NEUE MOBILITÄT 04
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ISSN 2191-5636 Sommerausgabe 2011<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
JULI 2011<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Lebenswelt Elektromobilität<br />
01. - 05.08.2011 Clean Tech World 29. - 30.09.<br />
09. - 10.09.<br />
eMobilität &<br />
Erneuerbare Energien<br />
NPE Ergebnisse<br />
Nationale Plattform<br />
Elektromobilität<br />
eMobilität in Europa<br />
Projekte und Initiativen<br />
in der EU<br />
Erste Flotten<br />
Die Neue Mobilität auf der<br />
Straße<br />
Neue Mobilität<br />
1
Komisch, dass es immer noch<br />
Menschen in Deutschland gibt,<br />
die es gerne 2 Grad wärmer hätten.<br />
Mit denen sprechen wir noch.<br />
Love Green.<br />
Deutschlands erste Medien-Initative<br />
zum Thema Nachhaltigkeit.<br />
Werden Sie Ermöglicher.<br />
www.love-green.de<br />
green ®<br />
Wir retten die Welt.<br />
Jeder ein bisschen.
gruSSwort<br />
BEM-Vorstand von links nach Rechts: Finanzvorstand Michael Hofmann, Präsident Kurt Sigl & Christian Heep, Vorstand Marketing<br />
Jetzt Zeichen setzen<br />
Aus den zahlreichen Gesprächen mit den elektromobilen<br />
Playern der letzten zwei Jahre wird deutlich: Aus der Vision<br />
Elektromobilität ist inzwischen ein erkennbarer und respektabler<br />
Markt geworden, der über typische Branchengrenzen<br />
hinaus zusammenwächst und die Phase der Sondierung<br />
längst überwunden hat. Vor diesem Hintergrund müsste<br />
Elektromobilität in Deutschland längst viel weiter sein. Die<br />
Branche der Neuen Mobilität hat bereits ganz klar den Zusammenhang<br />
zwischen dem Zeitfaktor der Marktentwicklung,<br />
heimischer Wertschöpfung, dem damit verbundenen<br />
Wohlstand und der langfristigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt<br />
erkannt.<br />
Entscheidend ist an dieser Stelle, dass wir jetzt mit allen Mitteln<br />
in diesen Zukunftsmarkt einsteigen und uns auch langfristig<br />
erfolgreich als weltweit kompetenter Partner zeigen.<br />
Die Voraussetzungen dafür bringen wir mit. Insbesondere in<br />
den Bereichen Forschung und Entwicklung, technischer Innovationen<br />
und Standardisierung haben wir die Nase vorn.<br />
Aber wie lange noch? Die ausländische Konkurrenz hat die<br />
Chancen bereits erkannt und ist bereit diese auch zu nutzen.<br />
Mit Hochdruck wird so beispielsweise in China sowohl<br />
von Regierungsseite als auch von Unternehmensseite in die<br />
Neue Mobilität investiert. Und das erfolgreich.<br />
Wir werden die Position des Marktführers nicht erreichen,<br />
solange Elektromobilität in Deutschland lediglich in Form<br />
von regional und zeitlich begrenzten Forschungsprojekten<br />
realisiert wird. Es ist an der Zeit, gesellschaftsübergreifend<br />
eine neue Phase bei der Einführung der Neuen Mobilität<br />
einzuleiten. Insbesondere in kommunalen Fuhrparks, deren<br />
tägliche Wegstrecken vorhersehbar sind, eignet sich der<br />
großflächige Einsatz von Elektrofahrzeugen bereits jetzt, um<br />
innerhalb der Gesellschaft deutliche Zeichen für die Neue<br />
Mobilität zu setzen.<br />
Hier ist jetzt primär die Politik gefordert, entsprechende<br />
Rahmenbedingungen zu schaffen. Beschränken sich die<br />
Maßnahmen der Bundesregierung weiterhin nur auf nichtmonetäre<br />
Anreize, laufen wir Gefahr weder Leitmarkt noch<br />
Leitanbieter zu werden und verspielen unsere Chance auf<br />
eine europäische und internationale Führungsrolle. Die<br />
Bundesregierung stellt derzeit ein elektromobiles Interesse<br />
zur Schau, das jenseits dessen ist, was gefordert wäre, um<br />
ernsthaft und glaubhaft eine Intention für die Neue Mobilität<br />
in unserer Gesellschaft zu vertreten. Hier ist ein sehr viel ambitionierteres<br />
Vorgehen erforderlich.<br />
Es ist jetzt an der Zeit, das wir ein weithin sichtbares Zeichen<br />
für eine Neue Mobilität setzen.<br />
Vorstand Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Cover: TÜV Rheinland<br />
www.TUV.com<br />
Ergebnisse<br />
NPE<br />
24 Unser Vorteil im<br />
GLobalen Wettbewerb<br />
Interview Dr. philipp rösler<br />
26 Kräfte Bündeln<br />
Interview Wolfgang Tiefensee<br />
30 eMobility - Machbarkeit<br />
Interview Dr. Thomas Gößmann<br />
32 Kaufanreize notwendig<br />
UND sinnvoll<br />
Dr. Jan peter Korthals<br />
34 Staatliche zuschüsse<br />
interview Reinhard stück<br />
ralph strobel<br />
36 Elektromobile Stadt<br />
Dr. Peter Bachmann<br />
Christian Alexander Mayer<br />
38 25 pilot cities<br />
andreas-michael reinhardt<br />
40 AUf der überholspur<br />
Thorsten Themme<br />
Messen &<br />
EVents<br />
10 e-miglia 2011<br />
12 Clean tech world<br />
14 Lebenswelt<br />
Elektromobilität<br />
emobilität &<br />
Erneuerbare<br />
Energien<br />
42 Baustein<br />
Björn klusmann<br />
44 EE im Mobilitätssektor<br />
Sven Kirrmann<br />
46 Solare Revolution<br />
markus emmert<br />
48 EE in den Autotank<br />
Prof. Dr. Josef Krems<br />
50 EE als Basis<br />
Eckhard Fahlbusch<br />
52 Ideale Partner<br />
Jürgen Hüpohl<br />
54 emobile talk<br />
Interview Markus emmert<br />
Dr. Christian Andrelang<br />
BEM<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Nicht drängeln..!<br />
Editorial, Christian heep<br />
8 challenge Bibendum<br />
16 Parlamentarischer<br />
Beirat<br />
20 Wir elektromobilisieren<br />
DEN Bundestag<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 abo neue mobilität<br />
126 Mitgliedschaft<br />
im Bundesverband eMobilität<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
Erste<br />
Flotten<br />
58 fAHrsicherheitstraining<br />
Car-cycle-consult<br />
59 opel gibt strom<br />
Opel<br />
60 mArketing-offensive<br />
Next Generation Mobility<br />
61 eMobilität in der logistik<br />
Barkawi<br />
62 Kraft der zwei antriebe<br />
EDAG<br />
64 mobilität bewegt<br />
German e-cars<br />
66 vorsprung durch praxis<br />
athlon car lease<br />
68 emobilität im tourismus<br />
Nordhessen touristik<br />
70 eAutos für jedermann<br />
db fuhrpark<br />
72 emobilität erleben<br />
Lechwerke AG<br />
74 carsharing in hamburg<br />
Cambio<br />
75 zusatzqualifikation<br />
elektromobilität<br />
Mainova<br />
76 mobilität der zukunft<br />
pg-bikes
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe Juli 2011<br />
Status Quo<br />
eMobilität<br />
eMobilität<br />
in europa<br />
78 Innovation elektroantrieb<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
80 Ladesäulenranking<br />
81 emobilität ist<br />
ALLTAGSTAUGLIch<br />
82 Argumente für die<br />
Neue Mobilität<br />
84 Strom tanken<br />
Andreas richter<br />
86 WISSENSchaft & Wirtschaft<br />
Dr. Carsten Hutt<br />
88 simulation für mehr effizienz<br />
gerhard friederici<br />
90 eEnergie speichern<br />
Tronic one gmBh<br />
92 Schwarzes gold<br />
Annegret Handel-kempf<br />
94 GEfahrenpotentiale<br />
LEISEr eAutos<br />
kathrin dudenhöffer<br />
leonie hause<br />
96 legal corner<br />
Dr. Christian de Wyl<br />
Jan-Hendrik vom Wege<br />
98 Vehicle to grid<br />
benjamin bürger<br />
99 Schlüssel liegt in<br />
Batterie<br />
Forschungszentrum Meet<br />
100 Elektronik im<br />
Elektroauto<br />
hans-jürgen esch<br />
102 geschäftsmodelle zur<br />
marktetablierung<br />
Prof. Dr. Wolfgang Pfau<br />
Dipl.-Betriebswirt Lutz göcke<br />
103 Wertschöpfungsnetzwerke<br />
Dipl.-Phys. Richard Colmorn<br />
Prof. Dr. Michael Hülsmann<br />
1<strong>04</strong> Green Mobility Engineering<br />
Prof. Dr. Frank Gauterin<br />
106 EU-Metropolen & eMobilität<br />
108 Green emotion<br />
Dr. Heike Berlag<br />
110 Elektromobile Förderthemen<br />
Ariane Waldmann<br />
112 passion for new mobility<br />
First Move AG<br />
113 BEM-Repräsentant in Brüssel<br />
Dr. Ingo Friedrich<br />
114 emobilität in SPanien<br />
Martin Pohl<br />
116 eMobilität in Luxemburg<br />
Dipl.-ing MBA Bernhard Jäckel<br />
118 Projekt »Smart Batt«<br />
DI Helmut Oberguggenberger<br />
120 Moto Mundo<br />
HIalte Tin<br />
Nina Rasmussen<br />
Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
Wir freuen uns, dass unsere vierte Ausgabe den Weg zu Ihnen<br />
gefunden hat. Wenn Sie noch nicht zum regelmäßigen<br />
Empfängerkreis gehören oder die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> nur<br />
knapp auf einer der vielen Messen, Kongresse oder Veranstaltungen<br />
bekommen haben.. empfehle ich Ihnen einen Besuch<br />
auf unserem Abo-Formular unter www.bem-ev.de oder<br />
auf Seite 125 dieser Ausgabe.<br />
