NEUE MOBILITÄT 07
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ISSN 2191-5636<br />
Frühlingsausgabe 2012<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
April 2012<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Hannover Messe 23. - 27. April 2012<br />
Österreich Special<br />
Projekte. Initiativen.<br />
Akteure.<br />
Marketing & Medien<br />
eMobilität braucht<br />
strategisches Marketing<br />
Erste Flotten<br />
Die Neue Mobilität<br />
macht Schule<br />
Status Quo<br />
Die Zukunft gehört der<br />
intelligenten Vernetzung<br />
Neue Mobilität<br />
1
Der neue Nissan LEAF.<br />
100 % elektrisch – 100 % Auto.<br />
Erfolgreich kommunizieren<br />
Grußwort BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident auf dem BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2011 in München<br />
Testen Sie jetzt den Nissan LEAF: Vergessen Sie alles, was Sie über das<br />
Autofahren wussten. Das erste 100% elektrische Auto von Nissan geht auf Tour<br />
und kommt auch in Ihre Nähe. Die nächsten Termine: Mittwoch, 25. April in Passau,<br />
Freitag, 27. April in Regensburg, Freitag, 04. Mai in Wasserburg, Montag <strong>07</strong>. Mai in<br />
Bempfl ingen und Freitag, 11. Mai in Pforzheim. Die Gelegenheit für Ihre Probefahrt!<br />
Tourdaten Anmeldung: www.elektrik-leaf.de<br />
Wissen Sie, von welcher Art Elektrofahrzeug die Nationale<br />
Plattform Elektromobilität spricht, wenn Sie eine Stückzahl<br />
von einer Million im Jahr 2020 prognostiziert? Nein? Dann<br />
sind Sie damit nicht allein. Nicht nur im medialen Bereich<br />
werden hier häufig Begrifflichkeiten vertauscht und missverständliche<br />
Aussagen verbreitet - auch in Fachkreisen<br />
spricht man in diesem Zusammenhang nicht immer eine<br />
einheitliche Sprache.<br />
In den Bereich elektrischer Mobilität fallen sämtliche Fortbewegungsmittel,<br />
die ihre Antriebsenergie zu einem gewissen<br />
Teil aus Strom beziehen. Im engeren Sinne bezieht sich der<br />
Begriff auf Fahrzeuge des motorisierten Verkehrs, die zumindest<br />
zeitweise ausschließlich durch einen Elektromotor,<br />
ohne Einsatz eines Verbrennungsmotors, betrieben werden<br />
können. Vor diesem Hintergrund gelten sämtliche Fahrzeugtypen,<br />
die direkt mit Strom aus dem Netz beladen werden<br />
können, als Elektrofahrzeug.<br />
Dazu zählen sowohl rein batterieelelektrische Fahrzeuge<br />
als auch Plug-In-Hybride sowie Elektrofahrzeuge mit Range<br />
Extender. Hybridfahrzeuge - ohne Lademöglichkeit aus dem<br />
Stromnetz - sind nach dieser Definition hingegen nicht zu<br />
den Elektrofahrzeugen zu zählen.<br />
Warum ich Ihnen das erkläre? Ganz einfach: Wenn wir endlich<br />
nicht mehr so viel über derart grundlegende Dinge diskutieren,<br />
haben wir vielleicht die Chance, endlich wirklich etwas<br />
in Richtung einer Neuen Mobilität zu bewegen. Wir müssen<br />
raus aus den Kongressen, Symposien und Fachveranstaltungen<br />
- raus auf die Straßen. Opel, Nissan und Renault<br />
machen es mit der Markteinführung Ihrer elektrischen Serienfahrzeuge<br />
vor - um hier nur drei aktuelle Beispiele zu<br />
nennen. Auf der einen Seite der innovative Ampera mit Reichweitenverlängerer<br />
- Car of the Year 2012 - und auf der anderen<br />
Seite die internationalen eMobilitätskampagnen zur Markteinführung<br />
der Renault Z.E. Modelle und des Nissan Leaf.<br />
Weitere große Automobilhersteller werden im nächsten Jahr<br />
folgen. Denn nicht nur uns vom Bundesverband eMobilität<br />
ist klar: Der Systemwechsel hin zu einer Neuen Mobilität ist<br />
nicht mehr aufzuhalten. Diese Botschaft muss spätestens<br />
jetzt aber auch innerhalb der Gesellschaft nachhaltig verankert<br />
werden. Das wird uns nur dann erfolgreich gelingen,<br />
wenn wir auch in unseren Marketing- und Kommunikationsaktivitäten<br />
strategisch agieren, um der Verunsicherung auf<br />
Verbraucherseite frühzeitig entgegen zu wirken.<br />
Die Botschaft muss lauten: Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien ist bereits heute alltagstauglich. Mit<br />
steigendem Anteil Erneuerbarer Energien im deutschen<br />
Strommix produzieren alle Elektrofahrzeuge - im Gegensatz<br />
zu konventionellen Fahrzeugen - automatisch kontinuierlich<br />
weniger CO 2 -Emissionen. Mit steigender Nachfrage und erhöhten<br />
Produktionszahlen fallen die Kosten aufgrund der<br />
Skaleneffekte deutlich - und das nicht erst in zehn Jahren.<br />
Die Zeit des Systemwechsels hat bereits begonnen - seien<br />
Sie ein Teil davon. Gemeinsam können wir etwas bewegen.<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Status QUo<br />
eMobiilität<br />
Cover: Swarco Traffic Systems<br />
Location: InnoZ Berlin<br />
Photograf: Sebastian Knoth<br />
Marketing &<br />
Medien<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>07</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe APRIL 2012<br />
Österreich<br />
Special<br />
14 Zukunft gehört der<br />
VERNETZUNG<br />
Dr. Peter Ramsauer<br />
20 ABC der Batteriesysteme<br />
21 Batteriesysteme im<br />
Vergleich<br />
23 Unsere Zukunft mit<br />
Lithiumbatterien<br />
eckhard fahlbusch<br />
26 Optimales Antriebskonzept<br />
für efahrzeuge<br />
Prof. Dr.-Ing. Ferit Küçükay<br />
Dipl.-ing. marjam eghtessad<br />
PROf. dr.-ing. stephan rinderknecht<br />
DIPL.-ing. torben meier<br />
28 Beliebte elektrofahrzeuge<br />
Kathrin dudenhöffer<br />
leoni bussmann<br />
30 eMobilität im alltag<br />
Uwe hahner<br />
34 STÄRker mit eMobilität<br />
BESCHÄftigen<br />
Stefan Dittrich<br />
36 Netzwerke in der eMobilität<br />
andreas Serra<br />
38 europa 2020<br />
dr. peter bachmann<br />
christian alexander mayer<br />
40 AUF EXPANSIONSKURS..<br />
IPM SYSTEM<br />
42 ELEktrotankstelle<br />
Gildemeister<br />
44 Normgerecht und sicher<br />
Strom tanken<br />
dipl.-ing. andreas senger<br />
46 moderne anwendungsfälle<br />
für moderne ikt<br />
dipl.-inf. julian krenge<br />
dipl.-phys. christian maasem<br />
48 chancen & Risiken des<br />
technologiewandels<br />
kai olaf dammenhain<br />
marc stiller<br />
50 normen bringen die<br />
zukunft in fahrt<br />
dr. georg a. teichmann<br />
52 ELEktrotankstelle<br />
kai wittek<br />
CHRISTIAN huth<br />
Prof. Dr. Thomas S. spengler<br />
54 Gerechte Besteuerung<br />
von efahrzeugen<br />
dr. ronald große<br />
55 offener brief von juwi an<br />
das bundesministerium<br />
für finanzen<br />
matthias willenbacher<br />
alexandra ernst<br />
56 Steuernachteile für<br />
elektrische geschäftswagen<br />
abschaffen<br />
andreas jung<br />
58 legal corner<br />
CMS Hasche Sigle<br />
60 emobile talk<br />
Markus Emmert<br />
Christian Heep<br />
62 Die innovativsten &<br />
energieeffizientesten<br />
lösungen<br />
ComBInation<br />
Messen &<br />
EVents<br />
8 Hannover Messe<br />
35 NorDitalien im Zeichen der<br />
NACHHALTIGEN mobilität<br />
Klimamobility 2012<br />
64 emobilität im Abseits?<br />
Volker blandow<br />
66 DIE marketingkatastrophe<br />
ELEktromobilität<br />
Dr.-ing. jan traenckner<br />
68 Der hype ist vorbei<br />
dr. mark steffen walcher<br />
72 sichtbare symbole schaffen<br />
christoph b. rößner<br />
73 letzte meile bis ins herz und<br />
kopf der kunden<br />
ralph strobel<br />
74 VERNETZTE kommunikation<br />
michael tschakert<br />
76 VERTRIEB ist nicht alles,<br />
ABER alles ist vertrieb<br />
matthias groher<br />
prof. robert pelzel<br />
BEM<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Veni, Vidi, vici..<br />
Editorial, Christian heep<br />
10 Köpfe der Branche<br />
16 Delegationsreise japan<br />
18 delegationsreise malta<br />
55 0% Regelung bei der<br />
Dienstwagenbesteuerung<br />
70 BEM 2.0<br />
71 BEM TV<br />
108 emobilität in zahlen<br />
120 eJobs<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 ABO neue mobilität<br />
126 BEM-Mitgliedschaft<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
80 emobilität in und aus<br />
öSTERREICH<br />
österr. verkehrsministerium<br />
81 eMobilität mit 100% Erneuer-<br />
BARER energie hat vorrang<br />
Verbund<br />
82 eMobilität »Made in Austria«<br />
austrian mobile power<br />
83 DAS virtuelle fahrzeug<br />
wird realität<br />
virtual vehicle<br />
84 GRENZENLOSE emobilität<br />
vibrate<br />
85 eCarSharing als chance<br />
für städte<br />
electrodrive salzburg<br />
86 SANfte mobilität in der<br />
ALPENREPUBLIk<br />
e-connected<br />
88 STROM macht mobil<br />
siemens österreich<br />
89 LADEINfrastruktur<br />
IN österreich<br />
kelag<br />
90 CLEAN mobility<br />
steirische wirtschaftsförderung<br />
91 emobilität als gesamtsystem<br />
empora<br />
92 DIE zukunft fährt mit strom<br />
automobil-cluster<br />
erste<br />
flotten<br />
94 mobilität wird sich ändern<br />
isarfunk<br />
95 EIN gewinn für alle<br />
taxi center ostbahnhof<br />
96 das taxi der zukunft<br />
dt. taxi- und mietwagenverband e.V.<br />
97 fahrschüler elektrisch<br />
UNTERwegs<br />
fahrschule dettmar<br />
98 emobilität macht schule<br />
proEco <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> GmbH<br />
99 fahrunterricht im eauto<br />
fahrschule r. thomas<br />
100 elektrische fahrschulautos<br />
german E-Cars<br />
Offensichtlich hat unsere siebte Ausgabe den Weg zu Ihnen<br />
gefunden. Das freut mich sehr, denn Sie sind an einer Veränderung<br />
interessiert und einer nachhaltigen Neuen Mobilität<br />
gegenüber aufgeschlossen. Weiter so..<br />
Den treuen Lesern, die unsere Arbeit mit einer Mitgliedschaft,<br />
einem Abonnement, einer Anzeigenschaltung, Partnerschaft<br />
und auch mit redaktionellem Input ermöglichen, gebührt unser<br />
Dank. Sollten Sie hingegen noch nicht zum regelmäßigen<br />
Empfängerkreis gehören, freue ich mich in Zukunft auf Ihre<br />
Unterstützung und empfehle zumindest einen Besuch auf<br />
unserem Abo-Formular auf Seite 125 dieser Ausgabe.<br />
102 eExtreme<br />
next generation mobility<br />
104 ohne sinn und verstand?<br />
InnoZ & WZB<br />
106 PG Elektrus<br />
PG Trade & sales GmbH<br />
110 leicht zu mieten<br />
edag gmbh & co. kg<br />
112 grünes licht für grüne insel<br />
ebg compleo gmbh<br />
Human<br />
Resources<br />
114 emobiltät braucht<br />
kluge köpfe<br />
m plan gmbh<br />
116 urbane verkehrssysteme<br />
tu campus euref<br />
117 emobilität an der FH kempten<br />
hochschule kempten<br />
118 ladestation der zukunft<br />
fraunhofer iao<br />
Hallo & Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
Auf unserem Cover sehen Sie Dr. Jürgen Peters, Geschäftsführer<br />
InnoZ, Uwe Hahner, Leiter Geschäftsbereich Parking<br />
und eMobility, Swarco Traffic Systems und meine Wenigkeit<br />
auf dem Gelände des EUREF Campus in Berlin-Schöneberg.<br />
Dort wird gezeigt, was bereits heute im Bereich der Neuen<br />
Mobilität in Kombination mit Erneuerbaren Energien und einer<br />
intelligenten Vernetzung mit dem Stromnetz der Zukunft<br />
möglich ist. Auch bei uns gehört eMobilität bereits heute<br />
zum Alltag. In unserer Coverstory erfahren Sie mehr über die<br />
wohl elektromobilste Straße Deutschlands. Viel Spaß..!<br />
Christian Heep, Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing
Editorial - Christian Heep<br />
Editorial - Christian Heep<br />
Veni, vidi, vici..<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Weitere Informationen, Fachartikel und Statements zum Thema strategisches Marketing<br />
für eine Neue Mobilität finden Sie im Themenschwerpunkt »Marketing und Medien« ab<br />
Seite 61. Lesenswert..!<br />
Die Herausforderung einer realistischen Mobilitäts-Umstellung<br />
auf elektrische Antriebsarten auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien und ein generelles Umdenken in Bezug auf unsere<br />
Individualmobilität stellt uns vor komplexe Aufgaben, die nur<br />
gemeinsam mit allen relevanten Branchenteilnehmern, Wirtschaft,<br />
Politik, Verbänden, Medien und insbesondere dem<br />
Votum der Öffentlichkeit eine zeitnahe Umsetzung erfährt.<br />
Hier gilt es, möglichst große Schnittmengen zu bilden und<br />
diese mit weiteren, begleitenden Aspekten perspektivisch<br />
und nachhaltig in Einklang zu bringen: Klima- und Umweltschutz,<br />
Ressourcenschonung und weniger Abhängigkeit insbesondere<br />
vom knapper und immer teurer werdenden Öl,<br />
saubere Luft und leisere Städte vor allem in den Ballungsräumen.<br />
Gleichzeitig geht es mit einem besonderen Augenmerk<br />
auf einem globalen Marktplatz aber auch um wirtschaftliche<br />
Aspekte in Bezug auf unsere Wertschöpfung - und die verhält<br />
sich direkt proportional zum Wohlstand in Deutschland<br />
und Europa. Somit reden wir am Ende nicht nur von einer<br />
nachhaltigen Neuen Mobilität, sondern über den Erhalt und<br />
die Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze.<br />
Wir haben also zwei übergeordnete Ziele: Elektromobilität<br />
und eine möglichst hohe Beteiligung heimischer Unternehmen.<br />
Gemeinsam mit unseren Mitgliedern zeigen wir ein<br />
umsetzungsfähiges und nachhaltiges Konzept für eine Neue<br />
Mobilität auf und wirken entsprechend an der Umsetzung<br />
dieser Zielformulierung mit.<br />
Dazu benötigen wir eine starke politische und mediale Sichtbarkeit.<br />
Aus diesem Grund richten wir unsere Aktivitäten ständig<br />
an diesem strategischen Fokus aus. So sind zum Beispiel<br />
der Aufbau des parlamentarischen und wissenschaftlichen<br />
Beirats, die Aktion »Wir elektromobilisieren den Bundestag«<br />
oder »Frühstück bei Tiefensee«, die Europa-Sektion mit Dr.<br />
Ingo Friedrich als Repräsentant in Brüssel, die Beschäftigung<br />
mit den Schaufensterbewerbungen, unsere Roundtable, die<br />
Stammtische, politische Hintergrundgespräche und Teilnahme<br />
an Lenkungskreisen wichtige Bausteine, die in der Kommunikation<br />
dazu beitragen, uns politisch zu verzahnen und<br />
unsere Sichtbarkeit in diesem Bereich erhöhen.<br />
So kommt es, dass auch Landtage unsere emobilen Aktionen<br />
einsetzen und wir uns mit den Landesvertretungen regional<br />
besser verorten können, unser Präsident im Rahmen einer<br />
Delegationsreise mit Dr. Ramsauer nach Japan flog, wir mit<br />
einigen Mitgliedern beim Deutschen Botschafter und beim<br />
Minister auf Malta waren oder auf der Automechanika in<br />
Shanghai. Wir erfahren verstärkt Aufmerksamkeit von unseren<br />
europäischen Nachbarn und den Botschaften, Gespräche<br />
auf ministerialer Ebene und Einladungen zu Vorträgen<br />
nehmen deutlich zu und in Summe werden wir inzwischen<br />
als respektierter Verband von Politik und Medien anerkannt,<br />
zitiert und bei Fachfragen und Statements angefragt.<br />
Sonderbeilagen und Medienkooperationen im Handelsblatt,<br />
der FAZ, der Zeit oder der Financial Times mit 6-stelligen Auflagen<br />
schaffen eine mediale Wahrnehmungsebene. Unsere<br />
Neue Mobilität informiert 4 mal im Jahr mit insgesamt bereits<br />
über 700 Seiten redaktioneller Fachbeiträge und Interviews<br />
zumeist aus den Reihen unserer Mitglieder. Fast täglich kommen<br />
neue Abonnenten hinzu. Unsere XING-Gruppe zählt inzwischen<br />
über 2.000 interessierte Mitglieder, wir haben eine<br />
App und einen Newsbereich, der tagesaktuell gepflegt wird,<br />
wir sind auf Facebook, haben einen eigenen YouTube-Kanal,<br />
Google+ und natürlich twittern wir. 2 mal im Monat erscheint<br />
unser Newsletter für über 6.000 Empfänger, unser PageRank<br />
liegt bei 5 und unsere Webseite ist bis dato 157.490 Mal besucht<br />
worden - weit über 500.000 Seitenaufrufe..<br />
Im Rahmen unserer Gemeinschaftsstände auf der eCarTec,<br />
E-world, Clean Tech World, Michelin Challenge Bibendum,<br />
CEP, Lebenswelt Elektromobilität sowie unserer Präsenz und<br />
Medienpartnerschaften auf vielen Kongressen, Symposien,<br />
Fachveranstaltungen und anderen Events haben wir einige<br />
hundert Gespräche geführt, aus denen sich bereits viele neue<br />
Kontakte und Projekte ergeben haben. In der Folge führen all<br />
diese Aktionen, Social Media Aktivitäten und Cluster-Effekte<br />
zu weiteren Unterstützern, größerer Aufmerksamkeit und<br />
einem ständig wachsenden Netzwerk, dass wir brauchen,<br />
um die Neue Mobilität in der Gesellschaft zu verankern und<br />
unsere Mitglieder erfolgreich untereinander zu vernetzen.<br />
Diese eigendynamischen Prozesse sind der Grund unserer<br />
strategischen Marketingbemühungen mit dem Ziel, uns den<br />
notwendigen Einfluss zu verschaffen, um mit der Gemeinschaft<br />
einer ganz neuen Branche unsere Zukunft nachhaltig<br />
zu verändern und dabei Wirtschaftlichkeit und Umwelt gleichermaßen<br />
zu berücksichtigen.<br />
Wenn wir unsere Netzwerke sinnvoll einsetzen und weiter<br />
ausbauen, wenn sich alle aktiv einbringen, können wir in<br />
Kooperation und Synergie viel bewegen. Und dann ist auch<br />
unsere Zielvorgabe von 4,5 Millionen Elektrofahrzeugen bis<br />
2020 durchaus realistisch. Aber nur, wenn wir das auch wirklich<br />
wollen, uns unserer Verantwortung bewusst werden und<br />
unsere Einflussmöglichkeiten auf allen Ebenen nutzen.<br />
Lasst uns Tatsachen schaffen und im Sinne einer vielversprechenden<br />
Neuen Mobilität siegreich sein. Vielen Dank für<br />
Ihre Unterstützung und viel Spaß beim Lesen..<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7
Hannover Messe 2012<br />
Hannover Messe 2012<br />
HANNOVER MESSE<br />
Technische Lösungen für Megacities<br />
Hannover Messe 2011 - E-MOTIVE Initiative<br />
Internationale Leitmesse der erneuerbaren und konventionellen Energieerzeugung, -übertragung und Energieverteilung<br />
Die Globalisierung, der Klimawandel und eine zunehmende<br />
Verstädterung stellen Städte und Ballungsgebiete weltweit<br />
vor neue Herausforderungen. Der Trend zur Urbanisierung<br />
ist ungebrochen. Nach Aussage der Vereinten Nationen<br />
leben im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in<br />
urbanen Zentren - das wären mehr als sieben Milliarden<br />
Menschen. Aus diesem Grunde gewinnen Technologien für<br />
Städte und Infrastrukturen weiter an Bedeutung.<br />
2011 wurden auf der HANNOVER MESSE im Rahmen der<br />
Sonderausstellung Metropolitan Solutions bereits die Bereiche<br />
Energie-, Wasser-, Abwasser- und Mobilitätsinfrastruktur<br />
sowie Klimaschutz präsentiert. 2012 kommen die<br />
Felder Sicherheit und Abfallmanagement hinzu.<br />
Namhafte Unternehmen präsentieren auf der Metropolitan<br />
Solutions Sicherheitslösungen für die Versorgung, die Mobilität,<br />
den Transport und ein effizientes Gebäudemanagement.<br />
Besucher bekommen in Halle 26 neben neuester elektronischer<br />
Sicherheitstechnik auch Komponenten und Systeme<br />
für Kontroll- und Überwachungseinrichtungen vorgeführt.<br />
Die moderne Gesellschaft vernetzt sich immer stärker. In absehbarer<br />
Zeit werden Fahrzeuge und Maschinen noch enger<br />
digital verknüpft. Durch die Interaktion der virtuellen und<br />
der realen Welt entstehen neue Möglichkeiten und Anwendungen.<br />
Gleichzeitig entstehen aber auch neue Bedrohungen.<br />
Angreifer können eine vernetzte Infrastruktur gezielt<br />
attackieren und damit Schaden erzeugen. Metropolitan<br />
Solutions zeigt Lösungen, wie sich Infrastrukturen effektiv<br />
schützen lassen.<br />
Das Thema Energie ist für Metropolen ebenso sicherheitsrelevant.<br />
Die Integration und Vernetzung von konventionellen<br />
und alternativen Energien verändert die Anforderungen<br />
an Energieversorgungssysteme. Der zunehmende Einsatz<br />
dezentraler erneuerbarer und fluktuierender Energien macht<br />
eine stärkere Abstimmung zwischen Erzeugung, Verteilung,<br />
Speicherung und Verbrauch über intelligente Vernetzung nötig.<br />
Damit entstehen neue Anforderungen an Städte.<br />
Der neue Themenbereich Abfallmanagement richtet sich<br />
an Besucher der Metropolitan Solutions, die sich mit der<br />
Thematik kommunale Entsorgung, Straßenreinigung oder<br />
Stadtreinigung beschäftigen. Auf besonderes Interesse der<br />
Besucher wird dabei der Schwerpunkt Urban Mining stoßen.<br />
In der Entsorgungswirtschaft sind erste Technologien im Einsatz,<br />
die dazu führen, dass Rohstoffe besser genutzt und verwertet<br />
werden können. Das verringert die Abhängigkeit der<br />
Industrie von steigenden Rohstoffpreisen und Importen.<br />
Neben der Präsentation technischer Lösungen finden die<br />
Metropolitan-Solutions-Besucher in Halle 26 ein Forum. Internationale<br />
Experten diskutieren an allen fünf Messetagen<br />
und präsentieren Referenzprojekte.<br />
Am Messe-Mittwoch steht das Thema Mobilität und Stadtentwicklung<br />
im internationalen Kontext auf der Tagesordnung.<br />
Die Mobilität der Zukunft ist auf eine proaktive Steuerung<br />
angewiesen. Im Bereich Mobilität können alle Infrastrukturen,<br />
wie Transportmittel, Straßen oder Gebäude, nur intelligent<br />
vernetzt werden, wenn mikroelektronische Sensoren<br />
es ermöglichen, den Status bestimmter Objekte und Trends<br />
von Objektgruppen zu diagnostizieren.<br />
Einen Tag später widmen sich die Experten dem Thema Mobilität<br />
& Logistik National. Den Rahmen bilden dabei die drei<br />
Themenbereiche »Smart Car«, »SmartGrid« und »Smart<br />
Traffic«. Die Fachvorträge und die Podiumsdiskussion setzen<br />
sich dabei vor allem mit den Schnittstellen von Mobilität,<br />
Energie, Fahrzeug und Informations- und Kommunikationstechnologien<br />
auseinander.<br />
Als Wegbereiter für Innovationen im Bereich der Elektromobilität<br />
spielen Informations- und Kommunikationstechnologien<br />
eine entscheidende Rolle. Handelsunternehmen<br />
und Logistikdienstleister machen sich in Zeiten von Umweltzonen<br />
und Nachtlieferverboten intensiv Gedanken, wie sie<br />
die Logistik auf der letzten Meile lösen können.<br />
Ein weiteres Highlight des Forums Metropolitan Solutions ist<br />
eine Diskussionsrunde mit Vertretern aus China. Die Volksrepublik<br />
ist Partnerland der HANNOVER MESSE 2012. Gerade<br />
chinesische Metropolen müssen mit einem rasanten<br />
Bevölkerungs- und Flächenwachstum rechnen. Experten erwarten,<br />
dass in China in den nächsten vier Jahrzehnten 500<br />
Millionen Menschen in Städte ziehen. Im Rahmen des Metropolitan<br />
Solutions Forums gehen Experten der Frage nach, in<br />
wie weit ein produktiver Diskurs zwischen gewachsenen<br />
Städten der alten Industrieländer und den explodierenden<br />
Städten der Schwellen- und Entwicklungsländer möglich<br />
ist. In diesem Zusammenhang haben die Urban Planning<br />
Society of China (UPSC), die International Society of City<br />
and Regional Planners (ISOCARP) und die Deutsche Messe<br />
AG eine strategische Partnerschaft beschlossen. Die UPSC<br />
stellt auf der HANNOVER MESSE ihre Planungsaktivitäten<br />
im Bereich von Megacities vor.<br />
Weitere Informationen zur<br />
HANNOVER MESSE 2012 unter<br />
www.hannovermesse.de<br />
8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Auf ein Wort mit den relevanten Akteuren im Bereich der Neuen Mobilität<br />
Michael Hofmann<br />
Bundesverband eMobilität<br />
Christian Guhl<br />
Dornier Consulting<br />
Ralph Strobel<br />
BER Marketing GmbH<br />
Tim Ruhoff<br />
Next Generation Mobility<br />
Gerrit Leuchs<br />
arvato infoscore<br />
Edwin Belonje<br />
Zero Motorcycles<br />
Florian Fritsch<br />
FROSYS GmbH<br />
Michael Hofmann, Vorstand Finanzen<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
»Der Zukunftsmarkt eMobilität wird auch bei der Schaffung<br />
von Arbeitsplätzen zu den großen Wachstumsbranchen in<br />
Deutschland gehören. Deshalb ist es unverzichtbar, sich gemeinsam<br />
und verstärkt den Herausforderungen der Elektromobilität<br />
zu stellen, um einen nachhaltigen Aufschwung in<br />
der gesamten Branche zu sichern. Für deutsche Unternehmen<br />
ergeben sich im Bereich der Elektromobilität ganz neue<br />
Möglichkeiten, die durch unkonventionelle Kooperationskonzepte<br />
marktfähig realisiert werden können. Dazu bedarf<br />
es insbesondere in der Anfangsphase innovativer Finanzkonzepte,<br />
um Elektroautos auf dem Markt zu positionieren<br />
und für potentielle Kunden preislich attraktiv zu machen.<br />
Ich sehe hier großes Potenzial: Aber nur dann, wenn die<br />
Akteure der Branche miteinander ins Gespräch kommen<br />
und zusammen arbeiten.«<br />
Christian Guhl, Leiter Business Line Energy<br />
Dornier Consulting<br />
»Die eMobilität ist mittlerweile aus der Bastlerecke herausgekommen<br />
und muss nun beweisen, als umweltfreundliche<br />
und wirtschaftliche Mobilitätsalternative Teil der Energiewende<br />
sein zu können. Mit der Entwicklung innovativer<br />
Verkehrskonzepte zielt die Dornier Consulting seit ihrer<br />
Gründung auf eine Neue Mobilität ab. Verbunden mit spezifischem<br />
Know-how aus der Energiebranche unterstützen<br />
wir nun unsere Kunden bei der Umsetzung ihrer eMobilitäts-<br />
Projekte. Gleichzeitig bringen wir unsere Erfahrungen aktiv<br />
in Verbände wie den BEM ein, um die eMobilität übergreifend<br />
voranzubringen.«<br />
www.dornier-consulting.com<br />
Ralph Strobel, Geschäftsführer BER Marketing GmbH<br />
»Es macht einfach Spaß, bei solch einem Mega-Thema von<br />
Beginn an dabei zu sein und mitzugestalten. Ich erlebe das<br />
BEM-Team als offen und leidenschaftlich. Das begeistert<br />
mich und ich unterstütze die Arbeit aktiv z.B. bei lokalen<br />
eMobilitätszentren. Ich berate Unternehmen, um die letzte<br />
Meile raus aus Fachvorträgen und rein in die Herzen und<br />
Köpfe der Kunden frühzeitig und aktiv zu gestalten.<br />
Aufgrund meiner Erfahrung in der automobilen Wertschöpfungskette<br />
faszinieren mich Themen wie Innovationen und<br />
neue Geschäftsmodelle. Früher bewährte Konzepte werden<br />
nicht erfolgreich sein, wir müssen es schaffen, Kundenbedürfnisse<br />
auf andere Art zu wecken.«<br />
www.ber-marketing.de<br />
Tim Ruhoff, Geschäftsführer Next Generation Mobility<br />
BEM-Beirat<br />
»Die Kombination von Elektromobilität und Strom aus Erneuerbaren<br />
Energien erlaubt uns endlich mit der Ressource<br />
Öl sinnvoll zu haushalten. Langfristig ist die eMobilität der<br />
einzige Ausweg aus einem veralteten System, das kurz vor<br />
dem Zusammenbruch steht. Den BEM und mich verbindet<br />
eine Gemeinsamkeit besonders stark: Wir wollen etwas bewegen.<br />
Dabei schätze ich das unpolitische und zielgerichtete<br />
Vorgehen des BEM. Die Neue Mobilität bringt für mich<br />
keine Einschränkungen mit sich. Ganz im Gegenteil - Elektroautos<br />
machen mehr Spaß und erzeugen Aufmerksamkeit.«<br />
www.nextgenerationmobility.de<br />
Gerrit Leuchs, Sales Director Energie-/Immobilienwirtschaft<br />
arvato infoscore, Geschäftsbereich Risk Management<br />
»Elektromobilität rückt immer mehr in den Fokus von deutschen<br />
Autofahrern, aber auch von Interessenvertretern aus<br />
Forschung, Politik und Technik. Dabei wird es zukünftig nicht<br />
mehr ausreichen, regionale Insellösungen zu schaffen, sondern<br />
es wird darauf ankommen, Akzeptanz durch zukunftsweisende<br />
und konsensfähige Lösungen im Einklang von Endkunden,<br />
Herstellern, Energielieferanten und Netzbetreibern<br />
zu schaffen. Neue Dienstleistungen sollten dabei bundesweite<br />
Einsatzmöglichkeiten erfahren. In diesem spannenden<br />
Kontext von Tatkraft und innovativen Ideen sehen wir uns als<br />
Bindeglied der unterschiedlichen Marktplayer. Dabei ist der<br />
BEM für uns eine wichtige Plattform und Möglichkeit, sich<br />
mit neuen Ideen einzubringen.«<br />
www.arvato-infoscore.de<br />
Edwin Belonje, Managing Director Europe Zero Motorcycles<br />
»eMobilität wird unsere Art der Fortbewegung verändern.<br />
Sie vereint ökologisches Bewusstsein mit der Begeisterung<br />
für das Fahren. Doch trotz stetig wachsenden Zuspruchs aus<br />
der Bevölkerung fehlt gerade in Deutschland noch die nötige<br />
politische Unterstützung. Hier schätzen wir das Engagement<br />
des BEM sehr, alle Akteure zu vernetzen und der<br />
Elektromobilität so endgültig zum Durchbruch zu verhelfen.<br />
Die passenden Produkte steuern wir bei: Unsere eMotorräder<br />
sind in Punkto Reichweite und Top-Speed auf Augenhöhe<br />
mit konventionellen Bikes.«<br />
www.zeromotorcycles.com<br />
Florian Fritsch, Geschäftsführer FROSYS GmbH<br />
»Elektromobilität ist die Zukunft. Ich bin unabhängig von<br />
Tankstellen, Ölfirmen - das ist für mich Freiheit. Ich kann<br />
beschleunigen wie mit einem Super-Sportwagen und gleichzeitig<br />
höre ich die Vögel zwitschern. Anders gesagt bedeutet<br />
das: Elektrofahrzeuge schaffen einfach mehr Lebensqualität,<br />
die man für alle erlebbar machen muss. Moderne Carsharing-Konzepte<br />
leisten dazu einen erheblichen Beitrag.<br />
Sie fördern die Akzeptanz, erhöhen die Nutzungsquote und<br />
zeigen den Bürgern, wie einfach es ist, sich schnell, leise<br />
und umweltfreundlich fortzubewegen. Unkomplizierter und<br />
komfortabler geht es kaum.«<br />
www.fg.de/frosys<br />
10 Neue Mobilität Neue Mobilität 11
STATUS<br />
QUO<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
Florian Fritsch – Allianz Kunde seit 2004<br />
Bei der Allianz hat Fortschritt Tradition. Schon seit über 100 Jahren versichern wir als kompetenter Partner zuverlässig den<br />
Bereich Mobilität. Heute bieten wir als einer der ersten Anbieter in Deutschland den Pionieren der Elektromobilität passenden<br />
Schutz. So können auch in Zukunft alle Autofahrer mit uns als starkem Begleiter rechnen. Das Allianz Zentrum für Technik<br />
beschäftigt sich ebenfalls mit alternativen Antrieben. Beispielsweise wird hier die Reparaturfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen<br />
bei typischen Stadtunfällen untersucht. Mehr zum Thema unter www.allianz.de/elektro<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Hoffentlich Allianz versichert.<br />
Herausforderungen und Chancen einer Zukunftsbranche.<br />
Kostenlose App für QR-Code herunterladen,<br />
12 Neue QR-Code Mobilität abfotografieren und Film ansehen.
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Peter Ramsauer<br />
Status QUo der Elektromobilität - DR. PETER RAMSAUER<br />
Die Zukunft gehört der<br />
intelligenten Vernetzung<br />
Interview mit Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr,<br />
Bau und Stadtentwicklung<br />
»Mobilität muss nachhaltiger - oder, wenn Sie so wollen -<br />
sauberer werden. Ich bin überzeugt, elektrische Antriebe<br />
bieten hier großes Potenzial.«<br />
Sie waren Anfang Januar mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation<br />
in Japan, zu der auch BEM-Präsident Kurt<br />
Sigl gehörte. Was können wir in den Bereichen Elektromobilität,<br />
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz von den<br />
Japanern lernen?<br />
Japan ist seit jeher ein Vorreiter in der Erforschung neuer Technologien.<br />
Und sicherlich hat Japan sehr früh das Potenzial<br />
der Elektromobilität und Erneuerbaren Energien für Klimaschutz<br />
und Wirtschaftswachstum erkannt und sich dabei<br />
große Ziele gesetzt. Das gilt insbesondere für die Batterietechnologie,<br />
die Hybridtechnik sowie die Wasserstoff- und<br />
Brennstoffzellentechnologie. So verwundert es nicht, dass<br />
Japan bei der Elektromobilität zu den führenden Nationen<br />
gehört. Zudem setzt die japanische Regierung dabei auf einen<br />
engen Schulterschluss mit der Industrie und den Universitäten.<br />
Auch in Deutschland arbeiten alle wesentlichen Akteure aus<br />
Politik und Wirtschaft in der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
eng zusammen, um die Elektromobilität entscheidend<br />
voran zu bringen. Gemeinsam wollen wir die Markteinführung<br />
innovativer Elektrofahrzeuge beschleunigen.<br />
Deutschland und Japan stehen auch bei diesem Thema<br />
zweifellos im Wettbewerb. Wir arbeiten allerdings auch eng<br />
zusammen.<br />
Und wo sehen Sie im internationalen Vergleich die Stärken<br />
Deutschlands?<br />
Deutschland soll Leitmarkt und Leitanbieter für alternative<br />
Antriebstechnologien werden. Und ich bin zuversichtlich,<br />
dass uns das auch gelingt. Denn wir verfügen in Deutschland<br />
über ein hohes Potenzial an »Know-how«, insbesondere bei<br />
der deutschen Automobilindustrie. Ein besonderes Augenmerk<br />
legen wir in unserem Land zudem auf die Integration<br />
der Elektromobilität in die Verkehrs-, Raum- und Stadtentwicklung.<br />
»Integrierte Verkehrskonzepte« heißt hier das<br />
Stichwort. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf den<br />
Straßenverkehr, sondern binden alle Verkehrsträger mit ein.<br />
Denn die Einführung der Elektromobilität für Deutschland<br />
hat Einfluss auf viele Bereiche unserer Gesellschaft. Wissenschaftlich<br />
begleitet wird sehr genau untersucht, welche Auswirkungen<br />
die Einführung alternativer Antriebstechnologien<br />
auf den Alltag im Wirtschafts- und Individualverkehr, aber<br />
auch im öffentlichen Nahverkehr hat. Dabei erproben und<br />
demonstrieren wir verschiedene Verkehrskonzepte.<br />
Im Rahmen des Regierungsprogramms Elektromobilität<br />
wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Förderung<br />
der Neuen Mobilität angekündigt. Bis dato wurde aber weder<br />
die Dienstwagenbesteuerung von Elektroautos angeglichen<br />
noch die 10-jährige Steuerbefreiung von Elektroautos<br />
realisiert. Wann können wir mit der tatsächlichen Umsetzung<br />
rechnen?<br />
Die Bundesregierung bereitet gerade intensiv eine entsprechende<br />
Gesetzesvorlage für das Verkehrssteueränderungsgesetz<br />
vor, um die Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für reine<br />
Elektro-Personenkraftwagen von derzeit fünf auf zehn Jahre<br />
zu verlängern.<br />
Darüber hinaus soll diese auf andere reine Elektrofahrzeuge<br />
und Fahrzeuge mit besonders geringem Kohlendioxidausstoß<br />
von weniger als 50 Gramm je Kilometer erweitert werden.<br />
Mein Ministerium hat sich in diesem Prozess zudem dafür<br />
eingesetzt, dass auch Fahrzeuge zur Güterbeförderung<br />
mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t bis zu<br />
12 t, also Fahrzeuge der Klasse N2, bereits jetzt mit in das<br />
Kraftfahrtsteuergesetz aufgenommen werden.<br />
Denn in Zukunft sind zunehmend auch Steckdosenhybrid-<br />
Fahrzeuge, auch Plug-In-Varianten genannt, denkbar. Was<br />
die Dienstwagenbesteuerung betrifft, so sollen im Zuge der<br />
Vorbereitung des Jahressteuergesetzes 2013 Maßnahmen<br />
zur Anpassung der Besteuerung von Dienstwagen entsprechend<br />
dem Regierungsprogramm Elektromobilität festgelegt<br />
werden.<br />
In Berlin wurde jetzt ein Modellhaus errichtet, das demonstriert,<br />
wie energieeffizientes Bauen und Elektromobilität im<br />
Alltag verbunden werden können. Ein Prototyp, der Schule<br />
machen kann?<br />
Unbedingt: Dieses Haus ist ein »Schaufenster« für eine gemeinschaftliche,<br />
innovative Entwicklung von Bau- und Fahrzeugtechnik.<br />
Denn, wenn Sie bedenken, dass Gebäude und<br />
Verkehr zusammen immerhin einen Anteil von etwa 70 Prozent<br />
am gesamten Endenergieverbrauch haben, dann birgt<br />
dieser Bereich ein enormes Einsparpotenzial. Damit wir<br />
unsere Klimaziele erreichen, wollen wir alle vorhandenen<br />
Möglichkeiten optimal nutzen. Bauen und Verkehr sehen wir<br />
dabei als Einheit.<br />
Technologien zum energieeffizienten Bauen und zur effizienten<br />
Bereitstellung von Raumwärme, Warmwasser und Strom<br />
werden bei diesem Energieeffizienzhaus-Plus erlebbar. Die<br />
gilt für eine Vielzahl von Techniken wie Mini-Blockheizkraftwerke,<br />
Brennstoffzellen, Wärmepumpentechnologien oder<br />
Photovoltaik in der Fassade.<br />
Unser Energie-Plus-Haus erzeugt doppelt so viel Strom wie<br />
es verbraucht. Genug also, um zusätzlich ein Elektroauto vor<br />
der Tür zu betanken! Mit solch innovativen Konzepten wird<br />
übrigens auch das Bauen »Made in Germany« seinen weltweit<br />
exzellenten Ruf festigen und ausbauen.<br />
Wie sieht für Sie persönlich die intelligente Mobilität von<br />
morgen aus?<br />
Mobilität muss nachhaltiger - oder, wenn Sie so wollen -<br />
sauberer werden. Dazu müssen wir den CO 2-Ausstoß aus<br />
dem Verkehr senken und unsere Abhängigkeit von fossilen<br />
Brennstoffen deutlich reduzieren.<br />
Ich bin überzeugt, elektrische Antriebe bieten hier großes<br />
Potenzial. Aber keine Antriebstechnologie wird die künftigen<br />
Herausforderungen alleine lösen können. Deshalb dürfen<br />
wir auch die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors<br />
nicht vernachlässigen. Zu einem zukunftsfähigen Mobilitätsmanagement<br />
gehören zudem Verkehrsleitsysteme - nicht<br />
nur in Form von Verkehrsbeeinflussungsanlagen an den<br />
Verkehrswegen, sondern auch individuelle Lösungen wie<br />
Verkehrsmittelempfehlungen via Mobiltelefon und weiteren<br />
Hilfestellungen.<br />
Und abgesehen von diesen technischen Fragen: Die Zukunft<br />
gehört der intelligenten Vernetzung verschiedener Verkehrsträger.<br />
Dr. Peter Ramsauer<br />
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<br />
www.bmvbs.de<br />
14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15
Status QUo der Elektromobilität - DELEGATIONSREISE JAPAN<br />
Kurt Sigl mit Bundesminister<br />
Ramsauer auf Japan-Tour<br />
Japan-Delegation mit Dr. Thomas Aubel vom TÜV Rheinland, BEM-Präsident Kurt Sigl, Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, BEE-<br />
Präsident Dietmar Schütz und anderen<br />
Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,<br />
Dr. Peter Ramsauer, war im Januar gemeinsam mit<br />
einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation zu einer viertägigen<br />
Japan Reise unterwegs. Zu den Mitreisenden zählten<br />
Dr. Thomas Aubel, Bereichsvorstand Mobilität TÜV Rheinland;<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität; Dietmar<br />
Schütz, Präsident Bundesverband Erneuerbare Energien;<br />
Otto F. Benz, General Manager Japan, Deutsche Lufthansa;<br />
Dr. Ulrich von Deessen, Bereichsvorstand BASF; Herbert<br />
Hemming, Bereichsvorstand Robert Bosch; Gerhard Hess,<br />
Präsident Bayerischer Bauindustrieverband; Dr. Michael<br />
Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen<br />
München; Wolfgang Liebscher, Präsident Bayerischer Industrieverband<br />
Steine und Erden; Harms Lefnaer, Hauptgeschäftsführer<br />
Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar<br />
und Ewald Woste, Präsident Bundesverband Energie- und<br />
Wasserwirtschaft.<br />
Stationen der Reise waren Osaka, Kobe, Kyoto und Tokyo.<br />
Auf der Agenda standen Gespräche mit Takeshi Maeda, dem<br />
japanischen Minister für Raumordnung, Infrastruktur, Verkehr<br />
und Tourismus sowie mit führenden Abgeordneten des<br />
japanischen Parlaments und ein Besuch im japanischen Umweltministerium.<br />
Als Themen standen Fragen rund um die<br />
Bereiche Energiewende, Gebäudeenergieeffizienz, Elektromobilität,<br />
Luftverkehr und das Weltverkehrsforum auf der<br />
Tagesordnung.<br />
Neben den politischen Gesprächen standen vor allem auch<br />
Besuche verschiedener Projekte, Produktionsstätten und<br />
deutscher Unternehmen in Japan im Fokus der Reise. So<br />
waren Ramsauer und seine Delegation unter anderem Gäste<br />
bei Bosch in Yokohama, beim eMobilitäts-Forschungszentrum<br />
der Keio-Universität, einer der renommiertesten Universitäten<br />
Japans, bei einem Stadtentwicklungsprojekt in Kobe<br />
und bei einem Passivhaus in Karmakura. Der Bundesminister<br />
und seine Delegation testeten dort die in der Universität<br />
entwickelten Elektrofahrzeuge, unter anderem das achträdrige<br />
Elektroauto Ellica.<br />
»Ich freue mich sehr, Teil dieser hochrangigen Wirtschaftsdelegation<br />
gewesen zu sein. In den vier Tagen haben wir interessante<br />
Kontakte geknüpft, spannende Unternehmen und<br />
Produktionsstätten gesehen und uns zu verschiedenen Themen<br />
intensiv ausgetauscht, die in den kommenden Monaten<br />
zu neuen Projekten führen werden«, erklärte BEM-Präsident<br />
Kurt Sigl nach seiner Rückkehr aus Japan.<br />
Weitere Informationen zur politischen Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität finden Sie auf der Verbands-Webseite<br />
www.bem-ev.de<br />
und assoziieren mit der globalen Marke Innovation, Qualität, Design und “State of the Art“-<br />
Technologie.<br />
Nutzen auch Sie den herausragenden Ruf der Marke TELEFUNKEN für Ihre Produkte und<br />
werden Sie als Lizenznehmer Teil eines globalen Netzwerks, dessen Motor Innovation,<br />
Interaktion und stetige Weiterentwicklung sind.<br />
Mehr über unser Marken- und Lizenzmodell, aktuelle Best Practice-Beispiele und<br />
erfolgreiche Produkteinführungen erfahren Sie von den Geschäftsführenden Direktoren der<br />
TELEFUNKEN SE Herrn Voigt und Herrn Schaller unter<br />
069 600 1110.<br />
TELEFUNKEN SE | Bockenheimer Landstrasse 101 | 60325 Frankfurt am Main<br />
16 Neue Mobilität Neue Mobilität 17
Status QUo der Elektromobilität - DELEGATIONSREISE MALTA<br />
Status QUo der Elektromobilität - DELEGATIONSREISE MALTA<br />
BEM-Delegation<br />
emobilisiert Malta<br />
Hinten: Konrad Baumgartner, BMW Malta Ltd.; Maximilian Vetter, e8energy GmbH; Ulf Schulte, Dornier Consulting GmbH; Sven<br />
Olaf Rieck, Deutsche Botschaft Malta; Dr. Benjamin Pulé, Mitarbeiter Ministerbüro Pullicino; James Wells, Bosch Software Innovations<br />
GmbH<br />
Mitte: Jens Meyer, RWE Effizienz GmbH; Dr. Ingo Friedrich, BEM EU-Repräsentant; Christian Heep, BEM-Marketingvorstand; Tito Das,<br />
Schroff GmbH; Markus Emmert, ComBInation GmbH und IPM SYSTEM GmbH<br />
vorne: Andreas Fröschl, FROSYS GmbH; C.-Friedrich Fahlberg, German e Cars GmbH; Michael Hofmann, BEM-Vorstand Finanzen;<br />
Dr. Hubert Ziegler, Deutscher Botschafter auf Malta; Mario Xuereb, GF Autosales Kind; George Pullicino, Minister für Ressourcen<br />
und Landwirtschaft; Prof. Dr. Joseph Cilia, CEO Abertax<br />
BEM-Delegation bei Enemalta<br />
Der Bundesverband eMobilität war Mitte März auf Initiative<br />
des Deutschen Botschafters in Valletta, Dr. Hubert Ziegler,<br />
im Rahmen einer Delegationsreise gemeinsam mit einigen<br />
Mitgliedsunternehmen auf Malta, um über die eMobilitäts-<br />
Strategie des Inselstaates zu sprechen. Neben Finanzvorstand<br />
Michael Hofmann, Marketingvorstand Christian Heep<br />
und dem BEM EU-Repräsentanten Dr. Ingo Friedrich nahmen<br />
Maximilian Vetter, e8energy; Ulf Schulte, Dornier Consulting;<br />
Tito Das, Schroff; C.-Friedrich Fahlberg, German E-Cars;<br />
Andreas Fröschl, FROSYS; Markus Emmert, IPM SYSTEM und<br />
ComBInation sowie David Raphael Busutill von ParkPod die<br />
Gelegenheit wahr, sich mit verschiedenen Wirtschafts- und<br />
Regierungsvertretern auszutauschen.<br />
Die Teilnehmer besuchten den staatlichen Energieversorger<br />
Enemalta, die Regulierungsbehörde für den Energiebereich,<br />
Malta Resources Authority, das Verkehrsministerium,<br />
die Industrie- und Handelskammer sowie das im Bereich<br />
eMobilität federführende Ministerium. Auf Einladung des<br />
Deutschen Botschafters diskutierte die BEM-Delegation bei<br />
einem gemeinsamen Abendessen mit dem Ehrengast George<br />
Pullicino, Minister for Resources and Rural Affairs, die<br />
erarbeiteten Erkenntnisse und schlug einige Anpassungen<br />
im Hinblick auf die geplante Ausschreibung zur ersten Phase<br />
der Elektromobilisierung Maltas vor, die vollständig umgesetzt<br />
worden sind.<br />
Im Nachgang der Reise lobte Christian Heep das fachlich<br />
hohe Gesprächsniveau, das konstruktive Engagement der<br />
Teilnehmer sowie das Interesse und die Bereitschaft Maltas,<br />
sich den Herausforderungen einer Neuen Mobilität auf Basis<br />
Erneuerbarer Energien zu stellen. »Minister Pullicino hat<br />
mich mit seiner Begeisterung, Ambition und Fachkompetenz<br />
überzeugt, dass er genau der richtige Vorreiter ist, um die<br />
politischen Lager zu vereinen und die Bevölkerung Maltas<br />
auf diesem Weg in die Zukunft zu begleiten. Die Reise war<br />
für uns alle ein großer Erfolg. Wir kommen mit neuen Ideen<br />
und Projekten zurück, die nun gemeinsam weiter verfolgt<br />
werden. Malta hat das Potenzial zu einem internationalen<br />
Schaufenster für Elektromobilität zu werden und ich freue<br />
mich darauf, diesen Prozess gemeinsam mit unseren Mitgliedern<br />
zu unterstützen.«<br />
»Die Deutsche Botschaft setzt mit ihrem Engagement ein<br />
klares Zeichen für eine länderübergreifende Kooperation im<br />
Bereich der Elektromobilität«, freut sich Michael Hofmann<br />
und machte deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Handeln<br />
ist, um europaweit Wertschöpfungspotenziale zu sichern.<br />
Um im Kontext einer zukunftsfähigen Elektromobilität nachhaltige<br />
Lösung zu finden, bedarf es geeigneter Akteure aus<br />
verschiedenen Branchen und Regionen. »Der Erfolg unserer<br />
gemeinsamen Arbeit liegt in der strategischen Vernetzung<br />
unserer Mitglieder und Partner, um erfolgreiche Geschäftsmodelle<br />
im Bereich der Neuen Mobilität zu generieren«, so<br />
Hofmann weiter.<br />
»Insbesondere die Vernetzung kleiner, effizienter und zukunftsweisender<br />
Unternehmen mit finanzstarken und etablierten<br />
Großunternehmen führt langfristig zum Erfolg - und<br />
das europaweit«, ergänzt Markus Emmert, BEM-Beirat und<br />
Geschäftsführer von IPM SYSTEM.<br />
Das sah auch Ulf Schulte vom BEM-Mitgliedsunternehmen<br />
Dornier Consulting so. »Die Delegation vereinigte das geballte<br />
Know-how im Bereich der Elektromobilität. Von der Strategie<br />
bis zur Umsetzung, vom Fahrzeug über das intelligente<br />
Ladesystem und -management, bis hin zur Abrechnung. Für<br />
Dornier Consulting ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit<br />
und für Malta die optimale eMobilitäts-Lösung für diesen<br />
kleinen Inselstaat erarbeiten und so zu einer erfolgreichen<br />
Einführung der Elektromobilität beitragen.«<br />
»Mich beeindruckte die allgegenwärtige Verbindung von<br />
Historie mit dem spürbaren Willen zum Aufbruch. Die Nutzung<br />
Erneuerbarer Energie und intermodaler Mobilitätskonzepte<br />
ist auf Malta greifbar und scheinbar gesellschaftlicher<br />
Konsens. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit in<br />
diesem Projekt mit dem BEM«, so C.-Friedrich Fahlberg von<br />
German E-Cars. Der Elektrofahrzeughersteller aus Kassel<br />
bietet eine ganze Palette von alltagstauglichen Elektrofahrzeugen<br />
im Nutzfahrzeug und Pkw-Bereich.<br />
»Um international konkurrenzfähig zu bleiben, unterstützen<br />
wir insbesondere unseren innovativen deutschen Mittelstand<br />
bei der Vermittlung entsprechender Kontakte im Inund<br />
Ausland. So ist das positive Feedback der maltesischen<br />
Regierung und der bleibende Eindruck den unsere Delegation<br />
auch bei der Botschaft hinterlassen hat, sowie unser Engagement<br />
in Brüssel, außerordentlich hilfreich, um auch in<br />
Zukunft unsere Mitgliedsunternehmen erfolgversprechend<br />
in neuen Märkten zu platzieren«, freut sich Marketingvorstand<br />
Christian Heep und betont, dass der BEM diese internationalen<br />
Aktivitäten weiter ausbauen wird.<br />
Auch Andreas Fröschl von FROSYS lobte die maltesischen<br />
Aktivitäten im Bereich eMobilität. »Die Maltareise war sehr<br />
interessant und gut organisiert. Sich vor Ort einen Überblick<br />
zu verschaffen, war sehr lohnenswert. Man spürte förmlich<br />
die Aufbruchstimmung, so wie in Deutschland vor drei Jahren.<br />
Wir hoffen sehr, dass wir in Zukunft mit unseren Produkten<br />
in Malta punkten können. Sollte der BEM wieder einmal<br />
so eine Reise organisieren, sind wir gerne mit dabei.«<br />
18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19
Status QUo der Elektromobilität - ABC der batteriesysteme<br />
Status QUo der Elektromobilität - ABC der batteriesysteme<br />
ABC der Batteriesysteme<br />
Informationen rund um die gängigen Akkumulatoren<br />
Unterschiedliche Akkumulatorsysteme sind aktuell im Einsatz. Dazu gehört die langerprobte Bleibatterie, die Systeme<br />
Nickel-Cadmium (NiCd) und Nickel-Metall-Hydrid (NiMH), die Natrium-Nickelchlorid (NaNICl, auch »Zebra«-Batterie) sowie<br />
eine breite Palette von Lithium-Ionen-Akkumulatoren, darunter neuere Entwicklungen, wie Lithium-Titanat-, Lithium-Eisenphosphat-,<br />
Lithium-Polymer- bis hin zu Lithium-Luft-Batterien.<br />
Jedes dieser Systeme hat individuelle Stärken und Schwächen, die sich anhand der folgenden Vergleichsgrößen festmachen<br />
lassen:<br />
Vergleichsgrößen von Batteriesystemen<br />
• Energiedichte: Wird angegeben in kWh/kg bzw. kWh/l und beschreibt, welche Energiemenge pro Gewicht bzw. pro Volumen<br />
in der Batterie gespeichert werden kann. Sie ist die wichtigste Größe zum Vergleich unterschiedlicher Batteriesysteme<br />
und entscheidend für das Eigengewicht des Fahrzeugs. Je größer die Energiedichte, umso kleiner bzw. leichter wird der<br />
Akku bei gleicher Kapazität.<br />
• Leistungsdichte: Beschreibt, wie viel Leistung pro Volumen (W/l) oder Masse (W/kg) aus der Batterie entnommen werden<br />
kann. Diese Größe ist wichtig für das Beschleunigungsvermögen und die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs.<br />
• Zyklenfestigkeit: Gibt Auskunft über die maximale Anzahl der Lade- u. Entladevorgänge bis zum deutlichen Verlust der<br />
Batteriekapazität. Bei den meisten Batterietypen werden inzwischen 1.000 bis 2.000 Zyklen garantiert, so dass dieses<br />
Kriterium in den Hintergrund tritt.<br />
• Lebensdauer: Sie ist eng verknüpft mit der Zyklenfestigkeit. Im Idealfall sollte die Lebensdauer der Batterie mindestens<br />
der des gesamten Fahrzeugs entsprechen. Heutige Fahrzeuge werden für einen etwa 10-jährigen Betrieb ausgelegt.<br />
