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NEUE MOBILITÄT 04

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www.bem-ev.de | 5,00 €<br />

ISSN 2191-5636 Sommerausgabe 2011<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

JULI 2011<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

Lebenswelt Elektromobilität<br />

01. - 05.08.2011 Clean Tech World 29. - 30.09.<br />

09. - 10.09.<br />

eMobilität &<br />

Erneuerbare Energien<br />

NPE Ergebnisse<br />

Nationale Plattform<br />

Elektromobilität<br />

eMobilität in Europa<br />

Projekte und Initiativen<br />

in der EU<br />

Erste Flotten<br />

Die Neue Mobilität auf der<br />

Straße<br />

Neue Mobilität<br />

1


Komisch, dass es immer noch<br />

Menschen in Deutschland gibt,<br />

die es gerne 2 Grad wärmer hätten.<br />

Mit denen sprechen wir noch.<br />

Love Green.<br />

Deutschlands erste Medien-Initative<br />

zum Thema Nachhaltigkeit.<br />

Werden Sie Ermöglicher.<br />

www.love-green.de<br />

green ®<br />

Wir retten die Welt.<br />

Jeder ein bisschen.


gruSSwort<br />

BEM-Vorstand von links nach Rechts: Finanzvorstand Michael Hofmann, Präsident Kurt Sigl & Christian Heep, Vorstand Marketing<br />

Jetzt Zeichen setzen<br />

Aus den zahlreichen Gesprächen mit den elektromobilen<br />

Playern der letzten zwei Jahre wird deutlich: Aus der Vision<br />

Elektromobilität ist inzwischen ein erkennbarer und respektabler<br />

Markt geworden, der über typische Branchengrenzen<br />

hinaus zusammenwächst und die Phase der Sondierung<br />

längst überwunden hat. Vor diesem Hintergrund müsste<br />

Elektromobilität in Deutschland längst viel weiter sein. Die<br />

Branche der Neuen Mobilität hat bereits ganz klar den Zusammenhang<br />

zwischen dem Zeitfaktor der Marktentwicklung,<br />

heimischer Wertschöpfung, dem damit verbundenen<br />

Wohlstand und der langfristigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt<br />

erkannt.<br />

Entscheidend ist an dieser Stelle, dass wir jetzt mit allen Mitteln<br />

in diesen Zukunftsmarkt einsteigen und uns auch langfristig<br />

erfolgreich als weltweit kompetenter Partner zeigen.<br />

Die Voraussetzungen dafür bringen wir mit. Insbesondere in<br />

den Bereichen Forschung und Entwicklung, technischer Innovationen<br />

und Standardisierung haben wir die Nase vorn.<br />

Aber wie lange noch? Die ausländische Konkurrenz hat die<br />

Chancen bereits erkannt und ist bereit diese auch zu nutzen.<br />

Mit Hochdruck wird so beispielsweise in China sowohl<br />

von Regierungsseite als auch von Unternehmensseite in die<br />

Neue Mobilität investiert. Und das erfolgreich.<br />

Wir werden die Position des Marktführers nicht erreichen,<br />

solange Elektromobilität in Deutschland lediglich in Form<br />

von regional und zeitlich begrenzten Forschungsprojekten<br />

realisiert wird. Es ist an der Zeit, gesellschaftsübergreifend<br />

eine neue Phase bei der Einführung der Neuen Mobilität<br />

einzuleiten. Insbesondere in kommunalen Fuhrparks, deren<br />

tägliche Wegstrecken vorhersehbar sind, eignet sich der<br />

großflächige Einsatz von Elektrofahrzeugen bereits jetzt, um<br />

innerhalb der Gesellschaft deutliche Zeichen für die Neue<br />

Mobilität zu setzen.<br />

Hier ist jetzt primär die Politik gefordert, entsprechende<br />

Rahmenbedingungen zu schaffen. Beschränken sich die<br />

Maßnahmen der Bundesregierung weiterhin nur auf nichtmonetäre<br />

Anreize, laufen wir Gefahr weder Leitmarkt noch<br />

Leitanbieter zu werden und verspielen unsere Chance auf<br />

eine europäische und internationale Führungsrolle. Die<br />

Bundesregierung stellt derzeit ein elektromobiles Interesse<br />

zur Schau, das jenseits dessen ist, was gefordert wäre, um<br />

ernsthaft und glaubhaft eine Intention für die Neue Mobilität<br />

in unserer Gesellschaft zu vertreten. Hier ist ein sehr viel ambitionierteres<br />

Vorgehen erforderlich.<br />

Es ist jetzt an der Zeit, das wir ein weithin sichtbares Zeichen<br />

für eine Neue Mobilität setzen.<br />

Vorstand Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Neue Mobilität<br />

3


INHALTS-<br />

ANGABE<br />

Cover: TÜV Rheinland<br />

www.TUV.com<br />

Ergebnisse<br />

NPE<br />

24 Unser Vorteil im<br />

GLobalen Wettbewerb<br />

Interview Dr. philipp rösler<br />

26 Kräfte Bündeln<br />

Interview Wolfgang Tiefensee<br />

30 eMobility - Machbarkeit<br />

Interview Dr. Thomas Gößmann<br />

32 Kaufanreize notwendig<br />

UND sinnvoll<br />

Dr. Jan peter Korthals<br />

34 Staatliche zuschüsse<br />

interview Reinhard stück<br />

ralph strobel<br />

36 Elektromobile Stadt<br />

Dr. Peter Bachmann<br />

Christian Alexander Mayer<br />

38 25 pilot cities<br />

andreas-michael reinhardt<br />

40 AUf der überholspur<br />

Thorsten Themme<br />

Messen &<br />

EVents<br />

10 e-miglia 2011<br />

12 Clean tech world<br />

14 Lebenswelt<br />

Elektromobilität<br />

emobilität &<br />

Erneuerbare<br />

Energien<br />

42 Baustein<br />

Björn klusmann<br />

44 EE im Mobilitätssektor<br />

Sven Kirrmann<br />

46 Solare Revolution<br />

markus emmert<br />

48 EE in den Autotank<br />

Prof. Dr. Josef Krems<br />

50 EE als Basis<br />

Eckhard Fahlbusch<br />

52 Ideale Partner<br />

Jürgen Hüpohl<br />

54 emobile talk<br />

Interview Markus emmert<br />

Dr. Christian Andrelang<br />

BEM<br />

3 GruSSwort<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

6 Nicht drängeln..!<br />

Editorial, Christian heep<br />

8 challenge Bibendum<br />

16 Parlamentarischer<br />

Beirat<br />

20 Wir elektromobilisieren<br />

DEN Bundestag<br />

122 Buchvorstellungen<br />

124 vorschau<br />

125 abo neue mobilität<br />

126 Mitgliedschaft<br />

im Bundesverband eMobilität<br />

128 Firmenverzeichnis<br />

130 Impressum<br />

Erste<br />

Flotten<br />

58 fAHrsicherheitstraining<br />

Car-cycle-consult<br />

59 opel gibt strom<br />

Opel<br />

60 mArketing-offensive<br />

Next Generation Mobility<br />

61 eMobilität in der logistik<br />

Barkawi<br />

62 Kraft der zwei antriebe<br />

EDAG<br />

64 mobilität bewegt<br />

German e-cars<br />

66 vorsprung durch praxis<br />

athlon car lease<br />

68 emobilität im tourismus<br />

Nordhessen touristik<br />

70 eAutos für jedermann<br />

db fuhrpark<br />

72 emobilität erleben<br />

Lechwerke AG<br />

74 carsharing in hamburg<br />

Cambio<br />

75 zusatzqualifikation<br />

elektromobilität<br />

Mainova<br />

76 mobilität der zukunft<br />

pg-bikes


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> »<br />

DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

ausgabe Juli 2011<br />

Status Quo<br />

eMobilität<br />

eMobilität<br />

in europa<br />

78 Innovation elektroantrieb<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

80 Ladesäulenranking<br />

81 emobilität ist<br />

ALLTAGSTAUGLIch<br />

82 Argumente für die<br />

Neue Mobilität<br />

84 Strom tanken<br />

Andreas richter<br />

86 WISSENSchaft & Wirtschaft<br />

Dr. Carsten Hutt<br />

88 simulation für mehr effizienz<br />

gerhard friederici<br />

90 eEnergie speichern<br />

Tronic one gmBh<br />

92 Schwarzes gold<br />

Annegret Handel-kempf<br />

94 GEfahrenpotentiale<br />

LEISEr eAutos<br />

kathrin dudenhöffer<br />

leonie hause<br />

96 legal corner<br />

Dr. Christian de Wyl<br />

Jan-Hendrik vom Wege<br />

98 Vehicle to grid<br />

benjamin bürger<br />

99 Schlüssel liegt in<br />

Batterie<br />

Forschungszentrum Meet<br />

100 Elektronik im<br />

Elektroauto<br />

hans-jürgen esch<br />

102 geschäftsmodelle zur<br />

marktetablierung<br />

Prof. Dr. Wolfgang Pfau<br />

Dipl.-Betriebswirt Lutz göcke<br />

103 Wertschöpfungsnetzwerke<br />

Dipl.-Phys. Richard Colmorn<br />

Prof. Dr. Michael Hülsmann<br />

1<strong>04</strong> Green Mobility Engineering<br />

Prof. Dr. Frank Gauterin<br />

106 EU-Metropolen & eMobilität<br />

108 Green emotion<br />

Dr. Heike Berlag<br />

110 Elektromobile Förderthemen<br />

Ariane Waldmann<br />

112 passion for new mobility<br />

First Move AG<br />

113 BEM-Repräsentant in Brüssel<br />

Dr. Ingo Friedrich<br />

114 emobilität in SPanien<br />

Martin Pohl<br />

116 eMobilität in Luxemburg<br />

Dipl.-ing MBA Bernhard Jäckel<br />

118 Projekt »Smart Batt«<br />

DI Helmut Oberguggenberger<br />

120 Moto Mundo<br />

HIalte Tin<br />

Nina Rasmussen<br />

Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />

Wir freuen uns, dass unsere vierte Ausgabe den Weg zu Ihnen<br />

gefunden hat. Wenn Sie noch nicht zum regelmäßigen<br />

Empfängerkreis gehören oder die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> nur<br />

knapp auf einer der vielen Messen, Kongresse oder Veranstaltungen<br />

bekommen haben.. empfehle ich Ihnen einen Besuch<br />

auf unserem Abo-Formular unter www.bem-ev.de oder<br />

auf Seite 125 dieser Ausgabe.<br />

Bei unserer quartalsweisen Erscheinung haben wir nun bereits<br />

ein ganzes Jahr die Entwicklung der eMobilität dokumentiert,<br />

begleitet, einer beständig wachsenden Leserschaft vorgestellt<br />

und selbst dabei viele neue Kontakte und wertvolle<br />

Erfahrungen gesammelt. Ich möchte Sie gern animieren und<br />

auffordern dieses branchenübergreifende Netzwerk, das<br />

wir gerade um einen kompetenten parlamentarischen Beirat<br />

und unsere EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich<br />

erweitern konnten, effektiv für Ihr elektromobiles Engagement<br />

zu nutzen und uns sichtbar im Rahmen einer BEM-Mitgliedschaft<br />

bei unseren tagespolitischen und medial-kommunikativen<br />

Aufgaben zu unterstützen. Dass sich das auch<br />

in Ihren Auftragsbüchern rechnet, zeigt die Tatsache, dass<br />

wir in den Reihen unserer Mitglieder bereits über 28 Millionen<br />

Euro zusätzliche Auftragsvolumina generieren konnten.<br />

In dieser Ausgabe beleuchten wir die »Ergebnisse« der NPE,<br />

freuen uns über Beiträge von z.B. Dr. Rösler und Tiefensee,<br />

dem Dachverband der Erneuerbaren Energien und viele<br />

weitere Fachbeiträge und Kommentare zum Status Quo der<br />

Elektromobilität, Ersten Flotten und eMobilität in Europa.<br />

Christian Heep<br />

Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing


Editorial - Christian Heep<br />

Nicht drängeln..?<br />

Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />

Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

© photocase.com/<br />

Mit leicht erhobener Stimme, autoritär anmutend, besserwisserisch<br />

und gleichzeitig ebenso drängelnd hört man ihn<br />

immer wieder. Den leicht aggressiven Unterton, die latente<br />

Angst selbst später zum Zug zu kommen, etwas zu verpassen.<br />

»Nicht drängeln..!« ist doch schon ein Indikator für Beharrlichkeit<br />

in der eigenen Person, der eigenen Einschätzung.<br />

Daneben existiert aber auch das ruhige, sanfte Gemüt, das<br />

mit leicht monotoner Stimme, aber ebenso wissend daherkommende<br />

und ebenso überlegene »Nicht drängeln.« in<br />

langgezogener Tonalität.<br />

Das titelgebende, überrascht fragende »Nicht drängeln..?«<br />

zeigt die Brisanz hinter dieser prekären Fehleinschätzung,<br />

Erschließt sich am Ende aber leider nicht nur demjenigen<br />

Kortex, der es denn verzapft und politisch verschuldet hat,<br />

sondern vielmehr seinem Schützling in den verschiedensten<br />

Vorkommen: Dem gemeinen Bürger, dem Arbeiter oder<br />

Angestellten in der Automobil- und Zulieferindustrie und in<br />

weiterer Folge im Grunde jedem Teilnehmer unserer Wertschöpfungskette<br />

bis hin zur Europa, die sich das so wohl bei<br />

der Namensgebung damals nicht vorgestellt hatte.<br />

Ich bin mir natürlich der Tatsache bewusst, dass ich offensichtlich<br />

auch etwas besser weiß, aber damit bin ich ja zum<br />

Glück ebenso wenig allein und habe auf meiner Seite die<br />

Kollegen Vernunft, Nachhaltigkeit und eine gehörige Portion<br />

ermöglichenden Fortschritts. Flankierend stehen mir mahnend<br />

auch die zunehmende Ressourcenknappheit, sowie<br />

der Klima- und Umweltschutz argumentativ zur Seite.<br />

Doch kommen wir hier nun mal zum Punkt. Um den Spannungsbogen<br />

ein letztes Mal zu bemühen, vielleicht einen<br />

weiteren antiken Sprung in die demokratische Wiege unserer<br />

heutigen Wertvorstellung. Allerdings erinnern heutige<br />

Herangehensweisen teils in erschreckender Weise an die<br />

Anfänge der Begrenzung politischer Partizipationsrechte. In<br />

diesem Sinne kommen wir also auf den von mir gern bewußt<br />

provokant kommentierten zweiten Bericht der Nationalen<br />

Nullrunde Elektromobilität und das darauf folgende Regierungsprogramm<br />

mit tatsächlich noch mehr Massenträgheit,<br />

was bei den vielen Wörtern schon erstaunlich ist. Gedrängelt<br />

hat hier wirklich keiner..! Eine nationale Anleitung in Richtung<br />

Leitmarkt sieht wahrlich anders aus und lässt die Subventionsforderung<br />

eher taktil erscheinen.<br />

Na, jedenfalls ging es mir ja um die Begriffe Gleichstellung<br />

und Gerechtigkeit oder am besten gleich um beide. Beispielhaft<br />

lässt sich das an der Dienstwagenbesteuerung klären.<br />

Wenn man also nach über sechs langen Monaten endlich dahinter<br />

kommt, dass bei der Besteuerung von Elektrodienstwagen<br />

die Anschaffung eben dieser zukunftsweisenden und<br />

6 Neue Mobilität


Editorial - Christian Heep<br />

regierungsseitig ja eindeutig gewünschten Vehikel ein offensichtlicher<br />

Missstand vorlag und man diesen nun entsprechend<br />

korrigiert, dann kann man doch bitte für diese<br />

reine Gleichstellungsmaßnahme keinen Applaus erwarten,<br />

geschweige denn das als honorablen Punkt in sein ohnehin<br />

nur einen einzigen weiteren relevanten Punkt umfassendes<br />

Regierungspaket übernehmen. Wer jetzt allen Ernstes wirklich<br />

glauben möchte, dass sich damit ein elektromobiler Leitmarkt<br />

erschließen lässt, der assimiliere sich bitte eigenständig<br />

wieder in eine der nörgelnden Reihen zurück.<br />

Leider ist wiederholt zu befürchten, dass wir unsere Chancen<br />

auf dem Zukunftsmarkt Mobilität aufs Spiel setzen. Warum..?<br />

Ganz einfach: Weil die anderen drängeln..! Sie drängeln sich<br />

auf ihrem Markt und bald auch auf unserem in Deutschland<br />

oder Europa - das spielt gar keine Rolle. Eine Rolle aber können<br />

wir spielen, indem wir endlich anfangen Leitmarkt zu werden.<br />

Vorreiter, Vordenker, Mitspieler und eben auch ein bisschen<br />

Drängler. Wem jetzt das Wort nicht gefällt und da stimme ich<br />

tendenziell mit ein, der werde doch einfach politisch sichtbar<br />

und fordere den notwendigen Systemwechsel. Am pragmatischsten<br />

funktioniert das natürlich im oberen Bereich der<br />

Kommandostruktur. Also genau da, wo es ja bereits gewollt<br />

ist. Auch hier komme ich leider nicht umhin in Eintönigkeit<br />

zu konstatieren, dass unser Leitmarktanspruch überhaupt<br />

nicht zur vorherrschenden Förderablehnung passt.<br />

Ein weithin sichtbares Zeichen für Erste Flotten, der meine<br />

uneingeschränkte Aufmerksamkeit finden wird, ist eine<br />

Dienstwagenbesteuerung iHv. exakt 0% und eine Befreiung<br />

von der Kfz-Steuer. Als nächsten Schritt sehe ich die von uns<br />

geforderte heterogene Förderverteilung auf Käufer und Hersteller.<br />

Dann wird auch eine kalkulierbare Erfolgsstory daraus,<br />

da eben nicht eine pauschalierte Millionenförderung in<br />

die Konzerne fließt, sondern eine leistungsbezogene.<br />

Wenn das keine 2,5 Mrd. Euro wert sein soll für die ersten<br />

250.000 Elektroautos, dann weiß ich es auch nicht. Zudem es<br />

sich ja nicht um zusätzliche Mittel handelt, sondern lediglich<br />

um eine andere Verteilung. Steuerrückflüsse, der Dank nachfolgender<br />

Generationen, weniger Klimafolgenschäden, steigende<br />

Exportquoten, Arbeitsplätze und Wohlstand auch nach<br />

2020 in Deutschland und Europa noch nicht mal eingerechnet.<br />

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun nach meiner kleinen<br />

Einstimmung ein durchweg positives Lesevergnügen, freue<br />

mich auch in Zukunft auf eine gute und elektromobile Zusammenarbeit<br />

und empfehle, den ganzen Artikel nochmal<br />

zu lesen und zwar im Fokus Erneuerbarer Energien und Sie<br />

werden mit Leichtigkeit eine Parallelisierung erfahren.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Neue Mobilität<br />

7


Michelin Challenge Bibendum 2011 - Rückblick<br />

Teilnehmer an der Michelin Challenge Bibendum 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof<br />

Rückblick<br />

Challenge Bibendum 2011<br />

Vom 18. bis 22. Mai stand auf dem Tempelhofer Feld in Berlin<br />

auf der Michelin Challenge Bibendum alles im Zeichen nachhaltiger<br />

Mobilität. Über 6.000 Besucher aus Politik, Industrie,<br />

Wissenschaft und Medien waren in diesem Jahr vor Ort,<br />

um in Theorie und Praxis zukunftsweisende technische Lösungen,<br />

Konzepte und Studien rund um nachhaltige Mobilität<br />

im Straßenverkehr zu diskutieren. Am 21. und 22. Mai<br />

fanden zudem erstmalig auch Publikumstage statt, an denen<br />

die zahlreichen Berliner Gäste die Möglichkeit hatten, die zukünftigen<br />

Serienfahrzeuge, Studien und Mobilitätskonzepte<br />

direkt auf den verschiedenen Parcours Probe zu fahren.<br />

Der Bundesverband eMobilität war gemeinsam mit seinen<br />

Mitausstellern TÜV SÜD, Toyota Tsusho, New Tech Energies,<br />

Michael Hadad Autohandel und etecmo mit einem Gemeinschaftsstand<br />

präsent. »Um Elektromobilität langfristig erfolgreich<br />

zu etablieren, müssen wir anfangen über Ländergrenzen<br />

hinaus zu denken. Michelin hat mit der Veranstaltung<br />

genau an diesem Punkt angesetzt. Wir haben zahlreiche<br />

neue internationale Kontakte knüpfen können«, so Christian<br />

Heep, Vorstand Marketing beim Bundesverband eMobilität.<br />

Johannes Rechholz, etecmo GmbH<br />

»etecmo, der Personalspezialist für den Bereich Elektromobilität,<br />

war als BEM-Mitglied dieses Jahr erstmals auf dem Gemeinschaftsstand<br />

vertreten. Das Erscheinungsbild des Messeauftritts,<br />

in gewohnt stilsicherer BEM-Weise, fand beim<br />

Messepublikum großen Anklang. Neben interessanten Kontakten<br />

zu den verschiedensten Unternehmen aus der Branche<br />

freuen wir uns über eine Vielzahl an neuen Bewerbern,<br />

die im Anschluss an die Veranstaltung Ihren Lebenslauf<br />

auf unserem Online-Jobportal hinterlegt haben. Einige der<br />

Kandidaten konnten wir bereits direkt an die geknüpften<br />

Kontakte weiterempfehlen. Wir sind uns sicher, auch beim<br />

nächsten Gemeinschaftsstand wieder dabei zu sein - nicht<br />

zuletzt bedingt durch die kooperative Top-Betreuung der<br />

BEM-Mitarbeiter.“<br />

8 Neue Mobilität


©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

Oxana Udovichenko, TOYOTA TSUSHO Düsseldorf<br />

»Das Management der gesamten Energie-Wertschöpfungskette<br />

für die Neue Mobilität ist eines unserer<br />

zentralen Geschäftsfelder. Um unseren Bemühungen<br />

Ausdruck zu verleihen, haben wir als BEM-Mitglied zusammen<br />

mit unserem Partner JDM auf der Challenge Bibendum<br />

das erste von JDM in Serie hergestellte Elektrofahrzeug<br />

ausgestellt. Der BEM-Gemeinschaftsstand hat<br />

uns, wie bereits auf der diesjährigen E-World in Essen,<br />

die ideale Plattform für weitere Geschäftskontakte und<br />

eine attraktive Unternehmenspräsentation geboten.«<br />

Guido Riemann, Michael Hadad Autohandel GmbH<br />

»Die kompetente Zusammenarbeit mit dem BEM-Team<br />

hat hervorragend funktioniert. Wir fanden auf dem<br />

Event genau die richtige Bühne, um uns einem breiten<br />

Publikum als relevanter Partner zu zeigen. Wir haben<br />

viele gute Gespräche mit Fachleuten und interessierten<br />

Besuchern führen können. Ich bin wirklich beeindruckt,<br />

wie stark die allgemeine Nachfrage zum Thema Elektromobilität<br />

und insbesondere zum i-MiEV ist. Denn wir<br />

sind davon überzeugt, dass Elektromobilität das Thema<br />

der Zukunft ist.«<br />

Weitere Informationen finden Sie unter<br />

www.michelinchallengebibendum.com/de/Berlin-2011


e-miglia 2011<br />

e-miglia 2011<br />

Der härteste Realtest für Elektromobilität<br />

• Die Protagonisten: C-Zero, MINI E, eRuf, i-MiEV, iOn, Jetcar, Mega Van, Pedelec, Stromos,<br />

Tesla, Think, Tazzari, Twike<br />

• Gleichmäßigkeitsrallye durch vier Alpenländer: D-AUT-I-CH vom 01. bis 05. August 2011<br />

• Energiewende: 800 Kilometer von München bis St. Moritz emissionsfrei<br />

Mit 32 alltagstauglichen eFahrzeugen zieht die e-miglia am<br />

02. August von München gen Großglockner in die Alpen. Eine<br />

neue Ära der Mobilität beginnt und fordert vor allem von den<br />

Teilnehmern Pioniergeist. Die Helden der Zukunft sind die<br />

unterschiedlichen eFahrzeuge, die sich im Vergleich zu 2010<br />

stark weiterentwickelten. Je nach Typ liegen die Reichweiten<br />

zwischen 120 und 400 km. Eine Schnellladung ist bereits in<br />

30 Minuten zu schaffen, an der normalen Steckdose dauert<br />

es bis zu 7 Stunden die Batterien wieder zu füllen. Auch die<br />

Höchstgeschwindigkeiten sind mit meist 120 km/h absolut<br />

alltagstauglich, die Sportler unter den eMobilen bringen es<br />

sogar auf über 200 km/h mit einer Beschleunigung von null<br />

auf 100 in stolzen 3,7 Sekunden. Erfreulich sind die Energiekosten<br />

für 100 km, die 4 EUR nicht übersteigen, aber je nach<br />

Fahrweise und Typ leicht zu unterschreiten sind.<br />

Der schnelle Tesla, bekannt für Sportlichkeit und hohe<br />

Reichweiten, findet bei der e-miglia 2011 starke Konkurrenz,<br />

denn erstmals werden eRUF Roadster und Coupe das<br />

Starterfeld mit aufmischen. Daneben zeigt die e-miglia in<br />

diesem Jahr die ersten elektrischen Serienfahrzeuge im<br />

Kleinwagensegment. Mit dabei: Mitsubishi i-MiEV, Citroën<br />

C-Zero, MINI E und der frisch auf den Markt gekommene<br />

Peugeot iOn. Allesamt überzeugende und spritzige Modelle<br />

mit ausgeklügelten Systemen.<br />

Auf zur Neuen Mobilität, das leben die eMarken Jetcar,<br />

Tazzari, Think, German E-Cars und Mega schon länger. Bereits<br />

im letzten Jahr zur Premiere der e-miglia waren sie dabei<br />

und haben die große Herausforderung bewältigt.<br />

Wer dachte, die Twiker hatten mit 560 km e-miglia 2010 genug,<br />

der irrt. Gleich zwei werden in der Kategorie 3-Rad an<br />

den Start gehen und munter 800 km mitstrampeln. Den Klassensieg<br />

schon fast in der Tasche hat das Pedelec mit Zieleinfahrt<br />

in St. Moritz, denn nur ein Teilnehmer auf zwei Rädern<br />

wird sich dem Weg von München, über den Großglockner,<br />

nach Bozen und final ins und durchs Engadin bis zum Ziel in<br />

St. Moritz stellen.<br />

Und das ist das Plus an der e-miglia. Jeder kann mitmachen<br />

und jeder kann gewinnen; nicht die Kraft der Motoren entscheidet<br />

über den Sieg bei der emissionsfreien Gleichmäßigkeitsrallye.<br />

Auch der BEM geht in diesem Jahr mit zwei Teams an den<br />

Start. BEM-Präsident Kurt Sigl wird die Bergetappen gemeinsam<br />

mit seinem Co-Piloten Max Sigl im Tesla von juwi<br />

meistern. Sandrine Frideres und Juliane Girke werden die<br />

elektrische Transalpen-Rallye in einem Stromos von German<br />

E-Cars als Presse-Team begleiten. »Ich freue mich sehr, dass<br />

wir bei der diesjährigen Rallye nicht nur als Medienpartner<br />

sondern auch als Fahrer an der innovativen Veranstaltung<br />

teilnehmen. An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal<br />

herzlich bei unseren beiden Mitgliedsunternehmen juwi<br />

und German E Cars, mit deren Fahrzeugen wir an den Start<br />

gehen«, so BEM-Präsident Kurt Sigl.<br />

Mehr Informationen und Bildmaterial auf:<br />

www.e-miglia.com<br />

10 Neue Mobilität


Clean tech world<br />

Clean Mobility Insights<br />

Best Practices aus Metropolen weltweit<br />

Nachhaltige Mobilitätslösungen für die Metropole der Zukunft auf der Clean Mobility<br />

Insights Konferenz 2011: Am 29. und 30. September 2011 auf dem historischen Gelände<br />

des Flughafens Berlin-Tempelhof und eingebettet in die Messeveranstaltung<br />

Clean Tech World.<br />

Die Clean Tech World steht für die besten Umwelttechnologien<br />

der Welt und findet auf dem Gelände des ehemaligen<br />

Flughafens Tempelhof im Herbst 2011 zum zweiten Mal statt.<br />

Neben Publikumstagen in den historischen Hangars gibt es<br />

im Vorfeld und während der Messe ein umfassendes Konferenz-<br />

und Eventprogramm und neu: einen speziell auf den<br />

Nachwuchs zugeschnittenen »Talent Day«.<br />

Auf der CLEAN MOBILITY INSIGHTS Konferenz 2011 kommen<br />

rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik<br />

zusammen, um sich über die neuesten technologischen<br />

Anwendungen, aktuelle Markttrends, die Finanzierung von<br />

Innovationen und internationale Best Practices auszutauschen.<br />

Mitveranstalter der Konferenz sind der Bundesverband<br />

eMobilität e.V. (BEM) und die Berliner Agentur für<br />

Elektromobilität (eMO).<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl übernimmt im Rahmen der Kooperation<br />

die Moderation des Abschlusspanels von 16.00 bis<br />

17.30 Uhr am 30. September. Thema der Diskussionsrunde:<br />

»Europäische Best Practices für Urbane Clean Mobility«.<br />

Die diesjährige CLEAN MOBILITY INSIGHTS Konferenz setzt<br />

ihre Akzente auf Mobilitätskonzepte inklusive der zugehö-<br />

12 Neue Mobilität


clean tech world<br />

Ehemaliges Flughafengelände Berlin-Tempelhof<br />

rigen Ladeinfrastruktur und Stromversorgung, sowie Wertschöpfungs-<br />

und Nutzungsmodelle, die bereits erfolgreich in<br />

Metropolregionen verschiedener Länder eingesetzt werden<br />

- von Amsterdam, Paris, Madrid und Stockholm über Trondheim<br />

bis hin zu London oder Lissabon. Im Kontext dieser<br />

Best Practices werden der interessierten Fachöffentlichkeit<br />

auf der CMI 2011 außerdem erstmals Zwischenergebnisse<br />

des Aktionsplans Elektromobilität Berlin 2020 präsentiert.<br />

Schließlich werden Finanzierungsmöglichkeiten für CLEAN<br />

MOBILITY Innovationen über private Investoren sowie nationale<br />

und europäische öffentliche Förderinitiativen vorgestellt.<br />

Durch ihre Einbettung in die CLEAN TECH WORLD bietet die<br />

Konferenz weitreichende Gelegenheiten zum Netzwerken.<br />

Sie entfaltet über die Veranstaltung hinaus eine Katalysatorwirkung,<br />

um Deutschland mit Berlin als Zentrum zum europäischen<br />

Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln, und<br />

mit Key Playern aus dem In- und Ausland zu verbinden.<br />

Tickets<br />

• Konferenztickets für EUR 825,-zzgl. MwSt. inklusive Konferenzteilnahme,<br />

Kaffeepause, Mittagsimbisse, Bootsdinner<br />

auf der Spree, Empfang, Event »Science Slam« mit Party<br />

e-night, 3-Tages-Messeticket, sowie die Teilnahme an der<br />

Netzwerkveranstaltung Clean Tech Synergies<br />

• Bei Buchung über den Bundesverband eMobilität e.V. (BEM)<br />

oder die Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) reduzierter<br />

Ticketpreis EUR 725,- zzgl. MwSt.<br />

• Konferenzprogramm anfordern und Ticket buchen per Mail<br />

unter cmi@cleantechworld.eu oder direkt auf<br />

www.cleantechworld.eu<br />

Konferenz, 29. & 30. September 2011,<br />

Flughafen Tempelhof, Berlin<br />

Neue Mobilität<br />

13


Lebenswelt Elektromobilität<br />

Lebenswelt Elektromobilität<br />

Kongress für Fahrzeug, Energie, Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnologien.<br />

9. - 10. September 2011, Congress Center Rosengarten Mannheim<br />

Der Kongress »Lebenswelt Elektromobilität« greift unter den<br />

Schirmherrschaften des Bundesministeriums für Wirtschaft<br />

und Technologie (BMWi) und des Bundesministeriums für<br />

Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die zentralen<br />

Fragestellungen an den Schnittstellen von Energie,<br />

Fahrzeug, Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnologien<br />

(IKT) auf.<br />

Namhafte Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft<br />

beleuchten aus verschiedenen Perspektiven Herausforderungen<br />

und mögliche Lösungen auf dem Weg zu einem intelligenten<br />

Gesamtsystem der Elektromobilität.<br />

Zu den Unterstützern und ideellen Partnern gehören Unternehmen,<br />

Netzwerke und die Verbände BDEW, BDI, BEM, BIT-<br />

KOM, BSM, DIN, VDA, VDE, VDI, VKU und ZVEI. Der hochkarätig<br />

besetzte Programmbeirat unterlegt die Themenfelder<br />

mit ausgewählten Kompetenzträgern und gewährleistet eine<br />

fachliche Vielfalt.<br />

Eine wesentliche Unterstützung erfährt der Mannheimer<br />

Kongress durch die Mitwirkung der sieben Modellprojekte<br />

aus dem gemeinsamen Förderprogramm von BMWi und BMU<br />

»IKT für Elektromobilität«. Zusammen mit der vom BMWi<br />

beauftragten Begleitforschung unter Konsortialleitung von<br />

B.A.U.M. Consult werden die Modellprojekte zum Abschluss<br />

ihrer Projektlaufzeit auf der Kongressbühne ihre aktuellen<br />

Projektergebnisse öffentlich kommunizieren und wichtige<br />

Impulse an die Fachwelt und die Öffentlichkeit geben.<br />

Programmauszug<br />

Die zwei Kongresstage folgen jeweils einem eigenen Ansatz.<br />

Der erste Kongresstag widmet sich dem inhaltlichen Impuls<br />

aus Wissenschaft, Entwicklung sowie aktuellen Feldversuchen<br />

und Best Practice an die interessierte Öffentlichkeit.<br />

Der zweite Kongresstag steht im Zeichen von Austausch<br />

und Transfer. Die Impulse werden aufgegriffen und aus verschiedenen<br />

Perspektiven anhand konkreter Fragestellungen<br />

diskutiert, hinterfragt und in konkrete Lösungsprozesse eingebracht.<br />

Kongresseröffnung<br />

Durch Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Ministerpräsident<br />

des Landes Baden-Württemberg, Winfried<br />

Kretschmann.<br />

14 Neue Mobilität


Lebenswelt Elektromobilität<br />

Kurt Sigl, Präsident vom Bundesverband eMobilität, übernimmt<br />

beim Kongress Lebenswelt Elektromobilität das<br />

Patronat Smart Traffic: Mobilitätsdienste & Konzepte - Der<br />

Privatkunde. »Ich freue mich Teil der Veranstaltung sein zu<br />

dürfen und wünsche uns allen einen interessanten und erfolgreichen<br />

Kongress.«<br />

Keynotes<br />

Fahrzeug: Daimler AG, Prof. Dr. Herbert Kohler<br />

Energie: MVV Energie AG, Dr. Georg Müller<br />

Mobilität: Robert Bosch GmbH, Dr. Stefan Kampmann<br />

IKT: SAP AG, Hervé Couturier<br />

Sessions und Arbeitsgruppen<br />

Impulse aus Forschung und Entwicklung, visionären Szenarien,<br />

sowie praktischer Anwendung und Umsetzung.<br />

»Smart Car«<br />

Was macht ein Elektroauto aus?<br />

Was erwartet der Markt, was brauchen die Fahrerinnen und<br />

Fahrer?<br />

Welche IKT-Architektur, Elektrik und Elektronik ist dafür nötig?<br />

»Smart Grid«<br />

Wie kann verhindert werden, dass die Ladevorgänge von<br />

Elektrofahrzeugen das Netz überlasten?<br />

Wie und in welchem Umfang können Elektrofahrzeuge einen<br />

Sicherheits- und Stabilitätsbeitrag im zukünftigen Smart<br />

Grid leisten?<br />

»Smart Traffic«<br />

Wie können Elektrofahrzeuge im Verkehrsnetz der Zukunft<br />

sowohl Teil des Individual- als auch des öffentlichen Verkehrs<br />

sein?<br />

Können sie Katalysatoren sein für intermodale Systeme, für<br />

die ÖPNV-Integration, für Carsharing- und Verleihsysteme?<br />

Vorstellung der Modellprojekte »IKT für Elektromobilität«<br />

Die sieben Modellprojekte des Förderprogramms »IKT für<br />

Elektromobilität« präsentieren erstmals öffentlich ihre abschließenden<br />

Forschungsergebnisse nach zwei Jahren Projektlaufzeit<br />

in Form von Interviews und kurzen Trailern.<br />

Marktplatz Elektromobilität<br />

Hier erhalten Interessenten und Anbieter, insbesondere<br />

Cluster, Konsortien und potenzielle Konsortialpartner eine<br />

Bühne um sich mit spezifischen Kompetenzen oder mit speziellen<br />

Interessen im Bereich Elektromobilität zu präsentieren.<br />

Der Kongress »Lebenswelt Elektromobilität« findet am 9.<br />

und 10. September 2011 im Congress Center Rosengarten<br />

Mannheim statt.<br />

Informationen zum Kongress und Anmeldung online auf<br />

www.lebenswelt-elektromobilitaet.de.<br />

Neue Mobilität<br />

15


Parlamentarischer Beirat<br />

Der Parlamentarische Beirat<br />

Der BEM begleitet und gestaltet den gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv.<br />

Die uns heute bekannte Mobilität steht vor dem wohl größten Umbruch ihrer über 100-jährigen Geschichte. Dies ist nicht nur<br />

dem gestiegenen Umweltbewusstsein und den sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen in den Städten geschuldet. Auch die<br />

Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas und Kohle stellt ein volkswirtschaftliches Dauerrisiko dar. Ziel sollte<br />

es deshalb sein, unseren Energiebedarf unabhängig von äußeren Einflüssen wie Kriegen, Umweltkatastrophen und Entscheidungen<br />

von Kartellen und Spekulanten sowohl klimaneutral als auch als Ergebnis heimischer Wertschöpfung sicher zu stellen.<br />

Die Fahrzeughersteller- und Zuliefererindustrie, die Akteure<br />

in Verbänden und Parteien sowie in den Regierungen und<br />

Verwaltungen werden mit drängenden Zukunftsfragen konfrontiert.<br />

Wie kann der Einstieg in die saubere Energie organisiert<br />

werden? Welche Veränderungen und Chancen bietet<br />

ein solcher Prozess? Aber auch: Wie verändern sich Mobilitätsbedürfnisse?<br />

Welche Auswirkungen hat das auf die kommunale<br />

Daseinsvorsorge? Welche Veränderungsprozesse<br />

deuten sich für die Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie<br />

an? Welche Weichenstellungen sind notwendig, um<br />

eine nachhaltige und effiziente Mobilität zu ermöglichen?<br />

Wie kann die Akzeptanz für die notwendigen Prozesse erhöht<br />

werden? Wie kann die weit verbreitete Sympathie und<br />

Neugierde bei den potentiellen Kunden der Elektromobilität<br />

in reale Nachfrage gewandelt werden? Welche Änderungen<br />

ergeben sich durch die Neue Mobilität und wie kann diesen<br />

begegnet werden, um Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter<br />

für Elektromobilität zu etablieren?<br />

Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den<br />

gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv.<br />

Um mit den politischen Entscheidungsträgern sowie den<br />

Parteien unmittelbar in Kontakt zu treten und einen geregelten<br />

Gedanken- und Ideenaustausch zu organisieren, stellen<br />

wir aus dem Kreis der im Deutschen Bundestag vertretenen<br />

Parteien einen Parlamentarischen Beirat zusammen.<br />

Zu den Aufgaben des Parlamentarischen Beirats zählen:<br />

• der Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten<br />

zu den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien.<br />

• die Unterstützung des BEM durch im politischen Betrieb<br />

erfahrene Persönlichkeiten.<br />

• sowie die Erhöhung des Wissenstransfers zwischen Industrie<br />

und Politik im Bereich Elektromobilität.<br />

Um diese Aufgaben langfristig erfolgreich umzusetzen, benötigen<br />

wir das Know-how und Engagement aller beteiligten<br />

Akteure. In den halbjährlich stattfindenden Sitzungen des<br />

Parlamentarischen Beirats erörtert der BEM gemeinsam mit<br />

den beteiligten Akteuren die politische Agenda und diskutiert<br />

politische Initiativen.<br />

Der Anfang ist gemacht. Wir freuen uns sehr den Bundesminister<br />

a.D. Wolfgang Tiefensee (SPD), die Bundestagsabgeordneten<br />

Werner Simmling (FDP) und Dr. Reinhard Brandl<br />

(CSU), den Fraktionsvorsitzenden der Grünen in Berlin Volker<br />

Ratzmann sowie den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion<br />

in Bayern Markus Rinderspacher in unseren Reihen<br />

begrüßen zu dürfen. Die Zielgröße des Parlamentarischen<br />

Beirats liegt bei 10 bis 15 Personen aus der aktiven Politik.<br />

Armin Henning, Politischer Berater BEM<br />

16 Neue Mobilität


Parlamentarischer Beirat<br />

Wolfgang Tiefensee, SPD<br />

Markus Rinderspacher, SPD<br />

Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität<br />

Wolfgang Tiefensee, SPD, MdB<br />

»In meiner Funktion als Bundestagsabgeordneter bin ich<br />

Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie<br />

und stellvertretendes Mitglied im Entwicklungshilfeausschuss.<br />

Als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik bearbeite<br />

ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Wirtschaftsausschuss<br />

Fragen rund um die Themenbereiche Energie, Technologie<br />

sowie Luft- und Raumfahrt und widme mich intensiv<br />

dem Thema Elektromobilität.<br />

Unter meiner Federführung als Bundesverkehrsminister<br />

wurde das »Nationale Innovationsprogramm Wasserstoffund<br />

Brennstoffzellentechnologie« und der »Nationale<br />

Entwicklungsplan Elektromobilität« umgesetzt, in denen<br />

die umfassende Förderung von Elektromobilität angestoßen<br />

wurde.<br />

Darüber hinaus setze ich mich für eine europäische Zusammenarbeit<br />

beim Thema Elektromobilität ein und versuche<br />

als Mitglied des Parlamentarischen Beirats vom<br />

Bundesverband eMobilität die politische Sichtbarkeit der<br />

Neuen Mobilität zu verstärken.«<br />

Markus Rinderspacher, SPD, MdL<br />

»Als meine Großeltern so alt waren wie ich jetzt, begann das<br />

automobile Zeitalter. Im Laufe von 100 Jahren wurde die individuelle<br />

Mobilität mit dem Auto ein Mittelpunkt unseres<br />

wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Anders als<br />

früher und heute wird die Mobilität der Zukunft neben Freiheit<br />

und Leidenschaft mit Umweltbewusstsein verbunden.<br />

In Zukunft soll das Auto leise und sauber fahren. Auf Basis<br />

Erneuerbarer Energien ist Elektromobilität ein nachhaltiger<br />

Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Deshalb übt für mich<br />

die Elektromobilität als ein alternatives Antriebssystem der<br />

Zukunft eine besondere technologische Faszination aus.<br />

Deutschland und Bayern müssen sich zu einem »Leitmarkt<br />

für Elektromobilität« und zum »Leitanbieter für alternative<br />

Antriebe« entwickeln. Dazu sind finanzielle Anreizmaßnahmen<br />

notwendig. Das Autoland Bayern braucht einen Masterplan<br />

für eine nachhaltige, ressourcenschonende Mobilität<br />

mit innovativen Nutzungskonzepten. Für den Beschäftigungsstandort<br />

Bayern ist eine »Industrialisierung der Elektromobilität«<br />

und eine Konzentration der Modellprojekte einzufordern<br />

sowie die ökologische Modernisierung der öffentlichen<br />

Fahrzeugflotte voranzutreiben.<br />

Als Mitglied im parlamentarischen Beirat des BEM will ich<br />

auf allen politischen Ebenen dazu beitragen, die Förderung<br />

der Elektromobilität zu unterstützen. Elektromobilität ist<br />

für mich eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Dieser Innovationssektor<br />

braucht ein breites Bündnis für zukünftige<br />

Generationen.«<br />

Neue Mobilität<br />

17


Parlamentarischer Beirat<br />

Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />

Werner Simmling, FDP<br />

Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität<br />

Dr. Reinhard Brandl, CSU, MdB<br />

»Eine der zentralen Fragestellungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts<br />

ist, wie wir einer wachsenden Weltbevölkerung -<br />

angesichts von Klimawandel und schwindenden Ressourcen<br />

- zukünftig Mobilität ermöglichen wollen. Vor etwa 100 Jahren<br />

stand unter anderen Rahmenbedingungen die gleiche<br />

Frage im Raum. Damals wurde die Frage im wesentlichen<br />

mit Innovationen und Technologien aus Deutschland beantwortet.<br />

Daraus ist eine Automobilindustrie entstanden,<br />

die in den darauf folgenden Jahrzehnten zu einem wesentlichen<br />

Pfeiler unseres Wohlstands wurde. Unser Anspruch<br />

als Hochtechnologieland und Arbeitsplatzstandort muss<br />

sein, dass wir auch die Frage nach der Mobilität des 21.<br />

Jahrhunderts wieder aus Deutschland heraus beantworten.<br />

Elektromobilität wird absehbar ein Teil dieser Antwort sein.<br />

Die Herausforderung in diesem Bereich, eine internationale<br />

Spitzenposition zu erreichen, kann die Industrie nicht alleine<br />

bewältigen. Es ist eine nationale Kraftanstrengung erforderlich,<br />

bei der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an einem<br />

Strang ziehen müssen.<br />

Der Bundesverband eMobilität leistet einen wichtigen Beitrag<br />

dafür, indem er Akteure aus den verschiedensten Bereichen<br />

vernetzt und die Wahrnehmung des Themas in der<br />

Öffentlichkeit fördert. Im Parlamentarischen Beirat möchte<br />

ich als Abgeordneter meinen Teil dazu beitragen.<br />

Die Bundesregierung und wir als christlich-liberale Koalition<br />

haben der Förderung der Elektromobilität eine hohe Priorität<br />

in unserer Arbeit eingeräumt. Als Berichterstatter für<br />

Elektromobilität der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss<br />

für Bildung und Forschung begleite ich von Seiten<br />

des Parlaments die inhaltliche und budgetäre Ausgestaltung<br />

der Maßnahmen. Gemeinsam mit meinen Berichterstatter-<br />

Kollegen aus den Ausschüssen für Umwelt, Wirtschaft und<br />

Verkehr haben wir den fraktionsinternen Koordinationskreis<br />

Elektromobilität gegründet und stimmen regelmäßig unsere<br />

Aktivitäten ab. Alle gemeinsam mit dem Ziel: Deutschland<br />

mittelfristig sowohl zum Leitmarkt als auch zum Leitanbieter<br />

von Elektromobilität zu machen.«<br />

Werner Simmling, FDP, MdB<br />

»Eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen bis<br />

2020 sind ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Bundesregierung<br />

gesetzt hat. Mit dem Zusammenschluss von Wirtschaft,<br />

Wissenschaft und Politik zur Nationalen Plattform Elektromobilität<br />

ist ein entscheidender Schritt unternommen worden<br />

dieses Ziel zu erreichen. Der Deutsche Bundestag unterstützt<br />

die Anstrengungen der Bundesregierung. Gleichwohl<br />

muss uns allen bewusst sein, dass Elektromobilität nur dann<br />

eine echte Alternative zu heutigen Antrieben sein wird, wenn<br />

18 Neue Mobilität


Parlamentarischer Beirat<br />

Volker Ratzmann<br />

Bündnis 90 / Die Grünen<br />

sie dauerhaft ohne staatliche Subventionen auskommt. Vielmehr<br />

müssen die Potentiale der technischen Entwicklungen<br />

von der Privatwirtschaft in den kommenden Jahren ungehindert<br />

genutzt und vorangebracht werden.<br />

Kooperationen mit ausländischen Unternehmen gerade im<br />

Bereich der Speichertechnologie, führen zu sinnvollen Synergien<br />

für die deutsche Industrie. Dafür ist es entscheidend,<br />

dass in Deutschland die nötige technologische Kompetenz<br />

aufgebaut wird sowie die Mitgestaltung und Durchsetzung<br />

von Normen und Standards. Dabei geht es nicht allein nur<br />

um den Stecker zum Beladen der Elektrofahrzeuge, sondern<br />

auch um Fragen der Batterie und ihrer einzelnen Komponenten.<br />

Diese klaren Rahmenbedingungen und einheitlichen<br />

Schnittstellen sind für die Weiterentwicklung der Elektrofahrzeuge<br />

und für den Wirtschaftsstandort Deutschland von<br />

enormer Bedeutung. Wenn es auf diesem Gebiet gelingt,<br />

deutsche industriepolitische Interessen durchzusetzen,<br />

dann wäre ein wichtiger Zwischenschritt erreicht.<br />

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität sind alternative<br />

Antriebe und Kraftstoffe sowie die weitere Verbesserung<br />

des konventionellen Verbrennungsmotors entscheidend.<br />

Ich freue mich auf die Mitarbeit und den Austausch im Parlamentarischen<br />

Beirat vom Bundesverband Elektromobilität.«<br />

Volker Ratzmann , Bündnis 90/Die Grünen, MdA<br />

Um den Lebenswert dieser Stadt erhalten zu können und<br />

den sozialen Herausforderungen gewachsen zu sein, brauchen<br />

wir mehr Wirtschaftskraft, mehr Unternehmen und<br />

nicht zuletzt mehr Jobs für die Menschen, die hier leben. Ich<br />

bin davon überzeugt, dass die Elektromobilität zu den Zukunftsfeldern<br />

dieser Stadt gehört.<br />

Dabei ist Elektromobilität viel mehr als nur eine neue Antriebstechnologie.<br />

