
Absolvent erhält anschließend den Titel Master of Science.<br />
Die Universität Stuttgart entspricht mit der Einrichtung des<br />
Master-Studiengangs »Elektromobilität« den aktuellen Anforderungen<br />
der Wissenschaft, Politik, Industrie und Gesellschaft<br />
und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Entwicklung<br />
von Elektromobilität weiter voranzutreiben.<br />
Informationen zum Studiengang finden Sie unter:<br />
www.uni-stuttgart.de/studieren/angebot/elektromobilitaet_msc<br />
Studiendekanin Elektromobilität<br />
Prof. Dr.-Ing. Nejila Parspour<br />
www.uni-stuttgart.de/emob/<br />
info@ei.uni-stuttgart.de<br />
118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119
Human Resources im Bereich eMobilität - Berufsbildungszentrum Mölln<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Deutsche Umwelt-Aktion e.V.<br />
Ein neuer Weg in der<br />
Berufsausbildung<br />
Staatlich geprüfte TechnikerInnen für die Fachrichtung Elektromobilität<br />
Gibt es<br />
umweltfreundliche Autos?<br />
Ein Schulprojekt rund um das Thema Elektromobilität<br />
Das Team Elektromobilität des Berufsbildungszentrums Mölln<br />
Unter der Klappe über der Motorhaube des Nissans werden die beiden Steckdosenanschlüsse begutachtet<br />
Mit der Einführung neuer Technologien geht immer eine<br />
Veränderung der erforderlichen Qualifikationen für das technische<br />
Personal einher. Neben den Herausforderungen bei<br />
der Entwicklung von Elektrofahrzeugen stellt das Energiemanagement<br />
eine zentrale Rolle in der Elektromobilität dar.<br />
Die Bereiche Energieerzeugung, Energieverteilung, Energiespeicherung,<br />
Energierückgewinnung sowie Ladetechniken<br />
liefern eine Fülle von Problemstellungen und Aufgaben, die<br />
nicht nur an Facharbeiter und Akademiker neue Kompetenzanforderungen<br />
stellen. Auch oberhalb des Facharbeiterniveaus<br />
gilt es, Spezialisten auf dem Gebiet der Elektromobilität<br />
auszubilden.<br />
Deshalb hat das Berufsbildungszentrum in Mölln - Schleswig-Holstein<br />
- mit der Fachschule für Technik, Fachrichtung<br />
Elektromobilität einen neuen Bildungsgang initiiert. »Mit<br />
einer modernen und anspruchsvollen zweijährigen Ausbildung<br />
wollen wir die Lücke zwischen Facharbeiter und Ingenieur<br />
schließen und so jungen und innovationsfreudigen Menschen<br />
eine Aufstiegsmöglichkeit bieten«, erläutert Ulrich<br />
Keller, Leiter des BBZ in Mölln, die Zielsetzung dieses Schulzweiges.<br />
»Wir betreten mit unserem Vorhaben Neuland, gilt<br />
es doch, viele Einzelqualifikationen und ein umfangreiches<br />
technisches Know-how aus den Bereichen der Elektrotechnik,<br />
der Kfz-Technik und der Betriebswirtschaft so zu bündeln,<br />
dass unsere Absolventen eine erfolgreiche Tätigkeit<br />
im mittleren Management der Elektromobilität oder in der<br />
Selbstständigkeit anstreben können. Alternativ können die<br />
Teilnehmer über die Zuerkennung der Fachhochschulreife<br />
ein einschlägiges Studium beginnen.«<br />
Die neue, zweijährige Vollzeitausbildung wird im Februar<br />
2013 in Mölln beginnen. Die Lehrpläne sind erstellt, für die<br />
sächliche Ausstattung ist gesorgt. Ein Solarcarport mit Ladestation<br />
- großzügig gesponsert von der Schletter GmbH<br />
- steht bereit. Die Einbindung Erneuerbarer Energien soll<br />
mit einer Photovoltaikanlage und einem Windgenerator erprobt<br />
werden. Ein Pkw wird von Kraftstoffbetrieb auf Elektrobetrieb<br />
umgerüstet, so dass insgesamt ein individuelles<br />
Mini-Smart-Grid geplant und errichtet werden kann.<br />
Mit diesen projektorientierten Aufgaben sollen sich die zukünftigen<br />
Techniker zu praxisbezogenen Experten im Fachgebiet<br />
der Elektromobilität weiterbilden, um so einen beruflichen<br />
Aufstieg zu erreichen. Die Möllner Fachschule wird<br />
sich zwar auch mit der Elektrofahrzeugtechnik befassen, im<br />
Fokus steht jedoch das Energiemanagement. Eine Ausbildung<br />
mit dem Schwerpunkt der fahrzeugtechnischen Systeme<br />
wird das BBZ Technik in der Landeshauptstadt Kiel vornehmen.<br />
Bernd Markmann // Studiendirektor<br />