• Ladewirkunsgrad: Beschreibt das Verhältnis der entnehmbaren zu der beim Laden aufgewendeten Energie. Bei 100% Wirkungsgrad<br />
würde die gesamte geladene Energie zur Verfügung stehen. Der Ladewirkungsgrad sinkt sowohl durch Schnellladung<br />
als auch bei schneller Entladung (hohe Beschleunigung).<br />
• Batteriekapazität: Die in der Batterie verfügbare Ladung (Ah).<br />
• Energiegehalt: Leichtere Fahrzeuge kommen mit 10 kWh aus, für anspruchsvollere Autos sollte sie über 50 kWh betragen.<br />
Die elektrochemischen Energiespeicher müssen darüber<br />
hinaus den typischen Einsatzbedingungen der Mobilität genügen.<br />
Sie erfordern mechanische Stabilität, müssen rüttelfest,<br />
sicher, insbesondere explosionssicher, sein und sollten<br />
einem großen Temperaturbereich standhalten sowie einen<br />
Kaltstart bei -25°C ermöglichen. Batterien sollten sich im<br />
praktischen Gebrauch nicht selbst entladen und eine lange<br />
Standzeit besitzen. Das (Nach-)Laden muss batterieschonend,<br />
zuverlässig und kostengünstig und unkompliziert sein.<br />
Die Blei-Säure-Batterie ist zwar preiswert und unkompliziert<br />
in der Handhabung, aber auf Grund ihrer geringen Energiedichte<br />
(30 - 40 Wh/kg) sehr schwer. Sie wird deshalb bevorzugt<br />
dort angewendet, wo das Gewicht eine geringe, der<br />
Preis aber eine um so größere Rolle spielt (Scooter, Verteilerfahrzeuge,<br />
Caddys, Gabelstapler). Die noch vielfach verbreitete<br />
Nickel-Cadmium-(NiCd)-Batterie bietet eine wesentlich<br />
höhere Energiedichte (40 - 70 Wh/kg), ist aber umweltschädlich<br />
und teuer. Die umweltfreundliche Nickel-Metall-<br />
Hydrid-(NiMH)-Batterie bietet ebenfalls eine hohe Energiedichte<br />
(60 - 80 Wh/kg). Weil sie Memory-Effekt und Fading<br />
zeigt, erfordert sie ein aufwändiges Lademanagement. Dazu<br />
ist sie teuer. Dennoch hat Toyota diesen Typ millionenfach in<br />
seinen Hybridfahrzeugen verbaut.<br />
Als brauchbare Ersatzlösung für NiCd- und NiMH- als auch<br />
für Bleibatterien eignen sich Nickel-Zink-(NiZn)-Batterien,<br />
die ein ähnliches Lade-Entlade-Verhalten zeigen. Sie sind<br />
temperaturresistent, bieten eine hohe Sicherheit (keine<br />
brennbaren Materialien oder organischen Elektrolyte), sind<br />
relativ billig und einfach zu recyceln. Sie lassen sich schnell<br />
aufladen, besitzen aber eine geringe volumetrische Energiedichte.<br />
Ihr Haupteinsatzfeld hat die NiZn-Batterie gegenwärtig<br />
bei Pedelecs und Motorrollern.<br />
Die »ZEBRA-Batterie« (auch Flüssigsalz- oder Natrium-Nickelchlorid-(NaNiCl)-Batterie)<br />
erreicht mittlere Energiedichten<br />
(70 - 110 kW/kg), erfordert aber bei einer Betriebstemperatur<br />
von 300°C ein ausgeprägtes Wärmemanagement.<br />
Sie hat ihre Berechtigung im Fahrzeug, wenn täglich mindestens<br />
50 bis 80 km gefahren werden. Da jedoch 80% aller<br />
Fahrten Kurzstrecken mit deutlich unter 20km Reichweite<br />
ausmachen, ist sie für den Massenmarkt eher ungeeignet.<br />
Wegen ihrer hohen Energiedichte und Zuverlässigkeit werden<br />
ZEBRA-Batterien überwiegend in Bussen, U-Booten und<br />
im Militär eingesetzt.<br />
Lithium-Ionen-Systeme stehen aufgrund ihres großen Potenzials<br />
im Mittelpunkt der Batterieforschung. Sie bieten<br />
höchste Energiedichten (über 160 Wh/kg), sehr hohen Wirkungsgrad,<br />
sehr hohe spezifische Energie (1.800 W/kg) und<br />
geringe Selbstentladung. Bei gleicher Kapazität sind Lithium-Ionen-Batterien<br />
circa 30% kleiner und circa 50% leichter<br />
als die etablierten NiMH-Batterien. Zudem zeichnen sie sich<br />
durch schnellere Ladevorgänge, eine gesteigerte Lebensdauer<br />
und höhere Leistungsdichten aus. Zusätzlich weisen<br />
sie bei entsprechendem Zell-, Wärme- und Energiemanagement<br />
eine hohe Zuverlässigkeit auf. Denn ohne Schutz- und<br />
Sicherheitsmaßnahmen droht Explosionsgefahr durch das<br />
sich metallisch abscheidende Lithium. Ihre Standfestigkeit<br />
ist bereits bei über 10.000 Zyklen dokumentiert. Obwohl sie<br />
vergleichsweise sehr teuer sind, sind sie bei allen Anwendungen,<br />
wo es um Bauraum und Gewicht geht, erste Wahl.<br />
Die Bezeichnung Lithium-Ionen-Akku beschreibt allerdings<br />
eine ganze »Batteriefamilie«. Je nach Aufbau und den eingesetzten<br />
Elektrodenmaterialien werden sie weiter untergliedert<br />
und zeichnen sich durch unterschiedliche Eigenschaften<br />
aus.<br />
Werden sehr hohe Leistungsdichten (3.000 W/kg) und ein<br />
hoher Entladestrom gebraucht, bieten sich Lithium-Eisen-<br />
Phosphat-Systeme (1.400 kW/kg) an. Sie sind sicherer als<br />
andere Lithium-Ionen Batterien gegenüber Kurzschluss und<br />
Überhitzung, weil keine Abscheidung von metallischem Lithium<br />
erfolgt und somit keine Explosionsgefahr besteht.<br />
Ein wichtiger Kundennutzen besteht in der Möglichkeit der<br />
Schnellladung auf 90% der Kapazität innerhalb von 5 Minuten.<br />
Die Batterie setzt auf preiswerte Rohmaterialien und einen<br />
durch Scale-up bedingten, fallenden Preis. Darauf setzt<br />
der größte Produzent der Welt BYD aus China.<br />
Wenn sowohl das Lithium-Metalloxid als auch die andere<br />
Elektrode sowie der Elektrolyt/Separator nur noch als Folien<br />
auf Polymermatrizen ausgebildet sind, spricht man vom<br />
Lithium-Polymer-System, das sich hervorragend und preiswert<br />
formen und herstellen lässt, um Bauraum im Fahrzeug<br />
bestmöglich auszufüllen. Seine spezifische Energie erreicht<br />
Werte oberhalb von 3.000 W/kg, seine Energiedichte pro<br />
Volumen erreicht Spitzenwerte (300 Wh/l), während sie pro<br />
Masse nur mittlere Werte (130-200 Wh/kg) aufweist.<br />
Die künftige Entwicklung bestimmen Metall-Luft-Systeme.<br />
Durch den Wegfall einer Elektrode (und deren Ersatz durch<br />
Luftsauerstoff ) lässt sich nochmals Gewicht sparen. Bereits<br />
die Zink-Luft-Batterie erreicht Energiedichten, die dreimal<br />
größer sind als von herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien.<br />
Da sie statt Lithium Zink verwendet, hat das positive Auswirkungen<br />
auf Sicherheit, Umweltbelastung und Materialkosten.<br />
Allerdings werden Edelmetalle als Katalysator<br />
auf der Luft-Seite benötigt. Das System weist eine geringe<br />
Selbstentladung auf und kämpft derzeit noch mit einem geringen<br />
Wirkungsgrad (50%). Ihre Standfestigkeit ist vorerst<br />
limitiert (einige hundert Zyklen). Mit dem Markteintritt dieser<br />
preiswerten und leistungsfähigen Batterie wird in drei<br />
bis fünf Jahren gerechnet. Technisch noch unzureichend gelöst<br />
ist die Wiederaufladbarkeit, denn die Stromentnahme<br />
oxidiert die Metallelektrode.<br />
Am attraktivsten erscheint jedoch die Lithium-Luft-Batterie.<br />
Sie erreicht die theoretisch höchsten Energie-(über 450 Wh/<br />
kg) und Leistungsdichten. Obwohl als Elektrolyt nur nichtbrennbare<br />
und nichttoxische ionische Flüssigkeiten/Salze<br />
bzw. Feststoffe (Polymer, Keramik) zum Einsatz kommen,<br />
birgt das hochreaktive metallische Lithium ein Sicherheitsrisiko.<br />
Die bislang erreichten Wirkungsgrade (über 80%) geben<br />
Anlass zur Hoffnung, dass es in den nächsten 5 bis 10<br />
Jahren gelingt, das System als leistungsfähigste, wenngleich<br />
auch nicht billigste Lösung auf den Markt zu bringen. Derzeit<br />
läuft eine intensive Forschung an Universitäten sowie am MIT<br />
und bei IBM. Doch auch hier scheitert der technische Einsatz<br />
noch an der vollständigen Reduktion des Lithiumoxids LiO 2<br />
beim Laden.<br />
Batterien werden nicht nur leistungsfähiger und leichter,<br />
sondern auch immer billiger. Es kann angenommen werden,<br />
dass der Preis pro Kilowattstunde weiter fällt. Innerhalb des<br />
letzten Jahres reduzierte sich der Preis auf fast ein Drittel -<br />
nämlich auf inzwischen 300 EUR/kWh. Wie wird es weitergehen?<br />
In der chemischen Industrie, bei Energieerzeugern<br />
sowie der Autoindustrie schießen neue Batterieforschungszentren<br />
aus dem Boden (BYD, Toyota, IBM, GM, BASF/KIT<br />
Karlsruhe). Sie entwickeln neue Materialien, neue Konzepte<br />
und arbeiten an der weiteren Verbesserungen von Energiedichte,<br />
Leistungsdichte, Form- und Baubarkeit sowie Sicherheit.<br />
Durch diesen Wettbewerb entstehen weitere Kosteneinsparungen,<br />
die durch Recyclingmethoden und -verfahren<br />
noch vergrößert werden. Dennoch werden auch künftig verschiedene<br />
Typen von Akkumulatoren eingesetzt werden, je<br />
nachdem, welcher Aspekt wichtig ist: Energiegehalt, Energiedichte,<br />
Leistungsdichte, Zyklenzahl, Sicherheit, Schnell-<br />
Ladung oder Komfort und nicht zuletzt der Preis. Auch die<br />
Umweltverträglichkeit wird eine Rolle spielen, so wie man es<br />
heute auch vom Otto-, Diesel- oder Erdgasmotor kennt.<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser // BEM-Beirat<br />
reinhard.loeser@t-online.de<br />
20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21
Batteriesysteme im Vergleich<br />
Blei-Säure-<br />
Batterie<br />
Nickel-Cadmium-<br />
Batterie<br />
Nickel-Metall-<br />
Hydrid-Batterie<br />
NaNiCl (Zebra)-<br />
Batterie<br />
Lithium-Ionen-<br />
Batterien*<br />
Lithium-Eisen-<br />
Phosphat-Batterie<br />
Zukunftssystem:<br />
Lithium-Luft-<br />
Batterie<br />
Status QUo der Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />
Nennspannung<br />
Energiedichte (Wh/kg)<br />
- z. Vgl. Benzin 12.000 Wh/kg<br />
2,0 Volt 1,2 Volt 1,2 Volt 2,58 Volt 3,6-3,7 Volt 3,2-3,3 Volt<br />
30-40 40-70 60-80 70-110 150-300 80-120 450<br />
(Wh/l)<br />
100 140 140 150 250-350<br />
160-220<br />
Leistungsdichte<br />
(W/kg)<br />
75-180<br />
180<br />
200-300<br />
95<br />
400-3500<br />
bis 3500<br />
höchste<br />
Leistungsdichte<br />
(W/l)<br />
230<br />
360<br />
310<br />
165<br />
1390-6000<br />
bis 4500<br />
Zyklenfestigkeit<br />
500-800<br />
< 2000<br />
1000-2000<br />
> 3000 1000-4000<br />
> 2000<br />
im Labor erst<br />
wenige 100<br />
erreicht<br />
Wirkungsgrad<br />
- z. Vgl. Ottomotor 25-35%<br />
Ladezeit<br />
Kosten (EUR/kWh)<br />
Selbstentladung<br />
Umwelt/Recycling<br />
60% 70% 70% 80-90% 90-95% 90-95% 88%<br />
8-16h<br />
4%/Monat<br />
umweltschädlich,<br />
gut recyclebar,<br />
erprobtes Rücknahme-<br />
und Recyclingsystem<br />
10-12h<br />
hohe Selbstentladungsrate<br />
sehr umweltschädlich,<br />
seit 2004 EUweit<br />
verboten (mit<br />
Ausnahmen)<br />
2-4h<br />
20%/Monat<br />
ungiftig,<br />
gut recyclebar<br />
7h,<br />
Schnell-Ladung 1h<br />
keine<br />
unproblematisch<br />
Schnell-Ladung:<br />
80% in 15 Minuten,<br />
Normalladung: 2-4h<br />
100-200 500 400-500 400-700 250-600 500-700<br />
2-10%/Monat<br />
(aber temperaturabhängig)<br />
stark technologieabhängig:<br />
tlw.<br />
explosiv, tlw. giftig,<br />
gut recyclebar<br />
Schnell-Ladung:<br />
90% in 5min,<br />
Normalladung: 2-4h<br />
3,5% /Monat<br />
explosionssicher,<br />
feuersicher, umweltfreundlich,<br />
ungiftig<br />
* ANGABEN beziehen sich auf Lithium-Manganspinell (LMO) und -Mischelektroden (Mangan-Nickel-Cobalt (NMC)<br />
und Nickel-Cobalt-Aluminium (NCA))<br />
Quelle: Dr. Dr. Löser und Akasol Engineering GmbH<br />
Unsere Zukunft mit<br />
Lithiumbatterien<br />
Fragen und Antworten zur Sicherheit, Zuverlässigkeit, Kosteneffizienz und<br />
Nachhaltigkeit<br />
Batterierecycling<br />
Das Recycling der Fahrzeugbatterien - d.h. welche Stoffe werden mit welchem Verfahren und Aufwand zu wie viel<br />
Prozent wieder gewonnen - ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung. Ziel ist es, eine große Menge an Altbatterien<br />
effizient zu sammeln und für den Wertstoffkreislauf zu erhalten. Wirtschaftliche und ökologisch tragfähige Lösungen<br />
im industriellen Maßstab existieren noch nicht. Dennoch gibt es bereits vielversprechende Ansätze:<br />
• In Deutschland hat das Bundesumweltministerium im Jahr 2009 die Projekte «LithoRec - Recycling von Lithium-<br />
Ionen-Batterien » und «LiBRi - Entwicklung eines realisierbaren Recyclingkonzepts für die Hochleistungsbatterien<br />
zukünftiger Elektrofahrzeuge» ins Leben gerufen. Ziel war, den Weg zu einer industriellen Rückgewinnung von Lithium,<br />
Kobalt und weiteren wertvollen Rohstoffen vorzubereiten. Darüber hinaus gibt es bereits praktische Ansätze:<br />
So betreibt die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien seit 2010 in Deutschland das erste und bisher<br />
einzige flächendeckende Rücknahmesystem für Batterien aus Elektrofahrrädern. Rund 1.600 Fahrradhändler haben<br />
sich dem System bereits angeschlossen.<br />
• In Japan hat der Autohersteller Nissan mit dem Mischkonzern Sumimoto ein Joint Venture mit dem Namen 4R Energy<br />
gegründet. Das Unternehmen erforscht die Möglichkeiten zur Zweitverwertung von Lithium-Ionen-Batterien, die zu<br />
vor in Elektrofahrzeugen eingesetzt wurden. Geplant ist die Wiederverwendung gebrauchter Batterien mit hoher<br />
Restleistung, der Wiederverkauf von gebrauchten Akkus an verschiedene Interessenten (zum Beispiel als Stromspeicher<br />
für Windkraft- und Solaranlagen), die Aufbereitung von Batterien für alternative Anwendungen sowie die<br />
Umsetzung eines Recyclingprogramms zur Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe.<br />
BEM-Mitglied Tesla Motors lässt seine Batterien seit 2011 in der Recycling-Anlage von Umicore in Belgien aufbereiten.<br />
Das Unternehmen gewinnt aus den verbrauchten Batteriepaketen Kobalt, Nickel und andere Metalle zurück. Danach<br />
wird Kobalt in ein hochgradiges Kobalt-Lithium-Oxid umgewandelt, welches an Batteriehersteller weiterverkauft<br />
werden kann. Eines der wenigen Nebenprodukte dieses umweltfreundlichen Ansatzes ist eine saubere Schlacke, die<br />
Kalzium-Oxide und Lithium enthält. Die Schlacke wird für die Produktion hochwertigen Betons verwendet.<br />
Sicherheit<br />
Das Thema Sicherheit beim Transport und der Anwendung<br />
steht gleichrangig neben den Anforderungsprofilen für die<br />
Energie- und Leistungsdichte sowie die Lebensdauer von<br />
großen Lithiumbatterien und ist für deren Markthochlauf ein<br />
essentieller Parameter. Fragen zur Sicherheit von Lithiumbatterien<br />
sind spätestens nach den Ergebnissen von Crashtests<br />
mit dem Chevrolet Volt von GM im Jahr 2011 wieder<br />
aufgetaucht.<br />
Sachlich betrachtet, sind mit Lithiumbatterien angetriebene<br />
eFahrzeuge nicht gefährlicher als herkömmliche Autos mit<br />
Otto- oder Dieselmotor. In einem gefüllten Kraftstofftank<br />
steckt sogar deutlich mehr Energie, die gefährlich werden<br />
kann. Bei Unfällen mit eFahrzeugen ist es von entscheidender<br />
Bedeutung, dass die Lithiumbatterien überprüft und bei<br />
Bedarf sofort entladen werden, so, wie dies von den Batterieherstellern<br />
vorgegeben wird. Hierdurch können Kurzschlüsse<br />
in den Zellen und daraus resultierende Überhitzungen<br />
und Brände wirkungsvoll verhindert werden.<br />
Zur vorbeugenden Sicherheit existieren bereits internationale<br />
Normen mit standardisierten Sicherheitstests für<br />
die sichere Anwendung von Lithiumbatterien u.a. im Automobilbereich.<br />
Diese Standards werden kontinuierlich weiterentwickelt<br />
und nehmen dabei den jeweiligen Stand der<br />
Technik mit. Auch auf Ebene der Vereinten Nationen (UN)<br />
wurden und werden Anforderungen an die sicherheitstechnische<br />
Ausrüstung und die Sicherheitstests für den sicheren<br />
Transport sowie ein Qualitätsmanagementprogramm für die<br />
sichere Produktion von Lithiumbatterien entwickelt.<br />
Die Einhaltung dieser UN-Empfehlungen wird durch deren<br />
Integration in die Gefahrgutvorschriften der einzelnen Verkehrsträger<br />
(z.B. Straße/Schiene, See und Luft) gesetzlich<br />
vorgeschrieben.<br />
Trotzdem lassen sich Brände von Lithiumbatterien durch<br />
unsachgemäße Handhabung oder übermäßige mechanische<br />
Beanspruchung, z.B. im Rahmen von Unfällen, nicht<br />
gänzlich ausschließen. Dieses Risiko wird jedoch durch die<br />
Umsetzung der obigen Regeln zur funktionalen Sicherheit<br />
minimiert. Zum Umgang mit verunfallten eFahrzeugen oder<br />
beschädigten Batteriesystemen gibt es klare Anweisungen<br />
der Hersteller für Rettungskräfte und Werkstätten. Auch für<br />
das Handling von intakten und beschädigten Lithiumbatterien<br />
gibt es von den Herstellern Anweisungen zur Erfüllung<br />
der gesetzlichen Vorgaben.<br />
Sollte es trotz aller vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen zu<br />
Bränden bei der Anwendung von Lithiumbatterien kommen,<br />
steht mit Wasser ein inzwischen von allen Seiten akzeptiertes<br />
Löschmittel zur Verfügung - auch zur Verhinderung oder<br />
Eindämmung von Umgebungsbränden.<br />
Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />
22 Neue Mobilität Neue Mobilität 23
Status QUo der Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />
Fortsetzung von vorheriger Seite<br />
Status QUo der Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />
Unsere Zukunft mit<br />
Lithiumbatterien<br />
»Die Entwicklung und Herstellung zuverlässiger (d.h. leistungsfähiger,<br />
langlebiger und dabei kostengünstiger)<br />
Lithiumbatterien ist derzeit der Schlüssel zum Erfolg der<br />
Elektromobilität.«<br />
Durch die kühlende Wirkung von Wasser kann das Übergreifen<br />
eines Brandes auf Batteriezellen, die noch nicht die<br />
für eine Entzündung kritische Temperatur erreicht haben,<br />
wirkungsvoll gehemmt werden. Für den Einsatz von Wasser<br />
spricht zudem dessen weitgehende Verfügbarkeit in großen<br />
Mengen.<br />
Zuverlässigkeit<br />
Fragen der Zuverlässigkeit von Lithiumbatterien werden<br />
meistens mit der Reichweite von eFahrzeugen - insbesondere<br />
in den Wintermonaten bei Minustemperaturen - und mit der<br />
Lebensdauer von Lithiumbatterien im Hinblick auf das Risiko<br />
einer kostenintensiven Ersatzbeschaffung verbunden.<br />
Nach meinen Gesprächen mit den Autoherstellern und mir<br />
vorliegenden Informationen werden sich mittelfristig (innerhalb<br />
der nächsten 10 Jahre) Plug-In-Hybridfahrzeuge (einschließlich<br />
Range Extender) sukzessive durchsetzen - auch<br />
um die EU-Zielvorgabe von durchschnittlich 95 g CO 2 pro km<br />
bis 2020 zu erreichen. Bis 2025 sind sogar 70 g CO2 pro km<br />
im Gespräch. Plug-In-Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb<br />
und Verbrennungsmotor an Bord hebeln die Reichweitenproblematik<br />
für den Autofahrer ganzjährig aus. Voll-Elektrofahrzeuge<br />
werden dann interessant, wenn Sie z.B. als Zweitwagen<br />
im Kurzstreckenverkehr zur Arbeit, zum Einkaufen<br />
und in der Stadt zum Einsatz kommen. Mit einer elektrischen<br />
Reichweite von 100 bis 200 km ist der Kurzstreckenverkehr<br />
mit Voll-Elektrofahrzeugen sicher kalkulierbar.<br />
Die Entwicklung und Herstellung zuverlässiger (d.h. leistungsfähiger,<br />
langlebiger und kostengünstiger) Lithiumbatterien<br />
ist derzeit der Schlüssel zum Erfolg der Elektromobilität.<br />
Die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der Batterien<br />
wird dabei maßgeblich durch die eingesetzten Aktivmaterialien<br />
der chemischen Zellkomponenten und deren Wechselwirkung<br />
bestimmt. Kathoden- und Anodenmaterialien sind<br />
hierfür ebenso weiter zu entwickeln, wie geeignete Elektrolyte<br />
und Separatoren. Ziel muss es sein, diese gesamte Wertschöpfungskette<br />
von der Entwicklung und Herstellung der<br />
Grundstoffe bis zum Endprodukt (Batterien und eFahrzeuge)<br />
in den nächsten Jahren auch in Deutschland zu realisieren.<br />
Dass sich hierbei Firmen wie z.B. BASF, BMW, Bosch, Daimler,<br />
Continental, Evonik, Johnson Controls, Siemens und VW<br />
im fairen Wettbewerb gegenüberstehen, macht Mut und ist<br />
richtungsweisend. Doch eins muss klar sein: Am Ende folgt<br />
auch die Produktion der Batterien den Märkten ihrer Anwendungen.<br />
Kosteneffizienz<br />
Warum soll ich heute für ein eFahrzeug 10.000 bis 20.000<br />
EUR mehr ausgeben, wenn ich nicht mal sicher bin, dass die<br />
teure Batterie mindestens so lange hält wie das Fahrzeug?<br />
Diese und ähnliche Fragen stellen sich im Moment die potentiellen<br />
Käufer von eFahrzeugen in Deutschland. Und das<br />
sind eine ganze Menge - über 70% der Bevölkerung.<br />
Die Mehrkosten im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen<br />
resultieren im Wesentlichen aus den hohen Batteriekosten.<br />
Diese lassen sich von heute ca. 800 EUR/kWh auf 250 bis<br />
300 EUR/kWh reduzieren - vorausgesetzt, die Batterien<br />
werden in großen Stückzahlen in Serie für einen Massenmarkt<br />
und im Wettbewerb hergestellt. In diesem Fall ist zu<br />
erwarten, dass sich die Preise ähnlich verbraucherfreundlich<br />
nach unten entwickeln, so, wie wir das seit einigen Jahren<br />
bei Flachbildfernsehern und Solarzellen erleben. Die Frage<br />
ist nur, wird es in Deutschland einen Massenmarkt eMobilität<br />
geben? Die Antwort muss die Politik gemeinsam mit der<br />
Industrie geben. Der Marktdurchbruch muss mit verbrauchernahen<br />
Kaufanreizen und geeigneten Finanzierungsinstrumenten<br />
(z.B. Batterieleasing) gefördert werden - wie<br />
im Bereich der Erneuerbaren Energien. Wenn dies gelingt,<br />
sinken die Kosten. Es ist zu erwarten, dass bei der Großserienfertigung<br />
ein modulares Baukastensystem zum Einsatz<br />
kommt. Dies sorgt für ein hohes Maß an Flexibilität bei der<br />
Batteriegröße und -form. Im Hinblick auf die Langlebigkeit<br />
müssen mindestens 3.000 Ladezyklen erreicht werden. Bei<br />
einem Voll-Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von 150 km<br />
entspricht das einer Fahrleistung von ca. 300.000 km.<br />
Nachhaltigkeit<br />
Macht es überhaupt Sinn ein eFahrzeug zu kaufen und zu<br />
fahren, solange der Ladestrom nicht grün ist? Auch diese<br />
Frage ist in gesamtökologischer Hinsicht erlaubt und erfordert<br />
eine nachhaltige Antwort, die auch die wirtschaftlichen<br />
Aspekte berücksichtigt.<br />
eMobilität und die Energiegewinnung aus Erneuerbaren<br />
Energien müssen parallel ausgebaut werden - auch wenn<br />
der zusätzliche Strombedarf (< 1% bei 1 Mio. eFahrzeugen)<br />
relativ gering ist. Der entsprechende Umbau unserer Energiewirtschaft<br />
gelingt in der vorgegebenen Zeit nur dann,<br />
wenn wir - neben der zu optimierenden zentralen Netzinfrastruktur<br />
- auch dezentrale, verbrauchernahe und unabhängige<br />
Lösungen im privaten und kommunalen Bereich fördern<br />
und realisieren. Neben Erdwärme und kleineren Block-Heizkraftwerken<br />
werden insbesondere Batterien als Energie-<br />
Zwischenspeicher bei der dezentralen Energiegewinnung<br />
aus den volatilen erneuerbaren Ressourcen Sonne und Wind<br />
zum Einsatz kommen. Damit werden Lithiumbatterien zu einem<br />
Bindeglied zwischen eMobilität und der Energiegewinnung<br />
aus Erneuerbaren Energien, die in gesamtökologischer<br />
Hinsicht untrennbar zusammen gehören.<br />
Nach Fukushima und unserer gesellschaftlichen Entscheidung<br />
zum Atomausstieg schaut die ganze Welt auf Deutschland,<br />
ob dessen Energiewende ökologisch und ökonomisch<br />
gelingt. Zeigen wir es der Welt, dass es auch in Deutschland<br />
möglich ist, Energie aus erneuerbaren Ressourcen intelligent<br />
und wirtschaftlich zu produzieren, zu speichern, zu verteilen<br />
und zu nutzen. So arbeiten z.B. Bosch und Siemens mit<br />
Milliardeninvestitionen daran, die Effizienz der Photovoltaik-<br />
und Windenergieanlagen zu verbessern und damit ihre Wirkungsgrade<br />
zu erhöhen. Ich bin mir sicher, dass sich die fossilen<br />
und erneuerbaren Energieträger in wirtschaftlicher Hinsicht<br />
bald auf Augenhöhe begegnen. Ab diesem Zeitpunkt<br />
werden die neuen Technologien das Rennen machen - mit<br />
globalem Vermarktungspotenzial deutscher Klimaschutzund<br />
Umwelttechnologien. Beachten wir hierbei beispielsweise<br />
die Ölpreisentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten.<br />
Vor der ersten Ölkrise in den siebziger Jahren betrug<br />
der Ölpreis 5 USD/Barrel. Heute sind es durchschnittlich<br />
100 USD mit steigender Tendenz. In diesem Zusammenhang<br />
steht auch der Unterschied zwischen »Verfügbarkeit« und<br />
»Vorhandensein«. Geologen schätzen 90 Milliarden Fass Öl<br />
unter dem Eis der Arktis mit einem Marktwert von 9 Billionen<br />
Dollar. Einerseits schmelzen wir durch das Verbrennen der<br />
fossilen Energieträger das Polareis ab und andererseits wollen<br />
wir dann das dort gelagerte Öl auch noch fördern, um es<br />
anschließend unwiederbringlich zu »verbrennen«. Ich favorisiere<br />
die Nutzung der unerschöpflichen Energie der Erneuerbaren<br />
Ressourcen in mobilen und stationären Anlagen.<br />
Lithiumbatterien sind hierbei ein Teil der Lösungen.<br />
Eckhard Fahlbusch<br />
BEM-Beirat<br />
e.fahlbusch@fahlbusch-consulting.de<br />
24 Neue Mobilität Neue Mobilität 25
Status Quo der Elektromobilität - TU BRAUNSCHWEIG & TU DARMSTADT<br />
Status Quo der Elektromobilität - TU BRAUNSCHWEIG & TU DARMSTADT<br />
Optimales Antriebskonzept<br />
für eFahrzeuge<br />
Methodik zur Identifikation optimaler Antriebsstrangkonfigurationen von Elektrofahrzeugen<br />
in ihrem jeweiligen Kundeneinsatzgebiet<br />
Definition<br />
EV<br />
Die Entwicklung moderner Fahrzeuge und insbesondere der<br />
elektrifizierten Antriebe ist gekennzeichnet durch eine hohe<br />
Komplexität und Variantenvielfalt bei steigenden Kundenerwartungen.<br />
Im Hinblick auf eine an diese Randbedingungen<br />
optimierte Auslegung der Antriebe stehen gesetzliche Anforderungen<br />
sowie Lastenheft- und Kundenanforderungen<br />
an das Fahrzeug im Vordergrund. Für die Schaffung eines<br />
optimalen Fahrzeugkonzepts ist in der Regel nicht die Optimierung<br />
der einzelnen Komponenten bezüglich der eben<br />
genannten Anforderungen zielführend - die ganzheitliche<br />
Betrachtung des Fahrzeugsystems erfordert einen komponentenübergreifenden<br />
Ansatz. Dieser rückt insbesondere<br />
bei Elektrofahrzeugen in den Vordergrund, da durch den<br />
Einsatz von elektrochemischen Speichern die Reichweiten-<br />
Kosten-Schere besonders weit auseinander geht. An dieser<br />
Stelle ist ein Ansatz erforderlich, welcher das Zusammenspiel<br />
der Komponenten optimiert und dafür verschiedenste<br />
objektive Bewertungskriterien zur Ermittlung eines optimalen<br />
Antriebsstrangkonzepts heranzieht.<br />
In diesem Zusammenhang kommt die so genannte EVID-<br />
Methode (Electric Vehicle Identification - Identifikation opti-<br />
1<br />
Topologie<br />
Komponente<br />
Mindestanforderungen<br />
maler Antriebsstrangkonfigurationen für Elektrofahrzeuge)<br />
zum Einsatz, deren Vorgehen in Abbildung 1 gezeigt ist.<br />
Das Ziel der EVID-Methode ist es, je eine optimale Antriebsstrangkonfiguration<br />
für eine Auswahl von in ihrem Einsatzprofil<br />
differierenden Fahrzeugkonzepten (wie z.B. Verteilerfahrzeug<br />
im Stadt- und Überlandverkehr) zu ermitteln. Bei<br />
Variation der Grundparameter (Auslegungsgrößen der Komponenten<br />
wie z.B. Ganganzahl, Getriebespreizung, eMaschinen-Drehmoment)<br />
erfolgt die Identifikation der optimalen<br />
Lösung anhand der Kennparameter, welche die Fahrleistungen,<br />
die Energiebilanz und die Kosten betreffen und mittels<br />
differierender Gewichtungen in einer Bewertungsfunktion<br />
berücksichtigt werden. Die Werte der Kennparameter werden<br />
für verschiedene Triebstrangkonfigurationen mittels<br />
eines automatisierten Algorithmus aus Berechnungsmodellen<br />
(für z.B. Kosten, Höchstgeschwindigkeit) und der Simulation<br />
zur Bestimmung der Energiebilanz generiert. Um eine<br />
rechenzeitminimierte Auswertung zu ermöglichen, werden<br />
mathematische Modelle eingesetzt, welche den Wirkzusammenhang<br />
aus Grund- und Kennparametern möglichst genau<br />
abbilden sollen. Anschließend werden die mathematischen<br />
Modelle und die Berechnungsmodelle in einem Optimierungsalgorithmus<br />
verwendet, um das optimale Konzept, seine<br />
Komponenten und die dazugehörigen Grund- und Kennparameterwerte<br />
zu identifizieren (Abbildung 2).<br />
Ergebnis der Optimierung für den Antriebsstrang des Stadtfahrzeugs<br />
ist ein zentraler Frontantrieb mit permanenterregter<br />
Synchronmaschine (PSM) sowie einem Dreiganggetriebe.<br />
Die Traktionsmaschine des Fahrzeugs hat 56 kW,<br />
104 Nm Maximaldrehmoment und 10.000 U/min Maximaldrehzahl,<br />
während die Batterie einen Energieinhalt von<br />
19kWh aufweist. Die Fahrzeugoptimierungen wurden für<br />
einen eigens definierten Stadtzyklus durchgeführt. Zum Vergleich<br />
erzielt das optimale Stadtfahrzeug einen Verbrauch<br />
von 10,<strong>07</strong>kWh/100km im Neuen Europäischen Fahrzyklus<br />
(NEFZ).<br />
In der Optimierung erzielen vornehmlich die Fahrzeuge mit<br />
Mehrganggetrieben bessere Ergebnisse. Dies resultiert aus<br />
den hohen Kennparameternoten für z.B. die Energiebilanz<br />
oder verschiedene Fahrleistungen (z.B. Steigungs- und Beschleunigungsvermögen).<br />
Die Kosten eines Mehrganggetriebes<br />
spielen aufgrund des Entwicklungsstands von Getrieben<br />
im Vergleich zu den elektrischen Komponenten eine untergeordnete<br />
Rolle. Die Gesamtkosten des Antriebsstrangs für<br />
das Stadtfahrzeug betragen 24.249 EUR, wobei die Batterie<br />
kostenseitig mit 1.000 EUR/kWh überwiegt.<br />
Bei einer optimierten Auslegung der Antriebe stehen unterschiedliche<br />
Anforderungen (Lastenheft-, Kunden- und<br />
gesetzliche Anforderungen) im Vordergrund. In diesem Zusammenhang<br />
ermöglicht die EVID-Methode die Ermittlung<br />
einer auf definierten Bewertungsparametern basierenden<br />
optimalen Auslegung eines elektrischen Antriebsstrangs für<br />
ein Fahrzeugkonzept in seinem jeweiligen Einsatzraum.<br />
Prof. Dr.-Ing. Ferit Küçükay // Dipl.-Ing. Marjam Eghtessad<br />
Technische Universität Braunschweig<br />
Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik<br />
Institut für Fahrzeugtechnik<br />
www.iff.tu-bs.de<br />
Prof. Dr.-Ing. Stephan Rinderknecht // Dipl.-Ing. Torben Meier<br />
Technische Universität Darmstadt<br />
Institut für Mechatronische Systeme im Maschinenbau<br />
www.ims.tu-darmstadt.de<br />
Bewertungsfunktion<br />
F = K × g + K × g + ... + K × g<br />
V<br />
C<br />
1<br />
1<br />
1,V<br />
1,C<br />
2<br />
2<br />
2,V<br />
F = K × g + K × g + ... + K × g<br />
2,C<br />
i<br />
i<br />
i,V<br />
i,C<br />
2<br />
Objektive<br />
Bewertungskriterien<br />
für EV<br />
Bewertungsfunktion<br />
F v<br />
= K 1 . g 1,v<br />
+ K 2 . g 2,v<br />
+ ... + K i . g i,v<br />
Bewertung<br />
Optimierungsalgorithmus<br />
Ermittlung von<br />
Simulationsmodell<br />
Optimierung<br />
3<br />
4<br />
Modularität<br />
Automatisierung<br />
Validierung<br />
Grundparameter<br />
Versuchsplan<br />
Mathematisches Modell<br />
F c<br />
= K 1<br />
. g 1,C<br />
+ K 2<br />
. g 2,C<br />
+ ... + K i<br />
. g i,C<br />
Kennparameter<br />
Grundparameter<br />
Mathematisches Modell f MM<br />
- Extr{F v<br />
}<br />
- Extr{F c<br />
}<br />
G j<br />
, optional<br />
K i<br />
, optional<br />
Optimum<br />
Analyse 5<br />
Sensitivitätsanalyse<br />
Gewichtungsvariation<br />
Grundparameter<br />
↔ Kennparameter<br />
K i<br />
= f MM<br />
(G j<br />
)<br />
- Topologie<br />
- Komponententyp<br />
- Komponenten-Grundparameter<br />
- Kennparameter<br />
Abbildung 1: Vorgehen zur Identifikation des optimalen Antriebsstrangkonzepts<br />
Abbildung 2: Optimierungsprozess<br />
26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - CAR - Center Automotive Research<br />
Status Quo der Elektromobilität - CAR - Center Automotive Research<br />
Extender á la Opel Ampera und Plug-In Hybrid wie Toyota Prius<br />
Plug-In entscheiden sich 24% der Teilnehmer. Konzepte wie<br />
VW-Nils, Opel Rak e oder Renault Twizzy stoßen dagegen auf<br />
wenig Kundeninteresse.<br />
71%<br />
Fazit: Das Elektroauto braucht CarSharing, um erfolgreich<br />
zu werden<br />
Die Studie hat gezeigt, dass die Testgruppe nach den Testfahrten<br />
sehr euphorisch auf Elektroautos reagiert hat. 71%<br />
aller Testpersonen haben nach den umfangreichen Testfahrten<br />
und Einweisungen in die Stromlademöglichkeiten<br />
angegeben, beim nächsten Autokauf Elektroautos mit zu<br />
berücksichtigen (vgl. Abb. 2). Das beste Argument für das<br />
Elektroauto ist das Produkt, ähnlich wie beim Apple iPhone.<br />
Wer sich mit dem Produkt Elektroauto auseinandersetzt und<br />
es kennenlernt, ist sehr aufgeschlossen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit,<br />
dass Interessierte zu einem Autohändler gehen<br />
und sich im Vorfeld über Elektroautos bei Testfahrten<br />
überzeugen gering.<br />
Um Elektromobilität flächendeckend umzusetzen, braucht<br />
es die Möglichkeit, die Autofahrer unverbindlich und unkompliziert<br />
mit der neuen Technik vertraut zu machen. Dafür gibt<br />
es kein besseres Instrument als CarSharing mit Elektrofahrzeugen.<br />
23%<br />
6%<br />
Konventionell<br />
24%<br />
bei nächster<br />
Kaufentscheidung<br />
berücksichtigen<br />
in vier Jahren<br />
berücksichtigen<br />
nie<br />
berücksichtigen<br />
Batterie-elektrisch<br />
Range Extender / Plug-In-Hybrid<br />
14%<br />
62%<br />
Abb.1: Elektroauto bei Kaufentscheidung berücksichtigen<br />
Beliebte Elektrofahrzeuge<br />
Kathrin Dudenhöffer und Leoni Bussmann<br />
Studienteilnehmer auf einem eBike<br />
Umfragen zur Kaufbereitschaft von Elektrofahrzeugen gibt<br />
es mittlerweile mehr als genug. Nahezu alle kommen zu dem<br />
Ergebnis, dass aufgrund der Reichweite, fehlender öffentlicher<br />
Ladesäulen, der Ladedauer und des Preises Elektrofahrzeuge<br />
kaum Käufer finden. Alle bekannten Umfragen wurden<br />
nach Standard-Marktforschungsmuster durchgeführt. Befragt<br />
wurden potentielle Autokäufer, die bisher nie mit einem<br />
Elektrofahrzeug gefahren sind. Die Antworten der Befragten<br />
spiegeln keine eigenen Erwartungen, sondern geben Meinungen<br />
wieder, die in Presseberichten zu lesen waren (vor<br />
allem kritische, da die Journalisten dem Thema skeptisch<br />
gegenüber stehen). Zudem projizieren die Befragten ihre Erfahrungen<br />
mit ihren heutigen Fahrzeugen auf Elektrofahrzeuge.<br />
Von daher sind die Ergebnisse wenig überraschend, aber<br />
auch wenig aussagekräftig. Die Standard-Marktforschung<br />
schätzt die Nachfrage bei Technologiesprung-Produkten<br />
falsch ein, da die Kunden die Produkte nicht kennen und<br />
das Nutzungspotenzial nicht abschätzen können. Dies war<br />
die Ausgangssituation zu einem Experiment am CAR-Institut<br />
der Universität Duisburg-Essen, das die Kaufbereitschaft für<br />
Elektrofahrzeuge untersuchte.<br />
Experiment:<br />
226 Testpersonen fahren jeweils 3 Elektrofahrzeuge<br />
Für das Experiment wurden 226 Testpersonen nach repräsentativem<br />
Querschnitt ausgewählt. Die Testpersonen durchliefen<br />
ein mehrstündiges Experiment. In Stufe 1 wurde die<br />
Akzeptanz und Kaufbereitschaft von Elektroautos abgefragt<br />
ohne zuvor zu informieren. In der zweiten Stufe des Experiments<br />
ist jede Testperson drei unterschiedliche (teil-)elektrische<br />
Fahrzeuge gefahren. Die Fahrten dauerten 20 bis 30<br />
Minuten und umfassten auch eine Autobahnfahrt. Zusätzlich<br />
wurde der Ladevorgang geübt. Nach dem umfangreicheren<br />
Programm zum Kennlernen der Elektrofahrzeuge wurden die<br />
Testpersonen auf Stufe 3 des Experiments erneut befragt.<br />
Als Testfahrzeuge standen sechs Serienfahrzeuge zur Verfügung,<br />
darunter Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV), ein<br />
Plug-in Hybrid und ein Elektroauto mit Range Extender. Zusätzlich<br />
konnten zwei Serienfahrzeuge getestet werden, die<br />
auf Elektroantrieb (BEV) umgebaut waren. Auch ein Konzeptfahrzeug<br />
(SAM II) sowie ein eBike und Hybrid-Roller wurden<br />
in die Elektro-Fahrzeugflotte mit aufgenommen.<br />
Ergebnis: Hoher Fahrspaß und hohes Interesse<br />
Die Ergebnisse des dreimonatigen Experiments zeigen ein hohes<br />
Interesse für Elektrofahrzeuge und stehen im deutlichen<br />
Widerspruch zu den bisher bekannten reinen Umfragestudien.<br />
38% der Testpersonen hatten nach den Testfahrten ihre<br />
Kaufabsicht für Elektrofahrzeuge bekundet (vgl. Abb. 1). Für<br />
das reine Batterie-getriebene Elektroauto (z.B. Nissan Leaf,<br />
Mitsubishi i-MiEV) votierten 14% der Testpersonen. Für Range<br />
Beim Kleinwagen spielt das Batterie-elektrische Fahrzeug<br />
mit 110 Kilometer Reichweite, das 7% der Testpersonen kaufen<br />
würden, die Hauptrolle. Das Fahrzeug ist überwiegend<br />
als Zweitwagen für die Stadt geplant. 5% würden den elektrischen<br />
Kleinwagen als Range Extender mit 50 Kilometer elektrischer<br />
Reichweite bevorzugen. Alltagsnutzen ohne Reichweiten-Begrenzung<br />
ist hier das Hauptkaufargument. Besonders<br />
ausgeprägt bei den Kompaktwagen ist die Akzeptanz des<br />
Range Extenders mit 50 Kilometer elektrischer Reichweite.<br />
Das Angebot eines Plug-In Hybriden oder Elektroautos mit<br />
Reichweitenverlängerung erfüllt die Mobilitätsbedürfnisse<br />
von immerhin 13% aller Testpersonen.<br />
Da die Akzeptanz in hohem Maße vom Preis der Fahrzeuge<br />
abhängt, wurden die Fahrzeugpreise für 2015 geschätzt. Das<br />
reine Batterie-elektrische Fahrzeug wurde mit einem Aufpreis<br />
gegenüber dem konventionell angetriebenen Fahrzeug<br />
seiner Klasse von 5.000 EUR angesetzt. Dieser Aufpreis war<br />
für die Testpersonen akzeptabel, ebenso wie ein Aufpreis<br />
von 10.000 EUR beim Plug-In. Die heutigen elektrischen<br />
Kleinwagen wie beispielsweise Citroën C-Zero oder Mitsubishi<br />
i-MiEV liegen mit einen Preis von 36.000 EUR deutlich<br />
über dieser Grenze.<br />
Abb.2: Kaufabsichten nach Testfahrten<br />
Bei den Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität sollte<br />
daher eCarSharing im Mittelpunkt stehen. Die bisherigen<br />
Programme der Modellregionen-Wettbewerbe und die von<br />
der Nationalen Plattform für Elektromobilität vorgeschlagenen<br />
Maßnahmen laufen nach den Ergebnissen dieser Studie<br />
ins Leere. Um bis zum Jahr 2020 eine Million Autofahrer von<br />
Elektroautos zu überzeugen, braucht es großflächige Testmöglichkeiten,<br />
idealerweise in Ballungsräumen. Ein Großteil<br />
der Forschungsprogramme (Smart-Grids, IT-Abrechnungsmodelle,<br />
Batterieforschung) bringen keinen Marktimpuls<br />
und tragen daher nur wenig zum Ziel der Bundesregierung<br />
bei.<br />
Kathrin Dudenhöffer // Leoni Bussmann<br />
CAR - Center Automotive Research<br />
Universität Duisburg-Essen<br />
www.uni-due.de/car<br />
28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29
Status QUo der Elektromobilität - COVERSTORY<br />
Status QUo der Elektromobilität - COVERSTORY<br />
eMobilität im Alltag<br />
Ein Jahr »Parken und Laden«<br />
in Berlin<br />
Dr. Jürgen Peters, Geschäftsführer InnoZ; Juliane Girke, Redaktionsleiterin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>; Christian Heep, BEM-Vorstand und<br />
Chefredakteur <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> und Uwe Hahner, Leiter Geschäftsbereich «Parking und eMobility» Bei Swarco Traffic Systems<br />
Ladesäulen in bestehende Verkehrstechnik-Anlagen zu<br />
integrieren klingt nach einer guten Idee. Ob es auch wirklich<br />
eine ist, wollten fünf Unternehmen in Berlin beweisen:<br />
Vor gut einem Jahr bauten sie ihre Neuentwicklung, eine<br />
Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule, in der<br />
Wallstraße auf. Nach rund zwölf Monaten Alltagsbetrieb ist<br />
klar: Das System ist zukunftsweisend.<br />
Seit Mai 2011 stehen in der Wallstraße in Berlin-Mitte ungewöhnlich<br />
wirkende Parkscheinautomaten: Sie sind grün<br />
und grau gestrichen, größer und breiter als die in der Landeshauptstadt<br />
üblichen blau-grauen Automaten und haben<br />
großflächige Touch-Screens. Vor allem aber haben sie Ladeanschlüsse<br />
für eFahrzeuge an den Seiten - und die laden tags<br />
wie nachts immer häufiger vor den Automaten abgestellte<br />
eAutos oder eRoller.<br />
Entwickelt und aufgebaut haben die Geräte die Unternehmen<br />
Swarco Traffic Systems, Schroff, ABB, Dambach und stadtraum.<br />
Diese fünf Firmen haben sich bereits vor vier Jahren<br />
zusammengetan, um ihr Straßenverkehrstechnik-Know-how<br />
zu bündeln und gemeinsam eine eFahrzeug-Ladesäule zu<br />
entwickeln, die sich wirtschaftlich betreiben lassen würde.<br />
Eine Herausforderung, denn, das war den Beteiligten klar:<br />
Ladesäulen, die »nur« Strom verkaufen, rechnen sich nicht.<br />
Hardware, Aufbau und Wartung sind teuer, und die mit dem<br />
Stromverkauf erzielbaren Einnahmen gering - zumindest solange<br />
nur wenige eFahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.<br />
»Deshalb haben wir keine Ladesäule entwickelt, sondern<br />
einen Parkscheinautomaten, in den eine Ladesäule integriert<br />
ist«, erklärt Uwe Hahner, General Manager Parking und<br />
E-Mobility bei Swarco Traffic Systems die Grundüberlegung<br />
der fünf Unternehmen. »Unser Gerät erwirtschaftet nicht nur<br />
eine, sondern zwei Arten von Einnahmen - von denen eine<br />
auch noch unabhängig ist von der Anzahl der eFahrzeuge in<br />
der Stadt.« Damit werde der wirtschaftliche Betrieb möglich,<br />
versprechen die Hersteller. Ein Versprechen, das auch die<br />
Bezirksverwaltung von Berlin-Mitte überzeugte - sie gab den<br />
Unternehmen die Chance, die Alltagstauglichkeit der Neuentwicklung<br />
zu beweisen.<br />
Aufwendige Vorbereitung<br />
Vor dem Start des Vorhabens standen zunächst Planung und<br />
Genehmigung an. Dabei stellten die Unternehmen schnell<br />
fest: Die Berliner Behörden verfügen über keinerlei feststehende<br />
Planungs- und Genehmigungsverfahren für Parkscheinautomaten<br />
»unter Strom«. Alle Beteiligten betraten<br />
Neuland: »Wir haben mit allen Behörden gesprochen, mit allen<br />
Betreibern der örtlichen Kabel- und Rohrleitungen, sogar<br />
mit der Berliner Polizei. Die Liste der Ansprechpartner war<br />
fast genau so lang, wie die der zu klärenden Fragen«, erinnert<br />
sich Hahner. Doch nach und nach fand sich alles Nötige<br />
zusammen, die für die Planung verantwortliche stadtraum<br />
GmbH erhielt alle Genehmigungen. »Dann stellte sich nur<br />
noch die Parkplatz-Frage«, so Hahner weiter.<br />
Die »Parkplatz-Frage«: Wie lassen sich die Parkplätze unmittelbar<br />
vor den Ladesäulen ausschließlich für eFahrzeuge<br />
freihalten? Straßenverkehrsrechtlich keine einfache Sache<br />
- die Betreiberunternehmen und die Berliner Straßenverkehrsbehörde<br />
mussten erst eigens eine neue Beschilderung<br />
entwickeln: Heute hält in der Wallstraße ein Halteverbotsschild<br />
mit der Ergänzung »ausgenommen eFahrzeuge« die<br />
Plätze vor dem Parkscheinautomaten frei - ein erwiesenermaßen<br />
rechtlich einwandfreier, durchsetzbarer und sehr alltagstauglicher<br />
Ansatz.<br />
Einfach zu bedienen, robust und sicher<br />
Nachdem auch diese verkehrsrechtliche Frage geklärt war,<br />
begannen im Frühjahr 2011 die Bauarbeiten: Fundamente<br />
für die Geräte wurden gegossen und Kabel verlegt, nach und<br />
nach wurde das technische Grundprinzip hinter den Parkscheinautomaten<br />
mit Ladesäule erkennbar.<br />
Die Geräte sind nach dem Master-Satelliten-Prinzip modular<br />
konzipiert: Ein Master steuert per DFÜ beliebig viele Satelliten.<br />
Am Master kann gewählt, bezahlt und Strom bezogen<br />
werden; die Satelliten dienen als Ladeanschlüsse auch für<br />
weiter entfernte Parkplätze. Aussehen und Ausrüstung einer<br />
Anlage sind grundsätzlich frei wählbar. Ob Einsatz eines<br />
eigenen Corporate Designs, Bargeld-, Karten- oder Smart-<br />
Card-Annahme - der Betreiber entscheidet, wie er seine Geräte<br />
haben will. »Wir haben die Geräte als »offenes System«<br />
entwickelt, als Parkscheinautomat mit Stromversorgerunabhängigem<br />
Ladesäulen-Modul«, erklärt Hahner. »Uns ist<br />
wichtig, dass sich Betreiber sowie Betriebs- und Geschäftsmodell<br />
auch nach dem Aufbau noch ändern lassen. So bleibt<br />
unsere Entwicklung zukunftsfähig.«<br />
Die äußere Gestaltung der Ladesäulen stammt vom renommierten<br />
Institut für Innovationstransfer der Universität Hannover.<br />
Es ist ergonomisch durchdacht und entspricht allen<br />
städtebaulichen Anforderungen. Master und Satelliten sind<br />
äußerst robust. Ihre Gehäuse bestehen aus Edelstahl, und<br />
die Schutzklappen vor den Ladeanschlüssen sind verriegelt,<br />
was ein Abziehen von Ladekabeln durch Unbefugte<br />
verhindert. Der TFT-Bildschirm des Masters ist durch Sicherheitsglas<br />
geschützt. Damit sind die Geräte bestens gegen<br />
Einbruchversuche und Vandalismus gewappnet und für den<br />
Aufbau an jeder Art Parkfläche geeignet.<br />
Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />
30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31
Status QUo der Elektromobilität - COVERSTORY<br />
Fortsetzung von vorheriger Seite<br />
Status QUo der Elektromobilität - COVERSTORY<br />
Elektrofahrzeuge vor der BEM-Hauptgeschäftsstelle beim Laden auf der WallstraSSe in Berlin-Mitte<br />
IN BERLIN-MITTE BEFINDET SICH MIT 4 LADESÄULEN UND 8 LADEPUNKTEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM DIE ELEKTROMOBILSTE STRASSE DEUTSCHLANDS<br />
Geladen wird immer<br />
Am 23. Mai 2011 war es dann soweit: Die Geräte in der Wallstraße<br />
wurden in Betrieb genommen. Die an der Entwicklung<br />
beteiligten Unternehmen übernahmen Betrieb und Wartung,<br />
der Stromkonzern Vattenfall die Lieferung des Ladestroms.<br />
Die Parkraumbewirtschaftung - u.a. das Leeren der Münzfächer<br />
der Automaten - übernimmt seit diesem Zeitpunkt ein<br />
Dienstleister der Stadt, die eingenommenen Parkgebühren<br />
gehen an den Stadtbezirk Mitte.<br />
Der Betrieb verläuft nach Angaben der beteiligten Unternehmen<br />
zufriedenstellend: »Der Parkgebührenumsatz entwickelt<br />
sich genau wie geplant, und auch mit dem Stromverkaufs-Umsatz<br />
sind wir zufrieden«, meint Uwe Hahner.<br />
Die Auslastung der Ladeanschlüsse liege zwar etwas unter<br />
der Zielmarke, aber nicht weit: »Wann immer Sie die<br />
Wallstraße besuchen kommen, stehen zumindest ein, zwei<br />
eFahrzeuge vor unseren Säulen. Geladen wird sozusagen<br />
immer«, erläutert Uwe Hahner und ergänzt:<br />
»Uns ist natürlich klar, dass wir das der Besonderheit des<br />
Standorts zu verdanken haben.« In der Wallstraße sind nämlich<br />
mehr eAutos unterwegs als anderswo - der Bundesverband<br />
eMobilität hat hier seine Hauptgeschäftsstelle.<br />
Im Alltag bewährt, für die Zukunft gerüstet<br />
Uwe Hahner ist überzeugt, dass sich die Neuentwicklung<br />
auch ohne derartige Standortvorteile durchsetzen wird.<br />
»Mittelfristig führt an der eMobilität kein Weg vorbei«, meint<br />
er, und ergänzt »dann werden wir in Deutschland auf eine<br />
flächendeckende Versorgung mit Ladesäulen auch im öffentlichen<br />
Raum angewiesen sein. Die Erprobung in der Wallstraße<br />
zeigt, dass integrierte Geräte wie unseres dafür das<br />
Mittel der Wahl sind: Sie lassen sich wirtschaftlich betreiben<br />
und sind anschlussfähig an andere Verkehrstechnik wie z.B.<br />
Verkehrsbeeinflussungs- oder Parkleitsysteme.«<br />
Seine These steht nicht allein im Raum: Inzwischen ist der<br />
»Parkscheinautomat« aus der Wallstraße auch auf dem Berliner<br />
Gelände des Europäischen Energieforums EUREF im<br />
Einsatz, dem Sitz der InnoZ, wo er fürs Aufladen der Fahrzeuge<br />
aus der Flinkster-Mietwagenflotte der Deutschen Bahn<br />
verwendet wird. Auch an anderen Orten Deutschlands sind<br />
bereits weitere Geräte im Einsatz - in Parkhäusern, auf Parkplätzen<br />
und auf Unternehmensgrundstücken. »Parken und<br />
Laden« scheint sich also durchzusetzen - nicht nur in Berlin.<br />
Uwe Hahner<br />
Swarco Traffic Systems GmbH<br />
uwe.hahner@swarco.de<br />
www.swarco.com/sts<br />
Gemeinsam mit über 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft,<br />
Forschung und Medien - darunter Renate Künast, Vorsitzende<br />
der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,<br />
der Berliner Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke (SPD)<br />
und die Bundestagsabgeordnete Ute Vogt (SPD) - haben wir<br />
am 23. Mai 2011 gemeinsam die Geräte in Betrieb genommen.<br />
»Mit dem Aufbau des innovativen Systems aus Parkscheinautomat<br />
und Ladesäule haben wir gemeinsam ein Zeichen<br />
gesetzt. Ein Zeichen für die Neue Mobilität und für den<br />
Standort Berlin als künftiges elektromobiles Schaufenster<br />
Deutschlands«, so BEM-Marketingvorstand Christian Heep.<br />
»Ich hoffe, dass diese Aktion bundesweit Schule macht.«<br />
Das innovative System, das seitdem unmittelbar vor der<br />
Hauptgeschäftsstelle des Bundesverbands eMobilität in<br />
der Wallstraße 16 in Berlin-Mitte die Parkenden sowohl mit<br />
Parkscheinen als auch mit Ladestrom versorgt, ermöglicht<br />
einen kosteneffizienten, baurechtlich unproblematischen<br />
und finanziell attraktiven Ausbau von Ladeinfrastruktur für<br />
Elektromobilität.<br />
»Durch die Installation öffentlicher Ladesäulen entstehen in<br />
der Regel auch neue Stadtmöbel, die es gilt in den öffentlichen<br />
Raum zu integrieren. Das gelingt mit dem Austausch<br />
herkömmlicher Parkscheinautomaten gegen die Anlage problemlos«,<br />
erklärt Heep die Vorteile des Systems.<br />
»Im Namen meiner Vorstandskollegen und des gesamten<br />
BEM-Teams möchte ich mich noch einmal bei den Verantwortlichen<br />
für die außerordentlich gute Zusammenarbeit<br />
und das große Engagement bedanken.<br />
Diese Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt, denn<br />