Elektromobilität ist eine doppelte Zukunftschance<br />

für Berlin, denn sie schafft neue zukunftsfähige<br />

Arbeitsplätze und stellt die Weichen für moderne und<br />

klimafreundliche Mobilität. Wir haben mehr vor uns, als nur<br />

den Motor auszutauschen, es geht um Gesamtlösungen.<br />

Das eAuto der Zukunft ist dreifach vernetzt: mit anderen Verkehrsmitteln,<br />

mit dem Stromnetz als Speicher für Erneuerbare<br />

Energien und mit dem Internet für die Abrechnung des<br />

Stroms. Nur wer diese Gesamtlösungen entwickelt und umsetzt,<br />

hat weltweit die Nase vorn - und Berlin hätte das Zeug<br />

dazu. Denn Berlin ist gerade in der Entwicklung vernetzter<br />

Mobilitätslösungen stark.<br />

Seit 2001 ist Volker Ratzmann Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses,<br />

seit 2003 Fraktionsvorsitzender und seit 2009<br />

auch wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis<br />

90/Die Grünen.<br />

Neue Mobilität<br />

19


BEM - Bundestag<br />

Wir elektromobilisieren den<br />

Bundestag..!<br />

Denn wir wollen nicht nur informieren, sondern insbesondere auch animieren.<br />

Dr. Valerie Wilms, Bündnis 90 / Die Grünen, vor der BEM-Geschäftsstelle in Berlin<br />

Frau Dr. Valerie Wilms, MdB, Bündnis 90/Die Grünen<br />

Sprecherin für Maritime Politik und Nachhaltigkeitsbeauftragte<br />

der grünen Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss<br />

für Tourismus sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss<br />

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung war am 20. April als<br />

erster Gast der Veranstaltungsreihe »Wir elektromobilisieren<br />

den Bundestag« zum politischen Hintergrundgespräch<br />

beim Bundesverband eMobilität.<br />

Obwohl Frau Dr. Wilms bereits in der Vergangenheit erste<br />

Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen sammeln konnte, war<br />

es ihre erste Fahrt auf einem Pedelec. »Das macht richtig<br />

Spaß«, erklärte sie direkt nach der Fahrt. »Begeisterung und<br />

Erfahrbarkeit. Daran muss angesetzt werden, um Elektromobilität<br />

vorwärts zu bringen. Vor allem im Kommunalbereich<br />

bieten eBike-Verleihstationen und innovative Konzepte<br />

im Tourismusbereich ideale Möglichkeiten, um den Bekanntheitsgrad<br />

von Elektromobilität innerhalb der Gesellschaft zu<br />

erhöhen.«<br />

»Die grüne Bundestagsfraktion unterstützt Elektromobilität.<br />

Aber nur dann, wenn es nicht nur um den Austausch<br />

eines konventionellen Motors gegen einen Elektromotor<br />

geht. Wir sehen Elektromobilität als Teil eines umfassenden,<br />

neuen Mobilitätskonzepts«, erklärte sie im Gespräch mit<br />

Marketing-Vorstand Christian Heep. »Die Bindung zum Automobil<br />

wird sukzessive geringer innerhalb der Gesellschaft.<br />

Damit bietet sich uns aktuell eine realistische Chance das<br />

gesamte Mobilitätsverhalten zu verändern«, so Wilms weiter.<br />

»Elektromobilität macht für uns nur auf Basis Erneuerbarer<br />

Energien Sinn. Das bedeutet im Klartext: Null CO2 und null<br />

Atomstrom«, machte die Bundestagsabgeordnete deutlich<br />

und erklärte weiter, dass die Grünen bei der aktuellen Diskussion<br />

zur Zukunft der Mobilität prinzipiell technologieoffen<br />

seien. So werden laut Position der Bundestagsfraktion<br />

im Antrag »Mit grüner Elektromobilität ins postfossile Zeitalter«<br />

alle umweltschonenden Fahrzeuge unterstützt, die<br />

unter 60g/km CO2 bleiben.<br />

»Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger jetzt mitnehmen<br />

und animieren. Hier spielen aktuell insbesondere Kommunen<br />

und kommunalnahe Unternehmen eine wichtige Rolle.<br />

Gerade deren Fuhrparks eignen sich ideal für den Einsatz von<br />

Elektrofahrzeugen. Wir brauchen dringend Kommunal-Fahrzeug-Konzepte,<br />

die sich in Anschaffung und Unterhalt für die<br />

Fuhrparkmanager rechnen«, erklärte sie abschließend.<br />

20 Neue Mobilität


BEM - Bundestag<br />

Energiefragen stehen momentan im Fokus der politischen Aufmerksamkeit und verbinden sich immer stärker mit der Möglichkeit<br />

eines Systemwechsels hin zu einer emissionsfreien und Ressourcen schonenden Neuen Mobilität auf Basis Erneuerbarer<br />

Energien. Der Bundesverband eMobilität e.V. will dabei nicht nur informieren, sondern insbesondere auch animieren.<br />

Deshalb hat der BEM alle Mitglieder des deutschen Bundestags eingeladen, sich jetzt aktiv mit dem Thema Elektromobilität<br />

auseinander zu setzen und eine vielleicht erste elektromobile Erlebnisfahrt mit einem eBike, eScooter oder Elektroauto zu<br />

machen.<br />

BEM-Vorstand Christian Heep, MdP Dr. Lutz Knopek, FDP und Benjamin Franke<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

Herr Dr. Lutz Knopek, MdB, FDP<br />

Mitglied im Sport- und Umweltausschuss sowie stellvertretendes<br />

Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und im Ausschuss<br />

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz<br />

war am 23. Mai 2011 gemeinsam mit der Leiterin der<br />

Berliner Konzernrepräsentanz der TÜV NORD AG Tuesday<br />

Porter zur Veranstaltungsreihe »Wir elektromobilisieren den<br />

Bundestag« beim Bundesverband eMobilität.<br />

Neben dem politischen Hintergrundgespräch mit Marketing-<br />

Vorstand Christian Heep nutzte Dr. Knopek die Gelegenheit,<br />

das erste Mal selbst mit einem Elektroauto zu fahren. Neben<br />

dem Stadtauto Mitsubishi iMiEV der TÜV NORD AG hatte er<br />

außerdem die Möglichkeit den Sportwagen Tesla Roadster<br />

des BEM-Mitgliedsunternehmens juwi Probe zu fahren. »Insbesondere<br />

das Anfahrtsmoment hat mich überrascht. Ansonsten<br />

verhalten sich die Stromer wie herkömmliche Fahrzeuge.<br />

Ich bin begeistert«, so Dr. Knopek unmittelbar nach<br />

der Fahrt.<br />

»Im privaten Bereich sehe ich ein großes Potenzial für Zweitwagen<br />

- dafür eignen sich sowohl der kleine Citystromer als<br />

auch der Elektrosportwagen. Aber auch die Kommunen und<br />

Städte sind gefragt. Um die Sichtbarkeit von Elektromobilität<br />

im Alltag zu erhöhen, sollten mehr und mehr Elektrofahrzeuge<br />

im CarSharing und in Taxiflotten zum Einsatz kommen.<br />

Der Fahrdienst des Bundestags könnte hier mit gutem Beispiel<br />

vorangehen, da die Fahrten sich ausschließlich auf den<br />

innerstädtischen Verkehr in Berlin beschränken«, schlägt Dr.<br />

Knopek vor.<br />

Der Bundestagsabgeordnete ist sich sicher: »Elektromobilität<br />

wird sich nur dann erfolgreich innerhalb der Gesellschaft<br />

durchsetzen, wenn sie Spaß macht.« Dazu gehöre neben<br />

Fahrgefühl und Komfort auch der einfache Zugang zu Lademöglichkeiten.<br />

»Das ist bereits jetzt ohne weiteres vor der<br />

BEM-Geschäftsstelle möglich«, erklärte Christian Heep seinen<br />

Gästen anhand der soeben installierten EnergieParken-<br />

Ladesäule, die sowohl als normaler Parkscheinautomat als<br />

auch als Ladesäule fungiert.<br />

Tuesday Porter von TÜV NORD machte deutlich, dass Elektromobilität<br />

bereits jetzt alltagstauglich ist: »Wenn ich mit unserem<br />

i-MiEV unterwegs bin, weiß ich, dass mich beispielsweise<br />

die Radfahrer nicht hören können. Entsprechend<br />

umsichtig verhalte ich mich inzwischen am Steuer. Auch<br />

das Laden beziehe ich inzwischen automatisch in meine Reiseplanung<br />

mit ein. Kein Problem. Es ist besonders wichtig,<br />

dass jetzt möglichst viele Menschen in ihrem Alltag solche<br />

Erfahrungen machen.«<br />

Neue Mobilität<br />

21


22 Neue Mobilität


ERGEBNISSE<br />

NATIONALE<br />

PLATTFORM<br />

ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Antriebstechnologie<br />

Dr. Rudolf Krebs (VW AG)<br />

Prof Dr. Herbert Kohler (Daimler AG)<br />

Batterietechnologie<br />

Dr. Klaus Engel (Evonik Industries AG)<br />

Dr. Thomas Weber (Daimler AG)<br />

Dr. Bernd Bohr (Robert Bosch GmbH)<br />

Ladeinfrastruktur &<br />

Netzintegration<br />

Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach (E.ON AG)<br />

Wolfgang Dehen (Siemens AG)<br />

Normung, Standardisierung,<br />

Zertifizierung<br />

Michael Dick (Audi AG)<br />

Dr. Norbert Verweyen (RWE Effizienz GmbH)<br />

Roland Bent (Phoenix Contact)<br />

Materialien & Recycling<br />

Dr. Andreas Kreimeyer (BASF AG)<br />

Dr. Karsten Kroos (ThyssenKrupp AG)<br />

Nachwuchs & Qualifizierung<br />

Prof. Dr. Burkhard Göschel (MAGNA)<br />

Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling<br />

(Universität Ulm)<br />

Rita Forst (Adam Opel AG)<br />

Rahmenbedingungen<br />

Prof. Dr. Lars-Hendrik Röller (ESMT)<br />

Dr. Klaus Draeger (BMW AG)<br />

Reinhard Clemens (T-Systems)<br />

Interviews. Kommentare. Analysen. Forderungen.<br />

Neue Mobilität<br />

23


Ergebnisse NPE - Dr. Philipp Rösler<br />

Unser Vorteil im<br />

globalen Wettbewerb<br />

Interview mit Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Dr. Philipp Rösler<br />

Sind Sie der Auffassung, dass die Ergebnisse der Nationalen<br />

Plattform Elektromobilität dem Anspruch Deutschlands,<br />

bis 2020 zum Leitmarkt für Elektromobilität zu werden, gerecht<br />

werden?<br />

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) hat hervorragende<br />

Arbeit geleistet. Wir haben hier ein Gremium, das<br />

weltweit einzigartig ist. In der Nationalen Plattform haben<br />

sich alle Branchen an einen Tisch gesetzt, die in der neu entstehenden<br />

Wertschöpfungskette der Elektromobilität eine<br />

Rolle spielen. Dadurch wurde erstmalig ein intensiver und<br />

fruchtbarer Austausch aller Beteiligten möglich. Plattform<br />

und Bundesregierung haben gemeinsame Ziele: Deutschland<br />

soll nicht nur Leitmarkt, sondern auch Leitanbieter für<br />

Elektromobilität werden. Letzteres ist für Deutschland als<br />

Exportnation ganz wichtig.<br />

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Wege und<br />

Sichtweisen. Die Bundesregierung wird deshalb nicht alle<br />

Empfehlungen der NPE Eins zu Eins umsetzen. Sie begrüßt<br />

aber viele ihrer Handlungsempfehlungen. Dazu gehört zum<br />

Beispiel, den Fokus noch stärker auf Forschung und Entwicklung<br />

zu richten und hier noch mehr zu investieren. Das setzt<br />

die Bundesregierung um.<br />

Und noch in weiteren Bereichen gibt es Übereinstimmung:<br />

Akademische wie berufliche Bildung sollen auf die Herausforderungen<br />

des Technologiewandels hin zur Elektromobilität<br />

vorbereitet werden. Außerdem sollen Normung<br />

und Standardisierung strategisch und global ausgerichtet<br />

werden. Den Wunsch der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />

nach Kaufprämien und Sonderabschreibungen lehnen<br />

wir aber ab.<br />

Als Wirtschaftsminister bin ich für die Einhaltung ordnungspolitischer<br />

Grundsätze zuständig und sage Ihnen: Subventionen<br />

verdecken mangelnde Rentabilität und führen zu Wettbewerbsverzerrungen.<br />

Auf Dauer werden sich nur solche<br />

Produkte durchsetzen, die ohne Subventionen auskommen.<br />

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Maßnahmen,<br />

die seitens der Bundesregierung konkret getroffen werden,<br />

um Elektromobilität langfristig innerhalb der Gesellschaft<br />

zu verankern?<br />

Die Bundesregierung hat ein Regierungsprogramm Elektromobilität<br />

verabschiedet, das die wichtigsten Maßnahmen<br />

enthält. Unser Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Forschung<br />

und Entwicklung.<br />

Deutschlands Stärke und globaler Wettbewerbsvorteil liegt<br />

vor allem im Bereich der Spitzentechnologien. Unsere Wissenschaftslandschaft<br />

- die Forschung an Universitäten, aber<br />

auch in den Unternehmen - ist weltweit beispielhaft. Diese<br />

Stärke wollen wir nutzen. Mit dem Konjunkturpaket II haben<br />

wir bereits 500 Millionen Euro bis Ende 2011 für Forschung<br />

und Entwicklung bereitgestellt. Mit dem Regierungsprogramm<br />

legen wir bis zum Ende der Legislaturperiode noch<br />

1 Milliarde Euro drauf.<br />

Das Geld ist gut investiert. Nehmen Sie das Beispiel der<br />

Batterie, die ein zentrales Element des Elektroautos ist. Hier<br />

gibt es noch Schwächen, etwa bei der Reichweite. Außerdem<br />

ist die Batterie zur Zeit noch sehr teuer. Wenn es uns gelingt,<br />

die Batterie besser und preisgünstiger zu machen, werden<br />

sich unsere Elektroautos in Deutschland, aber auch auf dem<br />

Weltmarkt durchsetzen.<br />

Um die Forschungsprojekte optimal koordinieren zu können,<br />

richten wir eine Lotsenstelle für diejenigen ein, die sich für<br />

Förderprogramme interessieren. Neben der Förderung von<br />

Forschung und Entwicklung enthält das Regierungsprogramm<br />

auch Maßnahmen, die den Nutzern von Elektroautos<br />

direkt zugute kommen, zum Beispiel eine zehnjährige<br />

Befreiung von der Kfz-Steuer und den Plan, die Benachteiligung<br />

von Elektroautos bei der Dienstwagenbesteuerung<br />

abzuschaffen. Wie die Nationale Plattform Elektromobilität<br />

will auch die Bundesregierung Nutzungsvorteile für Elektroautos<br />

schaffen wie Sonderparkplätze oder den Zugang zu<br />

Busspuren.<br />

24 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Dr. Philipp Rösler<br />

»Der Mehrbedarf an Strom, der für Elektromobilität benötigt<br />

wird, kann problemlos mit Erneuerbaren Energien gedeckt<br />

werden.«<br />

Durch die Neue Mobilität entstehen branchenübergreifend<br />

neue Kooperationen. Welche Chancen werden entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette in Zukunft entstehen?<br />

Durch Elektromobilität entsteht eine ganz neue Wertschöpfungskette.<br />

Eine Rolle spielt nicht mehr nur die klassische<br />

Automobilindustrie.<br />

Um das beste Elektroauto zu bauen und es optimal in das<br />

Stromnetz integrieren zu können, müssen verschiedene<br />

Branchen mitwirken und kooperieren. Dazu gehören zum<br />

Beispiel die chemische Industrie, die Energieversorger oder<br />

Informations- und Kommunikationsindustrie. Deutschland<br />

ist in all diesen Technologiebranchen stark.<br />

Auch bieten deutsche Unternehmen nicht nur das Elektrofahrzeug<br />

als solches an, sondern auch seine Integration in<br />

das Stromnetz. Das ist unser Vorteil im globalen Wettbewerb.<br />

Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer Energien spielt<br />

auch im Energiekonzept der Bundesregierung eine wichtige<br />

Rolle. Welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen<br />

werden? Und welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung<br />

nach?<br />

Elektromobilität und Erneuerbare Energien gehören zusammen.<br />

Die Bundesregierung möchte den Anteil Erneuerbarer<br />

Energien bis zum Jahr 2020 auf 35 Prozent erhöhen. Für eine<br />

Million Elektroautos liegt der Mehrverbrauch an Strom deutlich<br />

unter 1 Prozent pro Jahr. Dieser Mehrbedarf an Strom,<br />

der für Elektromobilität benötigt wird, kann damit problemlos<br />

aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden - zumindest<br />

bilanziell. Aber unser Ziel ist, dass Elektroautos nicht nur<br />

Strom aus Erneuerbaren Energien »tanken«, sondern dass<br />

sie als mobile Speicher auch zur Stabilität des Stromnetzes<br />

beitragen. Der Wind weht ja auch dann, wenn der Strom<br />

gerade nicht benötigt wird. Elektroautos sollen diese überschüssige<br />

fluktuierende Energie speichern können, um sie<br />

bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Eine entscheidende<br />

Herausforderung ist also, Elektrofahrzeuge systemunterstützend<br />

in das Stromnetz zu integrieren. Hierzu brauchen<br />

wir intelligente Stromnetze - so genannte »smart grids«.<br />

Flankierend will die Bundesregierung den gesetzlichen Rahmen<br />

für lastvariable Tarife konkretisieren, die auch die Bedürfnisse<br />

der Elektromobilität berücksichtigen.<br />

© BMWi/Chaperon<br />

Dr. Philipp Rösler<br />

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie<br />

www.bmwi.bund.de<br />

Neue Mobilität<br />

25


Ergebnisse NPE - Wolfgang Tiefensee<br />

Wir müssen die Kräfte<br />

europaweit bündeln<br />

Interview mit Verkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee<br />

Sind Sie der Auffassung, dass das Regierungsprogramm<br />

Elektromobilität dem Anspruch Deutschlands, bis 2020 zum<br />

Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu werden,<br />

gerecht wird?<br />

Das Regierungsprogramm Elektromobilität der Bundesregierung<br />

kommt sehr spät aber setzt endlich fort, was bereits<br />

in der letzten Legislaturperiode unter Führung der SPD auf<br />

den Weg gebracht wurde. Wir haben schon 2009 in unserem<br />

»Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität« Maßnahmen<br />

der Förderung von Batterietechnologie, Netzintegration<br />

und der Marktvorbereitung und -einführung von Elektrofahrzeugen<br />

angestoßen.<br />

Die technologische Zeitenwende im Verkehrsbereich ist<br />

möglich und nötig. Emissionen müssen minimiert und unsere<br />

Abhängigkeit vom Öl reduziert werden. Es ist allerdings<br />

fraglich, ob die Anstrengungen der Regierung ausreichen.<br />

Noch ungelöst sind die Kompetenzstreitigkeiten der Bundesministerien,<br />

die an der Förderung der Elektromobilität<br />

beteiligt sind. Hier muss die Bundesregierung endlich ihre<br />

Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen.<br />

Bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen<br />

zu bringen, ist ein ehrgeiziges Ziel, welches nur dann<br />

möglich ist, wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eng<br />

zusammenarbeiten.<br />

Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die seitens der Bundesregierung<br />

konkret getroffen wurden, um Elektromobilität<br />

langfristig innerhalb der Gesellschaft zu verankern? Und<br />

wo besteht Ihrer Meinung nach noch Handlungsbedarf?<br />

Zu allererst ist es richtig, Forschung und Entwicklung im Bereich<br />

Elektromobilität mit staatlichen Mitteln zu fördern, das<br />

steht außer Frage. Die Maßnahmen der Kfz-Steuerbefreiung<br />

für eAutos, die bis Ende 2015 zugelassen sind, und die geplanten<br />

Sonderregelungen für eDienstwagen gehen in die<br />

richtige Richtung. Es ist jedoch fraglich, ob die angekündigte<br />

Milliardenförderung ausreicht, da die Forschungsförderung<br />

jeweils nur 300 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Insbesondere<br />

in der Erforschung der Batterietechnologie liegt Deutschland<br />

noch zurück. Dabei ist die Batterie das Herzstück des<br />

Elektroautos und der Schlüssel zum Erfolg dieser Technologie.<br />

Hier müssen wir verstärkt und punktuell fördern. Zudem<br />

greift das Regierungsprogramm Elektromobilität zu kurz:<br />

Statt sich auf die nationale Ebene zu beschränken, sollte die<br />

Bundesregierung einen europäischen Pakt für Elektromobilität<br />

auf den Weg bringen.<br />

Der globale Wettbewerb ist enorm und Deutschland wird nur<br />

im europäischen Verbund gegen die Konkurrenz aus Asien<br />

und den USA bestehen können.<br />

Der uns bevorstehende Systemwechsel wird zu branchenübergreifenden<br />

Veränderungen und gänzlich neuen Geschäftsmodellen<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />

führen. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf den<br />

Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken?<br />

Jeder siebte Arbeitsplatz hängt in Deutschland von der Automobilindustrie<br />

ab. Das Marktpotenzial von Elektromobilität<br />

hängt dabei auch erheblich von den zukünftigen Preisen<br />

von fossilen Brennstoffen ab, da steigende Ölpreise Elektromobilität<br />

auch finanziell attraktiver machen. Wachstum wird<br />

vor allem durch Entwicklungen im Antriebsbereich entstehen.<br />

Vor allem im Bereich der Batterietechnologie sehe ich<br />

großes Wachstumspotential für den deutschen Markt. Die<br />

Nationale Plattform Elektromobilität spricht von 30.000<br />

möglichen neuen Arbeitsplätzen im Elektromobilitätssektor<br />

in Deutschland. Solche Veränderungen wären über die<br />

Elektromobilitätsbranche hinaus spürbar. Der Sektor ist in<br />

der Lage wichtige Impulse für andere Branchen zu liefern.<br />

Die Fahrzeuge benötigen eine Ladeinfrastruktur und können<br />

an intelligente Netze angebunden werden. Hierfür muss<br />

man die nötigen Voraussetzungen schaffen. Hier ist Platz für<br />

neue Geschäftsmodelle die Wachstum und Arbeit schaffen<br />

können.<br />

26 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Wolfgang Tiefensee<br />

»Herausforderungen sehe ich vor allem bei der Vernetzung<br />

der einzelnen Akteure im Bereich der Elektromobilität. Hier<br />

liegt noch ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.«<br />

Im Rahmen der Neuen Mobilität entstehen neben innovativen<br />

Fahrzeugen mit neuen Antrieben auch gänzlich neue<br />

Mobilitätskonzepte. Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität<br />

der Zukunft aus?<br />

Die Mobilität der Zukunft steht vor der Herausforderung Personen<br />

und Güter zügig, sicher und komfortabel und gleichzeitig<br />

effizient und vor allem ressourcenschonend zu befördern.<br />

Zusätzlich zu der Entwicklung im Bereich Antrieb und<br />

Kraftstoff müssen wir auch Verkehrsinfrastrukturen durch<br />

Verkehrsleit- und Informationssysteme intelligenter machen.<br />

Zukunftsmobilität im Bereich Personenbeförderung wird<br />

weniger dadurch geprägt sein, dass jeder sein eigenes Fahrzeug<br />

besitzt, sondern vielmehr durch den Erwerb von Mobilitätspaketen.<br />

Man stelle sich vor, man kaufe ein Paket für<br />

eine Strecke X und ein intelligentes Beförderungssystem<br />

kombiniere die effizienteste und günstigste Nutzung aus<br />

Bus, Bahn und Mietwagen um ans Ziel zu kommen. Das wäre<br />

eine wahrhaftige Erneuerung.<br />

Klimaschutz und die Reduzierung der Abhängigkeit vom Öl<br />

sind wichtige Ziele der Mobilität der Zukunft. Wir müssen es<br />

schaffen Mobilität und Klimaschutz sinnvoll zu vereinbaren.<br />

Hierbei spielen die Koppelung von Elektromobilität und<br />

Erneuerbaren Energien eine herausragende Rolle. Denn nur<br />

durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien können Elektrofahrzeuge<br />

zu echten Null-Emissionsfahrzeugen werden.<br />

Herausforderungen sehe ich vor allem bei der Vernetzung<br />

der einzelnen Akteure im Bereich der Elektromobilität. Hier<br />

liegt noch ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.<br />

Wolfgang Tiefensee, MdB, SPD<br />

Deutscher Bundestag<br />

www.wolfgang-tiefensee.de<br />

Neue Mobilität<br />

27


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> Speichertechnologien, Infrastruktur<br />

> Antriebs- & Motorentechnik; Engineering & Zulieferung; Dienstleistung<br />

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Neue Mobilität 29


Ergebnisse NPE - Dr. Thomas Gößmann<br />

Elektromobilität - Zukunft<br />

und aktuelle Machbarkeit<br />

Dr. Thomas Gößmann<br />

Mitte Mai hat die NPE der Bundesregierung in ihrem zweiten<br />

Bericht Handlungsempfehlungen für den weiteren Ausbau<br />

der Elektromobilität in Deutschland vorgelegt. Nun liegt es<br />

an der Bundesregierung, die Vorschläge der NPE auch umzusetzen.<br />

Welche Maßnahmen und Handlungsempfehlungen<br />

sind Ihrer Meinung nach am wichtigsten?<br />

Als Vorstandsmitglied der EnBW Regional AG, also dem Verteilnetzunternehmen<br />

der EnBW, ist mir insbesondere das<br />

Thema Netzausbau wichtig. Denn bei lokaler Häufung von<br />

eFahrzeugen sind in jedem Fall konventionelle wie auch intelligente<br />

Ausbaumaßnahmen nötig. Wir müssen die Netzsicherheit<br />

gewährleisten, auch wenn jeden Abend alle eFahrzeuge<br />

mehr oder weniger gleichzeitig ans Netz gehen sollten.<br />

Verbrauch und Erzeugung müssen jederzeit im Einklang<br />

bleiben - in diesem Zusammenhang ist die Ladesteuerung<br />

durch den Netzbetreiber unabdingbar. Um die Aufgaben<br />

stemmen zu können, welche die eMobilität erfordert, werden<br />

immense Investitionen in Kommunikations- und Messtechnik<br />

erforderlich sein. Im Bereich Ladeinfrastruktur ist<br />

dagegen der Staat mit geeigneten Förderkonzepten und<br />

Geschäftsmodellen gefragt. Um die Finanzierbarkeit zu gewährleisten,<br />

sollte die Bundesnetzagentur diesen Ausbau<br />

als Investition anerkennen.<br />

Wie schätzen Sie als Mitglied der Arbeitsgruppe »Ladeinfrastruktur<br />

und Netzintegration« die Arbeit der Nationalen<br />

Plattform Elektromobilität ein? Konsens oder Kontroverse?<br />

Jede zukunftsgerichtete Initiative ist zu begrüßen, die einen<br />

Gesamtblick auf eMobilität wirft. Denn schließlich betrifft<br />

das Thema eine Vielzahl von Branchen und insbesondere<br />

ein Herzstück der deutschen Industrie, die Automobilbranche.<br />

Weiterhin muss an die Alltagstauglichkeit gedacht werden,<br />

schließlich geht Mobilität jeden an. Insgesamt bin ich<br />

mit der Initiative sehr zufrieden, zeugt sie doch vom Willen<br />

Deutschlands, weiterhin Innovationstreiber zu sein.<br />

Der uns bevorstehende Systemwechsel wird zu branchenübergreifenden<br />

Veränderungen und gänzlich neuen Geschäftsmodellen<br />

entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />

führen. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf die<br />

Energiebranche auswirken?<br />

eMobilität kann weder nur durch Autohersteller noch allein<br />

durch Energieversorger am Markt etabliert werden. Dazu<br />

ist eine abgestimmte Zusammenarbeit aller Branchen notwendig,<br />

in einem Verbund gleichberechtigter Partner. Hierzu<br />

gehören auch gemeinsam entwickelte und angewendete IT-<br />

Lösungen. Im Moment ist allerdings noch unklar, wer welches<br />

Feld besetzen wird und wie künftige Modelle aussehen<br />

werden. Für uns als Netzbetreiber wird die Ausgestaltung<br />

sehr stark von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen<br />

abhängig sein.<br />

Sind Elektromobilität und Erneuerbare Energien Ihrer Meinung<br />

nach die idealen Partner der Zukunft?<br />

Das wird nur dann der Fall sein, wenn ein vernetztes System,<br />

bestehend aus Vertriebsprodukten, Ladesteuerung, Messung<br />

von Lastflüssen und belastbaren Prognoseverfahren<br />

für die Erzeugung aus Erneuerbaren Quellen entsteht. Sonst<br />

lässt sich das unabdingbare Gleichgewicht im Netz nicht<br />

aufrechterhalten; damit wird die Versorgungssicherheit eher<br />

gefährdet als gestützt. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:<br />

Um die Leistung eines einzelnen Windrads mit 2,5 Megawatt<br />

(MW) auszugleichen, müssten zum Zeitpunkt der Maximaleinspeisung<br />

circa 250 eFahrzeuge mit jeweils 10 Kilowatt<br />

(kW) Ladeleistung am betroffenen Mittelspannungsnetz angeschlossen<br />

sein. Sind die Fahrzeuge nicht am Netz, müssen<br />

diese 2,5 MW zusätzlich über das Hochspannungsnetz transportiert<br />

werden. Gleiches gilt im Niederspannungsnetz: Legt<br />

man einen Durchschnittswert von 5 kW für eine PV-Anlage<br />

zugrunde, sollten in der Mittagszeit bei hoher Sonneneinstrahlung<br />

zwei Anlagen je ein eFahrzeug mit 10 kW beladen.<br />

30 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Dr. Thomas Gößmann<br />

Wir haben heute allerdings schon Ortschaften mit 200 bis<br />

300 Einwohnern und 500 kW und mehr PV-Leistung, das bedeutet,<br />

an diesem Niederspannungsnetz sollten bei Sonnenschein<br />

mindestens 50 eFahrzeuge gleichzeitig laden. Also<br />

eher ein unrealistisches Szenario, wenn die Planung der persönlichen<br />

Mobilität vom Wetterbericht abhängig gemacht<br />

werden soll. Darum ist, wie eingangs gesagt, die Vernetzung<br />

der verschiedenen Komponenten dringend erforderlich.<br />

Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität der Zukunft aus?<br />

Der Trend hin zum eAuto ist nicht aufzuhalten. Ich gehe<br />

davon aus, dass sich solche Fahrzeuge zunächst als Zweitoder<br />

Drittfahrzeug im Haushalt etablieren werden. In fünf<br />

Jahren ist sicherlich bereits ein guter Anteil emobil. Und ich<br />

persönlich habe über diese Option bereits mehrfach mit meiner<br />

Familie und mit meinen Bekannten diskutiert. Bei einer<br />

Neuanschaffung kommt ein eMobil bei vielen durchaus in<br />

Frage. Entscheidend wird neben dem Einstiegspreis für das<br />

Produkt das Gesamtpaket sein, das überzeugen muss.<br />

Dr. Thomas Gößmann<br />

Vorstand EnBW Regional AG<br />

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Ergebnisse NPE - Dr. Jan Peter Korthals<br />

Warum Kaufanreize<br />

notwendig und sinnvoll sind<br />

Und warum sie auch in Deutschland kommen werden<br />

Die Reaktionen auf den Bericht der Nationalen Plattform<br />

Elektromobilität (NPE) und das darauf aufbauende Regierungsprogramm<br />

hätten unterschiedlicher nicht ausfallen<br />

können. Während u.a. der Bundesverband eMobilität das<br />

Programm als nicht weitgehend genug kritisiert, sieht beispielsweise<br />

die Umweltorganisation Greenpeace in dem<br />

Förderprogramm eine große Verschwendung.<br />

Dabei ist die Frage der monetären Kaufanreize für eFahrzeuge<br />

am umstrittensten. So sind laut NPE-Bericht anfängliche<br />

Kaufanreize in Höhe von durchschnittlich ca. 5.000 Euro<br />

(abhängig vom Fahrzeugtyp) notwendig, um das Ziel von 1<br />

Mio. Fahrzeugen bis 2020 zu erreichen, von der Bundesregierung<br />

werden diese aber derzeit abgelehnt. Offiziell wird<br />

dies damit begründet, dass man als Staat nicht in den Markt<br />

eingreifen wolle. Der Markt wisse schließlich selbst am besten,<br />

welche Produkte bzw. Technologien zukunftsfähig sind.<br />

Gute, überlegene Produkte bedürften keiner Förderung und<br />

würden sich auch ohne diese am Markt durchsetzen. Eine<br />

Förderung einzelner Technologien würde somit im besten<br />

Fall zu einer unnötigen Förderung überlegener Technologien<br />

und im ungünstigsten Fall zur Förderung der falschen Technologien<br />

führen.<br />

Diese Argumentation greift jedoch aus drei Gründen zu kurz.<br />

Zum einen sind Kaufanreize für eFahrzeuge keineswegs eine<br />

staatliche Verzerrung des Wettbewerbs, sondern würden<br />

stattdessen für faire Startbedingungen für neue, umweltschonende<br />

Technologien sorgen und die heute bestehende<br />

Verzerrung zugunsten des Verbrennungsmotors ausgleichen.<br />

Schließlich verursachen Verbrennungsmotoren durch ihre<br />

CO2-Emissionen erhebliche negative externe Effekte, die<br />

heute nicht vollständig in die Verbraucherkosten eingepreist<br />

sind. Um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, müssten<br />

diese beispielsweise in Form von deutlich höheren Benzinpreisen<br />

internalisiert werden. Und eigentlich müsste man<br />

sogar noch weitergehen und auch die in der Vergangenheit<br />

auf Grund der nicht erfolgten Internalisierung erzielten<br />

Gewinne der Mineralöl- und Automobilindustrie berücksichtigen.<br />

Schließlich wurden diese Gewinne u.a. dafür eingesetzt,<br />

eine Produktions- und Versorgungsinfrastruktur zu<br />

finanzieren, gegenüber der sich neue Technologien naturgemäß<br />

schwer tun. Beides ist wohl kaum politisch durchsetzbar,<br />

so dass Kaufanreize für eFahrzeuge eine sinnvolle<br />

Lösung für einen einigermaßen fairen Wettbewerb wären.<br />

Das zweite Argument pro Kaufanreize ist das gesellschaftliche<br />

Interesse an einer möglichst hohen Geschwindigkeit des<br />

Wandels. Dass sich die Elektromobilität auch ohne Förderung<br />

langfristig durchsetzen wird, gilt heute unter den meisten<br />

Fachleuten als sicher. Aus Klimaschutzgründen muss die<br />

Gesellschaft jedoch an einem möglichst schnellen Wandel<br />

interessiert sein. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass dies<br />

mit einer anfänglichen Förderung besser gelingt.<br />

Last but not least ist das internationale Umfeld zu berücksichtigen.<br />

Als Gesellschaft und Automobilnation muss Deutschland<br />

ein fundamentales Interesse daran haben, dass die deutsche<br />

Industrie möglichst stark vom Megatrend Elektromobilität<br />

profitiert. Dies funktioniert jedoch nur mit einem starken<br />

Heimatmarkt, der nicht nur die notwendigen Größen-effekte<br />

in der Produktion, sondern auch den Aufbau von Glaubwürdigkeit<br />

und die Sammlung relevanter Erfahrungen für den<br />

globalen Erfolg ermöglicht. Heute ist Deutschland jedoch<br />

das einzige große Automobilland, dass keine Kaufanreize für<br />

Elektrofahrzeuge bietet bzw. beschlossen hat - eine fatale<br />

Situation, die derzeit dazu führt, dass viele neue eFahrzeug-<br />

Modelle nicht in Deutschland, sondern in Ländern mit hohen<br />

Förderungen angeboten werden.<br />

Kaufanreize für eFahrzeuge sind somit sinnvoll und notwendig.<br />

Der Staat hat die Notwendigkeit der Förderung von<br />

neuen, umweltfreundlichen Technologien im Übrigen schon<br />

längst erkannt. So ist die Einspeisevergütung für alternative<br />

Energien nichts anderes als ein solcher Kaufanreiz. Es ist deswegen<br />

zu vermuten, dass im Falle der eFahrzeuge der wahre<br />

32 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Dr. Jan Peter Korthals<br />

»Es ist damit zu rechnen, dass auch in Deutschland Kaufanreize<br />

für eFahrzeuge kommen werden, sobald genug<br />

großserienfähige Modelle deutscher Hersteller verfügbar<br />

sind.«<br />

Grund für die derzeitige Ablehnung ein anderer ist, nämlich<br />

der, dass es heute kaum Modelle deutscher Hersteller gibt.<br />

Schließlich will man eine Wiederholung des Desasters der<br />

Abwrackprämie vermeiden, als man mehrheitlich ausländische<br />

Fahrzeugmodelle mit deutschen Steuergeldern förderte.<br />

Dies kann der Staat offiziell natürlich nicht so kommunizieren,<br />

ohne international in Bedrängnis zu geraten. Aber<br />

es passt ins Bild, dass die Regierung angekündigt hat, ihre<br />

Strategie regelmäßig zu überprüfen und mit der aktuellen<br />

Marktentwicklung abzugleichen, um gegebenenfalls gegensteuern<br />

zu können. Es ist somit damit zu rechnen, dass<br />

auch in Deutschland Kaufanreize für eFahrzeuge kommen<br />

werden, sobald genug großserienfähige Modelle deutscher<br />

Hersteller verfügbar sind.<br />

Dr. Jan Peter Korthals / BEM-Beirat / jp@korthals.de<br />

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Neue Mobilität<br />

33


Ergebnisse NPE - Reinhard Stück & Ralph Strobel<br />

Staatliche Zuschüsse<br />

für Innovationen<br />

Interview mit Reinhard Stück und Ralph Strobel<br />

Was bis dato noch Wenige wissen: Produktentwicklungen<br />

im Bereich Elektromobilität können von staatlicher Seite bezuschusst<br />

werden. Im Gespräch mit den Unternehmensberatern<br />

Reinhard Stück (4L-Gruppe) und Ralph Strobel (BER<br />

Marketing GmbH) wird deutlich, wie vor allem kleine und<br />

mittelständische Unternehmen in diesem Bereich profitieren<br />

können, wo die entsprechenden finanziellen Mittel herkommen<br />

und welche Projekte und Initiativen bezuschusst werden<br />

können.<br />

Bietet der Staat kleinen und mittelständischen Herstellern<br />

und Dienstleistern Fördermittel speziell für Elektromobilitäts-Projekte?<br />

Reinhard Stück: Es gibt leider in Deutschland nur sehr wenige<br />

Fördermittel im Bereich Elektromobilität. Allerdings können<br />

Erfinder sowie kleine und mittlere Unternehmen Zuschüsse<br />

aus dem Zentralen Innovationsprogramm für den Mittelstand<br />

(ZIM) der Bundesregierung für die Verwirklichung<br />

ihrer Ideen beantragen. Ein schönes Beispiel ist ein eFahrzeughersteller<br />

in Nordrhein-Westfalen, der im Februar diesen<br />

Jahres die Zusage für 140.000 Euro staatlicher Zuschüsse für<br />

die Verwirklichung einer pfiffigen Idee in Sachen eMobilität<br />

erhalten hat.<br />

Welche Vorteile genießen die Unternehmen zusätzlich?<br />

Reinhard Stück: Mit der Entwicklung allein ist es ja oftmals<br />

nicht getan. So fehlt es oft an der notwendigen Zertifizierung,<br />

den richtigen Abläufen und dem richtigen Vertriebskonzept.<br />

Hierfür kann man zusätzlich Dienstleistungen mit 50% gefördert<br />

bekommen. Und noch etwas: ein Zuschuss - der ja<br />

nicht zurückgezahlt werden muss - kann bei einer Höhe von<br />

140.000 Euro einem Umsatz von 2,8 Mio. Euro entsprechen.<br />

Das will erst einmal verdient sein.<br />

Bei den zuschussfähigen Dienstleistungen geht es auch um<br />

Vermarktung?<br />

Ralph Strobel: Genau. Im Rahmen der Zuschüsse werden<br />

unter anderem alle Maßnahmen bezuschusst, die für eine<br />

erfolgreiche Markteinführung notwendig sind. Also Produktdokumentationen<br />

und Broschüren, Messeauftritte, PR- und<br />

Onlineauftritte. Das ist eine sinnvolle Maßnahme, denn man<br />

darf nicht vergessen, dass über 70% der Innovationen scheitern,<br />

unter anderem, weil man sich zu wenig um die Vermarktung<br />

gekümmert hat. Übrigens: auch die Ausstellung<br />

der Innovationen auf der eCarTec, Sonderveröffentlichungen<br />

z. B. in der Fachpresse und sogar Dauerausstellungen, wie<br />

z. B im eMobilitätszentrum Karlsruhe, können förderfähig<br />

sein. Diese Beantragungen sind exklusiv für BEM-Mitglieder<br />

kostenlos.<br />

Welche Projekte werden am ehesten gefördert?<br />

Reinhard Stück: Zuschüsse des Staates dienen in erster Linie<br />

zur Risikoabfederung für das Unternehmen. Man muss also<br />

schon technologisches Neuland beschreiten, um hier erfolgreich<br />

zu. Nun sind Themen im Bereich der Neuen Mobilität<br />

aber in der Regel alle sehr innovativ und die Erfolgsquote ist<br />

dementsprechend sehr hoch. Im Bedarfsfall können wir mit<br />

einem kurzen Telefonat ergründen, ob eine Idee förderfähig<br />

ist und wie hoch die Förderung sein könnte.<br />

Reinhard Stück<br />

Ralph Strobel<br />

4L- Gruppe BER Marketing GmbH<br />

r.stueck@4l-gruppe.de ralph.strobel@ber-marketing.de<br />

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34 Neue Mobilität


Über 33 Mrd. Euro Umsatz und Investitionen in eine saubere und sichere Energieversorgung. Dazu 300.000 Arbeitsplätze, hohe Exportanteile<br />

und 6,4 Mrd. Euro an eingesparten Brennstoffimporten schon im Jahr 2009: So liefern Erneuerbare Energien die Grundlage für eine nachhaltige<br />

Wirtschaft in Deutschland. Doch mit wachsendem Erfolg der Erneuerbaren Energien werden die öffentlichen Debatten schärfer. Verfestigte<br />

Vorurteile können den weiteren Ausbau bremsen. Wer hält dagegen? Die Agentur für Erneuerbare Energien kämpft für mehr Sachlichkeit in der<br />

Diskussion um Chancen und Vorteile einer regenerativen Energieversorgung. Wir setzen wichtige Themen auf die Tagesordnung und klären die<br />

Öffentlichkeit mit Zahlen, Fakten und einem Bündel an Informationsmaterialien auf.<br />

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Neue Mobilität<br />

35


Ergebnisse NPE - Dr. Peter Bachmann & Christian Mayer<br />

Die elektromobile Stadt<br />

Dr. Peter Bachmann und Christian Mayer<br />

Im Jahr 2050 werden voraussichtlich etwa 9,2 Milliarden<br />

Menschen auf der Erde leben und mehr als 70% davon in<br />

Städten. Die Urbanisierung ist einer der Megatrends der<br />

nächsten Jahrzehnte. Damit einher wird ein unerlässliches<br />

Bemühen um Klimaschutz gehen, ein verändertes Nutzerverhalten<br />

in Bezug auf Mobilität und nicht zuletzt der bevorstehende<br />

Systemwechsel in der Automobilindustrie hin zur<br />

Elektromobilität. Dies wirft die Frage auf, wie unsere Städte<br />

von morgen aussehen werden. Was sind die Anforderungen<br />

an eine elektromobile Stadt, wie wird Elektromobilität unsere<br />

Städte und unser urbanes Leben verändern?<br />

Erst jüngst hat hierzu die Bundesregierung den Referentenentwurf<br />

eines »Gesetzes zur Stärkung der klimagerechten<br />

Stadtentwicklung in den Gemeinden« vorgelegt. Das Gesetz<br />

soll den Beitrag der Kommunen zum Klimaschutz fördern.<br />

Durch eine neugefasste Klimaschutzklausel soll die<br />

grundsätzliche Bedeutung des Klimaschutzes im Rahmen<br />

der Bauleitplanung der Kommunen besonderers betont werden.<br />

Zudem sieht der Referentenentwurf Erweiterungen der<br />

Festsetzungsmöglichkeiten zum Einsatz und zur Nutzung<br />

Erneuerbarer Energien vor, führt Sonderregelungen für die<br />

Windenergie ein und möchte die Nutzung von Photovoltaikanlagen<br />

an oder auf Gebäuden erleichtern. Nach diesem<br />

Gesetzentwurf besteht somit der kommunale Beitrag zum<br />

Klimaschutz im Ausbau Erneuerbarer Energien in der Stadt.<br />

Neben diesem Referentenentwurf konzentrieren sich die<br />

Klimaschutzinitiativen der Bundesregierung aktuell sehr<br />

stark auf den neuen gesetzlichen Rahmen zur anstehenden<br />

Energiewende. Neben den Novellierungen des Energiewirtschaftsgesetzes,<br />

des Atomgesetzes und des Gesetzes für<br />

den Vorrang Erneuerbarer Energien ist dies insbesondere<br />

das neue »Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung<br />

des Netzausbaus Elektrizitätsnetze«.<br />

Ein weiterer Bestandteil klimagerechter Stadtentwicklung<br />

sollte zukünftig aber auch die Umsetzung von Elektromobilität<br />

sein. Dies hat die Bundesregierung in ihrem Regierungsprogramm<br />

Elektromobilität noch einmal betont. Damit die<br />

Elektromobilität ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann,<br />

muss ihre Entwicklung in Deutschland gefördert werden,<br />

was unter anderem auch den Aufbau einer bedarfsgerechten<br />

Infrastruktur beinhaltet. Wenn deshalb die Rahmenbedingungen<br />

für eine klimagerechte Stadtentwicklung gesetzt<br />

werden sollen, dann dürfen hierbei die Rahmenbedingungen<br />

zum Ausbau der erforderlichen Infrastruktur für Elektromobilität<br />

nicht außer Betracht bleiben.<br />

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung soll der Ausbau<br />

der nicht-öffentlichen wie der öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />

grundsätzlich Aufgabe der Privatwirtschaft sein.<br />

Zugleich wird im Regierungsprogramm Elektromobilität jedoch<br />

auch festgestellt, dass eine wichtige Rolle hierbei den<br />

Kommunen zukommt. Es ist an den Kommunen, den Ausbau<br />

vor Ort mittels Satzungen und Konzessionsverträgen zu<br />

regeln. Die Kommunen sollen mit diesem Instrumentarium<br />

die Rahmenbedingungen und Kriterien für den Aufbau von<br />

Ladeinfrastrukturen festlegen. Lediglich ergänzend zu dieser<br />

Aufgabenzuweisung an die Kommunen kündigt die Bundesregierung<br />

im Regierungsprogramm weiter an, dass sie<br />

untersuchen möchte, wie sie den Kommunen Hilfestellung<br />

leisten kann damit eine bedarfsgerechte und wirtschaftlich<br />

interessante Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum aufgebaut<br />

wird.<br />

Sicher ist es richtig, dass die Rahmenbedingungen zur Entwicklung<br />

von Elektromobilität als Bestandteil einer klimagerechten<br />

Stadtentwicklung zuvorderst in den Kommunen<br />

gesetzt werden. Der Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur<br />

für Elektromobilität ist dabei nicht nur Aufgabe der<br />

jeweiligen Kommune sondern selbstverständlich auch deren<br />

autonome Entscheidung. Allerdings könnte gerade der aktuelle<br />

Referentenentwurf des Gesetzes zur klimagerechten<br />

Stadtentwicklung Anlass für zumindest klarstellende Hinweise<br />

zur Elektromobilität im Baugesetzbuch sein. Wie bereits<br />

die angedachte allgemeine Klimaschutzklausel würden<br />

solche Hinweise die Gemeinden dazu anhalten und bestärken,<br />

die Elektromobilität und ihre Auswirkungen und Erfordernisse<br />

bei der Aufstellung von Bauleitplänen verstärkt zu<br />

36 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Dr. Peter Bachmann & Christian Mayer<br />