Berufsbildungszentrum in Mölln // www.bbzmoelln.de<br />
Die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. ist seit über 50 Jahren<br />
bundesweit in der Umweltbildung in Kindergärten, Grundund<br />
weiterführenden Schulen unterwegs. Sie wurde 1958<br />
mit der Aufgabe gegründet, den Gedanken des Naturschutzes<br />
in den Schulbereich zu tragen. Seit dieser Zeit halten<br />
über 60 Umweltpädagogen Unterricht zu verschiedenen Themen<br />
von Erneuerbaren Energien über Wasser und Abfall<br />
und bis hin zu neuen Mobilitätskonzepten.<br />
Seit Januar 20<strong>10</strong> führt die Deutsche Umwelt-Aktion e.V. im<br />
Auftrag von Stadtwerken und Automobilherstellern das Projekt<br />
»Gibt es umweltfreundliche Autos?« in Schulen durch.<br />
Die Inhalte des Unterrichtes sind je nach Schulform und Alter<br />
der Kinder entsprechend aufbereitet.<br />
»Klima- und Umweltschutz betrifft uns alle. Vor diesem Hintergrund<br />
können wir nicht früh genug damit anfangen, dieses<br />
Thema zu vermitteln«, erklärt Ute Behrendt-Müller von der<br />
Deutschen Umwelt-Aktion e.V. und ergänzt: »Das Interesse<br />
der Kinder und Jugendlichen an dem Thema ist enorm. Genau<br />
hier müssen wir ansetzen, um langfristig ein gesellschaftsübergreifendes<br />
Verständnis für Umweltschutz und neue Mobilitätskonzepte<br />
zu schaffen.«<br />
Lehrinhalte des Schulprojektes<br />
Die Fahrzeuge erzeugen Abgase, wenn Treibstoff im Motor<br />
verbrannt wird, insbesondere Kohlendioxid. Dieses verstärkt<br />
den Klimawandel. Somit wäre es gut, wenn es Autos gäbe,<br />
die kaum oder kein Kohlendioxid erzeugen.<br />
Wer kennt umweltfreundliche Autos? Gibt es sie schon auf<br />
unseren Straßen?<br />
• Erdgasautos, Hybridauto/bus, Elektroauto, Pedelec, Segway<br />
• Ladestationen, Ladevorgang<br />
• Speicherung von Windstrom<br />
• Ziel: Strom nicht aus Kohlekraftwerken, sondern aus Erneuerbaren<br />
Energien<br />
Das komplexe Thema der Neuen Mobilität wird den Schülern<br />
anhand von Fotos, Filmen und Folien anschaulich näher<br />
gebracht. Aber insbesondere die Modelle von Wind- und<br />
Wasserkraftwerken sowie das Modell eines Elektroautos mit<br />
Solartankstelle machen den Unterricht besonders lebendig.<br />
Der Unterricht findet direkt in den Schulen oder aber in den<br />
Räumen der Stadtwerke statt - in der Regel inklusive der Besichtigung<br />
verschiedener Elektroautos und Ladesäulen. Zu<br />
den Auftraggebern zählten bisher u.a. Adam Opel AG, SW<br />
Bonn, N-ERGIE, Rheinenergie und E.ON Hanse.<br />
Ute Behrendt-Müller<br />
Deutsche Umwelt-Aktion e.V.<br />
Fon 0209 71522<br />
behrendtmueller@gelsennet.de<br />
120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />
können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />
bestellen. www.bem-ev.de<br />
MOB I L I TÄT<br />
edition vie-mobility<br />
Elektromobilität 2012<br />
Echomedia Buchverlag<br />
Wien 2012<br />
Preis: 24,90 Euro<br />
ERFOLGREICHE LÖSUNGEN FÜR<br />
SMART COMPANIES UND SMART CITIES<br />
Ulrich Buller<br />
Holger Hanselka (Hrsg.)<br />
Elektromobilität<br />
Fraunhofer Verlag<br />
Stuttgart 2013<br />
Preis: 49,00 Euro<br />
Willi Diez<br />
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit<br />
der deutschen Automobilindustrie<br />
Oldenbourg Verlag, München 2012<br />
Preis: 34,80 Euro<br />
Albert von Wallenrodt<br />
Öffentliche Fördermittel<br />
ENERGIE in Deutschland<br />
Steinbeis-Edition<br />
Stuttgart 2012<br />
Preis: 29,90 Euro<br />
Intelligente Lösungen für die Städte der Zukunft<br />
Mit diesem ersten Buch der Reihe edition vie-mobility legt<br />
der Echomedia Buchverlag eine umfangreiche Sammlung<br />
zum Thema Elektromobilität vor. Eine Vielzahl namhafter<br />
nationaler und internationaler Autoren aus den Bereichen<br />
Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Forschung steuert<br />
informative Beiträge zu Themenschwerpunkten wie Stadtentwicklung,<br />
Mobilitätskonzepte, Kommunikationstechnologien,<br />
Mobilitätsdienste, öffentliche und private Finanzierungsmodelle<br />
sowie Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei und<br />
beleuchtet das komplexe Thema Elektromobilität von vielen<br />