Bei unserer quartalsweisen Erscheinung haben wir nun bereits<br />
ein ganzes Jahr die Entwicklung der eMobilität dokumentiert,<br />
begleitet, einer beständig wachsenden Leserschaft vorgestellt<br />
und selbst dabei viele neue Kontakte und wertvolle<br />
Erfahrungen gesammelt. Ich möchte Sie gern animieren und<br />
auffordern dieses branchenübergreifende Netzwerk, das<br />
wir gerade um einen kompetenten parlamentarischen Beirat<br />
und unsere EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich<br />
erweitern konnten, effektiv für Ihr elektromobiles Engagement<br />
zu nutzen und uns sichtbar im Rahmen einer BEM-Mitgliedschaft<br />
bei unseren tagespolitischen und medial-kommunikativen<br />
Aufgaben zu unterstützen. Dass sich das auch<br />
in Ihren Auftragsbüchern rechnet, zeigt die Tatsache, dass<br />
wir in den Reihen unserer Mitglieder bereits über 28 Millionen<br />
Euro zusätzliche Auftragsvolumina generieren konnten.<br />
In dieser Ausgabe beleuchten wir die »Ergebnisse« der NPE,<br />
freuen uns über Beiträge von z.B. Dr. Rösler und Tiefensee,<br />
dem Dachverband der Erneuerbaren Energien und viele<br />
weitere Fachbeiträge und Kommentare zum Status Quo der<br />
Elektromobilität, Ersten Flotten und eMobilität in Europa.<br />
Christian Heep<br />
Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing
Editorial - Christian Heep<br />
Nicht drängeln..?<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
© photocase.com/<br />
Mit leicht erhobener Stimme, autoritär anmutend, besserwisserisch<br />
und gleichzeitig ebenso drängelnd hört man ihn<br />
immer wieder. Den leicht aggressiven Unterton, die latente<br />
Angst selbst später zum Zug zu kommen, etwas zu verpassen.<br />
»Nicht drängeln..!« ist doch schon ein Indikator für Beharrlichkeit<br />
in der eigenen Person, der eigenen Einschätzung.<br />
Daneben existiert aber auch das ruhige, sanfte Gemüt, das<br />
mit leicht monotoner Stimme, aber ebenso wissend daherkommende<br />
und ebenso überlegene »Nicht drängeln.« in<br />
langgezogener Tonalität.<br />
Das titelgebende, überrascht fragende »Nicht drängeln..?«<br />
zeigt die Brisanz hinter dieser prekären Fehleinschätzung,<br />
Erschließt sich am Ende aber leider nicht nur demjenigen<br />
Kortex, der es denn verzapft und politisch verschuldet hat,<br />
sondern vielmehr seinem Schützling in den verschiedensten<br />
Vorkommen: Dem gemeinen Bürger, dem Arbeiter oder<br />
Angestellten in der Automobil- und Zulieferindustrie und in<br />
weiterer Folge im Grunde jedem Teilnehmer unserer Wertschöpfungskette<br />
bis hin zur Europa, die sich das so wohl bei<br />
der Namensgebung damals nicht vorgestellt hatte.<br />
Ich bin mir natürlich der Tatsache bewusst, dass ich offensichtlich<br />
auch etwas besser weiß, aber damit bin ich ja zum<br />
Glück ebenso wenig allein und habe auf meiner Seite die<br />
Kollegen Vernunft, Nachhaltigkeit und eine gehörige Portion<br />
ermöglichenden Fortschritts. Flankierend stehen mir mahnend<br />
auch die zunehmende Ressourcenknappheit, sowie<br />
der Klima- und Umweltschutz argumentativ zur Seite.<br />
Doch kommen wir hier nun mal zum Punkt. Um den Spannungsbogen<br />
ein letztes Mal zu bemühen, vielleicht einen<br />
weiteren antiken Sprung in die demokratische Wiege unserer<br />
heutigen Wertvorstellung. Allerdings erinnern heutige<br />
Herangehensweisen teils in erschreckender Weise an die<br />
Anfänge der Begrenzung politischer Partizipationsrechte. In<br />
diesem Sinne kommen wir also auf den von mir gern bewußt<br />
provokant kommentierten zweiten Bericht der Nationalen<br />
Nullrunde Elektromobilität und das darauf folgende Regierungsprogramm<br />
mit tatsächlich noch mehr Massenträgheit,<br />
was bei den vielen Wörtern schon erstaunlich ist. Gedrängelt<br />
hat hier wirklich keiner..! Eine nationale Anleitung in Richtung<br />
Leitmarkt sieht wahrlich anders aus und lässt die Subventionsforderung<br />
eher taktil erscheinen.<br />
Na, jedenfalls ging es mir ja um die Begriffe Gleichstellung<br />
und Gerechtigkeit oder am besten gleich um beide. Beispielhaft<br />
lässt sich das an der Dienstwagenbesteuerung klären.<br />
Wenn man also nach über sechs langen Monaten endlich dahinter<br />
kommt, dass bei der Besteuerung von Elektrodienstwagen<br />
die Anschaffung eben dieser zukunftsweisenden und<br />
6 Neue Mobilität
Editorial - Christian Heep<br />
regierungsseitig ja eindeutig gewünschten Vehikel ein offensichtlicher<br />
Missstand vorlag und man diesen nun entsprechend<br />
korrigiert, dann kann man doch bitte für diese<br />
reine Gleichstellungsmaßnahme keinen Applaus erwarten,<br />
geschweige denn das als honorablen Punkt in sein ohnehin<br />
nur einen einzigen weiteren relevanten Punkt umfassendes<br />
Regierungspaket übernehmen. Wer jetzt allen Ernstes wirklich<br />
glauben möchte, dass sich damit ein elektromobiler Leitmarkt<br />
erschließen lässt, der assimiliere sich bitte eigenständig<br />
wieder in eine der nörgelnden Reihen zurück.<br />
Leider ist wiederholt zu befürchten, dass wir unsere Chancen<br />
auf dem Zukunftsmarkt Mobilität aufs Spiel setzen. Warum..?<br />
Ganz einfach: Weil die anderen drängeln..! Sie drängeln sich<br />
auf ihrem Markt und bald auch auf unserem in Deutschland<br />
oder Europa - das spielt gar keine Rolle. Eine Rolle aber können<br />
wir spielen, indem wir endlich anfangen Leitmarkt zu werden.<br />
Vorreiter, Vordenker, Mitspieler und eben auch ein bisschen<br />
Drängler. Wem jetzt das Wort nicht gefällt und da stimme ich<br />
tendenziell mit ein, der werde doch einfach politisch sichtbar<br />
und fordere den notwendigen Systemwechsel. Am pragmatischsten<br />
funktioniert das natürlich im oberen Bereich der<br />
Kommandostruktur. Also genau da, wo es ja bereits gewollt<br />
ist. Auch hier komme ich leider nicht umhin in Eintönigkeit<br />
zu konstatieren, dass unser Leitmarktanspruch überhaupt<br />
nicht zur vorherrschenden Förderablehnung passt.<br />
Ein weithin sichtbares Zeichen für Erste Flotten, der meine<br />
uneingeschränkte Aufmerksamkeit finden wird, ist eine<br />
Dienstwagenbesteuerung iHv. exakt 0% und eine Befreiung<br />
von der Kfz-Steuer. Als nächsten Schritt sehe ich die von uns<br />
geforderte heterogene Förderverteilung auf Käufer und Hersteller.<br />
Dann wird auch eine kalkulierbare Erfolgsstory daraus,<br />
da eben nicht eine pauschalierte Millionenförderung in<br />
die Konzerne fließt, sondern eine leistungsbezogene.<br />
Wenn das keine 2,5 Mrd. Euro wert sein soll für die ersten<br />
250.000 Elektroautos, dann weiß ich es auch nicht. Zudem es<br />
sich ja nicht um zusätzliche Mittel handelt, sondern lediglich<br />
um eine andere Verteilung. Steuerrückflüsse, der Dank nachfolgender<br />
Generationen, weniger Klimafolgenschäden, steigende<br />
Exportquoten, Arbeitsplätze und Wohlstand auch nach<br />
2020 in Deutschland und Europa noch nicht mal eingerechnet.<br />
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun nach meiner kleinen<br />
Einstimmung ein durchweg positives Lesevergnügen, freue<br />
mich auch in Zukunft auf eine gute und elektromobile Zusammenarbeit<br />
und empfehle, den ganzen Artikel nochmal<br />
zu lesen und zwar im Fokus Erneuerbarer Energien und Sie<br />
werden mit Leichtigkeit eine Parallelisierung erfahren.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Neue Mobilität<br />
7
Michelin Challenge Bibendum 2011 - Rückblick<br />
Teilnehmer an der Michelin Challenge Bibendum 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof<br />
Rückblick<br />
Challenge Bibendum 2011<br />
Vom 18. bis 22. Mai stand auf dem Tempelhofer Feld in Berlin<br />
auf der Michelin Challenge Bibendum alles im Zeichen nachhaltiger<br />
Mobilität. Über 6.000 Besucher aus Politik, Industrie,<br />
Wissenschaft und Medien waren in diesem Jahr vor Ort,<br />
um in Theorie und Praxis zukunftsweisende technische Lösungen,<br />
Konzepte und Studien rund um nachhaltige Mobilität<br />
im Straßenverkehr zu diskutieren. Am 21. und 22. Mai<br />
fanden zudem erstmalig auch Publikumstage statt, an denen<br />
die zahlreichen Berliner Gäste die Möglichkeit hatten, die zukünftigen<br />
Serienfahrzeuge, Studien und Mobilitätskonzepte<br />
direkt auf den verschiedenen Parcours Probe zu fahren.<br />
Der Bundesverband eMobilität war gemeinsam mit seinen<br />
Mitausstellern TÜV SÜD, Toyota Tsusho, New Tech Energies,<br />
Michael Hadad Autohandel und etecmo mit einem Gemeinschaftsstand<br />
