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NEUE MOBILITÄT 06

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ISSN 2191-5636<br />

Neujahrsausgabe 2012<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Januar 2012<br />

Internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft<br />

Metropole der Mobilität<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

Messe Essen // vom 07. bis 09.02.2012<br />

Schaufenster<br />

Bewerbungen der<br />

Bundesländer<br />

Smarte Technologien<br />

Intelligente Lösungen<br />

für die Neue Mobilität<br />

Erste Flotten<br />

Zweiradbranche als Vorreiter<br />

der eMobilität<br />

Status Quo<br />

Elektromobilität<br />

jenseits von Mythen<br />

Neue Mobilität<br />

1


SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />

Von der Euphorie zur Praxis<br />

Grusswort BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing; Michael Hofmann, BEM-Vorstand Finanzen; Markus Rinderspacher, MdL, SPD; Wolfgang<br />

Tiefensee, Bundesminister a.D., MdB, SPD; Kurt Sigl, BEM-Präsident und Robert Metzger, Veranstalter der Messe eCarTec<br />

SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />

Wir sind einer der führenden Anbieter intelligenter Verkehrssysteme in Deutschland.<br />

Als solcher bieten wir ein breites Spektrum innovativer Lösungen für die Städte der Zukunft: Unser Portfolio<br />

umfasst Detektions- und Verkehrssteuerungssysteme ebenso wie E-Mobilitäts- und Parkinfrastruktur<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

gewährleisten wir, dass unsere Systeme beständig laufen.<br />

Sprechen Sie mit uns - und entdecken Sie unsere Verkehrstechnik für die Stadt der Zukunft.<br />

SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />

<br />

, E. parking@swarco.de, www.swarco.com/sts<br />

Die Zeit des Systemwechsels hat begonnen. Darin bestätigt<br />

mich die Vielzahl an neuen Playern, die sich aktuell aufstellen,<br />

um die Neue Mobilität aktiv und sichtbar auf den Weg<br />

zu bringen. Der stetige Zulauf neuer BEM-Mitglieder mit<br />

einer immensen Branchenvielfalt zeigt, dass wir auf dem<br />

richtigen Weg sind. All diese Akteure haben ihre Chancen<br />

auf dem Zukunftsmarkt Elektromobilität erkannt und agieren<br />

dementsprechend. Gemeinsam haben wir uns viel für<br />

dieses Jahr vorgenommen. Ein Jahr, das sehr viel mehr im<br />

Zeichen der Evolution anstatt der Revolution steht.<br />

Ich persönlich begrüße diese Entwicklung sehr und kann<br />

mich nur über die aktuelle Schwarzmalerei verschiedener<br />

Entscheider und Medienvertreter wundern. Denn glaubt man<br />

etwa dem Chefredakteur der ADAC Motorwelt Michael Ramstetter,<br />

dem Autoexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer<br />

oder dem Autovermieter Erich Sixt, dann bleibt der Wunsch<br />

nach einer Neuen Mobilität ein unendlich langer Traum. Hier<br />

muss ich vehement widersprechen. Gemeinsam werden wir<br />

etwas bewegen - und das nicht erst ab 2020.<br />

Die Richtung ist vorgegeben. Wir wissen wohin der Weg<br />

führt. Es ist jetzt an der Zeit, von der anfänglichen Euphorie<br />

- sowohl auf medialer als auch auf politischer Ebene - zur<br />

praktischen Umsetzung zu gelangen. Nicht durch große<br />

Reden werden wir den Verkehr zunehmend elektrifizieren,<br />

sondern durch konkrete Maßnahmen, die auf der einen Seite<br />

die entsprechenden politischen, finanziellen und rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen schaffen und auf der anderen Seite die<br />

Verbraucher - und hier in einem ersten Schritt die öffentlichen<br />

Körperschaften - zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen<br />

animieren und motivieren.<br />

Insbesondere die Politik muss nun auch aktiv Zeichen setzen.<br />

Sowohl in Bezug auf die Integration von Elektrofahrzeugen<br />

in ihren eigenen Fuhrparks und Fahrdiensten als auch in der<br />

finalen Umsetzung der Vielzahl an angekündigten Maßnahmen<br />

im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität.<br />

So hat die Bundesregierung es beispielsweise bisher<br />

nicht geschafft, die Nachteile der Elektroautos bei der<br />

Dienstwagenbesteuerung auszugleichen, obwohl dies bei<br />

der Vorstellung des Regierungsprogramms Elektromobilität<br />

im Mai 2011 als entscheidender Punkt des Maßnahmenpakets<br />

angekündigt wurde.<br />

Durch diese Unsicherheit konterkariert die Bundesregierung<br />

ihre eigenen Ziele, bis 2020 eine Million eFahrzeuge auf deutschen<br />

Straßen zu realisieren. Eine erfolgreiche Marktdurchdringung<br />

wird zu Beginn stark über Firmenflotten laufen.<br />

Solange die steuerrechtliche Benachteiligung durch die 1%-<br />

Reglung aber derart eklatant ist, bleiben eAutos als Dienstwagen<br />

unattraktiv. Das BEM-Mitgliedsunternehmen juwi<br />

etwa gleicht seinen Mitarbeitern den Nachteil derzeit aus<br />

eigener Tasche aus. Aber nicht alle Unternehmen sind bereit,<br />

für die Rolle als Vorreiter solche Hürden zu überwinden. Hier<br />

ist jetzt die Politik gefragt. Überraschen Sie mich..<br />

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Neue Mobilität<br />

3


INHALTS-<br />

ANGABE<br />

Cover: AUTOMECHANIKA<br />

FRANKFURT<br />

Metropole der mobilität<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>06</strong> »<br />

DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

ausgabe Januar 2012<br />

Schaufenster-<br />

Bewerbung<br />

Smarte<br />

Technologien<br />

Erste<br />

Flotten<br />

Status Quo<br />

eMobilität<br />

18 Mobilität der Zukunft<br />

Winfried Kretschmann<br />

20 Der Mix macht‘s<br />

Franz Loogen<br />

22 Wirtschaft am Strom<br />

Sören Christian Trümper<br />

24 Wir bringen die emobilität<br />

AUf die StraSSe<br />

Jörg Bode<br />

26 Schaufenster emobilität<br />

Lucas Birnhäupl<br />

Martin Jäger<br />

28 NRW ist bestens<br />

AUfgestellt<br />

Alexander Waldhelm<br />

BEM<br />

3 GruSSwort<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

6 Die Zukunft im Spiegel<br />

Editorial, Christian heep<br />

14 PARLAMENTARISCHER<br />

BEIRAT<br />

16 BEM 2.0<br />

114 eJobs<br />

122 Buchvorstellungen<br />

124 vorschau<br />

125 ABO neue mobilität<br />

126 BEM-Mitgliedschaft<br />

128 Firmenverzeichnis<br />

130 Impressum<br />

30 Intelligente<br />

Energielösungen<br />

ComBInation<br />

32 Intelligente<br />

Technologien<br />

Laurenz Przyborowski<br />

33 RESSOURcenschonende<br />

pRODUktion<br />

Marcel Hofer<br />

34 IT-sicherheit meets<br />

ELEktromobilität<br />

BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />

36 StaatspreiS Mobilität 2011<br />

cirquent<br />

38 emobilität im Kontext<br />

Uwe Hahner<br />

40 LEGAL corner<br />

BBH BECKER BÜTTNER HELD<br />

42 Nachhaltig anders denken<br />

IPM SYSTEM<br />

44 Nachhaltige emobilität<br />

Christoph B. RöSSner<br />

46 Das groSSe upgrade<br />

Tim baack<br />

48 Strom, der mehr kann<br />

schneider electric<br />

50 Integration von<br />

eFahrzeugen ins stromnetz<br />

Sven Lierzer<br />

52 eAutos intelligent vernetzt<br />

FRAUNHOFER FOKUS<br />

54 Rad fahren bewegt<br />

Stephan Schreyer<br />

56 Bürgermeister auf eBikes<br />

Sebastian Dix<br />

58 eFahrzeuge<br />

effizient nutzen<br />

Fabian Krohn<br />

60 Standardisierung<br />

der Ladeinfrastruktur<br />

Ulrich Prediger<br />

62 Sylt wird elektromobil<br />

Georg Wember<br />

63 Elektromobilität<br />

IN der Wüste<br />

Dr. Michael Krämer<br />

64 eBikes<br />

Vorreiter der Branche<br />

interview Mathias Seidler<br />

66 Mit einem Klick zum eBike<br />

INTERVIEW PIET HERBERTZ<br />

67 Zwei Ziele und ein Weg<br />

Christoph Wolf<br />

68 emobilität im Netzwerk<br />

Manuel Woste<br />

70 Zweiräder als Wegbereiter<br />

Reiner Kolberg<br />

72 Kommunen als Vorreiter<br />

Johannes Schindler<br />

73 DAS Potenzial ist noch<br />

LANGE nicht ausgeschöpft<br />

INTERVIEW ULRIKE SAADE<br />

74 Gut Beraten beim E-Rad-Kauf<br />

Wiebke Lemmertz<br />

Wasilis von Rauch<br />

75 Elektromotorräder<br />

AUf dem Vormarsch<br />

Edwin Belonje<br />

76 SpaSS mit Strom<br />

Joachim Franz Kutscher<br />

78 Ladetechnik für eFlotten<br />

Thorsten Temme<br />

80 Tourismusregionen<br />

investieren in die Zukunft<br />

interview Matthias Schmidt<br />

82 Entspannt auf zwei Rädern<br />

EBG complEo<br />

83 Elektrisch durchs Allgäu<br />

Stefan Sievert<br />

84 Insel Sylt hat Ruhe verdient<br />

Markus Wenzel<br />

85 Südtirol - Nachhaltigkeit im<br />

Alpinen Raum<br />

Petra Kainzwaldner<br />

86 Das Urlaubserlebnis mit<br />

DEM Elektrofahrrad<br />

movelo<br />

Messen &<br />

EVents<br />

8 eCarTec 2011<br />

10 E-world Energy & Water 2012<br />

12 Automechanika 2012<br />

90 Elektrofahrzeug-Batterien<br />

JENSEITS von Mythen<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

92 Induktives Laden<br />

Gunter Nissen<br />

96 Leichtbau<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

98 Nachfragepotenzial von<br />

Elektrofahrzeugen<br />

Christian Hanke<br />

Matthias Diller<br />

100 Batteriesicherheit<br />

TÜV SÜD AG<br />

102 Technologie für alle<br />

fAHRZEUGE<br />

Jeremie Desjardins<br />

103 eMobilität mit<br />

der Kraft des Windes<br />

Dr. Uwe Koenzen<br />

104 E-VECTOORC<br />

Valentin Ivanov<br />

105 Gesellschaftspolitische<br />

fRAGESTELLUNGEN<br />

FRAUNHOFER ISI<br />

Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />

Ich freue mich sehr, Ihnen die bereits sechste Ausgabe der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> präsentieren zu dürfen und möchte mich<br />

speziell bei den Innovatoren und Vorreitern bedanken, die<br />

unser Fachmagazin mit vielen Beiträgen unterstützen und in<br />

Form von Anzeigenschaltungen überhaupt erst ermöglichen.<br />

Das Cover vermittelt Ihnen einen ersten Eindruck der diesjährigen<br />

Automechanika der Messe Frankfurt. Gemeinsam<br />

mit dem BEM werden wir im Rahmen der Sonder-Ausstellung<br />

»Mobilität der Zukunft« ein umfassendes Bild zukunftsfähiger<br />

Mobilitätskonzepte zeigen.<br />

1<strong>06</strong> Elektrifizierung des<br />

Antriebsstrangs<br />

Technische universität<br />

BRAUNSCHWEIG<br />

108 Wettlauf der eMobilität<br />

Andreas Serra<br />

110 Standardisierung<br />

UND NORMUNG<br />

Prof. Dr. Thomas Klindt<br />

Human<br />

Resources<br />

115 Elektromobiltät<br />

BERUfsbegleitend studieren<br />

KARLSRUHER INSTITUT<br />

FÜR TECHNOLOGIE<br />

116 Nachwuchs mit<br />

Begeisterung<br />

DRIVE-E<br />

118 Neue Master-Studiengänge<br />

Fachhochschule Kärnten<br />

120 Service für eAutos<br />

dekra<br />

Wir stellen Ihnen in der Januar-Ausgabe die Schaufensterbewerbungen<br />

einiger Akteure, Städte und Regionen vor.<br />

Außerdem beleuchten wir im Themenschwerpunkt Smarte<br />

Technologien die technologischen Entwicklungen rund um<br />

Elektromobilität, Erneuerbare Energien, Smart Grid und intelligente<br />

IT-Systeme. In der Rubrik Erste Flotten richten wir<br />

den Fokus der Berichterstattung dieses Mal auf elektrische<br />

Zweiräder und eMobilität als erfolgsversprechende Partner<br />

der Tourismusbranche. Viel Spaß beim Lesen..!<br />

Sandrine Frideres, Leitung Anzeigenredaktion


Editorial - Christian Heep<br />

Editorial - Christian Heep<br />

Die Zukunft im Spiegel..<br />

Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />

Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Photo © Photocase Crocodile<br />

Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist der Nachhaltigste<br />

im ganzen Land..? Ein Motto, das bundes- und europaweit<br />

zu Höchstleistungen anspornen könnte, wollte man es denn<br />

wirklich. Was man dabei, neben der Tatsache Gutes zu tun,<br />

Klima- und Umweltschutzpotentiale voll auszuschöpfen,<br />

Ressourcenschonung und Verminderung von zumeist politischen<br />

Abhängigkeiten und weiteren »Vorteilen« alles erreichen<br />

kann, ist vielen bereits klar. Und es wird von diesen,<br />

die verstanden haben, warum diese Maßnahmen für uns alle<br />

so wichtig sind, auch bereits angegangen. Die technologischen<br />

Voraussetzungen sind auch schon vorhanden und es<br />

bleibt die Frage, warum dann dieser Prozess nicht so richtig<br />

anlaufen will. Wir fragen uns, welche Mechanismen und Gegenmotivationen<br />

wohl dafür verantwortlich sind, dass wir<br />

zukünftige Generationen so maßlos um ihre Ressourcen und<br />

ihre Lebensgrundlage betrügen. Beispielhaft sei dafür das<br />

Hin und Her der Atompolitik genannt oder auch, in unserem<br />

speziellen Fokus, die jahrzehntelange Verzögerungen bei<br />

der Einführung der Elektromobilität.<br />

Am Ende dieser Verkettung stehen für viele die Machenschaften<br />

von Großkonzernen, Energieversorgern, den Ölinteressen<br />

und überhaupt der Interessenvertretung einiger<br />

weniger, aber dabei sehr einflussreicher Gesellschaften, die<br />

es sehr gut verstehen ihre zumeist macht- und gewinnorientierten<br />

Interessen entgegen unserem Nachhaltigkeitskontest<br />

zu verteidigen. Die damit verbundene Handlungsunfähigkeit<br />

der Politik, also der vielfältige Bezug zu diesem Macht- und<br />

Einflusskonglomerat, festigt dieses zutiefst tradierte System<br />

dann zusätzlich.<br />

Diese Stammtischweisheit ist aber wohl nur die halbe Wahrheit.<br />

Meist sind nur einige wenige Köpfe wirklich notwendig,<br />

um solch weitreichende Veränderungsprozesse anzustoßen.<br />

Unsere demokratische Ordnung bietet die Vorzüge einer<br />

freien Meinungsäußerung und der Grundgedanke ist eine<br />

Mitbestimmung durch das Volk. Das hat zumindest bereits<br />

heute erkennbar zu einigen Veränderungen im Denken und<br />

Handeln, in der Energiepolitik und vielen anderen Lebensbereichen<br />

geführt.<br />

Wäre allerdings beispielsweise die Energierevolution von<br />

den führenden Köpfen der Energieversorger ausgegangen,<br />

wären wir schon viel weiter. Genau darin liegt das Problem.<br />

Diejenigen, die in der Lage wären, aufgrund ihrer politischen<br />

Stellung, ihrer Macht und ihrem Einfluss in ihren jeweiligen<br />

Gefügen, sich an die Spitze solcher Systemwechsel zu<br />

stellen, sind gleichzeitig in ihren politischen und wirtschaftlichen<br />

Abhängigkeiten gefangen und haben zumeist auch<br />

einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb. Hier fehlt in einem<br />

außergewöhnlich hohen Maße die Erkenntnis einer<br />

Synergie aus Vorreiterdenken, Nachhaltigkeit und gleichzeitigem<br />

Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand. Aber es<br />

ist immer schwer eine funktionierende Systemik wider besseren<br />

Wissens zu verlassen. Es ist zumeist einfacher diese<br />

Maßnahmen noch ein wenig aufzuschieben.<br />

Argumentativ lassen sich dafür beliebig viele Wahrheiten finden,<br />

um den eigenen Standpunkt und den Respekt vor dem<br />

Spiegel seiner selbst zu bewahren. So finden wir dann auch<br />

genau diesen Personenkreis immer wieder in den Medien<br />

mit Meldungen zu ihrem überaus nachhaltigen Engagement.<br />

Viele lassen sich davon beeindrucken und glauben den Argumentationsketten<br />

dieser tradierten Autokraten.<br />

Es zeigt dem aufmerksamen Beobachter im übrigen sehr<br />

deutlich, dass das Wissen um die Notwendigkeit dieser<br />

Veränderungen zumeist vollumfänglich vorhanden ist. Ihr<br />

Engagement verliert sich allerdings sehr schnell. Lediglich<br />

eine öffentliche Erwartungshaltung wird befriedigt und eine<br />

Scheinaura nachhaltigen Handelns wird künstlich erzeugt;<br />

flankiert von einigen wenigen kleinen Schritten in die richtige<br />

Richtung. So fällt eine Anklage dann auch schwer, brüsten<br />

sich diese Unternehmen doch mit ihren guten Taten.<br />

Unsere Bundeskanzlerin wäre beispielsweise in der Lage<br />

und in der Position ihren elektromobilen Ambitionen außergewöhnlichen<br />

Nachdruck zu verleihen. Warum aber macht<br />

sie es nicht..? Gern sind wir vom Bundesverband eMobilität<br />

bereit und fähig, gemeinsam mit unseren Mitgliedern ein<br />

umsetzungsfähiges, realistisches und nachhaltiges Konzept<br />

vorzulegen, dass uns in eine Position bringt, die gesteckten<br />

Ziele der Bundesregierung auch zu erreichen, Leitmarkt und<br />

Leitanbieter zu werden, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und<br />

Wohlstand zu sichern und ein sichtbares internationales Zeichen<br />

zu setzen, dass wir uns im Bereich Elektromobilität an<br />

die Spitze der Entwicklung stellen.<br />

Aber das ist ja bereits alles initiiert. Die Nationale Plattform<br />

arbeitet daran mit Hochdruck. Die deutschen Automobilhersteller<br />

kommen jetzt alle irgendwann ganz stark auf den<br />

Markt. Wer sitzt nochmal alles in dem Gremium..? Der Personenkreis,<br />

den ich zuvor beschrieben habe..?<br />

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin. Ich schlage hiermit vor,<br />

die Stimme vom Bundesverband eMobilität in diesem Kreis<br />

zu integrieren und einen ständigen Vertreter aus unseren<br />

Reihen zu berufen. Das ist zum Beispiel eine Ihrer Möglichkeiten<br />

Ihren Worten Taten folgen zu lassen.<br />

In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiteres Jahr elektromobiler<br />

Zukunft und wünsche viel Spaß mit unserem Fachmagazin<br />

und natürlich im Spiegel Ihres Lebens..<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7


Rückblick eCarTec 2011 Rückblick eCarTec 2011<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

»Die diesjährige eCarTec hat unsere Erwartungen bei weitem<br />

übertroffen. Neben zahlreichen qualitativ sehr hochwertigen<br />

Gesprächen war mein persönliches Highlight der Besuch von<br />

unseren Parlamentarischen Beiräten Wolfgang Tiefensee und<br />

Markus Rinderspacher. Im Rahmen unseres politischen Messerundgangs<br />

hatten sie die Möglichkeit, unsere Mitaussteller<br />

und BEM-Mitglieder mit ihren innovativen Konzepten und<br />

Produkten kennen zu lernen und sich über den Status Quo<br />

der Neuen Mobilität zu informieren.«<br />

Deutschlandpremiere des Elektro-Cargo »ARNOLD 2011« auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

BEM-Vorstand Christian Heep, Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee und BEM-Präsident Kurt Sigl im Gespräch<br />

Rückblick eCarTec 2011<br />

Die Leitmesse der emobilen Branche hat vom 18. bis 20.<br />

Oktober 2011 zum dritten Mal umfassend alle aktuellen<br />

Entwicklungen und Technologie-Angebote auf einer Fachmesse<br />

zusammengebracht.<br />

Gemeinsam mit unseren Mitausstellern und Sponsoren<br />

CarMedialab, EnBW, SFL-CETRA mit der Deutschlandpremiere<br />

des ARNOLD2011, efw-suhl mit ihrer e-Schwalbe,<br />

EnergieParken, juwi, electric movement, Next Generation<br />

Mobility, Barkawi Management Consultants, The Mobility<br />

House, Midea, mia gemeinsam mit e-mocom, TÜV SÜD,<br />

Veloform Media und IPM SYSTEM haben wir in diesem<br />

Jahr eine Fläche von 450 Quadratmetern bespielt.<br />

»Ich freue mich sehr über die zahlreichen Besucher auf unserem<br />

Stand. Die Qualität der Gespräche hat im Vergleich<br />

zum Vorjahr noch einmal deutlich zugenommen. Darauf<br />

aufbauend lassen sich nun in den kommenden Wochen<br />

verschiedene neue Kooperationen schließen und innovative<br />

Geschäftskontakte ausbauen«, betonte BEM-Marketingvorstand<br />

Christian Heep im Nachgang der Messe.<br />

Thomas Martin, Geschäftsführer efw-suhl<br />

»Wir waren das erste Mal dabei und die eCarTec war für unsere<br />

e-Schwalbe ein voller Erfolg. Aufgrund des hohen Anteils<br />

an Fachpublikum sehen wir den Gemeinschaftsstand<br />

des Bundesverbands eMobilität hier besonders sinnvoll. Die<br />

bunte Mischung der gezeigten Objekte und Angebote lockte<br />

viele Besucher auf den attraktiven Stand und wir hatten die<br />

Möglichkeit, zahlreiche gute Kontakte zu knüpfen.«<br />

Christoph Hofner, Teamleiter Sales & Business Development<br />

Elektromobilität, juwi<br />

»Die eCarTec war für uns sehr erfolgreich. Wir konnten<br />

sehr gute Gespräche führen, die nun im Nachgang der<br />

Messe weiter fortgesetzt werden. Die Organisation seitens<br />

des BEM-Teams hinsichtlich der Standplanung, des<br />

Aufbaus und der Durchführung war professionell und<br />

hat uns in unserer Tätigkeit und unserem Auftritt auf der<br />

Messe sehr gut unterstützt. Auch hervorzuheben ist die<br />

äußerst gelungene Standwahl in unmittelbarer Nähe zum<br />

Haupteingang, sowie die weithin sichtbare Präsentation<br />

des Gemeinschaftsstandes.«<br />

Tim Ruhoff, Geschäftsführer Next Generation Mobility<br />

»Die Absichten der Kunden werden konkreter, der BEM-<br />

Gemeinschaftstand hat auch dieses Jahr wieder viel Aufklärungsarbeit<br />

geleistet und noch mehr Leute zusammengebracht.<br />

Jetzt sollten wir die Ideen auf die Straße bringen<br />

- wir freuen uns auf 2012.«<br />

Tito Das, Business Manager Electric Vehicle Infrastructure<br />

bei Schroff<br />

»Wir waren sehr zufrieden. Der BEM-Gemeinschaftsstand<br />

hat genau wie im Jahr zuvor viele Zuschauer angezogen,<br />

darunter sehr viele Fachbesucher. Wir hatten den Eindruck,<br />

dass Messe und Ausstellerumfeld einen großen Schritt hin<br />

zu alltagstauglicherer eMobilität gemacht haben. An den<br />

Ständen gab es dieses Jahr weniger Visionen zu sehen, dafür<br />

mehr ernst gemeinte Produkte und Geschäftsmodelle.<br />

Passend dazu haben wir eine Reihe guter Gespräche über<br />

EnergieParken ® führen können. Für uns hat sich die Teilnahme<br />

daher gelohnt.«<br />

Markus Emmert, Geschäftsführer IPM SYSTEM<br />

»Der BEM-Gemeinschaftsstand ist immer wieder ein Besucher-Magnet.<br />

Auf keinem anderen Stand haben sich so<br />

viele Akteure der Branche zum aktuellen Status Quo ausgetauscht.<br />

Ich bin beeindruckt und selbstverständlich im<br />

nächsten Jahr wieder mit dabei.«<br />

Harald Weidhofer, SFL-CETRA e-mobility<br />

Es war uns eine sehr große Freude! So einfach kann man<br />

ARNOLDs Teilnahme beim BEM-Gemeinschaftsstand bei der<br />

diesjährigen eCarTec zusammenfassen. Natürlich haben wir<br />

uns von der Deutschlandpremiere einiges erwartet. Das in<br />

Österreich geplante, entwickelte und gebaute Nutzfahrzeug<br />

wurde ja schon vorher immer wieder mit positiven Reaktionen<br />

bedacht. Die so tolle Stimmung für unseren ARNOLD auf<br />

dem BEM-Gemeinschaftsstand hat uns dann trotzdem sehr<br />

überrascht und gefreut. Viele Anfragen, gute Kontakte, positive<br />

TV- und Zeitungsberichte in Deutschland und Österreich<br />

und viele gute Gespräche waren die Folge. Einer der Gründe<br />

für den großen Erfolg war sicherlich die prominente Positionierung.<br />

Und dafür danken wir - ARNOLD und die SFL-CETRA<br />

e-mobility GmbH!<br />

C E T R A e - m o b i l i t y<br />

IPM SYSTEM<br />

Effizienz durch Intelligenz<br />

Aussteller & Sponsoren auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9


E-world ENERGY & WATER 2012 E-world ENERGY & WATER 2012<br />

»Fahrzeughersteller und Infrastruktur-Dienstleister<br />

zeichnen auf der E-world 2012 die Entwicklung von<br />

alternativen Mobilitätskonzepten nach.«<br />

E-world energy & water<br />

Vom 07. bis 09. Februar 2012 in der Messe Essen<br />

Future of Mobility<br />

E-world Kongress<br />

Wie schon in den Jahren zuvor werden auch bei der E-world<br />

2012 an allen drei Kongresstagen hochkarätige Referenten<br />

zu aktuellen Themen und brisanten Fragen der Energiewirtschaft<br />

Stellung beziehen. Es werden Konferenzen u.a. zu den<br />

Themen Bioerdgas, Netze, Ecomobilität, Kommunikation in<br />

der Energiewirtschaft sowie zu aktuellen Rechtsfragen<br />

durchgeführt. Außerdem wird es verschiedene Workshops<br />

zur Einführung in die Energiewirtschaft geben.<br />

Sonderschau »Future of Mobility«<br />

Fahrzeughersteller und Infrastruktur-Dienstleister zeichnen<br />

die Entwicklung von alternativen Mobilitätskonzepten nach.<br />

In Sachen Elektromobilität geht die Forschung mit großen<br />

Schritten voran. Die Sonderschau zeigt neue Speichertechnologien<br />

und IT-Lösungen. Die Wege, um saubere Antriebskraft<br />

zu produzieren sind vielfältig, eine Möglichkeit ist die<br />

Sonne. »Future of Mobility« zeigt solare Carports, die einerseits<br />

Schutz vor Wind und Wetter bieten und andererseits<br />

sauberen Strom direkt vor Ort bereitstellen.<br />

Forum Energiewende<br />

Politische und regulatorische Zielvorgaben konfrontieren<br />

die Energiewirtschaft sowohl auf nationaler wie auch auf<br />

europäischer Ebene zunehmend mit neuen Fragestellungen<br />

und Anforderungen, die vor allem die Bereiche Energieerzeugung,<br />

Transport von Energie sowie Energiespeicherung<br />

betreffen. Daher wird diesen Themen mit dem neuen<br />

»Forum Energiewende« in Halle 7 erstmals ein eigener Gemeinschaftsstand<br />

gewidmet.<br />

Ob Hersteller von Anlagen für Photovoltaik, Geothermie,<br />

Blockheizkraft und Biogas oder Anbieter von Transport- und<br />

Speichermöglichkeiten. Sie können auf dem Gemeinschaftsstand<br />

ihre Produkte und Dienstleistungen den Fachbesuchern<br />

aus Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerken,<br />

Industrieunternehmen, Beratern und Forschungseinrichtungen<br />

präsentieren. Abgerundet wird die neue Sonderschau<br />

mit einem Vortragsprogramm. Auf einer Podiumsfläche geben<br />

Experten in Statements und Diskussionsrunden ihr Wissen<br />

zum Thema Energiewende weiter.<br />

Smarte Technik, intelligent genutzt<br />

Erneut wird einer der Schwerpunkte bei der E-world 2012 in<br />

Essen das Zukunftsthema »smart energy« sein. Intelligente<br />

Netze, Zähler oder auch vernetzte Haustechnik stehen dort<br />

im Fokus.<br />

»Smart energy« als vergleichsweise junger Ausstellungbereich<br />

stößt bei Besuchern wie Ausstellern auf großes<br />

Interesse: Vor zwei Jahren wurde die Präsentation des Geschäftsfelds<br />

erstmals in das Konzept der E-world energy &<br />

water integriert. Heute bietet die E-world einen umfassenden<br />

Einblick in die Entwicklungen einer Branche, die mithilfe<br />

innovativer Technologien Chancen für mehr Energieeffizienz<br />

aufzeigt, um damit auch den Kohlendioxid-Ausstoß langfristig<br />

zu reduzieren. Auf einer Fläche von 540 Quadratmetern<br />

präsentieren sich in Halle 7 rund 30 Aussteller.<br />

Contracting-Point<br />

Der Gemeinschaftsstand »Contracting-Point« bietet erneut<br />

der Wachstumsbranche die Möglichkeit, die Vielseitigkeit<br />

des Contracting in allen Facetten zu zeigen und Kontakte<br />

zu knüpfen. Als Schirmherr konnte wie in den Jahren zuvor<br />

der Verband für Wärmelieferung e.V. mit Sitz in Hannover<br />

gewonnen werden. Das Angebot an Serviceleistungen für<br />

Stadtwerke, Kommunen und Industrie sowie für die Wohnungswirtschaft<br />

in Bereichen Strom, Wasser, Gas, Wärme<br />

und Licht wird ebenso vorgestellt wie neue Technologien<br />

z.B. bei den regenerativen Energien.<br />

Tag der Bürgermeister<br />

Im Zuge der Energiewende liegen energiewirtschaftliche<br />

Problemstellungen nicht länger ausschließlich im Entscheidungsbereich<br />

der großen Energieversorger, sondern werden<br />

aktiv von den Kommunen mitgestaltet. Vor dem Hintergrund<br />

des Ausbaus Erneuerbarer Energien und vermehrt energieautonomen<br />

Städten sowie Kommunen, sind aktive Bürgermeister<br />

und Vertreter aus der Kommunalpolitik am 07. Februar<br />

auf der E-world gefragt. Der »Tag der Bürgermeister«<br />

soll eine Plattform für einen kommunalübergreifenden<br />

Austausch der Städte und Gemeinden werden, um sich über<br />

aktuelle Entwicklungen von kommunal- und energiepolitischen<br />

Themen zu informieren. Die Sensibilisierung, Aufklärung<br />

und Einbindung der kommunalpolitischen Entscheidungsträger<br />

auf der E-world ist das langfristige Ziel.<br />

Weitere Informationen zur E-world energy & water unter<br />

www.e-world-2012.com<br />

10 Neue Mobilität Neue Mobilität 11


Automechanika 2012 Automechanika 2012<br />

Mobilitätskonzepte<br />

der Zukunft<br />

Internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft<br />

BEM-Visualisierungsansatz »Mobilität der Zukunft« auf der Automechanika 2012 in Frankfurt Am Main AUTOMECHANIKA MESSE FRANKFURT 11. bis 16. September 2012<br />

Neue Formen und Konzepte von Mobilität werden aktuell<br />

heiß diskutiert. Sich allein auf die Fahrzeuge zu beschränken,<br />

greift allerdings zu kurz. Die Automobilindustrie und<br />

die Gesellschaft befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel.<br />

Es wird zusammenwachsen, was für viele auf den ersten<br />

Blick nicht zusammen gehört. Immer mit dem Ziel, die<br />

individuelle Mobilität umweltfreundlich weiter zu individualisieren.<br />

Das bedeutet auch eine Revolution für die Werkstatt.<br />

Internationale Fachmessen wie die Automechanika<br />

sind ein Spiegel der Branche und können die neuesten Entwicklungen<br />

aus verschiedenen Bereichen auf einzigartige<br />

Weise bündeln.<br />

Bis die vollständige Elektrifizierung eines Automobils qualitativ<br />

und wirtschaftlich großserientauglich sein wird, werden<br />

Brückentechnologien den Verbrennungsmotor zum Schutz<br />

der Umwelt optimieren. Dazu gehören modernste Techniken<br />

wie der Leichtbau, das Thermomanagement, die Reibungsminimierung<br />

oder die Zylinderabschaltung. Auf der Treibstoffseite<br />

gibt es parallel erste Erfolge beim Einsatz von<br />

ökologisch erzeugtem Natur-Gas oder synthetischen Kraftstoffen.<br />

Die bekannten Technologien der Voll- und Plug-In-<br />

Hybride sowie der Range-Extender schaffen bereits jetzt den<br />

Spagat unserer zukünftigen Mobilität: elektrisch-leise in der<br />

Stadt und traditionell-dynamisch auf der Langstrecke.<br />

Die Automechanika wird vom 11. bis 16. September 2012<br />

einen Überblick über verschiedene Konzepte rund um die<br />

Mobilität der Zukunft vorstellen. Aussteller präsentieren<br />

ihre innovativen Lösungen in den Bereichen Erstausrüstung,<br />

Umrüstung, Fahrzeug- und Ladezubehör, Entsorgung und<br />

Recycling. Auch das Aftermarket-Forum, das Vortragsareal<br />

der Automechanika, nutzen Vertreter aus Industrie und Forschung,<br />

um über neueste Entwicklungen auf den Gebieten<br />

Vernetztes Auto, Schadenbusiness oder Service in Handel<br />

und Werkstatt sowie Elektromobilität zu berichten.<br />

Die Messe Frankfurt und der Bundesverband eMobilität verfolgen<br />

gemeinsam das Ziel, im Rahmen der Sonder-Ausstellung<br />

»Mobilität der Zukunft« ein umfassendes Bild über den<br />

Status Quo der Elektromobilität zu liefern und über innovative<br />

Zukunftstrends der Automobilbranche zu informieren.<br />

Die Sonder-Ausstellung ist eine visionäre Reise in die Zukunft<br />

der Fortbewegung: leise, sauber und erneuerbar. Sie<br />

bietet die Möglichkeit, mit Emotion, Faszination und Begeisterung<br />

tradierte Verhaltensmuster aufzubrechen und die<br />

Vision einer neuen, nachhaltigen Mobilität Wirklichkeit werden<br />

zu lassen. Zum ersten Mal werden im Rahmen einer<br />

Messe wegweisende Lösungen von Heute und spannende<br />

Visionen von Morgen nicht nur sichtbar sondern auch erlebbar.<br />

Von induktiver Ladung über innovative Elektrofahrzeuge<br />

bis hin zu smarten Kommunikationstechnologien wird das<br />

gesamte Spektrum der heutigen Elektromobilität aufgezeigt.<br />

Im Rahmen der Sonder-Ausstellung wird der Systemwechsel<br />

zur Elektromobilität in seiner gesamten Bandbreite in einer<br />

echten Erlebniswelt erfahrbar. Die vielfältigen Produkte rund<br />

um das Thema Elektromobilität werden inhaltlich kombiniert<br />

und dadurch in einen anwendungsorientierten Zusammenhang<br />

gesetzt. So werden Energieerzeugung, Ladeinfrastruktur,<br />

IKT-Systeme und Elektrofahrzeuge sinnvoll mit einander<br />

verknüpft und in einem realistischen Umfeld präsentiert.<br />

Damit entsteht ein realitätsnahes Konstrukt aus unterschiedlichen<br />

Technologien, welches die Vielfalt der Mobilität der<br />

Zukunft aufzeigt. Im Zentrum der Ausstellung steht vor allem<br />

das Thema Erfahrbarkeit. Ausprobiert werden kann am Ende<br />

der Erlebniswelt alles - vom eBike über den Elektroroller bis<br />

hin zu verschiedenen Elektroautos.<br />

Daneben organisiert Karabag auf einer Fläche von rund 4.000<br />

Quadratmetern auf der Freifläche Agora die Sonderschau<br />

»Smart Grid«. Sie ist angelehnt an die von Karabag geplante<br />

Wohnbausiedlung »Energieautarkes Arbeiten und Wohnen«<br />

in Norderstedt nahe Hamburg. Sie soll zeigen, wie sich die<br />

automobile Lebenswelt in Zukunft entwickeln könnte.<br />

Aussteller werden unter anderem Unternehmen sein, die auf<br />

den ersten Blick nichts mit dem automobilen Markt zu tun<br />

haben - aber zukünftig im Zusammenhang mit der Elektromobilität<br />

eine wichtige Rolle spielen werden. Dazu gehören<br />

Batteriehersteller, Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren<br />

Energien wie Solar oder Windkraft, aber auch Hochschulen<br />

und Ausbildungsstätten, die den »Automechaniker<br />

der Zukunft« ausbilden werden. Die Sonderschau zeigt: Fahrzeug,<br />

Energieversorgung und Gebäudetechnik werden in Zukunft<br />

zu einem System der autarken Mobilität verschmelzen.<br />

Detlef Braun<br />

Geschäftsführer Messe<br />

Frankfurt Exhibition GmbH<br />

www.automechanika.com<br />

12 Neue Mobilität Neue Mobilität 13


konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Beirats<br />

konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Beirats<br />

Bündnis 90/Die Grünen), Christian Motzer (Referent für<br />

Elektromobilität der CDU/CSU-Fraktion) und Dr. Peter Sallandt<br />

(MR, Leiter der GGEMO).<br />

»Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den<br />

gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv. Um mit den politischen<br />

Entscheidungsträgern sowie den Parteien unmittelbar<br />

in Kontakt zu treten und einen geregelten Gedanken- und<br />

Ideenaustausch zu organisieren, haben wir den Zusammenschluss<br />

unseres Parlamentarischen Beirats initiiert«, erläuterte<br />

Sigl den Hintergrund.<br />

Zu den Aufgaben des Parlamentarischen Beirats zählen der<br />

Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten zu<br />

den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, die Unterstützung<br />

des BEM durch im politischen Betrieb erfahrene<br />

Persönlichkeiten sowie die Erhöhung des Wissenstransfers<br />

zwischen Industrie und Politik im Bereich Elektromobilität.<br />

»Elektromobilität ist ein überparteiliches Thema, dem wir<br />

uns deshalb auch gemeinsam stellen müssen. Unsere primäre<br />

Aufgabe als Parlamentarischer Beirat ist es, dafür zu<br />

sorgen, dass die notwendigen Rahmenbedingungen für die<br />

Neue Mobilität stimmen«, machte Wolfgang Tiefensee während<br />

der Diskussionsrunde deutlich. »Gern unterstützen wir<br />

den BEM aktiv bei den bevorstehenden Aufgaben. Dieses<br />

hochpolitische Thema kann langfristig nur kooperativ bewältigt<br />

werden«, ergänzte Markus Rinderspacher die Worte<br />

seines Beiratskollegen.<br />

»Als Parlamentarischer Beirat haben wir die Aufgabe mehr<br />

als nur Begleitmusik zu den bereits bestehenden Gremien zu<br />

sein. Wir müssen jetzt aktiv Zeichen setzen und insbesondere<br />

die öffentlichen Körperschaften zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen<br />

animieren«, so Volker Ratzmann im Rahmen der<br />

konstituierenden Sitzung.<br />

»Um uns diesen und weiteren Herausforderungen auch<br />

langfristig erfolgreich stellen zu können, benötigen wir das<br />

Know-how und das Engagement aller beteiligten Akteure. In<br />

den nun halbjährlich stattfindenden Sitzungen werden wir<br />

gemeinsam mit unseren Beiräten die politische Agenda bestimmen,<br />

politische Initiativen entwickeln und an der notwendigen<br />

Umsetzung politischer, finanzieller und rechtlicher<br />

Rahmenbedingungen arbeiten«, so Sigl abschließend.<br />

www.bem-ev.de/verband/parlamentarischer-beirat<br />

Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing; Michael Hofmann, BEM-Vorstand Finanzen; Dr. Reinhard Brandl, MdB, CSU; Dr. Peter<br />

Sallandt, MR, Leiter der GGEMO; Volker Ratzmann, MdA, Bündnis 90/Die Grünen; BEM-Präsident Kurt Sigl und Verkehrsminister<br />

a.D. Wolfgang Tiefensee, MdB<br />

Konstituierende Sitzung des<br />

Parlamentarischen Beirats<br />

Um den bestehenden Herausforderungen der Neuen Mobilität<br />

insbesondere auch auf politischer Ebene gerecht zu<br />

werden und die anstehenden Aufgaben aktiv zu begleiten,<br />

hat der Bundesverband eMobilität im letzten Sommer seinen<br />

Parlamentarischen Beirat ins Leben gerufen. Dieser hat<br />

sich am 14. Dezember in Berlin zu seiner konstituierenden<br />

Sitzung erstmals gemeinsam getroffen, um sich über den<br />

politischen Status Quo der Elektromobilität in Deutschland<br />

sowie über die Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort<br />

Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt und<br />

Leitanbieter für Elektromobilität auszutauschen.<br />

Als Gastredner konnte der neue Leiter der Gemeinsamen<br />

Geschäftsstelle Elektromobilität (GGEMO) Ministerialrat<br />

Dr. Peter Sallandt gewonnen werden, der den Parlamentarischen<br />

Beirat über die nächsten Schritte der Bundesregierung<br />

im Bereich Elektromobilität und der Schaufensterbewerbung<br />

informierte.<br />

»Ich freue mich sehr, dass wir heute erstmalig in großer Runde<br />

die Gelegenheit zum intensiven Austausch hatten. Mit<br />

Unterstützung unseres Parlamentarischen Beirats haben<br />

wir die Chance aktiv auf die Gestaltung der notwendigen<br />

Rahmenbedingungen einzuwirken«, so BEM-Präsident Kurt<br />

Sigl nach der erfolgreichen und vielversprechenden Runde<br />

mit Verkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee (MdB SPD),<br />

Andreas Jung (MdB CDU), Dr. Reinhard Brandl (MdB CSU),<br />

Markus Rinderspacher (MdL SPD), Volker Ratzmann (MdA<br />

THINK TECH,<br />

ENGINEER<br />

SUCCESS<br />

New technologies<br />

New solutions<br />

New networks<br />

Welche Antriebs- und Mobilitätstechnologien<br />

werden sich<br />

behaupten?<br />

Die MobiliTec bietet Ihnen den<br />

kompletten Marktüberblick:<br />

Innovative hybride, elektrische<br />

und alternative Antriebstechnologien<br />

Neueste Entwicklungen im<br />

Bereich der Speichertechno logien<br />

und Strominfrastruktur<br />

Dialog im Anwenderforum sowie<br />

Live-Demonstration innerhalb<br />

des Testparcours<br />

Besuchen Sie das weltweit<br />

wichtigste Technologieereignis.<br />

Mehr unter hannovermesse.de<br />

23.–27. April 2012<br />

14 Neue Mobilität<br />

Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. +49 511 89-0, hannovermessemesse.de<br />

NEW TECHNOLOGY FIRST<br />

23.–27. April 2012 Hannover Germany


Bundesverband eMobilität - BEM 2.0<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Der BEM diskutiert auf der Online-Plattform XING aktuelle<br />

Fragestellungen zum Status Quo der Elektromobilität. Treffen<br />

Sie die interessanten Köpfe der Branche und unterstützen<br />

Sie uns gleichzeitig mit Ihrem Engagement und Ihren Ideen<br />

auf dem Weg in die postfossile Phase unserer Gesellschaft.<br />

»Wir haben mit der XING-Gruppe ein interaktives Forum<br />

für eMobilität geschaffen und freuen uns auch weiterhin<br />

auf Ihre Beiträge und Kommentare. Stellen wir uns gemeinsam<br />

den vielfältigen Herausforderungen, um Elektromobilität<br />

serienfähig, nachhaltig und zunehmend erneuerbar<br />

auf die Straße zu bringen«, betont Christian Heep,<br />

BEM-Vorstand Marketing, der gemeinsam mit Juliane Girke<br />

und Sandrine Frideres die Gruppe moderiert. »Bereits<br />

über 1.850 Mitglieder haben bis dato den hohen Stellenwert<br />

der Elektromobilität und ein deutliches Interesse an<br />

Kommunikation und Austausch gezeigt. Insbesondere die<br />

Branchenvielfalt und Unternehmensherkunft der Mitglieder<br />

zeichnet eine vielversprechende Landkarte der elektromobilen<br />

Entwicklung in Deutschland.«<br />

www.xing.com/group-61578.616d2f<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Der BEM eMobile Ticker bringt alle relevanten Neuigkeiten<br />

aus dem Bereich Elektromobilität einfach und bequem als<br />

Blog, abonnierbarem RSS-Feed, Twitter sowie via iPhone<br />

App auf Ihr mobiles Endgerät: aufs Wesentliche reduziert,<br />

schnell zu erfassen und stets up to date.<br />

Der innovative eMobile Ticker beleuchtet aktuelle Entwicklungen<br />

auf dem Markt und im Technologiebereich, stellt die<br />

Köpfe der Branche vor und informiert über heute bereits<br />

erhältliche eFahrzeuge. Eine regelmäßig aktualisierte Link-<br />

Liste führt überdies wichtige Informationsquellen zur vertiefenden<br />

Recherche auf.<br />

www.eMobileTicker.de und www.bem-ev.de<br />

Die Energielandkarte ehoche - Das Online-Branchenbuch<br />

www.ehoche.de<br />

CleanEnergy Exhibition - Virtuelle Fachmesse für Erneuerbare<br />

Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit<br />

www.cleanenergy-exhibition.de<br />

Bundesweite<br />

Schaufenster-<br />

bewerbung<br />

BEM TV auf Sendung<br />

»BEM TV bietet die Möglichkeit unsere Aktivitäten, Projekte,<br />

Messeauftritte und das Engagement unserer Mitglieder einem<br />

immer grösseren Publikum vorzustellen. In diesem Jahr<br />

veranstalten wir mehrere BEM-Roundtable zu verschiedenen<br />

Themenschwerpunkten bei unseren Mitgliedsunternehmen<br />

und interessierten Partnern, die ebenfalls von BEM TV<br />

begleitet werden«, so Christian Heep, Vorstand Marketing<br />

beim BEM.<br />

»Langfristig ist geplant daraus ein eigenes Sendeformat für<br />

Elektromobilität zu entwickeln. Ein abwechslungsreicher<br />

Mix aus Dokumentationen, Reportagen, Interviews und<br />

Statements unserer Experten, Beiräte und Mitglieder sowie<br />

interessanten Fahrstrecken soll dazu beitragen die Neue<br />

Mobilität in der Bevölkerung zu verankern und Wissenslücken<br />

zu schließen.«<br />

Mit Marko Kirchner haben wir einen vielseitig versierten<br />

Filmkomplizen für BEM TV begeistern können. Jahrelange<br />

Industrie, Film- und Fernseherfahrung im Bereich Motorjournalismus<br />

und Automobilformate als Filmemacher, Fernseh-<br />

autor und Formatentwickler haben auch ihn erkennen lassen,<br />

welches Potenzial im Bereich Elektromobilität liegt. Mit<br />

Begeisterung und Faszination für die Neue Mobilität wollen<br />

wir nun gemeinsam die nächsten Schritte angehen und hoffen<br />

dabei auf die ideelle, inhaltliche und finanzielle Unterstützung<br />

der Branche und unserer Mitglieder. Bei Interesse<br />

freue ich mich sehr über weiterführende Gespräche.<br />

Die aktuellen Filme zu den Themen:<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2011<br />

• Politischer Rundgang mit dem Parlamentarischen Beirat<br />

und Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee auf der<br />

eCarTec 2011<br />

finden sie online unter www.bem-ev.de/enews/bem-tv<br />

oder auch auf unserem YouTube-Kanal<br />

www.youtube.com/<strong>NEUE</strong> MOBILITAET<br />

Strategien, Konzepte und Projekte.<br />

16 Neue Mobilität Neue Mobilität 17


Bundesweite Schaufensterbewerbung - Baden-Württemberg<br />

www.elektromobilia.de<br />

Köln, 22. – 23. Februar 2012<br />

Die Mobilität der Zukunft<br />

mitgestalten<br />

Baden-Württemberg als mögliches Schaufenster Elektromobilität<br />

elektro:mobilia<br />

FACHMESSE FÜR<br />

ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Abbildung der elektromobilen Wertschöpfungskette<br />

• Strikte B 2 B Ausrichtung<br />

• Enge Vernetzung zwischen Kompetenztreffen<br />

Elektromobilität und Messe<br />

Baden-Württemberg ist das Automobilland: Hier wurde das Automobil erfunden und es wurden<br />

immer wieder entscheidende Schritte zu seiner Weiterentwicklung geleistet. Hier wird von weltbekannten<br />

Firmen und Forschungsinstituten mit jahrzehntelanger Erfahrung entwickelt, geforscht<br />

und getestet. Das bedeutet für uns aber auch Verantwortung. Und zwar Verantwortung, die Mobilität<br />

der Zukunft mit zu gestalten - hierbei setzen wir auf Nachhaltigkeit.<br />

»Wir rechnen insgesamt mit mehreren tausend<br />

Fahrzeugen, die im Rahmen des Schaufensters<br />

genutzt werden könnten.«<br />

• e:Forum mit Fokus auf Fuhrpark- und<br />

Flottenmanager sowie Stadtwerke<br />

• Integrierter Testparcours<br />

• Informations- und Businessplattform der Branche<br />

JETZT INFORMIEREN & ANMELDEN:<br />

Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 5<strong>06</strong>79 Köln<br />

Diana Dréan, d.drean@koelnmesse.de<br />

Tel.: 0221- 821 2499, www.elektromobilia.de<br />

Umweltfreundlicher Fortbewegung gehört die Zukunft. Ein<br />

wichtiger Baustein hierfür ist die Elektromobilität. Deshalb<br />

wollen wir die Elektromobilität in Baden-Württemberg voran<br />

bringen. Wir wollen das vorhandene Wissen und die bestehenden<br />

Ressourcen bündeln, intelligent vernetzen und sinnvolle<br />

Ansätze für die Zukunft aufzeigen. Doch es geht nicht<br />

nur um ökologische Aspekte sondern auch um Benutzerfreundlichkeit,<br />

um eine intelligente Vernetzung mit anderen<br />

Verkehrsträgern und um eine hohe Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen.<br />

