NEUE MOBILITÄT 06
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ISSN 2191-5636<br />
Neujahrsausgabe 2012<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
Januar 2012<br />
Internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft<br />
Metropole der Mobilität<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Messe Essen // vom 07. bis 09.02.2012<br />
Schaufenster<br />
Bewerbungen der<br />
Bundesländer<br />
Smarte Technologien<br />
Intelligente Lösungen<br />
für die Neue Mobilität<br />
Erste Flotten<br />
Zweiradbranche als Vorreiter<br />
der eMobilität<br />
Status Quo<br />
Elektromobilität<br />
jenseits von Mythen<br />
Neue Mobilität<br />
1
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />
Von der Euphorie zur Praxis<br />
Grusswort BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing; Michael Hofmann, BEM-Vorstand Finanzen; Markus Rinderspacher, MdL, SPD; Wolfgang<br />
Tiefensee, Bundesminister a.D., MdB, SPD; Kurt Sigl, BEM-Präsident und Robert Metzger, Veranstalter der Messe eCarTec<br />
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />
Wir sind einer der führenden Anbieter intelligenter Verkehrssysteme in Deutschland.<br />
Als solcher bieten wir ein breites Spektrum innovativer Lösungen für die Städte der Zukunft: Unser Portfolio<br />
umfasst Detektions- und Verkehrssteuerungssysteme ebenso wie E-Mobilitäts- und Parkinfrastruktur<br />
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gewährleisten wir, dass unsere Systeme beständig laufen.<br />
Sprechen Sie mit uns - und entdecken Sie unsere Verkehrstechnik für die Stadt der Zukunft.<br />
SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GMBH<br />
<br />
, E. parking@swarco.de, www.swarco.com/sts<br />
Die Zeit des Systemwechsels hat begonnen. Darin bestätigt<br />
mich die Vielzahl an neuen Playern, die sich aktuell aufstellen,<br />
um die Neue Mobilität aktiv und sichtbar auf den Weg<br />
zu bringen. Der stetige Zulauf neuer BEM-Mitglieder mit<br />
einer immensen Branchenvielfalt zeigt, dass wir auf dem<br />
richtigen Weg sind. All diese Akteure haben ihre Chancen<br />
auf dem Zukunftsmarkt Elektromobilität erkannt und agieren<br />
dementsprechend. Gemeinsam haben wir uns viel für<br />
dieses Jahr vorgenommen. Ein Jahr, das sehr viel mehr im<br />
Zeichen der Evolution anstatt der Revolution steht.<br />
Ich persönlich begrüße diese Entwicklung sehr und kann<br />
mich nur über die aktuelle Schwarzmalerei verschiedener<br />
Entscheider und Medienvertreter wundern. Denn glaubt man<br />
etwa dem Chefredakteur der ADAC Motorwelt Michael Ramstetter,<br />
dem Autoexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer<br />
oder dem Autovermieter Erich Sixt, dann bleibt der Wunsch<br />
nach einer Neuen Mobilität ein unendlich langer Traum. Hier<br />
muss ich vehement widersprechen. Gemeinsam werden wir<br />
etwas bewegen - und das nicht erst ab 2020.<br />
Die Richtung ist vorgegeben. Wir wissen wohin der Weg<br />
führt. Es ist jetzt an der Zeit, von der anfänglichen Euphorie<br />
- sowohl auf medialer als auch auf politischer Ebene - zur<br />
praktischen Umsetzung zu gelangen. Nicht durch große<br />
Reden werden wir den Verkehr zunehmend elektrifizieren,<br />
sondern durch konkrete Maßnahmen, die auf der einen Seite<br />
die entsprechenden politischen, finanziellen und rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen schaffen und auf der anderen Seite die<br />
Verbraucher - und hier in einem ersten Schritt die öffentlichen<br />
Körperschaften - zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen<br />
animieren und motivieren.<br />
Insbesondere die Politik muss nun auch aktiv Zeichen setzen.<br />
Sowohl in Bezug auf die Integration von Elektrofahrzeugen<br />
in ihren eigenen Fuhrparks und Fahrdiensten als auch in der<br />
finalen Umsetzung der Vielzahl an angekündigten Maßnahmen<br />
im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität.<br />
So hat die Bundesregierung es beispielsweise bisher<br />
nicht geschafft, die Nachteile der Elektroautos bei der<br />
Dienstwagenbesteuerung auszugleichen, obwohl dies bei<br />
der Vorstellung des Regierungsprogramms Elektromobilität<br />
im Mai 2011 als entscheidender Punkt des Maßnahmenpakets<br />
angekündigt wurde.<br />
Durch diese Unsicherheit konterkariert die Bundesregierung<br />
ihre eigenen Ziele, bis 2020 eine Million eFahrzeuge auf deutschen<br />
Straßen zu realisieren. Eine erfolgreiche Marktdurchdringung<br />
wird zu Beginn stark über Firmenflotten laufen.<br />
Solange die steuerrechtliche Benachteiligung durch die 1%-<br />
Reglung aber derart eklatant ist, bleiben eAutos als Dienstwagen<br />
unattraktiv. Das BEM-Mitgliedsunternehmen juwi<br />
etwa gleicht seinen Mitarbeitern den Nachteil derzeit aus<br />
eigener Tasche aus. Aber nicht alle Unternehmen sind bereit,<br />
für die Rolle als Vorreiter solche Hürden zu überwinden. Hier<br />
ist jetzt die Politik gefragt. Überraschen Sie mich..<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Cover: AUTOMECHANIKA<br />
FRANKFURT<br />
Metropole der mobilität<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>06</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe Januar 2012<br />
Schaufenster-<br />
Bewerbung<br />
Smarte<br />
Technologien<br />
Erste<br />
Flotten<br />
Status Quo<br />
eMobilität<br />
18 Mobilität der Zukunft<br />
Winfried Kretschmann<br />
20 Der Mix macht‘s<br />
Franz Loogen<br />
22 Wirtschaft am Strom<br />
Sören Christian Trümper<br />
24 Wir bringen die emobilität<br />
AUf die StraSSe<br />
Jörg Bode<br />
26 Schaufenster emobilität<br />
Lucas Birnhäupl<br />
Martin Jäger<br />
28 NRW ist bestens<br />
AUfgestellt<br />
Alexander Waldhelm<br />
BEM<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Die Zukunft im Spiegel<br />
Editorial, Christian heep<br />
14 PARLAMENTARISCHER<br />
BEIRAT<br />
16 BEM 2.0<br />
114 eJobs<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 ABO neue mobilität<br />
126 BEM-Mitgliedschaft<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
30 Intelligente<br />
Energielösungen<br />
ComBInation<br />
32 Intelligente<br />
Technologien<br />
Laurenz Przyborowski<br />
33 RESSOURcenschonende<br />
pRODUktion<br />
Marcel Hofer<br />
34 IT-sicherheit meets<br />
ELEktromobilität<br />
BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />
36 StaatspreiS Mobilität 2011<br />
cirquent<br />
38 emobilität im Kontext<br />
Uwe Hahner<br />
40 LEGAL corner<br />
BBH BECKER BÜTTNER HELD<br />
42 Nachhaltig anders denken<br />
IPM SYSTEM<br />
44 Nachhaltige emobilität<br />
Christoph B. RöSSner<br />
46 Das groSSe upgrade<br />
Tim baack<br />
48 Strom, der mehr kann<br />
schneider electric<br />
50 Integration von<br />
eFahrzeugen ins stromnetz<br />
Sven Lierzer<br />
52 eAutos intelligent vernetzt<br />
FRAUNHOFER FOKUS<br />
54 Rad fahren bewegt<br />
Stephan Schreyer<br />
56 Bürgermeister auf eBikes<br />
Sebastian Dix<br />
58 eFahrzeuge<br />
effizient nutzen<br />
Fabian Krohn<br />
60 Standardisierung<br />
der Ladeinfrastruktur<br />
Ulrich Prediger<br />
62 Sylt wird elektromobil<br />
Georg Wember<br />
63 Elektromobilität<br />
IN der Wüste<br />
Dr. Michael Krämer<br />
64 eBikes<br />
Vorreiter der Branche<br />
interview Mathias Seidler<br />
66 Mit einem Klick zum eBike<br />
INTERVIEW PIET HERBERTZ<br />
67 Zwei Ziele und ein Weg<br />
Christoph Wolf<br />
68 emobilität im Netzwerk<br />
Manuel Woste<br />
70 Zweiräder als Wegbereiter<br />
Reiner Kolberg<br />
72 Kommunen als Vorreiter<br />
Johannes Schindler<br />
73 DAS Potenzial ist noch<br />
LANGE nicht ausgeschöpft<br />
INTERVIEW ULRIKE SAADE<br />
74 Gut Beraten beim E-Rad-Kauf<br />
Wiebke Lemmertz<br />
Wasilis von Rauch<br />
75 Elektromotorräder<br />
AUf dem Vormarsch<br />
Edwin Belonje<br />
76 SpaSS mit Strom<br />
Joachim Franz Kutscher<br />
78 Ladetechnik für eFlotten<br />
Thorsten Temme<br />
80 Tourismusregionen<br />
investieren in die Zukunft<br />
interview Matthias Schmidt<br />
82 Entspannt auf zwei Rädern<br />
EBG complEo<br />
83 Elektrisch durchs Allgäu<br />
Stefan Sievert<br />
84 Insel Sylt hat Ruhe verdient<br />
Markus Wenzel<br />
85 Südtirol - Nachhaltigkeit im<br />
Alpinen Raum<br />
Petra Kainzwaldner<br />
86 Das Urlaubserlebnis mit<br />
DEM Elektrofahrrad<br />
movelo<br />
Messen &<br />
EVents<br />
8 eCarTec 2011<br />
10 E-world Energy & Water 2012<br />
12 Automechanika 2012<br />
90 Elektrofahrzeug-Batterien<br />
JENSEITS von Mythen<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
92 Induktives Laden<br />
Gunter Nissen<br />
96 Leichtbau<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
98 Nachfragepotenzial von<br />
Elektrofahrzeugen<br />
Christian Hanke<br />
Matthias Diller<br />
100 Batteriesicherheit<br />
TÜV SÜD AG<br />
102 Technologie für alle<br />
fAHRZEUGE<br />
Jeremie Desjardins<br />
103 eMobilität mit<br />
der Kraft des Windes<br />
Dr. Uwe Koenzen<br />
104 E-VECTOORC<br />
Valentin Ivanov<br />
105 Gesellschaftspolitische<br />
fRAGESTELLUNGEN<br />
FRAUNHOFER ISI<br />
Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
Ich freue mich sehr, Ihnen die bereits sechste Ausgabe der<br />
<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> präsentieren zu dürfen und möchte mich<br />
speziell bei den Innovatoren und Vorreitern bedanken, die<br />
unser Fachmagazin mit vielen Beiträgen unterstützen und in<br />
Form von Anzeigenschaltungen überhaupt erst ermöglichen.<br />
Das Cover vermittelt Ihnen einen ersten Eindruck der diesjährigen<br />
Automechanika der Messe Frankfurt. Gemeinsam<br />
mit dem BEM werden wir im Rahmen der Sonder-Ausstellung<br />
»Mobilität der Zukunft« ein umfassendes Bild zukunftsfähiger<br />
Mobilitätskonzepte zeigen.<br />
1<strong>06</strong> Elektrifizierung des<br />
Antriebsstrangs<br />
Technische universität<br />
BRAUNSCHWEIG<br />
108 Wettlauf der eMobilität<br />
Andreas Serra<br />
110 Standardisierung<br />
UND NORMUNG<br />
Prof. Dr. Thomas Klindt<br />
Human<br />
Resources<br />
115 Elektromobiltät<br />
BERUfsbegleitend studieren<br />
KARLSRUHER INSTITUT<br />
FÜR TECHNOLOGIE<br />
116 Nachwuchs mit<br />
Begeisterung<br />
DRIVE-E<br />
118 Neue Master-Studiengänge<br />
Fachhochschule Kärnten<br />
120 Service für eAutos<br />
dekra<br />
Wir stellen Ihnen in der Januar-Ausgabe die Schaufensterbewerbungen<br />
einiger Akteure, Städte und Regionen vor.<br />
Außerdem beleuchten wir im Themenschwerpunkt Smarte<br />
Technologien die technologischen Entwicklungen rund um<br />
Elektromobilität, Erneuerbare Energien, Smart Grid und intelligente<br />
IT-Systeme. In der Rubrik Erste Flotten richten wir<br />
den Fokus der Berichterstattung dieses Mal auf elektrische<br />
Zweiräder und eMobilität als erfolgsversprechende Partner<br />
der Tourismusbranche. Viel Spaß beim Lesen..!<br />
Sandrine Frideres, Leitung Anzeigenredaktion
Editorial - Christian Heep<br />
Editorial - Christian Heep<br />
Die Zukunft im Spiegel..<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Photo © Photocase Crocodile<br />
Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist der Nachhaltigste<br />
im ganzen Land..? Ein Motto, das bundes- und europaweit<br />
zu Höchstleistungen anspornen könnte, wollte man es denn<br />
wirklich. Was man dabei, neben der Tatsache Gutes zu tun,<br />
Klima- und Umweltschutzpotentiale voll auszuschöpfen,<br />
Ressourcenschonung und Verminderung von zumeist politischen<br />
Abhängigkeiten und weiteren »Vorteilen« alles erreichen<br />
kann, ist vielen bereits klar. Und es wird von diesen,<br />
die verstanden haben, warum diese Maßnahmen für uns alle<br />
so wichtig sind, auch bereits angegangen. Die technologischen<br />
Voraussetzungen sind auch schon vorhanden und es<br />
bleibt die Frage, warum dann dieser Prozess nicht so richtig<br />
anlaufen will. Wir fragen uns, welche Mechanismen und Gegenmotivationen<br />
wohl dafür verantwortlich sind, dass wir<br />
zukünftige Generationen so maßlos um ihre Ressourcen und<br />
ihre Lebensgrundlage betrügen. Beispielhaft sei dafür das<br />
Hin und Her der Atompolitik genannt oder auch, in unserem<br />
speziellen Fokus, die jahrzehntelange Verzögerungen bei<br />
der Einführung der Elektromobilität.<br />
Am Ende dieser Verkettung stehen für viele die Machenschaften<br />
von Großkonzernen, Energieversorgern, den Ölinteressen<br />
und überhaupt der Interessenvertretung einiger<br />
weniger, aber dabei sehr einflussreicher Gesellschaften, die<br />
es sehr gut verstehen ihre zumeist macht- und gewinnorientierten<br />
Interessen entgegen unserem Nachhaltigkeitskontest<br />
zu verteidigen. Die damit verbundene Handlungsunfähigkeit<br />
der Politik, also der vielfältige Bezug zu diesem Macht- und<br />
Einflusskonglomerat, festigt dieses zutiefst tradierte System<br />
dann zusätzlich.<br />
Diese Stammtischweisheit ist aber wohl nur die halbe Wahrheit.<br />
Meist sind nur einige wenige Köpfe wirklich notwendig,<br />
um solch weitreichende Veränderungsprozesse anzustoßen.<br />
Unsere demokratische Ordnung bietet die Vorzüge einer<br />
freien Meinungsäußerung und der Grundgedanke ist eine<br />
Mitbestimmung durch das Volk. Das hat zumindest bereits<br />
heute erkennbar zu einigen Veränderungen im Denken und<br />
Handeln, in der Energiepolitik und vielen anderen Lebensbereichen<br />
geführt.<br />
Wäre allerdings beispielsweise die Energierevolution von<br />
den führenden Köpfen der Energieversorger ausgegangen,<br />
wären wir schon viel weiter. Genau darin liegt das Problem.<br />
Diejenigen, die in der Lage wären, aufgrund ihrer politischen<br />
Stellung, ihrer Macht und ihrem Einfluss in ihren jeweiligen<br />
Gefügen, sich an die Spitze solcher Systemwechsel zu<br />
stellen, sind gleichzeitig in ihren politischen und wirtschaftlichen<br />
Abhängigkeiten gefangen und haben zumeist auch<br />
einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb. Hier fehlt in einem<br />
außergewöhnlich hohen Maße die Erkenntnis einer<br />
Synergie aus Vorreiterdenken, Nachhaltigkeit und gleichzeitigem<br />
Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand. Aber es<br />
ist immer schwer eine funktionierende Systemik wider besseren<br />
Wissens zu verlassen. Es ist zumeist einfacher diese<br />
Maßnahmen noch ein wenig aufzuschieben.<br />
Argumentativ lassen sich dafür beliebig viele Wahrheiten finden,<br />
um den eigenen Standpunkt und den Respekt vor dem<br />
Spiegel seiner selbst zu bewahren. So finden wir dann auch<br />
genau diesen Personenkreis immer wieder in den Medien<br />
mit Meldungen zu ihrem überaus nachhaltigen Engagement.<br />
Viele lassen sich davon beeindrucken und glauben den Argumentationsketten<br />
dieser tradierten Autokraten.<br />
Es zeigt dem aufmerksamen Beobachter im übrigen sehr<br />
deutlich, dass das Wissen um die Notwendigkeit dieser<br />
Veränderungen zumeist vollumfänglich vorhanden ist. Ihr<br />
Engagement verliert sich allerdings sehr schnell. Lediglich<br />
eine öffentliche Erwartungshaltung wird befriedigt und eine<br />
Scheinaura nachhaltigen Handelns wird künstlich erzeugt;<br />
flankiert von einigen wenigen kleinen Schritten in die richtige<br />
Richtung. So fällt eine Anklage dann auch schwer, brüsten<br />
sich diese Unternehmen doch mit ihren guten Taten.<br />
Unsere Bundeskanzlerin wäre beispielsweise in der Lage<br />
und in der Position ihren elektromobilen Ambitionen außergewöhnlichen<br />
Nachdruck zu verleihen. Warum aber macht<br />
sie es nicht..? Gern sind wir vom Bundesverband eMobilität<br />
bereit und fähig, gemeinsam mit unseren Mitgliedern ein<br />
umsetzungsfähiges, realistisches und nachhaltiges Konzept<br />
vorzulegen, dass uns in eine Position bringt, die gesteckten<br />
Ziele der Bundesregierung auch zu erreichen, Leitmarkt und<br />
Leitanbieter zu werden, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und<br />
Wohlstand zu sichern und ein sichtbares internationales Zeichen<br />
zu setzen, dass wir uns im Bereich Elektromobilität an<br />
die Spitze der Entwicklung stellen.<br />
Aber das ist ja bereits alles initiiert. Die Nationale Plattform<br />
arbeitet daran mit Hochdruck. Die deutschen Automobilhersteller<br />
kommen jetzt alle irgendwann ganz stark auf den<br />
Markt. Wer sitzt nochmal alles in dem Gremium..? Der Personenkreis,<br />
den ich zuvor beschrieben habe..?<br />
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin. Ich schlage hiermit vor,<br />
die Stimme vom Bundesverband eMobilität in diesem Kreis<br />
zu integrieren und einen ständigen Vertreter aus unseren<br />
Reihen zu berufen. Das ist zum Beispiel eine Ihrer Möglichkeiten<br />
Ihren Worten Taten folgen zu lassen.<br />
In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiteres Jahr elektromobiler<br />
Zukunft und wünsche viel Spaß mit unserem Fachmagazin<br />
und natürlich im Spiegel Ihres Lebens..<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7
Rückblick eCarTec 2011 Rückblick eCarTec 2011<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
»Die diesjährige eCarTec hat unsere Erwartungen bei weitem<br />
übertroffen. Neben zahlreichen qualitativ sehr hochwertigen<br />
Gesprächen war mein persönliches Highlight der Besuch von<br />
unseren Parlamentarischen Beiräten Wolfgang Tiefensee und<br />
Markus Rinderspacher. Im Rahmen unseres politischen Messerundgangs<br />
hatten sie die Möglichkeit, unsere Mitaussteller<br />
und BEM-Mitglieder mit ihren innovativen Konzepten und<br />
Produkten kennen zu lernen und sich über den Status Quo<br />
der Neuen Mobilität zu informieren.«<br />
Deutschlandpremiere des Elektro-Cargo »ARNOLD 2011« auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
BEM-Vorstand Christian Heep, Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee und BEM-Präsident Kurt Sigl im Gespräch<br />
Rückblick eCarTec 2011<br />
Die Leitmesse der emobilen Branche hat vom 18. bis 20.<br />
Oktober 2011 zum dritten Mal umfassend alle aktuellen<br />
Entwicklungen und Technologie-Angebote auf einer Fachmesse<br />
zusammengebracht.<br />
Gemeinsam mit unseren Mitausstellern und Sponsoren<br />
CarMedialab, EnBW, SFL-CETRA mit der Deutschlandpremiere<br />
des ARNOLD2011, efw-suhl mit ihrer e-Schwalbe,<br />
EnergieParken, juwi, electric movement, Next Generation<br />
Mobility, Barkawi Management Consultants, The Mobility<br />
House, Midea, mia gemeinsam mit e-mocom, TÜV SÜD,<br />
Veloform Media und IPM SYSTEM haben wir in diesem<br />
Jahr eine Fläche von 450 Quadratmetern bespielt.<br />
»Ich freue mich sehr über die zahlreichen Besucher auf unserem<br />
Stand. Die Qualität der Gespräche hat im Vergleich<br />
zum Vorjahr noch einmal deutlich zugenommen. Darauf<br />
aufbauend lassen sich nun in den kommenden Wochen<br />
verschiedene neue Kooperationen schließen und innovative<br />
Geschäftskontakte ausbauen«, betonte BEM-Marketingvorstand<br />
Christian Heep im Nachgang der Messe.<br />
Thomas Martin, Geschäftsführer efw-suhl<br />
»Wir waren das erste Mal dabei und die eCarTec war für unsere<br />
e-Schwalbe ein voller Erfolg. Aufgrund des hohen Anteils<br />
an Fachpublikum sehen wir den Gemeinschaftsstand<br />
des Bundesverbands eMobilität hier besonders sinnvoll. Die<br />
bunte Mischung der gezeigten Objekte und Angebote lockte<br />
viele Besucher auf den attraktiven Stand und wir hatten die<br />
Möglichkeit, zahlreiche gute Kontakte zu knüpfen.«<br />
Christoph Hofner, Teamleiter Sales & Business Development<br />
Elektromobilität, juwi<br />
»Die eCarTec war für uns sehr erfolgreich. Wir konnten<br />
sehr gute Gespräche führen, die nun im Nachgang der<br />
Messe weiter fortgesetzt werden. Die Organisation seitens<br />
des BEM-Teams hinsichtlich der Standplanung, des<br />
Aufbaus und der Durchführung war professionell und<br />
hat uns in unserer Tätigkeit und unserem Auftritt auf der<br />
Messe sehr gut unterstützt. Auch hervorzuheben ist die<br />
äußerst gelungene Standwahl in unmittelbarer Nähe zum<br />
Haupteingang, sowie die weithin sichtbare Präsentation<br />
des Gemeinschaftsstandes.«<br />
Tim Ruhoff, Geschäftsführer Next Generation Mobility<br />
»Die Absichten der Kunden werden konkreter, der BEM-<br />
Gemeinschaftstand hat auch dieses Jahr wieder viel Aufklärungsarbeit<br />
geleistet und noch mehr Leute zusammengebracht.<br />
Jetzt sollten wir die Ideen auf die Straße bringen<br />
- wir freuen uns auf 2012.«<br />
Tito Das, Business Manager Electric Vehicle Infrastructure<br />
bei Schroff<br />
»Wir waren sehr zufrieden. Der BEM-Gemeinschaftsstand<br />
hat genau wie im Jahr zuvor viele Zuschauer angezogen,<br />
darunter sehr viele Fachbesucher. Wir hatten den Eindruck,<br />
dass Messe und Ausstellerumfeld einen großen Schritt hin<br />
zu alltagstauglicherer eMobilität gemacht haben. An den<br />
Ständen gab es dieses Jahr weniger Visionen zu sehen, dafür<br />
mehr ernst gemeinte Produkte und Geschäftsmodelle.<br />
Passend dazu haben wir eine Reihe guter Gespräche über<br />
EnergieParken ® führen können. Für uns hat sich die Teilnahme<br />
daher gelohnt.«<br />
Markus Emmert, Geschäftsführer IPM SYSTEM<br />
»Der BEM-Gemeinschaftsstand ist immer wieder ein Besucher-Magnet.<br />
Auf keinem anderen Stand haben sich so<br />
viele Akteure der Branche zum aktuellen Status Quo ausgetauscht.<br />
Ich bin beeindruckt und selbstverständlich im<br />
nächsten Jahr wieder mit dabei.«<br />
Harald Weidhofer, SFL-CETRA e-mobility<br />
Es war uns eine sehr große Freude! So einfach kann man<br />
ARNOLDs Teilnahme beim BEM-Gemeinschaftsstand bei der<br />
diesjährigen eCarTec zusammenfassen. Natürlich haben wir<br />
uns von der Deutschlandpremiere einiges erwartet. Das in<br />
Österreich geplante, entwickelte und gebaute Nutzfahrzeug<br />
wurde ja schon vorher immer wieder mit positiven Reaktionen<br />
bedacht. Die so tolle Stimmung für unseren ARNOLD auf<br />
dem BEM-Gemeinschaftsstand hat uns dann trotzdem sehr<br />
überrascht und gefreut. Viele Anfragen, gute Kontakte, positive<br />
TV- und Zeitungsberichte in Deutschland und Österreich<br />
und viele gute Gespräche waren die Folge. Einer der Gründe<br />
für den großen Erfolg war sicherlich die prominente Positionierung.<br />
Und dafür danken wir - ARNOLD und die SFL-CETRA<br />
e-mobility GmbH!<br />
C E T R A e - m o b i l i t y<br />
IPM SYSTEM<br />
Effizienz durch Intelligenz<br />
Aussteller & Sponsoren auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9
E-world ENERGY & WATER 2012 E-world ENERGY & WATER 2012<br />
»Fahrzeughersteller und Infrastruktur-Dienstleister<br />
zeichnen auf der E-world 2012 die Entwicklung von<br />
alternativen Mobilitätskonzepten nach.«<br />
E-world energy & water<br />
Vom 07. bis 09. Februar 2012 in der Messe Essen<br />
Future of Mobility<br />
E-world Kongress<br />
Wie schon in den Jahren zuvor werden auch bei der E-world<br />
2012 an allen drei Kongresstagen hochkarätige Referenten<br />
zu aktuellen Themen und brisanten Fragen der Energiewirtschaft<br />
Stellung beziehen. Es werden Konferenzen u.a. zu den<br />
Themen Bioerdgas, Netze, Ecomobilität, Kommunikation in<br />
der Energiewirtschaft sowie zu aktuellen Rechtsfragen<br />
durchgeführt. Außerdem wird es verschiedene Workshops<br />
zur Einführung in die Energiewirtschaft geben.<br />
Sonderschau »Future of Mobility«<br />
Fahrzeughersteller und Infrastruktur-Dienstleister zeichnen<br />
die Entwicklung von alternativen Mobilitätskonzepten nach.<br />
In Sachen Elektromobilität geht die Forschung mit großen<br />
Schritten voran. Die Sonderschau zeigt neue Speichertechnologien<br />
und IT-Lösungen. Die Wege, um saubere Antriebskraft<br />
zu produzieren sind vielfältig, eine Möglichkeit ist die<br />
Sonne. »Future of Mobility« zeigt solare Carports, die einerseits<br />
Schutz vor Wind und Wetter bieten und andererseits<br />
sauberen Strom direkt vor Ort bereitstellen.<br />
Forum Energiewende<br />
Politische und regulatorische Zielvorgaben konfrontieren<br />
die Energiewirtschaft sowohl auf nationaler wie auch auf<br />
europäischer Ebene zunehmend mit neuen Fragestellungen<br />
und Anforderungen, die vor allem die Bereiche Energieerzeugung,<br />
Transport von Energie sowie Energiespeicherung<br />
betreffen. Daher wird diesen Themen mit dem neuen<br />
»Forum Energiewende« in Halle 7 erstmals ein eigener Gemeinschaftsstand<br />
gewidmet.<br />
Ob Hersteller von Anlagen für Photovoltaik, Geothermie,<br />
Blockheizkraft und Biogas oder Anbieter von Transport- und<br />
Speichermöglichkeiten. Sie können auf dem Gemeinschaftsstand<br />
ihre Produkte und Dienstleistungen den Fachbesuchern<br />
aus Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerken,<br />
Industrieunternehmen, Beratern und Forschungseinrichtungen<br />
präsentieren. Abgerundet wird die neue Sonderschau<br />
mit einem Vortragsprogramm. Auf einer Podiumsfläche geben<br />
Experten in Statements und Diskussionsrunden ihr Wissen<br />
zum Thema Energiewende weiter.<br />
Smarte Technik, intelligent genutzt<br />
Erneut wird einer der Schwerpunkte bei der E-world 2012 in<br />
Essen das Zukunftsthema »smart energy« sein. Intelligente<br />
Netze, Zähler oder auch vernetzte Haustechnik stehen dort<br />
im Fokus.<br />
»Smart energy« als vergleichsweise junger Ausstellungbereich<br />
stößt bei Besuchern wie Ausstellern auf großes<br />
Interesse: Vor zwei Jahren wurde die Präsentation des Geschäftsfelds<br />
erstmals in das Konzept der E-world energy &<br />
water integriert. Heute bietet die E-world einen umfassenden<br />
Einblick in die Entwicklungen einer Branche, die mithilfe<br />
innovativer Technologien Chancen für mehr Energieeffizienz<br />
aufzeigt, um damit auch den Kohlendioxid-Ausstoß langfristig<br />
zu reduzieren. Auf einer Fläche von 540 Quadratmetern<br />
präsentieren sich in Halle 7 rund 30 Aussteller.<br />
Contracting-Point<br />
Der Gemeinschaftsstand »Contracting-Point« bietet erneut<br />
der Wachstumsbranche die Möglichkeit, die Vielseitigkeit<br />
des Contracting in allen Facetten zu zeigen und Kontakte<br />
zu knüpfen. Als Schirmherr konnte wie in den Jahren zuvor<br />
der Verband für Wärmelieferung e.V. mit Sitz in Hannover<br />
gewonnen werden. Das Angebot an Serviceleistungen für<br />
Stadtwerke, Kommunen und Industrie sowie für die Wohnungswirtschaft<br />
in Bereichen Strom, Wasser, Gas, Wärme<br />
und Licht wird ebenso vorgestellt wie neue Technologien<br />
z.B. bei den regenerativen Energien.<br />
Tag der Bürgermeister<br />
Im Zuge der Energiewende liegen energiewirtschaftliche<br />
Problemstellungen nicht länger ausschließlich im Entscheidungsbereich<br />
der großen Energieversorger, sondern werden<br />
aktiv von den Kommunen mitgestaltet. Vor dem Hintergrund<br />
des Ausbaus Erneuerbarer Energien und vermehrt energieautonomen<br />
Städten sowie Kommunen, sind aktive Bürgermeister<br />
und Vertreter aus der Kommunalpolitik am 07. Februar<br />
auf der E-world gefragt. Der »Tag der Bürgermeister«<br />
soll eine Plattform für einen kommunalübergreifenden<br />
Austausch der Städte und Gemeinden werden, um sich über<br />
aktuelle Entwicklungen von kommunal- und energiepolitischen<br />
Themen zu informieren. Die Sensibilisierung, Aufklärung<br />
und Einbindung der kommunalpolitischen Entscheidungsträger<br />
auf der E-world ist das langfristige Ziel.<br />
Weitere Informationen zur E-world energy & water unter<br />
www.e-world-2012.com<br />
10 Neue Mobilität Neue Mobilität 11
Automechanika 2012 Automechanika 2012<br />
Mobilitätskonzepte<br />
der Zukunft<br />
Internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft<br />
BEM-Visualisierungsansatz »Mobilität der Zukunft« auf der Automechanika 2012 in Frankfurt Am Main AUTOMECHANIKA MESSE FRANKFURT 11. bis 16. September 2012<br />
Neue Formen und Konzepte von Mobilität werden aktuell<br />
heiß diskutiert. Sich allein auf die Fahrzeuge zu beschränken,<br />
greift allerdings zu kurz. Die Automobilindustrie und<br />
die Gesellschaft befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel.<br />
Es wird zusammenwachsen, was für viele auf den ersten<br />
Blick nicht zusammen gehört. Immer mit dem Ziel, die<br />
individuelle Mobilität umweltfreundlich weiter zu individualisieren.<br />
Das bedeutet auch eine Revolution für die Werkstatt.<br />
Internationale Fachmessen wie die Automechanika<br />
sind ein Spiegel der Branche und können die neuesten Entwicklungen<br />
aus verschiedenen Bereichen auf einzigartige<br />
Weise bündeln.<br />
Bis die vollständige Elektrifizierung eines Automobils qualitativ<br />
und wirtschaftlich großserientauglich sein wird, werden<br />
Brückentechnologien den Verbrennungsmotor zum Schutz<br />
der Umwelt optimieren. Dazu gehören modernste Techniken<br />
wie der Leichtbau, das Thermomanagement, die Reibungsminimierung<br />
oder die Zylinderabschaltung. Auf der Treibstoffseite<br />
gibt es parallel erste Erfolge beim Einsatz von<br />
ökologisch erzeugtem Natur-Gas oder synthetischen Kraftstoffen.<br />
Die bekannten Technologien der Voll- und Plug-In-<br />
Hybride sowie der Range-Extender schaffen bereits jetzt den<br />
Spagat unserer zukünftigen Mobilität: elektrisch-leise in der<br />
Stadt und traditionell-dynamisch auf der Langstrecke.<br />
Die Automechanika wird vom 11. bis 16. September 2012<br />
einen Überblick über verschiedene Konzepte rund um die<br />
Mobilität der Zukunft vorstellen. Aussteller präsentieren<br />
ihre innovativen Lösungen in den Bereichen Erstausrüstung,<br />
Umrüstung, Fahrzeug- und Ladezubehör, Entsorgung und<br />
Recycling. Auch das Aftermarket-Forum, das Vortragsareal<br />
der Automechanika, nutzen Vertreter aus Industrie und Forschung,<br />
um über neueste Entwicklungen auf den Gebieten<br />
Vernetztes Auto, Schadenbusiness oder Service in Handel<br />
und Werkstatt sowie Elektromobilität zu berichten.<br />
Die Messe Frankfurt und der Bundesverband eMobilität verfolgen<br />
gemeinsam das Ziel, im Rahmen der Sonder-Ausstellung<br />
»Mobilität der Zukunft« ein umfassendes Bild über den<br />
Status Quo der Elektromobilität zu liefern und über innovative<br />
Zukunftstrends der Automobilbranche zu informieren.<br />
Die Sonder-Ausstellung ist eine visionäre Reise in die Zukunft<br />
der Fortbewegung: leise, sauber und erneuerbar. Sie<br />
bietet die Möglichkeit, mit Emotion, Faszination und Begeisterung<br />
tradierte Verhaltensmuster aufzubrechen und die<br />
Vision einer neuen, nachhaltigen Mobilität Wirklichkeit werden<br />
zu lassen. Zum ersten Mal werden im Rahmen einer<br />
Messe wegweisende Lösungen von Heute und spannende<br />
Visionen von Morgen nicht nur sichtbar sondern auch erlebbar.<br />
Von induktiver Ladung über innovative Elektrofahrzeuge<br />
bis hin zu smarten Kommunikationstechnologien wird das<br />
gesamte Spektrum der heutigen Elektromobilität aufgezeigt.<br />
Im Rahmen der Sonder-Ausstellung wird der Systemwechsel<br />
zur Elektromobilität in seiner gesamten Bandbreite in einer<br />
echten Erlebniswelt erfahrbar. Die vielfältigen Produkte rund<br />
um das Thema Elektromobilität werden inhaltlich kombiniert<br />
und dadurch in einen anwendungsorientierten Zusammenhang<br />
gesetzt. So werden Energieerzeugung, Ladeinfrastruktur,<br />
IKT-Systeme und Elektrofahrzeuge sinnvoll mit einander<br />
verknüpft und in einem realistischen Umfeld präsentiert.<br />
Damit entsteht ein realitätsnahes Konstrukt aus unterschiedlichen<br />
Technologien, welches die Vielfalt der Mobilität der<br />
Zukunft aufzeigt. Im Zentrum der Ausstellung steht vor allem<br />
das Thema Erfahrbarkeit. Ausprobiert werden kann am Ende<br />
der Erlebniswelt alles - vom eBike über den Elektroroller bis<br />
hin zu verschiedenen Elektroautos.<br />
Daneben organisiert Karabag auf einer Fläche von rund 4.000<br />
Quadratmetern auf der Freifläche Agora die Sonderschau<br />
»Smart Grid«. Sie ist angelehnt an die von Karabag geplante<br />
Wohnbausiedlung »Energieautarkes Arbeiten und Wohnen«<br />
in Norderstedt nahe Hamburg. Sie soll zeigen, wie sich die<br />
automobile Lebenswelt in Zukunft entwickeln könnte.<br />
Aussteller werden unter anderem Unternehmen sein, die auf<br />
den ersten Blick nichts mit dem automobilen Markt zu tun<br />
haben - aber zukünftig im Zusammenhang mit der Elektromobilität<br />
eine wichtige Rolle spielen werden. Dazu gehören<br />
Batteriehersteller, Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren<br />
Energien wie Solar oder Windkraft, aber auch Hochschulen<br />
und Ausbildungsstätten, die den »Automechaniker<br />
der Zukunft« ausbilden werden. Die Sonderschau zeigt: Fahrzeug,<br />
Energieversorgung und Gebäudetechnik werden in Zukunft<br />
zu einem System der autarken Mobilität verschmelzen.<br />
Detlef Braun<br />
Geschäftsführer Messe<br />
Frankfurt Exhibition GmbH<br />
www.automechanika.com<br />
12 Neue Mobilität Neue Mobilität 13
konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Beirats<br />
konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Beirats<br />
Bündnis 90/Die Grünen), Christian Motzer (Referent für<br />
Elektromobilität der CDU/CSU-Fraktion) und Dr. Peter Sallandt<br />
(MR, Leiter der GGEMO).<br />
»Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den<br />
gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv. Um mit den politischen<br />
Entscheidungsträgern sowie den Parteien unmittelbar<br />
in Kontakt zu treten und einen geregelten Gedanken- und<br />
Ideenaustausch zu organisieren, haben wir den Zusammenschluss<br />
unseres Parlamentarischen Beirats initiiert«, erläuterte<br />
Sigl den Hintergrund.<br />
Zu den Aufgaben des Parlamentarischen Beirats zählen der<br />
Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten zu<br />
den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, die Unterstützung<br />
des BEM durch im politischen Betrieb erfahrene<br />
Persönlichkeiten sowie die Erhöhung des Wissenstransfers<br />
zwischen Industrie und Politik im Bereich Elektromobilität.<br />
»Elektromobilität ist ein überparteiliches Thema, dem wir<br />
uns deshalb auch gemeinsam stellen müssen. Unsere primäre<br />
Aufgabe als Parlamentarischer Beirat ist es, dafür zu<br />
sorgen, dass die notwendigen Rahmenbedingungen für die<br />
Neue Mobilität stimmen«, machte Wolfgang Tiefensee während<br />
der Diskussionsrunde deutlich. »Gern unterstützen wir<br />
den BEM aktiv bei den bevorstehenden Aufgaben. Dieses<br />
hochpolitische Thema kann langfristig nur kooperativ bewältigt<br />
werden«, ergänzte Markus Rinderspacher die Worte<br />
seines Beiratskollegen.<br />
»Als Parlamentarischer Beirat haben wir die Aufgabe mehr<br />
als nur Begleitmusik zu den bereits bestehenden Gremien zu<br />
sein. Wir müssen jetzt aktiv Zeichen setzen und insbesondere<br />
die öffentlichen Körperschaften zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen<br />
animieren«, so Volker Ratzmann im Rahmen der<br />
konstituierenden Sitzung.<br />
»Um uns diesen und weiteren Herausforderungen auch<br />
langfristig erfolgreich stellen zu können, benötigen wir das<br />
Know-how und das Engagement aller beteiligten Akteure. In<br />
den nun halbjährlich stattfindenden Sitzungen werden wir<br />
gemeinsam mit unseren Beiräten die politische Agenda bestimmen,<br />
politische Initiativen entwickeln und an der notwendigen<br />
Umsetzung politischer, finanzieller und rechtlicher<br />
Rahmenbedingungen arbeiten«, so Sigl abschließend.<br />
www.bem-ev.de/verband/parlamentarischer-beirat<br />
Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing; Michael Hofmann, BEM-Vorstand Finanzen; Dr. Reinhard Brandl, MdB, CSU; Dr. Peter<br />
Sallandt, MR, Leiter der GGEMO; Volker Ratzmann, MdA, Bündnis 90/Die Grünen; BEM-Präsident Kurt Sigl und Verkehrsminister<br />
a.D. Wolfgang Tiefensee, MdB<br />
Konstituierende Sitzung des<br />
Parlamentarischen Beirats<br />
Um den bestehenden Herausforderungen der Neuen Mobilität<br />
insbesondere auch auf politischer Ebene gerecht zu<br />
werden und die anstehenden Aufgaben aktiv zu begleiten,<br />
hat der Bundesverband eMobilität im letzten Sommer seinen<br />
Parlamentarischen Beirat ins Leben gerufen. Dieser hat<br />
sich am 14. Dezember in Berlin zu seiner konstituierenden<br />
Sitzung erstmals gemeinsam getroffen, um sich über den<br />
politischen Status Quo der Elektromobilität in Deutschland<br />
sowie über die Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort<br />
Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt und<br />
Leitanbieter für Elektromobilität auszutauschen.<br />
Als Gastredner konnte der neue Leiter der Gemeinsamen<br />
Geschäftsstelle Elektromobilität (GGEMO) Ministerialrat<br />
Dr. Peter Sallandt gewonnen werden, der den Parlamentarischen<br />
Beirat über die nächsten Schritte der Bundesregierung<br />
im Bereich Elektromobilität und der Schaufensterbewerbung<br />
informierte.<br />
»Ich freue mich sehr, dass wir heute erstmalig in großer Runde<br />
die Gelegenheit zum intensiven Austausch hatten. Mit<br />
Unterstützung unseres Parlamentarischen Beirats haben<br />
wir die Chance aktiv auf die Gestaltung der notwendigen<br />
Rahmenbedingungen einzuwirken«, so BEM-Präsident Kurt<br />
Sigl nach der erfolgreichen und vielversprechenden Runde<br />
mit Verkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee (MdB SPD),<br />
Andreas Jung (MdB CDU), Dr. Reinhard Brandl (MdB CSU),<br />
Markus Rinderspacher (MdL SPD), Volker Ratzmann (MdA<br />
THINK TECH,<br />
ENGINEER<br />
SUCCESS<br />
New technologies<br />
New solutions<br />
New networks<br />
Welche Antriebs- und Mobilitätstechnologien<br />
werden sich<br />
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kompletten Marktüberblick:<br />
Innovative hybride, elektrische<br />
und alternative Antriebstechnologien<br />
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Bereich der Speichertechno logien<br />
und Strominfrastruktur<br />
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des Testparcours<br />
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14 Neue Mobilität<br />
Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. +49 511 89-0, hannovermessemesse.de<br />
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23.–27. April 2012 Hannover Germany
Bundesverband eMobilität - BEM 2.0<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Der BEM diskutiert auf der Online-Plattform XING aktuelle<br />
Fragestellungen zum Status Quo der Elektromobilität. Treffen<br />
Sie die interessanten Köpfe der Branche und unterstützen<br />
Sie uns gleichzeitig mit Ihrem Engagement und Ihren Ideen<br />
auf dem Weg in die postfossile Phase unserer Gesellschaft.<br />
»Wir haben mit der XING-Gruppe ein interaktives Forum<br />
für eMobilität geschaffen und freuen uns auch weiterhin<br />
auf Ihre Beiträge und Kommentare. Stellen wir uns gemeinsam<br />
den vielfältigen Herausforderungen, um Elektromobilität<br />
serienfähig, nachhaltig und zunehmend erneuerbar<br />
auf die Straße zu bringen«, betont Christian Heep,<br />
BEM-Vorstand Marketing, der gemeinsam mit Juliane Girke<br />
und Sandrine Frideres die Gruppe moderiert. »Bereits<br />
über 1.850 Mitglieder haben bis dato den hohen Stellenwert<br />
der Elektromobilität und ein deutliches Interesse an<br />
Kommunikation und Austausch gezeigt. Insbesondere die<br />
Branchenvielfalt und Unternehmensherkunft der Mitglieder<br />
zeichnet eine vielversprechende Landkarte der elektromobilen<br />
Entwicklung in Deutschland.«<br />
www.xing.com/group-61578.616d2f<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Der BEM eMobile Ticker bringt alle relevanten Neuigkeiten<br />
aus dem Bereich Elektromobilität einfach und bequem als<br />
Blog, abonnierbarem RSS-Feed, Twitter sowie via iPhone<br />
App auf Ihr mobiles Endgerät: aufs Wesentliche reduziert,<br />
schnell zu erfassen und stets up to date.<br />
Der innovative eMobile Ticker beleuchtet aktuelle Entwicklungen<br />
auf dem Markt und im Technologiebereich, stellt die<br />
Köpfe der Branche vor und informiert über heute bereits<br />
erhältliche eFahrzeuge. Eine regelmäßig aktualisierte Link-<br />
Liste führt überdies wichtige Informationsquellen zur vertiefenden<br />
Recherche auf.<br />
www.eMobileTicker.de und www.bem-ev.de<br />
Die Energielandkarte ehoche - Das Online-Branchenbuch<br />
www.ehoche.de<br />
CleanEnergy Exhibition - Virtuelle Fachmesse für Erneuerbare<br />
Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit<br />
www.cleanenergy-exhibition.de<br />
Bundesweite<br />
Schaufenster-<br />
bewerbung<br />
BEM TV auf Sendung<br />
»BEM TV bietet die Möglichkeit unsere Aktivitäten, Projekte,<br />
Messeauftritte und das Engagement unserer Mitglieder einem<br />
immer grösseren Publikum vorzustellen. In diesem Jahr<br />
veranstalten wir mehrere BEM-Roundtable zu verschiedenen<br />
Themenschwerpunkten bei unseren Mitgliedsunternehmen<br />
und interessierten Partnern, die ebenfalls von BEM TV<br />
begleitet werden«, so Christian Heep, Vorstand Marketing<br />
beim BEM.<br />
»Langfristig ist geplant daraus ein eigenes Sendeformat für<br />
Elektromobilität zu entwickeln. Ein abwechslungsreicher<br />
Mix aus Dokumentationen, Reportagen, Interviews und<br />
Statements unserer Experten, Beiräte und Mitglieder sowie<br />
interessanten Fahrstrecken soll dazu beitragen die Neue<br />
Mobilität in der Bevölkerung zu verankern und Wissenslücken<br />
zu schließen.«<br />
Mit Marko Kirchner haben wir einen vielseitig versierten<br />
Filmkomplizen für BEM TV begeistern können. Jahrelange<br />
Industrie, Film- und Fernseherfahrung im Bereich Motorjournalismus<br />
und Automobilformate als Filmemacher, Fernseh-<br />
autor und Formatentwickler haben auch ihn erkennen lassen,<br />
welches Potenzial im Bereich Elektromobilität liegt. Mit<br />
Begeisterung und Faszination für die Neue Mobilität wollen<br />
wir nun gemeinsam die nächsten Schritte angehen und hoffen<br />
dabei auf die ideelle, inhaltliche und finanzielle Unterstützung<br />
der Branche und unserer Mitglieder. Bei Interesse<br />
freue ich mich sehr über weiterführende Gespräche.<br />
Die aktuellen Filme zu den Themen:<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2011<br />
• Politischer Rundgang mit dem Parlamentarischen Beirat<br />
und Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee auf der<br />
eCarTec 2011<br />
finden sie online unter www.bem-ev.de/enews/bem-tv<br />
oder auch auf unserem YouTube-Kanal<br />
www.youtube.com/<strong>NEUE</strong> MOBILITAET<br />
Strategien, Konzepte und Projekte.<br />
16 Neue Mobilität Neue Mobilität 17
Bundesweite Schaufensterbewerbung - Baden-Württemberg<br />
www.elektromobilia.de<br />
Köln, 22. – 23. Februar 2012<br />
Die Mobilität der Zukunft<br />
mitgestalten<br />
Baden-Württemberg als mögliches Schaufenster Elektromobilität<br />
elektro:mobilia<br />
FACHMESSE FÜR<br />
ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Abbildung der elektromobilen Wertschöpfungskette<br />
• Strikte B 2 B Ausrichtung<br />
• Enge Vernetzung zwischen Kompetenztreffen<br />
Elektromobilität und Messe<br />
Baden-Württemberg ist das Automobilland: Hier wurde das Automobil erfunden und es wurden<br />
immer wieder entscheidende Schritte zu seiner Weiterentwicklung geleistet. Hier wird von weltbekannten<br />
Firmen und Forschungsinstituten mit jahrzehntelanger Erfahrung entwickelt, geforscht<br />
und getestet. Das bedeutet für uns aber auch Verantwortung. Und zwar Verantwortung, die Mobilität<br />
der Zukunft mit zu gestalten - hierbei setzen wir auf Nachhaltigkeit.<br />
»Wir rechnen insgesamt mit mehreren tausend<br />
Fahrzeugen, die im Rahmen des Schaufensters<br />
genutzt werden könnten.«<br />
• e:Forum mit Fokus auf Fuhrpark- und<br />
Flottenmanager sowie Stadtwerke<br />
• Integrierter Testparcours<br />
• Informations- und Businessplattform der Branche<br />
JETZT INFORMIEREN & ANMELDEN:<br />
Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 5<strong>06</strong>79 Köln<br />
Diana Dréan, d.drean@koelnmesse.de<br />
Tel.: 0221- 821 2499, www.elektromobilia.de<br />
Umweltfreundlicher Fortbewegung gehört die Zukunft. Ein<br />
wichtiger Baustein hierfür ist die Elektromobilität. Deshalb<br />
wollen wir die Elektromobilität in Baden-Württemberg voran<br />
bringen. Wir wollen das vorhandene Wissen und die bestehenden<br />
Ressourcen bündeln, intelligent vernetzen und sinnvolle<br />
Ansätze für die Zukunft aufzeigen. Doch es geht nicht<br />
nur um ökologische Aspekte sondern auch um Benutzerfreundlichkeit,<br />
um eine intelligente Vernetzung mit anderen<br />
Verkehrsträgern und um eine hohe Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen.<br />
Genau hier setzt auch der Schaufenster-Wettbewerb des<br />
Bundes an. Eine Bewerbung des Landes ist damit quasi<br />
die logische Konsequenz aus unserer Erfahrung und unseren<br />
Zielen. Mit der Region Stuttgart, ergänzt um die Stadt<br />
Karlsruhe, steht ein geradezu idealer Wettbewerber bereit.<br />