»Die Entwicklung von Elektromobilität in den Kommunen<br />

bleibt zuvorderst eine Frage des Wollens und nicht des<br />

Könnens.«<br />

berücksichtigen. So könnte beispielsweise bei den Festsetzungsmöglichkeiten<br />

für Bebauungspläne ergänzend darauf<br />

hingewiesen werden, dass Festsetzungen zu Verkehrsflächen<br />

auch Festsetzungen zur Ladeinfrastruktur umfassen<br />

können.<br />

Neben dem Bund können aber auch die Länder die Kommunen<br />

bei der klimagerechten Stadtentwicklung unterstützen.<br />

Bei diesen landesrechtlichen Initiativen, wie etwa dem Klimaschutzgesetz<br />

NRW, sollten aber selbstverständlich die<br />

Gesetzgebungskompetenzen des Bundes ebenso berücksichtigt<br />

werden, wie die Selbstverwaltungshoheit der Kommunen.<br />

Unter anderem im Bereich des Bauordnungsrechts<br />

liegt die Gesetzgebungskompetenz jedoch eindeutig bei<br />

den Ländern, die dort unterstützende Regelungen aufnehmen<br />

können. Zudem könnten die Länder eine Öffnungsklausel<br />

im Baugesetzbuch in Anspruch nehmen und durch<br />

eigene Rechtsvorschriften ergänzende Festsetzungen zum<br />

Bebauungsplan bestimmen.<br />

Nicht zuletzt aber ist es eine Entscheidung jeder einzelnen<br />

Kommune, welche Maßnahmen sie zur Umsetzung von<br />

Elektromobilität und zur Gestaltung ihrer öffentlichen Räume<br />

treffen möchte. Hierfür stehen ihr bereits heute rechtliche<br />

Instrumente zur Förderung und Gestaltung von eMobilität in<br />

ihrem Stadtgebiet zur Verfügung. In Gestaltungssatzungen<br />

können Vorgaben zum Ausbau der Infrastruktur definiert<br />

werden. Ebenso können die Städte in Konzessionsverträgen<br />

und im Rahmen der Genehmigungsverfahren zur erforderlichen<br />

Infrastruktur auf deren Entwicklung und Gestaltung<br />

einwirken. Aber auch im Rahmen der Bauleitplanung - etwa<br />

in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan oder einem<br />

städtebaulichen Vertrag - können bereits heute konkrete<br />

Festsetzungen zur Umsetzung der Elektromobilität und damit<br />

zur klimagerechten Stadtentwicklung vorgegeben werden.<br />

Sicher wären weitere Hilfestellungen und zumindest ergänzende<br />

Klarstellungen wünschenswert, gleichwohl bleibt<br />

die Entwicklung von Elektromobilität in den Kommunen zuvorderst<br />

eine Frage des Wollens und nicht des Könnens. Hier<br />

kann noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.<br />

Dr. Peter Bachmann / Christian Alexander Mayer<br />

Rechtsanwälte, Noerr LLP München<br />

www.noerr.com<br />

NEW MOBILITY<br />

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Dr. Peter Bachmann | Leiter des Teams New Mobility | Noerr LLP | Brienner Straße 28 |<br />

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Ergebnisse NPE - Andreas-Michael Reinhardt<br />

25 Pilot Cities<br />

Was wir von China lernen können<br />

Was wissen wir über chinesische Projekte im Bereich der<br />

Neuen Mobilität? Und welche Schlüsse ziehen wir im Vergleich<br />

zu den deutschen Elektromobilitäts-Anstrengungen<br />

und den Bemühungen europäischer und amerikanischer<br />

Wettbewerber?<br />

Spätestens seit der Olympiade 2008 in Peking wissen wir,<br />

dass zahlreiche eFahrzeuge, insbesondere Elektro-, Hybridund<br />

Brennstoffzellen-Busse und zahlreiche Nutzfahrzeug-<br />

Typen vom Stadtreinigungsfahrzeug bis zum Kleintransporter<br />

auf den chinesischen Straßen unterwegs sind. Aber der<br />

Schwerpunkt in den 25 chinesischen Pilotstädten liegt eindeutig<br />

auf dem ÖPNV und damit auf großen Busflotten.<br />

In einer Regierungsbroschüre über die 25 Pilotstädte wird<br />

deutlich, wie groß das chinesische Engagement ist: Fast<br />

zehntausend eFahrzeuge sind seit 2009 bzw. 2010 in den<br />

Modellstädten im Tagesbetrieb im Einsatz - darunter Busse,<br />

Taxis, Servicefahrzeuge, Behörden- und Mietfahrzeuge und<br />

normale PKWs. Dazu kommen im Rahmen einer Vereinbarung<br />

zwischen der Regierung in Peking und den jeweiligen<br />

Stadtbehörden 181.000 weitere eFahrzeuge bis 2012. Die<br />

veröffentlichten Abbildungen in der Regierungsbroschüre<br />

lassen erkennen, dass man systematisch alle wichtigen Fragen<br />

vom Antriebsstrang über die Batterien bis hin zur Ladeinfrastruktur<br />

und zur (Strom-)Netz-Anbindung erforscht und<br />

sich sicher ist, alsbald mit nachhaltigen Lösungen im Markt<br />

bestehen zu können.<br />

Unabhängig von der großen Anzahl an Pedelecs und eRollern,<br />

die sich sowieso schon seit Jahren in den Straßen der<br />

Metropolen bewegen, ist erkennbar, dass China systematisch<br />

die heimische Industrie im Bereich der eMobilität fördert.<br />

Darin enthalten sind Kaufanreize von wenigstens rund<br />

1.000 Euro pro eAuto (für Busse bis zu 40.000 Euro), um den<br />

Zukunftsmarkt Elektromobilität aus der Position der Stärke<br />

vorzeitig zu besetzen.<br />

Mehr als fünfhundert Einzelprojekte sind durch die Ministerien<br />

seit 2001 gefördert und zum Abschluss gebracht<br />

worden. Lediglich das berühmte »Stecker-Thema« und die<br />

Wirtschaftlichkeit von Ladesäulen/Beladungs- & Abrechnungsvorgang<br />

sind auch in China noch nicht gelöst. Beim<br />

Stecker wartet man auf einen globalen Schulterschluss mit<br />

den USA und/oder mit Europa. Einstweilen behilft man sich<br />

mit einer Ausstattung der Ladesäulen sowohl mit AC als<br />

auch DC-Anschlüssen. Aufgrund der Allmacht der »STATE<br />

GRID«- des staatlichen Übertragungsnetz-Monopols dürften<br />

die Chinesen gute Voraussetzungen haben, einheitliche<br />

38 Neue Mobilität


Ergebnisse NPE - Andreas-Michael Reinhardt<br />

»Ich hatte die Möglichkeit mir in Peking und Shanghai die<br />

staatlich geförderten »Schaufenster Elektromobilität«<br />

in der Praxis anzusehen, Fahrzeuge zu testen und Gespräche<br />

vor Ort zu führen. Mein Fazit: Deutschland muss<br />

die Kräfte noch mehr bündeln und die Anstrengungen<br />

verdoppeln.«<br />

Standards bei Lade-Infrastruktur und Ladestromabrechnung<br />

im Land durchzusetzen.<br />

Vor diesem Hintergrund müssen wir in Deutschland noch<br />

einen Zahn zulegen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen<br />

Industrie und Anbieter von Elektromobilität nachhaltig<br />

abzusichern. Ab dem Jahr 2015 geht China bei der Elektromobilität<br />

in die Millionen was Neufahrzeug-Zulassungen<br />

anbelangen. 1 Mio. eFahrzeuge werden dann gemäß der Regierungsplanung<br />

zugelassen sein.<br />

Für Deutschland sollte man der Bundesregierung empfehlen,<br />

einerseits ebenfalls Mobilitäts-Flotten zunächst bis Ende<br />

2012/13 vorrangig zu fördern und auch finanziell einen Anreiz<br />

beim Erwerb zu setzen. Hier könnte man auch eine erhöhte<br />

Abschreibung für betrieblich genutzte eFahrzeuge als<br />

Förderinstrument nutzen. Des weiteren sollte man verstärkt<br />

in intelligentere Fahrzeug-Konzepte investieren. Das gelingt<br />

mittels der neuen F&E-Förderprogramme des Bundes. Hier<br />

ist bereits teilweise im Bereich der IKT-basierten und Fahrzeug-technischen<br />

Ansätze ein Vorsprung zu erkennen, den<br />

es gilt rasch in marktfähige Produkte umzusetzen.<br />

Chinas Beispiel verdeutlicht aber auch, dass es ohne die Unterstützung<br />

von Ländern und Kommunen kein Bundesgeld<br />

für Projektstädte oder elektromobile Schaufenster geben<br />

kann. Hier müssen Bund und Länder gemeinsam ausreichend<br />

monetäre Mittel mobilisieren und sinnvoll investieren,<br />

um gerade mit Blick auf die Bürgerinnen und Bürger die<br />

Nutzerakzeptanz der Neuen Mobilität alsbald herzustellen.<br />

Ohne maßvolle finanzielle Anreize des Staates wird sich<br />

der Zukunftsmarkt Elektromobilität nur langsam bewegen.<br />

Was wir heute an F&E-Förderung und Anschubfinanzierung<br />

versäumen, kann angesichts chinesischer Konkurrenz nicht<br />

mehr aufgeholt werden.<br />

Spannend wird es 2012 auch in Deutschland: Wo sind unsere<br />

Schaufenster der Elektromobilität dann? Mit welchem<br />

wollen wir dann national und international punkten? Es<br />

bleibt abzuwarten, wie sich Elektromobilität in Deutschland<br />

weiter entwickelt. Von der chinesischen Entwicklung ließe<br />

sich einiges lernen.<br />

Andreas-Michael Reinhardt<br />

Teilprojektleiter<br />

Begleitforschung »IKT für Elektromobilität“<br />

B.A.U.M. Consult GmbH<br />

www.baumgroup.de<br />

Neue Mobilität<br />

39


Ergebnisse NPE - Thorsten Temme<br />

Mit Standards auf die<br />

Überholspur<br />

Bedeutung der Normung für die Elektromobilität<br />

Elektromobilität ist mehr als die Elektrifizierung des Antriebs.<br />

Sie ist ein Gesamtsystem, das Automobilindustrie,<br />

Elektrotechnik, Informationstechnik und Energiewirtschaft<br />

zusammenführt. Das eMobil wird Teil eines integrierten<br />

Energiesystems, in dessen Umfeld sich neue Geschäftsmodelle<br />

entwickeln werden. Damit dieser Markt entsteht, muss<br />

Elektromobilität sicher, zuverlässig und benutzerfreundlich<br />

sein - und außerdem ressourcen- und klimaschonend sowie<br />

bezahlbar. Dazu bedarf es einheitlicher Standards. Grenzübergreifende<br />

einheitliche Ladestecker, uneingeschränkter<br />

Zugang zum Laden bei verschiedenen Betreibern sowie Sicherheitsstandards<br />

für Fahrzeug und Ladestation sind nur<br />

so möglich. Durch Standardisierung werden Entwicklungskompetenzen<br />

gebündelt, unkontrollierte und intransparente<br />

Variantenbildung wird eingeschränkt, und Skaleneffekte<br />

reduzieren die Kosten.<br />

Die vielfältigen Aktivitäten der unterschiedlichen Branchen<br />

und Industriezweige müssen koordiniert und integriert<br />

werden. Hierzu wurde die Normungs-Roadmap für Elektromobilität<br />

von der NPE und dem Lenkungskreis E-Mobility<br />

erstellt - mit Vertretern aus VDE/DKE und VDA/NA. Die<br />

Roadmap fasst den aktuellen Stand der Normung für die<br />

Elektromobilität zusammen. Sie beschreibt den weiteren<br />

Normungsbedarf mit Prioritäten für die nächsten Jahre sowie<br />

Zeitpläne zur Umsetzung. Und sie zeigt die Rahmenbedingungen<br />

sowie den Bedarf an politischer Flankierung auf. Ein<br />

Steuerkreis »Normungs-Roadmap« wird die Roadmap regelmäßig<br />

überwachen und gegebenenfalls ergänzen.<br />

Normungs-Roadmap und NPE-Bericht betonen beide die<br />

Notwendigkeit der internationalen Abstimmung. Die Zusammenarbeit<br />

der Normungs-Organisationen ISO (für das Automobil)<br />

und IEC (für die Infrastruktur) muss ebenso gut funktionieren<br />

wie die Einbindung der für den amerikanischen<br />

Markt relevanten SAE. Außerdem reisen hochrangig besetzte<br />

Delegationen nach China, um über eine Harmonisierung der<br />

chinesischen und europäischen Standards zu diskutieren.<br />

Die Normung bedarf aber auch der Unterstützung der Politik:<br />

Wenn einzelne Staaten auf Grund divergierender nationaler<br />

Regulierungen eine Standardisierung - etwa der Ladeinfrastruktur<br />

- schon innerhalb Europas erschweren, muss sich<br />

die Politik für harmonisierte Rahmenbedingungen einsetzen.<br />

In ihrem Regierungsprogramm signalisiert die Bundesregierung<br />

eine Unterstützung der Forderungen der NPE sowie<br />

international einheitliche Ladesysteme für hohe technische<br />

Ansprüche. Der Ladestecker nach IEC 62196-2 Typ-2 ist hier<br />

ein gutes Beispiel.<br />

Dipl.-Ing. Thorsten Temme<br />

Technology Management / Corporate Technology<br />

Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />

www.phoenixcontact.de/vorausschauend<br />

40 Neue Mobilität


ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

UND<br />

ER<strong>NEUE</strong>RBARE<br />

ENERGIEN<br />

Die idealen Partner künftiger Mobilitätskonzepte.<br />

Neue Mobilität<br />

41


Elektromobilität & Erneuerbare energien - BEE<br />

Elektrofahrzeuge<br />

Baustein der Erneuerbaren<br />

Stromversorgung<br />

Björn Klusmann, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.<br />

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 werden<br />

zwei wesentliche Veränderungen unseres Energiesystems<br />

möglich: Erstens werden die Erneuerbaren Energien in den<br />

nächsten Jahrzehnten atomare und fossile Energieträger<br />

Zug um Zug ersetzen. Zweitens wird sich das Energieversorgungssystem<br />

weg von zentralen Großstrukturen hin zu<br />

dezentralen und vernetzten Elementen wandeln. So können<br />

wir Umwelt- und Klimabelastungen reduzieren und<br />

gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften. Dieser Prozess birgt<br />

enorme Chancen, von denen innovative Unternehmen in<br />

Deutschland profitieren können.<br />

Elektrofahrzeuge, die mit erneuerbarem Strom angetrieben<br />

werden, sind ein wichtiger Baustein im Energiesystem der<br />

Zukunft. Mit ihrer Hilfe kann Strom aus Erneuerbaren Energien<br />

fossile Treibstoffe ersetzen - der Verkehrssektor ist heute<br />

noch zu 90% vom Erdöl abhängig. Zudem können viele tausend<br />

Fahrzeugbatterien in der Summe eine enorme Pufferleistung<br />

für das elektrische System bereitstellen. Sie können<br />

Spitzen der Stromproduktion auffangen und speichern und<br />

perspektivisch durch Rückspeisung von Strom zur Stabilität<br />

des Leitungsnetzes beitragen.<br />

Für das ideale Zusammenspiel von Stromerzeugung und -verbrauch<br />

muss jetzt die richtige technische Weichenstellung<br />

erfolgen. Elektrofahrzeuge sollten unbedingt über die Möglichkeit<br />

des bidirektionalen Ladens verfügen, also sowohl<br />

Strom aufnehmen und speichern als auch gezielt ins Netz<br />

zurückspeisen können. Diese Prozesse werden intelligent<br />

erfolgen, d.h. sie richten sich nach Stromangebot aus Windund<br />

Solarkraftwerken und berücksichtigen den Netzzustand.<br />

Die Leistungselektronik der Fahrzeuge muss also in der Lage<br />

sein, kurzfristig auf mehrere Variablen zu reagieren.<br />

Werden Lademanagement und Stromzähler im Fahrzeug integriert,<br />

sind die genutzten Energiemengen unabhängig vom<br />

Ladepunkt bilanzierbar. So kann die Netzdienstleistung, die<br />

mit gesteuerten Lade- und Rückspeisevorgängen verbunden<br />

ist, dem Fahrzeugnutzer zugeordnet und entsprechend belohnt<br />

werden. Um entsprechende technische Entwicklungen<br />

zu fördern, hat der BEE gemeinsam mit Klima-Bündnis und<br />

WWF das Konzept zur »Innovationsförderung in Deutschland<br />

für Erneuerbare Elektromobilität (I.D.E.E.)« entwickelt.<br />

Es soll mit Hilfe gezielter Vergütungen dazu beitragen, dass<br />

»eFahrzeuge made in Germany« zu einem Synonym für netzfreundliche<br />

Elektrofahrzeuge wird.<br />

Das Konzept lässt sich gut in den Kombikraftwerksbonus<br />

einbinden, dessen Einführung der BEE schon seit geraumer<br />

Zeit fordert. Ein solcher Bonus bezuschusst technologische<br />

42 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - BEE<br />

»Für das ideale Zusammenspiel von Stromerzeugung<br />

und Stromverbrauch muss jetzt die richtige technische<br />

Weichenstellung erfolgen.«<br />

Neuerungen zur Stromspeicherung und fördert die nachfragegerechte<br />

Stromproduktion. Kilowattstunden, die bei fehlendem<br />

Angebot eingespeist bzw. bei hohem Angebot vom<br />

Verbraucher abgenommen werden, würden entsprechend<br />

vergütet. Der Kombi-Bonus kann den Nutzern von Elektrofahrzeugen<br />

einen Anreiz bieten, ihre Fahrzeuge so häufig wie<br />

möglich ans Stromnetz anzuschließen und dem Netzbetreiber<br />

so als »intelligente Verbraucher« zur Verfügung stehen.<br />

Auch wenn erst in einigen Jahren Elektrofahrzeuge in relevanter<br />

Stückzahl unterwegs sein werden, muss schon heute<br />

die passende Infrastruktur für Elektromobilität aufgebaut<br />

werden. Der Kombi-Bonus kann hier einen wichtigen Anstoß<br />

geben und sollte daher zügig eingeführt werden. So können<br />

sich frühzeitig technologische Innovationen durchsetzen, die<br />

ein wichtiger Teil einer Erneuerbaren Energieversorgung sind.<br />

Björn Klusmann<br />

Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie<br />

www.bee-ev.de


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Agentur für Erneuerbare Energien<br />

Erneuerbare Energien im<br />

Mobilitätssektor<br />

Ein Gewinn für alle<br />

Eine Umstellung des deutschen Energieverbrauchs auf Erneuerbare<br />

Energien ist nicht nur aus Klimaschutzgründen<br />

notwendig, sondern auch ökonomisch rentabel und aus Gründen<br />

der Versorgungssicherheit sinnvoll. Im Strom- und Wärmesektor<br />

konnten hierbei schon beachtliche Erfolge erzielt<br />

werden. Lediglich im Sektor Mobilität, der für ca. ein Drittel<br />

des Gesamtenergieverbrauches verantwortlich ist, stagniert<br />

der Einsatz Erneuerbarer Energien in den letzten Jahren. Die<br />

hier verbrauchten Kraftstoffe stammen noch zu fast 95%<br />

aus klimaschädlichen und importierten fossilen Quellen.<br />

Elektromobilität bietet hier die Chance, Verkehr nicht nur<br />

leiser und schadstofffrei abzuwickeln, sondern mittelfristig<br />

auch zu einer signifikanten Erhöhung des Anteils Erneuerbarer<br />

Energien im Mobilitätssektors beizutragen. Langfristig<br />

kann im Verbund mit anderen Anwendungsmöglichkeiten<br />

Erneuerbarer Energien wie Biokraftstoffen, Biogas oder regenerativ<br />

erzeugtem Wasserstoff sogar ein vollkommener<br />

Verzicht auf fossile Antriebsstoffe ermöglicht werden.<br />

Bei dieser Entwicklung ist der unbedingte Zusammenhang<br />

von Elektromobilität und Erneuerbaren Energien zu beachten.<br />

Ein Elektromotor arbeitet zwar prinzipiell effizienter als<br />

ein Verbrennungsmotor, weshalb der CO2-Ausstoß auch<br />

schon bei einer »Betankung« mit dem durchschnittlichen<br />

deutschen Strommix etwas geringer ist als der von vergleichbaren<br />

Diesel- oder Benzinmotoren. Jedoch fallen hierbei<br />

trotzdem Emissionen von etwa 100 Gramm CO2 an - der<br />

Treibhausgasausstoß wird nur zum Kraftwerksschlot verlagert.<br />

Mit einer Beladung durch regenerativ erzeugten Strom,<br />

bei dessen Erzeugung kaum CO2 entsteht, kann hingegen<br />

eine nahezu emissionsfreie Mobilität ermöglicht werden.<br />

Aber auch die Anbieter Erneuerbarer Energien können von<br />

einer schnellen und entschlossenen Einführung der Elektromobilität<br />

profitieren, da die Batterien der eAutos bei Verwendung<br />

von intelligenter Ladetechnik in Zeiten hohen<br />

Wind- und Sonnenstrom-Aufkommens als Speicher dienen<br />

können. Das Speichervolumen wäre bei einer Anzahl von<br />

einer Million Elektrofahrzeugen zwar noch relativ gering,<br />

allerdings könnten Elektroautos eine erhebliche Regelleistung<br />

erbringen und so zur Netzstabilisierung beitragen.<br />

Bei größeren Verkaufszahlen elektrisch betriebener Autos<br />

könnte dann in der Zeit nach 2020 auch ein erhebliches<br />

Speicherpotential aufgebaut werden. Aufgrund der langen<br />

Lebensdauer von Fahrzeugen sollten die Ladesysteme daher<br />

schon heute rückspeisefähig ausgelegt werden.<br />

44 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Agentur für Erneuerbare Energien<br />

Trotz der begrenzten (elektrischen) Reichweiten der aktuellen<br />

und kommenden eFahrzeuge kann Elektromobilität einen<br />

Großteil der Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Aber auch<br />

andere Reiselängen und -zwecke können »erneuerbar« bewältigt<br />

werden: Längere Individualreisen können beispielsweise<br />

elektromobil per Zug abgewickelt werden. Allerdings<br />

sollten sich hier die verschiedenen Bahnunternehmen um<br />

eine schnelle und deutliche Erhöhung Ihres Ökostromanteils<br />

bemühen. Auch können längere Strecken im Personen- wie<br />

auch im Güterverkehr in Hybrid- oder reinen Verbrennungsfahrzeugen<br />

mit Biokraftstoffen wie Biodiesel, Bioethanol<br />

oder Biomethan zurückgelegt werden.<br />

Die Erneuerbaren Energien können also auch im Verkehrssektor<br />

eine wichtige Rolle spielen und dabei helfen, Kosten<br />

und Treibhausgasemissionen zu sparen. Der Pfad »Weg<br />

vom Öl« verlangt allerdings einen engagierten Einsatz von<br />

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Elektromobilität<br />

sollte dabei aufgrund Ihrer weiteren Vorteile besonders gefördert<br />

werden.<br />

Erneuerbare Elektromobilität:<br />

Wenig Strom für viele Fahrzeuge<br />

Erzeugung bzw. Bedarf von Strom aus Erneuerbaren Energien<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

(in Mrd. kWh)<br />

1 Mio.<br />

Fahrzeuge<br />

10 Mio.<br />

Fahrzeuge<br />

40 Mio.<br />

Fahrzeuge<br />

2008 2020<br />

2030<br />

2050<br />

Sven Kirrmann<br />

Agentur für Erneuerbare Energien e.V.<br />

s.kirrmann@unendlich-viel-energie.de<br />

Stromerzeugung<br />

aus Erneuerbaren<br />

Energien, Szenario<br />

des Bundesumweltministeriums<br />

Stromerzeugung lt.<br />

Alternativszenario<br />

der EE-Branche<br />

bis 2020<br />

zur Deckung des<br />

Strombedarfs der<br />

Elektrofahrzeuge<br />

benötigter Strom<br />

aus Erneuerbaren<br />

Energien<br />

Quellen: DGS/BSM,<br />

BMU-Leitszenario E2/E3,<br />

AEE-/BEE-Branchenprog<br />

nose 2020, Stand: 7/2009<br />

www.unendlich-viel-energie.de<br />

Wir bringen grünen Strom auf die Straße<br />

Das Auto der Zukunft hat keinen Auspuff – Elektromobilität macht‘s möglich. Wirklich<br />

nachhaltig aber ist sie nur, wenn der Strom für Elektroautos aus erneuerbaren Energiequellen<br />

stammt. Und damit er nicht doppelt vermarktet wird, darf er nicht aus Anlagen<br />

stammen, die von Endverbrauchern finanziert und vom Staat gefördert werden.<br />

Repower liefert frei vermarktbaren, ungeförderten Grünstrom. Damit fährt Ihre Elektro-<br />

Flotte nahezu CO 2<br />

- und emissionsfrei. Fragen Sie uns jetzt nach einem Angebot!<br />

Repower Deutschland GmbH<br />

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2011<br />

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Neue Mobilität<br />

45


Elektromobilität & Erneuerbare energien - IPM System<br />

Solare Revolution in der<br />

Photovoltaikbranche<br />

Steigerung der Effizienz, Transparenz, Flexibilität und Sicherheit von PV-Anlagen<br />

Das IPM SYSTEM ® ist eine neuartige Steuerungs- und Regelungstechnik<br />

zur Steigerung der Effizienz, Transparenz,<br />

Flexibilität und Sicherheit von Photovoltaik-Anlagen. Das<br />

Intelligent Power Management System lässt sich auch nachträglich<br />

wirtschaftlich sinnvoll in jede PV-Anlage integrieren<br />

und ermöglicht bis zu 21% Ertragssteigerung.<br />

Markus Emmert, Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH,<br />

hat das Unternehmen mit seiner patentierten Erfindung im<br />

Bereich Erneuerbarer Energien nach eigenen Worten »Aus<br />

der Praxis - für die Praxis« gegründet. »Die enorme Leistungssteigerung<br />

und Effizienz ist insbesondere im Fokus<br />

der aktuellen energiepolitischen Diskussion ein Meilenstein<br />

für die gesamte solare Energieerzeugung und eröffnet weitere<br />

Marktpotenziale im Bereich Monitoring, Brandschutz<br />

und Sicherheit auf dem neusten Stand der Technik«, erklärt<br />

Markus Emmert. »Wir haben es geschafft, die Nachteile fixer<br />

Strings durch die klassische Reihenverschaltung in PV-<br />

Anlagen vollständig zu umgehen und den Beweis erbracht,<br />

dass eine intelligente, variable Verschaltung der einzelnen<br />

Module mit dem IPM SYSTEM ® zu einer erheblichen Effizienzsteigerung<br />

führt.« Damit stellt Emmert klassische Anlagen<br />

sprichwörtlich in den Schatten und zeigt ein enormes<br />

Potenzial auf, dass den Photovoltaikmarkt für die nächsten<br />

Jahre regelrecht revolutionieren wird.<br />

Im Rahmen einer Entwicklungskooperation hat die Rosenberger<br />

Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG eine spezielle<br />

Steckverbindung entwickelt, die auf die von der Draka Cable<br />

Wuppertal GmbH eigens hergestellte Zwillingsleitung abgestimmt<br />

ist und eine optimale Systemintegration gewährleistet.<br />

Die Britze Elektronik und Gerätebau GmbH sorgt für die<br />

reibungslose Komponentenintegration und wird das innovative<br />

IPM SYSTEM ® zukünftig produzieren.<br />

»Die speziellen Anforderungen an die Steckverbindung, wie<br />

Haptik, werkzeuglose Montage, geringere Übergangs-Widerstände<br />

sowie die hohen Qualitätsansprüche, welche das<br />

IPM SYSTEM ® stellt, waren der Grund Rosenberger als exklusiven<br />

Partner mit an Bord zu holen«, so Emmert.<br />

»Die Kooperation zwischen IPM SYSTEM und Rosenberger«,<br />

so Hans Rosenberger, Sprecher der Geschäftsleitung, »ermöglicht<br />

uns eine attraktive Ergänzung unseres Produktund<br />

Leistungsportfolios im Bereich der Technologien für Regenerative<br />

Energie. Damit können wir unsere Marktposition<br />

in der Solarbranche weiter ausbauen.«<br />

Britze-Geschäftsführer Thorsten Reiche sieht in der Kooperation<br />

die Möglichkeit den technologischen Leitmarkt<br />

Deutschlands für Erneuerbare Energien weiter auszubau-<br />

46 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - IPM System<br />

»Als Schlüsseltechnologie ‚Made in Germany‘ ist die Leistungssteigerung<br />

und Effizienz insbesondere im Fokus der<br />

aktuellen energiepolitischen Diskussion ein solarer Quantensprung<br />

für die gesamte Erneuerbare Energieerzeugung und<br />

schafft völlig neue Perspektiven nicht nur im PV-Markt.«<br />

en. »Dabei garantiert der Produktionsstandort Deutschland<br />

eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Fertigung und<br />

sichert Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung.«<br />

Mit der Deutschen Telekom konnte ein weiterer exklusiver<br />

Kooperationspartner gewonnen werden, der die innovative<br />

Hard- und Softwarelösung mit einer SIM-Karte für eine<br />

fortschrittliche Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M)<br />

ausstattet. »Die Partnerschaft ist für uns ein weiterer konsequenter<br />

Schritt für unsere Positionierung als Anbieter intelligenter<br />

Vernetzung im Energiesektor. Photovoltaikanlagen<br />

spielen künftig im Energiemix eine große Rolle. Darum ist es<br />

wichtig, sie besser steuern und überwachen zu können«, so<br />

Dr. Lothar Müller, Leiter Vertriebsentwicklung M2M bei der<br />

Telekom Deutschland.<br />

»Das enorme Interesse der Besucher während der ersten<br />

gemeinsamen Präsentation mit Herrn Emmert auf der Inter-<br />

Solar in München« so Claus Fahry, Sales Manager Photovoltaics<br />

der Draka, »hat bewiesen, dass wir in der Kooperation<br />

mit der IPM SYSTEM GmbH einen innovativen Partner für die<br />

Zukunft gefunden haben. In enger Zusammenarbeit werden<br />

wir diese neue Technologie mit unserem Know-how unterstützen<br />

um so auch unsere Marktposition weiter ausbauen<br />

und festigen zu können.«<br />

»Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. Es ist nicht<br />

genug zu wissen, man muss auch anwenden können.«<br />

»Ein Zitat nach Johann Wolfgang von Goethe, dass verdeutlicht,«<br />

so Markus Emmert, außerdem wissenschaftlicher<br />

Beirat im Bundesverband eMobilität, »wie wichtig es ist, sich<br />

gemeinsam und über Branchengrenzen hinaus zu engagieren<br />

- insbesondere wenn man die Vision einer Erneuerbaren<br />

Mobilität in Deutschland und darüberhinaus in Europa wirklich<br />

umsetzen möchte.«<br />

Markus Emmert<br />

Geschäftsführer<br />

IPM SYSTEM GmbH<br />

& BEM-Beirat<br />

www.ipm-system.com<br />

Neue Mobilität<br />

47


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Prof. Dr. Josef Krems<br />

Damit Erneuerbare Energien<br />

in den Autotank kommen<br />

J. F. Krems, M. Hajesch, CF. Eckhardt<br />

Dass sich Nutzer von Elektroautos im Berliner Stadtverkehr<br />

nicht eingeschränkt fühlen, wurde bereits im Pilotprojekt<br />

»MINI E Berlin - powered by Vattenfall V1.0« gezeigt, das<br />

im Frühjahr 2009 angelaufen war. In einem Zeitraum von 12<br />

Monaten nutzten 80 Kunden das Elektrofahrzeug für jeweils<br />

ein halbes Jahr im Alltagsbetrieb. Es konnte eindrucksvoll<br />

die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge und Ladekonzeptes<br />

nachgewiesen werden.<br />

Übergeordnetes Ziel von zwei Folgeprojekten ist es, die Marktakzeptanz<br />

und Nutzung von Elektrofahrzeugen weiter zu<br />

beschleunigen und damit deren Umweltnutzen zu steigern.<br />

»MINI E powered by Vattenfall V2.0«<br />

Ausgewählte Anwendungsfälle und neue Nutzergruppen<br />

sollen gezielt in einer Feldstudie untersucht werden und<br />

neue Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb für die erfolgreiche<br />

Umsetzung der Elektromobilität abgeleitet werden. Insbesondere<br />

durch die Einbeziehung weiterer Nutzergruppen<br />

wird eine höhere Passung zwischen Elektromobilität und<br />

Nutzung von Windenergie erwartet und damit das Potential<br />

erhöht, den Anteil Erneuerbarer Energien zu steigern.<br />

Dabei steht die Analyse und Verbesserung des Konzepts<br />

Wind-to-Vehicle (W2V) im Vordergrund. Hinter dem Konzept<br />

W2V steht der Gedanke, Erneuerbare Energien, insbesondere<br />

Windenergie, zum Laden von Elektrofahrzeugen zu verwenden.<br />

Zielsetzung ist die Korrelation von Zeiten der Windeinspeisung<br />

und der aggregierten Ladeleistung zu erhöhen.<br />

Dabei ist die Bereitschaft der Nutzer dieses Konzept zu unterstützen<br />

ein entscheidender Faktor.<br />

Zum Anderen soll die Akzeptanz der Nutzer für W2V durch<br />

Mehrwertdienste gesteigert werden. So sollen solche Applikationen<br />

zum Einsatz kommen, die den Fahrer eines Elektrofahrzeugs<br />

dabei unterstützen, öffentliche Lademöglichkeiten<br />

in sein Mobilitätsmuster mit einzubeziehen. Gerade die<br />

Verfügbarkeit von Fahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen<br />

birgt Potential für gezielte Windeinspeisung zum Laden von<br />

Elektrofahrzeugen.<br />

In der Feldphase des Projekts MINI E powered by Vattenfall<br />

V2.0 sollen 70 Elektrofahrzeuge in verschiedenen Anwendungsfällen<br />

von den Nutzergruppen in unterschiedlichen<br />

Szenarien getestet werden. Objektive Messgrößen sind dabei<br />

zum Beispiel der Verbrauch, die Nutzungs- und Ladedauer,<br />

sowie Daten über das Streckenprofil. Diese Daten werden<br />

um subjektive Beurteilungen beispielsweise der Bedienerfreundlichkeit<br />

der Systeme, sowie um Einstellungen zu Um-<br />

48 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Prof. Dr. Josef Krems<br />

»Ziel ist es, die Batterien von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher<br />

sowie als virtuelle Kraftwerke zu nutzen.«<br />

welt und Mobilität ergänzt.<br />

Anhand der wiederholten Befragung der Nutzer und der<br />

kontinuierlich aufgezeichneten Nutzungsdaten wird eine<br />

wissenschaftlich abgesicherte Einschätzung des Potentials<br />

von Elektrofahrzeugen für W2V in verschiedenen Einsatzszenarien<br />

möglich sein. Zudem werden Systeme zur Nutzerunterstützung<br />

evaluiert und Empfehlungen für deren Weiterentwicklung<br />

gegeben.<br />

»Gesteuertes Laden V2.0«<br />

Um die schwankende Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien<br />

für die Elektromobilität nutzbar zu machen, erarbeiteten<br />

die Projektpartner unter dem Begriff »Gesteuertes Laden«<br />

neue technische Konzepte, um die Effektivität und Effizienz<br />

des Gesamtsystems bestmöglich auszunutzen. Ziel ist es dabei,<br />

die Batterien von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher<br />

sowie als virtuelle Kraftwerke zu nutzen.<br />

Dazu sollen die Ladeinfrastruktur weiterentwickelt, Fahrzeuge<br />

weiter technisch qualifiziert, neue kundenseitige Mehrwertdienste<br />

entwickelt und Software zur Steuerung des<br />

Be- und Entladens entwickelt werden. Zudem schaffen und<br />

evaluieren die Projektpartner verbesserte Mensch-Maschine-<br />

Schnittstellen, die eine optimierte Ausnutzung des Potentials<br />

vom Gesteuerten Laden bewirken sollen.<br />

Beide Projekte werden vom Bundesministerium für Umwelt,<br />

Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.<br />

Projektpartner sind die BMW Group, die Vattenfall Europe<br />

AG, die TU Ilmenau, die TU Berlin und die TU Chemnitz.<br />

J. F. Krems (TU Chemnitz), M. Hajesch (BMW Group)<br />

C.F. Eckhardt (Vattenfall Europe)<br />

DER MINI E<br />

Neue Mobilität<br />

49


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Eckhard Fahlbusch<br />

Erneuerbare Energien<br />

als Basis<br />

Kommentar von Eckhard Fahlbusch, BEM-Beirat<br />

Derzeit fahren weniger als 50.000 Elektrofahrzeuge (Plug-<br />

In-Hybridfahrzeuge und Voll-Elektrofahrzeuge) auf Deutschlands<br />

Straßen - von insgesamt 48 Millionen Autos. Das soll<br />

sich laut Bundesregierung bis 2020 und darüber hinaus ändern.<br />

Damit künftig in Deutschland ein entsprechender Massenmarkt<br />

für Elektrofahrzeuge entstehen kann, sind neben<br />

der Förderung in den Bereichen Forschung und Entwicklung<br />

auch Kaufanreize für Elektrofahrzeuge zwingend erforderlich.<br />

Hier muss eine geeignete Kombination an Fördermöglichkeiten<br />

- gemeinsam finanziert von Politik und Industrie -<br />

geschaffen werden, die die Innovationskraft der deutschen<br />

Industrie noch weiter verbessert und das Käuferverhalten<br />

zielgerichtet lenkt - im Sinne der deutschen Volkswirtschaft.<br />

Ansonsten werden die deutschen Autohersteller ihre Elektrofahrzeuge<br />

insbesondere für China - den größten Neuwagenmarkt<br />

der Welt - entwickeln und produzieren. Die Vermarktung<br />

der Elektrofahrzeuge wird in China durch Förderprogramme<br />

im zweistelligen Milliardenbereich unterstützt. Der<br />

Zug ist bereits losgefahren, und China sitzt im Führerhaus.<br />

Noch kann Deutschland aufspringen.<br />

Elektromobilität ist in gesamtökologischer Hinsicht nur dann<br />

nachhaltig, wenn der Ladestrom grün ist. Um dieses Ziel zu<br />

erreichen, ist die Umstellung auf die Energiegewinnung aus<br />

erneuerbaren Ressourcen in Richtung 100% eine unabdingbare<br />

Voraussetzung. Das im Jahr 2010 von der Bundesregierung<br />

verabschiedete Energiekonzept für Deutschland zielt in<br />

diese Richtung. Danach soll u.a. der Anteil der Erneuerbaren<br />

Energien am Stromverbrauch bis 2020 auf 35%, und bis 2050<br />

auf 80% ausgebaut werden.<br />

Nach Fukushima haben die Bundesregierung und die Bundesländer<br />

im Juni 2011 gemeinsam beschlossen bis 2022 unumkehrbar<br />

aus der Atomenergie auszusteigen und auch die<br />

9 noch laufenden Atomkraftwerke bis dahin abzuschalten.<br />

Dass dies nicht auf einen Schlag erfolgt, sondern in einem<br />

klar festgelegten Stufenplan hat auch die Zustimmung der<br />

Opposition herbeigeführt. Der Atomausstieg - im gesellschaftlichen<br />

Konsens - wird von den wesentlichen Bereichen der<br />

deutschen Wirtschaft inzwischen als große Chance im globalen<br />

Umfeld gewertet. Starke Treiber können hieraus einen<br />

Exportschlager machen. Dies könnte eine weitere industrielle<br />

Erfolgsstory »Made in Germany« werden.<br />

So beabsichtigt z.B. Siemens sich weltweit von der Atomenergie<br />

zu trennen und zukünftig voll auf Erneuerbare Energien<br />

umzusteigen. Siemens sieht hier ein erhebliches Potential<br />

für die deutsche Wirtschaft in den Exportmärkten mit<br />

hohem Investitionswachstum insbesondere in Asien. Auch<br />

die Autohersteller beginnen in Erneuerbare Energien zu investieren<br />

und zeigen damit wie untrennbar eMobilität und<br />

Erneuerbare Energien zusammengehören - unter gesamtökologischer<br />

Betrachtung.<br />

Wenn deutsche »Global Player« durchstarten in ein neues<br />

Energie- und Mobilitätszeitalter kann viel erreicht werden.<br />

Deutsche Ingenieurkunst und 125 Jahre automobile Erfahrung<br />

können verbunden mit der Innovations- und Finanzkraft<br />

solcher Unternehmen die Marktpotentiale voll ausschöpfen.<br />

Für einen weltweiten Erfolg muss jedoch zuerst<br />

gezeigt werden, dass es in Deutschland möglich ist, Energie<br />

aus erneuerbaren Ressourcen intelligent und wirtschaftlich<br />

zu produzieren, zu speichern und zu verteilen. Hierbei muss<br />

der bisherige Anteil der Kernenergie schnellstmöglich CO 2-<br />

frei kompensiert werden. Technische Lösungen haben nur<br />

dann ein globales Vermarktungspotential, wenn sie nachweisbar<br />

funktionieren und wirtschaftlich sind. Für 2020 wird<br />

ein Umweltmarkt von 3 Billionen Euro weltweit vorausgesagt.<br />

Hierdurch wird die Umwelttechnik zur Leitindustrie. Es<br />

lohnt sich also.<br />

In der automobilen Zukunft werden sich in den kommenden<br />

Jahrzehnten die unterschiedlichen Antriebs- und Batterietechnologien<br />

im Wettbewerb gegenüberstehen. Diesen<br />

Wettbewerb werden wir auch über einen langen Zeitraum<br />

50 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - ECKHARD FAHLBUSCH<br />

zwischen den fossilen und Erneuerbaren Energieträgern und<br />

Energiespeichern sehen. Diese Technologievielfalt wird die<br />

jeweilige Qualität erheblich verbessern - auch zu Gunsten<br />

der Energieeffizienz und des Klimaschutzes. Vorausgesetzt<br />

der Wettbewerb ist fair. Hierfür müssen die Erneuerbaren<br />

Energien in geeigneter Form bis zu ihrer Wirtschaftlichkeit<br />

effizienzsteigernd gefördert werden.<br />

Im Rahmen der zu optimierenden Netzinfrastruktur gewinnt<br />

neben zukünftigen Langzeit-Großspeichern (z.B. Pumpspeicherwerke,<br />

Wasserstoffspeicher und Druckluftspeicher) auch<br />

die Energiespeicherung in Batterien weiter an Bedeutung.<br />

Sie werden also nicht nur als Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge<br />

benötigt sondern auch als Speichermedien für<br />

den grünen Strom im Rahmen dezentraler Lösungen.<br />

Wir dürfen aber nicht nur darüber reden und schreiben, sondern<br />

müssen endlich anfangen bereits vorhandene Lösungen<br />

auch in die Praxis umzusetzen. Wer kann und will auch<br />

in eigener Regie. So haben meine Frau und ich vor einigen<br />

Monaten einen ehemaligen Winzerhof an der Nahe erworben.<br />

Dieser wird derzeit energieeffizient umgebaut. Hierbei<br />

werden auch Photovoltaik und Solarthermie zum Einsatz<br />

kommen. Die Luft-Wärmepumpe, die Batteriemodule als<br />

Zwischenspeicher für den grünen Strom und die zugehörigen<br />

Wechselrichter werden gerade im Technikraum des frisch restaurierten<br />

Weingewölbekellers installiert. Zur Abrundung<br />

dieses Referenzobjektes wird der in den Batteriemodulen<br />

zwischengespeicherte Strom auch die für 2012 vorgesehene<br />

Solartankstelle versorgen - zur Aufladung des dann existierenden<br />

Stromers.<br />

Seit 1950 hat sich die Menschheit von 2,3 auf heute 7 Milliarden<br />

mehr als verdreifacht. Wir verbrauchen heute das<br />

1,3 fache von dem was die Erde zur Verfügung stellen kann.<br />

Bei den zu erwartenden 9 bis 10 Milliarden Menschen bis<br />

2050 wird es das Doppelte sein. Unter Berücksichtigung<br />

dieses Bevölkerungswachstums in Verbindung mit der industriellen<br />

Entwicklung in den Schwellenländern, können<br />

wir nicht immer mehr Wachstum erzeugen und hierbei überwiegend<br />

fossile Energieträger einsetzen. Ohne die Entwicklung<br />

und Anwendung neuer Technologien würden wir dann<br />

auch unsere technikbasierte Zukunft gefährden, spätestens<br />

nach dem die fossilen Energieträger verbraucht sind.<br />

Es ist unbestritten, dass sich Klima und CO 2-Gehalt in der<br />

Atmosphäre von Anbeginn mit drastischen Auswirkungen<br />

auf die Natur und seine Lebewesen verändert haben. Der<br />

Mensch ist jedoch heute die erste Spezies, die die Klimaänderungen<br />

und deren Auswirkungen bewusst wahrnimmt.<br />

Kennt der Mensch die Ursachen und die negativen Auswirkungen,<br />

dann kann er gegensteuern. Sind die Ursachen natürlich,<br />

müssen die negativen Auswirkungen aufgehalten<br />

werden. Resultieren die Ursachen jedoch aus menschlichem<br />

Handeln, muss diesem Handeln entgegengewirkt werden.<br />

Nach derzeitigen Kenntnissen ist letzteres wahrscheinlicher<br />

und kann durch die Umsetzung geeigneter technischer Lösungen<br />

in unserem Sinne verändert werden - auch um die<br />

Versauerung der Meere und die verheerenden Folgen für die<br />

Grundlagen des Lebens aufzuhalten<br />

Es ist nicht nur an der Zeit sondern längst überfällig, dass<br />

wir die wohl unerschöpfliche Energie der natürlichen Ressourcen<br />

im positiven Sinne zum Wohl aller effizient nutzen.<br />

Hierbei ist der Anblick von Kollektoren und Panels für Photovoltaik<br />

und Solarthermie sowie von Windrädern aus meiner<br />

Sicht keine Landschaftsverschandelung sondern die Visualisierung<br />

von natürlicher Energiegewinnung.<br />

Eckhard Fahlbusch<br />

BEM-Beirat<br />

www.fahlbusch-consulting.de


Elektromobilität & Erneuerbare energien - Jürgen Hüpohl<br />

Ideale Partner des<br />

postfossilen Zeitalters<br />

Jürgen Hüpohl<br />

Deutschland ist bei Erneuerbaren Energien weltweit ein<br />

Vorreiter. Angeschoben durch das Erneuerbare Energien-<br />

Gesetz hat die Nation eine Marke gesetzt und mit hochwertigen<br />

Technologien reüssiert. Der von der Bundesregierung<br />

forcierte Atomausstieg trägt seinen Teil dazu bei,<br />

dass Sonne, Wind oder Biomasse noch früher ans Steuer<br />

der Energieversorgung kommen. Doch was heißt das für die<br />

Elektromobilität? Kommt auch die Energiewende unter der<br />

Motorhaube dadurch schneller in Schwung?<br />

Dass Elektrofahrzeuge tatsächlich erst klimafreundlich sind,<br />

wenn der verwendete Strom erneuerbar ist, wird von keinem<br />

Experten bezweifelt. Doch so sehr in Politik, Wirtschaft<br />

und Gesellschaft bekannt ist, dass sich Elektromobilität und<br />

Erneuerbare Energien ideal ergänzen, so wenig folgen den<br />

Worten noch immer Taten. Der im Mai vorgelegte Bericht der<br />

NPE ist ein Beleg dafür. Die Vorschläge etwa von Umweltverbänden<br />

werden zwar gerne gehört, aber selten umgesetzt.<br />

Letztlich sei vieles gesteuert von den Big Playern der Automobilindustrie<br />

und Energieversorgung, so die Kritik. Dabei<br />

sieht nicht nur die Öko-Branche in Elektromobilität die große<br />

Chance, ein ähnliches Erfolgsmodell »Made in Germany«<br />

wie bei den Erneuerbaren Energien international zu platzieren.<br />

Das deutsche Netz bietet dafür grundsätzlich gute Voraussetzungen.<br />

Doch warum werden Erneuerbare weiterhin<br />

stiefmütterlich behandelt, wenn Rahmenbedingungen für<br />

eMobilität geschaffen werden?<br />

Die Angst, dass nicht genügend Ökostrom vorhanden sein<br />

wird, um obendrein Millionen Elektroautos damit zu beladen,<br />

kann es nicht sein. So rechnet das Bundesumweltministerium<br />

vor, dass eine Million Elektrofahrzeuge nur einen<br />

zusätzlichen Strombedarf von 0,3 Prozent des Gesamtvolumens<br />

benötigen. Das entspricht rund zwei Milliarden Kilowattstunden<br />

Strom, gegenüber mehr als 200 Milliarden, die<br />

man im Jahr 2020 durch Erneuerbare Energiequellen erwartet.<br />

Sollten am Ende zu kurz denkende, wirtschaftliche Interessen<br />

verhindern, dass die Ampel zeitnah auf Grün springt?<br />

Das wäre fatal. Die EE-Erfolgswelle bewirkt in Deutschland<br />

eine noch stärkere Kopplung von Verkehr und Energie. Der<br />

entscheidende Baustein dabei ist die Netzintegration.<br />

Sie macht den EE-Einsatz erst richtig sinnvoll und führt zu<br />

einem effizienten Wechselspiel zwischen Stromerzeugung,<br />

Versorgung und Mobilität. Ob Smart Grid, Smart Home oder<br />

V2G: Fahrzeuge mit Elektrizität als Treibstoff müssen intelligenter<br />

sein als die heutigen. Denn Mobilität 2.0 ist mehr<br />

als eine Fahrt von A nach B. Ein Elektrofahrzeug ist Teil des<br />

Versorgungssystems.<br />

Die Kommunikation rund ums Fahrzeug ist umso wichtiger<br />

als mit der Erhöhung des EE-Anteils Unwägbarkeiten und Risiken<br />

prinzipiell steigen. Das Wetter garantiert keinen gleichmäßigen<br />

Ertrag und Lastspitzen gefährden das Netz. Hier<br />

kann die Elektromobilität wichtige Dienste leisten und sich<br />

52 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien- JÜRGEN HÜPOHL<br />

»Deutschland hat bei guter Vorbereitung die Möglichkeit,<br />

zum Vorbild zu werden und international mit einem<br />

innovativen Modell tatsächlich klimafreundlicher<br />

Mobilität einen neuen Maßstab zu setzen.«<br />

durch Lastverschiebung positiv auf den Bedarf auswirken.<br />

Ein Auto nicht nur als Verbraucher, sondern auch als mobiler<br />

Speicher von überschüssigem EE-Strom. Ein Beispiel des<br />

Potenzials: Für sechs Millionen Fahrzeuge ergäbe sich 2030<br />

ein Speichervolumen von ca. 15 GWh.<br />

Die Stromtankstelle ist ein Knackpunkt. Immer häufiger werden<br />

öffentliche Ladesäulen aufgestellt. Das macht die Neue<br />

Mobilität greifbar und mag punktuell Versorgung ermöglichen,<br />

doch werden so flächendeckend Probleme gelöst?<br />

Nein, sagen Vertreter der Erneuerbaren und sprechen deshalb<br />

lieber von der Stromstelle als von der Stromtankstelle.<br />

Eine Diskussion einfacher Stromanschluss versus Ladesäule<br />

ist entbrannt. So oder so: Ob jemand sein Fahrzeug auf dem<br />

Firmenparkplatz, beim Einkaufen oder zu Hause auflädt, der<br />

Ladevorgang muss intelligent gesteuert, verbraucherfreundlich<br />

und einfach sein. Derzeit fehlen ganzheitliche Pläne für<br />

ein engmaschiges Netz einer Ladeinfrastruktur auf Basis<br />

Erneuerbarer, die zudem lokale und regionale Einflüsse sowie<br />

intermodulare Konzepte berücksichtigen.<br />

Letztlich könnten nicht nur Rahmenbedingungen bei technischen<br />

Standards die Diffusion der Elektromobilität fördern,<br />

sondern auch ökonomische Anreize. Koppeleffekte bieten<br />

sich an. Ein Teil der EE-Branche schlägt die »Innovationsförderung<br />

in Deutschland für Erneuerbare Elektromobilität«<br />

(kurz: I.D.E.E.) vor. Die Förderung bis zu 2 Cent pro kW/h<br />

soll in Abhängigkeit von der Zeit, die ein Fahrzeug am Netz<br />

hängt, berechnet und jährlich an den Besitzer ausbezahlt<br />

werden. Ein Konzept, dass die Bundesregierung nicht verfolgt.<br />

Bisher.<br />

Ein paar Maßnahmen wurden bereits auf den Weg gebracht:<br />

die Kfz-Steuerbefreiung für zehn Jahre oder die Mitbenutzung<br />

der Busspuren. Gedacht wird ferner an eigene Fahrspuren<br />

für Elektroautos oder kostenlose Parkplätze. Auch<br />

eine Nullemissions-Plakette, eine Fahrstromsteuer, neue<br />

Verkehrsschilder und Wechselkennzeichen stehen im Raum.<br />

Diese Förderinstrumente könnten die Akzeptanz unter den<br />

Autofahrern grundsätzlich verbessern, doch letztlich führt<br />

an der frühzeitigen Entwicklung der Netzintegration mit EE<br />

kein Weg vorbei. Elektromobilität und Erneuerbare Energien<br />

sind ideale Partner des postfossilen Zeitalters. Ihr Zusammenspiel<br />

ist komplex, doch gerade Deutschland hat bei<br />

guter Vorbereitung die Möglichkeit, zum Vorbild zu werden<br />

und international mit einem innovativen Modell tatsächlich<br />

klimafreundlicher Mobilität einen neuen Maßstab zu setzen.<br />

Jürgen Hüpohl<br />

Journalist und PR-Berater<br />

terramunda Public Relations<br />

www.terramunda.de<br />

Neue Mobilität<br />

53


Elektromobilität & Erneuerbare energien - eMobile Talk<br />

Smart Grids im energiepolitischen<br />

Diskurs<br />

Markus Emmert, BEM-Beirat und Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA Osborne Clarke<br />