Genau hier setzt auch der Schaufenster-Wettbewerb des<br />

Bundes an. Eine Bewerbung des Landes ist damit quasi<br />

die logische Konsequenz aus unserer Erfahrung und unseren<br />

Zielen. Mit der Region Stuttgart, ergänzt um die Stadt<br />

Karlsruhe, steht ein geradezu idealer Wettbewerber bereit.<br />

Hier sind alle maßgeblichen Akteure auf engem Raum konzentriert:<br />

traditionsreiche Automobilhersteller, weltweit<br />

agierende Zulieferbetriebe und international renommierte<br />

Forschungsinstitute. Dazu kommt die vom Land gegründete<br />

e-mobil BW GmbH, die die Akteure der Elektromobilität zusammenbringt.<br />

Kurz: Unsere Bewerber-Region besitzt eine<br />

bundesweit einmalige Struktur, die alle Facetten der Elektromobilität<br />

darstellen und weiter entwickeln könnte.<br />

Wir haben als Landesregierung noch Ende des Jahres 2011 ein<br />

Maßnahmenpaket zum weiteren Ausbau der Elektromobilität<br />

auf den Weg gebracht. So unterstützt das Land beispielsweise<br />

ein Carsharing-Projekt in der Region Stuttgart, mit<br />

dem 500 Elektrofahrzeuge auf der Straße rollen werden. Mit<br />

Strom aus erneuerbaren Energiequellen sollen diese eMobile<br />

den Nachweis ihrer Praxistauglichkeit in einer Großstadt<br />

bieten. Weitere Vorhaben des insgesamt mit rund 50 Millionen<br />

Euro dotierten Maßnahmenpakets sind der Ausbau der<br />

Wasserstoffinfrastruktur und die Bereitstellung von finanziellen<br />

Ressourcen für weitere anwendungsorientierte Forschung.<br />

Und um vor allem mittelständischen Unternehmen<br />

Hilfestellung beim Einsatz und der Nutzung der Elektromobilität<br />

zu geben, sollen gezielte Strukturberatungsangebote<br />

und Beratungsgutscheine eingeführt werden. Daneben wird<br />

das Land selbst mehr eigene elektrisch betriebene Fahrzeuge<br />

anschaffen. Soziale Dienste oder Logistikunternehmen<br />

werden zukünftig Elektrofahrzeuge nutzen. Angebote für<br />

eBikes werden aufgelegt. Wir rechnen insgesamt mit mehreren<br />

tausend Fahrzeugen, die im Rahmen des Schaufensters<br />

genutzt werden könnten.<br />

Hinter der Bewerbung des Landes stehen aber nicht nur die<br />

Landesregierung und die Unternehmen der Automobilindustrie.<br />

Eingebunden sind alle maßgeblichen Akteure der<br />

nachhaltigen Mobilität in der Bewerberregion, insbesondere<br />

auch der öffentliche Nahverkehr, Energieversorger, die betroffenen<br />

Kommunen, Unternehmen der integrierten Kommunikationstechnik<br />

sowie Verbände und Kammern.<br />

Auch ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Die<br />

Elektromobilität steht insgesamt unbestreitbar noch am<br />

Anfang. Sie hat aber gewaltiges Potenzial, die umweltverträgliche<br />

Mobilität der Zukunft zu sein. Baden-Württemberg<br />

bringt mit den beschriebenen Initiativen die Elektromobilität<br />

auf die Straße, macht sie für den einzelnen<br />

Bürger »erfahrbar«. Wir erforschen, testen und demonstrieren<br />

Lösungen. In diesem Sinn sind wir in Baden-Württemberg<br />

nicht mehr beim ersten, sondern nach meiner<br />

Einschätzung schon beim übernächsten Schritt.<br />

Ministerpräsident Winfried Kretschmann<br />

Staatsministerium Baden-Württemberg<br />

www.stm.baden-wuerttemberg.de<br />

FACHKONGRESS FACHMESSE TESTPARCOURS<br />

4. Kompetenztreffen<br />

Elektromobilität<br />

MIT SPANNUNG IN<br />

DIE ZUKUNFT<br />

Auswahl Referenten:<br />

• Karl-Friedrich Stracke<br />

Vorsitzender des Vorstandes Adam Opel AG<br />

• Prof. Dr. Burkhard Göschel<br />

CTO Magna International<br />

• Matthias Wissmann<br />

Präsident des VDA e.V.<br />

• Dr. Norbert Verweyen<br />

Geschäftsführer RWE Effizienz GmbH<br />

• Kurt Sievers<br />

Geschäftsführung NXP Semiconductors Germany<br />

Das komplette Programm finden<br />

Sie unter www.elektromobilia.de<br />

JETZT REGISTRIEREN:<br />

www.elektromobilia.de<br />

18 Neue Mobilität


Bundesweite Schaufensterbewerbung - e-mobil BW<br />

Bundesweite Schaufensterbewerbung - e-mobil BW<br />

Ministerpräsident Winfried Kretschmann; der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster; EnBW-Vorstand Dr. Dirk<br />

Mausbeck; Daimler-Vorstand Prof. Dr. Thomas Weber und SSB-Vorstand Jörn Meier-Berberich bei der Ankündigung der Pläne zum<br />

car2go Stuttgart Projekt im November 2011<br />

Der Mix macht’s<br />

Vom Land des Automobils zum Land der Mobilität<br />

1.808 eFahrzeuge sind in den ersten 11 Monaten im Jahr 2011<br />

in Deutschland neu zugelassen worden. Dieses Ergebnis<br />

einer aktuellen Studie hat gezeigt, dass sich trotz großer<br />

medialer Präsenz des Themas der Massenmarkt weltweit<br />

für Elektromobilität noch nicht entwickelt hat. Fakt ist aber<br />

auch, dass es in den kommenden Jahren einen massiven<br />

Markthochlauf geben wird und die deutsche Industrie angesichts<br />

des wachsenden internationalen Wettbewerbsdrucks<br />

schnell große Herausforderungen bewältigen muss.<br />

Das gilt gerade für das Automobilland Baden-Württemberg,<br />

dem Zentrum der deutschen Automobilbranche, mit<br />

seiner großen Zulieferindustrie. Sich jetzt strategisch zu<br />

positionieren, ökologisch und ökonomisch aufzustellen<br />

und die eigenen Stärken für die neue Schlüsseltechnologie<br />

konsequent zu nutzen, ist von entscheidender Bedeutung<br />

und wird von der Landesregierung massiv unterstützt.<br />

Baden-Württemberg will Schaufenster für Elektromobilität<br />

werden<br />

Kurz vor den Weihnachtstagen hat die Landesregierung eine<br />

50 Millionen Euro schwere Landesinitiative zur Elektromobilität<br />

verabschiedet. Neben der wichtigen Forschung stehen<br />

vor allem die praxistaugliche Erprobung neuer Technologien<br />

und die dafür notwendige Infrastruktur im Fokus der Maßnahme,<br />

um insbesondere die Bewerbung Baden-Württembergs<br />

für die Förderausschreibung »Schaufenster Elektromobilität«<br />

zu unterstützen.<br />

Für Baden-Württemberg wird die Region Stuttgart gemeinsam<br />

mit der Stadt Karlsruhe bei diesem Förderwettbewerb<br />

antreten. Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie,<br />

e-mobil BW und die Wirtschaftsförderung<br />

Region Stuttgart GmbH (WRS) haben die Projektkoordination<br />

übernommen. Über 100 namhafte Partner<br />

aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen werden sich<br />

engagieren. Gemeinsames Ziel ist, die Chance des groß angelegten<br />

Demonstrationsprojektes zu nutzen, um Schlüsselfragen<br />

zum Markthochlauf der Elektromobilität in Deutschland<br />

zu beantworten. Mit vereinten Kräften kann es hier<br />

gelingen, einen wichtigen Beitrag zur Vorgabe der Bundesregierung<br />

zu leisten, bis 2020 eine Million eFahrzeuge auf<br />

Deutschlands Straßen in umweltfreundliche und wirtschaftlich<br />

tragfähige Mobilitätsmodelle zu integrieren. Im Kern der<br />

Anstrengungen in Baden-Württemberg im Bereich der Elektromobilität<br />

steht das Realisieren von vernetzter Mobilität auf<br />

Basis Erneuerbarer Energien.<br />

Das System Elektromobilität beherrschen<br />

In vielen Einzelprojekten haben die innovativen Unternehmen<br />

und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg bereits<br />

ihre enorme Kompetenz in allen Bereichen der Elektromobilität<br />

- von der Batterietechnologie über die Brennstoffzelle<br />

bis hin zur Fahrzeuggestaltung und der Einbindung von<br />

eFahrzeugen in elektrische Netze - demonstriert und wichtige<br />

Erfahrungen gesammelt. Für eine erfolgreiche Bewerbung um<br />

eines der drei bis fünf bundesweiten »Schaufenster Elektromobilität«<br />

gilt es jetzt, dieses große Know-How in einem<br />

systemischen Ansatz zusammenzuführen und entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln. Dabei kann<br />

Baden-Württemberg wie keine andere Region von seiner<br />

vorausschauenden Clusterförderung profitieren. Durch den<br />

Aufbau des Industrieclusters »Elektromobilität Süd-West«<br />

ist es bereits gelungen, große, mittlere und kleine Unternehmen<br />

aus den drei Technologiefeldern Fahrzeugbau, Energietechnik<br />

sowie Informations- und Kommunikationstechnik<br />

(IKT) mit Forschungsinstituten vor Ort zu vernetzen und so<br />

wichtige Synergien für Innovationen zu heben. Jetzt ist die<br />

Zeit reif, den Schritt raus aus den Laboren in die Produktion<br />

zu machen und sukzessive das in der Forschung erarbeitete<br />

Wissen zur Anwendung im Markt zu bringen.<br />

Denn Baden-Württemberg hat den Anspruch, auch in Zukunft<br />

technologisch führender Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen<br />

für Deutschland und den Weltmarkt zu sein. Die<br />

Geschwindigkeit der Marktdurchdringung von Fahrzeugen<br />

mit effizienteren Verbrennungsmotoren sowie mit neuen Antriebsformen<br />

ist entscheidend dafür, wie schnell global gesehen<br />

die Emission von CO2 reduziert werden kann. Elektromobilität<br />

bietet neben seiner ökologischen Zielsetzung aber<br />

auch enorme ökonomische Chancen. Die vielen neuen Komponenten<br />

besitzen ein hohes Wertschöpfungspotenzial, so<br />

dass Baden-Württemberg optimale Chancen hat, auch zukünftig<br />

eine wichtige Produktionsregion für Hochtechnologiemodule<br />

von Verbrennungsfahrzeugen, Elektrofahrzeugen<br />

und vernetzter Mobilität zu sein. Die jüngst veröffentlichte<br />

Strukturstudie BWe Mobil 2011 schätzt, dass in Baden-Württemberg<br />

bis zum Jahr 2020 rund 10.000 neue Arbeitsplätze<br />

durch Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs entstehen<br />

könnten.<br />

Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten<br />

Um dieses Potenzial realisieren zu können, hat die großflächige<br />

Demonstration für die Validierung von Forschungsergebnissen<br />

entscheidende strategische Bedeutung. Nur in<br />

der Praxiserprobung kann das Systemgut Elektromobilität<br />

marktgerecht weiterentwickelt werden und vor allem Rückschluss<br />

über das Nutzerverhalten gewonnen werden. Denn<br />

es ist auch wichtig, über die rein technischen Veränderungen<br />

hinaus zu denken.<br />

Elektromobilität bedeutet weit mehr als nur einen Austausch<br />

von Antriebskomponenten. Mit dem Technologiewandel geht<br />

auch ein gesellschaftlicher Wandel einher. Die Bürgerinnen<br />

und Bürger müssen von Anfang an aktiv in diesen Prozess<br />

eingebunden werden, um Akzeptanz für neue Technologien<br />

zu schaffen und Begeisterung zu wecken.<br />

Dinge, die wir im Zusammenhang mit Mobilität heute als<br />

selbstverständlich betrachten, werden sich verändern. Intelligente<br />

Verkehrssysteme der Zukunft beinhalten neue,<br />

flexible und intermodale Nutzungsangebote und mit jedem<br />

Jahrgang junger Verkehrsteilnehmer wird die Akzeptanz<br />

neuer Mobilitätsformen z.B. für Carsharing wachsen. Das<br />

Thema der Förderung von Inter- und Multimodalität wird<br />

deshalb bei der baden-württembergischen Schaufenster-<br />

Bewerbung eine zentrale Rolle spielen. Das Projekt car2go<br />

Stuttgart ist ein gutes Beispiel, wie sich in der Elektromobilität<br />

neue Allianzen bilden, um Mobilität nachhaltig zu<br />

gestalten. Im Rahmen dieses Projektes, bei dem eine Flotte<br />

von 500 E-Smart zur Kurzeitmiete aufgebaut werden soll,<br />

arbeiten beispielsweise die Daimler AG u.a. mit den Stuttgarter<br />

Straßenbahnen AG zusammen, um Individualverkehr<br />

optimal mit dem ÖPNV zu vernetzen.<br />

Die Anforderungen an intelligente und umweltfreundliche<br />

Mobilitätslösungen insgesamt werden steigen. Baden-<br />

Württemberg ist als starker Wirtschafts- und exzellenter<br />

Forschungs- und Wissenschaftsstandort gut aufgestellt,<br />

um auf diese Herausforderungen überzeugende Antworten<br />

zu finden, die den Erhalt von Lebensraum, ökonomische<br />

Interessen und neue Kundenwünsche gleichermaßen in<br />

Einklang bringen werden.<br />

Franz Loogen<br />

Geschäftsführer der e-mobil BW GmbH<br />

Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie<br />

Baden-Württemberg<br />

www.e-mobilbw.de<br />

20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21


Bundesweite Schaufensterbewerbung - Hamburg<br />

Wirtschaft am Strom<br />

Jedes dritte deutsche Batterieauto rollt an der Waterkant<br />

Vorausschauend<br />

und begeistert …<br />

Ladesteuerung EV Charge Control<br />

Seit 2009 fördert die Bundesregierung in acht deutschen<br />

Regionen modellhaft die Erprobung von Batteriefahrzeugen<br />

und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur. Ihr Ziel ist es zu<br />

ermitteln, inwieweit Elektromobilität dazu beitragen kann,<br />

den Schadstoffausstoß des Verkehrssektors zu verringern.<br />

Gleichzeitig werden Innovationen in der heimischen Fahrzeug-<br />

und Elektroindustrie gefördert, um auch bei der Produktion<br />

von Batteriefahrzeugen eine internationale Vorreiterrolle<br />

einzunehmen.<br />

Hamburg, als eine dieser acht Modellregionen, unterstützt<br />

die Ziele der Bundesregierung tatkräftig. Im Dezember 2011<br />

wurden die Ergebnisse aus zwei Jahren Projektaktivität im<br />

Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung vorgestellt.<br />

So fährt jedes dritte Elektroauto in den Modellregionen auf<br />

Hamburgs Straßen und die ordnungsrechtlichen Ansätze<br />

beim Einsatz von Ladeinfrastruktur haben bundesweit Vorbildfunktion.<br />

Die erfolgreiche Umsetzung der ersten Projektphase<br />

hat zudem deutlich gemacht, dass die strategische<br />

Ausrichtung der Hansestadt auf den Wirtschaftsverkehr<br />

einen frühen und besonders großen Absatzmarkt für künftige<br />

Serienfahrzeuge erschließen wird. Aufgrund der meist<br />

kurzen, innerstädtischen Fahrstrecken können gewerbliche<br />

Anwender trotz der aktuell noch begrenzten Reichweiten<br />

von Batterieautos schon heute die Fahrzeuge weitgehend<br />

ohne Probleme in ihren Fuhrparks einsetzen. Spezielle Anreize<br />

wie kostenfreie Ladeplätze an verkehrlich wichtigen<br />

Punkten oder die Möglichkeit, Kunden CO2-frei zu beliefern,<br />

lassen sich zudem gegen die noch hohen Anschaffungskosten<br />

gegenrechnen. Die kontinuierlich hohe Nachfrage nach<br />

Elektrofahrzeugen in der Hamburger Wirtschaft bestätigt<br />

Hamburgs Markteinführungsstrategie.<br />

Zwei Jahre Modellregion Hamburg - ein Blick in den Rückspiegel<br />

Zum Anfassen<br />

• 348 rein batteriebetriebene Fahrzeuge<br />

• 5 Dieselhybridbusse<br />

• 6 Elektroautos im Carsharing<br />

• 200 Ladepunkte auf öffentlichem und privaten Grund<br />

In den kommenden Jahren sollen die Aktivitäten daher weiter<br />

ausgebaut werden. Im Vergleich mit anderen Modellregionen<br />

bilden die bisher erreichten Ergebnisse eine gute<br />

Grundlage, um Hamburg als ein potenzielles »Schaufenster<br />

Elektromobilität« zu qualifizieren. In solch einem »Schaufenster«<br />

würde Hamburg weitere wichtige Themenfelder<br />

der Elektromobilität erschließen und mit den standortbezogenen<br />

Stärken verknüpfen. Im Bereich Forschung und Entwicklung<br />

sind dies beispielsweise die Weiterentwicklung<br />

der schon in der Praxis eingesetzten induktiven Ladesysteme<br />

oder die Systemintegration von Erneuerbaren Energien<br />

durch eine effizientere Netznutzung. Bei der Nutzung von<br />

Fahrzeugen werden die bisherigen, nachfragestarken Sektoren<br />

Handel und Handwerk durch Warenumfuhren im Hafen<br />

und die damit verbundenen Hinterlandverkehre erweitert.<br />

Für den Privatsektor sind neben der Erweiterung der intermodalen<br />

Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr auch<br />

die Erschließung von Quartieren, z.B. durch flexible Spontanmietmodelle<br />

oder CarSharing, geplant.<br />

So wird die Hansestadt mit seiner internationalen Sichtbarkeit<br />

die Stärke von Elektromobilität »Made in Germany« aufzeigen:<br />

innovative Lösungen für die verkehrlichen Probleme<br />

von Ballungsräumen in aller Welt. Zum anderen kann Hamburg<br />

durch seine starke Nachfrageorientierung beim Aufbau<br />

eines zukünftigen Leitmarktes eine wesentliche Rolle zukommen.<br />

Denn nur wer heute die frühen Märkte stärkt, kann<br />

durch Nutzererfahrungen, Systemoptimierungen und Skaleneffekte<br />

die Märkte von morgen nachhaltig vorbereiten.<br />

Dipl.-Umweltwiss. Sören Christian Trümper<br />

soeren.truemper@hysolutions-hamburg.de<br />

www.elektromobilitaethamburg.de<br />

Zum Nachahmen<br />

• 20% der Fahrzeuge im kommunalen Einsatz<br />

• Bewertungsmodell für Ladestandortsuche<br />

• diskriminierungsfreier Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />

• ausschließlich Einsatz von Grünstrom<br />

DC-Ladestecker<br />

AC-Ladestecker<br />

…schaffen wir zusammen mit unseren<br />

Kunden und Partnern Konzepte für<br />

die Elektromobilität – z.B. Lösungen<br />

für die Lade-Infrastruktur.<br />

Und das Ganze basierend auf unserer<br />

industriell bewährten Verbindungsund<br />

Automatisierungstechnik.<br />

QR-Code mit dem<br />

Handy scannen und<br />

mehr über uns<br />

erfahren.<br />

phoenixcontact.de/vorausschauend<br />

22 Neue Mobilität<br />

© PHOENIX CONTACT 2011


Bundesweite Schaufensterbewerbung - Niedersachsen<br />

Wir bringen die<br />

eMobilität auf die Straße<br />

Die Schaufensterbewerbung Niedersachsens<br />

Wer die Mobilitätslandschaft in Deutschland aufmerksam<br />

beobachtet, dürfte schnell eine große Diskrepanz feststellen.<br />

Es wird zwar viel über Elektromobilität gesprochen und<br />

geschrieben, aber im Alltagsverkehr bekommt man Elektrofahrzeuge<br />

bisher noch selten zu sehen. In Niedersachsen<br />

haben wir uns vorgenommen, diese Situation zu ändern.<br />

Wir wollen die Elektromobilität auf die Straße bringen.<br />

Der Schaufenster-Wettbewerb der Bundesregierung bietet<br />

beste Voraussetzungen, das enorme Potenzial der Metropolregion<br />

Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg in den<br />

Bereichen der zukunftsfähigen Mobilität und der klimafreundlichen<br />

Energieerzeugung sichtbar zu machen. Der<br />

zentralniedersächsische Raum zeichnet sich durch eine<br />

exzellente Wissenschaftslandschaft in Europas forschungsintensivster<br />

Region und dem führenden Mobilitätscluster<br />

in Deutschland aus. Niedersachsen führt die Rangliste der<br />

Länder bei der Windenergie an und die Metropolregion hat<br />

sich das Ziel gesetzt, bis zur Jahrhundertmitte den gesamten<br />

Energiebedarf aus Erneuerbaren Energien zu decken. Das<br />

sind ideale Voraussetzungen, die Potenziale der Elektromobilität<br />

entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette,<br />

Fahrzeug - Energie - Verkehr in unserer Schaufensterregion<br />

zu entwickeln.<br />

Wir setzen in unserem Schaufenster auch auf die rund<br />

230.000 Menschen, die sich in Produktion, Forschung und<br />

Entwicklung, im Handwerk und in der Industrie oder aber<br />

auch als Studierende und Auszubildende täglich mit Mobilität<br />

beschäftigen. Wo könnte man mehr Aufgeschlossenheit<br />

und Potential finden, um anspruchsvolle Fahrzeugtechnik<br />

und neue Verkehrskonzepte marktreif zu erproben. Allein<br />

schon wegen der enormen Bedeutung der Mobilitätswirtschaft<br />

in der Metropolregion wollen wir auch die Beschäftigungseffekte<br />

der Elektromobilität aufmerksam verfolgen.<br />

Für eine besondere Aufmerksamkeit wird der Messestandort<br />

Hannover sorgen. Die großen Leitmessen sind bereits heute<br />

Technologie-Schaufenster von globaler Bedeutung, die wir<br />

intensiv zur Präsentation unserer innovativen Lösungen nutzen<br />

werden. Insbesondere die Landeshauptstadt wird die<br />

Intermodalität unseres Schaufensteransatzes und die breite<br />

Palette an Mobilitätslösungen deutlich machen. Elektromobilität<br />

ist eben mehr als die Änderung der Antriebstechnologie<br />

und nicht nur bei Personenfahrzeugen. Hybridbusse rollen<br />

emmissionsarm - auch beim Lärm - durch die Innenstädte und<br />

natürlich wird über Fahrräder und Motorräder die Elektromobilität<br />

in unserer Metropolregion immer sichtbarer.<br />

Jörg Bode<br />

Wirtschafts- und Verkehrsminister Niedersachsen<br />

Niedersachsens Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und<br />

Verkehr<br />

www.mw.niedersachsen.de<br />

24 Neue Mobilität


Bundesweite Schaufensterbewerbung - Lucas Birnhäupl & Martin Jäger<br />

Bundesweite Schaufensterbewerbung - Lucas Birnhäupl & Martin Jäger<br />

Schaufenster<br />

Elektromobilität<br />

Chancen und Risiken für die deutsche Wirtschaft und Industrie<br />

An dieser Stelle bleiben der Industrie noch eine Reihe von<br />

Fragen unbeantwortet: Wurde bisher genug Pionierarbeit<br />

geleistet um aufbauend auf den Ergebnissen einer Reihe<br />

vorausgegangener F&E-Projekte die notwendigen Lösungen<br />

sowie Produkte auf die Straße zu bringen? Werden diese<br />

im Anschluss auch vom Kunden angenommen und nachgefragt?<br />

Reichen Fördermittel und Eigenleistung der Industrie<br />

alleine aus, um die Elektromobilität für Nutzer so attraktiv zu<br />

gestalten, dass gewünschte Skalenerträge zu erzielen sind?<br />

Sind die beteiligten Akteure in der Lage in den drei Jahren des<br />

Schaufensterprogramms über die reine F&E-Arbeit hinauszugehen<br />

und das Thema öffentlichkeitswirksam mit einer<br />

entsprechenden Größe in einem wertschöpfenden Markt zu<br />

platzieren?<br />

Aufgrund dieser Fragestellungen ist jede Investition auch<br />

unter Gesichtspunkten der Förderung klar zu bewerten. Eine<br />

implizierte Auswirkung während der Laufzeit des Programms<br />

ist nicht zu erwarten, vielmehr werden sich die Investitionen<br />

erst während oder nach der Markthochlaufphase als Gewinn<br />

für die Akteure und den Standort Deutschland herausstellen.<br />

Ob die Schaufensterregionen es schaffen, diese Strukturen<br />

so zu verändern, dass die Türen für den Massenmarkt geöffnet<br />

werden können, wird insbesondere durch das Engagement<br />

und Commitment der deutschen Wirtschaft entschieden.<br />

Hier gilt es die richtigen Akzente in Richtung Kunden<br />

und Nachfragestimulierung zu setzen.<br />

Entscheidend für den erfolgreichen Start des Programmes<br />

wird dabei sein, die Energie der Bewerber aus der wettbewerblichen<br />

Vorphase in Synergien umzuwandeln, die über<br />

die Grenzen der einzelnen Regionen hinaus wirken und<br />

Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt Elektromobilität<br />

ein entscheidendes Stück nach vorne bringen.<br />

Lucas Birnhäupl<br />

Process Management Consulting GmbH<br />

birnhaeupl@process-consulting.de<br />

Martin Jäger<br />

RWE Effizienz GmbH<br />

martin.jaeger@rwe.com<br />

Als eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Marktvorbereitungsphase<br />

abzuschließen und in die Markthochlaufphase<br />

überzugehen, hat die Bundesregierung in ihrem Regierungsprogramm<br />

Elektromobilität die Empfehlungen der Nationalen<br />

Plattform aufgegriffen und im Oktober 2011 das wettbewerbliche<br />

Verfahren um die Vergabe der Schaufensterregionen<br />

eingeleitet. Aus Sicht der Regierung sollen dabei noch offene<br />

Fragen, wie z.B. Kundenerwartungen oder Anforderungen<br />

an die Infrastruktur beantwortet werden. Die für das Gesamtprogramm<br />

bereitgestellten Mittel der Bundesregierung<br />

in Höhe von 180 Mio. Euro sind dabei ein attraktives Benefit<br />

für die Akteure in den Schaufensterregionen.<br />

Die Möglichkeit serienreife Produkte auf die Straße zu bringen,<br />

dient dabei sowohl als Push- aber auch als Pull-Faktor<br />

im Markthochlauf. Die Industrie kann unter Beweis stellen,<br />

dass sie den hohen Ansprüchen der mobilen Generation<br />

nicht nur mit ausgereifter Technologie, sondern auch mit<br />

nutzerfreundlichen Anwendungen und innovativen sowie<br />

bezahlbaren Produkten gerecht wird.<br />

Desweiteren wird sich mit der, in den Schaufenstern gewünschten,<br />

Dichte an elektromobilen Fahrzeugen auch endlich<br />

zeigen lassen, welche Auswirkungen eine kritische Masse<br />

auf das Verkehrs- und Energiesystem haben wird, und ob es<br />

der Elektromobilität gelingt, ein unverzichtbares Element<br />

der Energiewende zu werden.<br />

Die Durchführung des Schaufensterprogramms birgt für die<br />

Akteure aber auch Risiken, die auf den ersten Blick und durch<br />

die euphorische Stimmung innerhalb der sich bewerbenden<br />

Konsortien nicht direkt erkennbar sind. So gibt es z.B. noch<br />

offene Fragen im Hinblick auf die Verfügbarkeit und Kosten<br />

der Fahrzeuge sowie auf einen einfachen und diskriminierungsfreien<br />

Zugang zur Infrastruktur.<br />

Bisherige Forschungsprojekte haben gezeigt, welche Möglichkeiten<br />

und Potenziale durch elektromobile Anwendungen<br />

gehoben werden können. Es besteht aber die Gefahr,<br />

eine Technologie in einen Markt zu bringen, dessen Kunden<br />

nicht bereit sind eigene Verhaltensstrukturen zu ändern,<br />

ohne einen direkt erkennbaren ökonomischen und ökologischen<br />

Einfluss auf ihr Umfeld auszuüben. Ein entscheidender,<br />

aber oft auch durch die Konzentration auf F&E-Aktivitäten<br />

vernachlässigter Faktor für einen sich formenden Markt,<br />

stellt der Fokus auf Kundenbedürfnisse und -erwartungen<br />

dar. Diese müssen in den Schaufensterprojekten mehr denn<br />

je adressiert werden.<br />

Bekannt aus Berlin und über 120 Städten weltweit ist das eVelotaxi die ideale<br />

Kommunikationsplattform rund um Ihre Aktivitäten im Bereich Elektromobilität.<br />

Das eVelotaxi bietet<br />

• die Verknüpfung von technologischem Showcase und Imagewerbung mit<br />

einer touristischen Anwendung im Flottenbetrieb.<br />

• ein erfolgreiches Werbe- und Tourismuskonzept aus den großen Metropolen.<br />

• die Einbindung lokaler Akteure und Wertschöpfungsketten beim Betrieb der<br />

eVelotaxi Flotte.<br />

• größtmögliche Reichweite im Umfeld von Veranstaltungen.<br />

• eMobilität für die ganze Familie.<br />

Das eVelotaxi gibt es auch in der Cargo Ausführung.<br />

eVelotaxi ®<br />

Die elektromobile Version des weltweiten Bestsellers<br />

»passt in jedes<br />

Schaufenster!«<br />

mehr Infos www.veloform.com<br />

bboxx ® , xBob ® , velotaxi ® und eVelotaxi ® sind Marken der<br />

Veloform Media GmbH, Siegfriedstraße 176, 10365 Berlin<br />

26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27


Bundesweite Schaufensterbewerbung - NRW<br />

Smarte<br />

Technologien<br />

NRW ist bestens aufgestellt<br />

Schaufensterbewerbung Elektromobilität<br />

Präsentation der Schaufensterbewerbungen im Saal des Düsseldorfer Hotel Maritim<br />

FÜR EINE<br />

Intelligente<br />

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein klares und deutliches<br />

Ziel formuliert: Im Jahr 2020 sollen 1.000.000 Elektrofahrzeuge<br />

auf Deutschlands Straßen fahren. Eine bedeutende<br />

Maßnahme zur Umsetzung dieses Zieles sind die<br />

»Schaufenster Elektromobilität«. Diese Ausschreibung des<br />

Bundes dient dazu, Fachleute, Technologie und Know-how<br />

im Bereich der Elektromobilität regional zu verknüpfen, in<br />

ihrer jeweiligen Arbeit zu unterstützen und Elektromobilität<br />

öffentlichkeitswirksam darstellbar zu machen. Nordrhein-<br />

Westfalen hat sich in der jüngeren Vergangenheit bereits mit<br />

dem Masterplan und zwei Forschungs- und Entwicklungswettbewerben<br />

um die Fortentwicklung der Elektromobilität<br />

verdient gemacht und wird auch weiterhin bedeutende Beiträge<br />

zur Verwirklichung der für diesen Bereich formulierten<br />

Ziele leisten.<br />

Das bevölkerungsreichste Bundesland verfügt über gleich<br />

zwei Bewerber, die »Schaufenster Elektromobilität« werden<br />

möchten. Am 15. Dezember 2011 stellten sich beide im<br />

Rahmen einer Präsentation im Saal des Düsseldorfer Hotel<br />

Maritim der Öffentlichkeit vor. In Ergänzung dazu fanden<br />

gleich mehrere Podiumsdiskussionen statt, an denen neben<br />

führenden Köpfen der Wirtschaft zudem der für Wirtschaft<br />

zuständige Minister Harry K. Voigtsberger, der für Klimaschutz<br />

zuständige Minister Johannes Remmel, sowie die für<br />

Innovation zuständige Ministerin Svenja Schulze teilnahmen.<br />

Bis in den Nachmittag hinein erfuhren die Anwesenden alles<br />

Wissenswerte zum Stand der Elektromobilität in Nordrhein-<br />

Westfalen und erhielten einen Ausblick auf die Zukunft der<br />

klimafreundlichen Mobilität.<br />

Aachen bewirbt sich mit einem Mobilitätskonzept rund um<br />

die Erschließung des erweiterten Hochschulgeländes. Die<br />

Rhein-Ruhr-Region reiht entlang der Linie des Regionalexpress<br />

1 (RE1) eine große Vielfalt unterschiedlicher, sich<br />

ergänzender Projekte wie Perlen an einer Perlenkette zur<br />

»Route der Elektromobilität« auf - darunter das Klimaprojekt<br />

InnovationCity. Ein wichtiger Bestandteil dieser Bewerbung<br />

sind zudem die neu geschaffenen Kompetenzzentren für Infrastruktur<br />

und Netze an der TU in Dortmund, für Batterie<br />

an der Universität Münster und für Fahrzeugtechnik an der<br />

RWTH Aachen.<br />

Alexander Waldhelm<br />

ElektroMobilität NRW<br />

www.elektromobilitaet.nrw.de<br />

Mobilität<br />

Smart Grid. Erneuerbare Energien. Intelligente Verkehrsnetze.<br />

28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29


Smarte Technologien - ComBInation<br />

Smarte Technologien - ComBInation<br />

Solarenergie<br />

emobilität<br />

Industrie<br />

Privathaushalt<br />

Bioenergie<br />

Wohnwirtschaft<br />

Windenergie<br />

Kommunen &<br />

Gemeinden<br />

Intelligente Energielösungen<br />

auf dem Weg in die Zukunft<br />

Wasserkraft<br />

Geothermie<br />

powered by<br />

Die innovativsten Energie- und Energieeffizienzlösungen für Deutschland<br />

smartgrid Ready<br />

m2m-kommunikation<br />

Zusammenschluss kleiner, effizienter und zukunftsweisender Unternehmen mit finanzstarken, etablierten GroSSunternehmen<br />

Bei einem Großteil aller Immobilien in Deutschland gibt es<br />

in den Bereichen Energieeffizienz und -verbrauch konkreten<br />

Handlungsbedarf. Aufgrund mangelnder Marktdurchdringunspotentiale<br />

können sich innovative Lösungen und Lösungsansätze<br />

für die besonderen Anforderungen der Energiewirtschaft<br />

teilweise nur schwer auf dem Markt etablieren.<br />

Vor diesem Hintergrund forciert das seit November agierende<br />

Vertriebs Joint Venture ComBInation den Zusammenschluss<br />

von kleinen, effizienten und zukunftsweisenden<br />

Unternehmen aus dem Energiesektor mit finanzstarken und<br />

etablierten Großunternehmen, mit dem Ziel umfassende<br />

Komplettlösungen zur Steigerung der Energieeffizienz aus<br />

einer Hand zu bieten.<br />

»Wir haben einen Zivilisationspunkt und eine gesellschaftspolitische<br />

Wahrnehmungsebene erreicht, die es uns ermöglicht<br />

in optimaler Kombination technologischen Fortschritt<br />

mit Nachhaltigkeit in vielen verschiedenen Lebensbereichen<br />

zu synchronisieren. Unsere Erfahrung und der tägliche Umgang<br />

mit innovativen Lösungsansätzen für die besonderen<br />

Anforderungen der Energiewirtschaft haben unser Bewusstsein<br />

für eine dynamische Energie-Ökonomie geschärft. Im<br />

Fokus stehen dabei effiziente, nachhaltige und insbesondere<br />

auch wirtschaftlich interessante Lösungen.<br />

ComBInation steht für Innovationen. Wir setzen auf Ideen,<br />

Verfahren, Dienstleistungen und Produkte, die hinsichtlich<br />

ihrer Energie- und Kosteneffizienz kreative unternehmerische<br />

Antworten auf sich ständig verändernde Bedingungen bieten«,<br />

so Markus Emmert, Gründer und Inhaber der ComBInation<br />

GmbH, der mit einem Meilenstein in der solaren<br />

Energieerzeugung bereits mit seiner patentierten Steuerungs-<br />

und Regelungstechnik für PV-Anlagen auf sich aufmerksam<br />

gemacht hat.<br />

ComBInation bietet innovative Lösungen, mit denen Energiekosten<br />

eingespart werden können - sei es im Bestand oder bei<br />

Neubauten. Basierend auf langjähriger Erfahrung, umfassendem<br />

Know-how im Bereich Wärme- und Energieeffizienz und<br />

einem interdisziplinären Anspruch bietet ComBInation sowohl<br />

Energieverbrauchern als auch Energieversorgern umfassende,<br />

intelligente und zukunftsfähige Energie-Management-Lösungen.<br />

Der Wechsel von einer angebots- zu einer bedarfsorientierten<br />

Energiepolitik und der Übergang zu einer dezentralen<br />

Energieerzeugung stellt Energieverbraucher und -versorger<br />

gleichermaßen vor große Herausforderungen. Für eine langfristige<br />

Netzintegration der volatil verfügbaren Erneuerbaren<br />

Energien benötigen insbesondere die Energieversorger<br />

bessere Kontrollmöglichkeiten und präzise Prognosen der<br />

zu erwartenden Leistungen, um Netzüberlastungen zu vermeiden.<br />

ComBInation setzt deshalb auf intelligente Technologien,<br />

mit deren Hilfe Stromerzeuger, Speicher und elektrische Verbraucher<br />

im Rahmen intelligenter Stromnetze (Smart Grid)<br />

direkt miteinander kommunizieren können. Smart Grids umfassen<br />

die kommunikative Vernetzung verschiedener Akteure<br />

in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung.<br />

Dies ermöglicht eine Optimierung und<br />

Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile.<br />

Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis<br />

eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs.<br />

»Ausgestattet mit der fortschrittlichen M2M-Kommunikation<br />

der Telekom Deutschland werden wir uns im Rahmen der<br />

Kooperation auch weiterhin konsequent als führender Anbieter<br />

intelligenter Vernetzung im Energiesektor positionieren«,<br />

so Joachim von Beesten, Leiter M2M Sales der Telekom<br />

Deutschland, der in Zusammenarbeit mit ComBInation und<br />

dem internationalen Competence Center der Telekom die<br />

Entwicklung vielversprechender M2M-Dienste beschleunigt.<br />

Diese SGready-fähigen Produkte und Netzeigenschaften tragen<br />

damit erheblich zu einer besseren Integration Erneuerbarer<br />

Energien bei und ermöglichen eine effektive Kommunikation<br />

mit dem Smart Grid der Zukunft.<br />

»Wir stellen energieökonomische Konzepte und Lösungsvorschläge<br />

je nach individuellem Bedarf flexibel und sinnvoll<br />

aus dem vorhandenen Pool an Möglichkeiten zusammen. Für<br />

jedermann zugänglich und transparent. Im Fokus steht dabei<br />

die jeweils beste ganzheitliche Lösung für unsere Kunden«,<br />

so Energie-Innovator Emmert. Er betont, dass nicht SGreadyfähige<br />

Produkte und Dienstleistungen in naher Zukunft nicht<br />

mehr dem Standard entsprechen werden und sehr wahrscheinlich<br />

den wachsenden Anspruch an Mehrwert, Funktionalität<br />

und Lebensqualität nicht erfüllen können.<br />

»Daher hat sich die Telekom zusammen mit ComBInation<br />

und einem leistungsfähigen Partnernetzwerk aufgestellt«,<br />

so Dr. Lothar Müller, Leiter Vertriebsentwicklung der Telekom<br />

Deutschland, »um die intelligente Vernetzung der Energiekomponenten<br />

sicherzustellen.«<br />

ComBInation konzentriert sich dabei ausschließlich auf<br />

die innovativsten und energieeffizientesten Lösungen. Nur<br />

Konzepte, die diesen Richtlinien entsprechen, werden im<br />

Rahmen des Joint Ventures integriert. Mit neuen Technologien<br />

und einer gemeinsamen Vision in die Zukunft.<br />

ComBInation GmbH<br />

Geschäftsführer Thomas Aulenbacher<br />

www.com-bi-nation.de<br />

30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31


Smarte Technologien - Laurenz Przyborowski<br />

Smarte Technologien - Marcel Hofer<br />

Intelligente Technologien<br />

für den ÖPNV<br />

Dynamische Fahrgastinformation für mehr Planbarkeit und Flexibilität<br />

eMobilität und ressourcenschonende<br />

Produktion<br />

Ein Weg, wie Geld gespart und die Umwelt geschont werden kann<br />

Die Entwicklungen rund um die Neue Mobilität sind vielfältig.<br />

Nicht nur Innovationen innerhalb der Automobilbranche<br />

stehen zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit, auch weitere<br />

Bereiche kommen hinzu. Einen nicht zu unterschätzenden<br />

Beitrag zu einer intelligenten Mobilität leistet der öffentliche<br />

Personennahverkehr (ÖPNV). Ein intelligentes Nahverkehrssystem<br />

sollte eine attraktive Alternative zum Automobil darstellen<br />

und dadurch nicht nur die Lebensqualität erhöhen,<br />

sondern auch die Umwelt schonen. Grundvoraussetzung für<br />

die steigende Nutzung von umweltfreundlichen Bussen und<br />

Bahnen ist jedoch deren Planbarkeit und Pünktlichkeit.<br />

Um einen intelligenten und umweltfreundlichen Nahverkehr<br />

zu gewährleisten, reicht es nicht nur, Elektro-Busse einzuführen,<br />

auch im stationären Bereich gibt es Nachholbedarf.<br />

Hierbei rücken zunehmend Dynamische Fahrgastinformationen<br />

(DFI) in die zentrale Zielsetzung: Durch die Bereitstellung<br />

von Soll- und Ist-Daten kann jeder Akteur Entscheidungen<br />

über Planbarkeit und Pünktlichkeit treffen, d.h. beispielsweise,<br />

wann und wie welches Verkehrsmittel genutzt werden<br />

kann. DFIs haben damit nicht nur eine Bringschuld der Nahverkehrsunternehmen<br />

dem Fahrgast gegenüber, sondern<br />

beschleunigen auch eine intelligente Weiterentwicklung der<br />

Nahverkehrssysteme.<br />

Bis dato sind Dynamische Fahrgastinformationssysteme<br />

hauptsächlich an großen Nahverkehrsknotenpunkten im Einsatz.<br />

Dort geben sie dem Fahrgast Informationen über die<br />

nächsten Bus- oder Bahnanbindungen. Eine flächendeckende<br />

und kostengünstige Ausdehnung von DFI-Lösungen sollte<br />

in einem nächsten Schritt anvisiert werden.<br />

die fortschrittlichsten. Es bleiben nicht nur aufwändige Erdarbeiten<br />

und Stromkosten erspart, auch die Flexibilität der<br />

Einsatzorte und die Umweltfreundlichkeit im Sinne einer<br />

nachhaltigen Neuen Mobilität werden gefördert.<br />

Die elektronische Fahrgastinformation namens flexPaper ®<br />

stellt eine der möglichen Lösungen dar. Zum einen erübrigen<br />

die zentrale Kontrolle und Navigation digitaler Soll- und<br />

Ist-Daten aus der Leitzentrale über GSM die Papieraushänge<br />

und die damit verbundenen Organisationskosten, zum anderen<br />

ermöglicht die kompakte Bauweise mit der integrierten<br />

Solarfläche eine schnelle und kostengünstige Montage<br />

an vorhandenen Masten. Das System läuft zudem über ein<br />

integriertes Solarpanel, um die Anzeige auch ohne Stromanbindung<br />

betreiben zu können.<br />

Es wäre gesellschaftlich wünschenswert, wenn auch Nutzer<br />

der öffentlichen Verkehrsmittel flächendeckend und direkt<br />

am technologischen Wandel partizipieren könnten und die<br />

Verkehrsunternehmen somit eine höhere Akzeptanz erfahren<br />

würden. Jede Person, die vom eigenen Automobil hin zu<br />

öffentlichen Verkehrsmitteln wechselt, leistet einen Beitrag<br />

zum Umweltschutz und der eigenen Lebensqualität.<br />

Laurenz Przyborowski<br />

ght GmbH - Elektronik im Verkehr<br />

dfi@ght.de<br />

www.ght.de<br />

Beim Kauf von Elektrofahrzeugen ist bisher der hohe Preis<br />

eines der größten Hindernisse. Ein wesentlicher Anteil davon<br />

sind die Produktionskosten. Gleichzeitig stellt sich die<br />

Frage, wie umweltverträglich Elektrofahrzeuge und die zugehörige<br />

Infrastruktur wirklich hergestellt sind. Bisher konzentrierte<br />

sich die Diskussion über Umweltfreundlichkeit von<br />

Elektromobilität vorwiegend auf den Betrieb der Fahrzeuge<br />

und weniger auf die Produktion und die Wertschöpfungskette.<br />

Der Energie- und Wasserverbrauch oder die Abfallkosten<br />

während des Herstellprozesses sind jedoch mittlerweile zu<br />

einem echten Wettbewerbsfaktor geworden.<br />

Referenz aus dem konventionellen Fahrzeugbau: Die Produktion<br />

eines Fahrzeuges bei einem OEM verbrauchte am Beispiel<br />

VW im Jahre 2010 2,55 MWh Strom, 1,05 t CO2, 298 kg<br />

Abfall und 5,01 m 2 Frischwasser. Diese Angaben schließen<br />

nicht die Zulieferer ein, die den größten Teil der Wertschöpfung<br />

ausmachen.<br />

Die Hersteller von Fahrzeugen und Infrastrukturen der Elektromobilität<br />

haben mehrfachen Grund, sich mit der ressourcenschonenden<br />

Produktion zu beschäftigen. Es senkt zum einen<br />

die Herstellungskosten und damit die Eintrittsbarrieren und<br />

ist weiterhin ein klarer Ausdruck von ganzheitlich verstandener<br />

Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Die Frage ist,<br />

wie können Sie Ihre Energie- und Umweltbilanz zum strategischen<br />

Vorteil ausbauen?<br />

Neue Ansätze zur Senkung der Energie- und Umweltkosten<br />

Ein wesentliches Prinzip der Lean-Philosophie ist, schnell und<br />

möglichst ohne Investition die Verschwendung im Prozess<br />

zu eliminieren und nicht nur technologische Lösungen zu suchen.<br />

Statt Produktivität, Materialeinsatz oder Durchlaufzeit<br />

stehen nun Strom, Wärme, Wasser/Abwasser, Druckluft und<br />

Müll im Fokus der Prozessoptimierung. Grundlage für eine<br />

Analyse ist ein Energie- und Umweltwertstrom entlang der<br />

Wertschöpfungskette. Nur wenn verstanden wird, ob es ein<br />

Prozess- oder Technologieproblem ist, können wirksame Lösungen<br />

ergriffen werden.<br />

Möglich macht den Ansatz die Zusammenarbeit zwischen<br />

Lean-Experten mit Energie- und Umweltspezialisten.<br />

Daneben erfordert Nachhaltigkeit eine Kulturveränderung<br />

der einzelnen Mitarbeiter. Elektromobilität muss auch in<br />

der Herstellung umweltfreundlich und kostengünstig sein.<br />

Es gibt keinen Grund, nicht daran zu arbeiten.<br />

Marcel Hofer<br />

Director Lean & Green<br />

marcel.hofer@growtth.com<br />

www.lean-and-green.de<br />

Innovationen in diesem Bereich sind rar, doch es gibt sie.<br />

Ein Produkt rückt hierbei zunehmend in den Mittelpunkt der<br />

öffentlichen Aufmerksamkeit: das ePaper. Dieses stellt sowohl<br />

Soll- als auch Ist-Daten digital dar und ermöglicht eine<br />

direkte Kommunikation mit dem Fahrgast. Vor diesem Hintergrund<br />

gehören ausschließlich »stumpfe« Papierfahrpläne<br />

zunehmend der Vergangenheit an. Lösungen, die autark<br />

agieren, d.h. beispielsweise über Solarpanels, sind hierbei<br />

elektronischer Fahrplan mit Energiesparender<br />

LCD-Anzeige ermöglicht<br />

durch integrierte Solartechnologie<br />

intelligentes Energie-management<br />

Energie- und Umweltkosten<br />

kurzfristig senken;<br />

Umwelt sofort schonen<br />

Lean<br />

Green<br />

+ =<br />

Lean-Prozessexperten Umwelt- und Energieexperten Neue Verbindung<br />

Die Lean & Green Formel<br />

32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33


Smarte Technologien - BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />

Smarte Technologien - BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />

IT-Sicherheit meets<br />

Elektromobilität<br />

Mit dem BMWi-Projekt SecMobil zum weltweiten Vorreiter<br />

»Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastruktur<br />

können potentiell alle beteiligten Akteure, z.B. Energieversorger,<br />

Endverbraucher oder Dienstanbieter durch<br />

entsprechende Angriffe geschädigt werden.«<br />

Durch die Einbindung in die bestehenden Energienetze<br />

werden Elektrofahrzeuge in viel stärkerem Ausmaß als<br />

konventionelle Fahrzeuge mit ihrer Umwelt kommunizieren.<br />

Dies ist u.a. erforderlich, wenn der Ladezyklus gezielt<br />

gesteuert oder Fahrzeugflotten effektiv kontrolliert werden<br />

sollen. Durch die Vernetzung rücken aber auch zusätzliche<br />

Dienste wie Funktionsfreischaltung und Location Based<br />

Services in greifbare Nähe. Daher werden Informationsund<br />

Kommunikationstechnologien (IKT) in noch wesentlich<br />

größerem Maße als heute in der Elektromobilität eine Rolle<br />

spielen. Mit der Einführung von IKT im Elektromobilbereich ist<br />

allerdings eine inhärente Erhöhung des Missbrauchspotentials<br />

verbunden, welche von Schäden individueller Akteure<br />

bis hin zu kompletten Systemausfällen reichen kann. Erst<br />

unlängst haben die Fälle des Stuxnet-Virus (Zerstörung von<br />

Hochgeschwindigkeitszentrifugen durch Schadsoftware) als<br />

auch der Playstation-Angriff (Verlust mehrerer 10 Millionen<br />

Kunden- und Kreditkarteninformationen) gezeigt, welche<br />

erhebliche finanzielle und politische Implikationen IKT-Angriffe<br />

haben können. Ebenso haben US-Wissenschaftler im Jahr<br />

2011 beeindruckend demonstriert, welche dramatischen<br />

Folgen IT-Angriffe gegen die Bordelektronik im Fahrbetrieb<br />

haben können (u.a. Manipulation der Bremsanlage über die<br />

Mobilfunkanbindung des Fahrzeugs). Im Kontext der eMobilität<br />

ist der Umstand hervorzuheben, dass ein Teil der Angriffe<br />

keine PC-Systeme, sondern vernetzte eingebettete Systeme<br />

zum Ziel hatten, die auch in der eMobilität eine zentrale und<br />

durch die Einbindung in Energieinfrastrukturen sogar noch<br />

eine größere Rolle spielen. In diesem Zusammenhang spielt<br />

die Datensicherheit an zahlreichen kritischen Stellen die<br />

Rolle einer Schlüsseltechnologie:<br />

• Elektrische Energie muss sowohl seitens des Anbieters<br />

als auch des Abnehmers manipulationssicher, kostengünstig<br />

und präzise gemessen und abgerechnet werden,<br />

wobei zukünftige Sicherheitsstandards insbesondere unter<br />

Kostengesichtspunkten zu beachten sind.<br />

• Es sind zuverlässige und sichere Abrechnungssysteme<br />

für Zusatzdienste (Bezahlen von Apps, kostenpflichtige<br />

Software-Aktualisierungen, Funktionsfreischaltung, Verkehrssteuerungssysteme<br />

etc.) erforderlich.<br />

• Benutzer (und evtl. auch Fahrzeuge) müssen sicher<br />

erkannt, d.h. authentisiert werden, damit Bezahl- und<br />

Zusatzfunktionen nachweisbar ausgeführt werden können.<br />

Die Benutzerauthentisierung kann z.B. mit dem neuen<br />

elektronischen Personalausweis durchgeführt werden.<br />

• Durch die Vernetzung von Smart Car, Smart Grid und Smart<br />

Traffic müssen sowohl das Netz selbst als auch zukünftige<br />

Fahrzeuge gegen Angriffe von außen (»Hacking«) und innen<br />

(»Malware«) geschützt werden.<br />

• Die Verletzungen der Privatsphäre (Erstellung von<br />

Bewegungsprofilen, unberechtigtes Erfassen von Kaufvorgängen<br />

etc.) muss verhindert werden.<br />

Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastrukturen<br />

können potentiell alle beteiligten Akteure, z.B. Energieversorger,<br />

Endverbraucher oder Dienstanbieter durch entsprechende<br />

Angriffe geschädigt werden. Das Schadenspotential<br />

reicht hierbei von finanziellen über körperliche Schäden bis<br />

hin zu Systemausfällen.<br />

Die Rolle der IT-Sicherheit ist hier vielschichtig: Neben dem<br />

Schutz von Systemen (Ausfallsicherheit) und Akteuren<br />

(Safety), ist sie gleichzeitig technologischer Wegbereiter<br />

(Enabling Technology) für neue Anwendungen und<br />

Geschäftsmodelle.<br />

Eine berechtigte Frage ist hierbei natürlich, warum die<br />

IT-Sicherheit bisher in der Elektromobilität noch kaum behandelt<br />

wurde. Typischerweise treten Sicherheitsprobleme<br />

jedoch weder in Labor- noch in Feldversuchen auf, sondern<br />

erst, wenn Parteien mit gegenläufigen Interessen in tatsächlichen<br />

Anwendungen interagieren. Aus diesem Grund wurde<br />

das Thema IT-Sicherheit bisher nur sehr partiell diskutiert<br />

und Systemlösungen stehen noch nicht zur Verfügung. Für die<br />

nächste Stufe des Ausbaus der eMobilität in Deutschland sind<br />

starke Sicherheitsmechanismen allerdings eine unumstößliche<br />

Anforderung und müssen bei dem Aufbau der Architektur<br />

berücksichtigt werden.<br />

Ziele des Projektes SecMobil<br />

Aufgrund der starken Abhängigkeit der Elektromobilität<br />

von IKT-Systemen kommt der modernen IT-Sicherheit eine<br />

langfristige Bedeutung als Querschnittstechnologie zu.<br />

Alle Akteure werden in der nächsten Evolutionsphase der<br />

Elektromobilität großes Interesse an vertrauenswürdigen<br />

Lösungen haben. Wichtig ist bei einer Betrachtung der<br />

wirtschaftlichen Aspekte auch, dass die IT-Sicherheit eng mit<br />

Geschäftsmodellen verknüpft ist und juristisch untersucht<br />

wird. Von daher eröffnet das Projekt SecMobil nicht nur die<br />

Möglichkeit kritische Sicherheitstechnologien zu pilotieren,<br />

sondern auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, welche<br />

durch die zugrundeliegende IT-Sicherheit nachhaltig stabilisiert<br />

werden.<br />

Das Marktpotential der durch IT-Sicherheit nachhaltig<br />

gestützten Elektromobilität eröffnet sich durch die folgenden<br />

in dem Projekt zu entwickelnden Technologien:<br />

• Technologien zur vertrauenswürdigen, kostengünstigen<br />

Stromerfassung (im Elektromobilitätsbereich, aber auch in<br />

Haushalts- und Industrieanwendungen).<br />

• Security-Basistechnologien im Fahrzeug, um Zusatzdienste<br />

wie bspw. Funktionsfreischaltung, Application Store,<br />

Identifikation mit dem neuen Personalausweis und<br />

Software-Updates und damit neue Geschäftsmodelle zu<br />

ermöglichen.<br />

• Security-Basistechnologien für die Infrastruktur und für<br />

Dienste (PKI, ID-Management, usw.) um z.B. Identitätsmanagement<br />

und Abrechnungsvorgänge zwischen den<br />

verschiedenen Domänen (Smart Car, Smart Grid, Smart<br />

Traffic) zu pilotieren.<br />

Kennzeichnend für SecMobil ist die holistische Betrachtungsweise<br />

des Themas in zwei Dimensionen. Vom Inhaltlichen her<br />

wird die IT-Sicherheit auf allen Systemebenen behandelt, von<br />

der Stromerfassung bis zu der Vernetzung über die »Cloud«,<br />

wobei sowohl technische als auch juristische Aspekte behandelt<br />

werden. Vom geografischen her hat SecMobil das Ziel<br />

eine umfassende Sicherheitsarchitektur zu entwickeln,<br />

die allen Akteuren, wie beispielsweise den existierenden<br />

Modellregionen, zur Verfügung gestellt wird.<br />

Das Projekt SecMobil kümmert sich im Programm »IKT für<br />

Elektromobilität II« des BMWi übergreifend um die Konzeption<br />

und Umsetzung sowie die juristische Betrachtung der<br />

IT-Sicherheit. Es ist das erste Projekt weltweit, dass das<br />

Zukunftsthema IT-Sicherheit im Kontext der Elektromobilität<br />

umfassend behandelt. Das Konsortium besteht aus der<br />

ESCRYPT GmbH - Embedded Security, Daimler AG, Elmos<br />

AG und smartlab Innovationsgesellschaft mbH sowie<br />

den Hochschulpartnern Ruhr-Universität Bochum und FH<br />

Gelsenkirchen. Als assoziierte Partner wirken mit das BSI<br />

(Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik), EON,<br />

Telekom sowie T-Systems. Die Konsortialführung liegt bei der<br />

ESCRYPT GmbH.<br />

Prof. Dr.-Ing. Christof Paar<br />

Ruhr-Universität Bochum // www.emsec.rub.de<br />

Dr.-Ing. Jan Pelzl<br />

Dr.-Ing. Thomas Wollinger<br />

ESCRYPT GmbH - Embedded Security // www.escrypt.com<br />

IT-Sicherheit für Elektromobilität<br />

34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35


Smarte Technologien - Cirquent<br />

Smarte Technologien - Cirquent<br />

Cirquent mit Staatspreis<br />

ausgezeichnet<br />

»Diese hochrangige Auszeichung ist für uns insofern ein<br />

besonderer Meilenstein, weil aus 26 Einreichungen in unserer<br />

Kategorie drei Nominierungen waren und in zwei davon<br />

Cirquent die Kernapplikation lieferte.«<br />

Thomas Messner, FH Joanneum; Karl-Heinz Springsits, Paybox Bank AG; Doris Bures, Bundesministerin; Martin Mai, Cirquent GmbH;<br />