Hier sind alle maßgeblichen Akteure auf engem Raum konzentriert:<br />
traditionsreiche Automobilhersteller, weltweit<br />
agierende Zulieferbetriebe und international renommierte<br />
Forschungsinstitute. Dazu kommt die vom Land gegründete<br />
e-mobil BW GmbH, die die Akteure der Elektromobilität zusammenbringt.<br />
Kurz: Unsere Bewerber-Region besitzt eine<br />
bundesweit einmalige Struktur, die alle Facetten der Elektromobilität<br />
darstellen und weiter entwickeln könnte.<br />
Wir haben als Landesregierung noch Ende des Jahres 2011 ein<br />
Maßnahmenpaket zum weiteren Ausbau der Elektromobilität<br />
auf den Weg gebracht. So unterstützt das Land beispielsweise<br />
ein Carsharing-Projekt in der Region Stuttgart, mit<br />
dem 500 Elektrofahrzeuge auf der Straße rollen werden. Mit<br />
Strom aus erneuerbaren Energiequellen sollen diese eMobile<br />
den Nachweis ihrer Praxistauglichkeit in einer Großstadt<br />
bieten. Weitere Vorhaben des insgesamt mit rund 50 Millionen<br />
Euro dotierten Maßnahmenpakets sind der Ausbau der<br />
Wasserstoffinfrastruktur und die Bereitstellung von finanziellen<br />
Ressourcen für weitere anwendungsorientierte Forschung.<br />
Und um vor allem mittelständischen Unternehmen<br />
Hilfestellung beim Einsatz und der Nutzung der Elektromobilität<br />
zu geben, sollen gezielte Strukturberatungsangebote<br />
und Beratungsgutscheine eingeführt werden. Daneben wird<br />
das Land selbst mehr eigene elektrisch betriebene Fahrzeuge<br />
anschaffen. Soziale Dienste oder Logistikunternehmen<br />
werden zukünftig Elektrofahrzeuge nutzen. Angebote für<br />
eBikes werden aufgelegt. Wir rechnen insgesamt mit mehreren<br />
tausend Fahrzeugen, die im Rahmen des Schaufensters<br />
genutzt werden könnten.<br />
Hinter der Bewerbung des Landes stehen aber nicht nur die<br />
Landesregierung und die Unternehmen der Automobilindustrie.<br />
Eingebunden sind alle maßgeblichen Akteure der<br />
nachhaltigen Mobilität in der Bewerberregion, insbesondere<br />
auch der öffentliche Nahverkehr, Energieversorger, die betroffenen<br />
Kommunen, Unternehmen der integrierten Kommunikationstechnik<br />
sowie Verbände und Kammern.<br />
Auch ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Die<br />
Elektromobilität steht insgesamt unbestreitbar noch am<br />
Anfang. Sie hat aber gewaltiges Potenzial, die umweltverträgliche<br />
Mobilität der Zukunft zu sein. Baden-Württemberg<br />
bringt mit den beschriebenen Initiativen die Elektromobilität<br />
auf die Straße, macht sie für den einzelnen<br />
Bürger »erfahrbar«. Wir erforschen, testen und demonstrieren<br />
Lösungen. In diesem Sinn sind wir in Baden-Württemberg<br />
nicht mehr beim ersten, sondern nach meiner<br />
Einschätzung schon beim übernächsten Schritt.<br />
Ministerpräsident Winfried Kretschmann<br />
Staatsministerium Baden-Württemberg<br />
www.stm.baden-wuerttemberg.de<br />
FACHKONGRESS FACHMESSE TESTPARCOURS<br />
4. Kompetenztreffen<br />
Elektromobilität<br />
MIT SPANNUNG IN<br />
DIE ZUKUNFT<br />
Auswahl Referenten:<br />
• Karl-Friedrich Stracke<br />
Vorsitzender des Vorstandes Adam Opel AG<br />
• Prof. Dr. Burkhard Göschel<br />
CTO Magna International<br />
• Matthias Wissmann<br />
Präsident des VDA e.V.<br />
• Dr. Norbert Verweyen<br />
Geschäftsführer RWE Effizienz GmbH<br />
• Kurt Sievers<br />
Geschäftsführung NXP Semiconductors Germany<br />
Das komplette Programm finden<br />
Sie unter www.elektromobilia.de<br />
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18 Neue Mobilität
Bundesweite Schaufensterbewerbung - e-mobil BW<br />
Bundesweite Schaufensterbewerbung - e-mobil BW<br />
Ministerpräsident Winfried Kretschmann; der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster; EnBW-Vorstand Dr. Dirk<br />
Mausbeck; Daimler-Vorstand Prof. Dr. Thomas Weber und SSB-Vorstand Jörn Meier-Berberich bei der Ankündigung der Pläne zum<br />
car2go Stuttgart Projekt im November 2011<br />
Der Mix macht’s<br />
Vom Land des Automobils zum Land der Mobilität<br />
1.808 eFahrzeuge sind in den ersten 11 Monaten im Jahr 2011<br />
in Deutschland neu zugelassen worden. Dieses Ergebnis<br />
einer aktuellen Studie hat gezeigt, dass sich trotz großer<br />
medialer Präsenz des Themas der Massenmarkt weltweit<br />
für Elektromobilität noch nicht entwickelt hat. Fakt ist aber<br />
auch, dass es in den kommenden Jahren einen massiven<br />
Markthochlauf geben wird und die deutsche Industrie angesichts<br />
des wachsenden internationalen Wettbewerbsdrucks<br />
schnell große Herausforderungen bewältigen muss.<br />
Das gilt gerade für das Automobilland Baden-Württemberg,<br />
dem Zentrum der deutschen Automobilbranche, mit<br />
seiner großen Zulieferindustrie. Sich jetzt strategisch zu<br />
positionieren, ökologisch und ökonomisch aufzustellen<br />
und die eigenen Stärken für die neue Schlüsseltechnologie<br />
konsequent zu nutzen, ist von entscheidender Bedeutung<br />
und wird von der Landesregierung massiv unterstützt.<br />
Baden-Württemberg will Schaufenster für Elektromobilität<br />
werden<br />
Kurz vor den Weihnachtstagen hat die Landesregierung eine<br />
50 Millionen Euro schwere Landesinitiative zur Elektromobilität<br />
verabschiedet. Neben der wichtigen Forschung stehen<br />
vor allem die praxistaugliche Erprobung neuer Technologien<br />
und die dafür notwendige Infrastruktur im Fokus der Maßnahme,<br />
um insbesondere die Bewerbung Baden-Württembergs<br />
für die Förderausschreibung »Schaufenster Elektromobilität«<br />
zu unterstützen.<br />
Für Baden-Württemberg wird die Region Stuttgart gemeinsam<br />
mit der Stadt Karlsruhe bei diesem Förderwettbewerb<br />
antreten. Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie,<br />
e-mobil BW und die Wirtschaftsförderung<br />
Region Stuttgart GmbH (WRS) haben die Projektkoordination<br />
übernommen. Über 100 namhafte Partner<br />
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen werden sich<br />
engagieren. Gemeinsames Ziel ist, die Chance des groß angelegten<br />
Demonstrationsprojektes zu nutzen, um Schlüsselfragen<br />
zum Markthochlauf der Elektromobilität in Deutschland<br />
zu beantworten. Mit vereinten Kräften kann es hier<br />
gelingen, einen wichtigen Beitrag zur Vorgabe der Bundesregierung<br />
zu leisten, bis 2020 eine Million eFahrzeuge auf<br />
Deutschlands Straßen in umweltfreundliche und wirtschaftlich<br />
tragfähige Mobilitätsmodelle zu integrieren. Im Kern der<br />
Anstrengungen in Baden-Württemberg im Bereich der Elektromobilität<br />
steht das Realisieren von vernetzter Mobilität auf<br />
Basis Erneuerbarer Energien.<br />
Das System Elektromobilität beherrschen<br />
In vielen Einzelprojekten haben die innovativen Unternehmen<br />
und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg bereits<br />
ihre enorme Kompetenz in allen Bereichen der Elektromobilität<br />
- von der Batterietechnologie über die Brennstoffzelle<br />
bis hin zur Fahrzeuggestaltung und der Einbindung von<br />
eFahrzeugen in elektrische Netze - demonstriert und wichtige<br />
Erfahrungen gesammelt. Für eine erfolgreiche Bewerbung um<br />
eines der drei bis fünf bundesweiten »Schaufenster Elektromobilität«<br />
gilt es jetzt, dieses große Know-How in einem<br />
systemischen Ansatz zusammenzuführen und entlang der<br />
gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln. Dabei kann<br />
Baden-Württemberg wie keine andere Region von seiner<br />
vorausschauenden Clusterförderung profitieren. Durch den<br />
Aufbau des Industrieclusters »Elektromobilität Süd-West«<br />
ist es bereits gelungen, große, mittlere und kleine Unternehmen<br />
aus den drei Technologiefeldern Fahrzeugbau, Energietechnik<br />
sowie Informations- und Kommunikationstechnik<br />
(IKT) mit Forschungsinstituten vor Ort zu vernetzen und so<br />
wichtige Synergien für Innovationen zu heben. Jetzt ist die<br />
Zeit reif, den Schritt raus aus den Laboren in die Produktion<br />
zu machen und sukzessive das in der Forschung erarbeitete<br />
Wissen zur Anwendung im Markt zu bringen.<br />
Denn Baden-Württemberg hat den Anspruch, auch in Zukunft<br />
technologisch führender Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen<br />
für Deutschland und den Weltmarkt zu sein. Die<br />
Geschwindigkeit der Marktdurchdringung von Fahrzeugen<br />
mit effizienteren Verbrennungsmotoren sowie mit neuen Antriebsformen<br />
ist entscheidend dafür, wie schnell global gesehen<br />
die Emission von CO2 reduziert werden kann. Elektromobilität<br />
bietet neben seiner ökologischen Zielsetzung aber<br />
auch enorme ökonomische Chancen. Die vielen neuen Komponenten<br />
besitzen ein hohes Wertschöpfungspotenzial, so<br />
dass Baden-Württemberg optimale Chancen hat, auch zukünftig<br />
eine wichtige Produktionsregion für Hochtechnologiemodule<br />
von Verbrennungsfahrzeugen, Elektrofahrzeugen<br />
und vernetzter Mobilität zu sein. Die jüngst veröffentlichte<br />
Strukturstudie BWe Mobil 2011 schätzt, dass in Baden-Württemberg<br />
bis zum Jahr 2020 rund 10.000 neue Arbeitsplätze<br />
durch Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs entstehen<br />
könnten.<br />
Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten<br />
Um dieses Potenzial realisieren zu können, hat die großflächige<br />
Demonstration für die Validierung von Forschungsergebnissen<br />
entscheidende strategische Bedeutung. Nur in<br />
der Praxiserprobung kann das Systemgut Elektromobilität<br />
marktgerecht weiterentwickelt werden und vor allem Rückschluss<br />
über das Nutzerverhalten gewonnen werden. Denn<br />
es ist auch wichtig, über die rein technischen Veränderungen<br />
hinaus zu denken.<br />
Elektromobilität bedeutet weit mehr als nur einen Austausch<br />
von Antriebskomponenten. Mit dem Technologiewandel geht<br />
auch ein gesellschaftlicher Wandel einher. Die Bürgerinnen<br />
und Bürger müssen von Anfang an aktiv in diesen Prozess<br />
eingebunden werden, um Akzeptanz für neue Technologien<br />
zu schaffen und Begeisterung zu wecken.<br />
Dinge, die wir im Zusammenhang mit Mobilität heute als<br />
selbstverständlich betrachten, werden sich verändern. Intelligente<br />
Verkehrssysteme der Zukunft beinhalten neue,<br />
flexible und intermodale Nutzungsangebote und mit jedem<br />
Jahrgang junger Verkehrsteilnehmer wird die Akzeptanz<br />
neuer Mobilitätsformen z.B. für Carsharing wachsen. Das<br />
Thema der Förderung von Inter- und Multimodalität wird<br />
deshalb bei der baden-württembergischen Schaufenster-<br />
Bewerbung eine zentrale Rolle spielen. Das Projekt car2go<br />
Stuttgart ist ein gutes Beispiel, wie sich in der Elektromobilität<br />
neue Allianzen bilden, um Mobilität nachhaltig zu<br />
gestalten. Im Rahmen dieses Projektes, bei dem eine Flotte<br />
von 500 E-Smart zur Kurzeitmiete aufgebaut werden soll,<br />
arbeiten beispielsweise die Daimler AG u.a. mit den Stuttgarter<br />
Straßenbahnen AG zusammen, um Individualverkehr<br />
optimal mit dem ÖPNV zu vernetzen.<br />
Die Anforderungen an intelligente und umweltfreundliche<br />
Mobilitätslösungen insgesamt werden steigen. Baden-<br />
Württemberg ist als starker Wirtschafts- und exzellenter<br />
Forschungs- und Wissenschaftsstandort gut aufgestellt,<br />
um auf diese Herausforderungen überzeugende Antworten<br />
zu finden, die den Erhalt von Lebensraum, ökonomische<br />
Interessen und neue Kundenwünsche gleichermaßen in<br />
Einklang bringen werden.<br />
Franz Loogen<br />
Geschäftsführer der e-mobil BW GmbH<br />
Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie<br />
Baden-Württemberg<br />
www.e-mobilbw.de<br />
20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21
Bundesweite Schaufensterbewerbung - Hamburg<br />
Wirtschaft am Strom<br />
Jedes dritte deutsche Batterieauto rollt an der Waterkant<br />
Vorausschauend<br />
und begeistert …<br />
Ladesteuerung EV Charge Control<br />
Seit 2009 fördert die Bundesregierung in acht deutschen<br />
Regionen modellhaft die Erprobung von Batteriefahrzeugen<br />
und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur. Ihr Ziel ist es zu<br />
ermitteln, inwieweit Elektromobilität dazu beitragen kann,<br />
den Schadstoffausstoß des Verkehrssektors zu verringern.<br />
Gleichzeitig werden Innovationen in der heimischen Fahrzeug-<br />
und Elektroindustrie gefördert, um auch bei der Produktion<br />
von Batteriefahrzeugen eine internationale Vorreiterrolle<br />
einzunehmen.<br />
Hamburg, als eine dieser acht Modellregionen, unterstützt<br />
die Ziele der Bundesregierung tatkräftig. Im Dezember 2011<br />
wurden die Ergebnisse aus zwei Jahren Projektaktivität im<br />
Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung vorgestellt.<br />
So fährt jedes dritte Elektroauto in den Modellregionen auf<br />
Hamburgs Straßen und die ordnungsrechtlichen Ansätze<br />
beim Einsatz von Ladeinfrastruktur haben bundesweit Vorbildfunktion.<br />
Die erfolgreiche Umsetzung der ersten Projektphase<br />
hat zudem deutlich gemacht, dass die strategische<br />
Ausrichtung der Hansestadt auf den Wirtschaftsverkehr<br />
einen frühen und besonders großen Absatzmarkt für künftige<br />
Serienfahrzeuge erschließen wird. Aufgrund der meist<br />
kurzen, innerstädtischen Fahrstrecken können gewerbliche<br />
Anwender trotz der aktuell noch begrenzten Reichweiten<br />
von Batterieautos schon heute die Fahrzeuge weitgehend<br />
ohne Probleme in ihren Fuhrparks einsetzen. Spezielle Anreize<br />
wie kostenfreie Ladeplätze an verkehrlich wichtigen<br />
Punkten oder die Möglichkeit, Kunden CO2-frei zu beliefern,<br />
lassen sich zudem gegen die noch hohen Anschaffungskosten<br />
gegenrechnen. Die kontinuierlich hohe Nachfrage nach<br />
Elektrofahrzeugen in der Hamburger Wirtschaft bestätigt<br />
Hamburgs Markteinführungsstrategie.<br />
Zwei Jahre Modellregion Hamburg - ein Blick in den Rückspiegel<br />
Zum Anfassen<br />
• 348 rein batteriebetriebene Fahrzeuge<br />
• 5 Dieselhybridbusse<br />
• 6 Elektroautos im Carsharing<br />
• 200 Ladepunkte auf öffentlichem und privaten Grund<br />
In den kommenden Jahren sollen die Aktivitäten daher weiter<br />
ausgebaut werden. Im Vergleich mit anderen Modellregionen<br />
bilden die bisher erreichten Ergebnisse eine gute<br />
Grundlage, um Hamburg als ein potenzielles »Schaufenster<br />
Elektromobilität« zu qualifizieren. In solch einem »Schaufenster«<br />
würde Hamburg weitere wichtige Themenfelder<br />
der Elektromobilität erschließen und mit den standortbezogenen<br />
Stärken verknüpfen. Im Bereich Forschung und Entwicklung<br />
sind dies beispielsweise die Weiterentwicklung<br />
der schon in der Praxis eingesetzten induktiven Ladesysteme<br />
oder die Systemintegration von Erneuerbaren Energien<br />
durch eine effizientere Netznutzung. Bei der Nutzung von<br />
Fahrzeugen werden die bisherigen, nachfragestarken Sektoren<br />
Handel und Handwerk durch Warenumfuhren im Hafen<br />
und die damit verbundenen Hinterlandverkehre erweitert.<br />
Für den Privatsektor sind neben der Erweiterung der intermodalen<br />
Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr auch<br />
die Erschließung von Quartieren, z.B. durch flexible Spontanmietmodelle<br />
oder CarSharing, geplant.<br />
So wird die Hansestadt mit seiner internationalen Sichtbarkeit<br />
die Stärke von Elektromobilität »Made in Germany« aufzeigen:<br />
innovative Lösungen für die verkehrlichen Probleme<br />
von Ballungsräumen in aller Welt. Zum anderen kann Hamburg<br />
durch seine starke Nachfrageorientierung beim Aufbau<br />
eines zukünftigen Leitmarktes eine wesentliche Rolle zukommen.<br />
Denn nur wer heute die frühen Märkte stärkt, kann<br />
durch Nutzererfahrungen, Systemoptimierungen und Skaleneffekte<br />
die Märkte von morgen nachhaltig vorbereiten.<br />
Dipl.-Umweltwiss. Sören Christian Trümper<br />
soeren.truemper@hysolutions-hamburg.de<br />
www.elektromobilitaethamburg.de<br />
Zum Nachahmen<br />
• 20% der Fahrzeuge im kommunalen Einsatz<br />
• Bewertungsmodell für Ladestandortsuche<br />
• diskriminierungsfreier Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />
• ausschließlich Einsatz von Grünstrom<br />
DC-Ladestecker<br />
AC-Ladestecker<br />
…schaffen wir zusammen mit unseren<br />
Kunden und Partnern Konzepte für<br />
die Elektromobilität – z.B. Lösungen<br />
für die Lade-Infrastruktur.<br />
Und das Ganze basierend auf unserer<br />
industriell bewährten Verbindungsund<br />
Automatisierungstechnik.<br />
QR-Code mit dem<br />
Handy scannen und<br />
mehr über uns<br />
erfahren.<br />
phoenixcontact.de/vorausschauend<br />
22 Neue Mobilität<br />
© PHOENIX CONTACT 2011
Bundesweite Schaufensterbewerbung - Niedersachsen<br />
Wir bringen die<br />
eMobilität auf die Straße<br />
Die Schaufensterbewerbung Niedersachsens<br />
Wer die Mobilitätslandschaft in Deutschland aufmerksam<br />
beobachtet, dürfte schnell eine große Diskrepanz feststellen.<br />
Es wird zwar viel über Elektromobilität gesprochen und<br />
geschrieben, aber im Alltagsverkehr bekommt man Elektrofahrzeuge<br />
bisher noch selten zu sehen. In Niedersachsen<br />
haben wir uns vorgenommen, diese Situation zu ändern.<br />
Wir wollen die Elektromobilität auf die Straße bringen.<br />
Der Schaufenster-Wettbewerb der Bundesregierung bietet<br />
beste Voraussetzungen, das enorme Potenzial der Metropolregion<br />
Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg in den<br />
Bereichen der zukunftsfähigen Mobilität und der klimafreundlichen<br />
Energieerzeugung sichtbar zu machen. Der<br />
zentralniedersächsische Raum zeichnet sich durch eine<br />
exzellente Wissenschaftslandschaft in Europas forschungsintensivster<br />
Region und dem führenden Mobilitätscluster<br />
in Deutschland aus. Niedersachsen führt die Rangliste der<br />
Länder bei der Windenergie an und die Metropolregion hat<br />
sich das Ziel gesetzt, bis zur Jahrhundertmitte den gesamten<br />
Energiebedarf aus Erneuerbaren Energien zu decken. Das<br />
sind ideale Voraussetzungen, die Potenziale der Elektromobilität<br />
entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette,<br />
Fahrzeug - Energie - Verkehr in unserer Schaufensterregion<br />
zu entwickeln.<br />
Wir setzen in unserem Schaufenster auch auf die rund<br />
230.000 Menschen, die sich in Produktion, Forschung und<br />
Entwicklung, im Handwerk und in der Industrie oder aber<br />
auch als Studierende und Auszubildende täglich mit Mobilität<br />
beschäftigen. Wo könnte man mehr Aufgeschlossenheit<br />
und Potential finden, um anspruchsvolle Fahrzeugtechnik<br />
und neue Verkehrskonzepte marktreif zu erproben. Allein<br />
schon wegen der enormen Bedeutung der Mobilitätswirtschaft<br />
in der Metropolregion wollen wir auch die Beschäftigungseffekte<br />
der Elektromobilität aufmerksam verfolgen.<br />
Für eine besondere Aufmerksamkeit wird der Messestandort<br />
Hannover sorgen. Die großen Leitmessen sind bereits heute<br />
Technologie-Schaufenster von globaler Bedeutung, die wir<br />
intensiv zur Präsentation unserer innovativen Lösungen nutzen<br />
werden. Insbesondere die Landeshauptstadt wird die<br />
Intermodalität unseres Schaufensteransatzes und die breite<br />
Palette an Mobilitätslösungen deutlich machen. Elektromobilität<br />
ist eben mehr als die Änderung der Antriebstechnologie<br />
und nicht nur bei Personenfahrzeugen. Hybridbusse rollen<br />
emmissionsarm - auch beim Lärm - durch die Innenstädte und<br />
natürlich wird über Fahrräder und Motorräder die Elektromobilität<br />
in unserer Metropolregion immer sichtbarer.<br />
Jörg Bode<br />
Wirtschafts- und Verkehrsminister Niedersachsen<br />
Niedersachsens Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und<br />
Verkehr<br />
www.mw.niedersachsen.de<br />
24 Neue Mobilität
Bundesweite Schaufensterbewerbung - Lucas Birnhäupl & Martin Jäger<br />
Bundesweite Schaufensterbewerbung - Lucas Birnhäupl & Martin Jäger<br />
Schaufenster<br />
Elektromobilität<br />
Chancen und Risiken für die deutsche Wirtschaft und Industrie<br />
An dieser Stelle bleiben der Industrie noch eine Reihe von<br />
Fragen unbeantwortet: Wurde bisher genug Pionierarbeit<br />
geleistet um aufbauend auf den Ergebnissen einer Reihe<br />
vorausgegangener F&E-Projekte die notwendigen Lösungen<br />
sowie Produkte auf die Straße zu bringen? Werden diese<br />
im Anschluss auch vom Kunden angenommen und nachgefragt?<br />
Reichen Fördermittel und Eigenleistung der Industrie<br />
alleine aus, um die Elektromobilität für Nutzer so attraktiv zu<br />
gestalten, dass gewünschte Skalenerträge zu erzielen sind?<br />
Sind die beteiligten Akteure in der Lage in den drei Jahren des<br />
Schaufensterprogramms über die reine F&E-Arbeit hinauszugehen<br />
und das Thema öffentlichkeitswirksam mit einer<br />
entsprechenden Größe in einem wertschöpfenden Markt zu<br />
platzieren?<br />
Aufgrund dieser Fragestellungen ist jede Investition auch<br />
unter Gesichtspunkten der Förderung klar zu bewerten. Eine<br />
implizierte Auswirkung während der Laufzeit des Programms<br />
ist nicht zu erwarten, vielmehr werden sich die Investitionen<br />
erst während oder nach der Markthochlaufphase als Gewinn<br />
für die Akteure und den Standort Deutschland herausstellen.<br />
Ob die Schaufensterregionen es schaffen, diese Strukturen<br />
so zu verändern, dass die Türen für den Massenmarkt geöffnet<br />
werden können, wird insbesondere durch das Engagement<br />
und Commitment der deutschen Wirtschaft entschieden.<br />
Hier gilt es die richtigen Akzente in Richtung Kunden<br />
und Nachfragestimulierung zu setzen.<br />
Entscheidend für den erfolgreichen Start des Programmes<br />
wird dabei sein, die Energie der Bewerber aus der wettbewerblichen<br />
Vorphase in Synergien umzuwandeln, die über<br />
die Grenzen der einzelnen Regionen hinaus wirken und<br />
Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt Elektromobilität<br />
ein entscheidendes Stück nach vorne bringen.<br />
Lucas Birnhäupl<br />
Process Management Consulting GmbH<br />
birnhaeupl@process-consulting.de<br />
Martin Jäger<br />
RWE Effizienz GmbH<br />
martin.jaeger@rwe.com<br />
Als eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Marktvorbereitungsphase<br />
abzuschließen und in die Markthochlaufphase<br />
überzugehen, hat die Bundesregierung in ihrem Regierungsprogramm<br />
Elektromobilität die Empfehlungen der Nationalen<br />
Plattform aufgegriffen und im Oktober 2011 das wettbewerbliche<br />
Verfahren um die Vergabe der Schaufensterregionen<br />
eingeleitet. Aus Sicht der Regierung sollen dabei noch offene<br />
Fragen, wie z.B. Kundenerwartungen oder Anforderungen<br />
an die Infrastruktur beantwortet werden. Die für das Gesamtprogramm<br />
bereitgestellten Mittel der Bundesregierung<br />
in Höhe von 180 Mio. Euro sind dabei ein attraktives Benefit<br />
für die Akteure in den Schaufensterregionen.<br />
Die Möglichkeit serienreife Produkte auf die Straße zu bringen,<br />
dient dabei sowohl als Push- aber auch als Pull-Faktor<br />
im Markthochlauf. Die Industrie kann unter Beweis stellen,<br />
dass sie den hohen Ansprüchen der mobilen Generation<br />
nicht nur mit ausgereifter Technologie, sondern auch mit<br />
nutzerfreundlichen Anwendungen und innovativen sowie<br />
bezahlbaren Produkten gerecht wird.<br />
Desweiteren wird sich mit der, in den Schaufenstern gewünschten,<br />
Dichte an elektromobilen Fahrzeugen auch endlich<br />
zeigen lassen, welche Auswirkungen eine kritische Masse<br />
auf das Verkehrs- und Energiesystem haben wird, und ob es<br />
der Elektromobilität gelingt, ein unverzichtbares Element<br />
der Energiewende zu werden.<br />
Die Durchführung des Schaufensterprogramms birgt für die<br />
Akteure aber auch Risiken, die auf den ersten Blick und durch<br />
die euphorische Stimmung innerhalb der sich bewerbenden<br />
Konsortien nicht direkt erkennbar sind. So gibt es z.B. noch<br />
offene Fragen im Hinblick auf die Verfügbarkeit und Kosten<br />
der Fahrzeuge sowie auf einen einfachen und diskriminierungsfreien<br />
Zugang zur Infrastruktur.<br />
Bisherige Forschungsprojekte haben gezeigt, welche Möglichkeiten<br />
und Potenziale durch elektromobile Anwendungen<br />
gehoben werden können. Es besteht aber die Gefahr,<br />
eine Technologie in einen Markt zu bringen, dessen Kunden<br />
nicht bereit sind eigene Verhaltensstrukturen zu ändern,<br />
ohne einen direkt erkennbaren ökonomischen und ökologischen<br />
Einfluss auf ihr Umfeld auszuüben. Ein entscheidender,<br />
aber oft auch durch die Konzentration auf F&E-Aktivitäten<br />
vernachlässigter Faktor für einen sich formenden Markt,<br />
stellt der Fokus auf Kundenbedürfnisse und -erwartungen<br />
dar. Diese müssen in den Schaufensterprojekten mehr denn<br />
je adressiert werden.<br />
Bekannt aus Berlin und über 120 Städten weltweit ist das eVelotaxi die ideale<br />
Kommunikationsplattform rund um Ihre Aktivitäten im Bereich Elektromobilität.<br />
Das eVelotaxi bietet<br />
• die Verknüpfung von technologischem Showcase und Imagewerbung mit<br />
einer touristischen Anwendung im Flottenbetrieb.<br />
• ein erfolgreiches Werbe- und Tourismuskonzept aus den großen Metropolen.<br />
• die Einbindung lokaler Akteure und Wertschöpfungsketten beim Betrieb der<br />
eVelotaxi Flotte.<br />
• größtmögliche Reichweite im Umfeld von Veranstaltungen.<br />
• eMobilität für die ganze Familie.<br />
Das eVelotaxi gibt es auch in der Cargo Ausführung.<br />
eVelotaxi ®<br />
Die elektromobile Version des weltweiten Bestsellers<br />
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Schaufenster!«<br />
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26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27
Bundesweite Schaufensterbewerbung - NRW<br />
Smarte<br />
Technologien<br />
NRW ist bestens aufgestellt<br />
Schaufensterbewerbung Elektromobilität<br />
Präsentation der Schaufensterbewerbungen im Saal des Düsseldorfer Hotel Maritim<br />
FÜR EINE<br />
Intelligente<br />
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein klares und deutliches<br />
Ziel formuliert: Im Jahr 2020 sollen 1.000.000 Elektrofahrzeuge<br />
auf Deutschlands Straßen fahren. Eine bedeutende<br />
Maßnahme zur Umsetzung dieses Zieles sind die<br />
»Schaufenster Elektromobilität«. Diese Ausschreibung des<br />
Bundes dient dazu, Fachleute, Technologie und Know-how<br />
im Bereich der Elektromobilität regional zu verknüpfen, in<br />
ihrer jeweiligen Arbeit zu unterstützen und Elektromobilität<br />
öffentlichkeitswirksam darstellbar zu machen. Nordrhein-<br />
Westfalen hat sich in der jüngeren Vergangenheit bereits mit<br />
dem Masterplan und zwei Forschungs- und Entwicklungswettbewerben<br />
um die Fortentwicklung der Elektromobilität<br />
verdient gemacht und wird auch weiterhin bedeutende Beiträge<br />
zur Verwirklichung der für diesen Bereich formulierten<br />
Ziele leisten.<br />
Das bevölkerungsreichste Bundesland verfügt über gleich<br />
zwei Bewerber, die »Schaufenster Elektromobilität« werden<br />
möchten. Am 15. Dezember 2011 stellten sich beide im<br />
Rahmen einer Präsentation im Saal des Düsseldorfer Hotel<br />
Maritim der Öffentlichkeit vor. In Ergänzung dazu fanden<br />
gleich mehrere Podiumsdiskussionen statt, an denen neben<br />
führenden Köpfen der Wirtschaft zudem der für Wirtschaft<br />
zuständige Minister Harry K. Voigtsberger, der für Klimaschutz<br />
zuständige Minister Johannes Remmel, sowie die für<br />
Innovation zuständige Ministerin Svenja Schulze teilnahmen.<br />
Bis in den Nachmittag hinein erfuhren die Anwesenden alles<br />
Wissenswerte zum Stand der Elektromobilität in Nordrhein-<br />
Westfalen und erhielten einen Ausblick auf die Zukunft der<br />
klimafreundlichen Mobilität.<br />
Aachen bewirbt sich mit einem Mobilitätskonzept rund um<br />
die Erschließung des erweiterten Hochschulgeländes. Die<br />
Rhein-Ruhr-Region reiht entlang der Linie des Regionalexpress<br />
1 (RE1) eine große Vielfalt unterschiedlicher, sich<br />
ergänzender Projekte wie Perlen an einer Perlenkette zur<br />
»Route der Elektromobilität« auf - darunter das Klimaprojekt<br />
InnovationCity. Ein wichtiger Bestandteil dieser Bewerbung<br />
sind zudem die neu geschaffenen Kompetenzzentren für Infrastruktur<br />
und Netze an der TU in Dortmund, für Batterie<br />
an der Universität Münster und für Fahrzeugtechnik an der<br />
RWTH Aachen.<br />
Alexander Waldhelm<br />
ElektroMobilität NRW<br />
www.elektromobilitaet.nrw.de<br />
Mobilität<br />
Smart Grid. Erneuerbare Energien. Intelligente Verkehrsnetze.<br />
28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29
Smarte Technologien - ComBInation<br />
Smarte Technologien - ComBInation<br />
Solarenergie<br />
emobilität<br />
Industrie<br />
Privathaushalt<br />
Bioenergie<br />
Wohnwirtschaft<br />
Windenergie<br />
Kommunen &<br />
Gemeinden<br />
Intelligente Energielösungen<br />
auf dem Weg in die Zukunft<br />
Wasserkraft<br />
Geothermie<br />
powered by<br />
Die innovativsten Energie- und Energieeffizienzlösungen für Deutschland<br />
smartgrid Ready<br />
m2m-kommunikation<br />
Zusammenschluss kleiner, effizienter und zukunftsweisender Unternehmen mit finanzstarken, etablierten GroSSunternehmen<br />
Bei einem Großteil aller Immobilien in Deutschland gibt es<br />
in den Bereichen Energieeffizienz und -verbrauch konkreten<br />
Handlungsbedarf. Aufgrund mangelnder Marktdurchdringunspotentiale<br />
können sich innovative Lösungen und Lösungsansätze<br />
für die besonderen Anforderungen der Energiewirtschaft<br />
teilweise nur schwer auf dem Markt etablieren.<br />
Vor diesem Hintergrund forciert das seit November agierende<br />
Vertriebs Joint Venture ComBInation den Zusammenschluss<br />
von kleinen, effizienten und zukunftsweisenden<br />
Unternehmen aus dem Energiesektor mit finanzstarken und<br />
etablierten Großunternehmen, mit dem Ziel umfassende<br />
Komplettlösungen zur Steigerung der Energieeffizienz aus<br />
einer Hand zu bieten.<br />
»Wir haben einen Zivilisationspunkt und eine gesellschaftspolitische<br />
Wahrnehmungsebene erreicht, die es uns ermöglicht<br />
in optimaler Kombination technologischen Fortschritt<br />
mit Nachhaltigkeit in vielen verschiedenen Lebensbereichen<br />
zu synchronisieren. Unsere Erfahrung und der tägliche Umgang<br />
mit innovativen Lösungsansätzen für die besonderen<br />
Anforderungen der Energiewirtschaft haben unser Bewusstsein<br />
für eine dynamische Energie-Ökonomie geschärft. Im<br />
Fokus stehen dabei effiziente, nachhaltige und insbesondere<br />
auch wirtschaftlich interessante Lösungen.<br />
ComBInation steht für Innovationen. Wir setzen auf Ideen,<br />
Verfahren, Dienstleistungen und Produkte, die hinsichtlich<br />
ihrer Energie- und Kosteneffizienz kreative unternehmerische<br />
Antworten auf sich ständig verändernde Bedingungen bieten«,<br />
so Markus Emmert, Gründer und Inhaber der ComBInation<br />
GmbH, der mit einem Meilenstein in der solaren<br />
Energieerzeugung bereits mit seiner patentierten Steuerungs-<br />
und Regelungstechnik für PV-Anlagen auf sich aufmerksam<br />
gemacht hat.<br />
ComBInation bietet innovative Lösungen, mit denen Energiekosten<br />
eingespart werden können - sei es im Bestand oder bei<br />
Neubauten. Basierend auf langjähriger Erfahrung, umfassendem<br />
Know-how im Bereich Wärme- und Energieeffizienz und<br />
einem interdisziplinären Anspruch bietet ComBInation sowohl<br />
Energieverbrauchern als auch Energieversorgern umfassende,<br />
intelligente und zukunftsfähige Energie-Management-Lösungen.<br />
Der Wechsel von einer angebots- zu einer bedarfsorientierten<br />
Energiepolitik und der Übergang zu einer dezentralen<br />
Energieerzeugung stellt Energieverbraucher und -versorger<br />
gleichermaßen vor große Herausforderungen. Für eine langfristige<br />
Netzintegration der volatil verfügbaren Erneuerbaren<br />
Energien benötigen insbesondere die Energieversorger<br />
bessere Kontrollmöglichkeiten und präzise Prognosen der<br />
zu erwartenden Leistungen, um Netzüberlastungen zu vermeiden.<br />
ComBInation setzt deshalb auf intelligente Technologien,<br />
mit deren Hilfe Stromerzeuger, Speicher und elektrische Verbraucher<br />
im Rahmen intelligenter Stromnetze (Smart Grid)<br />
direkt miteinander kommunizieren können. Smart Grids umfassen<br />
die kommunikative Vernetzung verschiedener Akteure<br />
in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung.<br />
Dies ermöglicht eine Optimierung und<br />
Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile.<br />
Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis<br />
eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs.<br />
»Ausgestattet mit der fortschrittlichen M2M-Kommunikation<br />
der Telekom Deutschland werden wir uns im Rahmen der<br />
Kooperation auch weiterhin konsequent als führender Anbieter<br />
intelligenter Vernetzung im Energiesektor positionieren«,<br />
so Joachim von Beesten, Leiter M2M Sales der Telekom<br />
Deutschland, der in Zusammenarbeit mit ComBInation und<br />
dem internationalen Competence Center der Telekom die<br />
Entwicklung vielversprechender M2M-Dienste beschleunigt.<br />
Diese SGready-fähigen Produkte und Netzeigenschaften tragen<br />
damit erheblich zu einer besseren Integration Erneuerbarer<br />
Energien bei und ermöglichen eine effektive Kommunikation<br />
mit dem Smart Grid der Zukunft.<br />
»Wir stellen energieökonomische Konzepte und Lösungsvorschläge<br />
je nach individuellem Bedarf flexibel und sinnvoll<br />
aus dem vorhandenen Pool an Möglichkeiten zusammen. Für<br />
jedermann zugänglich und transparent. Im Fokus steht dabei<br />
die jeweils beste ganzheitliche Lösung für unsere Kunden«,<br />
so Energie-Innovator Emmert. Er betont, dass nicht SGreadyfähige<br />
Produkte und Dienstleistungen in naher Zukunft nicht<br />
mehr dem Standard entsprechen werden und sehr wahrscheinlich<br />
den wachsenden Anspruch an Mehrwert, Funktionalität<br />
und Lebensqualität nicht erfüllen können.<br />
»Daher hat sich die Telekom zusammen mit ComBInation<br />
und einem leistungsfähigen Partnernetzwerk aufgestellt«,<br />
so Dr. Lothar Müller, Leiter Vertriebsentwicklung der Telekom<br />
Deutschland, »um die intelligente Vernetzung der Energiekomponenten<br />
sicherzustellen.«<br />
ComBInation konzentriert sich dabei ausschließlich auf<br />
die innovativsten und energieeffizientesten Lösungen. Nur<br />
Konzepte, die diesen Richtlinien entsprechen, werden im<br />
Rahmen des Joint Ventures integriert. Mit neuen Technologien<br />
und einer gemeinsamen Vision in die Zukunft.<br />
ComBInation GmbH<br />
Geschäftsführer Thomas Aulenbacher<br />
www.com-bi-nation.de<br />
30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31
Smarte Technologien - Laurenz Przyborowski<br />
Smarte Technologien - Marcel Hofer<br />
Intelligente Technologien<br />
für den ÖPNV<br />
Dynamische Fahrgastinformation für mehr Planbarkeit und Flexibilität<br />
eMobilität und ressourcenschonende<br />
Produktion<br />
Ein Weg, wie Geld gespart und die Umwelt geschont werden kann<br />
Die Entwicklungen rund um die Neue Mobilität sind vielfältig.<br />
Nicht nur Innovationen innerhalb der Automobilbranche<br />
stehen zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit, auch weitere<br />
Bereiche kommen hinzu. Einen nicht zu unterschätzenden<br />
Beitrag zu einer intelligenten Mobilität leistet der öffentliche<br />
Personennahverkehr (ÖPNV). Ein intelligentes Nahverkehrssystem<br />
sollte eine attraktive Alternative zum Automobil darstellen<br />
und dadurch nicht nur die Lebensqualität erhöhen,<br />
sondern auch die Umwelt schonen. Grundvoraussetzung für<br />
die steigende Nutzung von umweltfreundlichen Bussen und<br />
Bahnen ist jedoch deren Planbarkeit und Pünktlichkeit.<br />
Um einen intelligenten und umweltfreundlichen Nahverkehr<br />
zu gewährleisten, reicht es nicht nur, Elektro-Busse einzuführen,<br />
auch im stationären Bereich gibt es Nachholbedarf.<br />
Hierbei rücken zunehmend Dynamische Fahrgastinformationen<br />
(DFI) in die zentrale Zielsetzung: Durch die Bereitstellung<br />
von Soll- und Ist-Daten kann jeder Akteur Entscheidungen<br />
über Planbarkeit und Pünktlichkeit treffen, d.h. beispielsweise,<br />
wann und wie welches Verkehrsmittel genutzt werden<br />
kann. DFIs haben damit nicht nur eine Bringschuld der Nahverkehrsunternehmen<br />
dem Fahrgast gegenüber, sondern<br />
beschleunigen auch eine intelligente Weiterentwicklung der<br />
Nahverkehrssysteme.<br />
Bis dato sind Dynamische Fahrgastinformationssysteme<br />
hauptsächlich an großen Nahverkehrsknotenpunkten im Einsatz.<br />
Dort geben sie dem Fahrgast Informationen über die<br />
nächsten Bus- oder Bahnanbindungen. Eine flächendeckende<br />
und kostengünstige Ausdehnung von DFI-Lösungen sollte<br />
in einem nächsten Schritt anvisiert werden.<br />
die fortschrittlichsten. Es bleiben nicht nur aufwändige Erdarbeiten<br />
und Stromkosten erspart, auch die Flexibilität der<br />
Einsatzorte und die Umweltfreundlichkeit im Sinne einer<br />
nachhaltigen Neuen Mobilität werden gefördert.<br />
Die elektronische Fahrgastinformation namens flexPaper ®<br />
stellt eine der möglichen Lösungen dar. Zum einen erübrigen<br />
die zentrale Kontrolle und Navigation digitaler Soll- und<br />
Ist-Daten aus der Leitzentrale über GSM die Papieraushänge<br />
und die damit verbundenen Organisationskosten, zum anderen<br />
ermöglicht die kompakte Bauweise mit der integrierten<br />
Solarfläche eine schnelle und kostengünstige Montage<br />
an vorhandenen Masten. Das System läuft zudem über ein<br />
integriertes Solarpanel, um die Anzeige auch ohne Stromanbindung<br />
betreiben zu können.<br />
Es wäre gesellschaftlich wünschenswert, wenn auch Nutzer<br />
der öffentlichen Verkehrsmittel flächendeckend und direkt<br />
am technologischen Wandel partizipieren könnten und die<br />
Verkehrsunternehmen somit eine höhere Akzeptanz erfahren<br />
würden. Jede Person, die vom eigenen Automobil hin zu<br />
öffentlichen Verkehrsmitteln wechselt, leistet einen Beitrag<br />
zum Umweltschutz und der eigenen Lebensqualität.<br />
Laurenz Przyborowski<br />
ght GmbH - Elektronik im Verkehr<br />
dfi@ght.de<br />
www.ght.de<br />
Beim Kauf von Elektrofahrzeugen ist bisher der hohe Preis<br />
eines der größten Hindernisse. Ein wesentlicher Anteil davon<br />
sind die Produktionskosten. Gleichzeitig stellt sich die<br />
Frage, wie umweltverträglich Elektrofahrzeuge und die zugehörige<br />
Infrastruktur wirklich hergestellt sind. Bisher konzentrierte<br />
sich die Diskussion über Umweltfreundlichkeit von<br />
Elektromobilität vorwiegend auf den Betrieb der Fahrzeuge<br />
und weniger auf die Produktion und die Wertschöpfungskette.<br />
Der Energie- und Wasserverbrauch oder die Abfallkosten<br />
während des Herstellprozesses sind jedoch mittlerweile zu<br />
einem echten Wettbewerbsfaktor geworden.<br />
Referenz aus dem konventionellen Fahrzeugbau: Die Produktion<br />
eines Fahrzeuges bei einem OEM verbrauchte am Beispiel<br />
VW im Jahre 2010 2,55 MWh Strom, 1,05 t CO2, 298 kg<br />
Abfall und 5,01 m 2 Frischwasser. Diese Angaben schließen<br />
nicht die Zulieferer ein, die den größten Teil der Wertschöpfung<br />
ausmachen.<br />
Die Hersteller von Fahrzeugen und Infrastrukturen der Elektromobilität<br />
haben mehrfachen Grund, sich mit der ressourcenschonenden<br />
Produktion zu beschäftigen. Es senkt zum einen<br />
die Herstellungskosten und damit die Eintrittsbarrieren und<br />
ist weiterhin ein klarer Ausdruck von ganzheitlich verstandener<br />
Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Die Frage ist,<br />
wie können Sie Ihre Energie- und Umweltbilanz zum strategischen<br />
Vorteil ausbauen?<br />
Neue Ansätze zur Senkung der Energie- und Umweltkosten<br />
Ein wesentliches Prinzip der Lean-Philosophie ist, schnell und<br />
möglichst ohne Investition die Verschwendung im Prozess<br />
zu eliminieren und nicht nur technologische Lösungen zu suchen.<br />
Statt Produktivität, Materialeinsatz oder Durchlaufzeit<br />
stehen nun Strom, Wärme, Wasser/Abwasser, Druckluft und<br />
Müll im Fokus der Prozessoptimierung. Grundlage für eine<br />
Analyse ist ein Energie- und Umweltwertstrom entlang der<br />
Wertschöpfungskette. Nur wenn verstanden wird, ob es ein<br />
Prozess- oder Technologieproblem ist, können wirksame Lösungen<br />
ergriffen werden.<br />
Möglich macht den Ansatz die Zusammenarbeit zwischen<br />
Lean-Experten mit Energie- und Umweltspezialisten.<br />
Daneben erfordert Nachhaltigkeit eine Kulturveränderung<br />
der einzelnen Mitarbeiter. Elektromobilität muss auch in<br />
der Herstellung umweltfreundlich und kostengünstig sein.<br />
Es gibt keinen Grund, nicht daran zu arbeiten.<br />
Marcel Hofer<br />
Director Lean & Green<br />
marcel.hofer@growtth.com<br />
www.lean-and-green.de<br />
Innovationen in diesem Bereich sind rar, doch es gibt sie.<br />
Ein Produkt rückt hierbei zunehmend in den Mittelpunkt der<br />
öffentlichen Aufmerksamkeit: das ePaper. Dieses stellt sowohl<br />
Soll- als auch Ist-Daten digital dar und ermöglicht eine<br />
direkte Kommunikation mit dem Fahrgast. Vor diesem Hintergrund<br />
gehören ausschließlich »stumpfe« Papierfahrpläne<br />
zunehmend der Vergangenheit an. Lösungen, die autark<br />
agieren, d.h. beispielsweise über Solarpanels, sind hierbei<br />
elektronischer Fahrplan mit Energiesparender<br />
LCD-Anzeige ermöglicht<br />
durch integrierte Solartechnologie<br />
intelligentes Energie-management<br />
Energie- und Umweltkosten<br />
kurzfristig senken;<br />
Umwelt sofort schonen<br />
Lean<br />
Green<br />
+ =<br />
Lean-Prozessexperten Umwelt- und Energieexperten Neue Verbindung<br />
Die Lean & Green Formel<br />
32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33
Smarte Technologien - BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />
Smarte Technologien - BMWi-PROJEKT SECMOBIL<br />
IT-Sicherheit meets<br />
Elektromobilität<br />
Mit dem BMWi-Projekt SecMobil zum weltweiten Vorreiter<br />
»Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastruktur<br />
können potentiell alle beteiligten Akteure, z.B. Energieversorger,<br />
Endverbraucher oder Dienstanbieter durch<br />
entsprechende Angriffe geschädigt werden.«<br />
Durch die Einbindung in die bestehenden Energienetze<br />
werden Elektrofahrzeuge in viel stärkerem Ausmaß als<br />
konventionelle Fahrzeuge mit ihrer Umwelt kommunizieren.<br />
Dies ist u.a. erforderlich, wenn der Ladezyklus gezielt<br />
gesteuert oder Fahrzeugflotten effektiv kontrolliert werden<br />
sollen. Durch die Vernetzung rücken aber auch zusätzliche<br />
Dienste wie Funktionsfreischaltung und Location Based<br />
Services in greifbare Nähe. Daher werden Informationsund<br />
Kommunikationstechnologien (IKT) in noch wesentlich<br />
größerem Maße als heute in der Elektromobilität eine Rolle<br />
spielen. Mit der Einführung von IKT im Elektromobilbereich ist<br />
allerdings eine inhärente Erhöhung des Missbrauchspotentials<br />
verbunden, welche von Schäden individueller Akteure<br />
bis hin zu kompletten Systemausfällen reichen kann. Erst<br />
unlängst haben die Fälle des Stuxnet-Virus (Zerstörung von<br />
Hochgeschwindigkeitszentrifugen durch Schadsoftware) als<br />
auch der Playstation-Angriff (Verlust mehrerer 10 Millionen<br />
Kunden- und Kreditkarteninformationen) gezeigt, welche<br />
erhebliche finanzielle und politische Implikationen IKT-Angriffe<br />
haben können. Ebenso haben US-Wissenschaftler im Jahr<br />
2011 beeindruckend demonstriert, welche dramatischen<br />
Folgen IT-Angriffe gegen die Bordelektronik im Fahrbetrieb<br />
haben können (u.a. Manipulation der Bremsanlage über die<br />
Mobilfunkanbindung des Fahrzeugs). Im Kontext der eMobilität<br />
ist der Umstand hervorzuheben, dass ein Teil der Angriffe<br />
keine PC-Systeme, sondern vernetzte eingebettete Systeme<br />
zum Ziel hatten, die auch in der eMobilität eine zentrale und<br />
durch die Einbindung in Energieinfrastrukturen sogar noch<br />
eine größere Rolle spielen. In diesem Zusammenhang spielt<br />
die Datensicherheit an zahlreichen kritischen Stellen die<br />
Rolle einer Schlüsseltechnologie:<br />
• Elektrische Energie muss sowohl seitens des Anbieters<br />
als auch des Abnehmers manipulationssicher, kostengünstig<br />
und präzise gemessen und abgerechnet werden,<br />
wobei zukünftige Sicherheitsstandards insbesondere unter<br />
Kostengesichtspunkten zu beachten sind.<br />
• Es sind zuverlässige und sichere Abrechnungssysteme<br />
für Zusatzdienste (Bezahlen von Apps, kostenpflichtige<br />
Software-Aktualisierungen, Funktionsfreischaltung, Verkehrssteuerungssysteme<br />
etc.) erforderlich.<br />
• Benutzer (und evtl. auch Fahrzeuge) müssen sicher<br />
erkannt, d.h. authentisiert werden, damit Bezahl- und<br />
Zusatzfunktionen nachweisbar ausgeführt werden können.<br />