Inwieweit müssen die Stromnetze modernisiert werden?<br />

Andrelang: Die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze<br />

ist eine Kernvoraussetzung für Smart Grid und eFlexibility.<br />

Die dezentrale Stromversorgung erfordert moderne<br />

und leistungseffiziente Leitungssysteme schon beim Endverbraucher.<br />

Die dena-Studien belegen deutlich den aktuellen<br />

Bedarf in Deutschland. Hier ist die Politik aufgerufen,<br />

Anreize für Investoren zu schaffen.<br />

Emmert: In Bezug auf den notwendigen Lastenausgleich<br />

sind vor allem die Netze zwischen Nord und Süd betroffen.<br />

Beim Einsatz von dezentralen Energieerzeugern bedarf es<br />

überwiegend der Steuer- und Regelbarkeit von außen.<br />

Welche Rolle spielen Stadtwerke, Unternehmen und Kommunen<br />

bei der Umsetzung von eFlexibility?<br />

Emmert: Stadtwerke können eine sehr große und wichtige<br />

Rolle übernehmen, denn sie sind die Schnittstellen der notwendigen<br />

Energieversorgung in Richtung Kombikraftwerk.<br />

Andrelang: Unternehmer leisten durch ihre Investitionen und<br />

innovativen Lösungen für technische Herausforderungen<br />

einen wichtigen Beitrag zur Etablierung von Smart Grid<br />

und eFlexibility. Städte, Gemeinden und private Anbieter<br />

schaffen darüber hinaus die Infrastruktur dafür.<br />

Wird der Verbraucher in Zukunft kurzfristig, kostenoptimiert<br />

und Stromanbieter unabhängig Energie beziehen und<br />

einspeisen können?<br />

Andrelang: Dies ist eine Kernvoraussetzung der Möglichkeiten<br />

von Smart Grid und eFlexibility. Zusätzlich wird eine flächendeckende<br />

Modernisierung des Stromnetzes, die Einführung<br />

von praktikablen Abrechnungssystemen beim Bezug<br />

von Strom und die notwendige Schaffung einer Lade- und<br />

Einspeiseinfrastruktur benötigt.<br />

Emmert: Mit intelligenten Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten<br />

ist dies bereits heute möglich. Es gilt nun,<br />

Anreize zu schaffen, um diese Entwicklung, die bereits noch<br />

in 2011 Realität werden wird, bundesweit umzusetzen und<br />

weiter zu beschleunigen.<br />

Wie können wir dazu beitragen, dass konventionelle Energieträger<br />

auf lange Sicht nicht mehr benötigt werden?<br />

Andrelang: Erforderlich ist der weitere und konsequente<br />

Ausbau der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien.<br />

Emmert: Für diese langfristig erfolgreiche Netzintegration<br />

der volatil verfügbaren Erneuerbaren benötigen wir eine bessere<br />

Kontrolle und präzise Prognosen der zu erwartenden<br />

Leistungen, um Netzüberlastungen zu vermeiden.<br />

54 Neue Mobilität


Elektromobilität & Erneuerbare energien - eMobile Talk<br />

In regelmäßigen Abständen laden wir Vertreter der unterschiedlichsten Branchen zum eMobile-<br />

Talk. Aufgrund der aktuellen energiepolitischen Diskussion haben sich die Teilnehmer der letzten<br />

Gesprächsrunde noch einmal zusammen gefunden, um ihren Diskurs auf Basis der aktuellen<br />

Entwicklungen fortzusetzen. Das Ergebnis ist eindeutig: eFlexibility kommt - und das schneller<br />

als gedacht. Thomas Aulenbacher führte die Diskussion mit Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA<br />

Osborne Clarke und Markus Emmert, BEM-Beirat und Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH.<br />

Müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen bzw.<br />

die derzeit geltenden Bestimmungen überarbeitet werden,<br />

um dieses intelligente »neue Energieversorgungsnetz« aufbauen<br />

zu können?<br />

Andrelang: Die Gesetzgebung muss an vielen Stellen die<br />

Grundlage für eine schnelle, effektive und praktikable Einführung<br />

von eFlexibility, Smart Grid und eMobilität schaffen.<br />

Dazu benötigen wir einen fairen Stromwettbewerb, die<br />

steuerliche Berücksichtigung von Investitionen in Stromnetze<br />

und dezentrale Stromerzeugungsanlagen sowie die<br />

Schaffung von Infrastrukturnetzwerken für eMobilität, insbesondere<br />

Ladesäulen an öffentlichen Orten.<br />

Wie werden die Endverbraucher davon profitieren?<br />

Emmert: Ein gut funktionierender Wettbewerb fördert den<br />

Ausbau, bringt Transparenz und bildet Preisstabilität. Das<br />

hat Vorteile für den Verbraucher beim »tanken« seines eCars<br />

aber auch im häuslichen Gebrauch von Energie.<br />

Andrelang: Durch eFlexibility wird der Endverbraucher vom<br />

reinen Abnehmer ohne Mitsprache zum mitgestaltenden<br />

Stromanbieter. Smart Grid ist Nachfrage orientiert und ermöglicht<br />

dem Verbraucher so die Möglichkeit, Strom flexibel<br />

und kostenoptimiert zu beziehen und auch wieder ins<br />

Stromnetz zurück zu speisen.<br />

Wann wird dieses Thema beim Verbraucher interessant?<br />

Andrelang: Smart Grid und eFlexibility setzen das Vertrauen<br />

aller beteiligten Akteure in die Machbarkeit und damit<br />

einen gesamtgesellschaftlichen Konsens voraus. Die<br />

aktuelle energiepolitische Entwicklung lässt dabei auf eine<br />

zügige Umsetzung hoffen.<br />

Emmert: Erste sinnvolle Kombi-Lösungen im Bereich Smart<br />

Grid, Smart Meter, nachhaltiger dezentraler Stromversorgung<br />

und intelligenten Stromverbrauchern werden noch in<br />

diesem Jahr angeboten.<br />

Welchen Stellenwert hat dabei die Elektromobilität?<br />

Andrelang: Die eMobilität wird eine der tragenden Rollen<br />

sein, um regenerativ erzeugten Strom zwischenspeichern zu<br />

können.<br />

Emmert: Eine der größten Herausforderungen wird es sein,<br />

generell den Strom überall speichern zu können. Einen großen<br />

Teil der Speicherkapazitäten können wir durch den Ausbau<br />

der eMobilität auf die Strasse verlagern.<br />

Dr. Christian Andrelang, LL.M. / Osborne Clarke<br />

christian.andrelang@osborneclarke.de<br />

Markus Emmert / BEM-Beirat<br />

markus.emmert@bem-ev.de<br />

Neue Mobilität<br />

55


1 Million eAutos verbrauchen nur<br />

0,3% der Gesamtstromproduktion<br />

Allein der prognostizierte Zubau Erneuerbarer Energien kann über<br />

40 Millionen Elektroautos mit nachhaltigem Strom versorgen.<br />

Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />

neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />

Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />

Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />

tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />

Bundesverband eMobile Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />

wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />

angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />

und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />

Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />

Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />

Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />

so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />

www.bem-ev.de<br />

Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen,<br />

BEM eMobile<br />

unser Fachbeirat<br />

Ticker<br />

und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />

Jetzt im App Store<br />

desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />

und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />

für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />

haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />

all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />

schnell so gut aufgestellt.<br />

Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />

und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />

und medialen Aufgaben.<br />

56 Neue Mobilität


ERSTE<br />

ELEKTRO<br />

FLOTTEN<br />

Fuhrparks. Flottenmanagement. Erfahrungsberichte.<br />

Neue Mobilität<br />

57


Erste Flotten - Fahrsicherheitstraining<br />

Premiere:<br />

Fahrsicherheitstraining für<br />

Elektroautos<br />

Interview mit Beate Schmucker, Car-Cycle-Consult<br />

Mit dem weltweit ersten Fahrsicherheitstraining für Elektroautos<br />

auf dem Fahrsicherheitsgelände in Bergheim bei Ingolstadt<br />

hat das Unternehmen Car-Cycle-Consult einen Meilenstein<br />

für Elektromobilität gesetzt. Fünfzehn Teilnehmer<br />

der Siemens AG waren dazu geladen, ihre bereits über drei<br />

Monate praktisch gesammelten Erfahrungen in einem speziell<br />

konzipierten Fahrtraining zu vertiefen.<br />

Wie bringen Sie den Teilnehmern den richtigen Umgang mit<br />

eAutos bei?<br />

Unter Leitung von BEM-Präsident Kurt Sigl, der jahrelang als<br />

Fahrsicherheitsinstruktor tätig war, haben die Teilnehmer im<br />

theoretischen Teil alles von der richtigen Sitzposition über<br />

die Lenkrad-Handhabung und Blickrichtung bis hin zur Trainings-Sprache<br />

gelernt, um für den praktischen Teil gewappnet<br />

zu sein. Unterstützt von Hans Fröhlich, Chefinstruktor<br />

auf dem Gelände in Bergheim, ging es nach der Theorie direkt<br />

ins Gelände.<br />

Das heißt neben der Theorie steht vor allem auch der Fahrspaß<br />

im Vordergrund?<br />

Selbstverständlich. Die grinsenden Gesichter unserer Teilnehmer<br />

werde ich so schnell nicht vergessen. Slalom, Ausweichen<br />

vor einem Hindernis und ein speziell aufgebauter<br />

Parcours mussten im Stromos von German E-Cars gemeistert<br />

werden. Natürlich stand auch eine Einführung in die Hochvolttechnik<br />

auf der Agenda. Wie und wo lade ich richtig und<br />

was sollte ich am Fahrzeug selbst lieber lassen. Alles keine<br />

Hexerei so das Resümee aller Teilnehmer. Daneben wurde<br />

die subjektive und objektive Wahrnehmung von eFahrzeugen<br />

dargestellt. Alle Teilnehmer konnten selbst feststellen,<br />

dass ein Diesel bei geringen Geschwindigkeiten zwar lauter<br />

als ein eAuto ist, aber auch, dass bis zu etwa 50 km/h das<br />

Abrollgeräusch der Reifen wesentlich lauter als der Motor<br />

selbst ist. Wichtige Erkenntnis für Alle: vorausschauender<br />

fahren und schon ist die Diskussion über gefährliche Elektrofahrzeuge<br />

nicht mehr von Relevanz.<br />

Wie zufrieden waren Sie und Ihre Teilnehmer?<br />

Wir haben uns angewöhnt nach den verschiedenen Trainings<br />

Evaluationsbögen herum zu geben, in denen wir die Teilnehmer<br />

bitten, das eben Erlebte kurz zu bewerten. Das Ersttraining<br />

für Elektrofahrzeuge wurde so gut bewertet, wie noch<br />

nie zuvor ein Pilottraining. Wir als Team waren dementsprechend<br />

sehr zufrieden. Wir freuen uns bereits jetzt auf weitere<br />

emobile Fahrsicherheitstrainings bei uns in Ingolstadt.<br />

Beate Schmucker / Fa. CCC Car-Cycle-Consult<br />

Weckenweg 54 / 85055 Ingolstadt<br />

Fon 0841 94 02 21<br />

58 Neue Mobilität


Erste Flotten - Opel<br />

Opel gibt Strom<br />

Der Opel Ampera im Praxistest<br />

© GM Corp. - Opel Ampera<br />

Während sich andere Autohersteller noch in Elektro-Flottenversuchen<br />

bemühen, bringt die Opel AG noch in diesem Jahr<br />

den Ampera in Deutschland auf den Markt - zu bestellen ab<br />

Juli 2011. Der Ampera gibt sich selbstbewusst und ausgereift<br />

- sowohl das Design als auch die Technik betreffend und stellt<br />

einen Quantensprung in die elektromobile Zukunft dar.<br />

Klar zur erkennen ist schon optisch, wohin der Weg bei Opel<br />

führen wird. Trotz der futuristischen Designmerkmale wurde<br />

auf Praktikabilität gesetzt. So finden bequem vier Erwachsene<br />

Platz und auch der Kofferraum ist dann mit ca. 350 Liter noch<br />

ausreichend, wenn auch nicht üppig bemessen. Einsteigen<br />

und sich wohl fühlen, dafür sorgen tolle Sitze und ein optisch<br />

sehr zukunftsorientiert gestalteter Innenraum in entsprechend<br />

hochwertiger Qualität. Klassischen Rundinstrumenten<br />

stehen Farbdisplay und Sensoren entgegen. Das vermittelt<br />

zwangsläufig ein bisschen Apple-Feeling und das ist gut so.<br />

Kurzer Knopfdruck, per Automatikhebel auf D und schon<br />

stromert der Ampera los. Lautlos, spritzig, dank 370 Newtonmeter<br />

Drehmoment und des einhundertfünfzig PS starken<br />

Elektromotors. Gespeichert wird die Energie in Lithium-Ionen-<br />

Akkus mit einem Speichervermögen von 16 Kilowattstunden,<br />

die schwerpunktgünstig im Unterboden des Fahrzeugs untergebracht<br />

sind. Damit wird eine rein elektrische Reichweite von<br />

50 km garantiert. Bei effizienter Fahrweise sind durchaus auch<br />

70 Kilometer drin. Geladen wird an der 230-Volt-Steckdose<br />

und schon nach vier Stunden kann wieder elektrisch gefahren<br />

werden. Daneben verfügt der Ampera außerdem über einen<br />

1,4-Liter-Benzinmotor, um auch lange Etappen zu bewältigen<br />

und den Kunden die „Reichweiten-Angst“ zu nehmen. Geht<br />

der Strom für die Batterie zur Neige, springt der Generator ein<br />

und liefert dann den notwendigen Strom für weitere Fortbewegung.<br />

Fazit: der Ampera überzeugt mit exzellenter Technik, schönem<br />

Design, praktischen Lösungen und tollen Fahreigenschaften.<br />

Ein Range Extender vom Feinsten. 2,0 Liter Verbrauch, CO2-<br />

Werte von ca. 50g und eine Höchstgeschwindigkeit von 160<br />

km/h.<br />

Weitere Informationen zum Opel Ampera finden Sie unter<br />

www.opel-ampera.com.<br />

Neue Mobilität<br />

59


Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />

eMobility - Marketing-Offensive<br />

Die Firma Next Generation Mobility (NGM) führt ein Pilotprojekt<br />

im Bereich eMobility-Sharing bei der Beratungsgesellschaft<br />

Barkawi Management Consultants durch. Ziel ist es,<br />

ein einfach zu bedienendes System mit hohen Akzeptanzwerten<br />

bei den Mitarbeitern zu etablieren.<br />

eMobility-Sharing - Unternehmen haben von eMobility heute<br />

den größten Nutzen<br />

Beim Kauf eines aktuellen eAutos muss man zur Zeit in<br />

Deutschland etwa 17.000 Euro mehr zahlen als für ein herkömmliches<br />

Fahrzeug. Um diese Differenz ohne jegliche Förderung<br />

kompensieren zu können, müsste ein eAuto bei den<br />

heutigen Kraftstoffpreisen über 310.000 Kilometer fahren -<br />

ein unrealistischer Wert.<br />

Aus Marketingsicht hat eMobility aber eine gewisse Magie.<br />

Die Presse nimmt innovative Vorstöße mit Interesse auf und<br />

auch die Bevölkerung assoziiert überwiegend Positives mit<br />

dem Thema. Wenn Unternehmen in eMobility investieren,<br />

können sie die Mehrkosten mit dem entstehenden Marketingeffekt<br />

verrechnen. Denn durch die Investition in eine eFlotte<br />

demonstrieren sie Nachhaltigkeit und Innovationskraft. Nachhaltiges<br />

Handeln wird immer mehr zum Kaufkriterium. Um den<br />

Marketingeffekt maximal nutzen zu können, muss nachhaltiges<br />

Handeln im Bereich Elektromobilität mit einem Kommunikations-<br />

und Nutzungskonzept untermauert werden:<br />

eFahrzeugen sieht man leider weder ihren innovativen Antriebsstrang<br />

an, noch weiß man, wem das Fahrzeug gehört.<br />

eBikes und eRoller eignen sich ebenso gut für Marketingzwecke<br />

wie eAutos und sind dabei deutlich günstiger, schneller<br />

im Stadtverkehr und - bei entsprechendem Design - sogar<br />

noch auffälliger.<br />

Der Pilot - eMobility für Mitarbeiter mit Marketing- und<br />

Motivations-Effekt<br />

Einige Unternehmen haben bereits in eFahrzeuge investiert<br />

und festgestellt, dass nach der komplizierten Fahrzeugbeschaffung<br />

die Probleme erst richtig anfangen. Wer kümmert<br />

sich um die Verwaltung der Schlüssel und Fahrtenbücher?<br />

Sind die Fahrzeuge ausreichend versichert? Was sagt der<br />

Fiskus zum geldwerten Vorteil? Wollen die Mitarbeiter überhaupt<br />

die Fahrzeuge nutzen und wie motiviert man sie damit<br />

Dienstfahrten vorzunehmen?<br />

Um Antworten zu finden, pilotiert die Next Generation Mobility<br />

KG (NGM) ein System, das mit einer Buchungssoftware<br />

und automatischen Schlüsselschränken ein autarkes Rückgrat<br />

des eMobility-Sharing darstellt. Es handelt sich nicht<br />

um den klassischen Dienstwagen, sondern um einen kleinen<br />

Fahrzeug-Pool für alle Mitarbeiter. Dabei sind die eFahrzeuge<br />

so gestaltet, dass sie der Betreiberfirma Barkawi eindeutig zugeordnet<br />

werden können und als eFahrzeuge erkennbar sind.<br />

Leasing, Service, Versicherungen und Marketing-Maßnahmen<br />

werden auf das Unternehmen zugeschnitten. Vor allem muss<br />

aber die Bedienbarkeit des Systems sehr einfach sein und<br />

die Fahrzeuge jedem Nutzer Spaß machen. eMobility ist keine<br />

Frage des Verzichtes, sondern mit dem richtigen System<br />

ein zeitgemäßer, nachhaltiger Spaßfaktor.<br />

Ausblick und Aufruf<br />

Nach der erfolgreichen Testphase werden weitere Firmen am<br />

NGM-Standort in München in das Konzept integriert und der<br />

Fahrzeugpool erweitert. In Kooperation mit Solarunternehmen<br />

werden Solar-Anlagen für 100 Prozent grünen Strom in<br />

das System integriert. Außerdem bietet die Next Generation<br />

Mobility KG Unternehmen, Städten und Kommunen alle Komponenten<br />

an, die für die Umsetzung notwendig sind. Dabei<br />

geht NGM auch den letzten Schritt und unterstützt nicht nur<br />

den Aufbau, sondern auch den erfolgreichen Betrieb einer<br />

eFlotte mit einem Motivationssystem für Mitarbeiter.<br />

Tim Ruhoff / Next Generation Mobility KG<br />

tim.ruhoff@nextgm.com<br />

60 Neue Mobilität


Erste Flotten - Barkawi<br />

Elektromobilität elektrisiert<br />

auch die Logistik<br />

Der ePraxistest<br />

Im Transportwesen werden unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen<br />

die tatsächlichen Total Costs of Ownership<br />

beim Betrieb eines Nutzfahrzeuges nicht erfasst: So<br />

sind beispielsweise die Kosten für CO2-Emissionen nicht in<br />

der Gesamtrechnung berücksichtigt. Nach Angaben der Internationalen<br />

Energieagentur (IEA) ist der Transportsektor in<br />

den OECD-Ländern aber für 30 Prozent der CO2-Emissionen<br />

weltweit verantwortlich, wobei 23 Prozent auf den Straßentransportbereich<br />

entfallen.<br />

Die Logistik hat jedoch nicht nur einen signifikant hohen Anteil<br />

an den gesamten CO2-Emissionen, sondern ist auch anfällig<br />

für Kostensteigerungen: Kraftstoffkosten machen beim<br />

LKW-Transport heute schon einen Anteil von 33 Prozent an<br />

den gesamten Transportkosten aus, Tendenz steigend. Eine<br />

CO2-Besteuerung könnte zudem zu einer hohen Belastung<br />

für Flotten und Firmen führen.<br />

eMobility kann hierfür eine Lösung bieten, wenn es gelingt,<br />

die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge durch sinnvolles<br />

Ausnutzen der Vorteile zu kompensieren. So lässt sich<br />

durch den Einsatz eines elektrisch betriebenen 8-Sitzers/<br />

Kleintransporters bei einer Laufleistung von 18.000 km im<br />

Jahr 1.500 Euro an Treibstoffkosten gegenüber einem Dieselfahrzeug<br />

einsparen.<br />

Vor allem die Reichweite und die Ladedauer beschränken<br />

grundsätzlich die Einsatzmöglichkeiten von eMobility im<br />

Nutzfahrzeugbereich beim aktuellen Stand der Technik. Berücksichtigt<br />

man diese Einschränkungen, ergeben sich vor<br />

allem zwei potenzielle Einsatzgebiete für elektrisch betriebene<br />

Nutzfahrzeuge:<br />

1. Innerstädtische Feinverteilung (Citylogistik)<br />

Der Einsatz im Bereich der innerstädtischen Feinverteilung<br />

von Waren mit Fahrzeugen der Kategorie »Transporter« oder<br />

»Sprinter« aus einem Güterverteilzentrum (GVZ) könnte<br />

durch den Aspekt eMobility neuen Auftrieb gewinnen.<br />

2. Werksverkehr<br />

Der Schwerpunkt liegt hier im Einsatz verschiedener Fahrzeugtypen<br />

vom PKW über Personentransporter, Transporter,<br />

Pritschenwagen bis zur Zugmaschine auf großen Werksgeländen,<br />

wie sie beispielsweise in der Chemieindustrie<br />

anzutreffen sind. Dort sind die Fahrstrecken begrenzt, der<br />

Lebenszyklus der Fahrzeuge ist tendenziell länger als im<br />

Straßenbetrieb und über feste Standzeiten und -orte lassen<br />

sich standardisierte Ladezyklen und -zeiten realisieren.<br />

Der ePraxistest - Kann eMobilität auch in der Logistik einen<br />

Mehrwert bieten?<br />

Entgegen der weit verbreiteten Meinung »Wir müssen noch<br />

ein paar Jahre warten, bis die Fahrzeuge erschwinglich sind«<br />

geht es beim ePraxistest Logistik darum, den Mehrwert des<br />

Einsatzes elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge heute aufzuzeigen.<br />

Barkawi Management Consultants untersucht in<br />

Feldversuchen die Alltagstauglichkeit aktuell verfügbarer<br />

Elektronutzfahrzeuge im Logistikeinsatz. Die Fallstudien bestehen<br />

jeweils aus drei Teilen:<br />

1. Erfassung der Nutzungsprofile der aktuell im Einsatz befindlichen<br />

konventionellen Fahrzeugflotte nach Fahrzeugtyp<br />

mittels GPS-Tracking<br />

2. Mehrwöchiger exemplarischer Testeinsatz von Elektrofahrzeugen<br />

im Alltagsbetrieb<br />

3. Kosten-/Nutzenrechnung für den punktuellen oder großflächigen<br />

Einsatz einer Elektroflotte im Alltagsbetrieb<br />

Das Ergebnis des ePraxistests zeigt auf, in welchen Bereichen<br />

die heute verfügbaren eFahrzeuge genutzt werden können,<br />

ohne Mehrkosten für das Unternehmen zu verursachen.<br />

Außerdem soll festgestellt werden, ob eine Kostendifferenz<br />

durch innovative Nutzungskonzepte wie Fahrzeug-Pooling<br />

und den Einsatz moderner Software ausgeglichen werden<br />

kann.<br />

In einem ersten Feldversuch untersucht Barkawi bis September<br />

die Werksflotte eines großen, deutschen Chemieunternehmens.<br />

Hierzu zeigt das Beratungsunternehmen Anwendungsfelder,<br />

bei denen sich eMobility heute schon lohnt<br />

bzw. errechnet, wie groß die Differenz bei den Total Costs of<br />

Ownership gegenüber konventionellen Fahrzeugen derzeit<br />

noch ist. Die Ergebnisse werden zum Deutschen Logistikkongress<br />

der Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Oktober<br />

2011 in Berlin von Barkawi veröffentlicht.<br />

Frank Reichert / Tim Ruhoff<br />

Barkawi Management Cosultants<br />

frank.reichert@barkawi.com<br />

tim.ruhoff@barkawi.com<br />

Neue Mobilität<br />

61


Erste Flotten - EDAG<br />

Die Kraft der<br />

zwei Antriebe<br />

Die Steigerung von zugelassenen Elektrofahrzeugen auf<br />

eine Million bis 2020 ist ein erklärtes Ziel des »Nationalen<br />

Entwicklungsplan Elektromobilität«. Ein anspruchsvolles aber<br />

auch realisierbares Ziel. Der Hybridantrieb ist schon heute<br />

eine wichtige Brücke zwischen Verbrennungsmotoren und<br />

rein elektrischem Antrieb.<br />

Einen (Effizienz-)Schritt weiter geht die EDAG Group. Mit<br />

Blick auf die geänderten Anforderungen des modernen<br />

Verteilerverkehrs präsentierte der weltweit größte unabhängige<br />

Entwicklungpartner der Mobilitätsindustrie das Konzept<br />

eines modularen Elektroantriebs zum Nachrüsten. Das System<br />

»EDpowerdrive« wurde als hocheffiziente Brückentechnologie<br />

realisiert, welche schon heute in Kleinserien zum Einsatz<br />

kommen könnte.<br />

Die Antwort für geänderte Anforderungen des Verteilerverkehrs<br />

Große Verteilzentren werden - auch bedingt durch gestiegene<br />

Lärm- und Platzanforderungen - verstärkt dezentral<br />

an Stadtrandlage angesiedelt. Der daraus entstehende<br />

Zubringer- und Verteilerverkehr in die Innenstädte<br />

und Wohngebiete steht konträr eines modernen Umweltund<br />

Verkehrsbelastungsgedankens. Hier wird ein energieeffizienter<br />

Lösungsansatz schon bei mittelgroßen urbanen<br />

Einsatzgebieten angeboten.<br />

Immer »passend« motorisiert<br />

Das modulare System »EDpowerdrive« ermöglicht erstmals<br />

einen bivalenten Fahrzeugantrieb mit fossilen Brennstoffen<br />

sowie mit elektrischer Energie - letzteres unabhängig<br />

vom bestehenden Serienantrieb. Der im vorgestellten<br />

Trägerfahrzeug im Originalzustand belassene Dieselmotor<br />

garantiert einen höchst effizienten Einsatz auf Autobahnen<br />

und Bundesstraßen. Den abgasfreien und geräuscharmen<br />

Einsatz in Wohngebieten und Stadtverkehr übernimmt der<br />

neu entwickelte elektrische Antrieb.<br />

Die (effiziente) Kraft der zwei Antriebe<br />

Im Unterschied zu bekannten Systemen behält der Fahrer<br />

die Möglichkeit zur Selbstbestimmung des Antriebes. Das<br />

als Nachrüst-Kit konzipierte System funktioniert entkoppelt<br />

vom konventionellen frontbetriebenen Antriebssystem. Im<br />

Dieselbetrieb überträgt nach wie vor die Vorderachse die<br />

Kraft auf die Straße. Ein im Laderaum integriertes Batterie-<br />

Paket überträgt die angeforderte Energie über eine eigene<br />

Antriebseinheit auf die Hinterachse. Mit einer anvisierten<br />

Reichweite von bis zu 100 Kilometern und einer realisierbaren<br />

62 Neue Mobilität


Erste Flotten - EDAG<br />

Höchstgeschwindigkeit von bis zu 65 km/h im reinen<br />

Elektrobetrieb ist ein überzeugender Aktionsradius für den<br />

urbanen Einsatz geschaffen worden. Die gleichzeitig realisierte<br />

kompakte Bauweise des Systems garantiert eine gute,<br />

verbliebene Zuladungskapazität.<br />

Interne Berechnungen zeigen anhand untersuchter anwenderspezifischer<br />

Fallbeispiele CO2-Einsparungen von bis zu<br />

70% pro Arbeitstag beim zielorientierten Einsatz beider<br />

Antriebssysteme. Auch auf der Kostenseite überzeugt eine<br />

Einsparmöglichkeit von annähernd 50% pro Arbeitstag. Und,<br />

last but not least: Durch den geräuscharmen Antrieb ist eine<br />

zusätzliche Übernahme von Verteileraufgaben in Innenstädten<br />

und Wohngebieten auch nachts gewährleistet.<br />

Zurzeit befinden sich zwei Prototypen erfolgreich im Testbetrieb.<br />

Sie könnten der Startschuss sein, um künftig ganze<br />

Flotten von leichten Verteilerfahrzeugen, Transportern oder<br />

Taxen mit einem kompakten nachrüstbaren Elektroantrieb<br />

zu übernehmen.<br />

Heiko Herchet<br />

Leiter Kompetenzzentrum Elektromobilität<br />

EDAG GmbH & Co.KgaA<br />

heiko.herchet@edag.de<br />

www.edag.de<br />

www.edag-light-car.de<br />

Neue Mobilität<br />

63


Erste Flotten - German e-cars<br />

Moderne Mobilität bewegt<br />

Elektrisch, effizient und alltagstauglich<br />

Umweltfreundlichkeit ist in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit.<br />

Ebenso selbstverständlich kann es sein,<br />

diese ökologisch sinnvolle Denkweise etwa innerhalb eines<br />

Fuhrparks einzusetzen. Etwaige Zweifel hinsichtlich Alltagstauglichkeit<br />

und Effizienz emobiler Fahrzeuge können dabei<br />

außer acht gelassen werden: German E-Cars sei Dank. Das<br />

nordhessische Unternehmen beweist seit 2009, dass eine<br />

wirksame Serienreife in der Elektromobilität möglich ist.<br />

Und diese Serienreife ist nicht nur möglich, sondern auch<br />

höchst vielfältig. Neben dem bewährten STROMOS stehen<br />

ab Sommer und Herbst auch ein PKW auf Corsa-Basis und<br />

der Transporter PLANTOS auf der Basis des Sprinters als Serienfahrzeuge<br />

bereit.<br />

Vielfalt, Bandbreite und Flexibilität ist wichtig für German<br />

E-Cars, wie Geschäftsführer Frank Laaber bestätigt: »Der<br />

universelle Gedanke hat bei uns einen hohen Stellenwert.<br />

Bereits in der Entwicklung achten wir auf die Flexibilität unserer<br />

eFahrzeuge. Ob wir eigene Produkte auf den Markt<br />

bringen, in einen bestehenden Prozess einsteigen und bei<br />

dessen Optimierung helfen, Eigenkomponenten voranbringen,<br />

Prototypen konzipieren oder bei der Finanzierung eines<br />

Fuhrparks beraten - als technischer Vorreiter sind wir<br />

bestrebt bereits heute vielseitige Lösungen anzubieten, die<br />

woanders erst morgen zum Tragen kommen.«<br />

German E-Cars steht damit für eine moderne und innovative<br />

Vorreiter-Firmenpolitik, deren offene Denkweise besonders<br />

den Kunden zu Gute kommt. »Unsere Zielgruppen erstrecken<br />

sich über ein weites Feld. Junge urbane Singles, Familien,<br />

Kommunen und Unternehmen, aber auch umweltbewusste<br />

Fuhrparkbetreiber profitieren bereits von unseren Produkten.<br />

Dieser Effekt wird sich durch die diesjährige Einführung<br />

des PLANTOS und des eAutos auf Corsa-Basis verstärken.<br />

Dabei muss sich der Kunde nicht auf unsere Fahrzeuge beschränken.<br />

Durch Know-how, Innovationsbereitschaft und<br />

unser technisches Leistungsvermögen sind wir in der Lage<br />

flexibel und individuell auf alle Arten von Anforderungen zu<br />

reagieren«, so Frank Laaber.<br />

Diese Anforderung kann auch die Möglichkeit der elektrischen<br />

Schnellladung sein - ein weiterer Pluspunkt des Vorreiter-Denkens,<br />

der bereits die Mitglieder der Vorreiter-Familie,<br />

Unternehmen wie Siemens, Allianz und BASF, überzeugt hat.<br />

Und natürlich in Frankfurt auf der IAA:<br />

der klassische STROMOS, das eMobil auf Corsa-Basis und<br />

der PLANTOS auf Sprinter-Basis.<br />

Weitere Highlights kann man regelmäßig auf<br />

www.german-e-cars.de abrufen.<br />

64 Neue Mobilität


Erste Flotten - Athlon Car lease<br />

Vorsprung durch Praxis<br />

eFlotte von Athlon Car Lease Germany<br />

Die Fahrzeuge müssen mindestens 500 Kilometer Reichweite<br />

haben. Sie müssen innerhalb von fünf Minuten betankt<br />

sein. Erst müssen mindestens 15.000 Tanksäulen in<br />

Deutschland zur Verfügung stehen. Dann, erst dann, könne<br />

Elektromobilität starten. So lauteten die Einwände. Das war<br />

vor einem Jahr, als Athlon Car Lease als eine der ersten Leasinggesellschaften<br />

in Deutschland die ersten Elektroautos<br />

an gewerbliche Fuhrparks verleaste. Die Bedenken in den<br />

Unternehmen waren anfangs groß. Mittlerweile sind sie auf<br />

das normale Maß geschrumpft - nämlich auf den Wunsch<br />

nach einem größeren Kofferraum. Mehr nicht.<br />

Das ist ein Ergebnis unserer ersten »Versuchsreihen«, die<br />

nun abgeschlossen sind. Während anderswo noch Elektromobilität<br />

als »exotische« Fortbewegung ausprobiert wird,<br />

haben die Elektrofahrzeuge in unserer Flotte bereits ihre<br />

Praxistauglichkeit in Unternehmensflotten unter Beweis gestellt.<br />

Elektromobilität ist - zumindest bei Athlon Car Lease -<br />

keine Spaß- oder PR-Runde, sondern bereits in der Realität<br />

angekommen. Wir begreifen eMobilität als unternehmerische<br />

Herausforderung - und haben bereits einen strategischen<br />

Vorsprung erreicht. Von den 1,03 Millionen PKW, die<br />

in Deutschland in den ersten vier Monaten des Jahres 2011<br />

verkauft wurden, waren gerade mal 4.891 Fahrzeuge oder<br />

0,5 Prozent mit elektrischen und teilelektrischen Antrieben.<br />

Auf die reinen Elektroautos entfielen im Zeitraum Januar bis<br />

April 2011 nur 785 Zulassungen. Allein 120 davon - also 15,3<br />

Prozent - der Zulassungen gingen auf das Konto von Athlon<br />

Car Lease Germany. (Gerechnet auf den Gesamtbestand von<br />

2.307 reinen Elektrofahrzeugen in Deutschland beträgt der<br />

Flotten-Anteil von Athlon Car Lease 5,2 Prozent). Somit unterhält<br />

das Leasingunternehmen die mit Abstand größte heterogene,<br />

elektrische Leasingflotte in Deutschland und verfügt<br />

damit über 500.000 Kilometer elektrische Erfahrungen.<br />

Tendenz steigend - denn mit Elektrofahrzeugen lassen sich<br />

Flottenemissionen effektiv senken. Damit unsere Kunden<br />

erneuerbar erzeugten Strom tanken können, haben wir entsprechende<br />

Rahmenverträge mit Stromanbietern unterzeichnet.<br />

So ist es Stand heute möglich, dass die Fahrzeuge mit<br />

Null Emissionen auf Deutschlands Straßen unterwegs sind.<br />

Aber wir bewegen uns noch viel weiter. Denn es geht nicht<br />

nur um Masse, sondern auch um Klasse - also um Nachhaltigkeit.<br />

Darum sind wir an einem der innovativsten Projekte<br />

im Automobilsektor beteiligt - der Streetscooter GmbH.<br />

Athlon Car Lease verstärkt das Forschungs- und Industriekonsortium<br />

als Mit-Gesellschafter und ist damit der erste<br />

internationale Fahrzeug-Leasing und Mobilitätsanbieter, der<br />

direkt am Bau eines Elektroautos beteiligt ist.<br />

66 Neue Mobilität


Erste Flotten - athlon car lease<br />

Mit dem Investment wollen wir die Entwicklung nachhaltiger<br />

Mobilität vorantreiben und wegweisende Geschäftsmodelle<br />

für Elektromobilität in einem Wettbewerbsmarkt erarbeiten.<br />

Für das Leasingunternehmen ist die Beteiligung ein weiterer<br />

Meilenstein auf dem Weg zum nachhaltigen Mobilitätsprovider.<br />

Die Beteiligung an der Streetscooter GmbH sichert<br />

schon jetzt den Zugriff auf die Fahrzeuge, um sie im eigenen<br />

Flottenversuch zu testen.<br />

Doch zunächst »bauen« wir gemeinsam mit namhaften, mittelständischen<br />

Autozulieferern das erste originäre Elektrofahrzeug<br />

der Welt. Bisher ist es so, dass Elektroantriebe<br />

in Chassis, die eigentlich für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />

konzipiert wurden, eingebaut werden, sogenannte<br />

»Conversion Cars«. Das Fahrzeug »Concept Zeitgeist« ist<br />

nicht nur das erste Fahrzeug, das extra für Elektromobilität<br />

konstruiert wird, sondern auch das erste, das einen neuen,<br />

zukunftsweisenden Wert transportiert: Nachhaltigkeit. Denn<br />

mit Elektromobilität ist eine einmalige Chance verbunden:<br />

Mobilität könnte in jeder Phase nachhaltig werden. Denn es<br />

reicht nicht, ein Auto mit »Ökostrom« zu betanken, sondern<br />

es sollte auch nach ökologischen Maßstäben hergestellt und<br />

betrieben werden. Das Auto muss wettbewerbsfähig sein,<br />

ohne dass die Umwelt einen Preis dafür zahlt.<br />

Denn Elektromobilität wird die gängigen Geschäftsmodelle<br />

verändern - in den Innenstädten werden zum Beispiel Parkplätze<br />

an »Zero-Emissionen-Fahrzeuge« gekoppelt sein.<br />

Die könnten gleich mit verleast werden. Genau so wie eine<br />

Applikation für Mobiltelefone, die freie Parkplätze in großen<br />

Städten avisiert - denn das »Concept Zeitgeist« wird vernetzt<br />

unterwegs sein. In Städten wie Hamburg oder Amsterdam<br />

wären solche Parkplatz-Router der Renner. Denn auch<br />

damit beschäftigen wir uns: keine Insellösungen begrenzt<br />

auf Deutschland zu schaffen, sondern gleich europataugliche,<br />

wirtschaftliche Business-Modelle. Als international aufgestelltes<br />

Leasingunternehmen verfügen wir über gute Ausgangsbedingungen<br />

- schon jetzt haben wir Rahmenverträge<br />

mit einem Stromanbieter ratifiziert, der ein international<br />

aufgestelltes Netz mit Schnell-Ladepunkten aufbauen will -<br />

zunächst in den Beneluxländern, später in ganz Europa. Das<br />

Fahrzeug »Concept Zeitgeist« kann also aufgetankt werden.<br />

Es wird gedanklich nicht vor Grenzen haltmachen - sondern<br />

sie weit überschreiten.<br />

Doch wie sich gegen Billigtrends auf Kosten der Umwelt<br />

durchsetzen? Hier ist die Erfahrung einer Leasinggesellschaft<br />

gefragt. Dazu mobilisieren wir unsere jahrzehntelangen<br />

Erfahrungen mit individueller Fortbewegung - denn<br />

wir kennen das Muster von automobilen »Bewegungen«<br />

wie kaum jemand. Wir wissen um die individuellen Mobilitätsansprüche<br />

tausender Menschen. Damit sind wir prädestiniert<br />

dafür, neue Business-Modelle für eine wirtschaftlich<br />

attraktive, nachhaltige Nutzung für das Fahrzeug »Concept<br />

Zeitgeist« zu entwickeln. Da die Vermeidung von CO2 ganz<br />

oben auf der Agenda von Athlon Car Lease steht, wollen wir<br />

gemeinsam mit Streetscooter vor allem an emissionsfreien,<br />

nachhaltigen Mobilitätsangeboten arbeiten.<br />

Zumal Elektromobilität ein Teil unserer Nachhaltigkeitsoffensive<br />

ist. Begonnen hatte diese Nachhaltigkeitsoffensive mit<br />

Unterzeichnung des Cleaner Car Contracts zur freiwilligen<br />

Reduktion von CO2 im Flottengeschäft durch Fokussierung<br />

auf verbrauchsarme Fahrzeuge - bis hin zu Zero-Emissionen-<br />

Autos. Zur Erreichung der Ziele haben wir einen Fünf-Stufen-<br />

Plan entwickelt. Vermeidung von Autofahrten, Bildung von<br />

Fahrgemeinschaften gelten als Grundvoraussetzungen, um<br />

das Klima zu schonen. Dann folgen die ökologische Fahrzeugwahl<br />

und das ökologische Fahrverhalten. Stufe fünf steht für<br />

die Kompensation von Emissionen. Für alle Mobilitätsstufen<br />

will Athlon Car Lease wirtschaftlich nachhaltige Dienstleistungen<br />

entwickeln. Die Beteiligung an Streetscooter wird die<br />

Entwicklungs- und Innovationskompetenz weiter voran bringen<br />

und damit zukünftige Marktchancen eröffnen.<br />

René Roeder ist verantwortlich für die Entwicklung von<br />

eMobilität bei Athlon Car Lease Germany.<br />

www.athloncarlease.com<br />

Neue Mobilität<br />

67


Erste Flotten - Grimmheimat Nordhessen<br />

eMobilität im Tourismus<br />

GrimmHeimat NordHessen<br />

Die Tourismusregion GrimmHeimat NordHessen betreibt das<br />

größte hessische Netz für den Verleih von eBikes und damit<br />

gleichzeitig auch das drittgrößte in Deutschland.<br />

»Urlaub im Mittelgebirge verbindet sich optimal mit den<br />

Anforderungen an sanften Tourismus und sanfte Mobilität«,<br />

erläutert Ute Schulte, Tourismusmanagerin im Regionalmanagement<br />

Nordhessen. »Naturnahe Aktivitäten wie<br />

Wandern, Radfahren, Wassersport und Reiten kombinieren<br />

wir mit ökologisch sinnvollen Transport-Alternativen. Dazu<br />

ist die enge Verzahnung von touristischen Angeboten und<br />

ÖPNV eine wichtige Voraussetzung.«<br />

Die Einführung des eBike-Netzes im Jahr 2010 war ein wichtiger<br />

Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Tourismusregion.<br />

Koordiniert durch das Regionalmanagement NordHessen<br />

sind derzeit 59 Verleih-und Akkuwechselstationen mit über<br />

120 eBikes im Einsatz. Sie ermöglichen Gästen und Einheimischen<br />

mit elektrisch unterstützter Muskelkraft durch die<br />

nordhessische Landschaft zu radeln. Immer mehr Genussradler<br />

erkennen die Vorteile der eBikes in der hügeligen<br />

Mittelgebirgsregion.<br />

Seit dem Frühjahr 2011 gibt es parallel die Möglichkeit, mit<br />

elektrisch betriebenen Segways die Region rund um den<br />

Edersee sowie im Burgwald-Ederbergland zu erkunden. Dieses<br />

Angebot spricht vor allem jüngere Zielgruppen an und<br />

eröffnet diesen einen neuen Zugang zu Naturerlebnissen<br />

und landschaftsbezogenen Aktivitäten.<br />

Im nächsten Schritt wird die Tourismusregion ihren Gästen<br />

das Mieten von eAutos ermöglichen. In Kooperation mit dem<br />

nordhessischen Hersteller German E-Cars ist der Aufbau von<br />

Mietstationen in touristisch relevanten Orten geplant. Das<br />

Angebot richtet sich vor allem an Gäste, die mit öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln anreisen aber auch an Gäste, die das Trendthema<br />