Fritz Vogel, Everynear GmbH; Axel Puwein, Paybox Bank AG und Johann Sailer, Cirquent GmbH<br />

Der Know-how-Vorsprung des Wiener IT-Beratungsunternehmens<br />

Cirquent in Sachen Elektromobilität hat sich bezahlt<br />

gemacht: Cirquent war gleich mit zwei Projekten in<br />

der Kategorie »Intelligent E-Mobil« für den österreichischen<br />

Staatspreis Mobilität 2011, Fokus »E-Mobilität«, nominiert:<br />

Während es mit dem Projekt »eMORAIL - Integrated eMobility<br />

Service for Public Transport« gemeinsam mit der ÖBB Holding<br />

AG bei einer Nominierung blieb, schafften es die Systemintegrationsspezialisten<br />

zusammen mit ihren Projektpartnern<br />

EVERYNEAR GmbH, EOX, FH Joanneum und PAYBOX Austria<br />

GmbH mit dem Projekt »BALLADE« (Benutzerfreundliche Allgegenwärtige<br />

Ladestelleninfrastruktur für die Elektromobilität)<br />

an die Spitze aller eingereichten Projekte.<br />

»Der Staatspreis Mobilität 2011 ist für uns insofern ein besonderer<br />

Meilenstein, weil aus 26 Einreichungen in unserer<br />

Kategorie drei Nominierungen waren und in zwei davon<br />

Cirquent die Kernapplikation lieferte. Diese hochrangige Auszeichnung<br />

gilt jedem meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,<br />

die in den letzten Jahren unter Hochdruck in unserer<br />

Innovationsschmiede diese Projekte weiter vorangetrieben<br />

haben«, freut sich Martin Mai, der Geschäftsführer von<br />

Cirquent Österreich, über diese Anerkennung von Seiten der<br />

Bundesregierung. Schließlich gilt der Staatspreis Mobilität<br />

als die höchste Auszeichnung, die die Bundesministerin für<br />

Verkehr, Innovation und Technologie an österreichische Unternehmen<br />

und Institutionen verleiht.<br />

Kunden- und Ladestellenmanagement - das unsichtbare<br />

Rückgrat<br />

Aus der Schmiede des Wiener IT-Beratungsunternehmens<br />

stammt das unsichtbare Rückgrat des Systemkonsortiums<br />

»BALLADE«, wobei Cirquent konkret für die Benutzerfreundlichkeit<br />

im Kunden- und Ladestellenmanagement sorgt. Das<br />

von Cirquent dazu entwickelte JustPlugAdministrationCenter<br />

(JPAC) sorgt unter anderem für eine verursacherorientierte<br />

Abrechnung und wenn notwendig für das Clearing zwischen<br />

Mobilitätsanbietern. Inhalt dieses Projekts ist die Entwicklung<br />

einer kompletten Infrastruktur für Elektromobilität bestehend<br />

aus Hard- und Software sowie Kommunikation mit folgenden<br />

besonderen Merkmalen: Plattform zur Einbindung<br />

der Elektromobilität in Verkehrs- und Energiesysteme (ÖPNV<br />

Einbindung, Parkraumbewirtschaftung); besonders sichere<br />

und einfache Nutzung und damit die Möglichkeit zum schnellen<br />

Abbau von Hemmschwellen; kostengünstige und trotzdem<br />

hochfunktionelle Komponenten mit SmartGrid Funktionen.<br />

Das vom Konsortium entwickelte »BALLADE«-System geht<br />

die Herausforderungen der Elektromobilität in systemischer<br />

und ganzheitlicher Weise an: Das Ladesäulenkonzept beschränkt<br />

sich nicht auf den technischen Ladevorgang samt<br />

ausgeklügelter Sicherheitsfeatures, sondern umfasst über<br />

Vorreservierung, Useridentifikation und normgerechte, individuelle<br />

Abrechnung hinaus noch weitere »Mehrwert-Services«<br />

samt GIS-Verortung und intermodaler ÖV-Verknüpfung.<br />

Dieser Ansatz bildet alle Funktionalitäten ab, die für zukunftsweisende<br />

eMobilitäts-Geschäftsmodelle von externen<br />

Betreibern essentiell sind. Das System ist auch für den Einsatz<br />

in SmartGrids konzipiert und kann die zeitlich optimale<br />

Nutzung Erneuerbarer Energien unterstützen.<br />

Forschungsprojekt »eMORAIL«<br />

Ziele des Forschungsprojektes »eMORAIL« sind Konzeption<br />

und Erprobung einer kostengünstigen Mobilitätslösung für<br />

Pendler zur Ermöglichung umweltschonender Alltagsmobilität.<br />

Die erarbeiteten Geschäftsmodelle bieten eine ÖBB-<br />

Fahrkarte verbunden mit einem eFahrzeug und zusätzlichen<br />

Services für hohen Komfort. Tagsüber werden die eFahrzeuge<br />

betrieblich genutzt. Im Pilotversuch wird die integrierte Verkehrsdienstleistung<br />

in zwei ländlichen Regionen sowie ein<br />

intermodales eCarsharing- und eBike-Cityangebot erprobt.<br />

Weitere Informationen: www.emorail.at<br />

Cirquent, ein Unternehmen des japanischen IT-Konzerns NTT<br />

Data, bietet 40 Jahre Erfahrung im Consulting entlang der gesamten<br />

Wertschöpfungskette für Banken, Versicherungen,<br />

Fertigungs-, Telekommunikations-, Service- und Logistikunternehmen<br />

sowie Energieversorger. Neben der branchenorientierten<br />

Strategie- und Prozessberatung gehören Konzeption,<br />

Integration und Implementierung von Technologien, die<br />

Geschäftsprozesse unterstützen, sowie Betrieb und<br />

Wartung von IT-Systemen zum Portfolio. Ausgeprägte<br />

branchenspezifische Prozess-, Methoden- und Technologiekompetenz<br />

in Customer Management, Finance Transformation<br />

und Application Management bilden die Stärken<br />

des Unternehmens. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin,<br />

geschäftsrelevante Entscheidungen durch Business Intelligence<br />

(BI) zu fundieren und geeignete Steuerungsmechanismen<br />

zu etablieren. Die Cirquent-Niederlassung in<br />

Österreich berät führende Unternehmen wie BMW Group,<br />

Steyr-Daimler-Puch, Asfinag, WienIT, Deutsche Börse, BA-CA,<br />

Münchener Rück, T-Mobile Deutschland, A1 Telekom Austria<br />

AG, UPC Telekabel, Wiener Städtische Versicherung AG,<br />

Mediaprint, voestalpine AG sowie die Magistratsabteilung<br />

14 der Stadt Wien.<br />

Martin Mai // Cirquent Österreich // www.cirquent.at<br />

36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37


Smarte Technologien - Swarco Traffic Systems GmbH<br />

Smarte Technologien - Swarco Traffic Systems GmbH<br />

eMobilität im Kontext<br />

Der grüne Straßenverkehr der Zukunft<br />

»Im Verkehr der Zukunft beschleunigt, bremst und hält<br />

niemand öfter als unbedingt nötig - dafür sorgen hochintelligente<br />

Verkehrsbeeinflussungssysteme.«<br />

Die gute Nachricht: Der Kollaps bleibt aus. Denn obwohl die<br />

zunehmende Bevölkerungs- und Verkehrsdichte Infrastruktur<br />

und Umwelt immer stärker belasten, wird sich der große<br />

Stau verhindern lassen: Die Vernetzung von intelligenter<br />

Verkehrsbeeinflussung, umweltfreundlicher eMobilität und<br />

ressourcenschonender Systeme macht es möglich. In den<br />

»intelligent cities« der Zukunft sorgt dieses Zusammenspiel<br />

für hocheffizienten Verkehr und mehr Mobilität - bei gleichzeitig<br />

verringerter Belastung. Ein Ausblick.<br />

Mehr Effizienz<br />

Im nachhaltigen Verkehr der Zukunft beschleunigt, bremst<br />

und hält niemand öfter als unbedingt nötig - dafür sorgen<br />

hochintelligente Verkehrsbeeinflussungssysteme. Neue<br />

Techniken zur Fahrzeug- und Verkehrsdatenerfassung ermöglichen<br />

schon heute eine gezielte Steuerung von Verkehrsströmen,<br />

mit der sich vorhandene Infrastrukturkapazitäten<br />

besser ausnutzen, Störungen und Staus vermeiden sowie<br />

eMobilitäts-Konzepte unterstützen lassen.<br />

Beispiel Nürnberg: Hier verbindet das europaweit einzige, voll<br />

integrierte Verkehrsbeeinflussungssystem von Swarco Traffic<br />

Systems die fahrspurgenaue Steuerung von 70 Kilometern<br />

Autobahn- und 33 Kilometern Stadtverkehr. Es erkennt<br />

Störungen, weist den Weg um Behinderungen herum, führt<br />

Parkplatzsuchende schon auf der Autobahn in Richtung<br />

freier Plätze, stellt Ampelintervalle verkehrsabhängig um und<br />

verfügt sogar über Szenario-Schaltungen für Spitzenlastzeiten<br />

etwa bei Großveranstaltungen. Das klingt hochmodern, ist<br />

in Wirklichkeit aber bereits Standard. Ganz neue Leitsystem-<br />

Technik kann nämlich schon viel mehr.<br />

Hochauflösende Sensorik<br />

Moderne Verkehrsbeeinflussungssysteme verfügen nicht<br />

nur über die herkömmlichen Sensoren, sondern greifen<br />

zusätzlich auch auf telematische Informationen zurück, die<br />

von einzelnen Fahrzeugen zur Verfügung gestellt werden<br />

- etwa per Bluetooth-Funk. Das versetzt die leistungsstarken<br />

Verkehrsrechner in die Lage, ein umfassendes Echtzeit-<br />

Lagebild des Verkehrs zu entwickeln und Verkehrsströme<br />

situationsgerecht zu leiten. Dabei werden neu auftretende<br />

Beeinträchtigungen wie etwa Unfälle sofort berücksichtigt,<br />

oder bestimmte Verkehrsteilnehmer in Abhängigkeit von<br />

Beschränkungen wie Umweltzonen ans Ziel geführt.<br />

Die hohe Auflösung solcher Systeme erlaubt das Heben auch<br />

kleinster Einsparreserven. Swarco Traffic Systems hat etwa ein<br />

System zur Einzelplatzüberwachung im Parkraum entwickelt,<br />

das den Verkehr in Parkhäusern und auf Großparkplätzen<br />

steuert. Es ist in der Lage, Fahrer unmittelbar bis zu einem<br />

freien Parkplatz zu führen: Unnötiges Anfahren belegter<br />

Parkhausetagen oder Parkplatzabschnitte entfällt. Dadurch<br />

senkt das System den »Suchverkehr«, der in Spitzenzeiten bis<br />

zu einem Viertel des Stadtverkehrs ausmachen kann.<br />

Bereit für eMobilität<br />

Eine weitere Fähigkeit neuer Beeinflussungssysteme ist die<br />

Berücksichtigung von eFahrzeugen im Stadtverkehr. Die ist<br />

wichtig, da die »Stromer« wegen ihrer geringen Reichweite<br />

auf öffentlich zugängliche Ladeplätze angewiesen sind. Und<br />

diese müssen ausgewiesen, ausgerüstet und in bestehende<br />

Beeinflussungssysteme integriert werden.<br />

Für die Einbindung des eFahrzeugverkehrs bietet Swarco<br />

Traffic Systems etwa »EnergieParken« an, eine neuartige<br />

Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule, die das<br />

Unternehmen gemeinsam mit Schroff, ABB, den Dambach-<br />

Werken und stadtraum auf den Markt gebracht hat. Die<br />

Vorteile aus Betreibersicht: Das System rechnet sich, weil<br />

der Parkgebühren-Umsatz am Gerät dessen Kosten mit<br />

der Zeit selbst dann deckt, wenn nur sehr wenig Strom<br />

verkauft wird. Zudem lässt es sich ohne Schwierigkeiten<br />

mit anderen Verkehrsbeeinflussungssystemen verbinden.<br />

Und: EnergieParken kann anstelle bestehender Parkschein-<br />

automaten aufgestellt werden. So muss kein Betreiber auf<br />

Parkgebührenumsatz verzichten und der Aufwand für die<br />

technische Umrüstung zur »intelligent city« sinkt.<br />

Umfassend umweltfreundlich<br />

Verkehrs- und Parkleitsysteme sowie Elektrofahrzeug-Infrastruktur<br />

miteinander zu vernetzen und hocheffizient einzusetzen<br />

ist wesentlich für eine nachhaltige Verkehrssteuerung<br />

- aber es reicht nicht aus. Sämtliche im Infrastrukturbereich<br />

eingesetzten Anlagen müssen auch selbst umweltschonend<br />

und kostengünstig sein. Die Swarco Traffic Systems<br />

setzt daher auf günstige Materialien und Strom sparende<br />

Technik - an EnergieParken-Ladesäulen erhalten Benutzer<br />

auf Wunsch Öko-Strom, in dynamischen Verkehrszeichen<br />

für Parkleitsysteme kommen LED-Leuchten zum Einsatz<br />

und sogar die Straßenbeleuchtung ist »smart« und senkt<br />

den Stromverbrauch: Die LED-Straßenlaternen von Swarco<br />

Traffic Systems können von Verkehrsbeeinflussungssystemen<br />

angesteuert und - je nach Tageszeit und Verkehrslage -<br />

angeschaltet, abgeschaltet oder gedimmt werden. Ein weiterer<br />

wichtiger Beitrag zum grünen Straßenverkehr der Zukunft.<br />

Uwe Hahner<br />

Swarco Traffic Systems GmbH<br />

uwe.hahner@swarco.de<br />

www.swarco.de<br />

Dient als Parkscheinautomat - und als Ladesäule: EnergieParken Master von<br />

SwaRco Traffic Systems, stadtraum, ABB, Dambach-Werke und Schroff<br />

38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal corner<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal Corner<br />

Betrieb von Ladesäulen<br />

im Privaten<br />

Eine stromsteuerrechtliche Odyssee?<br />

»Die zu bewertenden Sachverhalte sind sowohl aus Sicht<br />

des geltenden Rechts als auch für die Steuerbehörden neu.<br />

Erfahrungen, welche Entscheidungen im Einzelfall zu treffen<br />

sind, liegen noch nicht vor.«<br />

Vielfach werden derzeit Überlegungen angestellt, die für die<br />

Aufladung von Elektromobilen erforderliche Infrastruktur<br />

aufzubauen. So engagieren sich derzeit vor allem private<br />

Unternehmen, etwa Betreiber von Parkhäusern oder Filialisten<br />

mit Parkflächen, bei der Aufstellung von Ladesäulen.<br />

Den Elektromobilisten soll aus dem Gedanken der Kundenbindung<br />

- ggf. entgeltlich - die Möglichkeit eröffnet werden,<br />

anlässlich des Parkvorgangs ihr Elektromobil zu laden. Unabhängig<br />

von den notwendigen Vereinbarungen im Hintergrund,<br />

z.B. mit dem eigenen Stromlieferanten, müssen sich<br />

Ladesäulenbetreiber in solchen Konstellationen auch mit den<br />

stromsteuerrechtlichen Aspekten ihres Handelns auseinandersetzen.<br />

Andernfalls ist nicht auszuschließen, dass die zuständigen<br />

Hauptzollämter Verstöße mit Bußgeldern ahnden<br />

könnten. Allerdings muss an dieser Stelle auch klar gesagt<br />

werden: Die zu bewertenden Sachverhalte sind sowohl aus<br />

Sicht des geltenden Rechts als auch für die Steuerbehörden<br />

neu. Erfahrungen, welche Entscheidungen die Hauptzollämter<br />

im Einzelfall treffen würden, liegen noch nicht vor.<br />

Welche Pflichten bestehen also und was ist zu tun?<br />

Adressaten der wesentlichen stromsteuerrechtlichen Pflichten<br />

sind »Versorger«. Nach der Begriffsbestimmung in §2<br />

Nr. 1 Stromsteuergesetz (StromStG) ist Versorger »derjenige,<br />

der Strom leistet«. In den hier betrachteten Modellen, ist es<br />

dem Kunden erlaubt, sein Elektromobil an den aufgestellten<br />

Ladesäulen zu beladen. Als Gegenleistung zahlt der Kunde<br />

- direkt oder »indirekt« (z.B. über ein erhöhtes Parkentgelt)<br />

- einen Betrag an den Ladesäulenbetreiber. Hierdurch entsteht<br />

zwischen den Beteiligten regelmäßig eine Leistungsbeziehung,<br />

die den Ladesäulenbetreiber grundsätzlich als<br />

Versorger im Sinne des Stromsteuergesetzes qualifiziert.<br />

Das dürfte selbst dann gelten, wenn die Stromentnahme<br />

nicht (unmittelbar) entgeltpflichtig ist, sondern sich etwa<br />

der Betreiber des Parkplatzes verspricht, der Kunde werde<br />

bei ihm und nicht bei der Konkurrenz einkaufen, wenn er die<br />

Möglichkeit zur Aufladung seines Elektromobils hat.<br />

Diese Einordnung gilt jedoch nicht absolut. §1 der Stromsteuer-Durchführungsverordnung<br />

(StromStV) sieht für verschiedene<br />

Fälle eine Ausnahme zur Versorgerstellung vor.<br />

§1 Abs. 1 StromStV lautet:<br />

»Wer ausschließlich nach §3 des Gesetzes oder §9 Abs. 2a<br />

des Gesetzes zu versteuernden Strom bezieht und diesen<br />

ausschließlich an seine Mieter, Pächter oder vergleichbare<br />

Vertragsparteien als Letztverbraucher leistet, gilt nicht als<br />

Versorger, sondern als Letztverbraucher im Sinne von §5<br />

Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes. Dies gilt jedoch nur dann, wenn er<br />

ausschließlich von einem im Steuergebiet ansässigen Versorger<br />

bezogenen Strom an seine Vertragsparteien leistet.«<br />

Der Ladesäulenbetreiber muss also zunächst selbst ausschließlich<br />

nach §3 StromStG zu versteuernden Strom (Regelsteuersatz)<br />

beziehen, d.h. er zahlt den (vollen) Steuersatz<br />

in Höhe von 20,50 Euro/MWh. Dann muss sein eigener<br />

Stromlieferant - wie regelmäßig anzunehmen - im Inland ansässig<br />

sein. Unproblematisch dürfte auch die weitere Voraussetzung<br />

zu bejahen sein, dass die durch den Ladevorgang<br />

entstehende Leistungsbeziehung ausschließlich zu Letztverbrauchern<br />

besteht. Es kann wohl davon ausgegangen<br />

werden, dass ausschließlich Endkunden ihre Autos an den<br />

Elektroladestationen aufladen werden, die den Strom nicht<br />

an andere weitergeben.<br />

Wenn der Ladesäulenbetreiber daneben keine Eigenversorgung<br />

(bspw. eigene Blockheizkraftwerke) betreibt, müsste<br />

schließlich noch die Bedingung erfüllt sein, dass die ladenden<br />

Kunden als »Mieter, Pächter oder andere Vertragspartei«<br />

anzusehen sind. In den beschriebenen Fallkonstellationen<br />

ist zwar kein Miet- bzw. Pachtvertrag anzunehmen,<br />

jedoch könnte ein vergleichbares Vertragsverhältnis vorliegen.<br />

Hierfür spricht, dass die Parkplatznutzung als solche<br />

grundsätzlich als ein zumindest mietähnliches Verhältnis<br />

angesehen werden kann.<br />

Erfolgt die Beladung des Elektromobils beispielsweise bei<br />

der Gelegenheit des Einkaufs und des Parkens ist es daher<br />

jedenfalls argumentierbar, dass die Stromleistung in einem<br />

Verhältnis erfolgt, das mit der Miete oder Pacht grundsätzlich<br />

vergleichbar ist. Die Stromversorgung im Rahmen eines<br />

Miet- oder Pachtverhältnisses ist regelmäßig nur von sehr<br />

untergeordneter Bedeutung, die hinter den hauptsächlichen<br />

Leistungs- bzw. Gegenleistungspflichten (Zurverfügungstellung<br />

des Miet-/Pachtraums und Zahlung der Miete/Pacht) in<br />

einem solchen Vertragsverhältnis zurücktritt. Stromsteuerrechtlich<br />

sollen Vermieter und Verpächter nicht in jedem Fall<br />

zum Versorger werden.<br />

Wird dem Elektromobilfahrer also nur anlässlich des Parkvorgangs<br />

das Aufladen gewährt, ohne dass sich das Verhältnis<br />

faktisch umkehrt, also der Kunde parkt, weil er sein Fahrzeug<br />

aufladen will, könnte die Ausnahme des §1 Abs. 1 StromStV<br />

auch für diese Fälle anwendbar sein. Die Ladesäulenbetreiber<br />

wären dann nicht Versorger im stromsteuerrechtlichen Sinne;<br />

dieses wäre der den Ladesäulenbetreiber versorgende Lieferant.<br />

Andernfalls wäre durch den Ladesäulenbetreiber der<br />

gesamte stromsteuerrechtliche Pflichtenkatalog zu erfüllen.<br />

Insbesondere wäre eine Versorgererlaubnis zu beantragen,<br />

grundsätzlich jährlich eine Steueranmeldung abzugeben,<br />

monatliche Vorauszahlungen auf die erwartete Steuerlast zu<br />

leisten und ein sog. Belegheft und weitere stromsteuerlich<br />

relevante Aufzeichnungen zu führen.<br />

Fazit<br />

Betreiber von Ladesäulen in Parkhäusern oder ähnlichen<br />

Situationen werden durch die Stromleistung an die Kunden<br />

grundsätzlich als Versorger anzusehen sein. Es bestehen zwar<br />

gute Ansätze die Ausnahmeregelung des §1 Abs. 1 StromStV<br />

anzuwenden, sodass der Ladesäulenbetreiber nicht als Versorger<br />

anzusehen wäre. Allerdings besteht derzeit keine abschließende<br />

Sicherheit, dass auch die zuständigen Hauptzollämter<br />

entsprechend urteilen.<br />

Da Ladesäulen als notwendige Infrastruktur für die Elektromobilität<br />

schnell aufgebaut werden sollten, wäre eine<br />

Klarstellung des Gesetz- oder Verordnungsgebers oder der<br />

Steuerbehörden wünschenswert.<br />

Rechtsanwälte<br />

Dr. Christian de Wyl und Jan-Hendrik vom Wege, MBA<br />

BBH - Becker Büttner Held<br />

www.bbh-online.de<br />

40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41


Smarte Technologien - IPM SYSTEM Smarte Technologien Smarte Technologien - IPM SYSTEM-<br />

Nachhaltig anders denken<br />

mit wirtschaftlichem Erfolg<br />

Markus Emmert zur Zukunft der Solarbranche<br />

Patrick Molck-Ude am Steuer des eVelotaxi mit Jens Zeller, Geschäftsführer Daimler FleetBoard GmbH und Markus Emmert auf<br />

dem Telekom Dialog JahresKongress 2011 in Hamburg<br />

Patrick Molck-Ude und Moderatorin Birte Karalus im Gespräch mit Markus Emmert zum Thema M2M-Kommunikation<br />

Der Konsolidierungsprozess der deutschen Solarbranche<br />

hat als Resultat weltweit hoher Überschusskapazitäten<br />

auf Angebotsseite im Verhältnis zur verhaltenen Angebotsnachfrage<br />

viele ehemals erfolgreiche Unternehmen überrascht.<br />

Dazu kommt eine Halbierung der Modulpreise seit<br />

2008 und die degressive Anpassung der EEG-Vergütung,<br />

sowie Dumping-Angebote aus Fernost. Nach der Insolvenz<br />

von Solon und Solar Millennium greifen asiatische Wettbewerber<br />

inzwischen nach der kriselnden Solarindustrie.<br />

»Nur strategisch gut aufgestellte oder spezialisierte Unternehmen<br />

mit einer führenden Marktposition im Endkundensegment<br />

und vollen Auftragsbüchern werden die Herausforderung<br />

der Marktbereinigung und den Umbruch der Solarbranche<br />

überleben«, so Markus Emmert, Geschäftsführer<br />

der IPM SYSTEM GmbH. Das BEM-Mitgliedsunternehmen<br />

hat es geschafft mit einer neuartigen Steuerungs- und Regelungstechnik<br />

die Nachteile fixer Strings durch die klassische<br />

Reihenverschaltung in PV-Anlagen vollständig zu umgehen.<br />

Die intelligente Verschaltung der einzelnen Module mit dem<br />

IPM SYSTEM ® führt zu erheblichen Effizienzsteigerungen um<br />

bis zu 21% bei Bestands- oder Neuanlagen. Dieses Ertragssteigerungspotenzial<br />

eröffnet ganz neue Perspektiven einer<br />

nachhaltig wirtschaftlichen 100% Erneuerbaren Energieversorgung.<br />

Mit der integrierten fortschrittlichen M2M-Kommunikation<br />

der Telekom Deutschland können PV-Anlagen<br />

effektiv mit dem Smart Grid der Zukunft kommunizieren.<br />

Mit dieser SGready-Eigenschaft tragen sie erheblich zu einer<br />

besseren Integration Erneuerbarer Energien bei und ermöglichen<br />

sinnvolle Zusatzfeatures im Bereich Monitoring,<br />

Transparenz und Sicherheit, z.B. durch eine Zustandsmessung<br />

auf Modul- und Anlagenebene oder die Möglichkeit<br />

die PV-Anlage bei Brand oder Wartung kontrolliert auch per<br />

Fernzugriff abzuschalten.<br />

Die IPM SYSTEM GmbH verfügt heute bereits über beachtliche<br />

Partner. »Prysmian Group, Britze Elektronik- und Gerätebau,<br />

Rosenberger Hochfrequenztechnik, Immo-Invest, Infineon,<br />

Telekom Deutschland, arvato-Bertelsmann, SCHÜCO, Telit,<br />

Würth Solar, ComBInation und viele mehr begleiten die Unternehmensentwicklung<br />

mit ihrem technologischen Know-how,<br />

ihrer Innovationskraft und ihrem Engagement für Erneuerbare<br />

Energien. In der Kombination dieser Schlüsseltechnologie<br />

mit der Elektromobilität und der Implementierung<br />

in ein smartes Energie- und Verteilernetz liegt die Zukunft<br />

unserer Energieversorgung und der Individualmobilität von<br />

morgen.« so Markus Emmert.<br />

Neben zahlreichen anderen BEM-Mitgliedern nutzte daher<br />

auch Emmert den Gemeinschaftsstand vom Bundesverband<br />

eMobilität auf der eCarTec im Oktober 2011 als ideale<br />

Kommunikations- und Präsentationsplattform, um den Fachbesuchern<br />

die Potentiale intelligenter PV-Technologie im<br />

Bereich Smart Grid und die Einbindung von Elektromobilität<br />

in das Netz der Zukunft aufzuzeigen.<br />

Auf dem Telekom Dialog Jahreskongress im November 2011<br />

stellte Emmert in der Hamburger MagnusHall seine innovative<br />

Steuerungs- und Regelungstechnik dem interessierten<br />

Fachpublikum vor und besiegelte per Handschlag mit Patrick<br />

Molck-Ude die größte M2M-Karten-Bestellung aller Zeiten<br />

der Telekom Deutschland für den Einsatz im IPM SYSTEM ® .<br />

Die Kongresseröffnung mit dem interessanten Vortrag von<br />

Stefan Kaduk und Dirk Osmetz zum Thema Musterbrüche<br />

passt zur Logik und Herangehensweise von Markus Emmert:<br />

Aus der Praxis - für die Praxis. Und dabei tradierte Strukturen<br />

verlassen und einfach mal anders denken. Eine Reflexion,<br />

die den gelernten Bankkaufmann aus einer Bauunternehmerfamilie<br />

zum Technikexperten gemacht hat.<br />

Und tatsächlich: Die Idee der neuartigen Verschaltung von<br />

Photovoltaikanlagen mit dem Ziel diese besser, effizienter<br />

und damit wirtschaftlicher zu machen, avanciert inzwischen<br />

von der ursprünglichen Logik über die Patentanmeldung immer<br />

mehr in Richtung Energierevolution.<br />

Den diesjährigen Neujahrsempfang vom Bundesverband<br />

Erneuerbare Energie im Februar wird IPM SYSTEM erstmals<br />

als Hauptsponsor unterstützen und setzt damit im Jubiläumsjahr<br />

des BEE ein klares Zeichen für den Erfolg nachhaltigen<br />

Wirtschaftens.<br />

Markus Emmert<br />

Geschäftsführer IPM SYSTEM<br />

GmbH & BEM-Beirat<br />

www.ipm-system.com<br />

Markus Emmert auf dem Telekom Dialog JahresKongress 2011<br />

Photos & Text ©2011 Christian Heep<br />

42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43


Smarte Technologien - Eight<br />

Smarte Technologien - Eight<br />

Nachhaltige eMobilität -<br />

emotional aufgetankt<br />

Interview mit Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter EIGHT<br />

Marke, Design und Technologie gehen Hand in Hand<br />

Christoph B. RöSSner erläutert den Aufbau von Point.One anhand eines Modells auf der eCarTec<br />

Knapp 200 Jahre hatte die Eisenbahn Zeit sich zu dem zu<br />

entwickeln, was sie heute ist. Die individuelle Mobilität<br />

durch Pkw mit Verbrennungsmotoren hat sich in den letzten<br />

125 Jahren etabliert. Erfindungen wurden gemacht, Industrien<br />

entwickelt und eine breite Infrastruktur geschaffen.<br />

Dass die Elektromobilität nicht so viel Zeit haben würde, war<br />

den Machern der EIGHT GmbH & Co. KG klar, als im schwäbischen<br />

Süßen die Idee für die Solarladestation Point.One<br />

entstand. Umgeben von Automobilherstellern und etablierten<br />

Zulieferbetrieben gibt es zwar viele Marktführer aus dem<br />

klassischen Automotivbereich, aber so gut wie kein Unternehmen,<br />

das sich als Neugründung der Elektromobilität verschrieben<br />

hatte.<br />

»Uns war von Anfang an wichtig Produkte zu entwickeln, die<br />

Emotionen wecken und Lust auf Elektromobilität machen.<br />

Dies erschien uns besonders relevant, da in Deutschland das<br />

Thema noch immer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat und<br />

noch keine wirkliche Begeisterung dafür entstanden ist«, erklärt<br />

Thomas Prinzing. Der geschäftsführende Gesellschafter<br />

ist für die Fertigung sowie die Optimierung von Produkten<br />

und Produktionsprozessen zuständig. Zusammen mit Christoph<br />

B. Rößner, der das Marketing und den Vertrieb sowie<br />

das Management von Kooperationen als zweiter geschäftsführender<br />

Gesellschafter leitet, hat der erfahrene Ingenieur<br />

das Unternehmen zu Beginn des Jahres 2011 gegründet.<br />

Im Vordergrund der Produktentwicklung der Solarladestation<br />

Point.One stand vom ersten Tag an - neben der Zielsetzung<br />

einer emissionsfreien Mobilität - auch das Element der<br />

durchgängigen Nachhaltigkeit. Sollte sich Elektromobilität<br />

durchsetzen, dann nur mit Lösungen, die in jeder Hinsicht<br />

umweltschonend sind. Darin waren sich die Gründer einig.<br />

Zentrales Element ist ein neues auf einem Stecksystem basierendes<br />

Fertigungsverfahren, welches eine material- und<br />

energieeffiziente Realisierung der Solarladestation und sogar<br />

den kompletten Rückbau ermöglicht. Darüber hinaus<br />

werden in der ausschließlich mit Ökostrom betriebenen Produktionsstätte<br />

vor allem Materialien mit hoher Recycling-<br />

Effizienz eingesetzt. So kommen beispielsweise nur wiederaufbereitete<br />

Solarzellen zum Einsatz.<br />

»Unsere Lösung sollte aber nicht nur in jeder Hinsicht nachhaltig<br />

sein, sondern gleichzeitig der Elektromobilität zu<br />

einem positiven Image verhelfen. Darin lag die große Herausforderung«,<br />

berichtet Thomas Prinzing. »Die ersten Tankmöglichkeiten<br />

waren meist Apotheken und sicherlich keine<br />

Symbole für Fortschritt und neuen automobilen Lifestyle.<br />

Mit der Zeit aber entwickelten sich die Tankstellen phasenweise<br />

zu Stilikonen ihrer Zeit und wurden zu Symbolen für<br />

individuelle Mobilität und den Zeitgeist. Genau dieses Ziel<br />

verfolgen wir mit Point.One. Eine Auszeichnung des Bundesverkehrsministeriums<br />

sowie des Fraunhofer Instituts bestärkt<br />

uns darin, diesen Weg weiter zu gehen.«<br />

Mit der Solarladestation Point.One hat das junge Unternehmen<br />

EIGHT ein Produkt entwickelt, das in seiner Funktionalität<br />

auch von etablierten Herstellern angeboten wird.<br />

Warum wagen Sie sich dennoch in diesen Markt?<br />

Wir haben gute Gründe. So ist vor allem ein neuer, sich entwickelnder<br />

und noch nicht ausdifferenzierter Markt, für junge<br />

Unternehmen sehr attraktiv. Die dortige Nachfrage wird<br />

mittelfristig so groß sein, dass sich mehrere Marktteilnehmer<br />

den Kuchen teilen können. Das aus meiner Sicht wichtigste<br />

Argument ist jedoch, dass wir uns von den aktuellen<br />

Angeboten deutlich unterscheiden und eine neue Produktkategorie<br />

definieren.<br />

Was unterscheidet Point.One?<br />

Die meisten Marktbegleiter fokussieren in ihren Lösungen<br />

fast nur auf Funktionalität. Daran ist nichts falsch, aber<br />

auch nicht viel richtig. EIGHT verfolgt das Ziel, dem Markt<br />

der Elektromobilität das für Erfolg notwendige Symbol zu<br />

geben, das alle positiven Eigenschaften der Elektromobilität<br />

verkörpert. Damit haben wir etwas gänzlich Neues geschaffen:<br />

Marketing, Design und Technologie entstanden parallel<br />

und im gegenseitigen Zusammenspiel. Daraus resultiert ein<br />

ganzheitliches Elektromobilitätserlebnis, das über das reine<br />

Autofahren hinausgeht.<br />

Point.One hat neben der Werbung für Elektromobilität vor<br />

allem eine Aufgabe: Elektrofahrzeuge aufzuladen.<br />

Das stimmt natürlich. Entsprechend haben wir die Technologie<br />

so ausgelegt, dass sich eine hohe emissionsfreie Jahresfahrleistung<br />

ergibt. Für Deutschland beträgt diese für jeden<br />

der vier in Point.One integrierten Ladepunkte rund 10.000<br />

Kilometer. Die Ladetechnologie, die Kommunikation und die<br />

Abrechnung sowie ein optionales Infotainment können an<br />

die Kundenanforderungen angepasst werden. Hier arbeiten<br />

wir mit etablierten Herstellern zusammen.<br />

Wie geht es bei EIGHT weiter?<br />

Wir arbeiten daran Point.One noch intelligenter mit dem<br />

Stromnetz, dem Fahrzeug und dem Nutzer zu verknüpfen.<br />

Die entstehenden Lösungen können später problemlos<br />

nachgerüstet werden. In Kürze wollen wir ein spektakuläres<br />

Produkt mit einem Schnellladesystem präsentieren, welches<br />

eine perfekte Ergänzung zur eher dezentralen Nutzung von<br />

Point.One sein wird.<br />

Christoph B. Rößner<br />

Geschäftsführender Gesellschafter<br />

der EIGHT GmbH & Co. KG<br />

c.roessner@eight.eu // www.eight.eu<br />

44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45


Smarte Technologien - tim Baack<br />

Smarte Technologien - Tim Baack<br />

Das große Upgrade<br />

Ein Kommentar von Tim Baack<br />

»Was passiert, wenn in einer Einfamilienhaussiedlung gegen<br />

18 Uhr dutzende von eAutos zum Laden an die Garagen<br />

einkehren, aber die Netze und Transformatoren vor Ort gar<br />

nicht in der Lage sind diese zeitgleich zu laden?«<br />

Wie die eMobilität - als Teil des Smart Grids - die Energiewirtschaft<br />

fundamental verändern wird.<br />

eMobiltät bedingt die Integration von elektrischen Fahrzeugen<br />

in die Energiewirtschaft, also der Erzeugung, dem<br />

Transport und der Verteilung von elektrischer Energie. Diese<br />

Einbindung wird die Energiewirtschaft vor gewaltige Probleme<br />

stellen und ähnliche Anstrengungen, Veränderungen<br />

und Kosten nach sich ziehen, wie der Ausbau der Erneuerbaren<br />

Energien.<br />

Aus Sicht der Energiewirtschaft steht die eMobilität noch<br />

ganz am Anfang ihrer Entwicklung, da es an einsatzfähigen<br />

und kostengünstigen eAutos mangelt. Das wird sich jedoch<br />

noch in diesem Jahrzehnt grundsätzlich ändern. Die Automobilwirtschaft<br />

wird früher oder später altagstaugliche und<br />

bezahlbare Serienfahrzeuge anbieten. Sobald sich eAutos<br />

als Massenphänomen etablieren, wird die bisherige technische,<br />

kommerzielle und regulatorische Struktur der Energieversorgung<br />

in Deutschland kaum noch in der Lage sein, eine<br />

Versorgungsicherheit auf dem heutigen Niveau zu gewährleisten.<br />

Verstehen Sie mich nicht falsch, wir werden genug<br />

Elektrizität haben, egal ob diese mit Kernenergie, mit fossilen<br />

Brennstoffen oder durch Erneuerbare Energien erzeugt<br />

wird, aber der Transport und ganz besonders die Verteilung<br />

wird nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Die heute bestehende<br />

Infrastruktur ist für eine zentralistische und klar hierarchische<br />

Struktur mit einigen wenigen Playern geplant und<br />

gebaut worden. Diese Systeme können eine massenhafte<br />

Verbreitung von eMobilität und der dezentralen Energieerzeugung<br />

(insbesondere der Photovoltaik) nicht verkraften.<br />

Was passiert, wenn in einer Einfamilienhaussiedlung gegen<br />

18 Uhr dutzende von eAutos zum Laden an die Garagen<br />

einkehren, aber die Netze und Transformatoren vor Ort gar<br />

nicht in der Lage sind diese zeitgleich zu laden? Was passiert<br />

an einem sonnigen Wochenende, an dem Millionen von<br />

PV-Anlagen Strom in die Niederstromnetze einspeisen, die<br />

für die Verteilung und nicht die Aufnahme von Strom ausgelegt<br />

sind? Die heutigen Netze können diese Leistungen<br />

schon bald nicht mehr erbringen. Es gilt die Versorgungssicherheit<br />

zu gewährleisten. Die Stromkunden in Deutschland<br />

sind bereit, enorme Zahlungen für den Ausbau der Erneuerbaren<br />

Energien zu zahlen, aber wenn kein Strom mehr fließt,<br />

dann hört der »Spaß« wohl bald auf.<br />

Die Lösung liegt im »Upgrade« der bestehenden Infrastruktur<br />

und Systeme, weniger im Neubau von Leitungen. Millionen<br />

von einzelnen Verbrauchern, Speichern und Erzeugern müssen<br />

in Zukunft gemessen und geregelt werden. Die aktuelle<br />

Technik und auch die Struktur der Energiewirtschaft können<br />

das aber nicht leisten. Das Smart Grid, hier als genereller<br />

Sammelbegriff für alles von Smart Metering, Demand Side<br />

Management etc. gebraucht, scheint die Lösung zu sein, um<br />

im Rahmen eines gewaltigen »Upgrades« unsere Systeme<br />

für diese neuen Herausforderungen zu ertüchtigen.<br />

Wir stehen vor großen Umwälzungen in der Energiewirtschaft<br />

und die Komplexität der Systeme wird schnell zunehmen.<br />

Netze müssen, unter massivem Einsatz von Informationsund<br />

Kommunikationstechnik, bis auf die Verbraucherebene<br />

gesteuert werden und zwar von einigen ganz wenigen »System<br />

Operators«. Es wäre möglich, dass der Betrieb der Netze<br />

eine Umkehr von der bisherigen Deregulierung und Marktöffnung<br />

in der Energiewirtschaft nach sich ziehen könnte.<br />

Sobald die Versorgung der Verbraucher ernsthaft gestört<br />

wird, sind diese Schritte nicht nur denkbar sondern recht<br />

wahrscheinlich. Die technische Dezentralisierung der Energieversorgung<br />

könnte eine Zentralisierung der Strukturen nach<br />

sich ziehen.<br />

Unternehmen der Energiewirtschaft, deren Zulieferer, Mitarbeiter<br />

und Eigentümer sollten bereits jetzt diese Änderungen<br />

antizipieren. Der Business Case dieser Stakeholder<br />

wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre, ein in der Energie-<br />

wirtschaft sehr kurzer Zeitraum, dramatisch ändern. Es gilt,<br />

sich jetzt bereits auf diese Änderungen vorzubereiten und<br />

die notwendigen Weichenstellungen im Bereich Technologie,<br />

Kapitalausstattung, Strategie, Personal und auch im politischen<br />

Lobbying zu stellen.<br />

eMobilität, als ein Element des Smart Grids, ist ein Teil dieses<br />

gewaltigen Umbaus einer Schlüsselindustrie und alle<br />

Beteiligten sollten gut daran tun, sich um diese Themen<br />

schon heute intensiv zu kümmern.<br />

Tim Baack<br />

E-Mobility Partners GmbH<br />

www.empartners.com<br />

46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47


Smarte Technologien - Schneider Electric<br />

Smarte Technologien - Schneider Electric<br />

Strom, der mehr kann<br />

Die Stromversorgung von Elektromobilen stellt die Industrie vor große<br />

Herausforderungen, bietet jedoch großes Innovationspotenzial<br />

Schneider Electric hat für verschiedene Ladesituationen Abrechnungs-, Nutzungs- und Marketingszenarien konzipiert<br />

Elektroautos haben ihr Öko-Image verloren. Experten rechnen<br />

jedenfalls fest damit, dass schon in wenigen Jahren<br />

ein Großteil der Autoflotte mit Stromantrieb unterwegs ist.<br />

Neue Technologien bieten mehr Komfort beim Aufladen und<br />

nutzen die Möglichkeiten von Smart Grids optimal aus. Mit<br />

Ladesäulen, die sich aufgrund flexibler Einsatzmöglichkeiten<br />

im privaten und gewerblichen Bereich für den Aufbau intelligenter<br />

Ladenetze eignen, stellt sich Schneider Electric<br />

dieser Herausforderung.<br />

Das Elektroauto fährt auf der Siegerstraße. Die einst als bessere<br />

Roller belächelten Vehikel haben sich zu alltagstauglichen<br />

Gefährten gewandelt und sind damit für immer mehr<br />

Bürger eine Alternative zum Benziner. Laut einer Umfrage<br />

der BITKOM können sich immerhin mehr als 60 % von 1.000<br />

Befragten vorstellen, in Zukunft auf ein eMobil umzusteigen.<br />

»Die Akzeptanz von Elektroautos ist sehr stark gestiegen«,<br />

bestätigt BITKOM-Präsidiumsmitglied Martina Koederitz den<br />

Trend. »Die meisten Menschen haben sich geöffnet für neue<br />

Formen der Mobilität.«<br />

Dabei hat sich die Einstellung der Deutschen zum ökologiebewussten<br />

Fahren in den vergangenen Monaten erheblich<br />

geändert. Im Februar 2010 etwa konnten sich erst 39 %<br />

der Befragten vorstellen, in Zukunft Strom statt Benzin zu<br />

tanken. Ein Grund für den Sinneswandel mögen die Medien<br />

sein: Automagazine wie Tageszeitungen sind voller Berichte<br />

über innovative neue Entwicklungen mit der Batterie- und<br />

Antriebstechnik. Der flotte Tesla etwa hat einer großen Öffentlichkeit<br />

gezeigt, dass Elektroautos längst die Phase von<br />

langsamen und experimentellen Fahrzeugen hinter sich gelassen<br />

haben.<br />

Die Steckdose allerdings kommt bei dieser Debatte oft zu<br />

kurz: Zwar dreht sich in der Diskussion um neue Antriebstechnologien<br />

eine Menge um den Strom, seine CO 2-Neutralität<br />

und die effizienteste Weise, ihn in PS zu verwandeln.<br />

Wie genau er in die Batterien der Käufer gelangen soll, wird<br />

jedoch eher in geschlossenen Fachkreisen diskutiert. Dabei<br />

bietet gerade dieser Aspekt viele spannende Möglichkeiten,<br />

die mit neuen Entwicklungen auf dem Energiemarkt zusammenhängen.<br />

Besonders die neuen Technologien wie Smart<br />

Grids bieten für neue automobile Lösungen reichlich Potenzial.<br />

Smart Grids bringen Stromproduzenten auf intelligente Weise<br />

mit Stromkonsumenten zusammen. Dabei werden alle<br />

notwendigen Netzdaten über IP-basierte Kanäle übertragen,<br />

um Angebot und Nachfrage nach elektrischer Energie optimal<br />

zu steuern. Hinzu kommt ein Austausch von Energieströmen<br />

in beide Richtungen und eine automatische Optimierung des<br />

Verbrauchs. Auf diese Weise werden die Kraftwerke wie die<br />

Netze insgesamt gleichmäßiger ausgenutzt und lassen sich<br />

somit effizienter betreiben. Durch eine intelligente Laststeuerung,<br />

die sich am Bedarf orientiert, können zudem Lastspitzen<br />

effizient vermieden werden und der CO2-Ausstoß sinkt<br />

beträchtlich.<br />

»Die Elektromobilität ist Treiber wie Nutznießer dieser Entwicklung.<br />

Durch die Smart Grid-Technologie ist es beispielweise<br />

möglich, die Ladephasen von Elektromobilen in der<br />

Nacht mit überschüssiger Windenergie zu synchronisieren.<br />

Zudem können sogar die Batterien angeschlossener eFahrzeuge<br />

als Stromspeicher und Netzpuffer dienen«, sagt Carl<br />

Tille, Vice President Electromobility bei Schneider Electric.<br />

»eMobility bedeutet sehr viel mehr als nur den Tank durch<br />

eine Batterie und den Ottomotor durch einen Elektroantrieb<br />

zu ersetzen«, beschreibt BITKOM-Präsident August-Wilhelm<br />

Scheer die Entwicklung der neuen Technologie. »Im Zentrum<br />

der Elektromobilität steht ein hochkomplexes Informationsund<br />

Kommunikationsnetz. Es managt Fahrzeuge, Energiebereitstellung<br />

und Verkehrsströme.« Die Etablierung von<br />

Smart Grids stellt allerdings eine große finanzielle Herausforderung<br />

dar. Experten schätzen das weltweite Investitionsvolumen<br />

auf rund 300 Milliarden Euro pro Jahr. Die großen<br />

Energieanbieter haben das Potenzial dieses Themas durchaus<br />

erkannt. Wenn es um die letzten Meter geht, den Weg<br />

aus den Stromnetzen zur Steckdose, kommen allerdings Unternehmen<br />

zum Zug, die in Sachen Energiemanagement ihr<br />

Hauptbetätigungsfeld sehen.<br />

Damit Elektromobilität sich auf breiter Front durchsetzen<br />

kann, muss schließlich das Land mit einem Netz aus Stromtankstellen<br />

versorgt werden. Wie dies konkret aussehen<br />

kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Dort startete im vergangenen<br />