Die Benutzerauthentisierung kann z.B. mit dem neuen<br />
elektronischen Personalausweis durchgeführt werden.<br />
• Durch die Vernetzung von Smart Car, Smart Grid und Smart<br />
Traffic müssen sowohl das Netz selbst als auch zukünftige<br />
Fahrzeuge gegen Angriffe von außen (»Hacking«) und innen<br />
(»Malware«) geschützt werden.<br />
• Die Verletzungen der Privatsphäre (Erstellung von<br />
Bewegungsprofilen, unberechtigtes Erfassen von Kaufvorgängen<br />
etc.) muss verhindert werden.<br />
Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastrukturen<br />
können potentiell alle beteiligten Akteure, z.B. Energieversorger,<br />
Endverbraucher oder Dienstanbieter durch entsprechende<br />
Angriffe geschädigt werden. Das Schadenspotential<br />
reicht hierbei von finanziellen über körperliche Schäden bis<br />
hin zu Systemausfällen.<br />
Die Rolle der IT-Sicherheit ist hier vielschichtig: Neben dem<br />
Schutz von Systemen (Ausfallsicherheit) und Akteuren<br />
(Safety), ist sie gleichzeitig technologischer Wegbereiter<br />
(Enabling Technology) für neue Anwendungen und<br />
Geschäftsmodelle.<br />
Eine berechtigte Frage ist hierbei natürlich, warum die<br />
IT-Sicherheit bisher in der Elektromobilität noch kaum behandelt<br />
wurde. Typischerweise treten Sicherheitsprobleme<br />
jedoch weder in Labor- noch in Feldversuchen auf, sondern<br />
erst, wenn Parteien mit gegenläufigen Interessen in tatsächlichen<br />
Anwendungen interagieren. Aus diesem Grund wurde<br />
das Thema IT-Sicherheit bisher nur sehr partiell diskutiert<br />
und Systemlösungen stehen noch nicht zur Verfügung. Für die<br />
nächste Stufe des Ausbaus der eMobilität in Deutschland sind<br />
starke Sicherheitsmechanismen allerdings eine unumstößliche<br />
Anforderung und müssen bei dem Aufbau der Architektur<br />
berücksichtigt werden.<br />
Ziele des Projektes SecMobil<br />
Aufgrund der starken Abhängigkeit der Elektromobilität<br />
von IKT-Systemen kommt der modernen IT-Sicherheit eine<br />
langfristige Bedeutung als Querschnittstechnologie zu.<br />
Alle Akteure werden in der nächsten Evolutionsphase der<br />
Elektromobilität großes Interesse an vertrauenswürdigen<br />
Lösungen haben. Wichtig ist bei einer Betrachtung der<br />
wirtschaftlichen Aspekte auch, dass die IT-Sicherheit eng mit<br />
Geschäftsmodellen verknüpft ist und juristisch untersucht<br />
wird. Von daher eröffnet das Projekt SecMobil nicht nur die<br />
Möglichkeit kritische Sicherheitstechnologien zu pilotieren,<br />
sondern auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, welche<br />
durch die zugrundeliegende IT-Sicherheit nachhaltig stabilisiert<br />
werden.<br />
Das Marktpotential der durch IT-Sicherheit nachhaltig<br />
gestützten Elektromobilität eröffnet sich durch die folgenden<br />
in dem Projekt zu entwickelnden Technologien:<br />
• Technologien zur vertrauenswürdigen, kostengünstigen<br />
Stromerfassung (im Elektromobilitätsbereich, aber auch in<br />
Haushalts- und Industrieanwendungen).<br />
• Security-Basistechnologien im Fahrzeug, um Zusatzdienste<br />
wie bspw. Funktionsfreischaltung, Application Store,<br />
Identifikation mit dem neuen Personalausweis und<br />
Software-Updates und damit neue Geschäftsmodelle zu<br />
ermöglichen.<br />
• Security-Basistechnologien für die Infrastruktur und für<br />
Dienste (PKI, ID-Management, usw.) um z.B. Identitätsmanagement<br />
und Abrechnungsvorgänge zwischen den<br />
verschiedenen Domänen (Smart Car, Smart Grid, Smart<br />
Traffic) zu pilotieren.<br />
Kennzeichnend für SecMobil ist die holistische Betrachtungsweise<br />
des Themas in zwei Dimensionen. Vom Inhaltlichen her<br />
wird die IT-Sicherheit auf allen Systemebenen behandelt, von<br />
der Stromerfassung bis zu der Vernetzung über die »Cloud«,<br />
wobei sowohl technische als auch juristische Aspekte behandelt<br />
werden. Vom geografischen her hat SecMobil das Ziel<br />
eine umfassende Sicherheitsarchitektur zu entwickeln,<br />
die allen Akteuren, wie beispielsweise den existierenden<br />
Modellregionen, zur Verfügung gestellt wird.<br />
Das Projekt SecMobil kümmert sich im Programm »IKT für<br />
Elektromobilität II« des BMWi übergreifend um die Konzeption<br />
und Umsetzung sowie die juristische Betrachtung der<br />
IT-Sicherheit. Es ist das erste Projekt weltweit, dass das<br />
Zukunftsthema IT-Sicherheit im Kontext der Elektromobilität<br />
umfassend behandelt. Das Konsortium besteht aus der<br />
ESCRYPT GmbH - Embedded Security, Daimler AG, Elmos<br />
AG und smartlab Innovationsgesellschaft mbH sowie<br />
den Hochschulpartnern Ruhr-Universität Bochum und FH<br />
Gelsenkirchen. Als assoziierte Partner wirken mit das BSI<br />
(Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik), EON,<br />
Telekom sowie T-Systems. Die Konsortialführung liegt bei der<br />
ESCRYPT GmbH.<br />
Prof. Dr.-Ing. Christof Paar<br />
Ruhr-Universität Bochum // www.emsec.rub.de<br />
Dr.-Ing. Jan Pelzl<br />
Dr.-Ing. Thomas Wollinger<br />
ESCRYPT GmbH - Embedded Security // www.escrypt.com<br />
IT-Sicherheit für Elektromobilität<br />
34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35
Smarte Technologien - Cirquent<br />
Smarte Technologien - Cirquent<br />
Cirquent mit Staatspreis<br />
ausgezeichnet<br />
»Diese hochrangige Auszeichung ist für uns insofern ein<br />
besonderer Meilenstein, weil aus 26 Einreichungen in unserer<br />
Kategorie drei Nominierungen waren und in zwei davon<br />
Cirquent die Kernapplikation lieferte.«<br />
Thomas Messner, FH Joanneum; Karl-Heinz Springsits, Paybox Bank AG; Doris Bures, Bundesministerin; Martin Mai, Cirquent GmbH;<br />
Fritz Vogel, Everynear GmbH; Axel Puwein, Paybox Bank AG und Johann Sailer, Cirquent GmbH<br />
Der Know-how-Vorsprung des Wiener IT-Beratungsunternehmens<br />
Cirquent in Sachen Elektromobilität hat sich bezahlt<br />
gemacht: Cirquent war gleich mit zwei Projekten in<br />
der Kategorie »Intelligent E-Mobil« für den österreichischen<br />
Staatspreis Mobilität 2011, Fokus »E-Mobilität«, nominiert:<br />
Während es mit dem Projekt »eMORAIL - Integrated eMobility<br />
Service for Public Transport« gemeinsam mit der ÖBB Holding<br />
AG bei einer Nominierung blieb, schafften es die Systemintegrationsspezialisten<br />
zusammen mit ihren Projektpartnern<br />
EVERYNEAR GmbH, EOX, FH Joanneum und PAYBOX Austria<br />
GmbH mit dem Projekt »BALLADE« (Benutzerfreundliche Allgegenwärtige<br />
Ladestelleninfrastruktur für die Elektromobilität)<br />
an die Spitze aller eingereichten Projekte.<br />
»Der Staatspreis Mobilität 2011 ist für uns insofern ein besonderer<br />
Meilenstein, weil aus 26 Einreichungen in unserer<br />
Kategorie drei Nominierungen waren und in zwei davon<br />
Cirquent die Kernapplikation lieferte. Diese hochrangige Auszeichnung<br />
gilt jedem meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,<br />
die in den letzten Jahren unter Hochdruck in unserer<br />
Innovationsschmiede diese Projekte weiter vorangetrieben<br />
haben«, freut sich Martin Mai, der Geschäftsführer von<br />
Cirquent Österreich, über diese Anerkennung von Seiten der<br />
Bundesregierung. Schließlich gilt der Staatspreis Mobilität<br />
als die höchste Auszeichnung, die die Bundesministerin für<br />
Verkehr, Innovation und Technologie an österreichische Unternehmen<br />
und Institutionen verleiht.<br />
Kunden- und Ladestellenmanagement - das unsichtbare<br />
Rückgrat<br />
Aus der Schmiede des Wiener IT-Beratungsunternehmens<br />
stammt das unsichtbare Rückgrat des Systemkonsortiums<br />
»BALLADE«, wobei Cirquent konkret für die Benutzerfreundlichkeit<br />
im Kunden- und Ladestellenmanagement sorgt. Das<br />
von Cirquent dazu entwickelte JustPlugAdministrationCenter<br />
(JPAC) sorgt unter anderem für eine verursacherorientierte<br />
Abrechnung und wenn notwendig für das Clearing zwischen<br />
Mobilitätsanbietern. Inhalt dieses Projekts ist die Entwicklung<br />
einer kompletten Infrastruktur für Elektromobilität bestehend<br />
aus Hard- und Software sowie Kommunikation mit folgenden<br />
besonderen Merkmalen: Plattform zur Einbindung<br />
der Elektromobilität in Verkehrs- und Energiesysteme (ÖPNV<br />
Einbindung, Parkraumbewirtschaftung); besonders sichere<br />
und einfache Nutzung und damit die Möglichkeit zum schnellen<br />
Abbau von Hemmschwellen; kostengünstige und trotzdem<br />
hochfunktionelle Komponenten mit SmartGrid Funktionen.<br />
Das vom Konsortium entwickelte »BALLADE«-System geht<br />
die Herausforderungen der Elektromobilität in systemischer<br />
und ganzheitlicher Weise an: Das Ladesäulenkonzept beschränkt<br />
sich nicht auf den technischen Ladevorgang samt<br />
ausgeklügelter Sicherheitsfeatures, sondern umfasst über<br />
Vorreservierung, Useridentifikation und normgerechte, individuelle<br />
Abrechnung hinaus noch weitere »Mehrwert-Services«<br />
samt GIS-Verortung und intermodaler ÖV-Verknüpfung.<br />
Dieser Ansatz bildet alle Funktionalitäten ab, die für zukunftsweisende<br />
eMobilitäts-Geschäftsmodelle von externen<br />
Betreibern essentiell sind. Das System ist auch für den Einsatz<br />
in SmartGrids konzipiert und kann die zeitlich optimale<br />
Nutzung Erneuerbarer Energien unterstützen.<br />
Forschungsprojekt »eMORAIL«<br />
Ziele des Forschungsprojektes »eMORAIL« sind Konzeption<br />
und Erprobung einer kostengünstigen Mobilitätslösung für<br />
Pendler zur Ermöglichung umweltschonender Alltagsmobilität.<br />
Die erarbeiteten Geschäftsmodelle bieten eine ÖBB-<br />
Fahrkarte verbunden mit einem eFahrzeug und zusätzlichen<br />
Services für hohen Komfort. Tagsüber werden die eFahrzeuge<br />
betrieblich genutzt. Im Pilotversuch wird die integrierte Verkehrsdienstleistung<br />
in zwei ländlichen Regionen sowie ein<br />
intermodales eCarsharing- und eBike-Cityangebot erprobt.<br />
Weitere Informationen: www.emorail.at<br />
Cirquent, ein Unternehmen des japanischen IT-Konzerns NTT<br />
Data, bietet 40 Jahre Erfahrung im Consulting entlang der gesamten<br />
Wertschöpfungskette für Banken, Versicherungen,<br />
Fertigungs-, Telekommunikations-, Service- und Logistikunternehmen<br />
sowie Energieversorger. Neben der branchenorientierten<br />
Strategie- und Prozessberatung gehören Konzeption,<br />
Integration und Implementierung von Technologien, die<br />
Geschäftsprozesse unterstützen, sowie Betrieb und<br />
Wartung von IT-Systemen zum Portfolio. Ausgeprägte<br />
branchenspezifische Prozess-, Methoden- und Technologiekompetenz<br />
in Customer Management, Finance Transformation<br />
und Application Management bilden die Stärken<br />
des Unternehmens. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin,<br />
geschäftsrelevante Entscheidungen durch Business Intelligence<br />
(BI) zu fundieren und geeignete Steuerungsmechanismen<br />
zu etablieren. Die Cirquent-Niederlassung in<br />
Österreich berät führende Unternehmen wie BMW Group,<br />
Steyr-Daimler-Puch, Asfinag, WienIT, Deutsche Börse, BA-CA,<br />
Münchener Rück, T-Mobile Deutschland, A1 Telekom Austria<br />
AG, UPC Telekabel, Wiener Städtische Versicherung AG,<br />
Mediaprint, voestalpine AG sowie die Magistratsabteilung<br />
14 der Stadt Wien.<br />
Martin Mai // Cirquent Österreich // www.cirquent.at<br />
36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37
Smarte Technologien - Swarco Traffic Systems GmbH<br />
Smarte Technologien - Swarco Traffic Systems GmbH<br />
eMobilität im Kontext<br />
Der grüne Straßenverkehr der Zukunft<br />
»Im Verkehr der Zukunft beschleunigt, bremst und hält<br />
niemand öfter als unbedingt nötig - dafür sorgen hochintelligente<br />
Verkehrsbeeinflussungssysteme.«<br />
Die gute Nachricht: Der Kollaps bleibt aus. Denn obwohl die<br />
zunehmende Bevölkerungs- und Verkehrsdichte Infrastruktur<br />
und Umwelt immer stärker belasten, wird sich der große<br />
Stau verhindern lassen: Die Vernetzung von intelligenter<br />
Verkehrsbeeinflussung, umweltfreundlicher eMobilität und<br />
ressourcenschonender Systeme macht es möglich. In den<br />
»intelligent cities« der Zukunft sorgt dieses Zusammenspiel<br />
für hocheffizienten Verkehr und mehr Mobilität - bei gleichzeitig<br />
verringerter Belastung. Ein Ausblick.<br />
Mehr Effizienz<br />
Im nachhaltigen Verkehr der Zukunft beschleunigt, bremst<br />
und hält niemand öfter als unbedingt nötig - dafür sorgen<br />
hochintelligente Verkehrsbeeinflussungssysteme. Neue<br />
Techniken zur Fahrzeug- und Verkehrsdatenerfassung ermöglichen<br />
schon heute eine gezielte Steuerung von Verkehrsströmen,<br />
mit der sich vorhandene Infrastrukturkapazitäten<br />
besser ausnutzen, Störungen und Staus vermeiden sowie<br />
eMobilitäts-Konzepte unterstützen lassen.<br />
Beispiel Nürnberg: Hier verbindet das europaweit einzige, voll<br />
integrierte Verkehrsbeeinflussungssystem von Swarco Traffic<br />
Systems die fahrspurgenaue Steuerung von 70 Kilometern<br />
Autobahn- und 33 Kilometern Stadtverkehr. Es erkennt<br />
Störungen, weist den Weg um Behinderungen herum, führt<br />
Parkplatzsuchende schon auf der Autobahn in Richtung<br />
freier Plätze, stellt Ampelintervalle verkehrsabhängig um und<br />
verfügt sogar über Szenario-Schaltungen für Spitzenlastzeiten<br />
etwa bei Großveranstaltungen. Das klingt hochmodern, ist<br />
in Wirklichkeit aber bereits Standard. Ganz neue Leitsystem-<br />
Technik kann nämlich schon viel mehr.<br />
Hochauflösende Sensorik<br />
Moderne Verkehrsbeeinflussungssysteme verfügen nicht<br />
nur über die herkömmlichen Sensoren, sondern greifen<br />
zusätzlich auch auf telematische Informationen zurück, die<br />
von einzelnen Fahrzeugen zur Verfügung gestellt werden<br />
- etwa per Bluetooth-Funk. Das versetzt die leistungsstarken<br />
Verkehrsrechner in die Lage, ein umfassendes Echtzeit-<br />
Lagebild des Verkehrs zu entwickeln und Verkehrsströme<br />
situationsgerecht zu leiten. Dabei werden neu auftretende<br />
Beeinträchtigungen wie etwa Unfälle sofort berücksichtigt,<br />
oder bestimmte Verkehrsteilnehmer in Abhängigkeit von<br />
Beschränkungen wie Umweltzonen ans Ziel geführt.<br />
Die hohe Auflösung solcher Systeme erlaubt das Heben auch<br />
kleinster Einsparreserven. Swarco Traffic Systems hat etwa ein<br />
System zur Einzelplatzüberwachung im Parkraum entwickelt,<br />
das den Verkehr in Parkhäusern und auf Großparkplätzen<br />
steuert. Es ist in der Lage, Fahrer unmittelbar bis zu einem<br />
freien Parkplatz zu führen: Unnötiges Anfahren belegter<br />
Parkhausetagen oder Parkplatzabschnitte entfällt. Dadurch<br />
senkt das System den »Suchverkehr«, der in Spitzenzeiten bis<br />
zu einem Viertel des Stadtverkehrs ausmachen kann.<br />
Bereit für eMobilität<br />
Eine weitere Fähigkeit neuer Beeinflussungssysteme ist die<br />
Berücksichtigung von eFahrzeugen im Stadtverkehr. Die ist<br />
wichtig, da die »Stromer« wegen ihrer geringen Reichweite<br />
auf öffentlich zugängliche Ladeplätze angewiesen sind. Und<br />
diese müssen ausgewiesen, ausgerüstet und in bestehende<br />
Beeinflussungssysteme integriert werden.<br />
Für die Einbindung des eFahrzeugverkehrs bietet Swarco<br />
Traffic Systems etwa »EnergieParken« an, eine neuartige<br />
Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule, die das<br />
Unternehmen gemeinsam mit Schroff, ABB, den Dambach-<br />
Werken und stadtraum auf den Markt gebracht hat. Die<br />
Vorteile aus Betreibersicht: Das System rechnet sich, weil<br />
der Parkgebühren-Umsatz am Gerät dessen Kosten mit<br />
der Zeit selbst dann deckt, wenn nur sehr wenig Strom<br />
verkauft wird. Zudem lässt es sich ohne Schwierigkeiten<br />
mit anderen Verkehrsbeeinflussungssystemen verbinden.<br />
Und: EnergieParken kann anstelle bestehender Parkschein-<br />
automaten aufgestellt werden. So muss kein Betreiber auf<br />
Parkgebührenumsatz verzichten und der Aufwand für die<br />
technische Umrüstung zur »intelligent city« sinkt.<br />
Umfassend umweltfreundlich<br />
Verkehrs- und Parkleitsysteme sowie Elektrofahrzeug-Infrastruktur<br />
miteinander zu vernetzen und hocheffizient einzusetzen<br />
ist wesentlich für eine nachhaltige Verkehrssteuerung<br />
- aber es reicht nicht aus. Sämtliche im Infrastrukturbereich<br />
eingesetzten Anlagen müssen auch selbst umweltschonend<br />
und kostengünstig sein. Die Swarco Traffic Systems<br />
setzt daher auf günstige Materialien und Strom sparende<br />
Technik - an EnergieParken-Ladesäulen erhalten Benutzer<br />
auf Wunsch Öko-Strom, in dynamischen Verkehrszeichen<br />
für Parkleitsysteme kommen LED-Leuchten zum Einsatz<br />
und sogar die Straßenbeleuchtung ist »smart« und senkt<br />
den Stromverbrauch: Die LED-Straßenlaternen von Swarco<br />
Traffic Systems können von Verkehrsbeeinflussungssystemen<br />
angesteuert und - je nach Tageszeit und Verkehrslage -<br />
angeschaltet, abgeschaltet oder gedimmt werden. Ein weiterer<br />
wichtiger Beitrag zum grünen Straßenverkehr der Zukunft.<br />
Uwe Hahner<br />
Swarco Traffic Systems GmbH<br />
uwe.hahner@swarco.de<br />
www.swarco.de<br />
Dient als Parkscheinautomat - und als Ladesäule: EnergieParken Master von<br />
SwaRco Traffic Systems, stadtraum, ABB, Dambach-Werke und Schroff<br />
38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal corner<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal Corner<br />
Betrieb von Ladesäulen<br />
im Privaten<br />
Eine stromsteuerrechtliche Odyssee?<br />
»Die zu bewertenden Sachverhalte sind sowohl aus Sicht<br />
des geltenden Rechts als auch für die Steuerbehörden neu.<br />
Erfahrungen, welche Entscheidungen im Einzelfall zu treffen<br />
sind, liegen noch nicht vor.«<br />
Vielfach werden derzeit Überlegungen angestellt, die für die<br />
Aufladung von Elektromobilen erforderliche Infrastruktur<br />
aufzubauen. So engagieren sich derzeit vor allem private<br />
Unternehmen, etwa Betreiber von Parkhäusern oder Filialisten<br />
mit Parkflächen, bei der Aufstellung von Ladesäulen.<br />
Den Elektromobilisten soll aus dem Gedanken der Kundenbindung<br />
- ggf. entgeltlich - die Möglichkeit eröffnet werden,<br />
anlässlich des Parkvorgangs ihr Elektromobil zu laden. Unabhängig<br />
von den notwendigen Vereinbarungen im Hintergrund,<br />
z.B. mit dem eigenen Stromlieferanten, müssen sich<br />
Ladesäulenbetreiber in solchen Konstellationen auch mit den<br />
stromsteuerrechtlichen Aspekten ihres Handelns auseinandersetzen.<br />
Andernfalls ist nicht auszuschließen, dass die zuständigen<br />
Hauptzollämter Verstöße mit Bußgeldern ahnden<br />
könnten. Allerdings muss an dieser Stelle auch klar gesagt<br />
werden: Die zu bewertenden Sachverhalte sind sowohl aus<br />
Sicht des geltenden Rechts als auch für die Steuerbehörden<br />
neu. Erfahrungen, welche Entscheidungen die Hauptzollämter<br />
im Einzelfall treffen würden, liegen noch nicht vor.<br />
Welche Pflichten bestehen also und was ist zu tun?<br />
Adressaten der wesentlichen stromsteuerrechtlichen Pflichten<br />
sind »Versorger«. Nach der Begriffsbestimmung in §2<br />
Nr. 1 Stromsteuergesetz (StromStG) ist Versorger »derjenige,<br />
der Strom leistet«. In den hier betrachteten Modellen, ist es<br />
dem Kunden erlaubt, sein Elektromobil an den aufgestellten<br />
Ladesäulen zu beladen. Als Gegenleistung zahlt der Kunde<br />
- direkt oder »indirekt« (z.B. über ein erhöhtes Parkentgelt)<br />
- einen Betrag an den Ladesäulenbetreiber. Hierdurch entsteht<br />
zwischen den Beteiligten regelmäßig eine Leistungsbeziehung,<br />
die den Ladesäulenbetreiber grundsätzlich als<br />
Versorger im Sinne des Stromsteuergesetzes qualifiziert.<br />
Das dürfte selbst dann gelten, wenn die Stromentnahme<br />
nicht (unmittelbar) entgeltpflichtig ist, sondern sich etwa<br />
der Betreiber des Parkplatzes verspricht, der Kunde werde<br />
bei ihm und nicht bei der Konkurrenz einkaufen, wenn er die<br />
Möglichkeit zur Aufladung seines Elektromobils hat.<br />
Diese Einordnung gilt jedoch nicht absolut. §1 der Stromsteuer-Durchführungsverordnung<br />
(StromStV) sieht für verschiedene<br />
Fälle eine Ausnahme zur Versorgerstellung vor.<br />
§1 Abs. 1 StromStV lautet:<br />
»Wer ausschließlich nach §3 des Gesetzes oder §9 Abs. 2a<br />
des Gesetzes zu versteuernden Strom bezieht und diesen<br />
ausschließlich an seine Mieter, Pächter oder vergleichbare<br />
Vertragsparteien als Letztverbraucher leistet, gilt nicht als<br />
Versorger, sondern als Letztverbraucher im Sinne von §5<br />
Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes. Dies gilt jedoch nur dann, wenn er<br />
ausschließlich von einem im Steuergebiet ansässigen Versorger<br />
bezogenen Strom an seine Vertragsparteien leistet.«<br />
Der Ladesäulenbetreiber muss also zunächst selbst ausschließlich<br />
nach §3 StromStG zu versteuernden Strom (Regelsteuersatz)<br />
beziehen, d.h. er zahlt den (vollen) Steuersatz<br />
in Höhe von 20,50 Euro/MWh. Dann muss sein eigener<br />
Stromlieferant - wie regelmäßig anzunehmen - im Inland ansässig<br />
sein. Unproblematisch dürfte auch die weitere Voraussetzung<br />
zu bejahen sein, dass die durch den Ladevorgang<br />
entstehende Leistungsbeziehung ausschließlich zu Letztverbrauchern<br />
besteht. Es kann wohl davon ausgegangen<br />
werden, dass ausschließlich Endkunden ihre Autos an den<br />
Elektroladestationen aufladen werden, die den Strom nicht<br />
an andere weitergeben.<br />
Wenn der Ladesäulenbetreiber daneben keine Eigenversorgung<br />
(bspw. eigene Blockheizkraftwerke) betreibt, müsste<br />
schließlich noch die Bedingung erfüllt sein, dass die ladenden<br />
Kunden als »Mieter, Pächter oder andere Vertragspartei«<br />
anzusehen sind. In den beschriebenen Fallkonstellationen<br />
ist zwar kein Miet- bzw. Pachtvertrag anzunehmen,<br />
jedoch könnte ein vergleichbares Vertragsverhältnis vorliegen.<br />
Hierfür spricht, dass die Parkplatznutzung als solche<br />
grundsätzlich als ein zumindest mietähnliches Verhältnis<br />
angesehen werden kann.<br />
Erfolgt die Beladung des Elektromobils beispielsweise bei<br />
der Gelegenheit des Einkaufs und des Parkens ist es daher<br />
jedenfalls argumentierbar, dass die Stromleistung in einem<br />
Verhältnis erfolgt, das mit der Miete oder Pacht grundsätzlich<br />
vergleichbar ist. Die Stromversorgung im Rahmen eines<br />
Miet- oder Pachtverhältnisses ist regelmäßig nur von sehr<br />
untergeordneter Bedeutung, die hinter den hauptsächlichen<br />
Leistungs- bzw. Gegenleistungspflichten (Zurverfügungstellung<br />
des Miet-/Pachtraums und Zahlung der Miete/Pacht) in<br />
einem solchen Vertragsverhältnis zurücktritt. Stromsteuerrechtlich<br />
sollen Vermieter und Verpächter nicht in jedem Fall<br />
zum Versorger werden.<br />
Wird dem Elektromobilfahrer also nur anlässlich des Parkvorgangs<br />
das Aufladen gewährt, ohne dass sich das Verhältnis<br />
faktisch umkehrt, also der Kunde parkt, weil er sein Fahrzeug<br />
aufladen will, könnte die Ausnahme des §1 Abs. 1 StromStV<br />
auch für diese Fälle anwendbar sein. Die Ladesäulenbetreiber<br />
wären dann nicht Versorger im stromsteuerrechtlichen Sinne;<br />
dieses wäre der den Ladesäulenbetreiber versorgende Lieferant.<br />
Andernfalls wäre durch den Ladesäulenbetreiber der<br />
gesamte stromsteuerrechtliche Pflichtenkatalog zu erfüllen.<br />
Insbesondere wäre eine Versorgererlaubnis zu beantragen,<br />
grundsätzlich jährlich eine Steueranmeldung abzugeben,<br />
monatliche Vorauszahlungen auf die erwartete Steuerlast zu<br />
leisten und ein sog. Belegheft und weitere stromsteuerlich<br />
relevante Aufzeichnungen zu führen.<br />
Fazit<br />
Betreiber von Ladesäulen in Parkhäusern oder ähnlichen<br />
Situationen werden durch die Stromleistung an die Kunden<br />
grundsätzlich als Versorger anzusehen sein. Es bestehen zwar<br />
gute Ansätze die Ausnahmeregelung des §1 Abs. 1 StromStV<br />
anzuwenden, sodass der Ladesäulenbetreiber nicht als Versorger<br />
anzusehen wäre. Allerdings besteht derzeit keine abschließende<br />
Sicherheit, dass auch die zuständigen Hauptzollämter<br />
entsprechend urteilen.<br />
Da Ladesäulen als notwendige Infrastruktur für die Elektromobilität<br />
schnell aufgebaut werden sollten, wäre eine<br />
Klarstellung des Gesetz- oder Verordnungsgebers oder der<br />
Steuerbehörden wünschenswert.<br />
Rechtsanwälte<br />
Dr. Christian de Wyl und Jan-Hendrik vom Wege, MBA<br />
BBH - Becker Büttner Held<br />
www.bbh-online.de<br />
40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41
Smarte Technologien - IPM SYSTEM Smarte Technologien Smarte Technologien - IPM SYSTEM-<br />
Nachhaltig anders denken<br />
mit wirtschaftlichem Erfolg<br />
Markus Emmert zur Zukunft der Solarbranche<br />
Patrick Molck-Ude am Steuer des eVelotaxi mit Jens Zeller, Geschäftsführer Daimler FleetBoard GmbH und Markus Emmert auf<br />
dem Telekom Dialog JahresKongress 2011 in Hamburg<br />
Patrick Molck-Ude und Moderatorin Birte Karalus im Gespräch mit Markus Emmert zum Thema M2M-Kommunikation<br />
Der Konsolidierungsprozess der deutschen Solarbranche<br />
hat als Resultat weltweit hoher Überschusskapazitäten<br />
auf Angebotsseite im Verhältnis zur verhaltenen Angebotsnachfrage<br />
viele ehemals erfolgreiche Unternehmen überrascht.<br />
Dazu kommt eine Halbierung der Modulpreise seit<br />
2008 und die degressive Anpassung der EEG-Vergütung,<br />
sowie Dumping-Angebote aus Fernost. Nach der Insolvenz<br />
von Solon und Solar Millennium greifen asiatische Wettbewerber<br />
inzwischen nach der kriselnden Solarindustrie.<br />
»Nur strategisch gut aufgestellte oder spezialisierte Unternehmen<br />
mit einer führenden Marktposition im Endkundensegment<br />
und vollen Auftragsbüchern werden die Herausforderung<br />
der Marktbereinigung und den Umbruch der Solarbranche<br />
überleben«, so Markus Emmert, Geschäftsführer<br />
der IPM SYSTEM GmbH. Das BEM-Mitgliedsunternehmen<br />
hat es geschafft mit einer neuartigen Steuerungs- und Regelungstechnik<br />
die Nachteile fixer Strings durch die klassische<br />
Reihenverschaltung in PV-Anlagen vollständig zu umgehen.<br />
Die intelligente Verschaltung der einzelnen Module mit dem<br />
IPM SYSTEM ® führt zu erheblichen Effizienzsteigerungen um<br />
bis zu 21% bei Bestands- oder Neuanlagen. Dieses Ertragssteigerungspotenzial<br />
eröffnet ganz neue Perspektiven einer<br />
nachhaltig wirtschaftlichen 100% Erneuerbaren Energieversorgung.<br />
Mit der integrierten fortschrittlichen M2M-Kommunikation<br />
der Telekom Deutschland können PV-Anlagen<br />
effektiv mit dem Smart Grid der Zukunft kommunizieren.<br />
Mit dieser SGready-Eigenschaft tragen sie erheblich zu einer<br />
besseren Integration Erneuerbarer Energien bei und ermöglichen<br />
sinnvolle Zusatzfeatures im Bereich Monitoring,<br />
Transparenz und Sicherheit, z.B. durch eine Zustandsmessung<br />
auf Modul- und Anlagenebene oder die Möglichkeit<br />
die PV-Anlage bei Brand oder Wartung kontrolliert auch per<br />
Fernzugriff abzuschalten.<br />
Die IPM SYSTEM GmbH verfügt heute bereits über beachtliche<br />
Partner. »Prysmian Group, Britze Elektronik- und Gerätebau,<br />
Rosenberger Hochfrequenztechnik, Immo-Invest, Infineon,<br />
Telekom Deutschland, arvato-Bertelsmann, SCHÜCO, Telit,<br />
Würth Solar, ComBInation und viele mehr begleiten die Unternehmensentwicklung<br />
mit ihrem technologischen Know-how,<br />
ihrer Innovationskraft und ihrem Engagement für Erneuerbare<br />
Energien. In der Kombination dieser Schlüsseltechnologie<br />
mit der Elektromobilität und der Implementierung<br />
in ein smartes Energie- und Verteilernetz liegt die Zukunft<br />
unserer Energieversorgung und der Individualmobilität von<br />
morgen.« so Markus Emmert.<br />
Neben zahlreichen anderen BEM-Mitgliedern nutzte daher<br />
auch Emmert den Gemeinschaftsstand vom Bundesverband<br />
eMobilität auf der eCarTec im Oktober 2011 als ideale<br />
Kommunikations- und Präsentationsplattform, um den Fachbesuchern<br />
die Potentiale intelligenter PV-Technologie im<br />
Bereich Smart Grid und die Einbindung von Elektromobilität<br />
in das Netz der Zukunft aufzuzeigen.<br />
Auf dem Telekom Dialog Jahreskongress im November 2011<br />
stellte Emmert in der Hamburger MagnusHall seine innovative<br />
Steuerungs- und Regelungstechnik dem interessierten<br />
Fachpublikum vor und besiegelte per Handschlag mit Patrick<br />
Molck-Ude die größte M2M-Karten-Bestellung aller Zeiten<br />
der Telekom Deutschland für den Einsatz im IPM SYSTEM ® .<br />
Die Kongresseröffnung mit dem interessanten Vortrag von<br />
Stefan Kaduk und Dirk Osmetz zum Thema Musterbrüche<br />
passt zur Logik und Herangehensweise von Markus Emmert:<br />
Aus der Praxis - für die Praxis. Und dabei tradierte Strukturen<br />
verlassen und einfach mal anders denken. Eine Reflexion,<br />
die den gelernten Bankkaufmann aus einer Bauunternehmerfamilie<br />
zum Technikexperten gemacht hat.<br />
Und tatsächlich: Die Idee der neuartigen Verschaltung von<br />
Photovoltaikanlagen mit dem Ziel diese besser, effizienter<br />
und damit wirtschaftlicher zu machen, avanciert inzwischen<br />
von der ursprünglichen Logik über die Patentanmeldung immer<br />
mehr in Richtung Energierevolution.<br />
Den diesjährigen Neujahrsempfang vom Bundesverband<br />
Erneuerbare Energie im Februar wird IPM SYSTEM erstmals<br />
als Hauptsponsor unterstützen und setzt damit im Jubiläumsjahr<br />
des BEE ein klares Zeichen für den Erfolg nachhaltigen<br />
Wirtschaftens.<br />
Markus Emmert<br />
Geschäftsführer IPM SYSTEM<br />
GmbH & BEM-Beirat<br />
www.ipm-system.com<br />
Markus Emmert auf dem Telekom Dialog JahresKongress 2011<br />
Photos & Text ©2011 Christian Heep<br />
42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43
Smarte Technologien - Eight<br />
Smarte Technologien - Eight<br />
Nachhaltige eMobilität -<br />
emotional aufgetankt<br />
Interview mit Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter EIGHT<br />
Marke, Design und Technologie gehen Hand in Hand<br />
Christoph B. RöSSner erläutert den Aufbau von Point.One anhand eines Modells auf der eCarTec<br />
Knapp 200 Jahre hatte die Eisenbahn Zeit sich zu dem zu<br />
entwickeln, was sie heute ist. Die individuelle Mobilität<br />
durch Pkw mit Verbrennungsmotoren hat sich in den letzten<br />
125 Jahren etabliert. Erfindungen wurden gemacht, Industrien<br />
entwickelt und eine breite Infrastruktur geschaffen.<br />
Dass die Elektromobilität nicht so viel Zeit haben würde, war<br />
den Machern der EIGHT GmbH & Co. KG klar, als im schwäbischen<br />
Süßen die Idee für die Solarladestation Point.One<br />
entstand. Umgeben von Automobilherstellern und etablierten<br />
Zulieferbetrieben gibt es zwar viele Marktführer aus dem<br />
klassischen Automotivbereich, aber so gut wie kein Unternehmen,<br />
das sich als Neugründung der Elektromobilität verschrieben<br />
hatte.<br />
»Uns war von Anfang an wichtig Produkte zu entwickeln, die<br />
Emotionen wecken und Lust auf Elektromobilität machen.<br />
Dies erschien uns besonders relevant, da in Deutschland das<br />
Thema noch immer mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat und<br />
noch keine wirkliche Begeisterung dafür entstanden ist«, erklärt<br />
Thomas Prinzing. Der geschäftsführende Gesellschafter<br />
ist für die Fertigung sowie die Optimierung von Produkten<br />
und Produktionsprozessen zuständig. Zusammen mit Christoph<br />
B. Rößner, der das Marketing und den Vertrieb sowie<br />
das Management von Kooperationen als zweiter geschäftsführender<br />
Gesellschafter leitet, hat der erfahrene Ingenieur<br />
das Unternehmen zu Beginn des Jahres 2011 gegründet.<br />
Im Vordergrund der Produktentwicklung der Solarladestation<br />
Point.One stand vom ersten Tag an - neben der Zielsetzung<br />
einer emissionsfreien Mobilität - auch das Element der<br />
durchgängigen Nachhaltigkeit. Sollte sich Elektromobilität<br />
durchsetzen, dann nur mit Lösungen, die in jeder Hinsicht<br />
umweltschonend sind. Darin waren sich die Gründer einig.<br />
Zentrales Element ist ein neues auf einem Stecksystem basierendes<br />
Fertigungsverfahren, welches eine material- und<br />
energieeffiziente Realisierung der Solarladestation und sogar<br />
den kompletten Rückbau ermöglicht. Darüber hinaus<br />
werden in der ausschließlich mit Ökostrom betriebenen Produktionsstätte<br />
vor allem Materialien mit hoher Recycling-<br />
Effizienz eingesetzt. So kommen beispielsweise nur wiederaufbereitete<br />
Solarzellen zum Einsatz.<br />
»Unsere Lösung sollte aber nicht nur in jeder Hinsicht nachhaltig<br />
sein, sondern gleichzeitig der Elektromobilität zu<br />
einem positiven Image verhelfen. Darin lag die große Herausforderung«,<br />
berichtet Thomas Prinzing. »Die ersten Tankmöglichkeiten<br />
waren meist Apotheken und sicherlich keine<br />
Symbole für Fortschritt und neuen automobilen Lifestyle.<br />
Mit der Zeit aber entwickelten sich die Tankstellen phasenweise<br />
zu Stilikonen ihrer Zeit und wurden zu Symbolen für<br />
individuelle Mobilität und den Zeitgeist. Genau dieses Ziel<br />
verfolgen wir mit Point.One. Eine Auszeichnung des Bundesverkehrsministeriums<br />
sowie des Fraunhofer Instituts bestärkt<br />
uns darin, diesen Weg weiter zu gehen.«<br />
Mit der Solarladestation Point.One hat das junge Unternehmen<br />
EIGHT ein Produkt entwickelt, das in seiner Funktionalität<br />
auch von etablierten Herstellern angeboten wird.<br />
Warum wagen Sie sich dennoch in diesen Markt?<br />
Wir haben gute Gründe. So ist vor allem ein neuer, sich entwickelnder<br />
und noch nicht ausdifferenzierter Markt, für junge<br />
Unternehmen sehr attraktiv. Die dortige Nachfrage wird<br />
mittelfristig so groß sein, dass sich mehrere Marktteilnehmer<br />
den Kuchen teilen können. Das aus meiner Sicht wichtigste<br />
Argument ist jedoch, dass wir uns von den aktuellen<br />
Angeboten deutlich unterscheiden und eine neue Produktkategorie<br />
definieren.<br />
Was unterscheidet Point.One?<br />
Die meisten Marktbegleiter fokussieren in ihren Lösungen<br />
fast nur auf Funktionalität. Daran ist nichts falsch, aber<br />
auch nicht viel richtig. EIGHT verfolgt das Ziel, dem Markt<br />
der Elektromobilität das für Erfolg notwendige Symbol zu<br />
geben, das alle positiven Eigenschaften der Elektromobilität<br />
verkörpert. Damit haben wir etwas gänzlich Neues geschaffen:<br />
Marketing, Design und Technologie entstanden parallel<br />
und im gegenseitigen Zusammenspiel. Daraus resultiert ein<br />
ganzheitliches Elektromobilitätserlebnis, das über das reine<br />
Autofahren hinausgeht.<br />
Point.One hat neben der Werbung für Elektromobilität vor<br />
allem eine Aufgabe: Elektrofahrzeuge aufzuladen.<br />
Das stimmt natürlich. Entsprechend haben wir die Technologie<br />
so ausgelegt, dass sich eine hohe emissionsfreie Jahresfahrleistung<br />
ergibt. Für Deutschland beträgt diese für jeden<br />
der vier in Point.One integrierten Ladepunkte rund 10.000<br />
Kilometer. Die Ladetechnologie, die Kommunikation und die<br />
Abrechnung sowie ein optionales Infotainment können an<br />
die Kundenanforderungen angepasst werden. Hier arbeiten<br />
wir mit etablierten Herstellern zusammen.<br />
Wie geht es bei EIGHT weiter?<br />
Wir arbeiten daran Point.One noch intelligenter mit dem<br />
Stromnetz, dem Fahrzeug und dem Nutzer zu verknüpfen.<br />
Die entstehenden Lösungen können später problemlos<br />
nachgerüstet werden. In Kürze wollen wir ein spektakuläres<br />
Produkt mit einem Schnellladesystem präsentieren, welches<br />
eine perfekte Ergänzung zur eher dezentralen Nutzung von<br />
Point.One sein wird.<br />
Christoph B. Rößner<br />
Geschäftsführender Gesellschafter<br />
der EIGHT GmbH & Co. KG<br />
c.roessner@eight.eu // www.eight.eu<br />
44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45
Smarte Technologien - tim Baack<br />
Smarte Technologien - Tim Baack<br />
Das große Upgrade<br />
Ein Kommentar von Tim Baack<br />
»Was passiert, wenn in einer Einfamilienhaussiedlung gegen<br />
18 Uhr dutzende von eAutos zum Laden an die Garagen<br />
einkehren, aber die Netze und Transformatoren vor Ort gar<br />
nicht in der Lage sind diese zeitgleich zu laden?«<br />
Wie die eMobilität - als Teil des Smart Grids - die Energiewirtschaft<br />
fundamental verändern wird.<br />
eMobiltät bedingt die Integration von elektrischen Fahrzeugen<br />
in die Energiewirtschaft, also der Erzeugung, dem<br />
Transport und der Verteilung von elektrischer Energie. Diese<br />
Einbindung wird die Energiewirtschaft vor gewaltige Probleme<br />
stellen und ähnliche Anstrengungen, Veränderungen<br />
und Kosten nach sich ziehen, wie der Ausbau der Erneuerbaren<br />
Energien.<br />
Aus Sicht der Energiewirtschaft steht die eMobilität noch<br />
ganz am Anfang ihrer Entwicklung, da es an einsatzfähigen<br />
und kostengünstigen eAutos mangelt. Das wird sich jedoch<br />
noch in diesem Jahrzehnt grundsätzlich ändern. Die Automobilwirtschaft<br />
wird früher oder später altagstaugliche und<br />
bezahlbare Serienfahrzeuge anbieten. Sobald sich eAutos<br />
als Massenphänomen etablieren, wird die bisherige technische,<br />
kommerzielle und regulatorische Struktur der Energieversorgung<br />
in Deutschland kaum noch in der Lage sein, eine<br />
Versorgungsicherheit auf dem heutigen Niveau zu gewährleisten.<br />
Verstehen Sie mich nicht falsch, wir werden genug<br />
Elektrizität haben, egal ob diese mit Kernenergie, mit fossilen<br />
Brennstoffen oder durch Erneuerbare Energien erzeugt<br />
wird, aber der Transport und ganz besonders die Verteilung<br />
wird nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Die heute bestehende<br />
Infrastruktur ist für eine zentralistische und klar hierarchische<br />
Struktur mit einigen wenigen Playern geplant und<br />
gebaut worden. Diese Systeme können eine massenhafte<br />
Verbreitung von eMobilität und der dezentralen Energieerzeugung<br />
(insbesondere der Photovoltaik) nicht verkraften.<br />
Was passiert, wenn in einer Einfamilienhaussiedlung gegen<br />
18 Uhr dutzende von eAutos zum Laden an die Garagen<br />
einkehren, aber die Netze und Transformatoren vor Ort gar<br />
nicht in der Lage sind diese zeitgleich zu laden? Was passiert<br />
an einem sonnigen Wochenende, an dem Millionen von<br />
PV-Anlagen Strom in die Niederstromnetze einspeisen, die<br />
für die Verteilung und nicht die Aufnahme von Strom ausgelegt<br />
sind? Die heutigen Netze können diese Leistungen<br />
schon bald nicht mehr erbringen. Es gilt die Versorgungssicherheit<br />
zu gewährleisten. Die Stromkunden in Deutschland<br />
sind bereit, enorme Zahlungen für den Ausbau der Erneuerbaren<br />
Energien zu zahlen, aber wenn kein Strom mehr fließt,<br />
dann hört der »Spaß« wohl bald auf.<br />
Die Lösung liegt im »Upgrade« der bestehenden Infrastruktur<br />
und Systeme, weniger im Neubau von Leitungen. Millionen<br />
von einzelnen Verbrauchern, Speichern und Erzeugern müssen<br />
in Zukunft gemessen und geregelt werden. Die aktuelle<br />
Technik und auch die Struktur der Energiewirtschaft können<br />
das aber nicht leisten. Das Smart Grid, hier als genereller<br />
Sammelbegriff für alles von Smart Metering, Demand Side<br />
Management etc. gebraucht, scheint die Lösung zu sein, um<br />
im Rahmen eines gewaltigen »Upgrades« unsere Systeme<br />
für diese neuen Herausforderungen zu ertüchtigen.<br />
Wir stehen vor großen Umwälzungen in der Energiewirtschaft<br />
und die Komplexität der Systeme wird schnell zunehmen.<br />
Netze müssen, unter massivem Einsatz von Informationsund<br />
Kommunikationstechnik, bis auf die Verbraucherebene<br />
gesteuert werden und zwar von einigen ganz wenigen »System<br />
Operators«. Es wäre möglich, dass der Betrieb der Netze<br />
eine Umkehr von der bisherigen Deregulierung und Marktöffnung<br />
in der Energiewirtschaft nach sich ziehen könnte.<br />
Sobald die Versorgung der Verbraucher ernsthaft gestört<br />
wird, sind diese Schritte nicht nur denkbar sondern recht<br />
wahrscheinlich. Die technische Dezentralisierung der Energieversorgung<br />
könnte eine Zentralisierung der Strukturen nach<br />
sich ziehen.<br />
Unternehmen der Energiewirtschaft, deren Zulieferer, Mitarbeiter<br />
und Eigentümer sollten bereits jetzt diese Änderungen<br />
antizipieren. Der Business Case dieser Stakeholder<br />
wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre, ein in der Energie-<br />
wirtschaft sehr kurzer Zeitraum, dramatisch ändern. Es gilt,<br />
sich jetzt bereits auf diese Änderungen vorzubereiten und<br />
die notwendigen Weichenstellungen im Bereich Technologie,<br />
Kapitalausstattung, Strategie, Personal und auch im politischen<br />
Lobbying zu stellen.<br />
eMobilität, als ein Element des Smart Grids, ist ein Teil dieses<br />
gewaltigen Umbaus einer Schlüsselindustrie und alle<br />
Beteiligten sollten gut daran tun, sich um diese Themen<br />
schon heute intensiv zu kümmern.<br />
Tim Baack<br />
E-Mobility Partners GmbH<br />
www.empartners.com<br />
46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47
Smarte Technologien - Schneider Electric<br />
Smarte Technologien - Schneider Electric<br />
Strom, der mehr kann<br />
Die Stromversorgung von Elektromobilen stellt die Industrie vor große<br />
Herausforderungen, bietet jedoch großes Innovationspotenzial<br />
Schneider Electric hat für verschiedene Ladesituationen Abrechnungs-, Nutzungs- und Marketingszenarien konzipiert<br />
Elektroautos haben ihr Öko-Image verloren. Experten rechnen<br />
jedenfalls fest damit, dass schon in wenigen Jahren<br />
ein Großteil der Autoflotte mit Stromantrieb unterwegs ist.<br />
Neue Technologien bieten mehr Komfort beim Aufladen und<br />
nutzen die Möglichkeiten von Smart Grids optimal aus. Mit<br />
Ladesäulen, die sich aufgrund flexibler Einsatzmöglichkeiten<br />
im privaten und gewerblichen Bereich für den Aufbau intelligenter<br />
Ladenetze eignen, stellt sich Schneider Electric<br />
dieser Herausforderung.<br />
Das Elektroauto fährt auf der Siegerstraße. Die einst als bessere<br />
Roller belächelten Vehikel haben sich zu alltagstauglichen<br />
Gefährten gewandelt und sind damit für immer mehr<br />
Bürger eine Alternative zum Benziner. Laut einer Umfrage<br />
der BITKOM können sich immerhin mehr als 60 % von 1.000<br />
Befragten vorstellen, in Zukunft auf ein eMobil umzusteigen.<br />
»Die Akzeptanz von Elektroautos ist sehr stark gestiegen«,<br />
bestätigt BITKOM-Präsidiumsmitglied Martina Koederitz den<br />
Trend. »Die meisten Menschen haben sich geöffnet für neue<br />
Formen der Mobilität.«<br />
Dabei hat sich die Einstellung der Deutschen zum ökologiebewussten<br />
Fahren in den vergangenen Monaten erheblich<br />
geändert. Im Februar 2010 etwa konnten sich erst 39 %<br />
der Befragten vorstellen, in Zukunft Strom statt Benzin zu<br />
tanken. Ein Grund für den Sinneswandel mögen die Medien<br />
sein: Automagazine wie Tageszeitungen sind voller Berichte<br />
über innovative neue Entwicklungen mit der Batterie- und<br />
Antriebstechnik. Der flotte Tesla etwa hat einer großen Öffentlichkeit<br />
gezeigt, dass Elektroautos längst die Phase von<br />
langsamen und experimentellen Fahrzeugen hinter sich gelassen<br />
haben.<br />
Die Steckdose allerdings kommt bei dieser Debatte oft zu<br />
kurz: Zwar dreht sich in der Diskussion um neue Antriebstechnologien<br />
eine Menge um den Strom, seine CO 2-Neutralität<br />
und die effizienteste Weise, ihn in PS zu verwandeln.<br />
Wie genau er in die Batterien der Käufer gelangen soll, wird<br />
jedoch eher in geschlossenen Fachkreisen diskutiert. Dabei<br />
bietet gerade dieser Aspekt viele spannende Möglichkeiten,<br />
die mit neuen Entwicklungen auf dem Energiemarkt zusammenhängen.<br />
Besonders die neuen Technologien wie Smart<br />
Grids bieten für neue automobile Lösungen reichlich Potenzial.<br />
Smart Grids bringen Stromproduzenten auf intelligente Weise<br />
mit Stromkonsumenten zusammen. Dabei werden alle<br />
notwendigen Netzdaten über IP-basierte Kanäle übertragen,<br />
um Angebot und Nachfrage nach elektrischer Energie optimal<br />
zu steuern. Hinzu kommt ein Austausch von Energieströmen<br />
in beide Richtungen und eine automatische Optimierung des<br />
Verbrauchs. Auf diese Weise werden die Kraftwerke wie die<br />
Netze insgesamt gleichmäßiger ausgenutzt und lassen sich<br />
somit effizienter betreiben. Durch eine intelligente Laststeuerung,<br />
die sich am Bedarf orientiert, können zudem Lastspitzen<br />
effizient vermieden werden und der CO2-Ausstoß sinkt<br />
beträchtlich.<br />
»Die Elektromobilität ist Treiber wie Nutznießer dieser Entwicklung.<br />
Durch die Smart Grid-Technologie ist es beispielweise<br />
möglich, die Ladephasen von Elektromobilen in der<br />
Nacht mit überschüssiger Windenergie zu synchronisieren.<br />
Zudem können sogar die Batterien angeschlossener eFahrzeuge<br />
als Stromspeicher und Netzpuffer dienen«, sagt Carl<br />
Tille, Vice President Electromobility bei Schneider Electric.<br />