präsent. »Um Elektromobilität langfristig erfolgreich<br />
zu etablieren, müssen wir anfangen über Ländergrenzen<br />
hinaus zu denken. Michelin hat mit der Veranstaltung<br />
genau an diesem Punkt angesetzt. Wir haben zahlreiche<br />
neue internationale Kontakte knüpfen können«, so Christian<br />
Heep, Vorstand Marketing beim Bundesverband eMobilität.<br />
Johannes Rechholz, etecmo GmbH<br />
»etecmo, der Personalspezialist für den Bereich Elektromobilität,<br />
war als BEM-Mitglied dieses Jahr erstmals auf dem Gemeinschaftsstand<br />
vertreten. Das Erscheinungsbild des Messeauftritts,<br />
in gewohnt stilsicherer BEM-Weise, fand beim<br />
Messepublikum großen Anklang. Neben interessanten Kontakten<br />
zu den verschiedensten Unternehmen aus der Branche<br />
freuen wir uns über eine Vielzahl an neuen Bewerbern,<br />
die im Anschluss an die Veranstaltung Ihren Lebenslauf<br />
auf unserem Online-Jobportal hinterlegt haben. Einige der<br />
Kandidaten konnten wir bereits direkt an die geknüpften<br />
Kontakte weiterempfehlen. Wir sind uns sicher, auch beim<br />
nächsten Gemeinschaftsstand wieder dabei zu sein - nicht<br />
zuletzt bedingt durch die kooperative Top-Betreuung der<br />
BEM-Mitarbeiter.“<br />
8 Neue Mobilität
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
Oxana Udovichenko, TOYOTA TSUSHO Düsseldorf<br />
»Das Management der gesamten Energie-Wertschöpfungskette<br />
für die Neue Mobilität ist eines unserer<br />
zentralen Geschäftsfelder. Um unseren Bemühungen<br />
Ausdruck zu verleihen, haben wir als BEM-Mitglied zusammen<br />
mit unserem Partner JDM auf der Challenge Bibendum<br />
das erste von JDM in Serie hergestellte Elektrofahrzeug<br />
ausgestellt. Der BEM-Gemeinschaftsstand hat<br />
uns, wie bereits auf der diesjährigen E-World in Essen,<br />
die ideale Plattform für weitere Geschäftskontakte und<br />
eine attraktive Unternehmenspräsentation geboten.«<br />
Guido Riemann, Michael Hadad Autohandel GmbH<br />
»Die kompetente Zusammenarbeit mit dem BEM-Team<br />
hat hervorragend funktioniert. Wir fanden auf dem<br />
Event genau die richtige Bühne, um uns einem breiten<br />
Publikum als relevanter Partner zu zeigen. Wir haben<br />
viele gute Gespräche mit Fachleuten und interessierten<br />
Besuchern führen können. Ich bin wirklich beeindruckt,<br />
wie stark die allgemeine Nachfrage zum Thema Elektromobilität<br />
und insbesondere zum i-MiEV ist. Denn wir<br />
sind davon überzeugt, dass Elektromobilität das Thema<br />
der Zukunft ist.«<br />
Weitere Informationen finden Sie unter<br />
www.michelinchallengebibendum.com/de/Berlin-2011
e-miglia 2011<br />
e-miglia 2011<br />
Der härteste Realtest für Elektromobilität<br />
• Die Protagonisten: C-Zero, MINI E, eRuf, i-MiEV, iOn, Jetcar, Mega Van, Pedelec, Stromos,<br />
Tesla, Think, Tazzari, Twike<br />
• Gleichmäßigkeitsrallye durch vier Alpenländer: D-AUT-I-CH vom 01. bis 05. August 2011<br />
• Energiewende: 800 Kilometer von München bis St. Moritz emissionsfrei<br />
Mit 32 alltagstauglichen eFahrzeugen zieht die e-miglia am<br />
02. August von München gen Großglockner in die Alpen. Eine<br />
neue Ära der Mobilität beginnt und fordert vor allem von den<br />
Teilnehmern Pioniergeist. Die Helden der Zukunft sind die<br />
unterschiedlichen eFahrzeuge, die sich im Vergleich zu 2010<br />
stark weiterentwickelten. Je nach Typ liegen die Reichweiten<br />
zwischen 120 und 400 km. Eine Schnellladung ist bereits in<br />
30 Minuten zu schaffen, an der normalen Steckdose dauert<br />
es bis zu 7 Stunden die Batterien wieder zu füllen. Auch die<br />
Höchstgeschwindigkeiten sind mit meist 120 km/h absolut<br />
alltagstauglich, die Sportler unter den eMobilen bringen es<br />
sogar auf über 200 km/h mit einer Beschleunigung von null<br />
auf 100 in stolzen 3,7 Sekunden. Erfreulich sind die Energiekosten<br />
für 100 km, die 4 EUR nicht übersteigen, aber je nach<br />
Fahrweise und Typ leicht zu unterschreiten sind.<br />
Der schnelle Tesla, bekannt für Sportlichkeit und hohe<br />
Reichweiten, findet bei der e-miglia 2011 starke Konkurrenz,<br />
denn erstmals werden eRUF Roadster und Coupe das<br />
Starterfeld mit aufmischen. Daneben zeigt die e-miglia in<br />
diesem Jahr die ersten elektrischen Serienfahrzeuge im<br />
Kleinwagensegment. Mit dabei: Mitsubishi i-MiEV, Citroën<br />
C-Zero, MINI E und der frisch auf den Markt gekommene<br />
Peugeot iOn. Allesamt überzeugende und spritzige Modelle<br />
mit ausgeklügelten Systemen.<br />
Auf zur Neuen Mobilität, das leben die eMarken Jetcar,<br />
Tazzari, Think, German E-Cars und Mega schon länger. Bereits<br />
im letzten Jahr zur Premiere der e-miglia waren sie dabei<br />
und haben die große Herausforderung bewältigt.<br />
Wer dachte, die Twiker hatten mit 560 km e-miglia 2010 genug,<br />
der irrt. Gleich zwei werden in der Kategorie 3-Rad an<br />
den Start gehen und munter 800 km mitstrampeln. Den Klassensieg<br />
schon fast in der Tasche hat das Pedelec mit Zieleinfahrt<br />
in St. Moritz, denn nur ein Teilnehmer auf zwei Rädern<br />
wird sich dem Weg von München, über den Großglockner,<br />
nach Bozen und final ins und durchs Engadin bis zum Ziel in<br />
St. Moritz stellen.<br />
Und das ist das Plus an der e-miglia. Jeder kann mitmachen<br />
und jeder kann gewinnen; nicht die Kraft der Motoren entscheidet<br />
über den Sieg bei der emissionsfreien Gleichmäßigkeitsrallye.<br />
Auch der BEM geht in diesem Jahr mit zwei Teams an den<br />
Start. BEM-Präsident Kurt Sigl wird die Bergetappen gemeinsam<br />
mit seinem Co-Piloten Max Sigl im Tesla von juwi<br />
meistern. Sandrine Frideres und Juliane Girke werden die<br />
elektrische Transalpen-Rallye in einem Stromos von German<br />
E-Cars als Presse-Team begleiten. »Ich freue mich sehr, dass<br />
wir bei der diesjährigen Rallye nicht nur als Medienpartner<br />
sondern auch als Fahrer an der innovativen Veranstaltung<br />
teilnehmen. An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal<br />
herzlich bei unseren beiden Mitgliedsunternehmen juwi<br />
und German E Cars, mit deren Fahrzeugen wir an den Start<br />
gehen«, so BEM-Präsident Kurt Sigl.<br />
Mehr Informationen und Bildmaterial auf:<br />
www.e-miglia.com<br />
10 Neue Mobilität
Clean tech world<br />
Clean Mobility Insights<br />
Best Practices aus Metropolen weltweit<br />
Nachhaltige Mobilitätslösungen für die Metropole der Zukunft auf der Clean Mobility<br />
Insights Konferenz 2011: Am 29. und 30. September 2011 auf dem historischen Gelände<br />
des Flughafens Berlin-Tempelhof und eingebettet in die Messeveranstaltung<br />
Clean Tech World.<br />
Die Clean Tech World steht für die besten Umwelttechnologien<br />
der Welt und findet auf dem Gelände des ehemaligen<br />
Flughafens Tempelhof im Herbst 2011 zum zweiten Mal statt.<br />
Neben Publikumstagen in den historischen Hangars gibt es<br />
im Vorfeld und während der Messe ein umfassendes Konferenz-<br />
und Eventprogramm und neu: einen speziell auf den<br />
Nachwuchs zugeschnittenen »Talent Day«.<br />
Auf der CLEAN MOBILITY INSIGHTS Konferenz 2011 kommen<br />
rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik<br />
zusammen, um sich über die neuesten technologischen<br />
Anwendungen, aktuelle Markttrends, die Finanzierung von<br />
Innovationen und internationale Best Practices auszutauschen.<br />
Mitveranstalter der Konferenz sind der Bundesverband<br />
eMobilität e.V. (BEM) und die Berliner Agentur für<br />
Elektromobilität (eMO).<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl übernimmt im Rahmen der Kooperation<br />
die Moderation des Abschlusspanels von 16.00 bis<br />
17.30 Uhr am 30. September. Thema der Diskussionsrunde:<br />
»Europäische Best Practices für Urbane Clean Mobility«.<br />
Die diesjährige CLEAN MOBILITY INSIGHTS Konferenz setzt<br />
ihre Akzente auf Mobilitätskonzepte inklusive der zugehö-<br />
12 Neue Mobilität
clean tech world<br />
Ehemaliges Flughafengelände Berlin-Tempelhof<br />
rigen Ladeinfrastruktur und Stromversorgung, sowie Wertschöpfungs-<br />
und Nutzungsmodelle, die bereits erfolgreich in<br />
Metropolregionen verschiedener Länder eingesetzt werden<br />
- von Amsterdam, Paris, Madrid und Stockholm über Trondheim<br />
bis hin zu London oder Lissabon. Im Kontext dieser<br />
Best Practices werden der interessierten Fachöffentlichkeit<br />
auf der CMI 2011 außerdem erstmals Zwischenergebnisse<br />
des Aktionsplans Elektromobilität Berlin 2020 präsentiert.<br />