Jahr ein groß angelegtes Gemeinschaftsprojekt der<br />

französischen Agentur für Umwelt und Energie-Management<br />

mit Schneider Electric. Kern der mit 6,5 Millionen Euro geförderten<br />

Initiative sind 100 Elektrofahrzeuge von Renault<br />

und Nissan, die im Departement Yvelines von ausgewählten<br />

Teilnehmern im Alltag getestet werden. Ein wichtiger Faktor<br />

war dabei von Anfang an die problemlose Verfügbarkeit von<br />

Strom. »Wir haben als Partner für diesen Bereich ein umfangreiches<br />

Netz aus Ladestationen zu Hause, am Arbeitsplatz,<br />

in Parkhäusern und öffentlichen Straßen aufgebaut«,<br />

berichtet Carl Tille. Rund 135 intelligente Ladestationen baute<br />

der französische Technologiekonzern allein in der Stadt<br />

Straßburg auf. Die Geräte erlauben das sichere »Betanken«<br />

von unterschiedlichen batteriebetriebenen Fahrzeugen und<br />

können in einem so genannten Smart Grid arbeiten.<br />

Darüber lässt sich Strom aus Erneuerbarer Energie gezielt<br />

abrufen. Durch die eingebaute Telekommunikationstechnik<br />

sind die Stationen zudem in der Lage, Autofahrer jederzeit<br />

über verfügbare Anlaufpunkte und den Aufladezustand zu<br />

informieren. So kann beispielsweise eine SMS darüber aufklären,<br />

dass die Fahrt mit voller Batterie weitergehen kann.<br />

»Es gibt in diesem Bereich eine Menge interessanter Zusatzdienste<br />

rund um das Thema Stromversorgung des Autos«,<br />

erklärt Tille. Denkbar sind beispielsweise Parkhäuser, in denen<br />

Kunden kostenlos während ihres Einkaufs Strom tanken<br />

können. Schneider Electric hat die verschiedenen Ladesituationen<br />

in Kategorien wie »Sleep and Charge«, »Park and<br />

Charge«, »Work and Charge« und »Coffee and Charge« unterteilt<br />

und dafür nicht nur technische Lösungen entwickelt,<br />

sondern auch Abrechnungs-, Nutzungs- und Marketingszenarien<br />

konzipiert.<br />

»Wenn wir den Elektroautos in Deutschland eine Chance<br />

geben wollen, müssen wir auch über das Management von<br />

Energie und natürlich auch über Abrechnungsmodelle reden.<br />

Nur dann sind die neuen Fahrzeuge auch wirklich mobil«,<br />

erläutert Rada Rodriguez, Country Präsidentin Schneider<br />

Electric Deutschland. »Einfach nur ein Stromkabel in die<br />

Garage ziehen - so trivial ist das Thema leider nicht.« Die<br />

Steckdosen von morgen werden auch deshalb mit den<br />

Modellen von heute nur noch wenig gemeinsam haben.<br />

Schneider Electric<br />

www.schneider-electric.com<br />

Evlink-Schnellladesäule<br />

48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49


Smarte Technologien - bridgingIT<br />

Smarte Technologien - bridgingIT<br />

Integration von eFahrzeugen<br />

in das Stromnetz<br />

Die Lösung: Intelligentes Lademanagement<br />

»Künftig werden mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig<br />

innerhalb eines Straßenzugs geladen. Dies führt zu Lastspitzen,<br />

die mit dem heutigen Stromnetz nur schwer auszugleichen<br />

sind. Deshalb ist es notwendig, Verfahren zu<br />

entwickeln, die eine intelligente Steuerung des Ladevorgangs<br />

sicherstellen.«<br />

Elektrisches Beratermobil der bridgingIT Bastian Baumgärtner 2011<br />

Elektromobilität wird in den kommenden Jahren einen erheblichen<br />

Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes leisten. Die<br />

Bundesregierung hat sich deshalb die Förderung der Elektromobilität<br />

auf die Fahnen geschrieben und das Ziel ausgegeben,<br />

bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche<br />

Straßen zu bringen. Die Reduktion des CO2-Ausstoßes kann<br />

aber nur verwirklicht werden, wenn neben der Verbreitung<br />

der Elektrofahrzeuge, der dafür benötigte Strom zu 100%<br />

aus Erneuerbaren Energiequellen bezogen wird. Daneben<br />

müssen die Anforderungen aller Marktteilnehmer beachtet<br />

werden und in ein intelligentes Gesamtkonzept eingebettet<br />

werden.<br />

Volatile Eigenschaften erneuerbarer Energiequellen bei<br />

großflächiger Stromerzeugung<br />

Anders als konventionelle Kraftwerke können Photovoltaik-<br />

Anlagen und Windkraftwerke nicht nach Bedarf an- und abgeschaltet<br />

werden, um die stabile Frequenz im Stromnetz<br />

zu sichern. Eine weitere Herausforderung für die Stabilität<br />

der Netze, vor allem im Bereich der Verteil- und Ortsnetze<br />

werden die Elektrofahrzeuge selbst sein. Jedes einzelne<br />

Elektrofahrzeug ist im Vergleich zu anderen Haushaltsverbrauchern<br />

ein großer Verbraucher. Wird das Ziel von einer<br />

Million Elektrofahrzeuge erreicht, werden künftig mehrere<br />

Elektrofahrzeuge gleichzeitig innerhalb eines Straßenzugs<br />

geladen. Dies führt - ähnlich wie die volatilen Eigenschaften<br />

der Erneuerbaren Energiequellen - zu Lastspitzen, die mit<br />

dem heutigen Stromnetz nur schwer auszugleichen sind.<br />

Deshalb ist es notwendig Verfahren zu entwickeln, die eine<br />

intelligente Steuerung des Ladevorgangs sicherstellen.<br />

Die Anforderungen der Marktteilnehmer müssen sinnvoll<br />

verbunden werden<br />

Um seine Stärken voll auszuspielen, müssen beim intelligenten<br />

Laden eine Vielzahl von Rahmenbedingungen einbezogen<br />

werden, zum Beispiel die Abfahrtszeit, die Situation<br />

des Netzes, sowie das Batterie-Management des Fahrzeugs.<br />

Diese können drei Interessengruppen zugeordnet werden:<br />

den Nutzern der Elektrofahrzeuge, den Automobilherstellern<br />

und den Energieversorgern/Netzbetreibern. Die Interessen<br />

der Nutzer sind klar: das Fahrzeug muss zum gewählten Zeitpunkt<br />

geladen und fahrbereit sein. Zusätzlich muss gewährleistet<br />

sein, dass ihm nach Beginn des Ladevorgangs eine<br />

Energiemenge als Notfallreserve zur Verfügung steht. Der Ladevorgang<br />

muss dabei transparent dargestellt und jederzeit<br />

von jedem Ort nachverfolgt werden können, zum Beispiel<br />

über ein Web-Portal inklusive einer App für das Smartphone.<br />

Im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit stimmen die Interessen<br />

der Automobilhersteller und Energieversorger überein.<br />

Manch andere Interessen widersprechen sich jedoch.<br />

Das Ziel der Automobilhersteller ist zum Beispiel die Lebensdauer<br />

der Fahrzeugbatterie durch eine Minimierung der<br />

benötigten Lade- und Entladevorgänge zu maximieren. Für<br />

die Energieversorger ist es hingegen wichtig über die Fahrzeugbatterie<br />

möglichst frei zu verfügen, um diese als Energiespeicher<br />

im Netz voll nutzen zu können. Einerseits können<br />

die Lastspitzen im Orts- und Verteilnetz abgemildert werden,<br />

andererseits kann aber auch ein Energieüberschuss bei starker<br />

Sonneneinstrahlung oder bei besonders guten Windverhältnissen<br />

in den Fahrzeugbatterien für einen potentiellen<br />

späteren Abruf zwischengespeichert werden.<br />

Intelligentes Lademangement ist bereits heute möglich<br />

Mit den Erkenntnissen, die man aus den Modellprojekten<br />

»IKT für Elektromobilität« gewonnen hat, kann man feststellen,<br />

dass die technische Umsetzung von intelligentem<br />

Lademanagement schon heute möglich ist. So ist ein intelligentes<br />

Lademanagement unter Einbeziehung der Kundenwünsche,<br />

basierend auf verschiedenen Ladeverfahren, wie<br />

zum Beispiel Min/Max- oder Preisinformationen, in Abstimmung<br />

zwischen Automobilhersteller und Energieversorger,<br />

erfolgreich konzipiert, implementiert und getestet worden.<br />

Ebenso zeigten die Modellprojekte, dass Nutzer bei Verwendung<br />

entsprechender Anreizkonzepte eine hohe Bereitschaft<br />

haben, intelligentes Laden zu nutzen. Die Fahrzeuge<br />

selbst lassen sich auch längst problemlos mit der Ladesäule<br />

verbinden und bei der Nutzung stehen die Elektrofahrzeuge<br />

zum Lastenausgleich im Netz zur Verfügung.<br />

Dem intelligenten Lademanagement stehen also nur geringe<br />

technische Hindernisse im Weg, denn die Akzeptanz<br />

der Nutzer von Elektrofahrzeugen ist eindeutig vorhanden.<br />

Schwieriger ist es, die unterschiedlichen Interessen von Automobilherstellern<br />

und Energieversorgern unter einen Hut zu<br />

bekommen. Da das CO2-Einsparungspotential der Elektromobilität<br />

nur dann im vollen Maße genutzt werden kann,<br />

wenn die Elektrofahrzeuge intelligent geladen werden und<br />

somit Erneuerbare Energiequellen netzverträglich integriert<br />

werden, ist es in den nächsten Jahren eminent wichtig eine<br />

Lösung zu finden, mit der die Interessen aller Stakeholder<br />

gewahrt bleiben.<br />

Es bleibt also spannend, wie sich der Markt künftig entwickeln<br />

wird. Klar ist allerdings heute, dass die Elektromobilität<br />

zukunftsweisend ist und wir in Deutschland<br />

weiterhin visionäre Konzepte und Ideen entwickeln müssen<br />

und progressive Entscheider benötigen, die diese Konzepte<br />

vorantreiben.<br />

Sven Lierzer<br />

BridgingIT GmbH<br />

www.bridging-it.de<br />

50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51


Smarte Technologien - Fraunhofer FOKUS<br />

Elektroautos intelligent<br />

vernetzt<br />

Wenn man an umweltbewusstes Fahren in der Stadt der Zukunft<br />

denkt, fallen den meisten wohl zuerst schadstoffarme<br />

Autos ein. Um die vorhandenen Ressourcen aber gleich von<br />

Anfang an ideal zu nutzen, ist für ein modernes Verkehrsmanagement<br />

eine intelligente Vernetzung notwendig. Wie<br />

können eFahrzeuge künftig beispielsweise so in den Straßenverkehr<br />

integriert werden, dass ein optimaler und möglichst<br />

umweltschonender Verkehrsfluss zustande kommt?<br />

Wie kann dabei sichergestellt werden, dass die Batterie<br />

auch für alle Tagesfahrten ausreicht? Fraunhofer FOKUS hat<br />

mit der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation ein System für intelligentes<br />

Verkehrs- und Fahrtenmanagement prototypisch<br />

umgesetzt. Die Autos kommunizieren dabei drahtlos und in<br />

Echtzeit über ihre Navigationssysteme oder das Smartphone<br />

im Wagen mit der Verkehrsmanagementzentrale.<br />

Dort laufen alle Emissionswerte, Standortdaten und Geschwindigkeiten<br />

der einzelnen Fahrzeuge anonymisiert zusammen<br />

und werden mit Informationen öffentlicher und zentraler<br />

Verkehrsstellen verrechnet. Die bidirektionale Kommunikation<br />

stellt dabei sicher, dass optimale Fahrempfehlungen<br />

sowohl individuell für den Fahrer als auch für die Gesamtverkehrssituation<br />

ausgegeben werden. So kann dem Fahrer<br />

eine optimale Reiseroute mitgeteilt werden, bei dem er nicht<br />

nur möglichst stromsparend durch die Stadt kommt, sondern<br />

am jeweiligen Ziel möglichst geschickt freie Stromtankstellen<br />

anfährt, um die Batterie zwischendurch aufzuladen.<br />

Diese Fahrzeug-zu-X-Anwendungen werden im großen Maßstab<br />

mit Hilfe der Simulationsumgebung VSimRTI entwickelt.<br />

Verkehrslage, Umwelt und Kommunikationsbedingungen<br />

werden hier realistisch nachgestellt.<br />

Bisher kommen die Entwicklungen vor allem noch in den Forschungsfahrzeugen<br />

zum Einsatz. Ein großangelegter Feldversuch<br />

von Fraunhofer FOKUS zusammen mit deutschen<br />

Automobilherstellern und Zulieferern zeigte aber bereits,<br />

dass die Fahrzeug-zu-X-Kommunikation technisch ausgereift<br />

ist. Schon jetzt gibt es Prototypen und Demonstratoren<br />

für Apps, Proof-of-Concepts und Technologiebewertungen -<br />

und an ihrer Zukunft wird weiter ehrgeizig gearbeitet.<br />

Dr. Ilja Radusch<br />

Fraunhofer-Institut für<br />

Offene Kommunikationssysteme FOKUS<br />

ilja.radusch@fokus.fraunhofer.de<br />

www.fokus.fraunhofer.de/go/mobilitaet<br />

ERSTE<br />

ELEKTRO<br />

FLOTTEN<br />

In Simulationsumgebungen können beliebige Fahrzeuge in<br />

realitätsnahen Verkehrssituationen erprobt werden<br />

bidirektionale kommunikation zwischen einzelnen Fahrzeugen<br />

und der Verkehrszentrale erlaubt punktgenaue Fahrempfehlungen<br />

Fuhrparks. Flottenmanagement. Erfahrungsberichte.<br />

52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53


ERSTE FLOTTEN - Zweirad-Industrie-Verband<br />

<br />

Rad fahren bewegt<br />

Knapp 20 Minuten benötigt Dr. Kayali für die fünf Kilometer<br />

von seiner Wohnung im Frankfurter Nordend zu seinem<br />

Arbeitgeber, einer Bank im Herzen der Mainmetropole. Bei<br />

den ganzen innerstädtischen Staus jeden Morgen eine reife<br />

Leistung. Aber Dr. Kayali ist nicht etwa ein besonders schneller<br />

Autofahrer oder kennt geheime Schleichwege, er besitzt<br />

gar kein Auto. Ein Trendsetter, das ist es, was Dr. Kayali ist,<br />

zumindest was sein Fortbewegungsmittel angeht, er fährt<br />

nämlich ein eBike.<br />

Damit ist er nicht allein unterwegs, so der Zweirad-Industrie-<br />

Verband (ZIV). Mehr als 800.000 eBikes, so die Schätzungen<br />

des ZIV, fahren derzeit auf Deutschlands Straßen. Damit<br />

nimmt die deutsche Fahrradindustrie eine Vorreiterrolle im<br />

Bereich der Elektrofahrzeuge ein. Allein der Anteil der eBikes<br />

sorgt dafür, dass das Ziel der Bundesregierung bis zum Jahr<br />

2020 rund 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen<br />

zu bringen nahezu erreicht ist.<br />

Und der Trend geht weiter. Für das Jahr 2011 schätzt der ZIV<br />

den Absatz auf 300.000 eBikes, was einem Plus von 50 Prozent<br />

gegenüber dem Jahr 2010 entspricht. »Mittelfristig kann<br />

das eBike einen Marktanteil von 15% des Fahrradmarktes in<br />

Deutschland erreichen«, so Siegfried Neuberger, Geschäftsführer<br />

des ZIV.<br />

Dass diese Zahlen und Schätzungen aus dem täglichen Leben<br />

stammen, verdeutlichen die Veränderungen in der Käuferstruktur.<br />

Waren es früher vorwiegend die sogenannten<br />

»Best Ager« die sich ein eBike zugelegt haben, so sind heute<br />

alle Altersklassen vertreten. Egal ob Mütter mit Kinderanhängern,<br />

Manager auf dem Weg zur Arbeit oder Tourenradler<br />

- das eBike ist allgegenwärtig. In den Niederlanden nutzen<br />

Polizei und Sanitätsdienste das eBike gar als Dienstfahrzeug.<br />

Auf der Suche nach einer Erklärung für diesen Boom<br />

stösst man immer wieder auf die »fünf Freunde« der Fahrradindustrie:<br />

Gesundheit - Mobilität - Individualität - Umweltschutz<br />

und natürlich die Kosten.<br />

54 Neue Mobilität<br />

»Die Menschen werden zunehmend sensibler für eine nachhaltige,<br />

gesunde und individuelle Mobilität. Außerdem suchen<br />

sie nach Alternativen zu den steigenden Benzinpreisen.<br />

Mit Kosten von wenigen Cent für eine Akkuladung und<br />

Reichweiten zwischen 30 und 100 Kilometern ist das eBike<br />

eine echte Alternative zum Auto - besonders auf Strecken bis<br />

5 Kilometer. Das man dabei noch seine Gesundheit fördert<br />

ist doch prima«, so Neuberger.<br />

Das eBike-Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Ein Sensor reagiert,<br />

wenn in die Pedale getreten wird, und die elektronische<br />

Steuerung sorgt dafür, dass der Motor Unterstützung<br />

bis 25 km/h liefert. Ein Versicherungskennzeichen braucht<br />

man bei einer Unterstützung bis 25km/h und gleichzeitigem<br />

Pedalantrieb nicht. Bis zu dieser Grenze ist das eBike rechtlich<br />

gesehen ein Fahrrad, was rund 95% aller eBike-Fahrer<br />

freut.<br />

Dass dem eBike-Markt große Chancen eingeräumt werden,<br />

skizziert das stetig steigende Interesse großer Konzerne.<br />

Egal ob Bosch, Porsche oder smart, sie alle sind mit eigenen<br />

Produkten dabei. Mit dem eBike hat die deutsche Fahrradindustrie<br />

einen Wachstumsmarkt geschaffen, der rundum<br />

für gute Stimmung sorgt.<br />

»Wir blicken der Zukunft positiv gestimmt entgegen, zumal<br />

im Bereich der Antriebs- und Batterietechnik aber auch beim<br />

Design ständig innovative Neuerungen auf den Markt kommen«,<br />

so Siegfried Neuberger auf einer Podiumsveranstaltung<br />

im Mai 2011 in Dresden.<br />

Gute Laune hat auch Dr. Kayali, der sich nach der Arbeit auf<br />

sein eBike schwingt und erneut dem Stau entgeht.<br />

Stephan Schreyer<br />

Zweirad-Industrie-Verband e.V.<br />

www.ziv-zweirad.de


Erste Flotten - Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />

Erste Flotten - Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />

Bodensee:<br />

Bürgermeister auf eBikes<br />

Die Technischen Werke Friedrichshafen sind eVorreiter<br />

Manfred Erne und Sebastian Dix auf Pedelecs der Technischen Werke Friedrichshafen<br />

Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen, und Alfred Müllner, Geschäftsführer der Technische Werke<br />

Friedrichshafen GmbH (TWF) bei der Eröffnung der Pedelec-Ladestation am 20. September 2011 in Friedrichshafen<br />

Pedelec-Förderprogramm, KommunalRad, eMobilitäts-Portal,<br />

Fahrrad- und Auto-Ladestation: Die Technischen Werke<br />

Friedrichshafen (TWF) am Bodensee sind findig, was eMobilitäts-Aktionen<br />

betrifft. Inzwischen radeln sogar die Bürgermeister<br />

der Partner-Gemeinden mitunter auf TWF-Rädern zu<br />

Amtsterminen. Der neueste Coup: Kürzlich eröffnete die TWF<br />

die erste Ladestation für eAutos, gemeinsam mit dem örtlichen<br />

Renault-Autohaus.<br />

Der Bürgermeister auf dem Pedelec - das hat im Sommer<br />

2011 bei manchem Ortstermin für Staunen gesorgt. Die TWF<br />

hatte ihren neun Partnerkommunen über den Sommer Pedelecs<br />

zur Verfügung gestellt. Die Aktion »KommunalRad«<br />

war ein voller Erfolg, wie Sebastian Dix, Leiter der TWF-<br />

Unternehmenskommunikation, erzählt: »Die Kommunen<br />

haben die eBikes erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert,<br />

die Räder waren fast täglich im Einsatz.« Die Nutzer - vom<br />

Amtsboten bis zum Bürgermeister - waren begeistert. Und<br />

auch die Bürger schätzten den Einsatz für umweltfreundliche<br />

Mobilität.<br />

Hervorragend angekommen ist auch das regionale Internetportal<br />

e-mobil-bodensee.de. Dort hat die TWF gemeinsam<br />

mit benachbarten Stadtwerken alle Elektromobilitätsaktivitäten<br />

im Bodenseekreis zusammengefasst und mit den Partnerkommunen<br />

verlinkt. Die TWF hat das System entwickelt<br />

und verkauft es nun weiter. Erster Kunde sind die Stadtwerke<br />

Konstanz, mit weiteren Stadtwerken wird verhandelt. So<br />

ist ein eMobilitäts-Netzwerk für die Bodenseeregion entstanden,<br />

das Urlauber wie Einheimische nutzen.<br />

Wo viele Menschen elektromobil unterwegs sind, da darf die<br />

Ladeinfrastruktur nicht fehlen. Im Herbst hat die TWF ihre<br />

Pedelec-Ladestation in Friedrichshafen eingeweiht, direkt<br />

an der Hafenpromenade am Bodensee und neben der Innenstadt.<br />

Jüngst kam eine Ladestation für Elektroautos in Markdorf<br />

dazu. An beiden Stationen kann man kostenlos tanken.<br />

»Geld verdienen wir damit derzeit ohnehin nicht«, so Sebastian<br />

Dix, Leiter der TWF-Unternehmenskommunikation. »Für<br />

uns ist das ein Service- und Innovationsthema.«<br />

Angefangen hat die TWF ihre Elektromobilitätsaktivitäten im<br />

Frühjahr 2010 mit drei firmeneigenen Pedelecs und einem<br />

Förderprogramm. Manfred Erne, Projektkoordinator bei der<br />

TWF, erinnert sich noch gut an das mitleidige Lächeln mancher<br />

Mitarbeiter beim eBike-Schnuppernachmittag.<br />

»Ich setz mich doch nicht auf so ein Oma-Rad«, mokierten<br />

sich passionierte Biker und Autofahrer einmütig. Erne lächelt:<br />

»Aber alle sind mit einem breiten Grinsen von der Probefahrt<br />

zurückgekommen.«<br />

Auch das Förderprogramm kommt sehr gut an - in der 58.000-<br />

Einwohner-Stadt Friedrichshafen mit hohem Industrieanteil<br />

im Bereich Auto-Zulieferung war das einem solchen Programm<br />

nicht in die Wiege gelegt. Doch knapp zwei Jahre<br />

später hat die TWF über 180 Räder gefördert. Die Förderung<br />

erhalten nur TWF-Kunden, die ihr eBike bei einem der regionalen<br />

Partnerhändler kaufen. »So holen wir den Handel mit<br />

ins Boot«, erklärt Dix. »Wir wollen ja keine Internet-Shops<br />

irgendwo fördern.«<br />

Die eigenen Räder stehen derweil nicht still: Die Mitarbeiter<br />

nutzen die eBikes für Dienstfahrten in die Innenstadt<br />

oder zu Baustellen. Dix fährt zu Pressekonferenzen mit dem<br />

Fahrrad. Und auch im »kombinierten Verkehr« hat sich das<br />

eBike bewährt, wie Erne erzählt: Termine in Konstanz, also<br />

am anderen Ufer des Bodensees, waren zuvor mehr als eine<br />

Autostunde entfernt. Inzwischen radeln Erne und seine Kollegen<br />

mit dem Pedelec zum Schnellschiff Katamaran, das<br />

seit wenigen Jahren Friedrichshafen und Konstanz verbindet,<br />

nehmen das Rad mit aufs Schiff und radeln auf der anderen<br />

Seite bequem und umweltfreundlich zu ihren Terminen.<br />

»Die Räder haben sich bestens bewährt«, resümiert Dix. Und<br />

sie werden »richtig« eingesetzt. Was das bedeutet, erklärt<br />

Dix so: »Erstens: Die Pedelec-Fahrten ersetzen Autofahrten.<br />

Und zweitens: Der Ladestrom ist aus erneuerbaren Quellen.«<br />

Nur so entlaste eMobilität wirklich Klima und Umwelt.<br />

Für ein Stadtwerk seiner Größe ist die TWF sehr aktiv. »Das<br />

ist nur möglich, weil wir uns sinnvoll vernetzen«, erklärt Erne.<br />

Und Dix umreißt die Philosophie der TWF: »Wir wollen verschiedene<br />

Zielgruppen erreichen und funktionierende Systeme<br />

aufbauen. Das geht nur mit hervorragenden Netzwerken«,<br />

so der Pressesprecher: »Es reicht nicht, sich ein eAuto<br />

zu kaufen und zu behaupten, man mache nun eMobilität.«<br />

Die TWF »lebt Integration und Vernetzung« (Dix) und hat sich<br />

in Sachen eMobiltät als Vorreiter etabliert. Das liegt auch daran,<br />

dass die Aktivitäten in die gesamte Markenphilosophie<br />

eingebaut wurden. Die TWF bietet seit mehr als zehn Jahren<br />

Strom aus Wasserkraft für alle Privatkunden ohne Preisaufschlag<br />

- natürlich fließt auch in den Ladestationen »Aqua-<br />

Strom«. Außerdem betreibt das Stadtwerk den Stadtbus,<br />

die Bodensee-Oberschwaben-Bahn und die Katamaran-<br />

Verbindung nach Konstanz. »eMobilität verbindet alle diese<br />

ökologischen Ansätze miteinander. Und es bringt uns neue,<br />

interessante Partnerschaften.«<br />

Sebastian Dix<br />

Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />

www.twf-fn.de<br />

56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57


Erste Flotten - E-Wolf<br />

Erste Flotten - e-wolf<br />

eFahrzeuge effizient nutzen<br />

Elektromobilität lohnt sich im Bereich Nutzfahrzeuge und Flottenlösungen<br />

Dieser batterieelektrische Kleinbus kann bis zu sieben Personen befördern<br />

eingesetzt werden. Basierend auf dieser Analyse können folgende<br />

Anwendungsbereiche identifiziert werden:<br />

Innerstädtische Logistik<br />

Der innerstädtische Verteilerverkehr eignet sich aus vielerlei<br />

Hinsicht für den Einsatz von Elektronutzfahrzeugen.<br />

Erstens sind die Fahrzeuge tagsüber häufig im Start-Stopp-<br />

Betrieb unterwegs, da der Zusteller sehr oft parkt um seine<br />

Waren auszuliefern.<br />

Zweitens kehren die Lieferwagen abends meist wieder zum<br />

Depot zurück und können dort theoretisch geladen werden.<br />

Drittens werden die Fahrzeuge regelmäßig, also mindestens<br />

sechs Tage die Woche bewegt, welches eine hohe Laufleistung<br />

garantiert. »Kurier-, Express- und Paketdienste legen<br />

im Innenstadtbereich täglich in der Regel nicht mehr als 50<br />

Kilometer zurück. Über Nacht steht die Mehrheit der Fahrzeuge«,<br />

so Marten Bosselmann, Geschäftsführer des Bundesverbands<br />

Internationaler Express- und Kurierdienste e.V.<br />

(BIEK).<br />

Liefer- und Personenverkehr auf abgeschlossenen Arealen<br />

Der Verkehr auf abgeschlossenen Arealen wie z.B. auf dem<br />

Flughafen oder in einem Industriepark ist prädestiniert dafür<br />

durch elektrischen Verkehr ersetzt zu werden. Routenabläufe<br />

sind klar kalkulierbar, wiederkehrend und regelmäßig.<br />

»Die meisten unserer Fahrzeuge verlassen das Werksgelände<br />

nicht, fahren im Durchschnitt nicht mehr als 60 Kilometer<br />

pro Tag und stehen über Nacht«, so Manfred Bennek, Leiter<br />

Fuhrpark - Werkslogistik Henkel AG & Co. KGaA.<br />

Pflegedienste, Essen auf Rädern und Personentransporte<br />

werden tagtäglich von sozialen Diensten durchgeführt. Da<br />

deren Klientel besonders sensibel auf Abgas- und Geräuschemissionen<br />

reagiert, ist das Elektronutzfahrzeug ein ideales<br />

Arbeitsgerät für soziale Dienste. Auch hier bewegen sich<br />

die Fahrzeuge in einem regional begrenzten Einsatzgebiet,<br />

werden aber regelmäßig, oft sogar sieben Tage die Woche<br />

eingesetzt.<br />

Die exemplarisch vorgestellten Anwendungsgebiete belegen,<br />

dass eFahrzeuge schon seit 2011 einsetzbar sind. Für die<br />

identifizierten Anwendungsprofile bietet e-Wolf schon heute<br />

mit den eNutzfahrzeugen Delta 2 und Omega 0.7 einen<br />

7-sitzigen Kleinbus für den Personentransport bzw. einen<br />

Kleintransporter mit Platz für zwei Euro-Paletten bzw.<br />

660 kg Zuladung an. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern<br />

und der Möglichkeit zur DC-Schnellladung ist das Fahrzeug<br />

innerhalb von 60 Minuten zu 80% geladen und erlaubt<br />

so sogar Tagesfahrleistungen bis zu 500 Kilometern bzw.<br />

einen Flottenbetrieb. Durch die Langlebigkeit der Lithium-<br />

Keramik-Batterie, die zu erzielenden Jahresfahrleistungen,<br />

die geringen Wartungskosten, die geringen Energiekosten<br />

von ca. 3 Euro pro 100 Kilometer und Steuerfreiheit entwickelt<br />

sich das Elektronutzfahrzeug auch wirtschaftlich zur<br />

Alternative. Gerade für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen<br />

bietet es sich an, diese zu nutzen und von den<br />

ökonomischen wie ökologischen Vorteilen zu profitieren. In<br />

diesem Zusammenhang spielt für sie sicher auch der Image-<br />

Gewinn eine große Rolle.<br />

Die Weltbevölkerung wächst und wird sich künftig in urbanen<br />

Ballungsräumen konzentrieren. Daher kann sicher prognostiziert<br />

werden, dass es zu einem Anstieg des Individualund<br />

Wirtschaftsverkehrs in Ballungszentren kommen wird.<br />

Der Verkehrsanstieg wird eine Steigerung der Abgas-, Feinstaub-<br />

und Lärmbelastungen im Innenstadtbereich zur<br />

Folge haben. Städte stehen nun vor der Herausforderung<br />

strengere Klimaschutzziele erfüllen zu müssen und einen<br />

angenehmeren Lebensraum für ihre Einwohner zu schaffen.<br />

Elektrofahrzeuge können einen Beitrag zur Erreichung dieser<br />

Ziele leisten.<br />

Ein wesentlicher Nutzen von Elektrofahrzeugen resultiert aus<br />

der lokalen Emissionsfreiheit der Fahrzeuge. Dabei sind neben<br />

der Lärmreduktion vor allem die mit dem Abgas von Verbrennungsfahrzeugen<br />

verbundenen Emissionen bedeutend.<br />

Im Abgas finden sich heute selbst bei Fahrzeugen der Euro-<br />

5-Abgasnorm neben CO2 vor allem umweltschädliche Stickoxide,<br />

Feinstäube und nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe.<br />

Interessanterweise wird proportional gesehen der Großteil<br />

der Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffoxid-Emissionen durch<br />

Wirtschaftsverkehr verursacht. Obwohl der Anteil der Nutzfahrzeuge<br />

am Verkehrsaufkommen in der City lediglich ca.<br />

20% beträgt, sind sie Verursacher von ca. 50% der Umweltbelastungen.<br />

Die positive Wirkung von Elektrofahrzeugen im Hinblick auf<br />

die Vermeidung von schädlichen Emissionen steht in direkter<br />

Verbindung mit der Gesamtjahresfahrleistung. Das heißt<br />

ein Elektrofahrzeug mit hoher Jahresfahrleistung leistet einen<br />

größeren Beitrag zur Reinheit der Luft als ein Elektrofahrzeug<br />

mit einer niedrigen Jahresfahrleistung. Natürlich<br />

nur unter der Prämisse, dass das Elektrofahrzeug ein konventionelles<br />

Fahrzeug in einer bestimmten Anwendung substituiert<br />

und nicht zusätzlich zu diesem im Einsatz ist.<br />

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Effizienz der Fahrzeuge.<br />

Der Wirkungsgrad des elektrischen Antriebs ist mit 80 bis<br />

90% um den Faktor drei bis vier größer als der eines Verbrennungsfahrzeugs.<br />

Zusätzlich sind Elektrofahrzeuge kaum<br />

anfällig bei Start-Stopp-Intervallen oder im Teillastbereich.<br />

Den optimalen ökologischen und ökonomischen Nutzen<br />

realisieren Elektrofahrzeuge, wenn sie als Nutzfahrzeuge mit<br />

hoher Jahresfahrleistung in urbanen Bereichen mit häufigen<br />

Start-Stopp-Intervallen rund um einen fixen Ladepunkt<br />

Eine besonders sinnvolle Ergänzung stellt die Kombination<br />

von Elektronutzfahrzeugen und Naturschutz- beziehungsweise<br />

Kurgebieten dar. Dadurch dass die Fahrzeuge praktisch<br />

emissionsfrei und lautlos fahren, eignen sie sich besonders<br />

gut, um Besucher durch diese besonders sensiblen<br />

Landschaften zu chauffieren.<br />

Technischer Service und Soziale Dienste<br />

Viele Dienstleistungen sind nötig um einen Ort in Stand zu<br />

halten, Müll muss abgeholt, Hecken müssen geschnitten<br />

und Straßen sauber gemacht werden. Diese Tätigkeiten lassen<br />

sich ebenfalls exzellent durch ein Elektronutzfahrzeug<br />

erledigen, welches durch sein hohes und konstantes Drehmoment<br />

auch schwere Lasten problemlos transportieren<br />

kann. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Nutzung von elektrischen<br />

Nutzfahrzeugen für den Technischen Service beim<br />

Kunden. Die Fahrzeuge sind viel unterwegs, allerdings oft<br />

nur innerstädtisch und ihre Fahrer verbringen relativ gesehen<br />

viel Zeit beim Kunden.<br />

»Ein großer Teil unserer Nutzfahrzeuge die im Großraum<br />

Köln z.B. im technischen Service eingesetzt werden, legen<br />

täglich nicht mehr als 100 Kilometer zurück und kehren nach<br />

Ende der Schicht wieder ins Depot zurück«, so Jörn Hansen,<br />

Projektleiter E-Mobility, RheinEnergie AG.<br />

Fabian Krohn<br />

e-Wolf GmbH<br />

www.ewolf-car.com<br />

Der Omega 0.7 bietet z.B. Platz für zwei Euro-Paletten<br />

58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59


erste flotten - Leaserad<br />

Jetzt anmelden!<br />

www.battery-power.eu<br />

Standardisierung<br />

der Ladeinfrastruktur<br />

Praktische Lösungen für das Laden von Pedelecs<br />

Vollautomatisiertes Pedelec-Verleihsystem Frankfurt<br />

SchlieSSfachschrank in Offenburg<br />

BATTERIETAGUNG 2012<br />

Batterietag NRW und<br />

Fachtagung Kraftwerk Batterie<br />

5. – 7. März 2012<br />

Messe und Congress Centrum<br />

Halle Münsterland, Münster<br />

www.battery-power.eu<br />

Momentan herrscht in Deutschland im Bereich Elektromobilität<br />

eine enorme Schieflage. Auf aktuell ca. 3.000 zugelassene,<br />

elektrisch angetriebene Pkw kommen etwa 1.500<br />

zugängliche Ladesäulen. Für die annähernd 1 Mio. eBikes<br />

gibt es maximal ein paar Dutzend Lademöglichkeiten im öffentlichen<br />

Raum, die den Namen Ladesäule verdienen. Im<br />

Gegensatz zum Pkw brauchen eBikes jedoch viel mehr als<br />

nur eine Steckdose.<br />

In Bezug auf die Ladung gibt es zwischen eAutos und eBikes<br />

große Unterschiede. So führen Erstere ihr Ladegerät immer<br />

mit sich und eine frei zugängliche Steckdose reicht in der<br />

Regel zur Wiederaufladung des Akkus. Beim eBike hingegen<br />

muss der Nutzer sein Ladegerät explizit mitnehmen und in<br />

seinem Gepäck unterbringen. Selbstverständlich kann er<br />

sein Rad damit auch an jeder Steckdose aufladen, riskiert<br />

dabei jedoch den Diebstahl seines Ladegerätes. Wenn zum<br />

Laden der Akku herausgenommen werden muss, riskiert er<br />

sogar den Verlust des teuren Energiespeichers. Darüber hinaus<br />

sind die Ladegeräte meist nicht für den Außengebrauch<br />

zugelassen und das Nichtbeachten führt zum Garantieverlust.<br />

Die momentan mehr als 70 verschiedenen Ladestecker<br />

von annähernd 100 Marken haben zwar oft gleiche Stecker,<br />

arbeiten aber mit zum Teil nicht kompatiblen Steckerbelegungen<br />

oder unterschiedlichen Spannungen. Durch falsches Anschließen<br />

riskiert der Nutzer hier nicht nur eine Fehlfunktion,<br />

sondern auch Akku-Beschädigungen bis hin zu Akkubränden.<br />

Durch die rasante Verbreitung von eBikes steigt der Bedarf<br />

an einer praktischen Lösung. Doch all diejenigen, die gute<br />

Rahmenbedingungen für ganz oder teilweise elektrisch angetriebene<br />

Fahrzeuge schaffen müssen oder wollen, stehen<br />

vor dem gleichen Problem: es gibt (noch) keinen Standardstecker,<br />

der eine einfache und universelle Ladeinfrastruktur<br />

ermöglichen würde. Der momentan einzige Lösungsweg<br />

ist der Einsatz spezifischer Ladeinfrastruktur.<br />

So wurden im zurückliegenden Jahr einige interessante Konzepte<br />

bereits in die Realität umgesetzt. In Frankfurt feierte im<br />

Sommer 2011 das deutschlandweit erste vollautomatisierte<br />

Pedelec-Verleihsystem Premiere. An mehreren Stationen<br />

können registrierte Benutzer Pedelecs komplett automatisch<br />

ausleihen. Das Pedelec ist dabei in einer Dockingstation<br />

fixiert, wodurch die Akkus vollautomatisch aufgeladen<br />

werden und das Rad ebenfalls automatisch sicher verriegelt<br />

wird. Die Stadt Offenburg hat einen etwas universelleren<br />

Weg beschritten, indem sie einen Schließfachschrank im öffentlichen<br />

Raum anbietet, der neben herkömmlichen Steckdosen<br />

auch Ladegeräte für die drei gängigsten Akkutypen<br />

bereitstellt.<br />

Einen viel universelleren Weg will das Konsortium Energy-<br />

Bus in den nächsten Jahren realisieren. Ein standardisiertes,<br />

nicht proprietäres Steckersystem in Kombination mit<br />

einem ebenfalls standardisierten Kommunikationsprotokoll<br />

auf CAN Open Basis regelt die Kommunikation zwischen<br />

Ladegerät, Akku und Steuerelektronik und soll damit<br />

den Herstellern einen ähnlichen Ansatz ermöglichen,<br />

wie der USB-Stecker in der Computerindustrie. Damit<br />

können in Zukunft Pedelecs unterschiedlichster Hersteller<br />

an jeder mit EnergyBus-Stecker ausgerüsteten Ladesäule<br />

geladen werden. Die Akteure des Konsortiums, darunter<br />

Panasonic, Bosch, Philips und Rosenberger, möchten mit<br />

ihrem Engagement die Ladeinfrastruktur vereinheitlichen<br />

und damit automatisch auch kostengünstiger und vor allen<br />

Dingen sicherer machen. Erste Produkte mit diesem<br />

System sollen in diesem Jahr auf den Markt kommen.<br />

Fachleute sind sich einig, dass eine einheitliche Ladeinfrastruktur<br />

dem Pedelec und damit der gesamten Elektromobilität<br />

in unserem Lande enormen Auftrieb geben wird.<br />

Ulrich Prediger // LeaseRad GmbH<br />

ulrich.prediger@leaserad.de<br />

www.leaserad.de<br />

Institutfür Stromrichtertechnik<br />

und Elektrische<br />

Antriebe<br />

60 Neue Mobilität


erste flotten - Energieversorgung Sylt<br />

Erste Flotten - Erfahrungsbericht Dr. Michael Krämer<br />

Sylt wird elektromobil<br />

Weg vom Energieversorger - hin zum Energiedienstleister<br />

Elektromobilität in der Wüste<br />

Ein Kommentar von Dr. Michael Krämer<br />

EVS-Mitarbeiter Stefan Klaus tankt 100 Prozent Ökostrom<br />

Elektromobilität in der Wüste: Dr. Michael Krämer mit seinem Tazzari Zero vor dem Burj Al Arab<br />

Die Energieversorgung Sylt GmbH (EVS) setzt sich schon<br />

lange mit dem Thema Umweltschutz auseinander. Sie leistet<br />

neben ökologischen Angeboten für die Energieversorgung<br />

mit der Errichtung der EVS-Umweltstation (Erdgas und Strom<br />

als »Fahrenergie«) auch in der Mobilität ihren Beitrag zur Reduzierung<br />

des umweltschädlichen Treibhausgases CO 2.<br />

Am 22. November 2011 traf der Förderbescheid des Bundesministeriums<br />

für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für das<br />

Verbundprojekt »econnect Germany«, an dem auch EVS beteiligt<br />

ist, ein. Mit diesem Förderprojekt wird EVS gemeinsam<br />

mit zwölf weiteren kommunalen Partnern in den nächsten<br />

zwei Jahren ein Pilotprojekt für die praktische Umsetzung<br />

der Elektromobilität starten.<br />

Als der Infrastrukturbetreiber für die Lieferung von sauberer<br />

Energie wird EVS dieses Projekt mit innovativen Ideen,<br />

praktischer Anwendung und mit ihrer dienstleistungsorientierten<br />

Ausrichtung auf der Insel vorantreiben. Der Einsatz<br />

von erneuerbar erzeugtem Strom ist Grundvoraussetzung<br />

bei der Vermarktung von Elektrofahrzeugen.<br />

EVS ist es ein großes Anliegen die einmalige, größtenteils<br />

geschützte Natur auf Sylt zu erhalten, beziehungsweise die<br />

Begleiterscheinungen, die ein Tourismus mit sich bringt,<br />

zu verbessern. Der Straßenverkehr in der Hauptsaison ist<br />

enorm. Mit dem Einsatz von Elektromobilität kann die Mobilität<br />

erhalten und die Umgebung besser geschützt werden.<br />

Die räumlich begrenzte Insellage bietet dafür optimale Bedingungen.<br />

EVS setzt ihre Schwerpunkte besonders in den<br />

Bereichen Tourismus und Home-Charging. Durch die strategisch<br />

günstige Standortwahl der Ladesäulen zum Beispiel in<br />

Westerland, List und Hörnum soll das Vertrauen der Anwender<br />

in die neue Technik gestärkt werden.<br />

Im Vordergrund des Projektes stehen Lösungsansätze, die<br />

sich wirtschaftlich und praktisch am Kunden orientieren. Mit<br />

der Integration der kommunalen Dienstleistungsunternehmen,<br />

des Hotelgewerbes und der Autovermieter entsteht ausreichend<br />

Potential, um diese in einem Projekt einzubinden.<br />

EVS sieht in der Projektumsetzung große Chancen mit diesem<br />

doch auch sehr emotional besetzten Thema eine weitere<br />

Dienstleistung anbieten zu können und somit die energiegebundene<br />

Produktpalette zu erweitern. In dem zunehmend<br />

schwieriger werdenden Markt bieten sich mit solchen Projekten<br />

neue Chancen für Energieversorgungsunternehmen.<br />

Zumal sie historisch bedingt große Erfahrungen im Umgang<br />

mit Schaffung und Unterhaltung von Infrastruktur haben.<br />

Weg vom Energieversorger - hin zum Energiedienstleister.<br />

Georg Wember // Geschäftsbereichsleiter Energienetze<br />

Energieversorung Sylt GmbH<br />

www.energieversorgung-sylt.de<br />

Ein Elektrofahrzeug in Deutschland zu besitzen ist wohl<br />

noch immer etwas extravagant. Ein Elektrofahrzeug unter<br />

der Sonne Dubais ist, nun ja.. ein wenig exotisch. Und so<br />

bin ich dann auch der einzige Nutzer eines Elektrofahrzeugs<br />

weit und breit. Das macht das Ganze durchaus interessant.<br />

Elektromobilität ist kein großes Thema in Dubai oder dem<br />

Mittleren Osten generell. Öl ist in den meisten Ländern der<br />

Region im Überfluss vorhanden und Benzin darüber hinaus<br />

hochsubventioniert. Das resultiert in Benzinpreisen die kaum<br />

einem Fünftel der deutschen Preise entsprechen. Importiert<br />

werden vorwiegend die hubraumstärksten Varianten aller<br />

Fahrzeugklassen. Dies erfreut Einheimische, die gern mit<br />

großen Karossen beeindrucken ebenso wie Heerscharen von<br />

Expats, die entfesselt von heimischen Benzinpreisen endlich<br />

einmal erfahren wollen, wie sich 20 Liter Verbrauch wohl anfühlen.<br />

Es ist höchste Zeit für etwas Abwechslung.<br />

Ich fahre einen Tazzari Zero. Ich habe das Fahrzeug gewählt,<br />

da es bereits im letzten Jahr verfügbar war, preislich im Rahmen<br />

blieb, mit realistischen 80 bis 100 Kilometern über eine<br />

akzeptable Reichweite verfügt und mit 100 km/h Höchstgeschwindigkeit<br />

auch alltagstauglich ist.<br />

Hier in den Emiraten sorgt mein Wagen für Erstaunen. Ich<br />

kann kaum zählen, wieviele Male ich schon nach dem Hubraum<br />

meines Autos gefragt worden bin. Meine Antwort, dass<br />

der Wagen weder Hubraum noch Tank aufzuweisen hat, führt<br />

immer wieder zu verlegenem Grübeln. Es gibt aber durchaus<br />

auch viele, die vom Konzept eines Elektrofahrzeugs schon<br />

gehört haben und es prinzipiell begrüßen. Und so gestaltet<br />

sich auch nahezu jede Fahrt mit dem Wagen ins Büro zum<br />

Ausflug. Wildfremde Leute in großen SUV geben mir ein<br />

enthusiastisches »Thumbs Up« oder fragen bei voller Fahrt<br />

und geöffnetem Fenster gleich, ob es den Wagen wohl auch<br />

hier in den Emiraten zu kaufen gäbe. Auch die Medien zeigen<br />

sich interessiert. Bislang hat wohl jedes namhafte Automagazin<br />

hier in der Region über den Wagen berichtet und<br />

auch ein nationaler TV-Sender kam schon vorbei, um über<br />

den komischen Deutschen mit seinem eMobil zu berichten.<br />

Was die Zukunft bringt? Wer weiß? Der allzu verschwenderische<br />

Umgang mit Ressourcen wird auch hierzulande langsam<br />

zum Problem. Die Klagen staatlicher Ölgesellschaften,<br />

die zum Verkauf ihres Benzins zu Preisen unter Selbstkosten<br />

gezwungen sind, werden immer lauter. Der Kostendruck<br />

wächst und mit ihm letztlich wohl auch der Benzinpreis. Mich<br />

kümmert das eigentlich recht wenig.<br />

Dr. Michael Krämer<br />

Senior Associate // Taylor Wessing (Middle East) LLP<br />

www.taylorwessing.com<br />

62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63


erste flotten - Derby cycle<br />

eBikes<br />

Vorreiter der Branche<br />

Interview mit Mathias Seidler, Vorstandsvorsitzender der Derby Cycle AG<br />

Bedingt durch Diskussionen rund um Klimawandel, alternative<br />

Stadtkonzepte oder urbane Mobilität gewinnt das Thema<br />

eMobilität zunehmend an Aufmerksamkeit und Bedeutung<br />

in Medien, Politik und Wirtschaft. Forderungen nach<br />

Konzepten und Lösungen werden laut. Die Fahrradbranche<br />

setzte früh auf das Thema und ist heute Vorreiter im Bereich<br />

der Neuen Mobilität.<br />

Wie weit ist Elektromobilität in der Fahrradbranche bereits<br />

umgesetzt?<br />

Die Fahrradbranche hat bereits heute funktionierende, alltagstaugliche<br />

eMobilitätssysteme. Im Vergleich dazu befinden<br />

sich andere Branchen noch in der Testphase. Wir sind<br />

der festen Überzeugung, dass Elektromobilität nicht bedeuten<br />

kann, das heutige Mobilitätskonzept zu kopieren<br />

und lediglich Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren<br />

zu ersetzen. Wir müssen unsere Mobilität neu gestalten.<br />

Durch eBikes erfährt gesellschaftliche Mobilität eine völlig<br />

neue Bedeutung. Als leichte Fahrzeuge werden eBikes<br />

den Ansprüchen der innerstädtischen Mobilität angesichts<br />

Parkplatzproblematik und Staus voll gerecht. Dazu setzt die<br />

Fahrradindustrie auf intermodale Mobilität. Reisen Sie zum<br />

Beispiel mit eBike und Bahn, sind Sie bereits heute auch<br />

überregional elektromobil unterwegs.<br />

Markennamen Kalkhoff aktuell 27 verschiedene Modelle im<br />

Angebot. Hier findet also jeder Kunde das für ihn passende<br />

eBike in unterschiedlichen Preiskategorien. Rückmeldungen<br />

von Endverbrauchern finden längst Berücksichtigung in den<br />

neuesten Generationen und sorgen für noch mehr Individualität<br />

und Kundenzufriedenheit.<br />

Welche großen Innovationen gab es in diesem Jahr?<br />

Highlight in diesem Jahr ist das von uns selbst entwickelte<br />

Antriebssystem Impulse, das auf dem Markt für Furore sorgte<br />

und nach seinem Verkaufsstart bereits nach einem Tag<br />

ausverkauft war. Mit der Weltneuheit kombinieren wir unter<br />

anderem bei Kalkhoff erstmals ein besonders komfortables<br />

Mittelmotor eBike mit der gewohnten, sicheren Rücktrittbremse<br />

oder einer Freilaufnabe. Wir sind uns sicher, mit<br />

dem Kalkhoff Impulse eine wichtige und große Zielgruppe<br />

anzusprechen und sehen in diesem neuen Antrieb die Möglichkeit,<br />

viele Neulinge von den eBike-Vorteilen zu überzeugen.<br />

Große Innovationen gibt es auch im Akkubereich.<br />

Mit Reichweiten von bis zu 180 Kilometer pro Akku-Ladung<br />

werden heute die üblichen Wegstrecken im Nutzerverhalten<br />

von Fahrradfahrern, aber auch von vielen Autofahrern sicher<br />

abgedeckt.<br />

Wie entwickelt sich der Markt für eBikes?<br />

Der Markt wächst weiter kontinuierlich. Unsere Marke Kalkhoff<br />

ist hier gemessen am Umsatz klarer Marktführer. Insgesamt<br />

verkaufte Derby Cycle in den ersten neun Monaten<br />

2010/2011 73.000 eBikes - 85% mehr als im vergleichbaren<br />

Vorjahreszeitraum. Die Verkaufszahlen von eBikes und Pedelecs<br />

in Deutschland beliefen sich allein im Jahr 2010 auf<br />

rund 200.000. Für das aktuelle Jahr rechnet der Zweirad-<br />

Industrie-Verband mit 300.000 verkauften eBikes und Pedelecs.<br />

Auch wir prognostizieren eine erhebliche Steigerung<br />

der Verkaufszahlen im eBike Segment. Treiber der Entwicklung<br />

sind neben immer längeren Akkulaufzeiten vor allem<br />

auch die große Produktvielfalt. So haben wir allein unter dem<br />

Interviewpartner<br />

Mathias Seidler<br />

Kontakt<br />

Arne Sudhoff<br />

Derby Cycle AG<br />

www.derby-cycle.de<br />

Ursula Holl – Allianz Kundin seit 2009,<br />

Fußball-Welt- und Europameisterin<br />

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64 Neue Mobilität QR-Code abfotografieren und Film ansehen.<br />