Elektromobilität einmal ausprobieren möchten. Von<br />

Schnupperstunden bis hin zu mehrtägigen Angeboten - inklusive<br />

Tourenempfehlungen - reicht das Angebot. Ein Netz von<br />

Ladestationen im öffentlichen Raum sowie in Freizeiteinrichtungen<br />

wie dem Nationalparkzentrum Kellerwald-Edersee<br />

ermöglicht komfortable Mobilität und hohe Reichweiten bei<br />

der Erkundung der touristischen Angebote.<br />

Die Tourismusregion reagiert mit dem neuen Angebot auf<br />

den demographischen Wandel und den damit einhergehenden<br />

Trend zu gesundheitsorientierten und nachhaltigen Angeboten.<br />

Bereits heute sind 25% der Bevölkerung älter als<br />

60 Jahre, Tendenz steigend. Diese Zielgruppe gilt als konsumfreudig,<br />

qualitätsorientiert und umweltbewusst. Bis zu 40%<br />

des Gesamtkonsums der über 60-jährigen entfallen auf den<br />

Bereich Gesundheit, etwa 15% auf den Bereich Tourismus.<br />

Davon will die GrimmHeimat NordHessen profitieren.<br />

Ute Schulte / NordHessen Touristik<br />

schulte@regionnordhessen.de<br />

www.nordhessen.de<br />

68 Neue Mobilität


CPM<br />

Geballte Power für E-Mobility<br />

CPM bietet die kompaktesten und effizientesten<br />

Elektroantriebe der Welt – „made in Germany“.<br />

Unsere ultrakompakten und hocheffizienten Power<br />

Packs mit einer Leistung von 500 W bis 100 kW<br />

bestehen aus einem bürstenlosen Synchronmotor<br />

und einer vollintegrierten Ansteuerelektronik.<br />

Besonders gut geeignet für alle Arten von Fahrzeugen,<br />

batteriebetriebenen Anwendungen und<br />

zur hocheffizienten Energiegewinnung.<br />

Light Electric Vehicles<br />

Nebenaggregate in Fahrzeugen<br />

Hocheffiziente Generatoren<br />

CPM Compact Power Motors GmbH | Feringastrasse 11 | 85774 Unterföhring, Germany | T: +49 89 2872468 50 | F: +49 89 2872468 750 | www.cpmotors.eu


Erste Flotten - DB Fuhrpark<br />

Umweltfreundlich mit<br />

Elektroautos<br />

Carsharing mit e-Flinkster<br />

Nachhaltige Klimastrategien und die starke Abhängigkeit<br />

vom Erdöl erzwingen einen grundlegenden Wechsel von<br />

fossilen zu post-fossilen Energieträgern. Hoher Flächenverbrauch,<br />

lokale und globale Emissionen und verlärmte Straßen<br />

setzen dem Zuwachs der Automobilflotten in Ballungsräumen<br />

zunehmend Grenzen. Weltweit wird an neuen und<br />

nachhaltig wirksamen Mobilitätskonzepten für Ballungsräume<br />

gearbeitet.<br />

Elektrofahrzeuge erhalten in diesem Kontext ihre Bedeutung,<br />

weil sie die Abhängigkeit von Öl als Energieträger auflösen,<br />

hohe Wirkungsgrade und Energieeffizienzen garantieren<br />

und eine sehr gute technische Performance bieten können.<br />

Sie eignen sich außerdem als zusätzliche Energiespeicher<br />

zur Aufnahme von Erneuerbaren Energien und bilden damit<br />

einen neuen Baustein für intelligente Stromnetze (Smart<br />

Grids).<br />

Die Deutsche Bahn AG als weltweit agierendes Mobilitäts-,<br />

Infrastruktur- und Logistikdienstleistungsunternehmen verfügt<br />

über mehr als 100 Jahre Erfahrung im flächendeckenden,<br />

schienengebundenen Betrieb elektrischer Mobilität.<br />

Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil an Erneuerbaren Energien<br />

am bahneigenen Strom-Mix 30 Prozent erreichen.<br />

Schienenverkehrsangebote werden durch innovative Fahrzeugangebote<br />

an Bahnhöfen und in Ballungsräumen ergänzt.<br />

Damit ist die Integration aller Verkehrsmittel zu einer CO2-<br />

freien Dienstleistung möglich.<br />

Mit einer Verbindung von Elektromobilität und den Mobilitätsprodukten<br />

im Fern- und Nahverkehr der Bahn entstehen<br />

marktfähige Produkte.<br />

Im Rahmen von intelligenten Fahrzeugflotten (Carsharing,<br />

Carpooling, virtuelle Fuhrparks) lassen sich mit dem bereits<br />

verfügbaren technischen Standard ökologisch und ökonomisch<br />

sinnvolle Produkte mit hohem Kundennutzen entwickeln.<br />

An den Umsteigeorten zum Öffentlichen Verkehr verfügt<br />

die Bahn über die Voraussetzung, kurzfristig Park- und<br />

Ladeinfrastruktur in attraktiver Lage bereitzustellen.<br />

Die Deutsche Bahn AG betreibt mit e-Flinkster - Mein Carsharing,<br />

die größte deutsche elektromobile Flotte in Frankfurt,<br />

Berlin, Hamburg, Saarbrücken und Darmstadt. Weitere<br />

Standorte werden ausgebaut.<br />

Durch die Integration dieser Flotte in den Öffentlichen Verkehr<br />

und in Kombination mit dem Fahrradverleihsystem Call<br />

a Bike, über das in Kürze auch Pedelecs ausgeliehen werden<br />

70 Neue Mobilität


Erste Flotten - DB Fuhrpark<br />

können (e-Call a Bike), entsteht ein neues, nachhaltig wirksames<br />

und intermodales Mobilitätsangebot.<br />

Mit der Teilnahme an bundesweiten Modellvorhaben zum<br />

Thema Elektromobilität gewinnt die Deutsche Bahn AG zudem<br />

wertvolle Erkenntnisse zum eMobility-Nutzerverhalten,<br />

die in die Entwicklung marktreifer eMobility-Produkte einfließen.<br />

In den Modellprojekten werden Elektrofahrzeuge<br />

in die Flinkster-Flotte integriert. Dabei werden vor allem die<br />

technologisch-ökonomische Realisierbarkeit und die Kundenakzeptanz<br />

eines vernetzten eCarsharing-Systems getestet.<br />

Die wohl wichtigste Erkenntnis aus der Praxis nach fast einem<br />

Jahr des Aufbaus und Einsatzes der Fahrzeuge ist: Die<br />

Kunden akzeptieren Elektroautos, die Reichweite der Fahrzeuge<br />

ist kein Problem bei der Alltagsmobilität. Elektromobilität<br />

wird als modern, sinnvoll und umweltfreundlich<br />

wahrgenommen.<br />

Bis es soweit ist, sind einfache Lademöglichkeiten komplizierten<br />

und teuren Wallboxen und Ladesäulen vorzuziehen:<br />

der einfache Schukostecker und Strom aus der Steckdose<br />

reichen derzeit für die Bedienung der Ladeerfordernisse<br />

im Carsharing aus. Für größere Flotten ist ein intelligentes<br />

Lademanagement notwendig, mit dem der Fahrzeugpark je<br />

nach Ladezustand gesteuert werden kann.<br />

Alle Elektrofahrzeuge stehen jetzt schon Flinkster-Kunden<br />

bundesweit zur Verfügung. Die Registrierung und Buchung<br />

ist unter www.flinkster.de möglich.<br />

Pressekontakt Regina Marusczyk<br />

regina.marusczyk@deutschebahn.com<br />

Es hat sich im ersten Testjahr aber auch gezeigt, dass die<br />

technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen und<br />

Verfügbarkeiten bei Fahrzeugen und Lademöglichkeiten verbessert<br />

werden können und müssen.<br />

Neue Mobilität<br />

71


Erste Flotten - Lechwerke AG<br />

Elektromobilität erleben<br />

Eckart Wruck, Projektleiter E-Mobility der Lechwerke AG (LEW)<br />

Damit sich Elektromobilität durchsetzt, müssen die Menschen<br />

positive Erfahrungen mit der Technologie verbinden. Durch<br />

ihre einfache Handhabung und Alltagstauglichkeit vermitteln<br />

eBikes gleichermaßen Spaß und Komfort - und bieten damit<br />

eine Basis für die grundsätzliche Akzeptanz.<br />

Bereits 1881 präsentierte der französische Erfinder Gustave<br />

Trouvé auf der internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris<br />

das erste elektrisch betriebene Fahrzeug, ein Drei-Räder-<br />

Mobil. Wenn wir über Elektromobilität sprechen, blicken wir<br />

also auf eine 130 Jahre andauernde Technologiegeschichte<br />

zurück. In der öffentlichen Wahrnehmung befinden wir uns<br />

allerdings erst im Jahr 1 der Elektromobilität. Als regional<br />

führender Energieversorger für rund 500.000 Kunden in<br />

Bayerisch-Schwaben und Teilen Oberbayerns spüren wir, dass<br />

derzeit besonders großes Interesse an dem Thema besteht.<br />

Damit sich die Technologie gleichwohl erfolgreich etabliert,<br />

kommt es im Wesentlichen auf zwei Dinge an. Erstens<br />

müssen die Voraussetzungen stimmen: Dazu tragen wir als<br />

Energieversorgungsunternehmen durch den Aufbau einer<br />

bedarfsorientierten, öffentlichen Ladeinfrastruktur unseren<br />

Teil bei. Zweitens müssen die Menschen die Elektromobilität<br />

praktisch und unmittelbar erleben, im Wortsinn »erfahren«,<br />

und im optimalen Fall mit positiven Erfahrungen verbinden<br />

können. Die Lechwerke präsentieren deshalb seit 2010 das<br />

Thema in der Region auf vielfältige Weise. Dazu gehören<br />

beispielsweise der Verleih von Elektroautos an öffentliche oder<br />

private Organisationen zu Testzwecken oder die Durchführung<br />

von Roadshows, bei denen die Besucher die Möglichkeit<br />

erhalten, eBikes, Elektroautos, eRoller oder Segways auszuprobieren.<br />

Besonders eBikes eignen sich als alltagstaugliche<br />

und technisch ausgereifte Fortbewegungsmittel hervorragend<br />

dazu die Neue Mobilität erlebbar zu machen. Sie bieten so<br />

viel Fahrrad, wie man möchte - und so viel Unterstützung,<br />

wie man benötigt.<br />

Zusammenarbeit mit Kommunen und Tourismusverbänden<br />

Kommunen und Tourismusverbänden ermöglichen wir,<br />

hochwertige LEW eBikes unkompliziert zu testen. Über<br />

unser »All-Inklusive-Paket« können Gemeinden die eBikes<br />

für einen monatlichen Pauschalbetrag anmieten. Neben regelmäßiger<br />

Wartung und gegebenenfalls Reparaturarbeiten stellt<br />

LEW auch Akkus, Ladegeräte und Helme zur Verfügung. Die<br />

Gemeinden können die Räder dann weitervermieten und<br />

somit entsprechende Erlöse erzielen. Sie bieten Bürgern<br />

und Touristen damit ein modernes Leistungsangebot.<br />

Sehr erfolgreich haben sich solche Projekte in Günzburg,<br />

72 Neue Mobilität


Erste Flotten - Lechwerke AG<br />

LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher, Regionalmanagerin Elisabeth Gutmann, Landrat Dr. Friedrich Zeller,<br />

Manuela Vanni, Bürgermeisterin von Markt PeiSSenberg, (v.l.) bei der E-Mobility-Roadshow in Schongau.<br />

Krumbach und Rettenbach am Auerberg im Allgäu etabliert.<br />

Das Überlandwerk Krumbach stellt den eBike-Mietern<br />

darüber hinaus drei spezielle eBike-Touren inklusive der<br />

GPS-Daten zur Verfügung. Zudem stehen im Heilbad<br />

Krumbad in Krumbach zwei Elektrofahrräder bereit. Darüber<br />

hinaus vermieten die Lechwerke auch selbst Räder in ihren<br />

Kundenforen in Augsburg, Donauwörth und Landsberg. In<br />

allen anderen Kundenforen können sie telefonisch oder via<br />

eMail reserviert werden.<br />

Unterschiedliche eBike-Modelle in exzellenter Qualität<br />

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der LEW eBikes<br />

ist, dass es sich um absolut hochwertige Zweiräder handelt.<br />

LEW gewährleistet das durch die Zusammenarbeit mit der<br />

Partnerfirma Fahrräder Durz. Gemeinsam bieten wir zwei<br />

eBike-Modelle an. Das »LEW City eBike« ist als Tiefeinsteiger<br />

für entspanntes Fahren auch auf längeren Strecken konzipiert<br />

und bietet komfortable Mobilität insbesondere im<br />

Stadtverkehr. Das eMountainbike »Berner Bergziege eBike«<br />

ist die sportliche Variante für lange Touren und wird speziell<br />

auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden hin gefertigt.<br />

Noch in diesem Sommer werden die Bergziege eBikes einem<br />

besonderen Härtetest unterzogen:<br />

Auf der Alpenüberquerungstour AlpenX bewältigen 20 Fahrerinnen<br />

und Fahrer auf zehn eBikes und zehn herkömmlichen<br />

Mountainbikes gemeinsam knapp 400 Kilometer sowie<br />

mehr als 6.000 Höhenmeter - und beweisen damit die<br />

Leistungsfähigkeit moderner Elektrofahrräder.<br />

Seit diesem Frühjahr steht auch ein neues touristisches Angebot<br />

zur Verfügung. Die LEWtours, die gemeinsam mit<br />

dem Reiseunternehmen ATCTOURISTIC und der Firma<br />

Durz angeboten werden, bietet eMobilitäts-Erfahrungen<br />

während mehrtägiger Fahrradtouren, die für eBikes optimiert<br />

wurden.<br />

eMobilität nimmt also weiter Fahrt auf. Wir nehmen diese<br />

Dynamik auf und werden gemeinsam mit Gemeinden,<br />

Landkreisen und Partnern weitere Ideen entwickeln und<br />

realisieren, um dieses Zukunftsthema auch künftig auf<br />

attraktive Weise zu präsentieren.<br />

Eckart Wruck<br />

Projektleiter E-Mobility der Lechwerke AG (LEW)<br />

www.lew.de<br />

Neue Mobilität<br />

73


Erste Flotten - CAmbio<br />

cambio bietet in<br />

Hamburg Carsharing an<br />

CarSharing auf Basis Erneuerbarer Energien<br />

Seit März diesen Jahres können die Hamburger Kunden<br />

des CarSharing-Anbieters cambio zwischen Fahrzeugen mit<br />

Elektroantrieb und Verbrennungsmotor wählen. In den Ballungszentren<br />

großer Städte wird die Notwendigkeit eines<br />

klima- und umweltschonenden Mobilitätsangebots immer<br />

dringender. Mit Elektrofahrzeugen bietet sich die Chance,<br />

die innerstädtischen Autofahrten leiser und klimafreundlicher<br />

zu gestalten. In einem 18-monatigen Projekt erproben<br />

cambio und Greenpeace Energy den Umweltnutzen und die<br />

Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen im CarSharing-Betrieb.<br />

cambio hat sich als Elektroauto für den Mitsubishi i-MiEV<br />

entschieden. Das Fahrzeug wird bereits in Großserie gebaut<br />

und bietet den Komfort, der von den meisten CarSharing-<br />

Kunden gewünscht wird: unter anderem mindestens vier<br />

Sitze und ausreichend Platz im Kofferraum.<br />

Die eAutos fahren mit 100% echtem Ökostrom von Greenpeace<br />

Energy. Beim gegenwärtigen Strommix in Deutschland<br />

fährt ein Elektrofahrzeug nicht umweltfreundlicher als ein<br />

moderner Diesel-Pkw. Klimafreundlich fahren Elektroautos<br />

nur dann, wenn sie ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren<br />

Energien betrieben werden. Mit Greenpeace Energy hat<br />

cambio den Partner gefunden, der mit seinem Ökostromangebot<br />

den Ausbau Erneuerbarer Energien fördert und sicherstellt,<br />

dass auch der Bedarf an Fahrstrom zum Neubau von<br />

sauberen Ökokraftwerken führt.<br />

Hamburger cambio-Kunden können sechs eMobile täglich in<br />

der Zeit von 6 bis 24 Uhr spontan oder weit im Voraus buchen.<br />

Neben der gewünschten Buchungsdauer ist auch eine<br />

Abschätzung der gewünschten Reichweite notwendig. Die<br />

Autos können für maximal acht Stunden und 60 Kilometer<br />

gebucht werden. Dabei kostet das eMobil nicht mehr als ein<br />

Ford Fiesta (1,90 Euro/Stunde und 0,32 Euro/Kilometer).<br />

Die eingeschränkte Reichweite von 60 Kilometern spielt für<br />

CarSharing-Kunden kaum eine Rolle, denn zwei Drittel aller<br />

Fahrten in der Stadt sind kürzer als zehn Kilometer. Für Langstrecken<br />

stehen den cambio-Kunden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />

gleich »nebenan« zur Verfügung.<br />

»Eine wesentliche Aufgabe bei der Integration der Elektroautos<br />

in die Fahrzeug-Flotte bestand darin, heute eine Buchung<br />

für den Nachmittag des nächsten Tages anzunehmen<br />

und auch dem Kunden, der das Auto wenige Stunden vorher<br />

spontan buchen möchte, eine Fahrt zu ermöglichen«, so Joachim<br />

Schwarz, Geschäftsführer der cambio-Gruppe. »Denn<br />

auch wenn das Auto Vormittags und /oder Mittags unterwegs<br />

ist, muss sichergestellt sein, dass für den Nachmittags-<br />

Kunden noch die gebuchte Reichweite zur Verfügung steht.<br />

Elektroautos können im CarSharing nur wirtschaftlich betrieben<br />

werden, wenn spontane und geplante Fahrten gleichermaßen<br />

möglich sind.«<br />

Voraussetzung für das Fahren mit dem eMobil ist für alle<br />

cambio-Kunden eine theoretische oder praktische Einweisung.<br />

Der lautlose Antrieb, die ungewohnt schnelle Beschleunigung<br />

und die Handhabung der Ladestation sind<br />

auch für erfahrene Autofahrer Neuland, für Wenigfahrer um<br />

so mehr. Insbesondere das Fahrtraining mit Fahrlehrer wurde<br />

von den CarSharing-Kunden gern angenommen und hat<br />

sich im Alltag bewährt.<br />

Greenpeace Energy und cambio CarSharing betreiben das<br />

Pilotprojekt »CarSharing mit echtem Ökostrom« gemeinsam.<br />

Greenpeace Energy nimmt keinerlei staatliche Förderung in<br />

Anspruch. cambio wird gefördert durch das Bundesministerium<br />

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.<br />

Bettina Dannheim<br />

cambio MobilitätsService GmbH & Co. KG<br />

www.cambio-CarSharing.de/hamburg<br />

www.greenpeace-energy.de<br />

74 Neue Mobilität


Erste Flotten - Mainova<br />

Zusatzqualifikation<br />

Elektromobilität<br />

Neue Herausforderungen, neue Chancen<br />

Die elektromobile Fortbewegung nimmt mehr und mehr Raum<br />

in der Diskussion um ein nachhaltiges Verkehrskonzept ein.<br />

Praxistests belegen die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge<br />

und die Infrastruktur wächst kontinuierlich. Doch welche<br />

Herausforderungen stellt die elektrische Mobilität eigentlich<br />

an Fuhrparkmitarbeiter von Firmen?<br />

Die ersten Serienmodelle stromern bereits über deutsche<br />

Straßen - der Weg in den CO2-freien Individualverkehr rückt<br />

durch die Elektromobilität scheinbar in greifbare Nähe. Rund<br />

um Frankfurt am Main sorgt die Mainova AG dafür, dass<br />

das nachhaltige Mobilitätskonzept nach und nach Realität<br />

wird. Dazu soll zunächst einmal das Tankstellennetz in und<br />

um die Mainmetropole in den nächsten Monaten auf insgesamt<br />

40 Stück anwachsen. »Die Elektromobilität ist eine<br />

Zukunftstechnologie mit großem Potenzial«, betont Dr.<br />

Constantin H. Alsheimer, der Vorsitzende des Vorstandes<br />

der Mainova AG. »Sie wird den Verkehr und die Wirtschaft<br />

von morgen verändern, das Klima entlasten und ist ein<br />

wichtiger Teil der Vision intelligenter Stromnetze. Als größter<br />

Energieversorger Hessens wollen wir die Elektromobilität in<br />

unserer Heimat vorantreiben und errichten eine flächendeckende<br />

Ladeinfrastruktur in Frankfurt und Umgebung.«<br />

Elektromobiler Alltag<br />

Doch damit nicht genug. Bereits seit September 2009 läuft<br />

bei dem Frankfurter Energieversorger ein Praxistest mit<br />

15 Elektrorollern. Darüber hinaus erhalten derzeit zehn<br />

Gemeinden, in denen die Mainova eine Stromtankstelle<br />

errichtet, für ein Jahr einen Mitsubishi iMiEV. Die ersten<br />

weißen Flitzer stromern bereits durchs Rhein-Main-Gebiet<br />

und ernten neugierige Blicke. Die Gemeinden sind begeistert:<br />

»Ich freue mich und danke der Mainova sehr, dass<br />

Liederbach an diesem Pilotprojekt teilnehmen kann«, so<br />

Liederbachs Bürgermeisterin Eva Söllner. »Die Benutzung<br />

von Fahrzeugen ohne Feinstaub-Emissionen und praktisch<br />

ohne Motorengeräusche könnten zukünftig die Lebens- und<br />

Wohnqualität in unseren Kommunen erheblich verbessern.«<br />

Fortbildung für Mechatroniker<br />

Das elektromobile Engagement verlangt von einigen<br />

Mainova-Mitarbeitern auch neue Qualifikationen im beruflichen<br />

Alltag. Spezielle Weiterbildungsangebote sorgen hier<br />

für das nötige Fachwissen. »Elektromobilität gewinnt für<br />

unser Unternehmen als zukünftiges Geschäftsfeld immer<br />

mehr an Bedeutung«, prognostiziert Richard Steinmetz<br />

vom Fuhrparkmanagement der Mainova. »Das heißt, wir<br />

müssen nicht nur in Sachen Tankstelleninfrastruktur und<br />

Abrechnung unser Know-how aufbauen, sondern auch lernen,<br />

im Betriebsalltag mit der neuen Antriebsart umzugehen.«<br />

Dazu hat die Mainova die betroffenen Mitarbeiter bei<br />

der TAK Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in<br />

Frankfurt angemeldet. Die ersten Kfz-Mechatroniker des<br />

Unternehmens haben ihre Zusatzqualifikation für so<br />

genannte Hochvolt-Fahrzeuge bereits in der Tasche. Dabei<br />

geht es unter anderem darum, elektrische Gefährdungen<br />

zu erkennen, Erste Hilfe Maßnahmen bei elektrischen<br />

Körperdurchströmungen zu beherrschen sowie sicher an elektrischen<br />

Anlagen und Betriebsmitteln zu werken. Ohne diese<br />

Zusatzausbildung dürften die Mitarbeiter gar nicht an den<br />

HV-Komponenten arbeiten. Das erworbene Wissen über die<br />

drei Sicherheitsregeln der Elektrotechnik (Freischalten, gegen<br />

Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit feststellen)<br />

können die Experten nun an den derzeit 23 Elektro-Autos<br />

aus dem eigenen Fuhrpark in die Praxis umsetzen - wobei<br />

sich die Zahl der Fahrzeuge sukzessive weiter erhöhen wird.<br />

Dementsprechend werden auch noch weitere Kollegen die<br />

Möglichkeit der Weiterbildung in Anspruch nehmen, um für<br />

die elektromobile Zukunft bestens gerüstet zu sein.<br />

Weitere Informationen zur Elektromobilität unter:<br />

www.mobil-mit-e.de<br />

Neue Mobilität<br />

75


Erste Flotten - PG-Bikes<br />

Die Mobilität der Zukunft<br />

hat bereits begonnen<br />

Interview mit Manuel Ostner, Geschäftsführer PG-Bikes<br />

Schauspieler Orlando Bloom mit dem BlackTrail<br />

Mit dem BlackTrail hat PG-Bikes das bis dato teuerste und<br />

spektakulärste eBike der Welt auf den Markt gebracht.<br />

Braucht Elektromobilität solche Superlative?<br />

Prinzipiell sind wir der Meinung, dass eine Branche wie die<br />

eMobilität momentan am Markt noch nicht die Sensibilität<br />

erreicht hat, die wir alle benötigen. Durch Superlative wie<br />

beim BlackTrail, mit dem Fokus, die reichen, erfolgreichen<br />

und bekannten Menschen wieder zurück vom Bentley auf<br />

ein Bike/eBike zu bringen, ist es uns bereits gelungen einen<br />

großen Teil dazu beizutragen, dass eBikes am Markt nicht<br />

mehr als reine Unterstützungsvehikel gesehen werden<br />

sondern als lifestylige, innovative neue Möglichkeiten der<br />

urbanen Fortbewegung. Einen Trend beginnt man nun mal<br />

immer von oben.<br />

Hollywood-Stars wie Schauspieler Orlando Bloom und der<br />

Fernsehmoderator Jay Leno gehören bereits zu den ersten<br />

Kunden. Was erwarten sie beim Kauf des Super-eBikes?<br />

Sie erwarten dasselbe wie jeder unserer Kunden. Ein absolut<br />

individuelles, nachhaltiges, grünes und zugleich sexy Produkt<br />

zu bekommen, um möglichst entspannt von A nach B in den<br />

Metropolen dieser Welt zu reisen. Ganz gemäß unserem<br />

Claim: Be unique!<br />

Mit eBikes lassen sich ganz neue Wege der urbanen Mobilität<br />

erfahren. Wie sieht für Sie die Mobilität der Zukunft aus?<br />

Die Mobilität der Zukunft hat bereits begonnen! Immer mehr<br />

Menschen werden sich mit dem Thema alternativer Energien<br />

und eMobilität auseinandersetzen müssen. Elektrofahrzeuge<br />

sind bei Weitem nicht mehr nur ein Trend. Vor allem China<br />

macht es uns heute schon sehr gut vor. Im urbanen Bereich<br />

finden sich dort bereits sehr viele Elektrozweiräder wohingegen<br />

in den ländlichen Gebieten der Fokus eher auf dem<br />

Vierradbereich liegt. Und auch wir haben selbstverständlich<br />

noch einige Innovationen in der Schublade. Unsere Kunden<br />

dürfen gespannt sein.<br />

Manuel Ostner<br />

PG Trade & Sales GmbH<br />

manu@pg-bikes.com<br />

www.pg-bikes.com<br />

76 Neue Mobilität


STATUS<br />

QUO<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Herausforderungen für die Autoindustrie.<br />

Neue Mobilität<br />

77


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />

Innovation Elektroantrieb<br />

Die Herausforderung für die<br />

deutsche Autoindustrie<br />

Kommmentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner, BEM-Beiratsvorsitzender<br />

Manche Innovationen haben das Potential Bestehendes zu<br />

verdrängen. Auch der eAntrieb hat das Potential innerhalb<br />

der Autoindustrie etwas zu verdrängen. Bei solchen »Innovationsphänomenen«<br />

kann es für das Management erfolgreicher<br />

Autounternehmen zu enormen Herausforderungen<br />

kommen. So muss zum Beispiel der »richtige« Moment abgepasst<br />

werden, um die F&E Budgets zugunsten des »Neuen«<br />

umzuschichten. Dazu müssen vielmehr vorher eine<br />

Vielzahl strategischer Entscheidungsprozesse angestoßen<br />

und zum Ergebnis gebracht werden. Überzeugungen gilt es<br />

in der Breite des Unternehmens zu bilden. Schlussendlich<br />

muss sich das ganze Unternehmen mit den neuen Herausforderungen<br />

auseinander setzen. Ich möchte anhand von drei<br />

Thesen erläutern, warum die Innovation Elektromobilität<br />

gerade für die deutsche Automobilindustrie eine besonders<br />

große Herausforderung ist:<br />

1. »Der Erfolg heiligt die Mittel«<br />

Die deutsche Automobilindustrie ist sehr erfolgreich. Deutsche<br />

Autos haben weltweit nicht nur das beste Image.<br />

Vielmehr hat die deutsche Autoindustrie in Jahrzehnten<br />

bewiesen, dass sie in der Lage ist, mit dem Auto Geld zu verdienen.<br />

Geld, das auch in die kontinuierliche Verbesserung<br />

des Produktangebotes investiert werden konnte und somit<br />

den Wettbewerb auf Distanz hielt. Gerade dieser Erfolg kann<br />

aber auch »Gift« für Innovationen sein. So investierte z.B.<br />

Siemens noch in den achtziger Jahren einen größeren dreistelligen<br />

Millionenbetrag in das Telex-Geschäft, obwohl die<br />

Anzahl der weltweit installierten Faxgeräte die der Telex-Geräte<br />

überholt hatte. Das Telex-Geschäft gehörte bei Siemens<br />

jedoch traditionell zu den erfolgreichsten und profitabelsten<br />

Geschäften. Somit fiel es den Top-Managern von Siemens<br />

sehr schwer die Budgets zu streichen und stattdessen das<br />

Geld in die Entwicklung des Fax-Geräte-Geschäftes zu stecken.<br />

So kam es dazu, dass Siemens nie ein Fax Geschäfts<br />

entwickelt hat, obwohl die Technologie ursprünglich dort<br />

erfunden wurde. In ein ähnliches Dilemma drohen auch die<br />

deutschen Automanager zu laufen. So lange die eigenen<br />

Produkte so erfolgreich im Markt sind, fällt es schwer, die<br />

Aufmerksamkeit auf die aufkommende Herausforderung<br />

Elektrotraktion zu lenken. »Unsere Kunden wollen Autos<br />

mit Elektroantrieb nicht«, heißt es zu schnell in so manch<br />

Strategiesitzung. »Sonst würden wir ja nicht so viele Autos<br />

mit Verbrennungsmotor verkaufen«.<br />

2. »Das Bessere ist des guten Feind«<br />

Dem deutschen Autoingenieur scheint es sozusagen »in die<br />

Wiege gelegt«, immer nach der besten, perfekten Lösung<br />

zu suchen. Diese Mentalität ist, verbunden mit der entsprechenden<br />

Ausbildung und Fähigkeit, sicherlich der Kern des<br />

Erfolgs deutscher Automobile. Doch hat auch diese »Medaille«<br />

leider eine andere Seite. Es fällt schwer Innovationen<br />

78 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />

»Drei Thesen, die deutlich machen, warum die Innovation<br />

eMobilität gerade für die deutsche Automobilindustrie<br />

eine besonders große Herausforderung ist.«<br />

rechtzeitig mal »auf die Kunden loszulassen« und damit zu<br />

lernen. Prototyp über Prototyp wird entwickelt, Feldversuch<br />

über Feldversuch wird durchgeführt und natürlich gibt es<br />

eine noch bessere Lösung. Der Elektroantrieb ist hier sogar<br />

noch komplexer/disruptiver, weil er Komponenten enthält,<br />

die für die Autobauer grundsätzlich neu sind. »Schließlich<br />

weiß man noch überhaupt nicht, wie die Kunden auf<br />

den eAntrieb reagieren werden«. Und natürlich kann ein<br />

Ingenieur sein Management immer sehr leicht und schnell<br />

verunsichern, indem er »Sicherheitsbedenken« äußert.<br />

Die große Gefahr besteht in solchen Situationen darin am<br />

Ende in »Schönheit zu sterben«. Durch »over engineering«<br />

den Markt zu verpassen. So ist es in Deutschland/Europa<br />

der Computer-Hardwareindustrie und der Unterhaltungselektronikindustrie<br />

ergangen. Es sei nur daran erinnert, dass<br />

seinerzeit »VIDEO 2000« das technisch bessere Videosystem<br />

war. Trotzdem hat sich der konkurrierende VHS-Standard<br />

weltweit durchgesetzt. Auch beim Thema Elektroantrieb drohen<br />

sich die deutschen Hersteller an Fragestellungen aufzureiben,<br />

die sich in der Praxis vielfach als irrelevant erwiesen.<br />

Muss ein Elektro-Golf wirklich erst 600 km Reichweite haben,<br />

bevor die Kunden ihn akzeptieren? Und was passiert<br />

wenn mein Ferienhaus leider 750 km weit entfernt ist? Dann<br />

kann ich immer noch nicht mit dem eGolf dahin fahren? Wie<br />

wäre es dann mit einem Range Extender?<br />

3. »Die Arroganz der Stärke«<br />

Erfolg macht selbstbewusst. Mit Selbstbewusstsein kann<br />

man auch immer besser werden. Erfolg kann aber auch<br />

blind machen. Es verschließt den Blick nach außen. Wenn<br />

sich grundlegende Axiome des Geschäfts ändern, sieht man<br />

es nicht. Alternativ werden neue Technologien auch gerne<br />

kleingeredet, wie es übrigens schon beim Übergang von<br />

der Pferdekutsche zum Motorwagen weit verbreitet war. In<br />

besonders selbstbewussten Unternehmen grassiert leider<br />

auch das sogenannte »not invented here Syndrom«. »Wenn<br />

wir es nicht erfunden haben, kann es nicht gut sein«. Auch<br />

diese Mentalität hat schlussendlich zum Misserfolg bei dem<br />

Versuch einer Kooperation zwischen BMW und Daimler geführt.<br />

Auch die jahrelange deutsche »Verteufelung« des Hybrid-Antriebs<br />

von Toyota fußt auf einer gewissen Arroganz.<br />

Die wird spätestens dann entlarvt, wenn VW »plötzlich« das<br />

sogenannte »Ein Liter Auto« als Heilsbringer präsentiert,<br />

welches auch »nur« ein Hybrid ist. Ein Plug-In Hybrid. Den<br />

gibt es an anderer Stelle schon als Serienauto zu kaufen.<br />

Vielleicht nicht ganz so perfekt wie VW ihn sicherlich bauen<br />

würde. Die Betonung liegt hier aber auf »würde«.<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

VentureCheck Company<br />

BEM-Beiratsvorsitzender<br />

www.venturecheck.com<br />

Neue Mobilität<br />

79


LADESÄULENRANKING<br />

Die deutschen GroSSstädte und ihre Ladesäulen<br />

Anhand der Auskünfte von Stadtverwaltungen,<br />

Stadtwerken und Stromanbietern haben wir veranschaulicht,<br />

wie die Ladeinfrastruktur aktuell in<br />

den deutschen Großstädten aussieht. Im Ranking<br />

wurden nur Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern<br />

und mehr als 5 Ladesäulen berücksichtigt.<br />

Die Karte zeigt die Menge an Ladesäulen in Relation<br />

zur Einwohnerzahl. Im Vergleich dazu sehen Sie<br />

in der Tabelle daneben das Ranking<br />

der Städte anhand der tatsächlich<br />

vorhandenen Ladesäulen.<br />

Da deutschlandweit nicht alle<br />

Ladesäulen öffentlich registriert<br />

und aufgeführt sind und nicht<br />

alle Behörden und Energieversorger<br />

Informationen bereit gestellt<br />

haben, erhebt die Grafik<br />

nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.<br />

Sie stellt aber sehr wohl<br />

einen guten Überblick über die<br />

derzeitige Ladesäuleninfrastruktur<br />

in einigen deutschen<br />

Großstädten dar.<br />

2,32<br />

1,98<br />

6,65<br />

Mülheim an der Ruhr<br />

3,12<br />

Essen<br />

2,13<br />

Bochum<br />

4,47<br />

Dortmund<br />

3,63<br />

Münster<br />

4,28<br />

Osnabrück<br />

2,48<br />

Oldenburg<br />

0,68<br />

HH<br />

Ladesäulen / 100.000 Einwohner<br />

3,19<br />

Berlin<br />

Aachen<br />

Neuss<br />

4,46<br />

1,35<br />

DD<br />

Frankfurt / Main<br />

4,49<br />

1,39<br />

Stadt Ladesäulen<br />

Berlin<br />

110<br />

Frankfurt / Main 30<br />

München<br />

28<br />

Stuttgart<br />

27<br />

Dortmund<br />

26<br />

Essen<br />

18<br />

Hamburg<br />

12<br />

Mülheim an der Ruhr 11<br />

Münster<br />

10<br />

Augsburg<br />

8<br />

Bochum<br />

8<br />

Osnabrück<br />

7<br />

Nürnberg<br />

7<br />

Dresden<br />

7<br />

Aachen<br />

6<br />

Einwohner<br />

3.442.675<br />

671.927<br />

1.330.440<br />

601.646<br />

581.308<br />

576.259<br />

1.774.224<br />

167.471<br />

275.543<br />

263.646<br />

376.319<br />

163.514<br />

503.673<br />

517.052<br />

258.380<br />

Stuttgart<br />

Augsburg<br />

Nürnberg<br />

3,03<br />

2,10<br />

München<br />

©2011 BEM<br />

80 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - BEM Veranstaltung<br />

eMobilität ist alltagstauglich<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com - Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,<br />

bei Ihrer Rede zur offiziellen Einweihung der EnergieParken-Ladesäule vor der BEM-Hauptgeschäftsstelle<br />

Gemeinsam mit 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft,<br />

Forschung und Medien haben der BEM und Energie-<br />

Parken am 27. Mai 2011 die erste EnergieParken-Anlage der<br />

Hauptstadt in Betrieb genommen. Neben Renate Künast,<br />

Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen<br />

und dem Berliner Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke<br />

(SPD) konnten auch die Bundestagsabgeordnete Ute Vogt<br />

(SPD), Dr. Ferdinand von Alvensleben, Vorstandsvorsitzender<br />

der SWARCO TRAFFIC HOLDING AG und Gernot Lobenberg,<br />

Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO<br />

als Redner für die Veranstaltung gewonnen werden.<br />

Renate Künast betonte die Bedeutung der Neuen Mobilität<br />

für das Erreichen sowohl der Umweltschutz- als auch der<br />

Wirtschaftsziele Deutschlands und Berlins.<br />

»Spitzenforschung an der TU Berlin und an anderen Forschungseinrichtungen<br />

sowie führende Unternehmen in Verkehrs-<br />

und Energietechnik am Standort sind ein Pfund, mit<br />

dem Berlin wuchern muss«, so die Fraktionsvorsitzende. Die<br />

Stadt verfüge mit S- und U-Bahn, Bussen und Leihfahrrädern<br />

bereits über gute Nahverkehrssysteme. Ziel müsse sein, diese<br />

in eine eMobilitäts-Strategie mit einzubeziehen. Gelänge<br />

dies, so Künast weiter, dann würde Berlin ein »Schaufenster«<br />

für den eMobilitäts-Weltmarkt.<br />

Die Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule erlaube<br />

den Aufbau einer Ladeinfrastruktur, die sich nahtlos in<br />

bestehende Parkraumbewirtschaftungssysteme einfüge, so<br />

von Alvensleben. Er begrüßte die Einweihung der ersten Berliner<br />

Ladesäule als gelungenen Start in weitere Vorhaben.<br />

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Vogt wies darauf hin,<br />

das vor allem im Bereich der Lade-Infrastruktur noch einiges<br />

getan werden müsse: »Wir haben nicht mehr viel Zeit. Wir<br />

brauchen eine Offensive.« Modellversuche reichten nicht<br />

aus, daher seien selbsttragende Initiativen wie der Aufbau<br />

der Berliner EnergieParken-Säule zu begrüßen.<br />

Das innovative EnergieParken-System, das nun unmittelbar<br />

vor der BEM-Hauptgeschäftsstelle in der mit 8 Ladepunkten<br />

wohl elektromobilsten Straße Berlins die Parkenden sowohl<br />

mit Parkscheinen als auch mit Ladestrom versorgt, ermöglicht<br />

einen kosteneffizienten, baurechtlich unproblematischen<br />

und finanziell attraktiven Ausbau von Ladeinfrastruktur<br />

für Elektromobilität.<br />

Weitere Informationen zu BEM-Veranstaltungen finden Sie<br />

auf www.bem-ev.de<br />

Neue Mobilität<br />

81


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Argumente für emobilität<br />

Argumente für die<br />

Neue Mobilität<br />

Elektroautos sind nicht umweltfreundlicher als konventionelle Fahrzeuge<br />

• EU-Verordnung bis 2015: Reduzierung der CO2-Emissionen aller Pkw-Neuzulassungen auf 130 Gramm CO2/km<br />

• CO2-Ausstoss von eAutos beim Laden von Strom aus: Steinkohle: 162g / Deutscher Strommix: 107g / Strom aus 100%<br />

Erneuerbaren Energien: 5g - zum Vergleich: Benzin: 133g / Diesel: 132g / Biodiesel: 71g / Bioethanol: 41g<br />

• Fazit: Je höher der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix, desto größer die Diskrepanz zwischen Verbrennungsmotor<br />

und eAuto<br />

• Außerdem senken eAutos Feinstaub- und Lärmemissionen<br />

Elektrofahrzeuge benötigen zu viel<br />

Energie<br />

• 1 Mio. eAutos = 0,3% (2 Mrd. kWh) der Gesamtstromproduktion<br />

in Deutschland 2009<br />

• 40 Mio. eAutos = 10% (60 Mrd. kWh) vom Gesamtstromverbrauch<br />

in Deutschland 2009<br />

• Allein der prognostizierte Zubau der Erneuerbaren Energien<br />

kann in Zukunft über 40 Mio. eAutos mit Strom versorgen<br />

Keine Allroundfahrzeuge und<br />

nur bedingt »urlaubsfähig«<br />

• Stimmt! Mit der derzeitigen Reichweite und der<br />

derzeitigen Ladeinfrastruktur, kombiniert mit<br />

den längeren Ladezeiten sind eAutos nur beschränkt<br />

für längere Fahrten einsetzbar<br />

• ABER: Lange Strecken werden extrem selten<br />

gefahren. Für längere Urlaubsfahrten, die ein bis<br />

zweimal im Jahr stattfinden, lohnen sich Alternativen<br />

(CarSharing, Bahn, Mietwagen u.ä.)<br />

Für die Nutzung von eAutos besteht noch keine ausreichend ausgebaute<br />

Ladeinfrastruktur<br />

• Parkzeiten: Tagsüber: 38% Garage/Arbeitgeber, 30% öffentliche Straßen, 30% Parkhäuser; Nachts: 60% Garage/Arbeitgeber,<br />

33% öffentliche Straßen, 6% Parkhäuser<br />

• Damit besteht bereits ein ausreichendes Energieverteilungsnetz. Mit steigender Marktdurchdringung kann das Netz sukzessive<br />

ausgebaut und an den Bedarf angepasst werden<br />

• Heute existieren bereits konkrete Projekte von u.a. EnergieParken, Parkpod, sowie Ladesäulen von EnBW, RWE, Vattenfall,<br />

etc.<br />

82 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Argumente für emobilität<br />

Das stimmt nicht an den Vorurteilen<br />

Vorurteile gegen Elektromobilität gibt es zu Genüge. Elektroautos sind nicht alltagstauglich. Ihre Reichweite ist zu kurz und<br />

die Ladezeit zu lang. Elektrofahrzeuge benötigen zu viel Energie und sie stellen darüberhinaus eine Gefahr für den Straßenverkehr<br />

dar. Das dem nicht so ist, zeigen wir hier anhand einiger exemplarischer Beispiele.<br />

Die Ladezeiten der Akkus sind für den Alltagsgebrauch von eAutos zu lang<br />

• Aktuelle Ladezeiten: ca. 5 Stunden für 15 kW (entspricht 100 km Fahrleistung)<br />

Ladebedingungen: normales Netz, Spannung 3 kw, 230 v, Stromstärke 16 A<br />

• 100%-Batterieaufladung nach ca. 7,5 Stunden<br />

• Schnellladestationen ermöglichen heute schon Ladezeiten von ca. 30 Minuten (Leistung 50 kW, Spannung 200 V, Stromstärke<br />

100 A)<br />

• Die durchschnittlichen Standzeiten von PKW liegen bei bis zu 23 Stunden pro Tag<br />

Gefahr für den Straßenverkehr, da<br />

sie geräuschlos sind<br />

• Center of Automotive Research, Uni Duisburg-Essen:<br />

eAutos sind kaum leiser als normale Autos, bei unter 30<br />

km/h gibt es kaum messbare Unterschiede und bei höherem<br />

Tempo überlagern die Abrollgeräusche schnell den<br />

Motorsound<br />

• Ab 80 km/h ist kein signifikanter Unterschied zu konventionellen<br />

Fahrzeugen mehr zu hören<br />

• UN-Arbeitsgruppe unter Leitung des BMVBS zur Einführung<br />

eines künstlichen Sicherheitssignal, um beispielsweise<br />

Blinde zu schützen<br />

Die Reichweiten sind für den<br />

Alltag noch zu gering<br />

• Aktuelle Reichweiten: 120 km - 150 km<br />

• Durchschnittlich werden in Deutschland pro Tag<br />

42 km in einem PKW zurückgelegt<br />

• Rund 80% in Europa fahren nicht mehr als 80 km<br />

pro Tag<br />

• Nur 4% in Deutschland fahren mehr als 160 km<br />

pro Tag<br />

• Fazit: Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist<br />

alltagstauglich<br />

Der Umstieg auf eMobilität kostet Arbeitsplätze und ist eine Gefahr für die<br />

Führungsposition der deutschen Automobilindustrie<br />

• Fraunhofer Institut geht von einem Plus von ca. 90.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2020 aus<br />

• Durch den Wegfall klassischer Komponenten des Verbrennungsmotors ist mit dem Verlust von ca. 46.000 Arbeitsplätzen<br />

zu rechnen<br />

• Weltweit werden jedoch ca. 250.000 Arbeitsplätze durch neue Komponenten entstehen<br />

• Insgesamt wird davon ausgegangen, dass in der Automobilindustrie weltweit mehr Jobs verloren gehen als geschaffen<br />

werden - es ist also an Deutschland sich früh zu positionieren und sich als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren<br />

Neue Mobilität<br />

83


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Richter<br />

Die neue, von DEKRA geprüfte EnBW-Ladestation vor der DEKRA Hauptverwaltung in Stuttgart. (Bild: DEKRA)<br />

Strom tanken bei Wind<br />

und Wetter<br />

DEKRA prüft EnBW-Ladestationen für Modellprojekt auf Sicherheit<br />

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge muss nicht nur Leistungsstark<br />

und universell einsetzbar sein. Sie muss auch<br />

sicher sein. DEKRA hat jetzt die neuen EnBW-Ladestationen<br />

im Rahmen des Projektes »MeRegioMobil« geprüft und zertifiziert.<br />

DEKRA ist sicher, dass Elektromobilität eine Zukunft hat,<br />

wenn sie nicht nur preisgünstig, sondern auch sicher ist. Die<br />

Expertenorganisation setzt sich deshalb mit seinem ganzen<br />

Know-how für das Zukunftsthema Elektromobilität ein. Dazu<br />

hat DEKRA zu Beginn des Jahres am Stammsitz in Stuttgart<br />

das Competence Center Elektromobilität gegründet, in dem<br />

das gesamte Wissen von DEKRA für die Elektromobilität gebündelt<br />

wird.<br />

Eines der jüngst abgeschlossenen Projekte war die Prüfung<br />

der neuen Ladestationen von EnBW: Die EnBW AG rüstet im<br />

Rahmen des eMobilitäts-Projekts »MeRegioMobil« die Stadt<br />

Karlsruhe und den Großraum Stuttgart mit Stromtankstellen<br />

für Elektroautos und eBikes aus.<br />

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und<br />

Technologie (BMWi) gefördert. Entwickelt hat die Ladestationen<br />

die Bosch Software Innovations GmbH in Waiblingen<br />

im Auftrag der EnBW AG.<br />

DEKRA attestiert den Stromtankstellen die Sicherheit und<br />

die elektromagnetische Verträglichkeit nach den geltenden<br />

Vorschriften. Die erste der neuartigen Stationen wurde am<br />

84 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Richter<br />

Stuttgarter Flughafen im Parkhaus P4 in Betrieb genommen.<br />

Auch vor der DEKRA Hauptverwaltung an den Ladeplätzen<br />

für Elektrofahrzeuge steht ein Exemplar.<br />

Die Drehstrom-Ladestationen sind für den Einsatz unter harten<br />

Bedingungen konzipiert: Sie stehen im Freien, sind also<br />

Wind und Wetter ausgesetzt und vereinen auf engem Raum<br />

eine Menge Hightech: Aktiviert werden Sie über eine RFID-<br />

Kundenkarte. Der Betrieb ist auf Temperaturen von - 30 °C<br />

bis + 50 °C ausgelegt, ebenso auf eine relative Luftfeuchtigkeit<br />

zwischen 5 und 95 Prozent. Die Stromtankstelle arbeitet<br />

unter diesen Bedingungen mit ihrer Nennspannung von<br />

230/400 V und einer Stromstärke von bis zu 63 A an zwei<br />

getrennten Ladepunkten.<br />

Die Tests erfolgten in den DEKRA Laboren in Stuttgart und<br />

Arnheim/Niederlande. In den Produktprüflaboren wird zum<br />

einen mechanisch geprüft, ob beispielsweise Staub oder<br />

Wasser eindringt. Zum anderen erfolgen Sicherheitstests<br />

hinsichtlich elektrischer Sicherheit und elektromagnetischer<br />

Verträglichkeit. Die Zertifikate der DEKRA Tochtergesellschaft<br />

DEKRA Certification attestieren den Ladestationen die<br />

Konformität nach den geltenden Vorschriften: so der Niederspannungsrichtlinie<br />