verschiedenen Seiten. Beiträge über bereits angestoßene<br />
eMobilitäts-Projekte zum Beispiel in Stuttgart, Wien oder<br />
der Steiermark veranschaulichen zudem, welche konkreten<br />
Anstrengungen vielerorts bereits unternommen werden, um<br />
Elektromobilität auf die Straße zu bringen. Grußbotschaften<br />
verschiedener Bürgermeister demonstrieren, dass das<br />
Thema auch bei kommunalen Spitzenpolitikern einen hohen<br />
Stellenwert genießt. Insgesamt zeigt der Band interessante<br />
Wege auf, wie zukünftig intelligente Lösungen für die Städte<br />
der Zukunft aussehen können.<br />
Elektromobilität als Gesamtsystem<br />
Die Fraunhofer Gesellschaft ist mit mehr als 20.000 Mitarbeitern<br />
die größte Organisation für anwendungsorientierte<br />
Forschung in Europa. Mit der »Systemforschung Elektromobilität«<br />
verfolgt sie das Ziel, den Wandel zu einer nachhaltigen<br />
Mobilität zu unterstützen. In diesem Rahmen werden<br />
alle Stufen der Wertschöpfungskette betrachtet und aufeinander<br />
abgestimmt erforscht: Von der Energieerzeugung und<br />
-verteilung, über neue Antriebs-, Speicher- und Ladekonzepte<br />
bis hin zu Fragen der Sicherheit und Energieeffizienz.<br />
Neben diesen technischen Aspekten werden außerdem auch<br />
gesellschaftspolitische Fragestellungen untersucht. Mit diesem<br />
Verbundprojekt wird ein wichtiger Beitrag zur disziplinübergreifenden<br />
Entwicklung von neuen Produkten und<br />
Geschäftsmodellen für die Elektromobilität geleistet. Der<br />
vorliegende Band gibt einen Überblick über die aktuellen<br />
Forschungsergebnisse der über 30 beteiligten Fraunhofer-<br />
Institute. Die einzelnen Kapitel sind verständlich geschrieben<br />
und werden durch zahlreiche Grafiken und Fotos bereichert.<br />
Das Buch ist daher nicht nur für Entwickler, sondern<br />
auch für interessierte Laien zu empfehlen.<br />
Über die Zukunftschancen eines Exportschlagers<br />
Wie ist die Position der deutschen Automobilhersteller im<br />
Weltmarkt? Wie ist es um den Produktionsstandort Deutschland<br />
bestellt und wo liegen Stärken und Schwächen der<br />
deutschen OEMs? Dies sind die zentralen Leitfragen des vorliegenden<br />
Buches von Willi Diez. Der Autor ist Leiter des Instituts<br />
für Automobilwirtschaft e.V. und lehrt an der Hochschule<br />
für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen. Folglich<br />
handelt es sich bei dem Werk auch um eine wissenschaftliche<br />
Analyse, die sich in erster Linie an Branchenpraktiker<br />
und Studierende in betriebs- und automobilwirtschaftlichen<br />
Studiengängen richtet. Entlang zahlreicher Langzeit-Indikatoren<br />
untersucht und bewertet Diez die internationale Wettbewerbsfähigkeit<br />
dieser umsatzstärksten deutschen Industriebranche,<br />
zeigt Chancen- und Risikopotenziale auf und<br />
verweist auf Herausforderungen im Kontext einer immer<br />
schneller voranschreitenden Globalisierung. Abschließend<br />
zeigt er konkrete Handlungsfelder für Industrie und Politik<br />
auf. Die Ausführungen werden unterstützt durch viele interessante<br />
Diagramme und Tabellen, die das Buch insgesamt<br />
zu einem wertvollen Nachschlagewerk machen.<br />
Orientierungshilfe im Förderdschungel<br />
Weit mehr als tausend Förderprogramme können in Deutschland<br />
von Unternehmen und Forschungseinrichtungen genutzt<br />
werden. Es ist durchaus sinnvoll, sich um Fördermittel<br />
zu bemühen, helfen sie doch, unternehmerische Risiken<br />
abzufedern, Investitionskosten zu mindern und dadurch die<br />
Erfolgschancen für Produktinnovationen zu erhöhen. Doch<br />
der Weg ist häufig mühsam. Oft existiert bei Unternehmen<br />
nur wenig Kenntnis darüber, welche Programme es gibt und<br />
wie man an die Gelder gelangen kann. Auch der oft hohe<br />
bürokratische Aufwand ist für viele nur schwer zu bewältigen.<br />
Nicht ohne Grund hat sich mit den Förderberatungen<br />
ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt, das Unternehmen<br />
durch den Förderdschungel navigiert und den Weg an die<br />
Geldtöpfe aufweist. Dieses Ziel verfolgt auch der vorliegende<br />