Neue Mobilität 65


Erste Flotten - Piet Herbertz<br />

Erste Flotten - Mosolf<br />

Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing<br />

»Insbesondere der elektrische Zweiradmarkt ist ein guter Einstieg in die Neue Mobilität, der bei uns in Deutschland im Gegensatz<br />

zu beispielsweise China noch sehr schwach entwickelt ist. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir Projekte wie Velovolt<br />

selbstverständlich sehr gern und freuen uns auch auf eine rege Teilnahme unserer Mitglieder.«<br />

Mit einem Klick zum eBike-<br />

Händler Ihres Vertrauens<br />

Mosolf<br />

Zwei Ziele und ein Weg<br />

Interview mit Piet Herbertz von Velovolt<br />

Innovationspartner für Mobilitätslösungen<br />

Wie ist die Idee für Velovolt entstanden?<br />

Velovolt ist in erster Linie ein unabhängiges eBike-Händlerverzeichnis<br />

mit stark lokalem Fokus. Die Internet-Plattform<br />

Velovolt.de bringt Fachhändler und Interessenten aus der<br />

gleichen Nachbarschaft zusammen. Die Idee für Velovolt entstand<br />

infolge einer Projektarbeit der Universität der Künste<br />

Berlin in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband<br />

eMobilität. Sechs Studenten (darunter ich) entwickelten hier<br />

bis Frühsommer 2011 ein kommunikationsstrategisches Konzept<br />

zur Positionierung eines eBike-Fachhändlers in Berlin<br />

Mitte. Während der Projektzeit erhielt ich viele Einblicke in<br />

die Dynamik des stationären Fahrradhandels und das kommunikative<br />

Zusammenspiel von Herstellern und Händlern.<br />

Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass ein Großteil<br />

der Radhändler in Sachen Kommunikation stark von ihren<br />

Zulieferern abhängen. Eigenes Marketing findet - von Großfilialisten<br />

mal abgesehen - meist im Rahmen begrenzter Möglichkeiten<br />

statt. Auf der anderen Seite herrscht auf Konsumentenseite<br />

großer Informationsbedarf. Noch immer haben<br />

die wenigsten Radfahrer in Deutschland jemals auf einem<br />

Pedelec gesessen. Gleichzeitig ist der Kauf eines Premium-<br />

Produktes absolute Vertrauenssache.<br />

Welche Vorteile bietet Velovolt eBike-Händlern und Käufern?<br />

Velovolt will Händler und Wissbegierige auf vertrauenswürdiger<br />

Basis zusammenbringen. Daher bieten wir für Händler<br />

zunächst einmal eine kostenlose Plattform, um sich im Internet<br />

zu präsentieren. Die redaktionelle Aufbereitung eines<br />

kurzen Händlerprofils wird dabei von uns übernommen. Mit<br />

der Velovolt-Suche können Besucher mit nur einem Klick sehen,<br />

welche Händler in ihrer Nähe verzeichnet sind, um eine<br />

Probefahrt oder ein Gespräch zu vereinbaren. Das Händlerprofil<br />

und die Bewertungen anderer Kunden dienen als<br />

Grundlage zur Entscheidung über einen Besuch vor Ort. Zusätzlich<br />

informiert der kostenlose Velovolt-Infoservice über<br />

bundesweite oder regionale eBike-News.<br />

Was können wir künftig noch von Velovolt erwarten?<br />

Zukünftig soll Velovolt Stück für Stück um nützliche Funktionen<br />

erweitert werden. So ist zum Beispiel ein Veranstaltungskalender<br />

geplant, in welchem Händler anstehende<br />

Produkt-Präsentationen, Abverkaufs-Aktionen, Workshops,<br />

organisierte Radtouren usw. eintragen können. Auch dieser<br />

wird - abhängig von der Suche des Interessenten - jeweils<br />

regional ausgesteuert werden. Zudem ist geplant, die Suche<br />

zu verfeinern, um zum Beispiel gezielt nach einem eBike-<br />

Verleih auf Sylt oder einer Kalkhoff-Werkstatt in Ulm suchen<br />

zu können.<br />

Piet Herbertz<br />

Velovolt<br />

www.velovolt.de<br />

Die Mosolf-Gruppe ist ein (Familien-)Unternehmen, das bereits<br />

seit 1955 Qualität mit Tradition verbindet und sich selbst<br />

als Innovationspartner für Mobilitätslösungen versteht. Die<br />

Elektromobilität als strategisches Geschäftsfeld aufzunehmen<br />

war entsprechend naheliegend. Damit gleich zwei Unternehmensziele<br />

zu bedienen ist ideal. Denn ökologisch und<br />

ökonomisch Verantwortung zu übernehmen, das sind die<br />

beiden gesetzten Ziele des Systemdienstleisters aus Kirchheim<br />

unter Teck. Der Weg dorthin wird elektrisch bewältigt.<br />

Mit der Ausbildung von eigenen Mitarbeitern für die Arbeit an<br />

Hochvoltsystemen, der logistischen Abwicklung von Elektrofahrzeugen<br />

sowie der Umrüstung von 200 konventionell<br />

betriebenen Fahrzeugen auf einen rein elektrischen Antrieb<br />

setzt die Unternehmensgruppe deutliche Meilensteine in ihrem<br />

elektromobilen Engagement. Darüber hinaus übersetzt<br />

Mosolf damit sein klassisches Leistungsportfolio erfolgreich<br />

auf die Anforderungen des neuen Geschäftsfeldes.<br />

Der Geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Mosolf<br />

Gruppe, Dr. Jörg Mosolf, betont: »Wir möchten aktiv an diesem<br />

Wachstumsmarkt partizipieren und gleichzeitig selbst<br />

in die Erprobung und Nutzung solcher alternativen Antriebstechniken<br />

investieren. Zu diesem Zweck werden wir auch<br />

Elektrofahrzeuge in unserem eigenen Fuhrpark einsetzen<br />

und in unsere betrieblichen Abläufe integrieren.« Die Erstellung<br />

einer Emissionsbilanz hat Mosolf bereits sehr früh<br />

Aufschluss über die Emissionstreiber und die entsprechenden<br />

Stellhebel in der Unternehmensgruppe gegeben. Zu den<br />

entwickelten Maßnahmen gehört neben der Einbindung von<br />

alternativen Antriebstechniken im eigenen Fuhrpark, u.a. die<br />

Sensibilisierung von Mitarbeitern und auch der Einsatz von<br />

Erneuerbaren Energien auf dem eigenen Betriebsgelände.<br />

Über eine Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität<br />

möchte der Innovationspartner sein Engagement nachhaltig<br />

ausgestalten und aktiv an einem branchenübergreifenden<br />

Netzwerk und Erfahrungsaustausch teilhaben.<br />

Die Mosolf-Gruppe gehört zu den führenden Systemdienstleistern<br />

in Europa und bietet der Automobilindustrie und Flottenbetreibern<br />

kundenorientierte Lösungen aus einer Hand<br />

an. Das Familienunternehmen bewegt mit 2.400 Mitarbeitern,<br />

über 800 (Fahrzeug-) Spezialtransportern, 300 Eisenbahnwaggons<br />

und über 30 Technik- und Logistikzentren in Europa,<br />

Brasilien, China und Indien mehr als 2.300.000 Fahrzeuge<br />

im Jahr. Zum Leistungsspektrum der Mosolf-Gruppe gehören<br />

maßgeschneiderte Logistiklösungen und Spezialtransporte,<br />

genauso wie Werkstattdienste, Sonderfahrzeugbauten, Montageleistungen,<br />

Industrielackierungen, Mobilitätslösungen<br />

und Fahrzeugrecycling.<br />

Christoph Wolf // Mosolf-Gruppe // www.mosolf.de<br />

66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67


erste flotten - Trianel<br />

erste flotten - Trianel<br />

Die Erfahrungen mit den acht Modellregionen haben auf der<br />

einen Seite die Komplexität des Themas eMobilität aufgezeigt<br />

und auf der anderen Seite auch die Diskussionen um<br />

mögliche Geschäftsmodelle in neue Bahnen gelenkt.<br />

Der wirtschaftliche Betrieb einer Ladeinfrastruktur über den<br />

Energieverkauf ist derzeit nicht aussichtsreich. Vielmehr<br />

erweist sie sich als lokale, öffentlichkeitswirksame Positionierung<br />

im Marktgebiet und zeigt die Innovationskraft des<br />

Initiators. In den letzten drei Jahren haben sich so bereits<br />

zahlreiche Stadtwerke marketingtechnisch positioniert und<br />

nehmen nun vielfach weitere Umsetzungsprojekte in Angriff.<br />

Auch in den nächsten zwei Jahren ist eine flächendeckende<br />

öffentliche Ladeinfrastruktur keine notwendige Bedingung<br />

für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität. Denn<br />

die derzeit angebotenen eFahrzeuge können ohne Weiteres<br />

Zuhause oder am Arbeitsplatz geladen werden. Allerdings<br />

können Zusatzdienstleistungen, wie z.B. Home-Charger und<br />

Kooperationen mit lokalen Automobilhäusern für Stadtwerke<br />

hier eine Geschäftsmodelloption darstellen.<br />

Ort vermieden werden. So wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz<br />

geleistet. Dieser Effekt kann ideal zur Markenaufwertung<br />

des jeweiligen Unternehmens oder für das Stadt- oder<br />

Gemeindemarketing genutzt werden.<br />

eCarSharing ist ein hervorragendes Instrument, Elektrofahrzeuge<br />

einer großen Anzahl von Nutzern kostengünstig zur<br />

Verfügung zu stellen. Die Frage nach der richtigen Positionierung<br />

sowie der Wahl der richtigen Produkte und Dienstleistungen<br />

kann von einem Unternehmen allein kaum beantwortet<br />

werden. Dies zeigt die Tatsache, dass sich bundesweit<br />

themenspezifische Netzwerke bilden, um sich dem noch mit<br />

Unsicherheiten behafteten Thema Elektromobilität gemeinsam<br />

zu widmen.<br />

Manuel Woste<br />

Trianel GmbH<br />

www.trianel.com<br />

Das Netzwerk e-Mobilität leistet praxisorientierte Arbeit, um Elektromobilität auf der StraSSe sichtbar zu machen<br />

In der jetzigen Phase rücken Energieversorger, der ÖPNV<br />

und z.B. CarSharing-Anbieter zusammen, um gemeinsam<br />

auf dem Markt aktiv zu werden. Dies ist insbesondere deshalb<br />

von elementarer Bedeutung, weil es Zeit ist, erste Fahrzeugflotten<br />

auf die Straße zu bringen. Nur so erhöhen sich<br />

die Marktpräsenz und die gesellschaftliche Akzeptanz der<br />

eMobilität und Informationen über die Nutzung der Ladeinfrastruktur,<br />

Ladezyklen, Netzbelastung und weitere wichtige<br />

Erfahrungswerte können dabei gewonnen werden.<br />

Elektromobilität im Netzwerk<br />

Baustein für Stadtwerke auf dem Weg zum innovativen Energiedienstleister<br />

Die kommunalwirtschaftlichen Strukturen der Energiewirtschaft<br />

sehen sich großen Herausforderungen gegenübergestellt.<br />

Die eingeleitete Energiewende, die an sich zunächst<br />

»nur contra Kernkraft« ist und nicht unmittelbar »pro Stadtwerke«,<br />

eröffnet einerseits klare Chancen, birgt andererseits<br />

aber auch Risiken. Die Beschlüsse aus dem Sommer<br />

2011 sind Grundstein und derzeit gültiger Handlungsrahmen<br />

für das weitere Vorgehen in der Energieerzeugung.<br />

Zahlreiche Verordnungen und Eckpunktepapiere ergänzen<br />

die umfangreichen Gesetzesnovellierungen.<br />

Damit sich Stadtwerke erfolgreich in der Energiewende positionieren<br />

können, bedarf es nicht nur Lösungen für den Ausbau<br />

eines flexiblen Erzeugungsportfolios (Upstream), sondern<br />

insbesondere auch umsetzungsfähiger Geschäftsmodelle<br />

im Bereich der Neuen Technologien (Downstream). Ein Trendthema<br />

ist dabei das wachsende Geschäftsfeld Elektromobilität,<br />

in dem sich Stadtwerke positionieren müssen.<br />

Möglichkeiten zur strategischen Positionierung<br />

Bis 2020 sollen gemäß des Regierungsprogramms Elektromobilität<br />

eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße sein.<br />

Derzeit sind in Deutschland rund 2.500 eFahrzeuge zugelassen<br />

und rund 1.100 öffentliche Ladesäulen installiert.<br />

Bis 2014 sollen es nach Angaben der Nationalen Plattform<br />

Elektromobilität 100.000 eFahrzeuge sein - davon immerhin<br />

40% in privater Nutzung. Insofern bleibt das politische Ziel<br />

ambitioniert und es ist zu erwarten, dass zur Zielerreichung<br />

auch Hybridfahrzeuge und Elektroroller in die Statistik einfließen<br />

werden.<br />

Klar ist, dass das Elektroauto der Zukunft nicht mit den konventionellen<br />

Fahrzeugen vergleichbar ist. Alle derzeitigen<br />

Bemühungen rund um hybride Antriebe (z.B. Toyota Auris,<br />

Opel Ampera/Chevy Volt) können nur als Übergang und Zeitgewinn<br />

gelten, bis das reine Elektroauto als Ergänzung zur<br />

konventionellen Antriebstechnologie zur Verfügung steht.<br />

Unter dem Motto »Stadtwerke bewegen« werden seit April<br />

2010 in dem für weitere Teilnehmer offenen »Netzwerk<br />

e-Mobilität« der Trianel GmbH (derzeit bundesweit 58<br />

Stadtwerke), umfangreiche Dienstleistungen für Stadtwerke<br />

im Bereich der Elektromobilität angeboten. Dazu gehört<br />

auch CarSharing, das für Städte und Gemeinden zunehmend<br />

interessant wird.<br />

CarSharing gewinnt nicht nur in Ballungsräumen und in Zeiten<br />

hoher Treibstoffkosten an Bedeutung. Aktuell sind bei<br />

den bundesweiten CarSharing-Anbietern rund 190.000 Nutzer<br />

registriert (1997 etwa 19.000 Nutzer). Individuelle Mobilität<br />

wird dadurch nicht weniger wichtig, aber der Besitz<br />

eines eigenen Fahrzeugs verliert offensichtlich an Bedeutung.<br />

In den Vordergrund rückt stattdessen das Bedürfnis,<br />

kosteneffizient mobil zu sein.<br />

Gleiches gilt - das zeigt der Blick ins Netzwerk, aber auch in<br />

die Statistik - für Firmenflotten und kommunale Fuhrparks.<br />

Hier können dadurch Kosten reduziert werden (variable<br />

Kosten für Treibstoff oder Wartung, aber auch Fixkosten beispielsweise<br />

für die Anschaffung), dass nur gelegentlich genutzte<br />

Pool-Fahrzeuge durch in Spitzenzeiten zur Verfügung<br />

stehende CarSharing-Fahrzeuge ersetzt werden. Sind dies<br />

dann eMobile, können neben Kosten auch Emissionen vor<br />

Mitglieder des Netzwerks e-Mobilität in Deutschland<br />

68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69


erste flotten - Reiner Kolberg<br />

erste flotten - Reiner Kolberg<br />

Zweiräder als Wegbereiter<br />

für eMobilität?<br />

Vielfach belächelt und lange durch Politik, Medien und Wirtschaft mit Desinteresse<br />

gestraft, schafft die Fahrradbranche gerade Fakten:<br />

den Durchbruch von Elektromobilität im Massenmarkt.<br />

Das Interesse an eMobilität per Fahrrad wächst<br />

Die Zeiten, in denen eBikes noch als »Gesundheitsräder«<br />

oder »Rentnermobile« belächelt wurden, sind längst vorbei.<br />

Immer mehr Hersteller und Investoren - auch aus der Automobilbranche<br />

- steigen beim Thema eBike ein und sorgen für<br />

einen hochdynamischen Markt. So wird in der kommenden<br />

Radsaison erstmals in sämtlichen Fahrrad-Kategorien eine<br />

ausgereifte elektrische Unterstützung angeboten. Von praktischen<br />

City- und Einkaufsflitzern über Trekkingbikes für lange<br />

Touren bis hin zu leistungsfähigen Mountainbikes, hochwertigen<br />

Klapprädern, Lastenrädern oder schicken Cruisern<br />

ist für jede Altersklasse und Kundengruppe etwas dabei.<br />

Elektroräder sind dabei nicht nur ein praktisches Transportmittel,<br />

sie bieten auch einen guten Einstieg ins Thema<br />

Elektromobilität. Nicht nur die lautlose Beschleunigung begeistert,<br />

man gewöhnt sich auch schnell an Ladezyklen, Akkupflege,<br />

Softwareupdates, Fachbegriffe wie Amperestunden,<br />

bürstenlose Motoren usw. Viele Häuslebauer denken in<br />

diesem Zusammenhang vielleicht auch gleich an die Ladeinfrastruktur,<br />

rüsten ihre Leitungen auf oder installieren direkt<br />

einen Solar-Carport.<br />

Zunehmend interessieren sich inzwischen auch Unternehmen<br />

und Kommunen für die Ergänzung ihrer Fahrzeugflotten<br />

durch eBikes. Diese sind in Innenstädten schneller als das<br />

Auto, deutlich kostengünstiger in Anschaffung und Unterhalt,<br />

kennen keine Parkplatzprobleme und werden von den<br />

Mitarbeitern, die ganz nebenbei etwas für ihre Gesundheit<br />

tun, bei gutem Wetter sogar gerne gefahren.<br />

Auch touristische Gebiete haben die neuen Chancen und<br />

Potenziale längst erkannt: Sie schließen sich zu eBike-Regionen<br />

zusammen und bieten vor Ort eine komplette Infrastruktur<br />

vom Leih-eBike über Ladestationen bis zum Akkutausch.<br />

Auf die weiteren Entwicklungen im Markt können<br />

wir gespannt sein.<br />

Reiner Kolberg<br />

Kommunikationsberater und<br />

PR-Redakteur<br />

Herausgeber des Portals<br />

www.e-bikeinfo.de<br />

Für große Resonanz in den Medien sorgte der Zweirad Industrie<br />

Verband (ZIV) im März 2011 mit der Meldung, dass<br />

er nach 200.000 verkauften eBikes in Deutschland im Jahr<br />

2010 für 2011 mit 300.000 rechnet. Auch für die künftige Entwicklung<br />

zeigte sich der ZIV optimistisch. Mittelfristig, das<br />

heißt bis 2018, erwartet er ein Volumen von jährlich bis zu<br />

600.000 Stück. Gemeint sind dabei nicht etwa alle Zweiräder,<br />

inkl. Motorrädern und Rollern, sondern ausschließlich<br />

Elektrofahrräder (eBikes oder Pedelecs).<br />

Oft vergessen: Fahrräder sind das effizienteste Fortbewegungsmittel<br />

Angefacht durch einen regelrechten Medienhype wird die<br />

Diskussion um Zukunftsmobilität häufig auf ein einziges<br />

Thema reduziert: die Elektrifizierung des Automobils. Dabei<br />

geht es im Kern um die Erhaltung von Mobilität als Voraussetzung<br />

und Treiber unseres Wohlstands. Die Voraussetzung<br />

dafür ist eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden<br />

Ressourcen, Infrastrukturen und Räume bei gleichzeitiger<br />

Reduktion schädlicher Emissionen. Genau hier bieten<br />

Fahrräder und eBikes als effizienteste Fortbewegungsmittel<br />

ein enormes Potenzial. Und sie passen in unsere Zeit.<br />

Rahmenfaktoren sprechen für eBikes<br />

Mit dem anhaltenden Trend zur Urbanisierung und weiter<br />

70 Neue Mobilität<br />

steigendem Individualverkehr arbeiten inzwischen weltweit<br />

viele Großstädte mit Hochdruck an umweltfreundlichen Konzepten<br />

zur Lösung der Verkehrsprobleme und der Verbesserung<br />

der Lebensqualität. Und auch die Europäische Union hat<br />

sich im März 2011 mit dem »EU Weißbuch Verkehr 2050« die<br />

Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen um 60%<br />

bis 2050 und die Unabhängigkeit vom Öl auf die Fahne geschrieben.<br />

Vorreiter für neue Verkehrskonzepte sind Städte<br />

wie Kopenhagen. Die Stadt strebt inzwischen einen Fahrradanteil<br />

von 50% am Modal Split an. Städte mit ungünstiger<br />

Topographie sehen mit Elektrorädern große Chancen, diese<br />

Vorteile ebenfalls für sich zu nutzen. Erste Flächentests, wie<br />

die Integration von Pedelecs im Projekt »e-Call a Bike« der<br />

Deutschen Bahn in Stuttgart und Aachen laufen bereits.<br />

Ein anderer Treiber für die Verbreitung von eBikes im Massenmarkt<br />

ist der allgemeine Trend zu Gesundheit und Leistungsfähigkeit<br />

bis ins hohe Alter, verbunden mit dem demographischen<br />

Wandel. Fahrradfahren ist beliebt wie nie zuvor<br />

und Pedelecs spielen dabei eine immer bedeutendere Rolle.<br />

So stellt der ADFC als Ergebnis der gerade erschienenen Studie<br />

»Fahrrad-Monitor Deutschland 2011« fest, dass sich die<br />

Anzahl der am Thema Pedelec Interessierten von 2009 bis<br />

heute auf 47% fast verdoppelt hat. In der Gruppe der über<br />

60-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 54%.<br />

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Preise inklusive derzeit gesetzlicher Mehrwertsteuer. Stand Februar 2011. Irrtümer und Änderungen vorbehalten.<br />

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erste flotten - ehoche<br />

Erste Flotten - VELOBerlin<br />

VELOBerlin 2012<br />

Publikumsleitmesse rund um Fahrrad, neue urbane Mobilität und Reisen<br />

Weitere Informationen: www.veloberlin.com<br />

Das Potenzial ist noch<br />

Kommunen als Vorreiter<br />

Regionale Entscheider informieren sich über die eMobilität<br />

lange nicht ausgeschöpft<br />

Interview mit Ulrike Saade, geschäftsführende Gesellschafterin<br />

der Velokonzept Saade GmbH<br />

Kommunalpolitiker und Energiefachleute aus dem Allgäu trafen sich mit BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

© felt bicycles<br />

Elektromobilität im Allgäu - unter diesem Motto trafen sich<br />

auf Einladung der Stadtwerke Bad Wörishofen und unterstützt<br />

durch das Online-Branchenbuch für eMobilität<br />

www.ehoche.de am 12. Oktober 2011 Kommunalpolitiker,<br />

Energieversorger und Solarinstallateure.<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl referierte über den Status Quo der<br />

Elektromobilität und Professor Bauer von der Hochschule<br />

Kempten berichtete über die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt<br />

eTour Allgäu. Um das Thema für die Zuhörer<br />

griffiger zu gestalten, präsentierten sich die in der Region<br />

ansässigen Ladesäulenhersteller Bauer Elektronik und der<br />

Elektrosportwagen-Entwickler Ruf mit ihren Produkten.<br />

Die Ausführungen beider Redner trafen auf reges Interesse und<br />

positive Resonanz. Solarinstallateur Manfred Guggenmos:<br />

»Mir hat gefallen, dass es laut Herrn Sigl bei den Batterien<br />

keine Abhängigkeiten mehr von seltenen Erden gibt.« Kommunalpolitiker<br />

Rudolf Jackel: »Die minimalen Fahrtkosten von 2<br />

bis 3 Euro auf 100 Kilometer haben mich sofort überzeugt.«<br />

Die Stadt Bad Wörishofen, die bereits mit der eE-Tour Allgäu<br />

erste Erfahrungen gesammelt hat, überlegt nun, wie Elektrofahrzeuge<br />

weiterhin im Stadtbild sichtbar bleiben können.<br />

Michael Kolar von den Stadtwerken: »Mittlerweile ist in der<br />

Kneippstadt eine gute Infrastruktur für Elektrofahrzeuge<br />

entstanden, die Stadtwerke bieten insgesamt drei Stromtankstellen<br />

in zwei zentralen Parkhäusern sowie im ortsansässigen<br />

Thermalbad an. Ergänzt wird dieses Angebot mit<br />

Tankstellen für Elektrofahrräder. Durch die Anschaffung eines<br />

elektrisch betriebenen Busses planen wir den Ausbau<br />

unserer Vorreiterrolle in Sachen Elektromobilität. Bei der<br />

letzten der insgesamt drei Bus-Probefahrten vor Ort war<br />

auch Kurt Sigl mit von der Partie. Fazit für Bad Wörishofen:<br />

Wir bringen die Umsetzung der Elektromobilität voran und<br />

wollen aktiv die Zukunft auf diesem Feld mitgestalten.«<br />

Kolar hatte zusammen mit Johannes Schindler, dem Betreiber<br />

von www.ehoche.de, die Idee, Kurt Sigl nach Wörishofen<br />

einzuladen. Schindler ist es wichtig, die Köpfe der Branche<br />

zu denjenigen zu bringen, die eMobilität in den Regionen<br />

sichtbar machen: »Ich freue mich, für solche Veranstaltungen<br />

Experten aus dem ehoche-Kontaktnetzwerk vermitteln<br />

zu können. So bekommen die regionalen Entscheider Informationen<br />

aus erster Hand und Branchenvertreter Kontakt<br />

zu den Kommunen, die momentan die größten Investoren<br />

in eMobilitätsprojekte sind.« Der Abend war Startschuss zu<br />

einer Veranstaltungsreihe im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes<br />

für den Landkreis Unterallgäu. Elektrofahrzeuge werden<br />

hierbei eine zentrale Rolle spielen.<br />

Johannes Schindler<br />

ehoche GmbH<br />

www.ehoche.de<br />

Die VELOBerlin ist die Publikumsmesse rund um Fahrrad,<br />

neue urbane Mobilität und Reisen. Was erwartet uns in diesem<br />

Jahr?<br />

Die VELOBerlin geht vom 24. bis 25. März 2012 mit vergrößerter<br />

Ausstellungsfläche in der Messe Berlin in die zweite Runde.<br />

Sie bietet vielfältige Produkte und Informationen rund<br />

um das Thema Fahrrad, insbesondere auch viele Elektrofahrräder<br />

- an die 30 Marken sind schon angemeldet. Um<br />

der Vielfalt an unterschiedlichen Fahrrädern gerecht zu werden,<br />

bietet VELOBerlin einen Parcours für Sport-, Stadträder<br />

und eBikes, sowie einen Parcours für Spezialräder. Darüberhinaus<br />

präsentiert VELOBerlin mit der Sonderausstellung<br />

METROMOBILE die Zukunft der urbanen Mobilität. Innovative<br />

Anbieter stellen sich im Rahmen von Fach- und Publikumsvorträgen,<br />

Produktpräsentationen und Infoständen vor.<br />

Im Zweiradbereich hat sich der elektrische Antrieb bereits<br />

jetzt erfolgreich etabliert. Wie sehen Sie die künftige Entwicklung?<br />

Im Gegensatz zum eAuto gibt es das eBike ja schon. Im<br />

Jahr 2011 wurden nach Schätzung des ZIV in Deutschland<br />

fast 400.000 Elektrofahrräder verkauft. Das Potenzial ist<br />

sicherlich noch lange nicht ausgeschöpft, da noch weitere<br />

Zielgruppen mit diesen Produkten angesprochen werden<br />

können. Für die Verbreitung von Pedelecs und eBikes wird<br />

es aber insbesondere im urbanen Raum wichtig sein, dass<br />

die notwendigen Infrastrukturen flächendeckend ausgebaut<br />

werden. Als Beispiel möchte ich unter anderem adäquate<br />

Unter- und Abstellmöglichkeiten und besser ausgebaute<br />

Rad(schnell)wege nennen. Gefragt sind hier aber nicht nur<br />

privatwirtschaftliche Anbieter sondern auch die Politik, die<br />

die Rahmenbedingungen für diese Entwicklung wesentlich<br />

verbessern kann.<br />

Neue urbane Mobilität - wie sieht die Mobilität der Zukunft<br />

für Sie persönlich aus?<br />

Ich genieße den Luxus in Berlin kein eigenes Auto besitzen<br />

zu müssen um mobil zu sein und fahre in der Regel mit dem<br />

Fahrrad, im Sommer wie im Winter. Manchmal kombiniere<br />

ich die Wege mit dem ÖPNV oder nehme auch mal ein Taxi.<br />

Die Fahrradnutzung bedeutet für mich eine große Lebensqualität.<br />

Als Firma haben wir uns gerade ein eBike gekauft.<br />

Da sind auch meine Mitarbeiter ganz scharf drauf. Auch finde<br />

ich die neuen Mietradkonzepte und Carsharing Modelle<br />

interessant. Call a Bike nutze ich seit vielen Jahren, nicht nur<br />

in Berlin, sondern auch in den anderen Städten, in denen<br />

dies angeboten wird - einfach praktisch.<br />

Ulrike Saade<br />

Velokonzept Saade GmbH<br />

www.velokonzept.de<br />

72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73


Erste flotten - VCD<br />

Erste Flotten - Zero Motorcycles Europe<br />

Elektromotorräder<br />

auf dem Vormarsch<br />

eTrends von der Motorradmesse EICMA<br />

Gut Beraten beim E-Rad-Kauf<br />

VCD startet neues Infoportal<br />

Das Projekt »Besser E-Radkaufen« will Informationsdefizite bei den Verbrauchern abbauen<br />

Weniger Emissionen, mehr FahrspaSS - Zero DS 2012<br />

Worauf muss ich achten, wenn ich mir ein E-Rad kaufen<br />

möchte? Wie weit komme ich mit einer Akkuladung?<br />

Diese und viele andere grundsätzliche Fragen rund um das<br />

E-Rad werden immer wieder gestellt. Ab 01. Februar 2012<br />

finden Verbraucher alle Informationen rund ums E-Rad auf<br />

dem VCD-Internetportal www.e-radkaufen.de<br />

Der VCD will mit dem von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium<br />

geförderten Projekt »Besser E-Radkaufen«<br />

helfen, Informationsdefizite abzubauen. Mit einer Informations-<br />

und Aufklärungskampagne sollen Menschen dazu ermutigt<br />

werden, umzusteigen - vom Auto aufs E-Rad. Denn<br />

nur wer die Alternativen kennt und die Unsicherheit im Umgang<br />

mit neuen Fortbewegungsmitteln ablegt, traut sich<br />

Neues auszuprobieren.<br />

Dass sich eMobilität im Alltag längst durchsetzt und zwar vor<br />

allem bei der Fahrradmobilität zeigen die steigenden Verkaufszahlen<br />

der letzten Jahre. Der Markt ist größer geworden<br />

und die Auswahl vielfältiger. Diese sehr positive Entwicklung<br />

macht es gleichzeitig komplizierter, unter den vielen Modellen<br />

das individuell passende zu finden. Verschiedene Antriebe<br />

und Reichweiten, technische Feinheiten der Steuerung, aber<br />

auch die rechtlichen Regelungen erschweren die Entscheidung.<br />

Der VCD hilft dabei, die eigenen Wünsche und Vorstellungen<br />

zu konkretisieren, um eine qualifizierte Kaufentscheidung<br />

treffen zu können. Ausgangspunkt für die Beratung ist der<br />

VCD-Typentest. Durch die Beantwortung von sieben kurzen<br />

Fragen werden die wichtigsten Kriterien für die Auswahl des<br />

passenden E-Rad herausgefiltert.<br />

Das E-Rad schließt in der Nahmobilität eine Lücke zwischen<br />

Fahrrad und Auto und bietet großes Potential, Verkehr vom<br />

Auto auf das (Elektro-)Fahrrad zu verlagern: Auf dem bergigen<br />

Weg zur Arbeit, unterwegs mit Kinderanhängern und<br />

Lasten oder als Fahrrad mit Unterstützung für Senioren ist<br />

man schneller und gesünder unterwegs. Das schont die Umwelt<br />

und reduziert den Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen,<br />

dazu senkt es die Lärmbelastung und den Flächenverbrauch.<br />

Der VCD wird bei seiner Arbeit durch einen Beirat beraten<br />

und begleitet. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen<br />

und Vertretern von Fahrrad- und Verbraucherschutzorganisationen,<br />

Verbänden wie dem BEM, Institutionen und<br />

Medien.<br />

Wiebke Lemmertz<br />

wiebke.lemmertz@vcd.org<br />

Wasilis von Rauch<br />

wasilis.vonrauch@vcd.org<br />

Rund 1.100 Austeller präsentierten vom 08. bis 13. November<br />

2011 auf der Motorradmesse EICMA in Mailand ihre Produktneuheiten.<br />

Auf über 135.000 Quadratmetern dominierten<br />

dabei die traditionellen Motorräder. Ebenso wie in der Automobilbranche<br />

stehen allerdings auch hier alle Zeichen auf<br />

»Green Mobility«. Ein geringer Benzinverbrauch ihrer Produkte<br />

und weniger CO2-Emissionen sind klare Zielvorgaben<br />

für viele Hersteller.<br />

Dass es noch sparsamer und nachhaltiger geht, zeigte der<br />

Ausstellungsbereich »Green Planet« in Halle 2, welcher sich<br />

ganz auf künftige oder bereits auf dem Markt erhältliche<br />

Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb konzentrierte.<br />

Wenige Schritte weiter konnten die Besucher des »Amerika<br />

Pavillon« erneut 100% grüne eBikes entdecken. Diese boten<br />

zwar einen deutlichen Kontrast zur Masse der Chopper<br />

und Custom Bikes, sind aber ein eindeutiger Vorbote für<br />

einen PS-Paradigmenwechsel auf zwei Rädern: Alternative<br />

Antriebsformen sind die Zukunft und werden unsere Fahrgewohnheiten<br />

verändern.<br />

Im Unterschied zum Elektroauto erfüllen eMotorräder bereits<br />

heute die Bedürfnisse urbaner Mobilität. Elektromotor<br />

und Batterie müssen nur ein geringes Fahrzeuggewicht bewegen;<br />

zu einer guten Leistung und Haltbarkeit kommt die<br />

sehr geringe Wartungsanfälligkeit von Antrieb und Akku.<br />

Das wiederum bedeutet niedrigere Herstellungs- und Servicekosten.<br />

In diesem Segment bringt auch unser Unternehmen Zero<br />

Motorcycles die grüne Welle in Bewegung. Wir haben unsere<br />

neue Modellreihe erstmals nicht in den USA, sondern exklusiv<br />

den EICMA-Besuchern in Europa vorgestellt. Am Zero-<br />

Stand im Amerika Pavillon waren unter anderem die neuesten<br />

Versionen der Straßenmodelle Zero S und Zero DS zu<br />

sehen, die je nach Ausführung über eine Reichweite von bis<br />

zu 183 Kilometern und Höchstgeschwindigkeiten von rund<br />

140 km/h verfügen. Den Bedarf nach kleinen und wendigen<br />

Scootern deckt das Modell Zero XU ab: Der Akku des Großstadtflitzers<br />

ist mit wenigen Handgriffen austauschbar und<br />

lässt sich so im Büro oder in der Wohnung flexibel aufladen.<br />

Die sehr positive Resonanz von Journalisten, Händlern und<br />

Messebesuchern belegt in unseren Augen, dass eMotorräder<br />

auch in Europa ein ernstzunehmender Wachstumsmarkt<br />

sind. Die Begeisterung für die elektrische Zweiradmobilität<br />

ist längst geweckt und im Motorradbereich ausbaufähig;<br />

hierbei sind jedoch auch staatliche Unterstützungen<br />

wichtig, beispielsweise durch Steuervergünstigungen.<br />

Edwin Belonje // Managing Director Europe<br />

Zero Motorcycles Europe<br />

www.zeromotorcycles.com<br />

74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75


Erste flotten - smart<br />

Die innovativsten Energie- und Energieeffizienzlösungen<br />

für Deutschland<br />

Während des Transports auf dem smart for-us wird die Batterie des smart ebike mit Strom versorgt<br />

Spaß mit Strom<br />

smart setzt bei der eMobilität auf Lebensfreude<br />

Solarenergie<br />

emobilität<br />

Industrie<br />

Privathaushalt<br />

»Umweltfreundlicher Fahrspaß zum kundenfreundlichen<br />

Preis« - Unter diesem Motto starten der neue smart fortwo<br />

electric drive und das neue smart ebike im Frühjahr 2012.<br />

»Beide Elektro-smart haben das Zeug dazu, unseren Städten<br />

ein Stück mehr Lebensqualität zu geben. Aber Modelle,<br />

die die Welt verändern wollen, dürfen nicht die Welt kosten«,<br />

so smart-Chefin Dr. Annette Winkler zu den attraktiven Preisen.<br />

In Deutschland ist der smart fortwo electric drive künftig<br />

unter 16.000 Euro netto zu haben - hinzu kommt lediglich<br />

die Monatsmiete für die Batterie. Das smart ebike kommt ab<br />

2.849 Euro in zwei Farbvarianten auf den Markt.<br />

Für 100% Fahrspaß bei null Emissionen sorgt beim smart<br />

fortwo electric drive die weiterentwickelte Antriebstechnik<br />

der dritten Generation. Der 55-kW-Elektromotor knackt nun<br />

die 120 km/h-Marke - und wahrt so auch auf der Stadtautobahn<br />

die gute Laune. Und dank 130 Newtonmeter Drehmoment<br />

kommt der neue Elektro-smart auch bei höherem Tempo<br />

besser auf Touren; und von 0 auf 100 km/h in weniger als<br />

13 Sekunden. Mehr Reichweite - deutlich über 140 Kilometer<br />

- ermöglicht die neue Lithium-Ionen-Batterie, die erstmals<br />

von der Deutschen Accumotive kommt und eine Kapazität<br />

von 17,6 kWh hat. Außerdem wurde die Ladezeit erheblich<br />

verkürzt.<br />

Den gleichen Antrieb hat das Konzept-Auto smart for-us. Es<br />

feierte auf der Detroit Auto Show Anfang Januar 2011 seine<br />

Weltpremiere. Der smart zum Aufladen stellt die Autowelt<br />

mal wieder auf den Kopf und die Vorstellungen, wie ein urbaner<br />

Pick-up aussehen sollte, vom Kopf auf die Füße. Der forus<br />

signalisiert mit einem Augenzwinkern: Das ist das richtige<br />

Auto für junge und junggebliebene Menschen, die aktiv sein<br />

wollen und dabei auf wenig Emissionen und wenig Verkehrsfläche<br />

Wert legen. Mit dem smart for-us ist das praktische<br />

Ladekonzept eines Pick-up erstmals in die Gegenwart des<br />

urbanen Verkehrs im 21. Jahrhundert übersetzt worden. Er<br />

bietet bequemen Platz für Zwei, schafft dahinter aber den<br />

Raum für zwei smart ebikes. Durch die Docking-Station auf<br />

der Ladefläche des smart for-us sind die Batterien immer geladen<br />

und die Fahrer kommen damit auch an Ziele, die mit<br />

dem Auto nicht erreichbar sind - seien es verkehrsberuhigte<br />

Zonen in der Stadt oder einsame Wege im Park.<br />

Seit zweieinhalb Jahren ist car2go das weltweit erste vollflexible<br />

Kurzzeitmietmodell für Autos. Es hat eine beeindruckende<br />

Schallmauer durchbrochen und die Marke von einer<br />

Million absolvierten Mieten erreicht. Dem im März 2009 in<br />

Ulm gestarteten Mobilitätskonzept folgten 2010 und 2011<br />

mit Austin (Texas), Hamburg und dem kanadischen Vancouver<br />

weitere Städte. Im November 2011 kamen Amsterdam<br />

und San Diego mit jeweils 300 smart electric drive hinzu.<br />

Und Stuttgart wird ab 2012 zum lebendigen Schaufenster<br />

für die Zukunft urbaner Mobilität: Kern des Vorhabens werden<br />

die Errichtung der erforderlichen Ladeinfrastruktur für<br />

Elektrofahrzeuge und die Einführung einer Flotte von 500<br />

elektrischen smart car2go Fahrzeugen sein.<br />

Joachim Franz Kutscher<br />

Daimler AG<br />

joachim_franz.kutscher@daimler.com<br />

Bioenergie<br />

Windenergie<br />

Wasserkraft<br />

Geothermie<br />

smart grid ReadY m2m-kommunikation<br />

Wohnwirtschaft<br />

Kommunen &<br />

Gemeinden<br />

ComBInation bietet seinen Kunden umfassende Komplettlösungen zur Steigerung der Energieeffizienz<br />

aus einer Hand. Vor diesem Hintergrund forcieren wir den Zusammenschluss von kleinen,<br />

effizienten und innovativen Unternehmen mit finanzstarken und etablierten Großunternehmen.<br />

Energiebewusst, innovativ, intelligent, kommunikationsfähig und nachhaltig.<br />

76 Neue Mobilität<br />

www.com-bi-nation.de


erste flotten - Phoenix Contact<br />

Erste Flotten - Phoenix Contact<br />

Ladetechnik für eFlotten<br />

Erste Erfahrungen und künftige Anforderungen<br />

Mittels Web-basierter Portallösung kann die Ladeinfrastruktur weltweit überwacht werden<br />

Lastmanagement beim Laden von Elektrofahrzeugen: normkonforme Ladesteuerung und Ladestecksysteme bilden die Basis<br />

Vor weniger als einem Jahr hat Phoenix Contact die ersten<br />

Elektrofahrzeuge für Fahrten zwischen den Standorten<br />

Blomberg und Bad Pyrmont in den Fuhrpark aufgenommen.<br />

An beiden Standorten, die circa 20 Kilometer voneinander<br />

entfernt sind, wurden Ladestationen errichtet - mit Komponenten<br />

aus dem eigenen Unternehmen. Zum einen passen<br />

die eMobile gut ins nachhaltige Energiekonzept des Unternehmens.<br />

Zum anderen soll die Einsatztauglichkeit der Fahrzeuge<br />

und Ladetechnik aus Nutzersicht bewertet werden.<br />

Die Erkenntnisse dienen wiederum der Optimierung eigener<br />

Produkte und Lösungen rund um die Elektromobilität.<br />

Hierzu werden die Ladedaten aufgezeichnet - die nachgeladene<br />

Energiemenge oder der Verlauf des Ladestroms. Über<br />

ein Web-Portal werden die Daten den jeweiligen Fahrzeugen<br />

und Ladestationen zugeordnet und ausgewertet. Auch die<br />

Nutzer geben Erfahrungen weiter. Wie gehen sie mit der geringeren<br />

Reichweite um? Wie kommen technische Laien mit<br />

Ladestation und Stecker zurecht? Wie verhalten sich Fahrzeug<br />

und Ladecharakteristik im Alltag?<br />

Der Energieverbrauch ist unterschiedlich - für die Fahrten<br />

zwischen beiden Standorten wurden Lademengen zwischen<br />

2 und 4 kWh ermittelt. Das liegt an der individuellen Fahrweise,<br />

aber auch an der Nutzung von Licht und Heizung. Im<br />

Durchschnitt verbrauchen die Fahrzeuge circa 15 kWh auf<br />

100 Kilometer. Außerdem wurde ein Phänomen beobachtet,<br />

das aus den Modellregionen bekannt ist: Mit der Nutzungsdauer<br />

steigt das Vertrauen in die Reichweite der Fahrzeuge<br />

und die Nutzer laden an Zwischenzielen weniger häufig<br />

auf. Aus Netzsicht besteht hier Handlungsbedarf, denn nur<br />

mit Elektrofahrzeugen, die mit dem Netz verbunden und im<br />

Energiesystem integriert sind, können Erneuerbare Energien<br />

optimal genutzt werden.<br />

Nach diesen ersten positiven Erfahrungen wird die »Elektroflotte«<br />

bei Phoenix Contact sukzessive erweitert. Weitere<br />

Standorte der Phoenix Contact-Gruppe in Deutschland sind<br />

inzwischen einbezogen, auch die ersten Tochtergesellschaften<br />

im Ausland elektrifizieren ihre Flotte. Die Ladestationen<br />

können weltweit in das Monitoring einbezogen werden.<br />

Die eFlotten der gewerblichen und kommunalen Unternehmen<br />

spielen eine Vorreiterrolle. Die Reichweiten der derzeit<br />

und in Kürze verfügbaren Elektrofahrzeuge reichen schon für<br />

viele Anwendungen - etwa in Logistik, bei mobilen Pflegediensten<br />

oder in kommunalen Wirtschaftsbetrieben. So ist<br />

die Förderung der Flotten in den aktuellen Ausschreibungen<br />

zu den »Schaufensterprogrammen« der Bundesregierung zur<br />

Elektromobilität ein Schwerpunkt. Das Aufladen einer Flotte<br />

stellt spezielle Anforderungen an die Ladeinfrastruktur.<br />

Häufig hat der Fuhrpark nur wenige zentrale Parkplätze zum<br />

Laden der Elektrofahrzeuge. Schon wenige Fahrzeuge, die<br />

gleichzeitig am Netz sind, können große Ströme und Ladeleistungen<br />

bewirken.<br />

Auch aus der Sicht des Energiebezugs kann diese Leistung<br />

kritisch werden. Wenn der mit dem Energieversorger vereinbarte<br />

maximale Bezugswert überschritten wird, drohen Nachzahlungen.<br />

Daher müssen die Ladevorgänge mittels Lastund<br />

Energie-Management aufeinander abgestimmt werden.<br />

Die Mobilitätsanforderungen an die Flotte, der aktuelle<br />

Energiebezug aus dem Netz und die verfügbare Anschlussleistung<br />

auf dem Parkplatz müssen dabei berücksichtigt<br />

werden.<br />

Als Grundlage für das Energie-Management beim Laden von<br />

Elektrofahrzeugen dienen die Normen IEC 61851-1 und künftig<br />

die ISO 15118. Die in der IEC 61851-1 definierte Control-<br />

Pilot-Funktion kann entsprechend des Annex A dieser Norm<br />

mittels eines genormten pulsweitenmodulierten (PWM)<br />

Signals ausgeführt werden. Dabei wird dem Elektrofahrzeug<br />

über das Tastverhältnis des Signals der maximal zur Verfügung<br />

stehende Ladestrom mitgeteilt, den das Fahrzeug<br />

einhalten muss. Dies erfolgt über einen der beiden Signalkontakte<br />

des Ladesteckers. Die Funktion des Control Pilot<br />

erfüllt zum Beispiel ein »EV Charge Controller«, der mit der<br />

Schnittstelle zum Fahrzeug und dem Ladeschutz verbunden<br />

ist. Dieser Ladecontroller ist mit der seriellen Schnittstelle<br />

Modbus/TCP ausgerüstet. So kann jedem Fahrzeug auf dem<br />

Parkplatz ein eigener Ladestrom zugewiesen werden. Ein<br />

einfaches regelbasiertes Lastmanagement kann die Priorität<br />

einzelner Fahrzeuge aus dem Fuhrpark-Management übernehmen<br />

und - in Abhängigkeit von der Lastsituation - entsprechende<br />

Vorgaben im Netz und am Anschlusspunkt generieren.<br />

Erweitert wird das Energie-Management, indem zum<br />

Beispiel Erzeugungswerte aus einer Photovoltaik-Anlage<br />

einbezogen werden.<br />

In großen Unternehmen verteilen sich die Ladestationen zunehmend<br />

auf weltweite Standorte. Web-basierte Portal-Lösungen<br />

erlauben den weltweiten Zugriff auf eine Datenbank,<br />

in die die jeweiligen Ladestationen ihre Daten schreiben. Der<br />

Betreiber sieht seine aktuellen Verbrauchswerte, erkennt<br />

Störungen in einzelnen Ladepunkten, kann Kosten zuweisen<br />

oder die Auslastung einzelner Ladepunkte bewerten. Der<br />

Nutzer bekommt die für ihn relevanten Daten - wie Status des<br />

Ladevorgangs oder geladene Energiemenge - aufbereitet.<br />

Und zwar dank Web-Technologie sowohl auf seinem Rechner<br />

als auch mittels eMobility-App auf dem Smartphone.<br />

Dipl.-Ing. Thorsten Temme<br />

Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />

www.phoenixcontact.com/vorausschauend<br />

78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79


Erste Flotten - MMS Concept<br />

Besser Beraten Handeln<br />

Tourismusregionen<br />

investieren in die Zukunft<br />

Interview mit Matthias Schmidt<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> im Gespräch mit Matthias Schmidt,<br />

der gemeinsam mit seinem Team das Programm e-Tours<br />

Harz initiiert hat, um die Tourismusregion zunehmend nachhaltig<br />

zu mobilisieren.<br />

Worin besteht Ihre Motivation?<br />

In der vergangenen Sommerausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

forderte Christian Heep, Vorstand Marketing beim Bundesverband<br />

eMobilität, in seinem Editorial »es müssen Vorreiter,<br />

Vordenker, Mitspieler und auch Drängler anfangen Leitmarken<br />

zu setzen«. Das haben wir vom Team MMS Concept uns<br />

auf die Fahne geschrieben.<br />

Wir leben da, wo andere Urlaub machen, wir betreiben seit<br />

Jahren sehr erfolgreich Tourismusmarketing mit unserem Label<br />

»Motorradschutzgebiet.de«. Da lag es nahe, den erforderlichen<br />

Schritt hin zu eMotorrädern zu tun.<br />

Wie sieht Ihr Engagement für eine Neue Mobilität konkret<br />

aus?<br />

Unser Programm e-Tours Harz setzt auf Menschen, die unsere<br />

Harzer Natur mit einem sauberen Gewissen genießen und<br />

kein Stück auf Spaß verzichten wollen. Also haben wir über<br />

ein Jahr ausgearbeitet, nachgedacht und probiert.<br />

Jetzt haben wir mit Hilfe eines Sponsorenkonzeptes eMotorräder<br />

angeschafft und bieten den Gästen an, den Harz damit<br />

zu erkunden. Fast täglich kommen neue Angebote hinzu,<br />

die anfängliche Zurückhaltung bei potenziellen Sponsoren<br />

bestehend aus Unternehmen, Vereinen und auch Städten ist<br />

einer wachsenden Euphorie gewichen. Denn die beteiligten<br />

Akteure wissen, dass ganze Regionen den Tourismus mit Hilfe<br />

elektrischer Fahrzeuge neu sortieren können.<br />

Verstaubte Fremdenverkehrsvereine haben ausgedient. Mit<br />

unserer Idee sind Visionen Wirklichkeit geworden und ein<br />

frischer, aber sehr umweltfreundlicher Wind weht durch den<br />

Harz. Die Touristen mieten eMotorräder, um die Region mit<br />

all ihren Highlights mit gutem Gewissen zu erkunden. Aber<br />

wir wollen mehr: Den Einsatz von eBussen und eAutos in Urlaubsregionen,<br />

Urlauber, die mit dem eMobil unterwegs sind<br />

und den Mehrwert der Mobilität mit einem Elektrofahrzeug<br />

erkennen.<br />

Das heißt, weitere Schritte sind notwendig?<br />

Mit unseren eMotorrädern kosten 100 Kilometer Mobilität<br />

weniger als 1 Euro an Strom. Diese »Abenteuermaschinen«<br />

machen Spaß und bringen jedem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht.<br />