(RL 2006/95/EG) gemäß den Normen<br />

IEC/EN 61851 Teil 1 und Teil 22 sowie IEC/EN 60950-1, der<br />

Schutzartprüfung nach EN 60529 (IP 54) und der Richtlinie<br />

für elektromagnetische Verträglichkeit (EMC 20<strong>04</strong>/108/EC).<br />

DEKRA treibt in dem Competence Center E-Mobilität breit<br />

gefächerte Aktivitäten voran: Homologation, Produktsicherheit,<br />

Normung und Standardisierung, Zertifizierung und<br />

Ausbildung sowie Feldversuche und Crashtests. Außerdem<br />

arbeitet DEKRA in Deutschland und Europa in Gremien für<br />

Normung, Standardisierung und Zertifizierung mit, um praxisgerechte<br />

und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.<br />

Andreas Richter<br />

Koordinator DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />

www.dekra.com<br />

Neue Mobilität<br />

85


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Carsten Hutt<br />

Dialog zwischen<br />

Wissenschaft und Wirtschaft<br />

Für Mobilitätslösungen von Morgen<br />

Der SciConomy Think-Tank ist eine Methode zur Entwicklung<br />

neuer, interdisziplinärer und interkultureller Lösungsansätze<br />

für technologische, ökonomische und gesellschaftliche Problemstellungen.<br />

Im Rahmen des Schwerpunkts Elektromobilität<br />

startet SciConomy eine Serie von Think-Tank-Workshops<br />

für Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Ziel ist es,<br />

in interdisziplinären Teams aus Nachwuchswissenschaftlern,<br />

Unternehmen und Institutionen neue Lösungsansätze für<br />

die Zukunftsbranche Elektromobilität zu entwickeln und Innovationsprozesse<br />

zu initiieren. Darüber hinaus lernen Unternehmen<br />

potentielle Mitarbeiter kennen.<br />

Die Innovationsprozesse und Wertschöpfungsketten in der<br />

Wachstumsbranche Elektromobilität stehen heute am Beginn<br />

ihrer Entwicklung. Noch ist völlig unklar, welche Geschäftsmodelle<br />

erfolgreich sein werden, welche Unternehmen<br />

profitieren und wer Marktanteile in der Automobil- und<br />

Mobilitätsindustrie verlieren wird. Insbesondere Unternehmen<br />

der Automobilzulieferindustrie stehen am Scheideweg.<br />

Entweder es gelingt den Unternehmen, mit neuen Produkten<br />

und Dienstleistungen ihren Platz in der sich wandelnden<br />

Branche zu erhalten, oder ihr wirtschaftliches Überleben ist<br />

mittel- bis langfristig gefährdet. Die Think-Tank-Workshops<br />

von SciConomy bieten die Chance, Innovationsprozesse zu<br />

initiieren, um auf Basis des technologischen Potentials und<br />

der Markterfahrung erfolgreicher Zulieferunternehmen neue<br />

Ideen und Konzepte für Innovationen von morgen zu generieren.<br />

Ablauf eines Think-Tank-Workshops<br />

Ausgangspunkt eines Think-Tank-Workshops ist eine technologische<br />

oder ökonomische Fragestellung, die vom gastgebenden<br />

Unternehmen formuliert wird. Hiervon ausgehend<br />

legt SciConomy gemeinsam mit dem Unternehmen die Zusammenstellung<br />

der Teilnehmer fest. Wesentliche Aspekte<br />

sind hier unter anderem fachliche Qualifikationen, Anzahl<br />

und Altersstruktur. Auch externe Experten können einbezogen<br />

werden, um beispielsweise Systemwissen aus anderen<br />

Branchen oder Fachbereichen einzubeziehen. Anschließend<br />

lädt SciConomy gezielt potentielle Teilnehmer ein und wählt<br />

die interessantesten Kandidaten aus. Die Workshops werden<br />

von SciConomy konzipiert und moderiert. Mitarbeiter des<br />

Unternehmens, das den Workshop gemeinsam mit SciConomy<br />

ausrichtet, können am Workshop teilnehmen und den<br />

Diskurs mit steuern. SciConomy übernimmt die Ergebnisauswertung<br />

und Dokumentation. Entscheidend ist hierbei, dass<br />

Erkenntnisse, Ideen und Lösungsansätze, die in den Workshops<br />

entstanden sind, im Hinblick auf die Weiterführung<br />

des Prozesses aufbereitet werden. Das heißt, die Optionen<br />

für weitere, auch öffentlich geförderte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten,<br />

vertiefende Workshops mit potentiellen<br />

Partnern oder auch die Forcierung des Innovationsprozesses<br />

inhouse sind Teil des Abschlussdokuments. Hierbei<br />

können das Know-how, die Kontakte und die Erfahrung der<br />

SciConomy-Partner mit einbezogen werden.<br />

Fazit<br />

Die Think-Tank-Workshops bieten Unternehmen die Chance,<br />

den Einstieg in die Zukunftsbranche Elektromobiltät zu finden<br />

oder einen bestehenden Zugang zu Markt und Technologie<br />

erfolgreich auszubauen. Sie lernen junge Kompetenzträger<br />

kennen und entwickeln gemeinsam mit ihnen Ideen und<br />

Lösungsansätze für Produkte und Dienstleistungen für den<br />

Mobilitätsmarkt von morgen. Die Erfahrungen von SciConomy<br />

und seines Partnernetzwerks eröffnen die Möglichkeit,<br />

Erkenntnisse der Workshops als Ausgangspunkt für Innovationsprozesse<br />

zu nutzen.<br />

Dr. Carsten Hutt<br />

SciConomy<br />

www.SciConomy.de<br />

86 Neue Mobilität


ANSYS CONFERENCE<br />

& 29. CADFEM USERS’ MEETING<br />

19. – 21. Oktober 2011, Stuttgart, ICS Internationales Congresscenter Stuttgart<br />

www.usersmeeting.com<br />

• Elektrothermische Prozesse und Wechselwirkungen in Li-ION Zellen<br />

• Batterie: Wechselwirkungen einzelner Zellen im Zellverbund<br />

• Thermisches Management von Batterien unter Betriebsbedingungen<br />

• System Antriebsstrang: Regelung, Leistungselektronik, Motor, Komponenten<br />

• Leichtbau<br />

• Beschreibung des Fahrverhaltens von Elektrofahrzeugen<br />

Weitere Informationen:<br />

www.usersmeeting.com<br />

acum2011@cadfem.de<br />

www.cadfem.de/emobilitaet<br />

© Bilder: Stuttgart-Marketing GmbH, iStockphoto.com/Henrik5000, www.wandspruch.de


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Gerhard Friederici<br />

Simulation für mehr Effizienz<br />

Gerhard Friederici<br />

Um für Elektrofahrzeuge eine erfolgreiche Perspektive zu<br />

realisieren, müssen sie diverse Anforderungen in unterschiedlichen<br />

Disziplinen erfüllen. Die Leistungsfähigkeit<br />

der Batterie ist dabei eines der wichtigsten Erfolgskriterien<br />

im Gesamtkonzept. Aber auch die Fragen nach dem optimalen<br />

Materialeinsatz und der Fahrzeugdynamik sowie nach<br />

der Abstimmung der Komponenten für eine intelligente Verbrauchsoptimierung<br />

sind zu klären. Weitere wichtige Fragestellungen<br />

beziehen sich auf die Aufladung der Batterien<br />

und ein intelligentes Energiemanagement (Smart Grid).<br />

Mit numerischen Berechnungen lassen sich schon in einer<br />

frühen Phase der Entwicklung die verschiedenen physikalischen<br />

und elektrochemischen Prozesse analysieren und<br />

optimieren, um für die eMobilität ein möglichst großes<br />

Nutzenpotenzial zu erschließen. Dafür sind durchgängige<br />

Software-Lösungen wie ANSYS für multidimensionale, interdisziplinäre<br />

und skalierbare Simulationen notwendig, mit<br />

denen die verschiedensten Phänomene bei der Entwicklung<br />

eines Elektrofahrzeuges sowie der entsprechenden Infrastruktur<br />

untersucht und deren Leistungsfähigkeit optimiert<br />

werden können.<br />

Interdisziplinäre Anwendungen für die Systemsimulation<br />

Diese sind erforderlich, wenn ein System, beziehungsweise<br />

eine Komponente von mehr als einem physikalischen Phänomen<br />

beeinflusst wird. Bei der Analyse des Batterieeinsatzes<br />

sind zum Beispiel elektrochemische, thermische, strömungsdynamische<br />

und strukturmechanische Phänomene zu berücksichtigen.<br />

Für die Auslegung weiterer Fahrzeugkomponenten<br />

spielen die Analyse elektrischer und magnetischer Felder<br />

eine wichtige Rolle. Die CADFEM GmbH ist ein auf die<br />

Simulation spezialisierter Ingenieurdienstleister und bietet<br />

eine ganzheitliche Lösung für umfassende interdisziplinä-<br />

3D cooling model Reduced cooling model Electrochemistry cell model<br />

MOR<br />

Heat<br />

3D Thermal model<br />

State - Space<br />

Impedance model<br />

LTI<br />

Temperature<br />

3D CFD model<br />

1D Semi-Physical model<br />

Bild 1: Ergänzend zu Strömungsanalysen werden sowohl MOR- als auch LTI-Konzepte für thermische Untersuchungen verwendet<br />

(Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />

88 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Gerhard Friederici<br />

HEV System simulation<br />

Fuel Tank<br />

Fuel<br />

Engine<br />

Generator<br />

Motor<br />

Drive Train<br />

Generates Mechanical Power<br />

Contains all drive train components<br />

including clutch, gears,<br />

wheels and vehicle inertia<br />

Chemical Energy<br />

Mechanical Energy<br />

Electrical Energy<br />

Battery<br />

Electric Load<br />

Bild 2: Bei Hybridelektrofahrzeugen (HEV) müssen chemische, mechanische und elektrische Energie bei der Simulation berücksichtigt<br />

werden (Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />

re Simulationen, die alle genannten Phänomene gekoppelt<br />

und in der jeweils gewählten Dimension untersuchen kann.<br />

Auf der Zellebene einer Batterie werden die elektrochemischen<br />

Vorgänge simuliert und die thermischen Abhängigkeiten<br />

der Prozessparameter analysiert. Ziel dabei ist es, eine<br />

Zellstruktur zu finden, die die Zuverlässigkeit des elektrochemischen<br />

Prozesses innerhalb eines geregelten Systems<br />

gewährleistet. Hier spielen die maximale Energiedichte, die<br />

Ladekapazität und -geschwindigkeit sowie die Robustheit<br />

des Prozesses der Lade-Entlade-Zyklen eine ausschlaggebende<br />

Rolle. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit sind ebenso<br />

wie die Leistung und die Lebensdauer besonders durch das<br />

Temperaturverhalten bestimmt.<br />

Analyse des Temperaturverhaltens im Zellverbund<br />

Bei der Untersuchung des Temperaturverhaltens der Batterie<br />

werden ergänzend zu umfangreichen Strömungsanalysen<br />

(CFD) sowohl MOR- (Model Order Reduction) als auch<br />

LTI-Konzepte (Linear Time-Invariant) für eine beschleunigte<br />

thermische Untersuchungen verwendet (Bild 1). Dadurch<br />

lassen sich kompakte Temperatur- und Strömungsmodelle<br />

der Batteriezellen erzeugen, die unmittelbar in die Systemsimulation<br />

mit der ANSYS-Software Simplorer integrierbar<br />

sind.<br />

Mit einer solchen Systemsimulation lassen sich auch weitere<br />

Komponenten des elektrischen Antriebs einbinden. Dazu gehören<br />

sowohl die Elektromotoren als auch die Leistungselektronik,<br />

die Regelung und die mechanischen Bauteile, die bezüglich<br />

ihres Wirkungsgrads untersucht werden, sodass ein<br />

Elektro- oder Hybridfahrzeug sehr schnell über die Systemsimulaton<br />

abbildbar ist (Bild 2).<br />

Für eine realitätsnahe Analyse müssen die Stellsignale für<br />

den Antrieb jeweils der praktischen Situation entsprechen.<br />

Verbesserte Betriebseigenschaften lassen sich unter anderem<br />

durch neue Motorkonzepte und alternative Materialien<br />

erreichen. Zur Verbesserung des Fahrverhaltens eines Fahrzeuges<br />

müssen alle seine Komponenten auf eine intelligente<br />

Verbrauchsoptimierung abgestimmt werden. Das detaillierte<br />

Wissen über die einzelnen Detailkomponenten und deren Integration<br />

in ein umfassendes Simulationssystem ermöglicht<br />

eine Prognose des Verbrauchs und eine adaptive Steuerung<br />

des Fahrverhaltens.<br />

Intelligentes Stromnetz für effiziente »Tankstellen«<br />

Zur Optimierung von Elektro-»Tankstellen« steht bei neuen<br />

Konzepten mit einer kontaktlosen Energieübertragung, beispielsweise<br />

durch induktive Ladung, eine hohe Effizienz und<br />

große Störsicherheit im Fokus des Interesses. Dabei wird<br />

auch nach Lösungen einer effizienten Ladung während der<br />

Fahrt gesucht. Für die klassischen kabelgebundenen Lademöglichkeiten<br />

müssen die entsprechenden Steckverbindungen<br />

definiert und ausgelegt werden. Dazu sind neben der<br />

Durchschlagsicherheit und Robustheit der Steckverbindungen<br />

auch die EMV-Aspekte (Elektro-Magnetische Verträglichkeit)<br />

zu berücksichtigen.<br />

Für ein langfristig erfolgreiches eMobilitätskonzept ist<br />

außerdem ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid) erforderlich.<br />

Dazu sollte über ein dezentral vernetztes Energiemanagement<br />

eine sinnvolle Erzeugung, Speicherung und<br />

Verteilung der Elektroenergie abgesichert werden. Nur durch<br />

die Simulation des gesamten Versorgungssystems unter Berücksichtigung<br />

unterschiedlicher Detailgrade der einzelnen<br />

Komponenten lässt sich die Zuverlässigkeit und Effizienz eines<br />

solchen Smart Grid realisieren.<br />

Gerhard Friederici<br />

CADFEM GmbH<br />

info@cadfem.de<br />

www.cadfem.de<br />

Neue Mobilität<br />

89


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Tronic One<br />

Elektrische Energie speichern<br />

Technologien im Vergleich<br />

Die Nutzung und Speicherung elektrischer Energie ist in<br />

unserem Alltag selbstverständlich - vom Mobiltelefon über<br />

Notebooks bis hin zu Elektrofahrzeugen. Mobile Energiespeicher<br />

von der kleinsten Knopfzelle in der Armbanduhr bis<br />

hin zum großen Bleiakku im Kfz begleiten uns, jeweils nach<br />

Einsatzort und Anwendung in Leistung und Größe unterschiedlich,<br />

täglich. Was steckt hinter den Energiespeichern,<br />

die teilweise unauffällig 10 Jahre oder mehr unsere Geräte<br />

versorgen?<br />

Welche Entwicklungen gibt es aktuell, die den Traum des<br />

unerschöpflichen mobilen Energiespeichers ermöglichen<br />

sollen?<br />

Welche chemischen Bestandteile werden künftig unsere<br />

Fahrzeuge mit Energie versorgen? Und welche Vor- und<br />

Nachteile bieten die verschiedenen Speichertechnologien?<br />

Haushaltsübliche Batterien lassen sich in zwei grundsätzlich<br />

unterschiedliche Technologien unterscheiden. Primärzellen,<br />

die nicht wieder aufladbar sind, also einmal gefertigt werden<br />

und durch die Art des inneren Aufbaues nicht reversibel<br />

Energie erzeugen und abgeben. Üblich sind Alkalimanganbatterien<br />

mit 1,5 V Spannung standardisiert als Knopfzelle<br />

oder Rundzelle. Lithiumprimärzellen, meist bekannt als<br />

Knopfzelle CR2032, sind die kleinsten Vertreter ihrer Art und<br />

z.B. in fast jedem Autoschlüssel inzwischen weltweit im Einsatz,<br />

um die Funkverbindung zwischen Auto und Schlüssel<br />

zu ermöglichen.<br />

Wiederaufladbare, sogenannte sekundäre Batterien oder<br />

auch Akkumulatoren genannt, werden mehrfach verwendet.<br />

Ihre gespeicherte elektrische Energie wird verbraucht und<br />

im Ladevorgang wieder aufgefüllt. Die chemischen Abläufe<br />

sind umkehrbar, d.h. die beim Entladen entstehenden chemischen<br />

Verbindungen werden beim Ladevorgang wieder<br />

aufgebrochen und können damit erneut entstehen, unter<br />

Abgabe von elektrischer Energie. Eine Vielzahl von chemischen<br />

Grundkonzepten hat sich inzwischen etabliert, jedes<br />

mit entsprechenden Vor- und Nachteile - immer davon abhängig,<br />

wo die entsprechende Speichertechnologie zum<br />

Einsatz kommt.<br />

Die Entwicklung der letzen Jahre hat die Energiedichte von<br />

z.B. AAA Zellen von zuerst 200mAh inzwischen in den Bereich<br />

von 1000mAh und sogar darüber hinaus marktfähig<br />

abgeschlossen. In den aktuell erhältlichen Hybridfahrzeugen<br />

werden NiMh-Energiespeicher mit bis zu 30 Kilowattstunden<br />

serienmäßig verbaut.<br />

Die Aufnahme von Bremsenergie und Abgabe von Energie<br />

beim Beschleunigen erfolgen im täglichen Einsatz bis zu<br />

hundert mal. Spannungen von 650 V versorgen den Elektromotor<br />

mit Leistung und erzeugen fühlbar kräftiges Drehmoment<br />

beim Vortrieb.<br />

Wiederaufladbare Lithium Batteriepacks sind vielerorts in<br />

der Testphase und haben Potential, die NiMh-Zellen in zukünftigen<br />

Lösungen zu ersetzen. Die um Faktor zwei bis<br />

drei höhere Energiedichte der Lithium Technologie ist das<br />

entscheidende Argument, um zu verstehen, warum hiermit<br />

experimentiert wird.<br />

Das Gewicht pro Kilowattstunde lässt sich mit Lithiumzellen<br />

weiter reduzieren - das geringe Gewicht ist bei Kraftfahrzeugen<br />

entscheidend für den Gesamtenergieverbrauch.<br />

Neue Lithium Technologien bieten großes Potential bei Serienreife<br />

schnell Marktanteile zu erreichen. Wenn sich einige<br />

zehntausend Ladezyklen wie z.B. bei Lithium-Titanzellen erreichen<br />

lassen, würde ein Elektroauto nur noch eine Batterie<br />

für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges benötigen. Aktuell<br />

geht man bei Lithiumpolymere und LithiumEisenPhosphat<br />

von wenigen Jahren Lebensdauer im Fahrzeug aus. Höhere<br />

Energiedichten bei niedrigem Innenwiderstand wie z.B.<br />

Lithium-Sulfat Lösungen würden kompakte schnellladbare<br />

Kfz ermöglichen.<br />

90 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Tronic One<br />

»Aktuelle Forschungen lassen hoffen, dass in wenigen<br />

Jahren die ideale Zelle verfügbar und produzierbar wird.«<br />

Weitere Chemiekombinationen sind in Forschungseinrichtungen<br />

aufgebaut und lassen hoffen, dass in wenigen Jahren<br />

die ideale Zelle mit hoher Energiedichte, niedrigem Innenwiderstand,<br />

einigen zehntausend Ladezyklen, niedrigen<br />

Systemkosten sowie schneller Ladezeit im Minutenbereich<br />

verfügbar und produzierbar wird.<br />

Tronic One GmbH / www.tronicone.com<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

n e


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Annegret HANdel-kempf<br />

Schwarzes Gold als Fahrgast-<br />

Rüstung in Elektroautos<br />

Moderne Fasern werden bald Stahl ablösen und bei Unfällen besonders wichtig<br />

sein: Überleben in zukunftsträchtiger Leichtigkeit<br />

Energiesparen tut Not. Leichte Autos helfen dabei. Das nötige<br />

Material dafür gibt es, tolle Teile mit kompliziertem Namen:<br />

Sogenannte »Hochleistungsfaserverbundwerkstoffe«,<br />

besonders kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe mit belastungsgerecht<br />

gestaltbarer Endlosfaserverstärkung. Die im<br />

Spitzensport, in Fahrradrahmen und in Flugzeugen schon<br />

vielfach eingesetzten Carbonfasern sind leicht und nahezu<br />

unverwüstlich, wenn auch - nach bisherigen Produktionsverfahren<br />

- teuer.<br />

Doch wie reagiert das »Schwarze Gold« bei Unfällen? Haben<br />

die Autoinsassen ein höheres Verletzungs- oder Todesrisiko,<br />

als in Stahl- oder Alu-Karosserien? Ist es tatsächlich so,<br />

dass sich CFK zunächst nicht verbiegt und dann mit einem<br />

Schlag zerbröselt? Sind Carbonfasern als zukunftsträchtiges<br />

Material für Elektroautos geeignet, oder gibt es Sicherheitsprobleme,<br />

die - zumindest materialtechnisch - nicht zu überwinden<br />

sind?<br />

»Crashsicherste Werkstoffe«<br />

Ein »großes Kundeninteresse« sieht Prof. Dr.-Ing. Frank<br />

Haupert von der Hochschule Hamm-Lippstadt, ein ausgewiesener<br />

Leichtbau-Experte, da die Sicherheit bei Carbon-<br />

Fahrzeugen sogar »dreifach fester zum heutigen Stand« bei<br />

Kleinwagen sei. »Carbonfaserlaminierte Werkstoffe sind die<br />

crashsichersten Werkstoffe überhaupt«, sagt Haupert. Das<br />

Chassis absorbiere die Energie, wovon Formel1 und Luxuslimousinen,<br />

die ganz oder teilweise aus Carbon bestehen,<br />

schon jetzt profitierten. »Im Porsche sind alle sicherheitsrelevanten<br />

Teile aus Carbon.«<br />

Der Leichtheit bescheinigt der Fachmann aus Hamm-Lippstadt<br />

eine »Riesenfestigkeit«. Er wagt eine Prognose: »Irgendwann<br />

wird ein großer Teil der Autos aus Carbon bestehen.«<br />

Der genaue Zeitpunkt hänge »ganz massiv« davon<br />

ab, »was Kohlefaser pro Kilogramm kostet«. »Wird die Faser<br />

vom Preis her günstig, ist sie massenproduktionstauglich«,<br />

betont auch Professor Dr. Frank Pöhler von der Fakultät für<br />

Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule für Technik<br />

und Wirtschaft in Karlsruhe. Gegenwärtig sei Carbon so<br />

teuer, dass es nur für Klein- oder Mittelserien im gehobenen<br />

Segment tauge. Audi setze auf Carbon plus Leichtbau, Lamborghini<br />

auf Carbon total.<br />

Hohes Energieaufnahmevermögen<br />

Das liege auch daran, dass die Fahrgastzelle aus Carbon länger<br />

halte. »Normale sicherheitsrelevante Bauteile bedeuten<br />

für den Menschen ein größeres Verletzungsrisiko«, sagt der<br />

Experte. »Mit Carbon gibt es bestimmt kein höheres Unfallrisiko.<br />

Das sieht man in der Formel1, wo der Fahrer trotz heftigen<br />

Crashs unverletzt bleibt. Die Fasern sind sehr geeignet<br />

für solche Sachen.« Besonders beeindruckt Pöhler das<br />

hohe Energieaufnahmevermögen von CFK: »Bei Stabhochsprungstäben<br />

im Spitzenbereich zeigt sich die Flexibilität<br />

und die Dehnbarkeit der Faser. Sie zerbricht nicht wie Glas.<br />

Es kommt lediglich zu einer Deformation.« Glasfaser biete<br />

eine um eine Stufe niedrigere Festigkeit als Carbon. Die speziellen<br />

Reparaturtechniken für CFK-Bauteile würden auch im<br />

Flugzeug- und Bootsbau eingesetzt. »Die Festigkeit ist dann<br />

nicht mehr so groß«, erklärt Pöhler. In der Formel1 würden<br />

zerbrochene, sicherheitsrelevante Carbon-Teile komplett<br />

ausgetauscht.<br />

Überlebenszelle aus CFK<br />

»Meiner Einschätzung nach sind Carbonfasern - genauer<br />

gesagt carbonfaserverstärkte Kunststoffe CFK - sehr wohl<br />

als zukunftsträchtiges Material nicht nur für Elektroautos<br />

geeignet. Sie sind hierfür sogar prädestiniert, und das auch<br />

und gerade unter dem Gesichtspunkt »Verhalten von Carbonfasern<br />

bei Unfällen«, sagt Dr.-Ing. Rüdiger Bräuning vom<br />

Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Stellvertretender<br />

Produktbereichsleiter Polymer Engineering. Ein<br />

Grund hierfür ist, Bräuning zufolge, das hohe Leichtbaupotenzial,<br />

das gewichtsbezogen viel Steifigkeit und Festigkeit<br />

biete, und zwar mit bis zu zwei Dritteln Gewichtsreduzierung<br />

92 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ANNEGRET HANDEL-kempf<br />

»Sind Carbonfasern als zukunftsträchtiges Material für<br />

Elektroautos geeignet oder gibt es Sicherheitsprobleme,<br />

die nicht zu überwinden sind?«<br />

gegenüber Stahl und einem Drittel gegenüber Aluminium.<br />

Ein weiteres Argument sei die um ein vielfaches höhere spezifische<br />

Energieaufnahme im Crashfall gegenüber Stahl und<br />

Aluminium. Dadurch würden sich das Verletzungs- und Todesrisiko<br />

von Autoinsassen im Vergleich zu Stahl- oder Alu-<br />

Karosserien deutlich reduzieren.<br />

Bräuning verweist darauf, dass im Motorsport die hochsteife<br />

und hochfeste CFK-Monocoque die Überlebenszelle bildet:<br />

Sie bleibe im Idealfall vollständig erhalten und schütze so<br />

Fahrer und Passagiere. Und das funktioniert so: Im Front-,<br />

Heck- und Seitenbereich wird die Crashenergie, also die<br />

bei einem Unfall auftretende negative Beschleunigung,<br />

durch die CFK-Bauteile so weit abgebaut, dass weder die<br />

Überlebenszelle zu stark beschädigt, noch die für den Fahrer<br />

tolerierbare maximale Verzögerung überschritten wird.<br />

Die Crash-Elemente verdauen die bei einem Unfall wirkenden<br />

Kräfte, indem sie die maximale Energie-Absorption bis<br />

zur Selbst-Pulverisierung fressen. Der Serien-Sportwagen<br />

Mercedes-Benz SLR McLaren werde bereits nach diesem<br />

Formel1-Schutz-Prinzip gebaut.<br />

In die Großserie startet CFK voraussichtlich erstmals mit dem<br />

Elektromobil BMW i13, dem MegaCityVehicle, im Jahr 2013.<br />

Der Fraunhofer-Forscher hebt hier das »Drive-Modul« hervor,<br />

also das Chassis aus Aluminium, in dem auch die Batterie<br />

steckt. Es soll bei einem Unfall den Großteil der Energie<br />

absorbieren. Das »Life-Modul« stelle die Überlebenszelle<br />

dar und spiele vor allem bei Seitenaufprall- und Pfahl-Unfall<br />

die »hervorragenden Crasheigenschaften« von CFK aus.<br />

entsprechende Vorschriften, was den Einsatz von Carbon<br />

im Fahrzeuginnenraum betrifft.« Allerdings gebe es für den<br />

Splitterschutz »sehr gute« innovative Ansätze, um diese Gefahren<br />

zu vermeiden. Funke: »Diese Methoden sind sehr wirkungsvoll,<br />

so dass ich davon ausgehe, dass CFK in zukünftigen<br />

Fahrzeugen vermehrt zum Einsatz kommen kann und<br />

die Splittergefahr kein wirkliches Hemmnis zur Verbreitung<br />

von CFK im Fahrzeugbereich darstellen wird.«<br />

Gummi gegen Gefahren<br />

Eine Optimierung von CFK-Metall-Hybridbauteilen hat sich<br />

das Gummiwerk Kraiburg vorgenommen. Der Spezialist für<br />

technische Kautschuk-Mischungen entwickelte eine direkte<br />

Integration von Rohkautschuk-Mischungen, ohne zusätzliche<br />

Arbeitsschritte und Haftvermittler, in den Fertigungsprozess<br />

der Faserverbundwerkstoffe. Fasern, Harz und Gummi<br />

werden auf diese Weise neu kombiniert.<br />

Von den Fasern kommt die Stabilität, das Harz hält die Fasern<br />

in Form und der Gummi ermöglicht Verbesserungen der<br />

Bauteile für den jeweiligen Einsatzbereich. Eine Erhöhung<br />

der Elastizität, Verringerung der Splittergefahr und Verbesserung<br />

des Crash-verhaltens verspricht sich das Unternehmen<br />

davon.<br />

Annegret Handel-Kempf<br />

Freie Redakteurin und Autorin<br />

red-jah@journalistenbuero-jah.com<br />

www.journalistenbuero-jah.com<br />

»Splittergefahr kein wirkliches Hemmnis«<br />

Professor Dr.-Ing. Herbert Funke, zuständig für Fahrzeugkonstruktion<br />

im Bereich Maschinenbau an der Fachhochschule<br />

Dortmund, hingegen warnt: »Prinzipiell ist es richtig,<br />

dass konventionelle CFK-Laminate zum Splittern neigen,<br />

was insbesondere im Crashfall zusätzliche Verletzungsrisiken<br />

beinhalten kann. Im Fahrzeugbau gibt es daher auch<br />

Neue Mobilität<br />

93


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Kathrin Dudenhöffer & Leonie hause<br />

CAR-Mitarbeiter unterstützt blinden Probanden beim Ausfüllen des Fragebogens<br />

Gefahrenpotentiale leiser<br />

Elektroautos<br />

Kathrin Dudenhöffer & Leonie Hause<br />

Leise Autos als Zukunftsbild? Die ersten Prototypen und Serienmodelle<br />

von Elektroautos fahren bereits fast geräuschfrei<br />

durch Deutschlands Straßen. Vor allem bei geringen<br />

Geschwindigkeiten macht sich das fehlende Geräusch des<br />

Verbrennungsmotors bemerkbar: lediglich das leise Summen<br />

des Elektromotors ist wahrnehmbar. Was für viele Anwohner<br />

verkehrsintensiver Straßen als Traum erscheint, ist<br />

für blinde und sehbehinderte Personen, aber auch für ältere<br />

Mitbürger und Kinder eine Gefahr.<br />

Besonders Blinde und Sehbehinderte stehen der Kommerzialisierung<br />

und Ausbreitung von Elektroautos mit großer<br />

Skepsis und Furcht gegenüber. Ihnen dient das Motorengeräusch<br />

nicht nur zur Warnung, sondern auch zur Orientierung<br />

im Straßenverkehr. In einer Studie am CAR-Institut der<br />

Universität Duisburg-Essen wurde diesem Problem nachgegangen.<br />

Die Forscher untersuchten, wie Fußgänger Geräusche<br />

in Verkehrssituationen mit Elektrofahrzeugen wahrnehmen,<br />

wie diese Personen ihre persönliche Sicherheit bei<br />

Elektroautos im Straßenverkehr empfinden, welche Gefahren<br />

für Handicap-Gruppen bestehen und wie Lösungsmöglichkeiten<br />

aussehen können. Die Untersuchung war Teil des<br />

ColognE-mobil-Projektes in der Modellregion Rhein-Ruhr für<br />

Elektromobilität.<br />

94 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Kathrin Dudenhöffer & Leonie Hause<br />

Basis der Studie waren fünf Fahrzeugpaare, bestehend aus<br />

je einem batterieelektrischen Fahrzeug (BEV) und ein bis<br />

zwei baugleichen Verbrennern. Die Untersuchung umfasste<br />

Akustikmessungen der Fahrzeugpaare (zum einen auf einer<br />

Teststrecke sowie am Versuchsort), Experimente zur Geräuschwahrnehmung<br />

in einem Wohngebiet mit insgesamt<br />

240 Probanden sowie vertiefende Gruppendiskussionen<br />

mit blinden und sehbehinderten Personen. Die Experiment-<br />

Studie erfolgte in drei Durchläufen im Zeitraum von Juli 2010<br />

bis April 2011. Die Probanden bewerteten die vorbeifahrenden<br />

Fahrzeuge vom Straßenrand aus per Fragebogen (vgl.<br />

Abb.1).<br />

Fahrzeugtyp<br />

German E-Cars / Stromos BEV<br />

Opel Agila Benzin<br />

Smart Fortwo BEV<br />

Smart Fortwo Benzin<br />

Smart Fortwo Diesel<br />

Pegel in dB (A)<br />

57<br />

59<br />

58<br />

61,5<br />

62,5<br />

wird diese Lösung vertreten. Laut Aussagen der Teilnehmer<br />

der Gruppendiskussionen sind individuelle Sounds wie<br />

Vogelgezwitscher, Musik oder Düsenjet-Geräusche keine<br />

Alternative, da anhand fremder Geräusche Distanz und Geschwindigkeit<br />

des Fahrzeuges schwer einzuschätzen sind.<br />

Allerdings lassen die neusten Ergebnisse der Studie vermuten,<br />

dass moderne Benzin-Fahrzeuge (wie hier der Opel<br />

Agila) fast so leise sind wie Elektroautos und demensprechend<br />

ebenfalls schwer wahrgenommen werden können.<br />

Der Anteil der gefährdeten Probanden im Experiment scheint<br />

nahezu identisch mit den Werten des Elektrofahrzeugs.<br />

Demzufolge empfehlen die Forscher des CAR-Instituts eine<br />

breitere Lösung für die Problematik der leisen Fahrzeuge.<br />

So könnte ein elektronisches Warnsystem die betroffenen<br />

Personen (in erster Linie blinde und sehbehinderte Personen,<br />

aber auch Kinder, Senioren und Schwerhörige) vor einem<br />

herannahenden Fahrzeug warnen und auf eine mögliche<br />

Gefahr aufmerksam machen.<br />

ABB.1:Akustikmessungen auf der Teststrecke (Auswahl)<br />

Zusätzlich wurden mittels eines elektronischen Buzzersystems<br />

die Zeiten gemessen, wann die Probanden das herannahende<br />

Fahrzeug hörten. Die breite Stichprobe der Studie<br />

umfasste blinde und sehbehinderte Personen sowie nicht<br />

sehbehinderte Menschen. Die Altersspanne reichte vom<br />

5-jährigen Kind bis zum 94-jährigen Senior.<br />

Wichtiges Ergebnis der Experimentstudien ist, dass Probleme<br />

bei der akustischen Wahrnehmung von Elektroautos<br />

auch bei höheren Geschwindigkeiten von 30 km/h und<br />

unterschiedlichen Wetterbedingungen (auf trockener und<br />

nasser Fahrbahn) bestehen. Etwa 15% der Probanden konnten<br />

in den simulierten Verkehrssituationen das Elektroauto<br />

nicht rechtzeitig wahrnehmen. Für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe<br />

scheinen leise Elektrofahrzeuge demnach ein<br />

Risikopotenzial darzustellen.<br />

Die vertiefenden Interviews mit blinden und sehbehinderten<br />

Personen machten deutlich, dass Verkehrssituationen<br />

mit Elektrofahrzeugen bei niedrigerer Geschwindigkeit gefährlicher<br />

werden. Vor allem stehende Elektrofahrzeuge mit<br />

laufendem Motor, Anfahren und Abbremsen (wie beispielsweise<br />

beim Ein- und Ausparken) wurde von den Teilnehmern<br />

als sehr riskant bewertet, da kaum Fahrgeräusche wahrgenommen<br />

werden konnten.<br />

Kathrin Dudenhöffer / Leonie Hause<br />

CAR - Center Automotive Research<br />

Universität Duisburg-Essen<br />

www.uni-due.de/car<br />

Ein kurzfristiger Lösungsvorschlag könnte der Einbau eines<br />

künstlich generierten Motorengeräusches in die entsprechenden<br />

Fahrzeuge sein. Besonders von Blindenverbänden<br />

Neue Mobilität<br />

95


Status Quo der Elektromobilität - Legal corner<br />

Elektromobilität - eine energierechtliche<br />

Betrachtung<br />

Rechtsanwalt Dr. Christian de Wyl und Rechtsanwalt Jan-Hendrik vom Wege, MBA<br />

Die Vision ist formuliert: Im Idealfall sollen im Jahr 2020 auf deutschen Straßen eine Million<br />

Elektroautos surren. Eine große Herausforderung nicht nur für die Autoindustrie, sondern auch für<br />

die Energiewirtschaft. Mit den derzeitigen energiewirtschaftlichen und -rechtlichen Rahmenbedingungen<br />

ist die Integration des elektromobilen Energieverbrauchers nicht oder nur mit gehörigen<br />

Anstrengungen und umfangreicher Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten darstellbar.<br />

Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur & Konsequenzen<br />

für die Ladesäulenbetreiber<br />

Während wir heute unsere konventionellen Autos an der<br />

nächsten Tankstelle auftanken, fehlt es für Elektromobile<br />

noch an der notwendigen Ladesäuleninfrastruktur. Diese<br />

wird in den kommenden Jahren sukzessive aufgebaut werden,<br />

zunächst vorwiegend im privaten (Ladestation in der<br />

eigenen Garage) oder halb-öffentlichen Raum (Parkhäuser,<br />

Supermarktparkplätze o.ä.), später auch im öffentlichen Bereich<br />

(am Straßenrand). Doch so mancher Betreiber einer<br />

Ladesäule macht sich keine Gedanken über die (rechtlichen)<br />

Konsequenzen, jedenfalls dann, wenn er Dritten die Aufladung<br />

gestattet. Unabhängig davon, welcher Stromlieferant<br />

den Betreiber an der Ladesäule beliefert, stellt die Abgabe<br />

des Stroms an einen Elektroautofahrer, ob entgeltlich (z.B.<br />

erhöhtes Parkentgelt) oder kostenfrei, eine Belieferung dar.<br />

Die Folgen sind weitreichend: Der Ladesäulenbetreiber wird<br />

im energie- und stromsteuerrechtlichen Sinne selbst zum<br />

Lieferanten bzw. Versorger und muss den umfangreichen<br />

Pflichtenkanon des Energiewirtschafts- und Stromsteuergesetzes<br />

einhalten. Dieser umfasst beispielsweise die<br />

Verpflichtung zur Anzeige der Tätigkeitsaufnahme bei der<br />

Bundesnetzagentur, Beantragung einer Versorgererlaubnis<br />

bei den Zollbehörden und Abgabe einer Steueranmeldung<br />

sowie eine Vielzahl weiterer Pflichten gegenüber Marktteilnehmern.<br />

Anders stellt es sich dar, wenn der Ladesäulenbetreiber<br />

nur die Infrastruktur zur Verfügung stellt, damit Lieferanten<br />

ihren Strom dort anbieten können.<br />

Sind diese Folgen gewollt und fördern sie die Bereitschaft,<br />

Ladesäulenbetreiber zu werden? Nach geltender Rechtslage<br />

sind sie jedenfalls unausweichlich.<br />

Beifahrer Lieferant?<br />

Eine ganz andere Problematik stellt sich für den Elektromobilfahrer,<br />

der die Erwartung hegt, an jeder Ladesäule Fahrstrom<br />

seines eigenen Lieferanten beziehen zu können. Im<br />

geltenden Rechtsrahmen funktioniert eine Aufladung eines<br />

Elektromobils dann, wenn die an einem Ladepunkt entnommene<br />

Energie genau einem Lieferanten bilanziell zugeordnet<br />

werden kann und der Lieferant den Verbrauch wenigstens einem<br />

Kunden gegenüber abrechnen kann.<br />

Damit sind solche Ladeszenarien umsetzbar, in denen der<br />

Betreiber der Ladesäule selbst beliefert wird. Das trifft jedenfalls<br />

auf die »Beladung in der eigenen Garage« zu. Entsprechend<br />

ist dieses für einen Parkplatz denkbar. Regelmäßig<br />

ist der Parkplatzbetreiber der belieferte Kunde, der die<br />

Energie gratis oder gegen gesondertes Entgelt (z.B. erhöhte<br />

Parkgebühr) - mit den zuvor geschilderten Folgen - zur Verfügung<br />

stellt. Schließlich sind natürlich auch Modelle möglich,<br />

in denen der Lieferant die Ladesäule selbst betreibt.<br />

Auch die Umsetzung einer »lieferantenoffenen« Ladesäule<br />

ist derzeit nur möglich, wenn die beteiligten Lieferanten<br />

zugunsten des Kunden kooperieren. Wollen mehrere Lieferanten<br />

ihre Kunden an dieser Ladesäule laden lassen, bedarf<br />

es entsprechender (freiwilliger) Vereinbarungen mit dem die<br />

Ladesäule betreibenden Lieferanten (s.g. Bereitstellung).<br />

Die Flexibilität endet jedoch, wenn die Belieferung einer<br />

»vagabundierenden« Entnahmestelle, wie ein Elektromobil<br />

oder ein sich bewegender Kunde, abgebildet werden soll.<br />

Das geltende Recht kennt nur ortsfeste Entnahmestellen.<br />

96 Neue Mobilität


Status Quo der Elektromobilität - Legal Corner<br />

»Die heute geltenden Rahmenbedingungen sind nur schwer<br />

geeignet, damit Elektromobilität zur Selbstverständlichkeit<br />

wird.«<br />

Fazit<br />

Diese einfachen Beispiele zeigen, dass die heute geltenden<br />

Rahmenbedingungen nur schwer geeignet sind, damit<br />

Elektromobilität zur Selbstverständlichkeit wird. Die beschriebenen<br />

Schwierigkeiten stellen Hindernisse dar, die<br />

Vision von einer Million Elektroautos in 2020 Realität werden<br />

zu lassen. Der Gesetzgeber muss den Rechtsrahmen<br />

anpassen, damit es für den potenziellen Kunden so komfortabel<br />

wie möglich ist, sonst wird dieser nicht elektromobil<br />

unterwegs sein.<br />

Dr. Christian de Wyl & Jan-Hendrik vom Wege<br />

Rechtsanwälte, Becker Büttner Held / www.bbh-online.de<br />

Besser Beraten Handeln<br />

Rechtsgebiete:<br />

Energierecht<br />

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Elektro-Mobilität<br />

Unternehmensgründung/<br />

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Urheberrecht/<br />

Gewerblicher Rechtsschutz<br />

Compliance<br />

Internationale Rechtsund<br />

Steuerberatung<br />

Steuerberatung<br />

Wirtschaftsprüfung<br />

Öffentliche Auftragsvergabe<br />

Wettbewerbs- und Kartellrecht<br />

Zivil- und Arbeitsrecht<br />

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Die Sozietät Becker Büttner Held ist einer der führenden deutschen Berater in den Bereichen<br />

Energie- und Infrastrukturrecht mit europaweiter Verflechtung. Als integrierte Sozietät ist BBH<br />

mit über 150 Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern sowie Ingenieuren und insgesamt<br />

über 320 Mitarbeitern an den Standorten Berlin, Köln, München und Stuttgart vertreten.<br />

Becker Büttner Held versteht den interdisziplinären Beratungsansatz sowie die technische und<br />

wirtschaftliche Analyse von Sachverhalten als ein Markenzeichen der Kanzlei:<br />

Unser Ziel ist es nicht, isoliert Rechtsfragen zu bearbeiten. Wir möchten die dahinter liegenden<br />

wirtschaftlichen Zusammenhänge aufklären und langfristige Lösungen für die Praxis anbieten.<br />

Eine langjährige Verwurzelung und umfassende Kenntnis der Branche sichern eine herausragende<br />

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Beratungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Energie, Verkehr und Infrastruktur, Finanzierungen,<br />

Fördermittelberatung, Unternehmensgründung, steuerliche Gestaltung, Zivil- und Arbeitsrecht<br />

sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht.<br />

Den Kern der Mandantschaft bilden zahlreiche Energie-, Verkehrs- und Versorgungsunternehmen,<br />

vor allem Stadtwerke, Kommunen, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen der Privatwirtschaft<br />

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Gerne stehen wir auch Ihnen mit Rat und Tat erfolgreich zur Seite.<br />

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Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - BENJAMIN BÜRGER<br />

Vehicle to Grid<br />

Elektrofahrzeuge als Energiespeicher<br />

Betrachten wir das Jahr 2030, die Elektromobilität hat sich<br />

durchgesetzt und ist zu einem Massenphänomen geworden.<br />

Millionen von elektrisch betriebenen Autos fahren auf<br />

Deutschlands Straßen. Die Menschen haben sich an die<br />

lautlose Mobilitätsform gewöhnt und sie lieben gelernt. In<br />

dieser Situation stellt sich die Frage, ob Elektroautos weitere<br />

Funktionen außer der Mobilität bieten können. Eine Antwort<br />

könnte das »Vehicle to Grid« Konzept (V2G) sein, die Verwendung<br />

von Fahrzeugakkumulatoren als Energiespeicher.<br />

Zunächst erscheint die Idee von V2G einfach. Die Kapazität<br />

der Akkumulatoren in den Elektrofahrzeugen wird genutzt,<br />

um Strom bei geringer Nachfrage zu speichern und bei hoher<br />

Nachfrage ins Netz einzuspeisen. Die zusätzliche Möglichkeit<br />

zur Energiespeicherung ermöglicht es resultierende<br />

Nachteile aus schwankender regenerativer Energieerzeugung<br />

zu verringern. Gegenüber anderen elektrisch angetriebenen<br />

Fahrzeugen sind Pkw aufgrund der relativ hohen<br />

Akkukapazität und großen Verfügbarkeit besonders geeignet.<br />

Viele Nutzergruppen (wie bspw. Pendler) haben einen<br />

gleichbleibenden Tageskilometerbedarf. Laut ADAC fahren<br />

80% der Fahrzeuge weniger als 40 km am Tag. Dies entspricht<br />

ungefähr einer täglichen Nutzung von einer Stunde.<br />

Die restliche Zeit könnte das Fahrzeug für die Speicherfunktion<br />

genutzt werden. Der Fahrzeugnutzer stellt seine täglich<br />

benötigten Kilometer einmalig in das IT-System seines Anbieters<br />

ein. Je nach Sicherheitsbedürfnis des Nutzers wird<br />

ein Puffer auf die von ihm benötigten Kilometer aufgeschlagen.<br />

Benötigt er mehr Kilometer als geplant, z.B. für einen<br />

Kinobesuch, kann er seinen Kapazitätsbedarf bei seinem<br />

Anbieter kurzfristig vergrößern. So steht das Fahrzeug ohne<br />

Einschränkungen zur Verfügung. Netzseitig wird der ungeplante<br />

Kapazitätsausfall mit einer vorherigen Überplanung<br />

der Kapazitäten abgefangen.<br />

Die größere Herausforderung wird es sein, die Fahrzeugnutzer<br />

für V2V zu motivieren. Dies könnte durch eine Beteiligung<br />

am Gewinn erfolgen. Dies muss nicht zwingend auf<br />

monetäre Weise geschehen. Möglich wäre ein Geschäftsmodell,<br />

in dem der Nutzer durch Freikilometer vergütet wird.<br />

Freikilometer können außerdem sehr gut für Marketingaktionen<br />

genutzt werden. Weitere Möglichkeiten für Anreize<br />

sind Parkplätze für V2G-Fahrzeuge in prädestinierter Lage<br />

oder die Darstellung als innovativer Fahrzeugnutzer.<br />

Um V2G zu realisieren, bedarf es für Unternehmen der Möglichkeit<br />

Gewinne zu erwirtschaften. Die Erlöse können durch<br />

die aus dem Tageszyklus des Strommarktes resultierende<br />

Differenz zwischen Preisminimum und Preismaximum realisiert<br />

werden. Beim Einsatz der Fahrzeuge als Regelenergielieferant<br />

können weitere Erlöse erzielt werden. Die Kosten<br />

von V2G entstehen hauptsächlich durch die Abnutzung der<br />

Fahrzeugakkumulatoren.<br />

Unter Berücksichtigung der für das Jahr 2020 vorausgesagten<br />

Kosten für Akkumulatoren, Ladezyklen, zusätzliche<br />

Ladesäulen und des zu erzielenden Durchschnittsdifferenzpreises<br />

ergibt sich ein Gewinn von einigen Euros pro Ladezyklus.<br />

Durch Skalen- und Lerneffekte sind weitere Kostensenkungen<br />

in der Herstellung der Akkumulatoren zu erwarten.<br />

Diese wirken sich gewinnsteigernd aus.<br />

Das Konzept des Elektrofahrzeugs als Energiespeicher<br />

könnte eine Funktion über den reinen Mobilitätszweck hinaus<br />

sein. Der Erfolg wird jedoch stark von Faktoren wie der<br />

günstigen Massenfertigung von Akkumulatoren, sowie dem<br />

gewählten Geschäftsmodell der Elektromobilität beeinflusst<br />

werden.<br />

Benjamin Bürger<br />

Cassini Consulting<br />

benjamin.buerger@cassini.de<br />

www.cassini.de<br />

98 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Batterieforschungszentrum MEET<br />

Der Schlüssel<br />

liegt in der Batterie<br />

Das Forschungszentrum MEET der Universität Münster führt Wissenschaft und<br />

Industrie an einem Ort zusammen<br />

Es ist mehr als hundert Mal trockener als in der Sahara. Gearbeitet wird mit Mundschutz, um<br />

die hoch reaktiven Materialien vor Feuchtigkeit zu schützen. Wo Batteriezellen auf Basis der<br />