»eMobility bedeutet sehr viel mehr als nur den Tank durch<br />
eine Batterie und den Ottomotor durch einen Elektroantrieb<br />
zu ersetzen«, beschreibt BITKOM-Präsident August-Wilhelm<br />
Scheer die Entwicklung der neuen Technologie. »Im Zentrum<br />
der Elektromobilität steht ein hochkomplexes Informationsund<br />
Kommunikationsnetz. Es managt Fahrzeuge, Energiebereitstellung<br />
und Verkehrsströme.« Die Etablierung von<br />
Smart Grids stellt allerdings eine große finanzielle Herausforderung<br />
dar. Experten schätzen das weltweite Investitionsvolumen<br />
auf rund 300 Milliarden Euro pro Jahr. Die großen<br />
Energieanbieter haben das Potenzial dieses Themas durchaus<br />
erkannt. Wenn es um die letzten Meter geht, den Weg<br />
aus den Stromnetzen zur Steckdose, kommen allerdings Unternehmen<br />
zum Zug, die in Sachen Energiemanagement ihr<br />
Hauptbetätigungsfeld sehen.<br />
Damit Elektromobilität sich auf breiter Front durchsetzen<br />
kann, muss schließlich das Land mit einem Netz aus Stromtankstellen<br />
versorgt werden. Wie dies konkret aussehen<br />
kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Dort startete im vergangenen<br />
Jahr ein groß angelegtes Gemeinschaftsprojekt der<br />
französischen Agentur für Umwelt und Energie-Management<br />
mit Schneider Electric. Kern der mit 6,5 Millionen Euro geförderten<br />
Initiative sind 100 Elektrofahrzeuge von Renault<br />
und Nissan, die im Departement Yvelines von ausgewählten<br />
Teilnehmern im Alltag getestet werden. Ein wichtiger Faktor<br />
war dabei von Anfang an die problemlose Verfügbarkeit von<br />
Strom. »Wir haben als Partner für diesen Bereich ein umfangreiches<br />
Netz aus Ladestationen zu Hause, am Arbeitsplatz,<br />
in Parkhäusern und öffentlichen Straßen aufgebaut«,<br />
berichtet Carl Tille. Rund 135 intelligente Ladestationen baute<br />
der französische Technologiekonzern allein in der Stadt<br />
Straßburg auf. Die Geräte erlauben das sichere »Betanken«<br />
von unterschiedlichen batteriebetriebenen Fahrzeugen und<br />
können in einem so genannten Smart Grid arbeiten.<br />
Darüber lässt sich Strom aus Erneuerbarer Energie gezielt<br />
abrufen. Durch die eingebaute Telekommunikationstechnik<br />
sind die Stationen zudem in der Lage, Autofahrer jederzeit<br />
über verfügbare Anlaufpunkte und den Aufladezustand zu<br />
informieren. So kann beispielsweise eine SMS darüber aufklären,<br />
dass die Fahrt mit voller Batterie weitergehen kann.<br />
»Es gibt in diesem Bereich eine Menge interessanter Zusatzdienste<br />
rund um das Thema Stromversorgung des Autos«,<br />
erklärt Tille. Denkbar sind beispielsweise Parkhäuser, in denen<br />
Kunden kostenlos während ihres Einkaufs Strom tanken<br />
können. Schneider Electric hat die verschiedenen Ladesituationen<br />
in Kategorien wie »Sleep and Charge«, »Park and<br />
Charge«, »Work and Charge« und »Coffee and Charge« unterteilt<br />
und dafür nicht nur technische Lösungen entwickelt,<br />
sondern auch Abrechnungs-, Nutzungs- und Marketingszenarien<br />
konzipiert.<br />
»Wenn wir den Elektroautos in Deutschland eine Chance<br />
geben wollen, müssen wir auch über das Management von<br />
Energie und natürlich auch über Abrechnungsmodelle reden.<br />
Nur dann sind die neuen Fahrzeuge auch wirklich mobil«,<br />
erläutert Rada Rodriguez, Country Präsidentin Schneider<br />
Electric Deutschland. »Einfach nur ein Stromkabel in die<br />
Garage ziehen - so trivial ist das Thema leider nicht.« Die<br />
Steckdosen von morgen werden auch deshalb mit den<br />
Modellen von heute nur noch wenig gemeinsam haben.<br />
Schneider Electric<br />
www.schneider-electric.com<br />
Evlink-Schnellladesäule<br />
48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49
Smarte Technologien - bridgingIT<br />
Smarte Technologien - bridgingIT<br />
Integration von eFahrzeugen<br />
in das Stromnetz<br />
Die Lösung: Intelligentes Lademanagement<br />
»Künftig werden mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig<br />
innerhalb eines Straßenzugs geladen. Dies führt zu Lastspitzen,<br />
die mit dem heutigen Stromnetz nur schwer auszugleichen<br />
sind. Deshalb ist es notwendig, Verfahren zu<br />
entwickeln, die eine intelligente Steuerung des Ladevorgangs<br />
sicherstellen.«<br />
Elektrisches Beratermobil der bridgingIT Bastian Baumgärtner 2011<br />
Elektromobilität wird in den kommenden Jahren einen erheblichen<br />
Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes leisten. Die<br />
Bundesregierung hat sich deshalb die Förderung der Elektromobilität<br />
auf die Fahnen geschrieben und das Ziel ausgegeben,<br />
bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche<br />
Straßen zu bringen. Die Reduktion des CO2-Ausstoßes kann<br />
aber nur verwirklicht werden, wenn neben der Verbreitung<br />
der Elektrofahrzeuge, der dafür benötigte Strom zu 100%<br />
aus Erneuerbaren Energiequellen bezogen wird. Daneben<br />
müssen die Anforderungen aller Marktteilnehmer beachtet<br />
werden und in ein intelligentes Gesamtkonzept eingebettet<br />
werden.<br />
Volatile Eigenschaften erneuerbarer Energiequellen bei<br />
großflächiger Stromerzeugung<br />
Anders als konventionelle Kraftwerke können Photovoltaik-<br />
Anlagen und Windkraftwerke nicht nach Bedarf an- und abgeschaltet<br />
werden, um die stabile Frequenz im Stromnetz<br />
zu sichern. Eine weitere Herausforderung für die Stabilität<br />
der Netze, vor allem im Bereich der Verteil- und Ortsnetze<br />
werden die Elektrofahrzeuge selbst sein. Jedes einzelne<br />
Elektrofahrzeug ist im Vergleich zu anderen Haushaltsverbrauchern<br />
ein großer Verbraucher. Wird das Ziel von einer<br />
Million Elektrofahrzeuge erreicht, werden künftig mehrere<br />
Elektrofahrzeuge gleichzeitig innerhalb eines Straßenzugs<br />
geladen. Dies führt - ähnlich wie die volatilen Eigenschaften<br />
der Erneuerbaren Energiequellen - zu Lastspitzen, die mit<br />
dem heutigen Stromnetz nur schwer auszugleichen sind.<br />
Deshalb ist es notwendig Verfahren zu entwickeln, die eine<br />
intelligente Steuerung des Ladevorgangs sicherstellen.<br />
Die Anforderungen der Marktteilnehmer müssen sinnvoll<br />
verbunden werden<br />
Um seine Stärken voll auszuspielen, müssen beim intelligenten<br />
Laden eine Vielzahl von Rahmenbedingungen einbezogen<br />
werden, zum Beispiel die Abfahrtszeit, die Situation<br />
des Netzes, sowie das Batterie-Management des Fahrzeugs.<br />
Diese können drei Interessengruppen zugeordnet werden:<br />
den Nutzern der Elektrofahrzeuge, den Automobilherstellern<br />
und den Energieversorgern/Netzbetreibern. Die Interessen<br />
der Nutzer sind klar: das Fahrzeug muss zum gewählten Zeitpunkt<br />
geladen und fahrbereit sein. Zusätzlich muss gewährleistet<br />
sein, dass ihm nach Beginn des Ladevorgangs eine<br />
Energiemenge als Notfallreserve zur Verfügung steht. Der Ladevorgang<br />
muss dabei transparent dargestellt und jederzeit<br />
von jedem Ort nachverfolgt werden können, zum Beispiel<br />
über ein Web-Portal inklusive einer App für das Smartphone.<br />
Im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit stimmen die Interessen<br />
der Automobilhersteller und Energieversorger überein.<br />
Manch andere Interessen widersprechen sich jedoch.<br />
Das Ziel der Automobilhersteller ist zum Beispiel die Lebensdauer<br />
der Fahrzeugbatterie durch eine Minimierung der<br />
benötigten Lade- und Entladevorgänge zu maximieren. Für<br />
die Energieversorger ist es hingegen wichtig über die Fahrzeugbatterie<br />
möglichst frei zu verfügen, um diese als Energiespeicher<br />
im Netz voll nutzen zu können. Einerseits können<br />
die Lastspitzen im Orts- und Verteilnetz abgemildert werden,<br />
andererseits kann aber auch ein Energieüberschuss bei starker<br />
Sonneneinstrahlung oder bei besonders guten Windverhältnissen<br />
in den Fahrzeugbatterien für einen potentiellen<br />
späteren Abruf zwischengespeichert werden.<br />
Intelligentes Lademangement ist bereits heute möglich<br />
Mit den Erkenntnissen, die man aus den Modellprojekten<br />
»IKT für Elektromobilität« gewonnen hat, kann man feststellen,<br />
dass die technische Umsetzung von intelligentem<br />
Lademanagement schon heute möglich ist. So ist ein intelligentes<br />
Lademanagement unter Einbeziehung der Kundenwünsche,<br />
basierend auf verschiedenen Ladeverfahren, wie<br />
zum Beispiel Min/Max- oder Preisinformationen, in Abstimmung<br />
zwischen Automobilhersteller und Energieversorger,<br />
erfolgreich konzipiert, implementiert und getestet worden.<br />
Ebenso zeigten die Modellprojekte, dass Nutzer bei Verwendung<br />
entsprechender Anreizkonzepte eine hohe Bereitschaft<br />
haben, intelligentes Laden zu nutzen. Die Fahrzeuge<br />
selbst lassen sich auch längst problemlos mit der Ladesäule<br />
verbinden und bei der Nutzung stehen die Elektrofahrzeuge<br />
zum Lastenausgleich im Netz zur Verfügung.<br />
Dem intelligenten Lademanagement stehen also nur geringe<br />
technische Hindernisse im Weg, denn die Akzeptanz<br />
der Nutzer von Elektrofahrzeugen ist eindeutig vorhanden.<br />
Schwieriger ist es, die unterschiedlichen Interessen von Automobilherstellern<br />
und Energieversorgern unter einen Hut zu<br />
bekommen. Da das CO2-Einsparungspotential der Elektromobilität<br />
nur dann im vollen Maße genutzt werden kann,<br />
wenn die Elektrofahrzeuge intelligent geladen werden und<br />
somit Erneuerbare Energiequellen netzverträglich integriert<br />
werden, ist es in den nächsten Jahren eminent wichtig eine<br />
Lösung zu finden, mit der die Interessen aller Stakeholder<br />
gewahrt bleiben.<br />
Es bleibt also spannend, wie sich der Markt künftig entwickeln<br />
wird. Klar ist allerdings heute, dass die Elektromobilität<br />
zukunftsweisend ist und wir in Deutschland<br />
weiterhin visionäre Konzepte und Ideen entwickeln müssen<br />
und progressive Entscheider benötigen, die diese Konzepte<br />
vorantreiben.<br />
Sven Lierzer<br />
BridgingIT GmbH<br />
www.bridging-it.de<br />
50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51
Smarte Technologien - Fraunhofer FOKUS<br />
Elektroautos intelligent<br />
vernetzt<br />
Wenn man an umweltbewusstes Fahren in der Stadt der Zukunft<br />
denkt, fallen den meisten wohl zuerst schadstoffarme<br />
Autos ein. Um die vorhandenen Ressourcen aber gleich von<br />
Anfang an ideal zu nutzen, ist für ein modernes Verkehrsmanagement<br />
eine intelligente Vernetzung notwendig. Wie<br />
können eFahrzeuge künftig beispielsweise so in den Straßenverkehr<br />
integriert werden, dass ein optimaler und möglichst<br />
umweltschonender Verkehrsfluss zustande kommt?<br />
Wie kann dabei sichergestellt werden, dass die Batterie<br />
auch für alle Tagesfahrten ausreicht? Fraunhofer FOKUS hat<br />
mit der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation ein System für intelligentes<br />
Verkehrs- und Fahrtenmanagement prototypisch<br />
umgesetzt. Die Autos kommunizieren dabei drahtlos und in<br />
Echtzeit über ihre Navigationssysteme oder das Smartphone<br />
im Wagen mit der Verkehrsmanagementzentrale.<br />
Dort laufen alle Emissionswerte, Standortdaten und Geschwindigkeiten<br />
der einzelnen Fahrzeuge anonymisiert zusammen<br />
und werden mit Informationen öffentlicher und zentraler<br />
Verkehrsstellen verrechnet. Die bidirektionale Kommunikation<br />
stellt dabei sicher, dass optimale Fahrempfehlungen<br />
sowohl individuell für den Fahrer als auch für die Gesamtverkehrssituation<br />
ausgegeben werden. So kann dem Fahrer<br />
eine optimale Reiseroute mitgeteilt werden, bei dem er nicht<br />
nur möglichst stromsparend durch die Stadt kommt, sondern<br />
am jeweiligen Ziel möglichst geschickt freie Stromtankstellen<br />
anfährt, um die Batterie zwischendurch aufzuladen.<br />
Diese Fahrzeug-zu-X-Anwendungen werden im großen Maßstab<br />
mit Hilfe der Simulationsumgebung VSimRTI entwickelt.<br />
Verkehrslage, Umwelt und Kommunikationsbedingungen<br />
werden hier realistisch nachgestellt.<br />
Bisher kommen die Entwicklungen vor allem noch in den Forschungsfahrzeugen<br />
zum Einsatz. Ein großangelegter Feldversuch<br />
von Fraunhofer FOKUS zusammen mit deutschen<br />
Automobilherstellern und Zulieferern zeigte aber bereits,<br />
dass die Fahrzeug-zu-X-Kommunikation technisch ausgereift<br />
ist. Schon jetzt gibt es Prototypen und Demonstratoren<br />
für Apps, Proof-of-Concepts und Technologiebewertungen -<br />
und an ihrer Zukunft wird weiter ehrgeizig gearbeitet.<br />
Dr. Ilja Radusch<br />
Fraunhofer-Institut für<br />
Offene Kommunikationssysteme FOKUS<br />
ilja.radusch@fokus.fraunhofer.de<br />
www.fokus.fraunhofer.de/go/mobilitaet<br />
ERSTE<br />
ELEKTRO<br />
FLOTTEN<br />
In Simulationsumgebungen können beliebige Fahrzeuge in<br />
realitätsnahen Verkehrssituationen erprobt werden<br />
bidirektionale kommunikation zwischen einzelnen Fahrzeugen<br />
und der Verkehrszentrale erlaubt punktgenaue Fahrempfehlungen<br />
Fuhrparks. Flottenmanagement. Erfahrungsberichte.<br />
52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53
ERSTE FLOTTEN - Zweirad-Industrie-Verband<br />
<br />
Rad fahren bewegt<br />
Knapp 20 Minuten benötigt Dr. Kayali für die fünf Kilometer<br />
von seiner Wohnung im Frankfurter Nordend zu seinem<br />
Arbeitgeber, einer Bank im Herzen der Mainmetropole. Bei<br />
den ganzen innerstädtischen Staus jeden Morgen eine reife<br />
Leistung. Aber Dr. Kayali ist nicht etwa ein besonders schneller<br />
Autofahrer oder kennt geheime Schleichwege, er besitzt<br />
gar kein Auto. Ein Trendsetter, das ist es, was Dr. Kayali ist,<br />
zumindest was sein Fortbewegungsmittel angeht, er fährt<br />
nämlich ein eBike.<br />
Damit ist er nicht allein unterwegs, so der Zweirad-Industrie-<br />
Verband (ZIV). Mehr als 800.000 eBikes, so die Schätzungen<br />
des ZIV, fahren derzeit auf Deutschlands Straßen. Damit<br />
nimmt die deutsche Fahrradindustrie eine Vorreiterrolle im<br />
Bereich der Elektrofahrzeuge ein. Allein der Anteil der eBikes<br />
sorgt dafür, dass das Ziel der Bundesregierung bis zum Jahr<br />
2020 rund 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen<br />
zu bringen nahezu erreicht ist.<br />
Und der Trend geht weiter. Für das Jahr 2011 schätzt der ZIV<br />
den Absatz auf 300.000 eBikes, was einem Plus von 50 Prozent<br />
gegenüber dem Jahr 2010 entspricht. »Mittelfristig kann<br />
das eBike einen Marktanteil von 15% des Fahrradmarktes in<br />
Deutschland erreichen«, so Siegfried Neuberger, Geschäftsführer<br />
des ZIV.<br />
Dass diese Zahlen und Schätzungen aus dem täglichen Leben<br />
stammen, verdeutlichen die Veränderungen in der Käuferstruktur.<br />
Waren es früher vorwiegend die sogenannten<br />
»Best Ager« die sich ein eBike zugelegt haben, so sind heute<br />
alle Altersklassen vertreten. Egal ob Mütter mit Kinderanhängern,<br />
Manager auf dem Weg zur Arbeit oder Tourenradler<br />
- das eBike ist allgegenwärtig. In den Niederlanden nutzen<br />
Polizei und Sanitätsdienste das eBike gar als Dienstfahrzeug.<br />
Auf der Suche nach einer Erklärung für diesen Boom<br />
stösst man immer wieder auf die »fünf Freunde« der Fahrradindustrie:<br />
Gesundheit - Mobilität - Individualität - Umweltschutz<br />
und natürlich die Kosten.<br />
54 Neue Mobilität<br />
»Die Menschen werden zunehmend sensibler für eine nachhaltige,<br />
gesunde und individuelle Mobilität. Außerdem suchen<br />
sie nach Alternativen zu den steigenden Benzinpreisen.<br />
Mit Kosten von wenigen Cent für eine Akkuladung und<br />
Reichweiten zwischen 30 und 100 Kilometern ist das eBike<br />
eine echte Alternative zum Auto - besonders auf Strecken bis<br />
5 Kilometer. Das man dabei noch seine Gesundheit fördert<br />
ist doch prima«, so Neuberger.<br />
Das eBike-Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Ein Sensor reagiert,<br />
wenn in die Pedale getreten wird, und die elektronische<br />
Steuerung sorgt dafür, dass der Motor Unterstützung<br />
bis 25 km/h liefert. Ein Versicherungskennzeichen braucht<br />
man bei einer Unterstützung bis 25km/h und gleichzeitigem<br />
Pedalantrieb nicht. Bis zu dieser Grenze ist das eBike rechtlich<br />
gesehen ein Fahrrad, was rund 95% aller eBike-Fahrer<br />
freut.<br />
Dass dem eBike-Markt große Chancen eingeräumt werden,<br />
skizziert das stetig steigende Interesse großer Konzerne.<br />
Egal ob Bosch, Porsche oder smart, sie alle sind mit eigenen<br />
Produkten dabei. Mit dem eBike hat die deutsche Fahrradindustrie<br />
einen Wachstumsmarkt geschaffen, der rundum<br />
für gute Stimmung sorgt.<br />
»Wir blicken der Zukunft positiv gestimmt entgegen, zumal<br />
im Bereich der Antriebs- und Batterietechnik aber auch beim<br />
Design ständig innovative Neuerungen auf den Markt kommen«,<br />
so Siegfried Neuberger auf einer Podiumsveranstaltung<br />
im Mai 2011 in Dresden.<br />
Gute Laune hat auch Dr. Kayali, der sich nach der Arbeit auf<br />
sein eBike schwingt und erneut dem Stau entgeht.<br />
Stephan Schreyer<br />
Zweirad-Industrie-Verband e.V.<br />
www.ziv-zweirad.de
Erste Flotten - Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />
Erste Flotten - Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />
Bodensee:<br />
Bürgermeister auf eBikes<br />
Die Technischen Werke Friedrichshafen sind eVorreiter<br />
Manfred Erne und Sebastian Dix auf Pedelecs der Technischen Werke Friedrichshafen<br />
Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen, und Alfred Müllner, Geschäftsführer der Technische Werke<br />
Friedrichshafen GmbH (TWF) bei der Eröffnung der Pedelec-Ladestation am 20. September 2011 in Friedrichshafen<br />
Pedelec-Förderprogramm, KommunalRad, eMobilitäts-Portal,<br />
Fahrrad- und Auto-Ladestation: Die Technischen Werke<br />
Friedrichshafen (TWF) am Bodensee sind findig, was eMobilitäts-Aktionen<br />
betrifft. Inzwischen radeln sogar die Bürgermeister<br />
der Partner-Gemeinden mitunter auf TWF-Rädern zu<br />
Amtsterminen. Der neueste Coup: Kürzlich eröffnete die TWF<br />
die erste Ladestation für eAutos, gemeinsam mit dem örtlichen<br />
Renault-Autohaus.<br />
Der Bürgermeister auf dem Pedelec - das hat im Sommer<br />
2011 bei manchem Ortstermin für Staunen gesorgt. Die TWF<br />
hatte ihren neun Partnerkommunen über den Sommer Pedelecs<br />
zur Verfügung gestellt. Die Aktion »KommunalRad«<br />
war ein voller Erfolg, wie Sebastian Dix, Leiter der TWF-<br />
Unternehmenskommunikation, erzählt: »Die Kommunen<br />
haben die eBikes erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert,<br />
die Räder waren fast täglich im Einsatz.« Die Nutzer - vom<br />
Amtsboten bis zum Bürgermeister - waren begeistert. Und<br />
auch die Bürger schätzten den Einsatz für umweltfreundliche<br />
Mobilität.<br />
Hervorragend angekommen ist auch das regionale Internetportal<br />
e-mobil-bodensee.de. Dort hat die TWF gemeinsam<br />
mit benachbarten Stadtwerken alle Elektromobilitätsaktivitäten<br />
im Bodenseekreis zusammengefasst und mit den Partnerkommunen<br />
verlinkt. Die TWF hat das System entwickelt<br />
und verkauft es nun weiter. Erster Kunde sind die Stadtwerke<br />
Konstanz, mit weiteren Stadtwerken wird verhandelt. So<br />
ist ein eMobilitäts-Netzwerk für die Bodenseeregion entstanden,<br />
das Urlauber wie Einheimische nutzen.<br />
Wo viele Menschen elektromobil unterwegs sind, da darf die<br />
Ladeinfrastruktur nicht fehlen. Im Herbst hat die TWF ihre<br />
Pedelec-Ladestation in Friedrichshafen eingeweiht, direkt<br />
an der Hafenpromenade am Bodensee und neben der Innenstadt.<br />
Jüngst kam eine Ladestation für Elektroautos in Markdorf<br />
dazu. An beiden Stationen kann man kostenlos tanken.<br />
»Geld verdienen wir damit derzeit ohnehin nicht«, so Sebastian<br />
Dix, Leiter der TWF-Unternehmenskommunikation. »Für<br />
uns ist das ein Service- und Innovationsthema.«<br />
Angefangen hat die TWF ihre Elektromobilitätsaktivitäten im<br />
Frühjahr 2010 mit drei firmeneigenen Pedelecs und einem<br />
Förderprogramm. Manfred Erne, Projektkoordinator bei der<br />
TWF, erinnert sich noch gut an das mitleidige Lächeln mancher<br />
Mitarbeiter beim eBike-Schnuppernachmittag.<br />
»Ich setz mich doch nicht auf so ein Oma-Rad«, mokierten<br />
sich passionierte Biker und Autofahrer einmütig. Erne lächelt:<br />
»Aber alle sind mit einem breiten Grinsen von der Probefahrt<br />
zurückgekommen.«<br />
Auch das Förderprogramm kommt sehr gut an - in der 58.000-<br />
Einwohner-Stadt Friedrichshafen mit hohem Industrieanteil<br />
im Bereich Auto-Zulieferung war das einem solchen Programm<br />
nicht in die Wiege gelegt. Doch knapp zwei Jahre<br />
später hat die TWF über 180 Räder gefördert. Die Förderung<br />
erhalten nur TWF-Kunden, die ihr eBike bei einem der regionalen<br />
Partnerhändler kaufen. »So holen wir den Handel mit<br />
ins Boot«, erklärt Dix. »Wir wollen ja keine Internet-Shops<br />
irgendwo fördern.«<br />
Die eigenen Räder stehen derweil nicht still: Die Mitarbeiter<br />
nutzen die eBikes für Dienstfahrten in die Innenstadt<br />
oder zu Baustellen. Dix fährt zu Pressekonferenzen mit dem<br />
Fahrrad. Und auch im »kombinierten Verkehr« hat sich das<br />
eBike bewährt, wie Erne erzählt: Termine in Konstanz, also<br />
am anderen Ufer des Bodensees, waren zuvor mehr als eine<br />
Autostunde entfernt. Inzwischen radeln Erne und seine Kollegen<br />
mit dem Pedelec zum Schnellschiff Katamaran, das<br />
seit wenigen Jahren Friedrichshafen und Konstanz verbindet,<br />
nehmen das Rad mit aufs Schiff und radeln auf der anderen<br />
Seite bequem und umweltfreundlich zu ihren Terminen.<br />
»Die Räder haben sich bestens bewährt«, resümiert Dix. Und<br />
sie werden »richtig« eingesetzt. Was das bedeutet, erklärt<br />
Dix so: »Erstens: Die Pedelec-Fahrten ersetzen Autofahrten.<br />
Und zweitens: Der Ladestrom ist aus erneuerbaren Quellen.«<br />
Nur so entlaste eMobilität wirklich Klima und Umwelt.<br />
Für ein Stadtwerk seiner Größe ist die TWF sehr aktiv. »Das<br />
ist nur möglich, weil wir uns sinnvoll vernetzen«, erklärt Erne.<br />
Und Dix umreißt die Philosophie der TWF: »Wir wollen verschiedene<br />
Zielgruppen erreichen und funktionierende Systeme<br />
aufbauen. Das geht nur mit hervorragenden Netzwerken«,<br />
so der Pressesprecher: »Es reicht nicht, sich ein eAuto<br />
zu kaufen und zu behaupten, man mache nun eMobilität.«<br />
Die TWF »lebt Integration und Vernetzung« (Dix) und hat sich<br />
in Sachen eMobiltät als Vorreiter etabliert. Das liegt auch daran,<br />
dass die Aktivitäten in die gesamte Markenphilosophie<br />
eingebaut wurden. Die TWF bietet seit mehr als zehn Jahren<br />
Strom aus Wasserkraft für alle Privatkunden ohne Preisaufschlag<br />
- natürlich fließt auch in den Ladestationen »Aqua-<br />
Strom«. Außerdem betreibt das Stadtwerk den Stadtbus,<br />
die Bodensee-Oberschwaben-Bahn und die Katamaran-<br />
Verbindung nach Konstanz. »eMobilität verbindet alle diese<br />
ökologischen Ansätze miteinander. Und es bringt uns neue,<br />
interessante Partnerschaften.«<br />
Sebastian Dix<br />
Technische Werke Friedrichshafen GmbH<br />
www.twf-fn.de<br />
56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57
Erste Flotten - E-Wolf<br />
Erste Flotten - e-wolf<br />
eFahrzeuge effizient nutzen<br />
Elektromobilität lohnt sich im Bereich Nutzfahrzeuge und Flottenlösungen<br />
Dieser batterieelektrische Kleinbus kann bis zu sieben Personen befördern<br />
eingesetzt werden. Basierend auf dieser Analyse können folgende<br />
Anwendungsbereiche identifiziert werden:<br />
Innerstädtische Logistik<br />
Der innerstädtische Verteilerverkehr eignet sich aus vielerlei<br />
Hinsicht für den Einsatz von Elektronutzfahrzeugen.<br />
Erstens sind die Fahrzeuge tagsüber häufig im Start-Stopp-<br />
Betrieb unterwegs, da der Zusteller sehr oft parkt um seine<br />
Waren auszuliefern.<br />
Zweitens kehren die Lieferwagen abends meist wieder zum<br />
Depot zurück und können dort theoretisch geladen werden.<br />
Drittens werden die Fahrzeuge regelmäßig, also mindestens<br />
sechs Tage die Woche bewegt, welches eine hohe Laufleistung<br />
garantiert. »Kurier-, Express- und Paketdienste legen<br />
im Innenstadtbereich täglich in der Regel nicht mehr als 50<br />
Kilometer zurück. Über Nacht steht die Mehrheit der Fahrzeuge«,<br />
so Marten Bosselmann, Geschäftsführer des Bundesverbands<br />
Internationaler Express- und Kurierdienste e.V.<br />
(BIEK).<br />
Liefer- und Personenverkehr auf abgeschlossenen Arealen<br />
Der Verkehr auf abgeschlossenen Arealen wie z.B. auf dem<br />
Flughafen oder in einem Industriepark ist prädestiniert dafür<br />
durch elektrischen Verkehr ersetzt zu werden. Routenabläufe<br />
sind klar kalkulierbar, wiederkehrend und regelmäßig.<br />
»Die meisten unserer Fahrzeuge verlassen das Werksgelände<br />
nicht, fahren im Durchschnitt nicht mehr als 60 Kilometer<br />
pro Tag und stehen über Nacht«, so Manfred Bennek, Leiter<br />
Fuhrpark - Werkslogistik Henkel AG & Co. KGaA.<br />
Pflegedienste, Essen auf Rädern und Personentransporte<br />
werden tagtäglich von sozialen Diensten durchgeführt. Da<br />
deren Klientel besonders sensibel auf Abgas- und Geräuschemissionen<br />
reagiert, ist das Elektronutzfahrzeug ein ideales<br />
Arbeitsgerät für soziale Dienste. Auch hier bewegen sich<br />
die Fahrzeuge in einem regional begrenzten Einsatzgebiet,<br />
werden aber regelmäßig, oft sogar sieben Tage die Woche<br />
eingesetzt.<br />
Die exemplarisch vorgestellten Anwendungsgebiete belegen,<br />
dass eFahrzeuge schon seit 2011 einsetzbar sind. Für die<br />
identifizierten Anwendungsprofile bietet e-Wolf schon heute<br />
mit den eNutzfahrzeugen Delta 2 und Omega 0.7 einen<br />
7-sitzigen Kleinbus für den Personentransport bzw. einen<br />
Kleintransporter mit Platz für zwei Euro-Paletten bzw.<br />
660 kg Zuladung an. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern<br />
und der Möglichkeit zur DC-Schnellladung ist das Fahrzeug<br />
innerhalb von 60 Minuten zu 80% geladen und erlaubt<br />
so sogar Tagesfahrleistungen bis zu 500 Kilometern bzw.<br />
einen Flottenbetrieb. Durch die Langlebigkeit der Lithium-<br />
Keramik-Batterie, die zu erzielenden Jahresfahrleistungen,<br />
die geringen Wartungskosten, die geringen Energiekosten<br />
von ca. 3 Euro pro 100 Kilometer und Steuerfreiheit entwickelt<br />
sich das Elektronutzfahrzeug auch wirtschaftlich zur<br />
Alternative. Gerade für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen<br />
bietet es sich an, diese zu nutzen und von den<br />
ökonomischen wie ökologischen Vorteilen zu profitieren. In<br />
diesem Zusammenhang spielt für sie sicher auch der Image-<br />
Gewinn eine große Rolle.<br />
Die Weltbevölkerung wächst und wird sich künftig in urbanen<br />
Ballungsräumen konzentrieren. Daher kann sicher prognostiziert<br />
werden, dass es zu einem Anstieg des Individualund<br />
Wirtschaftsverkehrs in Ballungszentren kommen wird.<br />
Der Verkehrsanstieg wird eine Steigerung der Abgas-, Feinstaub-<br />
und Lärmbelastungen im Innenstadtbereich zur<br />
Folge haben. Städte stehen nun vor der Herausforderung<br />
strengere Klimaschutzziele erfüllen zu müssen und einen<br />
angenehmeren Lebensraum für ihre Einwohner zu schaffen.<br />
Elektrofahrzeuge können einen Beitrag zur Erreichung dieser<br />
Ziele leisten.<br />
Ein wesentlicher Nutzen von Elektrofahrzeugen resultiert aus<br />
der lokalen Emissionsfreiheit der Fahrzeuge. Dabei sind neben<br />
der Lärmreduktion vor allem die mit dem Abgas von Verbrennungsfahrzeugen<br />
verbundenen Emissionen bedeutend.<br />
Im Abgas finden sich heute selbst bei Fahrzeugen der Euro-<br />
5-Abgasnorm neben CO2 vor allem umweltschädliche Stickoxide,<br />
Feinstäube und nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe.<br />
Interessanterweise wird proportional gesehen der Großteil<br />
der Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffoxid-Emissionen durch<br />
Wirtschaftsverkehr verursacht. Obwohl der Anteil der Nutzfahrzeuge<br />
am Verkehrsaufkommen in der City lediglich ca.<br />
20% beträgt, sind sie Verursacher von ca. 50% der Umweltbelastungen.<br />
Die positive Wirkung von Elektrofahrzeugen im Hinblick auf<br />
die Vermeidung von schädlichen Emissionen steht in direkter<br />
Verbindung mit der Gesamtjahresfahrleistung. Das heißt<br />
ein Elektrofahrzeug mit hoher Jahresfahrleistung leistet einen<br />
größeren Beitrag zur Reinheit der Luft als ein Elektrofahrzeug<br />
mit einer niedrigen Jahresfahrleistung. Natürlich<br />
nur unter der Prämisse, dass das Elektrofahrzeug ein konventionelles<br />
Fahrzeug in einer bestimmten Anwendung substituiert<br />
und nicht zusätzlich zu diesem im Einsatz ist.<br />
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Effizienz der Fahrzeuge.<br />
Der Wirkungsgrad des elektrischen Antriebs ist mit 80 bis<br />
90% um den Faktor drei bis vier größer als der eines Verbrennungsfahrzeugs.<br />
Zusätzlich sind Elektrofahrzeuge kaum<br />
anfällig bei Start-Stopp-Intervallen oder im Teillastbereich.<br />
Den optimalen ökologischen und ökonomischen Nutzen<br />
realisieren Elektrofahrzeuge, wenn sie als Nutzfahrzeuge mit<br />
hoher Jahresfahrleistung in urbanen Bereichen mit häufigen<br />
Start-Stopp-Intervallen rund um einen fixen Ladepunkt<br />
Eine besonders sinnvolle Ergänzung stellt die Kombination<br />
von Elektronutzfahrzeugen und Naturschutz- beziehungsweise<br />
Kurgebieten dar. Dadurch dass die Fahrzeuge praktisch<br />
emissionsfrei und lautlos fahren, eignen sie sich besonders<br />
gut, um Besucher durch diese besonders sensiblen<br />
Landschaften zu chauffieren.<br />
Technischer Service und Soziale Dienste<br />
Viele Dienstleistungen sind nötig um einen Ort in Stand zu<br />
halten, Müll muss abgeholt, Hecken müssen geschnitten<br />
und Straßen sauber gemacht werden. Diese Tätigkeiten lassen<br />
sich ebenfalls exzellent durch ein Elektronutzfahrzeug<br />
erledigen, welches durch sein hohes und konstantes Drehmoment<br />
auch schwere Lasten problemlos transportieren<br />
kann. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Nutzung von elektrischen<br />
Nutzfahrzeugen für den Technischen Service beim<br />
Kunden. Die Fahrzeuge sind viel unterwegs, allerdings oft<br />
nur innerstädtisch und ihre Fahrer verbringen relativ gesehen<br />
viel Zeit beim Kunden.<br />
»Ein großer Teil unserer Nutzfahrzeuge die im Großraum<br />
Köln z.B. im technischen Service eingesetzt werden, legen<br />
täglich nicht mehr als 100 Kilometer zurück und kehren nach<br />
Ende der Schicht wieder ins Depot zurück«, so Jörn Hansen,<br />
Projektleiter E-Mobility, RheinEnergie AG.<br />
Fabian Krohn<br />
e-Wolf GmbH<br />
www.ewolf-car.com<br />
Der Omega 0.7 bietet z.B. Platz für zwei Euro-Paletten<br />
58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59
erste flotten - Leaserad<br />
Jetzt anmelden!<br />
www.battery-power.eu<br />
Standardisierung<br />
der Ladeinfrastruktur<br />
Praktische Lösungen für das Laden von Pedelecs<br />
Vollautomatisiertes Pedelec-Verleihsystem Frankfurt<br />
SchlieSSfachschrank in Offenburg<br />
BATTERIETAGUNG 2012<br />
Batterietag NRW und<br />
Fachtagung Kraftwerk Batterie<br />
5. – 7. März 2012<br />
Messe und Congress Centrum<br />
Halle Münsterland, Münster<br />
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Momentan herrscht in Deutschland im Bereich Elektromobilität<br />
eine enorme Schieflage. Auf aktuell ca. 3.000 zugelassene,<br />
elektrisch angetriebene Pkw kommen etwa 1.500<br />
zugängliche Ladesäulen. Für die annähernd 1 Mio. eBikes<br />
gibt es maximal ein paar Dutzend Lademöglichkeiten im öffentlichen<br />
Raum, die den Namen Ladesäule verdienen. Im<br />
Gegensatz zum Pkw brauchen eBikes jedoch viel mehr als<br />
nur eine Steckdose.<br />
In Bezug auf die Ladung gibt es zwischen eAutos und eBikes<br />
große Unterschiede. So führen Erstere ihr Ladegerät immer<br />
mit sich und eine frei zugängliche Steckdose reicht in der<br />
Regel zur Wiederaufladung des Akkus. Beim eBike hingegen<br />
muss der Nutzer sein Ladegerät explizit mitnehmen und in<br />
seinem Gepäck unterbringen. Selbstverständlich kann er<br />
sein Rad damit auch an jeder Steckdose aufladen, riskiert<br />
dabei jedoch den Diebstahl seines Ladegerätes. Wenn zum<br />
Laden der Akku herausgenommen werden muss, riskiert er<br />
sogar den Verlust des teuren Energiespeichers. Darüber hinaus<br />
sind die Ladegeräte meist nicht für den Außengebrauch<br />
zugelassen und das Nichtbeachten führt zum Garantieverlust.<br />
Die momentan mehr als 70 verschiedenen Ladestecker<br />
von annähernd 100 Marken haben zwar oft gleiche Stecker,<br />
arbeiten aber mit zum Teil nicht kompatiblen Steckerbelegungen<br />
oder unterschiedlichen Spannungen. Durch falsches Anschließen<br />
riskiert der Nutzer hier nicht nur eine Fehlfunktion,<br />
sondern auch Akku-Beschädigungen bis hin zu Akkubränden.<br />
Durch die rasante Verbreitung von eBikes steigt der Bedarf<br />
an einer praktischen Lösung. Doch all diejenigen, die gute<br />
Rahmenbedingungen für ganz oder teilweise elektrisch angetriebene<br />
Fahrzeuge schaffen müssen oder wollen, stehen<br />
vor dem gleichen Problem: es gibt (noch) keinen Standardstecker,<br />
der eine einfache und universelle Ladeinfrastruktur<br />
ermöglichen würde. Der momentan einzige Lösungsweg<br />
ist der Einsatz spezifischer Ladeinfrastruktur.<br />
So wurden im zurückliegenden Jahr einige interessante Konzepte<br />
bereits in die Realität umgesetzt. In Frankfurt feierte im<br />
Sommer 2011 das deutschlandweit erste vollautomatisierte<br />
Pedelec-Verleihsystem Premiere. An mehreren Stationen<br />
können registrierte Benutzer Pedelecs komplett automatisch<br />
ausleihen. Das Pedelec ist dabei in einer Dockingstation<br />
fixiert, wodurch die Akkus vollautomatisch aufgeladen<br />
werden und das Rad ebenfalls automatisch sicher verriegelt<br />
wird. Die Stadt Offenburg hat einen etwas universelleren<br />
Weg beschritten, indem sie einen Schließfachschrank im öffentlichen<br />
Raum anbietet, der neben herkömmlichen Steckdosen<br />
auch Ladegeräte für die drei gängigsten Akkutypen<br />
bereitstellt.<br />
Einen viel universelleren Weg will das Konsortium Energy-<br />
Bus in den nächsten Jahren realisieren. Ein standardisiertes,<br />
nicht proprietäres Steckersystem in Kombination mit<br />
einem ebenfalls standardisierten Kommunikationsprotokoll<br />
auf CAN Open Basis regelt die Kommunikation zwischen<br />
Ladegerät, Akku und Steuerelektronik und soll damit<br />
den Herstellern einen ähnlichen Ansatz ermöglichen,<br />
wie der USB-Stecker in der Computerindustrie. Damit<br />
können in Zukunft Pedelecs unterschiedlichster Hersteller<br />
an jeder mit EnergyBus-Stecker ausgerüsteten Ladesäule<br />
geladen werden. Die Akteure des Konsortiums, darunter<br />
Panasonic, Bosch, Philips und Rosenberger, möchten mit<br />
ihrem Engagement die Ladeinfrastruktur vereinheitlichen<br />
und damit automatisch auch kostengünstiger und vor allen<br />
Dingen sicherer machen. Erste Produkte mit diesem<br />
System sollen in diesem Jahr auf den Markt kommen.<br />
Fachleute sind sich einig, dass eine einheitliche Ladeinfrastruktur<br />
dem Pedelec und damit der gesamten Elektromobilität<br />
in unserem Lande enormen Auftrieb geben wird.<br />
Ulrich Prediger // LeaseRad GmbH<br />
ulrich.prediger@leaserad.de<br />
www.leaserad.de<br />
Institutfür Stromrichtertechnik<br />
und Elektrische<br />
Antriebe<br />
60 Neue Mobilität
erste flotten - Energieversorgung Sylt<br />
Erste Flotten - Erfahrungsbericht Dr. Michael Krämer<br />
Sylt wird elektromobil<br />
Weg vom Energieversorger - hin zum Energiedienstleister<br />
Elektromobilität in der Wüste<br />
Ein Kommentar von Dr. Michael Krämer<br />
EVS-Mitarbeiter Stefan Klaus tankt 100 Prozent Ökostrom<br />
Elektromobilität in der Wüste: Dr. Michael Krämer mit seinem Tazzari Zero vor dem Burj Al Arab<br />
Die Energieversorgung Sylt GmbH (EVS) setzt sich schon<br />
lange mit dem Thema Umweltschutz auseinander. Sie leistet<br />
neben ökologischen Angeboten für die Energieversorgung<br />
mit der Errichtung der EVS-Umweltstation (Erdgas und Strom<br />
als »Fahrenergie«) auch in der Mobilität ihren Beitrag zur Reduzierung<br />
des umweltschädlichen Treibhausgases CO 2.<br />
Am 22. November 2011 traf der Förderbescheid des Bundesministeriums<br />
für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für das<br />
Verbundprojekt »econnect Germany«, an dem auch EVS beteiligt<br />
ist, ein. Mit diesem Förderprojekt wird EVS gemeinsam<br />
mit zwölf weiteren kommunalen Partnern in den nächsten<br />
zwei Jahren ein Pilotprojekt für die praktische Umsetzung<br />
der Elektromobilität starten.<br />
Als der Infrastrukturbetreiber für die Lieferung von sauberer<br />
Energie wird EVS dieses Projekt mit innovativen Ideen,<br />
praktischer Anwendung und mit ihrer dienstleistungsorientierten<br />
Ausrichtung auf der Insel vorantreiben. Der Einsatz<br />
von erneuerbar erzeugtem Strom ist Grundvoraussetzung<br />
bei der Vermarktung von Elektrofahrzeugen.<br />
EVS ist es ein großes Anliegen die einmalige, größtenteils<br />
geschützte Natur auf Sylt zu erhalten, beziehungsweise die<br />
Begleiterscheinungen, die ein Tourismus mit sich bringt,<br />
zu verbessern. Der Straßenverkehr in der Hauptsaison ist<br />
enorm. Mit dem Einsatz von Elektromobilität kann die Mobilität<br />
erhalten und die Umgebung besser geschützt werden.<br />
Die räumlich begrenzte Insellage bietet dafür optimale Bedingungen.<br />
EVS setzt ihre Schwerpunkte besonders in den<br />
Bereichen Tourismus und Home-Charging. Durch die strategisch<br />
günstige Standortwahl der Ladesäulen zum Beispiel in<br />
Westerland, List und Hörnum soll das Vertrauen der Anwender<br />
in die neue Technik gestärkt werden.<br />
Im Vordergrund des Projektes stehen Lösungsansätze, die<br />
sich wirtschaftlich und praktisch am Kunden orientieren. Mit<br />
der Integration der kommunalen Dienstleistungsunternehmen,<br />
des Hotelgewerbes und der Autovermieter entsteht ausreichend<br />
Potential, um diese in einem Projekt einzubinden.<br />
EVS sieht in der Projektumsetzung große Chancen mit diesem<br />
doch auch sehr emotional besetzten Thema eine weitere<br />
Dienstleistung anbieten zu können und somit die energiegebundene<br />
Produktpalette zu erweitern. In dem zunehmend<br />
schwieriger werdenden Markt bieten sich mit solchen Projekten<br />
neue Chancen für Energieversorgungsunternehmen.<br />
Zumal sie historisch bedingt große Erfahrungen im Umgang<br />
mit Schaffung und Unterhaltung von Infrastruktur haben.<br />
Weg vom Energieversorger - hin zum Energiedienstleister.<br />
Georg Wember // Geschäftsbereichsleiter Energienetze<br />
Energieversorung Sylt GmbH<br />
www.energieversorgung-sylt.de<br />
Ein Elektrofahrzeug in Deutschland zu besitzen ist wohl<br />
noch immer etwas extravagant. Ein Elektrofahrzeug unter<br />
der Sonne Dubais ist, nun ja.. ein wenig exotisch. Und so<br />
bin ich dann auch der einzige Nutzer eines Elektrofahrzeugs<br />
weit und breit. Das macht das Ganze durchaus interessant.<br />
Elektromobilität ist kein großes Thema in Dubai oder dem<br />
Mittleren Osten generell. Öl ist in den meisten Ländern der<br />
Region im Überfluss vorhanden und Benzin darüber hinaus<br />
hochsubventioniert. Das resultiert in Benzinpreisen die kaum<br />
einem Fünftel der deutschen Preise entsprechen. Importiert<br />
werden vorwiegend die hubraumstärksten Varianten aller<br />
Fahrzeugklassen. Dies erfreut Einheimische, die gern mit<br />
großen Karossen beeindrucken ebenso wie Heerscharen von<br />
Expats, die entfesselt von heimischen Benzinpreisen endlich<br />
einmal erfahren wollen, wie sich 20 Liter Verbrauch wohl anfühlen.<br />
Es ist höchste Zeit für etwas Abwechslung.<br />
Ich fahre einen Tazzari Zero. Ich habe das Fahrzeug gewählt,<br />
da es bereits im letzten Jahr verfügbar war, preislich im Rahmen<br />
blieb, mit realistischen 80 bis 100 Kilometern über eine<br />
akzeptable Reichweite verfügt und mit 100 km/h Höchstgeschwindigkeit<br />
auch alltagstauglich ist.<br />
Hier in den Emiraten sorgt mein Wagen für Erstaunen. Ich<br />
kann kaum zählen, wieviele Male ich schon nach dem Hubraum<br />
meines Autos gefragt worden bin. Meine Antwort, dass<br />
der Wagen weder Hubraum noch Tank aufzuweisen hat, führt<br />
immer wieder zu verlegenem Grübeln. Es gibt aber durchaus<br />
auch viele, die vom Konzept eines Elektrofahrzeugs schon<br />
gehört haben und es prinzipiell begrüßen. Und so gestaltet<br />
sich auch nahezu jede Fahrt mit dem Wagen ins Büro zum<br />
Ausflug. Wildfremde Leute in großen SUV geben mir ein<br />
enthusiastisches »Thumbs Up« oder fragen bei voller Fahrt<br />
und geöffnetem Fenster gleich, ob es den Wagen wohl auch<br />
hier in den Emiraten zu kaufen gäbe. Auch die Medien zeigen<br />
sich interessiert. Bislang hat wohl jedes namhafte Automagazin<br />
hier in der Region über den Wagen berichtet und<br />
auch ein nationaler TV-Sender kam schon vorbei, um über<br />
den komischen Deutschen mit seinem eMobil zu berichten.<br />
Was die Zukunft bringt? Wer weiß? Der allzu verschwenderische<br />
Umgang mit Ressourcen wird auch hierzulande langsam<br />
zum Problem. Die Klagen staatlicher Ölgesellschaften,<br />
die zum Verkauf ihres Benzins zu Preisen unter Selbstkosten<br />
gezwungen sind, werden immer lauter. Der Kostendruck<br />
wächst und mit ihm letztlich wohl auch der Benzinpreis. Mich<br />
kümmert das eigentlich recht wenig.<br />
Dr. Michael Krämer<br />
Senior Associate // Taylor Wessing (Middle East) LLP<br />
www.taylorwessing.com<br />
62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63
erste flotten - Derby cycle<br />
eBikes<br />
Vorreiter der Branche<br />
Interview mit Mathias Seidler, Vorstandsvorsitzender der Derby Cycle AG<br />
Bedingt durch Diskussionen rund um Klimawandel, alternative<br />
Stadtkonzepte oder urbane Mobilität gewinnt das Thema<br />
eMobilität zunehmend an Aufmerksamkeit und Bedeutung<br />
in Medien, Politik und Wirtschaft. Forderungen nach<br />
Konzepten und Lösungen werden laut. Die Fahrradbranche<br />
setzte früh auf das Thema und ist heute Vorreiter im Bereich<br />
der Neuen Mobilität.<br />
Wie weit ist Elektromobilität in der Fahrradbranche bereits<br />
umgesetzt?<br />
Die Fahrradbranche hat bereits heute funktionierende, alltagstaugliche<br />
eMobilitätssysteme. Im Vergleich dazu befinden<br />
sich andere Branchen noch in der Testphase. Wir sind<br />
der festen Überzeugung, dass Elektromobilität nicht bedeuten<br />
kann, das heutige Mobilitätskonzept zu kopieren<br />
und lediglich Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren<br />
zu ersetzen. Wir müssen unsere Mobilität neu gestalten.<br />
Durch eBikes erfährt gesellschaftliche Mobilität eine völlig<br />
neue Bedeutung. Als leichte Fahrzeuge werden eBikes<br />
den Ansprüchen der innerstädtischen Mobilität angesichts<br />
Parkplatzproblematik und Staus voll gerecht. Dazu setzt die<br />
Fahrradindustrie auf intermodale Mobilität. Reisen Sie zum<br />
Beispiel mit eBike und Bahn, sind Sie bereits heute auch<br />
überregional elektromobil unterwegs.<br />
Markennamen Kalkhoff aktuell 27 verschiedene Modelle im<br />
Angebot. Hier findet also jeder Kunde das für ihn passende<br />
eBike in unterschiedlichen Preiskategorien. Rückmeldungen<br />
von Endverbrauchern finden längst Berücksichtigung in den<br />
neuesten Generationen und sorgen für noch mehr Individualität<br />
und Kundenzufriedenheit.<br />
Welche großen Innovationen gab es in diesem Jahr?<br />
Highlight in diesem Jahr ist das von uns selbst entwickelte<br />
Antriebssystem Impulse, das auf dem Markt für Furore sorgte<br />
und nach seinem Verkaufsstart bereits nach einem Tag<br />
ausverkauft war. Mit der Weltneuheit kombinieren wir unter<br />
anderem bei Kalkhoff erstmals ein besonders komfortables<br />
Mittelmotor eBike mit der gewohnten, sicheren Rücktrittbremse<br />
oder einer Freilaufnabe. Wir sind uns sicher, mit<br />
dem Kalkhoff Impulse eine wichtige und große Zielgruppe<br />
anzusprechen und sehen in diesem neuen Antrieb die Möglichkeit,<br />
viele Neulinge von den eBike-Vorteilen zu überzeugen.<br />
Große Innovationen gibt es auch im Akkubereich.<br />
Mit Reichweiten von bis zu 180 Kilometer pro Akku-Ladung<br />
werden heute die üblichen Wegstrecken im Nutzerverhalten<br />
von Fahrradfahrern, aber auch von vielen Autofahrern sicher<br />
abgedeckt.<br />
Wie entwickelt sich der Markt für eBikes?<br />
Der Markt wächst weiter kontinuierlich. Unsere Marke Kalkhoff<br />
ist hier gemessen am Umsatz klarer Marktführer. Insgesamt<br />
verkaufte Derby Cycle in den ersten neun Monaten<br />
2010/2011 73.000 eBikes - 85% mehr als im vergleichbaren<br />
Vorjahreszeitraum. Die Verkaufszahlen von eBikes und Pedelecs<br />