Wer erkennt, wie gut ein Elektrofahrzeug fährt und<br />

dass es wenig kostet, wird sich auch privat ein eFahrzeug<br />

anschaffen. Aber die Regionen müssen jetzt aufwachen und<br />

in die Zukunft investieren!<br />

Und deutsche Hersteller müssen die Handbremse lösen und<br />

einen Gang höher schalten - es ist viel einfacher ein Fahrzeug<br />

zu bedienen, wenn keine chinesischen Schriftzeichen<br />

auf dem Armaturenbrett stehen.<br />

eMotorrad für die Touristen im Harz<br />

Matthias Schmidt<br />

MMS Concept<br />

www.mms-concept.de<br />

Rechtsgebiete:<br />

Energierecht<br />

Infrastrukturrecht<br />

Elektro-Mobilität<br />

Unternehmensgründung/<br />

Umstrukturierung<br />

Urheberrecht/<br />

Gewerblicher Rechtsschutz<br />

Compliance<br />

Internationale Rechtsund<br />

Steuerberatung<br />

Steuerberatung<br />

Wirtschaftsprüfung<br />

Öffentliche Auftragsvergabe<br />

Wettbewerbs- und Kartellrecht<br />

Zivil- und Arbeitsrecht<br />

Kommunalberatung<br />

BBH Berlin<br />

Dr. Christian de Wyl<br />

Magazinstraße 15-16<br />

10179 Berlin<br />

Telefon: +49 (030) 611 28 40 20<br />

christian.de.wyl@bbh-online.de<br />

BBH Köln<br />

Dr. Christian Jung, LL.M.<br />

KAP am Südkai/Agrippinawerft 30<br />

5<strong>06</strong>78 Köln<br />

Telefon: +49 (0221) 650 25 107<br />

christian.jung@bbh-online.de<br />

BBH München<br />

Untere Weidenstraße 5<br />

81543 München<br />

BBH Stuttgart<br />

Industriestraße 3<br />

70565 Stuttgart<br />

www.bbh-online.de<br />

Die Sozietät Becker Büttner Held ist einer der führenden deutschen Berater in den<br />

Bereichen Energie- und Infrastrukturrecht mit europaweiter Verflechtung. Als integrierte<br />

Sozietät ist BBH mit 200 Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern<br />

und Ingenieuren sowie insgesamt über 400 Mitarbeitern an den Standorten<br />

Berlin, Köln, München, Stuttgart und Brüssel vertreten.<br />

Markenzeichen der Kanzlei Becker Büttner Held ist der interdisziplinäre Beratungsansatz.<br />

Neben der rechtlichen Analyse werden die wirtschaftlichen und technischen<br />

Zusammenhänge aufgeklärt, um der Praxis so langfristig tragfähige Lösungen anzubieten.<br />

Konsequenz dieses Selbstverständnisses war die Neugründung der Becker<br />

Büttner Held Consulting AG in 2010.<br />

Unser Beratungsschwerpunkt liegt im Bereich Energie, in welchem wir umfassend<br />

aktiv sind. Eine langjährige Verwurzelung und umfassende Kenntnis der Branche<br />

sichern eine herausragende Qualität unserer Tätigkeit, von der unsere Mandanten<br />

profitieren. Verkehr und Infrastruktur, Finanzierungen, Fördermittelberatung, gesellschafts-<br />

und steuerrechtliche Beratung und Gestaltung, Zivil- und Arbeitsrecht<br />

sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht ergänzen den Tätigkeitsbereich. Gerade im Bereich<br />

der Elektromobilität geht es um das Zusammenspiel verschiedener Branchen<br />

und Rechtsgebiete.<br />

Den Kern der Mandantschaft bilden zahlreiche Energie-, Verkehrs- und Versorgungsunternehmen,<br />

vor allem Stadtwerke, Industrieunternehmen und Kommunen,<br />

aber auch internationale Konzerne sowie mittelständische Unternehmen der<br />

Privatwirtschaft ergänzen das Mandantenportfolio. Diese berät BBH in allen Rechtsfragen,<br />

aber auch betriebswirtschaftlich und strategisch bei ihrem wirtschaftlichen<br />

Engagement.<br />

BBH ist zudem in der Politikberatung sowie der Beratung von öffentlichen Körperschaften<br />

und Verbänden tätig. Von Vorteil für diese vielschichtigen Beratungsauf-<br />

gaben ist unser bundesweit gespanntes universitäres Netzwerk und eine Vielzahl<br />

einschlägiger eigener Publikationen.<br />

Gerne stehen wir auch Ihnen mit Rat und Tat erfolgreich zur Seite.<br />

80 Neue Mobilität<br />

www.invra.de<br />

inVra treuhand ag<br />

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


erste flotten - EBG<br />

Erste Flotten - eE-Tour Allgäu<br />

Entspannt auf zwei Rädern<br />

Elektromobilität in ländlichen Regionen<br />

Elektrisch durchs Allgäu<br />

Elektromobilität im Tourismus erfolgreich getestet<br />

Alle Arten von Elektrofahrzeugen können auf dem Parkplatz vor den Gemeindewerken Wendelstein aufgeladen werden<br />

eE-Tour Allgäu Ladesäule in Oberstaufen<br />

Die infolge des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität<br />

ausgewählten Modellregionen sind in erster Linie Ballungsgebiete.<br />

Gerade in der Stadt hofft man auf die Reduzierung<br />

von CO2-Ausstoß und Lärm-Emission durch Elektrofahrzeuge,<br />

die sich durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen<br />

speisen. Das muss hier aber nicht zwingend nur durch<br />

Individualverkehr passieren; auch durch Umrüstung von<br />

Bussen und Schienenfahrzeugen lassen sich entsprechende<br />

Effekte erzielen.<br />

In ländlichen Regionen, wo das Netz des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs<br />

nicht so dicht ist, sind die Menschen deutlich<br />

mehr auf eigene Fahrzeuge angewiesen. Umso besser,<br />

wenn auch hier Initiativen zur Förderung der eMobilität ergriffen<br />

werden - wie zum Beispiel im fränkischen Markt Wendelstein.<br />

Mit etwa 15.500 Einwohnern verteilt auf mehrere<br />

Ortsteile sind die Verhältnisse typisch ländlich. Aber mit seiner<br />

Ausrichtung auf Erneuerbare Energien wie Photovoltaik<br />

und Windkraft setzt Wendelstein klare Akzente.<br />

Die Nähe zu Nürnberg macht die Gemeinde als Wohnort für<br />

Familien attraktiv; das Ortszentrum mit seinem ansprechenden<br />

Straßenbild, der Riemenschneider-Altar in Kleinschwarzenlohe<br />

und die reizvolle Landschaft einschließlich Schlössern<br />

und historischem Ludwig-Donau-Main-Kanal bieten<br />

hervorragende Erholungsmöglichkeiten für Touristen. Mehrere<br />

gut ausgebaute Fahrradrouten laden zu Erkundungstouren<br />

ein.<br />

Die kann man neuerdings auch mit Pedelecs unternehmen.<br />

Drei dieser mit Elektromotoren unterstützten Fahrräder können<br />

bei den Gemeindewerken kostenlos ausgeliehen werden;<br />

außerdem gehört zum Angebot auch ein Elektroroller,<br />

der bis zu 45 km/h schnell ist. Wenn die Akkus (beim Roller<br />

nach etwa 50 bis 60 Kilometern, bei den Fahrrädern nach<br />

ca. 80 Kilometern) aufgeladen werden müssen, steht vor<br />

dem Gebäude der Gemeindewerke eine compleo-Ladesäule<br />

aus dem Hause EBG zur Verfügung, die im Prinzip natürlich<br />

auch Elektroautos aufladen kann. Das robuste Gehäuse aus<br />

schlagfestem Kunststoff ist wetterbeständig und beherbergt<br />

im Inneren eine ausgeklügelte Technologie, die sich auch zukünftigen<br />

Anforderungen wie Vernetzung und Einbindung in<br />

GPS- sowie Abrechnungssysteme gewachsen zeigt.<br />

Die Reaktion der Kunden ist durchweg positiv. Die Reichweite<br />

der Akkus finden sie absolut ausreichend, Gegenwind<br />

und Steigungen sind kein Problem mehr. »Auch die steilste<br />

Wegstrecke hoch zum Rothsee kostet nur ein Lächeln«, berichtet<br />

ein Testfahrer begeistert. Sein Fazit: »50 Kilometer<br />

entspannt gefahren - und es hat wirklich Spaß gemacht!«<br />

Während der Hannover Messe vom 23. bis 27. April 2012<br />

wird die EBG compleo GmbH auf der MobiliTec ausstellen.<br />

EBG compleo GmbH<br />

www.ebg-compleo.de<br />

Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt<br />

eE-Tour Allgäu ist Mitte 2009 gestartet. Insgesamt<br />

haben 10 Partner unter der Konsortialführung der<br />

Allgäuer Überlandwerk GmbH an Mobilitätskonzepten der<br />

Zukunft geforscht und dazu eine vernetzte Infrastruktur entwickelt.<br />

Mit eE-Tour Allgäu hat die Elektromobilität flächendeckend<br />

Einzug in das Allgäu gehalten. Die Elektroautos wurden an<br />

verschiedenen Standorten wie Kempten, Oberstdorf, Oberstaufen,<br />

Bad Wörishofen und Füssen vermietet, Urlauber<br />

und Einheimische konnten so das Allgäu mit Elektroautos<br />

»erfahren«.<br />

Derzeit reisen ca. 80% der Urlauber mit dem eigenen Auto<br />

an, dies könnte sich zukünftig mit dem intermodalen Allgäuer<br />

Mobilitätskonzept ändern, so können z.B. Urlauber mit<br />

dem Zug anreisen und sich an einem der Elektromobilitätsstandorte<br />

ein Elektroauto mieten, denn umweltfreundliche<br />

Mobilität ist in der beliebten Urlaubsregion sehr wichtig.<br />

Ein typischer Tagesablauf könnte sein: Sie mieten sich in<br />

Oberstdorf in ihrem Hotel ein Elektroauto und fahren damit<br />

zu den Königsschlössern in Füssen. Dort angekommen laden<br />

sie ihr Fahrzeug an der Ladesäule auf und während sie<br />

Schloss Neuschwanstein besichtigen, wird das Elektroauto<br />

auf dem Parkplatz geladen, so dass sie problemlos wieder<br />

zurück zum Hotel kommen.<br />

Damit die Fahrer der eFahrzeuge auch immer und überall<br />

zielsicher ankommen, sind die Fahrzeuge mit einem erweiterten<br />

Navigationssystem ausgerüstet, welches von den<br />

Projektpartnern entwickelt wurde. Dieses Navigationssystem<br />

übernimmt nicht nur die Zielführung zum gewünschten<br />

Reiseziel, sondern zeigt dem Fahrer auch die noch vorhandene<br />

Reichweite und alle verfügbaren Ladesäulen an. Dies ist<br />

im Allgäu besonders wichtig, da die schöne Berglandschaft<br />

durch ihre vielen Steigungen eine besondere Herausforderung<br />

für die Batterie der Elektroautos darstellt.<br />

Insgesamt wurden 14 Ladesäulen in der Region aufgestellt,<br />

die mit CO2-freiem Strom betrieben werden. Dies schafft neben<br />

dem schönen Urlaub im Allgäu noch ein gutes Gewissen<br />

für den Urlauber, da man sauber und leise das Allgäu erkunden<br />

kann. Durch die Zusammenarbeit mit der Stadtwerke-<br />

Kooperation ladenetz.de stehen dem eMobilisten über 140<br />

Ladesäulen in Deutschland und Österreich zur Verfügung.<br />

Dass dieses Konzept gut ankommt, beweisen weit über<br />

2.000 Nutzer, die im einjährigen Feldversuch über 220.000<br />

Kilometer mit 42 Elektroautos zurückgelegt haben.<br />

Stefan Sievert<br />

Allgäuer Überlandwerk<br />

info@ee-tour.de<br />

www.ee-tour.de<br />

82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83


erste flotten - Markus Wenzel<br />

erste flotten - Südtirol<br />

Insel Sylt hat Ruhe verdient<br />

Interview mit Markus Wenzel<br />

Südtirol - Nachhaltigkeit im<br />

Alpinen Raum<br />

Markus Wenzel bei der Einweihung der Ladesäule von e8energy für seine eAutos auf SylT Bild: CitroËn Mit der Eisenbahn und Seilbahn schnell auf die PISTE Quelle: Tourismusverband Kronplatz<br />

Welches elektromobile Angebot machen Sie Ihren Gästen?<br />

Bei uns vor der Bürotür, direkt an der Hauptstraße im schönen<br />

Kampen, stehen vier C-Zeros und eine eTankstelle. Das sorgt<br />

für viel Aufsehen - wir nutzen die Autos als Firmenfahrzeuge.<br />

Wir bieten unseren Gästen in Zusammenarbeit mit e8energy &<br />

Citroën die Möglichkeit, die kleinen Flitzer zu testen. Ganz unkompliziert.<br />

»Hier, nimm, fahr‘ mal ‘nen Tag und dann weißt<br />

du, dass Elektromobilät auch Spaß macht!« Ohne Geld, ohne<br />

Verträge, so können die Gäste mal schnell was Neues probieren.<br />

Im Urlaub ist man ja bekanntlich offener für Neues.<br />

Welche Motivation steckt dahinter?<br />

Den Wunsch nach mehr Ökologie und bewusstem Leben<br />

habe ich schon immer gehabt. Ich komme gebürtig aus Dannenberg<br />

- Gorleben und Castor waren immer sehr präsent.<br />

Ich bin dort bereits vor 30 Jahren mit den Anfängen von Solar-<br />

und Windstrom groß geworden. Aber mein Wunsch ist<br />

es, auch ohne »grünes Teesocken-Image« aktiv zu sein und<br />

was zu tun für die Umwelt.<br />

Nutzen Sie selbst auch eFahrzeuge?<br />

Ja, ich fahre nur elektrisch und mein Team ist auch völlig begeistert.<br />

»Öltanker« sind laut, langsam im Anzug, groß und<br />

stinkig. Unsere Insel Sylt hat Ruhe verdient. Bei weiten Strecken<br />

auf dem Festland nehme ich die Bahn, oder manchmal<br />

auch - unökologisch, aber schnell - den Flieger.<br />

Welche Erfahrungen haben Sie damit auf Sylt gemacht?<br />

Sylt ist natürlich eine perfekte Teststrecke. 40 Kilometer lang,<br />

da kommt man mit einer Batterieladung und 130 Streckenkilometern<br />

mehr als prächtig über den Tag. Perfekt wäre ein<br />

eCabrio, dann könnte man die Insel noch besser genießen.<br />

Sylt ist als Vorreiter für alternative Antriebe ideal wegen der<br />

Überschaubarkeit und des Images der Insel. Wenn bei uns<br />

etwas so Innovatives passiert, dann schauen die Menschen<br />

in der ganzen Republik hin. Zudem urlauben hier Entscheider,<br />

die es sich leisten können, ein wenig mehr Geld auszugeben<br />

und damit Zeichen zu setzen.<br />

Wie werden Ihre Fahrzeuge vor Ort wahrgenommen?<br />

Viele sind sehr interessiert, gucken und fragen. Auch die<br />

Insulaner nehmen die Präsenz der eMobile sehr positiv auf<br />

und führen uns immer als Beispiel an, wenn es um zukunftsweisende<br />

Strategien geht. Früher dachte ich immer, ich brauche<br />

einen Hund um »Anschluss« zu finden. Stimmt nicht. Ein<br />

eAuto erfüllt denselben Zweck, muss morgens aber bei Regen<br />

nicht raus.<br />

Markus Wenzel<br />

www.kampeninfo.de<br />

Wer Südtirol von all seinen Blickpunkten betrachten will,<br />

stellt sich der Herausforderung Höhen zu überwinden, Täler<br />

und Berge miteinander zu verknüpfen. Diese Distanzen<br />

faszinieren und fordern die Entwicklung der Mobilität besonders<br />

im alpinen Raum heraus.<br />

Nicht umsonst war bereits im Jahre 1908 die Kohlerer Seilbahn<br />

bei Bozen die erste Bahn für den Personentransport.<br />

Heute finden wir in Südtirol zahlreiche Beispiele, wo das Verkehrswege-<br />

und Bahnnetz mit Seilbahnen und Aufstiegsanlagen<br />

verbunden ist und so Personen schnell und nachhaltig<br />

auf den Berg befördert werden können - zu jeder Jahreszeit.<br />

Das Land ist an den Herausforderungen, die die verschiedenen<br />

Höhenlagen mit sich bringen, zu einer wettbewerbsfähigen<br />

Kompetenz gewachsen. Eine Erfahrung, welche sich<br />

im Bereich der alpinen Technologien wiederspiegelt. In Südtirol<br />

kennt und wertschätzt man Tradition ohne dabei den so<br />

wichtigen Weitblick in die Zukunft zu vernachlässigen. Dabei<br />

setzt das Land deutliche Zeichen, welche den Trend hin<br />

zu Elektro- und nachhaltiger Mobilität unterstreichen. Die<br />

Weichen dazu sind gestellt. Bereits heute produziert Südtirol<br />

doppelt so viel Strom aus Wasserkraft, als im Land selbst<br />

gebraucht wird. Bei der Anwendung von Erneuerbaren Energien<br />

(Photovoltaik, Biogas, Geothermie u.a.) ist Südtirol somit<br />

die führende Region in Italien. Besonders im Personennahverkehr<br />

wird verstärkt auf die Integration von Elektrofahrzeugen<br />

und den damit verbundenen Strukturen und<br />

Dienstleistungen gesetzt, um innovative Mobilitätskonzepte<br />

zu erhalten.<br />

ADAC eRallye Südtirol - Alps Zero<br />

Vom 22. bis 28. September 2012 testen 40 ausgewählte<br />

ADAC-Clubmitglieder unter dem Motto »Fahren und erfahren«<br />

die Effizienz und Alltagstauglichkeit von vier in Serie verfügbaren<br />

Elektrofahrzeugen. Am Start sind der Opel Ampera,<br />

der Daimler smart ed, der Peugeot iOn und der Nissan Leaf.<br />

Auf fünf Routen quer durch das Land, über unterschiedliche<br />

Geländegegebenheiten wird die Leistung der vier Elektro-<br />

Pkw auf den Prüfstand gestellt.<br />

Entscheidend sind unter anderem der Akku-Verbrauch sowie<br />

die Gleichmäßigkeit des Fahrens. Nichtsdestotrotz steht neben<br />

dem technischen Test das Erlebnis im Vordergrund. Die<br />

täglichen Mittags-Ladestopps von 2 bis 3 Stunden werden in<br />

Südtirol mit 300 Sonnentagen im Jahr, Berg- und Talstraßen,<br />

alpinen und mediterranen Köstlichkeiten und einer Vielzahl<br />

an Sehenswürdigkeiten bestimmt kurzweilig.<br />

Petra Kainzwaldner<br />

Südtirol Marketing Gesellschaft<br />

www.suedtirol.info/nachhaltigkeit<br />

84 Neue Mobilität Neue Mobilität 85


erste flotten - movelo<br />

erste flotten - movelo<br />

Das Urlaubserlebnis mit<br />

dem Elektrofahrrad<br />

Bild 2: Bei Hybridelektrofahrzeugen (HEV) müssen chemische, mechanische und elektrische Energie bei der Simulation berücksichtigt<br />

werden (Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />

Geführte Radtour mit dem Elektrofahrrad Photo ©movelo GmbH e-Bike-Fahrerin in der movelo Region »Berchtesgadener Land« Photo: © movelo GmbH<br />

Wenn man von einem Urlaub mit dem Elektrofahrrad spricht,<br />

trifft man unweigerlich auf den Namen movelo. Aber wer<br />

oder was ist movelo eigentlich? movelo ist kein Elektrofahrrad<br />

und auch kein Fahrradhersteller, sondern ein touristisches<br />

Dienstleistungsunternehmen mit dem Sitz in Bad<br />

Reichenhall/Deutschland. Diese Firma setzt sich bereits seit<br />

2005 mit dem Thema Elektrofahrrad im Tourismus auseinander<br />

und bietet für Tourismusregionen ein All-Inclusive-Paket<br />

rund um das Elektrofahrrad an. In den Urlaubsregionen<br />

werden ein flächendeckendes Netz aus Verleih- und Akkuwechselstationen,<br />

Radinfrastruktur, touristische Angebote<br />

inklusive Service und Marketing installiert. movelo arbeitet<br />

exklusiv mit dem Schweizer Qualitätsunternehmen Biketec<br />

und dessen Elektrofahrrad FLYER zusammen.<br />

Gäste »erfahren« die schönsten Sehenswürdigkeiten, die<br />

atemberaubendsten Aussichtspunkte, kulturelle Highlights<br />

und kulinarische Köstlichkeiten der Regionen so genussvoll<br />

wie noch nie. Ausleihen, aufsitzen und los.. heißt dabei der<br />

Slogan mit dem sich Gäste in über 80 Tourismusregionen<br />

in Deutschland, Österreich, Belgien und Spanien eines von<br />

5.000 Elektrofahrräder mieten können.<br />

Sollte man bereits zahlreiche Genusskilometer zurückgelegt<br />

haben und sich die Akkuleistung dem Ende neigen, so fährt<br />

man ganz einfach zur nächsten Akkuwechselstation und holt<br />

sich eine frisch aufgeladene Batterie und kann wieder munter<br />

drauf los radeln. movelo kennt hier keine Grenzen und ermöglicht<br />

ein regionsübergreifendes Angebot. Der Gast kann<br />

ein Urlaubsgebiet verlassen und in die angrenzende Region<br />

radeln und auch dort das Akkuwechselsystem nutzen.<br />

Gäste mit eigenem Elektrofahrrad können von diesem Angebot<br />

ebenso profitieren. Wer einen FLYER besitzt, gibt seinen<br />

Akku bei einer Station ab und holt sich dafür einen Mietakku<br />

und klickt sich damit ganz einfach in das Wechselnetz ein.<br />

Neu ab der Saison 2012 ist ein Ladeinfrastruktursystem in<br />

ausgewählten movelo-Regionen, wobei Gäste mit anderen<br />

Elektrofahrradmarken bei Stationen ihren Akku in abgesicherten<br />

Bereichen aufladen können.<br />

Seit 2011 hat movelo ihre Produktpalette mit der Untermarke<br />

movelo e-Travel erweitert. Dabei handelt es sich um ein Reiseportal<br />

mit Busreisen, Fernradwegen mit Gepäcktransport,<br />

Städtetrips, Reisen in unberührte Landschaften, Kultur- oder<br />

Genussreisen, Pauschalurlaube, geführte Gruppenerlebnisse<br />

und Individualreisen. Für jeden Urlaubstyp ist ein passendes<br />

Angebot im Programm.<br />

Ab kommender Saison bietet movelo mit der Einführung der<br />

movelo GreenCard, einer speziellen Kundenkarte mit vielen<br />

Vergünstigungen, Angeboten und einem vereinfachten Mietverfahren,<br />

dem Endkunden einen zusätzlichen Mehrwert.<br />

Wer über movelo mehr erfahren möchte kann sich im Sommer<br />

2012 bei der großen movelo Promotiontour, bestehend<br />

aus einer Promotionflotte und einer speziellen Show-Truck-<br />

Tour, erkundigen und testen.<br />

Alle Informationen zu den Regionen und dem umfangreichen<br />

Serviceangebot finden Sie unter www.movelo.com.<br />

movelo GmbH<br />

www.movelo.com<br />

unterstützen sie uns.<br />

Werden sie mitglied im bem.<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Fon 030 8638 1874 info@bem-ev.de<br />

www.bem-ev.de<br />

86 Neue Mobilität


STATUS<br />

QUO<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

und assoziieren mit der globalen Marke Innovation, Qualität, Design und “State of the Art“-<br />

Technologie.<br />

Nutzen auch Sie den herausragenden Ruf der Marke TELEFUNKEN für Ihre Produkte und<br />

werden Sie als Lizenznehmer Teil eines globalen Netzwerks, dessen Motor Innovation,<br />

Interaktion und stetige Weiterentwicklung sind.<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Mehr über unser Marken- und Lizenzmodell, aktuelle Best Practice-Beispiele und<br />

erfolgreiche Produkteinführungen erfahren Sie von den Geschäftsführenden Direktoren der<br />

TELEFUNKEN SE Herrn Voigt und Herrn Schaller unter<br />

<strong>06</strong>9 600 1110.<br />

Herausforderungen und Chancen einer Zukunftsbranche.<br />

TELEFUNKEN SE | Bockenheimer Landstrasse 101 | 60325 Frankfurt am Main<br />

88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />

Elektrofahrzeug-Batterien<br />

jenseits von Mythen<br />

Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner, BEM-Beiratsvorsitzender<br />

Jetzt wird es ernst. Nach vielen Prototypen und Feldversuchen<br />

werden nun Elektroautos einer breiten Kundschaft<br />

zugänglich. Nissan hat bereits über 20.000 Leaf verkauft.<br />

GM/Opel bauen gerade ihre Produktionskapazitäten für<br />

Volt/Ampera massiv aus. Beide Hersteller können derzeit<br />

mehr Autos verkaufen, als ihre Produktion hergibt. Hinter<br />

den Kulissen der globalen Autoindustrie stehen viele Elektroautos<br />

kurz vor der Serienreife.<br />

Allein 2012 erreichen für den Markt extrem bedeutende Produkte<br />

wie smart ED, Renault Zoe, Toyota Prius Plug-In und<br />

Ford Focus E den echten Großserien-Marktstart. 2013 gesellt<br />

sich dann mit dem BMW i3 das erste in Deutschland völlig<br />

neu konstruierte Premium-Elektroauto sowie viele weitere<br />

Modelle hinzu. Mit diesen Entwicklungen ist der Systemwechsel<br />

hin zum Fahren mit elektrischem Strom vom Netz<br />

nachhaltig und unumkehrbar eingeleitet.<br />

Trotzdem herrscht allgemein immer noch eine große Skepsis<br />

gegenüber eAutos. Viele Journalisten schreiben teils sehr<br />

negative Artikel, die diese Innovation häufig zunächst erst<br />

einmal von der Seite »was alles nicht geht« beleuchten.<br />

Die Antriebsbatterien stehen dabei meistens im Fokus. Es<br />

werden sehr viele negative »Mythen« wiederholt, oft auf<br />

falschen Fakten basierend. Dieser Beitrag setzt sich mit den<br />

vier wichtigsten Mythen der Lithium-Ionen-Batterien für Autos<br />

auseinander.<br />

Mythos 1: Batterien sind viel zu schlapp für »echte« Autos<br />

Aus berufenem Munde hört man häufig: »Erst wenn wir<br />

über Batterien verfügen, die einem Golf 600 km Reichweite<br />

ermöglichen, wird sich Elektromobilität durchsetzen«. Die<br />

Frage ist hierbei nur: Geht das überhaupt jemals technisch<br />

und braucht das jemand? Zunächst muss man allerdings<br />

folgendes klar abgrenzen: Ein Elektroauto nur mit Batterie<br />

wird niemals von München nach Hamburg fahren! Das wäre<br />

(auch in ferner Zukunft) weder physikalisch, ökonomisch<br />

noch ökologisch sinnvoll. Der Batterieelektrische Antrieb ist<br />

ausschließlich für die Kurzstrecke in Stadt und Umgebung<br />

geeignet. Allerdings genau eben in dem Einsatzzweck, bei<br />

dem in fast allen Ländern der größte Teil der jährlichen Kilometer<br />

gefahren werden (ca. 70%). Genau hierbei ist die<br />

Batterie als Energie-(Zwischen)Speicher perfekt und ideal.<br />

Marktforschungen haben daher ergeben, dass die ideale<br />

Größe einer Antriebsbatterie beim reinen Elektroauto zwischen<br />

15 und maximal 30 kWh liegt (je nach Gewicht und<br />

Reichweite). Beim Plug-In Hybrid/Range-Extender bei 5 bis<br />

15 kWh. Mit diesen Batteriegrößen kann die Industrie nahezu<br />

sämtliche denkbare Kundenwünsche abdecken. Alle Konzepte<br />

außerhalb dieser Grenzen adressieren entweder nicht<br />

vorhandene Reichweitenbedürfnisse, oder die Konstruktion<br />

des eFahrzeugs ist mangelhaft, weil es z.B. viel zu schwer ist.<br />

Nicht nur deshalb bietet die Technologie der Lithium-Ionen-<br />

Batterie bereits heute genügend Leistung und Energie für<br />

den oben beschriebenen Einsatzzweck. Die Entwicklungsziele<br />

der Batterie-Industrie liegen daher nicht auf der Entwicklung<br />

immer größerer Batterien, sondern darin einerseits<br />

die Herstellkosten und andererseits das Gewicht und den<br />

Bauraum der Batterien zu minimieren.<br />

Mythos 2: Batterien für Autos sind viel zu schwer<br />

Richtig ist, dass ein Batteriesystem der ersten Generation<br />

noch ca. 7-9 kg pro nutzbare kWh wiegt (incl. Gehäuse, Kühlung,<br />

etc.). Entwicklungsziel der Industrie ist es dieses zu<br />

halbieren. Dafür werden ca. 2-3 Generationen, also ca. 5-8<br />

Jahre gebraucht.<br />

Allerdings ist heute schon - bei vernünftiger Auslegung des<br />

elektrischen Antriebsstrangs - der netto Gewichtszuwachs<br />

absolut überschaubar. Schließlich sind Verbrennungsmotoren<br />

mit all der Peripherie (Auspuff, Tank, etc.) auch »relativ«<br />

schwer. So beträgt beim neuen 2012 smart ed ein solcher<br />

Netto-Gewichts-Zuwachs weniger als 6% des Gesamtfahrzeuggewichtes.<br />

Mythos 3: Batterien für Autos sind viel zu teuer<br />

Auch hier muss man relativieren. Absolut gesehen sind die<br />

Herstellkosten für Traktions-Batterien noch zu hoch. Gerade<br />

hier wird die Industrie, hauptsächlich durch die Massenproduktion,<br />

die Kosten um bis zu 50% gegenüber heute senken.<br />

Das geht in der Praxis doch viel schneller, als die meisten Be-<br />

teiligten gedacht haben. Allerdings zeigt das Beispiel 2012<br />

smart ed deutlich, dass schon heute die Serienbatterien der<br />

ersten Generation ein recht gutes Geschäft für die Autohersteller<br />

sein können. So kostet die Herstellung des Batteriesystems<br />

dieses Fahrzeugs geschätzte 6.000 bis 7.000 Euro.<br />

Dies scheint zunächst recht viel und entspricht ungefähr den<br />

Herstellkosten eines smart mit Benzinantrieb. Bei einem<br />

Netto-Verkaufspreis des 2012 smart ed von 16.000 Euro<br />

kann man etwa die Hälfte der Batteriekosten sozusagen als<br />

»direkt vom Kunden bezahlt« abziehen.<br />

Die andere Hälfte der Batteriekosten wird über das Batterieleasing<br />

»zurückverdient«. Für den Kunden sind die 67 Euro<br />

Leasingkosten pro Monat nahezu ein »Nullsummenspiel«,<br />

da sie ungefähr einer gesparten Tankfüllung im Monat entsprechen.<br />

Für smart ist nach ca. vier Jahren die Batterie über<br />

das Leasing vollständig bezahlt; nach ca. 4,5 Jahren inklusive<br />

der Zinsen für das Leasing. Danach verdient smart ordentlich<br />

an den Batterien. Sollte die Batterie die Anforderungen<br />

an die Lebensdauer von mindestens zehn Jahren erfüllen, so<br />

kommt da eine Summe von bis zu 4.000 Euro zusammen.<br />

Mythos 4: Die Haltbarkeit der Antriebsbatterien ist schlecht<br />

Bei Lithium-Ionen-Batterien handelt es sich im Grundsatz<br />

um einen Energiespeicher, bei dem Laden und Entladen<br />

durch chemische Prozesse vonstattengehen. Diese chemischen<br />

Prozesse sind theoretisch unendlich reversibel, d.h.<br />

ein solcher Akku müsste prinzipiell eine unendliche Lebensdauer<br />

haben.<br />

In der Praxis allerdings beeinflussen zwei wesentliche Komponenten<br />

die Alterungsprozesse bzw. die Lebensdauer (siehe<br />

Schaubild). Zum einen führen die bereits bei der Herstellung<br />

von Batteriezellen »eingebauten« kleinsten Unregelmäßigkeiten<br />

und Verunreinigungen zu lokalen schleichenden<br />

Zerstörungsprozessen. Zum anderen wird die Alterung der<br />

Batterie-Zellen maßgeblich durch das sog. Lebenszyklusmanagement<br />

beeinflusst. Hierbei sind die Betriebstemperatur<br />

aber auch das Lade- und Entlademanagement von entscheidender<br />

Bedeutung.<br />

Die Autoindustrie hat die Traktions-Batterie zu einem »non<br />

Service Item« ingenieurtechnisch ausgelegt. Das heißt, dass<br />

die Batterie im Normalfall über die gesamte Lebensdauer<br />

des Fahrzeugs ohne besonderen Service überdauern muss.<br />

Im Extrem sind das 15 Jahre und bis zu 250.000 km Laufleistung.<br />

Ob das bereits in der ersten Generation so gelingt, ist<br />

ein großes Geheimnis. Allerdings lässt die Industrie keinen<br />

Zweifel daran, dass dies mindestens bei der nächsten Generation<br />

gelingen wird.<br />

Neben hochpräzisen und hochautomatisierten Produktionsprozessen,<br />

vor allen Dingen bei den Lithium-Ionen Zellen,<br />

liegen die Entwicklungsschwerpunkte beim sog. Batterie-<br />

Management System. Hier wird vor allen Dingen Software<br />

den Unterschied machen.<br />

Fazit<br />

Batterien für Elektroautos sind bereits heute besser, als ihr<br />

Ruf. Sie werden jedenfalls nicht der wesentliche Engpass bei<br />

dem Systemwechsel zur Elektromobilität sein. Es ist vielmehr<br />

wie immer der Mensch, der einerseits den Willen zum<br />

Umstieg haben muss. Aber auch die Politik ist andererseits<br />

bei Systemwechseln gefordert. So wird der smart ed in Frankreich<br />

die Kunden deutliche 5.000 Euro weniger kosten. Eine<br />

solche Anschubfinanzierung hilft der Industrie mittelfristig<br />

kostengünstige und langlebige Batterien zu entwickeln und<br />

damit den Systemwechsel weg vom Öl hin zum emissionsfreien<br />

Fahren mit Strom vom Netz zu vollziehen.<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner // BEM-Beiratsvorsitzender<br />

VentureCheck Company<br />

www.venturecheck.com<br />

Ein eAuto-Batteriesystem kann bei richtiger Auslegung sehr hohe Lebensdauern erreichen<br />

Maximale Lebensdauer:<br />

15 Jahre<br />

250 Tkm<br />

100% sicher<br />

Quelle: VCC, Panasonic, Nissan<br />

50 %<br />

50 %<br />

Batteriesystem<br />

Nissan Leaf (2011)<br />

exzellente<br />

Zellenqualität<br />

optimales<br />

Lebenszyklus-Management<br />

• hochqualitative Rohmaterialien<br />

• hoch-präzise Produktionsprozesse<br />

• exzellentes Monitoring, sehr enges Ausschussfenster<br />

• schmales, ideales Temperaturfenster<br />

• adaptives Lade-/Entlademanagement<br />

• laufendes modellbasiertes Balancieren<br />

Diese Anforderungen sind zum Teil zehnfach<br />

höher als bei Akkus für Laptops/Handys<br />

Lithium-Ionen-Zelle<br />

90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />

Induktives Laden<br />

Die urbane Lösung von morgen?<br />

»Der alles entscheidende Faktor für die Zukunftsfähigkeit<br />

ist die Nutzerakzeptanz.«<br />

Ganz so einfach, wie bei der elektrischen Zahnbürste ist es<br />

nicht, wenn man Elektrofahrzeuge mittels Induktion kontaktlos<br />

mit Energie versorgen will.<br />

Die induktive Energieübertragung ist ein vielversprechendes<br />

Zukunftsthema für die Elektromobilität, da sie den Ladevorgang<br />

komfortabler und sicherer gestalten könnte. Beim induktiven<br />

Laden wird der Ladestrom elektromagnetisch und<br />

damit berührungslos von einer Spule auf eine andere Spule<br />

übertragen. Die energieabgebende Spule kann flächenbündig<br />

in den Parkplatz integriert werden. Im Stadtraum<br />

könnte somit die weitere Verstellung mit Stadtmöbeln für<br />

Elektromobilität vermieden werden, was gegebenenfalls die<br />

Bereitschaft der Stadtbezirke zur Unterstützung dieser umweltfreundlichen<br />

Mobilitätsvariante steigert. Für den Nutzer<br />

entfiele das häufige Ein- und Ausstecken der Stromkabel,<br />

was einen beachtlichen Komfortvorteil darstellt. Die Ladetechnologie<br />

funktioniert sicher unter allen Witterungsbedingungen<br />

- auch bei Nässe, Eis und Schnee, da Freiräume zwischen<br />

den Spulen von 10 cm und mehr technisch machbar<br />

sind.<br />

Vom Nutzer kann nicht erwartet werden, dass er sein Fahrzeug<br />

immer optimal über dem Ladefeld im Parkplatzbelag<br />

abstellt. Deshalb ist es bei veränderlicher relativer Position<br />

von abgebender Primärspule zu aufnehmender Sekundärspule<br />

zur Erhaltung einer optimalen Leistungsübertragung<br />

notwendig, die Induktivitätsänderungen durch eine Kondensatorbank<br />

nachzuregeln, sodass die Induktivität immer<br />

durch die Kapazität kompensiert wird und das System somit<br />

ein rein ohmsches Verhalten zeigt.<br />

Es handelt sich also um eine Geometriefrage, die es zu klären<br />

gilt, wobei der Spulenabstand zueinander, also der Luftspalt<br />

eine nicht so kritische Größe darstellt, wie die Position in lateraler<br />

und transversaler Richtung. Aber auch der seitliche<br />

Versatz ist durch eine Kondensatorbank so kompensierbar,<br />

dass die Koppelinduktivität optimal gehalten werden kann<br />

und damit die übertragbare Leistung hoch bleibt. Für den<br />

Spulenabstand gilt, dass die magnetische Kopplung umso<br />

besser ist, je geringer das Verhältnis von Luftspalt zu Spulendurchmesser<br />

ist. Neben dem Energieübertragungs-Wirkungsgrad<br />

ist für die Systemauslegung vor allem die über<br />

den Luftspalt übertragbare Leistung relevant. Diese nimmt<br />

bei wachsendem Abstand wesentlich schneller ab als der<br />

Wirkungsgrad.<br />

Der nächste logische Schritt - induktiv laden, aber während<br />

der Fahrt<br />

Grundsätzlich gilt, je höher die Übertragungsfrequenz, desto<br />

größer ist auch die übertragbare Leistung/Energie pro Zeit<br />

und desto kleiner können die Bauteile ausfallen. Allerdings<br />

werden damit auch die Bauteile und das Versorgungskabel<br />

teurer. Bis 50 kHz sind heute gute und verhältnismäßig<br />

günstige Bauteile verfügbar.<br />

Bei Lagestabilität ist ein hoher Wirkungsgrad (bis zu 96%<br />

inklusive der Spulenverluste) der berührungslosen Energieübertragung<br />

realisierbar. Dies ist bei stehenden Anwendungen<br />

in der Regel machbar, wobei Abweichungen in geringem<br />

cm-Bereich als unproblematisch angesehen werden können.<br />

Bei größeren Positionsungenauigkeiten werden die Verluste<br />

schnell sehr groß.<br />

Das induktive Laden besitzt aber noch eine weitere Dimension:<br />

Dadurch, dass es keine mechanischen Verbindungen<br />

mehr gibt, lässt sich die Energieübertragung auch dynamisch,<br />

also bei bewegtem Fahrzeug realisieren. Hierbei hat<br />

die Fahrgeschwindigkeit keinen Einfluss auf die Energieübertragung.<br />

Dieser Umstand eröffnet ungeahnte Flexibilität<br />

für elektrifizierte Verkehre, sowohl gestalterisch, z.B. durch<br />

den Entfall von Oberleitungen für Straßenbahnen, als auch in<br />

Bezug auf die realisierbare Reichweite. Andererseits lassen<br />

sich durch die dynamische Zwischenladung auch Elektrofahrzeuge<br />

mit kleineren Batterien denken, deren Kosten damit<br />

nicht mehr so exzessiv über denen heutiger Verbrenner-<br />

Fahrzeuge lägen.<br />

Aufwändig ist bei induktiven Ladesystemen die Übertragung<br />

im fahrenden Zustand wegen des einzuhaltenden definierten<br />

Luftspalts und der Positionsgenauigkeitsanforderung<br />

der Sekundärspule über dem Primärleiter. Die seitliche Positionsoptimierung<br />

kann über eine automatische Spurführung<br />

des Fahrzeugs erfolgen, für die wiederum das in der Straße<br />

verlegte Primärkabel als Referenz genutzt wird (automatische<br />

Suche des Optimums der Energiedichte/Feldstärke).<br />

Varianten von Primärleitungen [Quelle IABG 2011]<br />

Ein grundsätzliches Problem bei in der Straße verlegten Leitungen<br />

sind die Verkehrslasten. Das primärseitige Kabel und<br />

ggf. weitere in die Straße integrierte oder unter der Straße<br />

eingegrabene Komponenten müssen hier Überfahrten von<br />

allen straßenzugelassenen Fahrzeugen schädigungsfrei ertragen,<br />

inklusive Versätzen des Straßenbelags durch z.B.<br />

Bremskräfte und thermische Strukturveränderungen. Erschwerend<br />

kommt hier hinzu, dass für eine möglichst gute<br />

Energieübertragung eine oberflächennahe Installation des<br />

Primärkabels wünschenswert ist. Hierdurch wird die bauliche<br />

Realisierung komplex und aufwändig, was sich negativ<br />

auf die Kosten des Systems auswirkt.<br />

Wegen der vergrabenen und damit nicht einfach für Wartungs-<br />

und Inspektionszwecke erreichbaren Komponenten<br />

muss die Betriebsstabilität als kritisch angesehen werden.<br />

Hierbei wirken durch die häufigen An-/Aus-Zyklen neben<br />

den mechanischen und thermischen Belastungen auch elektrischen<br />

Lasten negativ auf die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit<br />

der Bauteile.<br />

Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />

92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />

Fortsetzung von vorheriger Seite<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />

Induktives Laden<br />

»Ob sich induktive Systeme als urbane, öffentliche Ladelösung<br />

für Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt ganz<br />

entscheidend von der Einstellung und dem Verhalten<br />

der Kommunen ab.«<br />

Dennoch kann ein dynamisches, induktives Ladesystem<br />

interessant sein, denn hier ergibt sich die Möglichkeit der<br />

kombinierten Nutzung durch unterschiedliche Transportmittel<br />

wie Straßenbahn, elektrifizierter Bus, Elektrotransporter<br />

und Elektro-Pkw. Die Primärseite stellt bis zu einem Maximalwert<br />

Energie zur Verfügung. Wieviel davon abgerufen<br />

wird, bestimmen die jeweiligen Fahrzeuge selbst.<br />

Wirkungsgrad, Streufeld und Personengefährdung<br />

Die dynamische induktive Energieübertragung bleibt gegenüber<br />

den mit bis zu 96% Energieübertragungs-Wirkungsgrad<br />

in etwa mit konduktiven Systemen gleichwertigen statischen<br />

induktiven Systemen noch zurück. Hier muss mit 10% und<br />

mehr Verlust gerechnet werden. Insbesondere mit Blick auf<br />

die zu übertragende Leistung ist zu beachten, dass die Eindringung<br />

des elektromagnetischen Feldes in, in der Nähe liegende,<br />

metallische Teile, dort parasitäre Ströme erzeugt, die<br />

in diesen Bauteilen zu entsprechender Erwärmung führen.<br />

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist ein wesentlicher<br />

Sicherheitsaspekt. Voraussetzung für einen Einsatz eines<br />

induktiven Ladesystems ist, dass das (mittelfrequente)<br />

elektromagnetische Feld außerhalb des Fahrzeugbereiches<br />

sicher aus sein muss. Bei einem konduktiven Versorgungssystem<br />

ist dies unkritisch, da durch die Steckverbindung die<br />

leitenden Teile direkt miteinander in Kontakt kommen und<br />

somit das entstehende Feld gering ist. Beim induktiven System<br />

soll das Feld stark sein, damit genügend Energie in der<br />

zur Verfügung stehenden Zeit übertragen werden kann. Ein<br />

starkes Feld führt aber zu gesundheitlichen Risiken sowie<br />

zu Sicherheitsproblemen, wenn es frei abstrahlt, also nicht<br />

durch eine Aufnahmespule »eingefangen« wird.<br />

Die Feldstrahlung hängt von der Frequenz des Feldes und<br />

von der Stromstärke im Primärleiter ab. Der Gefahrenbereich<br />

liegt bei den für die Versorgung von Elektrofahrzeugen angedachten<br />

Systemen im Meter-Bereich. Daraus folgt einerseits,<br />

dass entweder die bestromten Primärleitersegmente<br />

sehr kurz (etwa 1 Meter) sein müssen, sodass nur vollständig<br />

unterhalb des Fahrzeugs befindliche Abschnitte ein Feld<br />

aufbauen, oder die mit dynamischen Induktionssystemen<br />

ausgestatteten Fahrbahnen müssten vom restlichen Verkehr<br />

separiert sein, sodass kein Unbeteiligter in die Nähe der Primärleitung<br />

kommt.<br />

Was ist mit Netzlastmanagement und Rückspeisung?<br />

Lastmanagement im Energienetz, zu dem neben der gesteuerten<br />

Aufladung von Elektrofahrzeugbatterien durch eingespeiste<br />

volatile Erneuerbare Energie auch die Rückspeisung<br />

aus den Fahrzeugbatterien zählt, bedingt einen unmittelbaren,<br />

zeitlich steuerbaren Zugriff auf wesentliche Fahrzeugsoftware<br />

und damit auch vertragliche Regelungen zwischen<br />

Energieversorger, Fahrzeughersteller und Fahrzeugnutzer.<br />

Weiterhin setzt Lastmanagement die Kommunikationsfähigkeit<br />

des Ladepunktes und die Einbindung der Ladeinfrastruktur<br />

in ein Back-End System voraus.<br />

Prinzipiell sind auch induktive Ladesysteme über ein Lastmanagement<br />

steuerbar und verhalten sich beim Ansatz<br />

Wind-to-Vehicle, also der gesteuerten Beladung des Fahrzeugs<br />

mit elektrischer Energie nicht anders als ein konduktives<br />

System. Schwieriger war dies bislang beim zweiten Teil<br />

des Lastmanagements, indem Vehicle-to-Grid, also das gesteuerte<br />

Entladen der Fahrzeugbatterie erfolgt. Inzwischen<br />

sind auf dem Markt aber bidirektionale Umrichter verfügbar,<br />

sodass auch ein Rückspeisen über den induktiven Versorgungsweg<br />

möglich ist.<br />

Viele Hürden - Warum ist die Zukunft dennoch induktiv?<br />

In diesem wurden einige Aspekte des induktiven Ladens gestreift,<br />

bei denen es noch eingehender weiterer Forschung<br />

und Entwicklung bedarf. Auch ist aufgrund der teuren Bauteile<br />

der Hochfrequenztechnik damit zu rechnen, dass auf<br />

absehbare Zeit induktives Laden im Invest zumindest nicht<br />

günstiger sein wird als konduktive Ladesäulen. Und ohne<br />

Gewährleistung der weitgehenden Wartungsfreiheit der<br />

vergrabenen bzw. verbauten Komponenten des induktiven<br />

Energieübertragungssystems werden auch bei den Betriebskostenkalkulationen<br />

nur schwerlich Vorteile gegenüber dem<br />

Laden über Kabel und Stecker ansetzbar sein.<br />

Dennoch, der alles entscheidende Faktor für die Zukunftsfähigkeit<br />

ist die Nutzerakzeptanz. Die Bedienerfreundlichkeit<br />

aufgrund der automatischen Erkennung des induktiven Ladepunktes<br />

ist ein schwergewichtiger Trumpf des induktiven<br />

Ladens gegenüber der Handhabung von Kabel und Stecker<br />

sowie dem Unfall- und Vandalismus-Risiko eines konduktiven<br />

Ladesystems. Ein weiterer Trumpf wird in der Vermeidung<br />

von Konflikten mit dem Stadtbild gesehen. Und nicht zuletzt<br />

ist auch die Frage der Schaffung einheitlicher internationaler<br />

Standards beim induktiven Laden einfacher, denn es genügt<br />

im Prinzip, die Primärseite festzulegen. Spezifische Einstellungen<br />

zum Laden können über Fahrzeugbedienelemente<br />

oder Smart-Phone-Applikationen ausgetauscht werden.<br />

Was nun die induktive Energieübertragung während der<br />

Fahrt betrifft, so sind hier noch wesentlich größere Herausforderungen<br />

zu bewältigen, die nicht nur rein technischer<br />

Natur sind. So ist bei Bahnsystemen, die sich wegen der<br />

Spurführung besonders anbieten, auch immer die Migration,<br />

d.h. die Zeit von der Einführung eines neuen Systems bis<br />

zur vollständigen Umstellung der entsprechenden Verkehrsinfrastruktur<br />

zu berücksichtigen. Es ist zu erwarten, dass auf<br />

absehbare Zeit nur Kurzstreckenüberbrückungssysteme,<br />

z.B. zur Ermöglichung des Weglassens komplizierter Fahrdrahtbespannungen<br />

an Kreuzungen über Induktion umgesetzt<br />

werden. Hier steht das induktive System dann aber<br />

in Konkurrenz zu anderen Optionen der Kurzzeitversorgung<br />

des Fahrzeugs, z.B. durch einen Energiespeicher in Form einer<br />

kleineren Batterie oder über Supercaps, die wiederum<br />

über den Fahrdraht/Stromabnehmer vor der leitungsfreien<br />

Kreuzung aufgeladen werden können. Gerade im öffentlichgewerblichen<br />

Transportbereich wird ein induktives dynamisches<br />

System seine Wirtschaftlichkeit beweisen müssen.<br />

Ob sich induktive Systeme als urbane, öffentliche Ladelösung<br />

für Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt ganz entscheidend<br />

von der Einstellung und dem Verhalten der Kommunen<br />

und hier insbesondere der Tiefbauämter ab. Denn<br />

jede Installation stellt einen Eingriff in das öffentliche Straßenland<br />

dar, der allerdings im Gegensatz zu konduktiven Ladesäulen<br />

nach Fertigstellung im Idealfall nicht sichtbar ist.<br />

Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />

Dornier Management Consulting<br />

Senior Consultant Energy & E-Mobility<br />

Gunter.nissen@dornier-consulting.com<br />

www.dornier-consulting.com<br />

94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />

Leichtbau<br />

Motive und Strategien<br />

Abb. 1: Fahrwerkteil mit Leichtbaustruktur<br />

Frontal 21 sendete im Oktober 2010 erstaunliche Testergebnisse:<br />

Im Stadtverkehr wurde der Spritverbrauch beispielsweise<br />

eines VW Golf Baujahr 1982 mit dem des neuen<br />

Spritspar-Modells Golf VI BlueMotion verglichen. Ergebnis:<br />

Der Ur-Golf ist sparsamer! Wie kann das sein?<br />

Bis auf den Strömungswiderstand, der im Citybetrieb bei<br />

heutigen Pkw keine entscheidende Rolle spielt, steigen alle<br />

Fahrwiderstände und so die zum Überwinden von Rollreibung,<br />

Beschleunigungs- und Steigungswiderstand nötige<br />

Energie mit dem Fahrzeuggewicht. Der Golf I wog etwa 750<br />

kg, der Golf VI BlueMotion wiegt rund 1,3 Tonnen. Das höhere<br />

Fahrzeuggewicht kompensiert die Effizienzsteigerung<br />

des Antriebs. Sparsamere Autos erfordern also nicht nur effizientere<br />

Antriebe, sondern geringeres Gewicht. Ein Grund,<br />

warum Autos immer schwerer wurden, liegt im Stellenwert<br />

von Ausstattung und PS-Leistung. Verglichen werden Motorleistungen,<br />

obwohl das Leistungsgewicht, das Verhältnis<br />

von Gewicht zu Motorleistung, die Fahrleistungen bestimmt.<br />

Gewünscht werden Premium-Ausstattung und Volumen. Zugunsten<br />

der Universal-Rennreiselimousine wird auf Stadttauglichkeit<br />

verzichtet. Noch - ein Wandel zeichnet sich ab.<br />

Das Auto verliert als Statussymbol, praktische Eigenschaften<br />

sind gefragt. Gewicht macht auch nicht sicherer. Leichte Fahrzeuge,<br />

richtig konstruiert, bieten genauso höchstes Sicherheitsniveau,<br />

wie wir exemplarisch in der Formel 1 sehen.<br />

Leichtbau als zeitgemäße Konstruktionsphilosophie reduziert<br />

den Energiebedarf beim Fahren, spart Rohstoffe und<br />

Energie bei der Herstellung und fördert die Langlebigkeit.<br />

Elektrofahrzeuge profitieren deutlich mehr vom Leichtbau<br />

als Fahrzeuge mit fossilem Antrieb: Gute Reichweiten und attraktive<br />

Fahrleistungen werden mit leichten und bezahlbaren<br />

Batterien möglich. Erhält ein Elektroauto statt klassischem<br />

Antriebsstrang radintegrierte Maschinen, muss die Karosserie<br />

weder das Gewicht dieser Komponenten tragen, noch<br />

die davon erzeugten Kräfte abstützen. Die Anforderungen an<br />

Strukturbauteile reduzieren sich, Raum wird besser genutzt.<br />

Ideale Voraussetzungen für konsequenten Leichtbau, bei<br />

dem es statt einiger Kilogramm mindestens um eine Massehalbierung<br />

geht. Leichtbau ist ein Naturprinzip, von dem wir<br />

uns inspirieren lassen können. Stabile und zweckgemäße<br />

Strukturen entstehen durch Verbindung unterschiedlichster<br />

Materialien und intelligente Formgebung (Mikrostrukturierung,<br />

Profilierung, Knotenausbildung etc.).<br />

Leichtbau nutzt leichte Werkstoffe (Stoff/Materialleichtbau),<br />

besondere Konstruktionsprinzipien (konstruktiver Leichtbau,<br />

Formleichtbau, Konzeptleichtbau/Funktionsintegration<br />

etc.) und geeignete Fügeverfahren. Die bloße Substitution<br />

z.B. von Stahl durch Aluminium schöpft Leichtbaupotentiale<br />

nicht annähernd aus. Kunststoffe, Faserverbundmaterialien<br />

(Glas- und Kohlefaserkunststoffe/GFK, CFK) und Leicht-<br />

metalle (Aluminium, Magnesium etc.) sind, vorzugsweise<br />

kombiniert, mögliche Werkstoffe für leichte Fahrzeuge. Umweltverträglichkeit,<br />