mit der Installation der Ladesäulen wird deutlich, dass sich<br />
Elektromobilität bereits jetzt problemlos in unseren Alltag<br />
und unsere Städte integrieren lässt«, so Heep weiter.<br />
»Mit gleich vier Ladesäulen mit insgesamt acht Ladepunkten<br />
im öffentlichen Raum ist die Wallstraße bis dato die wohl<br />
elektromobilste Straße Deutschlands - wenn nicht Europas.<br />
Nach nunmehr einem Jahr können wir ein durchweg positives<br />
Fazit ziehen. Auf der einen Seite nutzen immer mehr<br />
Menschen die Lademöglichkeiten und zum anderen animieren<br />
die umgebauten Parkscheinautomaten auch zum Gespräch.<br />
Die Besucherfrequenz bei uns in der Geschäftsstelle<br />
ist sehr hoch - darunter vorrangig Vertreter aus Politik und<br />
Wirtschaft - und jeder fragt, was es mit der hohen Dichte an<br />
Ladeinfrastruktur vor unsere Tür auf sich hat«, betont Heep<br />
und macht deutlich, wie wichtig insbesondere auch die<br />
Sichtbarkeit nach außen für eine erfolgreiche Etablierung<br />
der Elektromobilität innerhalb der Gesellschaft ist.<br />
32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33
Status QUo der Elektromobilität - Coverstory Status QUo der Elektromobilität - Klimamobility 2012<br />
Behörden sollten sich stärker<br />
mit eMobilität beschäftigen<br />
Norditalien steht im Zeichen<br />
der nachhaltigen Mobilität<br />
Interview mit Stefan Dittrich, Geschäftsführer der stadtraum GmbH<br />
Herr Dittrich, Sie und Ihre Mitarbeiter haben in Berlin Standorte<br />
für Ladesäulen im öffentlichen Raum geplant. Was haben<br />
Sie dabei gelernt?<br />
Vor allem Geduld. Bei Ladesäulen im öffentlichen Raum geht<br />
es außer um Strom auch um Stadt- und Verkehrsplanung.<br />
Das bedeutet, dass Sie als Bauträger auf die Zusammenarbeit<br />
aller an der Planung beteiligten Fachleute angewiesen<br />
sind. Doch die verteilen sich auf Stadtwerke bzw. Stromkonzerne<br />
und eine Reihe von Behörden.<br />
Was hieß das für Ihre Arbeit?<br />
Wir mussten die besagte Zusammenarbeit selbst herbeiführen<br />
und steuern. Und wir mussten improvisieren: Für zahlreiche<br />
Fragen im Bereich der eMobilität gibt es nach wie vor<br />
noch keine Verordnungen oder Entscheidungswege.<br />
Wie sah Ihr Vorhaben genau aus?<br />
Wir wollten ein neuartiges Ladesystem in der Wallstraße aufstellen,<br />
eine Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule,<br />
und anschließend selbst bewirtschaften und warten.<br />
Die am Automaten eingenommenen Gebühren sollten getrennt<br />
abgerechnet und an den Stadtbezirk bzw. das Stromlieferunternehmen<br />
weitergegeben werden.<br />
Und die Vorbereitung war aufwendig?<br />
Ja. Neben Grundsätzlichem mussten wir bei der Planung auch<br />
städtebauliche Gesichtspunkte berücksichtigen. Da ging es<br />
vor allem um die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Unsere<br />
integrierte Hardware für »Parken« und »Laden« an einem<br />
Gerät ist da schon gut geeignet, da sie keinen zusätzlichen<br />
öffentlichen Raum benötigt. Aber sie ist eben doch kein<br />
»reiner« Parkscheinautomat. Das war neu und nicht schnell<br />
zu genehmigen.<br />
Wie kamen Sie voran?<br />
Zuerst haben wir die geplanten Standorte in einen Plan eingetragen<br />
und der Straßenverkehrsbehörde zur Genehmigung<br />
vorgelegt. Die hat dann alle »öffentlichen Aufgabenträger«<br />
gehört, darunter sogar die Berliner Polizei. Die äußerte sogar<br />
Vorbehalte, die wir aber ausräumen konnten. Dann haben<br />
wir uns mit dem Tiefbauamt und sämtlichen Kabel- und<br />
Rohrnetzbetreibern zusammengesetzt, um Erdarbeiten und<br />
Stromanschlüsse zu planen sowie Störungen auszuschließen.<br />
Und dann war da noch die Parkplatzfrage.<br />
Die Parkplatzfrage?<br />
Wie halten wir die Parkstände unmittelbar vor den Ladesäulen<br />
ausschließlich für eFahrzeuge frei? Straßenverkehrsrechtlich<br />
war das nicht einfach zu beantworten. Wir haben<br />
für Berlin eine Beschilderung entwickelt, die eigentlich überall<br />
einsetzbar ist: Ein Halteverbotsschild mit der Ergänzung<br />
»eFahrzeuge während des Ladevorgangs frei«. Das hat sich<br />
als rechtlich einwandfrei, durchsetzbar und alltagstauglich<br />
erwiesen.<br />
Wie lange war der Vorlauf insgesamt?<br />
Der hat alles in allem sechs Wochen gedauert. Ich meine,<br />
dass wir aufgrund unserer Erfahrung in Zukunft schneller<br />
sein werden. Aber mit vier Wochen Aufwand werden wir wohl<br />
weiterhin rechnen - es sei denn, es ändert sich was.<br />
Was sollte sich ändern?<br />
Die Behörden sollten sich stärker mit eMobilität beschäftigen<br />
und anfangen, sich als Impulsgeber für den Infrastruktur-Aufbau<br />
zu verstehen. Heute werden meist einzelne Ladeanschlüsse<br />
genehmigt, ohne übergreifende Bedarfsplanung<br />
oder Abstimmung. Das genügt nicht. Wir brauchen klare<br />
Strategien, Zuständigkeiten, Regeln und Abläufe. Jede Stadt<br />
sollte eine Koordinationsstelle einrichten, die einen Infrastrukturplan<br />
für den ganzen Verkehrsraum entwirft und die<br />
notwendigen Genehmigungen erteilen kann. Dann kommt<br />
die eMobilität in Deutschland voran.<br />
Stefan Dittrich<br />
stadtraum<br />
Gesellschaft für Raumplanung,<br />
Städtebau & Verkehrstechnik mbH<br />
www.stadtraum.com<br />
Nach dem großen Erfolg der ersten Auflage der Klimamobility,<br />
der Fachmesse für nachhaltige Mobilität in Norditalien,<br />
findet sie auch in diesem Jahr wieder zusammen mit der<br />
Klimaenergy, der internationalen Fachmesse für innovative<br />
Anwendungen Erneuerbarer Energien, statt - und zwar vom<br />
20. bis 22. September 2012.<br />
Gegenwärtig verschlingt Mobilität 20 Prozent der weltweit<br />
aufgewendeten Energien und in etwa 60 Prozent der weltweiten<br />
Erdölförderung. Autos und Lastwagen produzieren rund<br />
ein Viertel des weltweit generierten CO 2. Die Zahl der bis<br />
heute existierenden Fahrzeuge wird sich bis Mitte des Jahrhunderts<br />
mehr als verdoppeln, was einen enormen Anstieg<br />
der Nachfrage und des Verbrauchs fossiler Brennstoffe bedingt.<br />
Dies führt einmal wieder die Notwendigkeit neuer Formen<br />
und Ansätze der Mobilität vor Augen. Nachhaltigkeit und<br />
Erneuerbare Energien als Alternative zu den fossilen Brennstoffen<br />
stehen dabei im Mittelpunkt aller Pläne und ersten<br />
Anwendungen.<br />
Die Messe Bozen nutzt ihr Know-how, ihre Erfahrung sowie<br />
ihre Vorreiterrolle in Italien, um nachhaltige Alternativen und<br />
Lösungen zu finden und zu vermitteln. Sie hat sich mit den<br />
erfolgreichen Messen Klimahouse und Klimaenergy italienweit<br />
einen Namen als Veranstalter nachhaltiger Messethemen<br />
gemacht und weitet mit der neuen Messe Klimamobility<br />
ihr Wirkungsfeld in Richtung nachhaltiger Mobilität aus. Die<br />
über 8.000 Besucher im vergangenen Jahr zeigten sich begeistert.<br />
Vom Elektrofahrzeug mit 2, 3 oder 4 Rädern bis hin zu Akkubatterien,<br />
Auflade- und Antriebsystemen, aber auch erfolgreichen<br />
Projekten klimafreundlicher Mobilität spannt sich<br />
der Bogen der ausgestellten Produkte und Dienstleistungen.<br />
Daneben wird dem Besucher ein breites Informationsspektrum<br />
zum Thema der nachhaltigen Mobilität geboten.<br />
Beratungsfirmen, Universitäten und Forschungsinstitute<br />
stellen ihr Wissen den Besuchern zur Verfügung.<br />
Die Klimamobility wird von einem internationalen Fachkongress<br />
zu den Themen nachhaltige Mobilität, Sichtweisen und<br />
Strategien der Industrie, Modellregionen und aktuelle Projekte,<br />
begleitet. Der Kongress bietet die Möglichkeit, die heutige<br />
Situation zu bewerten und sich über Zukunftsperspektiven<br />
Gedanken zu machen. Den Akteuren der Branche - von<br />
der Automobilindustrie bis hin zum Energieerzeuger - werden<br />
die wichtigsten bisher in Italien gemachten Erfahrungen<br />
und Lösungsansätze im Bereich Mobilität vorgestellt und<br />
mit Blick auf die Ansätze anderer europäischer Länder untersucht.<br />
Reinhold Marsoner, Direktor der Messe Bozen, zu diesem<br />
Thema: »Mit der Kombination Klimaenergy - Klimamobility<br />
versuchen wir eine Plattform für Erneuerbare Energien<br />
mit einem 360° Rundblick zu schaffen. Das bedeutet: Eine<br />
Messe, auf der sich sowohl Unternehmer, als auch Vertreter<br />
öffentlicher Institutionen, Autohäuser und Detailhändler,<br />
Finanzinstitute, Institute für Forschung und Entwicklung<br />
zusammen finden, um sich in diesem Bereich umfassend zu<br />
informieren.«<br />
Die Klimamobility spricht nicht nur die Akteure der Branche<br />
an, sondern auch die Endverbraucher. Denn letztendlich ist es<br />
der Verbraucher, der in absehbarer Zukunft neue alternative<br />
Wege - unabhängig von fossilen Brennstoffen - beschreitet.<br />
Eindrücke der Klimamobility 2011<br />
Weitere Informationen auf<br />
www.fierabolzano.it/klimamobility/de/ und<br />
www.fierabolzano.it/klimaenergy/de/<br />
34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35
Status QUo der Elektromobilität - Andreas serra<br />
Status QUo der Elektromobilität - andreas serra<br />
Netzwerke in der eMobilität<br />
Drei Spezialisten unterschiedlicher Schwerpunkte revolutionieren den Markt für<br />
Elektromobilität<br />
Das Elektroauto Karabag NEW 500e<br />
Sirri Karabag übergibt ein Elektrofahrzeug an Bert-Jan Knoef<br />
Ein Blick in die Zulassungsstatistiken scheint den Kritikern<br />
der Elektromobilität Recht zu geben. Die Elektroauto-Verkaufsbilanz<br />
des Jahres 2011 erfüllt nicht die hoch gesteckten<br />
Erwartungen mancher Marktteilnehmer. Einer Studie des<br />
Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-<br />
Essen zufolge wurden von Januar bis November 2011 gerade<br />
einmal 1.808 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen.<br />
Brauchen wir für die Elektromobilität einen Steve Jobs, um<br />
das Ziel der NPE von einer Million Zulassungen bis 2020 zu<br />
erreichen? Nein, sicher nicht! Denn wir haben sie in Deutschland<br />
bereits - die genialen Ingenieure, Produkte und Unternehmer.<br />
Aber der Vergleich mit Apple ist dennoch interessant. Schaut<br />
man auf die Verkaufskurve der Idee iPhone, dann sind Ähnlichkeiten<br />
zu eAutos in Deutschland unverkennbar. Auch<br />
das innovative iPhone war nicht von Beginn an ein Verkaufsschlager<br />
- die Erfolgsgeschichte begann mit einer eher flachen<br />
Anlaufkurve. Aber im vierten Quartal 2011 gelang es Apple<br />
mit weltweit 37 Millionen verkauften Einheiten erstmals zum<br />
Weltmarktführer im Bereich Smartphones zu werden. Auch<br />
das iPhone hatte starke Wettbewerber und Gegner der Entwicklung<br />
Smartphone - man denke nur an die Strategie des<br />
erfolgreichen Handyherstellers Nokia. Der Markt in der Automobilbranche<br />
ist sehr ähnlich. Wiederstände und Kritiker<br />
gibt es genügend. Aber im Gegensatz zu den Smartphones<br />
finden wir bei der Elektromobilität einen starken Mitstreiter:<br />
den Ölpreis. Eine knappe Ressource. Jeden Tag werden<br />
Elektroautos damit notwendiger und ökonomisch interessanter.<br />
Immer mehr Unternehmen aus unterschiedlichen<br />
Branchen erkennen diesen Trend, sehen die Notwendigkeit,<br />
spüren die Verantwortung, sehen die enormen Chancen und<br />
bringen die Elektromobilität in Bewegung - revolutionieren<br />
den Markt - wie das iPhone.<br />
Lassen Sie uns nur eines von vielen Beispielen herausgreifen,<br />
um die aktuelle Marktentwicklung zu erklären. Karabag,<br />
STILL und promotor realisieren gemeinsam ein deutschlandweites<br />
Service- und Vertriebsnetz für Elektroautos. Drei<br />
deutsche Unternehmen, die damit völlig neue Strukturen im<br />
deutschen Markt für Elektromobilität aufbauen wollen. Als<br />
jahrzehntelang erfolgreiche Unternehmen begegnen und<br />
beurteilen sie den Mobilitätsmarkt - wie Apple - neu und<br />
ganz anders.<br />
Bis 2009 war die Karabag Gruppe unter der Leitung des innovativen<br />
Eigentümers Sirri Karabag in Hamburg bekannt als<br />
einer der erfolgreichsten Nutzfahrzeughändler in Deutschland.<br />
Seit 2009 setzt das Unternehmen erfolgreich auch auf<br />
Elektrofahrzeuge. Im Jahr 2011 erreichte Karabag die meisten<br />
Zulassungen bei Elektrofahrzeugen in Deutschland. Der<br />
Karabag 500e ist sicher das bekannteste Produkt.<br />
STILL mit Sitz in Hamburg war bisher bekannt als Europas<br />
Marktführer für Elektrogabelstapler. Intelligentes Zusammenspiel<br />
von Gabelstaplern, Lagertechnikfahrzeugen, Software,<br />
Dienstleistungen und Service. Seit dem 19. März bringen<br />
sie ihre Expertise für Elektroantriebe in den Automobilmarkt<br />
ein.<br />
promotor in Mörfelden-Walldorf ist seit mehr als 35 Jahren<br />
eine der führenden Trainings- und Beratungsgesellschaften<br />
der Automobilbranche. Ab sofort bauen sie mit ihren Händlernetzentwicklern<br />
das deutschlandweite Vertriebsnetz für<br />
Elektromobilität auf.<br />
Gemeinsam wurden nun die Weichen für ein innovatives Gesamtkonzept<br />
der Elektromobilität in Deutschland gestellt.<br />
Die drei Unternehmen lösen ein Kernproblem der Elektromobilität.<br />
Servicenetz und Vertriebsnetz werden getrennt voneinander<br />
aufgebaut und professionalisiert. Damit gehen Sie<br />
einen anderen Weg als der klassische Automobilhandel. Mit<br />
einem flächendeckenden Netzwerk von über 800 Servicestützpunkten<br />
allein in Deutschland gehen die Unternehmen<br />
einen weiteren Schritt in eine elektromobile Zukunft. Das<br />
Produktportfolio rund um den Karabag New 500E und das<br />
flächendeckende Servicenetz von STILL machen den Weg<br />
frei für die flächendeckende Nutzung von Elektroautos.<br />
Gerade das Thema Service für Elektrofahrzeuge war in der<br />
Praxis immer wieder ein Problem, das es zu lösen galt. Der<br />
klassische Automechaniker konnte und durfte technische<br />
Probleme an den Hochvoltkomponenten nicht lösen. Vielen<br />
Kunden und Interessenten, aber auch Verkäufern nahm das<br />
die Entschlossenheit beim flächendeckenden Kauf oder Verkauf<br />
von Elektrofahrzeugen. Dieses Problem haben die drei<br />
Partner nun gelöst. Damit wird eine deutschlandweite Dynamik<br />
ausgelöst, die die Ziele der NPE unterstützen kann und<br />
die angestrebte Position als Leitmarkt und Leitanbieter stärkt.<br />
Das aktuelle Beispiel dieser drei Unternehmen ist eines von<br />
vielen. Aber es zeigt deutlich: Elektromobilität ist bei den<br />
renommierten Mittelstandsbetrieben angekommen. Es ist<br />
nicht mehr nur Thema für Start-up Unternehmen oder mutige<br />
Innovatoren.<br />
Andreas Serra<br />
Geschäftsführender Gesellschafter promotor GmbH<br />
andreas.serra@promotor.de<br />
www.promotor.de<br />
36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37
Status QUo der Elektromobilität - Christian Mayer & Dr. Peter Bachmann<br />
Status QUo der Elektromobilität - Christian Mayer & Dr. Peter Bachmann<br />
Europa 2020<br />
Europäische Förderprogramme und Initiativen zur Elektromobilität<br />
»Das von der EU mit der »Europa 2020«-Strategie angestrebte<br />
nachhaltige Wachstum beinhaltet auch das Ziel einer<br />
umweltfreundlichen Mobilität.«<br />
Im Juni 2010 hat die Europäische Union »Europa 2020: Eine<br />
Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives<br />
Wachstum« beschlossen. Diese Strategie knüpft an die ausgelaufene<br />
»Lissabon-Strategie« aus dem Jahr 2000 an und<br />
legt drei Schwerpunkte für die zukünftige Entwicklung fest:<br />
Forschung und Entwicklung sollen gefördert, eine umweltfreundliche<br />
und ressourcenschonende Wirtschaft unterstützt<br />
und ein hohes Beschäftigungsniveau erreicht werden.<br />
Die drei gesetzten Schwerpunkte sollen durch fünf Kernziele<br />
erreicht werden, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden<br />
sollen. Für die Elektromobilität besonders interessant sind<br />
die letzten beiden dieser Kernziele. So soll das jährlich bereitzustellende<br />
Fördervolumen der Mitgliedsstaaten in der<br />
Zukunft 3% des BIP betragen. Ferner beabsichtigt die EU<br />
bis 2020 die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990<br />
um 20% zu senken, gleichzeitig den Anteil der Erneuerbaren<br />
Energien um 20% sowie die Energieeffizienz um 20% zu<br />
erhöhen. Bei der Erreichung dieses Ziels kommt der umweltfreundlichen<br />
Mobilität eine besondere Rolle zu. Die weiteren<br />
Kernziele betreffen das Vorhaben, eine Beschäftigungsquote<br />
von über 75% im Bereich der 20- bis 64-Jährigen zu erreichen.<br />
Auch sollen bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Millionen<br />
Menschen vor der Armut bewahrt werden.<br />
Wiederum Ausfluss dieser Kernziele sind die sieben Leitinitiativen<br />
der EU, die jeweils Teilbereiche der fünf Hauptziele<br />
aufgreifen und durch Aufgabenzuweisungen näher konkretisiert<br />
werden. Relevanz gewinnen im Kontext der eMobilität<br />
insbesondere die Leitinitiativen »Innovationsunion« und<br />
»Ressourcenschonendes Europa«. Das Ziel der Initiative<br />
»Innovationsunion« betrifft die Neuausrichtung von Forschung,<br />
Entwicklung und Innovationspolitik auf neue Herausforderungen<br />
(Klimawandel, Fragen der Energie- und Ressourceneffizienz).<br />
Die Initiative strebt die Vollendung des<br />
Europäischen Wirtschaftraumes an und sieht die Entwicklung<br />
eines strategischen Forschungsplans unter anderem im<br />
Bereich Verkehr vor. Ferner sollen die Rahmenbedingungen<br />
der Unternehmensinnovationen verbessert und die Innovationsförderinstrumente<br />
neu ausgerichtet werden.<br />
Daneben verfolgt die EU mit der Leitinitiative »Ressourcenschonendes<br />
Europa« das Ziel, den Übergang zu einer emissionsarmen<br />
Wirtschaft zu erreichen. Allgemein gesprochen<br />
sollen die CO 2-Emissionen gesenkt und die Wirtschaft von<br />
fossilen Brennstoffen unabhängiger gemacht werden, ohne<br />
das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Eine elementare<br />
Aufgabe derer sich die EU-Kommission in diesem Bereich<br />
annimmt, ist die Unterbreitung von Vorschlägen, wie ein modernes<br />
und kohlenstoffärmeres Verkehrswesen aussehen<br />
könnte. Diese Vorschläge sollen durch Infrastrukturmaßnahmen<br />
wie den Aufbau einer Netzinfrastruktur für Elektromobilität<br />
sowie durch eine gemeinsame Grundlage in der<br />
Forschung, Normung und Entwicklung neuer Technologien<br />
gefördert und umgesetzt werden.<br />
Aktuelle Förderprogramme im Rahmen der »Europa 2020«-<br />
Strategie<br />
Im Zusammenhang mit der Leitinitiative »Ressourcenschonendes<br />
Europa« hat die EU-Kommission eine Strategie zur<br />
Förderung sauberer und effizienterer Mobilität in Europa<br />
vorgelegt. Dieses Strategiepapier strebt allgemein die Reduzierung<br />
von CO2-Emissionen sowie die Unabhängigkeit von<br />
fossilen Brennstoffen an. Hierbei fokussiert sich die Kommission<br />
u.a. auf Elektromotoren. Eine gemeinsame Normung<br />
der Ladetechnologie von Elektrofahrzeugen soll gefunden<br />
und die Aufladeinfrastruktur gefördert werden. Diese Infrastruktur<br />
soll zum einen durch die einzelnen Mitgliedsstaaten<br />
umgesetzt, gleichzeitig sollen diese Projekte aber von der<br />
Europäischen Investitionsbank gefördert werden.<br />
Weiterhin wird die Förderung von Forschungsprojekten ermöglicht.<br />
Dem sog. 7. EU-Forschungsrahmenprogramm,<br />
welches 20<strong>07</strong> begann und im Jahr 2013 endet, steht ein<br />
Gesamtbudget von ca. 54 Mrd. EUR zur Verfügung. Dieses<br />
teilt sich auf fünf spezifische Förderprogramme auf. Der Themenbereich<br />
Elektromobilität kann auf Fördermittel aus dem<br />
spezifischen Programm »Zusammenarbeit«, dort auf die<br />
Untergruppen »Verkehr«, »Energie«, »Umwelt«, »Informations-<br />
und Kommunikationstechnologie« sowie »Nanowissenschaften,<br />
Nanotechnologie, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien«<br />
zurückgreifen, welchen insgesamt<br />
Fördermittel von insgesamt knapp 21 Mrd. EUR zustehen.<br />
Weitere 500 Millionen EUR aus dem 7. EU-Rahmenförderungsprogramm<br />
stehen der Forschung an Elektrofahrzeugen<br />
zu, welche im Rahmen der »Green Car«-Initiative, die als Teil<br />
des europäischen Konjunkturpakets 2009 gestartet wurde<br />
und noch bis 2013 laufen wird, zur Forschung von umweltfreundlichen<br />
Antriebstechnologien verwendet wird. Neben der<br />
direkten Förderung unterstützt die Europäische Investitionsbank<br />
die »Green Car«-Initiative durch die Bereitstellung von<br />
Darlehen in Höhe von insgesamt 4 Mrd. EUR.<br />
Ausblick: »Horizont 2020« - Förderung für die Zukunft<br />
Abgelöst wird das 7. EU-Rahmenförderungsprogramm durch<br />
»Horizont 2020«, welches als Rahmenprogramm im Folgezeitraum<br />
2014 bis 2020 die Förderung von Forschung und Innovation<br />
in der EU übernehmen soll. Das Fördervolumen soll<br />
sich dort auf eine Gesamtssumme von knapp 87 Mrd. EUR<br />
belaufen und zielt auf die Zusammenführung und Standardisierung<br />
der Forschung innerhalb Europas ab. In Zukunft werden<br />
alle Förderprogramme unter dem gemeinsamen Mantel<br />
»Horizont 2020« geführt. »Horizont 2020« teilt sich in drei<br />
Schwerpunktgebiete auf. Zunächst soll Europa durch einen<br />
Förderumfang von 24,6 Mrd. EUR zum weltweit führenden<br />
Wissenschaftsstandort gemacht werden. Mit 17,9 Mrd. EUR<br />
soll die Innovationsfähigkeit der Industrie gesichert werden.<br />
Schließlich werden Fördergelder von 31,7 Mrd. EUR für die<br />
Forschung an entscheidenden Zukunftsfragen bereitgestellt.<br />
Hierzu zählt unter anderem die Frage nach einer sauberen<br />
und effizienten Energieversorgung und damit einhergehend<br />
die Frage nach einem umweltfreundlichen Verkehrsaufkommen,<br />
was für die Elektromobilität von hoher Bedeutung ist.<br />
Fazit<br />
Das von der EU mit der »Europa 2020«-Strategie angestrebte<br />
nachhaltige Wachstum beinhaltet auch das Ziel einer<br />
umweltfreundlichen Mobilität. Durch die aufgezeigten<br />
Fördermittel wird es Unternehmen und Mitgliedsstaaten<br />
ermöglicht, in eine solche umweltverträgliche Mobilität zu<br />
investieren und auf diesem Gebiet neue Innovationen anzustreben.<br />
Die zur Verfügung gestellten Fördermittel belaufen<br />
sich dabei auf einen sehr beachtlichen Betrag. Auch wenn<br />
die genannten Summen nicht exklusiv für die Forschung im<br />
Bereich der Elektromobilität zur Verfügung stehen, lohnt<br />
sich doch in jedem Fall der Blick nach Brüssel.<br />
Dr. Peter Bachmann & Christian Alexander Mayer<br />
Rechtsanwälte<br />
Noerr LLP<br />
www.noerr.com<br />
38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39
Status QUo der Elektromobilität - IPM SYSTEM<br />
Status QUo der Elektromobilität Smarte Technologien - IPM SYSTEM-<br />
Auf Expansionskurs..<br />
Mit Effizienz und Intelligenz durch die solare Krise<br />
Photo ©2012 BEE /Text ©2012 Christian Heep<br />
Markus Emmert, Geschäftsführer IPM SYSTEM GmbH und Beirat im Bundesverband eMobilität AUf dem BEE-NeujahrsempfaNG 2012<br />
Um die Konkurrenzfähigkeit und Wirtschaftlichkeit unserer<br />
deutschen und europäischen Solarbranche dauerhaft zu sichern,<br />
der jüngsten EEG-Novellierung entgegen zu wirken<br />
und den Konsolidierungsprozess zu überstehen, gilt es nun<br />
verstärkt, sich um sinkende Produktionskosten zu bemühen<br />
und die Leistung der Module zu verbessern.<br />
«Innovation, Effizienz und Intelligenz ist jetzt der Schlüssel<br />
zum Erfolg einer ganzen Branche», so Markus Emmert,<br />
Gründer und Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH, der<br />
als einer der Hauptsponsoren zum 20-jährigen Jubiläum<br />
auf dem diesjährigen Neujahrsempfang der Erneuerbaren<br />
Energien ein deutliches Zeichen für das Potenzial innovativer<br />
Entwicklungen setzte.<br />
Das BEM-Mitgliedsunternehmen hat es geschafft mit einer<br />
neuartigen Steuerungs- und Regelungstechnik eine erhebliche<br />
Ertragssteigerung von bis zu 21% bei Bestands- oder<br />
Neuanlagen zu erreichen. Die intelligente Verschaltung der<br />
einzelnen Module mit dem IPM SYSTEM ® eröffnet ganz<br />
neue Perspektiven für einen auch weiterhin wirtschaftlich<br />
interessanten PV-Anlagenbetrieb und eröffnet gleichzeitig<br />
weitere Möglichkeiten im Bereich Real-Time-Modul-Monitoring,<br />
Transparenz und Sicherheit.<br />
»Neue Impulse für eine nachhaltige Energiewende und die<br />
Implementierung in ein smartes Energie- und Verteilernetz<br />
stehen jetzt im Fokus unserer Globalisierungsstrategie«,<br />
so Markus Emmert, der erst kürzlich eine weitere exklusive<br />
Vertriebspartnerschaft mit der italienischen I.C.iT GmbH<br />
und der Borsa del Sole ® , der PV-Dachbörse Nummer Eins in<br />
Europa eingegangen ist.<br />
Seit dem Referendum zur Atomablehnung im Sommer 2011<br />
setzt Italien verstärkt auf Erneuerbare Energien und hat im<br />
nationalen Energieplan ein ambitioniertes Ausbauziel von<br />
derzeit knapp 5% auf 17 % bis 2020 formuliert. «Im Fokus<br />
der aktuellen italienischen Energiepolitik steht neben dem<br />
Klimaschutz insbesondere auch die Versorgungssicherheit.<br />
Der Einsatz intelligenter und nachhaltiger Technologie<br />
versetzt Italien langfristig in die Lage seine chronischen<br />
Energieprobleme zu lösen und die 85%-ige fossile Importabhängigkeit<br />
zu reduzieren», so Emmert. «Im Rahmen der<br />
Partnerschaft mit I.C.iT können wir diesen erneuerbaren<br />
Prozess gemeinsam vorantreiben und erwarten, dass sich<br />
Italien als strategisch wichtiger Wachstumsmarkt mit hohem<br />
Marktanteil in Südeuropa etablieren wird», betont<br />
Emmert und kündigt weitere Expansionspläne im europäischen<br />
und internationalen Raum an.<br />
«Ein Markt von über 300.000 Systemen allein in den nächsten<br />
5 Jahren gilt es nun konsequent umzusetzen», so Simon<br />
Schenk, Geschäftsführer der I.C.iT GmbH.<br />
Insbesondere unter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und<br />
dem Gesichtspunkt zunehmender Ressourcenunabhängigkeit<br />
fördert das IPM SYSTEM ® den weiteren Ausbau der<br />
weltweiten Solarindustrie als wichtiger Bestandteil einer<br />
dezentralen Energieversorgung und ermöglicht über die<br />
intelligente M2M-Kommunikation der Telekom Deutschland<br />
eine bessere Integration Erneuerbarer Energien im<br />
Stromnetz der Zukunft. Die IPM SYSTEM Data GmbH setzt<br />
als weiteres Unternehmen der Gruppe vor diesem Hintergrund<br />
auf die Entwicklung intelligenter Software und den<br />
Betrieb hochverfügbarer Datenverarbeitungssysteme. Sie<br />
liefert hierzu die notwendigen Monitoring- und Analyseinstrumente<br />
und ermöglicht die entsprechende Steuerung<br />
und Regelbarkeit. «Da die Messdaten nicht nur feingranular<br />
benötigt werden, sondern auch über Jahre hinaus analysierbar<br />
vorgehalten werden, müssen Datenmengen im<br />
Terra- und Petabytebereich beherrscht werden», so Klaus<br />
Wiedemann, Geschäftsführer der IPM SYSTEM Data im Gespräch<br />
mit Christian Bock, Leiter Business Development<br />
beim Partnerunternehmen arvato-infoscore:<br />
«Das innovative Geschäftsmodell von IPM SYSTEM verbessert<br />
nicht nur die Effizienz von Photovoltaik-Anlagen, sondern<br />
erzeugt auch bis dato nicht vorhandene Messdaten,<br />
die in vielfältiger Art und Weise zur optimierten Steuerung<br />
genutzt werden können.»<br />
«Aus diesem Grund erweitern wir konsequent unser Produkt-<br />
und Leistungsportfolio und erschließen neue Märkte<br />
im In- und Ausland», so Emmert, der im März 2012 auf Initiative<br />
der Deutschen Botschaft mit einer Delegation vom Bundesverband<br />
eMobilität, den er als wissenschaftlicher Beirat<br />
unterstützt, auf Malta war, um George Pullicino, Minister for<br />
Ressources and Rural Affairs, bei den Herausforderungen<br />
einer Umstellung auf Elektromobilität und beim Umbau des<br />
Energiesystems in Richtung Erneuerbare Energien zu beraten.<br />
Ganz im Sinne dieser kooperativen, länderübergreifenden<br />
Impulse beschreibt das Leitprinzip der InterSolar in München<br />
«Connecting Solar Business» sehr gut den Ansatz, den<br />
Emmert und sein Team verfolgen, um Netzwerkpotenziale<br />
effektiv, nachhaltig und effizient nutzbar zu machen..<br />
IPM SYSTEM Messestand vom 13. bis 15. Juni 2012 auf der<br />
InterSolar / Halle B2 / Stand 180<br />
40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41
Status QUo der Elektromobilität - Gildemeister energy solutions<br />
Status QUo der Elektromobilität - Gildemeister energy solutions<br />
Elektrotankstelle<br />
Komplettlösung für eine effiziente eMobilität<br />
Solarpark ANlage in Spanien. 240 SunCarrier erzeugen eine Gesamtleistung von 8,5 MW zur Verfügung.<br />
Die eTankstelle von GILDEMEISTER energy solutions. Komplettlösung für eine effiziente eMobilität.<br />
eMobilität und grüne Energie - Themen, die hierzulande<br />
derzeit heiß diskutiert werden. Dass die Mobilität von morgen<br />
klimaneutral, nachhaltig und grün sein muss, darüber<br />
herrscht ein breiter Konsens - doch gilt das auch für die<br />
Energie, die sie bewegt und antreibt?<br />
Die neue Herausforderung der Branche heißt nicht mehr nur<br />
grün zu fahren, sondern auch grün zu laden. Elektromobilität<br />
ist ökologisch sinnvoll, wenn der dafür benötigte Strom CO2-<br />
frei aus Erneuerbaren Energien erzeugt wird. Die eTankstelle<br />
von GILDEMEISTER energy solutions verbindet diese Überlegungen<br />
zu einer Systemlösung, welche das eigenständige<br />
Erzeugen und Speichern von Erneuerbaren Energien hin zur<br />
Anwendung der eTankstelle umfasst. Mit dieser Wirkungskette,<br />
die das Solarnachführsystem SunCarrier, die Kleinwindanlage<br />
WindCarrier und den Batteriespeicher CellCube<br />
FB 10-100 umfasst, kann sauberer Strom aus erneuerbaren<br />
Quellen unabhängig von öffentlichen Netzen über lange<br />
Zeiträume gespeichert und für jede Leistungsanforderung<br />
der verschiedenen eFahrzeuge zur Verfügung gestellt werden.<br />
Diese Kombination von erneuerbaren Ressourcen und<br />
einem intelligenten Speichersystem ermöglicht das schnelle<br />
Laden von gleichzeitig bis zu sechs Fahrzeugen und das<br />
Einspeisen überschüssig erzeugter Energie in die Batterie<br />
CellCube. Nicht zuletzt ist es eine Alternative, um den steigenden<br />
Energiepreisen auszuweichen.<br />
Die eTankstelle kann rund um die Uhr angefahren werden.<br />
Per RFID-Karte werden die benötigten Stromstärken und<br />
-kapazitäten übermittelt. Auf einem großen Display sind<br />
während des Ladevorgangs die regenerativen Quellen der<br />
Stromgewinnung, die eingesparten CO2-Emissionen und die<br />
Ladezeit sichtbar. Letztere ist durch eine Leistung von bis zu<br />
22 kW im Gegensatz zu Steckdosen wesentlich kürzer. Innerhalb<br />
einer Stunde können durch diese Schnellladung bis zu<br />
drei Vectrix Scooter fast zur Hälfte aufgeladen werden. Insgesamt<br />
können drei Elektrofahrzeuge gleichzeitig mit einer<br />
bis zu sechsfach so hohen Ladeleistung wie mit einer normalen<br />
Steckdose aufgeladen werden. Dabei kann die eTankstelle<br />
an alle ladetechnischen Anforderungen der Fahrzeuge<br />
angepasst werden.<br />
Der Strom kommt dabei unter anderem von dem einachsigen<br />
Solarnachführsystem SunCarrier, beispielsweise dem<br />
SunCarrier 22 oder SunCarrier 260. Bei dieser unternehmenseigenen<br />
Produktreihe folgen die Modulflächen, die je<br />
nach Modell zwischen 22 bis 287 m 2 groß sind, dem Lauf der<br />
Sonne und richten sich über die vertikale Achse permanent<br />
nach dem aktuellen Sonnenstand aus. So kann ein Mehrertrag<br />
von bis zu 40% im Gegensatz zu starren Systemen<br />
erwirtschaftet werden. Entwickelt wurde diese Technologie<br />
ursprünglich für Solarparks, ein zweites Kerngeschäft des<br />
Würzburger Unternehmens, das weltweit schon über 3.200<br />
SunCarrier installiert hat.<br />
Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und weder von der<br />
Tageszeit noch von nur einer Ressource abhängig zu sein,<br />
wird die eTankstelle auch durch den WindCarrier versorgt.<br />
Die Besonderheit dieser neuen Generation einer Kleinwindanlage<br />
ist die vertikale Lagerung der Windachse, die somit<br />
unabhängig von der Windrichtung ist. Ab Windgeschwindigkeiten<br />
von 3 m/s erfolgt eine stetige Energiegewinnung - der<br />
Vorteil: die Konstruktion ist getriebelos und somit sehr geräuscharm.<br />
Das Herzstück der eTankstelle ist die Speicherlösung CellCube<br />
10-100. Auf Basis einer Vanadium RedoxFlow-Großbatterie<br />
wird eine unterbrechungsfreie Energieversorgung sichergestellt<br />
- unabhängig von wetterbedingten Schwankungen,<br />
Temperaturen und Tageslängen. Mit einer nominalen Leistung<br />
von 10 kW wird bis zu 100 kWh Speicherkapazität erreicht,<br />
die zu 100% entladen werden kann. Möglich ist dies<br />
durch einen elektrochemischen Energiespeicher mit dem<br />
flüssigen Vanadium Elektrolyt als Energieträger. Aus zwei<br />
Tanks werden jeweils negativ und positiv geladene Elektrolyte<br />
durch elektrochemische Zellen gepumpt und dabei bebzw.<br />
entladen. Das Verfahren kann in unbegrenzten Zyklen<br />
durchgeführt werden, die Lebensdauer der Batterie ist daher<br />
zeitlich fast nicht beschränkt. Der Betrieb wird von über<br />
30 Sensoren mit 160 Batterieparametern erfasst, die durch<br />
ein Monitoringtool ständig aktualisiert und online abgefragt<br />
werden können. Neben den eFahrzeugen versorgt der<br />
CellCube auch die Beleuchtung und die gesamte Elektronik<br />
der eTankstelle mit Strom, wobei weitere Verbraucher problemlos<br />
angeschlossen werden können. Mittlerweile hat die<br />
GILDEMEISTER-Tochter ihr Batterieprogramm erweitert und<br />
will Mitte des Jahres mit der CellCube-Produktfamilie Ladeleistungen<br />
für eTankstellen mit bis zu 100 kW anbieten.<br />
Die eTankstelle, ein CellCube 10-100 sowie zwei SunCarrier<br />
260, die eine Leistung von je bis zu 48.000 Wp erzeugen,<br />
können im GILDEMEISTER energy solutions Park in Bielefeld<br />
vor der Zentrale des GILDEMEISTER Konzerns besichtigt<br />
werden. Gerne heißen wir Sie nach vorheriger Anmeldung<br />
willkommen.<br />
GILDEMEISTER energy solutions<br />
info@gildemeister.com<br />
www.gildemeister.com<br />
42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43
Status QUo der Elektromobilität - Dipl.-Ing. Andreas Senger<br />
Status QUo der Elektromobilität - Dipl.-Ing. Andreas Senger<br />
Normgerecht und sicher<br />
Strom tanken<br />
Flexibel einsetzbare Ladekontrolle für Elektrofahrzeuge<br />
Der Smart ed von Phoenix Contact wird an der Ladestation auf dem Unternehmensparkplatz aufgeladen<br />
Das Thema Elektromobilität wird derzeit in den meisten Industrienationen<br />
diskutiert. Batterieleistung und erzielbare<br />
Reichweite stehen dabei im Vordergrund. Um das ambitionierte<br />
Ziel der deutschen Politik - eine Million elektrisch<br />
betriebene Autos im Jahr 2020 - zu erreichen, kommt auch<br />
der Verfügbarkeit geeigneter Strom-Tankstellen mit entsprechenden<br />
Ladestationen eine große Bedeutung zu.<br />
Ladestationen für Elektrofahrzeuge können in verschiedenen<br />
Bereichen installiert werden. Im privaten Umfeld befinden<br />
sie sich meist in einem einfachen Wandschrank, der so<br />
genannten Wall-Box. Bieten Unternehmen den Mitarbeitern<br />
die Möglichkeit zum Laden ihrer Elektrofahrzeuge, müssen<br />
sie ihre Parkplätze mit Ladestationen ausstatten, wobei<br />
ein zentrales Steuerungssystem die Überwachung der Infrastruktur<br />
übernehmen kann. Die als Satelliten-System bezeichnete<br />
Infrastruktur eignet sich auch für Parkplätze mit<br />
viel Publikumsverkehr. Ladestationen sollten außerdem<br />
im öffentlichen Bereich aufgebaut werden, wo sich private<br />
Elektrofahrzeuge frei zugänglich über unterschiedlich ausgeprägte<br />
Bezahlsysteme betanken lassen.<br />
IEC 61851-1 beschreibt Rahmenbedingungen<br />
Jedes der beschriebenen Beispiele stellt andere Anforderungen<br />
an die Ausführung der Ladeinfrastruktur und Installation<br />
sowie den Aufbau der Ladestation. Die Betankung der<br />
Elektrofahrzeuge mit einer dreiphasigen Wechselspannung<br />
erweist sich angesichts der seitens der Stromversorgungs-<br />
Unternehmen vorhandenen Infrastruktur sowie der von den<br />
Nutzern geforderten kurzen Ladezeit als annehmbarer Kompromiss.<br />
In der Norm IEC 61851-1 werden die grundsätzlichen<br />
Rahmenbedingungen an die Ladung von Elektrofahrzeugen<br />
definiert. Teil 22 geht darüber hinaus auf die Anforderungen<br />
an Ladestationen mit ein- oder dreiphasigen Wechselströmen<br />
ein. Ladeströme dürfen dabei bis zu 80 A betragen. Für<br />
Installationen, die permanent mit dem Wechselstromnetz<br />
verbunden sind, legt die Norm ferner die Betriebsmodi 1 bis<br />
4 fest. Mode 3 fordert die feste Verbindung mit dem Wechselstromnetz<br />
und eine in die Ladestation integrierte Kontrollfunktion<br />
durch den Control-Pilot (CP). Zudem wird die<br />
Verwendung des Proximity-Plug (PP) detailliert erläutert.<br />
Dazu sind im zugehörigen Ladestecker zusätzliche Kontakte<br />
vorgesehen.<br />
Aufgabe des Proximity-Plugs ist es festzustellen, ob sich ein<br />
Stecker in der Ladestation befindet. Über einen Widerstand<br />
zwischen dem PP-Kontakt und der Schutzerde wird darüber<br />
hinaus die mögliche Stromtragfähigkeit des Kabels ermittelt.<br />
Diese Information lässt sich von der Überwachungseinheit<br />
nutzen, um dem Fahrzeug mitzuteilen, welcher Strom maximal<br />
aus dem Netz entnommen werden kann. Ferner können<br />
so unterdimensionierte Kabel abgewiesen und der Ladevorgang<br />
ausgesetzt werden.<br />
Der Control-Pilot (CP) überwacht, ob die Schutzerde angeschlossen<br />
ist und bei einem Erdschluss somit eine Strom<br />
führende Leitung für den sicheren Betrieb sorgt. Weitere Aufgabe<br />
des Control-Pilots ist die Kontrolle des Ladevorgangs.<br />
Hier wird zwischen den Ladestati A bis F unterschieden. Eine<br />
von der Überwachungseinheit eingespeiste CP-Spannung<br />
und ein beim Verbindungsaufbau zwischen Fahrzeug und<br />
Ladestation aufgeschaltetes Rechtecksignal von 1 kHz mit<br />
einer Pulsweiten-Modulation dienen dem Informationsaustausch<br />
zwischen Fahrzeug und Ladestation.<br />
Spannungshöhe gibt Auskunft über den Ladestatus<br />
Eine Widerstandskombination im Fahrzeug und der Überwachungseinheit<br />
führt zu einer bestimmten Spannungshöhe,<br />
die Auskunft über den jeweiligen Status gibt. Im ersten<br />
Schritt wird über einen zugeschalteten Widerstand informiert,<br />
ob das Fahrzeug per Ladekabel angekoppelt worden<br />
ist. Die dabei in der Spannungsmessung der Überwachungseinheit<br />
erfasste Gleichspannung in der Kommunikation<br />
sinkt von 12 V auf 9 V (Status B). Auf diese Weise erkennt<br />
das System, dass das Ladekabel korrekt angeschlossen ist.<br />
Steht diese Information zur Verfügung, wird auf das pulsweitenmodulierte<br />
Signal (±12 V) umgeschaltet. Die Impulsweite<br />
(Puls/Pausenverhältnis) gibt an, mit welchem Ladestrom<br />
aus der Ladestation getankt werden kann. Der Laderegler<br />
des angebundenen Fahrzeugs interpretiert die Informationen<br />
und stellt sich entsprechend darauf ein.<br />
Soll der Ladevorgang gestartet werden, wird im Laderegler<br />
des Fahrzeugs ein Schalter betätigt, der einen weiteren Widerstand<br />
parallel zuschaltet. Abhängig vom neuen Widerstandswert<br />
ändert sich die Spannung im System auf +3 V/<br />
-12 V beziehungsweise +6 V/-12 V - je nachdem, ob für den<br />
Ladevorgang eine Ventilation des Ladebereichs notwendig<br />
ist oder nicht. Mit dieser Information wird das Schütz in der<br />
Ladestation geschaltet und der Ladevorgang eingeleitet.<br />
Die IEC 61851-1 verlangt für den Stecker eines mobilen Ladekabels<br />
eine Breaking Capacity. Diese Anforderung lässt<br />
sich am einfachsten durch die Verriegelung des Steckers<br />
in der Ladestation erfüllen. So ist sichergestellt, dass das<br />
Kabel während des laufenden Ladevorgangs nicht von der<br />
Ladestation abgezogen werden kann. Bei frei zugänglichen<br />
Ladestationen im öffentlichen Bereich kann zudem eine<br />
Schutzklappe verschlossen werden, die vor möglicher Verschmutzung<br />
oder Vandalismus schützt.<br />
Überwachungsgerät macht Steuerung überflüssig<br />
Phoenix Contact ist bereits seit einiger Zeit im Bereich<br />
Elektromobilität tätig. Beispielsweise werden Ladestecker<br />
angeboten, die den unterschiedlichen Normen entsprechen.<br />
In Kombination mit anderen Komponenten finden sich die<br />
Ladestecker auch in der Infrastruktur für die unternehmenseigenen<br />
Elektrofahrzeuge. Neu im Programm ist der EV Charge<br />
Control. Hierbei handelt es sich um ein Überwachungsgerät,<br />
das den Ladevorgang gemäß IEC 61851-1 im Mode<br />
3 kontrolliert. Der EV Charge Control umfasst neben dem<br />
Control-Pilot und Proximity-Plug erweiterte Funktionen wie<br />
die Verriegelung des Steckers in der Ladestation bei nicht<br />
fest montierten mobilen Ladekabeln.<br />
Da die benötigten Steuerungsfunktionen in einem Gerät<br />
vereint sind, erfordert die Ladestation keine weitere Steuerung.<br />
Die Konfiguration des EV Charge Controls wird über<br />
die DIP-Schalter-Einstellung auf der Frontseite des Gehäuses<br />
vorgenommen. Zehn verschiedene DIP-Schalter setzen<br />
die unterschiedlichen Anwendungsfälle um - von der simplen<br />
Wall-Box bis zur komplexen Installation einzelner oder<br />
vernetzter Ladestationen. Der maximal zulässige Strom lässt<br />
sich über einen Drehschalter in einem Bereich von 5 bis 80<br />
A einstellen. Zusätzliche digitale Eingänge ermöglichen den<br />
Einsatz in verschiedenen Applikationen.<br />
Webserver ermöglicht die Fernabfrage des Systemstatus<br />
Bei Nutzung von mobilen Ladekabeln ist es wichtig, dass sie<br />
beim Ladevorgang nicht überlastet werden. Darüber hinaus<br />
kommt der Verriegelung des Steckers in der Ladestation<br />
eine große Bedeutung zu. Zu diesem Zweck werden in der<br />
Regel zwei verschiedene Verriegelungs-Aktoren verwendet,<br />
die unterschiedlich anzusteuern sind. Beim Hubmagneten<br />
ist das Ansteuersignal dauerhaft zur Verfügung zu stellen,<br />
wohingegen bei Gleichstromantrieben ein Impuls ausreicht.<br />
Das ist ohne Einsatz zusätzlicher Wendelast-Relais mit der<br />
EV Charge Control möglich.<br />
Über den in die EV Charge Control integrierten Webserver<br />
kann der Betreiber den aktuellen Status des Systems<br />
abfragen. Bei sicherheitsrelevanten Einstellungen hat die<br />
Hardware auf jeden Fall den Vorrang. So lässt sich zwar die<br />
mögliche Stromhöhe über den Webserver vorgeben, der<br />
durch die Widerstands-Codierung des Steckers definierte<br />
und über den Drehschalter zusätzlich eingestellte niedrigere<br />
Wert kann aber nicht überschritten werden. Wird in der Ladestation<br />
selbst oder bei Satelliten-Systemen eine zentrale<br />
Steuerung genutzt, können bei Verwendung des EV Charge<br />
Control über die Modbus-TCP-Schnittstelle Einstellungen<br />
durchgeführt werden. Die vorhandenen digitalen Ein- und<br />
Ausgänge bieten der Steuerung die Möglichkeit, den Ladevorgang<br />
entsprechend dem Programm freizugeben und zu<br />
überwachen.<br />
Fazit<br />
Aufgrund der vielfältigen Konfigurations- und Zugriffsmöglichkeiten<br />
lässt sich der EV Charge Control in den unterschiedlichen<br />
Lade-Szenarien für Elektrofahrzeuge einsetzen.<br />
Das Überwachungsgerät erweist sich somit als optimaler<br />
Standardbaustein für die flexible Nutzung in Ladestationen.<br />
Dipl.-Ing. Andreas Senger // Produktmanager Monitoring<br />
Phoenix Contact Electronics GmbH<br />
www.phoenixcontact.de<br />
44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45
Status QUo der Elektromobilität - Julian Krenge & Christian Maasem<br />
Status QUo der Elektromobilität - Julian Krenge & Christian Maasem<br />
Moderne Anwendungsfälle<br />
für moderne IKT<br />
Forschungsprojekt O(SC) 2 ar entwickelt eine vielseitige Infrastruktur für eFahrzeuge<br />
Das Elektrofahrzeug der Zukunft interagiert aktiv mit seiner<br />
Umwelt. Dies wird zum einen durch Informations- und<br />
Kommunikationstechnologie (IKT) unterstützt, also beispielsweise<br />
durch Benutzerschnittstellen mit dem Fahrer,<br />
zum anderen aber auch erst durch IKT ermöglicht, wenn man<br />
zum Beispiel die Kommunikation mit Servicetechnikern über<br />
internet-basierte Dienste betrachtet. Daraus ergeben sich<br />
völlig neue Anforderungen und Schnittstellen aus fahrzeugtechnischer<br />
und anwendungsspezifischer Sicht, die ein von<br />
Grund auf neues Konzept für den Einsatz von IKT in Elektrofahrzeugen<br />
erfordert.<br />
Benutzer von Elektrofahrzeugen werden in Zukunft eine<br />
ähnliche Servicedichte wie in anderen Bereichen erwarten<br />
und die IKT in Fahrzeugen mit der ihrer Smartphones oder<br />
Home Entertainment-Lösungen vergleichen. Der Individualisierung<br />
des eigenen Produkterlebnisses wird dabei ein hoher<br />
Stellenwert beigemessen und erfordert die Möglichkeit,<br />
Funktionen und Dienste des Elektrofahrzeugs an die eigenen<br />
Bedürfnisse anpassen zu können.<br />
Hieraus ergibt sich nicht nur eine Anforderung an die entstehende<br />
Branche der Elektromobilität, sondern auch eine ihrer<br />
größten Chancen. Die speziellen Begebenheiten von Elektrofahrzeugen<br />
erfordern eine hohe informationstechnische Unterstützung,<br />
wodurch sie auch zwangsläufig viele Informationen<br />
und Informationsdienste zur Verfügung stellen.<br />
Anwendungsfälle im Forschungsprojekt O(SC) 2 ar<br />
Das Forschungsprojekt O(SC) 2 ar setzt sich in diesem Kontext<br />
zum Ziel, eine gleichzeitig modulare, skalierbare und offene,<br />
aber auch robuste und sichere IKT-Architektur inklusive deren<br />
Infrastruktur und Anbindung an eine Service-Cloud zu<br />
entwerfen. Zu diesem Zweck wird eine Plattform entwickelt,<br />
auf der sowohl zentrale Fahrzeug- als auch zahlreiche innovative<br />
Mehrwertfunktionen durch lokale Softwareanteile<br />
und angebundene externe Services realisiert bzw. umgesetzt<br />
werden können. Eine Integration neuer Funktionalitäten<br />
nach Auslieferung des Fahrzeugs wird hierbei explizit berücksichtigt.<br />
Die Anforderungen der Infrastruktur und Plattform sollen<br />
sich dabei direkt und erkennbar aus der Praxis ableiten. Zu<br />
diesem Zweck werden Anwendungsfälle für moderne IKT in<br />
Elektrofahrzeugen entwickelt, die handelnde Akteure und<br />
Systeme sowie von der technischen Umsetzung abstrahierte<br />
Szenarien beschreiben. Die erforderliche thematische Breite<br />
ist über den Einsatz von Methoden der Open Innovation und<br />
die Durchführung von Workshops mit etablierten Vertretern<br />
verschiedener Anwendungsbranchen gegeben.<br />
Erster Anwendungsfall: CarSharing<br />
CarSharing ist ein modernes Mobilitätskonzept, das sich vor<br />
allem in letzter Zeit steigender Beliebtheit erfreut. Neben<br />
Angeboten von Automobilkonzernen, die sich so neue Ver-<br />
triebs- und Nutzungswege ihrer Produkte erschließen wollen,<br />
sind auch viele Dienstleister auf dem Markt vertreten,<br />
die CarSharing-Flotten betreiben oder privates CarSharing<br />
ermöglichen.<br />
Das Nutzungsverhalten von CarSharing-Fahrzeugen ist laut<br />
Brancheninformationen durchaus mit den Limitierungen der<br />
Elektromobilität kompatibel, da ca. 70% der Fahrten unter 4h<br />
dauern und kürzer als 25km sind. Solche Fahrten treten in der<br />
Regel zwei Mal pro Tag auf, was mit der Akkukapazität aktueller<br />
Fahrzeuge harmoniert. Nichtsdestotrotz stehen dem<br />
Weg der Integration von Elektrofahrzeugen in CarSharing-<br />
Flotten weiterhin bestimmte Hindernisse entgegen. Um eine<br />
maximale Verfügbarkeit und Auslastung zu erreichen, sollten<br />
die Fahrzeuge im unbenutzten Zustand möglichst mit der<br />
Ladesäule verbunden sein. Dies stellt in Abhängigkeit von<br />
den Wetterbedingungen zusätzliche Unannehmlichkeiten<br />
für die Benutzer dar und kann den Ausleihprozess komplizierter<br />
und damit weniger zugänglich gestalten.<br />
Die in Elektrofahrzeugen immanente IKT birgt jedoch auch<br />
Potenziale für CarSharing-Nutzer. Aus Kundensicht stellt<br />
die Personalisierung der verschiedenen Fahrzeugsysteme<br />
einen naheliegenden Mehrwert dar. Das Fahrzeug kann an<br />
das hinterlegte Profil des Fahrers angepasst werden, so dass<br />
beispielsweise die Einstellungen der Klimaanlage und Sitzposition,<br />
letzte Ziele des Navigationssystems oder präferierte<br />
Radiostationen zum Fahrtantritt voreingestellt werden.<br />
Weiterhin können Fahrzeugrück- oder Schadensmeldungen<br />
über moderne IKT einfach und schnell abgewickelt werden.<br />
Mittels geeigneter IKT-Lösungen können auch völlig neue Anwendungsbereiche<br />
erschlossen werden. Einerseits kann der<br />
multimodale Personenverkehr unterstützt werden, indem<br />
der Fahrer direkt über aktuelle Fahrpläne des Öffentlichen<br />
Nahverkehrs informiert wird. Zum anderen bietet sich dem<br />
CarSharing-Anbieter die Möglichkeit, direkt mit dem Kunden<br />
zu kommunizieren und ihn so über aktuelle Angebote etc. zu<br />
informieren.<br />
Nutzer<br />
Smartphones<br />
Stromnetz<br />
Schnittstellen<br />
Zweiter Anwendungsfall: Flottenbetrieb<br />
Nicht nur Logistikunternehmen, sondern vor allem auch Anbieter<br />
von Serviceleistungen unterhalten in der Regel eine<br />
große Fahrzeugflotte. Um eine hohe Qualität des eigenen<br />
Kundenservices sicherzustellen, muss die Mobilität der eigenen<br />
Mitarbeiter stets gewährleistet sein. Da viele Dienstleister<br />