in Deutschland beliefen sich allein im Jahr 2010 auf<br />
rund 200.000. Für das aktuelle Jahr rechnet der Zweirad-<br />
Industrie-Verband mit 300.000 verkauften eBikes und Pedelecs.<br />
Auch wir prognostizieren eine erhebliche Steigerung<br />
der Verkaufszahlen im eBike Segment. Treiber der Entwicklung<br />
sind neben immer längeren Akkulaufzeiten vor allem<br />
auch die große Produktvielfalt. So haben wir allein unter dem<br />
Interviewpartner<br />
Mathias Seidler<br />
Kontakt<br />
Arne Sudhoff<br />
Derby Cycle AG<br />
www.derby-cycle.de<br />
Ursula Holl – Allianz Kundin seit 2009,<br />
Fußball-Welt- und Europameisterin<br />
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64 Neue Mobilität QR-Code abfotografieren und Film ansehen.<br />
Neue Mobilität 65
Erste Flotten - Piet Herbertz<br />
Erste Flotten - Mosolf<br />
Christian Heep, BEM-Vorstand Marketing<br />
»Insbesondere der elektrische Zweiradmarkt ist ein guter Einstieg in die Neue Mobilität, der bei uns in Deutschland im Gegensatz<br />
zu beispielsweise China noch sehr schwach entwickelt ist. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir Projekte wie Velovolt<br />
selbstverständlich sehr gern und freuen uns auch auf eine rege Teilnahme unserer Mitglieder.«<br />
Mit einem Klick zum eBike-<br />
Händler Ihres Vertrauens<br />
Mosolf<br />
Zwei Ziele und ein Weg<br />
Interview mit Piet Herbertz von Velovolt<br />
Innovationspartner für Mobilitätslösungen<br />
Wie ist die Idee für Velovolt entstanden?<br />
Velovolt ist in erster Linie ein unabhängiges eBike-Händlerverzeichnis<br />
mit stark lokalem Fokus. Die Internet-Plattform<br />
Velovolt.de bringt Fachhändler und Interessenten aus der<br />
gleichen Nachbarschaft zusammen. Die Idee für Velovolt entstand<br />
infolge einer Projektarbeit der Universität der Künste<br />
Berlin in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband<br />
eMobilität. Sechs Studenten (darunter ich) entwickelten hier<br />
bis Frühsommer 2011 ein kommunikationsstrategisches Konzept<br />
zur Positionierung eines eBike-Fachhändlers in Berlin<br />
Mitte. Während der Projektzeit erhielt ich viele Einblicke in<br />
die Dynamik des stationären Fahrradhandels und das kommunikative<br />
Zusammenspiel von Herstellern und Händlern.<br />
Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass ein Großteil<br />
der Radhändler in Sachen Kommunikation stark von ihren<br />
Zulieferern abhängen. Eigenes Marketing findet - von Großfilialisten<br />
mal abgesehen - meist im Rahmen begrenzter Möglichkeiten<br />
statt. Auf der anderen Seite herrscht auf Konsumentenseite<br />
großer Informationsbedarf. Noch immer haben<br />
die wenigsten Radfahrer in Deutschland jemals auf einem<br />
Pedelec gesessen. Gleichzeitig ist der Kauf eines Premium-<br />
Produktes absolute Vertrauenssache.<br />
Welche Vorteile bietet Velovolt eBike-Händlern und Käufern?<br />
Velovolt will Händler und Wissbegierige auf vertrauenswürdiger<br />
Basis zusammenbringen. Daher bieten wir für Händler<br />
zunächst einmal eine kostenlose Plattform, um sich im Internet<br />
zu präsentieren. Die redaktionelle Aufbereitung eines<br />
kurzen Händlerprofils wird dabei von uns übernommen. Mit<br />
der Velovolt-Suche können Besucher mit nur einem Klick sehen,<br />
welche Händler in ihrer Nähe verzeichnet sind, um eine<br />
Probefahrt oder ein Gespräch zu vereinbaren. Das Händlerprofil<br />
und die Bewertungen anderer Kunden dienen als<br />
Grundlage zur Entscheidung über einen Besuch vor Ort. Zusätzlich<br />
informiert der kostenlose Velovolt-Infoservice über<br />
bundesweite oder regionale eBike-News.<br />
Was können wir künftig noch von Velovolt erwarten?<br />
Zukünftig soll Velovolt Stück für Stück um nützliche Funktionen<br />
erweitert werden. So ist zum Beispiel ein Veranstaltungskalender<br />
geplant, in welchem Händler anstehende<br />
Produkt-Präsentationen, Abverkaufs-Aktionen, Workshops,<br />
organisierte Radtouren usw. eintragen können. Auch dieser<br />
wird - abhängig von der Suche des Interessenten - jeweils<br />
regional ausgesteuert werden. Zudem ist geplant, die Suche<br />
zu verfeinern, um zum Beispiel gezielt nach einem eBike-<br />
Verleih auf Sylt oder einer Kalkhoff-Werkstatt in Ulm suchen<br />
zu können.<br />
Piet Herbertz<br />
Velovolt<br />
www.velovolt.de<br />
Die Mosolf-Gruppe ist ein (Familien-)Unternehmen, das bereits<br />
seit 1955 Qualität mit Tradition verbindet und sich selbst<br />
als Innovationspartner für Mobilitätslösungen versteht. Die<br />
Elektromobilität als strategisches Geschäftsfeld aufzunehmen<br />
war entsprechend naheliegend. Damit gleich zwei Unternehmensziele<br />
zu bedienen ist ideal. Denn ökologisch und<br />
ökonomisch Verantwortung zu übernehmen, das sind die<br />
beiden gesetzten Ziele des Systemdienstleisters aus Kirchheim<br />
unter Teck. Der Weg dorthin wird elektrisch bewältigt.<br />
Mit der Ausbildung von eigenen Mitarbeitern für die Arbeit an<br />
Hochvoltsystemen, der logistischen Abwicklung von Elektrofahrzeugen<br />
sowie der Umrüstung von 200 konventionell<br />
betriebenen Fahrzeugen auf einen rein elektrischen Antrieb<br />
setzt die Unternehmensgruppe deutliche Meilensteine in ihrem<br />
elektromobilen Engagement. Darüber hinaus übersetzt<br />
Mosolf damit sein klassisches Leistungsportfolio erfolgreich<br />
auf die Anforderungen des neuen Geschäftsfeldes.<br />
Der Geschäftsführende Gesellschafter und CEO der Mosolf<br />
Gruppe, Dr. Jörg Mosolf, betont: »Wir möchten aktiv an diesem<br />
Wachstumsmarkt partizipieren und gleichzeitig selbst<br />
in die Erprobung und Nutzung solcher alternativen Antriebstechniken<br />
investieren. Zu diesem Zweck werden wir auch<br />
Elektrofahrzeuge in unserem eigenen Fuhrpark einsetzen<br />
und in unsere betrieblichen Abläufe integrieren.« Die Erstellung<br />
einer Emissionsbilanz hat Mosolf bereits sehr früh<br />
Aufschluss über die Emissionstreiber und die entsprechenden<br />
Stellhebel in der Unternehmensgruppe gegeben. Zu den<br />
entwickelten Maßnahmen gehört neben der Einbindung von<br />
alternativen Antriebstechniken im eigenen Fuhrpark, u.a. die<br />
Sensibilisierung von Mitarbeitern und auch der Einsatz von<br />
Erneuerbaren Energien auf dem eigenen Betriebsgelände.<br />
Über eine Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität<br />
möchte der Innovationspartner sein Engagement nachhaltig<br />
ausgestalten und aktiv an einem branchenübergreifenden<br />
Netzwerk und Erfahrungsaustausch teilhaben.<br />
Die Mosolf-Gruppe gehört zu den führenden Systemdienstleistern<br />
in Europa und bietet der Automobilindustrie und Flottenbetreibern<br />
kundenorientierte Lösungen aus einer Hand<br />
an. Das Familienunternehmen bewegt mit 2.400 Mitarbeitern,<br />
über 800 (Fahrzeug-) Spezialtransportern, 300 Eisenbahnwaggons<br />
und über 30 Technik- und Logistikzentren in Europa,<br />
Brasilien, China und Indien mehr als 2.300.000 Fahrzeuge<br />
im Jahr. Zum Leistungsspektrum der Mosolf-Gruppe gehören<br />
maßgeschneiderte Logistiklösungen und Spezialtransporte,<br />
genauso wie Werkstattdienste, Sonderfahrzeugbauten, Montageleistungen,<br />
Industrielackierungen, Mobilitätslösungen<br />
und Fahrzeugrecycling.<br />
Christoph Wolf // Mosolf-Gruppe // www.mosolf.de<br />
66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67
erste flotten - Trianel<br />
erste flotten - Trianel<br />
Die Erfahrungen mit den acht Modellregionen haben auf der<br />
einen Seite die Komplexität des Themas eMobilität aufgezeigt<br />
und auf der anderen Seite auch die Diskussionen um<br />
mögliche Geschäftsmodelle in neue Bahnen gelenkt.<br />
Der wirtschaftliche Betrieb einer Ladeinfrastruktur über den<br />
Energieverkauf ist derzeit nicht aussichtsreich. Vielmehr<br />
erweist sie sich als lokale, öffentlichkeitswirksame Positionierung<br />
im Marktgebiet und zeigt die Innovationskraft des<br />
Initiators. In den letzten drei Jahren haben sich so bereits<br />
zahlreiche Stadtwerke marketingtechnisch positioniert und<br />
nehmen nun vielfach weitere Umsetzungsprojekte in Angriff.<br />
Auch in den nächsten zwei Jahren ist eine flächendeckende<br />
öffentliche Ladeinfrastruktur keine notwendige Bedingung<br />
für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität. Denn<br />
die derzeit angebotenen eFahrzeuge können ohne Weiteres<br />
Zuhause oder am Arbeitsplatz geladen werden. Allerdings<br />
können Zusatzdienstleistungen, wie z.B. Home-Charger und<br />
Kooperationen mit lokalen Automobilhäusern für Stadtwerke<br />
hier eine Geschäftsmodelloption darstellen.<br />
Ort vermieden werden. So wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz<br />
geleistet. Dieser Effekt kann ideal zur Markenaufwertung<br />
des jeweiligen Unternehmens oder für das Stadt- oder<br />
Gemeindemarketing genutzt werden.<br />
eCarSharing ist ein hervorragendes Instrument, Elektrofahrzeuge<br />
einer großen Anzahl von Nutzern kostengünstig zur<br />
Verfügung zu stellen. Die Frage nach der richtigen Positionierung<br />
sowie der Wahl der richtigen Produkte und Dienstleistungen<br />
kann von einem Unternehmen allein kaum beantwortet<br />
werden. Dies zeigt die Tatsache, dass sich bundesweit<br />
themenspezifische Netzwerke bilden, um sich dem noch mit<br />
Unsicherheiten behafteten Thema Elektromobilität gemeinsam<br />
zu widmen.<br />
Manuel Woste<br />
Trianel GmbH<br />
www.trianel.com<br />
Das Netzwerk e-Mobilität leistet praxisorientierte Arbeit, um Elektromobilität auf der StraSSe sichtbar zu machen<br />
In der jetzigen Phase rücken Energieversorger, der ÖPNV<br />
und z.B. CarSharing-Anbieter zusammen, um gemeinsam<br />
auf dem Markt aktiv zu werden. Dies ist insbesondere deshalb<br />
von elementarer Bedeutung, weil es Zeit ist, erste Fahrzeugflotten<br />
auf die Straße zu bringen. Nur so erhöhen sich<br />
die Marktpräsenz und die gesellschaftliche Akzeptanz der<br />
eMobilität und Informationen über die Nutzung der Ladeinfrastruktur,<br />
Ladezyklen, Netzbelastung und weitere wichtige<br />
Erfahrungswerte können dabei gewonnen werden.<br />
Elektromobilität im Netzwerk<br />
Baustein für Stadtwerke auf dem Weg zum innovativen Energiedienstleister<br />
Die kommunalwirtschaftlichen Strukturen der Energiewirtschaft<br />
sehen sich großen Herausforderungen gegenübergestellt.<br />
Die eingeleitete Energiewende, die an sich zunächst<br />
»nur contra Kernkraft« ist und nicht unmittelbar »pro Stadtwerke«,<br />
eröffnet einerseits klare Chancen, birgt andererseits<br />
aber auch Risiken. Die Beschlüsse aus dem Sommer<br />
2011 sind Grundstein und derzeit gültiger Handlungsrahmen<br />
für das weitere Vorgehen in der Energieerzeugung.<br />
Zahlreiche Verordnungen und Eckpunktepapiere ergänzen<br />
die umfangreichen Gesetzesnovellierungen.<br />
Damit sich Stadtwerke erfolgreich in der Energiewende positionieren<br />
können, bedarf es nicht nur Lösungen für den Ausbau<br />
eines flexiblen Erzeugungsportfolios (Upstream), sondern<br />
insbesondere auch umsetzungsfähiger Geschäftsmodelle<br />
im Bereich der Neuen Technologien (Downstream). Ein Trendthema<br />
ist dabei das wachsende Geschäftsfeld Elektromobilität,<br />
in dem sich Stadtwerke positionieren müssen.<br />
Möglichkeiten zur strategischen Positionierung<br />
Bis 2020 sollen gemäß des Regierungsprogramms Elektromobilität<br />
eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße sein.<br />
Derzeit sind in Deutschland rund 2.500 eFahrzeuge zugelassen<br />
und rund 1.100 öffentliche Ladesäulen installiert.<br />
Bis 2014 sollen es nach Angaben der Nationalen Plattform<br />
Elektromobilität 100.000 eFahrzeuge sein - davon immerhin<br />
40% in privater Nutzung. Insofern bleibt das politische Ziel<br />
ambitioniert und es ist zu erwarten, dass zur Zielerreichung<br />
auch Hybridfahrzeuge und Elektroroller in die Statistik einfließen<br />
werden.<br />
Klar ist, dass das Elektroauto der Zukunft nicht mit den konventionellen<br />
Fahrzeugen vergleichbar ist. Alle derzeitigen<br />
Bemühungen rund um hybride Antriebe (z.B. Toyota Auris,<br />
Opel Ampera/Chevy Volt) können nur als Übergang und Zeitgewinn<br />
gelten, bis das reine Elektroauto als Ergänzung zur<br />
konventionellen Antriebstechnologie zur Verfügung steht.<br />
Unter dem Motto »Stadtwerke bewegen« werden seit April<br />
2010 in dem für weitere Teilnehmer offenen »Netzwerk<br />
e-Mobilität« der Trianel GmbH (derzeit bundesweit 58<br />
Stadtwerke), umfangreiche Dienstleistungen für Stadtwerke<br />
im Bereich der Elektromobilität angeboten. Dazu gehört<br />
auch CarSharing, das für Städte und Gemeinden zunehmend<br />
interessant wird.<br />
CarSharing gewinnt nicht nur in Ballungsräumen und in Zeiten<br />
hoher Treibstoffkosten an Bedeutung. Aktuell sind bei<br />
den bundesweiten CarSharing-Anbietern rund 190.000 Nutzer<br />
registriert (1997 etwa 19.000 Nutzer). Individuelle Mobilität<br />
wird dadurch nicht weniger wichtig, aber der Besitz<br />
eines eigenen Fahrzeugs verliert offensichtlich an Bedeutung.<br />
In den Vordergrund rückt stattdessen das Bedürfnis,<br />
kosteneffizient mobil zu sein.<br />
Gleiches gilt - das zeigt der Blick ins Netzwerk, aber auch in<br />
die Statistik - für Firmenflotten und kommunale Fuhrparks.<br />
Hier können dadurch Kosten reduziert werden (variable<br />
Kosten für Treibstoff oder Wartung, aber auch Fixkosten beispielsweise<br />
für die Anschaffung), dass nur gelegentlich genutzte<br />
Pool-Fahrzeuge durch in Spitzenzeiten zur Verfügung<br />
stehende CarSharing-Fahrzeuge ersetzt werden. Sind dies<br />
dann eMobile, können neben Kosten auch Emissionen vor<br />
Mitglieder des Netzwerks e-Mobilität in Deutschland<br />
68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69
erste flotten - Reiner Kolberg<br />
erste flotten - Reiner Kolberg<br />
Zweiräder als Wegbereiter<br />
für eMobilität?<br />
Vielfach belächelt und lange durch Politik, Medien und Wirtschaft mit Desinteresse<br />
gestraft, schafft die Fahrradbranche gerade Fakten:<br />
den Durchbruch von Elektromobilität im Massenmarkt.<br />
Das Interesse an eMobilität per Fahrrad wächst<br />
Die Zeiten, in denen eBikes noch als »Gesundheitsräder«<br />
oder »Rentnermobile« belächelt wurden, sind längst vorbei.<br />
Immer mehr Hersteller und Investoren - auch aus der Automobilbranche<br />
- steigen beim Thema eBike ein und sorgen für<br />
einen hochdynamischen Markt. So wird in der kommenden<br />
Radsaison erstmals in sämtlichen Fahrrad-Kategorien eine<br />
ausgereifte elektrische Unterstützung angeboten. Von praktischen<br />
City- und Einkaufsflitzern über Trekkingbikes für lange<br />
Touren bis hin zu leistungsfähigen Mountainbikes, hochwertigen<br />
Klapprädern, Lastenrädern oder schicken Cruisern<br />
ist für jede Altersklasse und Kundengruppe etwas dabei.<br />
Elektroräder sind dabei nicht nur ein praktisches Transportmittel,<br />
sie bieten auch einen guten Einstieg ins Thema<br />
Elektromobilität. Nicht nur die lautlose Beschleunigung begeistert,<br />
man gewöhnt sich auch schnell an Ladezyklen, Akkupflege,<br />
Softwareupdates, Fachbegriffe wie Amperestunden,<br />
bürstenlose Motoren usw. Viele Häuslebauer denken in<br />
diesem Zusammenhang vielleicht auch gleich an die Ladeinfrastruktur,<br />
rüsten ihre Leitungen auf oder installieren direkt<br />
einen Solar-Carport.<br />
Zunehmend interessieren sich inzwischen auch Unternehmen<br />
und Kommunen für die Ergänzung ihrer Fahrzeugflotten<br />
durch eBikes. Diese sind in Innenstädten schneller als das<br />
Auto, deutlich kostengünstiger in Anschaffung und Unterhalt,<br />
kennen keine Parkplatzprobleme und werden von den<br />
Mitarbeitern, die ganz nebenbei etwas für ihre Gesundheit<br />
tun, bei gutem Wetter sogar gerne gefahren.<br />
Auch touristische Gebiete haben die neuen Chancen und<br />
Potenziale längst erkannt: Sie schließen sich zu eBike-Regionen<br />
zusammen und bieten vor Ort eine komplette Infrastruktur<br />
vom Leih-eBike über Ladestationen bis zum Akkutausch.<br />
Auf die weiteren Entwicklungen im Markt können<br />
wir gespannt sein.<br />
Reiner Kolberg<br />
Kommunikationsberater und<br />
PR-Redakteur<br />
Herausgeber des Portals<br />
www.e-bikeinfo.de<br />
Für große Resonanz in den Medien sorgte der Zweirad Industrie<br />
Verband (ZIV) im März 2011 mit der Meldung, dass<br />
er nach 200.000 verkauften eBikes in Deutschland im Jahr<br />
2010 für 2011 mit 300.000 rechnet. Auch für die künftige Entwicklung<br />
zeigte sich der ZIV optimistisch. Mittelfristig, das<br />
heißt bis 2018, erwartet er ein Volumen von jährlich bis zu<br />
600.000 Stück. Gemeint sind dabei nicht etwa alle Zweiräder,<br />
inkl. Motorrädern und Rollern, sondern ausschließlich<br />
Elektrofahrräder (eBikes oder Pedelecs).<br />
Oft vergessen: Fahrräder sind das effizienteste Fortbewegungsmittel<br />
Angefacht durch einen regelrechten Medienhype wird die<br />
Diskussion um Zukunftsmobilität häufig auf ein einziges<br />
Thema reduziert: die Elektrifizierung des Automobils. Dabei<br />
geht es im Kern um die Erhaltung von Mobilität als Voraussetzung<br />
und Treiber unseres Wohlstands. Die Voraussetzung<br />
dafür ist eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden<br />
Ressourcen, Infrastrukturen und Räume bei gleichzeitiger<br />
Reduktion schädlicher Emissionen. Genau hier bieten<br />
Fahrräder und eBikes als effizienteste Fortbewegungsmittel<br />
ein enormes Potenzial. Und sie passen in unsere Zeit.<br />
Rahmenfaktoren sprechen für eBikes<br />
Mit dem anhaltenden Trend zur Urbanisierung und weiter<br />
70 Neue Mobilität<br />
steigendem Individualverkehr arbeiten inzwischen weltweit<br />
viele Großstädte mit Hochdruck an umweltfreundlichen Konzepten<br />
zur Lösung der Verkehrsprobleme und der Verbesserung<br />
der Lebensqualität. Und auch die Europäische Union hat<br />
sich im März 2011 mit dem »EU Weißbuch Verkehr 2050« die<br />
Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen um 60%<br />
bis 2050 und die Unabhängigkeit vom Öl auf die Fahne geschrieben.<br />
Vorreiter für neue Verkehrskonzepte sind Städte<br />
wie Kopenhagen. Die Stadt strebt inzwischen einen Fahrradanteil<br />
von 50% am Modal Split an. Städte mit ungünstiger<br />
Topographie sehen mit Elektrorädern große Chancen, diese<br />
Vorteile ebenfalls für sich zu nutzen. Erste Flächentests, wie<br />
die Integration von Pedelecs im Projekt »e-Call a Bike« der<br />
Deutschen Bahn in Stuttgart und Aachen laufen bereits.<br />
Ein anderer Treiber für die Verbreitung von eBikes im Massenmarkt<br />
ist der allgemeine Trend zu Gesundheit und Leistungsfähigkeit<br />
bis ins hohe Alter, verbunden mit dem demographischen<br />
Wandel. Fahrradfahren ist beliebt wie nie zuvor<br />
und Pedelecs spielen dabei eine immer bedeutendere Rolle.<br />
So stellt der ADFC als Ergebnis der gerade erschienenen Studie<br />
»Fahrrad-Monitor Deutschland 2011« fest, dass sich die<br />
Anzahl der am Thema Pedelec Interessierten von 2009 bis<br />
heute auf 47% fast verdoppelt hat. In der Gruppe der über<br />
60-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 54%.<br />
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Weitere Informationen: www.veloberlin.com<br />
Das Potenzial ist noch<br />
Kommunen als Vorreiter<br />
Regionale Entscheider informieren sich über die eMobilität<br />
lange nicht ausgeschöpft<br />
Interview mit Ulrike Saade, geschäftsführende Gesellschafterin<br />
der Velokonzept Saade GmbH<br />
Kommunalpolitiker und Energiefachleute aus dem Allgäu trafen sich mit BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
© felt bicycles<br />
Elektromobilität im Allgäu - unter diesem Motto trafen sich<br />
auf Einladung der Stadtwerke Bad Wörishofen und unterstützt<br />
durch das Online-Branchenbuch für eMobilität<br />
www.ehoche.de am 12. Oktober 2011 Kommunalpolitiker,<br />
Energieversorger und Solarinstallateure.<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl referierte über den Status Quo der<br />
Elektromobilität und Professor Bauer von der Hochschule<br />
Kempten berichtete über die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt<br />
eTour Allgäu. Um das Thema für die Zuhörer<br />
griffiger zu gestalten, präsentierten sich die in der Region<br />
ansässigen Ladesäulenhersteller Bauer Elektronik und der<br />
Elektrosportwagen-Entwickler Ruf mit ihren Produkten.<br />
Die Ausführungen beider Redner trafen auf reges Interesse und<br />
positive Resonanz. Solarinstallateur Manfred Guggenmos:<br />
»Mir hat gefallen, dass es laut Herrn Sigl bei den Batterien<br />
keine Abhängigkeiten mehr von seltenen Erden gibt.« Kommunalpolitiker<br />
Rudolf Jackel: »Die minimalen Fahrtkosten von 2<br />
bis 3 Euro auf 100 Kilometer haben mich sofort überzeugt.«<br />
Die Stadt Bad Wörishofen, die bereits mit der eE-Tour Allgäu<br />
erste Erfahrungen gesammelt hat, überlegt nun, wie Elektrofahrzeuge<br />
weiterhin im Stadtbild sichtbar bleiben können.<br />
Michael Kolar von den Stadtwerken: »Mittlerweile ist in der<br />
Kneippstadt eine gute Infrastruktur für Elektrofahrzeuge<br />
entstanden, die Stadtwerke bieten insgesamt drei Stromtankstellen<br />
in zwei zentralen Parkhäusern sowie im ortsansässigen<br />
Thermalbad an. Ergänzt wird dieses Angebot mit<br />
Tankstellen für Elektrofahrräder. Durch die Anschaffung eines<br />
elektrisch betriebenen Busses planen wir den Ausbau<br />
unserer Vorreiterrolle in Sachen Elektromobilität. Bei der<br />
letzten der insgesamt drei Bus-Probefahrten vor Ort war<br />
auch Kurt Sigl mit von der Partie. Fazit für Bad Wörishofen:<br />
Wir bringen die Umsetzung der Elektromobilität voran und<br />
wollen aktiv die Zukunft auf diesem Feld mitgestalten.«<br />
Kolar hatte zusammen mit Johannes Schindler, dem Betreiber<br />
von www.ehoche.de, die Idee, Kurt Sigl nach Wörishofen<br />
einzuladen. Schindler ist es wichtig, die Köpfe der Branche<br />
zu denjenigen zu bringen, die eMobilität in den Regionen<br />
sichtbar machen: »Ich freue mich, für solche Veranstaltungen<br />
Experten aus dem ehoche-Kontaktnetzwerk vermitteln<br />
zu können. So bekommen die regionalen Entscheider Informationen<br />
aus erster Hand und Branchenvertreter Kontakt<br />
zu den Kommunen, die momentan die größten Investoren<br />
in eMobilitätsprojekte sind.« Der Abend war Startschuss zu<br />
einer Veranstaltungsreihe im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes<br />
für den Landkreis Unterallgäu. Elektrofahrzeuge werden<br />
hierbei eine zentrale Rolle spielen.<br />
Johannes Schindler<br />
ehoche GmbH<br />
www.ehoche.de<br />
Die VELOBerlin ist die Publikumsmesse rund um Fahrrad,<br />
neue urbane Mobilität und Reisen. Was erwartet uns in diesem<br />
Jahr?<br />
Die VELOBerlin geht vom 24. bis 25. März 2012 mit vergrößerter<br />
Ausstellungsfläche in der Messe Berlin in die zweite Runde.<br />
Sie bietet vielfältige Produkte und Informationen rund<br />
um das Thema Fahrrad, insbesondere auch viele Elektrofahrräder<br />
- an die 30 Marken sind schon angemeldet. Um<br />
der Vielfalt an unterschiedlichen Fahrrädern gerecht zu werden,<br />
bietet VELOBerlin einen Parcours für Sport-, Stadträder<br />
und eBikes, sowie einen Parcours für Spezialräder. Darüberhinaus<br />
präsentiert VELOBerlin mit der Sonderausstellung<br />
METROMOBILE die Zukunft der urbanen Mobilität. Innovative<br />
Anbieter stellen sich im Rahmen von Fach- und Publikumsvorträgen,<br />
Produktpräsentationen und Infoständen vor.<br />
Im Zweiradbereich hat sich der elektrische Antrieb bereits<br />
jetzt erfolgreich etabliert. Wie sehen Sie die künftige Entwicklung?<br />
Im Gegensatz zum eAuto gibt es das eBike ja schon. Im<br />
Jahr 2011 wurden nach Schätzung des ZIV in Deutschland<br />
fast 400.000 Elektrofahrräder verkauft. Das Potenzial ist<br />
sicherlich noch lange nicht ausgeschöpft, da noch weitere<br />
Zielgruppen mit diesen Produkten angesprochen werden<br />
können. Für die Verbreitung von Pedelecs und eBikes wird<br />
es aber insbesondere im urbanen Raum wichtig sein, dass<br />
die notwendigen Infrastrukturen flächendeckend ausgebaut<br />
werden. Als Beispiel möchte ich unter anderem adäquate<br />
Unter- und Abstellmöglichkeiten und besser ausgebaute<br />
Rad(schnell)wege nennen. Gefragt sind hier aber nicht nur<br />
privatwirtschaftliche Anbieter sondern auch die Politik, die<br />
die Rahmenbedingungen für diese Entwicklung wesentlich<br />
verbessern kann.<br />
Neue urbane Mobilität - wie sieht die Mobilität der Zukunft<br />
für Sie persönlich aus?<br />
Ich genieße den Luxus in Berlin kein eigenes Auto besitzen<br />
zu müssen um mobil zu sein und fahre in der Regel mit dem<br />
Fahrrad, im Sommer wie im Winter. Manchmal kombiniere<br />
ich die Wege mit dem ÖPNV oder nehme auch mal ein Taxi.<br />
Die Fahrradnutzung bedeutet für mich eine große Lebensqualität.<br />
Als Firma haben wir uns gerade ein eBike gekauft.<br />
Da sind auch meine Mitarbeiter ganz scharf drauf. Auch finde<br />
ich die neuen Mietradkonzepte und Carsharing Modelle<br />
interessant. Call a Bike nutze ich seit vielen Jahren, nicht nur<br />
in Berlin, sondern auch in den anderen Städten, in denen<br />
dies angeboten wird - einfach praktisch.<br />
Ulrike Saade<br />
Velokonzept Saade GmbH<br />
www.velokonzept.de<br />
72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73
Erste flotten - VCD<br />
Erste Flotten - Zero Motorcycles Europe<br />
Elektromotorräder<br />
auf dem Vormarsch<br />
eTrends von der Motorradmesse EICMA<br />
Gut Beraten beim E-Rad-Kauf<br />
VCD startet neues Infoportal<br />
Das Projekt »Besser E-Radkaufen« will Informationsdefizite bei den Verbrauchern abbauen<br />
Weniger Emissionen, mehr FahrspaSS - Zero DS 2012<br />
Worauf muss ich achten, wenn ich mir ein E-Rad kaufen<br />
möchte? Wie weit komme ich mit einer Akkuladung?<br />
Diese und viele andere grundsätzliche Fragen rund um das<br />
E-Rad werden immer wieder gestellt. Ab 01. Februar 2012<br />
finden Verbraucher alle Informationen rund ums E-Rad auf<br />
dem VCD-Internetportal www.e-radkaufen.de<br />
Der VCD will mit dem von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium<br />
geförderten Projekt »Besser E-Radkaufen«<br />
helfen, Informationsdefizite abzubauen. Mit einer Informations-<br />
und Aufklärungskampagne sollen Menschen dazu ermutigt<br />
werden, umzusteigen - vom Auto aufs E-Rad. Denn<br />
nur wer die Alternativen kennt und die Unsicherheit im Umgang<br />
mit neuen Fortbewegungsmitteln ablegt, traut sich<br />
Neues auszuprobieren.<br />
Dass sich eMobilität im Alltag längst durchsetzt und zwar vor<br />
allem bei der Fahrradmobilität zeigen die steigenden Verkaufszahlen<br />
der letzten Jahre. Der Markt ist größer geworden<br />
und die Auswahl vielfältiger. Diese sehr positive Entwicklung<br />
macht es gleichzeitig komplizierter, unter den vielen Modellen<br />
das individuell passende zu finden. Verschiedene Antriebe<br />
und Reichweiten, technische Feinheiten der Steuerung, aber<br />
auch die rechtlichen Regelungen erschweren die Entscheidung.<br />
Der VCD hilft dabei, die eigenen Wünsche und Vorstellungen<br />
zu konkretisieren, um eine qualifizierte Kaufentscheidung<br />
treffen zu können. Ausgangspunkt für die Beratung ist der<br />
VCD-Typentest. Durch die Beantwortung von sieben kurzen<br />
Fragen werden die wichtigsten Kriterien für die Auswahl des<br />
passenden E-Rad herausgefiltert.<br />
Das E-Rad schließt in der Nahmobilität eine Lücke zwischen<br />
Fahrrad und Auto und bietet großes Potential, Verkehr vom<br />
Auto auf das (Elektro-)Fahrrad zu verlagern: Auf dem bergigen<br />
Weg zur Arbeit, unterwegs mit Kinderanhängern und<br />
Lasten oder als Fahrrad mit Unterstützung für Senioren ist<br />
man schneller und gesünder unterwegs. Das schont die Umwelt<br />
und reduziert den Ausstoß von CO2 und anderen Schadstoffen,<br />
dazu senkt es die Lärmbelastung und den Flächenverbrauch.<br />
Der VCD wird bei seiner Arbeit durch einen Beirat beraten<br />
und begleitet. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen<br />
und Vertretern von Fahrrad- und Verbraucherschutzorganisationen,<br />
Verbänden wie dem BEM, Institutionen und<br />
Medien.<br />
Wiebke Lemmertz<br />
wiebke.lemmertz@vcd.org<br />
Wasilis von Rauch<br />
wasilis.vonrauch@vcd.org<br />
Rund 1.100 Austeller präsentierten vom 08. bis 13. November<br />
2011 auf der Motorradmesse EICMA in Mailand ihre Produktneuheiten.<br />
Auf über 135.000 Quadratmetern dominierten<br />
dabei die traditionellen Motorräder. Ebenso wie in der Automobilbranche<br />
stehen allerdings auch hier alle Zeichen auf<br />
»Green Mobility«. Ein geringer Benzinverbrauch ihrer Produkte<br />
und weniger CO2-Emissionen sind klare Zielvorgaben<br />
für viele Hersteller.<br />
Dass es noch sparsamer und nachhaltiger geht, zeigte der<br />
Ausstellungsbereich »Green Planet« in Halle 2, welcher sich<br />
ganz auf künftige oder bereits auf dem Markt erhältliche<br />
Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb konzentrierte.<br />
Wenige Schritte weiter konnten die Besucher des »Amerika<br />
Pavillon« erneut 100% grüne eBikes entdecken. Diese boten<br />
zwar einen deutlichen Kontrast zur Masse der Chopper<br />
und Custom Bikes, sind aber ein eindeutiger Vorbote für<br />
einen PS-Paradigmenwechsel auf zwei Rädern: Alternative<br />
Antriebsformen sind die Zukunft und werden unsere Fahrgewohnheiten<br />
verändern.<br />
Im Unterschied zum Elektroauto erfüllen eMotorräder bereits<br />
heute die Bedürfnisse urbaner Mobilität. Elektromotor<br />
und Batterie müssen nur ein geringes Fahrzeuggewicht bewegen;<br />
zu einer guten Leistung und Haltbarkeit kommt die<br />
sehr geringe Wartungsanfälligkeit von Antrieb und Akku.<br />
Das wiederum bedeutet niedrigere Herstellungs- und Servicekosten.<br />
In diesem Segment bringt auch unser Unternehmen Zero<br />
Motorcycles die grüne Welle in Bewegung. Wir haben unsere<br />
neue Modellreihe erstmals nicht in den USA, sondern exklusiv<br />
den EICMA-Besuchern in Europa vorgestellt. Am Zero-<br />
Stand im Amerika Pavillon waren unter anderem die neuesten<br />
Versionen der Straßenmodelle Zero S und Zero DS zu<br />
sehen, die je nach Ausführung über eine Reichweite von bis<br />
zu 183 Kilometern und Höchstgeschwindigkeiten von rund<br />
140 km/h verfügen. Den Bedarf nach kleinen und wendigen<br />
Scootern deckt das Modell Zero XU ab: Der Akku des Großstadtflitzers<br />
ist mit wenigen Handgriffen austauschbar und<br />
lässt sich so im Büro oder in der Wohnung flexibel aufladen.<br />
Die sehr positive Resonanz von Journalisten, Händlern und<br />
Messebesuchern belegt in unseren Augen, dass eMotorräder<br />
auch in Europa ein ernstzunehmender Wachstumsmarkt<br />
sind. Die Begeisterung für die elektrische Zweiradmobilität<br />
ist längst geweckt und im Motorradbereich ausbaufähig;<br />
hierbei sind jedoch auch staatliche Unterstützungen<br />
wichtig, beispielsweise durch Steuervergünstigungen.<br />
Edwin Belonje // Managing Director Europe<br />
Zero Motorcycles Europe<br />
www.zeromotorcycles.com<br />
74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75
Erste flotten - smart<br />
Die innovativsten Energie- und Energieeffizienzlösungen<br />
für Deutschland<br />
Während des Transports auf dem smart for-us wird die Batterie des smart ebike mit Strom versorgt<br />
Spaß mit Strom<br />
smart setzt bei der eMobilität auf Lebensfreude<br />
Solarenergie<br />
emobilität<br />
Industrie<br />
Privathaushalt<br />
»Umweltfreundlicher Fahrspaß zum kundenfreundlichen<br />
Preis« - Unter diesem Motto starten der neue smart fortwo<br />
electric drive und das neue smart ebike im Frühjahr 2012.<br />
»Beide Elektro-smart haben das Zeug dazu, unseren Städten<br />
ein Stück mehr Lebensqualität zu geben. Aber Modelle,<br />
die die Welt verändern wollen, dürfen nicht die Welt kosten«,<br />
so smart-Chefin Dr. Annette Winkler zu den attraktiven Preisen.<br />
In Deutschland ist der smart fortwo electric drive künftig<br />
unter 16.000 Euro netto zu haben - hinzu kommt lediglich<br />
die Monatsmiete für die Batterie. Das smart ebike kommt ab<br />
2.849 Euro in zwei Farbvarianten auf den Markt.<br />
Für 100% Fahrspaß bei null Emissionen sorgt beim smart<br />
fortwo electric drive die weiterentwickelte Antriebstechnik<br />
der dritten Generation. Der 55-kW-Elektromotor knackt nun<br />
die 120 km/h-Marke - und wahrt so auch auf der Stadtautobahn<br />
die gute Laune. Und dank 130 Newtonmeter Drehmoment<br />
kommt der neue Elektro-smart auch bei höherem Tempo<br />
besser auf Touren; und von 0 auf 100 km/h in weniger als<br />
13 Sekunden. Mehr Reichweite - deutlich über 140 Kilometer<br />
- ermöglicht die neue Lithium-Ionen-Batterie, die erstmals<br />
von der Deutschen Accumotive kommt und eine Kapazität<br />
von 17,6 kWh hat. Außerdem wurde die Ladezeit erheblich<br />
verkürzt.<br />
Den gleichen Antrieb hat das Konzept-Auto smart for-us. Es<br />
feierte auf der Detroit Auto Show Anfang Januar 2011 seine<br />
Weltpremiere. Der smart zum Aufladen stellt die Autowelt<br />
mal wieder auf den Kopf und die Vorstellungen, wie ein urbaner<br />
Pick-up aussehen sollte, vom Kopf auf die Füße. Der forus<br />
signalisiert mit einem Augenzwinkern: Das ist das richtige<br />
Auto für junge und junggebliebene Menschen, die aktiv sein<br />
wollen und dabei auf wenig Emissionen und wenig Verkehrsfläche<br />
Wert legen. Mit dem smart for-us ist das praktische<br />
Ladekonzept eines Pick-up erstmals in die Gegenwart des<br />
urbanen Verkehrs im 21. Jahrhundert übersetzt worden. Er<br />
bietet bequemen Platz für Zwei, schafft dahinter aber den<br />
Raum für zwei smart ebikes. Durch die Docking-Station auf<br />
der Ladefläche des smart for-us sind die Batterien immer geladen<br />
und die Fahrer kommen damit auch an Ziele, die mit<br />
dem Auto nicht erreichbar sind - seien es verkehrsberuhigte<br />
Zonen in der Stadt oder einsame Wege im Park.<br />
Seit zweieinhalb Jahren ist car2go das weltweit erste vollflexible<br />
Kurzzeitmietmodell für Autos. Es hat eine beeindruckende<br />
Schallmauer durchbrochen und die Marke von einer<br />
Million absolvierten Mieten erreicht. Dem im März 2009 in<br />
Ulm gestarteten Mobilitätskonzept folgten 2010 und 2011<br />
mit Austin (Texas), Hamburg und dem kanadischen Vancouver<br />
weitere Städte. Im November 2011 kamen Amsterdam<br />
und San Diego mit jeweils 300 smart electric drive hinzu.<br />
Und Stuttgart wird ab 2012 zum lebendigen Schaufenster<br />
für die Zukunft urbaner Mobilität: Kern des Vorhabens werden<br />
die Errichtung der erforderlichen Ladeinfrastruktur für<br />
Elektrofahrzeuge und die Einführung einer Flotte von 500<br />
elektrischen smart car2go Fahrzeugen sein.<br />
Joachim Franz Kutscher<br />
Daimler AG<br />
joachim_franz.kutscher@daimler.com<br />
Bioenergie<br />
Windenergie<br />
Wasserkraft<br />
Geothermie<br />
smart grid ReadY m2m-kommunikation<br />
Wohnwirtschaft<br />
Kommunen &<br />
Gemeinden<br />
ComBInation bietet seinen Kunden umfassende Komplettlösungen zur Steigerung der Energieeffizienz<br />
aus einer Hand. Vor diesem Hintergrund forcieren wir den Zusammenschluss von kleinen,<br />
effizienten und innovativen Unternehmen mit finanzstarken und etablierten Großunternehmen.<br />
Energiebewusst, innovativ, intelligent, kommunikationsfähig und nachhaltig.<br />
76 Neue Mobilität<br />
www.com-bi-nation.de
erste flotten - Phoenix Contact<br />
Erste Flotten - Phoenix Contact<br />
Ladetechnik für eFlotten<br />
Erste Erfahrungen und künftige Anforderungen<br />
Mittels Web-basierter Portallösung kann die Ladeinfrastruktur weltweit überwacht werden<br />
Lastmanagement beim Laden von Elektrofahrzeugen: normkonforme Ladesteuerung und Ladestecksysteme bilden die Basis<br />
Vor weniger als einem Jahr hat Phoenix Contact die ersten<br />
Elektrofahrzeuge für Fahrten zwischen den Standorten<br />
Blomberg und Bad Pyrmont in den Fuhrpark aufgenommen.<br />
An beiden Standorten, die circa 20 Kilometer voneinander<br />
entfernt sind, wurden Ladestationen errichtet - mit Komponenten<br />
aus dem eigenen Unternehmen. Zum einen passen<br />
die eMobile gut ins nachhaltige Energiekonzept des Unternehmens.<br />
Zum anderen soll die Einsatztauglichkeit der Fahrzeuge<br />
und Ladetechnik aus Nutzersicht bewertet werden.<br />
Die Erkenntnisse dienen wiederum der Optimierung eigener<br />
Produkte und Lösungen rund um die Elektromobilität.<br />
Hierzu werden die Ladedaten aufgezeichnet - die nachgeladene<br />
Energiemenge oder der Verlauf des Ladestroms. Über<br />
ein Web-Portal werden die Daten den jeweiligen Fahrzeugen<br />
und Ladestationen zugeordnet und ausgewertet. Auch die<br />
Nutzer geben Erfahrungen weiter. Wie gehen sie mit der geringeren<br />
Reichweite um? Wie kommen technische Laien mit<br />
Ladestation und Stecker zurecht? Wie verhalten sich Fahrzeug<br />
und Ladecharakteristik im Alltag?<br />
Der Energieverbrauch ist unterschiedlich - für die Fahrten<br />
zwischen beiden Standorten wurden Lademengen zwischen<br />
2 und 4 kWh ermittelt. Das liegt an der individuellen Fahrweise,<br />
aber auch an der Nutzung von Licht und Heizung. Im<br />
Durchschnitt verbrauchen die Fahrzeuge circa 15 kWh auf<br />
100 Kilometer. Außerdem wurde ein Phänomen beobachtet,<br />
das aus den Modellregionen bekannt ist: Mit der Nutzungsdauer<br />
steigt das Vertrauen in die Reichweite der Fahrzeuge<br />
und die Nutzer laden an Zwischenzielen weniger häufig<br />
auf. Aus Netzsicht besteht hier Handlungsbedarf, denn nur<br />
mit Elektrofahrzeugen, die mit dem Netz verbunden und im<br />
Energiesystem integriert sind, können Erneuerbare Energien<br />
optimal genutzt werden.<br />
Nach diesen ersten positiven Erfahrungen wird die »Elektroflotte«<br />
bei Phoenix Contact sukzessive erweitert. Weitere<br />
Standorte der Phoenix Contact-Gruppe in Deutschland sind<br />
inzwischen einbezogen, auch die ersten Tochtergesellschaften<br />
im Ausland elektrifizieren ihre Flotte. Die Ladestationen<br />
können weltweit in das Monitoring einbezogen werden.<br />
Die eFlotten der gewerblichen und kommunalen Unternehmen<br />
spielen eine Vorreiterrolle. Die Reichweiten der derzeit<br />
und in Kürze verfügbaren Elektrofahrzeuge reichen schon für<br />
viele Anwendungen - etwa in Logistik, bei mobilen Pflegediensten<br />
oder in kommunalen Wirtschaftsbetrieben. So ist<br />
die Förderung der Flotten in den aktuellen Ausschreibungen<br />
zu den »Schaufensterprogrammen« der Bundesregierung zur<br />
Elektromobilität ein Schwerpunkt. Das Aufladen einer Flotte<br />
stellt spezielle Anforderungen an die Ladeinfrastruktur.<br />
Häufig hat der Fuhrpark nur wenige zentrale Parkplätze zum<br />
Laden der Elektrofahrzeuge. Schon wenige Fahrzeuge, die<br />
gleichzeitig am Netz sind, können große Ströme und Ladeleistungen<br />
bewirken.<br />
Auch aus der Sicht des Energiebezugs kann diese Leistung<br />
kritisch werden. Wenn der mit dem Energieversorger vereinbarte<br />
maximale Bezugswert überschritten wird, drohen Nachzahlungen.<br />
Daher müssen die Ladevorgänge mittels Lastund<br />
Energie-Management aufeinander abgestimmt werden.<br />
Die Mobilitätsanforderungen an die Flotte, der aktuelle<br />
Energiebezug aus dem Netz und die verfügbare Anschlussleistung<br />
auf dem Parkplatz müssen dabei berücksichtigt<br />
werden.<br />
Als Grundlage für das Energie-Management beim Laden von<br />
Elektrofahrzeugen dienen die Normen IEC 61851-1 und künftig<br />
die ISO 15118. Die in der IEC 61851-1 definierte Control-<br />
Pilot-Funktion kann entsprechend des Annex A dieser Norm<br />
mittels eines genormten pulsweitenmodulierten (PWM)<br />
Signals ausgeführt werden. Dabei wird dem Elektrofahrzeug<br />
über das Tastverhältnis des Signals der maximal zur Verfügung<br />
stehende Ladestrom mitgeteilt, den das Fahrzeug<br />
einhalten muss. Dies erfolgt über einen der beiden Signalkontakte<br />
des Ladesteckers. Die Funktion des Control Pilot<br />
erfüllt zum Beispiel ein »EV Charge Controller«, der mit der<br />
Schnittstelle zum Fahrzeug und dem Ladeschutz verbunden<br />
ist. Dieser Ladecontroller ist mit der seriellen Schnittstelle<br />
Modbus/TCP ausgerüstet. So kann jedem Fahrzeug auf dem<br />
Parkplatz ein eigener Ladestrom zugewiesen werden. Ein<br />
einfaches regelbasiertes Lastmanagement kann die Priorität<br />
einzelner Fahrzeuge aus dem Fuhrpark-Management übernehmen<br />
und - in Abhängigkeit von der Lastsituation - entsprechende<br />
Vorgaben im Netz und am Anschlusspunkt generieren.<br />
Erweitert wird das Energie-Management, indem zum<br />
Beispiel Erzeugungswerte aus einer Photovoltaik-Anlage<br />
einbezogen werden.<br />
In großen Unternehmen verteilen sich die Ladestationen zunehmend<br />
auf weltweite Standorte. Web-basierte Portal-Lösungen<br />
erlauben den weltweiten Zugriff auf eine Datenbank,<br />
in die die jeweiligen Ladestationen ihre Daten schreiben. Der<br />
Betreiber sieht seine aktuellen Verbrauchswerte, erkennt<br />
Störungen in einzelnen Ladepunkten, kann Kosten zuweisen<br />
oder die Auslastung einzelner Ladepunkte bewerten. Der<br />
Nutzer bekommt die für ihn relevanten Daten - wie Status des<br />
Ladevorgangs oder geladene Energiemenge - aufbereitet.<br />
Und zwar dank Web-Technologie sowohl auf seinem Rechner<br />
als auch mittels eMobility-App auf dem Smartphone.<br />
Dipl.-Ing. Thorsten Temme<br />
Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />
www.phoenixcontact.com/vorausschauend<br />
78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79
Erste Flotten - MMS Concept<br />
Besser Beraten Handeln<br />
Tourismusregionen<br />
investieren in die Zukunft<br />
Interview mit Matthias Schmidt<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> im Gespräch mit Matthias Schmidt,<br />
der gemeinsam mit seinem Team das Programm e-Tours<br />
Harz initiiert hat, um die Tourismusregion zunehmend nachhaltig<br />
zu mobilisieren.<br />
Worin besteht Ihre Motivation?<br />
In der vergangenen Sommerausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
forderte Christian Heep, Vorstand Marketing beim Bundesverband<br />
eMobilität, in seinem Editorial »es müssen Vorreiter,<br />
Vordenker, Mitspieler und auch Drängler anfangen Leitmarken<br />
zu setzen«. Das haben wir vom Team MMS Concept uns<br />
auf die Fahne geschrieben.<br />
Wir leben da, wo andere Urlaub machen, wir betreiben seit<br />
Jahren sehr erfolgreich Tourismusmarketing mit unserem Label<br />
»Motorradschutzgebiet.de«. Da lag es nahe, den erforderlichen<br />
Schritt hin zu eMotorrädern zu tun.<br />
Wie sieht Ihr Engagement für eine Neue Mobilität konkret<br />
aus?<br />
Unser Programm e-Tours Harz setzt auf Menschen, die unsere<br />
Harzer Natur mit einem sauberen Gewissen genießen und<br />
kein Stück auf Spaß verzichten wollen. Also haben wir über<br />
ein Jahr ausgearbeitet, nachgedacht und probiert.<br />
Jetzt haben wir mit Hilfe eines Sponsorenkonzeptes eMotorräder<br />
angeschafft und bieten den Gästen an, den Harz damit<br />
zu erkunden. Fast täglich kommen neue Angebote hinzu,<br />
die anfängliche Zurückhaltung bei potenziellen Sponsoren<br />
bestehend aus Unternehmen, Vereinen und auch Städten ist<br />
einer wachsenden Euphorie gewichen. Denn die beteiligten<br />
Akteure wissen, dass ganze Regionen den Tourismus mit Hilfe<br />
elektrischer Fahrzeuge neu sortieren können.<br />
Verstaubte Fremdenverkehrsvereine haben ausgedient. Mit<br />
unserer Idee sind Visionen Wirklichkeit geworden und ein<br />
frischer, aber sehr umweltfreundlicher Wind weht durch den<br />
Harz. Die Touristen mieten eMotorräder, um die Region mit<br />
all ihren Highlights mit gutem Gewissen zu erkunden. Aber<br />
wir wollen mehr: Den Einsatz von eBussen und eAutos in Urlaubsregionen,<br />
Urlauber, die mit dem eMobil unterwegs sind<br />
und den Mehrwert der Mobilität mit einem Elektrofahrzeug<br />
erkennen.<br />
Das heißt, weitere Schritte sind notwendig?<br />
Mit unseren eMotorrädern kosten 100 Kilometer Mobilität<br />
weniger als 1 Euro an Strom. Diese »Abenteuermaschinen«<br />
machen Spaß und bringen jedem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht.<br />
Wer erkennt, wie gut ein Elektrofahrzeug fährt und<br />
dass es wenig kostet, wird sich auch privat ein eFahrzeug<br />
anschaffen. Aber die Regionen müssen jetzt aufwachen und<br />
in die Zukunft investieren!<br />
Und deutsche Hersteller müssen die Handbremse lösen und<br />
einen Gang höher schalten - es ist viel einfacher ein Fahrzeug<br />
zu bedienen, wenn keine chinesischen Schriftzeichen<br />
auf dem Armaturenbrett stehen.<br />
eMotorrad für die Touristen im Harz<br />
Matthias Schmidt<br />
MMS Concept<br />
www.mms-concept.de<br />
Rechtsgebiete:<br />
Energierecht<br />
Infrastrukturrecht<br />
Elektro-Mobilität<br />
Unternehmensgründung/<br />