Gewichtsersparnis und Langlebigkeit<br />

bieten Biokomposite auf Basis nachwachsender Rohstoffe<br />

(NFK), etwa Flachs, Jute, Hanf oder Sisal und wurden schon<br />

beim Trabant genutzt.<br />

Bestand bisher im Automobilbau ein Werkstoff-Paradigma -<br />

Stahl als Basismaterial wurde nie wirklich in Frage gestellt<br />

- suchen wir im Leichtbau nach bestimmten Materialeigenschaften.<br />

Ein Beispiel: Elektroantriebe erzeugen wenig Verlustwärme.<br />

Damit wir effizienter heizen oder kühlen können,<br />

sollte ein Elektroauto, gleich moderner Gebäude, über<br />

eine Wärmedämmung verfügen. Diese erweiterte Anforderung<br />

erfüllen z.B. Sandwichplatten mit Waben- oder<br />

Schaumkern und Deckschichten aus Leichtmetallen oder<br />

Faserverbundstoffen bei zugleich geringem Gewicht und hoher<br />

Festigkeit. Ein anderes Beispiel: Die Batterie, schwerstes<br />

Bauteil eines Elektrofahrzeugs, muss crashsicher und fahrdynamisch<br />

optimal untergebracht werden.<br />

Ein Einbau in den Fahrzeugboden erfüllt diese Anforderungen.<br />

Anstatt nun einen Rahmen auszubilden, der die<br />

komplette Batterie aufnimmt, können die einzelnen Zellen<br />

unmittelbar in die Bodengruppe eingefügt und durch integrierte<br />

Leiterstrukturen gleich verschaltet werden. Hierfür<br />

eignen sich Kompositmaterialien aus Kunststoff und Metall.<br />

Ein Ende der Eisenzeit im Fahrzeugbau ist in Sicht!<br />

Die auftretenden Kräfte, die nach Betrag und Wirkrichtung<br />

genau bekannt sein müssen, und das gewählte Material<br />

bestimmen die Formgebung. Ein Fahrwerkteil etwa ist dann<br />

perfekt, wenn sich die aus allen möglichen Belastungen<br />

resultierenden Materialspannungen gleichmäßig verteilen<br />

und vom Material beherrschbare Größen vollständig nutzen.<br />

Überdimensionierungen wie Schwachstellen werden<br />

so vermieden. Das Konstruktionswerkzeug ist die FEM-Analyse,<br />

die Materialspannungen visualisiert. Früher übliche<br />

Werkstoffgeometrien mit gleichmäßigen Wandstärken und<br />

ingenieurmäßigen Rundungen offenbaren, FEM analysiert,<br />

ihr Optimierungspotential. Bionische Prinzipien eignen sich<br />

hier besonders. Der Längslenker (Abb. 1), Teil eines vom<br />

Autor konstruierten Leichtfahrzeugs, zeigt, wie ein bionisch<br />

optimiertes Bauteil aussehen kann; Radien sind durch stetige<br />

Übergänge ersetzt, die Materialstärken der Tragstruktur<br />

variieren.<br />

Großflächige Fahrzeugstrukturen können durch vibrationsdämpfende<br />

und leichte Sandwichplatten (Abb. 2) ersetzt<br />

werden.<br />

Abb. 3 vergleicht eine Alu-Platte mit der abgebildeten Wabenplatte.<br />

Die Belastbarkeit der Wabenplatte ist größer, die<br />

Spannungsverteilung günstiger - Gewichtseinsparung 50%.<br />

Verkleidungs- oder Karosserieteile können vorteilhaft aus<br />

Thermoplasten gefertigt werden. Neben der Gewichtseinsparung<br />

sind z.B. Polacarbonat-Platten schlagzäh, in der<br />

Abb. 2 Leichtbausandwichplatte<br />

Abb. 3 visualisierte Spannungsverteilungen<br />

Substanz durchgefärbt und korrossionsbeständig, also unempfindlicher<br />

als das »heilige Blechle«. Die Formgebung<br />

erfolgt aufwandsarm durch Thermoformen.<br />

Noch sind Elektrofahrzeuge Exoten mit kleinen Stückzahlen.<br />

Die umrissenen Leichtbaustrategien bieten sich für die Neukonstruktion<br />

von Elektrofahrzeugen auch an, weil die hohen<br />

Aufwendungen für Stahlteile (große Presswerke, teure<br />

Werkzeuge) durch smarte Verfahren (CNC-Zerspanung,<br />

Vakuumtiefziehen, Rapid-Manufacturing etc.) auf ein für<br />

kleinere Serien tragbares Maß reduziert werden können.<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

Erfinder, Entwickler,<br />

Konstrukteur und Berater im<br />

Bereich Elektromobilität<br />

Inhaber der Esch Projekt<br />

Systementwicklung Berlin<br />

www.esch-pro.com<br />

96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Christian Hanke & MaTThias Diller<br />

Status Quo der Elektromobilität - Christian Hanke & Matthias DIller<br />

Nachfragepotenzial von<br />

Elektrofahrzeugen<br />

Ein Fazit aus der Modellregion Bremen-Oldenburg<br />

In der Gesamtschau halten wir die Annahme der Bundesregierung<br />

für überaus optimistisch. Der gewünschte Markthochlauf<br />

scheint in der Kürze der Zeit kaum zu realisieren.<br />

Die Fortschritte der Elektromobilität müssen sich mit den erwarteten<br />

Effizienzentwicklungen bei konventionellen Fahrzeugen<br />

messen lassen können und zumindest den bisherigen<br />

Abstand bei Anschaffungspreisen oder der Reichweite<br />

durch deutlich geringere Betriebskosten bei den Elektrofahrzeugen<br />

auffangen. Dem läuft aktuell allerdings z.B. die<br />

Entwicklung bei den Strompreisen eher entgegen. Es bleibt<br />

daher abzuwarten, ob die bisherigen Anstrengungen ausreichen,<br />

damit Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren im<br />

Straßenbild merklich über die Aktivitäten von Modellprojekten<br />

hinaus präsent sein werden.<br />

Christian Hanke & Matthias Diller<br />

Jacobs University Bremen<br />

www.jacobs-university.de<br />

Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder die Klimaveränderung<br />

führen nicht nur in Deutschland zunehmend zu<br />

einer Debatte, wie die Zukunft der Mobilität gestaltet werden<br />

könnte. Das Thema Elektromobilität erhält vor allem<br />

seit der Veröffentlichung des Nationalen Entwicklungsplans<br />

Elektromobilität (2009) mediale Aufmerksamkeit. Wie realistisch<br />

sind aber 1 Million Elektrofahrzeuge bis 2020 auf<br />

deutschen Straßen? Insbesondere da laut Kraftfahrzeugbundesamt<br />

im Jahr der Veröffentlichung des NEE bundesweit<br />

erst 1.500 netzelektrische Fahrzeuge in Deutschland<br />

zugelassen waren.<br />

Im Rahmen der Modellregion Bremen-Oldenburg wurde daher<br />

das Nachfragepotenzial für netzelektrische Pkw für unterschiedliche<br />

Szenarien berechnet, wohlwissend, dass das Ziel<br />

der Bundesregierung z.B. auch Hybridmodelle umfasst. Die<br />

Fokussierung auf Pkw geschah vor dem Hintergrund, dass einige<br />

Hybrid-Pkw bereits zu wettbewerbsfähigen Preisen auf<br />

dem Markt sind sowie als Untersuchungsgegenstand der Individualverkehr<br />

im Mittelpunkt stand. Potenziale der Elektromobilität<br />

etwa für den Gütertransport oder auch besonders<br />

im Bereich des Werkverkehrs blieben bilang außen vor.<br />

Als Grundlage der Analyse dienten u.a. Daten zum Fahrzeugbestand<br />

und zur Fahrzeugdichte, zur Zahl der Neuzulassungen,<br />

Stilllegungsraten sowie der zurückgelegten Strecken<br />

bzw. Nutzungsgewohnheiten. Daneben wirken auch übergeordnete<br />

Faktoren, die es zu berücksichtigen galt. So nimmt<br />

z.B. bundesweit das Segment der Minis und Kleinwagen zu,<br />

während der Bestand an Fahrzeugen der Kompaktklasse<br />

stagniert und die Anteile der Mittelklasse und oberen Mittelklasse<br />

sogar zurückgehen. In den Kategorien der Minis,<br />

Kleinwagen und Kompaktklasse ist in den ersten Jahren der<br />

Markteinführung von netzelektrischen Pkw mit der stärksten<br />

Nachfrage zu rechnen. Dies erfolgt aufgrund der gegenwärtig<br />

begrenzten Reichweite und der damit verbundenen Nutzung<br />

für Kurz- bis Mittelstrecken sowie der hohen Konzentration<br />

der angebotenen Elektrofahrzeugmodelle innerhalb<br />

dieser Kategorien.<br />

Folgen wir dem Ziel der Bundesregierung wäre in der Untersuchungsregion<br />

für das Jahr 2020 ein Bestand von etwa<br />

33.000 Elektrofahrzeugen anzusetzen. Dies wird nur unter<br />

äußerst günstigen Voraussetzungen erreicht werden<br />

können. Es spricht zwar viel dafür, dass die Elektrifizierung<br />

des Verkehrs im Gegensatz zu den vielen gescheiterten Revitalisierungsversuchen<br />

in der Vergangenheit diesmal voranschreitet<br />

und über ein reines Randdasein hinauskommt.<br />

Allerdings zeigt das Referenz-Szenario, dass das Ziel der<br />

Bundesregierung in Bezug auf die Untersuchungsregion erst<br />

im Jahr 2024 - unter Geltung der gesetzten Annahmen - zu erreichen<br />

wäre. Ungünstigeren Voraussetzungen, z.B. dass der<br />

Abstand in Komfort, Anschaffungspreis, Reichweite usw. von<br />

Elektrofahrzeugen gegenüber konventionellen Automobilen<br />

in absehbarer Zeit nicht aufgeholt werden kann, führen unweigerlich<br />

nach einem eventuellen anfänglichen Hype wieder<br />

in ein Nischendasein. Zwar läge der Bestand von Elektromobilen<br />

im Jahr 2020 in diesem Szenario noch deutlich über<br />

dem aktuellen Wert von wenigen hundert Fahrzeugen, das<br />

Ziel von 33.000 Einheiten würde aber nicht nur weit verfehlt,<br />

sondern auch zehn Jahre später erst zu knapp einem Drittel<br />

erreicht.<br />

Die bisherigen Anstrengungen sowohl von staatlicher als<br />

auch von privatwirtschaftlicher Seite reichen zur Verwirklichung<br />

der Pläne daher nicht aus. Die Setzung von rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen in Bezug auf Haftungsverantwortlichkeiten<br />

bei der »Betankung« im öffentlichen Raum<br />

oder die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle stecken<br />

immer noch in den Anfängen und bedürfen weiterer Forschungs-<br />

und Erprobungszeit. Zwar können staatliche Anreize<br />

und Modellprojekte den Markthochlauf bis zum Jahr 2020<br />

unterstützen, ein Rückgang der Förderung nach Erreichung<br />

der Ziele sowie die Verminderung der öffentlichen Aufmerksamkeit<br />

könnte aber dazu führen, dass die Raten bei der<br />

Neuzulassung sinken und der Bestand von Elektrofahrzeugen<br />

stagniert.<br />

Modell zur Berechnung der Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen<br />

in der Modellregion Bremen-Oldenburg<br />

Pkw-Bestand in der Modellregion (Ausgangswert): 1,36 Mio. (KBA, 2010)<br />

gewerblich: 20 bis 40%<br />

Elektroantrieb:<br />

Initialisierung 2%<br />

Neuzulassungen pro Jahr (konstant): 6%<br />

Minis, Kleinwagen, Kompaktklasse: 51 bis 65%<br />

jährliche Zuwachsrate: Szenarien abhängig<br />

privat (88%): 80 bis 60%<br />

Jahr 2030: Neuzulassungen mit Elektroantrieb,<br />

Bestand (% vom gesamten Pkw-Bestand)<br />

Elektroantrieb:<br />

Initialisierung 1%<br />

98 Neue Mobilität Neue Mobilität 99


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TÜV SÜD<br />

Status Quo der Elektromobilität - TÜV SÜD<br />

Batteriesicherheit in<br />

Elektrofahrzeugen<br />

TÜV SÜD: Batteriesicherheit entscheidet über Erfolg der eMobilität<br />

Im Fokus der TÜV SÜD-Spezialisten: die chemische und mechanische Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien<br />

TÜV SÜD auf der e-miglia 2011<br />

Die Elektromobilität ist Hoffnungsträger Nummer eins, wenn<br />

es um die Reduktion der CO2-Emissionen im Straßenverkehr<br />

geht. Sicherheitsfragen bringen das Fahren mit Strom jedoch<br />

immer wieder in die Diskussion - zuletzt, als die Hochvoltbatterie<br />

eines elektrisch betriebenen Chevrolet Volt Tage<br />

nach einem Crashtest Feuer fing. Sind Elektroautos unsicherer<br />

als spritbetriebene Fahrzeuge? Nein, sagen die TÜV SÜD-<br />

Experten. Der aktuelle Zwischenfall untermauert jedoch die<br />

Notwendigkeit intensiver Tests für Lithium-Ionen-Batterien.<br />

Als führender Dienstleister im Bereich Elektromobilität unterstützt<br />

TÜV SÜD Industrie und Forschung mit unabhängigen<br />

Tests in einem ständig wachsenden weltweiten Netz<br />

an Testzentren. Jüngster Knotenpunkt ist das neue Batterie-<br />

Testzentrum in Garching bei München. 2012 sollen weitere<br />

Testzentren in Asien folgen.<br />

ISO 12405-1/2, SAE J2929, IEC 62660-1/2 - das sind nur<br />

einige der Normen für Prüfverfahren von Lithium-Ionen-<br />

Batterien, die in den TÜV SÜD-Labors zum Einsatz kommen.<br />

Verschiedene Bezeichnungen für oftmals sehr ähnliche Prüfungen.<br />

Die babylonische Vielfalt zeigt:<br />

Eine einheitliche Sprache wird in Sachen Batteriesicherheit<br />

noch nicht gesprochen. Beste Verständigung zwischen allen<br />

Beteiligten der Entwicklungs- und Wertschöpfungskette ist<br />

aber dringend nötig - gerade vor dem Hintergrund der aktuell<br />

rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Zellen und<br />

damit verbundener neuer Materialkombinationen.<br />

Zellhersteller optimieren kontinuierlich wichtige Komponenten<br />

wie Anoden, Kathoden, Elektrolyte und Separatoren. Dabei<br />

müssen die teilweise divergierenden Ziele hohe Energiedichte,<br />

hohe Leistungsdichte, gute Haltbarkeit, geringere<br />

Kosten und hohe Sicherheit in immer neuen Materialkombinationen<br />

zur optimalen Zelle verbunden werden.<br />

Weil rund um den Globus an diesen Fragestellungen gearbeitet<br />

wird und weil neue Entwicklungen permanent auch<br />

in die Serienfertigung überführt werden müssen, sind die<br />

Geschäftsfelder »Qualitätssicherung« und »Battery Testing«<br />

hoch komplex. Möglichst einheitliche Sicherheitsstandards<br />

sind dabei genauso wichtig wie einheitliche Testverfahren.<br />

Als einer der führenden Dienstleister im Bereich der Elektromobilität<br />

ist TÜV SÜD mit seinem international flächendeckenden<br />

Netz an Testzentren ein wichtiger Partner von Batterieherstellern<br />

und Anwendern.<br />

Dazu Stefan Rentsch, Geschäftsführer der TÜV SÜD Battery<br />

Testing GmbH und Koordinator der weltweiten Testaktivitäten<br />

von TÜV SÜD: »In unseren Testzentren kommen wir For-<br />

derungen der Industrie nach international hohen Maßstäben<br />

bei der Batteriesicherheit nach. Mit dem neuen Standort in<br />

Garching als Mittelpunkt verwirklichen wir jetzt unser Ziel,<br />

Energiespeicher nach weltweit reproduzierbaren Methoden<br />

und einheitlichen Abläufen zu testen. Damit nehmen wir unter<br />

den Prüfdienstleistern eine international führende Rolle<br />

ein.«<br />

Gebündelt hat TÜV SÜD seine Anstrengungen rund um die<br />

Batteriesicherheit in der eigens gegründeten TÜV SÜD Battery<br />

Testing GmbH. Das Angebotsspektrum der Testzentren<br />

in Europa, China, Japan, Korea, Singapur, den USA und in<br />

Kanada: Prüfdienstleistungen im Bereich der charakterisierenden<br />

Prüfung, der Umwelterprobung und Simulation sowie<br />

der verschiedenen Missbrauchsszenarien (Abuse Tests) wie<br />

Kurzschluss, Überladung, Tiefenentladung und Überhitzung.<br />

Der internationale Erfahrungsaustausch zwischen den Testzentren<br />

wird zentral vom Konzernbereich »Elektromobilität«<br />

gefördert und gesteuert. »Damit stellen wir Sicherheit über<br />

die gesamte Wertschöpfungskette her, von der Entwicklung<br />

über die Anwendung bis zur Entsorgung«, sagt Volker Blandow,<br />

Head of E-Mobility bei TÜV SÜD.<br />

Neben der Batteriesicherheit arbeitet TÜV SÜD auch an der<br />

Sicherheit im Fahrzeug und im Bereich der Ladeinfrastruktur.<br />

Zudem bietet die TÜV SÜD Akademie seit Jahren umfassende<br />

Schulungskonzepte in der Hochvolttechnologie an - gut<br />

ausgebildete Fachkräfte sind Grundvoraussetzung für die<br />

sichere Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen.<br />

TÜV SÜD AG<br />

www.tuev-sued.de<br />

Nicht nur auf vier Rädern: auch bei Pedelecs spielt die BattEriesicherheit<br />

eine zentrale Rolle<br />

100 Neue Mobilität Neue Mobilität 101


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Bombardier<br />

Status Quo der Elektromobilität - Classic eCars<br />

Eine Technologie für alle<br />

Fahrzeuge<br />

Erfolgreiche eMobilität mit<br />

der Kraft des Windes<br />

Induktion als Allroundtechnik im Bereich der Elektromobilität<br />

Busse und StraSSenbahnen können bei PrimoveCity auf dieselbe Infrastruktur zurückgreifen<br />

Der Windreich E: angetrieben durch die Kraft des Windes<br />

Die Hersteller von Elektromobilen und die internationalen<br />

Technologiekonzerne kämpfen mit zwei Herausforderungen:<br />

der relativ geringen Reichweite der Fahrzeuge und dem zeitaufwendigen<br />

Aufladen der Batterien.<br />

Mit PrimoveCity hat Bombardier Transportation, weltweit<br />

führendes Unternehmen für Schienenverkehrssysteme,<br />

eine völlig neue innovative Technologie entwickelt, die auf<br />

diese Probleme eine Antwort gibt - und das für alle Arten<br />

von Fahrzeugen: von Bussen, Straßenbahnen über Lkw bis<br />

hin zu Autos. Anstatt Fahrzeuge mit Hilfe eines Kabels und<br />

Steckers an einer Station aufzuladen, setzt Bombardier auf<br />

Induktion.<br />

Bei induktiver Ladung erfolgt die Energieübertragung kontaktlos<br />

von einem im Boden eingebauten Primärleiter direkt<br />

zum Fahrzeug. Der Vorteil: Stundenlange Lade- und Wartepausen<br />

sind nicht mehr nötig ebenso wenig wie das Stadtbild<br />

störende Oberleitungen. Induktion funktioniert sowohl<br />

wenn die Fahrzeuge in Bewegung sind als auch wenn sie<br />

stehen. Die Übertragung von bis zu 500 Kilowatt Leistung<br />

bei Straßenbahnen und rund 200 Kilowatt bei Bussen sind<br />

möglich.<br />

Doch Bombardier will die Technologie nicht nur für den<br />

öffentlichen Nahverkehr nutzbar machen. Auch die Weiterentwicklung<br />

der Technologie für Autos ist bereits weit<br />

fortgeschritten. So ergibt sich erstmals die Möglichkeit,<br />

Straßen- und Bahnverkehr mit derselben Infrastruktur zu betreiben.<br />

Die Technologie ist überaus sicher: Die Energieübertragung<br />

findet erst statt, wenn ein Fahrzeug sich über dem<br />

Induktionssegment befindet - wetterunabhängig. Das haben<br />

der Betrieb mit einer Niederflurstraßenbahn auf der Pilotanlage<br />

in Augsburg sowie Tests mit einem Bus im belgischen<br />

Lommel gezeigt. In einem »Center of Excellence« in Mannheim<br />

testen die Ingenieure derzeit verstärkt mit Autos.<br />

Großes Potenzial sehen die Ingenieure vor allem in der Ausstattung<br />

von Bus- und Fahrzeugflotten. Ende 2012 sollen<br />

Busse bereit sein für eine kommerzielle Nutzung. Bei Autos<br />

hat Bombardier ebenfalls den entscheidenden Durchbruch<br />

erzielt. 250 Kilometer kann ein Testfahrzeug zurücklegen.<br />

Nach nur einer Stunde ist es aufgeladen.<br />

Derzeit ist Bombardier in Gesprächen mit verschiedenen<br />

Städten in- und außerhalb Europas, wie PrimoveCity in das<br />

Verkehrsnetz integriert werden kann. Beispiel Braunschweig:<br />

Dort ist eine elf Kilometer lange Busstrecke im normalen Linienverkehr<br />

vom Hauptbahnhof über den City-Ring zurück<br />

zum Hauptbahnhof geplant, so dass die Bürger sich von der<br />

Einsatzfähigkeit der Technologie überzeugen können.<br />

Jeremie Desjardins<br />

Bombardier Transportation<br />

www.primovecity.bombardier.com<br />

»Wind ist die Energie für die Mobilität von morgen«, so lautet<br />

das Credo der Windreich AG. Botschaften wie diese brauchen<br />

Symbole - und so entstand die Idee, die Sportwagen-Ikone<br />

Jaguar E-Type mit einem hocheffizienten Elektroantrieb<br />

auszustatten. Anfang 2011 wurde deshalb ein Konsortium<br />

unter Leitung der classic eCars GmbH beauftragt, einen der<br />

spektakulärsten Elektro-Prototypen des Jahres 2011 zu entwickeln.<br />

Genau 50 Jahre nach der Präsentation des E-Typs<br />

sollte der Sportwagen ein neues Herz bekommen, um so seinem<br />

Namen in ganz besonderer Weise gerecht zu werden.<br />

Die extrem kurze Entwicklungs- und Bauzeit von vier Monaten<br />

- der Windreich E sollte bereits bei der Silvretta e-Auto<br />

Rallye Anfang Juli 2011 an den Start gehen - erforderte eine<br />

sehr eng abgestimmte Zusammenarbeit innerhalb des Entwicklungskonsortiums.<br />

Die Antriebstechnik lieferten die<br />

rennerfahrenen Entwickler von GreenGT unter Rückgriff auf<br />

weiterentwickelte und spezifizierte Komponenten sowie der<br />

eigenständigen Batterietechnologie ihrer bisherigen Prototypen.<br />

Der implementierte 150 kW starke Antrieb überträgt<br />

seine Kraft über ein speziell angepasstes Zweigang-Getriebe<br />

auf die originale Hinterachse des E-Types. Die starke Untersetzung<br />

der ersten Fahrstufe erlaubt extreme Beschleunigungswerte<br />

bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz.<br />

Der Windreich E absolvierte die Silvretta e-Auto Rallye mit<br />

Steigungen von mehr als 15 Prozent vollkommen problemlos.<br />

»Unser Team aus rennerfahrenen Spezialisten hat in nur<br />

dreimonatiger Umbauzeit Unglaubliches geleistet«, freute<br />

sich Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Willi Balz, Vorstandsvorsitzender<br />

der Windreich AG, nach der dreitägigen Rallye.<br />

Es folgten zahlreiche weitere Einsätze, u.a. beim Solitude<br />

Revival 2011, der Boxberg Classic oder auch der Bertha Benz<br />

Challenge, so dass der Windreich E bis Ende Oktober schon<br />

mehr als 2.500 Straßenkilometer unter teils extremen Bedingungen<br />

zurück legen konnte. Im Rahmen der international<br />

bedeutenden »RAC Future Car Challenge« in Großbritannien<br />

konnte der E-Type am 08. November 2011 als einziger teilnehmender<br />

Klassiker unter 60 modernen Fahrzeugen einen<br />

Doppel-Erfolg einfahren: Platz 1 in der Kategorie Sport-Prototypen<br />

und Platz 2 in der Effizienz-Gesamtwertung.<br />

Windreich-Projektleiter Tobias Aichele zeigte sich von der<br />

ersten Saison begeistert: »Von Null auf 100. Unser Projekt<br />

hat in allen Bereichen überzeugt. Vor allem in Kombination<br />

mit der eigens entwickelten mobilen Windkraft-Ladestation<br />

ist es uns gelungen, die gesamte Prozesskette der eMobilität<br />

darzustellen.«<br />

Dr. Uwe Koenzen<br />

classic eCars Broedersdorff & Koenzen GmbH<br />

www.classic-eCars.de<br />

102 Neue Mobilität Neue Mobilität 103


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TU Ilmenau<br />

E-VECTOORC<br />

Neues europäisches Projekt im Bereich Fahrdynamikregelung der Elektrofahrzeuge<br />

Gesellschaftspolitische<br />

Fragestellungen<br />

E-VECTOORC Konzept für das SUV-Kraftfahrzeug<br />

Landkarte der Elektromobilität - Schematische Darstellung wichtiger Einflüsse und Entwicklungen<br />

In Rahmen der europäischen öffentlich-privaten Partnerschaft<br />

»Green Cars Initiative« wird nun ein neues Projekt<br />

mit einer starken industriellen Beteiligung gefördert. Das<br />

Projekt E-VECTOORC - Electric-Vehicle Control of Individual<br />

Wheel Torque for On- and Off-Road Conditions verbindet insgesamt<br />

11 Partner aus 6 europäischen Ländern und wird von<br />

der University of Surrey (Großbritannien) koordiniert.<br />

Weitere Projektpartner sind die Technische Universität<br />

Ilmenau (Deutschland), Jaguar Cars (Großbritannien), Land<br />

Rover (Großbritannien), Flanders’ Drive (Belgien), Inverto<br />

(Belgien), Fundación CIDAUT (Spanien), Aragon Technology<br />

Centre (Spanien), Škoda Auto (Tschechien), Virtual Vehicle<br />

Competence Centre (Österreich) und TRW Automotive Lucas<br />

Varity (Deutschland).<br />

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Integration zahlreicher<br />

Fahrzeugregelsysteme wie Antiblockier-Bremssystem,<br />

Elektronisches Stabilitätsprogramm, Antriebsschlupfregelung,<br />

Torque Vectoring und Fahrerassistenzsystem für Elektrofahrzeuge<br />

mit radselektiv geregelten Innenbordmotoren.<br />

Der technische Inhalt des E-VECTOORC Projekts adressiert<br />

ein großes Feld von Elektrofahrzeugkonzepten - von kleinen<br />

Stadtfahrzeugen bis zu Geländewagen.<br />

Das Projekt ist am 01. September 2011 gestartet und läuft<br />

über einen Zeitraum von 3 Jahren. Forschungs- und Technologiearbeiten<br />

beinhalten Fahrdynamiksimulationen, umfang-<br />

reiche Hardware-In-the-Loop Untersuchungen und Fahrversuche.<br />

Das Ziel des Konsortiums ist, die Vorteile der individuellen<br />

Drehmomentsteuerung von Elektromotoren eines<br />

Elektrofahrzeugs bei verschiedenen Fahrbahn- und Geländebedingungen<br />

zu bewerten und zu demonstrieren. Insbesondere<br />

sind die folgenden Strategien bzw. Technologien<br />

der Fahrdynamikregelung adressiert: der kombinierte<br />

Drehmoment-Vectoring, ABS-Systeme mit der regenerativen<br />

Bremsmodulation und die Antriebsschlupfregelung. Auch<br />

werden die robuste elektromagnetische Verträglichkeit<br />

(EMV), das regenerative Bremsen für die Verbesserung der<br />

Fahrzeugeffizienz, sowie Systemfehler und der kontrollierte<br />

Stillstandsvorgang berücksichtigt.<br />

Den Kern der experimentellen Untersuchungen stellt ein<br />

vielfältig einsetzbarer Fahrzeugdemonstrator dar, der die<br />

Architektur des Antriebstrangs mit 2, 3 oder 4 Elektromotoren<br />

repräsentiert und die Entwicklung und Validierung des<br />

neuartigen Regelsystems ermöglicht. Die öffentlich-private<br />

Partnerschaft E-VECTOORC wird als Projektergebnis zahlreiche<br />

Technologien für Regelsysteme von Elektrofahrzeugen<br />

entwickeln, die im Anschluss für industrielle Implementierungen<br />

zur Verfügung stehen.<br />

Valentin Ivanov<br />

TU Ilmenau<br />

www.e-vectoorc.eu<br />

Welche Rolle spielt Elektromobilität im zukünftigen Verkehr<br />

und wie ökologisch ist sie? Wie sieht eine sinnvolle Ladeinfrastruktur<br />

aus? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt<br />

die vom Fraunhofer ISI veröffentlichte Broschüre »Gesellschaftspolitische<br />

Fragestellungen der Elektromobilität«, die<br />

online herunter geladen werden kann:<br />

www.isi.fraunhofer.de/isi-de/e/download/publikationen/<br />

elektromobilitaet_broschuere.pdf<br />

Plug-in-Hybride, die Batterien mit Verbrennungsmotoren<br />

kombinieren, und reine Batteriefahrzeuge können die Energieeffizienz<br />

steigern sowie den Ausstoß lokaler Emissionen<br />

reduzieren. Entscheidend für die gesamte Umweltbilanz ist<br />

aber die Art der Stromherstellung, die bei erneuerbarem<br />

Strom klare Vorteile aufweist. Weiterhin zeigen Elektrofahrzeuge<br />

erst bei höheren Fahrleistungen eine positive Umweltbilanz,<br />

da sie energieintensiv in der Herstellung sind. Hohe<br />

Fahrleistungen sind auch relevant für einen ökonomischen<br />

Betrieb, da die Elektrofahrzeuge noch auf längere Zeit teurer<br />

in der Anschaffung sein werden und sie sich erst bei häufiger<br />

Nutzung durch die geringeren Betriebskosten rechnen.<br />

Für relevante Marktanteile über die für 2020 angestrebte<br />

Anzahl von einer Million hinaus müssen jedoch noch technologische<br />

Herausforderungen gelöst werden, insbesondere<br />

bei der Batterieentwicklung. Da reine Batteriefahrzeuge<br />

aufgrund der technologischen Grenzen der Batterien in den<br />

kommenden Jahren nur bedingt konventionelle Fahrzeuge<br />

ersetzen können, sind Plug-in-Hybride vielversprechend. Sie<br />

bieten die gewohnten Reichweiten und Betankungs- oder<br />

Ladezeiten. Durch die kleinere Batterie haben sie ökonomische<br />

und ökologische Vorteile und können oftmals große<br />

Fahranteile rein elektrisch abdecken. Sie stellen jedoch bei<br />

der Antriebstechnologie die komplexeste Art der Elektromobilität<br />

dar, weshalb eine Weiterentwicklung bestehender<br />

Konzepte erforderlich ist.<br />

Für die weitere Förderung der Akzeptanz sind verbesserte<br />

Informationen und Testmöglichkeiten sowie intelligente<br />

Konzepte wichtig, um auch mit Elektrofahrzeugen eine angenehme<br />

und flexible Mobilität sicherzustellen sowie Kosten<br />

und Risiken zu reduzieren. Konsumenten wollen flexibel und<br />

umweltfreundlich »elektromobil« sein. Dementsprechend<br />

müssen für die Akzeptanz der Nutzer eine positive Umweltbilanz<br />

und ein gesellschaftlicher Nutzen der Elektromobilität<br />

sichergestellt und transparent kommuniziert werden.<br />

Martin Wietschel // Patrick Plötz // Till Gnann<br />

Fraunhofer-Institut für System- und<br />

Innovationsforschung ISI<br />

www.isi.fraunhofer.de<br />

104 Neue Mobilität Neue Mobilität 105


Status Quo der Elektromobilität - Technische Universität Braunschweig<br />

Status Quo der Elektromobilität - Technische Universität Braunschweig<br />

Elektrifizierung des<br />

Antriebsstrangs<br />

Strategien der OEM im Zeitverlauf<br />

in einer Wartehaltung. Dies zeigt sich in einer regionalen Beschränkung<br />

der Elektrifizierungsaktivitäten (Fiat) oder in einem<br />

Zurückfahren der Programme zur Elektrifizierung nach<br />

einem Zeitraum intensiver Begutachtung (Subaru).<br />

Bis vor einigen Jahren hat die hohe Volumenunsicherheit<br />

eine kontinuierliche Ausrichtung der Strategie erschwert.<br />

Dies führte zu häufigen Strategiewechseln von Seiten der<br />

OEM. Diese Unsicherheit hat sich allerdings reduziert. Mittlerweile<br />

gehen alle Hersteller davon aus, dass sich Fahrzeuge<br />

mit elektrischem Antriebsstrang am Markt etablieren werden.<br />

Dadurch konvergieren auch die Strategien der OEM.<br />

Dies war in der Vergangenheit so und wird auch für die Zukunft<br />

zu erwarten sein. Der Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge<br />

ist in der Einführungsphase und macht bisher<br />

lediglich einen geringen Anteil am Gesamtmarkt aus. Daher<br />

haben Folger noch alle Möglichkeiten zu den Pionieren aufzuschließen.<br />

Welche Strategie sich als richtig erweisen wird,<br />

wird die Zukunft zeigen.<br />

Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist für die Automobilhersteller<br />

(OEM) kein neues Thema. Schon mehrfach<br />

wurde in der Geschichte des Automobils versucht, den dominierenden<br />

Verbrennungsmotor durch einen elektrischen<br />

Antrieb zu ersetzen. Anders als bisher ist jetzt aber mit<br />

erheblichem Wachstum der Elektromobilität zu rechnen.<br />

Grund dafür sind leistungsstarke Batterien, regulatorische<br />

Vorgaben, Fördermodelle und ein steigendes Umweltbewusstsein<br />

auf Konsumentenseite.<br />

Als HEV-Pioniere sind Toyota und Honda zu nennen. Diese<br />

Unternehmen waren die ersten, welche Hybridfahrzeuge auf<br />

den Markt gebracht haben und damit sehr erfolgreich sind.<br />

Toyota besitzt nach wie vor den größten Marktanteil bei Hybridfahrzeugen.<br />

Die weitere Elektrifizierung des Antriebsstrangs<br />

wurde verzögert, da dem Erfolg der Elektrofahrzeuge<br />

skeptisch gegenüber gestanden wurde. Mittlerweile hat sich<br />

diese Einstellung geändert und es wird verstärkt in Plug-In<br />

Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge investiert.<br />

Einige Hersteller sind mit ihren Fahrzeugen bereits am Markt<br />

erfolgreich (z.B. HEV-Pioniere). Ein früher Markteintritt sicherte<br />

Marktanteile und förderte das Image. Allerdings kann<br />

durch die starken Veränderungen des Marktes aus einem Pionier<br />

in einer Technologie, durch zu starken Fokus auf diese,<br />

ein Folger in einer anderen Technologie werden (z. B. Toyota<br />

von HEV zu EV).<br />

Christian Huth<br />

Kai Wittek<br />

Prof. Dr. Thomas S. Spengler<br />

Institut für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion<br />

Technische Universität Braunschweig<br />

www.tu-braunschweig.de/aip<br />

Nachdem Toyota 1997 den Prius auf den Markt gebracht<br />

hat, haben mittlerweile nahezu alle OEM Fahrzeuge mit<br />

elektrischem Antriebsstrang in ihrem Portfolio. Der Weg<br />

hierhin wurde jedoch auf unterschiedliche Art und Weise<br />

beschritten. Während einige Hersteller schon sehr früh auf<br />

bestimmte Technologien setzten, warteten andere ab und<br />

traten erst zeitverzögert in den Markt ein. Die Strategie zur<br />

Elektrifizierung des Antriebsstrangs lässt sich in zwei Dimensionen<br />

gliedern. Zum einen beschreibt der Fokus der<br />

Elektrifizierung das Antriebskonzept, auf welches die OEM<br />

setzen. Dabei kann vereinfacht zwischen Elektrofahrzeugen<br />

(EV) und Hybridfahrzeugen (HEV) unterschieden werden.<br />

Zum anderen ist für eine erfolgreiche Strategie auch der Zeitpunkt<br />

der Elektrifizierung bedeutend. Ein früher Markteintritt<br />

kann Marktanteile sichern, während sich Unsicherheiten<br />

zum Fahrzeugvolumen und der Technologie durch einen späteren<br />

Markteintritt reduzieren lassen. Anhand dieser beiden<br />

Dimensionen lassen sich die Strategien der großen OEM<br />

darstellen.<br />

Dazu wurde eine umfangreiche Presserecherche durchgeführt.<br />

Dabei wurden neben dem Zeitpunkt der Markteinführung<br />

von Elektro- und Hybridfahrzeugen auch weitere Informationen,<br />

wie z.B. veröffentlichte Interviews mit Managern<br />

und Experten mit Aussagen zur strategischen Positionierung,<br />

einbezogen. Aus der Darstellung lassen sich die verschiedenen<br />

Grundtypen der Strategien zur Elektrifizierung<br />

des Antriebsstrangs ableiten.<br />

Die EV-Pioniere Mitsubishi, Renault-Nissan und GM haben<br />

ihren Fokus frühzeitig auf Elektrofahrzeuge gelegt und sind<br />

bereits mit solchen Fahrzeugen am Markt vertreten. Diese<br />

Hersteller haben den frühen Einstieg in Hybridfahrzeuge verpasst<br />

und streben eine neue Führungsrolle an.<br />

Daimler und Ford investieren schon seit langer Zeit in verschiedene<br />

Technologien. Als xEV-Frühe Folger bieten sie sowohl<br />

Hybrid-, wie auch Elektrofahrzeuge an. Diese Gruppe<br />

kennzeichnet, dass konstant über einen langen Zeitraum auf<br />

verschiedene Technologien gesetzt wurde.<br />

Der Großteil der Hersteller findet sich in der Gruppe der xEV-<br />

Folger. Diese Hersteller führen seit einiger Zeit Hybride im<br />

Portfolio und werden in den nächsten Jahren auch Elektrofahrzeuge<br />

auf den Markt bringen. Im Gegensatz zu den Frühen<br />

Folgern, ist die Elektrifizierung des Antriebsstrangs erst<br />

vor einigen Jahren in den strategischen Fokus gerückt. Volkswagen,<br />

BMW, PSA und Hyundai gehören zu dieser Gruppe.<br />

Bei HEV-Folgern liegt der Fokus auf der Entwicklung und<br />

Vermarktung von Hybridfahrzeugen. Dabei wurde diese Entscheidung<br />

erst vor ein paar Jahren getroffen. Elektrofahrzeuge<br />

spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der kleine japanische<br />

Hersteller Mazda zählt hierzu.<br />

Zauderer zeigen nur eine geringe Aktivität bei der Elektrifizierung<br />

des Antriebsstrangs. Sie befinden sich derzeit noch<br />

Elektrofahrzeuge (EV)<br />

• Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)<br />

• Plug-In Hybride (PHEV)<br />

• Range Extender (REEV)<br />

> 10 kWh<br />

Batteriekapazität<br />

< 2 kwH<br />

Hybridfahrzeuge (HEV)<br />

• Vollhybride<br />

• Mildhybride<br />

1<br />

Wasserstofffahrzeuge u. Mikrohybride sind nicht berücksichtigt.<br />

2<br />

In xEV sind sowohl EV als auch HEV enthalten.<br />

3<br />

Aktuelle Elektrifizierungswelle; nur Großserie für Privatkunden;<br />

keine Kleinstfahrzeuge.<br />

4<br />

Auch Fiat und Mazda planen in kleinem Umfang EV für 2012.<br />

Quelle: Presserecherche<br />

Fokus der Elektrifizierung 1<br />

EV-Pioniere<br />

Mitsubishi<br />

Renault-Nissan<br />

GM<br />

HEV-Pioniere<br />

Toyota<br />

Honda<br />

1997<br />

Toyota<br />

1999<br />

Honda<br />

früh<br />

Zeitpunkt der Elektrifizierung 3<br />

Beispiel Markteinführung<br />

EV<br />

HEV<br />

xEV 2<br />

Frühe Folger<br />

Daimler<br />

Ford<br />

2004<br />

GM<br />

Ford<br />

2007<br />

Renault-<br />

Nissan<br />

Mitsubishi<br />

2009<br />

Daimler<br />

BMW<br />

xEV 2<br />

Folger<br />

VW<br />

BMW<br />

PSA<br />

Hyundai<br />

GM<br />

Renault-<br />

Nissan<br />

PSA<br />

2010<br />

VW<br />

Mazda<br />

Ford<br />

2011<br />

spät<br />

• Markteinführung<br />

• Strategische Positionierung<br />

Hyundai<br />

PSA<br />

Zauderer<br />

Fiat<br />

Subaru<br />

HEV-Folger<br />

Mazda<br />

Toyota<br />

Honda<br />

Daimler<br />

Hyundai<br />

2012 4<br />

BMW<br />

VW<br />

2013<br />

1<strong>06</strong> Neue Mobilität Neue Mobilität 107


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Serra<br />

Status Quo der Elektromobilität - Andreas Serra<br />

Wettlauf der eMobilität<br />

Wird China weltweiter Leitmarkt? - Eine vertriebsstrategische Betrachtung<br />

Pressekonferenz Automechanika Shanghai / Michael Johannes, Product Manager Automechanika worldwide<br />

Josef Frank, CLEPA - European Association of Automotive Suppliers; Olaf mußHOFF, director automechanika; Raj Manek, Messe<br />

Frankfurt India; BEM-Vorstand Christian Heep; Stephan Buurma, Managing Director Messe Frankfurt Asia, Gabriele Zimmermann<br />

vom VDA auf der Automechanika shanghai 2011<br />

Ein altes Chinesisches Sprichwort sagt: Unterschätze deinen<br />

Wettbewerber nicht. Bereist man Shanghai heute, so erhält<br />

man ein Bild dieses Landes, das einem den Atem anhalten<br />

lässt. Das beginnt schon bei der Ankunft auf dem internationalen<br />

Flughafen Pudong. Wir steigen in den Maglev - der<br />

Transrapid aus Deutschland - der seit 2002 zwischen dem<br />

Flughafen Pudong und der Stadt verkehrt. eMobilität erster<br />

Güte. Über 430 km/h schnell. Von uns entwickelt - in China<br />

täglich im Einsatz. Steigt man aus der Magnetschwebebahn<br />

fällt auf, dass der erwartete Geräuschpegel der Kleinmotorräder<br />

und Scooter fehlt. Es ist leise geworden in Shanghai<br />

und vielen anderen Millionen-Metropolen Chinas.<br />

In China liegen Entscheidung, Umsetzung und Anpassung<br />

sehr nah beieinander. Bereits 2010 gab es in China mehr als<br />

120 Millionen Elektro-Zweiräder. An jeder Straßenecke ist<br />

ganz praktisch zu erkennen - Elektromobilität funktioniert.<br />

Der überwiegende Teil der Zweiräder wird zu Hause geladen.<br />

Die Diskussion über Landeinfrastruktur am Straßenrand wird<br />

nicht geführt. Unter Umweltgesichtspunkten sind natürlich<br />

Bleiakkus, viel zu viele Kohlekraftwerke und unbedachte<br />

staatliche Vorgaben und Verbote fraglich - aber vertriebstechnisch<br />

betrachtet, wird hier Elektromobilität täglich gelebt. Diese<br />

alltägliche Erfahrbarkeit ist ein wesentlicher Punkt in der<br />

breiten Akzeptanz und der Kaufbereitschaft von Produkten.<br />

Das zeigt sich auch in einigen Daten deutlich:<br />

• Nach der neuesten Befragung von Infas haben 64% der<br />

Chinesen die Absicht, sich später ein eMobil anzuschaffen.<br />

In Deutschland sind es gerade einmal 15%. Eine ganz andere<br />

Marktdynamik.<br />

• Die Mehrheit der Chinesen ist aufgeschlossen für Elektroautos<br />

- in der neuesten Continental Mobilitäts-Studie vom<br />

Dezember 2011 würden 63% der Chinesen für den Stadtbetrieb<br />

Elektroautos kaufen. Das können sich nur 15% der<br />

Deutschen vorstellen.<br />

• In der gleichen Studie glauben 65% der Chinesen, dass in<br />

15 Jahren die Mehrheit der Fahrzeuge elektrisch sein wird.<br />

In Deutschland glauben dies 30%.<br />

• 42% der befragten Chinesen würden schon heute ein<br />

Elektroauto fahren.<br />

Im Dezember 2011 fand in Shanghai die Automechanika<br />

statt - die internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft.<br />

Beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit sich China<br />

auch hier entwickelt. Mehr als 160.000 Besucher aus unterschiedlichsten<br />

Branchen, die Kooperationen eingehen und<br />

Aktivitäten entwickeln, mit denen wir uns in Deutschland<br />

deutlich schwerer tun.<br />

Elektromobilität bedeutet nichts anderes als eine Revolution<br />

der weltweiten Mobilität. Warum? Weil der natürliche Akku<br />

Erdöl, den die Erde uns in Jahrmillionen aufgeladen hat, zu<br />

Ende geht. Der Preis dafür steigt und die Nachfrage nach<br />

Mobilität wächst weltweit. Die Millionenstädte dieser Welt<br />

sind schlicht überfordert mit dem Verkehr und den daraus<br />

resultierenden Belastungen.<br />

Vergleichen wir China und Europa bezüglich der Elektromobilität<br />

so scheinen heute viele Argumente für den inzwischen<br />

größten Automobilmarkt der Welt zu sprechen - China. Die<br />

Chinesen entscheiden schnell und können dies im Vergleich<br />

zu Europa rasch umsetzen. Die Bevölkerung akzeptiert die<br />

Veränderungen und stellt sich darauf ein. Elektromobilität<br />

wird heute gelebt und erlebt. Die Zusammenarbeit zwischen<br />

unterschiedlichen Marktteilnehmern ist im vollen Gange.<br />

Dennoch können wir noch aufholen. Wir haben einige Entwicklungsschlüssel:<br />

Alternative Energieerzeugungstechnologien,<br />

Leichtbau bei Fahrzeugen, die stärksten und begehrtesten<br />

Fahrzeugmarken der Welt, hervorragende Ingenieure<br />

und unsere Liebe zu Planung und qualitativer Umsetzung<br />

(für die uns die Chinesen sehr schätzen). Wenn wir dieses<br />

Potential nutzen, unternehmerisch vernetzt handeln und<br />

angstfrei Fahrzeuge auf die Straße bringen - möglicherweise<br />

mit staatlicher Förderung - dann sind wir im Rennen der<br />

eMobilität vorne dabei. Die Automechanika in Shanghai hat<br />

ihre Tore für dieses Jahr geschlossen. Sie hat eindrucksvoll<br />

gezeigt, wie Technologien und Unternehmen zusammen<br />

wachsen können und welch hohe Entwicklungsgeschwindigkeit<br />

möglich ist. Wir besteigen nun wieder den Maglev<br />

und beschleunigen elektrisch zum Flughafen - zurück in das<br />

Land der Ingenieure und Visionäre, auch wenn diese manchmal<br />

etwas mutlos geworden sind.<br />

Andreas Serra<br />

promotor GmbH<br />

andreas.serra@promotor.de<br />

www.promotor.de<br />

108 Neue Mobilität Neue Mobilität 109


Status Quo der Elektromobilität - Noerr<br />

Status Quo der Elektromobilität - Noerr<br />

Standardisierung und<br />

Normung<br />

Auch haftungsrelevant?<br />

Die New Mobility Group der Kanzlei Noerr LLP vereint verschiedene Bereiche mit Branchenbezug:<br />