regional fokussiert sind, bieten Elektrofahrzeuge hier eine<br />
gangbare Alternative zu herkömmlichen Verkehrsmitteln.<br />
Die Verwaltung einer solchen Flotte ist an rechtliche Rahmenbedingungen<br />
gekoppelt, die beispielsweise Servicemitarbeiter<br />
bzw. Betreiber dazu verpflichten, ein Fahrtenbuch zu führen<br />
und nachzuhalten. Da dies in der Regel von Hand erfolgt,<br />
könnte die IKT in Elektrofahrzeugen durch automatische Aufzeichnung<br />
der Fahrten einen Vorteil bieten. Völlig neue Anwendungen<br />
ergeben sich durch Echtzeitinformationen über<br />
den aktuellen Status der Serviceflotte, die u.a. Rückschlüsse<br />
auf den aktuellen Status der Serviceaufträge erlauben.<br />
Zusammenfassung und Ausblick<br />
Die IKT für Elektrofahrzeuge birgt nicht nur Potenziale für<br />
diese junge Branche, sondern kann auch als Chance für völlig<br />
neue Dienstleistungen verstanden werden. In einer zunehmend<br />
vernetzten Welt sollte auch des Deutschen liebstes<br />
Kind mit der Zeit gehen und einen Mehrwert über die reine<br />
Mobilität hinaus schaffen. Dafür bietet die IKT vor allem in<br />
Elektrofahrzeugen einen direkten Zugangspunkt zu einem<br />
neuen Markt, dessen Grundstein durch das Forschungsvorhaben<br />
O(SC) 2 ar gelegt wird.<br />
O(SC) 2 ar wird gefördert durch das Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Technologie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses<br />
des Deutschen Bundestages.<br />
Dipl.-Inform. Julian Krenge, MBA<br />
Dipl.-Phys. Christian Maasem<br />
FIR e.V. an der RWTH Aachen<br />
www.fir.rwth-aachen.de<br />
Statusinformationen<br />
Profile und Personalisierung<br />
Rückmeldungen<br />
Apps und Dienste<br />
Ladesäulen<br />
Abbildung 1: Forschungsbereich von O(SC) 2 ar sind die Schnittstellen für die verschiedenen Akteure und Systeme<br />
Fahrzeug<br />
3rd Party<br />
46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47
Status QUo der Elektromobilität - Kai Olaf Dammenhain & Marc STiller<br />
Status QUo der Elektromobilität - Kai Olaf Dammenhain & Marc STiller<br />
Chancen und Risiken des<br />
Technologiewandels<br />
»Eine etablierte Marktposition ist keine Garantie für einen<br />
erfolgreichen Technologiewandel.«<br />
Der Wandel zur Elektromobilität ist im vollem Gange. Längst<br />
werden erste Serienfahrzeuge ausgeliefert, Flotten getestet<br />
sowie Konzepte umgesetzt, die die Umstellung auf die Technologie<br />
vorantreiben. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer<br />
einer Umfrage, die im Rahmen der Befragten der Capgemini<br />
E-Mobility Studie durchgeführt wurde, sehen die Elektromobilität<br />
gar als Zukunft der Automobilbranche. Das Interessante<br />
daran ist, Technologietreiber sind eher die »Kleinen«,<br />
die »Neuen«, die Unbekannten.<br />
Nicht nur Technologie und Konzepte sind der Veränderung<br />
unterworfen, auch die etablierten Strukturen der Automobilbranche,<br />
des gesamten Wertschöpfungsnetzwerkes wandeln<br />
sich. Neue Partnerschaften werden gegründet, um sich<br />
den Herausforderungen zu stellen und vormals unbeteiligte<br />
Unternehmen erhalten Eintritt in den Markt. Neuartige Ladekonzepte<br />
werden mitunter von Netzbetreibern entwickelt<br />
und in den Forschungsabteilungen von Chemieunternehmen<br />
entstehen neue Batterien. Heutige Marktführer sind<br />
gezwungen, mit neuen Playern zu konkurrieren und in vielen<br />
Bereichen umzudenken oder von Neuem zu beginnen.<br />
Diese Situation lässt sich durchaus mit vergangenen Technologiewandeln<br />
ähnlichen Ausmaßes vergleichen, so die Ausgangslage<br />
für die Capgemini E-Mobility Studie. So wurden<br />
vor 125 Jahren die Kutschenhersteller mit der Erfindung des<br />
Verbrennungsmotors konfrontiert. Keines der ehemaligen<br />
Kutschenunternehmen wurde ein erfolgreiches Automobilunternehmen,<br />
der Umstieg scheiterte meistens schon in den<br />
Anfängen. Keines kam auf die Idee, den Motor von Gottlieb<br />
Daimler in die eigene Kutsche einzubauen.<br />
Analysen von ähnlichen Technologiewechseln in der Schreibmaschinen-,<br />
Lokomotiven- oder der Mobiltelefonindustrie<br />
zeigten ähnliche Ergebnisse. Auch heute ist dieses Phänomen<br />
zu beobachten. Der ehemalige Marktführer für analoge<br />
Kamerafilme, Kodak, meldete vor Kurzem Insolvenz an und<br />
reiht sich somit in die Liste derer ein, denen Technologiewechsel<br />
zum Verhängnis wurden. Die Studie von Capgemini<br />
zeigt, dass all diese Branchen und deren Unternehmen ein gemeinsames<br />
Fehlermuster aufweisen. Vor allem fehlt der Wille<br />
zu radikalen Änderungen, die nicht nur die Produktion und<br />
Produkte betreffen, sondern auch das Unternehmen selbst.<br />
Die Abhängigkeit von alten Technologien und der fehlende<br />
Glaube an neue Entwicklungen lähmten die Innovationskraft,<br />
ließen Partnerschaften fehlschlagen, verhinderten den<br />
rechtzeitigen Blick für sich anbahnende Technologiewandel<br />
und trübten das Verständnis des wahren Nutzens der neuen<br />
Technologie. Spät begann eine kostspielige Aufholjagd,<br />
die meist in den falschen Produkten endete und den Kunden<br />
nicht überzeugen konnte.<br />
Die Untersuchungen zeigen, dass eine etablierte Marktposition<br />
keine Garantie für einen erfolgreichen Technologiewandel<br />
ist. Vielmehr behindert sie die Umstellung auf<br />
neue Technologien und trübt den Blick auf das Wesen der<br />
neuen Technik. Zu empfehlen ist daher, in eine Forschung<br />
& Entwicklung zu investieren, die unabhängig von Unternehmensstrategie<br />
und -struktur ist, und die bestenfalls in<br />
abgetrennten Organisationen nach neuen Produkten und<br />
Geschäftsmodellen sucht. Auch die Identitätsfrage spielt<br />
eine große Rolle während eines Technologiewandels. Welche<br />
Position nimmt das Unternehmen im neuen Markt ein?<br />
Welche Kompetenzen kann es transferieren und einsetzen,<br />
um wettbewerbsfähig zu bleiben? Dies impliziert ebenso die<br />
Abtrennung von Kompetenzen, die nicht mehr relevant sind.<br />
Auch Offenheit gegenüber Partnerschaften und die richtige<br />
Partnerwahl entscheiden über einen erfolgreichen Übergang,<br />
wobei Kooperationen den Wissensaufbau erleichtern<br />
und beschleunigen. Der Wille, sich zu integrieren und ebenbürtige<br />
Partnerschaften zu akzeptieren, hilft, nicht die Relevanz<br />
für den Markt zu verlieren. Viele Automobilhersteller<br />
sind dafür anfällig, da Ihnen offene Partnerschaften in den<br />
Kernbereichen fremd sind.<br />
Nicht zuletzt entscheidet der Kunde darüber, ob ein Produkt<br />
am Markt angenommen wird. Daher ist es ebenso wichtig,<br />
ob der wahre Nutzen der neuen Technologie erkannt und<br />
auch durch die eigenen Entwicklungen unterstützt wird. Das<br />
erhöht die Akzeptanz des Kunden und eine Umstellung auf<br />
die neuen Produkte wird wahrscheinlicher. Viele aktuelle<br />
Beispiele aus der Unterhaltungsindustrie zeigen, dass nicht<br />
Technologie die Kunden überzeugt, sondern deren einfache<br />
Nutzung.<br />
Niemand sah vor 125 Jahren die Zukunft der Fortbewegung<br />
im Automobil, dies sollte mehreren Weltmarktführern zum<br />
Verhängnis werden. »Als würde plötzlich ein Ufo landen«,<br />
beschreibt Angela Elis in ihrer Biographie von Bertha Benz<br />
die Reaktion auf die erste Fahrt des Autos von Carl Benz.<br />
Schon Henry Ford erkannte den Trugschluss vieler Kutschenhersteller:<br />
»Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie<br />
wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.« Ebenso wenig<br />
geht es in der Elektromobilität um ein besseres Auto, sondern<br />
vielmehr um Mobilität. Das Auto selbst verliert an Relevanz.<br />
• Bereitstellung Infrastuktur<br />
und Netzbetrieb<br />
• Bindeglied zwischen<br />
den Marktteilnehmern<br />
AUTOMOBIL-<br />
HERSTELLER<br />
OEM<br />
• Hersteller und Vertrieb<br />
von Fahrzeugen<br />
• Serviceleistungen rund<br />
um das Fahrzeug<br />
<strong>NEUE</strong><br />
PLAYER<br />
Kai Olaf Dammenhain // Marc Stiller<br />
Capgemini<br />
www.de.capgemini.com<br />
Wir verstehen eMobilität als Wechsel zu einem neuen Netzwerk das etablierte und neue Player miteinander verbindet<br />
Zulieferer<br />
• Fertigung von Komponenten<br />
und Bauteilen für<br />
die Automobilindustrie<br />
Elektrofahrzeug<br />
• Plug-in-Hybrid oder<br />
reines Elektroauto<br />
• Schnittstelle zwischen<br />
Netz und Benutzer<br />
IT-Dienstleister<br />
• Bereitstellung von<br />
Software, Datenmanagement<br />
und Plattformen<br />
E-Mobility Techn.-Lieferant<br />
• Entwicklung / Produktion von<br />
E-Mobility-Technologie, z. B.<br />
Batterie oder Motor<br />
E-Mobility-Dienstleister<br />
• Bereitstellung von<br />
E-Mobility Services<br />
• Betrieb eines eigenen<br />
Mobilitätskonzepts<br />
Öffentlicher Sektor<br />
• Öffentliche eMobility-<br />
Projekte, wie z.B. Ökosteuern<br />
oder Smart Citys<br />
REGIERUNG<br />
Energieversorger<br />
• Stromerzeugung<br />
• Speicherung von<br />
Energie im Stromnetz<br />
Netzbetreiber<br />
Charging/Changing<br />
• Laden der Batterie<br />
• Verbindet Stromversorgung<br />
mit dem eAuto<br />
• bietet Batterietausch<br />
48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Georg A. Teichmann<br />
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Georg A. teichmann<br />
Elektromobilität - Normen<br />
bringen die Zukunft in Fahrt<br />
»Es ist wichtig, dass herstellerübergreifend<br />
Normen entwickelt werden, die es<br />
den Rettern bei einem Unfall ermöglichen,<br />
die Opfer gefahrlos zu bergen.«<br />
Normen und Standards flankieren die Marktentwicklung<br />
Im Rahmen der Studie wurden sechs kritische Faktoren für die Entwicklung der Elektromobilität identifiziert und entsprechender<br />
Normungsbedarf abgeleitet.<br />
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland<br />
zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu entwickeln.<br />
Im Rahmen dessen wurden besonders relevante<br />
Themenbereiche definiert, die in den Arbeitsgruppen der<br />
Nationalen Plattform Elektromobilität bearbeitet werden.<br />
Ein Kernthema ist der Bereich »Normung, Standardisierung<br />
und Zertifizierung«. Um Normen zielgerichtet für die Elektromobilität<br />
definieren zu können, ist neben dem technologischen<br />
Angebot die Akzeptanz der Nutzer ein wesentlicher<br />
Erfolgsfaktor.<br />
Im Rahmen der vom DIN herausgegebenen Studie »Elektromobilität<br />
- Normen bringen die Zukunft in Fahrt« - wurden<br />
sechs kritische Faktoren für die Entwicklung der Elektromobilität<br />
identifiziert und entsprechender Normungsbedarf<br />
abgeleitet. Kosten, Reichweite, Ladeinfrastruktur, Umwelt,<br />
Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie Komfort sind die Faktoren,<br />
die eine Barriere für die Marktdurchdringung von Elektromobilität<br />
darstellen. Die Mehrzahl der Nutzer wird auch<br />
zukünftig vor allem bei den Kosten nicht bereit sein, einen<br />
wesentlichen Aufschlag auf den Kaufpreis gegenüber einem<br />
vergleichbaren Verbrennungsfahrzeug zu akzeptieren.<br />
Die Reichweitenangst kann einem Großteil der Nutzer genommen<br />
werden. Zum Beispiel durch das Angebot von Hybridkonzepten,<br />
dem punktuellen und intelligenten Aufbau<br />
einer Ladeinfrastruktur und geeigneten Geschäftsmodellen<br />
(u.a. kombinierte Modelle konventioneller und alternativer<br />
Mobilitätsangebote, Mobilitätskarte). Viele Nutzer sehen<br />
den Vorteil von Elektrofahrzeugen gegenüber konventionellen<br />
Fahrzeugen in der »grünen« Mobilität. Auch wenn dieser<br />
Faktor für das Image der Elektromobilität große Bedeutung<br />
hat, besitzt er nur begrenztes Potenzial, um die aus Reichweite<br />
und Kosten resultierenden Nachteile aufzuheben.<br />
Die Studie definiert folgende Zielgruppen: Technikbegeisterte,<br />
Umwelt-, Kosten- und Sicherheitsbewusste sowie Konservative.<br />
Jede Zielgruppe stellt themenbezogen unterschiedliche<br />
Anforderungen an die Elektromobilität. Generell gilt:<br />
Je offener die Nutzer gegenüber neuen Technologien sind,<br />
desto eher werden sie bereit sein, Nachteile zu akzeptieren.<br />
Obgleich der ökologische Aspekt eine hohe Bedeutung hat,<br />
gibt es in den ermittelten Zielgruppen unterschiedliche Meinungen<br />
über dessen Relevanz für die tatsächliche Entscheidung,<br />
auf Elektromobilität umzusteigen. Die Konservativen<br />
stehen der Elektromobilität kritisch gegenüber und werden<br />
ihr bisheriges Verhalten lange Zeit beibehalten. Demgegenüber<br />
ist die trendbewusste umweltbewusste Zielgruppe<br />
bereit, zugunsten des ökologischen Vorteils und der Öffentlichkeitswirksamkeit<br />
ihres Fahrzeuges ihr Verkehrsverhalten<br />
anzupassen. Die Interessen der anderen Gruppen variieren<br />
nach dem jeweiligen Schwerpunkt. Die häufigste Übereinstimmung<br />
in den Merkmalen der einzelnen Gruppen besteht<br />
in der eingeschränkten Akzeptanz von Kostenerhöhungen.<br />
Zudem identifiziert sie Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge<br />
sowie Sicherheit und Zuverlässigkeit als wichtige gruppenübergreifende<br />
Themen.<br />
Ein Basisszenario zeigt, dass bis auf die Konservativen<br />
alle Zielgruppen bis zum Jahr 2025 elektromobil werden<br />
können. In welchem Umfang die jeweiligen Zielgruppen<br />
einsteigen werden, hängt von anderen Faktoren wie den<br />
Fahrprofilen und dem Einkommen der einzelnen Nutzer ab.<br />
Ein zusätzlich entwickeltes Negativszenario zeigt, dass es<br />
Aspekte, wie beispielsweise Sicherheitsmängel oder Umweltbelastung<br />
gibt, die die Marktentwicklung unterbrechen<br />
bzw. verzögern.<br />
Bei der Entscheidung auf Elektromobilität umzusteigen, hat<br />
der Bereich Sicherheit heute noch eine geringe Bedeutung.<br />
Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Nutzer<br />
das gleiche Sicherheitsniveau wie bei konventionellen<br />
Fahrzeugen erwarten. Die Detailbetrachtung und die Szenarien<br />
zeigen jedoch, dass der Bereich Sicherheit künftig eine<br />
ganz entscheidende Rolle erhält. Unfälle und Verletzungen<br />
können die Nutzerakzeptanz und damit die Marktdurchdringung<br />
massiv negativ zu beeinflussen.<br />
Normen und Standards fördern die Technikkonvergenz,<br />
garantieren eine definierte Qualität und unterstützen den<br />
Wettbewerb. Sie schaffen Transparenz und erzeugen Vertrauen<br />
beim Nutzer. Daher dienen sie direkt und indirekt<br />
dazu, die Nutzerakzeptanz der Elektromobilität zu steigern<br />
und ermöglichen ein frühzeitiges Gegensteuern - beispielsweise<br />
bei sicherheitskritischen Themenfeldern. So werden<br />
die bewussten und unbewussten Erwartungen der Nutzer<br />
erfüllbar.<br />
In der Studie wird erstmals die Methode »Use-Cases« im<br />
Umfeld der Elektromobilität eingesetzt. »Use-Cases« geben<br />
neben der vorgenommenen Detailbetrachtung der kritischen<br />
Faktoren eine zusätzliche Perspektive auf den Normungsbedarf.<br />
Ein »Use-Case« beschreibt Vorgänge aus Sicht der beteiligten<br />
Akteure in ihren jeweiligen Rollen und abstrahiert<br />
technische Details. Dies ermöglicht die logische Abstraktion<br />
und Konkretisierung eines Vorgangs, je nach Zweck und Zielgruppe<br />
in unterschiedlich gewählter Granularität. Schnittstellen<br />
zu identifizieren und Normungsbedarf abzuleiten<br />
wurde auf diesem Weg in sehr übersichtlicher Form möglich.<br />
Dr. Georg A. Teichmann // PwC<br />
georg.teichmann@de.pwc.com<br />
www.pwc.de<br />
50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TECHNISCHE UNIVERSITÄT BRAUNSCHWEIG<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TECHNISCHE UNIVERSITÄT BRAUNSCHWEIG<br />
Integration von Hybridund<br />
Elektrofahrzeugen<br />
in die Produktion<br />
Kai Wittek, Christian Huth und Prof. Dr. Thomas S. Spengler<br />
Bei komplett neuen Fahrzeugarchitekturen, wie bei der Verwendung<br />
von Radnabenmotoren oder auch Karosserien aus<br />
kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), sind die Verbaureihenfolgen<br />
sowie der Umfang der Arbeitsschritte gegenüber<br />
den konventionellen Fahrzeugen typischerweise zu<br />
unterschiedlich, um effizient einen Mix aus ICE und nEV auf<br />
einer Linie zu produzieren. Es sind eigenständige Montagen<br />
zu errichten (4). Dies setzt voraus, dass die Nachfragemengen<br />
mittelfristig ein Niveau erreichen, welches eine reine<br />
Elektrofahrzeuglinie auslasten kann.<br />
Zur Verbesserung der Integration und der Zentralisierung<br />
auf HEV- und EV-Linien ist eine hohe Ähnlichkeit der Fahrzeuge<br />
aus Produktionssicht notwendig. Dies kann über die<br />
Nutzung gemeinsamer Plattformen bzw. Modulbaukästen<br />
der dort produzierten Fahrzeugmodelle sowie über einen<br />
einheitlichen Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Hochvoltsystems<br />
erreicht werden. Aus letzterem ergibt sich, ab wann<br />
die Fahrzeuge nicht mehr spannungsfrei sind und damit, ab<br />
Konventionelle ICE-Linie<br />
welchem Arbeitstakt besondere Sicherheitsvorkehrungen<br />
zu treffen sind. Dies beinhaltet auch die Schulung des dort<br />
eingesetzten Personals. Die Standardisierung aus Produktionssicht<br />
hat dabei einen signifikanten Einfluss auf die Effizienz<br />
der Prozesse in der Endmontage.<br />
Die erfolgreichen Beispiele der Produktion von konventionellen<br />
Fahrzeugen im Mix mit Hybrid- oder auch Elektrofahrzeugen<br />
auf einer Linie zeigen, dass sich viele Hybrid- und<br />
Elektrofahrzeuge in bestehende Strukturen integrieren lassen.<br />
Bei steigenden Volumina, wie auch bei neuen Fahrzeugarchitekturen,<br />
werden sich zukünftig auch eigenständige<br />
Linien etablieren.<br />
Kai Wittek<br />
Christian Huth<br />
Prof. Dr. Thomas S. Spengler<br />
Institut für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion<br />
Technische Universität Braunschweig<br />
www.tu-braunschweig.de/aip<br />
Die Einführung von Hybrid- (HEV) und Elektrofahrzeugen (EV)<br />
verändert nicht nur das Angebot am Markt, sondern hat auch<br />
Auswirkungen auf die Produktionsstrukturen der Automobilhersteller.<br />
Die Stückzahlen sind in der Einführungsphase<br />
gering und die zukünftigen Produktionsvolumina im Zeitablauf<br />
unklar. Die mit hohen Investitionen verbundene Errichtung<br />
neuer Endmontagelinien für HEVs und EVs in Größenordnungen,<br />
wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />
(ICE), ist daher noch nicht ökonomisch vorteilhaft. Hieraus<br />
folgt, dass die aufkommende Produktion von HEVs und EVs,<br />
die über Kleinserien hinausgeht, zunächst in bestehende Produktionsstrukturen<br />
zu integrieren ist. Die Möglichkeiten zur<br />
Integration aktueller Produktionsvolumina und die längerfristigen<br />
Entwicklungsmöglichkeiten bei steigenden Volumina<br />
werden im Folgenden dargestellt.<br />
Es sind drei grundlegende Fahrzeugkategorien mit spezifischen<br />
Eigenschaften für die Produktion zu unterscheiden:<br />
Erstens HEVs die auf konventionellen Fahrzeugen als Plattform<br />
beruhen und zu diesen aus Produktionssicht, trotz der<br />
Hybridisierung, nur einen geringen Unterschied aufweisen.<br />
Zweitens EVs, die ebenfalls auf konventionellen Fahrzeugarchitekturen<br />
beruhen und einen elektrifizierten anstatt eines<br />
konventionellen Antriebsstrangs besitzen. Sowie drittens<br />
EVs, die auf gänzlich neuen Fahrzeugarchitekturen (nEV<br />
- Zusatz »n« für neue Fahrzeugarchitektur) beruhen. Die<br />
drei Fahrzeugkategorien unterscheiden sich hinsichtlich der<br />
Möglichkeiten zur Integration in bestehende Strukturen.<br />
Aktuelle HEVs können in bestehende Linien integriert werden.<br />
Durch eine Auslagerung der durch die Hybridisierung<br />
anfallenden zusätzlichen Arbeitsinhalte in die Vormontage<br />
(1) bzw. in Nebentakte (2a), wird eine Beeinträchtigung der<br />
Hauptlinie reduziert sowie Taktzeitverluste minimiert. Darüber<br />
hinaus kann die Endmontagelinie verzweigt werden, um<br />
Störungen der Linie nach Einbau elektrischer Komponenten<br />
zu reduzieren (2b). Analog kann bei EVs verfahren werden,<br />
die auf der Fahrzeugarchitektur konventioneller Fahrzeuge<br />
beruhen (1, 2c, 2d). Die Integration in bestehende Linien auf<br />
Basis vorhandener Grundfahrzeuge wird die Einführungsphase<br />
dominieren und generiert Flexibilität, um auf die<br />
unsichere Marktnachfrage von HEVs und EVs reagieren zu<br />
können. Fahrzeuge mit konventionellem und Fahrzeuge mit<br />
elektrischem Antriebsstrang gleichen sich, bis auf die für die<br />
Elektrifizierung notwendigen Sondertakte, auf Mix-Linien<br />
gegenseitig aus, wenn sich die Marktanteile verschieben.<br />
Eine zukünftige Ausprägungsform beim Erreichen von signifikanten<br />
Produktionsvolumina ist die Zusammenfassung<br />
aller HEVs und EVs auf spezialisierten HEV- bzw. EV-Linien<br />
(3). Dies führt u.a. zu Vorteilen im Schulungsaufwand des<br />
Personals und zu logistischen Vorteilen in der Bereitstellung<br />
der aktuell als Gefahrgut zu handhabenden Batterien.<br />
Mix-Linie<br />
1<br />
3<br />
Parallel-Linie<br />
4<br />
Vormontage<br />
HEV-<br />
Komponenten<br />
EV-<br />
Komponenten<br />
für HEV und EV<br />
für nEV<br />
HEV<br />
2a<br />
2c<br />
Nebentakte für HEV<br />
HEV HEV<br />
Nebentakte für EV<br />
EV<br />
HEV<br />
EV - Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Plug-In Hybride<br />
HEV - Vollhybride und Mildhybride<br />
(PHEV) und Range Extender (REEV)<br />
nEV<br />
nEV - EV auf der Basis neuer Fahrzeugarchitekturen ICE - Fahrzeuge mit konventionellem<br />
Antriebsstrang<br />
Farbcodierung - Unterschiedliche Fahrzeugmodelle<br />
EV<br />
2b<br />
2d<br />
Verzweigung<br />
HEV HEV<br />
HEV<br />
Verzweigung<br />
EV HEV<br />
EV HEV EV EV<br />
nEV nEV nEV nEV nEV nEV nEV<br />
EV<br />
EV<br />
EV<br />
EV<br />
52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Ronald Große<br />
Status QUo der Elektromobilität - juwi & BEM-Kommentar<br />
Offener Brief von juwi an das Bundesministerium der Finanzen vom 21.02.2012<br />
Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
Gerechte Besteuerung<br />
von eFahrzeugen<br />
Dr. Ronald Große erklärt im Interview mit Juliane Girke, wie<br />
idealerweise mit eFahrzeugen, die als Dienstwagen eingesetzt<br />
werden, steuerrechtlich umgegangen werden sollte.<br />
juwi setzt bereits seit 2009 Elektrofahrzeuge im Unternehmensfuhrpark<br />
ein. Bis dato wurde die im Regierungsprogramm<br />
Elektromobilität geplante Novellierung der Besteuerung<br />
von privat genutzten Dienstwagen jedoch nicht<br />
umgesetzt. Wie wirkt sich das auf den Einsatz der Elektrofahrzeuge<br />
in Ihrem Fuhrpark aus?<br />
Durch Zusatzkosten, die aktuell juwi trägt. Wegen der ungerechten<br />
steuerlichen Regelung kompensiert das Unternehmen<br />
den Nutzern den höheren geldwerten Vorteil. Als<br />
Bezugswert verwenden wir den Bruttolistenpreis von vergleichbaren<br />
Verbrennern. So versteuern wir den Mitsubishi<br />
i-MiEV genauso wie einen Mitsubishi Colt, der ca. 17.000<br />
EUR günstiger ist.<br />
In einem Offenen Brief hat sich juwi im Februar an das<br />
Finanzministerium gewandt, um auf die Steuerproblematik<br />
aufmerksam zu machen. Welche Forderungen und Lösungsansätze<br />
beinhaltete der Brief?<br />
Um die gerechte Besteuerung von Elektrofahrzeugen voranzubringen,<br />
möchten wir mit dem Brief ein Signal setzen. Wir<br />
haben das Bundesfinanzministerium aufgefordert, unseren<br />
Lösungsansatz zur gerechten Versteuerung umzusetzen.<br />
Dieser wurde bereits ins Regierungsprogramm vom Mai 2011<br />
aufgenommen. Es gibt keinen Grund, weshalb dieser nach<br />
fast einem Jahr noch nicht verwirklicht worden ist. An vermeintlichen<br />
Steuerausfällen können diese Verzögerungen<br />
nicht liegen, denn diese Beträge gehen im Grundrauschen<br />
der durch die Unternehmen gezahlten Steuern unter.<br />
Der im März veröffentlichte Referentenentwurf des Finanzministeriums<br />
sieht für das Jahr 2013 vor, als Basis für die<br />
Besteuerung der Elektrofahrzeuge den Listenpreis abzüglich<br />
der Batteriekosten zu verwenden. Was halten Sie von<br />
diesem Entwurf?<br />
Den Batteriepreis herauszurechnen halte ich für umständlich.<br />
Der von uns gewählte Ansatz ist dagegen wesentlich<br />
unkomplizierter und in der Praxis erprobt.<br />
4. Der Bundesverband eMobilität setzt sich für eine zeitlich<br />
befristete Befreiung von der Dienstwagensteuer für Elektrofahrzeuge<br />
ein. Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag?<br />
Dies entspricht einem Vorschlag, den wir 2009 zum Start der<br />
Modellregionen in Berlin vorgestellt haben. F&E-Vorhaben<br />
fordern von eFahrzeugnutzern zusätzlichen Einsatz. Das beginnt<br />
bei der Planung von Freizeitaktivitäten und geht über<br />
die Teilnahme an Nutzerakzeptanzstudien bis hin zum regelmäßigen<br />
Ausfüllen von Mobilitäts-Tagebüchern. Ich mache<br />
dies seit drei Jahren und komme auf täglich 15 bis 30 Minuten<br />
zusätzliche Arbeitszeit. Ich bin dafür, dass man solche<br />
Fahrten als Dienstfahrten einstuft, denn sie bringen den Unternehmen<br />
neue Erkenntnisse.<br />
Elektrofahrzeugflotte von juwi<br />
Dr. Ronald Große<br />
Abteilungsleiter Elektromobilität<br />
juwi R & D Research & Development GmbH & Co. KG<br />
www.juwi.de<br />
[...]<br />
Die Bundesregierung hat im Mai 2010 einige Initiativen ergriffen,<br />
um auch im Mobilitätssektor den Klimaschutz voranzubringen.<br />
Leider müssen wir feststellen: Die Anreize reichen bei Weitem<br />
nicht aus, um Elektrofahrzeuge in größerer Stückzahl in<br />
Umlauf zu bringen!<br />
[...] Ein wesentliches Hindernis ist die fehlende steuerliche<br />
Gleichstellung von Elektrofahrzeugen als Dienstwagen gegenüber<br />
Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.<br />
[...]<br />
Zwar haben wir mittlerweile rund 20 Elektrofahrzeuge verschiedener<br />
Hersteller (Mitsubishi, Nissan, Tesla, Mercedes,<br />
Opel, etc.) im Fuhrpark, doch wir sind sicher: Es könnten wesentlich<br />
mehr sein!<br />
[...]<br />
Die Unternehmensleitung der juwi-Gruppe hat sich daher<br />
entschlossen, in Kürze eine Versteuerung des geldwerten<br />
Vorteils der als Dienstwagen eingesetzten Elektrofahrzeuge<br />
vorzunehmen, die dem Nutzwert eines vergleichbaren Fahrzeugs<br />
mit Verbrennungsmotor entspricht.<br />
[...]<br />
Wir sehen das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020<br />
rund eine Million Elektrofahrzeuge zu erreichen, durch die<br />
derzeitige Steuergesetzgebung ernsthaft gefährdet. Das<br />
können wir aus Gründen des Klimaschutzes nicht akzeptieren.<br />
Zumal der Vorschlag der Gleichstellung von Elektro- und<br />
Verbrennungsmotor-Fahrzeugen bereits im Mai 2011 ins Regierungsprogramm<br />
aufgenommen worden ist - doch bis heute<br />
fehlt die Umsetzung.<br />
Wir möchten Sie mit diesem Schreiben auch darauf hinweisen,<br />
dass wir diesen Sachverhalt zusammen mit Branchenverbänden<br />
und weiteren Unternehmen öffentlich machen<br />
werden.<br />
Gerne stellen wir Ihnen unser Modell in einem persönlichen<br />
Gespräch vor!<br />
Mit freundlichen Grüßen,<br />
Matthias Willenbacher // Vorstand CEO<br />
Alexandra Ernst // Geschäftsführung<br />
juwi R & D Research & Development GmbH & Co. KG<br />
0%-Regelung bei der Dienstwagenbesteuerung // BEM-Position<br />
Nicht durch große Reden werden wir den Verkehr zunehmend<br />
elektrifizieren, sondern durch konkrete Maßnahmen,<br />
die auf der einen Seite die entsprechenden politischen, finanziellen<br />
und rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen<br />
und auf der anderen Seite die Verbraucher - und hier in<br />
einem ersten Schritt die öffentlichen Körperschaften und<br />
kommunalnahen Unternehmen - zur Anschaffung von eFahrzeugen<br />
animieren und motivieren.<br />
Insbesondere die Politik muss nun auch aktiv ambitioniertere<br />
Zeichen setzen. Die erfolgreiche Marktdurchdringung<br />
wird zu Beginn stark über Firmenflotten laufen. Solange die<br />
steuerrechtliche Benachteiligung durch die 1%-Regelung<br />
aber derart eklatant ist, bleiben eAutos als Dienstwagen unattraktiv.<br />
Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Initiative<br />
unseres Mitglieds juwi als aktiven Impuls für eine Neue<br />
Mobilität. Nicht alle Unternehmen sind bereit, für die Rolle<br />
als Vorreiter solche Hürden zu überwinden.<br />
Hier ist jetzt die Politik gefragt.<br />
Wir begrüßen die Tatsache, dass im Rahmen des aktuellen<br />
Referentenentwurfs nun zumindest für 2013 eine Gleichstellung<br />
von elektrischen Dienstwagen gegenüber konventionellen<br />
Fahrzeugen zu erwarten ist, gehen aber mit unserer<br />
Forderung noch einen wesentlichen Schritt weiter und wünschen<br />
uns einen wirklichen Anreiz für eine Neue Mobilität.<br />
Solange Elektroautos in der Anschaffung teurer sind als konventionelle<br />
Fahrzeuge wäre mit der Einführung der 0%-Regelung<br />
für elektrische Dienstwagen ein echter Marktanreiz<br />
für Erste Flotten geschaffen - ganz im Sinne einer mittelfristigen<br />
Marktfähigkeit der Neuen Mobilität.<br />
Daher fordern wir zumindest in diesem Punkt eine sofortige<br />
Aufhebung der Dienstwagenbesteuerung bis mindestens<br />
zum Ende der Schaufensterprojekte 2015. Das führt beim<br />
Elektrofahrzeugnutzer zu einem echten Vorteil und einem<br />
initialen Votum für eine Neue Mobilität.<br />
Damit könnte die Politik endlich ein aktives Zeichen setzen.<br />
54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55
Status QUo der Elektromobilität - Andreas Jung<br />
Status QUo der Elektromobilität - Andreas Jung<br />
Steuernachteile für<br />
elektrische Geschäftswagen<br />
abschaffen<br />
»Die Korrektur der Versteuerung des privaten Nutzervorteils<br />
sorgt auf dem Dienstwagenmarkt für einen fairen<br />
Wettbewerb auf Augenhöhe zwischen elektrischem und<br />
konventionellem Fahrzeug.«<br />
Ein Kommentar von Andreas Jung, MdB, Beauftragter für<br />
Elektromobilität der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag<br />
und Parlamentarischer Beirat im Bundesverband<br />
eMobilität.<br />
Der Steuernachteil bei Geschäftswagen muss ausgeglichen<br />
werden. Hier geht es nicht um eine Besserstellung, sondern<br />
um die Beseitigung eines Kostennachteils. Die Beseitigung<br />
dieses Nachteils spielt eine wichtige Rolle in unserem Regierungsprogramm<br />
Elektromobilität. Nach unserer Meinung<br />
wird die Dienstwagenfrage letztlich sogar einen großen Einfluss<br />
darauf haben, ob wir das Leitmarktziel von einer Million<br />
Fahrzeugen bis 2020 erreichen können. Die Rolle von<br />
Unternehmensfahrzeugen als anfänglicher Treiber für den<br />
elektrischen Massenmarkt kann man kaum hoch genug einschätzen.<br />
Bei der Ausarbeitung einer faireren Regelung für die private<br />
Nutzerwertversteuerung stand die CDU/CSU-Fraktion im<br />
Bundestag im Austausch mit dem Bundesfinanzministerium.<br />
Der jetzt vom Ministerium vorgelegte Referentenentwurf<br />
zum Jahressteuergesetz ist ein großer Fortschritt. Bei<br />
batterieelektrischen Fahrzeugen erlaubt der Entwurf, die<br />
Kosten der Batterie vom Listenpreis abzuziehen, der als Bemessungsgrundlage<br />
für die Einkommensteuer dient.<br />
Die Gründe, derentwegen auch wir glauben, dass eine Änderung<br />
bei den Dienstwagen wie eine »Initialzündung« für den<br />
Elektroautomarkt wirken kann, müssen hier kaum im Einzelnen<br />
wiederholt werden. Ausschlaggebend ist sicher, dass je<br />
nach Fahrzeugklasse Elektroautos derzeit noch bis zu doppelt<br />
so teuer sein können, wie konventionelle Vergleichsfahrzeuge.<br />
Schafft also ein umweltbewusstes Unternehmen<br />
ein solches Auto an, zahlen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,<br />
wenn sie das Auto auch privat nutzen, mit ihrem Nutzwertausgleich<br />
einen riesigen Malus. Der ist so groß, dass die<br />
Mitarbeiter ihn über die günstigeren Kilometerkosten nicht<br />
annähernd wieder »hereinfahren« können. Also bitten sie<br />
ihren Arbeitgeber lieber doch um ein konventionelles Fahrzeug<br />
- zum Schaden der Umwelt und der innovativen Fahrzeughersteller.<br />
Die Argumente der Gegner einer Anpassung konnten nie wirklich<br />
überzeugen. Das meist zuerst angeführte Argument,<br />
ein steuerrechtlicher Eingriff verstoße gegen die Gleichbehandlung<br />
und sei daher nicht verfassungskonform, kann<br />
ich am wenigsten nachvollziehen. So ist es zum Beispiel bei<br />
gepanzerten Sicherheitsfahrzeugen schon lange Usus, statt<br />
des erheblich höheren Listenpreises den eines geringer motorisierten,<br />
ungepanzerten Fahrzeugs zugrunde zu legen,<br />
der dem niedrigeren Nutzwert des Fahrzeugs auch tatsächlich<br />
entspricht.<br />
Manchmal hört man auch ein echtes »Neidargument«:<br />
Durch die Abweichung vom Bruttolistenpreis schaffe man<br />
Steuervorteile für - sowieso bereits privilegierte - Dienstwagenfahrer<br />
und -fahrerinnen. Dieser Vorwurf hält der näheren<br />
Betrachtung meiner Meinung nach erst recht nicht stand.<br />
Dafür gibt es gleich drei Gründe: Erstens bewegen wir uns<br />
hier eher im unteren Kleinwagensegment.<br />
Zweitens: Elektroautos bieten ja gar nicht mehr Komfort<br />
oder praktischen Nutzwert, als der äquivalente Benziner<br />
oder Diesel. Im Gegenteil: Auch wenn sie 90 Prozent der<br />
täglichen Fahrten hervorragend erledigen, so gibt es eben<br />
immer noch Einschränkungen bei der Reichweite und der<br />
Zuladung. Der Grund dafür, dass sie teurer sind, liegt also<br />
keinesfalls im Luxus. Er liegt einzig und allein an den derzeit<br />
noch hohen Batteriekosten, die keinen Extra-Nutzwert für<br />
die Fahrer bringen.<br />
Und drittens: Die Steuerzahler verlieren über die Reform<br />
kein Geld. Denn unter der derzeit noch geltenden Steuerlage<br />
werden eben schlicht viel weniger Elektrofahrzeuge verkauft<br />
- es gibt also gar keine Steuer-Mehreinnahmen, die die Reform<br />
»fressen« könnte. Im Gegenteil: Der Kauf des teureren<br />
Elektrofahrzeugs durch das Unternehmen bringt der Staatskasse<br />
noch ein Plus über die Mehrwertsteuer.<br />
Daher mein Credo: Die Korrektur der Versteuerung des privaten<br />
Nutzervorteils sorgt auf dem Dienstwagenmarkt für<br />
einen fairen Wettbewerb auf Augenhöhe zwischen elektrischem<br />
und konventionellem Fahrzeug. Indem sich die Versteuerung<br />
des privaten Nutzervorteils an den Mehrkosten<br />
für die Batterie orientiert, mindert sich der Ausgleich auch<br />
automatisch, wenn sich die Preise von Elektroauto und konventionellem<br />
Fahrzeug im Massenmarkt annähern.<br />
Und an die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der Elektrofahrzeuge,<br />
wenn wir den Markt einmal ordentlich in Schwung<br />
gebracht haben, glauben wir schließlich alle. Deshalb - da<br />
schließt sich der Kreis - setzen wir uns für die weitere zielstrebige<br />
Umsetzung der Gesetzesvorlage ein.<br />
Andreas Jung, MdB<br />
Beauftragter für Elektromobilität der CDU/CSU-Fraktion im<br />
Deutschen Bundestag<br />
Parlamentarischer Beirat im Bundesverband eMobilität<br />
www.cducsu.de<br />
56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal corner<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal Corner<br />
Arbeitnehmerbesteuerung<br />
als Investitionshindernis für<br />
Elektrofahrzeuge<br />
»Dass ein solcher negativer Steuereffekt<br />
investitionshindernd wirkt und dem erklärten<br />
Ziel der Bundesregierung, die Elektromobilität<br />
zu fördern, zuwiderläuft, liegt auf<br />
der Hand.«<br />
Nach einer aktuellen Statistik des Kraftfahrtbundesamtes<br />
entfallen derzeit ca. 60% aller Pkw-Neuzulassungen auf<br />
gewerbliche Unternehmen und hiervon ungefähr die Hälfte<br />
auf Dienst- und Firmenfahrzeuge. Wer annimmt, dass<br />
von der hohen Nachfrage nach Firmenwagen auch Elektrofahrzeuge<br />
profitieren, der sieht sich getäuscht: Tatsächlich<br />
machen Elektrofahrzeuge derzeit lediglich einen Anteil von<br />
ca. 0,1% aller in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge<br />
aus. Die Ursache für diese geringe Quote liegt nicht nur in<br />
den höheren Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge und<br />
den kürzeren Reichweiten, sondern auch im deutschen Einkommensteuerrecht<br />
begründet. Denn das Einkommensteuerrecht<br />
behandelt Investitionen in Elektrofahrzeuge und die<br />
Anschaffung und Nutzung herkömmlicher Fahrzeuge trotz<br />
bestehender Unterschiede nach denselben Grundsätzen.<br />
Genau dies führt jedoch für Arbeitnehmer, die ein Elektrofahrzeug<br />
nutzen, zu erheblichen steuerlichen Mehrbelastungen<br />
und erweist sich damit für den Ausbau der eMobilität in<br />
Deutschland als Investitionsbremse.<br />
Sofern ein Firmenfahrzeug nicht ausschließlich für das Unternehmen<br />
genutzt wird, sondern ein Arbeitnehmer (oder<br />
der Firmeninhaber) berechtigt ist, das Fahrzeug auch privat<br />
zu nutzen, sieht das deutsche Steuerrecht in dieser Nutzungsmöglichkeit<br />
einen geldwerten Vorteil, der ebenso wie<br />
reguläre Gehaltszahlungen der Einkommensteuer unterliegt.<br />
Um die Höhe dieses einkommensteuerpflichtigen Nutzungsvorteils<br />
zu ermitteln, lässt das Einkommensteuergesetz zwei<br />
verschiedene Methoden zu: Zum einen können die tatsächlichen<br />
Kosten der Fahrzeugnutzung sowie der Umfang der<br />
privaten Nutzung jeweils laufend exakt ermittelt und die so<br />
berechneten privaten Nutzungskosten als geldwerter Vorteil<br />
versteuert werden. Hierfür muss der Arbeitnehmer jedoch<br />
kontinuierlich ein Fahrtenbuch führen, an das die Finanzverwaltung<br />
hohe formale Anforderungen stellt.<br />
Wer diesen Aufwand scheut, kann den einkommensteuerpflichtigen<br />
Nutzungswert alternativ nach der sogenannten<br />
1%-Regel berechnen. Nach dieser Regelung, von der aus<br />
administrativen Gründen die meisten deutschen Unternehmen<br />
Gebrauch machen, wird der steuerpflichtige private<br />
Nutzungsanteil pauschal mit monatlich 1% des inländischen<br />
Bruttolistenpreises des jeweiligen Fahrzeuges zuzüglich<br />
der Kosten der Sonderausstattung und der Umsatzsteuer<br />
berechnet. Sofern der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch für<br />
Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzt, muss er<br />
zusätzlich zu diesem allgemeinen Nutzungsvorteil noch einen<br />
Nutzungswert in Höhe von 0,03% des Bruttolistenpreises<br />
pro Kalendermonat und Entfernungskilometer versteuern.<br />
Je höher also die unverbindliche Preisempfehlung eines<br />
Fahrzeugs ist und je weiter ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitsort<br />
entfernt wohnt, desto höher ist der steuerpflichtige<br />
Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers und damit die von ihm<br />
zu leistende Einkommensteuer.<br />
Sofern ein lediger Arbeitnehmer, der 30 km von seinem Arbeitsort<br />
entfernt wohnt, einen herkömmlichen Firmenwagen<br />
mit einem Bruttolistenpreis von 25.000 EUR (brutto)<br />
gestellt bekommt und diesen auch für Privatfahrten nutzen<br />
darf, beträgt der steuerpflichtige geldwertwerte Vorteil pro<br />
Jahr 5.700 EUR. Schafft der Arbeitgeber anstelle dieses<br />
herkömmlichen Fahrzeugs jedoch ein Elektrofahrzeug an,<br />
dessen Anschaffungskosten bei sonst gleicher Ausstattung<br />
um insgesamt 10.000 EUR (brutto) höher liegen, erhöht sich<br />
der jährliche steuerpflichtige Nutzungsvorteil um 2.280 EUR<br />
auf 7.980 EUR. Bei einem angenommenen steuerpflichtigen<br />
Jahreseinkommen des Arbeitnehmers von 60.000 EUR steigt<br />
die von ihm zu zahlende Einkommensteuer gegenüber der<br />
Steuerbelastung, die sich bei Nutzung eines herkömmlichen<br />
Fahrzeugs ergäbe, um ca. 979 EUR pro Jahr. Arbeitnehmer,<br />
die sich für ein Elektrofahrzeug als Firmenwagen entscheiden,<br />
werden damit nicht etwa steuerlich entlastet, sondern<br />
- im Gegenteil - müssen sogar deutlich höhere Einkommensteuer<br />
zahlen als bei Nutzung eines herkömmlichen Firmenfahrzeugs.<br />
Dass ein solcher negativer Steuereffekt investitionshindernd<br />
wirkt und dem erklärten Ziel der Bundesregierung, die Elektromobilität<br />
zu fördern, zuwiderläuft, liegt auf der Hand. Ein<br />
einfacher und naheliegender Ausweg, um derartige Besteuerungsnachteile<br />
zu verhindern, könnte beispielsweise darin<br />
liegen, den steuerpflichtigen Nutzungswert eines Elektrofahrzeugs<br />
gesetzlich auf denjenigen Betrag zu begrenzen,<br />
der für ein vergleichbares herkömmliches Fahrzeug anzusetzen<br />
wäre. Auf diese Weise würde sichergestellt, dass Arbeitnehmer,<br />
die Elektrofahrzeuge als Firmenwagen nutzen,<br />
zumindest keine höheren Steuern bezahlen müssen als bei<br />
Nutzung eines vergleichbaren herkömmlichen Fahrzeugs.<br />
Überlegungen für eine solche gesetzliche Korrektur der Nutzungsbesteuerung<br />
gibt es auf politischer Ebene - auch aus<br />
Kreisen der Bundesregierung - seit längerem. Ein Vorschlag<br />
zur Änderung des Einkommensteuergesetzes, nach dem für<br />
Zwecke der Dienstwagenbesteuerung die Kosten des Akkumulators<br />
künftig außer Betracht bleiben sollen, ist nunmehr<br />
im Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zum<br />
Jahressteuergesetzes 2013 vom 05. März 2012 enthalten.<br />
Durch diesen Vorschlag zur Gesetzesänderung wird der dargestellte<br />
Steuernachteil von Elektrofahrzeugen zumindest<br />
für die Zukunft entschärft werden.<br />
Jesko Nobiling<br />
Rechtsanwalt Steuerberater<br />
Fachanwalt für Steuerrecht<br />
CMS Hasche Sigle<br />
www.cms-hs.com<br />
58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59
Status QUo der Elektromobilität - eMobile Talk<br />
Status QUo der Elektromobilität - eMobile Talk<br />
Umlage als effektive Fördermöglichkeit<br />
Markus Emmert, BEM-Beirat im Gespräch mit Christian Heep, BEM-Vorstand<br />
Emmert: Einmal ausgehend von der BEM-Förderforderung<br />
von 5.000 Euro jeweils für den Hersteller und den Käufer<br />
kommen wir auf Basis von ca. 40 Millionen Fahrzeugen<br />
im Gesamtbestand auf eine Steuerumlage iHv. ca. 30 bis<br />
60 Euro pro Jahr pro Kfz bei einem angenommenen eFahrzeuglebenszyklus<br />
von nur 8 Jahren. Im Sinne der Vorteile<br />
und Möglichkeiten in Bezug auf Klima- und Umweltschutzpotenziale,<br />
weniger Abhängigkeit vom steigenden Ölpreis,<br />
sauberer Luft und weniger Lärmemission ist das eine durchaus<br />
akzeptable Mehrbelastung.<br />
In der Tat. Und damit wird klar, welchen Stellenwert Elektromobilität<br />
in der politischen, medialen und gesellschaftlichen<br />
Diskussion haben muss. Das ist genau der gewünschte,<br />
notwendige Beschleunigungseffekt, den wir brauchen,<br />
um ein sichtbares internationales Zeichen zu setzen, dass<br />
wir bei der Elektromobilität ganz vorne mit dabei sind. Rein<br />
kalkulatorisch finden sich jetzt sogar nicht nur die ursprünglich<br />
vom BEM geforderten 250.000 Elektrofahrzeuge, sondern<br />
mindestens 1 Million, in der Berechnung wieder.<br />
Emmert: Genau. Um unsere gemeinsam gesteckten Ziele in<br />
echte Chancen für unser Land zu verwandeln, bedarf es zu<br />
diesem Zeitpunkt eine maximale Unterstützung als initialen<br />
Meilenstein für eine Neue Mobilität. Natürlich ist es wichtig,<br />
einen Teil der Steuerumlage auch in die Finanzierung<br />
einer sinnvollen Ladeinfrastruktur zu investieren. Zu erwartende<br />
Überschüsse, die über zuvor beschriebene Skaleneffekte<br />
und entsprechende Förderanpassungen entstehen,<br />
können zudem für den Ausbau zusätzlicher Erneuerbarer<br />
Energien und die Anpassung des Stromnetzes hin zum einem<br />
intelligenten SmartGrid der Zukunft verwendet werden.<br />
Da die Umlagenförderung sich mit zunehmender Etablierung<br />
der Elektromobilität automatisch degressiv verhält, sind wir<br />
uns im Nachgang des Gespräches sicher, dass dieses Programm<br />
so erfolgreich sein wird und unerwartete eigendynamische<br />
Prozesse in Gang setzt, dass bei überschaubaren<br />
Gemeinkosten und ohne zusätzliche Belastung des Staatshaushaltes<br />
eine richtungsweisende Entwicklung stattfinden<br />
wird, die international Nachahmung erfährt.<br />
Markus Emmert // BEM-Beirat<br />
markus.emmert@bem-ev.de<br />
Christian Heep // BEM-Marketingvorstand<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
<br />
Der Bundesverband eMobilität hat nun bereits mehrfach<br />
seine Förderforderung formuliert, um die Einführung von<br />
Elektromobilität gezielt und intelligent zu beschleunigen.<br />
Derzeit sieht es aber nicht danach aus, dass die politische<br />
Förderablehnung eine Kehrtwende erfährt. Aus unserer<br />
Sicht führt das nicht dazu, dass wir ein Erstmarkt für Elektromobilität<br />
werden oder gar Leitmarkt oder Leitanbieter. Insbesondere<br />
sehen wir das Ziel der Bundesregierung - 1 Million<br />
Elektrofahrzeuge bis 2020 - gefährdet.<br />
Emmert: Bis 2030 sind regierungsseitig ja sogar 6 Millionen<br />
Elektrofahrzeuge »eingeplant«. Um diese Zielsetzung zu erreichen,<br />
müssten die Fahrzeughersteller die Kosten massiv<br />
nach unten korrigieren. Diese gewünschte Auswirkung durch<br />
Skaleneffekte tritt aber erst ab einem höheren Volumen ein.<br />
Also gilt es jetzt den Kosten-Gap zu kompensieren und sinnvoll<br />
aufzufangen. Durch diesen Anschub werden dann auch<br />
die Erwartungen vom BEM mit 4,5 Millionen eFahrzeugen<br />
realistisch. Die Förderforderung vom BEM ist genau der richtige<br />
Ansatz. Allerdings müssen wir der Politik ein Instrument<br />
an die Hand geben, dass die entstehende Kostenbelastung<br />
sinnvoll substituiert und sich gleichzeitig selbst reduziert.<br />
Das heisst aber doch im ersten Schritt, dass wir uns mit der<br />
Politik deutlicher als bisher darauf verständigen müssen,<br />
dass langfristig in Deutschland eine nachhaltige CO2-neutrale<br />
Mobilität tatsächlich gewünscht ist, die fossile Fahrzeuge<br />
nach und nach ablösen soll. Und diese Haltung dann<br />
auch entsprechend ambitioniert verfolgt wird.. Ohne diese<br />
generelle Grundüberzeugung sehe ich derzeit keine Chance<br />
für eine konsensfähige Umsetzung von Fördervorhaben jenseits<br />
der Milliarde.<br />
Emmert: Nehmen wir exemplarisch einmal die EEG-Novelle<br />
aus dem Jahr 2004. Hier hat sich gezeigt, dass eine anfängliche<br />
Förderung massiv dazu beitragen kann, dass sich grüne<br />
Technologien sehr rasch durchsetzen und wettbewerbsfähig<br />
werden können. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kam<br />
sogar für einige schneller als geplant, was die aktuelle politische<br />
Diskussion zeigt. Dieses Vorbild der Förderung auf Basis<br />
eines Umlageverfahrens ist aber der Schlüssel zum Erfolg<br />
der Elektromobilität. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Politik<br />
tatsächlich erkennt, dass es langfristig keine Alternative zu<br />
einer nachhaltigen Neuen Mobilität auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien gibt, kann sie die »unerwünschten« Mobilitätsteilnehmer<br />
entsprechend zur Finanzierung zum Beispiel in Form<br />
einer moderaten Erhöhung der Kfz-Steuer heranziehen.<br />
Also eine Umlageförderung auf die Halter herkömmlicher<br />
Fahrzeuge. Von welcher Dimension sprechen wir hier?<br />
<br />
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60 Neue Mobilität
Status QUo der Elektromobilität - ComBInation<br />
MARKETING<br />
Die innovativsten und energieeffizientesten Lösungen.<br />
ComBInation bietet umfassende Komplettlösungen zur Steigerung der Energieeffizienz<br />
aus einer Hand und forciert vor diesem Hintergrund den Zusammenschluss<br />
von kleinen, effizienten und innovativen Unternehmen mit finanzstarken und<br />
etablierten Großunternehmen.<br />
UND<br />
MEDIEN<br />
Energiebewusst, innovativ, intelligent, kommunikationsfähig und profitabel.<br />
»Wir setzen auf Ideen, Verfahren, Dienstleistungen und Produkte,<br />
die hinsichtlich ihrer Energie- und Kosteneffizienz kreative<br />
unternehmerische Antworten auf sich ständig verändernde<br />
Bedingungen bieten. Solche Neuerungen und deren<br />
Realisierung setzen immer auch kreative Köpfe und Unternehmen<br />
voraus, die bereit sind, Neues zu denken, an bessere<br />
Lösungen zu glauben und neue Wege zu beschreiten«,<br />
so Thomas Aulenbacher, Geschäftsführer von ComBInation.<br />
»Genau diesen Innovatoren möchten wir in unserem neuen<br />
Magazin eine Plattform bieten«, betont Aulenbacher weiter<br />
und macht damit deutlich, worauf der Fokus des neuen<br />
Branchenmediums künftig liegen wird. Im Mittelpunkt stehen<br />
dabei effiziente, nachhaltige und insbesondere auch<br />
wirtschaftliche Lösungen. Ziel von ComBInation ist es, mit<br />
geringem Energieeinsatz den gewünschten maximalen Nutzen<br />
zu realisieren. In Deutschland beansprucht der private<br />
Haushalt etwa ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs;<br />
Treibstoffverbrauch noch nicht mit einberechnet. Hier eröffnet<br />
sich dementsprechend ein enormes Einsparpotenzial<br />
bzw. eine effizientere Gestaltung des Energieverbrauchs,<br />
zum Beispiel im Bereich Wärme, Dämmung und Licht.<br />
Das ComBInation Magazin - welches künftig zwei mal im Jahr<br />
in einer Auflage von 20.000 Stück erscheint - dient in erster<br />
Linie dazu, Wissen rund um das Thema Erneuerbare Energieerzeugung,<br />
Energieverbrauch sowie dem intelligenten Zusammenspiel<br />
mit dem Stromnetz der Zukunft zu vermitteln.<br />
Der Leser soll durch umfassende Berichte, Recherchen, Reportagen,<br />
Studien und Lösungen sowie durch entsprechende<br />
Wissensrubriken verständlich an das komplexe Thema<br />
herangeführt werden. Unterstützt wird dies durch Meinungen<br />