Ratgeber von Albert von Wallenrodt. Auf 198 Seiten führt<br />
er auf strukturierte Weise in die regionale, nationale und europäische<br />
Förderlandschaft im Energiesektor ein, erklärt Begrifflichkeiten,<br />
stellt wichtige Institutionen und Akteure vor<br />
und illustriert die praktische Nutzung anhand verschiedener<br />
Programmbeispiele. Sehr empfehlenswerte Einführung!<br />
Bitte Unterstützen Sie uns!<br />
Mit 150 Euro für eine Einzelmitgliedschaft<br />
inkl. Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> und Spendenquittung.<br />
FörderMitgliedschaft<br />
Bundesverband eMobilität<br />
im<br />
Mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit<br />
und ermöglichen auch für zukünftige Generationen Individualmobilität<br />
im gewohnten Ausmaß - ohne Ressourcenverschwendung,<br />
ohne Abhängigkeit von Erdölimporten aus zumeist instabilen Regionen,<br />
emissionsarm und nachhaltig.<br />
Die Vorteile einer Fördermitgliedschaft finden Sie unter<br />
www.bem-ev.de/foerdermitgliedsantrag
Das erwartet Sie in der<br />
<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 11<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
Medienagentur mit den Schwerpunkten<br />
Erneuerbare Energie & Elektromobilität<br />
Vorschau Abonnement Fax an 030 8638 0866<br />
oder per email an<br />
abo@neue-mobilitaet.info<br />
Chefredaktion, Layout, Grafik & Satz vom BEM-Fachagazin<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
edien und Projektierung jährlicher Neujahrsempfang für den<br />
BEE Bundesverband Erneuerbare Energie<br />
Marketingstrategie, PR & Öffentlichkeitsarbeit für<br />
den BEM Bundesverband eMobilität<br />
PR, Marketing & Medien für CONVIA Energie-, Ressourcenund<br />
Prozessoptimierung<br />
Medien für die Agentur für Erneuerbare Energien & Organisa<br />
Leitstern 2008<br />
- Messestände Automechanika Frankfurt & Shanghai,<br />
eCarTec, InterSolar, E-world, Hannover Messe<br />
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www.cymage-media.com<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />
eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />
Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />
Mitglieder und über relevante News im Bereich der Neuen<br />
Mobilität.<br />
In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />
wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />
geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />
interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />
Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />
regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />
Innovationen und relevante Termine.<br />
Veranstaltungshighlight der April-Ausgabe ist die Hannover<br />
Messe. Vor diesem Hintergrund stehen insbesondere die<br />
Themenschwerpunkte Forschung & Entwicklung sowie<br />
nachhaltige Energie & Umwelttechnologien, als Grundvoraussetzung<br />
für eine intelligente Mobilität von Morgen, im<br />
Fokus unserer Berichterstattung. Verschiedene Gastautoren<br />
beschäftigen sich anlässlich dieses Schwerpunktthemas<br />
mit den Innovationen rund um Smart Grid, Smart<br />
Home und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik<br />
bei der Verknüpfung von Erneuerbaren<br />
Energien und Elektromobilität.<br />
Sie wollten schon immer wissen, wer hinter der <strong>NEUE</strong>N<br />
<strong>MOBILITÄT</strong> und dem Bundesverband eMobilität steckt?<br />
In der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen das gesamte<br />
BEM-Team vor - von den Mitarbeitern in der Hauptgeschäftsstelle<br />
über die Landesvertreter und Beiräte bis hin<br />
zu den Repräsentanten in Brüssel und Shanghai.<br />
Im Rahmen unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is<br />
Who der Elektromobilität« stellen wir außerdem weitere<br />
Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die sich<br />
aktiv für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />
einsetzen.<br />
Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />
Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />
über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />
und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />
JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 29,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />
Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
Förder-abo / 4 Ausgaben<br />
Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />
zzgl. Porto*).<br />
firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />
Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />
Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
5 Stück (90,00 €) <strong>10</strong> Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />
der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />
Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />
eMobilität e.V., Wallstraße 16, <strong>10</strong>179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />
liefer- und Rechnungsadresse<br />
Unternehmen<br />
Vorname, name<br />
straSSe, nr.<br />
PLZ, Ort<br />
email<br />
Einzugsermächtigung<br />
Name der Bank<br />
BLZ<br />
Kontoinhaber<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />
Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />
*nur im Inland möglich<br />
Kontonr.<br />
USt-IdNr.<br />
Fon<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />
Rechnung zusätzlich per Post.<br />
Neue Mobilität<br />
125
ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />
BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Der Bundesverband eMobilität e.V. vernetzt die Akteure aus<br />
Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />
miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung der<br />
Neuen Mobilität und unterstützt bei der Verbesserung der<br />
gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der<br />
Elektromobilität als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />
Mobilitätskonzept. »Die Einbindung unserer Mitglieder in<br />
die verschiedensten Aktionen, Veranstaltungen, Publikationen<br />
und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten<br />
Aufgaben im tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus<br />
sorgen wir dafür, dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander<br />
vernetzen, um über Branchengrenzen hinaus<br />
neue Kooperations- und Geschaftsmodelle für eine zeitnahe,<br />
sichtbare Neue Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl,<br />
BEM-Präsident.<br />
www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />
KLEINER<br />
Wir denken Lösungen<br />
Castellan AG<br />
Innovation@Work<br />
eMobilityProvider<br />
Agentur für elektromobile Lösungen<br />
Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />
starken Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar,<br />
sich gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen<br />
der Elektromobilität zu stellen, um einen nachhaltigen<br />
Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese<br />
Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme der innovativsten<br />
Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten und<br />
das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten Akteure,<br />
sowie das Engagement jedes einzelnen Bürgers. Eine<br />
BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische und<br />
ökologische Herausforderung mit den Chancen der eMobilität<br />
und des Sustainability Developments und verankert diese<br />
nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />
Unterstützung notwendig..!<br />
TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />
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CPM<br />
IPM SYSTEM<br />
Effizienz durch Intelligenz<br />
Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Allgemein<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
mit den relevanten Playern der Branche<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />
Forschungseinrichtungen und Instituten<br />
• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />
Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />
Symposien u.a.<br />
• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />
und aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />
• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />
kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />
für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />
• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />
• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />
Bayern, Hessen, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg,<br />
NRW und Norddeutschland<br />
• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />
beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />
• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />
den Bundestag«<br />
Mediale Einbindung<br />
• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />
• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />
Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />
• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />
• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />
BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />
eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />
Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />
über die Medienkooperationen vom BEM<br />
Politisches Netzwerk<br />
• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />
• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />
Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel / International<br />
• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />
• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />
Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />
• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />
Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />
Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich,<br />
Lebenswelt Elektromobilität, int. Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufenster, etc.<br />
Unsere Energie für Sie.<br />
C E T R A e - m o b i l i t y<br />
Mitgliedsbetreuung<br />
BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />
Jetzt im App-Store.<br />
Fon 030 8638 1874<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
<strong>10</strong>179 Berlin<br />
www.bem-ev.de<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127
firmen-<br />
VERZEICHNIS<br />
Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />
an Sandrine Frideres vom BEM<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Wir bewegen die Zukunft!<br />
Dr. Peter Bachmann<br />
Leiter des Teams New Mobility<br />
Noerr LLP<br />
peter.bachmann@noerr.com<br />
T +49 89 28628277<br />
www.noerr.com<br />
Agentur für Medienberatung<br />
BEM-Landesvertretungen<br />
Baden-Württemberg Monika Lauer & Reinhard Stück 4L - Beratung für KMU<br />
Mitteldeutschland Christian Grötsch, Torsten Hahmann & Christoph von Radowitz eContact<br />
Bayern Chaya Chatterjee & Manfred Hiemer e-mocom / NRW Sabine Hannert e-WOLF<br />
Hessen Susanne Weiß / Norddeutschland Florian Hempel & Bernd Repenning E-COLLECTiON<br />
Fon 030 616 58 511<br />
www.cymage-media.com<br />
e-motors-online.de<br />
Telefon +49 (0)89 / 5 23 31 14<br />
info@e-motors-online.de<br />
TÜV SÜD AG<br />
Westendstr. 199<br />
80686 München<br />
info@tuev-sued.de<br />
www.tuev-sued.de<br />
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Elektromobilität<br />
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Gesellschaft für Absatzförderung mbH<br />
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Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />
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www.deutschland-elektrisieren.de<br />
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20457 Hamburg<br />
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<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
IMPRESSUM<br />
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Herausgeber<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
<strong>10</strong>179 Berlin<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Fax 030 8638 0866<br />
www.bem-ev.de<br />
magazin@bem-ev.de<br />
Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon 030 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Mitarbeit<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Alexander Böhm<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