Umstrukturierung<br />
Urheberrecht/<br />
Gewerblicher Rechtsschutz<br />
Compliance<br />
Internationale Rechtsund<br />
Steuerberatung<br />
Steuerberatung<br />
Wirtschaftsprüfung<br />
Öffentliche Auftragsvergabe<br />
Wettbewerbs- und Kartellrecht<br />
Zivil- und Arbeitsrecht<br />
Kommunalberatung<br />
BBH Berlin<br />
Dr. Christian de Wyl<br />
Magazinstraße 15-16<br />
10179 Berlin<br />
Telefon: +49 (030) 611 28 40 20<br />
christian.de.wyl@bbh-online.de<br />
BBH Köln<br />
Dr. Christian Jung, LL.M.<br />
KAP am Südkai/Agrippinawerft 30<br />
5<strong>06</strong>78 Köln<br />
Telefon: +49 (0221) 650 25 107<br />
christian.jung@bbh-online.de<br />
BBH München<br />
Untere Weidenstraße 5<br />
81543 München<br />
BBH Stuttgart<br />
Industriestraße 3<br />
70565 Stuttgart<br />
www.bbh-online.de<br />
Die Sozietät Becker Büttner Held ist einer der führenden deutschen Berater in den<br />
Bereichen Energie- und Infrastrukturrecht mit europaweiter Verflechtung. Als integrierte<br />
Sozietät ist BBH mit 200 Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern<br />
und Ingenieuren sowie insgesamt über 400 Mitarbeitern an den Standorten<br />
Berlin, Köln, München, Stuttgart und Brüssel vertreten.<br />
Markenzeichen der Kanzlei Becker Büttner Held ist der interdisziplinäre Beratungsansatz.<br />
Neben der rechtlichen Analyse werden die wirtschaftlichen und technischen<br />
Zusammenhänge aufgeklärt, um der Praxis so langfristig tragfähige Lösungen anzubieten.<br />
Konsequenz dieses Selbstverständnisses war die Neugründung der Becker<br />
Büttner Held Consulting AG in 2010.<br />
Unser Beratungsschwerpunkt liegt im Bereich Energie, in welchem wir umfassend<br />
aktiv sind. Eine langjährige Verwurzelung und umfassende Kenntnis der Branche<br />
sichern eine herausragende Qualität unserer Tätigkeit, von der unsere Mandanten<br />
profitieren. Verkehr und Infrastruktur, Finanzierungen, Fördermittelberatung, gesellschafts-<br />
und steuerrechtliche Beratung und Gestaltung, Zivil- und Arbeitsrecht<br />
sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht ergänzen den Tätigkeitsbereich. Gerade im Bereich<br />
der Elektromobilität geht es um das Zusammenspiel verschiedener Branchen<br />
und Rechtsgebiete.<br />
Den Kern der Mandantschaft bilden zahlreiche Energie-, Verkehrs- und Versorgungsunternehmen,<br />
vor allem Stadtwerke, Industrieunternehmen und Kommunen,<br />
aber auch internationale Konzerne sowie mittelständische Unternehmen der<br />
Privatwirtschaft ergänzen das Mandantenportfolio. Diese berät BBH in allen Rechtsfragen,<br />
aber auch betriebswirtschaftlich und strategisch bei ihrem wirtschaftlichen<br />
Engagement.<br />
BBH ist zudem in der Politikberatung sowie der Beratung von öffentlichen Körperschaften<br />
und Verbänden tätig. Von Vorteil für diese vielschichtigen Beratungsauf-<br />
gaben ist unser bundesweit gespanntes universitäres Netzwerk und eine Vielzahl<br />
einschlägiger eigener Publikationen.<br />
Gerne stehen wir auch Ihnen mit Rat und Tat erfolgreich zur Seite.<br />
80 Neue Mobilität<br />
www.invra.de<br />
inVra treuhand ag<br />
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
erste flotten - EBG<br />
Erste Flotten - eE-Tour Allgäu<br />
Entspannt auf zwei Rädern<br />
Elektromobilität in ländlichen Regionen<br />
Elektrisch durchs Allgäu<br />
Elektromobilität im Tourismus erfolgreich getestet<br />
Alle Arten von Elektrofahrzeugen können auf dem Parkplatz vor den Gemeindewerken Wendelstein aufgeladen werden<br />
eE-Tour Allgäu Ladesäule in Oberstaufen<br />
Die infolge des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität<br />
ausgewählten Modellregionen sind in erster Linie Ballungsgebiete.<br />
Gerade in der Stadt hofft man auf die Reduzierung<br />
von CO2-Ausstoß und Lärm-Emission durch Elektrofahrzeuge,<br />
die sich durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen<br />
speisen. Das muss hier aber nicht zwingend nur durch<br />
Individualverkehr passieren; auch durch Umrüstung von<br />
Bussen und Schienenfahrzeugen lassen sich entsprechende<br />
Effekte erzielen.<br />
In ländlichen Regionen, wo das Netz des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs<br />
nicht so dicht ist, sind die Menschen deutlich<br />
mehr auf eigene Fahrzeuge angewiesen. Umso besser,<br />
wenn auch hier Initiativen zur Förderung der eMobilität ergriffen<br />
werden - wie zum Beispiel im fränkischen Markt Wendelstein.<br />
Mit etwa 15.500 Einwohnern verteilt auf mehrere<br />
Ortsteile sind die Verhältnisse typisch ländlich. Aber mit seiner<br />
Ausrichtung auf Erneuerbare Energien wie Photovoltaik<br />
und Windkraft setzt Wendelstein klare Akzente.<br />
Die Nähe zu Nürnberg macht die Gemeinde als Wohnort für<br />
Familien attraktiv; das Ortszentrum mit seinem ansprechenden<br />
Straßenbild, der Riemenschneider-Altar in Kleinschwarzenlohe<br />
und die reizvolle Landschaft einschließlich Schlössern<br />
und historischem Ludwig-Donau-Main-Kanal bieten<br />
hervorragende Erholungsmöglichkeiten für Touristen. Mehrere<br />
gut ausgebaute Fahrradrouten laden zu Erkundungstouren<br />
ein.<br />
Die kann man neuerdings auch mit Pedelecs unternehmen.<br />
Drei dieser mit Elektromotoren unterstützten Fahrräder können<br />
bei den Gemeindewerken kostenlos ausgeliehen werden;<br />
außerdem gehört zum Angebot auch ein Elektroroller,<br />
der bis zu 45 km/h schnell ist. Wenn die Akkus (beim Roller<br />
nach etwa 50 bis 60 Kilometern, bei den Fahrrädern nach<br />
ca. 80 Kilometern) aufgeladen werden müssen, steht vor<br />
dem Gebäude der Gemeindewerke eine compleo-Ladesäule<br />
aus dem Hause EBG zur Verfügung, die im Prinzip natürlich<br />
auch Elektroautos aufladen kann. Das robuste Gehäuse aus<br />
schlagfestem Kunststoff ist wetterbeständig und beherbergt<br />
im Inneren eine ausgeklügelte Technologie, die sich auch zukünftigen<br />
Anforderungen wie Vernetzung und Einbindung in<br />
GPS- sowie Abrechnungssysteme gewachsen zeigt.<br />
Die Reaktion der Kunden ist durchweg positiv. Die Reichweite<br />
der Akkus finden sie absolut ausreichend, Gegenwind<br />
und Steigungen sind kein Problem mehr. »Auch die steilste<br />
Wegstrecke hoch zum Rothsee kostet nur ein Lächeln«, berichtet<br />
ein Testfahrer begeistert. Sein Fazit: »50 Kilometer<br />
entspannt gefahren - und es hat wirklich Spaß gemacht!«<br />
Während der Hannover Messe vom 23. bis 27. April 2012<br />
wird die EBG compleo GmbH auf der MobiliTec ausstellen.<br />
EBG compleo GmbH<br />
www.ebg-compleo.de<br />
Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt<br />
eE-Tour Allgäu ist Mitte 2009 gestartet. Insgesamt<br />
haben 10 Partner unter der Konsortialführung der<br />
Allgäuer Überlandwerk GmbH an Mobilitätskonzepten der<br />
Zukunft geforscht und dazu eine vernetzte Infrastruktur entwickelt.<br />
Mit eE-Tour Allgäu hat die Elektromobilität flächendeckend<br />
Einzug in das Allgäu gehalten. Die Elektroautos wurden an<br />
verschiedenen Standorten wie Kempten, Oberstdorf, Oberstaufen,<br />
Bad Wörishofen und Füssen vermietet, Urlauber<br />
und Einheimische konnten so das Allgäu mit Elektroautos<br />
»erfahren«.<br />
Derzeit reisen ca. 80% der Urlauber mit dem eigenen Auto<br />
an, dies könnte sich zukünftig mit dem intermodalen Allgäuer<br />
Mobilitätskonzept ändern, so können z.B. Urlauber mit<br />
dem Zug anreisen und sich an einem der Elektromobilitätsstandorte<br />
ein Elektroauto mieten, denn umweltfreundliche<br />
Mobilität ist in der beliebten Urlaubsregion sehr wichtig.<br />
Ein typischer Tagesablauf könnte sein: Sie mieten sich in<br />
Oberstdorf in ihrem Hotel ein Elektroauto und fahren damit<br />
zu den Königsschlössern in Füssen. Dort angekommen laden<br />
sie ihr Fahrzeug an der Ladesäule auf und während sie<br />
Schloss Neuschwanstein besichtigen, wird das Elektroauto<br />
auf dem Parkplatz geladen, so dass sie problemlos wieder<br />
zurück zum Hotel kommen.<br />
Damit die Fahrer der eFahrzeuge auch immer und überall<br />
zielsicher ankommen, sind die Fahrzeuge mit einem erweiterten<br />
Navigationssystem ausgerüstet, welches von den<br />
Projektpartnern entwickelt wurde. Dieses Navigationssystem<br />
übernimmt nicht nur die Zielführung zum gewünschten<br />
Reiseziel, sondern zeigt dem Fahrer auch die noch vorhandene<br />
Reichweite und alle verfügbaren Ladesäulen an. Dies ist<br />
im Allgäu besonders wichtig, da die schöne Berglandschaft<br />
durch ihre vielen Steigungen eine besondere Herausforderung<br />
für die Batterie der Elektroautos darstellt.<br />
Insgesamt wurden 14 Ladesäulen in der Region aufgestellt,<br />
die mit CO2-freiem Strom betrieben werden. Dies schafft neben<br />
dem schönen Urlaub im Allgäu noch ein gutes Gewissen<br />
für den Urlauber, da man sauber und leise das Allgäu erkunden<br />
kann. Durch die Zusammenarbeit mit der Stadtwerke-<br />
Kooperation ladenetz.de stehen dem eMobilisten über 140<br />
Ladesäulen in Deutschland und Österreich zur Verfügung.<br />
Dass dieses Konzept gut ankommt, beweisen weit über<br />
2.000 Nutzer, die im einjährigen Feldversuch über 220.000<br />
Kilometer mit 42 Elektroautos zurückgelegt haben.<br />
Stefan Sievert<br />
Allgäuer Überlandwerk<br />
info@ee-tour.de<br />
www.ee-tour.de<br />
82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83
erste flotten - Markus Wenzel<br />
erste flotten - Südtirol<br />
Insel Sylt hat Ruhe verdient<br />
Interview mit Markus Wenzel<br />
Südtirol - Nachhaltigkeit im<br />
Alpinen Raum<br />
Markus Wenzel bei der Einweihung der Ladesäule von e8energy für seine eAutos auf SylT Bild: CitroËn Mit der Eisenbahn und Seilbahn schnell auf die PISTE Quelle: Tourismusverband Kronplatz<br />
Welches elektromobile Angebot machen Sie Ihren Gästen?<br />
Bei uns vor der Bürotür, direkt an der Hauptstraße im schönen<br />
Kampen, stehen vier C-Zeros und eine eTankstelle. Das sorgt<br />
für viel Aufsehen - wir nutzen die Autos als Firmenfahrzeuge.<br />
Wir bieten unseren Gästen in Zusammenarbeit mit e8energy &<br />
Citroën die Möglichkeit, die kleinen Flitzer zu testen. Ganz unkompliziert.<br />
»Hier, nimm, fahr‘ mal ‘nen Tag und dann weißt<br />
du, dass Elektromobilät auch Spaß macht!« Ohne Geld, ohne<br />
Verträge, so können die Gäste mal schnell was Neues probieren.<br />
Im Urlaub ist man ja bekanntlich offener für Neues.<br />
Welche Motivation steckt dahinter?<br />
Den Wunsch nach mehr Ökologie und bewusstem Leben<br />
habe ich schon immer gehabt. Ich komme gebürtig aus Dannenberg<br />
- Gorleben und Castor waren immer sehr präsent.<br />
Ich bin dort bereits vor 30 Jahren mit den Anfängen von Solar-<br />
und Windstrom groß geworden. Aber mein Wunsch ist<br />
es, auch ohne »grünes Teesocken-Image« aktiv zu sein und<br />
was zu tun für die Umwelt.<br />
Nutzen Sie selbst auch eFahrzeuge?<br />
Ja, ich fahre nur elektrisch und mein Team ist auch völlig begeistert.<br />
»Öltanker« sind laut, langsam im Anzug, groß und<br />
stinkig. Unsere Insel Sylt hat Ruhe verdient. Bei weiten Strecken<br />
auf dem Festland nehme ich die Bahn, oder manchmal<br />
auch - unökologisch, aber schnell - den Flieger.<br />
Welche Erfahrungen haben Sie damit auf Sylt gemacht?<br />
Sylt ist natürlich eine perfekte Teststrecke. 40 Kilometer lang,<br />
da kommt man mit einer Batterieladung und 130 Streckenkilometern<br />
mehr als prächtig über den Tag. Perfekt wäre ein<br />
eCabrio, dann könnte man die Insel noch besser genießen.<br />
Sylt ist als Vorreiter für alternative Antriebe ideal wegen der<br />
Überschaubarkeit und des Images der Insel. Wenn bei uns<br />
etwas so Innovatives passiert, dann schauen die Menschen<br />
in der ganzen Republik hin. Zudem urlauben hier Entscheider,<br />
die es sich leisten können, ein wenig mehr Geld auszugeben<br />
und damit Zeichen zu setzen.<br />
Wie werden Ihre Fahrzeuge vor Ort wahrgenommen?<br />
Viele sind sehr interessiert, gucken und fragen. Auch die<br />
Insulaner nehmen die Präsenz der eMobile sehr positiv auf<br />
und führen uns immer als Beispiel an, wenn es um zukunftsweisende<br />
Strategien geht. Früher dachte ich immer, ich brauche<br />
einen Hund um »Anschluss« zu finden. Stimmt nicht. Ein<br />
eAuto erfüllt denselben Zweck, muss morgens aber bei Regen<br />
nicht raus.<br />
Markus Wenzel<br />
www.kampeninfo.de<br />
Wer Südtirol von all seinen Blickpunkten betrachten will,<br />
stellt sich der Herausforderung Höhen zu überwinden, Täler<br />
und Berge miteinander zu verknüpfen. Diese Distanzen<br />
faszinieren und fordern die Entwicklung der Mobilität besonders<br />
im alpinen Raum heraus.<br />
Nicht umsonst war bereits im Jahre 1908 die Kohlerer Seilbahn<br />
bei Bozen die erste Bahn für den Personentransport.<br />
Heute finden wir in Südtirol zahlreiche Beispiele, wo das Verkehrswege-<br />
und Bahnnetz mit Seilbahnen und Aufstiegsanlagen<br />
verbunden ist und so Personen schnell und nachhaltig<br />
auf den Berg befördert werden können - zu jeder Jahreszeit.<br />
Das Land ist an den Herausforderungen, die die verschiedenen<br />
Höhenlagen mit sich bringen, zu einer wettbewerbsfähigen<br />
Kompetenz gewachsen. Eine Erfahrung, welche sich<br />
im Bereich der alpinen Technologien wiederspiegelt. In Südtirol<br />
kennt und wertschätzt man Tradition ohne dabei den so<br />
wichtigen Weitblick in die Zukunft zu vernachlässigen. Dabei<br />
setzt das Land deutliche Zeichen, welche den Trend hin<br />
zu Elektro- und nachhaltiger Mobilität unterstreichen. Die<br />
Weichen dazu sind gestellt. Bereits heute produziert Südtirol<br />
doppelt so viel Strom aus Wasserkraft, als im Land selbst<br />
gebraucht wird. Bei der Anwendung von Erneuerbaren Energien<br />
(Photovoltaik, Biogas, Geothermie u.a.) ist Südtirol somit<br />
die führende Region in Italien. Besonders im Personennahverkehr<br />
wird verstärkt auf die Integration von Elektrofahrzeugen<br />
und den damit verbundenen Strukturen und<br />
Dienstleistungen gesetzt, um innovative Mobilitätskonzepte<br />
zu erhalten.<br />
ADAC eRallye Südtirol - Alps Zero<br />
Vom 22. bis 28. September 2012 testen 40 ausgewählte<br />
ADAC-Clubmitglieder unter dem Motto »Fahren und erfahren«<br />
die Effizienz und Alltagstauglichkeit von vier in Serie verfügbaren<br />
Elektrofahrzeugen. Am Start sind der Opel Ampera,<br />
der Daimler smart ed, der Peugeot iOn und der Nissan Leaf.<br />
Auf fünf Routen quer durch das Land, über unterschiedliche<br />
Geländegegebenheiten wird die Leistung der vier Elektro-<br />
Pkw auf den Prüfstand gestellt.<br />
Entscheidend sind unter anderem der Akku-Verbrauch sowie<br />
die Gleichmäßigkeit des Fahrens. Nichtsdestotrotz steht neben<br />
dem technischen Test das Erlebnis im Vordergrund. Die<br />
täglichen Mittags-Ladestopps von 2 bis 3 Stunden werden in<br />
Südtirol mit 300 Sonnentagen im Jahr, Berg- und Talstraßen,<br />
alpinen und mediterranen Köstlichkeiten und einer Vielzahl<br />
an Sehenswürdigkeiten bestimmt kurzweilig.<br />
Petra Kainzwaldner<br />
Südtirol Marketing Gesellschaft<br />
www.suedtirol.info/nachhaltigkeit<br />
84 Neue Mobilität Neue Mobilität 85
erste flotten - movelo<br />
erste flotten - movelo<br />
Das Urlaubserlebnis mit<br />
dem Elektrofahrrad<br />
Bild 2: Bei Hybridelektrofahrzeugen (HEV) müssen chemische, mechanische und elektrische Energie bei der Simulation berücksichtigt<br />
werden (Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />
Geführte Radtour mit dem Elektrofahrrad Photo ©movelo GmbH e-Bike-Fahrerin in der movelo Region »Berchtesgadener Land« Photo: © movelo GmbH<br />
Wenn man von einem Urlaub mit dem Elektrofahrrad spricht,<br />
trifft man unweigerlich auf den Namen movelo. Aber wer<br />
oder was ist movelo eigentlich? movelo ist kein Elektrofahrrad<br />
und auch kein Fahrradhersteller, sondern ein touristisches<br />
Dienstleistungsunternehmen mit dem Sitz in Bad<br />
Reichenhall/Deutschland. Diese Firma setzt sich bereits seit<br />
2005 mit dem Thema Elektrofahrrad im Tourismus auseinander<br />
und bietet für Tourismusregionen ein All-Inclusive-Paket<br />
rund um das Elektrofahrrad an. In den Urlaubsregionen<br />
werden ein flächendeckendes Netz aus Verleih- und Akkuwechselstationen,<br />
Radinfrastruktur, touristische Angebote<br />
inklusive Service und Marketing installiert. movelo arbeitet<br />
exklusiv mit dem Schweizer Qualitätsunternehmen Biketec<br />
und dessen Elektrofahrrad FLYER zusammen.<br />
Gäste »erfahren« die schönsten Sehenswürdigkeiten, die<br />
atemberaubendsten Aussichtspunkte, kulturelle Highlights<br />
und kulinarische Köstlichkeiten der Regionen so genussvoll<br />
wie noch nie. Ausleihen, aufsitzen und los.. heißt dabei der<br />
Slogan mit dem sich Gäste in über 80 Tourismusregionen<br />
in Deutschland, Österreich, Belgien und Spanien eines von<br />
5.000 Elektrofahrräder mieten können.<br />
Sollte man bereits zahlreiche Genusskilometer zurückgelegt<br />
haben und sich die Akkuleistung dem Ende neigen, so fährt<br />
man ganz einfach zur nächsten Akkuwechselstation und holt<br />
sich eine frisch aufgeladene Batterie und kann wieder munter<br />
drauf los radeln. movelo kennt hier keine Grenzen und ermöglicht<br />
ein regionsübergreifendes Angebot. Der Gast kann<br />
ein Urlaubsgebiet verlassen und in die angrenzende Region<br />
radeln und auch dort das Akkuwechselsystem nutzen.<br />
Gäste mit eigenem Elektrofahrrad können von diesem Angebot<br />
ebenso profitieren. Wer einen FLYER besitzt, gibt seinen<br />
Akku bei einer Station ab und holt sich dafür einen Mietakku<br />
und klickt sich damit ganz einfach in das Wechselnetz ein.<br />
Neu ab der Saison 2012 ist ein Ladeinfrastruktursystem in<br />
ausgewählten movelo-Regionen, wobei Gäste mit anderen<br />
Elektrofahrradmarken bei Stationen ihren Akku in abgesicherten<br />
Bereichen aufladen können.<br />
Seit 2011 hat movelo ihre Produktpalette mit der Untermarke<br />
movelo e-Travel erweitert. Dabei handelt es sich um ein Reiseportal<br />
mit Busreisen, Fernradwegen mit Gepäcktransport,<br />
Städtetrips, Reisen in unberührte Landschaften, Kultur- oder<br />
Genussreisen, Pauschalurlaube, geführte Gruppenerlebnisse<br />
und Individualreisen. Für jeden Urlaubstyp ist ein passendes<br />
Angebot im Programm.<br />
Ab kommender Saison bietet movelo mit der Einführung der<br />
movelo GreenCard, einer speziellen Kundenkarte mit vielen<br />
Vergünstigungen, Angeboten und einem vereinfachten Mietverfahren,<br />
dem Endkunden einen zusätzlichen Mehrwert.<br />
Wer über movelo mehr erfahren möchte kann sich im Sommer<br />
2012 bei der großen movelo Promotiontour, bestehend<br />
aus einer Promotionflotte und einer speziellen Show-Truck-<br />
Tour, erkundigen und testen.<br />
Alle Informationen zu den Regionen und dem umfangreichen<br />
Serviceangebot finden Sie unter www.movelo.com.<br />
movelo GmbH<br />
www.movelo.com<br />
unterstützen sie uns.<br />
Werden sie mitglied im bem.<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Fon 030 8638 1874 info@bem-ev.de<br />
www.bem-ev.de<br />
86 Neue Mobilität
STATUS<br />
QUO<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
und assoziieren mit der globalen Marke Innovation, Qualität, Design und “State of the Art“-<br />
Technologie.<br />
Nutzen auch Sie den herausragenden Ruf der Marke TELEFUNKEN für Ihre Produkte und<br />
werden Sie als Lizenznehmer Teil eines globalen Netzwerks, dessen Motor Innovation,<br />
Interaktion und stetige Weiterentwicklung sind.<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
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88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
Elektrofahrzeug-Batterien<br />
jenseits von Mythen<br />
Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner, BEM-Beiratsvorsitzender<br />
Jetzt wird es ernst. Nach vielen Prototypen und Feldversuchen<br />
werden nun Elektroautos einer breiten Kundschaft<br />
zugänglich. Nissan hat bereits über 20.000 Leaf verkauft.<br />
GM/Opel bauen gerade ihre Produktionskapazitäten für<br />
Volt/Ampera massiv aus. Beide Hersteller können derzeit<br />
mehr Autos verkaufen, als ihre Produktion hergibt. Hinter<br />
den Kulissen der globalen Autoindustrie stehen viele Elektroautos<br />
kurz vor der Serienreife.<br />
Allein 2012 erreichen für den Markt extrem bedeutende Produkte<br />
wie smart ED, Renault Zoe, Toyota Prius Plug-In und<br />
Ford Focus E den echten Großserien-Marktstart. 2013 gesellt<br />
sich dann mit dem BMW i3 das erste in Deutschland völlig<br />
neu konstruierte Premium-Elektroauto sowie viele weitere<br />
Modelle hinzu. Mit diesen Entwicklungen ist der Systemwechsel<br />
hin zum Fahren mit elektrischem Strom vom Netz<br />
nachhaltig und unumkehrbar eingeleitet.<br />
Trotzdem herrscht allgemein immer noch eine große Skepsis<br />
gegenüber eAutos. Viele Journalisten schreiben teils sehr<br />
negative Artikel, die diese Innovation häufig zunächst erst<br />
einmal von der Seite »was alles nicht geht« beleuchten.<br />
Die Antriebsbatterien stehen dabei meistens im Fokus. Es<br />
werden sehr viele negative »Mythen« wiederholt, oft auf<br />
falschen Fakten basierend. Dieser Beitrag setzt sich mit den<br />
vier wichtigsten Mythen der Lithium-Ionen-Batterien für Autos<br />
auseinander.<br />
Mythos 1: Batterien sind viel zu schlapp für »echte« Autos<br />
Aus berufenem Munde hört man häufig: »Erst wenn wir<br />
über Batterien verfügen, die einem Golf 600 km Reichweite<br />
ermöglichen, wird sich Elektromobilität durchsetzen«. Die<br />
Frage ist hierbei nur: Geht das überhaupt jemals technisch<br />
und braucht das jemand? Zunächst muss man allerdings<br />
folgendes klar abgrenzen: Ein Elektroauto nur mit Batterie<br />
wird niemals von München nach Hamburg fahren! Das wäre<br />
(auch in ferner Zukunft) weder physikalisch, ökonomisch<br />
noch ökologisch sinnvoll. Der Batterieelektrische Antrieb ist<br />
ausschließlich für die Kurzstrecke in Stadt und Umgebung<br />
geeignet. Allerdings genau eben in dem Einsatzzweck, bei<br />
dem in fast allen Ländern der größte Teil der jährlichen Kilometer<br />
gefahren werden (ca. 70%). Genau hierbei ist die<br />
Batterie als Energie-(Zwischen)Speicher perfekt und ideal.<br />
Marktforschungen haben daher ergeben, dass die ideale<br />
Größe einer Antriebsbatterie beim reinen Elektroauto zwischen<br />
15 und maximal 30 kWh liegt (je nach Gewicht und<br />
Reichweite). Beim Plug-In Hybrid/Range-Extender bei 5 bis<br />
15 kWh. Mit diesen Batteriegrößen kann die Industrie nahezu<br />
sämtliche denkbare Kundenwünsche abdecken. Alle Konzepte<br />
außerhalb dieser Grenzen adressieren entweder nicht<br />
vorhandene Reichweitenbedürfnisse, oder die Konstruktion<br />
des eFahrzeugs ist mangelhaft, weil es z.B. viel zu schwer ist.<br />
Nicht nur deshalb bietet die Technologie der Lithium-Ionen-<br />
Batterie bereits heute genügend Leistung und Energie für<br />
den oben beschriebenen Einsatzzweck. Die Entwicklungsziele<br />
der Batterie-Industrie liegen daher nicht auf der Entwicklung<br />
immer größerer Batterien, sondern darin einerseits<br />
die Herstellkosten und andererseits das Gewicht und den<br />
Bauraum der Batterien zu minimieren.<br />
Mythos 2: Batterien für Autos sind viel zu schwer<br />
Richtig ist, dass ein Batteriesystem der ersten Generation<br />
noch ca. 7-9 kg pro nutzbare kWh wiegt (incl. Gehäuse, Kühlung,<br />
etc.). Entwicklungsziel der Industrie ist es dieses zu<br />
halbieren. Dafür werden ca. 2-3 Generationen, also ca. 5-8<br />
Jahre gebraucht.<br />
Allerdings ist heute schon - bei vernünftiger Auslegung des<br />
elektrischen Antriebsstrangs - der netto Gewichtszuwachs<br />
absolut überschaubar. Schließlich sind Verbrennungsmotoren<br />
mit all der Peripherie (Auspuff, Tank, etc.) auch »relativ«<br />
schwer. So beträgt beim neuen 2012 smart ed ein solcher<br />
Netto-Gewichts-Zuwachs weniger als 6% des Gesamtfahrzeuggewichtes.<br />
Mythos 3: Batterien für Autos sind viel zu teuer<br />
Auch hier muss man relativieren. Absolut gesehen sind die<br />
Herstellkosten für Traktions-Batterien noch zu hoch. Gerade<br />
hier wird die Industrie, hauptsächlich durch die Massenproduktion,<br />
die Kosten um bis zu 50% gegenüber heute senken.<br />
Das geht in der Praxis doch viel schneller, als die meisten Be-<br />
teiligten gedacht haben. Allerdings zeigt das Beispiel 2012<br />
smart ed deutlich, dass schon heute die Serienbatterien der<br />
ersten Generation ein recht gutes Geschäft für die Autohersteller<br />
sein können. So kostet die Herstellung des Batteriesystems<br />
dieses Fahrzeugs geschätzte 6.000 bis 7.000 Euro.<br />
Dies scheint zunächst recht viel und entspricht ungefähr den<br />
Herstellkosten eines smart mit Benzinantrieb. Bei einem<br />
Netto-Verkaufspreis des 2012 smart ed von 16.000 Euro<br />
kann man etwa die Hälfte der Batteriekosten sozusagen als<br />
»direkt vom Kunden bezahlt« abziehen.<br />
Die andere Hälfte der Batteriekosten wird über das Batterieleasing<br />
»zurückverdient«. Für den Kunden sind die 67 Euro<br />
Leasingkosten pro Monat nahezu ein »Nullsummenspiel«,<br />
da sie ungefähr einer gesparten Tankfüllung im Monat entsprechen.<br />
Für smart ist nach ca. vier Jahren die Batterie über<br />
das Leasing vollständig bezahlt; nach ca. 4,5 Jahren inklusive<br />
der Zinsen für das Leasing. Danach verdient smart ordentlich<br />
an den Batterien. Sollte die Batterie die Anforderungen<br />
an die Lebensdauer von mindestens zehn Jahren erfüllen, so<br />
kommt da eine Summe von bis zu 4.000 Euro zusammen.<br />
Mythos 4: Die Haltbarkeit der Antriebsbatterien ist schlecht<br />
Bei Lithium-Ionen-Batterien handelt es sich im Grundsatz<br />
um einen Energiespeicher, bei dem Laden und Entladen<br />
durch chemische Prozesse vonstattengehen. Diese chemischen<br />
Prozesse sind theoretisch unendlich reversibel, d.h.<br />
ein solcher Akku müsste prinzipiell eine unendliche Lebensdauer<br />
haben.<br />
In der Praxis allerdings beeinflussen zwei wesentliche Komponenten<br />
die Alterungsprozesse bzw. die Lebensdauer (siehe<br />
Schaubild). Zum einen führen die bereits bei der Herstellung<br />
von Batteriezellen »eingebauten« kleinsten Unregelmäßigkeiten<br />
und Verunreinigungen zu lokalen schleichenden<br />
Zerstörungsprozessen. Zum anderen wird die Alterung der<br />
Batterie-Zellen maßgeblich durch das sog. Lebenszyklusmanagement<br />
beeinflusst. Hierbei sind die Betriebstemperatur<br />
aber auch das Lade- und Entlademanagement von entscheidender<br />
Bedeutung.<br />
Die Autoindustrie hat die Traktions-Batterie zu einem »non<br />
Service Item« ingenieurtechnisch ausgelegt. Das heißt, dass<br />
die Batterie im Normalfall über die gesamte Lebensdauer<br />
des Fahrzeugs ohne besonderen Service überdauern muss.<br />
Im Extrem sind das 15 Jahre und bis zu 250.000 km Laufleistung.<br />
Ob das bereits in der ersten Generation so gelingt, ist<br />
ein großes Geheimnis. Allerdings lässt die Industrie keinen<br />
Zweifel daran, dass dies mindestens bei der nächsten Generation<br />
gelingen wird.<br />
Neben hochpräzisen und hochautomatisierten Produktionsprozessen,<br />
vor allen Dingen bei den Lithium-Ionen Zellen,<br />
liegen die Entwicklungsschwerpunkte beim sog. Batterie-<br />
Management System. Hier wird vor allen Dingen Software<br />
den Unterschied machen.<br />
Fazit<br />
Batterien für Elektroautos sind bereits heute besser, als ihr<br />
Ruf. Sie werden jedenfalls nicht der wesentliche Engpass bei<br />
dem Systemwechsel zur Elektromobilität sein. Es ist vielmehr<br />
wie immer der Mensch, der einerseits den Willen zum<br />
Umstieg haben muss. Aber auch die Politik ist andererseits<br />
bei Systemwechseln gefordert. So wird der smart ed in Frankreich<br />
die Kunden deutliche 5.000 Euro weniger kosten. Eine<br />
solche Anschubfinanzierung hilft der Industrie mittelfristig<br />
kostengünstige und langlebige Batterien zu entwickeln und<br />
damit den Systemwechsel weg vom Öl hin zum emissionsfreien<br />
Fahren mit Strom vom Netz zu vollziehen.<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner // BEM-Beiratsvorsitzender<br />
VentureCheck Company<br />
www.venturecheck.com<br />
Ein eAuto-Batteriesystem kann bei richtiger Auslegung sehr hohe Lebensdauern erreichen<br />
Maximale Lebensdauer:<br />
15 Jahre<br />
250 Tkm<br />
100% sicher<br />
Quelle: VCC, Panasonic, Nissan<br />
50 %<br />
50 %<br />
Batteriesystem<br />
Nissan Leaf (2011)<br />
exzellente<br />
Zellenqualität<br />
optimales<br />
Lebenszyklus-Management<br />
• hochqualitative Rohmaterialien<br />
• hoch-präzise Produktionsprozesse<br />
• exzellentes Monitoring, sehr enges Ausschussfenster<br />
• schmales, ideales Temperaturfenster<br />
• adaptives Lade-/Entlademanagement<br />
• laufendes modellbasiertes Balancieren<br />
Diese Anforderungen sind zum Teil zehnfach<br />
höher als bei Akkus für Laptops/Handys<br />
Lithium-Ionen-Zelle<br />
90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />
Induktives Laden<br />
Die urbane Lösung von morgen?<br />
»Der alles entscheidende Faktor für die Zukunftsfähigkeit<br />
ist die Nutzerakzeptanz.«<br />
Ganz so einfach, wie bei der elektrischen Zahnbürste ist es<br />
nicht, wenn man Elektrofahrzeuge mittels Induktion kontaktlos<br />
mit Energie versorgen will.<br />
Die induktive Energieübertragung ist ein vielversprechendes<br />
Zukunftsthema für die Elektromobilität, da sie den Ladevorgang<br />
komfortabler und sicherer gestalten könnte. Beim induktiven<br />
Laden wird der Ladestrom elektromagnetisch und<br />
damit berührungslos von einer Spule auf eine andere Spule<br />
übertragen. Die energieabgebende Spule kann flächenbündig<br />
in den Parkplatz integriert werden. Im Stadtraum<br />
könnte somit die weitere Verstellung mit Stadtmöbeln für<br />
Elektromobilität vermieden werden, was gegebenenfalls die<br />
Bereitschaft der Stadtbezirke zur Unterstützung dieser umweltfreundlichen<br />
Mobilitätsvariante steigert. Für den Nutzer<br />
entfiele das häufige Ein- und Ausstecken der Stromkabel,<br />
was einen beachtlichen Komfortvorteil darstellt. Die Ladetechnologie<br />
funktioniert sicher unter allen Witterungsbedingungen<br />
- auch bei Nässe, Eis und Schnee, da Freiräume zwischen<br />
den Spulen von 10 cm und mehr technisch machbar<br />
sind.<br />
Vom Nutzer kann nicht erwartet werden, dass er sein Fahrzeug<br />
immer optimal über dem Ladefeld im Parkplatzbelag<br />
abstellt. Deshalb ist es bei veränderlicher relativer Position<br />
von abgebender Primärspule zu aufnehmender Sekundärspule<br />
zur Erhaltung einer optimalen Leistungsübertragung<br />
notwendig, die Induktivitätsänderungen durch eine Kondensatorbank<br />
nachzuregeln, sodass die Induktivität immer<br />
durch die Kapazität kompensiert wird und das System somit<br />
ein rein ohmsches Verhalten zeigt.<br />
Es handelt sich also um eine Geometriefrage, die es zu klären<br />
gilt, wobei der Spulenabstand zueinander, also der Luftspalt<br />
eine nicht so kritische Größe darstellt, wie die Position in lateraler<br />
und transversaler Richtung. Aber auch der seitliche<br />
Versatz ist durch eine Kondensatorbank so kompensierbar,<br />
dass die Koppelinduktivität optimal gehalten werden kann<br />
und damit die übertragbare Leistung hoch bleibt. Für den<br />
Spulenabstand gilt, dass die magnetische Kopplung umso<br />
besser ist, je geringer das Verhältnis von Luftspalt zu Spulendurchmesser<br />
ist. Neben dem Energieübertragungs-Wirkungsgrad<br />
ist für die Systemauslegung vor allem die über<br />
den Luftspalt übertragbare Leistung relevant. Diese nimmt<br />
bei wachsendem Abstand wesentlich schneller ab als der<br />
Wirkungsgrad.<br />
Der nächste logische Schritt - induktiv laden, aber während<br />
der Fahrt<br />
Grundsätzlich gilt, je höher die Übertragungsfrequenz, desto<br />
größer ist auch die übertragbare Leistung/Energie pro Zeit<br />
und desto kleiner können die Bauteile ausfallen. Allerdings<br />
werden damit auch die Bauteile und das Versorgungskabel<br />
teurer. Bis 50 kHz sind heute gute und verhältnismäßig<br />
günstige Bauteile verfügbar.<br />
Bei Lagestabilität ist ein hoher Wirkungsgrad (bis zu 96%<br />
inklusive der Spulenverluste) der berührungslosen Energieübertragung<br />
realisierbar. Dies ist bei stehenden Anwendungen<br />
in der Regel machbar, wobei Abweichungen in geringem<br />
cm-Bereich als unproblematisch angesehen werden können.<br />
Bei größeren Positionsungenauigkeiten werden die Verluste<br />
schnell sehr groß.<br />
Das induktive Laden besitzt aber noch eine weitere Dimension:<br />
Dadurch, dass es keine mechanischen Verbindungen<br />
mehr gibt, lässt sich die Energieübertragung auch dynamisch,<br />
also bei bewegtem Fahrzeug realisieren. Hierbei hat<br />
die Fahrgeschwindigkeit keinen Einfluss auf die Energieübertragung.<br />
Dieser Umstand eröffnet ungeahnte Flexibilität<br />
für elektrifizierte Verkehre, sowohl gestalterisch, z.B. durch<br />
den Entfall von Oberleitungen für Straßenbahnen, als auch in<br />
Bezug auf die realisierbare Reichweite. Andererseits lassen<br />
sich durch die dynamische Zwischenladung auch Elektrofahrzeuge<br />
mit kleineren Batterien denken, deren Kosten damit<br />
nicht mehr so exzessiv über denen heutiger Verbrenner-<br />
Fahrzeuge lägen.<br />
Aufwändig ist bei induktiven Ladesystemen die Übertragung<br />
im fahrenden Zustand wegen des einzuhaltenden definierten<br />
Luftspalts und der Positionsgenauigkeitsanforderung<br />
der Sekundärspule über dem Primärleiter. Die seitliche Positionsoptimierung<br />
kann über eine automatische Spurführung<br />
des Fahrzeugs erfolgen, für die wiederum das in der Straße<br />
verlegte Primärkabel als Referenz genutzt wird (automatische<br />
Suche des Optimums der Energiedichte/Feldstärke).<br />
Varianten von Primärleitungen [Quelle IABG 2011]<br />
Ein grundsätzliches Problem bei in der Straße verlegten Leitungen<br />
sind die Verkehrslasten. Das primärseitige Kabel und<br />
ggf. weitere in die Straße integrierte oder unter der Straße<br />
eingegrabene Komponenten müssen hier Überfahrten von<br />
allen straßenzugelassenen Fahrzeugen schädigungsfrei ertragen,<br />
inklusive Versätzen des Straßenbelags durch z.B.<br />
Bremskräfte und thermische Strukturveränderungen. Erschwerend<br />
kommt hier hinzu, dass für eine möglichst gute<br />
Energieübertragung eine oberflächennahe Installation des<br />
Primärkabels wünschenswert ist. Hierdurch wird die bauliche<br />
Realisierung komplex und aufwändig, was sich negativ<br />
auf die Kosten des Systems auswirkt.<br />
Wegen der vergrabenen und damit nicht einfach für Wartungs-<br />
und Inspektionszwecke erreichbaren Komponenten<br />
muss die Betriebsstabilität als kritisch angesehen werden.<br />
Hierbei wirken durch die häufigen An-/Aus-Zyklen neben<br />
den mechanischen und thermischen Belastungen auch elektrischen<br />
Lasten negativ auf die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit<br />
der Bauteile.<br />
Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />
92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />
Fortsetzung von vorheriger Seite<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />
Induktives Laden<br />
»Ob sich induktive Systeme als urbane, öffentliche Ladelösung<br />
für Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt ganz<br />
entscheidend von der Einstellung und dem Verhalten<br />
der Kommunen ab.«<br />
Dennoch kann ein dynamisches, induktives Ladesystem<br />
interessant sein, denn hier ergibt sich die Möglichkeit der<br />
kombinierten Nutzung durch unterschiedliche Transportmittel<br />
wie Straßenbahn, elektrifizierter Bus, Elektrotransporter<br />
und Elektro-Pkw. Die Primärseite stellt bis zu einem Maximalwert<br />
Energie zur Verfügung. Wieviel davon abgerufen<br />
wird, bestimmen die jeweiligen Fahrzeuge selbst.<br />
Wirkungsgrad, Streufeld und Personengefährdung<br />
Die dynamische induktive Energieübertragung bleibt gegenüber<br />
den mit bis zu 96% Energieübertragungs-Wirkungsgrad<br />
in etwa mit konduktiven Systemen gleichwertigen statischen<br />
induktiven Systemen noch zurück. Hier muss mit 10% und<br />
mehr Verlust gerechnet werden. Insbesondere mit Blick auf<br />
die zu übertragende Leistung ist zu beachten, dass die Eindringung<br />
des elektromagnetischen Feldes in, in der Nähe liegende,<br />
metallische Teile, dort parasitäre Ströme erzeugt, die<br />
in diesen Bauteilen zu entsprechender Erwärmung führen.<br />
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist ein wesentlicher<br />
Sicherheitsaspekt. Voraussetzung für einen Einsatz eines<br />
induktiven Ladesystems ist, dass das (mittelfrequente)<br />
elektromagnetische Feld außerhalb des Fahrzeugbereiches<br />
sicher aus sein muss. Bei einem konduktiven Versorgungssystem<br />
ist dies unkritisch, da durch die Steckverbindung die<br />
leitenden Teile direkt miteinander in Kontakt kommen und<br />
somit das entstehende Feld gering ist. Beim induktiven System<br />
soll das Feld stark sein, damit genügend Energie in der<br />
zur Verfügung stehenden Zeit übertragen werden kann. Ein<br />
starkes Feld führt aber zu gesundheitlichen Risiken sowie<br />
zu Sicherheitsproblemen, wenn es frei abstrahlt, also nicht<br />
durch eine Aufnahmespule »eingefangen« wird.<br />
Die Feldstrahlung hängt von der Frequenz des Feldes und<br />
von der Stromstärke im Primärleiter ab. Der Gefahrenbereich<br />
liegt bei den für die Versorgung von Elektrofahrzeugen angedachten<br />
Systemen im Meter-Bereich. Daraus folgt einerseits,<br />
dass entweder die bestromten Primärleitersegmente<br />
sehr kurz (etwa 1 Meter) sein müssen, sodass nur vollständig<br />
unterhalb des Fahrzeugs befindliche Abschnitte ein Feld<br />
aufbauen, oder die mit dynamischen Induktionssystemen<br />
ausgestatteten Fahrbahnen müssten vom restlichen Verkehr<br />
separiert sein, sodass kein Unbeteiligter in die Nähe der Primärleitung<br />
kommt.<br />
Was ist mit Netzlastmanagement und Rückspeisung?<br />
Lastmanagement im Energienetz, zu dem neben der gesteuerten<br />
Aufladung von Elektrofahrzeugbatterien durch eingespeiste<br />
volatile Erneuerbare Energie auch die Rückspeisung<br />
aus den Fahrzeugbatterien zählt, bedingt einen unmittelbaren,<br />
zeitlich steuerbaren Zugriff auf wesentliche Fahrzeugsoftware<br />
und damit auch vertragliche Regelungen zwischen<br />
Energieversorger, Fahrzeughersteller und Fahrzeugnutzer.<br />
Weiterhin setzt Lastmanagement die Kommunikationsfähigkeit<br />
des Ladepunktes und die Einbindung der Ladeinfrastruktur<br />
in ein Back-End System voraus.<br />
Prinzipiell sind auch induktive Ladesysteme über ein Lastmanagement<br />
steuerbar und verhalten sich beim Ansatz<br />
Wind-to-Vehicle, also der gesteuerten Beladung des Fahrzeugs<br />
mit elektrischer Energie nicht anders als ein konduktives<br />
System. Schwieriger war dies bislang beim zweiten Teil<br />
des Lastmanagements, indem Vehicle-to-Grid, also das gesteuerte<br />
Entladen der Fahrzeugbatterie erfolgt. Inzwischen<br />
sind auf dem Markt aber bidirektionale Umrichter verfügbar,<br />
sodass auch ein Rückspeisen über den induktiven Versorgungsweg<br />
möglich ist.<br />
Viele Hürden - Warum ist die Zukunft dennoch induktiv?<br />
In diesem wurden einige Aspekte des induktiven Ladens gestreift,<br />
bei denen es noch eingehender weiterer Forschung<br />
und Entwicklung bedarf. Auch ist aufgrund der teuren Bauteile<br />
der Hochfrequenztechnik damit zu rechnen, dass auf<br />
absehbare Zeit induktives Laden im Invest zumindest nicht<br />
günstiger sein wird als konduktive Ladesäulen. Und ohne<br />
Gewährleistung der weitgehenden Wartungsfreiheit der<br />
vergrabenen bzw. verbauten Komponenten des induktiven<br />
Energieübertragungssystems werden auch bei den Betriebskostenkalkulationen<br />
nur schwerlich Vorteile gegenüber dem<br />
Laden über Kabel und Stecker ansetzbar sein.<br />
Dennoch, der alles entscheidende Faktor für die Zukunftsfähigkeit<br />
ist die Nutzerakzeptanz. Die Bedienerfreundlichkeit<br />
aufgrund der automatischen Erkennung des induktiven Ladepunktes<br />
ist ein schwergewichtiger Trumpf des induktiven<br />
Ladens gegenüber der Handhabung von Kabel und Stecker<br />
sowie dem Unfall- und Vandalismus-Risiko eines konduktiven<br />
Ladesystems. Ein weiterer Trumpf wird in der Vermeidung<br />
von Konflikten mit dem Stadtbild gesehen. Und nicht zuletzt<br />
ist auch die Frage der Schaffung einheitlicher internationaler<br />
Standards beim induktiven Laden einfacher, denn es genügt<br />
im Prinzip, die Primärseite festzulegen. Spezifische Einstellungen<br />
zum Laden können über Fahrzeugbedienelemente<br />
oder Smart-Phone-Applikationen ausgetauscht werden.<br />
Was nun die induktive Energieübertragung während der<br />
Fahrt betrifft, so sind hier noch wesentlich größere Herausforderungen<br />
zu bewältigen, die nicht nur rein technischer<br />
Natur sind. So ist bei Bahnsystemen, die sich wegen der<br />
Spurführung besonders anbieten, auch immer die Migration,<br />
d.h. die Zeit von der Einführung eines neuen Systems bis<br />
zur vollständigen Umstellung der entsprechenden Verkehrsinfrastruktur<br />
zu berücksichtigen. Es ist zu erwarten, dass auf<br />
absehbare Zeit nur Kurzstreckenüberbrückungssysteme,<br />
z.B. zur Ermöglichung des Weglassens komplizierter Fahrdrahtbespannungen<br />
an Kreuzungen über Induktion umgesetzt<br />
werden. Hier steht das induktive System dann aber<br />
in Konkurrenz zu anderen Optionen der Kurzzeitversorgung<br />
des Fahrzeugs, z.B. durch einen Energiespeicher in Form einer<br />
kleineren Batterie oder über Supercaps, die wiederum<br />
über den Fahrdraht/Stromabnehmer vor der leitungsfreien<br />
Kreuzung aufgeladen werden können. Gerade im öffentlichgewerblichen<br />
Transportbereich wird ein induktives dynamisches<br />
System seine Wirtschaftlichkeit beweisen müssen.<br />
Ob sich induktive Systeme als urbane, öffentliche Ladelösung<br />
für Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt ganz entscheidend<br />
von der Einstellung und dem Verhalten der Kommunen<br />
und hier insbesondere der Tiefbauämter ab. Denn<br />
jede Installation stellt einen Eingriff in das öffentliche Straßenland<br />
dar, der allerdings im Gegensatz zu konduktiven Ladesäulen<br />
nach Fertigstellung im Idealfall nicht sichtbar ist.<br />
Dipl.-Ing. Gunter Nissen<br />
Dornier Management Consulting<br />
Senior Consultant Energy & E-Mobility<br />
Gunter.nissen@dornier-consulting.com<br />
www.dornier-consulting.com<br />
94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />
Leichtbau<br />
Motive und Strategien<br />
Abb. 1: Fahrwerkteil mit Leichtbaustruktur<br />
Frontal 21 sendete im Oktober 2010 erstaunliche Testergebnisse:<br />
Im Stadtverkehr wurde der Spritverbrauch beispielsweise<br />
eines VW Golf Baujahr 1982 mit dem des neuen<br />
Spritspar-Modells Golf VI BlueMotion verglichen. Ergebnis:<br />
Der Ur-Golf ist sparsamer! Wie kann das sein?<br />
Bis auf den Strömungswiderstand, der im Citybetrieb bei<br />
heutigen Pkw keine entscheidende Rolle spielt, steigen alle<br />
Fahrwiderstände und so die zum Überwinden von Rollreibung,<br />
Beschleunigungs- und Steigungswiderstand nötige<br />
Energie mit dem Fahrzeuggewicht. Der Golf I wog etwa 750<br />
kg, der Golf VI BlueMotion wiegt rund 1,3 Tonnen. Das höhere<br />
Fahrzeuggewicht kompensiert die Effizienzsteigerung<br />
des Antriebs. Sparsamere Autos erfordern also nicht nur effizientere<br />
Antriebe, sondern geringeres Gewicht. Ein Grund,<br />
warum Autos immer schwerer wurden, liegt im Stellenwert<br />
von Ausstattung und PS-Leistung. Verglichen werden Motorleistungen,<br />
obwohl das Leistungsgewicht, das Verhältnis<br />
von Gewicht zu Motorleistung, die Fahrleistungen bestimmt.<br />
Gewünscht werden Premium-Ausstattung und Volumen. Zugunsten<br />
der Universal-Rennreiselimousine wird auf Stadttauglichkeit<br />
verzichtet. Noch - ein Wandel zeichnet sich ab.<br />
Das Auto verliert als Statussymbol, praktische Eigenschaften<br />
sind gefragt. Gewicht macht auch nicht sicherer. Leichte Fahrzeuge,<br />
richtig konstruiert, bieten genauso höchstes Sicherheitsniveau,<br />
wie wir exemplarisch in der Formel 1 sehen.<br />
Leichtbau als zeitgemäße Konstruktionsphilosophie reduziert<br />
den Energiebedarf beim Fahren, spart Rohstoffe und<br />
Energie bei der Herstellung und fördert die Langlebigkeit.<br />
Elektrofahrzeuge profitieren deutlich mehr vom Leichtbau<br />
als Fahrzeuge mit fossilem Antrieb: Gute Reichweiten und attraktive<br />
Fahrleistungen werden mit leichten und bezahlbaren<br />
Batterien möglich. Erhält ein Elektroauto statt klassischem<br />
Antriebsstrang radintegrierte Maschinen, muss die Karosserie<br />
weder das Gewicht dieser Komponenten tragen, noch<br />
die davon erzeugten Kräfte abstützen. Die Anforderungen an<br />
Strukturbauteile reduzieren sich, Raum wird besser genutzt.<br />