und Expertenbeiträge aus Wirtschaft und Politik.<br />
Zum Empfängerkreis gehören auf politischer Ebene interessierte<br />
EU-Parlamentarier, alle Bundestagsabgeordneten und<br />
deren Mitarbeiter sowie die relevanten Landtagsabgeordneten<br />
und ausgewählte Berliner Senatsmitglieder. Weitere<br />
Empfänger sind unter anderem die Innovatoren der Branche<br />
der Erneuerbaren Energien, der Immobilienwirtschaft und der<br />
Wohnungsbaugesellschaften. Das Magazin liegt zudem regelmäßig<br />
auf den wichtigsten Messen und Veranstaltungen<br />
im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Wärme,<br />
Dämmung, Licht, Wohnungsbau, Architektur etc. aus.<br />
Sie sind bereits in diesem Marktumfeld aktiv und würden<br />
gerne über Ihre innovative und nachhaltige Idee berichten?<br />
Sie wollen Ihr Wissen vermitteln und teilen? Dann diskutieren<br />
Sie mit..<br />
ComBInation GmbH Geschäftsführer Thomas Aulenbacher<br />
www.com-bi-nation.de<br />
Strategisches Marketing für die Neue Mobilität.<br />
62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63
Marketing Und Medien - Volker Blandow<br />
Marketing Und Medien - Volker Blandow<br />
Elektromobilität im Abseits?<br />
Höchstens bei den Medien<br />
Kommentar von Volker Blandow, TÜV SÜD<br />
»Elektromobilität ist eine Technologie,<br />
die es uns erlaubt, mit Erneuerbarer<br />
Energie Auto zu fahren und das bereits<br />
heute.«<br />
Geht es Ihnen auch so? Wenn man die aktuelle Berichterstattung<br />
der Massenmedien regelmäßig verfolgt, dann schwingt<br />
in der letzten Zeit ein deutlich vernehmbar negativer Unterton<br />
mit. Fast verspürt man eine gewisse Schadenfreude,<br />
dass es mit den Verheißungen der Elektromobilität nun wohl<br />
doch wieder nicht klappen wird.<br />
Los ging es mit den Meldungen rund um die Batteriesicherheit<br />
des GM Volt, gefolgt von den Schlagzeilen der taz, die<br />
mit Blick auf die eMobilität gar von der »Ökolüge« titelte<br />
und aktuell der ADAC, der in seinem ECO-Test die Sauberkeit<br />
von Elektroautos in Zweifel zog. Als dann noch die Schlagzeile<br />
rund um den Genfer Automobilsalon hieß »der Verbrennungsmotor<br />
ist zurück« - war er je weg? - und GM gleichzeitig<br />
eine Produktionspause für den Volt aufgrund schleppender<br />
Absatzzahlen verkündete, war eine Gemengelage erreicht,<br />
die offensichtlich genug Legitimation induziert hat, deutlich<br />
negativ über die Elektromobilität zu berichten. Nach all den<br />
optimistischen und euphorischen So-wird-die-Zukunft-Berichten<br />
der letzten 18 Monate ein klarer Schwenk.<br />
Um die Situation zu erklären und insgesamt zu verstehen,<br />
muss man ein wenig ausholen. Ich glaube, allen in der Szene<br />
ist relativ bewusst, dass das, was sich als »Hype« rund<br />
um die Elektromobilität zusammengebraut hatte, weniger<br />
von den Akteuren der Szene selbst befeuert wurde, sondern<br />
viel eher von Journalisten herbeigeschrieben wurde. Das alles<br />
hat schnell eine Eigendynamik bekommen, so dass die<br />
Marketingstrategen der Energieversorgungsunternehmen<br />
und der Automobilhersteller, Politiker und andere Akteure<br />
sich gerne im Glanze dieses Themas gesonnt haben. Der<br />
Gesamtkontext Erneuerbare Energien, Energiewende und<br />
Elektromobilität ist einfach ungeheuer attraktiv. Vergessen<br />
hat man dabei, dass Entwicklungen, insbesondere in der<br />
Automobilindustrie, einen recht langen Zyklus haben. Der<br />
Kunde erwartet zu Recht ausgereifte, verlässliche und sichere<br />
Produkte - und das braucht Zeit. Insbesondere die deutschen<br />
Hersteller, die vielleicht auch später gestartet sind als<br />
andere, nehmen sich Zeit, um ihre Produkte ausgiebig zu<br />
erproben. Hersteller wie BMW, die mit der Modellreihe »i«<br />
gleich mehrere komplett neue Fahrzeuge auf den Markt bringen,<br />
müssen nicht nur die Fahrzeuge entwickeln, sie müssen<br />
auch neue Fertigungsanlagen aufbauen und die Prototypen<br />
in die Serie überführen. BMW fährt hier einen ganzheitlichen<br />
Ansatz. Andere Hersteller vertrauen auf eine Elektrifizierung<br />
ihrer bewährten Modelle, müssen dann aber auch die gewohnte<br />
Zuverlässigkeit und den gewohnten Service garantieren.<br />
All das führt zu einer deutlichen Asynchronität zwischen<br />
den Erwartungen vieler Akteure und der tatsächlichen<br />
Verfügbarkeit und der Performance der Produkte.<br />
Hausgemachte Probleme<br />
Es gibt aber auch hausgemachte Gründe für die Verunsicherung.<br />
Kaum ein Akteur hat mit seinem Engagement in der<br />
Elektromobilität eine tiefere Botschaft verbunden. Einer<br />
Technologie, sei es mit Wasserstoff oder mit Batterie, die<br />
durchaus das Potenzial hat, dem Verbrennungsmotor ernsthaft<br />
Konkurrenz zu machen. In Zeiten, in denen mit konventionellen<br />
Fahrzeugen beste Geschäfte gemacht werden,<br />
spricht niemand gerne von versiegenden Ölquellen und in<br />
den nächsten Jahren durchaus drastischen Emissionsvorgaben<br />
aus Brüssel. Wachstum kommt ohnehin zunehmend<br />
nicht mehr aus Europa. Es ist ein schmaler Grat in der Kommunikation,<br />
bestehende Geschäfte nicht zu gefährden und<br />
gleichzeitig an der Technologie zur Ablösung zu arbeiten.<br />
Derzeit versucht man Elektrofahrzeuge als komplementär<br />
zu vermarkten, quasi als teuren aber sauberen Zweitwagen.<br />
Damit werden wir langfristig weder unabhängiger von Ölimporten<br />
noch dienen wir damit dem Klimaschutz. Dafür muss<br />
man Autos substituieren, also bestehende Geschäfte durch<br />
neue ersetzen - durchaus ein Wagnis in einem noch jungen<br />
Markt.<br />
Die Botschaft muss lauten: Elektromobilität ist eine Technologie,<br />
die es uns erlaubt, mit Erneuerbarer Energie Auto zu<br />
fahren und das bereits heute. Das erfordert ein klares Bekenntnis,<br />
dass wir mit Elektrofahrzeugen den ersten Schritt<br />
zur Ablösung fossiler Kraftstoffe getan haben. Genau wie<br />
beim Aufbau Erneuerbarer Energien kann es dabei kurzfristig<br />
sogar zu Mehremissionen kommen. Die vom ADAC kommunizierten<br />
Emissionswerte möchte ich nicht grundsätzlich<br />
bezweifeln, sie sind aber eben nur eine Momentaufnahme.<br />
Mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energie im Energiemix<br />
werden alle Elektrofahrzeuge automatisch kontinuierlich<br />
sauberer. Und darum ging es doch, um das sukzessive Einphasen<br />
von Erneuerbaren Energien in den Verkehrsbereich.<br />
Viele Besitzer von PV-Anlagen schielen schon auf ein Elektrofahrzeug.<br />
Benzin vom eigenen Dach, eine tolle Aussicht<br />
bei steigenden Ölpreisen!<br />
Volker Blandow<br />
TÜV SÜD<br />
volker.blandow@tuev-sued.de<br />
www.tuev-sued.de<br />
64 Neue Mobilität Neue Mobilität 65
Marketing Und Medien - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
Marketing Und Medien - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
Die Marketingkatastrophe<br />
Elektromobilität<br />
Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner, BEM-Beiratsvorsitzender<br />
»Statt mit innovativem Marketing die Kunden proaktiv<br />
zu informieren, überlässt die deutsche Autoindustrie das<br />
Feld lieber der ohnehin nicht sehr innovationsfreudigen<br />
Presselandschaft.«<br />
Auf der diesjährigen Automobilmesse in Genf wurde von<br />
manchen Vertretern der Presse die Elektromobilität wieder<br />
einmal »zu Grabe getragen«. Hinter vorgehaltener Hand waren<br />
auch von einigen führenden Mitarbeitern der Automobilindustrie<br />
erleichterte Stimmen zu hören. Der heimliche<br />
Wunsch nach dem Ende des Hypes »Elektroauto« konnte<br />
hier und da vernommen werden.<br />
In vielen Presseartikeln wird beklagt, dass die 2011er Zulassungen<br />
für Elektroautos in Deutschland lächerlich seien. Die<br />
Kunden wollten scheinbar keine eAutos kaufen, weil sie viel<br />
zu teuer, wenig leistungsfähig und dazu auch noch »höchst<br />
unsicher« seien, was durch »mehrere brennende Batterien«<br />
(Zitat SZ) beim Chevrolet Volt ja auch bewiesen sei.<br />
Begibt man sich auf die Suche nach der möglichen Ursache<br />
dieses offensichtlichen Desasters bei der Einführung der<br />
Elektromobilität in Deutschland, so stellt man fest, dass<br />
sich insbesondere die deutsche Autoindustrie in Schweigen<br />
hüllt. Dabei trägt sie aus meiner Sicht die Hauptschuld an<br />
der Misere. Drei Gründe dafür:<br />
1. Gerade die deutsche Autoindustrie hat in den letzten Jahren<br />
mit der Elektromobilität systematisch die »Kommunikation<br />
mit Nebelkerzen« verfolgt. Am laufenden Band wurden<br />
auf Messen »bahnbrechende Konzepte« präsentiert, die<br />
aber in den internen Entscheidungsprozessen niemals eine<br />
Chance hatten oder bekamen, oder in der Zwischenzeit auf<br />
die »ganz lange Bank« geschoben wurden. Zwei aus vielen<br />
Beispielen mögen das verdeutlichen. So hat Audi z.B. in<br />
Genf 2010 das geniale Konzept des A1 etron präsentiert, ein<br />
Elektroauto mit einem kleinen Motor als Range Extender.<br />
Mit riesigem Kommunikationsaufwand wurde den Kunden<br />
suggeriert, dass Audi eine bezahlbare und überlegte Lösung<br />
entwickelt hat, die man »bald« kaufen könne. Zwei Jahre<br />
später ist es sehr still um das Projekt geworden. Die sonst<br />
so aktive Marketingabteilung äußert sich nicht (mehr) zu<br />
diesem Thema. Kaum ein Marktteilnehmer rechnet noch vor<br />
2014 mit diesem Auto.<br />
Auch bei Daimler beherrscht man das Verfahren der »taktischen<br />
Ankündigung«. Auf der IAA 2009 zeigte man die S-<br />
Klasse als »seriennahen« Plug-in Hybrid. Man rühmte sich<br />
als »erster Premium Hersteller, der konsequent den Weg der<br />
Elektrifizierung in allen Baureihen gehen wird«. Nach nunmehr<br />
zweieinhalb Jahren ist von dieser Strategie wenig übrig<br />
geblieben. Der Plug-In Hybrid kommt (wenn überhaupt)<br />
nicht vor 2014 auf den Markt. Für die A/B-Klasse gibt es nach<br />
wie vor keinen Termin für den Serienstart einer elektrifizierten<br />
Variante. Einzig der Serienstart des smart ed wird halbherzig<br />
Quartal für Quartal nach hinten geschoben. In Genf<br />
hörte man von »echten Stückzahlen nicht vor September/<br />
Oktober 2012«.<br />
2. Keine Kunden ohne attraktive Elektroautos! Deshalb ist<br />
die Betrachtung irgendwelcher Zulassungsstatistiken nahezu<br />
grober Unsinn, denn: In Deutschland kann man nach wie<br />
vor keine Großserien-Elektroautos kaufen. (Mal abgesehen<br />
vom i-MiEV und dessen Derivaten von Peugeot und<br />
Citroën). Deshalb werden wir auch 2012 kaum bedeutendere<br />
Zulassungszahlen für Plug-In Autos in Deutschland sehen.<br />
Die »unglückliche« und verzögerte Markteinführung des<br />
Opel Ampera ist hierbei auch nur eins von vielen Beispielen.<br />
Bei Opel heißt es nun, »Bestellungen werden ab dem<br />
zweiten Quartal 2012 angenommen«. Das ausgerechnet<br />
gleichzeitig mit der wichtigen Messe in Genf die Muttergesellschaft<br />
in Detroit erst einmal die Produktion unterbricht,<br />
könnte man auch als »bad timing« bezeichnen. Unter diesen<br />
Rahmenbedingungen ist das Ampera Verkaufsziel von<br />
»mindestens 10.000 Einheiten in 2012« wahrscheinlich zu<br />
ambitioniert. Ich hoffe nicht, dass bei der Jahresbilanz die<br />
Kunden den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. An<br />
der Nachfrage hat es nicht gelegen.<br />
Nur wenige Kunden werden in Deutschland auch im Jahr 2012<br />
Großserien-Fahrzeuge kaufen können. Nissan Leaf, smart ed<br />
und Ford Focus werden zwar 2012 offiziell in Deutschland in<br />
den Markt eingeführt - »in der Praxis« wird sich die Markteinführung<br />
aller dieser Autos jedoch bis tief in den Herbst<br />
diesen Jahres »verzögern« und damit wird das Jahr 2012<br />
auch ein verlorenes Jahr für die Elektromobilität sein. Gutes<br />
Marketing geht anders.<br />
3. Statt mit innovativem Marketing die Kunden proaktiv zu<br />
informieren, überlässt die deutsche Autoindustrie das Feld<br />
lieber der ohnehin nicht sehr innovationsfreudigen Presselandschaft.<br />
Diese verunsichert die potentiellen Kunden<br />
dann mit teils schlecht abgeschriebenen »Informationen«<br />
und teils mit dilettantischen »Praxistests« von eAutos, die<br />
man sowieso nicht kaufen kann. Gott sei Dank lässt sich der<br />
Markt bei richtig guten Innovationen nur peripher durch solche<br />
Artikel und Kommentare beeinflussen. Viel zu gerne erinneren<br />
wir uns noch an die ersten Artikel der Spiegel Redakteure<br />
über die neuen Apple Produkte. »Zu teuer« (iPhone)<br />
und »braucht keiner« (iPad). Deshalb sollten wir den sogenannten<br />
»Praxistest« des wirklich innovativen Opel Ampera<br />
von genau diesen scheinbar weltfremden Redakteuren nicht<br />
besonders ernst nehmen.<br />
Wenn nun verunsicherte Kunden, von den Herstellern gezielt<br />
falsch informiert, trotzdem im Autohaus ein Elektroauto bestellen<br />
wollen und dann im Frühling 2012 immer noch erfahren<br />
müssen, dass es (noch) keine zu kaufen gibt, dann kann<br />
man das wohl ohne Probleme als Marketingkatastrophe bezeichnen.<br />
Allerdings wird sich die Elektromobilität trotzdem auch in<br />
Deutschland durchsetzen. Nicht nur, aber besonders der<br />
Benzinpreis und die heutige gnadenlose Abhängigkeit der<br />
individuellen Mobilität von fossilen Brennstoffen zwingen<br />
die Kunden zum Umdenken. Es wird Autohersteller geben,<br />
die die neu entstehenden Kundenbedürfnisse nach elektrischem<br />
Fahren mit Strom aus erneuerbaren Quellen professionell<br />
befriedigen werden. Leider müssen sich die innovativsten<br />
dieser Unternehmen zunächst einmal generell den<br />
Zugang zum komplexen deutschen Automarkt verschaffen.<br />
Das dauert. Und das ist der Hauptgrund für die zwischenzeitliche<br />
»kleine Depression« im deutschen Markt für eAutos.<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
BEM-Beiratsvorsitzender<br />
VentureCheck Company<br />
www.venturecheck.com<br />
66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67
Marketing Und Medien - Dr. Mark STeffen Walcher<br />
Marketing Und Medien - Dr. Mark Steffen Walcher<br />
Der Hype ist vorbei<br />
Kommentar von BEM-Beirat Dr. Mark Steffen Walcher<br />
Branche, ob das Thema überhaupt noch Sinn macht. In dieser<br />
Phase befinden wir uns derzeit noch.<br />
Der Erfolg<br />
Diese negative, kritische Phase wird aber schon bald in einer<br />
dritten Phase münden. Eine Phase, in der es verstärkt<br />
sichtbare Erfolge zu vermelden gibt. Genau dann, wenn ab<br />
2013 die ersten elektrischen Serienfahrzeuge der großen,<br />
deutschen Automobilhersteller auf den Markt kommen,<br />
wird auch die mediale Stimmung wieder umschlagen und<br />
einen positiven Effekt auf die gesamte Branche haben. Mit<br />
der Einführung marktreifer Serienprodukte und den daraus<br />
resultierenden Skaleneffekten werden auch die Kosten signifikant<br />
fallen, was zu einer positiven Entwicklung entlang<br />
der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich eMobilität<br />
führen wird.<br />
spürbar. Nur durch fundierte Informationen und strategische<br />
Kommunikation kann hier erfolgreich entgegen gewirkt werden.<br />
Kommunizieren Sie.<br />
Verwundert reiben sich derzeit viele Leser die Augen über<br />
die negative Berichterstattung im Bereich der Neuen Mobilität<br />
in den verschiedensten Medien. Schlagzeilen wie:<br />
»Elektroauto brennt« oder »Auf dem Genfer Automobilsalon<br />
rücken wieder die PS-starken Boliden in den Mittelpunkt«<br />
bestimmen aktuell allzu häufig die Schlagzeilen. Manch kritischer<br />
Mahner sieht sich daher schon bestätigt, dass die<br />
Elektromobilität eben doch nur ein kurzes Strohfeuer bzw.<br />
ein zeitlich begrenzter Hype war.<br />
Dem ist eindeutig nicht so. Elektromobilität wird auf jeden<br />
Fall ein essenzieller Bestandteil der Mobilität von morgen<br />
sein. Kaum einer der relevanten Akteure streitet dabei ab,<br />
dass auf dem Weg zur sichtbaren Umsetzung der Neuen Mobilität<br />
noch die ein oder andere Hürde überwunden werden<br />
muss. Dieser Weg wird immer wieder von kleineren und größeren<br />
Rückschlägen geprägt sein. Dies ist normal und gehört<br />
bei jeder so genannten Sprunginnovation dazu.<br />
Agenda-Setting<br />
Um die derzeitige Berichterstattung zu verstehen macht es<br />
Sinn, kurz einen Blick auf die Klassiker der Theorien zur Bildung<br />
der öffentlichen Meinung zu werfen - seien es nun Luhmann,<br />
Habermas oder Tönnies. Diese gehen von folgenden<br />
Überlegungen aus: Damit es ein Thema überhaupt auf die<br />
Titelseiten der Gazetten schafft, sind bestimmte Voraussetzungen<br />
zu erfüllen. Eine dieser Voraussetzung liegt in der<br />
Befriedigung der inneren Antriebe des Menschen.<br />
Hierzu zählen insbesondere Freude, Angst, Neugierde, Krise,<br />
Schadensfreude, Betroffenheit oder Neid. Nur wenn einer<br />
dieser Instinkte befriedigt wird, erzeugt die Meldung ausreichend<br />
Aufmerksamkeit und nur dann wird darüber freiwillig<br />
berichtet. Daher arbeiten in großen Unternehmen und im<br />
politischen System professionelle Kommunikationsakteure,<br />
die sich ausschließlich damit befassen, dass ihr Produkt oder<br />
ihre Idee in den Medien an prominenter Stelle erscheint.<br />
3 Phasen der Kommunikation<br />
Der Hype<br />
Beim ersten ernsthaften Revival der Elektromobilität nach<br />
mehreren Jahrzehnten konnten die oben genannten Instinkte<br />
von Anfang an bedient werden: Einerseits gab es vermeintliche<br />
Verlierer in Form der klassischen Öl-, Automobilund<br />
Zulieferindustrie. Andererseits waren da strahlende<br />
Helden, typischerweise aus Amerika und in Gestalt kleiner<br />
innovativer kreativer Unternehmen, wie beispielsweise die<br />
Erfinder des Tesla oder eines Batterietauschsystems. Dazu<br />
kamen Umweltaktivisten und Protagonisten aus vergangenen<br />
Epochen, die schon seit den 70er und 80er Jahren für<br />
die Implementierung teils kurioser elektrisch angetriebener<br />
Fahrzeuge plädierten und nun endlich der Erfüllung Ihrer<br />
Träume entgegen sahen. Nicht zu vergessen die Energieunternehmen<br />
die kurze Zeit als die großen Gewinner gehandelt<br />
wurden.<br />
Genug Stoff also, um in allen Facetten darüber zu berichten.<br />
Im Medienzirkus nahm das Thema Elektromobilität in den<br />
Jahren 2009 und 2010 einen unaufhaltsamen Aufschwung,<br />
wie selten ein technisches Thema zuvor. Elektromobilität<br />
schaffte es selbst in Lifestyle Magazine und regelmäßig auf<br />
die Titelseiten der Tagespresse. Durch diese Entwicklung<br />
wurden für die Elektromobilität derart hohe Erwartungen<br />
geweckt, die zeitnah so überhaupt nicht zu erfüllen waren.<br />
So sollte die Elektromobilität möglichst zugleich das Klima<br />
retten, die Mobilität neu erfinden und zeitgleich noch neue<br />
Industrien entstehen lassen.<br />
Die Ernüchterung<br />
Mit der ersten Häme der vermeintlichen Verlierer wurde die<br />
zweite Phase des Themenkreislaufes - die Phase der Ernüchterung<br />
- eingeläutet, welche von vorwiegend negativer<br />
Berichterstattung geprägt ist. Damit einher geht das grundsätzliche<br />
Zweifeln einiger Medienvertreter und Akteure der<br />
Fazit<br />
Damit wird eines klar: Der Hype um Elektromobilität mag<br />
vorbei sein - nicht aber die Elektromobilität an sich. Vor<br />
diesem Hintergrund fällt insbesondere der aktiven Medienarbeit<br />
aller beteiligten Akteure im Bereich der Neuen Mobilität<br />
eine wichtige Rolle zu. Denn die Verunsicherung auf<br />
Verbraucherseite ist insbesondere in der aktuellen Phase<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Dr. Mark Steffen Walcher<br />
BEM-Beirat<br />
Dornier Consulting GmbH<br />
www.dornier-consulting.com<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69
Marketing Und Medien - BEM 2.0<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
TV<br />
Marketing Und Medien - BEM TV<br />
XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Der BEM diskutiert auf der Online-Plattform XING aktuelle<br />
Fragestellungen zum Status Quo der Elektromobilität. Treffen<br />
Sie die interessanten Köpfe der Branche und unterstützen<br />
Sie uns gleichzeitig mit Ihrem Engagement und Ihren Ideen<br />
auf dem Weg in die postfossile Phase unserer Gesellschaft.<br />
»Wir haben mit der XING-Gruppe ein interaktives Forum<br />
für eMobilität geschaffen und freuen uns auch weiterhin<br />
auf Ihre Beiträge und Kommentare. Stellen wir uns gemeinsam<br />
den vielfältigen Herausforderungen, um Elektromobilität<br />
serienfähig, nachhaltig und zunehmend erneuerbar<br />
auf die Straße zu bringen«, betont Christian Heep, BEM-<br />
Vorstand Marketing, der gemeinsam mit Juliane Girke,<br />
Sandrine Frideres und Tim Ruhoff die Gruppe moderiert.<br />
»Bereits über 2.000 Mitglieder haben bis dato den hohen<br />
Stellenwert der Elektromobilität und ein deutliches Interesse<br />
an Kommunikation und Austausch gezeigt.<br />
Insbesondere die Branchenvielfalt und Unternehmensherkunft<br />
der Mitglieder zeichnet eine vielversprechende Landkarte<br />
der elektromobilen Entwicklung in Deutschland.«<br />
www.xing.com/group-61578.616d2f<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Der BEM eMobile Ticker bringt alle relevanten Neuigkeiten<br />
aus dem Bereich Elektromobilität einfach und bequem als<br />
Blog, abonnierbarem RSS-Feed, Twitter sowie via iPhone<br />
App auf Ihr mobiles Endgerät: aufs Wesentliche reduziert,<br />
schnell zu erfassen und stets up to date.<br />
www.eMobileTicker.de und www.bem-ev.de<br />
Im Rahmen der Kooperation erhalten BEM-Mitglieder exklusive<br />
Sonderkonditionen bei der Presseaussendung. Ihre<br />
Informationen werden zeitgleich an die maßgeblichen Nachrichtenagenturen,<br />
Fachredakteure, Onlineportale und Datenbanken<br />
weitergeleitet. Bitte kontaktieren Sie dafür die BEM-<br />
Hauptgeschäftsstelle.<br />
www.newsaktuell.de<br />
Die Energielandkarte ehoche - Das Online-Branchenbuch<br />
www.ehoche.de<br />
CleanEnergy Exhibition - Virtuelle Fachmesse für Erneuerbare<br />
Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit<br />
www.cleanenergy-exhibition.de<br />
TV<br />
BEM TV geht auf Sendung<br />
Wir Das bewegen.. Bewegtbild Medium<br />
©2010-2012 BEM TV powered by Marko Kirchner www.filmkomplize.de<br />
BEM-Roundtable: Diskutieren Sie mit..!<br />
Der Bundesverband eMobilität hat in den vergangen zwei<br />
Jahren bereits einige Roundtable zu verschiedenen Schwerpunkten<br />
rund um das Thema der Neuen Mobilität veranstaltet.<br />
Ziel war und ist es, Branchenvertreter und Experten aus<br />
Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung gemeinsam<br />
an einen Tisch zu bringen, um über richtungsweisende Fragen<br />
der Elektromobilität zu diskutieren.<br />
Aufgrund des großen Zuspruchs aus den Reihen unserer Mitgliedsunternehmen<br />
und der Politik möchten wir diese Veranstaltungsreihe<br />
zielstrebig fortführen und weiter ausbauen.<br />
Für das Jahr 2012 sind deshalb zunächst acht Roundtable<br />
geplant, die erstmals nicht nur in Berlin, sondern bei jeweils<br />
wechselnden Mitgliedsunternehmen und Partnern vor Ort<br />
stattfinden.<br />
Die erste Veranstaltung findet gemeinsam mit der DEKRA<br />
am 22. Mai 2012 im DEKRA Technology Center / Automobil<br />
Test Center auf dem Eurospeedway in Klettwitz statt. Etwa<br />
30 Branchenvertreter und Experten aus Wirtschaft, Politik,<br />
Wissenschaft und Forschung werden sich im Rahmen des<br />
Roundtables über richtungsweisende Fragen rund um den<br />
Themenschwerpunkt »Elektromobilität und Fahrzeugsicherheit«<br />
austauschen.<br />
Neben BEM-Präsident Kurt Sigl wird der Leiter des Automobil<br />
Test Centers der DEKRA, Uwe Burkhardt, die Diskussion mit<br />
einem Vortrag bereichern und die Teilnehmer im Anschluss<br />
über das Gelände führen.<br />
»BEM TV bietet die Möglichkeit unsere Aktivitäten, Projekte,<br />
Messeauftritte und das Engagement, unserer Mitglieder<br />
einem immer grösser werdenden Publikum vorzustellen. In<br />
diesem Jahr veranstalten wir mehrere Roundtable zu verschiedenen<br />
Themenschwerpunkten bei unseren Mitgliedsunternehmen<br />
und interessierten Partnern, die ebenfalls von<br />
BEM TV begleitet werden«, so Christian Heep, Vorstand Marketing<br />
beim Bundesverband eMobilität.<br />
»Langfristig ist geplant, daraus ein eigenes Sendeformat für<br />
eMobilität zu entwickeln. Ein abwechslungsreicher Mix aus<br />
Dokumentationen, Reportagen, Interviews und Statements<br />
unserer Experten, Beiräte und Mitglieder sowie interessanten<br />
Fahrstrecken soll dazu beitragen, die Neue Mobilität in der<br />
Bevölkerung zu verankern und Wissenslücken zu schließen.«<br />
grundlegend verändern wird. Saubere und leise Städte, eine<br />
nachhaltige Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien, Ressourcenschonung und weniger Ölimport-Abhängigkeiten<br />
aus meist instablien Regionen sind dabei<br />
nur einige Vorzüge, die es gilt, einem breiten Publikum zu<br />
veranschaulichen. Die technologischen Möglichkeiten sind<br />
da und wollen entsprechend kommuniziert werden. Mit Begeisterung<br />
und Faszination für eine Neue Mobilität wollen<br />
wir nun gemeinsam die nächsten Schritte angehen und hoffen<br />
dabei auf die ideelle, inhaltliche und finanzielle Unterstützung<br />
der Branche und unserer Mitglieder. Bei Interesse<br />
freue ich mich sehr über weiterführende Gespräche«, so<br />
Heep abschließend.<br />
Zeigen Sie sich und Ihr Engagement und diskutieren Sie mit Experten aktuelle Fragestellungen, die Sie und Ihre<br />
tägliche Arbeit im Bereich der Elektromobilität betreffen. Nutzen Sie die Möglichkeit, ausgewählten Branchenvertretern<br />
Ihre Ideen und Produkte vorzustellen und sich zu einem für Ihr Unternehmen relevanten Schwerpunkt auszutauschen<br />
und strategisch zu vernetzen. Als Mitveranstalter bestimmen Sie gemeinsam mit uns Thema, Agenda,<br />
Location und Gästeliste.<br />
Kontaktieren Sie bei Interesse und/oder Fragen Alexander Böhm unter alexander.boehm@bem-ev.de<br />
in der BEM-Hauptgeschäftsstelle.<br />
Mit Marko Kirchner haben wir einen vielseitig versierten<br />
Filmkomplizen für BEM TV begeistern können. Jahrelange<br />
Industrie, Film- und Fernseherfahrung im Bereich Motorjournalismus<br />
und Automobilformate als Filmemacher, Fernsehautor<br />
und Formatentwickler haben auch ihn erkennen<br />
lassen, welches Potenzial im Bereich Elektromobilität liegt.<br />
»Mit bewegten Bildern wollen wir eine Idee in die Welt hinaustragen,<br />
von der wir meinen, dass sie unsere Gesellschaft<br />
Die aktuellen Filme zu den Themen<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2011<br />
• Politischer Rundgang mit dem Parlamentarischen Beirat<br />
und Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee auf der<br />
eCarTec 2011<br />
finden sie online unter www.bem-ev.de/enews/bem-tv<br />
oder auch auf unserem YouTube-Kanal<br />
www.youtube.com/<strong>NEUE</strong> MOBILITAET<br />
70 Neue Mobilität Neue Mobilität 71
Marketing Und Medien<br />
Christoph B. Rößner<br />
Marketing Und Medien - Ralph Strobel<br />
Die letzte Meile bis in Herz<br />
und Kopf der Kunden<br />
Interview mit Ralph Strobel, Geschäftsführer der BER Marketing GmbH<br />
Sichtbare Symbole schaffen<br />
ANGEPASST AN DIE CORPORATE ARCHITECTURE IST DIE SOLARLADESTATION EIN BLICKFANG IN IHRER UMGEBUNG<br />
Für die EIGHT GmbH & Co. KG stehen die Themen Kommunikation<br />
und Elektromobilität in einem besonderen Verhältnis.<br />
Das Unternehmen aus Süßen hat schon bei der Konzeption<br />
und Planung seiner Solarladestation Point.One das Ziel<br />
verfolgt, mit dem Produkt ein sichtbares Symbol für nachhaltige<br />
und emissionsfreie Elektromobilität zu schaffen.<br />
»Individuelle Mobilität ist ein hochemotionales Thema.<br />
Nüchterne Argumente allein überzeugend die Bürger jedoch<br />
nicht. Um den Umstieg auf Elektromobilität zu schaffen,<br />
müssen die Menschen emotional angesprochen und begeistert<br />
werden« erklärt Christoph B. Rößner, geschäftsführender<br />
Gesellschafter von EIGHT. »Deshalb ist es uns ein zentrales<br />
Anliegen in Design, Technologie und Funktionalität<br />
unserer Solarladestation alle positiven Eigenschaften von<br />
Elektromobilität zu verkörpern, um somit für die Akzeptanz<br />
einer ganzen Technologie zu werben.«<br />
Zusätzlich sieht Rößner in seinem Ansatz die Möglichkeit<br />
für Einrichtungen und Organisationen jeder Art Elektromobilität<br />
als Element ihrer externen und internen Kommunikation<br />
sowie das Marketing zu nutzen. Er setzt dabei auf den<br />
positiven Effekt, den sichtbar nachhaltiges Handeln auf das<br />
Image, die Reputation und somit auch den Markterfolg hat.<br />
»Vor allem hochqualifizierte Arbeitnehmer, aber auch Kunden<br />
und Geschäftspartner, haben einen immer schärferen<br />
Blick darauf, wie nachhaltig ein Unternehmen agiert. Es hat<br />
einen sehr positiven Effekt, wenn Elektromobilität durch den<br />
Einsatz von Elektrofahrzeugen und einer Solarladestation zu<br />
einem sichtbaren und erlebbaren Teil der Unternehmensphilosophie<br />
wird«, berichtet Christoph Rößner. »Deshalb haben<br />
wir mit Point.One eine Lösung geschaffen, die Aufmerksamkeit<br />
erregt. Das Design kann an die Bild- und Formsprache<br />
jeder Organisation angepasst werden, wodurch sich die Solarladestation<br />
nahtlos in das Corporate Design einfügt. «<br />
Wie eng die Außendarstellung von Unternehmen mit der Gestaltung<br />
von Gebäuden verknüpft werden kann, belegt das<br />
verstärkt auftretende Phänomen der Corporate Architecture<br />
als effektives räumliches und emotionales Kommunikationselement.<br />
Hier gehen Unternehmen so weit, dass Firmengebäude<br />
so gestaltet werden, dass sie in ihrem Erscheinungsbild<br />
mit den konventionellen Marketingaktivitäten Hand in<br />
Hand gehen und die Marke repräsentieren. Solarladestationen<br />
wie Point.One verbinden eMobility mit Corporate<br />
Architecture, wodurch Erlebnisse geschaffen und Werte<br />
vermittelt werden. Somit wird eine nachhaltige und zukunftsorientierte<br />
Unternehmensphilosophie äußerst effektiv<br />
kommuniziert.<br />
Christoph B. Rößner // Geschäftsführender Gesellschafter<br />
EIGHT GmbH & Co. KG // www.eight.eu<br />
Im eMobilitäts-Markt gibt es heute bei den Kunden viele<br />
Fragen und große Unwissenheit. Wie aber kann der Kunde<br />
begeistert werden?<br />
Die Neue Mobilität braucht neue Lösungen. Die Profilierung<br />
als Marke wird in Zukunft entscheidend sein.<br />
Warum herrscht Kaufzurückhaltung in der eMobilität?<br />
Das liegt am hohen Preis, aber auch daran, dass vieles<br />
in der eMobilität für die Kunden anders ist als gewohnt:<br />
Fragen zu Reichweite, Ladedauer und -netz etc. und die Sorge<br />
vor Veränderungen dominieren, das macht unsicher. Die<br />
Gesellschaft ist heute vielschichtiger als früher. Es gibt nicht<br />
»den« Kunden für ein Produkt, Individualität ist nicht umsonst<br />
ein Megatrend. Wir reden hier über eine riesige Bandbreite:<br />
Trendsetter, Familien, Pendler, gewerbliche Zielgruppen<br />
usw. Alle haben Bedürfnisse und brauchen passende<br />
Lösungen für ihre Mobilität. Die Kunden haben einfach noch<br />
nicht das Vertrauen in die neue Welt, weil sie unbekannt und<br />
ungewohnt ist.<br />
Was kann dieses Vertrauen schaffen?<br />
Um Vertrauen bei Kunden aufzubauen, braucht man eine<br />
Marke. Eine Marke ist mehr als ein Logo, eine Marke gibt in<br />
einem unübersichtlichen Umfeld Orientierung. Sie steht für<br />
Werte, auf die man sich verlassen kann. Das ist heute ein<br />
sehr hohes Gut. Das kann Kundennähe oder Design, ein verlässlicher<br />
Service oder die besonders einfache und hilfreiche<br />
technische Lösung sein. Es geht darum, das Leben der Kunden<br />
nicht schwieriger, sondern einfacher zu machen. Und<br />
wenn der Kunde spürt, dass jemand seine Bedürfnisse ernst<br />
nimmt und ihm das auch einen Nutzen bringt, dann kauft<br />
er auch zu höheren Preisen. Er muss aber eine Produktwelt<br />
vorfinden, und nicht nur etwas, was neben bekannten Produkten<br />
irgendwo im Verkaufsraum steht. Ein Kunde erwartet<br />
heute einfach mehr, wenn er schon mehr ausgeben soll. Das<br />
gilt für alle Produkte, egal ob Fahrzeuge oder Ladesäulen,<br />
egal ob für private oder gewerbliche Kunden. Ein Produkt<br />
muss zur Marke werden. Das Profil einer Marke ist kein Zufall,<br />
sondern ein permanenter Prozess, von der Entwicklung<br />
bis zum Vertrieb oder Service. Das ist der genetische Code<br />
des Unternehmens.<br />
Können junge Unternehmen in der eMobilität überhaupt<br />
eine Marke aufbauen?<br />
Natürlich, aber von Beginn an sollten wichtige Punkte beachtet<br />
und eine emotionale und rationale Orientierung geboten<br />
werden. Nicht jede Innovation begeistert einen Kunden, der<br />
Großteil scheitert. Ein Hauptgrund: Sie ist an heutigen Bedürfnissen<br />
vorbei entwickelt und bei vielen Produkten ist<br />
der Kundennutzen unklar, denn dieser ist der entscheidende<br />
Kaufgrund - aus Sicht des Kunden, nicht aus Sicht des<br />
Herstellers. Die eigene Begeisterung verstellt oft den Blick<br />
auf die Kundenbedürfnisse. Ich muss meine Zielgruppen<br />
sehr genau kennen: Wie sieht ihr Alltag aus, wo sind ihre<br />
Herausforderungen, wann brauchen sie welche Lösung? Das<br />
kommt oftmals leider ganz zum Schluss, wenn überhaupt.<br />
Um diese Fragen muss ich mich schon bei der Entwicklung<br />
kümmern, ansonsten wird das Produkt austauschbar. Und je<br />
nach Kundensegment muss ich individuell vermarkten. Und<br />
was sehr wichtig ist: Ich muss eine Welt rund um das Produkt<br />
schaffen, Lösungen aufzeigen, die das Leben des Kunden<br />
besser oder einfacher machen. Meine Marke und meine<br />
Produkte müssen erfahren und erlebt werden, ich muss den<br />
Charakter und die Faszination nahebringen. Das ist die emotionale<br />
Orientierung. Ich muss dafür sorgen, dass Kunden<br />
mein Produkt nicht nur brauchen, sondern auch haben wollen.<br />
Ein Beispiel: Ein Smartphone brauche ich, denn es kann<br />
telefonieren. Aber die zugehörige Produktwelt ist viel, viel<br />
mehr. Sie sorgt dafür, dass ich das neue Gerät haben will,<br />
um in dieser Welt dabei zu sein. Deswegen: Frühzeitig auf<br />
die Kunden hören, durch Lösungskompetenz und Kundennähe<br />
überzeugen und ein eigenes Profil prägen. Wenn Sie<br />
das Vertrauen der Kunden gewinnen, gewinnen Sie auch deren<br />
Köpfe und Herzen.<br />
Ralph Strobel // BER Marketing GmbH<br />
www.ber-marketing.de<br />
ralph.strobel@ber-marketing.de<br />
72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73
Marketing Und Medien - Michael Tschakert<br />
Marketing Und Medien - Michael Tschakert<br />
Vernetzte Kommunikation<br />
mit Alltagsnähe<br />
Über eTestpiloten aus dem Bundestag<br />
Karl Roberts, Opel Ampera Service Techniker; Heinz Peter Schmitz, Centerleiter Autohaus Dresen; Sabine Hannert, BEM-Landesvertreterin<br />
NRW; Marc Te Poel, Verkaufsleiter; Ulrich Kelber, Bundestagsabgeordneter<br />
Die wenigsten Autofahrer sind bis dato selbst schon einmal<br />
ein Elektrofahrzeug gefahren. Eine sinnvolle Maßnahme ist<br />
es daher, wenn gesellschaftliche Akteure oder Politiker voran<br />
gehen und die Bürger in den Dialog rund um das Thema der<br />
alternativen Antriebstechnologie einbinden. Die Kommunikationsagentur<br />
PP:AGENDA hat deshalb diese Zielgruppen<br />
eingeladen, den Opel Ampera selbst Probe zu fahren.<br />
Die Agentur, die im Auftrag von Opel für den Ampera im Bereich<br />
politischer und gesellschaftlicher Kommunikation tätig<br />
ist, setzt dabei auf einen Zukunfts-Dialog mit persönlichem<br />
Fahrerlebnis, der zugleich auch einen Multiplikator-Transfer<br />
in die kommunale und öffentliche Debatte ermöglicht. »Besonders<br />
der Faktor Green, z.B. über die Kopplung von eMobilität<br />
und Erneuerbaren Energien, wird mittlerweile gern als<br />
»Huckepack-Strategie« von Unternehmen verstanden. Dabei<br />
muss dieses sensible Thema bürgernah und glaubwürdig<br />
kommuniziert und beworben werden. Mit Bürgern gelingt<br />
die notwendige vertrauensbildende Kommunikation am<br />
effektivsten. Die Zielgruppen verstehen sofort, dass es bei<br />
Testfahrten oder Regionalaktionen nicht um den schnellen<br />
PR-Auftritt in den Abendnachrichten geht, sondern dass ein<br />
wichtiges Zukunftsthema für jedermann begreiflich gemacht<br />
werden soll. Es geht letzten Endes um Partizipation und wegweisende<br />
Entscheidungen«, erläutert Michael Tschakert,<br />
Direktor Consulting & Management.<br />
Gerold Reichenbach (SPD), MdB aus Groß-Gerau, war Ende<br />
Januar 2012 der erste Abgeordnete und zeigte sich nach einer<br />
dreitägigen Probefahrt sehr zufrieden: »Mit dem Ampera<br />
manifestiert sich eine breite politische Diskussion wie die<br />
Mobilität der Zukunft aussehen kann und muss. Es ist gut,<br />
wenn Opel in Deutschland mit diesem innovativen Produkt<br />
einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht hat.«<br />
Volker Hoff, Vice President für Regierungsbeziehungen von<br />
Opel ergänzt: »Als erstes deutsches Fahrzeug verbindet der<br />
Opel Ampera die Vorteile des elektrischen Antriebes mit der<br />
Reichweite eines konventionellen Automobils. Der Ampera<br />
ist ein einzigartiges Konzept, mit dem Opel Innovationsführer<br />
in Deutschland ist.«<br />
Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-<br />
Bundestagsfraktion Ulrich Kelber kann der Ampera aus ganz<br />
praktischer Sicht punkten: »Da hat man ja endlich mal Platz.<br />
Endlich brauche ich keinen Schuhlöffel um einzusteigen.<br />
Das ist ein großer Komfort.« Neben dem oftmals genannten<br />
Fahrspaß sind Kelber aber auch ganz andere Aspekte wichtig,<br />
um das Thema Elektromobilität in den Alltag zu integrieren.<br />
Er denkt dabei an weitere Energie-Dienstleister, die<br />
dem Verbraucher eine praktische und zugleich nachhaltige<br />
Mobilitätsinfrastruktur bieten: »Wir benötigen zum Beispiel<br />
eine vernetzte Kommunikation in der Elektromobilität: Wenn<br />
ich in München die Batterie auflade, möchte ich trotzdem,<br />
dass ich meinen Tarif der Stadtwerke Bonn nutzen kann.«<br />
Neue Mobilitätskonzepte sind ein weiterer Weg, das Elektroauto<br />
mehr Menschen zugänglich zu machen. Das Öko-Institut<br />
hat in einer aktuellen Umfrage fast 1.500 Personen im<br />
Alter zwischen 18 und 82 Jahren zu ihrem Mobilitätsverhalten<br />
befragt. Fast jeder Dritte konnte sich vorstellen, künftig<br />
nur noch mit (elektrischen) CarSharing-Fahrzeugen, Mietwagen,<br />
Bussen und Bahnen unterwegs zu sein. Denn durch<br />
CarSharing, das besonders für Berufspendler außerhalb von<br />
Ballungszentren interessant ist, würden Eigenschaften, die<br />
heute noch irrtümlicherweise als Hemmnis wahrgenommen<br />
werden, in ein neues Verständnis von Zukunftsmobilität integriert.<br />
Trifft man im Alltag vermehrt auf eFahrzeuge, wie es durch<br />
eTaxen, eFirmenflotten oder eMietwagen der Fall wäre, würden<br />
Hemmungen vor der unbekannten Technik abgebaut<br />
werden. Ein Denkmodell, das auch im Stadt- und Standortmarketing<br />
zunehmend an Bedeutung gewinnt. Deshalb<br />
argumentieren Kommunikationsagenturen für individuell<br />
zugeschnittene Mobilitätskonzepte: »Wir müssen globale<br />
Themen, von denen jeder von uns aus den Medien erfährt,<br />
regional anpassen und für den Einzelnen verständlich und<br />
erlebbar machen. Dazu gehört eine strategische Bündelung<br />
des Standortpotenzials, um in Verbindung mit den eAkteuren<br />
die Bevölkerung an den neuen Entwicklungen teilhaben<br />
zu lassen«, so Tschakert.<br />
Urbane eKonzepte als Wegweiser für bundesweite eMobilität<br />
Um Erfahrbarkeit zu ermöglichen, kann Kommunikation für<br />
Außenwahrnehmung zwar viel erreichen, es liegt aber auch<br />
an dem Zusammenspiel von Hersteller, Energieversorger<br />
und Politik, die alltagsnahe Infrastruktur bereit zu stellen.<br />
Besonders Ballungsräume und Städte versuchen aufgrund<br />
von Lärm- und Umweltbelastungen nachhaltige Mobilitätskonzepte<br />
in den Verkehr zu integrieren. Hier greifen auch<br />
Vorurteile hinsichtlich der Reichweite von Elektroautos<br />
nicht. Zur Umsetzung bedarf es eLadestationen an strategisch<br />
wichtigen Punkten wie z.B. Arbeitsplatz und Wohnort.<br />
Ferner müssen die Städte neue Lösungen für die Vernetzung<br />
einzelner »grüner« Mobilitätselemente bereitstellen (z.B.<br />
telefonisch oder online buchbare eBikes/Pkw). Zusammen<br />
mit Forschungsinstituten und Agenturen wird bereits an dieser<br />
City-Logistik gearbeitet.<br />
Michael Tschakert // Direktor Consulting & Management<br />
PP:AGENDA GmbH<br />
www.pp-agenda.de<br />
74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75
Marketing Und Medien - Matthias GROHER & Prof. Robert Pelzel<br />
Marketing Und Medien - Matthias Groher & Prof. Robert Pelzel<br />
Vertrieb ist nicht Alles,<br />
aber Alles ist Vertrieb<br />
Auch die eMobilität unterliegt dem üblichen Produktlebenszyklus:<br />
Vor dem Marktwachstum liegt eine mehr oder weniger<br />
lange Einführungsphase. Diese Phase ist unter anderem<br />
von Investitionen in das Produkt selbst und für die technische<br />
Entwicklung geprägt. Aber auch von Investitionen in<br />
den Bereichen Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit?<br />
Der ein oder andere mag sich fragen, ob das nicht von<br />
allein geht, wenn man ohnehin ein gutes Produkt hat? Leider<br />
nicht..<br />
Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sind Faktoren,<br />
die bereits sehr früh berücksichtigt werden müssen. Insbesondere<br />
in der Phase der Produkteinführung und Investitionsvorentscheidung<br />
lohnen sich Investitionen in diesem Bereich,<br />
denn hier gilt das Prinzip First Come, First Served. Man<br />
kann in der Regel davon ausgehen, dass der erste Anbieter<br />
auf einem neu entstehenden Markt 50 Prozent des Marktes<br />
bedienen wird, wohingegen sich alle nachkommenden Anbieter<br />
den Rest untereinander aufteilen müssen.<br />
Welche Aspekte müssen also zwingend beachtet werden,<br />
um eMobilität auch in den Bereichen Vertrieb, Marketing<br />
und Öffentlichkeitsarbeit nachhaltig, erfolgreich zu positionieren?<br />
• Ein wesentlicher Teil des Erfolgs eines Unternehmens hängt<br />
von der Effizienz seiner Vertriebsorganisation ab.<br />
• Zentrale Aufgaben des Vertriebs sind der Absatz der eigenen<br />
Produkte / Dienstleistungen auf direktem oder indirektem<br />
Wege. Es gilt diese zu finden und zu etablieren.<br />
• Die strategischen Stoßrichtungen sind eindeutig auf<br />
Wachstum ausgerichtet, dazu müssen die erforderlichen<br />
Rahmenbedingungen geschaffen werden.<br />
• Die Verantwortung der Führung des Vertriebes liegt im<br />
rechtzeitigen Aufbau und dem Ausbau der Verkaufsorganisation,<br />
um quantitative und qualitative Ziele zu erreichen.<br />
Das Technik-Dilemma<br />
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welchen Fokus<br />
die eMobilitäts-Akteure derzeit setzen. Nehmen wir als ein<br />
Indiz einmal die Themen von verschiedensten, meist staatlichen<br />
Förderprogrammen, denn die sollen ja insbesondere<br />
in der Einführungsphase helfen, Elektromobilität als realistische<br />
Mobilitätsalternative zu etablieren. Ohne Anspruch<br />
auf Vollständigkeit, haben wir uns einige Beispiele verschiedenster<br />
Programme herausgesucht, die einen guten Querschnitt<br />
der geförderten Themen darstellen.<br />
• Leichtbau<br />
• Elektrische Busse für den Stadtverkehr<br />
• Konfigurierbare Lastkraftwagen / Schwertransport<br />
• Konnektivität im intermodalen Frachttransport<br />
• Batterietechnologien / Alterungsbeständige Materialien<br />
für Batterien<br />
• Elektrische Antriebe / Nächste Generation der elektrischen<br />
Motoren<br />
• Elektronische Regelungs- und Steuersysteme<br />
• Softwaregestütztes Energiemanagement<br />
• Fahrzeuginterne Datenkommunikation, Fahrerassistenzsysteme<br />
• Sicherheitstechnik<br />
• Logistik und Infrastruktur für die Energieversorgung<br />
• Elektromobile als Speicher- und Regelelemente<br />
• Innovative Elektrombilitätsdienstleistungen<br />
• IKT-basierte Lade- und Steuerungsinfrastrukturen<br />
• u.v.m.<br />
Man kann anhand dieser Beispiele und an zahlreichen Messeauftritten<br />
leicht erkennen: Im Mittelpunkt steht Technik,<br />
Technik und nochmals Technik. Wo sind die Themen rund um<br />
den Kunden? Die Themen, die echtes Kaufinteresse wecken?<br />
Die Themen, die helfen eMobilität zu zeigen und erlebbar zu<br />
machen?<br />
Scheinbar alle stürzen sich im Rahmen Ihrer Kommunikation<br />
auf die selben technischen Themen - lassen dabei aber<br />
die Bedürfnisse der Kunden völlig außen vor. Damit allein<br />
werden die Produkte rund um die Neue Mobilität aber mit<br />
Sicherheit nicht in großen Stückzahlen verkauft. Viel wichtiger<br />
wäre zum jetzigen Zeitpunkt die Einbeziehungen von<br />
Emotionen. Erfahrbarkeit und Markenbindung stehen hier<br />
an erster Stelle. Ein Beispiel aus der Praxis: Ohne das nachhaltig<br />
initiierte, strategische Marketing könnte auch Apple<br />
nicht von einer geplanten Absatzmenge von 400.000 iPads<br />
im Jahr 2012 alleine in Deutschland ausgehen. Eine Kaufentscheidung,<br />
die hauptsächlich durch Emotionen und den Kult<br />
um die Marke selbst geprägt ist.<br />
Das Medien-Dilemma<br />
Es gibt bereits jetzt funktionierende Fahrzeuge, Systeme,<br />
Lösungen und Ideen. Berichtet wird aber meist über Hemmnisse<br />
und Schwierigkeiten. Aktuelles Beispiel: die verzerrte<br />
Berichterstattung über den Opel Ampera bzw. sein amerikanisches<br />
Schwestermodell, den Chevrolet Volt.<br />
Der Hintergrund: Die zivile US-Behörde für Straßen- und<br />
Fahrzeugsicherheit (NHTSA) unterzog am 12. Mai 2011 einen<br />
Chevrolet Volt einem Crashtest auf ihrem Gelände in Wisconsin.<br />
Den Volt traktierten die NHTSA-Fachleute zunächst<br />
mit einem Seitenaufprall und anschließend mit einem Überschlag.<br />
Bei diesem und den anderen Crashtests schnitt der<br />
Volt bestens ab: Er bekam fünf von fünf möglichen Sternen.<br />
Das Autowrack wanderte danach, so wie es war, ins Lager.<br />
Wie danach bekannt wurde, begann der demolierte Volt dort<br />
21 Tage später plötzlich zu brennen. Als Brandherd machten<br />
die Ermittler das Batteriepaket des Volt aus. Es war bei dem<br />
Crash beschädigt, der Kühlkreislauf unterbrochen worden.<br />
Nach und nach war Kühlflüssigkeit ausgelaufen, die normalerweise<br />
dafür sorgt, dass die einzelnen Zellen der Akkupacks<br />
nicht überhitzen. Anders als von Chevrolet im Falle<br />
eines Unfalls empfohlen, war der Lithium-Ionen-Akku nach<br />
dem Crash von den NHTSA-Ingenieuren nicht elektrisch entladen<br />
worden, stand also noch unter Strom. Kein Wunder<br />
also, dass das Fahrzeug zu brennen angefangen hat. Niemand<br />
würde andersherum auf die Idee kommen, einen Benziner<br />
mit vollem Tank einem Crashtest zu unterziehen.<br />
Die Folge: GM und die gesamte Branche kämpfen gegen<br />
einen erheblichen Imageschaden an, den man mit einer<br />
fundierten Recherche seitens der Medienvertreter, ausreichend<br />
Hintergrundinformationen und besserer Öffentlichkeitsarbeit<br />
leicht hätte vermeiden können.<br />
Fazit<br />
Insbesondere für den Zukunftsmarkt Elektromobilität spielt<br />
strategisches Marketing eine essentielle Rolle. Die Elektromobilitäts-Akteure<br />
müssen lernen, auch im Bereich Ihrer<br />
Marketingarbeit langfristig und nachhaltig zu agieren.<br />
Investitionen in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit<br />
sind Investitionen in die Zukunft, für die<br />
bereits jetzt die notwendigen Mittel eingeplant werden sollten.<br />
Gerade in der Einführungsphase, in der wir uns aktuell<br />
befinden, ist eine solche Marketingstrategie notwendig, um<br />
auch langfristig erfolgreich zu sein. Immer mit dem Ziel, die<br />
Kunden bestmöglich zu informieren und auch emotional zu<br />
binden.<br />
Die Förderung von technischen Bereichen ist selbstverständlich<br />
wichtig und richtig, aber mindestens genauso wichtig ist<br />
die Unterstützung und Entwicklung von Vermarktungs-Konzepten<br />
im Bereich der Neuen Mobilität. Das insbesondere<br />
auch im Bereich der Fördermittelvergabe.<br />
Matthias Groher<br />
BayTech-Institut für Strategisches Management<br />
BayTech-Partner und BEM-Beirat<br />
matthias.groher@baytech.de<br />
Prof. Robert Pelzel<br />
BayTech-Institut für Strategisches Management<br />
BayTech-Partner<br />
robert.pelzel@baytech.de<br />
1 2 3 4 5 6 7<br />
1. Phase<br />
2. Phase 3. Phase 4. Phase 5. Phase 6. Phase 7. Phase<br />
Produktumsatz<br />
Investionsphase:<br />
Hier eben auch in Marketing<br />
und Vertrieb<br />
Wachstum<br />
Reifezeit<br />
Produktfindung<br />
Produktrealisierung<br />
Markteinführung<br />
Marktsättigung<br />
Produktgewinn<br />
Abstieg<br />
Der Produktlebenszyklus: Marketing und Vertrieb sind eine<br />
Investition in zukünftige Umsätze.<br />
76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77
»Gemeinsam werden wir etwas bewegen -<br />
und das nicht erst ab 2020«<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
elektromobilität<br />
in<br />
europa<br />
ÖSTERREICH<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store<br />
Special<br />
Bundesverband eMobilität<br />
Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />
so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />
www.bem-ev.de<br />
Projekte, initiativen und akteure in Österreich.