Schließlich werden Finanzierungsmöglichkeiten für CLEAN<br />
MOBILITY Innovationen über private Investoren sowie nationale<br />
und europäische öffentliche Förderinitiativen vorgestellt.<br />
Durch ihre Einbettung in die CLEAN TECH WORLD bietet die<br />
Konferenz weitreichende Gelegenheiten zum Netzwerken.<br />
Sie entfaltet über die Veranstaltung hinaus eine Katalysatorwirkung,<br />
um Deutschland mit Berlin als Zentrum zum europäischen<br />
Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln, und<br />
mit Key Playern aus dem In- und Ausland zu verbinden.<br />
Tickets<br />
• Konferenztickets für EUR 825,-zzgl. MwSt. inklusive Konferenzteilnahme,<br />
Kaffeepause, Mittagsimbisse, Bootsdinner<br />
auf der Spree, Empfang, Event »Science Slam« mit Party<br />
e-night, 3-Tages-Messeticket, sowie die Teilnahme an der<br />
Netzwerkveranstaltung Clean Tech Synergies<br />
• Bei Buchung über den Bundesverband eMobilität e.V. (BEM)<br />
oder die Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) reduzierter<br />
Ticketpreis EUR 725,- zzgl. MwSt.<br />
• Konferenzprogramm anfordern und Ticket buchen per Mail<br />
unter cmi@cleantechworld.eu oder direkt auf<br />
www.cleantechworld.eu<br />
Konferenz, 29. & 30. September 2011,<br />
Flughafen Tempelhof, Berlin<br />
Neue Mobilität<br />
13
Lebenswelt Elektromobilität<br />
Lebenswelt Elektromobilität<br />
Kongress für Fahrzeug, Energie, Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnologien.<br />
9. - 10. September 2011, Congress Center Rosengarten Mannheim<br />
Der Kongress »Lebenswelt Elektromobilität« greift unter den<br />
Schirmherrschaften des Bundesministeriums für Wirtschaft<br />
und Technologie (BMWi) und des Bundesministeriums für<br />
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die zentralen<br />
Fragestellungen an den Schnittstellen von Energie,<br />
Fahrzeug, Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnologien<br />
(IKT) auf.<br />
Namhafte Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft<br />
beleuchten aus verschiedenen Perspektiven Herausforderungen<br />
und mögliche Lösungen auf dem Weg zu einem intelligenten<br />
Gesamtsystem der Elektromobilität.<br />
Zu den Unterstützern und ideellen Partnern gehören Unternehmen,<br />
Netzwerke und die Verbände BDEW, BDI, BEM, BIT-<br />
KOM, BSM, DIN, VDA, VDE, VDI, VKU und ZVEI. Der hochkarätig<br />
besetzte Programmbeirat unterlegt die Themenfelder<br />
mit ausgewählten Kompetenzträgern und gewährleistet eine<br />
fachliche Vielfalt.<br />
Eine wesentliche Unterstützung erfährt der Mannheimer<br />
Kongress durch die Mitwirkung der sieben Modellprojekte<br />
aus dem gemeinsamen Förderprogramm von BMWi und BMU<br />
»IKT für Elektromobilität«. Zusammen mit der vom BMWi<br />
beauftragten Begleitforschung unter Konsortialleitung von<br />
B.A.U.M. Consult werden die Modellprojekte zum Abschluss<br />
ihrer Projektlaufzeit auf der Kongressbühne ihre aktuellen<br />
Projektergebnisse öffentlich kommunizieren und wichtige<br />
Impulse an die Fachwelt und die Öffentlichkeit geben.<br />
Programmauszug<br />
Die zwei Kongresstage folgen jeweils einem eigenen Ansatz.<br />
Der erste Kongresstag widmet sich dem inhaltlichen Impuls<br />
aus Wissenschaft, Entwicklung sowie aktuellen Feldversuchen<br />
und Best Practice an die interessierte Öffentlichkeit.<br />
Der zweite Kongresstag steht im Zeichen von Austausch<br />
und Transfer. Die Impulse werden aufgegriffen und aus verschiedenen<br />
Perspektiven anhand konkreter Fragestellungen<br />
diskutiert, hinterfragt und in konkrete Lösungsprozesse eingebracht.<br />
Kongresseröffnung<br />
Durch Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Ministerpräsident<br />
des Landes Baden-Württemberg, Winfried<br />
Kretschmann.<br />
14 Neue Mobilität
Lebenswelt Elektromobilität<br />
Kurt Sigl, Präsident vom Bundesverband eMobilität, übernimmt<br />
beim Kongress Lebenswelt Elektromobilität das<br />
Patronat Smart Traffic: Mobilitätsdienste & Konzepte - Der<br />
Privatkunde. »Ich freue mich Teil der Veranstaltung sein zu<br />
dürfen und wünsche uns allen einen interessanten und erfolgreichen<br />
Kongress.«<br />
Keynotes<br />
Fahrzeug: Daimler AG, Prof. Dr. Herbert Kohler<br />
Energie: MVV Energie AG, Dr. Georg Müller<br />
Mobilität: Robert Bosch GmbH, Dr. Stefan Kampmann<br />
IKT: SAP AG, Hervé Couturier<br />
Sessions und Arbeitsgruppen<br />
Impulse aus Forschung und Entwicklung, visionären Szenarien,<br />
sowie praktischer Anwendung und Umsetzung.<br />
»Smart Car«<br />
Was macht ein Elektroauto aus?<br />
Was erwartet der Markt, was brauchen die Fahrerinnen und<br />
Fahrer?<br />
Welche IKT-Architektur, Elektrik und Elektronik ist dafür nötig?<br />
»Smart Grid«<br />
Wie kann verhindert werden, dass die Ladevorgänge von<br />
Elektrofahrzeugen das Netz überlasten?<br />
Wie und in welchem Umfang können Elektrofahrzeuge einen<br />
Sicherheits- und Stabilitätsbeitrag im zukünftigen Smart<br />
Grid leisten?<br />
»Smart Traffic«<br />
Wie können Elektrofahrzeuge im Verkehrsnetz der Zukunft<br />
sowohl Teil des Individual- als auch des öffentlichen Verkehrs<br />
sein?<br />
Können sie Katalysatoren sein für intermodale Systeme, für<br />
die ÖPNV-Integration, für Carsharing- und Verleihsysteme?<br />
Vorstellung der Modellprojekte »IKT für Elektromobilität«<br />
Die sieben Modellprojekte des Förderprogramms »IKT für<br />
Elektromobilität« präsentieren erstmals öffentlich ihre abschließenden<br />
Forschungsergebnisse nach zwei Jahren Projektlaufzeit<br />
in Form von Interviews und kurzen Trailern.<br />
Marktplatz Elektromobilität<br />
Hier erhalten Interessenten und Anbieter, insbesondere<br />
Cluster, Konsortien und potenzielle Konsortialpartner eine<br />
Bühne um sich mit spezifischen Kompetenzen oder mit speziellen<br />
Interessen im Bereich Elektromobilität zu präsentieren.<br />
Der Kongress »Lebenswelt Elektromobilität« findet am 9.<br />
und 10. September 2011 im Congress Center Rosengarten<br />
Mannheim statt.<br />
Informationen zum Kongress und Anmeldung online auf<br />
www.lebenswelt-elektromobilitaet.de.<br />
Neue Mobilität<br />
15
Parlamentarischer Beirat<br />
Der Parlamentarische Beirat<br />
Der BEM begleitet und gestaltet den gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv.<br />
Die uns heute bekannte Mobilität steht vor dem wohl größten Umbruch ihrer über 100-jährigen Geschichte. Dies ist nicht nur<br />
dem gestiegenen Umweltbewusstsein und den sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen in den Städten geschuldet. Auch die<br />
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas und Kohle stellt ein volkswirtschaftliches Dauerrisiko dar. Ziel sollte<br />
es deshalb sein, unseren Energiebedarf unabhängig von äußeren Einflüssen wie Kriegen, Umweltkatastrophen und Entscheidungen<br />
von Kartellen und Spekulanten sowohl klimaneutral als auch als Ergebnis heimischer Wertschöpfung sicher zu stellen.<br />
Die Fahrzeughersteller- und Zuliefererindustrie, die Akteure<br />
in Verbänden und Parteien sowie in den Regierungen und<br />
Verwaltungen werden mit drängenden Zukunftsfragen konfrontiert.<br />
Wie kann der Einstieg in die saubere Energie organisiert<br />
werden? Welche Veränderungen und Chancen bietet<br />
ein solcher Prozess? Aber auch: Wie verändern sich Mobilitätsbedürfnisse?<br />
Welche Auswirkungen hat das auf die kommunale<br />
Daseinsvorsorge? Welche Veränderungsprozesse<br />
deuten sich für die Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie<br />
an? Welche Weichenstellungen sind notwendig, um<br />
eine nachhaltige und effiziente Mobilität zu ermöglichen?<br />
Wie kann die Akzeptanz für die notwendigen Prozesse erhöht<br />
werden? Wie kann die weit verbreitete Sympathie und<br />
Neugierde bei den potentiellen Kunden der Elektromobilität<br />
in reale Nachfrage gewandelt werden? Welche Änderungen<br />
ergeben sich durch die Neue Mobilität und wie kann diesen<br />
begegnet werden, um Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter<br />
für Elektromobilität zu etablieren?<br />
Der Bundesverband eMobilität begleitet und gestaltet den<br />
gesellschaftlichen Diskussionsprozess aktiv.<br />
Um mit den politischen Entscheidungsträgern sowie den<br />
Parteien unmittelbar in Kontakt zu treten und einen geregelten<br />
Gedanken- und Ideenaustausch zu organisieren, stellen<br />
wir aus dem Kreis der im Deutschen Bundestag vertretenen<br />
Parteien einen Parlamentarischen Beirat zusammen.<br />