Ideale Voraussetzungen für konsequenten Leichtbau, bei<br />
dem es statt einiger Kilogramm mindestens um eine Massehalbierung<br />
geht. Leichtbau ist ein Naturprinzip, von dem wir<br />
uns inspirieren lassen können. Stabile und zweckgemäße<br />
Strukturen entstehen durch Verbindung unterschiedlichster<br />
Materialien und intelligente Formgebung (Mikrostrukturierung,<br />
Profilierung, Knotenausbildung etc.).<br />
Leichtbau nutzt leichte Werkstoffe (Stoff/Materialleichtbau),<br />
besondere Konstruktionsprinzipien (konstruktiver Leichtbau,<br />
Formleichtbau, Konzeptleichtbau/Funktionsintegration<br />
etc.) und geeignete Fügeverfahren. Die bloße Substitution<br />
z.B. von Stahl durch Aluminium schöpft Leichtbaupotentiale<br />
nicht annähernd aus. Kunststoffe, Faserverbundmaterialien<br />
(Glas- und Kohlefaserkunststoffe/GFK, CFK) und Leicht-<br />
metalle (Aluminium, Magnesium etc.) sind, vorzugsweise<br />
kombiniert, mögliche Werkstoffe für leichte Fahrzeuge. Umweltverträglichkeit,<br />
Gewichtsersparnis und Langlebigkeit<br />
bieten Biokomposite auf Basis nachwachsender Rohstoffe<br />
(NFK), etwa Flachs, Jute, Hanf oder Sisal und wurden schon<br />
beim Trabant genutzt.<br />
Bestand bisher im Automobilbau ein Werkstoff-Paradigma -<br />
Stahl als Basismaterial wurde nie wirklich in Frage gestellt<br />
- suchen wir im Leichtbau nach bestimmten Materialeigenschaften.<br />
Ein Beispiel: Elektroantriebe erzeugen wenig Verlustwärme.<br />
Damit wir effizienter heizen oder kühlen können,<br />
sollte ein Elektroauto, gleich moderner Gebäude, über<br />
eine Wärmedämmung verfügen. Diese erweiterte Anforderung<br />
erfüllen z.B. Sandwichplatten mit Waben- oder<br />
Schaumkern und Deckschichten aus Leichtmetallen oder<br />
Faserverbundstoffen bei zugleich geringem Gewicht und hoher<br />
Festigkeit. Ein anderes Beispiel: Die Batterie, schwerstes<br />
Bauteil eines Elektrofahrzeugs, muss crashsicher und fahrdynamisch<br />
optimal untergebracht werden.<br />
Ein Einbau in den Fahrzeugboden erfüllt diese Anforderungen.<br />
Anstatt nun einen Rahmen auszubilden, der die<br />
komplette Batterie aufnimmt, können die einzelnen Zellen<br />
unmittelbar in die Bodengruppe eingefügt und durch integrierte<br />
Leiterstrukturen gleich verschaltet werden. Hierfür<br />
eignen sich Kompositmaterialien aus Kunststoff und Metall.<br />
Ein Ende der Eisenzeit im Fahrzeugbau ist in Sicht!<br />
Die auftretenden Kräfte, die nach Betrag und Wirkrichtung<br />
genau bekannt sein müssen, und das gewählte Material<br />
bestimmen die Formgebung. Ein Fahrwerkteil etwa ist dann<br />
perfekt, wenn sich die aus allen möglichen Belastungen<br />
resultierenden Materialspannungen gleichmäßig verteilen<br />
und vom Material beherrschbare Größen vollständig nutzen.<br />
Überdimensionierungen wie Schwachstellen werden<br />
so vermieden. Das Konstruktionswerkzeug ist die FEM-Analyse,<br />
die Materialspannungen visualisiert. Früher übliche<br />
Werkstoffgeometrien mit gleichmäßigen Wandstärken und<br />
ingenieurmäßigen Rundungen offenbaren, FEM analysiert,<br />
ihr Optimierungspotential. Bionische Prinzipien eignen sich<br />
hier besonders. Der Längslenker (Abb. 1), Teil eines vom<br />
Autor konstruierten Leichtfahrzeugs, zeigt, wie ein bionisch<br />
optimiertes Bauteil aussehen kann; Radien sind durch stetige<br />
Übergänge ersetzt, die Materialstärken der Tragstruktur<br />
variieren.<br />
Großflächige Fahrzeugstrukturen können durch vibrationsdämpfende<br />
und leichte Sandwichplatten (Abb. 2) ersetzt<br />
werden.<br />
Abb. 3 vergleicht eine Alu-Platte mit der abgebildeten Wabenplatte.<br />
Die Belastbarkeit der Wabenplatte ist größer, die<br />
Spannungsverteilung günstiger - Gewichtseinsparung 50%.<br />
Verkleidungs- oder Karosserieteile können vorteilhaft aus<br />
Thermoplasten gefertigt werden. Neben der Gewichtseinsparung<br />
sind z.B. Polacarbonat-Platten schlagzäh, in der<br />
Abb. 2 Leichtbausandwichplatte<br />
Abb. 3 visualisierte Spannungsverteilungen<br />
Substanz durchgefärbt und korrossionsbeständig, also unempfindlicher<br />
als das »heilige Blechle«. Die Formgebung<br />
erfolgt aufwandsarm durch Thermoformen.<br />
Noch sind Elektrofahrzeuge Exoten mit kleinen Stückzahlen.<br />
Die umrissenen Leichtbaustrategien bieten sich für die Neukonstruktion<br />
von Elektrofahrzeugen auch an, weil die hohen<br />
Aufwendungen für Stahlteile (große Presswerke, teure<br />
Werkzeuge) durch smarte Verfahren (CNC-Zerspanung,<br />
Vakuumtiefziehen, Rapid-Manufacturing etc.) auf ein für<br />
kleinere Serien tragbares Maß reduziert werden können.<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
Erfinder, Entwickler,<br />
Konstrukteur und Berater im<br />
Bereich Elektromobilität<br />
Inhaber der Esch Projekt<br />
Systementwicklung Berlin<br />
www.esch-pro.com<br />
96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Christian Hanke & MaTThias Diller<br />
Status Quo der Elektromobilität - Christian Hanke & Matthias DIller<br />
Nachfragepotenzial von<br />
Elektrofahrzeugen<br />
Ein Fazit aus der Modellregion Bremen-Oldenburg<br />
In der Gesamtschau halten wir die Annahme der Bundesregierung<br />
für überaus optimistisch. Der gewünschte Markthochlauf<br />
scheint in der Kürze der Zeit kaum zu realisieren.<br />
Die Fortschritte der Elektromobilität müssen sich mit den erwarteten<br />
Effizienzentwicklungen bei konventionellen Fahrzeugen<br />
messen lassen können und zumindest den bisherigen<br />
Abstand bei Anschaffungspreisen oder der Reichweite<br />
durch deutlich geringere Betriebskosten bei den Elektrofahrzeugen<br />
auffangen. Dem läuft aktuell allerdings z.B. die<br />
Entwicklung bei den Strompreisen eher entgegen. Es bleibt<br />
daher abzuwarten, ob die bisherigen Anstrengungen ausreichen,<br />
damit Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren im<br />
Straßenbild merklich über die Aktivitäten von Modellprojekten<br />
hinaus präsent sein werden.<br />
Christian Hanke & Matthias Diller<br />
Jacobs University Bremen<br />
www.jacobs-university.de<br />
Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder die Klimaveränderung<br />
führen nicht nur in Deutschland zunehmend zu<br />
einer Debatte, wie die Zukunft der Mobilität gestaltet werden<br />
könnte. Das Thema Elektromobilität erhält vor allem<br />
seit der Veröffentlichung des Nationalen Entwicklungsplans<br />
Elektromobilität (2009) mediale Aufmerksamkeit. Wie realistisch<br />
sind aber 1 Million Elektrofahrzeuge bis 2020 auf<br />
deutschen Straßen? Insbesondere da laut Kraftfahrzeugbundesamt<br />
im Jahr der Veröffentlichung des NEE bundesweit<br />
erst 1.500 netzelektrische Fahrzeuge in Deutschland<br />
zugelassen waren.<br />
Im Rahmen der Modellregion Bremen-Oldenburg wurde daher<br />
das Nachfragepotenzial für netzelektrische Pkw für unterschiedliche<br />
Szenarien berechnet, wohlwissend, dass das Ziel<br />
der Bundesregierung z.B. auch Hybridmodelle umfasst. Die<br />
Fokussierung auf Pkw geschah vor dem Hintergrund, dass einige<br />
Hybrid-Pkw bereits zu wettbewerbsfähigen Preisen auf<br />
dem Markt sind sowie als Untersuchungsgegenstand der Individualverkehr<br />
im Mittelpunkt stand. Potenziale der Elektromobilität<br />
etwa für den Gütertransport oder auch besonders<br />
im Bereich des Werkverkehrs blieben bilang außen vor.<br />
Als Grundlage der Analyse dienten u.a. Daten zum Fahrzeugbestand<br />
und zur Fahrzeugdichte, zur Zahl der Neuzulassungen,<br />
Stilllegungsraten sowie der zurückgelegten Strecken<br />
bzw. Nutzungsgewohnheiten. Daneben wirken auch übergeordnete<br />
Faktoren, die es zu berücksichtigen galt. So nimmt<br />
z.B. bundesweit das Segment der Minis und Kleinwagen zu,<br />
während der Bestand an Fahrzeugen der Kompaktklasse<br />
stagniert und die Anteile der Mittelklasse und oberen Mittelklasse<br />
sogar zurückgehen. In den Kategorien der Minis,<br />
Kleinwagen und Kompaktklasse ist in den ersten Jahren der<br />
Markteinführung von netzelektrischen Pkw mit der stärksten<br />
Nachfrage zu rechnen. Dies erfolgt aufgrund der gegenwärtig<br />
begrenzten Reichweite und der damit verbundenen Nutzung<br />
für Kurz- bis Mittelstrecken sowie der hohen Konzentration<br />
der angebotenen Elektrofahrzeugmodelle innerhalb<br />
dieser Kategorien.<br />
Folgen wir dem Ziel der Bundesregierung wäre in der Untersuchungsregion<br />
für das Jahr 2020 ein Bestand von etwa<br />
33.000 Elektrofahrzeugen anzusetzen. Dies wird nur unter<br />
äußerst günstigen Voraussetzungen erreicht werden<br />
können. Es spricht zwar viel dafür, dass die Elektrifizierung<br />
des Verkehrs im Gegensatz zu den vielen gescheiterten Revitalisierungsversuchen<br />
in der Vergangenheit diesmal voranschreitet<br />
und über ein reines Randdasein hinauskommt.<br />
Allerdings zeigt das Referenz-Szenario, dass das Ziel der<br />
Bundesregierung in Bezug auf die Untersuchungsregion erst<br />
im Jahr 2024 - unter Geltung der gesetzten Annahmen - zu erreichen<br />
wäre. Ungünstigeren Voraussetzungen, z.B. dass der<br />
Abstand in Komfort, Anschaffungspreis, Reichweite usw. von<br />
Elektrofahrzeugen gegenüber konventionellen Automobilen<br />
in absehbarer Zeit nicht aufgeholt werden kann, führen unweigerlich<br />
nach einem eventuellen anfänglichen Hype wieder<br />
in ein Nischendasein. Zwar läge der Bestand von Elektromobilen<br />
im Jahr 2020 in diesem Szenario noch deutlich über<br />
dem aktuellen Wert von wenigen hundert Fahrzeugen, das<br />
Ziel von 33.000 Einheiten würde aber nicht nur weit verfehlt,<br />
sondern auch zehn Jahre später erst zu knapp einem Drittel<br />
erreicht.<br />
Die bisherigen Anstrengungen sowohl von staatlicher als<br />
auch von privatwirtschaftlicher Seite reichen zur Verwirklichung<br />
der Pläne daher nicht aus. Die Setzung von rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen in Bezug auf Haftungsverantwortlichkeiten<br />
bei der »Betankung« im öffentlichen Raum<br />
oder die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle stecken<br />
immer noch in den Anfängen und bedürfen weiterer Forschungs-<br />
und Erprobungszeit. Zwar können staatliche Anreize<br />
und Modellprojekte den Markthochlauf bis zum Jahr 2020<br />
unterstützen, ein Rückgang der Förderung nach Erreichung<br />
der Ziele sowie die Verminderung der öffentlichen Aufmerksamkeit<br />
könnte aber dazu führen, dass die Raten bei der<br />
Neuzulassung sinken und der Bestand von Elektrofahrzeugen<br />
stagniert.<br />
Modell zur Berechnung der Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen<br />
in der Modellregion Bremen-Oldenburg<br />
Pkw-Bestand in der Modellregion (Ausgangswert): 1,36 Mio. (KBA, 2010)<br />
gewerblich: 20 bis 40%<br />
Elektroantrieb:<br />
Initialisierung 2%<br />
Neuzulassungen pro Jahr (konstant): 6%<br />
Minis, Kleinwagen, Kompaktklasse: 51 bis 65%<br />
jährliche Zuwachsrate: Szenarien abhängig<br />
privat (88%): 80 bis 60%<br />
Jahr 2030: Neuzulassungen mit Elektroantrieb,<br />
Bestand (% vom gesamten Pkw-Bestand)<br />
Elektroantrieb:<br />
Initialisierung 1%<br />
98 Neue Mobilität Neue Mobilität 99
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TÜV SÜD<br />
Status Quo der Elektromobilität - TÜV SÜD<br />
Batteriesicherheit in<br />
Elektrofahrzeugen<br />
TÜV SÜD: Batteriesicherheit entscheidet über Erfolg der eMobilität<br />
Im Fokus der TÜV SÜD-Spezialisten: die chemische und mechanische Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien<br />
TÜV SÜD auf der e-miglia 2011<br />
Die Elektromobilität ist Hoffnungsträger Nummer eins, wenn<br />
es um die Reduktion der CO2-Emissionen im Straßenverkehr<br />
geht. Sicherheitsfragen bringen das Fahren mit Strom jedoch<br />
immer wieder in die Diskussion - zuletzt, als die Hochvoltbatterie<br />
eines elektrisch betriebenen Chevrolet Volt Tage<br />
nach einem Crashtest Feuer fing. Sind Elektroautos unsicherer<br />
als spritbetriebene Fahrzeuge? Nein, sagen die TÜV SÜD-<br />
Experten. Der aktuelle Zwischenfall untermauert jedoch die<br />
Notwendigkeit intensiver Tests für Lithium-Ionen-Batterien.<br />
Als führender Dienstleister im Bereich Elektromobilität unterstützt<br />
TÜV SÜD Industrie und Forschung mit unabhängigen<br />
Tests in einem ständig wachsenden weltweiten Netz<br />
an Testzentren. Jüngster Knotenpunkt ist das neue Batterie-<br />
Testzentrum in Garching bei München. 2012 sollen weitere<br />
Testzentren in Asien folgen.<br />
ISO 12405-1/2, SAE J2929, IEC 62660-1/2 - das sind nur<br />
einige der Normen für Prüfverfahren von Lithium-Ionen-<br />
Batterien, die in den TÜV SÜD-Labors zum Einsatz kommen.<br />
Verschiedene Bezeichnungen für oftmals sehr ähnliche Prüfungen.<br />
Die babylonische Vielfalt zeigt:<br />
Eine einheitliche Sprache wird in Sachen Batteriesicherheit<br />
noch nicht gesprochen. Beste Verständigung zwischen allen<br />
Beteiligten der Entwicklungs- und Wertschöpfungskette ist<br />
aber dringend nötig - gerade vor dem Hintergrund der aktuell<br />
rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Zellen und<br />
damit verbundener neuer Materialkombinationen.<br />
Zellhersteller optimieren kontinuierlich wichtige Komponenten<br />
wie Anoden, Kathoden, Elektrolyte und Separatoren. Dabei<br />
müssen die teilweise divergierenden Ziele hohe Energiedichte,<br />
hohe Leistungsdichte, gute Haltbarkeit, geringere<br />
Kosten und hohe Sicherheit in immer neuen Materialkombinationen<br />
zur optimalen Zelle verbunden werden.<br />
Weil rund um den Globus an diesen Fragestellungen gearbeitet<br />
wird und weil neue Entwicklungen permanent auch<br />
in die Serienfertigung überführt werden müssen, sind die<br />
Geschäftsfelder »Qualitätssicherung« und »Battery Testing«<br />
hoch komplex. Möglichst einheitliche Sicherheitsstandards<br />
sind dabei genauso wichtig wie einheitliche Testverfahren.<br />
Als einer der führenden Dienstleister im Bereich der Elektromobilität<br />
ist TÜV SÜD mit seinem international flächendeckenden<br />
Netz an Testzentren ein wichtiger Partner von Batterieherstellern<br />
und Anwendern.<br />
Dazu Stefan Rentsch, Geschäftsführer der TÜV SÜD Battery<br />
Testing GmbH und Koordinator der weltweiten Testaktivitäten<br />
von TÜV SÜD: »In unseren Testzentren kommen wir For-<br />
derungen der Industrie nach international hohen Maßstäben<br />
bei der Batteriesicherheit nach. Mit dem neuen Standort in<br />
Garching als Mittelpunkt verwirklichen wir jetzt unser Ziel,<br />
Energiespeicher nach weltweit reproduzierbaren Methoden<br />
und einheitlichen Abläufen zu testen. Damit nehmen wir unter<br />
den Prüfdienstleistern eine international führende Rolle<br />
ein.«<br />
Gebündelt hat TÜV SÜD seine Anstrengungen rund um die<br />
Batteriesicherheit in der eigens gegründeten TÜV SÜD Battery<br />
Testing GmbH. Das Angebotsspektrum der Testzentren<br />
in Europa, China, Japan, Korea, Singapur, den USA und in<br />
Kanada: Prüfdienstleistungen im Bereich der charakterisierenden<br />
Prüfung, der Umwelterprobung und Simulation sowie<br />
der verschiedenen Missbrauchsszenarien (Abuse Tests) wie<br />
Kurzschluss, Überladung, Tiefenentladung und Überhitzung.<br />
Der internationale Erfahrungsaustausch zwischen den Testzentren<br />
wird zentral vom Konzernbereich »Elektromobilität«<br />
gefördert und gesteuert. »Damit stellen wir Sicherheit über<br />
die gesamte Wertschöpfungskette her, von der Entwicklung<br />
über die Anwendung bis zur Entsorgung«, sagt Volker Blandow,<br />
Head of E-Mobility bei TÜV SÜD.<br />
Neben der Batteriesicherheit arbeitet TÜV SÜD auch an der<br />
Sicherheit im Fahrzeug und im Bereich der Ladeinfrastruktur.<br />
Zudem bietet die TÜV SÜD Akademie seit Jahren umfassende<br />
Schulungskonzepte in der Hochvolttechnologie an - gut<br />
ausgebildete Fachkräfte sind Grundvoraussetzung für die<br />
sichere Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen.<br />
TÜV SÜD AG<br />
www.tuev-sued.de<br />
Nicht nur auf vier Rädern: auch bei Pedelecs spielt die BattEriesicherheit<br />
eine zentrale Rolle<br />
100 Neue Mobilität Neue Mobilität 101
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Bombardier<br />
Status Quo der Elektromobilität - Classic eCars<br />
Eine Technologie für alle<br />
Fahrzeuge<br />
Erfolgreiche eMobilität mit<br />
der Kraft des Windes<br />
Induktion als Allroundtechnik im Bereich der Elektromobilität<br />
Busse und StraSSenbahnen können bei PrimoveCity auf dieselbe Infrastruktur zurückgreifen<br />
Der Windreich E: angetrieben durch die Kraft des Windes<br />
Die Hersteller von Elektromobilen und die internationalen<br />
Technologiekonzerne kämpfen mit zwei Herausforderungen:<br />
der relativ geringen Reichweite der Fahrzeuge und dem zeitaufwendigen<br />
Aufladen der Batterien.<br />
Mit PrimoveCity hat Bombardier Transportation, weltweit<br />
führendes Unternehmen für Schienenverkehrssysteme,<br />
eine völlig neue innovative Technologie entwickelt, die auf<br />
diese Probleme eine Antwort gibt - und das für alle Arten<br />
von Fahrzeugen: von Bussen, Straßenbahnen über Lkw bis<br />
hin zu Autos. Anstatt Fahrzeuge mit Hilfe eines Kabels und<br />
Steckers an einer Station aufzuladen, setzt Bombardier auf<br />
Induktion.<br />
Bei induktiver Ladung erfolgt die Energieübertragung kontaktlos<br />
von einem im Boden eingebauten Primärleiter direkt<br />
zum Fahrzeug. Der Vorteil: Stundenlange Lade- und Wartepausen<br />
sind nicht mehr nötig ebenso wenig wie das Stadtbild<br />
störende Oberleitungen. Induktion funktioniert sowohl<br />
wenn die Fahrzeuge in Bewegung sind als auch wenn sie<br />
stehen. Die Übertragung von bis zu 500 Kilowatt Leistung<br />
bei Straßenbahnen und rund 200 Kilowatt bei Bussen sind<br />
möglich.<br />
Doch Bombardier will die Technologie nicht nur für den<br />
öffentlichen Nahverkehr nutzbar machen. Auch die Weiterentwicklung<br />
der Technologie für Autos ist bereits weit<br />
fortgeschritten. So ergibt sich erstmals die Möglichkeit,<br />
Straßen- und Bahnverkehr mit derselben Infrastruktur zu betreiben.<br />
Die Technologie ist überaus sicher: Die Energieübertragung<br />
findet erst statt, wenn ein Fahrzeug sich über dem<br />
Induktionssegment befindet - wetterunabhängig. Das haben<br />
der Betrieb mit einer Niederflurstraßenbahn auf der Pilotanlage<br />
in Augsburg sowie Tests mit einem Bus im belgischen<br />
Lommel gezeigt. In einem »Center of Excellence« in Mannheim<br />
testen die Ingenieure derzeit verstärkt mit Autos.<br />
Großes Potenzial sehen die Ingenieure vor allem in der Ausstattung<br />
von Bus- und Fahrzeugflotten. Ende 2012 sollen<br />
Busse bereit sein für eine kommerzielle Nutzung. Bei Autos<br />
hat Bombardier ebenfalls den entscheidenden Durchbruch<br />
erzielt. 250 Kilometer kann ein Testfahrzeug zurücklegen.<br />
Nach nur einer Stunde ist es aufgeladen.<br />
Derzeit ist Bombardier in Gesprächen mit verschiedenen<br />
Städten in- und außerhalb Europas, wie PrimoveCity in das<br />
Verkehrsnetz integriert werden kann. Beispiel Braunschweig:<br />
Dort ist eine elf Kilometer lange Busstrecke im normalen Linienverkehr<br />
vom Hauptbahnhof über den City-Ring zurück<br />
zum Hauptbahnhof geplant, so dass die Bürger sich von der<br />
Einsatzfähigkeit der Technologie überzeugen können.<br />
Jeremie Desjardins<br />
Bombardier Transportation<br />
www.primovecity.bombardier.com<br />
»Wind ist die Energie für die Mobilität von morgen«, so lautet<br />
das Credo der Windreich AG. Botschaften wie diese brauchen<br />
Symbole - und so entstand die Idee, die Sportwagen-Ikone<br />
Jaguar E-Type mit einem hocheffizienten Elektroantrieb<br />
auszustatten. Anfang 2011 wurde deshalb ein Konsortium<br />
unter Leitung der classic eCars GmbH beauftragt, einen der<br />
spektakulärsten Elektro-Prototypen des Jahres 2011 zu entwickeln.<br />
Genau 50 Jahre nach der Präsentation des E-Typs<br />
sollte der Sportwagen ein neues Herz bekommen, um so seinem<br />
Namen in ganz besonderer Weise gerecht zu werden.<br />
Die extrem kurze Entwicklungs- und Bauzeit von vier Monaten<br />
- der Windreich E sollte bereits bei der Silvretta e-Auto<br />
Rallye Anfang Juli 2011 an den Start gehen - erforderte eine<br />
sehr eng abgestimmte Zusammenarbeit innerhalb des Entwicklungskonsortiums.<br />
Die Antriebstechnik lieferten die<br />
rennerfahrenen Entwickler von GreenGT unter Rückgriff auf<br />
weiterentwickelte und spezifizierte Komponenten sowie der<br />
eigenständigen Batterietechnologie ihrer bisherigen Prototypen.<br />
Der implementierte 150 kW starke Antrieb überträgt<br />
seine Kraft über ein speziell angepasstes Zweigang-Getriebe<br />
auf die originale Hinterachse des E-Types. Die starke Untersetzung<br />
der ersten Fahrstufe erlaubt extreme Beschleunigungswerte<br />
bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz.<br />
Der Windreich E absolvierte die Silvretta e-Auto Rallye mit<br />
Steigungen von mehr als 15 Prozent vollkommen problemlos.<br />
»Unser Team aus rennerfahrenen Spezialisten hat in nur<br />
dreimonatiger Umbauzeit Unglaubliches geleistet«, freute<br />
sich Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Willi Balz, Vorstandsvorsitzender<br />
der Windreich AG, nach der dreitägigen Rallye.<br />
Es folgten zahlreiche weitere Einsätze, u.a. beim Solitude<br />
Revival 2011, der Boxberg Classic oder auch der Bertha Benz<br />
Challenge, so dass der Windreich E bis Ende Oktober schon<br />
mehr als 2.500 Straßenkilometer unter teils extremen Bedingungen<br />
zurück legen konnte. Im Rahmen der international<br />
bedeutenden »RAC Future Car Challenge« in Großbritannien<br />
konnte der E-Type am 08. November 2011 als einziger teilnehmender<br />
Klassiker unter 60 modernen Fahrzeugen einen<br />
Doppel-Erfolg einfahren: Platz 1 in der Kategorie Sport-Prototypen<br />
und Platz 2 in der Effizienz-Gesamtwertung.<br />
Windreich-Projektleiter Tobias Aichele zeigte sich von der<br />
ersten Saison begeistert: »Von Null auf 100. Unser Projekt<br />
hat in allen Bereichen überzeugt. Vor allem in Kombination<br />
mit der eigens entwickelten mobilen Windkraft-Ladestation<br />
ist es uns gelungen, die gesamte Prozesskette der eMobilität<br />
darzustellen.«<br />
Dr. Uwe Koenzen<br />
classic eCars Broedersdorff & Koenzen GmbH<br />
www.classic-eCars.de<br />
102 Neue Mobilität Neue Mobilität 103
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TU Ilmenau<br />
E-VECTOORC<br />
Neues europäisches Projekt im Bereich Fahrdynamikregelung der Elektrofahrzeuge<br />
Gesellschaftspolitische<br />
Fragestellungen<br />
E-VECTOORC Konzept für das SUV-Kraftfahrzeug<br />
Landkarte der Elektromobilität - Schematische Darstellung wichtiger Einflüsse und Entwicklungen<br />
In Rahmen der europäischen öffentlich-privaten Partnerschaft<br />
»Green Cars Initiative« wird nun ein neues Projekt<br />
mit einer starken industriellen Beteiligung gefördert. Das<br />
Projekt E-VECTOORC - Electric-Vehicle Control of Individual<br />
Wheel Torque for On- and Off-Road Conditions verbindet insgesamt<br />
11 Partner aus 6 europäischen Ländern und wird von<br />
der University of Surrey (Großbritannien) koordiniert.<br />
Weitere Projektpartner sind die Technische Universität<br />
Ilmenau (Deutschland), Jaguar Cars (Großbritannien), Land<br />
Rover (Großbritannien), Flanders’ Drive (Belgien), Inverto<br />
(Belgien), Fundación CIDAUT (Spanien), Aragon Technology<br />
Centre (Spanien), Škoda Auto (Tschechien), Virtual Vehicle<br />
Competence Centre (Österreich) und TRW Automotive Lucas<br />
Varity (Deutschland).<br />
Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Integration zahlreicher<br />
Fahrzeugregelsysteme wie Antiblockier-Bremssystem,<br />
Elektronisches Stabilitätsprogramm, Antriebsschlupfregelung,<br />
Torque Vectoring und Fahrerassistenzsystem für Elektrofahrzeuge<br />
mit radselektiv geregelten Innenbordmotoren.<br />
Der technische Inhalt des E-VECTOORC Projekts adressiert<br />
ein großes Feld von Elektrofahrzeugkonzepten - von kleinen<br />
Stadtfahrzeugen bis zu Geländewagen.<br />
Das Projekt ist am 01. September 2011 gestartet und läuft<br />
über einen Zeitraum von 3 Jahren. Forschungs- und Technologiearbeiten<br />
beinhalten Fahrdynamiksimulationen, umfang-<br />
reiche Hardware-In-the-Loop Untersuchungen und Fahrversuche.<br />
Das Ziel des Konsortiums ist, die Vorteile der individuellen<br />
Drehmomentsteuerung von Elektromotoren eines<br />
Elektrofahrzeugs bei verschiedenen Fahrbahn- und Geländebedingungen<br />
zu bewerten und zu demonstrieren. Insbesondere<br />
sind die folgenden Strategien bzw. Technologien<br />
der Fahrdynamikregelung adressiert: der kombinierte<br />
Drehmoment-Vectoring, ABS-Systeme mit der regenerativen<br />
Bremsmodulation und die Antriebsschlupfregelung. Auch<br />
werden die robuste elektromagnetische Verträglichkeit<br />
(EMV), das regenerative Bremsen für die Verbesserung der<br />
Fahrzeugeffizienz, sowie Systemfehler und der kontrollierte<br />
Stillstandsvorgang berücksichtigt.<br />
Den Kern der experimentellen Untersuchungen stellt ein<br />
vielfältig einsetzbarer Fahrzeugdemonstrator dar, der die<br />
Architektur des Antriebstrangs mit 2, 3 oder 4 Elektromotoren<br />
repräsentiert und die Entwicklung und Validierung des<br />
neuartigen Regelsystems ermöglicht. Die öffentlich-private<br />
Partnerschaft E-VECTOORC wird als Projektergebnis zahlreiche<br />
Technologien für Regelsysteme von Elektrofahrzeugen<br />
entwickeln, die im Anschluss für industrielle Implementierungen<br />
zur Verfügung stehen.<br />
Valentin Ivanov<br />
TU Ilmenau<br />
www.e-vectoorc.eu<br />
Welche Rolle spielt Elektromobilität im zukünftigen Verkehr<br />
und wie ökologisch ist sie? Wie sieht eine sinnvolle Ladeinfrastruktur<br />
aus? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt<br />
die vom Fraunhofer ISI veröffentlichte Broschüre »Gesellschaftspolitische<br />
Fragestellungen der Elektromobilität«, die<br />
online herunter geladen werden kann:<br />
www.isi.fraunhofer.de/isi-de/e/download/publikationen/<br />
elektromobilitaet_broschuere.pdf<br />
Plug-in-Hybride, die Batterien mit Verbrennungsmotoren<br />
kombinieren, und reine Batteriefahrzeuge können die Energieeffizienz<br />
steigern sowie den Ausstoß lokaler Emissionen<br />
reduzieren. Entscheidend für die gesamte Umweltbilanz ist<br />
aber die Art der Stromherstellung, die bei erneuerbarem<br />
Strom klare Vorteile aufweist. Weiterhin zeigen Elektrofahrzeuge<br />
erst bei höheren Fahrleistungen eine positive Umweltbilanz,<br />
da sie energieintensiv in der Herstellung sind. Hohe<br />
Fahrleistungen sind auch relevant für einen ökonomischen<br />
Betrieb, da die Elektrofahrzeuge noch auf längere Zeit teurer<br />
in der Anschaffung sein werden und sie sich erst bei häufiger<br />
Nutzung durch die geringeren Betriebskosten rechnen.<br />
Für relevante Marktanteile über die für 2020 angestrebte<br />
Anzahl von einer Million hinaus müssen jedoch noch technologische<br />
Herausforderungen gelöst werden, insbesondere<br />
bei der Batterieentwicklung. Da reine Batteriefahrzeuge<br />
aufgrund der technologischen Grenzen der Batterien in den<br />
kommenden Jahren nur bedingt konventionelle Fahrzeuge<br />
ersetzen können, sind Plug-in-Hybride vielversprechend. Sie<br />
bieten die gewohnten Reichweiten und Betankungs- oder<br />
Ladezeiten. Durch die kleinere Batterie haben sie ökonomische<br />
und ökologische Vorteile und können oftmals große<br />
Fahranteile rein elektrisch abdecken. Sie stellen jedoch bei<br />
der Antriebstechnologie die komplexeste Art der Elektromobilität<br />
dar, weshalb eine Weiterentwicklung bestehender<br />
Konzepte erforderlich ist.<br />
Für die weitere Förderung der Akzeptanz sind verbesserte<br />
Informationen und Testmöglichkeiten sowie intelligente<br />
Konzepte wichtig, um auch mit Elektrofahrzeugen eine angenehme<br />
und flexible Mobilität sicherzustellen sowie Kosten<br />
und Risiken zu reduzieren. Konsumenten wollen flexibel und<br />
umweltfreundlich »elektromobil« sein. Dementsprechend<br />
müssen für die Akzeptanz der Nutzer eine positive Umweltbilanz<br />
und ein gesellschaftlicher Nutzen der Elektromobilität<br />
sichergestellt und transparent kommuniziert werden.<br />
Martin Wietschel // Patrick Plötz // Till Gnann<br />
Fraunhofer-Institut für System- und<br />
Innovationsforschung ISI<br />
www.isi.fraunhofer.de<br />
104 Neue Mobilität Neue Mobilität 105
Status Quo der Elektromobilität - Technische Universität Braunschweig<br />
Status Quo der Elektromobilität - Technische Universität Braunschweig<br />
Elektrifizierung des<br />
Antriebsstrangs<br />
Strategien der OEM im Zeitverlauf<br />
in einer Wartehaltung. Dies zeigt sich in einer regionalen Beschränkung<br />
der Elektrifizierungsaktivitäten (Fiat) oder in einem<br />
Zurückfahren der Programme zur Elektrifizierung nach<br />
einem Zeitraum intensiver Begutachtung (Subaru).<br />
Bis vor einigen Jahren hat die hohe Volumenunsicherheit<br />
eine kontinuierliche Ausrichtung der Strategie erschwert.<br />
Dies führte zu häufigen Strategiewechseln von Seiten der<br />
OEM. Diese Unsicherheit hat sich allerdings reduziert. Mittlerweile<br />
gehen alle Hersteller davon aus, dass sich Fahrzeuge<br />
mit elektrischem Antriebsstrang am Markt etablieren werden.<br />
Dadurch konvergieren auch die Strategien der OEM.<br />
Dies war in der Vergangenheit so und wird auch für die Zukunft<br />
zu erwarten sein. Der Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge<br />
ist in der Einführungsphase und macht bisher<br />
lediglich einen geringen Anteil am Gesamtmarkt aus. Daher<br />
haben Folger noch alle Möglichkeiten zu den Pionieren aufzuschließen.<br />
Welche Strategie sich als richtig erweisen wird,<br />
wird die Zukunft zeigen.<br />
Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist für die Automobilhersteller<br />
(OEM) kein neues Thema. Schon mehrfach<br />
wurde in der Geschichte des Automobils versucht, den dominierenden<br />
Verbrennungsmotor durch einen elektrischen<br />
Antrieb zu ersetzen. Anders als bisher ist jetzt aber mit<br />
erheblichem Wachstum der Elektromobilität zu rechnen.<br />
Grund dafür sind leistungsstarke Batterien, regulatorische<br />
Vorgaben, Fördermodelle und ein steigendes Umweltbewusstsein<br />
auf Konsumentenseite.<br />
Als HEV-Pioniere sind Toyota und Honda zu nennen. Diese<br />
Unternehmen waren die ersten, welche Hybridfahrzeuge auf<br />
den Markt gebracht haben und damit sehr erfolgreich sind.<br />
Toyota besitzt nach wie vor den größten Marktanteil bei Hybridfahrzeugen.<br />
Die weitere Elektrifizierung des Antriebsstrangs<br />
wurde verzögert, da dem Erfolg der Elektrofahrzeuge<br />
skeptisch gegenüber gestanden wurde. Mittlerweile hat sich<br />
diese Einstellung geändert und es wird verstärkt in Plug-In<br />
Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge investiert.<br />
Einige Hersteller sind mit ihren Fahrzeugen bereits am Markt<br />
erfolgreich (z.B. HEV-Pioniere). Ein früher Markteintritt sicherte<br />
Marktanteile und förderte das Image. Allerdings kann<br />
durch die starken Veränderungen des Marktes aus einem Pionier<br />
in einer Technologie, durch zu starken Fokus auf diese,<br />
ein Folger in einer anderen Technologie werden (z. B. Toyota<br />
von HEV zu EV).<br />
Christian Huth<br />
Kai Wittek<br />
Prof. Dr. Thomas S. Spengler<br />
Institut für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion<br />
Technische Universität Braunschweig<br />
www.tu-braunschweig.de/aip<br />
Nachdem Toyota 1997 den Prius auf den Markt gebracht<br />
hat, haben mittlerweile nahezu alle OEM Fahrzeuge mit<br />
elektrischem Antriebsstrang in ihrem Portfolio. Der Weg<br />
hierhin wurde jedoch auf unterschiedliche Art und Weise<br />
beschritten. Während einige Hersteller schon sehr früh auf<br />
bestimmte Technologien setzten, warteten andere ab und<br />
traten erst zeitverzögert in den Markt ein. Die Strategie zur<br />
Elektrifizierung des Antriebsstrangs lässt sich in zwei Dimensionen<br />
gliedern. Zum einen beschreibt der Fokus der<br />
Elektrifizierung das Antriebskonzept, auf welches die OEM<br />
setzen. Dabei kann vereinfacht zwischen Elektrofahrzeugen<br />
(EV) und Hybridfahrzeugen (HEV) unterschieden werden.<br />
Zum anderen ist für eine erfolgreiche Strategie auch der Zeitpunkt<br />
der Elektrifizierung bedeutend. Ein früher Markteintritt<br />
kann Marktanteile sichern, während sich Unsicherheiten<br />
zum Fahrzeugvolumen und der Technologie durch einen späteren<br />
Markteintritt reduzieren lassen. Anhand dieser beiden<br />
Dimensionen lassen sich die Strategien der großen OEM<br />
darstellen.<br />
Dazu wurde eine umfangreiche Presserecherche durchgeführt.<br />
Dabei wurden neben dem Zeitpunkt der Markteinführung<br />
von Elektro- und Hybridfahrzeugen auch weitere Informationen,<br />
wie z.B. veröffentlichte Interviews mit Managern<br />
und Experten mit Aussagen zur strategischen Positionierung,<br />
einbezogen. Aus der Darstellung lassen sich die verschiedenen<br />
Grundtypen der Strategien zur Elektrifizierung<br />
des Antriebsstrangs ableiten.<br />
Die EV-Pioniere Mitsubishi, Renault-Nissan und GM haben<br />
ihren Fokus frühzeitig auf Elektrofahrzeuge gelegt und sind<br />
bereits mit solchen Fahrzeugen am Markt vertreten. Diese<br />
Hersteller haben den frühen Einstieg in Hybridfahrzeuge verpasst<br />
und streben eine neue Führungsrolle an.<br />
Daimler und Ford investieren schon seit langer Zeit in verschiedene<br />
Technologien. Als xEV-Frühe Folger bieten sie sowohl<br />
Hybrid-, wie auch Elektrofahrzeuge an. Diese Gruppe<br />
kennzeichnet, dass konstant über einen langen Zeitraum auf<br />
verschiedene Technologien gesetzt wurde.<br />
Der Großteil der Hersteller findet sich in der Gruppe der xEV-<br />
Folger. Diese Hersteller führen seit einiger Zeit Hybride im<br />
Portfolio und werden in den nächsten Jahren auch Elektrofahrzeuge<br />
auf den Markt bringen. Im Gegensatz zu den Frühen<br />
Folgern, ist die Elektrifizierung des Antriebsstrangs erst<br />
vor einigen Jahren in den strategischen Fokus gerückt. Volkswagen,<br />
BMW, PSA und Hyundai gehören zu dieser Gruppe.<br />
Bei HEV-Folgern liegt der Fokus auf der Entwicklung und<br />
Vermarktung von Hybridfahrzeugen. Dabei wurde diese Entscheidung<br />
erst vor ein paar Jahren getroffen. Elektrofahrzeuge<br />
spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der kleine japanische<br />
Hersteller Mazda zählt hierzu.<br />
Zauderer zeigen nur eine geringe Aktivität bei der Elektrifizierung<br />
des Antriebsstrangs. Sie befinden sich derzeit noch<br />
Elektrofahrzeuge (EV)<br />
• Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)<br />
• Plug-In Hybride (PHEV)<br />
• Range Extender (REEV)<br />
> 10 kWh<br />
Batteriekapazität<br />
< 2 kwH<br />
Hybridfahrzeuge (HEV)<br />
• Vollhybride<br />
• Mildhybride<br />
1<br />
Wasserstofffahrzeuge u. Mikrohybride sind nicht berücksichtigt.<br />
2<br />
In xEV sind sowohl EV als auch HEV enthalten.<br />
3<br />
Aktuelle Elektrifizierungswelle; nur Großserie für Privatkunden;<br />
keine Kleinstfahrzeuge.<br />
4<br />
Auch Fiat und Mazda planen in kleinem Umfang EV für 2012.<br />
Quelle: Presserecherche<br />
Fokus der Elektrifizierung 1<br />
EV-Pioniere<br />
Mitsubishi<br />
Renault-Nissan<br />
GM<br />
HEV-Pioniere<br />
Toyota<br />
Honda<br />
1997<br />
Toyota<br />
1999<br />
Honda<br />
früh<br />
Zeitpunkt der Elektrifizierung 3<br />
Beispiel Markteinführung<br />
EV<br />
HEV<br />
xEV 2<br />
Frühe Folger<br />
Daimler<br />
Ford<br />
2004<br />
GM<br />
Ford<br />
2007<br />
Renault-<br />
Nissan<br />
Mitsubishi<br />
2009<br />
Daimler<br />
BMW<br />
xEV 2<br />
Folger<br />
VW<br />
BMW<br />
PSA<br />
Hyundai<br />
GM<br />
Renault-<br />
Nissan<br />
PSA<br />
2010<br />
VW<br />
Mazda<br />
Ford<br />
2011<br />
spät<br />
• Markteinführung<br />
• Strategische Positionierung<br />
Hyundai<br />
PSA<br />
Zauderer<br />
Fiat<br />
Subaru<br />
HEV-Folger<br />
Mazda<br />
Toyota<br />
Honda<br />
Daimler<br />
Hyundai<br />
2012 4<br />
BMW<br />
VW<br />
2013<br />
1<strong>06</strong> Neue Mobilität Neue Mobilität 107
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Serra<br />
Status Quo der Elektromobilität - Andreas Serra<br />
Wettlauf der eMobilität<br />
Wird China weltweiter Leitmarkt? - Eine vertriebsstrategische Betrachtung<br />
Pressekonferenz Automechanika Shanghai / Michael Johannes, Product Manager Automechanika worldwide<br />
Josef Frank, CLEPA - European Association of Automotive Suppliers; Olaf mußHOFF, director automechanika; Raj Manek, Messe<br />
Frankfurt India; BEM-Vorstand Christian Heep; Stephan Buurma, Managing Director Messe Frankfurt Asia, Gabriele Zimmermann<br />
vom VDA auf der Automechanika shanghai 2011<br />
Ein altes Chinesisches Sprichwort sagt: Unterschätze deinen<br />
Wettbewerber nicht. Bereist man Shanghai heute, so erhält<br />
man ein Bild dieses Landes, das einem den Atem anhalten<br />
lässt. Das beginnt schon bei der Ankunft auf dem internationalen<br />
Flughafen Pudong. Wir steigen in den Maglev - der<br />
Transrapid aus Deutschland - der seit 2002 zwischen dem<br />
Flughafen Pudong und der Stadt verkehrt. eMobilität erster<br />
Güte. Über 430 km/h schnell. Von uns entwickelt - in China<br />
täglich im Einsatz. Steigt man aus der Magnetschwebebahn<br />
fällt auf, dass der erwartete Geräuschpegel der Kleinmotorräder<br />
und Scooter fehlt. Es ist leise geworden in Shanghai<br />
und vielen anderen Millionen-Metropolen Chinas.<br />
In China liegen Entscheidung, Umsetzung und Anpassung<br />
sehr nah beieinander. Bereits 2010 gab es in China mehr als<br />
120 Millionen Elektro-Zweiräder. An jeder Straßenecke ist<br />
ganz praktisch zu erkennen - Elektromobilität funktioniert.<br />
Der überwiegende Teil der Zweiräder wird zu Hause geladen.<br />
Die Diskussion über Landeinfrastruktur am Straßenrand wird<br />
nicht geführt. Unter Umweltgesichtspunkten sind natürlich<br />
Bleiakkus, viel zu viele Kohlekraftwerke und unbedachte<br />
staatliche Vorgaben und Verbote fraglich - aber vertriebstechnisch<br />
betrachtet, wird hier Elektromobilität täglich gelebt. Diese<br />
alltägliche Erfahrbarkeit ist ein wesentlicher Punkt in der<br />
breiten Akzeptanz und der Kaufbereitschaft von Produkten.<br />
Das zeigt sich auch in einigen Daten deutlich:<br />
• Nach der neuesten Befragung von Infas haben 64% der<br />
Chinesen die Absicht, sich später ein eMobil anzuschaffen.<br />
In Deutschland sind es gerade einmal 15%. Eine ganz andere<br />
Marktdynamik.<br />
• Die Mehrheit der Chinesen ist aufgeschlossen für Elektroautos<br />
- in der neuesten Continental Mobilitäts-Studie vom<br />
Dezember 2011 würden 63% der Chinesen für den Stadtbetrieb<br />
Elektroautos kaufen. Das können sich nur 15% der<br />
Deutschen vorstellen.<br />
• In der gleichen Studie glauben 65% der Chinesen, dass in<br />
15 Jahren die Mehrheit der Fahrzeuge elektrisch sein wird.<br />
In Deutschland glauben dies 30%.<br />
• 42% der befragten Chinesen würden schon heute ein<br />
Elektroauto fahren.<br />
Im Dezember 2011 fand in Shanghai die Automechanika<br />
statt - die internationale Leitmesse der Automobilwirtschaft.<br />
Beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit sich China<br />
auch hier entwickelt. Mehr als 160.000 Besucher aus unterschiedlichsten<br />
Branchen, die Kooperationen eingehen und<br />
Aktivitäten entwickeln, mit denen wir uns in Deutschland<br />
deutlich schwerer tun.<br />
Elektromobilität bedeutet nichts anderes als eine Revolution<br />
der weltweiten Mobilität. Warum? Weil der natürliche Akku<br />
Erdöl, den die Erde uns in Jahrmillionen aufgeladen hat, zu<br />
Ende geht. Der Preis dafür steigt und die Nachfrage nach<br />
Mobilität wächst weltweit. Die Millionenstädte dieser Welt<br />
sind schlicht überfordert mit dem Verkehr und den daraus<br />
resultierenden Belastungen.<br />
Vergleichen wir China und Europa bezüglich der Elektromobilität<br />
so scheinen heute viele Argumente für den inzwischen<br />
größten Automobilmarkt der Welt zu sprechen - China. Die<br />
Chinesen entscheiden schnell und können dies im Vergleich<br />
zu Europa rasch umsetzen. Die Bevölkerung akzeptiert die<br />
Veränderungen und stellt sich darauf ein. Elektromobilität<br />
wird heute gelebt und erlebt. Die Zusammenarbeit zwischen<br />
unterschiedlichen Marktteilnehmern ist im vollen Gange.<br />
Dennoch können wir noch aufholen. Wir haben einige Entwicklungsschlüssel:<br />
Alternative Energieerzeugungstechnologien,<br />
Leichtbau bei Fahrzeugen, die stärksten und begehrtesten<br />
Fahrzeugmarken der Welt, hervorragende Ingenieure<br />
und unsere Liebe zu Planung und qualitativer Umsetzung<br />
(für die uns die Chinesen sehr schätzen). Wenn wir dieses<br />
Potential nutzen, unternehmerisch vernetzt handeln und<br />
angstfrei Fahrzeuge auf die Straße bringen - möglicherweise<br />
mit staatlicher Förderung - dann sind wir im Rennen der<br />
eMobilität vorne dabei. Die Automechanika in Shanghai hat<br />
ihre Tore für dieses Jahr geschlossen. Sie hat eindrucksvoll<br />
gezeigt, wie Technologien und Unternehmen zusammen<br />
wachsen können und welch hohe Entwicklungsgeschwindigkeit<br />
möglich ist. Wir besteigen nun wieder den Maglev<br />
und beschleunigen elektrisch zum Flughafen - zurück in das<br />
Land der Ingenieure und Visionäre, auch wenn diese manchmal<br />
etwas mutlos geworden sind.<br />
Andreas Serra<br />
promotor GmbH<br />
andreas.serra@promotor.de<br />
www.promotor.de<br />
108 Neue Mobilität Neue Mobilität 109
Status Quo der Elektromobilität - Noerr<br />
Status Quo der Elektromobilität - Noerr<br />
Standardisierung und<br />
Normung<br />
Auch haftungsrelevant?<br />
Die New Mobility Group der Kanzlei Noerr LLP vereint verschiedene Bereiche mit Branchenbezug:<br />
Von Know-how-Absicherung über Joint Venture-Erfahrung und Produktsicherheitsfragen<br />
über Regulierungsrecht, Private Equity-Finanzierung und Infrastrukturfragen bis zu Vergaberecht,<br />
Arbeitnehmererfindung und IT-Recht.<br />
Neue Technik trifft auf altes Recht. Diese Erkenntnis ist<br />
nicht so trivial wie sie auf den ersten Blick klingt. Man kann<br />
sie ganz im Gegenteil nicht oft genug betonen: Während<br />
industrielle Technologien in immer schnelleren Innovationszyklen<br />
entwickelt werden, bleibt das regulative Umfeld<br />
ein behäbiger Gletscher, der sich auf vielleicht breiter Front,<br />
aber nur sehr langsam bewegt. Gerade die in der eMobilität<br />
tätigen Unternehmen dürfen daher noch auf lange Zeit nicht<br />
erwarten, dass ihre Produkte vom Gesetzgeber komfortabel<br />
und mit passgenauem Industriezuschnitt durchdekliniert<br />
werden. Vielmehr muss sie sich an oft Jahrzehnte alten Gesetzen<br />
und einer etablierten Rechtsprechung (oft zu längst<br />
überholter Technologie) messen lassen. Das gilt insbesondere<br />
im delikaten Bereich der Haftung für sicherheitstechnische<br />
Fehler. Möglicherweise ist technische Normung hier<br />
ein erster Ausweg?<br />
Das Verhältnis von technischer Normung und Recht<br />
Technische Normen werden von zumeist europäischen, ggf.<br />
international tätigen Normungsorganisationen in einem<br />
durchgeregelten Verfahren erarbeitet. Auch wenn für eine<br />
breite Konsensbildung alle interessierten Kreise (inklusive<br />
Arbeitsschutz und Verbraucherschutz) an Normung teilzunehmen<br />
eingeladen sind, ist bei Lichte betrachtet technische<br />
Normung immer industrielle Standardisierung: Die Industriekreise<br />
vereinheitlichen über Normung Produkte im technischen<br />
Design, in der Fertigungslogik, in der Prüfmethodologie<br />
und in Interdependenzen, also z.B. Anschlusspunkten,<br />
technischen/virtuellen Übergabepunkten oder metrischen<br />
Parametern.<br />
Eines aber ist Normung schon strukturell nicht: Ein Ersatzgesetzgeber.<br />
Denn die industrielle Harmonisierung und ihr<br />
dahinterstehendes Interesse vereinfachter Fertigungs- und<br />
damit Absatzchancen ist nicht identisch mit demokratietheoretisch<br />
legitimierter Mehrheitsbildung eines politischen<br />
Konsenses. Diese etwas monströse Formulierung, die ähnlich<br />
in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts anklingt,<br />
zeigt deutlich, wo die Grenzen technischer Normung gerade<br />
für junge und innovative Technologien liegen: Das, was von<br />
Rechtswegen gefordert ist, muss nicht übereinstimmen mit<br />
dem, was interessierte Industriekreise in einer technischen<br />
Norm vereinbart haben. Sich pur auf die Norm zu verlassen<br />
ist also kein Garant für eine Compliance mit regulativen<br />
Vorgaben des Rechts: Normkonformität garantiert keine<br />
Rechtskonformität.<br />
Die Brisanz des Produkthaftungsrechts<br />
Dies zeigt sich insbesondere bei der Produkthaftung, die in<br />