Österreich special - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie<br />
Österreich special - Verbund<br />
Elektromobilität in und<br />
aus Österreich<br />
Elektromobilität ist ein wichtiger Lösungsbaustein in Verkehrssystemen der Zukunft. Denn es geht darum, auch zukünftig<br />
sicher, sauber und leistbar von A nach B zu kommen. Weltweit investieren Unternehmen viele Millionen in<br />
dieses Zukunftsthema. Ganz vorne dabei ist Österreich, sowohl in Forschung und Entwicklung, aber auch in der Produktion<br />
von Spitzentechnologien, die weltweit gefragt sind.<br />
eMobilität mit 100% Erneuerbarer<br />
Energie hat Vorrang<br />
Österreich hat die besten Voraussetzungen für Elektromobilität, weil der Strom<br />
heute schon überwiegend aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.<br />
Elektromobilität steht im Zentrum vieler VERBUND Aktivitäten<br />
© VERBUND<br />
Das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation<br />
und Technologie (bmvit) ist dabei schon seit mehr<br />
als zehn Jahren ein strategischer Partner für Forschung und<br />
Wirtschaft und Initiator transnationaler Programmkooperationen.<br />
Wir setzen uns zum Ziel, dass im Jahr 2020 jeder fünfte<br />
neuzugelassene Pkw teil- oder vollelektrifiziert ist. Dieses<br />
Ziel kann nur mit mehreren parallelen Handlungssträngen<br />
erreicht werden. Technologie, Forschung, Verkehrspolitik,<br />
Infrastrukturplanung, Rohstoffe und Energiesysteme - all<br />
das muss aufeinander abgestimmt werden. Saubere Mobilität<br />
muss für die Menschen in Österreich attraktiv, bedarfsgerecht<br />
und leistbar sein.<br />
Attraktive intermodale eMobilitätsangebote sind dabei von<br />
besonderer Relevanz, da zukünftig verstärkt die Nutzung<br />
von Fahrzeugen, ergänzend zum Fahrzeugbesitz und auch<br />
in Kombination mit dem öffentlichen Verkehr, nachgefragt<br />
werden wird. Und das stellt sowohl heutige Fahrzeuge als<br />
auch vorhandene Infrastrukturen vor große Herausforderungen.<br />
Interoperabilität, als Fähigkeit zur möglichst nahtlosen<br />
Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Techniken<br />
oder Organisationen, ist gerade auf dem noch jungen Gebiet<br />
der Elektromobilität von Bedeutung. Begleitend dazu gilt es<br />
gemeinsame funktionale, regulative oder organisatorische<br />
Normen, Standards und Regeln zu etablieren, um funktionsfähige<br />
Verbindungskorridore zu schaffen.<br />
Aus österreichischer Sicht ist es daher essentiell schon jetzt<br />
die Implementierung von grenzüberschreitend interoperablen<br />
eMobilitätsangeboten vorzubereiten und nachhaltig<br />
in die nationalen Verkehrs- und Infrastruktursysteme zu<br />
integrieren. Zahlreiche Leuchtturmprojekte in Europa und<br />
Österreich, wie EMPORA, eMoRail oder SMILE, entwickeln<br />
dazu bereits erste funktionsfähige Systemlösungen, in die<br />
Erfahrungen aus ersten Modell- und Anwenderregionen einfließen.<br />
Diese gilt es nun miteinander zu verbinden und in<br />
grenzüberschreitenden Anwendungen zu implementieren.<br />
Österreich fokussiert daher im Frühjahr 2012 die Ausschreibung<br />
»Leuchttürme der Elektromobilität« des Klima- und<br />
Energiefonds, auf die Technologieentwicklung und Umsetzung<br />
grenzüberschreitend interoperabler Lösungen für<br />
eMobilitätsangebote, die in Kooperation mit europäischen<br />
Anwendungsregionen realisiert werden.<br />
Heimo Aichmaier // Koordinator E-Mobilität im<br />
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie<br />
(bmvit)<br />
www.leuchttuerme-e-mobilitaet.at<br />
www.klimafonds.gv.at<br />
www.bmvit.gv.at<br />
Als Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der<br />
größten europäischen Stromerzeuger aus Wasserkraft rückt<br />
VERBUND Elektromobilität ins Zentrum vieler Aktivitäten.<br />
Wie etwa mit »emporA« dem größten österreichischen Forschungsförderungsprojekt,<br />
VIBRATe der grenzüberschreitenden<br />
eMobilitäts-Region und der Beteiligung am EU-Projekt<br />
»Greening European Tansportation Infrastructure for Electric<br />
Vehicles«. Auch die Gründung der Plattform »Austrian Mobile<br />
Power« war eine Initiative von VERBUND, der sich mehr<br />
als 30 Unternehmen wie Siemens, KTM, AIT, AVL und Magna<br />
anschlossen.<br />
Elektromobilität ist der Schlüssel zur nachhaltigen Senkung<br />
des Energieverbrauchs und der CO 2-Emissionen im Individualverkehr.<br />
In einer, vom VERBUND beauftragten Umweltbundesamt-Studie<br />
mit dem Titel »Elektromobiliät in Österreich«<br />
(2010) werden bis 2020 mehr als 200.000 eFahrzeuge für<br />
Österreich errechnet. Bis 2050 kann die eMobilität die CO2-<br />
Emissionen im Pkw-Verkehr um 80% senken. Bis 2020 kann<br />
sie bereits zur Erreichung der österreichischen Energie- und<br />
Klimaziele beitragen. Für eine Vorreiterrolle Österreichs bei<br />
der Einführung der eMobilität sieht VERBUND eine abgestimmte<br />
nationale Road Map, die Sicherstellung des ökologischen<br />
Nutzens durch Strom aus ausschließlich Erneuerbarer<br />
Energie, sowie transparente Marktregeln unabdingbar.<br />
»Wir stehen für die Abdeckung des notwendigen Strombedarfs<br />
aus Erneuerbarer Energie und bevorzugen österreichische<br />
Wertschöpfung in einem internationalen Kontext.<br />
VERBUND ist einer der größten Stromproduzenten aus<br />
Wasserkraft in Europa. Siemens betreibt z.B. das weltweite<br />
Kompetenzzentrum für »Smart Grids« in Österreich und Graz<br />
beherbergt das Weltzentrum für Elektromobilität im Magna-<br />
Konzern. Gemeinsam verschreiben wir uns dem Credo »Anwendernutzen<br />
statt Technikverliebtheit« und stehen so für<br />
fokussierte Anreize für eine effiziente und systematische<br />
Einführung der Elektromobilität«, so DI Mag. Wolfgang Pell,<br />
Leiter des Kompetenzzentrums Innovation VERBUND.<br />
Bis 2016 plant VERBUND neue Wasserkraftwerke in Österreich,<br />
mit denen jährlich zusätzlich fast 900 Mio. kWh Strom<br />
erzeugbar sind. Dazu kommen 100 Mio. kWh, die VERBUND<br />
zusätzlich in den kommenden Jahren aus heimischer Windkraft<br />
gewinnen will. Somit kann allein VERBUND im Jahr 2016<br />
eine Mehrerzeugung an Strom aus heimischen erneuerbaren<br />
Energiequellen von 1 Mrd. kWh anbieten; damit können<br />
500.000 Elektroautos in Österreich betrieben werden.<br />
Gerlinde Gänsdorfer // Kommunikationsmanagerin Innovation<br />
VERBUND<br />
www.verbund.com<br />
80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81
Österreich special - Austrian Mobile Power<br />
Österreich special - Virtual Vehicle<br />
eMobilität »Made in Austria«<br />
Austrian Mobile Power - die Plattform für Elektromobilität wächst weiter<br />
Mitglieder der Austrian Mobile Power:<br />
ABB, VERBUND, Siemens, Magna, KTM, EVN, Salzburg AG, Wien Energie, Energie Steiermark, TIWAG, REWE, Infineon, The<br />
Mobility House, Raiffeisen Leasing, Austrian Institiute of Technology, AVL List, LinzAG, A1 Telekom Austria, Fronius, BEKO<br />
AG, HAGER GmbH, Innovation Service Network, Automobil Cluster Styria, Clusterland Oberösterreich, VIRTUAL VEHICLE,<br />
FEEI, KELAG, Schrack, ÖAMTC, Österreichs Energie, New Design University, IMFT, OVE und Vereinigung der Österreichischen<br />
Industrie.<br />
Das virtuelle Fahrzeug<br />
wird Realität<br />
Effiziente Fahrzeugentwicklung für<br />
eine leistbare, sichere und umweltfreundliche Mobilität der Zukunft<br />
AMP Geschäftsführer Dipl. Ing. Roman Bartha, Wiens Vizebürgermeisterin, Mag.a Maria Vassilakou und AMP Geschäftsführer<br />
Dipl. Ing. Wolfgang Pell<br />
VIRTUAL VEHICLE - effiziente Fahrzeugentwicklung für die Mobilität der Zukunft<br />
Mit 34 Mitgliedern aus allen elektromobilitätsrelevanten<br />
Branchen ist Austrian Mobile Power (AMP) die Plattform für<br />
Elektromobilität. Gemeinsam treiben sie innovative eMobilitäts-Projekte<br />
voran und stärken damit den Technologiestandort<br />
Österreich. Erklärtes Ziel ist die Schaffung einer Basis, um<br />
Österreich in das Zeitalter der Elektromobilität zu führen. 2020<br />
sollen mindestens 210.000 mit sauberem Strom betriebene<br />
Elektrofahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs sein.<br />
Die Plattform arbeitet mit ihren Partnern am Gesamtsystem<br />
Elektromobilität - beginnend vom Fahrzeug, über Ladeinfrastruktur,<br />
Einbindung in Smart Grid, intelligente Abrechnungssyteme<br />
und Verkehrstelematiklösungen bis hin zum<br />
Nutzer. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit den öffentlichen<br />
Entscheidungsträgern eine Roadmap »E.mob.austria«<br />
entwickelt. Diese umfasst Anwender, Mobilitätsregionen,<br />
Stromnetz und die Aufbringung des erneuerbaren Stroms<br />
von der Pilotphase bis zum Massenmarkt 2020.<br />
»Bei der Entwicklung des Gesamtsystems, gilt es den Anwendernutzen<br />
in den Vordergrund zu stellen. Das bedeutet<br />
vor allem, dass Technik und Infrastruktur einem einheitlichen<br />
- bestenfalls internationalen - Standard unterliegen.<br />
Ganz klar im Fokus unserer Aktivitäten steht auch die Optimierung<br />
österreichischer Wertschöpfung. Unsere Mitglieder<br />
sind großteils österreichische Leitbetriebe mit internationalem<br />
Hintergrund«, so DI Wolfgang Pell, Geschäftsführer Austrian<br />
Mobile Power und Leiter des Competence Center Innovation,<br />
VERBUND AG. Zur Realisierung dieser Ziele werden deutlich<br />
mehr als 50 Millionen EUR investiert.<br />
Bewusstseinsbildung und Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen,<br />
das sind aus heutiger Sicht die Maßnahmen<br />
für die erfolgreiche Einführung der Elektromobilität. Bundeseinheitliche<br />
Vorschriften bei Errichtung und Betrieb der<br />
Infrastruktur müssen forciert werden. Hier sind Politik, Interessenvertretungen,<br />
Wirtschaft und Medien gefragt. Das<br />
spiegelt sich auch in der neuen AMP-Struktur wider: Unternehmen<br />
und Organisationen der Bereiche Fahrzeug, Energieversorger,<br />
Systemanbieter, Anwendertechnologien und<br />
Interessenvertretung, arbeiten in der Plattform zusammen.<br />
Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen<br />
- Energieeffizienz, Reduktion von Emissionen und Versorgungssicherheit<br />
ist Elektromobilität darüber hinaus ein<br />
wichtiger Schlüssel zur Erreichung der europäischen und<br />
auch der österreichischen Klimaschutzziele, da sie zu jedem<br />
einzelnen dieser Ziele einen beachtlichen Beitrag leisten<br />
kann.<br />
Gerlinde Gänsdorfer // Austrian Mobile Power<br />
www.austrianmobilepower.at<br />
Sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde - und der<br />
Bedarf an individueller Mobilität wächst. Entscheidende<br />
Fragen, mit welchen Fahrzeugen und Antriebskonzepten<br />
dieser Bedarf nachhaltig, effizient und umweltschonend<br />
erfüllt werden kann, sind großteils ungeklärt. Das VIRTUAL<br />
VEHICLE in Graz setzt sich als ein führendes Forschungsund<br />
Entwicklungszentrum für die Fahrzeugkonzepte der<br />
Zukunft mit diesen Fragen auseinander. Rund 200 Experten<br />
bieten fundiertes und weitreichendes Know-how im Bereich<br />
der virtuellen Entwicklung, der übergreifenden Simulation,<br />
der funktionalen Prototypenerprobung bis hin zur Validierung<br />
von neuen Konzepten und Methoden. Die Expertise<br />
umfasst aufbauend auf der Entwicklung der Komponenten<br />
und dem Leichtbau bei neuen und innovativen Fahrzeugkonzepten<br />
besonders die effiziente Gesamtfahrzeugentwicklung.<br />
In Kooperation mit der Technischen Universität<br />
Graz steht dafür eine umfassende Test- und Prüfstands-Infrastruktur<br />
konzentriert an einem Standort zur Verfügung.<br />
Dr. Jost Bernasch, Geschäftsführer des VIRTUAL VEHICLE:<br />
»Neue Fahrzeugkonzepte müssen sicher, effizient und<br />
leistbar sein, und darüber hinaus dem individuellen Mobilitätsbedarf<br />
des Menschen entsprechen. Dazu entwickeln<br />
wir innovative Methoden, Prozesse und Tools, um das virtuelle<br />
Fahrzeug Realität werden zu lassen. Kernthema für die<br />
Fahrzeugindustrie ist die Erhöhung der Entwicklungseffizienz:<br />
Die Aufgabe lautet heute weniger, die Entwicklungszeit<br />
von 20 Monaten noch deutlich zu reduzieren, sondern<br />
innerhalb von drei Jahren 20 neue Modelle zu schaffen.<br />
Und nicht zuletzt muss Neue Mobilität generell im übertragenden<br />
Sinne auch »leistbar« für die Umwelt sein, in Bezug<br />
auf Ressourcenverbrauch und Emissionen.«<br />
Prof. Hermann Steffan, Wissenschaftlicher Leiter des VIR-<br />
TUAL VEHICLE: »Das VIRTUAL VEHICLE schafft eine effiziente<br />
Brücke zwischen universitärer Forschung und industrieller<br />
Entwicklung, die durch die enge Kooperation mit<br />
renommierten Universitäten - allen voran mit der TU Graz<br />
als größten und bedeutendsten wissenschaftlichen Partner<br />
- und führenden Industrieunternehmen ermöglicht wird.<br />
Basierend auf der langfristig geförderten Spitzenforschung<br />
durch das COMET K2 Programm ist eine international anerkannte<br />
und weltweit vernetze Forschungseinrichtung<br />
am Standort Graz entstanden, welche die Entwicklung der<br />
Fahrzeugkonzepte von morgen vorantreibt.«<br />
Wolfgang Wachmann<br />
VIRTUAL VEHICLE<br />
www.v2c2.at<br />
82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83
Österreich special - VIBRATe<br />
Österreich special - ElectroDrive Salzburg<br />
Grenzenlose eMobilität<br />
ist Realität<br />
eCarSharing als Chance<br />
für Städte<br />
Die »Grüne Autobahn« zwischen Wien und Bratislava<br />
VIBRATe - Grenzenlose Elektromobilität ist Realität im GroSSraum Wien – Bratislava<br />
© VIBRATe<br />
EMIL - das sind derzeit zehn Elektroautos des Typs Mitsubishi i-MiEV, die man an fünf Stationen in Salzburg ausleihen kann.<br />
VIBRATe - VIenna BRATislava e-mobility ist die erste derartige<br />
Zusammenarbeit zur grenzüberschreitenden Anwendung<br />
von Elektromobilität in Mitteleuropa. 20 öffentliche Institutionen<br />
und private Unternehmen sind seit Anfang 2012 emissionsfrei<br />
und energieeffizient auf der »Grünen Autobahn«<br />
in der Twin-City-Elektromobilitätsregion zwischen Wien und<br />
Bratislava unterwegs. Die Region birgt mit rund 3 Millionen<br />
Einwohnern ein hohes Potenzial für Elektromobilität.<br />
Die Initiatoren des Demoprojektes sind die österreichischen<br />
Energieversorger VERBUND, EVN und Wien Energie. Auf slowakischer<br />
Seite ist der Energieversorger Západoslovenská<br />
energetika gemeinsam mit Energetické centrum Bratislava<br />
an dem Projekt beteiligt. Die EU fördert das Projekt im Rahmen<br />
des Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit<br />
Slowakei - Österreich 20<strong>07</strong>-2013. Die Partner werden<br />
bis 2013 mehr als eine Million EUR in die Twin-City-Region<br />
investieren. Ziel der Projektpartner ist, die Vorteile einer<br />
emissionsfreien und energieeffizienteren Mobilität zu demonstrieren<br />
und Bewusstsein dafür in der Öffentlichkeit zu<br />
schaffen. Mit dem Effekt, dass mehr Autofahrer auf umweltschonende<br />
Mobilität umsteigen.<br />
VIBRATe wird ein funktionsfähiges Gesamtsystem »Elektromobilität«<br />
aufbauen und legt damit den Grundstein für<br />
den Verkehr der Zukunft. Dafür werden Ladestationen an<br />
ausgewählten öffentlichen und semi-öffentlichen Stellen<br />
(beispielsweise Kundenparkplätze bei Einkaufszentren) für<br />
Schnell- und Normalladung errichtet. Ein Schwerpunkt des<br />
Projektes liegt in der Demonstration der Benutzerfreundlichkeit<br />
und Praxistauglichkeit von Elektrofahrzeugen im<br />
Verkehrsalltag. Dazu zählt auch die grenzüberschreitende<br />
Abrechnung (Roaming) des verbrauchten Stroms an der<br />
Ladestation über den Energieversorger der Kunden, egal<br />
in welchem Land. Die Erfahrungen der Nutzer werden zwei<br />
Jahre lang gesammelt und während des Projektverlaufs der<br />
Öffentlichkeit präsentiert.<br />
»Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen<br />
Energieeffizienz, Reduktion von Emissionen und Versorgungssicherheit<br />
ist Elektromobilität ein wichtiger Schlüssel<br />
zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele, da sie zu<br />
jedem einzelnen dieser Ziele einen beachtlichen Beitrag leisten<br />
kann. Wir freuen uns, dass wir mit dieser grenzüberschreitenden<br />
Modellregion neue Maßstäbe für die Elektromobilität<br />
setzen und damit gleichzeitig mehr Lebensqualität in unserer<br />
Region ermöglichen«, betont Dipl.-Ing. Mag. Wolfgang Pell,<br />
Leiter des Kompetenzzentrums Innovation bei VERBUND.<br />
Gerlinde Gänsdorfer // Robert Kettmann<br />
VIBRATe<br />
www.emobility-vibrate.eu<br />
Salzburg ist bereits seit 2009 Modellregion für Elektromobilität<br />
in Österreich. Zu verdanken hat dies die Mozartstadt<br />
dem lokalen Energieversorger Salzburg AG bzw. dem Tochterunternehmen<br />
ElectroDrive Salzburg. Dort setzt man massiv<br />
auf das Zukunftsthema Neue Mobilität. Jüngstes Projekt<br />
in diesem Bereich ist das erste CarSharing-Angebot Österreichs,<br />
das ausschließlich auf Elektroautos setzt. »EMIL«,<br />
ein gemeinsames Tochterunternehmen mit dem Handelsunternehmen<br />
REWE International AG, verleiht stundenweise<br />
Elektroautos in der Stadt Salzburg.<br />
»CarSharing mit Elektroautos ist ökologisch doppelt sinnvoll:<br />
Zum einen sind weniger Autos unterwegs, zum anderen<br />
werden diese mit Ökostrom betrieben«, so August Hirschbichler,<br />
Vorstandssprecher der Salzburg AG. Für die Umsetzung<br />
konnte mit dem Handelsunternehmen REWE International<br />
AG ein starker internationaler Partner gewonnen werden.<br />
Mit Grünstrom-Tankstellen, Hybrid-Lkw oder elektrischen<br />
Test-Autos unterstützt REWE seit Jahren immer wieder die<br />
eMobilität. »Die Erfahrungen in Salzburg werden zeigen, wie<br />
schnell wir unser System auf andere österreichische Städte<br />
ausdehnen können«, so Peter Breuss, Technischer Direktor<br />
REWE International AG. Bis zum Jahr 2016 wird es allein in<br />
Salzburg 40 EMIL-Ausleihstationen geben. Schon jetzt zeigen<br />
Städte wie Wien und Graz großes Interesse daran, das<br />
Modell zu übernehmen.<br />
Auto kaufen war gestern<br />
Die Leihauto-Idee ist natürlich nicht neu, aber wirkungsvoll:<br />
Viele Fahrer teilen sich dabei ein Auto und zahlen nur<br />
dann, wenn sie es wirklich benötigen. Frei nach dem Credo<br />
»Nutzen statt besitzen« ist man mit EMIL genau dann mobil,<br />
wann man möchte. Werkstattrechnungen, Betriebs- und Versicherungskosten<br />
gehören damit ebenso der Vergangenheit<br />
an, wie der Ärger über die ständig steigenden Spritpreise.<br />
Stattdessen ist man mit EMIL stundenweise mobil - und tut<br />
auch etwas für die Umwelt.<br />
Laut einer Studie der Experten des Verkehrsclubs Österreich<br />
(VCÖ) kann ein CarSharing-Auto bis zu acht Privat-Pkw ersetzen.<br />
Im Schnitt ist ein Privat-Pkw nur eine Stunde am Tag<br />
in Betrieb. Die restliche Zeit steht er. CarSharing verhindert<br />
solche Leerläufe: Durch die gemeinsame Nutzung werden<br />
nicht nur die Kosten, sondern auch die Anzahl der stehenden<br />
Fahrzeuge reduziert. Noch nachhaltiger ist das EMIL-Modell,<br />
weil dabei ausschließlich Elektroautos zum Einsatz kommen,<br />
die mit Ökostrom betrieben werden.<br />
Bernhard Bauer<br />
ElectroDrive Salzburg<br />
www.fahre-emil.at<br />
www.electrodrive-salzburg.at<br />
84 Neue Mobilität Neue Mobilität 85
Österreich special - e-connected<br />
Österreich special - e-connected<br />
Sanfte Mobilität in der<br />
Alpenrepublik<br />
Photo: illwerke vkw<br />
Österreich zählt zu den europäischen Vorreitern in Sachen<br />
Elektromobilität. Möglich wurde das durch die konsequente,<br />
österreichische Förderpolitik und deren bedingungslose<br />
Koppelung an erneuerbare Energien.<br />
Bereits seit vier Jahren initiiert und unterstützt der Klimaund<br />
Energiefonds der österreichischen Bundesregierung<br />
den Aufbau von Elektromobilitäts-Modellregionen. In Vorarlberg,<br />
dem westlichsten Bundesland Österreichs entstand<br />
2008 mit der VLOTTE die erste Modellregion zur Einführung<br />
und Entwicklung der Elektromobilität. Das Modell im Rheintal<br />
wurde vom österreichischen Klima- und Energiefonds mit<br />
4,7 Millionen EUR in der ersten und 551.000 EUR in der zweiten<br />
Projektphase gefördert. Träger des Projekts ist die Vorarlberger<br />
Elektroautomobil Planungs- und Beratungs GmbH<br />
(VEA) - ein Unternehmen von illwerke vkw. Derzeit sind etwa<br />
360 Fahrzeuge im VLOTTE-Verband unterwegs. Mittlerweile<br />
gibt es in Österreich sieben weitere eModellregionen. »Hier<br />
wird heute schon die emobile Zukunft gelebt«, erklärt Ingmar<br />
Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.<br />
»Die Modellregionen sollen als Erfahrungsquelle, Keimzelle<br />
und Multiplikator für die Entwicklung der eMobilität in Österreich<br />
wirken. So können in einer geographisch abgegrenzten<br />
Region konzentriert eine große Anzahl an Fahrzeugen eingeführt<br />
werden. Dies vermeidet großflächige »Stranded<br />
Investments« sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Unternehmen«,<br />
begründet Höbarth die Entscheidung für Modellregionen,<br />
von wo aus »Erfahrungen aus abgegrenzten<br />
Regionen am besten auf ganz Österreich übertagen werden<br />
können.«<br />
Fördervoraussetzung Erneuerbare Energien<br />
Eine weitere, in Österreich sehr wichtige Fördervoraussetzung<br />
ist, dass 100% der durch das Fahrzeug verbrauchten<br />
Energie durch zusätzlich erzeugte Erneuerbare Energie bereitgestellt<br />
werden muss. Ein wichtiger Aspekt sind auch<br />
entsprechende Geschäftsmodelle, wie sie zum Beispiel in<br />
der zweiten vom Klima- und Energiefonds geförderten Modellregion<br />
in Salzburg praktiziert werden. ElectroDrive Salzburg<br />
bietet seit 2009 Mobilität im Abo an. Elektrofahrzeuge<br />
können in der Mozartstadt entweder geleast oder gemietet<br />
werden. Mit der mitgelieferten Ladekarte kann Ökostrom an<br />
den ElectroDrive Ladestationen bezogen werden.<br />
In der seit 2010 bestehenden steirischen Modellregion<br />
Großraum Graz liegt der Schwerpunkt auf intelligenten systemischen<br />
Mobilitätslösungen, die sowohl die Nutzung von<br />
eFahrzeugen als auch Formen des Öffentlichen Verkehrs attraktiver<br />
machen. Durch die Nutzung der Innovationen des<br />
Autoclusters, Angebote im Sharing-Betrieb und die Anbindung<br />
an moderne Kommunikationssysteme sollen die intermodalen<br />
Wegeketten verlängert werden.<br />
Die Modellregion e-mobility on demand Wien fokussiert<br />
ebenfalls seit 2010 die stufenweise Umstellung auf ein integriertes<br />
Gesamtverkehrssystem, das den öffentlichen<br />
Verkehr durch Elektromobilität und eCarsharing sinnvoll<br />
ergänzt. Themenschwerpunkte sind multimodale Wegeketten<br />
auf Basis des Öffentlichen Verkehrs, Errichtung von<br />
Hotspots mit einem breiten Angebot von eFahrzeugen, Umstellung<br />
von Firmenflotten und Entwicklung einer multifunktionalen<br />
Mobilitätskarte für die Nutzer. In der Modellregion<br />
Eisenstadt e-mobilisiert werden seit zwei Jahren, stufenweise<br />
City Taxis auf eTaxis umgestellt. Eine One-Size-Fits-All<br />
Karte ermöglicht die Integration der Elektromobilität in die<br />
öffentlichen Verkehrswege. Im Vorjahr wurden insgesamt<br />
drei weitere Modellregionen geschaffen. Mit E-Mobility Post<br />
hat sich die Österreichische Post AG zum Ziel gesetzt, alle<br />
Sendungen in Österreich ab 2011 klimaneutral zuzustellen.<br />
Ein wesentlicher Baustein dafür ist eine Umstellung eines<br />
Teil der Fahrzeugflotte auf eFahrzeuge. Die Modellregion E-<br />
LOG Klagenfurt bearbeitet auf ambitionierte Weise das Thema<br />
Logistik. In Kärnten kommen dazu 200 unterschiedliche<br />
eFahrzeuge zum Einsatz. Zentrales Ziel der Modellregion<br />
e-pendler in Niederösterreich ist die energieeffiziente und<br />
klimaschonende Gestaltung des Pendlerverkehrs durch Verlagerung<br />
zum Öffentlichen Verkehr in Verbindung mit dem<br />
Einsatz von Elektrofahrzeugen für individuelle Fahrten. An<br />
diesem Projekt sind insgesamt 49 niederösterreichische Gemeinden<br />
zwischen Wien und Wiener Neustadt beteiligt.<br />
Green Mobility und energieeffiziente Technologien<br />
Forschung. Unter dem Titel »Leuchtturm Österreich E-Mobil«<br />
fördert der Klima- und Energiefonds Forschungs- und<br />
Entwicklungsprojekte im Bereich der nachhaltigen Mobilität<br />
und Energieversorgung. Das Programm zielt auf die Vernetzung<br />
und funktionale Bündelung erfolgreich laufender Aktivitäten<br />
und Projekte in Österreich, die zur schrittweisen<br />
Markteinführung beitragen. »Mit diesem Programm wird die<br />
Entwicklung von eMobilität in der täglichen Verkehrspraxis<br />
forciert, u.a. durch die intelligente Vernetzung mit dem öffentlichen<br />
Verkehr und den Aufbau von Ladeinfrastrukturen«<br />
erklärt Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und<br />
Energiefonds. Die bereits laufenden Projekte, denen rund<br />
Klima- und Energiefonds<br />
26 Mio Fördergeld zugesagt worden sind, tragen, so Vogel,<br />
wesentlich dazu bei, Österreich als Pionier in Sachen Forschung<br />
und Entwicklung im Bereich eMobilität in Europa zu<br />
positionieren.<br />
Kommunikation. Als begleitende Maßnahme rund um die<br />
Einführung der Elektromobilität in Österreich, wurde bereits<br />
2009 die Plattform e-connected gegründet. Diese Initiative<br />
für Elektromobilität und nachhaltige Energieversorgung<br />
stellt allen Marktteilnehmern und Interessenten Informationen<br />
zur Verfügung und erleichtert den Erfahrungsaustausch.<br />
Dieser wurde durch die Gründung von Arbeitsgruppen, im<br />
Rahmen derer wesentliche Fragestellungen zur Elektromobilität<br />
erörtert und konkrete Lösungsvorschläge sowie spezifische<br />
Empfehlungen erarbeitet wurden, gewährleistet.<br />
Ein Medium stellt die eigens geschaffene Website www.econnected.at<br />
dar. Sie entstand ursprünglich aus dem<br />
Wunsch, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen der Öffentlichkeit<br />
zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile ist www.e-connected.at<br />
ein umfassendes Informationsportal, für den gesamten<br />
deutschsprachigen Raum zum Thema Elektromobilität,<br />
das neueste Informationen zur Verfügung stellt.<br />
Foto: Klimafonds/Ringhofer<br />
Ute Fuith<br />
e-connected<br />
eine Inititative des Klima- und Energiefonds<br />
www.klimafonds.gv.at<br />
Der Klima- und Energiefonds wurde 20<strong>07</strong> durch die österreichische Bundesregierung ins Leben gerufen, um die<br />
Umsetzung ihrer Klimastrategie zu unterstützen. Von 20<strong>07</strong> bis 2011 konnte ein Fördervolumen von 597 Millionen<br />
EUR umgesetzt werden. 2011 waren weitere 147 Millionen EUR budgetiert. Dabei setzt der Klima- und Energiefonds<br />
auf eine breite Wirksamkeit seiner Initiativen: Der Aufbau von Modellregionen und Demonstrationsprojekten verspricht<br />
dabei einen hohen Multiplikationseffekt, der mit vergleichsweise geringem Mittelaufwand erzielt wird. Seit<br />
seiner Gründung hat der Klimafonds in Österreich rund 35.000 Projekte unterstützt. Fördereffizienz ist zentrales<br />
Führungsziel der Klimafonds-Geschäftsführung: Die umfassenden Förder- und Impulsaufgaben werden von einem<br />
zehnköpfigen Team unter der Geschäftsführung von DI Theresia Vogel und DI Ingmar Höbarth, umgesetzt. Ein Expertenbeirat<br />
unterstützt den Klima- und Energiefonds bei seiner Arbeit.<br />
86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87
Österreich special - Siemens Österreich<br />
Österreich special - Kelag<br />
Strom macht mobil<br />
Ladeinfrastruktur in Österreich<br />
Siemens beschäftigt sich umfassend mit dem Thema Elektromobilität<br />
Der Kärntner Energieversorger vertreibt in Österreich die derzeit modernste Ladeinfrastruktur.<br />
Elektroantrieben gehört die Zukunft. Um den fortschreitenden<br />
Klimawandel mit seinen weitreichenden Folgen wirksam<br />
eindämmen zu können, ist eine Reduktion der globalen CO 2-<br />
Emissionen notwendig. Da besonders der Verkehrssektor<br />
große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase verursacht,<br />
sind gerade auf diesem Gebiet innovative Technologien und<br />
nachhaltige Forschung und Entwicklung gefragt. Siemens<br />
beschäftigt sich umfassend mit dem Thema Elektromobilität.<br />
Das fängt an bei der regenerativen Stromerzeugung, der<br />
Entwicklung der elektrischen Infrastruktur samt ihrer Einbindung<br />
in intelligente Stromnetze und der Kommunikation<br />
zwischen Auto und Netz, bis hin zu elektrischen Antrieben<br />
von Fahrzeugen.<br />
Elektromobilität in der Praxis<br />
Siemens Österreich ist Gründungsmitglied der Elektromobilitätsplattform<br />
Austrian Mobile Power (AMP). In der AMP<br />
arbeiten die führenden österreichischen Unternehmen aus<br />
Energiewirtschaft, Industrie und Forschung zusammen, um<br />
die Basis für eine rasche Umsetzung der Elektromobilität in<br />
Österreich zu schaffen. AMP zählt über 30 Mitglieder und<br />
ist als offene Plattform konzipiert, die österreichische Lösungen<br />
für ein Elektromobilitäts-System, das auf europäischen<br />
Standards aufbaut, entwickelt. Gemeinsam soll so<br />
insgesamt der Technologiestandort Österreich gestärkt werden.<br />
Im Rahmen von AMP läuft auch das größte Elektromobilitätsprojekt<br />
Österreichs, das vom Klima- und Energiefonds<br />
der österreichischen Bundesregierung gefördert wird.<br />
In Ybbs an der Donau hat Siemens eine Ladesäule errichtet,<br />
die mit Parkscheinautomaten kombinierbar ist und pro Stellplatz<br />
über eine eigenständige Steckdose verfügt. Es gibt<br />
daher keine »reservierten« Elektro- bzw. Hybridauto-Plätze,<br />
jeder Platz kann von jeder Art von Fahrzeug benutzt werden.<br />
So werden die Bereiche »Parken« und »Laden« harmonisch<br />
und hoch wirtschaftlich miteinander verbunden.<br />
Elektromobilität und Smart Grids<br />
Elektrofahrzeuge zeichnen sich nicht nur durch geringe Emissionen<br />
aus; sie lassen sich zudem perfekt in ein Smart Grid<br />
integrieren - Siemens ist in Österreich auch an Forschungsprojekten<br />
zu diesem Thema beteiligt. Innerhalb eines Smart<br />
Grid sind Elektrofahrzeuge nicht nur Verbraucher. Sobald<br />
höhere Strommengen über erneuerbare Energiequellen erzeugt<br />
werden, können die Fahrzeuge als mobile Energiespeicher<br />
dienen. In Zeiten mit hohem Energieverbrauch können<br />
die Elektrofahrzeuge die Energie wieder in das Netz einspeisen.<br />
Im Zusammenspiel mit Erneuerbaren Energien schöpfen<br />
somit Lösungen zur Elektromobilität ihr volles Potenzial<br />
für den Umweltschutz aus.<br />
Roman Bartha // Siemens Österreich<br />
www.siemens.at<br />
Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Voraussetzung<br />
für eine schnelle Verbreitung der elektrisch betriebenen<br />
Fahrzeuge im Individualverkehr sind europaweit einheitliche<br />
Standards bei der Ladeinfrastruktur. Was tut sich<br />
auf diesem Gebiet?<br />
Als Ladekonzepte sind Akkuwechsel, Induktionsladen und<br />
Ladestationen in Diskussion. Je nach Ladeleistung können<br />
eAutos zwischen einer halben Stunde und sechs Stunden<br />
zum Aufladen brauchen. Für den Kärtner Energieversorger<br />
Kelag ist Elektromobilität ein strategisch relevantes Thema<br />
- das Unternehmen ist ganz klar ein Vorreiter auf dem Gebiet<br />
in Österreich.<br />
»Die Bereitstellung und der Verkauf von Ladeinfrastruktur in<br />
ganz Österreich soll die Entwicklung des Elektroauto-Marktes<br />
vorantreiben. Wenn die Menschen keine Angst haben<br />
müssen, unterwegs den Akku ihres Auto wieder aufladen<br />
zu können, werden sie auch mehr Vertrauen in Elektroautos<br />
bekommen. Für uns ist ganz klar - Elektroautos gehört die<br />
Zukunft. Allein die Entwicklung der letzten drei Jahre war so<br />
rasant, wie es sich vorher niemand vorstellen konnte«, so<br />
Werner Pietsch, Leiter Marketing & Marktentwicklung der<br />
Kelag. »Derzeit gibt es noch eine Vielzahl unterschiedlicher<br />
Ladestationen mit unterschiedlichsten Steckern und Bezahlsystemen.<br />
Nun sehen wir einen Trend, dass vermehrt professionell<br />
betriebene und vor allem intelligente - sprich an ein<br />
Control-Center angebundene - Ladetechnik errichtet wird.<br />
Ladepunkte mit Einschränkungen wie »Tanken« nach telefonischer<br />
Voranmeldung oder dergleichen werden zunehmend<br />
weniger.«<br />
Moderne Ladetechnik, die mit entsprechenden Kommunikationsmöglichkeiten<br />
ausgestattet ist, bietet die Möglichkeit,<br />
das Laden von eFahrzeugen intelligent zu gestalten. Zum<br />
Beispiel könnte die Ladeleistung erhöht werden, wenn viel<br />
Energie im Netz ist, die gerade nicht gebraucht wird. Auch<br />
ein intelligentes Leistungsmanagement ist möglich, zum<br />
Beispiel an Orten, an denen viele eFahrzeuge gleichzeitig geladen<br />
werden müssen, wie bei Einkaufszentren, Kinos, Theatern<br />
oder Sporteinrichtungen. Die zur Verfügung stehende<br />
Netzleistung wird automatisch auf die einzelnen Fahrzeuge<br />
verteilt. Ein Rückspeisen aus den Fahrzeugen ins Netz ist<br />
bei den derzeitigen Batteriekosten nicht sinnvoll. Technisch<br />
möglich wäre es. Mit sinkenden Batteriepreisen und höherer<br />
Zyklenfestigkeit ist es in Zukunft denkbar.<br />
Die Nutzung durch die Kunden ist stark standortabhängig.<br />
Manche Ladestationen sind praktisch immer belegt und<br />
manche sind nur von Zeit zu Zeit frequentiert. Es zeigt sich<br />
auch, dass Ladepunkte, die höhere Ladeleistungen bieten,<br />
von Kunden mit entsprechenden Fahrzeugen aufgrund der<br />
kürzeren Ladezeiten bevorzugt genutzt werden.<br />
Weitere Infos unter www.kelag-autostrom.at.<br />
88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89
Österreich special - STeirische wirtschaftsförderung<br />
Österreich special - EMPORA<br />
Clean Mobility als<br />
Standort-Motor<br />
Elektromobilität als<br />
Gesamtsystem<br />
eMobilität ist mehr als Fahrzeuge und Strom<br />
Der Jetflyer - ein Elektrofahrzeug entwickelt und produziert in der Steiermark<br />
© Katarzyna von heinemann<br />
»Wachstum durch Innovation« lautet das Motto, unter dem<br />
die Zukunftsregion Steiermark weiter gestärkt werden soll.<br />
Das Thema Mobilität ist dabei ein wesentlicher Treiber. Und<br />
das mit besonderem Erfolg: Hier treffen Tradition und Vision<br />
aufeinander.<br />
Schon im Jahr 1906 wurden in der Landeshauptstadt Graz<br />
die ersten Kraftwagen gebaut und nicht zufällig werden heute<br />
hier die Weichen für die Zukunft der Mobilität gestellt - mit<br />
AVL und MAGNA STEYR als zwei der weltweit führenden Entwicklungspartner<br />
der Automobilindustrie im Zeitalter alternativer<br />
Antriebskonzepte als prominente Beispiele. All das<br />
und vieles mehr wirkt wie ein Magnet: Bereits über 180 Unternehmen<br />
sind Mitglied im ACstyria Autocluster. Eingebettet<br />
in die Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 »Wachstum<br />
durch Innovation« verfolgt der ACstyria das Ziel, die Steiermark<br />
als automotive Region auch im Zeitalter der elektrifizierten<br />
Antriebssysteme zu positionieren, in der an innovativen<br />
Technologien und nachhaltigen Lösungen zur Reduktion<br />
der Umweltbelastung durch Mobilität gearbeitet wird. Die<br />
Schwerpunkte dabei sind ECO-Powertrains, ECO-Materials<br />
sowie ECO-Design & Smart Production.<br />
So ist z.B. die Errichtung eines Batterietestzentrums geplant<br />
und Unternehmen wie die e-volution Elektromobilitätskonzepte<br />
GmbH entwickeln zukunftsweisende Elektrofahrzeugkonzepte<br />
wie den Jetflyer. Der Großraum Graz selbst nimmt<br />
als eine der fünf österreichischen Modellregionen für Elektromobilität<br />
auch in der Anwendung eine Vorreiterrolle ein.<br />
Steirischer Innovationsgeist<br />
Mit einer regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote<br />
von 4,3% liegt die Steiermark europaweit im Spitzenfeld. Die<br />
Erfolgsgeschichte der Steiermark als Paradeland der Innovation<br />
baut auf einem soliden Fundament auf: Fünf Universitäten,<br />
zwei Fachhochschulen und mit der höchsten Ingenieurquote<br />
Europas auch beste personelle Rahmenbedingungen.<br />
In den Universitäten sind die vielen fachlichen Bezüge zum<br />
Automobilbau fest verankert, auch das Thema alternative<br />
Antriebstechnologien resp. Elektromobilität. Mit dem Frank<br />
Stronach Institut (FSI - benannt nach dem in der Steiermark<br />
geborenen Magna-Gründer) baut man in einem Private-Public-Partnership-Modell<br />
international viel beachtete Brücken<br />
zwischen Wissenschaft, Ausbildung und Wirtschaft.<br />
Unternehmen, die von diesem dynamischen Umfeld in der<br />
Steiermark profitieren möchten, werden von der Steirischen<br />
Wirtschaftsförderung SFG bestens betreut und bekommen<br />
professionelle Unterstützung verschiedenster Art.<br />
Dr. Karl Ritsch<br />
Steirische Wirtschaftsförderung SFG<br />
www.sfg.at/neuland<br />
Vor rund zwei Jahren wurde das vom VERBUND koordinierte<br />
Projekt E-Mobile Power Austria - EMPORA ins Leben gerufen.<br />
Mit einem Gesamtprojektvolumen von 26 Mio. EUR<br />
und 21 österreichischen Leitbetrieben aus den Bereichen<br />
Fahrzeugentwicklung, Systementwicklung, Infrastruktur<br />
und Forschung, stellt EMPORA mit seinen 2 Forschungsprojekten<br />
- EMPORA 1 und EMPORA 2 - das größte Forschungsund<br />
Entwicklungsprojekt Österreichs dar (Projektdauer:<br />
Januar 2010 bis März 2014). Gefördert vom Klima- und<br />
Energiefonds der Bundesregierung mit insgesamt 12 Mio.<br />
EUR, wird mit vereinten Kräften an einer gemeinsamen Systemarchitektur<br />
für den Elektromobilitätssektor gearbeitet.<br />
Die Komplexität des Themas Elektromobilität spiegelt<br />
sich in der unternehmensübergreifenden Arbeitsweise<br />
und durch die Vielzahl an Partnern wider, die die gesamte<br />
Wertschöpfungskette abdecken. »Die Arbeit im Projekt<br />
macht deutlich, dass es bei eMobilität nicht nur um Fahrzeuge<br />
und Strom geht, sondern um verschiedene Player im<br />
Gesamtsystem«, erklärt DI Mag. Wolfgang Pell, Leiter des<br />
Kompentenzzentrum Innovation VERBUND.<br />
Schwerpunkt von EMPORA ist der Nutzeransatz. Dabei werden<br />
Hindernisse für die Nutzung und die breite Einführung<br />
von Elektromobilität identifiziert und in einzelnen Arbeitspaketen<br />
einer Lösung zugeführt. So wird beispielsweise die<br />
»Reichweitenangst« potentieller eMobilitäts-Nutzer durch<br />
Effizienzerhöhung auf Seite der Fahrzeug- und Infrastrukturtechnologie<br />
reduziert, die Sicherheit der Versorgung mit<br />
Ladestrom wird durch konkrete Netzplanung erhöht und<br />
die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur wird durch die Entwicklung<br />
von Managementlösungen sichergestellt.<br />
Ziel ist es, Elektromobilität über die gesamte Wertschöpfungskette<br />
abzudecken und Entwicklungslösungen zu erarbeiten.<br />
Dabei wird die Vernetzung und Verknüpfung mit<br />
anderen europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten<br />
und Initiativen im Projekt EMPORA fokussiert und<br />
aktiv organisiert.<br />
Nicht zu letzt aufgrund der Verpflichtung Österreichs im<br />
Rahmen des Kyoto-Protokolls zur Verringerung der Treibhausgas-Emission,<br />
muss eine nachhaltige Mobilitätslösung<br />
für die Zukunft geschaffen werden. Mit der Einführung von<br />
Elektromobilität können wesentliche Emissionsreduktionen<br />
im Verkehrssektor erreicht werden.<br />
Eva Maria Plunger<br />
Projektleitung: EMPORA<br />
www.empora.eu<br />
90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91
Österreich special - Automobil-Cluster Oberösterreich<br />
ERSTE<br />
ELEKTRO<br />
Die Zukunft fährt mit Strom<br />
Und mit Technologie aus Österreich<br />
FLOTTEN<br />
Österreich entwickelt Komponenten für kostengünstige Elektromobilität<br />
Zwölf Partnerunternehmen des Automobil-Clusters Oberösterreich<br />
entwickeln gemeinsam im Kooperationsprojekt<br />
»Clean Motion Offensive« (CMO) kostengünstige Komponenten<br />
für Elektrofahrzeuge und eine einfache Anwendung<br />
der Infrastruktur. CMO wird vom österreichischen Staat mit<br />
über vier Mio. Euro gefördert.<br />
Biodiesel-Range-Extender. Der oberösterreichische Motorenbauer<br />
Steyr Motors entwickelt im Rahmen von CMO einen<br />
2-Zylinder Range-Extender, der mit erneuerbaren Kraftstoffen<br />
betrieben wird und eine zusätzliche Reichweite von<br />
250 km ermöglicht. Er hat ein Gesamtgewicht von weniger<br />
als 100 kg und einem Tankinhalt von max. 15l Diesel.<br />
SEM-Box - »vielsprachiges« Kommunikationssystem. Das<br />
Unternehmen Smart-e-Mobility (SEM) arbeitet an einem<br />
Kommunikationssystem zwischen Elektrofahrzeug und<br />
Daten-Usern (z.B. Fahrzeughalter, Batterieverleih, Leasingunternehmen<br />
oder Energieversorger). Die Daten geben u.a.<br />
Auskunft darüber, wann und wo ein E-Auto in der Regel aufgeladen<br />
wird, ob oft schnell mit viel Power oder langsam mit<br />
weniger Ampere geladen wird. Mit diesen Infos kann etwa<br />
ein Energieanbieter benötigte Strommengen besser verteilen.<br />
Auch erkennt die selbstlernende SEM-Box bestimmte<br />
Benützungsmuster und kann dadurch die Lebensdauer von<br />
Batterien vorhersagen.<br />
Bremsenergie »zwischenlagern«. Der Fly Wheel Schwungradspeicher<br />
der Technischen Universität Graz dient als hocheffizienter<br />
Kurzzeit-Energiespeicher zur Abdeckung von Leistungsspitzen<br />
(Boost-Funktion). Die Vorteile des Fly Wheels<br />
sind die Verbrauchsreduktion durch Zwischenspeicherung<br />
der Bremsenergie und die starke Lebensdauererhöhung der<br />
Batterie.<br />
Intelligent versorgt - Systemsteuerung HESSPC. Der HES-<br />
SPC (High Energy Storage System Power Controller) des<br />
oberösterreichischen Unternehmens Lightweight Energy ist<br />
ein intelligentes Steuerungssystem, das die Kombination<br />
mehrerer völlig unterschiedlicher Energiequellen in einem<br />
Traktionssystem erlaubt. Damit können auch der Range-<br />
Extender von Steyr Motors und das Fly Wheel der TU Graz in<br />
ein Fahrzeug elektrisch integriert werden.<br />
Wer kann wann wo wie viel Strom laden? Damit die benötigte<br />
Energie zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung<br />
steht, sorgen intelligente Systeme für die optimale<br />
Verteilung. Die Projektpartner KEBA (führendes österreichisches<br />
Unternehmen für elektronische Steuerungen), Linz<br />
AG (Energieversorger der Landeshauptstadt Linz) und die<br />
Fachhochschule Wels beschäftigen sich mit der Entwicklung<br />
einer intelligent gesteuerten Ladeinfrastruktur, Ladekontrollsystemen,<br />
der Integration von Smart-Grid Schnittstellen,<br />
benutzerfreundlichen Interaktionsmöglichkeiten, Lastmanagement<br />
und praktischen Flottenbetreiber-Modellen.<br />
www.cleanmotion.at // www.automobil-cluster.at<br />
Firmenflotten. Fahrschulen. Taxiunternehmen.<br />
92 Neue Mobilität
Erste Flotten - IsarFunk<br />
Erste Flotten - Taxi center ostbahnhof<br />
Die Mobilität wird<br />
sich drastisch ändern<br />
Interview mit Christian Hess, Geschäftsführer IsarFunk Taxizentrale München<br />
Ein Gewinn für Alle<br />
Interview mit Peter Köhl, Geschäftsführer Taxi Center Ostbahnhof GmbH<br />
Sie haben im Juli das erste Elektrotaxi Deutschlands in Ihre<br />
Flotte aufgenommen. Wie kamen Sie auf diese Idee?<br />
Die Mobilität wird sich vor allem in den Städten drastisch ändern.<br />
Die Jüngeren fahren immer weniger Auto, weil sie es<br />
sich nicht mehr leisten können und weil das Auto für sie kein<br />
Statussymbol mehr ist. Das Taxigewerbe muss sich dem anpassen.<br />
Vor dem Hintergrund sehen wir einen starken Trend<br />
weg vom eigenen Auto, hin zum ÖPNV, zum Rad - aber auch<br />
zum Taxi. Das erste Elektrotaxi Deutschlands ist unser<br />
Signal, wohin Taxifahren gehen wird. Unsere Flotte wird<br />
jetzt schon jeden Monat mit Hybrid- oder Erdgasfahrzeugen<br />
umweltfreundlicher. Aktuell sind 82 ADAC-zertifizierte Eco-<br />
Taxis für uns in München unterwegs. Mit dem eTaxi wollten<br />
wir prüfen, inwieweit Elektromobilität für das Taxigewerbe<br />
jetzt schon eine Rolle spielen kann und die Erfahrungen für<br />