CYMAGE MEDIA BERLIN<br />
Oranienplatz 5<br />
<strong>10</strong>999 Berlin<br />
Fon 030 616 58 511<br />
Fax 030 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Monika Czerminska<br />
Christian Heep<br />
Falk Bege<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
<strong>10</strong>.000 Stück<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
www.sebastian-knoth.com<br />
Titelbild /Cover<br />
biiista gmbh<br />
OÖ Nachrichten/Weihbold<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>10</strong><br />
zu E-world<br />
Erscheinung Januar 2013<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe April 2013<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 11<br />
Anzeigenschluss 07.03.2013<br />
Für Anzeigenschaltungen gilt unsere<br />
Anzeigenpreisliste.<br />
Mediadaten, Stand <strong>10</strong>/2012.<br />
www.neue-mobilitaet.info<br />
Parlamentarischer Beirat<br />
MdB Wolfgang Tiefensee, SPD,<br />
Beiratsvorsitzender<br />
MdL Markus Rinderspacher, SPD<br />
MdB Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
MdB Andreas Jung, CDU/CSU<br />
MdB Werner Simmling, FDP<br />
MdB Dr. Valerie Wilms<br />
Bündnis 90/Die Grünen<br />
ehem. MdA Volker Ratzmann<br />
Bündnis 90/Die Grünen<br />
MdL Ulrike Müller, FREIE WÄHLER<br />
Christian Ude, SPD<br />
Wissenschaftlicher Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Matthias Groher<br />
Tim Ruhoff<br />
Andreas Serra<br />
Dipl.-Ing. M.S. Tim Baack<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
Markus Emmert<br />
Dr. Mark Steffen Walcher<br />
Josef Maier<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Heiko Herchet<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. G. Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl.-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
Prof. Dr.-Ing. Gunter Schweiger<br />
Pitt Moss<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
Uwe Hahner<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
Finanzvorstand Michael Hofmann<br />
Marketingvorstand Christian Heep<br />
Politik-Berater Armin Henning<br />
Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />
Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
© 2009-2013 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />
liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />
Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />
Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />
schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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EXCELLENCE<br />
CREATING<br />
VALUE<br />
Gerne senden wir Ihnen unsere Broschüre mit Anregungen<br />
zu allen Rechtsfragen rund um die Mobilität der Zukunft.<br />
Rund 38 Mrd. Euro Umsatz und Investitionen allein im Jahr 20<strong>10</strong> in eine saubere und sichere Energieversorgung. Hunderttausende Arbeitsplätze,<br />
hohe Exportanteile und aktuell 11 Mrd. Euro pro Jahr an eingesparten Brennstoffimporten: So liefern Erneuerbare Energien die Grundlage<br />
für eine nachhaltige Wirtschaft in Deutschland. Doch mit wachsendem Erfolg der Erneuerbaren Energien werden die öffentlichen Debatten<br />
schärfer. Verfestigte Vorurteile können den weiteren Ausbau bremsen. Wer hält dagegen? Die Agentur für Erneuerbare Energien kämpft für<br />
mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Chancen und Vorteile einer regenerativen Energieversorgung. Wir setzen wichtige Themen auf die<br />
Tagesordnung und klären die Öffentlichkeit mit Zahlen, Fakten und einem Bündel an Informationsmaterialien auf.<br />
Bei uns ziehen Bundesministerien und Branche an einem Strang. Hier kommt das Engagement Ihres Unternehmens gut an!<br />
www.unendlich-viel-energie.de<br />
Telefon 030 2005353 oder sponsoring@unendlich-viel-energie.de<br />
Dr. Peter Bachmann, Leiter des Teams New Mobility<br />
peter.bachmann@noerr.com T +49 89 28628277
Akademie &<br />
Consulting<br />
INSTITUT<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Letztlich geht es für die gesamte Branche darum,<br />
erfolgreiche Geschäftsmodelle in einem expansiven<br />
Marktumfeld zu positionieren.<br />
www.institut-nm.de<br />
www.institut-nm.de