Von Know-how-Absicherung über Joint Venture-Erfahrung und Produktsicherheitsfragen<br />

über Regulierungsrecht, Private Equity-Finanzierung und Infrastrukturfragen bis zu Vergaberecht,<br />

Arbeitnehmererfindung und IT-Recht.<br />

Neue Technik trifft auf altes Recht. Diese Erkenntnis ist<br />

nicht so trivial wie sie auf den ersten Blick klingt. Man kann<br />

sie ganz im Gegenteil nicht oft genug betonen: Während<br />

industrielle Technologien in immer schnelleren Innovationszyklen<br />

entwickelt werden, bleibt das regulative Umfeld<br />

ein behäbiger Gletscher, der sich auf vielleicht breiter Front,<br />

aber nur sehr langsam bewegt. Gerade die in der eMobilität<br />

tätigen Unternehmen dürfen daher noch auf lange Zeit nicht<br />

erwarten, dass ihre Produkte vom Gesetzgeber komfortabel<br />

und mit passgenauem Industriezuschnitt durchdekliniert<br />

werden. Vielmehr muss sie sich an oft Jahrzehnte alten Gesetzen<br />

und einer etablierten Rechtsprechung (oft zu längst<br />

überholter Technologie) messen lassen. Das gilt insbesondere<br />

im delikaten Bereich der Haftung für sicherheitstechnische<br />

Fehler. Möglicherweise ist technische Normung hier<br />

ein erster Ausweg?<br />

Das Verhältnis von technischer Normung und Recht<br />

Technische Normen werden von zumeist europäischen, ggf.<br />

international tätigen Normungsorganisationen in einem<br />

durchgeregelten Verfahren erarbeitet. Auch wenn für eine<br />

breite Konsensbildung alle interessierten Kreise (inklusive<br />

Arbeitsschutz und Verbraucherschutz) an Normung teilzunehmen<br />

eingeladen sind, ist bei Lichte betrachtet technische<br />

Normung immer industrielle Standardisierung: Die Industriekreise<br />

vereinheitlichen über Normung Produkte im technischen<br />

Design, in der Fertigungslogik, in der Prüfmethodologie<br />

und in Interdependenzen, also z.B. Anschlusspunkten,<br />

technischen/virtuellen Übergabepunkten oder metrischen<br />

Parametern.<br />

Eines aber ist Normung schon strukturell nicht: Ein Ersatzgesetzgeber.<br />

Denn die industrielle Harmonisierung und ihr<br />

dahinterstehendes Interesse vereinfachter Fertigungs- und<br />

damit Absatzchancen ist nicht identisch mit demokratietheoretisch<br />

legitimierter Mehrheitsbildung eines politischen<br />

Konsenses. Diese etwas monströse Formulierung, die ähnlich<br />

in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts anklingt,<br />

zeigt deutlich, wo die Grenzen technischer Normung gerade<br />

für junge und innovative Technologien liegen: Das, was von<br />

Rechtswegen gefordert ist, muss nicht übereinstimmen mit<br />

dem, was interessierte Industriekreise in einer technischen<br />

Norm vereinbart haben. Sich pur auf die Norm zu verlassen<br />

ist also kein Garant für eine Compliance mit regulativen<br />

Vorgaben des Rechts: Normkonformität garantiert keine<br />

Rechtskonformität.<br />

Die Brisanz des Produkthaftungsrechts<br />

Dies zeigt sich insbesondere bei der Produkthaftung, die in<br />

allen industrialisierten Staaten ein gesetzgeberischer Reflex<br />

auf Technikrisiken ist. Anders als bei qualitativen Mängeln<br />

(über die sich letztlich nur ein zahlender Kunde beschweren<br />

wird) ist mangelnde Produktsicherheit ein Problem, unter<br />

dem potentiell nicht nur der Kunde, sondern auch unbeteiligte<br />

Dritte bei einem Unfall/Vorfall leiden. Drittschutz aber<br />

ist Aufgabe des Gesetzgebers; und der entsprechende Schadensersatz<br />

ist die gedankliche Grundlage der Produkthaftung.<br />

Bedenkt man dann noch, dass produkthaftungsrechtlich<br />

der Stand von Wissenschaft und Technik einzuhalten ist,<br />

wie der BGH jüngst im »Airbag«-Urteil neuerlich statuiert<br />

hat, so zeigt sich die ganze Ambitioniertheit des Produkthaftungsrechts:<br />

Einfache Branchenregeln, schlichte Standardisierungen<br />

und ein industrieübliches Niveau gewähren keine<br />

Garantie dafür, dass der im Produkthaftungsrecht allein<br />

maßgebliche Stand von Wissenschaft und Technik eingehalten<br />

ist.<br />

Besonderes Risiko für die Branche der Neuen Mobilität<br />

Das bisher Erwähnte ist auf keine Branche beschränkt, vielmehr<br />

eine Herausforderung, der sich alle Industrien zu stellen<br />

haben. Für innovative und junge Branchen aber, die zudem<br />

durch kleine, oft als Spin-off gegründete Unternehmen<br />

geprägt ist, wird die Herausforderung indes groß: Denn hier<br />

existieren noch keine Rechtsabteilungen, keine etablierten<br />

QS-Prozesse, keine internen Fertigungs- und Prüfdokumentationen,<br />

keine internationale Normenverwaltung und<br />

möglicherweise schlicht auch zu wenig Bewusstsein vor den<br />

Langzeitrisiken sicherheitsrechtlich unausgereifter Technologien.<br />

Es existieren keine technischen Normen, bei deren<br />

Einhaltung man zwar nicht mit dem Denken aufhören darf,<br />

deren Einhaltung aber immerhin eine Art Basissicherheit<br />

darstellen könnte. Deshalb wird eMobilität in Siebenmeilenstiefeln<br />

Regelwerke, Bewusstseinsbildung und gedankliche<br />

Risikorücklage bilden müssen - und das branchenweit!<br />

Rechtsanwalt Prof. Dr. Thomas Klindt<br />

ist Partner der Kanzlei Noerr LLP und dort Mitglied der New<br />

Mobility Group. Er lehrt als Honorarprofessor für europäisches<br />

Technikrecht an der Universität Kassel<br />

www.noerr.com<br />

110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111


»Der Systemwechsel hin zur<br />

Elektromobilität beginnt jetzt..!«<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

HUMAN<br />

Resources<br />

IM<br />

Bereich<br />

e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />

neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />

Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />

Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />

tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />

eMobile Bundesverband Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />

wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />

angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />

und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />

Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />

Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />

Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />

so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />

www.bem-ev.de<br />

Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen, BEM eMobile unser Fachbeirat Ticker<br />

und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />

Jetzt im App Store<br />

desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />

und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />

für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />

haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />

all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />

schnell so gut aufgestellt.<br />

Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />

und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />

und medialen Aufgaben.<br />

Fachkräfte. Jobmotor. Aus- und Weiterbildung.<br />

Neue Mobilität<br />

113


eJobs<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Karlsruher Institut für Technologie<br />

Fachkräfte für die<br />

eMobilitätsbranche<br />

Elektromobilität<br />

berufsbegleitend studieren<br />

Neue Rubrik eJOBS nun auch auf der BEM-Webseite<br />

Der Bundesverband eMobilität und die Online-Jobbörse<br />

etecmo intensivieren ihre Zusammenarbeit. Im Rahmen der<br />

Kooperation entstand in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> die Rubrik<br />

»eJOBS«, in der regelmäßig Fachbeiträge, Kommentare und<br />

Interviews zum Thema Human Resources im Bereich Elektromobilität<br />

erscheinen. Vor diesem Hintergrund können ab<br />

sofort über etecmo sowohl im Fachmagazin als auch unter<br />

eJOBS auf der BEM-Webseite Stellenanzeigen geschaltet<br />

werden.<br />

Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen direkt an<br />

Michael Messer von etecmo: messer@etecmo.com<br />

»Unternehmen und Bewerbern soll im Rahmen der Kooperation<br />

ein schneller und effizienter Zugriff auf den Job-Zukunftsmarkt<br />

Elektromobilität ermöglicht werden. Insbesondere<br />

auch unsere Mitglieder, die eine große Bandbreite an<br />

unterschiedlichen Branchen abdeckt, können wir so bei der<br />

Suche nach adäquaten Mitarbeitern effektiv unterstützen«,<br />

so Christian Heep, Vorstand Marketing beim BEM.<br />

Das Online-Jobportal für eMobility<br />

„WENN ICH GROSS BIN,<br />

WI LL ICH UNBEDINGT<br />

ELEKTROAUTOS BAUEN!“<br />

Wir kümmern uns frühzeitig<br />

um Ihre neuen Mitarbeiter<br />

Denn eines ist klar: der Systemwechsel hin zur Elektromobilität<br />

hat umfangreiche strukturelle Auswirkungen auf<br />

den Bedarf und die Anforderungen an Fachkräften zur Folge.<br />

Davon ist der gesamte Arbeitsmarkt im Bereich der Automobilhersteller,<br />

der Zulieferer, der Elektro- und IT-Industrie,<br />

der Energiebranche und des Vertriebs unmittelbar betroffen.<br />

Die Technologien und Produkte von morgen und übermorgen<br />

erfordern bereits heute hochspezialisierte Ingenieure<br />

und Fachkräfte.<br />

»Unser Mitglied etecmo ist die erste Online-Jobbörse in Europa,<br />

die sich speziell auf das Thema Elektromobilität konzentriert<br />

hat. So kann gezielt, schnell und zuverlässig das<br />

richtige Personal für vakante Stellen gefunden werden. Und<br />

das ab jetzt sowohl in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> als auch online<br />

bei etecmo und auf der BEM-Webseite«, erklärt Heep die<br />

neuesten Entwicklungen der Kooperation.<br />

Die aktuellen Stellenangebote finden Sie auf<br />

www.bem-ev.de/kontakt/jobs und www.etecmo.de<br />

Für unsere Mandanten suchen wir:<br />

Konstruktionsingenieur (m/w)<br />

SB LiMotive Germany GmbH · Tel.: 0711-55320-494<br />

Projektmanager (m/w)<br />

e-Wolf GmbH · Fabian Krohn · Tel.: 02234–27775784<br />

Campus der HECTOR School am International Department des Karlsruhe Institut für Technologie (KIT)<br />

Um zukunftsfähige Fahrzeugkonzepte entwickeln zu können,<br />

benötigen Ingenieure heute einen ganzheitlichen Überblick<br />

über alle beeinflussenden Themenfelder, u.a. moderne<br />

Antriebstechniken und Speichersysteme, Fahrer-Fahrzeug-<br />

Interaktion und Sicherheit, Einbindung in die Infrastruktur<br />

und Verkehrsplanung. Seit 2010 bietet die HECTOR School of<br />

Engineering and Management eine Antwort auf den dringenden<br />

Bedarf der Industrie nach berufsbegleitender Weiterbildung<br />

für Ingenieure in diesen Fachthemen. Mit dem Studiengang<br />

»Green Mobility Engineering« werden Ingenieure<br />

mit diesen Fähigkeiten und Systemverständnis ausgestattet.<br />

»Green Mobility Engineering« ist hierbei eins von sieben<br />

Master Programmen der HECTOR School, die Ingenieurwissen<br />

und Managementdenken verbinden. Die 18-monatige<br />

berufsbegleitende Weiterbildung mit dem Abschluss »Master<br />

of Science« umfasst zehn zweiwöchige Module und eine<br />

Masterarbeit. Sie kostet 30.000 Euro, in der Regel tragen<br />

die Kosten die Unternehmen, von denen die Teilnehmer<br />

kommen.<br />

Die Aktualität des Studiengangs ist für Programmdirektor<br />

Prof. Frank Gauterin der entscheidende Vorteil. »Green Mobility<br />

Engineering« fokussiere auf die zukünftigen Anforderungen<br />

an Fahrzeuge »in einem Verkehrsumfeld, das immer<br />

mehr in großen Städten stattfindet: Wie können die Menschen<br />

individuell mobil bleiben, wenn sich ihre urbane Umgebung<br />

mehr und mehr verdichtet und der Verkehr ständig<br />

zunimmt?«. Die Master-Studierenden würden trainiert für<br />

die Anforderungen einer nachhaltigen Mobilität: die Reduzierung<br />

von Lärm und Abgasen oder auch den zurückhaltenden<br />

Umgang mit Ressourcen. Gleichzeitig müssten sie den<br />

Komfort bedenken oder auch effiziente Möglichkeiten, von<br />

einem Verkehrsträger auf den anderen umzusteigen.<br />

Eckdaten Master Programm »Green Mobility Engineering«<br />

Abschluss: Master of Science des Karlsruher Institut für<br />

Technologie<br />

Studiendauer: 10x 2-Wochen Module in Karlsruhe innerhalb<br />

von 18 Monaten; anschließend 6 Monate Master-Arbeit als<br />

Projektarbeit im Unternehmen<br />

Studiensprache: Englisch<br />

Weitere Studiengänge: Energy Engineering & Management,<br />

Production & Operations Management, Management of Product<br />

Development, Service Management & Engineering, Embedded<br />

Systems Engineering, Financial Engineering<br />

www.hectorschool.com<br />

Die kompletten Stellenanzeigen nden Sie unter www.etecmo.com<br />

Neue Mobilität<br />

115


Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />

Nachwuchs mit Begeisterung<br />

Das DRIVE-E-Programm<br />

DRIVE-E will die Begeisterung für die Elektromobilität WECKEN<br />

Das Thema Elektromobilität ist in aller Munde. Die deutsche<br />

Automobilindustrie unternimmt große Anstrengungen, um<br />

dieses neue Geschäftsfeld zu erschließen und immer mehr<br />

Fahrzeuge erreichen die Marktreife. Als kritischer Punkt für<br />

den Markterfolg stellt sich jedoch immer mehr die Verfügbarkeit<br />

geeigneter Fachkräfte heraus. Laut einer jüngst veröffentlichten<br />

Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft<br />

Köln wird der jährliche Bedarf an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern<br />

für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung<br />

von Elektrofahrzeugen - selbst bei einer moderaten<br />

Entwicklung der Elektromobilität - von heute 20.000 auf<br />

rund 26.000 im Jahr 2020 steigen.<br />

Quelle: Fraunhofer IISB / K. Fuchs<br />

Ohne Nachwuchs rollt also auch in der Elektromobilität<br />

nichts. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung (BMBF) und die Fraunhofer-Gesellschaft<br />

vor zwei Jahren gemeinsam das DRIVE-E-<br />

Programm für Studierende technischer Fachrichtungen ins<br />

Leben gerufen. Die Ziele der Nachwuchsförderung für die<br />

Elektromobilität sind klar abgesteckt: Informieren, Netzwerke<br />

schaffen und vor allem Begeisterung wecken!<br />

»Beim Start des Förderprogramms 2009 wussten wir nicht,<br />

was auf uns zukommt, wie viel Bewusstsein für die Bedeutung<br />

des Themas Elektromobilität bei den jungen Leuten<br />

vorhanden ist und ob sich unsere Ansprüche an die ausgewählten<br />

Bewerberinnen und Bewerber erfüllen würden«,<br />

so Prof. Lothar Frey, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte<br />

Systeme und Bauelementetechnologie IISB, das<br />

von Fraunhofer-Seite das DRIVE-E-Programm betreut. »Das<br />

Engagement, die Diskussionsfreudigkeit und die kreativen,<br />

teils durchaus kritischen Sichtweisen der Studentinnen und<br />

Studenten haben aber alle unsere Erwartungen übertroffen.<br />

Für die Industrie steckt hier ein riesiges Potenzial!«<br />

Fahren mit Strom - ein Experte erklärt den Akademieteilnehmern<br />

Details zum Laden eines Elektrofahrzeugs<br />

quelle: Fraunhofer IISB / K. Fuchs<br />

Im März 2012 werden BMBF und Fraunhofer bereits zum dritten<br />

Mal den DRIVE-E-Studienpreis verleihen und die DRIVE-<br />

E-Akademie veranstalten. Mit dem DRIVE-E-Studienpreis<br />

werden exzellente studentische Arbeiten zum Thema Elektromobilität<br />

gewürdigt. Die Auszeichnung geht je an einen<br />

ersten und einen zweiten Platz in den Kategorien Projekt-/<br />

Studien-/Bachelorarbeit und Diplom-/Masterarbeit und ist<br />

mit 2.000 bis 6.000 Euro vergleichsweise hoch dotiert.<br />

Neben dem DRIVE-E-Studienpreis können sich Studierende<br />

aller relevanten Fachrichtungen wie Elektrotechnik, Maschinenbau,<br />

Mechatronik oder Physik, aber auch verwandter<br />

Fächer wie dem Wirtschaftsingenieurwesen, auch für die<br />

Teilnahme an der DRIVE-E-Akademie bewerben. Sie müssen<br />

lediglich an einer deutschen Universität, Fachhochschule<br />

oder sonstigen Hochschule immatrikuliert sein. Die einwöchige<br />

Ferienschule bietet ihnen die exklusive Möglichkeit,<br />

sich über alle Belange des Zukunftsthemas Elektromobilität<br />

zu informieren. Auf dem Programm stehen Vorträge hochkarätiger<br />

Experten, Exkursionen zu innovativen Industriebetrieben,<br />

Praxis-Workshops und - hierauf wird besonders<br />

Wert gelegt - Kontaktaufnahme und Netzwerkbildung mit<br />

Vertretern aus Industrie und Forschung sowie Gleichgesinnten<br />

aus ganz Deutschland. Eine Jury wählt die geeignetsten<br />

50 Bewerber aus, für die die DRIVE-E-Akademie inklusive<br />

Unterbringung und Verpflegung dann kostenfrei ist.<br />

2012 wird die DRIVE-E-Akademie von BMBF und Fraunhofer<br />

zum ersten Mal gemeinsam mit einem Hochschulpartner<br />

ausgerichtet, in der aktuellen Runde mit der RWTH Aachen<br />

University. Entsprechend findet sie vom 12. bis 16. März 2012<br />

in Aachen statt. Neben dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika),<br />

das die Organisation vor Ort übernimmt, beschäftigen sich<br />

zahlreiche weitere Einrichtungen der Hochschule mit der<br />

Thematik. Hier bieten zahlreiche Labors und eine Teststrecke<br />

den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit,<br />

hautnah ein Gefühl für die Fahrzeuge von morgen und die<br />

Technologie hinter dem Elektroantrieb zu bekommen. Höhepunkt<br />

der Akademiewoche ist traditionell die Festveranstaltung<br />

anlässlich der Verleihung der DRIVE-E-Studienpreise,<br />

die am 14. März 2012 stattfindet.<br />

»Die Teilnehmer haben die Veranstaltungen in den Vorjahren<br />

durchweg mit Bestnoten bewertet. Das freut uns natürlich<br />

sehr«, so Dr. Ulrich Katenkamp, der DRIVE-E als zuständiger<br />

Referatsleiter im BMBF zusammen mit dem Fraunhofer IISB<br />

initiiert hat. »Für uns ist das zugleich Ansporn, dem akademischen<br />

Nachwuchs mit DRIVE-E auch weiterhin etwas wirklich<br />

Besonderes zu bieten.«<br />

Dabei sind gerade Angebote wie DRIVE-E oft der Ausgangspunkt<br />

für eine spätere Karriere im Bereich der Elektromobilität,<br />

zumal die Veranstaltung gute Kontakte zu Industrievertretern<br />

eröffnet. Ein Beispiel ist Marcus Walter, der 2010 als<br />

Student der TU Kaiserslautern an der Akademie teilnahm<br />

und ein Jahr später zu den Preisträgern des DRIVE-E-Studienpreises<br />

gehörte. »In einer spannenden Woche wurde mir<br />

auf vielfältigste Weise die Bedeutung und Notwendigkeit der<br />

Elektromobilität nahe gebracht. Viel wichtiger war für mich<br />

aber neben dem reinen Fachwissen die Tatsache, dass mir<br />

als angehendem Maschinenbauingenieur klar wurde, dass<br />

wir Studenten nicht länger nur die passive Seite der Beobachter<br />

und Konsumenten einnehmen, sondern vielmehr selber<br />

aktiv werden müssen, um die Zukunft des Automobils<br />

mitzugestalten.« Mit dem Preisgeld für DRIVE-E finanzierte<br />

der Student ein freiwilliges Praktikum bei BMW Manufacturing<br />

in den USA, die Auszeichnung brachte ihm ein Angebot<br />

des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für eine<br />

Diplomarbeit ein. Schließlich entschied er sich für eine Abschlussarbeit<br />

bei BMW. »Ein späterer Arbeitsplatz in der Automobilindustrie<br />

ist für mich nicht mehr wegzudenken«, ist<br />

sich der angehende Ingenieur sicher. »Einen Beitrag für die<br />

Elektromobilität zu leisten und die Zukunft mitgestalten zu<br />

können, würde das Ganze perfekt machen.« Ähnlich interessant<br />

und vielfältig sind die weiteren Berufs- und Studienwege<br />

seiner DRIVE-E-Kolleginnen und -Kollegen, sei es die<br />

Gründung eines Start-Up-Unternehmens für Batterietechnik<br />

oder die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Elektromobilität.<br />

Viele Alumni pflegen noch heute den Kontakt untereinander,<br />

und bei Ehemaligentreffen wie auf der IAA 2011<br />

in Frankfurt hört man immer wieder die Einschätzung, dass<br />

sich die Teilnahme an DRIVE-E mehr als gelohnt hat.<br />

DRIVE-E-Studentin bei einer Probefahrt auf einem eRockit<br />

Quelle: L. Seidel<br />

Marion Conrady // VDI Technologiezentrum GmbH<br />

conrady@vdi.de<br />

Dr. Bernd Fischer // Fraunhofer IISB<br />

Bernd.Fischer@iisb.fraunhofer.de<br />

www.iisb.fraunhofer.de<br />

www.drive-e.org<br />

116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117


Human Resources im Bereich eMobilität - FH Kärnten<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - FH Kärnten<br />

Neue Master-Studiengänge<br />

Fachhochschule Kärnten setzt auf eMobilität<br />

Im Rahmen der Weiterentwicklungen von Studiengängen im technologisch-wissenschaftlich-angewandten Bereich setzt<br />

die Fachhochschule Kärnten auf neue Masterstudiengänge. Als konsekutive Masterstudiengänge werden seit September<br />

2011 die Masterkurse Electrical Energy & Mobility Systems und Maschinenbau Leichtbau am Standort Villach in Kärnten<br />

angeboten. Diese werden im Studienbereich Engineering & IT geführt und haben neuerdings mit den »Energy Labs« neue<br />

Labormöglichkeiten bezogen.<br />

Fachhochschule Kärnten in Villach<br />

Beide Master wurden gemeinsam koordiniert entwickelt, um<br />

zum Beispiel im modernen, zukünftigen Fahrzeugbereich<br />

übergreifend auf »Embedded Drives« oder »Leightweight<br />

Integrated Drive Structures« interdisziplinär gemeinsam<br />

wirken zu können. Fachhochschulen in Österreich sind der<br />

angewandten Wissenschaft verpflichtet und so ergeben sich<br />

notwendigerweise Kooperationen sowohl in den Studien als<br />

auch in der Forschung und Entwicklung.<br />

Der Fachhochschul-Masterstudiengang »EEMS - Electrical<br />

Energy & Mobility Systems« befasst sich mit der elektrischen<br />

Energietechnik und im Speziellen mit ausgeprägten<br />

Schwerpunkten der Entwicklung moderner elektrischer<br />

Antriebs- und Generatortechnik, Frequenzumrichter- und<br />

Leistungselektronik-Systemen, Elektro-Chemischen und<br />

allgemeinen elektrischen Energie-Speichersystemen in der<br />

nachhaltigen Energieumwandlung, Batterie-Elektronik und<br />

modernen elektrischen Fahrzeugantriebsstrukturen, dem<br />

»Electrical Powertrain«.<br />

Als maßgebend ist dabei anzusehen, dass es sich dabei um<br />

die Lehre moderner, geregelter Strukturen elektromagnetischer<br />

Energie-Umwandlungen handelt, welche vor allem<br />

durch modernste, intelligente, EMV-sichere Zwischenkreis-<br />

Frequenzumrichter-Konzepte zwischen elektrischer Maschine,<br />

PFC-Netzfiltersystemen und elektrischen Netzsystemen als<br />

auch elektrischer Maschinen, Generatoren und Speichermedien<br />

mit dementsprechenden wissenschaftlichen Grundlagen<br />

repräsentiert wird.<br />

Der Masterstudiengang Maschinenbau / Leichtbau beschäftigt<br />

sich neben konstruktiven, modernen FEM-Entwicklungstechnologien<br />

insbesondere mit neuesten Erkenntnissen der<br />

Materialforschung und deren Umsetzung. Insbesondere statische<br />

und dynamische Materialprüfungsverfahren sowie die<br />

Entwicklung neuer Prüfmethodik stehen im Vordergrund, um<br />

Material-Erkenntnisse direkt in konstruktiven Neuerungen<br />

umzusetzen.<br />

Wesentlich sei erwähnt, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit<br />

sämtlicher Technologien in unserem Bereich Engineering<br />

& IT höchste Priorität erwirkt, zu sehen alleine in<br />

der übergreifenden Messtechnik zwischen Elektrotechnik,<br />

Elektronik, Bauwesen und Maschinenbau.<br />

FH-Prof. Dipl.-Ing. Winfried Egger<br />

Fachhochschule Kärnten<br />

www.fh-kaernten.at<br />

Studienbereich<br />

Engineering & IT<br />

Studiengang<br />

Electrical Energy & Mobility Systems<br />

Master of Science in Engineering (MSc)<br />

4 Semester<br />

120 ECTS-Punkte<br />

limitierte Studienplätze<br />

Vollzeit<br />

Studiengebühr Euro 363,36 pro Semester<br />

FH Standort: Villach<br />

Unterrichtssprache: Englisch<br />

www.fh-kaernten.at/de/engineering-it/master/<br />

electrical-energy-mobility-systems/studium.html<br />

Studienbereich<br />

Engineering & IT<br />

Studiengang<br />

Maschinenbau / Leichtbau<br />

Master of Science in Engineering (MSc)<br />

4 Semester<br />

120 ECTS-Punkte<br />

limitierte Studienplätze<br />

Vollzeit<br />

Studiengebühr Euro 363,36 pro Semester<br />

FH Standort: Villach<br />

Unterrichtssprache: Deutsch<br />

www.fh-kaernten.at/engineering-it/master/<br />

maschinenbau-leichtbau/studium.html<br />

118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119


Human Resources im Bereich eMobilität - Dekra<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Dekra<br />

Service für eAutos<br />

Konzept zur Qualifizierung von Mitarbeitern in Kfz-Werkstätten<br />

Hochvolt-Komponenten eines Elektrofahrzeuges: Für Servicearbeiten braucht‘s eine spezielle Schulung<br />

Vor Wartungsarbeiten an den Komponenten muss ein Fachmann die Anlage spannungsfrei schalten Photos: Werner Popp/DEKRA<br />

Die international aktive Sachverständigenorganisation DEKRA<br />

baut ihr Engagement im Bereich der Elektromobilität konsequent<br />

weiter aus. »Es ist unser strategisches Ziel, das in der<br />

Nationalen Plattform Elektromobilität formulierte Vorhaben,<br />

Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren,<br />

nachhaltig voranzutreiben. Wir unterstützen diese ambitionierten<br />

Aktivitäten durch unser umfassendes Experten-Wissen<br />

als Europas führende Sachverständigenorganisation«,<br />

sagte Stefan Kölbl, Vorsitzender der Vorstände von DEKRA<br />

e.V. und DEKRA SE, bei einem Pressegespräch auf dem Genfer<br />

Automobilsalon.<br />

»Eine zukunftsfähige Mobilität ist bei dem derzeit vorher -<br />

sehbaren Wachstum vor allem in den urbanen Gebieten der<br />

Schwellenländer ohne Elektrofahrzeuge nicht vorstellbar. Es<br />

sind allerdings auch noch zahlreiche technische Probleme<br />

zu lösen«, erklärte der DEKRA Chef. »Zur Lösung dieser Fragen<br />

wird DEKRA als Entwicklungs- und Beratungspartner die<br />

Kompetenz und die Erfahrung einer weltweit tätigen Sachverständigenorganisation<br />

einbringen. Mit der Gründung des<br />

DEKRA Competence Centers eMobilität haben wir unsere breit<br />

gefächerten Elektromobilitätsaktivitäten organisatorisch<br />

gestrafft und in unsere Strategie eingebunden.« Das Competence<br />

Center, dem über 20 Mitarbeiter angehören, koordiniert<br />

seit Jahresbeginn 2011 konzernweit alle eMobilitätsprojekte.<br />

Die DEKRA Gruppe ist im Sektor Elektromobilität<br />

auf den Arbeitsfeldern Homologation, Produktsicherheit,<br />

Normung und Standardisierung, Feldversuch, Crashtest,<br />

Zertifizierung und Ausbildung unterwegs.<br />

Im Bereich Ausbildung hat DEKRA ein neues Schulungskonzept<br />

für Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen entwickelt. Der<br />

Einsatz von Brennstoffzellen, Hybridtechnik und Elektroantrieben<br />

in der Fahrzeugtechnik führt zunehmend zu Gefahren<br />

bei Arbeiten an den entsprechenden Fahrzeugen. Aufgrund<br />

der höheren Spannung sind bei Arbeiten an HV-Fahrzeugen<br />

besondere elektrische Schutzmaßnahmen erforderlich, um<br />

Unfälle durch elektrische Körperdurchströmung oder Lichtbögen<br />

zu verhindern.<br />

Für Kfz-Werkstätten, Hersteller, Händler, Pannenhelfer oder<br />

Abschleppunternehmen ist die Aus- und Weiterbildung ihrer<br />

Angestellten im Bereich Elektromobilität eine nachhaltig<br />

lohnende Investition in die Zukunft. Bereits heute sollten sie<br />

auf diesen Fall vorbereitet sein und für Servicearbeiten an<br />

Elektrofahrzeugen qualifiziert werden. Anderenfalls riskieren<br />

die Werkstätten nicht nur die Sicherheit ihrer Mitarbeiter<br />

und Frust beim Kunden, sondern auch Ärger mit der<br />

Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Denn<br />

nach deren Vorschriften müssen die Mitarbeiter für Arbeiten<br />

an Hybrid-, Brennstoffzellen- oder reinen Elektrofahrzeugen<br />

mit ihren hohen Spannungen speziell qualifiziert sein.<br />

Stoff zum Nachdenken für kühle Rechner liefert jetzt die<br />

DEKRA Akademie mit einem innovativen Schulungskonzept:<br />

Dank neuer Lehr- und Lernmittel benötigen Werkstattmitarbeiter<br />

nur noch einen Tag Präsenzunterricht, um sich das<br />

nötige Wissen für Servicearbeiten an Elektrofahrzeugen anzueignen.<br />

Möglich wird die Zeiteinsparung durch den Einsatz<br />

eines dreistündigen Web Based Trainings mit anschließender<br />

Prüfung, das die DEKRA Akademie eigens für diesen<br />

Zweck neu entwickelt hat. Wer besteht, ist für das eintägige<br />

Präsenztraining mit Praxisteil und weiterem Theorieteil qualifiziert.<br />

Damit entspricht das DEKRA E-Mobility-Training trotz der<br />

kürzeren Präsenzphase voll den gesetzlichen Anforderungen<br />

von acht Unterrichtseinheiten Theorie und vier Unterrichtseinheiten<br />

Praxis. Auch Abstriche bei der Qualität müssen die<br />

Kunden nicht befürchten, im Gegenteil: Parallel zum Web<br />

Based Training hat die DEKRA Akademie auch eine umfassende<br />

multimediale Unterrichtspräsentation und ein 160<br />

Seiten starkes »Handbuch E-Mobility« entwickelt. Letzteres<br />

dient jedem Seminarteilnehmer auch langfristig als zuverlässiges<br />

Nachschlagewerk.<br />

Der Vorteil für die Werkstätten liegt bei dieser Art der Schulung<br />

nicht nur in den günstigen Seminarpreisen bei gleichbleibend<br />

hoher Qualität, sondern auch in der gewonnenen<br />

Flexibilität für Betreiber und Mitarbeiter und in einer höheren<br />

Erfolgsquote: Das Web Based Training kann über einen<br />

längeren Zeitraum eigenverantwortlich absolviert und der<br />

beste Zeitpunkt der Eingangsprüfung für das Präsenzseminar<br />

selbst bestimmt werden. Angesichts dieser Vorteile<br />

wundert es nicht, dass bereits große Unternehmen wie<br />

die AXA Assistance Deutschland oder der Logistikanbieter<br />

Egerland zu den Erstkunden zählen. Für Interessenten bietet<br />

die DEKRA Akademie auf ihrer Website unter dem Stichwort<br />

»E-Mobility« auch Testzugänge an.<br />

www.dekra-akademie.de<br />

Norbert Kühnl<br />

DEKRA<br />

www.dekra.com<br />

120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121


Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />

können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />

bestellen. www.bem-ev.de<br />

Stephan Rammler, Marc Weider<br />

Das Elektroauto<br />

Bilder für eine zukünftige Mobilität<br />

LIT Verlag Dr. W. Hopf<br />

Berlin 2011<br />

Preis 19,90 Euro<br />

Stephan Schwarz<br />

Krötenmord<br />

Capscovil Verlag<br />

Glonn 2011<br />

Preis 15,95 Euro<br />

Weert Canzler, Andreas Knie<br />

Einfach aufladen<br />

Oekom Verlag<br />

München 2011<br />

Preis 9,95 Euro<br />

Bastian Schuler<br />

Elektromobilität und<br />

Elektrofahrzeuge<br />

Diplomica Verlag<br />

Hamburg 2011<br />

Preis 39,50 Euro<br />

Elektromobilität aus erweiterten Perspektiven<br />

Das batteriebetriebene Elektrofahrzeug darf heute nicht<br />

mehr nur als einzelnes technisches Artefakt betrachtet werden.<br />

Vielmehr muss es als zentraler Bestandteil eines zukunftsweisenden,<br />

intermodalen Verkehrssystems verstanden<br />

werden, das durch soziokulturelle Innovationsstrategien<br />

geprägt ist. Dahinter steckt ein systemischer Ansatz, der die<br />

gesamte Bandbreite der Elektromobilität abbildet - von der<br />

Energieerzeugung, über deren infrastrukturelle Verteilung,<br />

bis hin zur Smart Grid-Einbindung der Elektrofahrzeuge, die<br />

sich auf den Straßen der Zukunft im Kontext innovativer Mobilitätsdienstleistungen<br />

bewegen werden. Dabei dient das<br />

Elektroauto als Katalysator für eine großräumige Markteinführung<br />

der Erneuerbaren Energien. Wird Elektromobilität<br />

in dieser Form umgesetzt, zieht sie große gesellschaftliche<br />

Veränderungsprozesse mit sich, die uns zu einer neuen,<br />

postfossilen Mobilitätskultur führen. Die Erzählungen, Szenarien<br />

und Zukunftsvisionen der Autoren veranschaulichen<br />

in diesem Buch den komplexen Transformationsprozess in<br />

seiner gesamten Vielfalt, der unsere künftige Mobilität tiefgreifend<br />

verändern wird.<br />

Das Elektroauto im rasanten Polizeieinsatz<br />

Zusammen mit weiteren Mitgliedern seiner Umweltschutzgruppe<br />

wird der Frankfurter Hauptkommissar Felix Büschelberger<br />

eines Abends beim Krötensammeln fast von einem Auto<br />

überfahren. Der Fahrer des Wagens wird am nächsten Morgen<br />

tot im Osthafen entdeckt. Der Kommissar und sein Ermittlerteam<br />

müssen nun aufklären, ob es sich bei ihrem neuen<br />

Fall um Selbstmord oder gar Mord handelt. Zweifelsohne ist<br />

tödliches Gift mit im Spiel. Erste Ermittlungen führen ihn und<br />

sein Kriminalteam, die als einzige in der Stadt mit einem<br />

Stromos als Dienstwagen unterwegs sind, ins zwielichtige<br />

Strichermilieu der Mainmetropole. Doch auch am Arbeitsplatz<br />

des toten Rasers gibt es verdächtige Spuren und ein<br />

mögliches Motiv. Neben den generellen Vorzügen der Elektromobilität,<br />

die vor allem die Ermittler faszinieren, werden<br />

in diesem Buch u.a. die Bertha Benz Challenge, innovative<br />

Technologien wie das induktive Laden sowie der Solar-<br />

Carport Point.One von EIGHT vorgestellt. Den Leser erwartet<br />

ein spannungsgeladener Kriminalroman voller dubioser<br />

Machenschaften, aber auch mit einem Hauch knisternder<br />

Erotik, in dem obendrein der BEM seine Erwähnung findet.<br />

Neue Aufgaben für das Elektroauto<br />

Unsere Metropolen benötigen dringend intelligente Verkehrskonzepte,<br />

um dem drohenden Verkehrsinfarkt zu entgehen.<br />

Eine potenzielle Lösung hierfür liegt in einer multipel vernetzten<br />

Elektromobilität von morgen. Begrenzte Reichweiten und<br />

lange Ladezeiten der Elektroautos können auch als Chance für<br />

die Ausweitung intermodaler Verkehrsangebote verstanden<br />

werden, bei denen die batterieelektrischen Fahrzeuge in professionell<br />

gemanagten Flotten betrieben werden. Sie bilden<br />

bspw. im Rahmen von Carsharing lediglich eine von vielen<br />

Verkehrsoptionen ab und werden im Gegensatz zum herkömmlichen<br />

Pkw nicht mehr als Hauptverkehrsmittel betrachtet.<br />

Dafür kommen den Elektroautos neue Aufgaben zuteil.<br />

So werden sie als Puffer für die bekanntlich volatilen Erneuerbaren<br />

Energien bereit stehen. Allerdings hängt es nicht nur<br />

von den Herstellern, sondern ebenso von den Nutzern ab,<br />

den Mobilitätswandel aktiv mitzugestalten und somit der<br />

intermodalen Fortbewegung zum Erfolg zu verhelfen. Ein<br />

derart vernetzter Mobilitätsentwurf, wie ihn die beiden Autoren<br />

in diesem Buch entwerfen, könnte der individuellen Mobilität<br />

im urbanen Raum ein völlig neues Gesicht verleihen.<br />

Kosten und Nutzen der Elektromobilität<br />

Mit dem »Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität«<br />

wurde in Deutschland eine Förderstrategie für Elektrofahrzeuge<br />

veranlasst.<br />

Die staatliche F&E-Förderung konzentriert sich dabei insbesondere<br />

auf Antriebstechnik, Energiespeicher sowie intelligente<br />

Netz- und Systemintegration. Die sozioökonomische<br />

Rentabilität von Elektrofahrzeugen spielt derzeitig aber<br />

noch eine untergeordnete Rolle. Deshalb wirft diese Studie<br />

einen Blick in die Zukunft, um Elektrofahrzeuge im Jahr 2020<br />

ökonomisch zu bewerten. Hierfür wird die kritische Annahme<br />

getroffen, dass es sich bei der Vorgabe ausschließlich<br />

um reine Batteriefahrzeuge handelt. Im ersten Teil der Analyse<br />

werden die Ziele der Bundesregierung aus gesamtwirtschaftlicher<br />

Sicht beurteilt. Im zweiten Teil steht der Endnutzer<br />

im Fokus, um somit das theoretische Marktpotenzial für<br />

Elektroautos zu bestimmen.<br />

Die hier durchgeführte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung<br />

für Elektrofahrzeuge ist mit insgesamt 16 Szenarien breit<br />

aufgestellt, um den Vergleich von deren Kosten und Nutzen<br />

umfassend veranschaulichen zu können.<br />

Erfolg mit E-Mobility ?!<br />

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Medienagentur mit den Schwerpunkten Erneuerbare Energie &<br />

Elektromobilität<br />

Wir beraten Sie bei der Konzeption und Umsetzung Ihrer Ideen und Projekte<br />

im Bereich Elektromobilität, Smart Grid und Erneuerbare Energien..<br />

E-Mobility Partners<br />

Tim Baack +49 30 311 655 85 baack@empartners.de


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Das erwartet Sie in der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 07<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Vorschau<br />

Abonnement<br />

Fax an 030 8638 0866<br />

oder per email an<br />

abo@neue-mobilitaet.info<br />

Ladeinfrastruktur<br />

• Interoperabilität<br />

• Sicherheit durch<br />

verfahrbare Steckdosen<br />

• Autorisierung per<br />

Mobiltelefon oder RFID<br />

• Vandalismusgeschützte<br />

Bauweise<br />

• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />

Kunststoffgehäuse<br />

Informations- &<br />

Kommunikationstechnik<br />

• Einbindung in<br />

Smart-Grid-Konzepte<br />

• Vernetzung via Internet<br />

mit Backend-System<br />

• Kommunikation<br />

mit dem Fahrzeug<br />

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An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 <strong>06</strong> - 923-3<br />

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artwork: www.exprim.de<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />

eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />

Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />

Mitglieder und über relevante News im Bereich der<br />

Neuen Mobilität.<br />

In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />

wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />

geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />

interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />

Themenschwerpunkten informiert unser Fachmagazin<br />

außerdem regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />

Innovationen und wichtige Termine.<br />

Veranstaltungshighlight der Ausgabe 07 wird die diesjährige<br />

Hannover Messe. Vor diesem Hintergrund stehen insbesondere<br />

die Themen Forschung & Entwicklung, sowie<br />

nachhaltige Energie & Umwelttechnologien, als Grundvoraussetzung<br />

für eine intelligente Mobilität von Morgen,<br />

im Fokus unserer Berichterstattung.<br />

In der April-Ausgabe zeigen wir außerdem auf, wie wichtig<br />

insbesondere Marketing, Medien und Presseöffentlichkeit<br />

im Vorfeld einer erfolgreichen Markteinführung<br />

der Elektromobilität sind. In diesem Zusammenhang erfahren<br />

Sie sowohl mehr über die Arbeit des BEM im Kommunikationsbereich<br />

als auch über die Strategien unserer<br />

Partner und Mitglieder.<br />

Im Rahmen unserer Rubrik eJobs beschäftigen wir uns<br />

intensiv mit dem Thema Human Resources im Bereich<br />

der Neuen Mobilität. Experten unterschiedlicher Branchen<br />

werden zu den Chancen und Möglichkeiten auf dem<br />

Wachstumsmarkt Elektromobilität Stellung beziehen.<br />

Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />

Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />

über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />

Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />

und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />

JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 29,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />

Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />

Förder-abo / 4 Ausgaben<br />

Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />

eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />

zzgl. Porto*).<br />

firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />

Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />

Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

5 Stück (90,00 €) 10 Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />

der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />

Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />

eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />

liefer- und Rechnungsadresse<br />

Unternehmen<br />

Vorname, name<br />

straSSe, nr.<br />

PLZ, Ort<br />

email<br />

Einzugsermächtigung<br />

Name der Bank<br />

BLZ<br />

Kontoinhaber<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />

Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />

Ort, Datum,<br />

Stempel, Unterschrift<br />

Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />

*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

Fon<br />

Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />

Neue Mobilität<br />

125


BEM-<br />

MITGLIEDER<br />

Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />

Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />

Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />

Der Bundesverband eMobilität vernetzt alle Akteure aus<br />

Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />

miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung für Elektromobilität<br />

durch zahlreiche Veranstaltungen und setzt sich<br />

für die notwendigen infrastrukturellen Veränderungen ein.<br />

»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />

Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten Aufgaben im<br />

tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />

dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />

Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />

Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />

Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />

als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />

und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />

bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />

www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />

ComInMarket<br />

CPM<br />

Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />

Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den starken<br />

Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar, sich<br />

gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen der Elektromobilität<br />

zu stellen, um einen nachhaltigen Aufschwung<br />

im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese Aufgabe erfordert<br />

eine aktive Teilnahme der innovativsten Unternehmen<br />

Deutschlands, starker Persönlichkeiten und das kooperative<br />

Zusammenwirken aller beteiligten Akteure aus Wissenschaft,<br />

Forschung, Wirtschaft, Politik, Medien, den Verbänden<br />

und Institutionen, sowie das Engagement jedes einzelnen<br />

Bürgers, der sich für eine Neue Mobilität einsetzen möchte.<br />

Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />

und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />

eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />

diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />

Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />

endlich sauber und leise wird.<br />

Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />

Unterstützung notwendig..!<br />

Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Allgemein<br />

• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />

Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />

• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />

mit den relevanten Playern der Branche<br />

• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />

Forschungseinrichtungen und Instituten<br />

• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />

Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />

Symposien u.a.<br />

• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />

und aktiver eMobilitätsplayer<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />

• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />

• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />

kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />

für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />

• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />

• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />

Bayern, NRW, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg und<br />

Hessen<br />

• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />

beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />

• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />

den Bundestag«<br />

Mediale Einbindung<br />

• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />

• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />

und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />

• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />

Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />

• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />

• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />

BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />

eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />

Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />

über die Medienkooperationen vom BEM<br />

Politisches Netzwerk<br />

• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />

Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />

• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />

Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel<br />

• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />

• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />

Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />

• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />

TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />

Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />

Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich, Lebenswelt<br />

Elektromobilität, Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufensterbewerbungen etc.<br />

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Mitgliedsbetreuung<br />

BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />

Jetzt im App-Store.<br />

Fon 030 8638 1874<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

www.bem-ev.de<br />

Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />

126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127


firmen-<br />

VERZEICHNIS<br />

Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />

an Sandrine Frideres vom BEM sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

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EnBW Energie Baden-Württemberg AG<br />

Durlacher Allee 93 / 76131 Karlsruhe<br />

Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />

s.wunnerlich@enbw.com / www.enbw.com<br />

Dr. Peter Bachmann<br />

Leiter des Teams New Mobility<br />

Noerr LLP<br />

peter.bachmann@noerr.com<br />

T +49 89 28628277 Part of the<br />

www.noerr.com<br />

<br />

TÜV SÜD AG<br />

Westendstr. 199<br />

8<strong>06</strong>86 München<br />

info@tuev-sued.de<br />

www.tuev-sued.de<br />

www.juwi.de/elektromobilitaet<br />

ComBInation GmbH<br />

Wallstraße 16<br />

10179 Berlin<br />

Fon 030 9700 4898<br />

info@com-bi-nation.de<br />

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10179 Berlin<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Jetzt im App-Store.<br />

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www.bem-ev.de<br />

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Fon 030 616 58 511<br />

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53175 Bonn<br />

Tel.: +49 228 - 559 20-0<br />

Fax: +49 228 - 559 20-99<br />

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128 Neue Mobilität Neue Mobilität 129


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

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Herausgeber<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Fax 030 8638 0866<br />

www.bem-ev.de<br />

magazin@bem-ev.de<br />

Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Redaktionsleitung<br />

Juliane Girke<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fon 030 8961 0800<br />

Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />

Sandrine Frideres<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Mitarbeit<br />

Benjamin Carl Franke<br />

Moritz Pahnke<br />

Klaus Bergerfurth<br />

Konzept, Layout & Druck<br />

CYMAGE MEDIA BERLIN<br />

Oranienplatz 5<br />

10999 Berlin<br />

Fon 030 616 58 511<br />

Fax 030 616 58 526<br />

www.cymage-media.com<br />

agentur@cymage-media.com<br />

Layout, Satz, DTP, Grafik<br />

Monika Czerminska<br />

Christian Heep<br />

Falk Bege<br />

Kristin Spiess<br />

Druckerei<br />

primeline.print Berlin<br />

Auflage<br />

10.000 Stück<br />

BEM-Photograf<br />

Sebastian Knoth<br />

www.sebastian-knoth.com<br />

Titelbild /Cover<br />

Automechanika Frankfurt<br />

Diese Ausgabe<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>06</strong> zur E-world<br />

Erscheinung Januar 2012<br />

ISSN 2191-5636<br />

Ausgabe April 2012<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 07<br />

Anzeigenschluss 15.03.2012<br />

Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />

ins Firmenverzeichnis der NM<br />

gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />

Mediadaten, Stand Oktober 2011.<br />

www.neue-mobilitaet.info<br />

www.eMobileTicker.de<br />

Parlamentarischer Beirat<br />

Wolfgang Tiefensee, SPD<br />

Markus Rinderspacher, SPD<br />

Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />

Andreas Jung, CDU/CSU<br />

Werner Simmling, FDP<br />

Volker Ratzmann Bündnis 90/Die<br />

Grünen<br />

Wissenschaftlicher Beirat<br />

Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />

Markus Emmert<br />

Matthias Groher<br />

Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />

Tim Ruhoff<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

Josef Maier<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Heiko Herchet<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />

Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />

Johann Georg Friedrich<br />

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />

Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />

BEM-Vorstand<br />

Kurt Sigl, Präsident<br />

Michael Hofmann, Finanzen<br />

Christian Heep, Marketing<br />

BEM-Berater<br />

Sven Hertel, Strategie<br />

Armin Henning, Politik<br />

Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />

Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />

© 2009-2012 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />

liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />

Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />

Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />

schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />

»Es ist nicht genug zu wollen,<br />

man muss auch tun.<br />

Es ist nicht genug zu wissen,<br />

man muss auch anwenden können.«<br />

Johann Wolfgang von Goethe<br />

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