zukünftige Anschaffungen nutzen.<br />
Wie bewährt sich das Fahrzeug im Praxiseinsatz?<br />
Unsere Erwartungen an den Praxiseinsatz waren nicht sehr<br />
groß. So wussten wir von vornherein um die Reichweitenbeschränkung<br />
des Fahrzeugs. Der i-MiEV ist mit seiner Reichweite<br />
von maximal 150 Kilometern nicht fähig, eine ganze<br />
Schicht durchzufahren. Ein Taxler hat zwar einmal eine komplette<br />
Schicht im Testbetrieb gefahren, musste dann aber<br />
eine Fahrt an den Flughafen an einen Kollegen weitergeben,<br />
da er mit seiner Restladung nicht mehr in die Stadt zurückgekommen<br />
wäre. Ist der Akku leer, muss der i-MiEV mindestens<br />
sechs Stunden an die Steckdose, fällt also für die<br />
darauffolgende Schicht komplett aus. Die Anschaffung als<br />
Komplettsystem - also inklusive Schnellladestation - ist jedoch<br />
sehr unwirtschaftlich, da hier Systemkosten von über<br />
50.000 EUR zustande kommen. Deshalb scheuen Unternehmer<br />
davor zurück, ein derartiges Fahrzeug in ihre Flotte aufzunehmen.<br />
Die Fahrerinnen und Fahrer wiederum machen<br />
den Job nicht zum Spaß, sondern um Geld zu verdienen und<br />
da ist die Gefahr, lukrative Fahrten aufgrund des Akkustandes<br />
ablehnen zu müssen, einfach zu groß. Am Ende des Versuchs<br />
im Frühsommer werden wir ein Fazit ziehen und nach<br />
dem nächsten, möglichen eTaxi Ausschau halten.<br />
Wie sind die Reaktionen der Fahrgäste?<br />
Die Reaktionen der Fahrgäste waren durchweg positiv. Nicht<br />
nur die umweltfreundliche Fahrbilanz wird gelobt und geschätzt,<br />
sondern auch die Stille im Fahrzeug. Anfangs sind<br />
alle Fahrgäste irritiert, weil man weder ein Anfahren noch<br />
Gasgeben hört, aber dann begeistert die Technik. Auch das<br />
Platzangebot wurde überraschenderweise positiv aufgenommen<br />
- zumindest bei den Fahrgästen ohne großes Gepäck.<br />
Wir haben sogar einmal insgesamt drei Personen gefahren<br />
- da kommt die Rückbank schon an ihre Grenzen.<br />
Langfristig planen Sie eine »Null-Emissions-Flotte«. Wie<br />
sehen die nächsten Schritte diesbezüglich aus?<br />
Nach wie vor unterstützen wir angeschlossene Taxiunternehmer<br />
dabei, beim Neukauf von Fahrzeugen auf umweltfreundliche<br />
Modelle zu setzen. Aktuell bieten wir, zusammen<br />
mit der erdgas mobil GmbH, eine Prämie beim Neukauf eines<br />
VW Touran an. Wir fördern den Neukauf von Fahrzeugen, die<br />
so emissionsarm wie möglich fahren und vom ADAC als Eco-<br />
Taxis zertifiziert werden. Langfristig wollen wir die komplette<br />
IsarFunk-Flotte auf umweltfreundliche Fahrzeuge umgestellt<br />
haben. Wie bereist erwähnt, sehen wir uns jetzt bereits nach<br />
einem Elektrofahrzeug um, das wieder ein Stück mehr »taxigerecht«<br />
ist, als der Mitsubishi.<br />
Christian Hess<br />
Geschäftsführer<br />
IsarFunk 450 540<br />
Taxizentrale München<br />
www.isarfunk.de<br />
Als erstes und bisher einziges Taxiunternehmen ist das<br />
BEM-Mitgliedsunternehmen Taxi Center Ostbahnhof mit<br />
dem Umweltpreis der Stadt München 2011 ausgezeichnet<br />
worden. Wofür genau?<br />
Seit 2008 substituieren wir unsere Dieselfahrzeuge konsequent<br />
mit Vollhybrid Fahrzeugen und werden demnächst<br />
unseren 43. Toyota Prius in Betrieb nehmen. Die Umweltvorteile<br />
des Prius, der im Stop and Go Verkehr alle Vorteile<br />
des Vollhybridantriebs ausspielen kann, ermöglichen eine<br />
Reduktion der CO 2-Emission um bis zu 50% gegenüber unseren<br />
Dieselfahrzeugen.<br />
Wie reagieren Ihre Kunden?<br />
Die Faszination der rein elektrischen Fortbewegung im<br />
Schleichverkehr und die absolute Ruhe im Stand, sind immer<br />
wieder Anlass für begeisterte Kundenrückmeldungen.<br />
Das ständige Nachrücken am Standplatz ohne das lästige<br />
Brummbrumm eines Anlassers, bedeuten, vor allem in den<br />
Nachtstunden, einen Gewinn für alle.<br />
Wie sind die Erfahrungen Ihrer Fahrer bis dato?<br />
Ein weitere positive Erfahrung ist der durch die Rekuperation<br />
bedingte geringe Bremsenverschleiß. Lag der Wechselintervall<br />
an der Vorderachse unserer Dieselfahrzeuge bei<br />
etwa 30.000 Kilometern, so ist dies beim Prius erst bei etwa<br />
90.000 Kilometern der Fall. Oft sind auch nach 200.000 Kilometern<br />
noch die original Bremsbeläge auf der Hinterachse.<br />
Ähnliche Werte erwarten wir für Elektrofahrzeuge. Unsere<br />
Erfahrung mit der neuen Technik sind, nach mehr als 3 Millionen<br />
Kilometern ohne nennenswerte Reparaturen, überaus<br />
positiv. Selbst bei Fahrzeugen jenseits der 300.000 Kilometer<br />
können wir kein Schwächeln der Hybrid-Batterie feststellen.<br />
Wie schaut es mit reinen Elektrofahrzeugen aus?<br />
Ganz neu ist seit Anfang März unser Opel Ampera, Deutschlands<br />
erstes Elektrotaxi ohne Reichweitenproblematik, das<br />
im täglichen Einsatz sein wird.<br />
Gerne würden wir auch batterieelektrische Autos einsetzen.<br />
Dies scheitert jedoch aktuell noch an der fehlenden Ladeinfra-<br />
struktur, um seriösen, vor allem zuverlässigen Taxiservice<br />
anbieten zu können. Mit dem Ampera gehen wir unseren<br />
Weg Richtung Elektromobilität konsequent weiter. Wir haben<br />
damit das Ei (sprich Auto) und warten auf die Henne<br />
(sprich Ladeinfrastruktur)! Oder war‘s umgekehrt?<br />
In München können Sie unsere Umwelt-Taxis ohne jede<br />
Mehrkosten erfahren. Mit dem APP »myTaxi« (für iOS- und<br />
Android) kann man »Taxi Center Ostbahnhof« als Favorit anlegen<br />
und erhält damit bevorzugt eines unserer Hybrid-Taxis<br />
oder unseren Opel Ampera. Nur wenn wir nicht in Ihrer Nähe<br />
sein sollten, kommt ersatzweise ein fossiles Fahrzeug. Im<br />
Übrigen dürfen Sie auch am Standplatz Ihr Taxi auswählen.<br />
Seit März neu in der Flotte: der Opel Ampera<br />
Peter Köhl<br />
Geschäftsführer Taxi Center Ostbahnhof GmbH<br />
www.umwelt-taxi.de<br />
94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95
Erste Flotten - Deutscher Taxi- und Mietwagenverband e.V.<br />
Erste Flotten - Fahrschule Dettmar<br />
Das Taxi der Zukunft<br />
an der Steckdose?<br />
Fahrschüler elektrisch<br />
unterwegs<br />
Volker Stein von der Fahrschule Dettmar spricht im Interview über den Einsatz von<br />
Elektrofahrzeugen im Fahrschulbetrieb<br />
Taxis mit ihrer Jederzeit- und Überall-Verfügbarkeit sind Garanten<br />
öffentlicher Mobilität rund um die Uhr. Sie vernetzen<br />
nicht nur die klassischen Verkehrsträger miteinander, sondern<br />
spielen auch in innovativen Mobilitätsplattformen eine<br />
wesentliche Rolle. Taxis sind prominente Botschafter der<br />
Mobilität, sowohl als Aushängeschild wie auch als Versuchsträger.<br />
Auch vor dem Hintergrund drohender Innenstadtverbote<br />
engagiert sich das deutsche Taxigewerbe mit seinem Branchenverband<br />
BZP schon seit rund drei Jahrzehnten im Bereich<br />
alternativer Antriebe, nach dem Einsatz von Biodiesel<br />
liegt der aktuelle Fokus vor allem auf Erdgas, rund 10.000<br />
der insgesamt 80.000 Taxis und Mietwagen in Deutschland<br />
sind aktuell Erdgasfahrzeuge.<br />
Das Gewerbe ist durchaus aufgeschlossen - wenn die Angebote<br />
den besonderen Rahmenbedingungen gerecht werden.<br />
Um diese zu begreifen, muss man die »Monotonie«<br />
auf deutschen Taxiständen mit Mercedes und Volkswagen<br />
als absolute Platzhirsche hinterfragen. Bieten nicht andere<br />
Hersteller gute und sehr gute Autos, die auch Taxi-tauglich<br />
sind? Ja, aber das Gesamtpaket muss stimmen: Top-Werkstattservice,<br />
schnell verfügbare Ersatzteile und Leihtaxis sowie<br />
last but not least taxiaffine Händler vor Ort sind weitere<br />
wichtige Bausteine für den nachhaltigen Erfolg einer Marke.<br />
Das Ideal-Taxi glänzt dabei nicht nur mit Komfort und Zuverlässigkeit,<br />
sondern mit den geringsten Kilometerkosten über<br />
die gesamte Haltedauer gerechnet.<br />
Aufgrund des eminent hohen Kostendrucks kann sich in der<br />
Branche niemand Experimente leisten, weder finanzielle<br />
noch technische. Übersetzt heißt das: Reichweite, Kosten,<br />
Zuverlässigkeit und Gesamthandling müssen stimmen. Da<br />
haben die derzeit erhältlichen, rein elektrisch betriebenen<br />
Fahrzeuge leider noch ziemlich schlechte Karten. Angaben<br />
von 160km Reichweite schrumpfen in der Praxis zusammen,<br />
insbesondere im Winter mit stromfressendem Heizungsbetrieb.<br />
Erste eTaxis wie in München oder Hagen sind da eher<br />
Standartenträger des guten Willens als ernstzunehmende<br />
Alternativen.<br />
Diese könnten aber in Konzepten wie der 2010 vorgestellten<br />
Volkswagen-Studie »Berlin Taxi« liegen, die mit ordentlichem<br />
Platzangebot und innovativen Details aufwartet. Mit<br />
Reichweiten von bis zu 300 Kilometern ist mit dem reinen<br />
eFahrzeug zumindest eine Durchschnittsschicht im Taxialltag<br />
abzudecken. Für den in Großstädten weit verbreiteten<br />
Mehrschichtbetrieb wären allerdings begleitende Lösungen<br />
wie standardisierte Wechselbatterien oder Schnellladestationen<br />
an den Taxistandplätzen notwendig. Solange sich die<br />
europäische Fahrzeugindustrie aber noch nicht einmal auf<br />
einheitliche Ladestecker verständigt, liegt bis zu einer taxigerechten<br />
Infrastruktur noch ein weiter Weg vor uns.<br />
Was häufig noch als utopisch belächelt wird, kann aber bei<br />
einer Kraftanstrengung aller Beteiligten vielleicht schon in<br />
wenigen Jahren echte Alternativen auch für das Taxigewerbe<br />
hervorbringen und so ein deutliches Ausrufezeichen setzen.<br />
Bis dahin werden aber moderne, schadstoffarme Diesel -<br />
idealer Weise kombiniert mit Hybrid-Technik - und eventuell<br />
auch eAutos mit Range Extender umweltfreundliche Taximobilität<br />
gewährleisten. Wie vom Kunden gewohnt - jederzeit<br />
und überall!<br />
RA Frederik Wilhelmsmeyer<br />
Stellvertretender Geschäftsführer<br />
Deutscher Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP)<br />
www.bzp.org<br />
Volkswagen-Studie »Berlin-Taxi« / Quelle: Volkswagen AG / BZP<br />
Was war Ihre Motivation, vier Tage lang Fahrstunden mit einem<br />
Elektroauto anzubieten?<br />
Meiner Meinung nach ist Elektromobilität die kommende<br />
Technik im innerstädtischen Verkehr, die sich noch in einer<br />
Anfangsphase befindet. Ich wollte selbst austesten, wie sich<br />
ein Elektrofahrzeug im Alltag bewährt. Mir konnte vorher beispielsweise<br />
keiner die Frage beantworten, ob die Leistung<br />
der Akkus im Alltagsgebrauch abnimmt. Meine Befürchtung<br />
ging nun mal dahin, dass es bei diesen Fahrzeugen ähnlich<br />
wie bei einem Handy ablaufen könnte, von dem bekannt ist,<br />
dass der Akku an Leistung verliert. Der Wert dieser Fahrzeuge<br />
würde damit ins Bodenlose sinken, da die Preise für das<br />
Fahrzeug zum großen Teil aus dem Akku-Preis herrühren.<br />
Wie wurde das Angebot von den Fahrschülern angenommen?<br />
Die Fahrschüler haben dieses Angebot sehr gut angenommen.<br />
Das Interesse an Elektrofahrzeugen ist wirklich sehr<br />
groß. Nun bestand sogar die Möglichkeit, ein solches Fahrzeug<br />
zu fahren. Dies brachte den Fahrschülern sogar einen<br />
Erfahrungsvorsprung vor ihren Eltern ein, die - wie viele andere<br />
auch - das Elektroauto nur aus der Zeitung oder dem<br />
Fernsehen kennen.<br />
Wie lassen sich die Erfahrungen der Fahrschüler zusammenfassen?<br />
Die Erfahrungen der Fahrschüler sind durchweg positiv.<br />
Verwundert waren alle (wie ich auch) von dem Beschleunigungsvermögen<br />
des Fahrzeugs. Die leichte Handhabung des<br />
Fahrzeugs hat doch viele begeistert, was wohl auch dem<br />
Umstand geschuldet ist, dass das Fahrzeug ein automatisches<br />
Getriebe hat. Irritiert waren anfangs viele Fahrschüler<br />
von der Geräuschlosigkeit des Fahrzeugs.<br />
Man unterstellt einem Kraftfahrzeug nun mal eine gewisse<br />
Geräuschkulisse. Das führte auch zu einigen kritischen Situationen,<br />
da die Geräuschlosigkeit des Fahrzeugs einige Fußgänger<br />
dazu ermutigte, die Fahrbahn zum Teil unvermittelt<br />
zu betreten.<br />
Stellen eFahrzeuge besondere Anforderungen an die Ausbildung<br />
von Fahrschülern?<br />
Besondere Anforderungen stellten sich für Fahrschüler<br />
nicht, da das Fahrzeug nach kurzer Einweisung problemlos<br />
von den Fahrschülern bewegt werden konnte. Probleme mit<br />
dem Fahrzeug hatte kein Fahrschüler. Eher das Gegenteil<br />
war der Fall.<br />
Welchen Eindruck hat die Aktion bei Ihnen hinterlassen?<br />
Ich bin absolut positiv gestimmt. Man konnte mit der Aktion<br />
quasi ein wenig Zukunftsluft schnuppern. Der Nutzen für<br />
eine Fahrschule ist aber sehr eingeschränkt, da die Fahrzeuge<br />
mit automatischer Kraftübertragung funktionieren,<br />
was bei der Ausbildung einen doch sehr geringen Anteil hat.<br />
Weiterhin ist es wohl so, dass die Größe der Fahrzeuge nicht<br />
den Prüfungsrichtlinien entsprechen, was einen Einsatz im<br />
Fahrschulbetrieb nicht möglich macht.<br />
Volker Stein<br />
Fahrschule Dettmar, Saarbrücken<br />
info@fahrschule-dettmar.de<br />
96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97
Erste Flotten - proEco <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Erste Flotten - Fahrschule R. Thomas<br />
eMobilität macht Schule<br />
Fahrunterricht im eAuto<br />
Interview mit Rudolf Thomas<br />
Auf Elektrorollern durch den Verkehr: proEco bietet auch eScooter für Fahrschulen an<br />
Elektroauto ZENN<br />
Elektromobilität war noch nie so sehr im Gespräch wie heute:<br />
Der Nutzen, das Design und die Möglichkeiten werden in<br />
den Medien diskutiert. Endverbraucher rüsten ebenso um,<br />
wie Unternehmen, die im Rahmen ihrer Corporate Social<br />
Responsibility ganze Fuhrparks mit eBikes, eScootern und<br />
eAutos ausstatten.<br />
Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit, Erneuerbare<br />
Energien - alles Themen, die nicht nur im Theorieunterricht<br />
der deutschen Fahrschulen angekommen sind. Zahlreiche<br />
Betriebe werben mit umweltbewußtem oder grünem Fahrtraining,<br />
Hybridfahrzeuge für die Praxisstunden sind keine<br />
Seltenheit mehr. Doch Elektromobilität wird von vielen noch<br />
kritisch betrachtet. Viele Fahrlehrer sind überzeugt davon<br />
nicht in (oder auf ) Fahrzeugen mit Elektromotoren unterrichten<br />
zu dürfen.<br />
Fahrschulen stehen in der Tat vor besonderen Herausforderungen,<br />
wenn sie sich mit Elektromobilität auseinandersetzen:<br />
Sie müssen sich mit der oftmals noch geringen Reichweite<br />
der Elektrofahrzeuge arrangieren, sich im Alltag auf<br />
neue Technik unter der Motorhaube einstellen und im Unterricht<br />
auf das kaum hörbare Fahrgeräusch eingehen.<br />
Aber gerade Fahrschulen können besonders von Elektromobilität<br />
profitieren und obendrein noch einen wichtigen Beitrag<br />
zum Umweltschutz leisten: Elektroautos oder -scooter<br />
sind annähernd wartungsfrei und die Kosten für die Batterieladung<br />
liegen signifikant unter den Spritpreisen. Während<br />
die Automatikschaltung häufig noch ein letztes Argument<br />
gegen Elektroautos ist, können eRoller bis 50cc problemlos<br />
im Unterricht eingesetzt werden. Rein rechtlich spricht<br />
nichts dagegen, den Führerschein der Klasse M auf einem<br />
Fahrzeug mit Elektromotor abzulegen (vgl. §6 Abs. 1 Fahrerlaubnis-Verordnung<br />
FeV). Auch ohne Schaltung können die<br />
Fahrstunden und sogar die Prüfung auf einem Elektroroller<br />
abgeleistet werden, ohne das dies eine Beschränkung der<br />
Fahrerlaubnis zur Folge hat (§17 Abs. 6 FeV).<br />
Auch die Reichweite sollte kein Hindernis sein, viele eScooter<br />
legen mittlerweile mühelos bis zu 70 Kilometer zurück.<br />
Um besser auf die Bedürfnisse von Fahrschulen eingehen zu<br />
können, hat beispielsweise die Firma proEco ihr Sortiment<br />
um einen 50cc-Elektroscooter mit eben dieser Reichweite<br />
und austauschbarem Akku erweitert. So lassen sich Strecken<br />
von 140 Kilometern und mehr bewältigen. Mit diesem<br />
Modell will proEco Elektromobilität dort etablieren, wo die<br />
Verkehrsteilnehmer von morgen ausgebildet werden - für<br />
umweltbewusstes Fahren von Anfang an.<br />
Olga de Gast<br />
proEco <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> GmbH<br />
www.proeco.de<br />
Die Sendener Fahrschule setzt auf Energiesparen und Klimaschutz.<br />
Zum verbrauchsarmen Golf Blue Motion hat sich jetzt<br />
das eAuto ZENN gesellt. Der Name ZENN steht für »Zero Emission,<br />
No Noise«. Keine Emissionen, kein Geräusch.<br />
Sie sind eine der wenigen Fahrschulen in Deutschland, die auf<br />
einem Elektroauto ausbilden. Wie kamen Sie auf die Idee?<br />
Der Anstoß kam von unseren Fahrschülern. Die jungen Leute<br />
sind heute sehr viel kritischer in Sachen Energiesparen<br />
und Klimaschutz, als wir es waren. Wir haben in unserem<br />
Fuhrpark immer etwas exotische Fahrzeuge gehabt, die dem<br />
Zeitgeist entsprachen und damit als Werbeträger eingesetzt<br />
wurden. Angefangen hat das in den 80er Jahren mit einem<br />
Triumph TR 6, in den 90ern kam ein Porsche 911 dazu und<br />
jetzt eben unser eAuto.<br />
Wie werden die Fahrstunden im ZENN von Ihren Fahrschülern<br />
angenommen?<br />
Fahrstunden mit dem eAuto sind bedeutend günstiger als<br />
mit Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb. Wir setzen das<br />
Fahrzeug nur in der Grundstufe ein, d.h. in der Regel in den<br />
ersten 2 Fahrstunden, um den Fahrschülern einen einfachen<br />
Einstieg in den Verkehrsablauf zu ermöglichen. Gerade in der<br />
Grundausbildung haben die Schüler mehr Spaß am Fahren,<br />
werden vom Schalten entlastet, können sich besser auf den<br />
Verkehr konzentrieren. Die Konzentration auf das Wesentliche<br />
macht Freude, fördert das Engagement und der Lernerfolg<br />
wird größer.<br />
Wie macht sich das Elektroauto im Alltagstest?<br />
Die Batterieladung reicht in der Regel für circa 4 Fahrstunden.<br />
Über Nacht wird das Fahrzeug an der Steckdose aufgeladen<br />
und ist dann am nächsten Tag wieder einsatzbereit.<br />
Das Fahrzeug ist alltagstauglich und nicht reparaturanfällig.<br />
Man fährt 100 Kilometer für 1,39 EUR, hat kaum Wartung,<br />
keine ASU, keine Steuern und nur geringe Versicherungskosten.<br />
Das sind Vorteile, die wir weitergeben.<br />
Sind künftig weitere Elektrofahrzeuge geplant?<br />
Da wir unseren Fuhrpark an den Prüfungsrichtlinien ausrichten<br />
müssen - die schreiben Schaltgetriebe vor - bleibt<br />
für das Elektroauto in der Fahrausbildung nur wenig Platz.<br />
Das Erlernen von Automatismen wie das Schalten und die<br />
Bedienung der Kupplung sind für die Führerscheinprüfung<br />
wichtig. Auch wir halten es für anachronistisch im Jahre 2012<br />
mit unseren Fahrschülern das Anfahren und die Bedienung<br />
der Kupplung üben zu müssen. Solange sich aber an den<br />
Prüfungsrichtlinen nichts ändert, werden wir mit unseren<br />
Fahrschülern konventionell üben müssen.<br />
Rudolf Thomas // Fahrschule R. Thomas<br />
www.fahrschule-r-thomas.de<br />
98 Neue Mobilität Neue Mobilität 99
Erste Flotten - German E-Cars<br />
Von elektrischen Fahrschulautos<br />
und Transportern<br />
Praktisch, komfortabel, alltagstauglich, bereits auf dem Markt und lieferbar<br />
In vielen mittleren bis großen Industriebetrieben, den<br />
Stadtwerken, bei Energieversorgern, Netzbetreibern und<br />
kommunalen Institutionen wird Elektromobilität bereits gelebt.<br />
Die Fuhrparks bestehen bereits zum Teil aus Elektrofahrzeugen,<br />
die in der Handhabung für die Fahrer komfortabel<br />
und einfach sind. Neben dem Einsatz in Firmenflotten,<br />
wie z.B. von Siemens, wird der STROMOS auch zunehmend<br />
von Carsharing-Unternehmen eingesetzt.<br />
Auch für Hochschulen und Universitäten sowie für Forschungseinrichtungen<br />
sind die Stromer interessant. In verschiedenen<br />
Projekten wird der Umgang mit den Elektrofahrzeugen<br />
ausgewertet und wissenschaftlich betrachtet.<br />
Dabei nutzen Forschungsvorhaben meist ungenaue, eigens<br />
geführte Fahrtenbücher. Eine Erleichterung bietet dabei die<br />
Freigabe von Fahrzeugdaten mittels einer Schnittstelle, wie<br />
sie vom nordhessischen Unternehmen German E-Cars GmbH<br />
optional angeboten wird.<br />
lichen Tätigkeiten. Als ausgewachsener Pritschen- und<br />
Kastenwagen, oder als 7 bzw. 9-Sitzer bietet er vielseitige<br />
Einsatzmöglichkeiten. Durch ein auf das Fahrzeug abgestimmtes<br />
Antriebssystem erreicht er trotz seiner etwa 2,5<br />
Tonnen Eigengewicht bis zu 100 Kilometer Reichweite.<br />
Letztendlich spiegelt sich das Firmen-Motto »Anders denken.<br />
Vorreiter sein.« nicht nur in innovativen Produkten und<br />
Forschungsprojekten wider, sondern auch im Bereich Weiterbildung<br />
und Qualifizierung. Die German E-Cars Akademie<br />
bietet Nutzern Seminare rund um das Thema Elektromobilität<br />
an, um ihnen in der Handhabung mit der Hochvolttechnik<br />
Hintergrundwissen und damit ein Stück Sicherheit zu<br />
geben.<br />
Nicht mit uns!<br />
Die Fahrzeugmodelle von<br />
German E-Cars stehen nicht<br />
in Schaufenstern,<br />
sondern bewähren sich<br />
täglich auf der Straße.<br />
Wir zeichnen uns durch Vielfalt, Bandbreite und<br />
Flexibilität aus. Mit unserer Palette an alltagstauglichen<br />
Fahrzeugen decken wir den E-Mobilitätsbedarf unserer<br />
zahlreichen Kunden ab. Wir bieten Ihnen eine individuelle<br />
<br />
über eine Schnittstelle die Fahrzeugdaten zur Auswertung<br />
in der Begleitforschung zu erhalten.<br />
Diese Tatsachen prädestinieren uns als vertrauenswürdiger<br />
Partner Ihrer Schaufensterregion.<br />
Durch die Anpassungsfähigkeit an die Marktbedürfnisse findet<br />
der STROMOS eine weitere Einsatzmöglichkeit in Fahrschulen.<br />
Seit Kurzem wird er als Europas erstes prüfungstaugliches<br />
Elektrofahrzeug zur Ausbildung von Fahrschülern<br />
genutzt. Wenn man bedenkt, wie viele Fahrschulen es in<br />
Deutschland gibt und wie viele Fahrschulwagen als Verbrennervarianten<br />
am Straßenverkehr teilnehmen, ermöglicht<br />
dies eine hohe Einsparung von CO 2 , sofern der Strom aus Erneuerbaren<br />
Energien gewonnen wird. Dies dürfte besonders<br />
für größere Städte überaus interessant sein.<br />
Diese Flexibilität zeichnet sich auch in zahlreichen Projekten<br />
aus. Ob es sich um einen Prototypenbau handelt, die Anpassung<br />
und Integration eines Batteriesystems oder den Aufbau<br />
eines Fahrerprobungsträgers, sind wir ein kompetenter<br />
Partner für Ihr Vorhaben.<br />
Das neueste innovative Produkt von German E-Cars ist ein<br />
E-Transporter. Der PLANTOS ist die Lösung für alle gewerb-<br />
German E-Cars GmbH, Produktionsstätte in Grebenstein<br />
Frank Laaber<br />
Geschäftsführung<br />
German E-Cars GmbH<br />
www.german-e-cars.de<br />
Emil Anders kennenlernen? Besuchen Sie ihn<br />
auf facebook.com/emil.anders und twitter.com/emil_anders<br />
Ihr einzigartiger Vorteil bei German E-Cars:<br />
Mit unserer optional erhältlichen Schnittstelle können<br />
Fahrzeugdaten auf unkomplizierte Weise bereitgestellt<br />
werden. Dies erspart Ihnen das mühsame Auslesen<br />
von lästigen Fahrtenbucheinträgen und bietet eine<br />
hochqualitative Basis für Ihre Forschungsergebnisse.<br />
Anders denken.<br />
Vorreiter sein.<br />
www.german-e-cars.de<br />
German E-Cars GmbH Über der Bahn 2<br />
GERMAN E-CARS<br />
34393 Grebenstein info@german-e-cars.de<br />
100 Neue Mobilität Neue Mobilität 101
Erste FLOTTEN - Next Generation Mobility<br />
Erste FLOTTEN - Next Generation Mobility<br />
eExtreme<br />
Elektroautos im Härtetest<br />
Next Generation Mobility lud am kältesten Tag des Jahres zur Testfahrt<br />
12 Elektrofahrzeuge traten im Februar unter Aufsicht des TÜV SÜD zum Praxistest an. BEM-Präsident Kurt Sigl bei minus 13 Grad auf dem Elmoto.<br />
Der Winter und seine Auswirkung auf die Reichweite von<br />
Elektroautos ist ein viel und gern diskutiertes Thema in den<br />
Medien. Verbrauchen Heizung, Licht und Scheibenwischer<br />
tatsächlich so viel Strom, dass die Batteriekapazität selbst<br />
für innerstädtische Fahrten und den Pendelverkehr nicht<br />
mehr ausreicht? Damit wären die Fahrzeuge im Winter auch<br />
für den Einsatz in Firmenflotten ungeeignet.<br />
Auf Einladung der Next Generation Mobility traten zwölf<br />
Elektrofahrzeuge unter Aufsicht des TÜV SÜD in der ersten<br />
Februarwoche zu einem Praxistest an.<br />
Die Next Generation Mobility (NGM) arbeitet im Moment an<br />
der Erstellung einer Fuhrpark-Software, die sowohl Corporate<br />
CarSharing als auch die Integration von Elektrofahrzeugen<br />
für bestehende Fahrzeugflotten ermöglicht. Diese Software<br />
unterstützt den Anwender bei der Auswahl des richtigen<br />
Fahrzeugs abhängig von Reichweite, Fahrstil und Topografie.<br />
Besonders wichtig für die Nutzung von Elektrofahrzeugen<br />
sind zuverlässige und realistische Werte der Ladezeiten und<br />
des Batterieverbrauchs unter verschiedenen Bedingungen.<br />
Der TÜV SÜD und sein Experten-Team wird als Kooperationspartner<br />
der NGM ein Jahr lang die Alltagstauglichkeit aller<br />
auf dem Markt zur Verfügung stehenden Elektrofahrzeuge<br />
testen. Die Implementierung der Werte aus dieser Testreihe<br />
bieten dem Software-Nutzer bei der Fahrzeugbuchung<br />
sichere Voraussagen über Restreichweiten und tatsächliche<br />
Einsatzmöglichkeiten der Elektrofahrzeuge.<br />
Im Projektgespräch mit dem TÜV SÜD entstand die Idee,<br />
während der arktischen Rekordtemperaturen ein Worst Case<br />
Szenario zu simulieren. Neben Fahrten auf der Rennstrecke<br />
gelten Minusgrade und der erhöhte Einsatz von elektrischen<br />
Verbrauchern als Reichweiten-Killer für Elektroautos. Mit nur<br />
wenigen Tagen Vorlauf erstellten die Experten vom TÜV SÜD<br />
einen Testablauf und das Team der Next Generation Mobility<br />
lud die lokalen eMobilisten und den BEM zur Kick-Off Veranstaltung<br />
der jungen Projektkooperation ein.<br />
Während die Fahrer sich bei einem kleinen Frühstück bei<br />
Barkawi Management Consultants aufwärmten, hatten die<br />
Elektrofahrzeuge Tesla Roadster, Fiat Karabag, Smart electric<br />
drive, A-Klasse EcoDrive, Peugeot iOn, Citroen C-Zero, Mitsubishi<br />
iMiEV und Tazzari Zero genug Zeit bei minus 13 Grad<br />
auf ein vergleichbares Niveau ab- und auszukühlen. Winterfest<br />
eingepackt führte BEM-Präsident Kurt Sigl den Konvoi auf<br />
dem elektrischen Zweirad ELMOTO Richtung Starnberg an.<br />
Der vorgegebene Testablauf sorgte für gleiche Bedingungen<br />
bei allen Teilnehmern. Vor der Abfahrt wurden Kilometerstand,<br />
Innen- und Außentemperatur sowie die verbleibende<br />
Reichweite auf dem Testbogen eingetragen. Während der<br />
zweistündigen Fahrt sollte das Licht eingeschaltet und der<br />
Innenraum auf eine angenehme Temperatur von 18 bis 20<br />
Grad erwärmt werden.<br />
Starnberg-München und zurück ist eine typische Pendelstrecke<br />
von 50 Kilometern, die jeden Tag von vielen Berufstätigen<br />
zurückgelegt wird. Alle Teilnehmer unseres Tests haben<br />
diesen Weg in neun völlig verschiedenen Fahrzeugtypen<br />
zurückgelegt. Trotz der zusätzlichen Fahrt zum Startpunkt<br />
und unterschiedlichen Fahrstilen, sind alle wieder am Ziel<br />
in München angekommen - ohne Reichweitenängste oder<br />
der Sorge den Weg bis zur Steckdose nicht mehr zu schaffen.<br />
Einzig Kurt Sigl war froh wieder am Ziel zu sein, konnte<br />
aber recht schnell bei einer Tasse Kaffee wieder aufgetaut<br />
werden.<br />
Tim Ruhoff<br />
BEM-Beirat und Geschäftsführer Next Generation Mobility<br />
www.nextgm.com<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität<br />
»Die Idee unserer beiden Mitgliedsunternehmen TÜV SÜD<br />
und Next Generation Mobility, die bereits jetzt erhältlichen<br />
Elektrofahrzeuge unter Extrembedingungen im Alltag zu testen,<br />
kann ich nur begrüßen.<br />
Der Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung - meist geschürt<br />
durch schlecht recherchierte Medienberichte - kann<br />
nur mit Hilfe eindeutiger Fakten und einer gelungenen Kommunikation<br />
erfolgreich begegnet werden.<br />
Denn eines ist klar: Elektromobilität funktioniert bereits<br />
jetzt. Und das nicht nur bei Schönwetter.<br />
Die extremen Minustemperaturen haben entgegen aller Erwartungen<br />
nur mir etwas anhaben können - und nicht dem<br />
ELMOTO, auf dem ich die Strecke zurückgelegt habe.<br />
Auf der typischen Pendler-Strecke von München nach Starnberg<br />
und zurück haben sich alle Fahrzeuge bewährt - für<br />
mich keine große Überraschung. Wieder zurück in München<br />
hatte nicht nur ich noch eine komfortable Restreichweite zur<br />
Verfügung. Das macht deutlich, dass der Einsatz von Elektrofahrzeugen<br />
in den meisten Flotten bereits heute ohne Probleme<br />
möglich ist. Die geplante Testreihe wird das noch einmal<br />
unterstreichen.«<br />
102 Neue Mobilität Neue Mobilität 103
Erste Flotten - InnoZ & WZB<br />
Erste Flotten - InnoZ & WZB<br />
Ohne Sinn und Verstand?<br />
Die Einführung elektrischer Fahrzeuge braucht einen Plan<br />
Die Elektromobilität scheint an einem kritischen Punkt angekommen<br />
zu sein. GM stoppt die Produktion seines eFahrzeuges<br />
Volt, die Verkaufszahlen sind weit hinter den Erwartungen<br />
zurückgeblieben. Auch andere Hersteller klagen: die elektrischen<br />
Autos werden kaum gekauft. Von Privatkunden schon<br />
gleich gar nicht. In ganz Deutschland sind zurzeit noch nicht<br />
einmal 5.000 Einheiten angemeldet. Wen wundert das?<br />
Wenn ein Auto das Dreifache kostet, aber nur die Hälfte kann,<br />
dann gibt es selbst in Deutschland nicht genug umweltbewusste<br />
Zahnärzte, die sich privat ein solches Auto anschaffen.<br />
Die Bilanz nach drei Jahren Diskussion um Elektromobilität<br />
fällt daher eindeutig aus: Wer Autos mit elektrischem<br />
Antrieb im Wettbewerb zu Autos mit konventionellen Antrieben<br />
anbietet, der wird damit scheitern. Gleichzeitig wissen<br />
alle Beteiligten, dass die industriepolitische Entscheidung,<br />
zukünftig stärker auf elektrische Antriebe zu setzen, mit Blick<br />
auf die Schlüsselmärkte in Asien richtig war. Denn in den<br />
großen Ballungsgebieten Chinas werden die verkehrspolitischen<br />
Spielregeln schrittweise verändert, der Raum für Verbrennungsfahrzeuge<br />
wird enger.<br />
Man hat aber vergessen, die Konsequenzen für Deutschland<br />
zu bedenken. Wenn wir - wie von der Bundeskanzlerin deklariert<br />
- Leitanbieter und Leitmarkt werden wollen, müssen wir<br />
ähnliche Bedingungen in unseren Ballungsgebieten schaffen,<br />
wie dies in China und anderen Zukunftsmärkten zu beobachten<br />
ist. Elektrische Fahrzeuge müssen Teil einer Energie- und<br />
Verkehrswende sein.<br />
Nur mit einer »gelebten Elektromobilität« wird man glaubhaft<br />
die Exportmärkte bespielen können. Dafür gibt es historische<br />
Lehrstücke: Der Transrapid war ab dem Zeitpunkt in<br />
China völlig chancenlos, als die Einführung in Deutschland<br />
abgesagt wurde. Es stellt sich jetzt heraus, dass der Plan<br />
fehlt. Elektrische Autos sind die Antwort: Aber auf was?<br />
Beispiel urbane Mobilität<br />
Autohersteller bedrängen Kommunen, ihren eFahrzeugen<br />
Privilegien im öffentlichen Raum einzuräumen. Aber warum<br />
sollten Städte und Gemeinden dem nachgeben? Dort<br />
herrscht ein ganz anderer Problemdruck: Wie soll man den<br />
Stadtbewohnern erklären, warum diese Fahrzeuge umsonst<br />
parken dürfen, von der Steuer befreit sind und noch andere<br />
Vorteile genießen sollen? Das ist nur zu begründen, wenn so<br />
Vorteile erzielt werden. Elektrische Autos müssen so eingesetzt<br />
werden, dass die Verkehrsbelastungen nicht verschärft,<br />
sondern gelöst werden. Dies kann nur gelingen, wenn sich<br />
die Nutzung konsequent vom Eigentum löst und die Fahrzeuge<br />
Teil einer öffentlich zugänglichen Flotte werden. Die<br />
Verkehrswende bedeutet, dass die Menschen beweglich bleiben,<br />
ohne dass jede und jeder ein eigenes Fahrzeug braucht.<br />
Die Prioritäten müssen ganz klar sein: der öffentliche Raum<br />
wird neu aufgeteilt, alle öffentlichen Verkehrsmittel haben<br />
Vorrang, alles was im Privatbesitz nur eine privilegierte Nutzung<br />
erlaubt, wird teurer.<br />
Beispiel Energieinfrastruktur<br />
Elektrische Autos brauchen eine öffentliche Ladeinfrastruktur.<br />
Wer soll das bezahlen? Die Stromkonzerne haben schnell<br />
erkannt, dass selbst bei großen Stückzahlen mit dem Stromverkauf<br />
die Infrastruktur nicht zu finanzieren ist. Seit einem<br />
Jahr haben wir aber eine angekündigte Energiewende. Bis<br />
2030 soll der Anteil der erneuerbaren Stromquellen auf mehr<br />
als 50 Prozent steigen, bis 2050 sogar auf 80 Prozent. Noch<br />
kann man sich so recht keine sichere Energieversorgung<br />
vorstellen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht<br />
scheint. Dabei haben wir viel mehr natürliche Energien, als wir<br />
tatsächlich brauchen. Was fehlt ist eine stabile Versorgung,<br />
die nur mit neuen Speichern funktioniert. Je höher der Anteil<br />
der Erneuerbaren ist, umso volatiler wird die Versorgung und<br />
umso kostbarer wird die Speicherung. Elektrische Autos, die<br />
in Flotten betrieben werden, können hierzu einen wesentlichen<br />
Beitrag liefern. Eine intelligente Poolsteuerung ermöglicht<br />
eine Speicherverfügbarkeit, ohne dass die Nutzung der<br />
Fahrzeuge eingeschränkt wäre. Bereits eine intelligent eingesetzte<br />
Flotte von 1 Mio. Fahrzeuge würde den heutigen Kapazitäten<br />
aller verfügbaren Pumpspeicher entsprechen. Zudem<br />
sind eFahrzeuge sehr flexibel und daher besser für den kurzfristigen<br />
Spannungsausgleich im Netz geeignet.<br />
Die Energiekonzerne haben dies bis auf wenige Ausnahmen<br />
noch nicht erkannt. Während die Autoindustrie am Paradigma<br />
der Rennreiselimousine festhält, kennen die Versorger nur<br />
zentrale Strukturen, in denen Großkraftwerke ausgedehnte<br />
Gebiete versorgen. Dass man den Strom dort produziert, wo<br />
man ihn braucht, kommt in dieser Geschäftswelt bisher nicht<br />
vor. Das vom Grundsatz sehr erfolgreiche Erneuerbare Energien<br />
Gesetz (EEG) muss daher modifiziert werden und den<br />
Schwerpunkt von der Produktion zur Speicherung von Erneuerbaren<br />
Energien verschieben: Wer verlässlich Speicherkapazität<br />
verfügbar macht, wird dafür belohnt. Ein garantierter<br />
Betrag von nur wenigen Cent pro potenzieller Kilowattstunde<br />
könnte einen ähnlichen Boom auslösen, wie wir es bei der<br />
Photovoltaik erlebt haben. Unter diesen Bedingungen werden<br />
intelligent eingesetzte Elektromobile dann tatsächlich<br />
auch bezahlbar: setzt man für ein vernetztes eFahrzeug ein<br />
»Speicherentgelt« von rund 800 EUR pro Jahr an, lohnt sich<br />
der Flottenbetrieb von elektrischen Fahrzeugen.<br />
Was aber macht die Batterieforschung? Sie versucht dem<br />
Verbrennungsmotor nachzueifern und die Wunderbatterie für<br />
eine Reichweite von 500 Kilometer und mehr zu entwickeln.<br />
Solarenergie<br />
Bioenergie<br />
Windenergie<br />
Wasserkraft<br />
Geothermie<br />
smart grid READY m2m-kommunikation<br />
Dies bereits seit 100 Jahren - vergeblich. Es geht jedoch vielmehr<br />
darum, Batterien in dezentrale Versorgungsnetzwerke<br />
einzubinden. Nur wenn man die Energie- und Verkehrswende<br />
zusammen denkt, nur dann machen Autos mit elektrischem<br />
Antrieb wirklich Sinn. Sie sind dann Teil einer neuen, dezentralen<br />
Energieversorgung und Teil einer neu definierten, öffentlichen<br />
Verkehrslandschaft. Damit lassen sich Privilegien<br />
und auch öffentliche Zuzahlungen begründen und damit lassen<br />
sich auch Geschäftsmodelle rechnen.<br />
Freilich braucht es dazu ein systemisches Verständnis von<br />
Elektromobilität, man muss bisher Getrenntes zusammen<br />
denken. Das erfordert Mut, sich von alten Vorstellungen zu<br />
verabschieden.<br />
Dr. Weert Canzler // Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung<br />
(WZB)<br />
www.wzb.eu<br />
Prof. Dr. Andreas Knie // Innovationszentrum für Mobilität<br />
und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ),<br />
www.innoz.de<br />
emobilität<br />
Industrie<br />
Privathaushalt<br />
Wohnwirtschaft<br />
Kommunen &<br />
Gemeinden<br />
Die innovativsten Energie- und<br />
Energieeffizienzlösungen<br />
ComBInation bietet seinen Kunden umfassende<br />
Komplettlösungen zur Steigerung<br />
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Zusammenschluss von kleinen, effizienten<br />
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unter www.com-bi-nation.de<br />
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104 Neue Mobilität Neue Mobilität 105
Erste Flotten - PG Trade & Sales GmbH<br />
IPM SYSTEM®<br />
Effizienz durch Intelligenz<br />
Mitglied im<br />
PG präsentiert: Der PG Elektrus<br />
Made by Michael Fröhlich<br />
Der PG Elektrus kann individuell auf die besonderen Wünsche des Kunden abgestimmt werden<br />
»Die Marke PG steht für die Synthese aus edlem Design und zuverlässiger,<br />
nachhaltiger Spitzentechnologie. Dieses Erfolgskonzept<br />
- übertragen auf das Projekt urbaner Sportwagen im<br />
Premiumsegment - findet nun seine Vollendung im PG Elektrus.<br />
Hier trifft klassisches Sportwagenprinzip auf Lifestyle und<br />
zukunftsweisende elektrische Antriebstechnologie. Das Ergebnis<br />
ist ein futuristisch anmutender, reinrassiger Roadster<br />
mit überdurchschnittlicher Fahrleistung, ein völlig neues Gefühl<br />
der urbanen Fortbewegung und Sportwagengenuss pur!<br />
Damit wecken wir die Einzigartigkeit in jedem Menschen und<br />
bekennen Mut zur Nachhaltigkeit sowie Uniqueness«, so Manuel<br />
Ostner, Geschäftsführer von PG über den eSportwagen.<br />
Hier bündeln sich 30 Jahre Praxis und Erfahrung: Gemeinsam<br />
mit seinem Team stellt der Autobauer und Visionär Michael<br />
Fröhlich den eRoadster ab 2012 auf Basis der Sportwagenmodelle<br />
der britischen Rennwagenfirma Lotus in seiner kleinen,<br />
aber feinen Autoschmiede in Düsseldorf her.<br />
Unverwechselbar und charismatisch kommt der PG Elektrus<br />
daher: Das breite Gesicht und das Heck mit seinen großen<br />
gekreuzten Bremslichtern verleihen ihm ein einzigartiges Erscheinungsbild.<br />
Durch die Verwendung von GFK (Glasfaserverstärkter<br />
Kunststoff ) ist er ein wahres Leichtgewicht, das<br />
durch die Einfachheit im Aufbau minimale Fehlerquellen birgt<br />
Photo: Martin Holzner<br />
und damit nur geringfügige Wartungsarbeiten beansprucht.<br />
Die Reichweite der Akkus beträgt je nach Fahrweise bis zu<br />
350 km, wobei als besonderer Pluspunkt das Aufladen der<br />
Batterien nicht nur an der Ladestation möglich ist, sondern<br />
auch unterstützt wird durch das spezielle Solarpanel auf dem<br />
Heck, das ständig Sonnenenergie aufnimmt. Fahrer, die einen<br />
sportlich-aktiven Fahrstil bevorzugen, können während<br />
der Fahrt zwischen Automatik- und Schaltgetriebe wechseln<br />
und durch das Soundsystem zwischen sattem V8- und heißem<br />
Formel 1-Sound wählen. In weniger als drei Sekunden<br />
überschreitet der eRoadster die 100 Stundenkilometer und<br />
erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h.<br />
Alles ist möglich: Durch die Komponentenbauweise kann<br />
der PG Elektrus völlig frei gestaltet und individuell auf die<br />
besonderen Wünsche des Kunden abgestimmt werden. Um<br />
die enge Zusammenarbeit und direkte Kommunikation zu<br />
gewährleisten, erfolgt der Vertrieb ausschließlich über PG<br />
selbst.<br />
Manuel Ostner<br />
Geschäftsführer PG Trade & Sales GmbH<br />
www.pg.de<br />
Eine Steuerungs- und Regelungstechnik zur Steigerung der Effizienz,<br />
Transparenz, Flexibilität und Sicherheit von Photovoltaik-Anlagen. Das<br />
IPM SYSTEM ® lässt sich auch nachträglich in jede PV-Anlage integrieren.<br />
www.ipm-system.com<br />
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106 Neue Mobilität Neue Mobilität 1<strong>07</strong>
Erste erste Flotten flotten - eMobilität in Zahlen<br />
eMobilität in Zahlen<br />
Das Ein-Mal-Eins der Neuen Mobilität<br />
erste flotten - eMobilität in Zahlen<br />
Wie viel Strom verbrauchen eine Million Elektrofahrzeuge? Wie weit fahren wir durchschnittlich pro Tag? Was kostet das Öl<br />
in ein paar Jahren? Wie viele Fahrzeuge könnten bereits heute problemlos elektrisch fahren? Antworten dazu finden Sie kurz<br />
und bündig auf diesen Seiten..<br />
21h<br />
steht ein privates Auto im Schnitt<br />
pro Tag - und das in der Regel in<br />
der Garage oder auf einem Firmenparkplatz<br />
- ganz schön lang..<br />
2012<br />
wird der Ölpreis laut Berechnungen<br />
der Ölexporteure um<br />
mehr als 15% auf ca. 111 US-<br />
Dollar pro Barrel Rohöl ansteigen<br />
- Prognose ohne Einbeziehung<br />
möglicher Konflikte<br />
im Nahen Osten<br />
200<br />
US-Dollar - Rohölpreis<br />
pro Barrel im Jahr 2020<br />
38,5<br />
Kilometer fahren wir Deutschen<br />
durchschnittlich am<br />
Tag - nicht mehr..<br />
10.000.000<br />
Pkw sind in Deutschland Zweitoder<br />
Drittwagen<br />
80%<br />
unserer tÄglichen Strecken<br />
liegen unter 50 Kilometer<br />
pro Tag<br />
40.000.000<br />
Elektroautos können allein durch den prognostizierten<br />
Zubau Erneuerbarer Energien mit<br />
nachhaltigem Strom versorgt werden<br />
0%<br />
Dienstwagenbesteuerung<br />
fordert der BEM<br />
für Elektrofahrzeuge !<br />
29,50<br />
EURo kostet ein<br />
Jahres-Abo der<br />
Neuen mobilität<br />
2020<br />
werden laut BEM-Prognose<br />
4,5 Mio efahrzeuge auf deutschen<br />
StraSSeN unterwegs<br />
sein<br />
1.000.000<br />
Elektrofahrzeuge verbrauchen<br />
nur 0,3% der Gesamtstromproduktion<br />
Deutschlands<br />
2.000.000<br />
leichte Nutzfahrzeuge gibt es bei uns,<br />
die hauptsächlich in den Ballungszentren<br />
mit einer Jahresfahrleistung von<br />
unter 10.000 km unterwegs sind<br />
12,2%<br />
beträgt der Anteil der Erneuerbaren Energien<br />
am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland.<br />
Die EU hat sich verpflichtet, bis 2020 den<br />
Anteil Erneuerbarer Energien auf 20% zu erhöhen<br />
und strebt gleichzeitig 20% weniger Treibhausgasemissionen<br />
an<br />
1881<br />
feierte das erste eauto<br />
von Gustave Trouvé seine<br />
StraSSenpremiere<br />
108 Neue Mobilität Neue Mobilität 109
ERSTE FLOTTEN - EDAG<br />
ERSTE FLOTTEN - EDAG<br />
Leicht zu mieten,<br />
leicht zu fahren<br />
Weltpremiere des Concept Car EDAG »Light Car Sharing«<br />
Das Licht spielt bei dem Fahrzeugkonzept eine zentrale Rolle als Kommunikationsinstrument<br />
Robust gestaltet und selbsterklärend zu bedienen. Maximales Platzangebot innen und verzeihende Oberflächen auSSen<br />
Im Zuge der Entwicklungen rund um die eMobilität nimmt<br />
auch das Thema »Car Sharing« deutlich an Fahrt auf. Mit dem<br />
Konzept EDAG »Light Car Sharing« gibt die EDAG Group eine<br />
zielgerichtete Antwort auf den wachsenden Markt von »Car<br />
Sharing-Flotten«, der in jüngster Zeit von vielen Herstellern<br />
als zukunftsträchtiges Geschäftsmodell identifiziert wurde.<br />
In den meisten Großstädten erfreut sich das spontane Mieten<br />
von Fahrzeugen immer größerer Beliebtheit. Gerade bei der<br />
jüngeren Generation steht Car Sharing stellvertretend für ein<br />
geändertes Mobilitätsverhalten. Dies impliziert neue Möglichkeiten<br />
das Thema eMobilität so zeitnah wie möglich in<br />
den Markt einzuführen. Denn null Emission und kurze Fahrstrecken,<br />
die für das Leihgeschäft in den Metropolen zu erwarten<br />
sind, können Elektrofahrzeuge bereits heute leisten.<br />
Auf dem Genfer Salon präsentierte die EDAG Group erstmals<br />
ein Fahrzeug das konsequent auf die Anforderungen des<br />
wachsenden Marktes ausgerichtet ist.<br />
Robust gestaltet und selbsterklärend zu bedienen. Maximales<br />
Platzangebot innen und verzeihende Oberflächen außen.<br />
Leicht zu buchen und elektrisch angetrieben. Und - als mittlerweile<br />
drittes Mitglied der vielbeachteten rein elektrisch angetriebenen<br />
Light Car-Familie - wurde auch hier Licht als<br />
Kommunikationselement eingesetzt.<br />
Robustes selbsterklärendes Raumwunder<br />
Im EDAG »Light Car Sharing« gibt es keine Ablageflächen<br />
oder aufwendigen Türverkleidungen. Neben Gas, Bremse und<br />