Zu den Aufgaben des Parlamentarischen Beirats zählen:<br />
• der Ausbau und die Pflege von kontinuierlichen Kontakten<br />
zu den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien.<br />
• die Unterstützung des BEM durch im politischen Betrieb<br />
erfahrene Persönlichkeiten.<br />
• sowie die Erhöhung des Wissenstransfers zwischen Industrie<br />
und Politik im Bereich Elektromobilität.<br />
Um diese Aufgaben langfristig erfolgreich umzusetzen, benötigen<br />
wir das Know-how und Engagement aller beteiligten<br />
Akteure. In den halbjährlich stattfindenden Sitzungen des<br />
Parlamentarischen Beirats erörtert der BEM gemeinsam mit<br />
den beteiligten Akteuren die politische Agenda und diskutiert<br />
politische Initiativen.<br />
Der Anfang ist gemacht. Wir freuen uns sehr den Bundesminister<br />
a.D. Wolfgang Tiefensee (SPD), die Bundestagsabgeordneten<br />
Werner Simmling (FDP) und Dr. Reinhard Brandl<br />
(CSU), den Fraktionsvorsitzenden der Grünen in Berlin Volker<br />
Ratzmann sowie den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion<br />
in Bayern Markus Rinderspacher in unseren Reihen<br />
begrüßen zu dürfen. Die Zielgröße des Parlamentarischen<br />
Beirats liegt bei 10 bis 15 Personen aus der aktiven Politik.<br />
Armin Henning, Politischer Berater BEM<br />
16 Neue Mobilität
Parlamentarischer Beirat<br />
Wolfgang Tiefensee, SPD<br />
Markus Rinderspacher, SPD<br />
Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität<br />
Wolfgang Tiefensee, SPD, MdB<br />
»In meiner Funktion als Bundestagsabgeordneter bin ich<br />
Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie<br />
und stellvertretendes Mitglied im Entwicklungshilfeausschuss.<br />
Als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik bearbeite<br />
ich im Rahmen meiner Tätigkeit im Wirtschaftsausschuss<br />
Fragen rund um die Themenbereiche Energie, Technologie<br />
sowie Luft- und Raumfahrt und widme mich intensiv<br />
dem Thema Elektromobilität.<br />
Unter meiner Federführung als Bundesverkehrsminister<br />
wurde das »Nationale Innovationsprogramm Wasserstoffund<br />
Brennstoffzellentechnologie« und der »Nationale<br />
Entwicklungsplan Elektromobilität« umgesetzt, in denen<br />
die umfassende Förderung von Elektromobilität angestoßen<br />
wurde.<br />
Darüber hinaus setze ich mich für eine europäische Zusammenarbeit<br />
beim Thema Elektromobilität ein und versuche<br />
als Mitglied des Parlamentarischen Beirats vom<br />
Bundesverband eMobilität die politische Sichtbarkeit der<br />
Neuen Mobilität zu verstärken.«<br />
Markus Rinderspacher, SPD, MdL<br />
»Als meine Großeltern so alt waren wie ich jetzt, begann das<br />
automobile Zeitalter. Im Laufe von 100 Jahren wurde die individuelle<br />
Mobilität mit dem Auto ein Mittelpunkt unseres<br />
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Anders als<br />
früher und heute wird die Mobilität der Zukunft neben Freiheit<br />
und Leidenschaft mit Umweltbewusstsein verbunden.<br />
In Zukunft soll das Auto leise und sauber fahren. Auf Basis<br />
Erneuerbarer Energien ist Elektromobilität ein nachhaltiger<br />
Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Deshalb übt für mich<br />
die Elektromobilität als ein alternatives Antriebssystem der<br />
Zukunft eine besondere technologische Faszination aus.<br />
Deutschland und Bayern müssen sich zu einem »Leitmarkt<br />
für Elektromobilität« und zum »Leitanbieter für alternative<br />
Antriebe« entwickeln. Dazu sind finanzielle Anreizmaßnahmen<br />
notwendig. Das Autoland Bayern braucht einen Masterplan<br />
für eine nachhaltige, ressourcenschonende Mobilität<br />
mit innovativen Nutzungskonzepten. Für den Beschäftigungsstandort<br />
Bayern ist eine »Industrialisierung der Elektromobilität«<br />
und eine Konzentration der Modellprojekte einzufordern<br />
sowie die ökologische Modernisierung der öffentlichen<br />
Fahrzeugflotte voranzutreiben.<br />
Als Mitglied im parlamentarischen Beirat des BEM will ich<br />
auf allen politischen Ebenen dazu beitragen, die Förderung<br />
der Elektromobilität zu unterstützen. Elektromobilität ist<br />
für mich eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Dieser Innovationssektor<br />
braucht ein breites Bündnis für zukünftige<br />
Generationen.«<br />
Neue Mobilität<br />
17
Parlamentarischer Beirat<br />
Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
Werner Simmling, FDP<br />
Politische Fachkompetenz für die Neue Mobilität<br />
Dr. Reinhard Brandl, CSU, MdB<br />
»Eine der zentralen Fragestellungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts<br />
ist, wie wir einer wachsenden Weltbevölkerung -<br />
angesichts von Klimawandel und schwindenden Ressourcen<br />
- zukünftig Mobilität ermöglichen wollen. Vor etwa 100 Jahren<br />
stand unter anderen Rahmenbedingungen die gleiche<br />
Frage im Raum. Damals wurde die Frage im wesentlichen<br />
mit Innovationen und Technologien aus Deutschland beantwortet.<br />
Daraus ist eine Automobilindustrie entstanden,<br />
die in den darauf folgenden Jahrzehnten zu einem wesentlichen<br />
Pfeiler unseres Wohlstands wurde. Unser Anspruch<br />
als Hochtechnologieland und Arbeitsplatzstandort muss<br />
sein, dass wir auch die Frage nach der Mobilität des 21.<br />
Jahrhunderts wieder aus Deutschland heraus beantworten.<br />
Elektromobilität wird absehbar ein Teil dieser Antwort sein.<br />
Die Herausforderung in diesem Bereich, eine internationale<br />
Spitzenposition zu erreichen, kann die Industrie nicht alleine<br />
bewältigen. Es ist eine nationale Kraftanstrengung erforderlich,<br />
bei der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an einem<br />
Strang ziehen müssen.<br />
Der Bundesverband eMobilität leistet einen wichtigen Beitrag<br />
dafür, indem er Akteure aus den verschiedensten Bereichen<br />
vernetzt und die Wahrnehmung des Themas in der<br />
Öffentlichkeit fördert. Im Parlamentarischen Beirat möchte<br />
ich als Abgeordneter meinen Teil dazu beitragen.<br />
Die Bundesregierung und wir als christlich-liberale Koalition<br />
haben der Förderung der Elektromobilität eine hohe Priorität<br />
in unserer Arbeit eingeräumt. Als Berichterstatter für<br />
Elektromobilität der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss<br />
für Bildung und Forschung begleite ich von Seiten<br />
des Parlaments die inhaltliche und budgetäre Ausgestaltung<br />
der Maßnahmen. Gemeinsam mit meinen Berichterstatter-<br />
Kollegen aus den Ausschüssen für Umwelt, Wirtschaft und<br />
Verkehr haben wir den fraktionsinternen Koordinationskreis<br />
Elektromobilität gegründet und stimmen regelmäßig unsere<br />
Aktivitäten ab. Alle gemeinsam mit dem Ziel: Deutschland<br />
mittelfristig sowohl zum Leitmarkt als auch zum Leitanbieter<br />
von Elektromobilität zu machen.«<br />
Werner Simmling, FDP, MdB<br />
»Eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen bis<br />
2020 sind ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Bundesregierung<br />
gesetzt hat. Mit dem Zusammenschluss von Wirtschaft,<br />
Wissenschaft und Politik zur Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
ist ein entscheidender Schritt unternommen worden<br />
dieses Ziel zu erreichen. Der Deutsche Bundestag unterstützt<br />
die Anstrengungen der Bundesregierung. Gleichwohl<br />
muss uns allen bewusst sein, dass Elektromobilität nur dann<br />
eine echte Alternative zu heutigen Antrieben sein wird, wenn<br />
18 Neue Mobilität
Parlamentarischer Beirat<br />
Volker Ratzmann<br />
Bündnis 90 / Die Grünen<br />
sie dauerhaft ohne staatliche Subventionen auskommt. Vielmehr<br />
müssen die Potentiale der technischen Entwicklungen<br />
von der Privatwirtschaft in den kommenden Jahren ungehindert<br />
genutzt und vorangebracht werden.<br />
Kooperationen mit ausländischen Unternehmen gerade im<br />
Bereich der Speichertechnologie, führen zu sinnvollen Synergien<br />
für die deutsche Industrie. Dafür ist es entscheidend,<br />
dass in Deutschland die nötige technologische Kompetenz<br />
aufgebaut wird sowie die Mitgestaltung und Durchsetzung<br />
von Normen und Standards. Dabei geht es nicht allein nur<br />
um den Stecker zum Beladen der Elektrofahrzeuge, sondern<br />
auch um Fragen der Batterie und ihrer einzelnen Komponenten.<br />
Diese klaren Rahmenbedingungen und einheitlichen<br />
Schnittstellen sind für die Weiterentwicklung der Elektrofahrzeuge<br />
und für den Wirtschaftsstandort Deutschland von<br />