Lithium-Ionen-Technologie hergestellt werden, muss die Luftfeuchtigkeit extrem niedrig sein.<br />

Im Trockenraum des Batterieforschungszentrums MEET der Universität Münster liegt die relative<br />

Luftfeuchte bei etwa 0,02%.<br />

Das MEET ist Teil des rund 4.500 Quadratmeter umfassenden<br />

Zentrums, in dem ein internationales Team aus 75 Wissenschaftlern<br />

an der Weiterentwicklung elektrochemischer Energiespeicher<br />

arbeitet - angefangen von den Materialien bis hin<br />

zur fertigen Zelle. Das Ziel: Die Batterie für größere Systeme<br />

kompatibel zu machen - auch für den Einsatz in Elektroautos.<br />

MEET steht für »Münster Electrochemical Energy Technology«<br />

und hat sich innerhalb weniger Monate zu einer der<br />

bedeutendsten Einrichtungen der Batterieforschung in<br />

Deutschland entwickelt.<br />

Anfang 2009 entstanden die ersten Skizzen für das Zentrum<br />

auf dem Papier. Ein Jahr später kam es bereits zur Auftragsvergabe<br />

für den Bau. Ein weiteres Jahr später - im Februar<br />

2011 - folgte der Einzug. »Die Umsetzung fand in Rekordzeit<br />

statt«, betont MEET-Projektleiter Dr. Gerhard Hörpel.<br />

Ein Fokus der Forschungsarbeit liegt etwa auf der Analyse<br />

und Synthese neuer Materialen. »Gute Materialien sind<br />

die Basis leistungsfähiger Batterien«, erklärt Prof. Martin<br />

Winter vom MEET. »Ein entscheidender Punkt dabei ist, die<br />

Speicherkapazität der Materialien und somit die Energiedichte<br />

der Batterien zu erhöhen.« So ließen sich beispielsweise<br />

größere Reichweiten von Elektroautos erzielen. Gleichzeitig<br />

spielt die Alterung der Akkus eine wichtige Rolle. Denn von<br />

einer praxistauglichen Batterie wird erwartet, dass sie ein<br />

Autoleben lang hält. In den Laboren des MEET-Zentrums<br />

können die Akkus einem so genannten Stresstest unterzogen<br />

und Alterungsmechanismen untersucht werden. Das heißt,<br />

sie werden bei unterschiedlichen Temperaturbedingungen<br />

tausendfach auf- und entladen. Die Ergebnisse - sprich wie<br />

sie reagieren und welche Nebenprodukte entstehen - liefern<br />

wichtige Informationen für den Einsatz in der Praxis.<br />

Neben der Beteiligung an nationalen und internationalen<br />

Projekten zur Erforschung von Energiespeichern will MEET<br />

auch gezielt die Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft<br />

schlagen. Daher wird sowohl eng mit anderen Forschungsinstituten<br />

als auch Partnern aus der Industrie sowie kleinen<br />

und mittelständischen Unternehmen zusammengearbeitet.<br />

»Wir bieten Firmen zum Beispiel die Möglichkeit, bei uns<br />

ihre Materialien testen zu lassen«, so Hörpel. Unternehmen<br />

wie VW, Daimler und Audi gehören bereits zu den Auftraggebern.<br />

»Die Idee hinter MEET ist, verschiedene Kompetenzen<br />

an einem Ort bündeln«, betont Professor Winter.<br />

Noch gilt es, einige Hürden auf dem Weg zu kostengünstigen<br />

und praxistauglichen Batterien zu nehmen. Doch in Münster<br />

wird kräftig daran geforscht, dass die Vision einer elektromobilen<br />

Zukunft ein Stück näher rückt.<br />

Westfälische Wilhelms-Universität<br />

Batterieforschungszentrum MEET<br />

www.uni-muenster.de/MEET<br />

Neue Mobilität<br />

99


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - HANS-JÜRGEN ESCH<br />

Elektronik im Elektroauto<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

Der atemberaubende Fortschritt der Elektronik veränderte<br />

unser Leben in den letzten Jahrzehnten grundlegend. Die<br />

Digitalisierung elektronischer Systeme und immer komplexere<br />

und schnellere elektronische Schaltkreise ermöglichten<br />

Computer, Mobiltelefone, Digitalkameras, neuartige Unterhaltungselektronik<br />

und Internet. Sensoren, Interfacebausteine<br />

und verbesserte Leistungshalbleiter verbanden die<br />

Intelligenz mikroelektronischer Systeme mit der realen Welt.<br />

Präzise Prozesssteuerungen, neue Fertigungsverfahren und<br />

Robotersysteme entstanden. Der ausgelöste tiefgreifende<br />

Wandel aller Lebensbereiche ähnelt denen der industriellen<br />

Revolution und markiert den Übergang zur postindustriellen<br />

Informationsgesellschaft.<br />

Einem 125-Jährigen verhalf jedoch die Elektronik zu einem erstaunlichen<br />

Weiterleben: das fossile Auto überlebte. Gleich<br />

einem Patienten auf der Intensivstation retteten elektronische<br />

Hilfssysteme den an Effizienz und Sauberkeit schwächelnden<br />

Verbrennungsmotor. Motorsteuergeräte und Sensornetzwerke<br />

verbesserten den Verbrennungsprozess und<br />

senkten den Verbrauch, leider unzureichend. Gegen Abgase,<br />

Lärm und die Abhängigkeit vom Öl mit den negativen Folgen<br />

für Volkswirtschaft und Umwelt ist Elektronik verständlicherweise<br />

machtlos.<br />

Welche Rolle spielt Elektronik beim längst überfälligen Systemwechsel<br />

des Fahrzeugantriebs und wie könnte mit ihr<br />

die Mobilitätswende forciert werden?<br />

Blicken wir zunächst zurück - schließlich existierten Elektroautos,<br />

bevor es Elektronik gab. Energiespeicher waren<br />

schwere Bleiakkus, deren Lade- und Entladevorgänge manueller<br />

Überwachung bedurften. Die historischen Gleichstrommotoren<br />

arbeiteten direkt mit dem Batteriegleichstrom. Sie<br />

besaßen Schleifkontakte als Polwender, die im Rotor magnetische<br />

Wechselfelder erzeugten. Diese schweren Maschinen<br />

wurden elektrisch oder elektromechanisch mit mäßigem<br />

Wirkungsgrad in der Leistung verändert.<br />

Wesentliche Verbesserungen bei Akkus und Motoren ermöglichten<br />

erst Halbleiterschaltkreise. Im modernen Elektroauto<br />

sind Steuerung und Überwachung von Akku und Antrieb<br />

zentrale Aufgaben. Ferner vernetzt Elektronik Fahrzeug<br />

und Ladeinfrastruktur, mindestens um den Ladevorgang zu<br />

optimieren, künftig auch zur Interaktion mit intelligenten<br />

Netzen. Bleiben noch, vergleichbar mit bisherigen Autos,<br />

Fahrerinformationssysteme sowie diverse Sicherheits- und<br />

Steuerfunktionen.<br />

In Lithium-Batterien sorgt elektronische Assistenz für Performance,<br />

Sicherheit und Lebensdauer der Zellen und informiert<br />

über den Ladezustand (vgl. Esch: »Die Batterie als<br />

Schlüssel zur eMobilität«, <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 2/2011).<br />

Heute favorisierte Elektromotoren besitzen keine Schleifkontakte,<br />

benötigen jedoch mehrphasige Wechselströme variabler<br />

Frequenz und Stärke. Motorkontroller, auch als Pulswechselrichter<br />

oder Main Inverter bezeichnet, wandeln den<br />

Gleichstrom (DC) der Batterien in meist drei Phasenwechselströme<br />

(AC) und steuern das elektromagnetische Drehfeld<br />

im Motor. Zur Umwandlung wird Puls-Weiten-Modulation<br />

(PWM) verwendet.<br />

Schalter<br />

Batterie<br />

Pulsweite<br />

ABB.1: Wandlung DC/AC mittels PWM<br />

Schalter geschlossen<br />

Schalter offen<br />

Pulsfrequenz<br />

Abb.1 illustriert, wie durch simple höherfrequente Schaltvorgänge<br />

aus der Batteriespannung variable Wechselströme<br />

100 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - HANS-JÜRGEN ESCH<br />

»Moderne Fahrzeugantriebe sind komplexe Systeme aus<br />

Elektromechanik, Sensorik, Mikro- und Leistungselektronik<br />

mit hohem Optimierungspotential. Mit geeigneter Programmierung<br />

des Motorkontrollers lässt sich die Energieeffizienz<br />

im Teillastbereich deutlich steigern.«<br />

entstehen. Moderne Leistungshalbleiter erledigen dieses<br />

Schalten verlustarm und stehen über Interfacebausteine mit<br />

der steuernden Mikroelektronik des Motorkontrollers in Verbindung.<br />

Asynchronmaschinen kommen mit relativ einfachen Motorkontrollern<br />

aus, die den Frequenzumrichtern stationärer<br />

Industrieantriebe ähneln. Werden die kompakteren und<br />

leichteren dauermagneterregten Synchronmaschinen (PSM)<br />

eingesetzt, wächst der Aufwand, da die Phasenströme mit<br />

der über Sensoren erfassten Position des Rotors zu synchronisieren<br />

sind. Synchronmaschinen können kurzzeitig extreme<br />

Drehmomente erzeugen, erhitzen sich jedoch wegen der<br />

dazu nötigen hohen Ströme. Eine wichtige Zusatzaufgabe<br />

des Motorkontrollers ist deswegen, Motortemperatur und<br />

Ströme zu messen, um Überlastungen entgegenzuwirken.<br />

Gegenüber Verbrennungsmotoren, die ihre maximale Leistung<br />

nur in einem Arbeitspunkt erreichen, liefert ein gut<br />

abgestimmtes Elektrotraktionssystem kurzzeitig ein mehrfaches<br />

der Nennleistung.<br />

Moderne Fahrzeugantriebe sind komplexe Systeme aus<br />

Elektromechanik, Sensorik, Mikro- und Leistungselektronik<br />

mit hohem Optimierungspotential. Mit geeigneter Programmierung<br />

des Motorkontrollers lässt sich die Energieeffizienz<br />

im Teillastbereich deutlich steigern. Beispielsweise kann<br />

eine feldorientierte Vektorkontrolle, eine komplexe transformatorische<br />

Modulation, die Magnetfelder im Motor an wechselnde<br />

Bedingungen des Fahrbetriebs besser anpassen.<br />

Beim Bremsen wird gewöhnlich Bewegungsenergie in Wärme<br />

umgesetzt. Elektroautos können diese Bewegungsenergie<br />

teilweise rekuperieren, wenn die Elektromaschine beim<br />

Bremsen in den Generatorbetrieb steuert. Die Bewegungsenergie<br />

lädt dann dosiert die Akkus, die mechanischen Bremsen<br />

werden entlastet. Die Steuerung des Nutzbremsens erledigt<br />

auch der Motorkontroller. Um maximale Energie beim<br />

Bremsen zu gewinnen, werden im Generatorbetrieb gelieferte<br />

Wechselströme gleichgerichtet und in entsprechende Ladeströme<br />

umgewandelt. Für diese Wandlung verwendet der<br />

Motorkontroller die Wicklungen der Maschine selbst oder<br />

zusätzliche Spulen (Speicherdrosseln).<br />

Drücken wir das »Gas«-Pedal, wird die Pedalstellung per<br />

Sensor erfasst und üblicherweise in einem extra Steuergerät<br />

aufbereitet, bevor der Motorkontroller sie erhält. Hier wird<br />

der Fahrerwunsch über programmierte Steuer- und Regelalgorithmen<br />

nach vorgegebenem oder über Fahrprofile wählbarem<br />

Ansprech- und Beschleunigungsverhalten im Sinne<br />

optimaler Energieeffizienz oder auch Sportlichkeit beeinflusst.<br />

Bei Radnabenmotoren übernimmt dieses Steuergerät<br />

auch die Drehmomentverteilung und kann mit Torque-Vectoring<br />

mehr als ein mechanisches Differential leisten.<br />

Ein Problem bei permanenterregten Synchronmaschinen<br />

liegt im hocheffizienten Generatorbetrieb und sei noch erwähnt.<br />

Funktionsstörungen im Motorkontroller oder Defekte<br />

im Motor selbst blockieren schlimmstenfalls den Antrieb.<br />

Die fatalen Folgen müssen beim Systemdesign berücksichtigt<br />

und entsprechende Sicherheitsfeatures vorgesehen<br />

werden.<br />

Zusammenfassen lässt sich die Rolle der Elektronik für moderne<br />

Elektroautos so:<br />

• Optimierung der Batterieperformance, Reichweiteanzeige<br />

• Steuerung von Drehstromantrieben<br />

• Steigerung des Teillast-Motorwirkungsgrades<br />

• angepasstes Ansprech- und Beschleunigungsverhalten,<br />

Rekuperation<br />

• Motorüberwachung, Sicherheit, Torque-Vectoring<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur,<br />

Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung,<br />

Geschäftsführender Gesellschafter ELAN Technologie GmbH<br />

eMail office@esch-pro.com<br />

Neue Mobilität<br />

101


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Wolfgang Pfau & Lutz Göcke<br />

Geschäftsmodelle zur<br />

Marktetablierung<br />

Prof. Dr. Wolfgang Pfau und Dipl.-Betriebswirt (FH) Lutz Göcke<br />

Im Fokus der Diskussion bei der Marktetablierung von<br />

Elektrofahrzeugen steht zumeist die Optimierung von technischen<br />

Lösungen. Die Steigerung der Batteriekapazität, die<br />

Beschleunigung des Ladevorgangs und die Senkung der<br />

Batteriekosten sind häufig genannte erfolgskritische Elemente.<br />

Sich verändernde Mobilitätsbedürfnisse, rechtliche<br />

Rahmenbedingungen, eine zunehmende Urbanisierung und<br />

neue Wertschöpfungspotenziale im gesamten Leistungssystem<br />

rufen Geschäftsmodellinnovatoren auf den Plan, welche<br />

darauf abzielen die Spielregeln innerhalb des Leistungssystems<br />

in Frage zu stellen und zu verändern, um somit den<br />

Markt und die relevanten Entscheidungskriterien für den<br />

Kunden neu zu definieren. Geschäftsmodelle werden hier<br />

als integrierende Gestaltungsobjekte eines Unternehmens<br />

oder einer Unternehmenseinheit verstanden, die Wertschaffung<br />

für den Kunden und Wertaneignung durch das Unternehmen<br />

als zentrale Zielgrößen verfolgen. Bausteine von<br />

Geschäftsmodellen sind Produkt-/Markt-Kombination, die<br />

Konfiguration der Wertschöpfung, sowie das Ertragsmodell<br />

als Querschnittsfunktion der beiden erstgenannten Elemente.<br />

Geschäftsmodellinnovatoren sind Akteure welche die bestehenden<br />

Mechanismen der Wertschaffung und Wertaneignung<br />

in Frage stellen und neu definieren. Dabei werden nicht<br />

nur einzelne Elemente des Geschäftsmodells neu definiert,<br />

sondern eine Vielzahl von Elementen und darüber hinaus ihr<br />

Zusammenspiel.<br />

Im Rahmen der Elektromobilität ist das Unternehmen Better-<br />

Place ein häufig zitiertes Beispiel eines Geschäftsmodellinnovators.<br />

BetterPlace definiert die Mechanismen der<br />

Wertschaffung für den Kunden völlig neu, indem eine alternative<br />

Form der Energiebereitstellung angeboten und diese<br />

intelligent mit weiteren Teilleistungen verknüpft wird. Das<br />

markanteste Element des BetterPlace Geschäftsmodells ist<br />

die Batteriewechselstation. Sowohl das Problem der mangelnden<br />

Reichweite als auch das der Ladedauer werden<br />

bei einem flächendeckenden Netz vermieden. Über eine intelligente<br />

Gestaltung von Batterieleasingmodellen werden<br />

zudem die Kosten für die Batterie minimal gehalten. Das<br />

Problem der durch die gelagerten Batterien entstehenden<br />

Kapitalbindungs- und Logistikkosten sowie die großflächige<br />

Verfügbarkeit sind auch in diesem Modell nicht vollständig<br />

gelöst. Doch wenn ein solches Angebot erst einmal eine kritische<br />

Masse erreicht hat, hat es aufgrund der erstgenannten<br />

Eigenschaften, durchaus das Potenzial für ein massenmarktfähiges<br />

Konzept.<br />

Nicht nur an diesem Beispiel wird die Bedeutung einer integrierten<br />

Betrachtung von Geschäftsmodellen für den Erfolg<br />

von Elektromobilität deutlich. Auch etablierte Unternehmen<br />

der Energie- und Automobilbranche arbeiten an einer<br />

Anpassung Ihrer Geschäftsmodelle. Bei der Marktdurchdringung<br />

von Elektrofahrzeugen treten diese Akteure als<br />

Anbieter komplementärer Produkte auf. RWE bot bereits<br />

im Jahr 2010 ein integriertes Leistungsbündel aus Ladeinfrastruktur,<br />

Strom und Fahrzeug für eine begrenzte Region<br />

an. Ein solches Angebot zielt vor allem auf das Erreichen der<br />

Systemführerschaft bei der Elektromobilität ab. Auch hierbei<br />

werden sowohl Produkt-/Markt-Kombination, Konfiguration<br />

der Wertschöpfung als auch das zugrunde liegende Ertragsmodell<br />

neu definiert. Über Quersubventionen zwischen einzelnen<br />

Teilleistungen können die wahrgenommen Kosten für<br />

das gesamte Leistungsbündel relativ gering gehalten werden<br />

und somit zu einer stärkeren Diffusion von Elektrofahrzeugen<br />

führen.<br />

Neben der technischen Optimierung von Elektrofahrzeugen<br />

und der Energiebereitstellungsinfrastruktur wird die Diffusion<br />

von Elektromobilität durch die Gestaltung von Geschäftsmodellen<br />

beeinflusst. Die Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />

ist somit Aufgabe eines integrierten Managements<br />

etablierter Unternehmen und potentieller Neuanbieter zur<br />

langfristigen Marktdurchdringung von Elektromobilität und<br />

zur Sicherung der eigenen Wettbewerbsposition.<br />

Prof. Dr. Wolfgang Pfau / TU Clausthal<br />

wolfgang.pfau@tu-clausthal.de<br />

Dipl.-Betriebswirt (FH) Lutz Göcke<br />

lutz.goecke@gmx.de<br />

102 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Richard Colmorn<br />

Wertschöpfungsnetzwerke<br />

Berücksichtigung der Komplexität für einen erfolgreichen Systemwechsel<br />

Die Entwicklung der Elektromobilität wird häufig auch als ein<br />

Paradigmenwechsel vom Verbrennungs- zum Elektromotor<br />

bezeichnet. Dieser Paradigmenwechsel ist darauf zurückzuführen,<br />

dass tiefgreifende Veränderungen des technischen<br />

Systems des Autos (z.B. Änderungen am Gesamtfahrzeug<br />

sowie entfallende und neue Fahrzeugkomponenten), ein<br />

verändertes Mobilitätsverhalten des Verbrauchers (z.B. die<br />

Forderung sparsamer und umweltfreundlicher Fahrzeuge als<br />

auch eine zunehmende Bedeutung von Car-Sharing-Konzepten)<br />

und neue Produkte und Dienstleistungen für und um<br />

die Elektromobilität (z.B. die intelligente Vernetzung des<br />

Fahrzeuges mit Info- und Entertainment-Systemen) entstehen<br />

werden. Aus diesem Grund sind akzeptierte Ideen und<br />

Ansätze nicht länger kompetent und kompetente Ideen und<br />

Ansätze werden nicht länger akzeptiert.<br />

Daher wird die Entwicklung der Elektromobilität einen tiefgreifenden<br />

Wandel entlang des Wertschöpfungssystems<br />

bewirken und eine industrieübergreifende Vernetzung (z.B.<br />

von Energie-, IT- und Zuliefererunternehmen) erfordern, um<br />

die verschiedenen Produkte und Dienstleistungen von und<br />

um die Elektromobilität sinnvoll miteinander zu kombinieren<br />

und die Marktfähigkeit zu erhöhen.<br />

Mit dem Ziel eines Wertschöpfungsnetzwerkes durch die<br />

Einbringung von Kernkompetenzen kollaborative Wettbewerbsvorteile<br />

zu generieren, werden somit in Zukunft nicht<br />

mehr Unternehmen gegen Unternehmen, sondern Wertschöpfungsnetzwerke<br />

gegen Wertschöpfungsnetzwerke im<br />

Wettbewerb um den Kunden antreten.<br />

oder die Stabilität von Kooperationen untersuchen (z.B.<br />

Spiel- oder Prinzipal-Agent-Theorie), gewinnt der Systemgedanke<br />

zunehmend an Bedeutung. Hierbei sollen durch die<br />

Einbringung von Kernkompetenzen auf der Ebene individueller<br />

Unternehmen kollaborative Wettbewerbsvorteile auf der<br />

Ebene des Wertschöpfungssystems erzielt werden, die größer<br />

als die Summe der individuellen Wettbewerbsvorteile ist.<br />

Damit kann die Marktfähigkeit der Elektromobilität als eine<br />

emergente Eigenschaft eines komplexen Wertschöpfungssystems<br />

begriffen werden, wodurch sich die Frage nach der<br />

strukturellen Verknüpfung der Unternehmenskooperationen<br />

ergibt, die durch einen Austausch von Gütern, Informationen<br />

und Geld erfolgen können.<br />

Durch diesen Perspektivenwechsel auf die Komplexität des<br />

Wertschöpfungssystems wird es möglich, positive und<br />

negative Verstärkungsmechanismen zu identifizieren und<br />

einer gezielten Steuerung des Netzwerkmanagements zugänglich<br />

zu machen. Daher wird der Systemwandel nur<br />

erfolgreich sein, wenn die Komplexität des Netzwerks an<br />

Wertschöpfungsnetzwerken von und um die Elektromobilität<br />

umfassend berücksichtigt wird.<br />

Dipl.- Phys. Richard Colmorn / Prof. Dr. Michael Hülsmann<br />

r.colmorn@jacobs-university.de<br />

Systems Management / International Logistics<br />

Jacobs University Bremen GmbH<br />

Deshalb scheint es nötig, die Entwicklung der eMobilität als<br />

ein Netzwerk an Wertschöpfungsnetzwerken zu begreifen,<br />

das durch bereits bestehende und noch zu initiierende Kooperationen<br />

miteinander verbunden ist.<br />

Während bestehende Ansätze sich auf den für Kooperationen<br />

nötigen Wissenstransfer konzentrieren (z.B. Transaktionskostenansatz<br />

oder Theorie des organisationalen Lernens)<br />

Neue Mobilität<br />

103


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Frank Gauterin<br />

Green Mobility Engineering<br />

Im Sommer 2010 startete der berufsbegleitende Master-Studiengang »Green Mobility<br />

Engineering« an der HECTOR School of Engineering and Management, der Technology<br />

Business School des Karlsruher Instituts für Technologie. Prof. Frank Gauterin,<br />

Programmdirektor des Studiengangs, berichtet über Hintergründe zum Studiengang,<br />

der wegweisend für die Weiterbildung im Bereich der Elektromobilität ist.<br />

Die Neue Mobilität stellt bereits heute aber auch in Zukunft<br />

große Herausforderungen an die Industrie, Forschung und<br />

Gesellschaft. Wie begegnen Sie diesen konkret in Ihrem<br />

neuen Studiengang »Green Mobility Engineering«?<br />

Neben der Entwicklung von Elektrofahrzeugen, die einer<br />

Neuerfindung des Automobils gleichkommt, findet mit der<br />

massiven Nutzung erneurbarer Energiequellen parallel eine<br />

Neuerfindung der Energiegewinnung statt. Wie zur Zeit der<br />

Erfindung des Automobils durch Carl Benz, dem berühmten<br />

Absolventen unserer Universität, wandeln sich Verkehrsträger<br />

und Infrastruktur massiv. Hier helfen keine singulären<br />

Lösungen sondern der Blick aufs Ganze und die Kenntnis<br />

sowohl der technischen Wirk- als auch der ökonomischen<br />

Wertschöpfungsketten. Genau hier setzt Green Mobility Engineering<br />

an.<br />

Wir vermitteln in diesem Masterstudiengang interdisziplinär<br />

Kenntnisse vom Molekül über Fahrzeug- und Verkehrskonzepte<br />

bis zum Geschäftsmodell.<br />

Insbesondere branchenübergreifende Lösungen werden<br />

künftig gefragt sein. Welche Disziplinen werden bei Ihnen<br />

abgedeckt?<br />

Wir adressieren im Studiengang Green Mobility Engineering<br />

nicht allein den klassischen Maschinenbau und die Werkstoffwissenschaften,<br />

wie sie über viele Jahre in der Fahrzeugtechnik<br />

vorherrschend waren.<br />

Wir integrieren Elektrotechnik, Informatik, Psychologie und<br />

Wirtschaftswissenschaften. Das Themenspektrum reicht in<br />

den technischen Lehrmodulen von modernen Biokraftstoffen,<br />

Wasserstoff und der Gewinnung und Distribution elektrischer<br />

Energie, modernen Verbrennungskraftmaschinen<br />

und elektrischen Antriebssystemen über die Interaktion von<br />

Fahrer und Fahrzeug sowie des Fahrzeugs mit dem Verkehr,<br />

Logistiksystemen, Marktbedingungen im Transportbereich<br />

bis zu Produktionssystemen für die Elektromobilität und<br />

ganzheitlichen CO2-Bilanzmethoden. Damit erhalten die Teilnehmer<br />

einen tiefen Einblick in die entscheidenden Technologien,<br />

Methoden und Prozesse für die Konzeption, Produktion<br />

und den Einsatz zukünftiger Mobilitätssysteme. GME<br />

vermittelt Systemverständnis. Zusätzlich zur technischen<br />

Expertise - und dies ist eine weitere Stärke unserer Master-<br />

Programme - wird den Teilnehmern in Management Modulen<br />

ein übergreifendes Know-how hinsichtlich einer erfolgreichen<br />

Unternehmensführung in internationalen Märkten vermittelt,<br />

um interdisziplinäres und wirtschaftliches Denken<br />

und Handeln zu fördern.<br />

Wer gehört zur klassischen Zielgruppe des Master Programms?<br />

Sich wandelnde gesellschaftliche Anforderungen und neue<br />

Technologien erfordern einen ständigen Lernprozess und<br />

Neuorientierung auch bei erfahrenen Ingenieuren. GME bietet<br />

ein darauf zugeschnittenes Lehrangebot. Der Studiengang<br />

ist ideal für berufserfahrene Personen, die in oder außerhalb<br />

ihres Unternehmens neuen Herausforderung gegenüberstehen,<br />

sich dafür berufsbegleitend weiterbilden<br />

und einen vollwertigen Masterabschluss des KIT erwerben<br />

möchten.<br />

Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität der Zukunft aus?<br />

Effizient, umweltfreundlich, leicht nutz- und bedienbar für<br />

jedermann, bezahlbar, mit einer intelligenten Mischung aus<br />

individuellem und fortschrittlichem öffentlichen Verkehr.<br />

Meine persönlichen Mobilitätsfavoriten sind im städtischen<br />

Umfeld batterieelektrische Fahrzeuge, auch mit Range Extender,<br />

über weitere Strecken und bei schwereren Transportaufgaben<br />

Fahr- und Flugzeuge, die mit CO2-neutral gewonnenen<br />

flüssigen Kraftstoffen betrieben werden.<br />

Prof. Dr. Frank Gauterin<br />

Institutsleiter und Wiss. Sprecher KIT Zentrum<br />

Mobilitätssysteme<br />

Karlsruher Institut für Technologie - KIT<br />

Institut für Fahrzeugsystemtechnik - FAST<br />

www.kit.deu<br />

1<strong>04</strong> Neue Mobilität


ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

IN EUROPA<br />

Von Oslo bis Athen. Fachbeiträge. Erlebnisberichte.<br />

Neue Mobilität<br />

105


emobilität in Europa<br />

Die europäischen Metropolen und ihr Engagement im Bereich<br />

der Neuen Mobilität.<br />

Neben nationalen Förder- und Entwicklungsprogrammen<br />

für Elektromobilität spielen insbesondere<br />

auch städtische Initiativen eine wichtige Rolle,<br />

um die Neue Mobilität innerhalb der Gesellschaft<br />

sichtbar zu machen. Einen Überblick zu den wichtigsten<br />

Initiativen und Zielen in den europäischen<br />

Metropolen finden Sie hier.<br />

London<br />

Ziele:<br />

• 100.000 Elektroautos (aktuell ca. 1.700)<br />

• 2013: 1.300 Ladestationen, 2015: 200 Schnelllade<br />

stationen, 25.000 Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz<br />

Maßnahmen:<br />

• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />

• keine congestion charge (Maut) für eAutos (und alle<br />

Fahrzeuge mit unter 100g CO2/km)<br />

• Befreiung von der Straßensteuer<br />

• Ladeinfrastruktur mit einheitlichem System und Zugang<br />

• eAutos für die GLA (Greater London Authority)-Flotte<br />

bis 2015, 300 Hybridbusse bis 2012, ab 2012 jeder<br />

neue Bus Hybrid<br />

Dublin<br />

Ziele:<br />

• 2020 42% EE am Energiebedarf<br />

• Ausbau der Ladeinfrastruktur<br />

Maßnahmen:<br />

• Teilnahme am EU-Projekt Green Motion<br />

• Mehrere hundert Ladestationen in Dublin noch 2011<br />

• 2000 Wallboxes für die Ladung in Privathaushalten<br />

Amsterdam<br />

Ziele:<br />

• bis 2015 10.000 eAutos auf den Straßen der Stadt<br />

• bis 2025 40% weniger CO2-Emissionen<br />

• bis 2<strong>04</strong>0 vollständige Umstellung aller privat und<br />

geschäftlich genutzten KFZ in Amsterdam Zentrum<br />

Maßnahmen:<br />

• 100 städtische Ladesäulen<br />

• 200 Ladesäulen bis 2012, auf lange Sicht bis zu 2.000<br />

• 100% des Stroms für Ladesäulen aus Erneuerbaren<br />

• Kostenfreies Parken für eFahrzeuge/Reduzierung der<br />

Parkflächen und Erhöhung der Parkkosten<br />

• eCarSharing mit 300 eSmarts, die nach der Nutzung<br />

innerhalb einer bestimmten Zone auf jedem Parkplatz<br />

abgestellt werden können<br />

Paris<br />

Ziele:<br />

• ein »bleifreies Paris«<br />

Maßnahmen:<br />

• Vélib: Fahrrad und Pedelec Verleihsystem /BikeSharing<br />

• Autolib: 3.000 eAutos ab Oktober CarSaring<br />

• Ausbau der Ladeinfrastruktur<br />

Lissabon<br />

Maßnahmen:<br />

• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />

• Fachbereich eMobilität innerhalb der Stadtregierung<br />

• Bis Sommer 2011 1.300 Ladestationen mit gratis<br />

»Tankmöglichkeit«<br />

• Eine Magnetkarte für alle Ladestationen<br />

• Busspuren und Parkplätze offen für eFahrzeuge<br />

Madrid<br />

Maßnahmen (Projekt MOVELE):<br />

• Teilnahme am EU-Projekt Green Motion<br />

• Erlass von 75% der (in Spanien städtisch bestimmten)<br />

KFZ-Steuer für gesamte Lebensdauer des eFahrzeugs<br />

• Erlass der Parkgebühren bzw. unbeschränkte Parkerlaubnis<br />

in Madrid (es herrscht ein sehr strenges<br />

»Parksystem«)<br />

• Ladeinfrastruktur von 280 Ladestationen<br />

©2011 BEM<br />

106 Neue Mobilität


Oslo<br />

• Hauptstadt mit den meisten eFahrzeugen pro Kopf<br />

• 400 kostenlos nutzbare Ladestationen und ein wahrscheinlicher<br />

Ausbau von 400 weiteren in den<br />

nächsten vier Jahren<br />

• weltweit größte Ladestation mit 50 Lademöglichkeiten<br />

• städtische Zuschüsse für Ladestationen auf privaten<br />

Grundstücken<br />

• Kostenloses Parken für eFahrzeuge<br />

Stockholm<br />

Ziele:<br />

• Bis 2030 „Electric Vehicle City“<br />

• bis 2050 eine „fossilfreie“ Stadt<br />

Maßnahmen:<br />

• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />

• Kauf und Leasing von eFahrzeugen seitens der Stadt<br />

• Ladestationen auf städtischen Parkflächen<br />

• Koordination des Verkaufs von EV und PHEV<br />

Kopenhagen<br />

Ziele:<br />

• Bis 2025 CO2-Neutrale Stadt<br />

• Bis 2015 85% der Cittyflotte = Elektro- bzw.<br />

Hydroautos<br />

• 10% Gesamt-CO2-Reduktion durch den Verkehrssektor<br />

Maßnahmen:<br />

• Aktiver Kauf von eFahrzeugen seitens der Stadt<br />

Berlin / Sitz der BEM-Bundesgeschäftsstelle<br />

Ziele:<br />

• Leitmetropole für eMobilität bis 2010<br />

• 100.000 eAutos bis 2020<br />

• 550 Ladestationen in näherer Zukunft<br />

Maßnahmen:<br />

• Gründung der Berliner Agentur für Elektromobilität<br />

zur Vernetzung und Koordinierung der regionalen<br />

Stakeholder - eMO<br />

• Aktionsplan Elektromobilität<br />

• Über 100 Ladestationen bisher<br />

• Untersuchung von CarSharing unter Echtbedingungen<br />

(BeMobility)<br />

Prag<br />

Maßnahmen (Prague Electric):<br />

• Machbarkeitsstudie zur eMobilität<br />

• Aufbau von 22 Ladestationen<br />

• Aufnahme von zwei- und vierrädrigen eFahrzeugen<br />

in die Cityflotte noch dieses Jahr mit anschließender<br />

Fallstudie zu den getesteten Fahrzeugen<br />

• Eine eBuslinie in Prag<br />

• Geplant: kostenlose Nuztung von Ladesäulen und<br />

Parkplätzen, Nutzung der Busspur für eFahrzeuge<br />

Bern<br />

Maßnahmen:<br />

• Initiative NewRide zur Förderung von Elektrozweirädern<br />

durch Testfahrten und die Vernetzung<br />

der relevanten Akteure<br />

• Prüfung der Möglichkeit von eFahrzeugen für die<br />

CityFlotte<br />

Wien<br />

Ziele:<br />

• Demonstration der Benutzerfreundlichkeit von<br />

eAutos im Verkehrsalltag<br />

• Grenzübergreifender Service<br />

Maßnahmen:<br />

• Grenzübergreifendes eMobilitätsprojekt bestehend<br />

aus Partnern aus Bratislava und Wien<br />

• Investitionen von mehr als 1 Mio.EUR in die »Twin City<br />

Elektromobilitätsregion«<br />

• Grenzüberschreitende Lademöglichkeiten<br />

• Hybridbusse zu Testzwecken unterwegs<br />

• Garagengesetz: Bei Neubau ist eine Leerverrohrung<br />

auch in privaten Garagen vorgeschrieben um Ladestationen<br />

nachrüsten zu können<br />

Ljubljana<br />

Maßnahmen:<br />

• 27 Ladestationen auf (semi)öffentlichen Plätzen<br />

• Integration von eFahrzeugen in die CityFlotte<br />

Bratislava<br />

Ziele:<br />

• Demonstration der Benutzerfreundlichkeit von eAutos<br />

im Verkehrsalltag<br />

• Grenzübergreifender Service<br />

Maßnahmen:<br />

• Grenzübergreifendes eMobilitätsprojekt bestehend<br />

aus Partnern aus Bratislava und Wien<br />

• Investitionen von mehr als 1Mio. EUR in die<br />

»Twin City Elektromobilitätsregion«<br />

• Grenzüberschreitende Lademöglichkeiten<br />

Athen<br />

Ziele:<br />

• Förderung von »Grünem Transport« und Verbesserung<br />

der Umweltqualität<br />

Maßnahmen:<br />

• Gründung einer Expertenkommission (2008)<br />

• Anreize zur Flottenumstellung auf umweltfreundliche<br />

Fahrzeuge<br />

• 12 eBusse und ein Hybridbus<br />

• Eine Kampagne zum Thema ökologisches Fahren


eMobilität in Europa - Green eMotion<br />

Green eMotion<br />

Interview mit Dr. Heike Barlag, Siemens AG, Projektkoordinatorin Green eMotion<br />

Quelle: Siemens AG - Elektromobilität europaweit ermöglichen ist das Ziel von Green eMotion<br />

Was ist das Ziel des Projekts und wer ist daran beteiligt?<br />

Ziel des Projekts ist es, die Elektromobilität für den Massenmarkt<br />

vorzubereiten. Dazu sind europaweit die Rahmenbedingungen<br />

für Netz- und Ladeinfrastruktur, sowie zu Informationssystemen<br />

zur Elektromobilität festzulegen und in<br />

ausgewählten Demoregionen zu testen. Im Green eMotion<br />

Projekt arbeiten 42 Partner zusammen. Darunter sind Industrieunternehmen,<br />

Stromversorger, Automobilhersteller,<br />

Stadtverwaltungen, Universitäten und Forschungseinrichtungen<br />

sowie technische Einrichtungen.<br />

Auf welchen Gebieten besteht besonderer Bedarf bezüglich<br />

europaweit einheitlicher Lösungen?<br />

Das betrifft vor allem Fahrzeuge, Infrastruktur, Energienetze<br />

und IT. Fahrzeuge und Infrastruktur, weil das Laden der<br />

Elektroautos europaweit möglich sein soll. Stellen Sie sich<br />

vor, es gebe in jedem Land einen anderen Tankstutzen, so<br />

dass mit einem deutschen Auto Benzin nicht in Italien oder<br />

Frankreich getankt werden könnte. Also brauchen wir einen<br />

einheitlichen Stecker, um nicht mit einem Kofferraum voller<br />

Adapter auf Reisen gehen zu müssen. Und zur Infrastruktur<br />

kommt unmittelbar die IT dazu: Es wäre dem europäischen<br />

Ansatz nicht förderlich, wenn in einer Region die Autos über<br />

das Kabel mit der Ladesäule kommunizieren und in der<br />

nächsten über einen W-Lan-Standard. Die Sprache von Auto<br />

und Ladesäule muss natürlich auch gleich sein. Damit die<br />

Ladetechnik überall gleich gut funktioniert, gilt es auch, die<br />

Voraussetzungen bei den Stromnetzen innerhalb Europas zu<br />

vereinheitlichen.<br />

Wie können weitere Interessenten in das Projekt eingebunden<br />

werden und was verspricht man sich davon?<br />

Dazu wurde ein sogenanntes Stakeholder Forum aufgesetzt.<br />

Derzeit sprechen wir mit über 70 interessierten Institutionen<br />

und Firmen über eine Kooperation mit dem Green eMotion<br />

Projekt. Das können zusätzliche Daten sein von Demoregionen<br />

oder Autoherstellern und Fuhrparkbetreibern, die in<br />

die Projektarbeit einfliesen. Das können aber auch Vorabdiskussionen<br />

von Projektergebnissen sein, um die Standardisierbarkeit<br />

zu überprüfen. Das Ziel ist es, die Ergebnisse<br />

des Green eMotion Projektes auf eine sehr breite Plattform<br />

zu stellen, da die Akzeptanz der Projektergebnisse entscheidend<br />

für den Start eines Massenmarktes Elektromobilität ist.<br />

Dr. Heike Barlag<br />

Projektkoordinatorin Green eMotion<br />

Siemens AG<br />

www.siemens.com<br />

108 Neue Mobilität


Stanztechnik elektrisiert<br />

Wir stanzen und verarbeiten Stromschienen, Schnappscheiben, Federn,<br />

Stanzgitter, Steckkontakte, Mikrostanzteile und viele andere Produktgruppen<br />

und Technologien.<br />

Kleiner GmbH . Stanztechnik . 75179 Pforzheim . www.kleiner-gmbh.de . Wir denken Lösungen.<br />

KLEINER<br />

<br />

<br />

Sie wollen die Energie der Sonne nutzen?<br />

Gerne bieten wir Ihnen eine Photovoltaikanlage an. Angefangen mit der Bestandsaufnahme<br />

vor Ort, begleiten unsere Techniker Ihr komplettes Projekt bis zur Inbetriebnahme.<br />

Dabei beraten wir Sie auf Wunsch auch zu Finanzierungskonzepten.<br />

Sie sind gerne mit dem Auto unterwegs?<br />

Auch hier bieten wir Ihnen regenerative Lösungen an. Unsere Elektrofahrzeuge<br />

bieten den gewohnten Komfort moderner Autos kombiniert mit innovativer Tech-<br />

freundlich.<br />

Das genügt Ihnen nicht?<br />

<br />

gehören ebenso die Bereiche Solarthermie, Windkraft, Biomasse, Umwelttechnik,<br />

Wasserkraft und LED-Technik.<br />

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir dazu beitragen, die Ressourcen unseres Planeten<br />

zu schützen: we renew the world. come and join us.<br />

Mola Solar Systems GmbH <br />

<br />

Neue Mobilität<br />

109


eMobilität in Europa - Ariane Waldmann<br />

Elektromobile Förderthemen<br />

erkennen und durchstarten<br />

Ariane Waldmann<br />

Die Europäische Union wie auch die Regierungen der Nationalstaaten<br />

fördern die Entwicklung und Verbreitung der<br />

Elektromobilität entlang der Wertschöpfungskette - von der<br />

Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung. Welche<br />

Aktivitäten sind jedoch im Einzelnen förderfähig und was<br />

müssen Antragsteller beachten?<br />

Seitens der EU werden länderübergreifende, groß angelegte<br />

Forschungsprojekte gefördert. Auch die nationalen Regierungen<br />

in Europa, Asien und Amerika haben Fördertöpfe mit<br />

mehrjährigen Budgets bereitgestellt. Die Förderung ist in<br />

einigen Ländern hoch dotiert, konzentriert sich aber oft auf<br />

Kaufanreize oder punktuelle Maßnahmen, die für Antragsteller<br />

aus Industrie und Wissenschaft nur wenig Wirkung zeigen.<br />

Deutschland, Frankreich und Großbritannien bieten in<br />

Europa eine vergleichsweise vielseitige Förderstrategie, die<br />

in allen Ebenen der Wertschöpfung ansetzt. Für neue Antragsteller<br />

sind die Chancen groß, Fördergelder zu bekommen,<br />

da kontinuierlich europäische und nationale Ausschreibungen<br />

veröffentlicht werden. Die Schwierigkeit bei der Beantragung<br />

von Zuschüssen besteht eher darin, den Überblick<br />

im Förderdschungel nicht zu verlieren und das eigene Projekt<br />

rechtzeitig bei den richtigen Geldgebern zu platzieren.<br />

Da viele Programme ad hoc ausgeschrieben werden, ist eine<br />

permanente Sondierung des Terrains notwendig.<br />

Förderung durch die EU<br />

Bei der Europäischen Union können vorrangig Forschungsund<br />

Demonstrationsvorhaben im Rahmen der Green Cars<br />

Initiative beantragt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der<br />

internationalen Zusammenarbeit von kleinen und großen<br />

Unternehmen mit wissenschaftlichen Institutionen in Konsortien<br />

von durchschnittlich 3 bis 12 Partnern.<br />

Die Mittel der Initiative werden über Aufrufe im europäischen<br />

Forschungsrahmenprogramm vergeben. In jährlichen<br />

Arbeitsprogrammen werden mit Bezug zu den Themenbereichen<br />

Umwelt, Energie, Verkehr, Nanotechnologie und<br />

Informationstechnologie bestimmte Fragestellungen formuliert,<br />

die durch die Antragsteller möglichst genau angesprochen<br />

werden müssen. In der neuen derzeit noch in Vorbereitung<br />

befindlichen Ausschreibungsrunde sind die Stichtage<br />

für die Einreichung von Anträgen noch vor Ende des Jahres<br />

zu erwarten. Schwerpunkte werden hier beispielsweise Batterieforschung<br />

und Leichtbaumaterialien sein.<br />

Eine Antragstellung will gut überlegt sein, da sich in der Praxis<br />

Vor- und Nachteile für die Unternehmen ergeben können.<br />

So sind die Konditionen zwar europaweit einheitlich, die<br />

Konsortien mit vielen oder unbekannten Partnern können<br />

jedoch recht kompliziert zu verwalten sein. Die Erfolgschancen<br />

sind einerseits deutlich geringer als in nationalen Programmen,<br />

andererseits gewinnen die ausgewählten Unternehmen<br />

an internationaler Reputation, Erfahrung und neuen<br />

Geschäftsmöglichkeiten.<br />

Förderung durch Nationalstaaten<br />

Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität bietet in<br />

Deutschland den Rahmen für die Fördermittelvergabe. Bis<br />

Ende 2013 sollen zusätzlich zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket<br />

eine Mrd. Euro für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben<br />

zur Verfügung gestellt werden. Durch die beteiligten<br />

Ministerien werden bestimmte Themen – wie z. B.<br />

Fahrzeug- und Antriebstechnik, Leichtbau, Batterieentwicklung<br />

und -recycling, intelligente Stromnetze/Netzintegration,<br />

Kopplung mit erneuerbaren Energien – aufgerufen, zu<br />

denen innerhalb gesetzter Fristen Förderanträge eingereicht<br />

werden sollen. Unternehmen können dann gemeinsam mit<br />

ein oder mehreren Partnern Projektvorschläge machen. Einige<br />

Förderprogramme der einzelnen Ressorts sind jedoch<br />

auch durchgehend für Anträge geöffnet. Es ist zu erwarten,<br />

dass umsetzungsorientierte und marktnahe Themen, wie<br />

Lade- und Energieübertragungssysteme, intelligente Nutzungs-<br />

und Dienstleistungskonzepte sowie Ausbildung/<br />

Kompetenzaufbau auch in der Förderung zunehmend eine<br />

größere Rolle spielen werden.<br />

In Großbritannien verfolgt die Förderstrategie sowohl Forschungs-,<br />

Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte, als<br />

110 Neue Mobilität


eMobilität in Europa - Ariane Waldmann<br />

»Fördermittel zahlen sich aus, wenn Aufwand und Nutzen<br />

in einem gewinnbringenden Verhältnis stehen.«<br />

auch die Gewährung von Kaufprämien, öffentliche Beschaffungsmaßnahmen<br />

und den Ausbau der öffentlichen<br />

Ladeinfrastruktur. Zu den mit ca. 100 Mio. Euro geförderten<br />

Forschungsthemen zählen Materialentwicklung/Leichtbau,<br />

Brennstoffzellen- und Batterieentwicklung sowie intelligente<br />

Transportkonzepte. Diese Fördermittel werden ebenfalls<br />

im Wettbewerbsverfahren vergeben. Frankreich wiederum<br />

setzt mit 220 Mio. Euro auf eine breitere Forschungsstrategie<br />

in den Bereichen Transport/Verkehr, Energie und Umwelt<br />

(z.B. Infrastruktur, Batterien und Mobilitätskonzepte) sowie<br />

erhebliche Produktions-/Investitionszuschüsse. Die Forschung<br />

findet zum großen Teil in etablierten Institutionen<br />

statt, jedoch gibt es auch hier für Unternehmen mit eigenen<br />

Projekten, Möglichkeiten und Fristen zur Antragstellung.<br />

Kaufprämien, Großaufträge in der öffentlichen Beschaffung<br />

und die Entwicklung von Ladesystemen für den privaten Bereich<br />

sind ebenfalls Teil der französischen Strategie.<br />

Weitere Möglichkeiten<br />

Für Projektthemen, die nicht durch die spezifischen Fachprogramme<br />

abgedeckt sind, können auch themenoffene<br />

Förderprogramme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene genutzt<br />

werden, um Zuschüsse zu beantragen. Besonders interessant<br />

sind dabei Förderungen für die Einstellung hochqualifizierten,<br />

international erfahrenen wissenschaftlichen<br />

Personals (aktuelle Antragsmöglichkeit im August 2011).<br />

Hier kommt es verstärkt darauf an, das eigene Thema gut<br />

zu präsentieren und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen<br />

Mehrwert herauszustellen.<br />

Strategischer Einsatz von Fördermitteln<br />

Lohnen sich denn die vielen Fördermittelprogramme für ein<br />

Unternehmen überhaupt? Sie zahlen sich aus, wenn Aufwand<br />

und Nutzen in einem gewinnbringenden Verhältnis<br />

stehen. Der Aufwand für die Auswahl passender Förderprogramme<br />

und Partner und der Abwicklung des Projektes kann<br />

durch sorgfältige Vorarbeiten, unternehmensintern oder mit<br />

externen Beratern, minimiert werden. Der Nutzen für Unternehmen<br />

ist maximal, wenn durch Inanspruchnahme von<br />

Fördermitteln nicht nur das Projekt finanzielle Unterstützung<br />

findet, sondern der Antragsteller auch neue Kontakte, Absatzmöglichkeiten<br />

und strategische Entwicklungsoptionen<br />

gewinnt. Gerade auf den noch in Entwicklung befindlichen<br />

Märkten rund um die Elektromobilität können auf diese Weise<br />

neue Meilensteine gesetzt werden.<br />

Dipl.-Pol. Ariane Waldmann<br />

PNO Consultants GmbH<br />

ariane.waldmann@pnoconsultants.com<br />

www.pnoconsultants.de<br />

Netzwerk Transport: SMART TRANSPORT<br />

SMART ist ein EU-gefördertes Netzwerkprojekt, welches<br />

KMU dabei unterstützt, mit anderen Unternehmen Forschungs-<br />

und Entwicklungsvorhaben im Transportsektor<br />

durchzuführen. Infos: www.smartransport.eu<br />

Für Interessenten werden folgende Dienstleistungen<br />

angeboten:<br />

• Finden von Kooperationspartnern im Transportsektor<br />

aus verschiedenen europäischen Ländern<br />

• Informationen zu Fördermöglichkeiten der EU<br />

• Förderung der Vernetzung und Kooperation der<br />

Beteiligten<br />

• Analyse der Forschungskapazitäten und -bedürfnisse<br />

von KMU<br />

• Förderung der Gründung von Konsortien mit Großunternehmen<br />

bei von KMU geführten Projekten<br />

• Unterstützung bei der Einreichung von Vorschlägen<br />

für eigene Projektideen<br />

• Bildung eines förderlichen Umfelds für transnationale<br />

Forschungsprojekte<br />

Neue Mobilität<br />

111


eMobilität in Europa - Schweiz<br />

Passion for new mobility<br />

Realisierung einer innovativen Vermarktungswelt für eMobilität in der Schweiz<br />