Lenkrad findet der Kunde lediglich einen Hebel für den Blinker<br />
vor. Als einziges Anzeigeelement dient ein Display, das<br />
die rudimentären Informationen wie Geschwindigkeit, Ladezustand,<br />
Reichweite und Navigation zur Verfügung stellt. Mit<br />
zwei Seitentüren und einer geteilten Hecktür haben die EDAG<br />
Designer und Ingenieure ein Auto geschaffen, das 6 Personen<br />
Platz bietet und dank seiner Höhe von 1,90m einen bequemen<br />
Einstieg ermöglicht. Klappsitze bieten zudem maximale<br />
Transportkapazitäten für den Wochenendeinkauf oder den<br />
Kinderwagen. Im Interieur kommen robuste Materialien zum<br />
Einsatz, wie man sie auch aus Straßenbahnen und Bussen<br />
kennt. Diese sind zudem leicht zu reinigen und modular auszutauschen.<br />
Der Mieter des Fahrzeugs muss auch vor leichten<br />
Parkremplern keine Angst haben: An den neuralgischen<br />
Stellen sind Pads aus »Technogel« angebracht, die kleinere<br />
Karambolagen verzeihen.<br />
Diese Einfachheit der Ausstattung ist nicht nur der selbsterklärenden<br />
Handhabung geschuldet, sondern bietet auch<br />
handfeste wirtschaftliche Gründe für den potenziellen Flottenbetreiber.<br />
Dank des Verzichts auf Ausstattungsvarianten<br />
können hochwirtschaftliche Produktionskonzepte realisiert<br />
werden. Das gesamte Karosseriekonzept ist durch den Einsatz<br />
eines Modulkonzepts für Exterieur- und Interieurteile<br />
auf eine Nutzung von deutlich über 10 Jahren ausgelegt.<br />
Licht als Kommunikationselement<br />
Das Licht spielt bei dem Fahrzeugkonzept eine zentrale Rolle<br />
als Kommunikationselement. Ob das Fahrzeug gerade geladen<br />
wird, reserviert ist oder zum Mieten bereit steht: Die<br />
in den Pads eingebauten LED´s und »PLEXIGLAS ® LEDs«<br />
zeigen den Status des Fahrzeugs weithin sichtbar an. Beim<br />
Parken bzw. Öffnen des Fahrzeugs projiziert ein im Spiegel<br />
eingebauter Laser eine Sicherheitszone auf den Asphalt und<br />
sorgt für einen sicheren Ein- und Ausstieg der Passagiere. Die<br />
Heckscheibe kann zudem als elektronische Werbefläche vom<br />
Flottenbetreiber vermarktet werden - sofern das Fahrzeug<br />
nicht bewegt wird.<br />
Leicht zu buchen<br />
Parallel zum spezifischen Fahrzeugkonzept legt die EDAG<br />
Group ein vernetztes Mobilitätskonzept zum Buchen der zukünftigen<br />
Leihfahrzeug-Flotte vor. Dieses erfolgt via Internet<br />
und ermöglicht dem Kunden den Zugang zum Leihfahrzeug<br />
über einen elektronischen »Bluetooth-Schlüssel«. An speziellen<br />
Parkplätzen werden die Sharing-Fahrzeuge induktiv<br />
geladen. Hier hat das Unternehmen mit dem eigenentwickelten<br />
Produkt des »Intelligenten Ladens« die Voraussetzung<br />
geschaffen, neben dem reinen Ladevorgang auch Fahrzeuginformationen<br />
über das Stromnetz zu senden und den optimalen<br />
Ladezeitpunkt hinsichtlich Verfügbarkeit Erneuerbarer<br />
Energien und Mobilitätsverhalten selbst zu bestimmen. Dabei<br />
kommt auch eine standardisierte Kommunikation zum<br />
Einsatz, die eine intelligente Vernetzung zwischen Energieversorgung<br />
und Fahrzeug bietet. Neue Dienste, wie eine automatisierte<br />
Legitimation und die Auswahl von individuellen<br />
Tarifen oder Preisen pro Minute sind nur einige Beispiele für<br />
die Möglichkeiten.<br />
Mit dem EDAG »Light Car Sharing« stellt die EDAG Group ihre<br />
Kompetenz für die Ideenfindung und Entwicklung innovativer<br />
Fahrzeugkonzepte unter Beweis. Das Fahrzeug hat das Potenzial,<br />
die neue Variante von Leihfahrzeugen als Stilikone zu<br />
prägen - ähnlich dem »London-Taxi«, das vor über 60 Jahren<br />
konsequent für den Taxibetrieb in der englischen Hauptstadt<br />
konzipiert wurde.<br />
Christoph Kokew<br />
EDAG GmbH & Co. KGaA<br />
www.edag.com<br />
110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111
ERSTE FLOTTEN - EBG<br />
HUMAN<br />
Resources<br />
Grünes Licht für die<br />
grüne Insel<br />
Irland fördert eMobilität auch in Verbindung mit Park&Ride-Konzepten.<br />
Elektromobilität ist auch in Irland ein wichtiges Thema im Zusammenhang<br />
mit der Reduzierung von CO2-Emissionen. Bis<br />
2020 soll der Ausstoß um 50% verringert sein, bis 2035 soll<br />
er ganz neutralisiert werden. Die ESB Ireland (Electricity Supply<br />
Board, ein halbstaatliches Energieunternehmen) setzt<br />
mit ihre Sparte ESB ecars dabei auch auf Elektrofahrzeuge,<br />
weil man davon ausgeht, dass sie hauptsächlich nachts geladen<br />
werden und deshalb die unerwünschten Lastspitzen<br />
vermeiden helfen. Noch effizienter wird das Ganze, wenn irgendwann<br />
die Fahrzeuge tagsüber die gespeicherte Energie<br />
je nach Bedarfslage wieder ins Netz einspeisen können.<br />
Zunächst aber bemüht sich die ESB ecars darum, das Thema<br />
Elektromobilität für die Verbraucher in Irland attraktiv<br />
zu machen. Mehrere Faktoren begünstigen das: so liegen<br />
alle größeren Städte in Irland so nah beieinander, dass sie<br />
für moderne Fahrzeuge ohne Zwischen-Aufladen erreichbar<br />
sind. Das milde Klima belastet die Batterie weniger als extreme<br />
Kälte. Für Hausbesitzer installiert die ESB ecars die<br />
privaten Ladepunkte für die ersten 2.000 Nutzer kostenfrei.<br />
Die Regierung unterstützt das Ziel durch die Befreiung von<br />
der Kfz-Steuer.<br />
Mit einem Großauftrag von complEo-Ladesäulen trägt das Lünener<br />
Unternehmen EBG dazu bei, dass in Irland ein flächendeckendes<br />
Netz von Ladepunkten aufgebaut wird. Nachdem<br />
die ersten 22 Säulen die Testphase erfolgreich bestanden<br />
haben, erfolgte in der größten europäischen Ausschreibung<br />
2011 der Auftrag über mehrere hundert der Ladestationen.<br />
Die Steuerung, die im Inneren alle Vorgänge kontrolliert, erlaubt<br />
die Einbindung in unterschiedliche Kommunikationsund<br />
Abrechnungssysteme. Dazu kommt ein umfangreiches<br />
Sicherheitskonzept, das ein hohes Level an Sicherheit und<br />
Verfügbarkeit der Ladesäule bietet: im Falle einer Störung<br />
(unbefugte Öffnung oder Beschädigung der Säule) erhält<br />
ESB umgehend eine Nachricht und kann schnell reagieren.<br />
Die Zugangsberechtigung kann entweder per Handy erfolgen<br />
oder durch ein Autorisierungsmedium wie z.B. eine RFID-<br />
Karte. Dem robusten Gehäuse aus schlagfestem SMC kann<br />
auch der irische Regen und der stark salzhaltige Wind nichts<br />
anhaben, und dank verfahrbarer Steckdosen ist die Technik<br />
vor Vandalismus geschützt. Auf Park&Ride-Parkplätzen, vor<br />
Supermärkten oder anderen öffentlichen Orten tragen die<br />
Säulen dazu bei, dass die Ladeinfrastruktur flächendeckend<br />
vorhanden ist und das Ziel, bis 2020 rund 10% der Fahrzeuge<br />
auf irischen Straßen mit Elektroantrieb zu bewegen, wirklich<br />
erreicht werden kann.<br />
EBG compleo GmbH<br />
www.ebg-compleo.de<br />
IM<br />
Bereich<br />
e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Fachkräfte. Jobmotor. Aus- und Weiterbildung.<br />
112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113
Human Resources im Bereich eMobilität - M PLAN<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - M PLAN<br />
Elektromobilität<br />
braucht kluge Köpfe<br />
Wie sich Engineering-Dienstleister im Wettbewerb um Talente behaupten<br />
»Der zunehmende Ausbau der Kapazitäten<br />
bei Herstellern, Dienstleistern und<br />
Systemlieferanten für die serienreife Entwicklung<br />
der Elektromobilität rückt das<br />
Thema Fachkräftemangel verstärkt in<br />
den Blickpunkt.«<br />
Die Automobilproduzenten treiben die Entwicklung von serienreifen<br />
Elektrofahrzeugen immer stärker voran. Hierbei<br />
stellen sich viele neue technologische Herausforderungen,<br />
die bewertet und auf ihre Serientauglichkeit hin untersucht<br />
werden müssen. Denn bei aller Euphorie um den Megatrend<br />
eMobilität bleibt der Return of Investment natürlich im Fokus<br />
der Unternehmen. Daher sind die grundlegenden Ziele sowohl<br />
die Herstellung signifikanter Stückzahlen als auch die<br />
Adaption der Technologien an möglichst viele Fahrzeugtypen<br />
und Baureihen. Um dieses Bestreben mittel- und langfristig<br />
erreichen zu können, sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren<br />
für Automobilproduzenten die Verfügbarkeit von spezifischem<br />
Know-how sowie von personellen und räumlichen<br />
Kapazitäten. Dies gilt für alle Bereiche: die Entwicklung der<br />
Komponenten und Systeme, Test und Erprobung sowie das<br />
begleitende Projekt- und Qualitätsmanagement.<br />
Da die Automobilhersteller eine serienreife Entwicklung von<br />
Elektrofahrzeugen nicht im Alleingang bewältigen können,<br />
sind Engineering-Dienstleister unverzichtbar. Aus diesem<br />
Grund haben die Automobilhersteller gerade in letzter Zeit<br />
die Zusammenarbeit mit den Entwicklungspartnern stark<br />
ausgebaut und sich dringend benötigte Kapazitäten durch<br />
Übernahmen und Beteiligungen gesichert. Allerdings sprechen<br />
viele Faktoren für unabhängige Engineering-Dienstleister.<br />
Eigenständige branchenerfahrene Anbieter wie der<br />
Mobility Engineering-Spezialist M Plan gewährleisten eine<br />
optimale Unterstützung der Hersteller, Systemlieferanten<br />
und Zulieferer und sind in der Lage komplexeste Projekte<br />
der eMobilität eigenverantwortlich voranzutreiben und zu<br />
organisieren.<br />
Dienstleister stehen im Wettbewerb um Fachkräfte<br />
Der zunehmende Ausbau der Kapazitäten bei Herstellern,<br />
Dienstleistern und Systemlieferanten für die serienreife<br />
Entwicklung der Elektromobilität rückt das Thema Fachkräftemangel<br />
verstärkt in den Blickpunkt. Um entsprechende<br />
Innovationen, Prozesse und die erforderliche Qualität gewährleisten<br />
zu können, hat sich die Suche nach geeigneten<br />
Fachkräften intensiviert und den Wettbewerb um die besten<br />
Köpfe massiv verschärft. Schließlich bewegen sich alle Unternehmen<br />
aus dem Automotivebereich im gleichen Arbeitsmarkt,<br />
der bereits jetzt nahezu ausgeschöpft ist.<br />
Um in diesem Wettbewerb bestehen und hoch qualifizierte<br />
Mitarbeiter gewinnen und binden zu können, müssen Engineering-Dienstleister<br />
besondere Anreize schaffen. Dabei<br />
sind Vergütungsangebote nicht immer das entscheidende<br />
Element. Ebenso wichtig für Bewerber und Mitarbeiter sind<br />
interessante Herausforderungen und Projekte sowie ansprechende<br />
Qualifizierungsangebote und die Möglichkeit,<br />
sich persönlich und beruflich weiterentwickeln zu können.<br />
Schließlich können ihnen unabhängige Entwicklungspartner<br />
das bieten, was sie sich laut einschlägiger Untersuchungen<br />
am meisten wünschen: eine Festanstellung mit abwechslungsreichen,<br />
spannenden Projekten und vielen Perspektiven.<br />
Qualität der Rekrutierung ist entscheidend<br />
Daher hat M Plan stark in die eigene Rekrutierungskompetenz<br />
investiert, um sich im Wettbewerb um die gesuchten<br />
Ingenieure zu behaupten. Darüber hinaus werden an mehreren<br />
Standorten regelmäßig junge, motivierte Menschen ausgebildet<br />
und durch die bundesweiten, sehr guten Kontakte<br />
zu den Hochschulen können laufend Diplom-, Bachelor- und<br />
Masterarbeiten sowie Praxissemester angeboten werden.<br />
Eine eigene Akademie sorgt zusätzlich für die kontinuierliche<br />
Weiterbildung der Mitarbeiter in den Bereichen Fach-, Methoden-<br />
und Sozialkompetenz in firmeneigenen Trainingscentern.<br />
Diese Angebote wissen Bewerber zu schätzen.<br />
Nicht zuletzt deshalb ist es der M Plan im vergangenen Jahr<br />
gelungen sehr viele neue Fachkräfte einzustellen, darunter<br />
zahlreiche hoch spezialisierte Mitarbeiter.<br />
Quantität ist allerdings nicht das entscheidende Kriterium.<br />
Maßgeblich für die Einstellung von hoch qualifizierten und<br />
geeigneten Mitarbeitern ist das richtige »Matching« - der<br />
passgenaue Abgleich der Kundenanforderungen mit den<br />
vorhandenen Kompetenzen auf Mitarbeiterseite. Für die<br />
optimale Auswahl einzelner Fachkräfte oder die passende<br />
Zusammenstellung kompletter Projektteams ist es daher<br />
notwendig, den engen Kontakt zum Kunden zu pflegen und<br />
seine Bedürfnisse zu kennen.<br />
Blick über den Tellerrand<br />
Ein weiterer Pluspunkt, den eigenständige Entwicklungspartner<br />
in eine Kooperation mit Herstellern und Zulieferern<br />
einbringen können, sind Synergieeffekte aus artverwandten<br />
Bereichen. Da es auch in anderen technikgetriebenen<br />
Branchen ausgereifte und adaptierbare Lösungen gibt,<br />
schauen Automotive-Spezialisten gerne auch einmal über<br />
den eigenen Tellerrand. So sind beispielsweise alternative<br />
Antriebskonzepte bei Flurförderfahrzeugen oder in Schienenfahrzeugen<br />
in Serie. Aufgrund des Fachkräftemangels im<br />
Automobilbereich müssen sich gerade Engineering-Dienstleister<br />
um Talente und hoch qualifizierte Mitarbeiter aus<br />
anderen Branchen bemühen, um die personellen und qualitativen<br />
Ansprüche hinsichtlich der Entwicklung der Elektromobilität<br />
erfüllen zu können.<br />
Ralf Völlmert // Vertriebsleiter<br />
M Plan GmbH<br />
www.m-plan.de<br />
114 Neue Mobilität Neue Mobilität 115
Human Resources im Bereich eMobilität - TU Berlin<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - HOCHSCHULE KEMPTEN<br />
Energieeffiziente urbane<br />
Verkehrssysteme<br />
Elektromobilität an der<br />
Hochschule Kempten<br />
Universitäre Ausbildung und unternehmerische Praxis in Berlin-Schöneberg<br />
Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte mit umfassenden Kenntnissen<br />
zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung<br />
Erneuerbarer Energien wächst. Dieses gilt nicht nur aus<br />
Gründen der ökologischen Nachhaltigkeit und vor dem Hintergrund<br />
der ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung,<br />
sondern auch aus ökonomischer Notwendigkeit<br />
durch steigende Energiepreise. Der Verkehr hat in Deutschland<br />
einen Anteil von rund einem Fünftel an den gesamten<br />
CO 2 -Emissionen und gilt neben dem Gebäudesektor als einer<br />
der Bereiche mit dem größten Effizienzsteigerungspotenzial.<br />
Seit 2012 bietet die TU Berlin auf dem TU-Campus EUREF in<br />
Berlin-Schöneberg einen praxis- und forschungsorientierten<br />
weiterbildenden Masterstudiengang Energieeffiziente urbane<br />
Verkehrssysteme (M.Sc.) an. Der interdisziplinäre Studiengang<br />
integriert in einem ganzheitlichen Ansatz die technischen<br />
Anforderungen und Bedingungen an energieeffiziente<br />
Fahrzeuge und Verkehrsmittel mit verkehrsplanerischen Aspekten,<br />
ökonomischen Fragestellungen und ökologischen<br />
Herausforderungen zur Gestaltung und Abwicklung des<br />
energieeffizienten urbanen Verkehrs. Technische Schwerpunkte<br />
sind: Fahrzeugtechnik und Fahrzeugbau, Energiemanagement<br />
sowie Energiespeicher und Antriebstechnologie.<br />
Darüber hinaus werden energieeffiziente Planung und<br />
Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel inkl. des<br />
Fußgänger- und Radverkehrs, die Interoperabilität der Verkehrsmittel<br />
und die intermoduale Planung von Verkehrsnetzen<br />
behandelt.<br />
Eine weitere Besonderheit dieses Studienganges liegt im<br />
Praxisbezug. Der TU-Campus EUREF ist zugleich Studienort<br />
und Reallabor. Master-Studierende können hier Entwicklung,<br />
Test und Umsetzung innovativer Konzepte und Ideen direkt<br />
unter realen Bedingungen begleiten. So werden z.B. in der<br />
Plattform elektroMobilität des InnoZ auf dem EUREF-Campus<br />
u.a. das Carsharing mit Elektroautos, ein Micro-Smart-<br />
Grid mit regenerativer Energieerzeugung und gesteuerten<br />
Ladeprozessen sowie innovative Applikationen zur Information<br />
und Buchung multimodaler Verkehrsdienste entwickelt<br />
und im Betrieb getestet. Der weiterbildende Masterstudiengang<br />
Energieeffiziente urbane Verkehrssysteme (M.Sc.)<br />
geht damit in seinem Ausbildungskonzept weit über bisherige<br />
Masterangebote hinaus. Master-Studierenden wird<br />
durch die einzigartige Verbindung universitärer Ausbildung<br />
und unternehmerischer Praxis ein umfassendes inter- und<br />
transdisziplinäres Fachwissen sowie ganzheitliches Systemverständnis<br />
vermittelt. Auch der direkte Dialog mit renommierten<br />
nationalen wie internationalen Forschungseinrichtungen<br />
und Unternehmenspartnern sowie der Austausch zu<br />
laufenden Forschungsprojekten ist wesentlicher Bestandteil<br />
der Ausbildung. In diesem Kontext besteht für Studierende<br />
auch die Möglichkeit sich im Rahmen von Praktika direkt an<br />
Projekten u.a. des Innovationszentrums für Mobilität und<br />
gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) zu beteiligen. Die Absolventen<br />
des Masterstudiums sind hervorragend vorbereitet,<br />
als Fach- und Führungskräfte an der Gestaltung, Umsetzung<br />
und Weiterentwicklung der postfossilen Mobilität teilzuhaben<br />
und den Prozess mit zu gestalten.<br />
Master-Studierende können innovative Konzepte unter realen<br />
Bedingungen begleiten. Quelle: Kai Abresch / InnoZ<br />
Prof. Frank Behrendt // Leiter<br />
Der Studiengang beginnt im Oktober 2012.<br />
Weiterführende Informationen erhalten Sie auf<br />
www.campus-euref.tu-berlin.de<br />
An der Hochschule Kempten spielt die Elektromobilität seit<br />
geraumer Zeit eine zentrale Rolle. Mehrere wissenschaftliche<br />
Mitarbeiter verschiedener Fakultäten arbeiten auf diesem<br />
Gebiet, um das Thema voranzubringen.<br />
Das Technologie Netzwerk Allgäu (TNA) wurde im Jahr 2011<br />
ins Leben gerufen, um diesbezüglich anwendungsorientierte<br />
Forschung zu betreiben. Hierdurch konnte der regionale<br />
Forschungsstandort Allgäu weiter ausgebaut werden. Anhand<br />
der Kompetenzen der ansässigen Firmen wurden die<br />
Standorte Memmingen TNA-MM (Leistungselektronik für erneuerbare<br />
Energien), Kaufbeuren TNA-KF (Daten- und Leistungsübertragung)<br />
und Kempten TNA-KE (Elektromobilität)<br />
ausgewählt. Den Firmen steht somit vor Ort ein Netzwerk<br />
mit passenden Partnern und einschlägig ausgebildeten Absolventen<br />
zur Verfügung.<br />
Eine zentrale Einrichtung des TNA-KE wird durch das neu gegründete<br />
Institut für angewandte Batterieforschung (IABF)<br />
gebildet. Dort wird anwendungsorientierte Forschung über<br />
das Betriebsverhalten von großen Batterien durchgeführt,<br />
die als Systemkomponenten in Elektrofahrzeugen bzw. in<br />
Energieversorgungsnetzen betrieben werden. Hierbei stehen<br />
industrielle und ingenieurmäßige Fragestellungen im<br />
Vordergrund, nicht hingegen elektrochemische Grundlagenforschung.<br />
Konkret heißt das, dass sowohl elektrische als<br />
auch thermische sowie mechanische Untersuchungen in Bezug<br />
auf Funktionalität und Lebensdauer erfolgen.<br />
Einen wichtigen Bereich der Forschungsaktivitäten stellt<br />
die Ladezustandsanalyse und bei der Elektromobilität die<br />
Reichweitenprognose dar. Die Speicherkapazität einer Batterie<br />
hängt in komplexer Form sowohl vom Alter als auch von<br />
weiteren Bedingungen wie Temperatur und Nutzungsart ab.<br />
Dieses Verhalten ist durch geeignete mathematische Modelle<br />
unter Heranziehung aktueller Modellparameter, die aus<br />
spezifischen Messungen resultieren, nachzubilden.<br />
Zusätzliche Aktivitäten an der Hochschule Kempten betreffen<br />
in der Lehre die »Elektromobilität«, die einen studienbegleitenden<br />
Kontakt zwischen Studierenden und Unternehmen<br />
des Forums herstellen soll. So wird ab dem Sommersemester<br />
2012 eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe »Elektromobilität«<br />
für Studierende der Studiengänge Maschinenbau,<br />
Energie- und Umwelttechnik, Elektrotechnik, Mechatronik,<br />
Informatik sowie die dazugehörigen Wirtschaftsingenieur<br />
Studiengänge angeboten.<br />
An der Hochschule Kempten werden im Bereich Elektromobilität<br />
zurzeit mehrere Themen erforscht. Dazu zählen unter<br />
anderen das Forschungsprojekt econnect eE-Tour Allgäu,<br />
welches bereits erfolgreich abgeschlossen wurde, IRENE<br />
(Integration regenerativer Energien und Elektromobilität)<br />
und das Elektromobilitäts-Forum Allgäu.<br />
Das Institut für angewandte Batterieforschung<br />
Weitere Informationen über die Forschungsaktivitäten<br />
erhalten Sie auf www.hochschule-kempten.de<br />
116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117
Human Resources im Bereich eMobilität - Fraunhofer IAO<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Fraunhofer IAO<br />
»Batzee« bringt die Energie zum Fahrzeug von R. Josef, M. Münster, P. Griebel Hochschule München<br />
Quelle: Fraunhofer IAO / R. Josef, M. Münster, P. Griebel Hochschule München<br />
Die Ladestation der Zukunft<br />
Fraunhofer IAO und Langmatz GmbH veranstalten Hochschulwettbewerb<br />
Alle sind sich einig - unsere Zukunft wird elektrisch. Wir werden<br />
uns geräuscharm, intelligent und (lokal) emissionsfrei<br />
besonders in global wachsenden und boomenden Megacities<br />
bewegen. Vernetzt, gemeinschaftlich, effizient, autonom<br />
und geprägt vom Gedanken der Nachhaltigkeit werden unser<br />
Verkehr und unsere Mobilität intelligent organisiert. Bei der<br />
Frage wie unsere Zukunft allerdings konkret aussehen soll,<br />
scheiden sich die Geister. Besonders der Bereich Ladeinfrastruktur<br />
scheint dem ein oder anderen Unternehmen Rätsel<br />
aufzugeben und fördert so manchen Widerspruch zu Tage: filigran<br />
anmutende, elektrifizierte Mikromobile - die umständlich<br />
an dicken, langen Kabeln laden. Romantische, kopfsteingepflasterte<br />
Altstadtgassen - vollgestellt mit Ladestationen<br />
in der Größe von mindestens einem Parkscheinautomaten.<br />
Die Teams Urban Mobility und Mobility Technologies des<br />
Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation<br />
IAO beforschen interdisziplinär die Entwicklung der urbanen<br />
Mobilität der Zukunft. Gemeinsam mit dem mittelständischen<br />
Unternehmen Langmatz hat das Fraunhofer IAO einen<br />
Hochschulwettbewerb für die Ladestation der Zukunft ins Leben<br />
gerufen.<br />
Im Wettbewerb wurden sowohl Designs von Ladestationen<br />
als auch Konzepte der Energieübertragung neu gedacht und<br />
entworfen. Auch wurde der Ladevorgang an sich kritisch von<br />
den Studenten und Studentinnen hinterfragt. In interdisziplinären<br />
und oft interkulturellen Teams erarbeiteten Studierende<br />
der Bereiche Industriedesign, Industrial Design, Transportation<br />
Design und Integral Studies unter der Federführung<br />
renommierter Partner innovative (Design-)Lösungen für zukunftsfähige<br />
Ladestationen. Am Wettbewerb beteiligten sich<br />
die studentischen Teams der Hochschule Pforzheim um Prof.<br />
Jürgen Goos, der Köln International School of Design (Fachhochschule<br />
Köln) um Prof. Jenz Großhans, der Staatlichen<br />
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart um Prof. George<br />
Teodorescu, der Hochschule für angewandte Wissenschaften<br />
München um Prof. Peter Naumann und des Instituts für<br />
Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste<br />
Braunschweig um Prof. Gerhard Glatzel.<br />
Es wurden Ideen in zwei Kategorien gesucht<br />
Kategorie 1: Entwerfe eine innovative, öffentliche Ladestation<br />
für Elektrofahrzeuge unter Verwendung von bestimmten<br />
durch Langmatz vorgegebenen Komponenten. Die hier eingereichten<br />
Ideen wurden nach den Kriterien Sicherheit für<br />
den Nutzer und seine Umgebung, Robustheit und Schutz<br />
vor Witterung und Vandalismus, Ästhetik, Benutzerfreundlichkeit<br />
in den Bereichen Mensch-Maschine-Schnittstelle,<br />
Bedienung und Kommunikation, Nachhaltigkeit sowie einer<br />
sinnvollen Integration der vorgeschrieben Bauteile in die Ladestation<br />
bewertet. In Kategorie 2 war die Entwicklung eines<br />
innovativen Ansatzes für das Laden von Elektrofahrzeugen<br />
im urbanen Raum gefragt. Hier wurde nach den Kriterien der<br />
Integration in den urbanen Raum, der Verwendung von Technologien,<br />
die in den nächsten zehn Jahren vorstellbar sind, Ästhetik,<br />
Benutzerfreundlichkeit und Nachhaltigkeit bewertet.<br />
Der Wettbewerb startete mit einer Kick-off Veranstaltung im<br />
Oktober 2011 in Waiblingen. Ca. 100 Studenten reisten zusammen<br />
mit ihren Professoren an, um sich über den Status<br />
Quo im Bereich Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge informieren<br />
zu lassen und gemeinsam über zukünftige Entwicklungen<br />
zu diskutieren. Auf die Frage, wie sich die Studenten<br />
die Ladestation der Zukunft vorstellen, kam eine klare Antwort:<br />
Wieso Ladestationen? In Zukunft werden wir gar nicht<br />
mehr laden. Oder wenigstens den Ladevorgang nur noch im<br />
Hintergrund wahrnehmen. Die kreative Kombination von Forschung,<br />
Industrie und Hochschulen führte bereits bei dieser<br />
Auftaktveranstaltung zu einem wahren Feuerwerk an Ideen.<br />
Im Laufe des Wintersemesters 2011/2012 machten sich alle<br />
fünf Hochschulen an die Arbeit, jede Hochschule mit ihren<br />
eigenen Ideen und Recherchen, ihren eigenen professionellen<br />
Kreativprozessen und -methoden, intensiv betreut durch<br />
die jeweiligen Professoren und mit fachlicher Unterstützung<br />
des Fraunhofer Mobility Teams und der Langmatz GmbH. Im<br />
Februar 2012 wählte die Jury, bestehend aus den Professoren<br />
der Hochschulen, dem Fraunhofer IAO und Langmatz in<br />
einem zweitägigen Präsentations- und Bewertungsprozess<br />
am Fraunhofer-Standort in Stuttgart je ein Gewinnerteam pro<br />
Kategorie aus.<br />
Gewinner der Kategorie 1 waren Jessica Blank und Loana<br />
Albrecht von der Hochschule Pforzheim mit ihrem Konzept<br />
»NOVA«. NOVA bietet eine Produktpalette von Straßenlaternen<br />
und Säulen, die mit einer Ladestation für Elektrofahrzeuge<br />
ausgestattet sind. Das Konzept wirkt im Zuge der<br />
Umstellung auf Elektromobilität der Reizüberflutung im<br />
innerstädtischen Verkehrsraum entgegen, indem es die Ladestation<br />
in vorhandene Stadtelemente integriert. In der Kategorie<br />
2 konnten Pedro Jun, Sascha Praet, Luis Felipe García,<br />
Jacobus North, Joana Francener und Johannes Bier von der<br />
Köln International School of Design (Fachhochschule Köln)<br />
die Jury überzeugen. Ihr Ansatz »WeCharge« verbindet eine<br />
modulare und kostengünstige Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge<br />
mit einer Community. Grundgedanke dabei ist,<br />
einer möglichst großen Gruppe das Laden von Elektrovehikeln<br />
zu ermöglichen, ohne dafür neue, teure Stationen in das<br />
urbane Umfeld integrieren zu müssen.<br />
Nicht ganz auf den ersten Platz, aber dennoch hoch bewertet,<br />
war ein Beitrag von Ralf Josef, Maximilian Münster und<br />
Philipp Griebel von der Hochschule München mit dem bayerischen<br />
Namen »batzee«. »batzee« geht auf die Bedürfnisse<br />
des Menschen nach Flexibilität und Sicherheit in Bezug auf<br />
das Laden von Elektrofahrzeugen ein. Eine Flotte aus bemannten<br />
und unbemannten Ladeeinheiten bewegt sich durch die<br />
Stadt von morgen und lädt bei Bedarf Elektrofahrzeuge auf<br />
oder kümmert sich um Liegengebliebene. Das Konzept: die<br />
Energie kommt zu mir und nicht ich zur Energie. Im Gegensatz<br />
zum heutigen Tankvorgang bei dem aktiv eine Tankstelle<br />
angefahren werden und der Tank eigenhändig befüllt werden<br />
muss, bekommt der Nutzer mit »batzee« kaum noch etwas<br />
vom Ladevorgang mit.<br />
Jurymitglied und Mitinitiator des Wettbewerbs Dr. Andreas<br />
Hunscher, Geschäftsführer Technik der Langmatz GmbH, war<br />
nicht nur von den mit 5.000 EUR prämierten Siegerbeiträgen<br />
begeistert, sondern freute sich auch über die zahlreichen Impulse<br />
und Anregungen der weiteren eingereichten Konzepte<br />
und Vorschläge der Studenten. Der Ladesäulenhersteller wird<br />
für zukünftige Entwicklungen auf den einen oder anderen<br />
hier entstandenen Kontakt zurückkommen. Die Siegerteams<br />
fuhren im März 2012 auf die Intertraffic nach Amsterdam, um<br />
dort die von Langmatz gefertigten Prototypen ihrer Idee gemeinsam<br />
mit dem Fraunhofer IAO zu präsentieren. Auch auf<br />
der Intertraffic werden dieses Jahr elektromobile Konzepte<br />
diskutiert. Das Fazit: Alle sind sich einig - unsere Zukunft<br />
wird elektrisch. Nur bei der Frage, wie unsere Zukunft konkret<br />
aussehen soll, scheiden sich die Geister, besonders im<br />
Bereich Ladeinfrastruktur. Es bleibt spannend.<br />
Martha Loleit // Fraunhofer IAO<br />
martha.loleit@iao.fraunhofer.de<br />
Dr. Andreas Hunscher // Langmatz GmbH<br />
a.hunscher@langmatz.de<br />
www.inkoop.iao.fraunhofer.de/<br />
www.iao.fraunhofer.de/lang-de/component/content/<br />
article/98-iao-news/895-ladestation-der-zukunft.html<br />
118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119
eJobs<br />
BRINGT DAS WATT?<br />
MINT-Fachkräftelücke<br />
steigt stetig<br />
Unternehmen der Bereiche Erneuerbare Energien und nachhaltige<br />
Mobilität stark betroffen<br />
Den deutschen Unternehmen fehlen wichtige Fachkräfte im<br />
Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und<br />
Technik - kurz MINT. Die Fachkräftelücke lag im Dezember<br />
2011 bei rund 179.000 Personen das ist im Vergleich zum<br />
Vorjahr ein Anstieg um 86%.<br />
Mittelfristig rechnen die Fachleute mit einem Gesamtbedarf<br />
von knapp 115.000 Fach- und Führungskräften - etwa<br />
ein Drittel davon fehlt mittelfristig in den wachstumsstarken,<br />
innovativen und zukunftsorientierten Bereichen nachhaltige<br />
Mobilität und Erneuerbare Energien. Diese Entwicklung<br />
macht zunehmend vor allem den mittelständischen Unternehmen<br />
Probleme, sich im internationalen Wettbewerb um<br />
qualifizierte Mitarbeiter zu behaupten. Wichtig werden aktuell<br />
deshalb insbesondere Investitionen in die strategische<br />
Nachwuchsgewinnung aus dem In- und Ausland.<br />
Vor diesem Hintergrund kooperieren der Bundesverband<br />
eMobilität und die Online-Jobbörse etecmo bereits seit einem<br />
Jahr, um gerade mittelständischen Unternehmen, die<br />
sich im Bereich der Neuen Mobilität engagieren, Zugang zu<br />
den bereits heute dringend benötigten Personalressourcen<br />
zu verschaffen. Dazu werden gemeinsam Dienstleistungen<br />
im Bereich Human Resources angeboten, welche die BEM-<br />
Mitglieder im sogenannten »War of Talents« auf Augenhöhe<br />
mit ihren nationalen und internationalen Mitbewerben bringen.<br />
Ein schneller und effizienter Zugriff auf den Job-Zukunftsmarkt<br />
Elektromobilität ist dabei essentiell. Im Rahmen der<br />
Kooperation können deshalb zu Sonderkonditionen Stellenanzeigen<br />
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Stetig steigende Kraftstoffpreise, immer striktere gesetzliche<br />
Rahmenbedingungen und die limitierten Optimierungsmöglichkeiten<br />
von Verbrennungsmotoren treiben<br />
die Entwicklung alternativer Antriebe nach Meinung der<br />
Autoren in Zukunft maßgeblich voran. Besonders große<br />
Erfolgschancen räumen sie dem Elektromotor ein. Doch<br />
welches sind die Schlüsseltechnologien und wie wird sich<br />
der Systemwechsel hin zur eMobilität auf die klassische<br />
Automobilindustrie auswirken? Wo liegen Herausforderungen<br />
und Chancen für die traditionellen Fahrzeughersteller<br />
und -zulieferer? Entlang dieser Fragen werden im vorliegenden<br />
Buch technische, ökonomische und strategische<br />
Aspekte der eMobilität aus wissenschaftlich-analytischer<br />
Perspektive aufgezeigt. Das Buch richtet sich vor allem<br />
an Ingenieure, Techniker und Wirtschaftswissenschaftler<br />
in der Automobilindustrie. Aufgrund einer verständlichen<br />
Ausdrucksweise und einer Vielzahl erklärender Grafiken<br />
und Tabellen bietet es aber auch interessierten Laien einen<br />
guten Überblick über die vielfältigen Entwicklungen im Bereich<br />
elektrischer Fahrzeugantriebe.<br />
Bauanleitung für Bastler<br />
Der Markt für Pedelecs boomt. Allein in Deutschland wurden<br />
2011 etwa 300.000 der elektrisierten Fahrräder verkauft.<br />
Tendenz steigend. Wem die aktuellen Verkaufspreise noch<br />
zu hoch sind oder wer einfach Spaß am basteln und selber<br />
bauen hat, für den ist das vorliegende Buch von Jürgen Teutz<br />
genau das Richtige. In anschaulichen Workshops erklärt der<br />
Autor auf 156 Seiten Schritt für Schritt, wie man sein Fahrrad<br />
fachgerecht in ein hochwertiges Pedelec umbaut. Das Buch<br />
liefert neben konkreten Bauanleitungen ausführliche Infos<br />
zu den einzelnen Bauteilen, beschreibt wesentliche Unterschiede<br />
und hilft bei der Entscheidung für das jeweils richtige<br />
Umbaukonzept; vom passenden Motor, über Akkus und<br />
Ladegeräte bis hin zu den Bremsen. Über 100 Farbfotos veranschaulichen<br />
die einzelnen Arbeitsschritte und erleichtern<br />
dem Bastler die Arbeit. Inhaltlich abgerundet wird das Buch<br />
durch die Darstellung von technischen Hintergrundinfos, Sicherheitsaspekten<br />
und gesetzlichen Rahmenbedingungen.<br />
Nützlich für den Leser ist auch der FAQ, in dem häufige Fragen<br />
zum Thema Pedelec abschließend noch einmal griffig<br />
beantwortet werden.<br />
Das Ende der automobilen Welt, wie wir sie kennen<br />
Die Neue Mobilität ist bunt. Insbesondere junge, urbane<br />
Menschen leben diesen Trend vor und legen ein vielschichtiges<br />
Mobilitätsverhalten an den Tag. Diese »Generation Mietwagen«<br />
verzichtet auf ein eigenes Auto und nutzt verstärkt<br />
Carsharing, Bike-on-Demand oder Mitfahrbörsen. Damit aus<br />
diesem Trend eine Bewegung wird, ist nach Meinung des Autors<br />
vor allem eines gefragt: Fantasie. In der Industrie müssten<br />
endlich neue Fahrzeugkonzepte gedacht werden. Zudem<br />
benötige es einer Stadtplanung, die den Menschen in den<br />
Mittelpunkt stellt und nicht das Auto. Und letztlich müsse<br />
auch die breite Bevölkerung alte Traditionen ablegen. Was<br />
für manch einen wie ein Schreckgespenst klingen mag, sieht<br />
der Autor als Chance auf eine höhere Lebensqualität. Weg von<br />
Stau, dreckiger Luft und überfüllten Parkplätzen. Das Beste:<br />
Es braucht keine revolutionären Erfindungen, um den Wandel<br />
einzuläuten, denn die nötigen Technologien existieren bereits.<br />
Es braucht nur den unbedingten Willen und den Mut zur Umsetzung.<br />
Der Autor entwirft eine spannende und pointierte<br />
Zukunftsvision einer post-fossilen Mobilität und räumt ganz<br />
nebenbei mit gängigen Vorurteilen auf. Sehr Lesenswert!<br />
Das Elektroauto als Motor tiefgreifender Veränderungen<br />
Der Begriff »Trend« beschreibt spürbare Veränderungen<br />
und Strömungen in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft.<br />
So unterliegen Sprache, Mode oder Technologie<br />
regelmäßigen Trends. Trends sind in der Regel aber nur von<br />
kurzer Dauer oder beeinflussen nur bestimmte Bevölkerungsgruppen.<br />
Als »Megatrend« bezeichnen Forscher dagegen<br />
eine besonders tiefgreifende und nachhaltige Veränderung,<br />
die Auswirkungen auf alle Bereiche des menschlichen<br />
Lebens haben kann. Das vorliegende Buch geht der Frage<br />
nach, ob eAutos das Potenzial besitzen, sich zu solch einem<br />
Megatrend zu entwickeln. Zur Beantwortung der Frage unterziehen<br />
die Autoren das Thema einer ganzheitlichen Analyse<br />
und beleuchten es aus ökonomischer, gesellschaftlicher,<br />
ökologischer und technologischer Perspektive. Aufgrund<br />
dieses vielschichtigen Analyserasters kratzt das Buch leider<br />
oft nur an der Oberfläche, anstatt in die Tiefe zu gehen.<br />
Auch das Fazit fällt reichlich kurz aus und versäumt, die<br />
wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammenzufassen.<br />
Dennoch gibt das Buch - nicht zuletzt aufgrund vieler Grafiken<br />
und Statistiken - einen guten Überblick.<br />
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über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />
und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />
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zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />
Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
Förder-abo / 4 Ausgaben<br />
Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />
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Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />
Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
5 Stück (90,00 €) 10 Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />
der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />
Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />
eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />
liefer- und Rechnungsadresse<br />
Unternehmen<br />
Vorname, name<br />
straSSe, nr.<br />
PLZ, Ort<br />
email<br />
Einzugsermächtigung<br />
Name der Bank<br />
BLZ<br />
Kontoinhaber<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />
Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />
*nur im Inland möglich<br />
Kontonr.<br />
USt-IdNr.<br />
Fon<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />
Rechnung zusätzlich per Post.<br />
Neue Mobilität<br />
125
ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />
BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Der Bundesverband eMobilität vernetzt alle Akteure aus<br />
Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />
miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung für Elektromobilität<br />
durch zahlreiche Veranstaltungen und setzt sich<br />
für die notwendigen infrastrukturellen Veränderungen ein.<br />
»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />
Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten Aufgaben im<br />
tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />
dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />
Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />
Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />
Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />
als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />
und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />
bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />
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Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den starken<br />
Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar, sich<br />
gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen der Elektromobilität<br />
zu stellen, um einen nachhaltigen Aufschwung<br />
im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese Aufgabe erfordert<br />
eine aktive Teilnahme der innovativsten Unternehmen<br />
Deutschlands, starker Persönlichkeiten und das kooperative<br />
Zusammenwirken aller beteiligten Akteure aus Wissenschaft,<br />
Forschung, Wirtschaft, Politik, Medien, den Verbänden<br />
und Institutionen, sowie das Engagement jedes einzelnen<br />
Bürgers, der sich für eine Neue Mobilität einsetzen möchte.<br />
Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />
und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />
eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />
diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />
endlich sauber und leise wird.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />
Unterstützung notwendig..!<br />
Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Allgemein<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
mit den relevanten Playern der Branche<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />
Forschungseinrichtungen und Instituten<br />
• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />
Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />
Symposien u.a.<br />
• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />
und aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />
• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />
kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />
für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />
• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />
• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />
Bayern, NRW, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg und<br />
Hessen<br />
• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />
beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />
• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />
den Bundestag«<br />
Mediale Einbindung<br />
• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />
• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />
Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />
• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />
• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />
BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />
eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />
Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />
über die Medienkooperationen vom BEM<br />
Politisches Netzwerk<br />
• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />
• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />
Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel<br />
• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />
• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />
Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />
• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />
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Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich, Lebenswelt<br />
Elektromobilität, Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufensterbewerbungen etc.<br />
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Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
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Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon 030 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
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Mitarbeit<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Alexander Böhm<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
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10999 Berlin<br />
Fon 030 616 58 511<br />
Fax 030 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Monika Czerminska<br />
Christian Heep<br />
Falk Bege<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
10.000 Stück<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
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auf dem EUREF-Campus, Berlin<br />
Diese Ausgabe<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>07</strong><br />
Erscheinung April 2012<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe Juli 2012<br />
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Anzeigenschluss 14.06.2012<br />
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Mediadaten, Stand Oktober 2011.<br />
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Parlamentarischer Beirat<br />
MdB Wolfgang Tiefensee, SPD<br />
Beiratsvorsitzender<br />
MdL Markus Rinderspacher, SPD<br />
MdB Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
MdB Andreas Jung, CDU/CSU<br />
MdB Werner Simmling, FDP<br />
ehem. MdA Volker Ratzmann<br />
Bündnis 90/Die Grünen<br />
Wissenschaftlicher Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Markus Emmert<br />
Matthias Groher<br />
Dipl.-Ing. M.S. Tim Baack<br />
Tim Ruhoff<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
Josef Maier<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Heiko Herchet<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtsch.-Ing.<br />
Johann Georg Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl.-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
Dr. Mark Steffen Walcher<br />
BEM-Vorstand<br />
Kurt Sigl, Präsident<br />
Michael Hofmann, Finanzen<br />
Christian Heep, Marketing<br />
BEM-Berater<br />
Armin Henning, Politik<br />
Sven Hertel, Strategie<br />
Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />
Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
© 2009-2012 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />
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Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />
Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />
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