enormer Bedeutung. Wenn es auf diesem Gebiet gelingt,<br />
deutsche industriepolitische Interessen durchzusetzen,<br />
dann wäre ein wichtiger Zwischenschritt erreicht.<br />
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität sind alternative<br />
Antriebe und Kraftstoffe sowie die weitere Verbesserung<br />
des konventionellen Verbrennungsmotors entscheidend.<br />
Ich freue mich auf die Mitarbeit und den Austausch im Parlamentarischen<br />
Beirat vom Bundesverband Elektromobilität.«<br />
Volker Ratzmann , Bündnis 90/Die Grünen, MdA<br />
Um den Lebenswert dieser Stadt erhalten zu können und<br />
den sozialen Herausforderungen gewachsen zu sein, brauchen<br />
wir mehr Wirtschaftskraft, mehr Unternehmen und<br />
nicht zuletzt mehr Jobs für die Menschen, die hier leben. Ich<br />
bin davon überzeugt, dass die Elektromobilität zu den Zukunftsfeldern<br />
dieser Stadt gehört.<br />
Dabei ist Elektromobilität viel mehr als nur eine neue Antriebstechnologie.<br />
Elektromobilität ist eine doppelte Zukunftschance<br />
für Berlin, denn sie schafft neue zukunftsfähige<br />
Arbeitsplätze und stellt die Weichen für moderne und<br />
klimafreundliche Mobilität. Wir haben mehr vor uns, als nur<br />
den Motor auszutauschen, es geht um Gesamtlösungen.<br />
Das eAuto der Zukunft ist dreifach vernetzt: mit anderen Verkehrsmitteln,<br />
mit dem Stromnetz als Speicher für Erneuerbare<br />
Energien und mit dem Internet für die Abrechnung des<br />
Stroms. Nur wer diese Gesamtlösungen entwickelt und umsetzt,<br />
hat weltweit die Nase vorn - und Berlin hätte das Zeug<br />
dazu. Denn Berlin ist gerade in der Entwicklung vernetzter<br />
Mobilitätslösungen stark.<br />
Seit 2001 ist Volker Ratzmann Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses,<br />
seit 2003 Fraktionsvorsitzender und seit 2009<br />
auch wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis<br />
90/Die Grünen.<br />
Neue Mobilität<br />
19
BEM - Bundestag<br />
Wir elektromobilisieren den<br />
Bundestag..!<br />
Denn wir wollen nicht nur informieren, sondern insbesondere auch animieren.<br />
Dr. Valerie Wilms, Bündnis 90 / Die Grünen, vor der BEM-Geschäftsstelle in Berlin<br />
Frau Dr. Valerie Wilms, MdB, Bündnis 90/Die Grünen<br />
Sprecherin für Maritime Politik und Nachhaltigkeitsbeauftragte<br />
der grünen Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss<br />
für Tourismus sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss<br />
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung war am 20. April als<br />
erster Gast der Veranstaltungsreihe »Wir elektromobilisieren<br />
den Bundestag« zum politischen Hintergrundgespräch<br />
beim Bundesverband eMobilität.<br />
Obwohl Frau Dr. Wilms bereits in der Vergangenheit erste<br />
Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen sammeln konnte, war<br />
es ihre erste Fahrt auf einem Pedelec. »Das macht richtig<br />
Spaß«, erklärte sie direkt nach der Fahrt. »Begeisterung und<br />
Erfahrbarkeit. Daran muss angesetzt werden, um Elektromobilität<br />
vorwärts zu bringen. Vor allem im Kommunalbereich<br />
bieten eBike-Verleihstationen und innovative Konzepte<br />
im Tourismusbereich ideale Möglichkeiten, um den Bekanntheitsgrad<br />
von Elektromobilität innerhalb der Gesellschaft zu<br />
erhöhen.«<br />
»Die grüne Bundestagsfraktion unterstützt Elektromobilität.<br />
Aber nur dann, wenn es nicht nur um den Austausch<br />
eines konventionellen Motors gegen einen Elektromotor<br />
geht. Wir sehen Elektromobilität als Teil eines umfassenden,<br />
neuen Mobilitätskonzepts«, erklärte sie im Gespräch mit<br />
Marketing-Vorstand Christian Heep. »Die Bindung zum Automobil<br />
wird sukzessive geringer innerhalb der Gesellschaft.<br />
Damit bietet sich uns aktuell eine realistische Chance das<br />
gesamte Mobilitätsverhalten zu verändern«, so Wilms weiter.<br />
»Elektromobilität macht für uns nur auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien Sinn. Das bedeutet im Klartext: Null CO2 und null<br />
Atomstrom«, machte die Bundestagsabgeordnete deutlich<br />
und erklärte weiter, dass die Grünen bei der aktuellen Diskussion<br />
zur Zukunft der Mobilität prinzipiell technologieoffen<br />
seien. So werden laut Position der Bundestagsfraktion<br />
im Antrag »Mit grüner Elektromobilität ins postfossile Zeitalter«<br />
alle umweltschonenden Fahrzeuge unterstützt, die<br />
unter 60g/km CO2 bleiben.<br />
»Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger jetzt mitnehmen<br />
und animieren. Hier spielen aktuell insbesondere Kommunen<br />
und kommunalnahe Unternehmen eine wichtige Rolle.<br />
Gerade deren Fuhrparks eignen sich ideal für den Einsatz von<br />
Elektrofahrzeugen. Wir brauchen dringend Kommunal-Fahrzeug-Konzepte,<br />
die sich in Anschaffung und Unterhalt für die<br />
Fuhrparkmanager rechnen«, erklärte sie abschließend.<br />
20 Neue Mobilität
BEM - Bundestag<br />
Energiefragen stehen momentan im Fokus der politischen Aufmerksamkeit und verbinden sich immer stärker mit der Möglichkeit<br />
eines Systemwechsels hin zu einer emissionsfreien und Ressourcen schonenden Neuen Mobilität auf Basis Erneuerbarer<br />
Energien. Der Bundesverband eMobilität e.V. will dabei nicht nur informieren, sondern insbesondere auch animieren.<br />
Deshalb hat der BEM alle Mitglieder des deutschen Bundestags eingeladen, sich jetzt aktiv mit dem Thema Elektromobilität<br />
auseinander zu setzen und eine vielleicht erste elektromobile Erlebnisfahrt mit einem eBike, eScooter oder Elektroauto zu<br />
machen.<br />
BEM-Vorstand Christian Heep, MdP Dr. Lutz Knopek, FDP und Benjamin Franke<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
Herr Dr. Lutz Knopek, MdB, FDP<br />
Mitglied im Sport- und Umweltausschuss sowie stellvertretendes<br />
Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und im Ausschuss<br />
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz<br />
war am 23. Mai 2011 gemeinsam mit der Leiterin der<br />
Berliner Konzernrepräsentanz der TÜV NORD AG Tuesday<br />
Porter zur Veranstaltungsreihe »Wir elektromobilisieren den<br />
Bundestag« beim Bundesverband eMobilität.<br />
Neben dem politischen Hintergrundgespräch mit Marketing-<br />
Vorstand Christian Heep nutzte Dr. Knopek die Gelegenheit,<br />
das erste Mal selbst mit einem Elektroauto zu fahren. Neben<br />
dem Stadtauto Mitsubishi iMiEV der TÜV NORD AG hatte er<br />
außerdem die Möglichkeit den Sportwagen Tesla Roadster<br />
des BEM-Mitgliedsunternehmens juwi Probe zu fahren. »Insbesondere<br />
das Anfahrtsmoment hat mich überrascht. Ansonsten<br />
verhalten sich die Stromer wie herkömmliche Fahrzeuge.<br />
Ich bin begeistert«, so Dr. Knopek unmittelbar nach<br />
der Fahrt.<br />
»Im privaten Bereich sehe ich ein großes Potenzial für Zweitwagen<br />
- dafür eignen sich sowohl der kleine Citystromer als<br />
auch der Elektrosportwagen. Aber auch die Kommunen und<br />
Städte sind gefragt. Um die Sichtbarkeit von Elektromobilität<br />
im Alltag zu erhöhen, sollten mehr und mehr Elektrofahrzeuge<br />
im CarSharing und in Taxiflotten zum Einsatz kommen.<br />
Der Fahrdienst des Bundestags könnte hier mit gutem Beispiel<br />
vorangehen, da die Fahrten sich ausschließlich auf den<br />
innerstädtischen Verkehr in Berlin beschränken«, schlägt Dr.<br />
Knopek vor.<br />
Der Bundestagsabgeordnete ist sich sicher: »Elektromobilität<br />
wird sich nur dann erfolgreich innerhalb der Gesellschaft<br />
durchsetzen, wenn sie Spaß macht.« Dazu gehöre neben<br />
Fahrgefühl und Komfort auch der einfache Zugang zu Lademöglichkeiten.<br />
»Das ist bereits jetzt ohne weiteres vor der<br />
BEM-Geschäftsstelle möglich«, erklärte Christian Heep seinen<br />
Gästen anhand der soeben installierten EnergieParken-<br />
Ladesäule, die sowohl als normaler Parkscheinautomat als<br />
auch als Ladesäule fungiert.<br />
Tuesday Porter von TÜV NORD machte deutlich, dass Elektromobilität<br />
bereits jetzt alltagstauglich ist: »Wenn ich mit unserem<br />
i-MiEV unterwegs bin, weiß ich, dass mich beispielsweise<br />
die Radfahrer nicht hören können. Entsprechend<br />
umsichtig verhalte ich mich inzwischen am Steuer. Auch<br />
das Laden beziehe ich inzwischen automatisch in meine Reiseplanung<br />
mit ein. Kein Problem. Es ist besonders wichtig,<br />
dass jetzt möglichst viele Menschen in ihrem Alltag solche<br />
Erfahrungen machen.«<br />
Neue Mobilität<br />
21
22 Neue Mobilität
ERGEBNISSE<br />
NATIONALE<br />
PLATTFORM<br />
ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Antriebstechnologie<br />
Dr. Rudolf Krebs (VW AG)<br />
Prof Dr. Herbert Kohler (Daimler AG)<br />
Batterietechnologie<br />
Dr. Klaus Engel (Evonik Industries AG)<br />
Dr. Thomas Weber (Daimler AG)<br />
Dr. Bernd Bohr (Robert Bosch GmbH)<br />
Ladeinfrastruktur &<br />
Netzintegration<br />
Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach (E.ON AG)<br />
Wolfgang Dehen (Siemens AG)<br />
Normung, Standardisierung,<br />
Zertifizierung<br />
Michael Dick (Audi AG)<br />
Dr. Norbert Verweyen (RWE Effizienz GmbH)<br />
Roland Bent (Phoenix Contact)<br />
Materialien & Recycling<br />
Dr. Andreas Kreimeyer (BASF AG)<br />
Dr. Karsten Kroos (ThyssenKrupp AG)<br />
Nachwuchs & Qualifizierung<br />
Prof. Dr. Burkhard Göschel (MAGNA)<br />
Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling<br />
(Universität Ulm)<br />
Rita Forst (Adam Opel AG)<br />
Rahmenbedingungen<br />
Prof. Dr. Lars-Hendrik Röller (ESMT)<br />
Dr. Klaus Draeger (BMW AG)<br />
Reinhard Clemens (T-Systems)<br />
Interviews. Kommentare. Analysen. Forderungen.<br />
Neue Mobilität<br />
23
Ergebnisse NPE - Dr. Philipp Rösler<br />
Unser Vorteil im<br />
globalen Wettbewerb<br />
Interview mit Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Dr. Philipp Rösler<br />
Sind Sie der Auffassung, dass die Ergebnisse der Nationalen<br />
Plattform Elektromobilität dem Anspruch Deutschlands,<br />
bis 2020 zum Leitmarkt für Elektromobilität zu werden, gerecht<br />
werden?<br />
Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) hat hervorragende<br />
Arbeit geleistet. Wir haben hier ein Gremium, das<br />
weltweit einzigartig ist. In der Nationalen Plattform haben<br />
sich alle Branchen an einen Tisch gesetzt, die in der neu entstehenden<br />
Wertschöpfungskette der Elektromobilität eine<br />
Rolle spielen. Dadurch wurde erstmalig ein intensiver und<br />
fruchtbarer Austausch aller Beteiligten möglich. Plattform<br />
und Bundesregierung haben gemeinsame Ziele: Deutschland<br />
soll nicht nur Leitmarkt, sondern auch Leitanbieter für<br />
Elektromobilität werden. Letzteres ist für Deutschland als<br />
Exportnation ganz wichtig.<br />
Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Wege und<br />
Sichtweisen. Die Bundesregierung wird deshalb nicht alle<br />
Empfehlungen der NPE Eins zu Eins umsetzen. Sie begrüßt<br />
aber viele ihrer Handlungsempfehlungen. Dazu gehört zum<br />
Beispiel, den Fokus noch stärker auf Forschung und Entwicklung<br />
zu richten und hier noch mehr zu investieren. Das setzt<br />
die Bundesregierung um.<br />
Und noch in weiteren Bereichen gibt es Übereinstimmung:<br />
Akademische wie berufliche Bildung sollen auf die Herausforderungen<br />
des Technologiewandels hin zur Elektromobilität<br />
vorbereitet werden. Außerdem sollen Normung<br />
und Standardisierung strategisch und global ausgerichtet<br />
werden. Den Wunsch der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
nach Kaufprämien und Sonderabschreibungen lehnen<br />
wir aber ab.<br />
Als Wirtschaftsminister bin ich für die Einhaltung ordnungspolitischer<br />
Grundsätze zuständig und sage Ihnen: Subventionen<br />
verdecken mangelnde Rentabilität und führen zu Wettbewerbsverzerrungen.<br />
Auf Dauer werden sich nur solche<br />
Produkte durchsetzen, die ohne Subventionen auskommen.<br />
Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Maßnahmen,<br />
die seitens der Bundesregierung konkret getroffen werden,<br />
um Elektromobilität langfristig innerhalb der Gesellschaft<br />
zu verankern?<br />
Die Bundesregierung hat ein Regierungsprogramm Elektromobilität<br />
verabschiedet, das die wichtigsten Maßnahmen<br />
enthält. Unser Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Forschung<br />
und Entwicklung.<br />
Deutschlands Stärke und globaler Wettbewerbsvorteil liegt<br />
vor allem im Bereich der Spitzentechnologien. Unsere Wissenschaftslandschaft<br />
- die Forschung an Universitäten, aber<br />
auch in den Unternehmen - ist weltweit beispielhaft. Diese<br />
Stärke wollen wir nutzen. Mit dem Konjunkturpaket II haben<br />
wir bereits 500 Millionen Euro bis Ende 2011 für Forschung<br />
und Entwicklung bereitgestellt. Mit dem Regierungsprogramm<br />
legen wir bis zum Ende der Legislaturperiode noch<br />
1 Milliarde Euro drauf.<br />
Das Geld ist gut investiert. Nehmen Sie das Beispiel der<br />
Batterie, die ein zentrales Element des Elektroautos ist. Hier<br />
gibt es noch Schwächen, etwa bei der Reichweite. Außerdem<br />
ist die Batterie zur Zeit noch sehr teuer. Wenn es uns gelingt,<br />
die Batterie besser und preisgünstiger zu machen, werden<br />
sich unsere Elektroautos in Deutschland, aber auch auf dem<br />
Weltmarkt durchsetzen.<br />
Um die Forschungsprojekte optimal koordinieren zu können,<br />
richten wir eine Lotsenstelle für diejenigen ein, die sich für<br />
Förderprogramme interessieren. Neben der Förderung von<br />
Forschung und Entwicklung enthält das Regierungsprogramm<br />
auch Maßnahmen, die den Nutzern von Elektroautos<br />
direkt zugute kommen, zum Beispiel eine zehnjährige<br />
Befreiung von der Kfz-Steuer und den Plan, die Benachteiligung<br />
von Elektroautos bei der Dienstwagenbesteuerung<br />
abzuschaffen. Wie die Nationale Plattform Elektromobilität<br />
will auch die Bundesregierung Nutzungsvorteile für Elektroautos<br />
schaffen wie Sonderparkplätze oder den Zugang zu<br />
Busspuren.<br />
24 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Dr. Philipp Rösler<br />
»Der Mehrbedarf an Strom, der für Elektromobilität benötigt<br />
wird, kann problemlos mit Erneuerbaren Energien gedeckt<br />
werden.«<br />
Durch die Neue Mobilität entstehen branchenübergreifend<br />
neue Kooperationen. Welche Chancen werden entlang der<br />
gesamten Wertschöpfungskette in Zukunft entstehen?<br />
Durch Elektromobilität entsteht eine ganz neue Wertschöpfungskette.<br />
Eine Rolle spielt nicht mehr nur die klassische<br />
Automobilindustrie.<br />
Um das beste Elektroauto zu bauen und es optimal in das<br />
Stromnetz integrieren zu können, müssen verschiedene<br />
Branchen mitwirken und kooperieren. Dazu gehören zum<br />
Beispiel die chemische Industrie, die Energieversorger oder<br />
Informations- und Kommunikationsindustrie. Deutschland<br />
ist in all diesen Technologiebranchen stark.<br />
Auch bieten deutsche Unternehmen nicht nur das Elektrofahrzeug<br />
als solches an, sondern auch seine Integration in<br />
das Stromnetz. Das ist unser Vorteil im globalen Wettbewerb.<br />
Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer Energien spielt<br />
auch im Energiekonzept der Bundesregierung eine wichtige<br />
Rolle. Welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen<br />
werden? Und welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung<br />
nach?<br />
Elektromobilität und Erneuerbare Energien gehören zusammen.<br />
Die Bundesregierung möchte den Anteil Erneuerbarer<br />
Energien bis zum Jahr 2020 auf 35 Prozent erhöhen. Für eine<br />
Million Elektroautos liegt der Mehrverbrauch an Strom deutlich<br />
unter 1 Prozent pro Jahr. Dieser Mehrbedarf an Strom,<br />
der für Elektromobilität benötigt wird, kann damit problemlos<br />
aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden - zumindest<br />
bilanziell. Aber unser Ziel ist, dass Elektroautos nicht nur<br />
Strom aus Erneuerbaren Energien »tanken«, sondern dass<br />
sie als mobile Speicher auch zur Stabilität des Stromnetzes<br />
beitragen. Der Wind weht ja auch dann, wenn der Strom<br />
gerade nicht benötigt wird. Elektroautos sollen diese überschüssige<br />
fluktuierende Energie speichern können, um sie<br />
bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Eine entscheidende<br />
Herausforderung ist also, Elektrofahrzeuge systemunterstützend<br />
in das Stromnetz zu integrieren. Hierzu brauchen<br />
wir intelligente Stromnetze - so genannte »smart grids«.<br />
Flankierend will die Bundesregierung den gesetzlichen Rahmen<br />
für lastvariable Tarife konkretisieren, die auch die Bedürfnisse<br />
der Elektromobilität berücksichtigen.<br />
© BMWi/Chaperon<br />
Dr. Philipp Rösler<br />
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie<br />
www.bmwi.bund.de<br />
Neue Mobilität<br />
25
Ergebnisse NPE - Wolfgang Tiefensee<br />
Wir müssen die Kräfte<br />
europaweit bündeln<br />
Interview mit Verkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee<br />