Die Migros, das grösste Detailhandelsunternehmen der<br />

Schweiz, ist seit der Gründung empfänglich, gesellschaftliche<br />

Trends in geschäftsstrategischen Handlungen einfliessen<br />

zu lassen und innovative Wege einzuschlagen. So weckten<br />

auch die neusten Entwicklungen im Bereich Ökologie<br />

und Mobilität das Interesse des Unternehmens und bewegte<br />

die Geschäftsleitung zusammen mit dem Businessinnovator<br />

first move! ag eine Machbarkeitsstudie zum Thema »Elektromobilität«<br />

in der Schweiz durchzuführen.<br />

Ziel der Studie war es, realistische Geschäftsopportunitäten<br />

zum Zukunftsmarkt der eMobilität zu identifizieren und daraus<br />

ableitend entsprechende eMobilitätslösungen zu entwickeln.<br />

Um die Studie marktnah anzulegen, standen Aspekte<br />

wie die Identifizierung von kundenspezifischen Anforderungen,<br />

Marktchancen und Risiken einer eMobilitätswelt oder<br />

potentielle Wettbewerbsvorteile im Fokus. Die Resultate<br />

zeigten deutlich: Der Markt für eMobilität und entsprechendes<br />

Wachstumspotenzial ist in der Schweiz vorhanden. Das<br />

Interesse an eFahrzeugen sowohl im Flottengeschäft als<br />

auch bei Privatpersonen ist grundsätzlich recht hoch. Weiter<br />

kristallisierte sich heraus, dass ein zukünftiges, marktfähiges<br />

Geschäftsmodell der eMobilität deutlich mehr beinhalten<br />

muss als »nur« ein Angebot an eFahrzeugen. In einer<br />

zunehmend vernetzten Mobilitätswelt erwarten die Kunden<br />

einfache, anwenderfreundliche und dennoch ganzheitliche<br />

Lösungen. Im Fall der Elektromobilität müssen Kundenansprüche<br />

wie Service & Sicherheit, Versicherung und das<br />

»betanken« (Strom laden) genau so abgedeckt werden, wie<br />

neue »Zusatzanforderungen« im Bereich der Nachhaltigkeit,<br />

der Finanzierung, der Information, der Unterhaltung und der<br />

Batterie-Entsorgung.<br />

Von den Erkenntnissen der Machbarkeitsstudie ging es an<br />

die Umsetzung mit dem Ziel, dass sich Migros als Pionier auf<br />

dem entwickelnden Markt für eMobilität in der Schweiz positioniert.<br />

Das Projektkonzept beinhaltete den Aufbau einer<br />

unabhängigen Plattform für eMobilität für Unternehmen, öffentliche<br />

Einrichtungen und Privatkunden, Vermietung, Verkauf<br />

und Leasing von eCars, eScootern und eBikes sowie ein<br />

umfassendes Angebot von Zusatzprodukten, Accessoires<br />

und Serviceleistungen rund um das Thema eMobilität. Dabei<br />

sollte die Vermarktung in eigenen Shops in Schweizer Pilotstätten<br />

stattfinden, eine flächendeckende Serviceleistung<br />

schweizweit gewährleistet sein und Pilot- und Schnellladestationen<br />

installiert werden.<br />

Bei der Migros war die Ausgangssituation für solch ein umfassendes<br />

Geschäftsmodell ideal: Eine Vielzahl dieser zu<br />

deckenden Kundenwünsche konnte unternehmens- oder<br />

gruppenintern abgedeckt werden, was die Umsetzungskomplexität<br />

verringerte. In Zusammenarbeit mit der first move!<br />

ag, die Migros in jeder Projektphase strategisch, konzeptionell<br />

als auch durch die zeitweise Übernahme von Managementaufgaben<br />

aktiv begleitet haben, wurde das Schweizer<br />

eMobilitätslabel »m-way« geboren. Nur knapp 1 Jahr nach<br />

Beginn der Machbarkeitsstudie wurde der (weltweit) erste<br />

Concept-Store seiner Art für Elektromobilität »m-way« in<br />

Zürich eröffnet. Weitere Konzept Stores sind in Planung. Das<br />

Geschäft bietet eine Erlebniswelt rund um das Thema Elektromobilität.<br />

Neben einem attraktiven Gesamtangebot verschiedener<br />

Elektrofahrzeuge wie eScooter, eBikes, dem eCar<br />

»Think City« sowie einer ganzen Reihe von Zubehör- und<br />

Accessoireartikeln werden Flotten- und Privatkunden spannende<br />

und informative Leistungen in Form von Beratung und<br />

Infotainment geboten.<br />

Weitere Informationen erhalten Sie unter:<br />

info@firstmove-ag.com.<br />

112 Neue Mobilität


eMobilität in Europa - EU Repräsentant Dr. Friedrich<br />

BEM-Repräsentant<br />

in Brüssel<br />

eMobilität auf europäischer Ebene<br />

Der Bundesverband eMobilität hat sich in den vergangenen<br />

zwei Jahren erfolgreich auf Bundesebene positionieren können,<br />

um Elektromobilität als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße zu bringen. Inzwischen ist der Verband für<br />

Politik und Unternehmen in Deutschland erster Ansprechpartner,<br />

wenn es darum geht, die Neue Mobilität über Branchengrenzen<br />

hinweg im Dialog zu betrachten.<br />

»Eine markt- und serienfähige Neue Mobilität kann in einer<br />

immer stärker vernetzten Welt aber nur dann erfolgreich realisiert<br />

werden, wenn wir uns auch in Brüssel erfolgreich positionieren«,<br />

erklärte BEM-Präsident Kurt Sigl beim Treffen<br />

mit EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger und Dr. Ingo<br />

Friedrich, Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats<br />

(EWS), in Brüssel. »Eine aktive und nachhaltige Gestaltung<br />

wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen kann<br />

nur auf der Ebene der Staatengemeinschaft erfolgreich vorangetrieben<br />

werden. Deshalb zeigen wir jetzt Präsenz in der<br />

europäischen Hauptstadt und werden gemeinsam mit unseren<br />

neuen Partnern auch über EU-weite Projekte nachdenken«,<br />

so Sigl weiter.<br />

»Ich freue mich ganz besonders, dass wir Dr. Ingo Friedrich<br />

als BEM-Repräsentanten in Brüssel gewinnen konnten, der<br />

mit seiner langjährigen Erfahrung auf dem europäischen<br />

Parkett ein idealer Partner für uns ist«, betonte Christian<br />

Heep, Vorstand Marketing beim BEM, im Nachgang des Treffens.<br />

»Gemeinsam werden wir künftig die Interessen unserer<br />

Mitgliedsunternehmen auch in Brüssel vertreten. Denn nur,<br />

wenn wir beginnen, potentielle Partner auch über Ländergrenzen<br />

hinweg miteinander zu vernetzen, wird sich Elektromobilität<br />

auch langfristig erfolgreich etablieren lassen. Ganz<br />

im Interesse unserer zahlreichen Mitglieder.«<br />

Dr. Ingo Friedrich widmet sich neben seiner Arbeit als Mitglied<br />

des Europäischen Parlaments, davon 10 Jahre im Parlamentspräsidium<br />

als Vizepräsident und Quästor, als stellvertretender<br />

Vorsitzender der CSU und Schatzmeister der<br />

Europäischen Volkspartei auch aktiv der Parteiarbeit. Neben<br />

seiner politischen Arbeit unterstützt er mit seinem Unternehmen<br />

»European Communications« Verbände aus Wirtschaft<br />

und Gesellschaft in Brüssel. »Mit meinem Engagement beim<br />

BEM möchte ich ein Zeichen für Elektromobilität auf europäischer<br />

Ebene setzen. Fragen der künftigen Mobilität betreffen<br />

nicht nur die Regierungen einzelner Staaten, sondern<br />

vielmehr ganz Europa. Die Herausforderungen sind nur auf<br />

gesamteuropäischer Ebene langfristig zu bewältigen«, so<br />

Dr. Friedrich.<br />

Dr. Ingo Friedrich / BEM-Repräsentant in Brüssel<br />

ingo.friedrich@bem-ev.de<br />

Avenue Louise 166 / B-1050 Brüssel<br />

Fon 0032 264 22 337 / Fax 0032 264 22 338<br />

Neue Mobilität<br />

113


eMobilität in Europa - Spanien<br />

Valencia -<br />

herausragende Elektromobilitätsregion<br />

in Spanien<br />

Martin Pohl<br />

Die Region Valencia nimmt als »grüne Vorzeigeregion« Spaniens,<br />

eine besondere Stellung rund um die elektrische<br />

Fortbewegung ein. Zur Förderung nachhaltiger Mobilität<br />

verstärkt die Landesregierung der Comunitat Valenciana<br />

den »MOVELE« Plan der spanischen Regierung durch eigene<br />

intensive Maßnahmen.<br />

Während das Außenhandelsinstitut von Valencia (IVEX) erste<br />

Anlaufstelle für die Internationalisierung Valencianischer<br />

Unternehmen ist sowie Investoren zu Aktivitäten in der Region<br />

Valencia motivieren soll, bildet der valencianische Automobilcluster<br />

(AVIA) die Schnittstelle zur valencianischen<br />

Automobilindustrie ab und bietet bezogen auf die Elektromobilität<br />

umfassende fachliche Unterstützung.<br />

Zentraler Koordinator für Forschungs- und Industrialisierungsvorhaben<br />

in der entstehenden »Elektromobilitätsindustrie«<br />

ist das Energieinstitut von Valencia (ITE). Das Institut<br />

hat sich frühzeitig auf »erneuerbare« Energieerzeugung,<br />

Energietransfer und Speicherung sowie Energieverwendung<br />

ausgerichtet. Ein umfassendes Leistungsportfolio aus den<br />

Fachbereichen Energie, Elektrik und Elektronik sowie chemische<br />

Elektrotechnik bringt das ITE auch als internationalen<br />

Dienstleister in eine exzellente Ausgangsposition.<br />

Im Rahmen des EPV (Electrically Powered Vehicles) Projektes<br />

wurde bereits 2008 basierend auf umfangreichen Angebots-<br />

und Nachfrageanalysen des bestehenden elektrischen<br />

Netzes ein skalierbares und nachhaltiges Distributionsnetzwerk<br />

für den zu erwartenden elektrischen Verkehr modelliert<br />

und pilotiert. Seit 2010 wurde darauf aufbauend nahtlos mit<br />

Projekten hinsichtlich Energiespeicherung, Information und<br />

Kommunikation sowie Betrieb dieser »nachhaltigen« Netze<br />

angeknüpft.<br />

Repräsentative Erfolgsstory ist die Entstehung der Firma<br />

Electric Lloc S.L., (e.lloc) aus dem EPV Projekt. Der 2009<br />

gegründete Komplettanbieter für Konzept, Entwicklung, Produktion<br />

und anforderungsspezifische Integration von »intelligenter«<br />

Ladeinfrastruktur erzielt inzwischen Markterfolge<br />

auf der gesamten iberischen Halbinsel.<br />

Das individualisierbare Produktportfolio von e.lloc umfasst<br />

neben modular aufgebauter Hardware für Innen- und Außenraumanwendungen,<br />

gewerbliche und private Nutzung sowie<br />

für Ladeanforderungen und Fahrzeugklassen auch eine eigens<br />

entwickelte Kommunikations- und Betreibersoftware,<br />

die unterstützt durch das ITE seitens e.lloc entwickelt wurde.<br />

Dabei erfolgt die kommunikative Vernetzung sowohl auf die<br />

Netzwerke der Industrie als auch des privaten Endanwenders<br />

wie GPRS, wLAN etc.<br />

114 Neue Mobilität


eMobilität in Europa - Spanien<br />

Gemeinsam mit dem Elektromobilitätsdienstleister MO-<br />

VUS hat das Unternehmen erst kürzlich mit dem Produkt<br />

E:Sharing den Grundstein für den beruflichen Pendelverkehr<br />

sowie für touristisch geprägte Elektromobilität in der Region<br />

geschaffen.<br />

In Vigo installiert e.lloc mit seinem Kunden CLEM Ecologic<br />

derzeit im Rahmen eines E-Bus Projektes für die Altstadt von<br />

Vigo eine DC-Schnellladestation sowie ein Gesamtladekonzept<br />

für die Buslinie.<br />

Martin Pohl, auf Marktentwicklung spezialisierter Elektromobilitäts-<br />

bzw. Automobilexperte in München, kommentiert<br />

die Valencianischen Aktivitäten mit Blick auf das internationale<br />

Umfeld so:<br />

Die Region bietet mit neuen Geschäftsansätzen für die Elektromobilitätsindustrie<br />

ideale Voraussetzungen für die Internationalisierung<br />

der Unternehmen. Die Bestrebungen zielen<br />

sowohl auf den Vertrieb exzellenter Produkte europa- oder<br />

gar weltweit, die Lizenzierung innovativer Geschäftsmodelle<br />

oder die überregionale Zusammenarbeit. Auch stellt Valencia<br />

eine interessante Standortalternative für intelligente Fertigungsmethoden<br />

dar.<br />

Mit unseren Ansätzen erzielen wir gute Resonanz. so konnten<br />

wir beispielsweise bereits Kollaborationen mit Firmen und<br />

Instituten im Rahmen von Zukunfts- oder Auftragsforschung<br />

etablieren. Unsere Partner realisieren das enorme Chancenpotential<br />

aber auch die besonderen Herausforderungen der<br />

Elektromobilität. Unsere umfassende Marktkenntnis prädestiniert<br />

uns, die Unternehmen bei der Umsetzung eigener<br />

Internationalisierungspläne zu begleiten.<br />

Highlight dieses Jahres wird unser valencianischer Clusterstand<br />

auf der eCarTec 2011 sein - ein idealer Gradmesser für<br />

die teilnehmenden Unternehmen, ihre vielfältigen Expertisen<br />

im Themenfeld Elektromobilität auf internationaler Bühne<br />

zu präsentieren.<br />

Martin Pohl<br />

carparts design<br />

m.pohl@acs-cpd.com,<br />

www.avia.com.es<br />

www.ite.es<br />

Neue Mobilität<br />

115


eMobilität in Europa - Luxemburg<br />

Elektromobilität in<br />

Luxemburg<br />

Roadmap für Schlüsseltechnologien der Elektromobilität<br />

Rückblickend kann man sagen, dass die Elektromobilität in<br />

Luxemburg im Jahre 1884 mit der Entwicklung des »Energy<br />

Car«, einer mobilen Kraftstation für die Landwirtschaft, durch<br />

Henri Owen Tudor begann. Eben dieser machte sich später<br />

einen Namen als bedeutender Hersteller von Bleiakkumulatoren<br />

und schaffte, wenn man so will, die Basis für den ortsunabhängigen<br />

Einsatz von Elektrizität als Kraftquelle und<br />

damit auch für die elektrisch basierte Mobilität.<br />

Aber erst 126 Jahre später - im Jahr 2010 - wurde das Thema<br />

in Luxemburg wieder aufgegriffen. In dem Jahr wurde am<br />

Centre de Recherche Public Henri Tudor ein Forschungsprogramm<br />

für nachhaltige Mobilität initiiert. Im Gegensatz zu<br />

seinem berühmten Namensgeber sieht das CRP Henri Tudor<br />

seine Mission in der Vorbereitung und Unterstützung des<br />

Großherzogtums auf seinem Weg zur nachhaltigen Mobilität.<br />

In dem neu gegründeten »Innovation Programme for Sustainable<br />

Mobility« werden zum einen Kompetenzen aus<br />

unterschiedlichen Forschungsbereichen wie z.B. aus der Informations-<br />

und Kommunikationstechnik als auch aus dem<br />

Umweltbereich zusammengeführt und nach Möglichkeit an<br />

die Marktteilnehmer transferiert. Außerdem werden Problemstellungen<br />

und Trends vom Markt zur Befruchtung der Arbeiten<br />

in den Forschungsteams aufgenommen und entsprechende<br />

Lösungsansätze entwickelt. Das CRP Henri Tudor<br />

arbeitet an zahlreichen Mobilitäts-Forschungsprojekten<br />

auch auf internationalem Niveau und stellt den Austausch<br />

auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene sicher.<br />

Insbesondere wird auf nationaler Ebene auch eine wichtige<br />

meinungsbildende Funktion durch die Zurverfügungstellung<br />

von Informationen über die im März letzten Jahres gegründete<br />

Plattform Elektromobiliteit.lu wahrgenommen. Die Plattform<br />

wurde von CRP Henri Tudor mit dem führenden nationalen<br />

Energieversorgungsunternehmen ENOVOS gegründet.<br />

Die Mitglieder dieser Plattform sind Repräsentanten privater<br />

Unternehmungen, Träger öffentlicher Belange (Ministerien,<br />

Städte und Gemeinden) und Nichtregierungsorganisationen.<br />

Die Mission Plattform Elektromobiliteit.lu<br />

• nationaler und internationaler Informationsaustausch<br />

• nationales und internationales Networking<br />

• Technology Watch<br />

• Förderung innovativer Lösungen durch Pilotprojekte<br />

• Beratung für Politik und Meinungsbildner.<br />

Weiter Informationen: www.elektromobiliteit.lu<br />

Meilensteine der eMobilität in Luxemburg<br />

• 2009 Tour de Ruhr von Hesperange nach Dortmund mit<br />

eVehikeln organisiert von KlimaWelt (www.Klimawelt.lu)<br />

• 2009 Gründung der Plattform Elektromobiliteit.lu<br />

• 2010 erste Ausstellung in Hesperange von eFahrzeugen<br />

und öffentliche Diskussion mit Vertretern aus Politik<br />

und Wirtschaft<br />

• 2011 Messe ecoMobilitity im Rahmen der Frühjahrsmesse<br />

(LuxExpo)<br />

• 2011 Seminar eMOBILITY mit internationalen Referenten<br />

aus Österreich, Frankreich und Deutschland<br />

(www.eMobility.lu)<br />

Zweifelsohne stellte die diesjährige Eröffnung der Messe<br />

ecoMobility durch Luxemburgs Großherzog ein Highlight dar.<br />

Große Aufmerksamkeit erreichte auch das anlässlich dieser<br />

Ausstellung veranstaltete Seminar eMOBILITY, bei dem sowohl<br />

Vertreter des Europäischen Parlaments, der Minister<br />

für nachhaltige Entwicklung und Verkehr als auch die Referenten<br />

sich des Themas Elektromobilität aus unterschiedlichen<br />

Blickwinkeln annahmen. So berichteten beispielsweise<br />

die Vertreter aus Straßburg, Aachen und Bregenz (VLOTTE)<br />

über Ihre Erfahrungen bei der Integration unterschiedlicher<br />

Elektromobilitätskonzepte im urbanen Bereich. PSA berichtete<br />

über die neusten Entwicklungen im Bereich der Diesel-<br />

Hybridtechnik und Mia-Electric stellte ihren innovativen<br />

Stadtflitzer als Bestandteil eines Mobilitätskonzeptes für<br />

den grenzüberschreitenden Verkehr vor.<br />

116 Neue Mobilität


eMobilität in Europa - Luxemburg<br />

Derzeit wird auf politischer Ebene die Erstellung eines<br />

nationalen Entwicklungsplans für Elektromobilität vorbereitet.<br />

Das ehrgeizige Ziel des luxemburgischen Wirtschaftsministers<br />

lautet bis 2020 10% des Gesamtfahrzeuganteils mit<br />

Elektrofahrzeugen zu realisieren, was nach heutigem Stand<br />

etwa 40.000 Fahrzeugen entspräche. Die ersten Ladestationen<br />

wurden bereits installiert. Das Projekt in der Nordstad-<br />

Region stellt das erste Pilotprojekt dar, dem weitere folgen<br />

werden.<br />

Für Luxemburg ist Elektromobilität ein wichtiges Thema mit<br />

dem man einerseits durch intelligente Vernetzung mit dem<br />

ÖPNV das tägliche Verkehrsaufkommen als auch den Emissionen,<br />

nicht zuletzt durch die vergleichsweise günstigen<br />

Treibstoffpreise hervorgerufen (Tanktourismus), begegnen<br />

will. Last but not least kann Elektromobilitität in Verbindung<br />

mit intelligenten Mobilititätskonzepten (Carsharing, Carpooling<br />

etc.) und -dienstleistungen dazu beitragen, die urbane<br />

Verkehrssituation zu verbessern. Derzeit pilgern täglich ca.<br />

150.000 Grenzgänger aus Belgien, Deutschland und Frankreich<br />

ins Großherzogtum, um zu Ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.<br />

Zukünftig wird die Zahl dem Wirtschaftswachstums<br />

Luxemburgs folgend weiter steigen.<br />

In 5 Gemeinden der Nordstad-Region werden mit einem integrierten<br />

Konzept Pedelecs und Elektroautos mit dem öffentlichen<br />

Personennahverkehr kombiniert. Kundenfreundliche<br />

Kommunikationstechniken sollen den Nutzern des Pilotprojekts<br />

die Handhabung erleichtern. Die Infrastruktur umfasst<br />

acht kombinierte Ladestationen für Pedelecs und eCars.<br />

Dipl.-Ing. MBA Bernhard Jäckel,<br />

Centre de Recherche Public Henri Tudor<br />

benhard.jaeckel@tudor.lu<br />

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Neue Mobilität 117<br />

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eMobilität in Europa - Smart Batt<br />

Projekt »SmartBatt«<br />

DI Helmut Oberguggenberger, Head of Electric Drive Technologies am AIT<br />

Was ist das Ziel des Projekts und wer sind die Partner?<br />

Ziel des SmartBatt-Projekts ist es, ein innovatives, multifunktionales<br />

und zugleich sicheres Leichtbaugehäuse für<br />

das Batteriespeichersystem des rein elektrisch betriebenen<br />

Fahrzeugs zu entwickeln. Dabei sollte das Batteriegehäuse<br />

nicht mehr - wie bisher üblich - als separates Supplement<br />

bei der Entwicklung der Fahrzeugstruktur angesehen werden,<br />

sondern vielmehr als vollständig integriertes und tragendes<br />

Strukturelement in das Design der Fahrzeugkarosserie<br />

mit einfließen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen<br />

multidisziplinäre Domänen aus den Ingenieurwissenschaften<br />

beherrscht werden. Im Rahmen dieses Projektes agiert<br />

ein EU-weites Konsortium:<br />

AIT Mobility Department Austria, AIT LKR Austria, Axeon United<br />

Kingdom, Fraunhofer Germany, Impact Design Poland,<br />

Ricardo United Kingdom, SP Sweden, TU Graz Austria und<br />

VW Germany.<br />

Welche Rolle hat dabei das AIT?<br />

Das AIT Austrian Institute of Technology hat zum einen die<br />

Rolle des Projektkoordinators inne, zum andern kann das<br />

AIT seinen Kernkompetenzen im Bereich elektrischer Energiespeicher<br />

(Spektrum reicht über Simulation, Messungen und<br />

Tests für Zellen, Batteriemodule und Packages) und auf dem<br />

Gebiet der Materialforschung (innovative Leichtmetalle) einbringen.<br />

Was unterscheidet SmartBatt von anderen Batterieforschungsprojekten?<br />

Im rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug werden hohe Anforderungen<br />

an die Leistungs- und Energiedichte des Batteriesystems<br />

gestellt, d.h. die Batterie sollte möglichst kompakt,<br />

leicht und sicher sein. Im Projekt SmartBatt wird - im<br />

Unterschied zu anderen Batterieforschungsprojekten - versucht,<br />

das Gesamtgewicht des Batteriesystems dahingehend<br />

zu verringern, indem Optimierungspotentiale die Gehäusestruktur<br />

und die intelligente Integration in das Fahrzeug betreffend,<br />

ausgeschöpft werden sollen. Angestrebt wird dies<br />

beispielsweise durch die Kombination von Leichtbauweisen<br />

mit dem Einsatz neuer, innovativer Leichtbaumaterialien als<br />

auch durch den Einsatz innovativer Simulationswerkzeuge.<br />

Welche Bedeutung hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit<br />

für die Batterieforschung?<br />

Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterschiedlicher<br />

Partner aus Industrie und Forschung entsteht<br />

ein interdisziplinäres Netzwerk. Durch dieses Netzwerk und<br />

das dadurch vorhandene Know-how kann schnell eine dementsprechende<br />

Lösung entwickelt werden, die dann in zukünftigen<br />

Serienfahrzeugen Anwendung findet.<br />

DI Helmut Oberguggenberger<br />

www.ait.ac.at/mobility<br />

118 Neue Mobilität


Master-Studiengang „Green Mobility Engineering“<br />

Berufsbegleitend - International<br />

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Berufsbegleitendes Master-Programm für die Zukunft der Automobilindustrie<br />

Dauer/Modus:<br />

18 Monate/ Berufsbegleitend<br />

Programmsprache: Englisch<br />

Partner:<br />

KIT; Internationales Industrienetzwerk u.v.a.<br />

Abschluß:<br />

M.Sc. des Karlsruher Institut für Technologie (KIT)<br />

Nächster Programmstart: 19. September 2011<br />

Inhalte:<br />

Engineering Expertise & Management Know-How<br />

Themen u.a.: Alternative Antriebstechniken; Energiespeicherung/-verteilung;<br />

Batterien & Akkumulatoren;<br />

Fahrerassistenzsysteme; Mobilitätslösungen in modernen<br />

modernen Netzen; sowie Management Know-How in<br />

Internationalem Projektmanagement; IP Recht; Personalmanagement;<br />

Finanzwesen & Controlling<br />

Akkreditiert von:<br />

Interesse? Sprechen Sie uns an!<br />

HECTOR School of Engineering & Management, Schlossplatz 19, 76131 Karlsruhe<br />

Tel +49 (0) 721 608 47880, Email info@hectorschool.com<br />

www.hectorschool.com/master-program-green-mobility-engineering.html<br />

KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft


eMobilität in Europa - Moto Mundo Electric World Tour<br />

Moto Mundo<br />

Mit dem Elektroauto rund um den Globus<br />

Hjalte Tin und Nina Rasmussen beim EnergieParken in der Wallstr. 16 in Berlin<br />

Die Dänen Hjalte Tin und Nina Rasmussen hatten ein ehrgeiziges<br />

Ziel: einmal im Elektroauto um die Erde. Am 25.<br />

Juni 2010 starteten die beiden Elektroauto-Fans ihre große<br />

Reise. Der eigens für den Langzeittest über drei Kontinente<br />

umgerüstete Nissan Qashqai Electric zeigt, dass eMobilität<br />

bereits jetzt ohne Probleme im Alltag einsetzbar ist. In 10<br />

Monaten haben die beiden Dänen 30.000 Kilometer rein<br />

elektrisch zurück gelegt und dabei Dänemark, Norwegen,<br />

Schweden, Estland, Russland, die Mongolai, China, die USA,<br />

Spanien, Frankreich, die Schweiz, Holland und Deutschland<br />

passiert. Am 07. Mai endete die elektromobile Tour nach fast<br />

einem Jahr im Heimatland Dänemark.<br />

Bevor die zwei dänischen Schriftsteller wieder in Kopenhagen<br />

eintrafen und damit die erste Weltumrundung in einem eAuto<br />

beendeten, haben Sie Ende April einen kurzen Zwischenstop<br />

in der BEM-Bundesgeschäftsstelle in Berlin eingelegt, um<br />

an einer der neuen EnergieParken-Ladesäulen Strom für die<br />

letzten Kilometer zu tanken.<br />

Im Gespräch mit Christian Heep, Vorstand Marketing beim<br />

BEM, wurde klar, dass weltweit unterschiedlich an die Herausforderungen<br />

der Neuen Mobilität heran gegangen wird.<br />

»Auf unserer Reise haben wir große Unterschiede sehen<br />

können. In China ist eMobilität vor allem im Zweiradbereich<br />

bereits jetzt in Masse auf der Straße. Die Programme und Initiativen<br />

gehen hier hauptsächlich von der Regierung aus, die<br />

Elektromobilität massiv fördert. Im Gegensatz dazu sind es in<br />

den USA vor allem Grassroots-Bewegungen im Bereich Umwelt-<br />

und Naturschutz, die sich für die Neue Mobilität einsetzen.<br />

Und in Europa sind es vor allem die Städte, die mit der<br />

Förderung der eMobilität gegen Luftverschmutzung, Lärm<br />

und verstopfte Straßen ankommen wollen«, so Hjalte Tin.<br />

»Nur wenn alle drei Wege miteinander verbunden werden,<br />

wird die Neue Mobilität tatsächlich zum Massenphänomen.«<br />

Mit ihrer Weltumrundung wollten die beiden Dänen zeigen,<br />

was Elektrofahrzeuge schon heute leisten können. Im Rahmen<br />

der Moto Mundo Electric World Tour, wie das Ehepaar<br />

seine Weltumrund nennt, durchquerten sie mit dem Elektroauto<br />

zum Teil Regionen mit extremen, klimatischen Bedingungen.<br />

So waren die Temperaturen in Russland im vergangenen<br />

Sommer extrem hoch. In den USA, die man im Winter<br />

durchquerte, war es hingegen sehr kalt, was dazu führte,<br />

dass die Etappen zwischen den Pausen zum Laden der<br />

Akkus entsprechend kürzer wurden, da die Reichweite des<br />

Fahrzeugs durch zusätzliche Verbraucher wie die Heizung<br />

schrumpfte.<br />

»Unsere Weltumrundung war ein Test für die gesamte Elektromobilität.<br />

Wir müssen jetzt Elektrofahrzeuge auf die Straße<br />

120 Neue Mobilität


eMobilität in Europa - Moto Mundo Electric World Tour<br />

bringen. Das ist die einzige Möglichkeit, wie die Elektromobilität<br />

sich auch langfristig durchsetzen wird. Dabei ist<br />

es nicht schlimm Fehler zu machen. Daraus können wir nur<br />

lernen und die notwendige Technik weiter entwickeln«, erklärte<br />

Nina Rasmussen im Gespräch.<br />

Der umgebaute Crossover Nissan Qashqai brachte es unter<br />

optimalen Bedingungen auf eine Reichweite von 250 Kilometern.<br />

Bewegte sich der Batteriestatus im roten Bereich,<br />

musste der Qashqai an einer einfachen Haushaltssteckdose<br />

aufgeladen werden. In der Regel wurde der eSUV in der<br />

Nacht geladen, sofern sich keine Schnellladestation in der<br />

Nähe befand. Insbesondere in den USA, wo Temperaturen<br />

von minus zehn Grad Celsius herrschten, kamen die Batterien<br />

an ihr Limit. In den USA sorgte darüber hinaus die Tatsache<br />

für Probleme, dass es in Motels nur 110-Volt-Anschlüsse<br />

gab, nicht aber die mindestens benötigten 220 Volt. Hier<br />

konnte nur ein Notstromaggregat helfen, das die beiden Dänen<br />

für solche Fälle mit sich führten.<br />

Der Nissan Qashqai wurde mit einem Elektromotor mit einer<br />

Leistung von 60 kW / 82 PS ausgestattet. Die Lithium-Ionen-<br />

Akkus wurden unter dem Fahrzeug montiert. Die Höchstgeschwindigkeit<br />

des Elektroautos beträgt 130 km/h. Im langsamen<br />

Stadtverkehr konnte das Ehepaar Reichweiten von bis<br />

zu 300 Kilometern erreichen. Bei einem Durchschnittstempo<br />

von 80 km/h betrug die Reichweite immer noch sehr gute<br />

200 Kilometer. »Wir haben vor ein Buch über unsere Erlebnisse<br />

zu schreiben. Bis es soweit ist, laden wir alle Interessierten<br />

dazu ein, einen Blick auf unseren Blog zu werfen«, so<br />

Hialte Tin abschließend.<br />

Hialte Tin / Nina Rasmussen<br />

www.moto-mundo.com<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

Der Opel Ampera.<br />

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Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

Maria Heide Zierer & Klaus Zierer<br />

Handbuch Elektromobilität<br />

VS Verlag für Sozialwissenschaften<br />

Wiesbaden 2010<br />

Preis 24,95 Euro<br />

Ein epochaltypisches Schlüsselproblem<br />

Mobilität hat in unserer Gesellschaft einen zentralen Raum<br />

eingenommen und ist aus dem alltäglichen Leben nicht<br />

mehr wegzudenken. In einer global vernetzten Welt stellt sie<br />

ein Phänomen dar, welches nicht nur für die gegenwärtige,<br />

sondern auch für kommende Generationen von zentraler<br />

und zunehmender Bedeutung ist. Um diesen Wandel darzulegen,<br />

wählen die Autoren einen ganzheitlichen Ansatz<br />

und behandeln das Thema aus der psychologischen, technischen,<br />

politischen und ökologischen Perspektive. Mit Hilfe<br />

dieses Ansatzes wird am Ende des Buches auch das Beispiel<br />

Elektromobilität analysiert. Die Autoren stellen fest, dass<br />

eMobilität zwar mit drei der vier Analyseperspektiven in<br />

Einklang gebracht werden kann, allerdings aus der ökologische<br />

Perspektive noch Zweifel an ihrem Potential bestehen.<br />

Wer das Phänomen Mobilität nicht aus nur einer Perspektive<br />

betrachten möchte, sondern an ihrer sozialwissenschaftlichen<br />

Dimension interessiert ist, für den ist das Buch zu<br />

empfehlen. Leider gibt es kein abschließendes Fazit und<br />

viele Fragen bleiben noch offen.<br />

Martin Uffmann & Katrin Horn<br />

(Lektorat)<br />

Die Top 10 Fragen zum Elektroauto<br />

Green & Energy Consulting Group,<br />

2011<br />

Preis 5,94 Euro (eBook)<br />

Vorurteilen nachgegangen<br />

»Elektromobilität? Geht es dabei nicht um diese Fahrzeuge<br />

für alte Menschen?« Obwohl eMobilität präsenter ist denn<br />

je und inzwischen weder Medien noch Politik das Thema<br />

ignorieren können, herrscht immer noch eine erschreckende<br />

Unkenntnis bzw. Gleichgültigkeit innerhalb der Bevölkerung.<br />

Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass es nicht<br />

mehr Bücher gibt wie dieses. Es werden die Top 10 Fragen<br />

zum Elektroauto aufgegriffen und ohne verwirrende Fachterminologie<br />

beantwortet. So erfährt der Leser u.a. alles<br />

rund um den Ladevorgang, Reichweite, Wartung und Reparatur,<br />

sowie Lebensdauer und Kaufpreis und, dass es sich<br />

bei dem Trend nicht um einen kurzfristigen Hype handelt.<br />

Dem geht ein kurzer aber aufschlussreicher Überblick über<br />

eMobilität im Allgemeinen voraus. Das Buch informiert<br />

so umfassend über die wichtigsten Fragen zum Elektroauto<br />

und räumt ganz nebenbei mit vielen Vorurteilen auf.<br />

Für Einsteiger ist das eBook ein absolutes Muss aber auch<br />

Fortgeschrittene finden in dem Buch eine spannende und<br />

unterhaltende Lektüre.<br />

Mehr als nur tanken...<br />

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Buchvorstellungen<br />

Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />

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Benedikt Höfner<br />

Integrations- und Systemanalyse<br />

elektrischer Radnabenantriebe für<br />

zukünftige PKW-Elektrofahrzeuge<br />

Shaker Verlag Aachen 2010<br />

Preis 49,80 Euro<br />

Radnabenantriebe unter der Lupe<br />

Dass der Wechsel zur eMobilität mehr beinhaltet, als den reinen<br />

Austausch von konventionellen Motoren durch Elektromotoren,<br />

dürfte jedem klar sein, der sich etwas mit dem Thema<br />

auseinander gesetzt hat. Ein Wandel bringt auch immer<br />

neue Möglichkeiten mit sich. Noch ist nicht final geklärt,<br />

welche Antriebssysteme sich künftig bei eAutos durchsetzen<br />

werden. Benedikt Höfner unterzieht daher elektrische<br />

Radnabensysteme einer Systemanalyse mit Blick auf Potentiale<br />

und Nachteile. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass<br />

sie zwar attraktive Mehrfunktionalitäten besitzen, die ein<br />

Antriebsstrang an einer zentralen eMaschine nicht bieten<br />

kann, allerdings ihr Einsatz durch die höheren Systemkosten<br />

noch nicht Flächendeckend zu empfehlen ist. Auch fällt<br />

der durch das Verlagern des Antriebs auf mehrere Punkte<br />

zu erwartende Raumgewinn geringer aus als angenommen.<br />

Wie bei einer Dissertation zu erwarten, handelt es sich bei<br />

dem Werk in großen Teilen um eine technische Analyse. Für<br />

Leute vom Fach eine spannende Arbeit, der Laie allerdings<br />

dürfte schnell an seine Grenzen stoßen.<br />

Reinhard F. Hüttl, Bernd<br />

Pischetsrieder, Dieter Spath (Hrsg.)<br />

Potenziale und wissenschaftlichtechnische<br />

Herausforderungen<br />

Springer-Verlag, Berlin 2010<br />

Preis 24,95 Euro<br />

Elektromobilität / Chancen und Herausforderungen<br />

Zwei Gründe sind ausschlaggebend für das aktuelle Interesse<br />

am Thema Elektromobilität - der Wunsch nach Reduzierung<br />

der CO2-Emissionen im Verkehr und das enorme<br />

Wertschöpfungspotenzial. Letzteres greift die Deutsche<br />

Akademie der Technikwissenschaften acatech in diesem<br />

Buch auf. Verschiedene Autoren diskutieren Herausforderungen<br />

und Potenziale der Neuen Mobilität und gehen auf<br />

verschiedenste Themenfelder ein. Dabei wird ein breiter Bogen<br />

von Mobilitätskonzepten über Materialforschung bis hin<br />

zu Fahrzeugkonzepten und Antriebssystemen gespannt, mit<br />

fachlich aber auch wirtschaftlich geprägten Beiträgen. Sie<br />

kommen dabei zu dem Schluss, dass eMobilität eine nationale<br />

Aufgabe ist, die von Industrie, Wissenschaft und Politik<br />

gemeinsam angegangen werden muss.<br />

Eines wird beim Lesen der Publikation deutlich: Die Neue<br />

Mobilität ist ein extrem großes und komplexes Feld welches<br />

viele Chancen und Herausforderungen in sich birgt.<br />

Wer wissen will, wie diese aussehen und angegangen werden<br />

können, sollte das Buch lesen.<br />

© www.designwelt.com / Stefan Ellbrueck<br />

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Das erwartet Sie in der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 05<br />

Vorschau<br />

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Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband eMobilität,<br />

informiert vierteljährlich über Projekte und Veranstaltungen der emobilen<br />

Branche, die Arbeit seiner Mitglieder und über relevante News im<br />

Bereich der Neuen Mobilität.<br />

In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren wir Fragen<br />

zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem geben Interviews mit verschiedenen<br />

eMobilitätsplayern interessante Einblicke in die Branche. In<br />

wechselnden Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />

regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte, Innovationen und interessante<br />

Veranstaltungen.<br />

Im Mittelpunkt der Oktober-Ausgabe steht die Leitmesse der emobilen<br />

Branche - die eCarTec.<br />

Sie bringt vom 18. bis 20. Oktober 2011 zum dritten Mal umfassend alle<br />

aktuellen Entwicklungen und Technologie-Angebote auf einer Fachmesse<br />

zusammen. Der Bundesverband eMobilität wird wie im Vorjahr<br />

gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern mit einem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

präsent sein. Nach der erfolgreichen Messe-Präsenz<br />

2010 und durchweg begeisterten Mitausstellern wollen wir in diesem<br />

Jahr mit Ihrer Hilfe noch mehr Besucher auf unserem Stand begrüßen.<br />

Auf ca. 500 qm finden Sie neben den innovativen Ausstellern und ihren<br />

Produkten auch wieder eine attraktive eLounge, in der sich in angenehmem<br />

Ambiente neue Geschäftskontakte knüpfen lassen. Positionieren<br />

Sie sich und Ihr Unternehmen auf einem der am besten frequentierten<br />

Messestände auf der Leitmesse der emobilen Branche. Wenn auch Sie<br />

dabei sein wollen, kontaktieren Sie bitte Klaus Bergerfurth via eMail<br />

klaus.bergerfurth@bem-ev.de oder telefonisch unter 030 8638 1874<br />

und fordern Sie ein Buchungsformular an.<br />

Für eine erfolgreiche Unternehmensdarstellung im eCarTec-Sonderteil<br />

der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 05 wenden Sie sich bitte für Anzeigenschaltungen<br />

und Einträge im Firmenverzeichnis direkt an:<br />

Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen, Termine,<br />

innovative Projekte, Feedback und natürlich über Anregungen freut sich:<br />

Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />

juliane.girke@bem-ev.de


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Abonnement<br />

Fax an 030 8638 0866<br />

oder per email an<br />

abo@neue-mobilitaet.info<br />

Unser Fachmagazin wird Sie nun viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />

und Projekte der eMobilitätsbranche informieren.<br />

JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 26,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 18,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />

Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />

Förder-abo / 4 Ausgaben<br />

Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />

eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 45,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />

zzgl. Porto*).<br />

firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />

Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />

Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

5 Stück (85,00 €) 10 Stück (145,00 €) 25 Stück (265,00 €)<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige<br />

Lieferung der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um<br />

ein weiteres Jahr. Bei einer evtl. Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2012 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann<br />

innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung<br />

des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />

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*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />

Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />

Fon<br />

Ort, Datum,<br />

Stempel, Unterschrift<br />

Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />

Neue Mobilität<br />

125


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Effizienz durch Intelligenz<br />

BEM-<br />

MITGLIEDER<br />

Der Bundesverband eMobilität vernetzt die Akteure aus<br />

Wirtschaft, Politik und Medien miteinander, fördert die öffentliche<br />

Wahrnehmung für Elektromobilität durch zahlreiche<br />

Veranstaltungen und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />

Veränderungen ein. Von Beginn an sind die<br />

Mitglieder das wichtigste Potential des Verbands.<br />

»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />

Projekte ist deshalb eines unserer wichtigsten Aufgaben im<br />

tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />

dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />

Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />

Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />

Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />

als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />

und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />

bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />

www.bem-ev.de<br />

www.eMobileTicker.de<br />

»Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische<br />

Mobilitätsalternative auf die Straße bringen.«<br />

Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />

ComInMarket<br />

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126 Neue Mobilität


Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />

Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />

Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />

Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />

Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />

starken Wachstumsbranchen in Deutschland gehören.<br />

Es ist unverzichtbar, sich gemeinsam und verstärkt den<br />

Herausforderungen der eMobilität zu stellen, um einen<br />

nachhaltigen Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu<br />

sichern. Diese Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme<br />

der innovativsten Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten<br />

und das kooperative Zusammenwirken aller<br />

beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft,<br />

Politik, Medien, den Verbänden und Institutionen, sowie das<br />

Engagement jedes einzelnen Bürgers, der sich für eine Neue<br />

Mobilität einsetzen möchte.<br />

Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />

und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />

eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />

diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />

Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />

endlich sauber und leise wird. Elektromobilität muss jetzt in<br />

Ersten Flotten und Fuhrparks sichtbar werden.<br />

Dafür ist Ihr Engagement und Ihre Unterstützung<br />

notwendig..!<br />

Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />

• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />

Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />

• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />

der relevanten Player der Branche<br />

• Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />

Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität zur Steigerung<br />

urbaner Lebensqualität<br />

• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />

• Bezug des BEM-Fachmagazins »<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>« 4x im Jahr<br />

• Einbindung in Kampagnen, Filme, Interviews, gemeinsame<br />

Pressemitteilungen und Beiträge im BEM-Magazin / BEM TV<br />

• Imagefördernde Positionierung als Innovationsträger und<br />

aktiver eMobilitätsplayer<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />

• Präsentation auf Veranstaltungen, Symposien, Konferenzen<br />

eShowroom & Kompetenzzentrum, BEM eRoadshow<br />

• Nutzung des Partnerlogos auf Medien und der Webseite<br />

»Mitglied im Bundesverband eMobilität«<br />

• Zugang zu Landesvertretungen und Partnerverbänden<br />

• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, anderen Verbänden und<br />

Instituten<br />

• Event-Einladungen zu Mitgliedskonditionen, bundesweite<br />

eStammtische, Teilnahme am BEM-Roundtable<br />

• Redaktions- und Nachrichtendienst<br />

• eNewsletter, BEM eMobile Ticker als iPhone App, Pressezugang,<br />

Veröffentlichungen<br />

• Professionelle Beratung bei der Umsetzung von ersten<br />

Elektrofahrzeug-Flotten<br />

Mitgliedsbetreuung<br />

BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />

Jetzt im App-Store.<br />

Fon 030 8638 1874<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

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Neue Mobilität<br />

127


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Fax: +49 228 - 559 20-99<br />

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128 Neue Mobilität


Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />

an Sandrine Frideres vom BEM sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

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fon: +49 (0)30 261 016 97<br />

fax: +49 (0)30 261 016 98<br />

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Tel.: +49(0)203-75 99 98-0<br />

Fax: +49(0)203-75 99 98-11<br />

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Dr. Peter Bachmann<br />

Leiter des Teams New Mobility<br />

Noerr LLP<br />

Brienner Straße 28<br />

D-80333 München<br />

Peter.Bachmann@noerr.com<br />

T +49 89 28628277<br />

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129


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Fax 030 8638 0866<br />

www.bem-ev.de<br />

magazin@bem-ev.de<br />

Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Redaktionsleitung<br />

Juliane Girke<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fon 030 8961 0800<br />

Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />

Sandrine Frideres<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Mitarbeit<br />

Klaus Bergerfurth<br />

Benjamin Carl Franke<br />

Jonas Quincke<br />

Konzept, Layout & Druck<br />

CYMAGE MEDIA BERLIN<br />

Oranienplatz 5<br />

10999 Berlin<br />

Fon 030 616 58 511<br />

Fax 030 616 58 526<br />

www.cymage-media.com<br />

agentur@cymage-media.com<br />

Layout, Satz, DTP, Grafik<br />

Christian Heep<br />

Monika Czerminska<br />

Kristin Spiess<br />

Falk Bege<br />

BEM-Photograf<br />

Sebastian Knoth<br />

www.sebastian-knoth.com<br />

Titelbild / Cover<br />

TÜV Rheinland<br />

Druckerei<br />

primeline.print Berlin<br />

Auflage<br />

10.000 Stück<br />

Diese Ausgabe<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>04</strong><br />

Erscheinung Juli 2011<br />

ISSN 2191-5636<br />

Ausgabe Oktober 2011<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 05 zur eCarTec<br />

Anzeigenschluss 21.09.2011<br />

Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />

ins Firmenverzeichnis der NM<br />

gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />

Mediadaten, Stand April 2011.<br />

www.neue-mobilitaet.info<br />

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Parlamentarischer Beirat<br />

Wolfgang Tiefensee, SPD<br />

Markus Rinderspacher, SPD<br />

Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />

Werner Simmling, FDP<br />

Volker Ratzmann Bündnis 90/Die<br />

Grünen<br />

Wissenschaftlicher Beirat<br />

Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

Prof. Dr. Frank Behrendt<br />

Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />

Matthias Groher<br />

Markus Emmert<br />

Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />

Josef Maier<br />

Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />

Johann Georg Friedrich<br />

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />

Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

BEM-Vorstand<br />

Kurt Sigl, Präsident<br />

Michael Hofmann, Finanzen<br />

Christian Heep, Marketing<br />

Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />

Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />

© 2010 -2011 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />

liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />

Angaben, Daten, Behauptungen, etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />

Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />

schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.


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* Schauspieler Larry Hagman, Ölbaron aus der weltbekannten 80er-Jahre-Serie<br />

„Dallas“, besitzt eine der größten, privaten Solarstromanlagen der USA.


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man muss auch tun.<br />

Es ist nicht genug zu wissen,<br />

man muss auch anwenden können.«<br />

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