allen industrialisierten Staaten ein gesetzgeberischer Reflex<br />
auf Technikrisiken ist. Anders als bei qualitativen Mängeln<br />
(über die sich letztlich nur ein zahlender Kunde beschweren<br />
wird) ist mangelnde Produktsicherheit ein Problem, unter<br />
dem potentiell nicht nur der Kunde, sondern auch unbeteiligte<br />
Dritte bei einem Unfall/Vorfall leiden. Drittschutz aber<br />
ist Aufgabe des Gesetzgebers; und der entsprechende Schadensersatz<br />
ist die gedankliche Grundlage der Produkthaftung.<br />
Bedenkt man dann noch, dass produkthaftungsrechtlich<br />
der Stand von Wissenschaft und Technik einzuhalten ist,<br />
wie der BGH jüngst im »Airbag«-Urteil neuerlich statuiert<br />
hat, so zeigt sich die ganze Ambitioniertheit des Produkthaftungsrechts:<br />
Einfache Branchenregeln, schlichte Standardisierungen<br />
und ein industrieübliches Niveau gewähren keine<br />
Garantie dafür, dass der im Produkthaftungsrecht allein<br />
maßgebliche Stand von Wissenschaft und Technik eingehalten<br />
ist.<br />
Besonderes Risiko für die Branche der Neuen Mobilität<br />
Das bisher Erwähnte ist auf keine Branche beschränkt, vielmehr<br />
eine Herausforderung, der sich alle Industrien zu stellen<br />
haben. Für innovative und junge Branchen aber, die zudem<br />
durch kleine, oft als Spin-off gegründete Unternehmen<br />
geprägt ist, wird die Herausforderung indes groß: Denn hier<br />
existieren noch keine Rechtsabteilungen, keine etablierten<br />
QS-Prozesse, keine internen Fertigungs- und Prüfdokumentationen,<br />
keine internationale Normenverwaltung und<br />
möglicherweise schlicht auch zu wenig Bewusstsein vor den<br />
Langzeitrisiken sicherheitsrechtlich unausgereifter Technologien.<br />
Es existieren keine technischen Normen, bei deren<br />
Einhaltung man zwar nicht mit dem Denken aufhören darf,<br />
deren Einhaltung aber immerhin eine Art Basissicherheit<br />
darstellen könnte. Deshalb wird eMobilität in Siebenmeilenstiefeln<br />
Regelwerke, Bewusstseinsbildung und gedankliche<br />
Risikorücklage bilden müssen - und das branchenweit!<br />
Rechtsanwalt Prof. Dr. Thomas Klindt<br />
ist Partner der Kanzlei Noerr LLP und dort Mitglied der New<br />
Mobility Group. Er lehrt als Honorarprofessor für europäisches<br />
Technikrecht an der Universität Kassel<br />
www.noerr.com<br />
110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111
»Der Systemwechsel hin zur<br />
Elektromobilität beginnt jetzt..!«<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
HUMAN<br />
Resources<br />
IM<br />
Bereich<br />
e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />
neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />
Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />
Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />
tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />
eMobile Bundesverband Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />
wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />
angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />
und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />
Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />
Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />
Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />
so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />
www.bem-ev.de<br />
Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen, BEM eMobile unser Fachbeirat Ticker<br />
und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />
Jetzt im App Store<br />
desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />
und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />
für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />
haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />
all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />
schnell so gut aufgestellt.<br />
Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />
und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />
und medialen Aufgaben.<br />
Fachkräfte. Jobmotor. Aus- und Weiterbildung.<br />
Neue Mobilität<br />
113
eJobs<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Karlsruher Institut für Technologie<br />
Fachkräfte für die<br />
eMobilitätsbranche<br />
Elektromobilität<br />
berufsbegleitend studieren<br />
Neue Rubrik eJOBS nun auch auf der BEM-Webseite<br />
Der Bundesverband eMobilität und die Online-Jobbörse<br />
etecmo intensivieren ihre Zusammenarbeit. Im Rahmen der<br />
Kooperation entstand in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> die Rubrik<br />
»eJOBS«, in der regelmäßig Fachbeiträge, Kommentare und<br />
Interviews zum Thema Human Resources im Bereich Elektromobilität<br />
erscheinen. Vor diesem Hintergrund können ab<br />
sofort über etecmo sowohl im Fachmagazin als auch unter<br />
eJOBS auf der BEM-Webseite Stellenanzeigen geschaltet<br />
werden.<br />
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen direkt an<br />
Michael Messer von etecmo: messer@etecmo.com<br />
»Unternehmen und Bewerbern soll im Rahmen der Kooperation<br />
ein schneller und effizienter Zugriff auf den Job-Zukunftsmarkt<br />
Elektromobilität ermöglicht werden. Insbesondere<br />
auch unsere Mitglieder, die eine große Bandbreite an<br />
unterschiedlichen Branchen abdeckt, können wir so bei der<br />
Suche nach adäquaten Mitarbeitern effektiv unterstützen«,<br />
so Christian Heep, Vorstand Marketing beim BEM.<br />
Das Online-Jobportal für eMobility<br />
„WENN ICH GROSS BIN,<br />
WI LL ICH UNBEDINGT<br />
ELEKTROAUTOS BAUEN!“<br />
Wir kümmern uns frühzeitig<br />
um Ihre neuen Mitarbeiter<br />
Denn eines ist klar: der Systemwechsel hin zur Elektromobilität<br />
hat umfangreiche strukturelle Auswirkungen auf<br />
den Bedarf und die Anforderungen an Fachkräften zur Folge.<br />
Davon ist der gesamte Arbeitsmarkt im Bereich der Automobilhersteller,<br />
der Zulieferer, der Elektro- und IT-Industrie,<br />
der Energiebranche und des Vertriebs unmittelbar betroffen.<br />
Die Technologien und Produkte von morgen und übermorgen<br />
erfordern bereits heute hochspezialisierte Ingenieure<br />
und Fachkräfte.<br />
»Unser Mitglied etecmo ist die erste Online-Jobbörse in Europa,<br />
die sich speziell auf das Thema Elektromobilität konzentriert<br />
hat. So kann gezielt, schnell und zuverlässig das<br />
richtige Personal für vakante Stellen gefunden werden. Und<br />
das ab jetzt sowohl in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> als auch online<br />
bei etecmo und auf der BEM-Webseite«, erklärt Heep die<br />
neuesten Entwicklungen der Kooperation.<br />
Die aktuellen Stellenangebote finden Sie auf<br />
www.bem-ev.de/kontakt/jobs und www.etecmo.de<br />
Für unsere Mandanten suchen wir:<br />
Konstruktionsingenieur (m/w)<br />
SB LiMotive Germany GmbH · Tel.: 0711-55320-494<br />
Projektmanager (m/w)<br />
e-Wolf GmbH · Fabian Krohn · Tel.: 02234–27775784<br />
Campus der HECTOR School am International Department des Karlsruhe Institut für Technologie (KIT)<br />
Um zukunftsfähige Fahrzeugkonzepte entwickeln zu können,<br />
benötigen Ingenieure heute einen ganzheitlichen Überblick<br />
über alle beeinflussenden Themenfelder, u.a. moderne<br />
Antriebstechniken und Speichersysteme, Fahrer-Fahrzeug-<br />
Interaktion und Sicherheit, Einbindung in die Infrastruktur<br />
und Verkehrsplanung. Seit 2010 bietet die HECTOR School of<br />
Engineering and Management eine Antwort auf den dringenden<br />
Bedarf der Industrie nach berufsbegleitender Weiterbildung<br />
für Ingenieure in diesen Fachthemen. Mit dem Studiengang<br />
»Green Mobility Engineering« werden Ingenieure<br />
mit diesen Fähigkeiten und Systemverständnis ausgestattet.<br />
»Green Mobility Engineering« ist hierbei eins von sieben<br />
Master Programmen der HECTOR School, die Ingenieurwissen<br />
und Managementdenken verbinden. Die 18-monatige<br />
berufsbegleitende Weiterbildung mit dem Abschluss »Master<br />
of Science« umfasst zehn zweiwöchige Module und eine<br />
Masterarbeit. Sie kostet 30.000 Euro, in der Regel tragen<br />
die Kosten die Unternehmen, von denen die Teilnehmer<br />
kommen.<br />
Die Aktualität des Studiengangs ist für Programmdirektor<br />
Prof. Frank Gauterin der entscheidende Vorteil. »Green Mobility<br />
Engineering« fokussiere auf die zukünftigen Anforderungen<br />
an Fahrzeuge »in einem Verkehrsumfeld, das immer<br />
mehr in großen Städten stattfindet: Wie können die Menschen<br />
individuell mobil bleiben, wenn sich ihre urbane Umgebung<br />
mehr und mehr verdichtet und der Verkehr ständig<br />
zunimmt?«. Die Master-Studierenden würden trainiert für<br />
die Anforderungen einer nachhaltigen Mobilität: die Reduzierung<br />
von Lärm und Abgasen oder auch den zurückhaltenden<br />
Umgang mit Ressourcen. Gleichzeitig müssten sie den<br />
Komfort bedenken oder auch effiziente Möglichkeiten, von<br />
einem Verkehrsträger auf den anderen umzusteigen.<br />
Eckdaten Master Programm »Green Mobility Engineering«<br />
Abschluss: Master of Science des Karlsruher Institut für<br />
Technologie<br />
Studiendauer: 10x 2-Wochen Module in Karlsruhe innerhalb<br />
von 18 Monaten; anschließend 6 Monate Master-Arbeit als<br />
Projektarbeit im Unternehmen<br />
Studiensprache: Englisch<br />
Weitere Studiengänge: Energy Engineering & Management,<br />
Production & Operations Management, Management of Product<br />
Development, Service Management & Engineering, Embedded<br />
Systems Engineering, Financial Engineering<br />
www.hectorschool.com<br />
Die kompletten Stellenanzeigen nden Sie unter www.etecmo.com<br />
Neue Mobilität<br />
115
Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />
Nachwuchs mit Begeisterung<br />
Das DRIVE-E-Programm<br />
DRIVE-E will die Begeisterung für die Elektromobilität WECKEN<br />
Das Thema Elektromobilität ist in aller Munde. Die deutsche<br />
Automobilindustrie unternimmt große Anstrengungen, um<br />
dieses neue Geschäftsfeld zu erschließen und immer mehr<br />
Fahrzeuge erreichen die Marktreife. Als kritischer Punkt für<br />
den Markterfolg stellt sich jedoch immer mehr die Verfügbarkeit<br />
geeigneter Fachkräfte heraus. Laut einer jüngst veröffentlichten<br />
Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft<br />
Köln wird der jährliche Bedarf an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern<br />
für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung<br />
von Elektrofahrzeugen - selbst bei einer moderaten<br />
Entwicklung der Elektromobilität - von heute 20.000 auf<br />
rund 26.000 im Jahr 2020 steigen.<br />
Quelle: Fraunhofer IISB / K. Fuchs<br />
Ohne Nachwuchs rollt also auch in der Elektromobilität<br />
nichts. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium<br />
für Bildung und Forschung (BMBF) und die Fraunhofer-Gesellschaft<br />
vor zwei Jahren gemeinsam das DRIVE-E-<br />
Programm für Studierende technischer Fachrichtungen ins<br />
Leben gerufen. Die Ziele der Nachwuchsförderung für die<br />
Elektromobilität sind klar abgesteckt: Informieren, Netzwerke<br />
schaffen und vor allem Begeisterung wecken!<br />
»Beim Start des Förderprogramms 2009 wussten wir nicht,<br />
was auf uns zukommt, wie viel Bewusstsein für die Bedeutung<br />
des Themas Elektromobilität bei den jungen Leuten<br />
vorhanden ist und ob sich unsere Ansprüche an die ausgewählten<br />
Bewerberinnen und Bewerber erfüllen würden«,<br />
so Prof. Lothar Frey, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte<br />
Systeme und Bauelementetechnologie IISB, das<br />
von Fraunhofer-Seite das DRIVE-E-Programm betreut. »Das<br />
Engagement, die Diskussionsfreudigkeit und die kreativen,<br />
teils durchaus kritischen Sichtweisen der Studentinnen und<br />
Studenten haben aber alle unsere Erwartungen übertroffen.<br />
Für die Industrie steckt hier ein riesiges Potenzial!«<br />
Fahren mit Strom - ein Experte erklärt den Akademieteilnehmern<br />
Details zum Laden eines Elektrofahrzeugs<br />
quelle: Fraunhofer IISB / K. Fuchs<br />
Im März 2012 werden BMBF und Fraunhofer bereits zum dritten<br />
Mal den DRIVE-E-Studienpreis verleihen und die DRIVE-<br />
E-Akademie veranstalten. Mit dem DRIVE-E-Studienpreis<br />
werden exzellente studentische Arbeiten zum Thema Elektromobilität<br />
gewürdigt. Die Auszeichnung geht je an einen<br />
ersten und einen zweiten Platz in den Kategorien Projekt-/<br />
Studien-/Bachelorarbeit und Diplom-/Masterarbeit und ist<br />
mit 2.000 bis 6.000 Euro vergleichsweise hoch dotiert.<br />
Neben dem DRIVE-E-Studienpreis können sich Studierende<br />
aller relevanten Fachrichtungen wie Elektrotechnik, Maschinenbau,<br />
Mechatronik oder Physik, aber auch verwandter<br />
Fächer wie dem Wirtschaftsingenieurwesen, auch für die<br />
Teilnahme an der DRIVE-E-Akademie bewerben. Sie müssen<br />
lediglich an einer deutschen Universität, Fachhochschule<br />
oder sonstigen Hochschule immatrikuliert sein. Die einwöchige<br />
Ferienschule bietet ihnen die exklusive Möglichkeit,<br />
sich über alle Belange des Zukunftsthemas Elektromobilität<br />
zu informieren. Auf dem Programm stehen Vorträge hochkarätiger<br />
Experten, Exkursionen zu innovativen Industriebetrieben,<br />
Praxis-Workshops und - hierauf wird besonders<br />
Wert gelegt - Kontaktaufnahme und Netzwerkbildung mit<br />
Vertretern aus Industrie und Forschung sowie Gleichgesinnten<br />
aus ganz Deutschland. Eine Jury wählt die geeignetsten<br />
50 Bewerber aus, für die die DRIVE-E-Akademie inklusive<br />
Unterbringung und Verpflegung dann kostenfrei ist.<br />
2012 wird die DRIVE-E-Akademie von BMBF und Fraunhofer<br />
zum ersten Mal gemeinsam mit einem Hochschulpartner<br />
ausgerichtet, in der aktuellen Runde mit der RWTH Aachen<br />
University. Entsprechend findet sie vom 12. bis 16. März 2012<br />
in Aachen statt. Neben dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika),<br />
das die Organisation vor Ort übernimmt, beschäftigen sich<br />
zahlreiche weitere Einrichtungen der Hochschule mit der<br />
Thematik. Hier bieten zahlreiche Labors und eine Teststrecke<br />
den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit,<br />
hautnah ein Gefühl für die Fahrzeuge von morgen und die<br />
Technologie hinter dem Elektroantrieb zu bekommen. Höhepunkt<br />
der Akademiewoche ist traditionell die Festveranstaltung<br />
anlässlich der Verleihung der DRIVE-E-Studienpreise,<br />
die am 14. März 2012 stattfindet.<br />
»Die Teilnehmer haben die Veranstaltungen in den Vorjahren<br />
durchweg mit Bestnoten bewertet. Das freut uns natürlich<br />
sehr«, so Dr. Ulrich Katenkamp, der DRIVE-E als zuständiger<br />
Referatsleiter im BMBF zusammen mit dem Fraunhofer IISB<br />
initiiert hat. »Für uns ist das zugleich Ansporn, dem akademischen<br />
Nachwuchs mit DRIVE-E auch weiterhin etwas wirklich<br />
Besonderes zu bieten.«<br />
Dabei sind gerade Angebote wie DRIVE-E oft der Ausgangspunkt<br />
für eine spätere Karriere im Bereich der Elektromobilität,<br />
zumal die Veranstaltung gute Kontakte zu Industrievertretern<br />
eröffnet. Ein Beispiel ist Marcus Walter, der 2010 als<br />
Student der TU Kaiserslautern an der Akademie teilnahm<br />
und ein Jahr später zu den Preisträgern des DRIVE-E-Studienpreises<br />
gehörte. »In einer spannenden Woche wurde mir<br />
auf vielfältigste Weise die Bedeutung und Notwendigkeit der<br />
Elektromobilität nahe gebracht. Viel wichtiger war für mich<br />
aber neben dem reinen Fachwissen die Tatsache, dass mir<br />
als angehendem Maschinenbauingenieur klar wurde, dass<br />
wir Studenten nicht länger nur die passive Seite der Beobachter<br />
und Konsumenten einnehmen, sondern vielmehr selber<br />
aktiv werden müssen, um die Zukunft des Automobils<br />
mitzugestalten.« Mit dem Preisgeld für DRIVE-E finanzierte<br />
der Student ein freiwilliges Praktikum bei BMW Manufacturing<br />
in den USA, die Auszeichnung brachte ihm ein Angebot<br />
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für eine<br />
Diplomarbeit ein. Schließlich entschied er sich für eine Abschlussarbeit<br />
bei BMW. »Ein späterer Arbeitsplatz in der Automobilindustrie<br />
ist für mich nicht mehr wegzudenken«, ist<br />
sich der angehende Ingenieur sicher. »Einen Beitrag für die<br />
Elektromobilität zu leisten und die Zukunft mitgestalten zu<br />
können, würde das Ganze perfekt machen.« Ähnlich interessant<br />
und vielfältig sind die weiteren Berufs- und Studienwege<br />
seiner DRIVE-E-Kolleginnen und -Kollegen, sei es die<br />
Gründung eines Start-Up-Unternehmens für Batterietechnik<br />
oder die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Elektromobilität.<br />
Viele Alumni pflegen noch heute den Kontakt untereinander,<br />
und bei Ehemaligentreffen wie auf der IAA 2011<br />
in Frankfurt hört man immer wieder die Einschätzung, dass<br />
sich die Teilnahme an DRIVE-E mehr als gelohnt hat.<br />
DRIVE-E-Studentin bei einer Probefahrt auf einem eRockit<br />
Quelle: L. Seidel<br />
Marion Conrady // VDI Technologiezentrum GmbH<br />
conrady@vdi.de<br />
Dr. Bernd Fischer // Fraunhofer IISB<br />
Bernd.Fischer@iisb.fraunhofer.de<br />
www.iisb.fraunhofer.de<br />
www.drive-e.org<br />
116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117
Human Resources im Bereich eMobilität - FH Kärnten<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - FH Kärnten<br />
Neue Master-Studiengänge<br />
Fachhochschule Kärnten setzt auf eMobilität<br />
Im Rahmen der Weiterentwicklungen von Studiengängen im technologisch-wissenschaftlich-angewandten Bereich setzt<br />
die Fachhochschule Kärnten auf neue Masterstudiengänge. Als konsekutive Masterstudiengänge werden seit September<br />
2011 die Masterkurse Electrical Energy & Mobility Systems und Maschinenbau Leichtbau am Standort Villach in Kärnten<br />
angeboten. Diese werden im Studienbereich Engineering & IT geführt und haben neuerdings mit den »Energy Labs« neue<br />
Labormöglichkeiten bezogen.<br />
Fachhochschule Kärnten in Villach<br />
Beide Master wurden gemeinsam koordiniert entwickelt, um<br />
zum Beispiel im modernen, zukünftigen Fahrzeugbereich<br />
übergreifend auf »Embedded Drives« oder »Leightweight<br />
Integrated Drive Structures« interdisziplinär gemeinsam<br />
wirken zu können. Fachhochschulen in Österreich sind der<br />
angewandten Wissenschaft verpflichtet und so ergeben sich<br />
notwendigerweise Kooperationen sowohl in den Studien als<br />
auch in der Forschung und Entwicklung.<br />
Der Fachhochschul-Masterstudiengang »EEMS - Electrical<br />
Energy & Mobility Systems« befasst sich mit der elektrischen<br />
Energietechnik und im Speziellen mit ausgeprägten<br />
Schwerpunkten der Entwicklung moderner elektrischer<br />
Antriebs- und Generatortechnik, Frequenzumrichter- und<br />
Leistungselektronik-Systemen, Elektro-Chemischen und<br />
allgemeinen elektrischen Energie-Speichersystemen in der<br />
nachhaltigen Energieumwandlung, Batterie-Elektronik und<br />
modernen elektrischen Fahrzeugantriebsstrukturen, dem<br />
»Electrical Powertrain«.<br />
Als maßgebend ist dabei anzusehen, dass es sich dabei um<br />
die Lehre moderner, geregelter Strukturen elektromagnetischer<br />
Energie-Umwandlungen handelt, welche vor allem<br />
durch modernste, intelligente, EMV-sichere Zwischenkreis-<br />
Frequenzumrichter-Konzepte zwischen elektrischer Maschine,<br />
PFC-Netzfiltersystemen und elektrischen Netzsystemen als<br />
auch elektrischer Maschinen, Generatoren und Speichermedien<br />
mit dementsprechenden wissenschaftlichen Grundlagen<br />
repräsentiert wird.<br />
Der Masterstudiengang Maschinenbau / Leichtbau beschäftigt<br />
sich neben konstruktiven, modernen FEM-Entwicklungstechnologien<br />
insbesondere mit neuesten Erkenntnissen der<br />
Materialforschung und deren Umsetzung. Insbesondere statische<br />
und dynamische Materialprüfungsverfahren sowie die<br />
Entwicklung neuer Prüfmethodik stehen im Vordergrund, um<br />
Material-Erkenntnisse direkt in konstruktiven Neuerungen<br />
umzusetzen.<br />
Wesentlich sei erwähnt, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit<br />
sämtlicher Technologien in unserem Bereich Engineering<br />
& IT höchste Priorität erwirkt, zu sehen alleine in<br />
der übergreifenden Messtechnik zwischen Elektrotechnik,<br />
Elektronik, Bauwesen und Maschinenbau.<br />
FH-Prof. Dipl.-Ing. Winfried Egger<br />
Fachhochschule Kärnten<br />
www.fh-kaernten.at<br />
Studienbereich<br />
Engineering & IT<br />
Studiengang<br />
Electrical Energy & Mobility Systems<br />
Master of Science in Engineering (MSc)<br />
4 Semester<br />
120 ECTS-Punkte<br />
limitierte Studienplätze<br />
Vollzeit<br />
Studiengebühr Euro 363,36 pro Semester<br />
FH Standort: Villach<br />
Unterrichtssprache: Englisch<br />
www.fh-kaernten.at/de/engineering-it/master/<br />
electrical-energy-mobility-systems/studium.html<br />
Studienbereich<br />
Engineering & IT<br />
Studiengang<br />
Maschinenbau / Leichtbau<br />
Master of Science in Engineering (MSc)<br />
4 Semester<br />
120 ECTS-Punkte<br />
limitierte Studienplätze<br />
Vollzeit<br />
Studiengebühr Euro 363,36 pro Semester<br />
FH Standort: Villach<br />
Unterrichtssprache: Deutsch<br />
www.fh-kaernten.at/engineering-it/master/<br />
maschinenbau-leichtbau/studium.html<br />
118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119
Human Resources im Bereich eMobilität - Dekra<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Dekra<br />
Service für eAutos<br />
Konzept zur Qualifizierung von Mitarbeitern in Kfz-Werkstätten<br />
Hochvolt-Komponenten eines Elektrofahrzeuges: Für Servicearbeiten braucht‘s eine spezielle Schulung<br />
Vor Wartungsarbeiten an den Komponenten muss ein Fachmann die Anlage spannungsfrei schalten Photos: Werner Popp/DEKRA<br />
Die international aktive Sachverständigenorganisation DEKRA<br />
baut ihr Engagement im Bereich der Elektromobilität konsequent<br />
weiter aus. »Es ist unser strategisches Ziel, das in der<br />
Nationalen Plattform Elektromobilität formulierte Vorhaben,<br />
Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren,<br />
nachhaltig voranzutreiben. Wir unterstützen diese ambitionierten<br />
Aktivitäten durch unser umfassendes Experten-Wissen<br />
als Europas führende Sachverständigenorganisation«,<br />
sagte Stefan Kölbl, Vorsitzender der Vorstände von DEKRA<br />
e.V. und DEKRA SE, bei einem Pressegespräch auf dem Genfer<br />
Automobilsalon.<br />
»Eine zukunftsfähige Mobilität ist bei dem derzeit vorher -<br />
sehbaren Wachstum vor allem in den urbanen Gebieten der<br />
Schwellenländer ohne Elektrofahrzeuge nicht vorstellbar. Es<br />
sind allerdings auch noch zahlreiche technische Probleme<br />
zu lösen«, erklärte der DEKRA Chef. »Zur Lösung dieser Fragen<br />
wird DEKRA als Entwicklungs- und Beratungspartner die<br />
Kompetenz und die Erfahrung einer weltweit tätigen Sachverständigenorganisation<br />
einbringen. Mit der Gründung des<br />
DEKRA Competence Centers eMobilität haben wir unsere breit<br />
gefächerten Elektromobilitätsaktivitäten organisatorisch<br />
gestrafft und in unsere Strategie eingebunden.« Das Competence<br />
Center, dem über 20 Mitarbeiter angehören, koordiniert<br />
seit Jahresbeginn 2011 konzernweit alle eMobilitätsprojekte.<br />
Die DEKRA Gruppe ist im Sektor Elektromobilität<br />
auf den Arbeitsfeldern Homologation, Produktsicherheit,<br />
Normung und Standardisierung, Feldversuch, Crashtest,<br />
Zertifizierung und Ausbildung unterwegs.<br />
Im Bereich Ausbildung hat DEKRA ein neues Schulungskonzept<br />
für Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen entwickelt. Der<br />
Einsatz von Brennstoffzellen, Hybridtechnik und Elektroantrieben<br />
in der Fahrzeugtechnik führt zunehmend zu Gefahren<br />
bei Arbeiten an den entsprechenden Fahrzeugen. Aufgrund<br />
der höheren Spannung sind bei Arbeiten an HV-Fahrzeugen<br />
besondere elektrische Schutzmaßnahmen erforderlich, um<br />
Unfälle durch elektrische Körperdurchströmung oder Lichtbögen<br />
zu verhindern.<br />
Für Kfz-Werkstätten, Hersteller, Händler, Pannenhelfer oder<br />
Abschleppunternehmen ist die Aus- und Weiterbildung ihrer<br />
Angestellten im Bereich Elektromobilität eine nachhaltig<br />
lohnende Investition in die Zukunft. Bereits heute sollten sie<br />
auf diesen Fall vorbereitet sein und für Servicearbeiten an<br />
Elektrofahrzeugen qualifiziert werden. Anderenfalls riskieren<br />
die Werkstätten nicht nur die Sicherheit ihrer Mitarbeiter<br />
und Frust beim Kunden, sondern auch Ärger mit der<br />
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Denn<br />
nach deren Vorschriften müssen die Mitarbeiter für Arbeiten<br />
an Hybrid-, Brennstoffzellen- oder reinen Elektrofahrzeugen<br />
mit ihren hohen Spannungen speziell qualifiziert sein.<br />
Stoff zum Nachdenken für kühle Rechner liefert jetzt die<br />
DEKRA Akademie mit einem innovativen Schulungskonzept:<br />
Dank neuer Lehr- und Lernmittel benötigen Werkstattmitarbeiter<br />
nur noch einen Tag Präsenzunterricht, um sich das<br />
nötige Wissen für Servicearbeiten an Elektrofahrzeugen anzueignen.<br />
Möglich wird die Zeiteinsparung durch den Einsatz<br />
eines dreistündigen Web Based Trainings mit anschließender<br />
Prüfung, das die DEKRA Akademie eigens für diesen<br />
Zweck neu entwickelt hat. Wer besteht, ist für das eintägige<br />
Präsenztraining mit Praxisteil und weiterem Theorieteil qualifiziert.<br />
Damit entspricht das DEKRA E-Mobility-Training trotz der<br />
kürzeren Präsenzphase voll den gesetzlichen Anforderungen<br />
von acht Unterrichtseinheiten Theorie und vier Unterrichtseinheiten<br />
Praxis. Auch Abstriche bei der Qualität müssen die<br />
Kunden nicht befürchten, im Gegenteil: Parallel zum Web<br />
Based Training hat die DEKRA Akademie auch eine umfassende<br />
multimediale Unterrichtspräsentation und ein 160<br />
Seiten starkes »Handbuch E-Mobility« entwickelt. Letzteres<br />
dient jedem Seminarteilnehmer auch langfristig als zuverlässiges<br />
Nachschlagewerk.<br />
Der Vorteil für die Werkstätten liegt bei dieser Art der Schulung<br />
nicht nur in den günstigen Seminarpreisen bei gleichbleibend<br />
hoher Qualität, sondern auch in der gewonnenen<br />
Flexibilität für Betreiber und Mitarbeiter und in einer höheren<br />
Erfolgsquote: Das Web Based Training kann über einen<br />
längeren Zeitraum eigenverantwortlich absolviert und der<br />
beste Zeitpunkt der Eingangsprüfung für das Präsenzseminar<br />
selbst bestimmt werden. Angesichts dieser Vorteile<br />
wundert es nicht, dass bereits große Unternehmen wie<br />
die AXA Assistance Deutschland oder der Logistikanbieter<br />
Egerland zu den Erstkunden zählen. Für Interessenten bietet<br />
die DEKRA Akademie auf ihrer Website unter dem Stichwort<br />
»E-Mobility« auch Testzugänge an.<br />
www.dekra-akademie.de<br />
Norbert Kühnl<br />
DEKRA<br />
www.dekra.com<br />
120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />
können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />
bestellen. www.bem-ev.de<br />
Stephan Rammler, Marc Weider<br />
Das Elektroauto<br />
Bilder für eine zukünftige Mobilität<br />
LIT Verlag Dr. W. Hopf<br />
Berlin 2011<br />
Preis 19,90 Euro<br />
Stephan Schwarz<br />
Krötenmord<br />
Capscovil Verlag<br />
Glonn 2011<br />
Preis 15,95 Euro<br />
Weert Canzler, Andreas Knie<br />
Einfach aufladen<br />
Oekom Verlag<br />
München 2011<br />
Preis 9,95 Euro<br />
Bastian Schuler<br />
Elektromobilität und<br />
Elektrofahrzeuge<br />
Diplomica Verlag<br />
Hamburg 2011<br />
Preis 39,50 Euro<br />
Elektromobilität aus erweiterten Perspektiven<br />
Das batteriebetriebene Elektrofahrzeug darf heute nicht<br />
mehr nur als einzelnes technisches Artefakt betrachtet werden.<br />
Vielmehr muss es als zentraler Bestandteil eines zukunftsweisenden,<br />
intermodalen Verkehrssystems verstanden<br />
werden, das durch soziokulturelle Innovationsstrategien<br />
geprägt ist. Dahinter steckt ein systemischer Ansatz, der die<br />
gesamte Bandbreite der Elektromobilität abbildet - von der<br />
Energieerzeugung, über deren infrastrukturelle Verteilung,<br />
bis hin zur Smart Grid-Einbindung der Elektrofahrzeuge, die<br />
sich auf den Straßen der Zukunft im Kontext innovativer Mobilitätsdienstleistungen<br />
bewegen werden. Dabei dient das<br />
Elektroauto als Katalysator für eine großräumige Markteinführung<br />
der Erneuerbaren Energien. Wird Elektromobilität<br />
in dieser Form umgesetzt, zieht sie große gesellschaftliche<br />
Veränderungsprozesse mit sich, die uns zu einer neuen,<br />
postfossilen Mobilitätskultur führen. Die Erzählungen, Szenarien<br />
und Zukunftsvisionen der Autoren veranschaulichen<br />
in diesem Buch den komplexen Transformationsprozess in<br />
seiner gesamten Vielfalt, der unsere künftige Mobilität tiefgreifend<br />
verändern wird.<br />
Das Elektroauto im rasanten Polizeieinsatz<br />
Zusammen mit weiteren Mitgliedern seiner Umweltschutzgruppe<br />
wird der Frankfurter Hauptkommissar Felix Büschelberger<br />
eines Abends beim Krötensammeln fast von einem Auto<br />
überfahren. Der Fahrer des Wagens wird am nächsten Morgen<br />
tot im Osthafen entdeckt. Der Kommissar und sein Ermittlerteam<br />
müssen nun aufklären, ob es sich bei ihrem neuen<br />
Fall um Selbstmord oder gar Mord handelt. Zweifelsohne ist<br />
tödliches Gift mit im Spiel. Erste Ermittlungen führen ihn und<br />
sein Kriminalteam, die als einzige in der Stadt mit einem<br />
Stromos als Dienstwagen unterwegs sind, ins zwielichtige<br />
Strichermilieu der Mainmetropole. Doch auch am Arbeitsplatz<br />
des toten Rasers gibt es verdächtige Spuren und ein<br />
mögliches Motiv. Neben den generellen Vorzügen der Elektromobilität,<br />
die vor allem die Ermittler faszinieren, werden<br />
in diesem Buch u.a. die Bertha Benz Challenge, innovative<br />
Technologien wie das induktive Laden sowie der Solar-<br />
Carport Point.One von EIGHT vorgestellt. Den Leser erwartet<br />
ein spannungsgeladener Kriminalroman voller dubioser<br />
Machenschaften, aber auch mit einem Hauch knisternder<br />
Erotik, in dem obendrein der BEM seine Erwähnung findet.<br />
Neue Aufgaben für das Elektroauto<br />
Unsere Metropolen benötigen dringend intelligente Verkehrskonzepte,<br />
um dem drohenden Verkehrsinfarkt zu entgehen.<br />
Eine potenzielle Lösung hierfür liegt in einer multipel vernetzten<br />
Elektromobilität von morgen. Begrenzte Reichweiten und<br />
lange Ladezeiten der Elektroautos können auch als Chance für<br />
die Ausweitung intermodaler Verkehrsangebote verstanden<br />
werden, bei denen die batterieelektrischen Fahrzeuge in professionell<br />
gemanagten Flotten betrieben werden. Sie bilden<br />
bspw. im Rahmen von Carsharing lediglich eine von vielen<br />
Verkehrsoptionen ab und werden im Gegensatz zum herkömmlichen<br />
Pkw nicht mehr als Hauptverkehrsmittel betrachtet.<br />
Dafür kommen den Elektroautos neue Aufgaben zuteil.<br />
So werden sie als Puffer für die bekanntlich volatilen Erneuerbaren<br />
Energien bereit stehen. Allerdings hängt es nicht nur<br />
von den Herstellern, sondern ebenso von den Nutzern ab,<br />
den Mobilitätswandel aktiv mitzugestalten und somit der<br />
intermodalen Fortbewegung zum Erfolg zu verhelfen. Ein<br />
derart vernetzter Mobilitätsentwurf, wie ihn die beiden Autoren<br />
in diesem Buch entwerfen, könnte der individuellen Mobilität<br />
im urbanen Raum ein völlig neues Gesicht verleihen.<br />
Kosten und Nutzen der Elektromobilität<br />
Mit dem »Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität«<br />
wurde in Deutschland eine Förderstrategie für Elektrofahrzeuge<br />
veranlasst.<br />
Die staatliche F&E-Förderung konzentriert sich dabei insbesondere<br />
auf Antriebstechnik, Energiespeicher sowie intelligente<br />
Netz- und Systemintegration. Die sozioökonomische<br />
Rentabilität von Elektrofahrzeugen spielt derzeitig aber<br />
noch eine untergeordnete Rolle. Deshalb wirft diese Studie<br />
einen Blick in die Zukunft, um Elektrofahrzeuge im Jahr 2020<br />
ökonomisch zu bewerten. Hierfür wird die kritische Annahme<br />
getroffen, dass es sich bei der Vorgabe ausschließlich<br />
um reine Batteriefahrzeuge handelt. Im ersten Teil der Analyse<br />
werden die Ziele der Bundesregierung aus gesamtwirtschaftlicher<br />
Sicht beurteilt. Im zweiten Teil steht der Endnutzer<br />
im Fokus, um somit das theoretische Marktpotenzial für<br />
Elektroautos zu bestimmen.<br />
Die hier durchgeführte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung<br />
für Elektrofahrzeuge ist mit insgesamt 16 Szenarien breit<br />
aufgestellt, um den Vergleich von deren Kosten und Nutzen<br />
umfassend veranschaulichen zu können.<br />
Erfolg mit E-Mobility ?!<br />
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im Bereich Elektromobilität, Smart Grid und Erneuerbare Energien..<br />
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Das erwartet Sie in der<br />
<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 07<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
Vorschau<br />
Abonnement<br />
Fax an 030 8638 0866<br />
oder per email an<br />
abo@neue-mobilitaet.info<br />
Ladeinfrastruktur<br />
• Interoperabilität<br />
• Sicherheit durch<br />
verfahrbare Steckdosen<br />
• Autorisierung per<br />
Mobiltelefon oder RFID<br />
• Vandalismusgeschützte<br />
Bauweise<br />
• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />
Kunststoffgehäuse<br />
Informations- &<br />
Kommunikationstechnik<br />
• Einbindung in<br />
Smart-Grid-Konzepte<br />
• Vernetzung via Internet<br />
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• Kommunikation<br />
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An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 <strong>06</strong> - 923-3<br />
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artwork: www.exprim.de<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />
eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />
Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />
Mitglieder und über relevante News im Bereich der<br />
Neuen Mobilität.<br />
In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />
wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />
geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />
interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />
Themenschwerpunkten informiert unser Fachmagazin<br />
außerdem regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />
Innovationen und wichtige Termine.<br />
Veranstaltungshighlight der Ausgabe 07 wird die diesjährige<br />
Hannover Messe. Vor diesem Hintergrund stehen insbesondere<br />
die Themen Forschung & Entwicklung, sowie<br />
nachhaltige Energie & Umwelttechnologien, als Grundvoraussetzung<br />
für eine intelligente Mobilität von Morgen,<br />
im Fokus unserer Berichterstattung.<br />
In der April-Ausgabe zeigen wir außerdem auf, wie wichtig<br />
insbesondere Marketing, Medien und Presseöffentlichkeit<br />
im Vorfeld einer erfolgreichen Markteinführung<br />
der Elektromobilität sind. In diesem Zusammenhang erfahren<br />
Sie sowohl mehr über die Arbeit des BEM im Kommunikationsbereich<br />
als auch über die Strategien unserer<br />
Partner und Mitglieder.<br />
Im Rahmen unserer Rubrik eJobs beschäftigen wir uns<br />
intensiv mit dem Thema Human Resources im Bereich<br />
der Neuen Mobilität. Experten unterschiedlicher Branchen<br />
werden zu den Chancen und Möglichkeiten auf dem<br />
Wachstumsmarkt Elektromobilität Stellung beziehen.<br />
Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />
Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />
über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />
und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />
JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 29,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />
Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
Förder-abo / 4 Ausgaben<br />
Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />
zzgl. Porto*).<br />
firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />
Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />
Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
5 Stück (90,00 €) 10 Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />
der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />
Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />
eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />
liefer- und Rechnungsadresse<br />
Unternehmen<br />
Vorname, name<br />
straSSe, nr.<br />
PLZ, Ort<br />
email<br />
Einzugsermächtigung<br />
Name der Bank<br />
BLZ<br />
Kontoinhaber<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />
Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />
*nur im Inland möglich<br />
Kontonr.<br />
Fon<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />
Neue Mobilität<br />
125
BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Der Bundesverband eMobilität vernetzt alle Akteure aus<br />
Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />
miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung für Elektromobilität<br />
durch zahlreiche Veranstaltungen und setzt sich<br />
für die notwendigen infrastrukturellen Veränderungen ein.<br />
»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />
Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten Aufgaben im<br />
tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />
dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />
Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />
Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />
Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />
als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />
und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />
bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />
www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />
ComInMarket<br />
CPM<br />
Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den starken<br />
Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar, sich<br />
gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen der Elektromobilität<br />
zu stellen, um einen nachhaltigen Aufschwung<br />
im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese Aufgabe erfordert<br />
eine aktive Teilnahme der innovativsten Unternehmen<br />
Deutschlands, starker Persönlichkeiten und das kooperative<br />
Zusammenwirken aller beteiligten Akteure aus Wissenschaft,<br />
Forschung, Wirtschaft, Politik, Medien, den Verbänden<br />
und Institutionen, sowie das Engagement jedes einzelnen<br />
Bürgers, der sich für eine Neue Mobilität einsetzen möchte.<br />
Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />
und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />
eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />
diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />
endlich sauber und leise wird.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />
Unterstützung notwendig..!<br />
Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Allgemein<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
mit den relevanten Playern der Branche<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />
Forschungseinrichtungen und Instituten<br />
• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />
Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />
Symposien u.a.<br />
• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />
und aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />
• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />
kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />
für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />
• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />
• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />
Bayern, NRW, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg und<br />
Hessen<br />
• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />
beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />
• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />
den Bundestag«<br />
Mediale Einbindung<br />
• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />
• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />
Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />
• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />
• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />
BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />
eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />
Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />
über die Medienkooperationen vom BEM<br />
Politisches Netzwerk<br />
• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />
• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />
Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel<br />
• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />
• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />
Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />
• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />
TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />
Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />
Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich, Lebenswelt<br />
Elektromobilität, Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufensterbewerbungen etc.<br />
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Mitgliedsbetreuung<br />
BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />
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Fon 030 8638 1874<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
www.bem-ev.de<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127
firmen-<br />
VERZEICHNIS<br />
Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />
an Sandrine Frideres vom BEM sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
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EnBW Energie Baden-Württemberg AG<br />
Durlacher Allee 93 / 76131 Karlsruhe<br />
Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />
s.wunnerlich@enbw.com / www.enbw.com<br />
Dr. Peter Bachmann<br />
Leiter des Teams New Mobility<br />
Noerr LLP<br />
peter.bachmann@noerr.com<br />
T +49 89 28628277 Part of the<br />
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Fax 030 8638 0866<br />
www.bem-ev.de<br />
magazin@bem-ev.de<br />
Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon 030 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Mitarbeit<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Moritz Pahnke<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
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Oranienplatz 5<br />
10999 Berlin<br />
Fon 030 616 58 511<br />
Fax 030 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Monika Czerminska<br />
Christian Heep<br />
Falk Bege<br />
Kristin Spiess<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
10.000 Stück<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
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Titelbild /Cover<br />
Automechanika Frankfurt<br />
Diese Ausgabe<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>06</strong> zur E-world<br />
Erscheinung Januar 2012<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe April 2012<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 07<br />
Anzeigenschluss 15.03.2012<br />
Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />
ins Firmenverzeichnis der NM<br />
gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />
Mediadaten, Stand Oktober 2011.<br />
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Parlamentarischer Beirat<br />
Wolfgang Tiefensee, SPD<br />
Markus Rinderspacher, SPD<br />
Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
Andreas Jung, CDU/CSU<br />
Werner Simmling, FDP<br />
Volker Ratzmann Bündnis 90/Die<br />
Grünen<br />
Wissenschaftlicher Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Markus Emmert<br />
Matthias Groher<br />
Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />
Tim Ruhoff<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
Josef Maier<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Heiko Herchet<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />
Johann Georg Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
BEM-Vorstand<br />
Kurt Sigl, Präsident<br />
Michael Hofmann, Finanzen<br />
Christian Heep, Marketing<br />
BEM-Berater<br />
Sven Hertel, Strategie<br />
Armin Henning, Politik<br />
Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />
Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
© 2009-2012 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />
liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />
Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />
Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />
schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />
»Es ist nicht genug zu wollen,<br />
man muss auch tun.<br />
Es ist nicht genug zu wissen,<br />
man muss auch anwenden können.«<br />
Johann Wolfgang von Goethe<br />
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