Sind Sie der Auffassung, dass das Regierungsprogramm<br />
Elektromobilität dem Anspruch Deutschlands, bis 2020 zum<br />
Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu werden,<br />
gerecht wird?<br />
Das Regierungsprogramm Elektromobilität der Bundesregierung<br />
kommt sehr spät aber setzt endlich fort, was bereits<br />
in der letzten Legislaturperiode unter Führung der SPD auf<br />
den Weg gebracht wurde. Wir haben schon 2009 in unserem<br />
»Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität« Maßnahmen<br />
der Förderung von Batterietechnologie, Netzintegration<br />
und der Marktvorbereitung und -einführung von Elektrofahrzeugen<br />
angestoßen.<br />
Die technologische Zeitenwende im Verkehrsbereich ist<br />
möglich und nötig. Emissionen müssen minimiert und unsere<br />
Abhängigkeit vom Öl reduziert werden. Es ist allerdings<br />
fraglich, ob die Anstrengungen der Regierung ausreichen.<br />
Noch ungelöst sind die Kompetenzstreitigkeiten der Bundesministerien,<br />
die an der Förderung der Elektromobilität<br />
beteiligt sind. Hier muss die Bundesregierung endlich ihre<br />
Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen.<br />
Bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen<br />
zu bringen, ist ein ehrgeiziges Ziel, welches nur dann<br />
möglich ist, wenn Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eng<br />
zusammenarbeiten.<br />
Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die seitens der Bundesregierung<br />
konkret getroffen wurden, um Elektromobilität<br />
langfristig innerhalb der Gesellschaft zu verankern? Und<br />
wo besteht Ihrer Meinung nach noch Handlungsbedarf?<br />
Zu allererst ist es richtig, Forschung und Entwicklung im Bereich<br />
Elektromobilität mit staatlichen Mitteln zu fördern, das<br />
steht außer Frage. Die Maßnahmen der Kfz-Steuerbefreiung<br />
für eAutos, die bis Ende 2015 zugelassen sind, und die geplanten<br />
Sonderregelungen für eDienstwagen gehen in die<br />
richtige Richtung. Es ist jedoch fraglich, ob die angekündigte<br />
Milliardenförderung ausreicht, da die Forschungsförderung<br />
jeweils nur 300 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Insbesondere<br />
in der Erforschung der Batterietechnologie liegt Deutschland<br />
noch zurück. Dabei ist die Batterie das Herzstück des<br />
Elektroautos und der Schlüssel zum Erfolg dieser Technologie.<br />
Hier müssen wir verstärkt und punktuell fördern. Zudem<br />
greift das Regierungsprogramm Elektromobilität zu kurz:<br />
Statt sich auf die nationale Ebene zu beschränken, sollte die<br />
Bundesregierung einen europäischen Pakt für Elektromobilität<br />
auf den Weg bringen.<br />
Der globale Wettbewerb ist enorm und Deutschland wird nur<br />
im europäischen Verbund gegen die Konkurrenz aus Asien<br />
und den USA bestehen können.<br />
Der uns bevorstehende Systemwechsel wird zu branchenübergreifenden<br />
Veränderungen und gänzlich neuen Geschäftsmodellen<br />
entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />
führen. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf den<br />
Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken?<br />
Jeder siebte Arbeitsplatz hängt in Deutschland von der Automobilindustrie<br />
ab. Das Marktpotenzial von Elektromobilität<br />
hängt dabei auch erheblich von den zukünftigen Preisen<br />
von fossilen Brennstoffen ab, da steigende Ölpreise Elektromobilität<br />
auch finanziell attraktiver machen. Wachstum wird<br />
vor allem durch Entwicklungen im Antriebsbereich entstehen.<br />
Vor allem im Bereich der Batterietechnologie sehe ich<br />
großes Wachstumspotential für den deutschen Markt. Die<br />
Nationale Plattform Elektromobilität spricht von 30.000<br />
möglichen neuen Arbeitsplätzen im Elektromobilitätssektor<br />
in Deutschland. Solche Veränderungen wären über die<br />
Elektromobilitätsbranche hinaus spürbar. Der Sektor ist in<br />
der Lage wichtige Impulse für andere Branchen zu liefern.<br />
Die Fahrzeuge benötigen eine Ladeinfrastruktur und können<br />
an intelligente Netze angebunden werden. Hierfür muss<br />
man die nötigen Voraussetzungen schaffen. Hier ist Platz für<br />
neue Geschäftsmodelle die Wachstum und Arbeit schaffen<br />
können.<br />
26 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Wolfgang Tiefensee<br />
»Herausforderungen sehe ich vor allem bei der Vernetzung<br />
der einzelnen Akteure im Bereich der Elektromobilität. Hier<br />
liegt noch ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.«<br />
Im Rahmen der Neuen Mobilität entstehen neben innovativen<br />
Fahrzeugen mit neuen Antrieben auch gänzlich neue<br />
Mobilitätskonzepte. Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität<br />
der Zukunft aus?<br />
Die Mobilität der Zukunft steht vor der Herausforderung Personen<br />
und Güter zügig, sicher und komfortabel und gleichzeitig<br />
effizient und vor allem ressourcenschonend zu befördern.<br />
Zusätzlich zu der Entwicklung im Bereich Antrieb und<br />
Kraftstoff müssen wir auch Verkehrsinfrastrukturen durch<br />
Verkehrsleit- und Informationssysteme intelligenter machen.<br />
Zukunftsmobilität im Bereich Personenbeförderung wird<br />
weniger dadurch geprägt sein, dass jeder sein eigenes Fahrzeug<br />
besitzt, sondern vielmehr durch den Erwerb von Mobilitätspaketen.<br />
Man stelle sich vor, man kaufe ein Paket für<br />
eine Strecke X und ein intelligentes Beförderungssystem<br />
kombiniere die effizienteste und günstigste Nutzung aus<br />
Bus, Bahn und Mietwagen um ans Ziel zu kommen. Das wäre<br />
eine wahrhaftige Erneuerung.<br />
Klimaschutz und die Reduzierung der Abhängigkeit vom Öl<br />
sind wichtige Ziele der Mobilität der Zukunft. Wir müssen es<br />
schaffen Mobilität und Klimaschutz sinnvoll zu vereinbaren.<br />
Hierbei spielen die Koppelung von Elektromobilität und<br />
Erneuerbaren Energien eine herausragende Rolle. Denn nur<br />
durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien können Elektrofahrzeuge<br />
zu echten Null-Emissionsfahrzeugen werden.<br />
Herausforderungen sehe ich vor allem bei der Vernetzung<br />
der einzelnen Akteure im Bereich der Elektromobilität. Hier<br />
liegt noch ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.<br />
Wolfgang Tiefensee, MdB, SPD<br />
Deutscher Bundestag<br />
www.wolfgang-tiefensee.de<br />
Neue Mobilität<br />
27
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Neue Mobilität 29
Ergebnisse NPE - Dr. Thomas Gößmann<br />
Elektromobilität - Zukunft<br />
und aktuelle Machbarkeit<br />
Dr. Thomas Gößmann<br />
Mitte Mai hat die NPE der Bundesregierung in ihrem zweiten<br />
Bericht Handlungsempfehlungen für den weiteren Ausbau<br />
der Elektromobilität in Deutschland vorgelegt. Nun liegt es<br />
an der Bundesregierung, die Vorschläge der NPE auch umzusetzen.<br />
Welche Maßnahmen und Handlungsempfehlungen<br />
sind Ihrer Meinung nach am wichtigsten?<br />
Als Vorstandsmitglied der EnBW Regional AG, also dem Verteilnetzunternehmen<br />
der EnBW, ist mir insbesondere das<br />
Thema Netzausbau wichtig. Denn bei lokaler Häufung von<br />
eFahrzeugen sind in jedem Fall konventionelle wie auch intelligente<br />
Ausbaumaßnahmen nötig. Wir müssen die Netzsicherheit<br />
gewährleisten, auch wenn jeden Abend alle eFahrzeuge<br />
mehr oder weniger gleichzeitig ans Netz gehen sollten.<br />
Verbrauch und Erzeugung müssen jederzeit im Einklang<br />
bleiben - in diesem Zusammenhang ist die Ladesteuerung<br />
durch den Netzbetreiber unabdingbar. Um die Aufgaben<br />
stemmen zu können, welche die eMobilität erfordert, werden<br />
immense Investitionen in Kommunikations- und Messtechnik<br />
erforderlich sein. Im Bereich Ladeinfrastruktur ist<br />
dagegen der Staat mit geeigneten Förderkonzepten und<br />
Geschäftsmodellen gefragt. Um die Finanzierbarkeit zu gewährleisten,<br />
sollte die Bundesnetzagentur diesen Ausbau<br />
als Investition anerkennen.<br />
Wie schätzen Sie als Mitglied der Arbeitsgruppe »Ladeinfrastruktur<br />
und Netzintegration« die Arbeit der Nationalen<br />
Plattform Elektromobilität ein? Konsens oder Kontroverse?<br />
Jede zukunftsgerichtete Initiative ist zu begrüßen, die einen<br />
Gesamtblick auf eMobilität wirft. Denn schließlich betrifft<br />
das Thema eine Vielzahl von Branchen und insbesondere<br />
ein Herzstück der deutschen Industrie, die Automobilbranche.<br />
Weiterhin muss an die Alltagstauglichkeit gedacht werden,<br />
schließlich geht Mobilität jeden an. Insgesamt bin ich<br />
mit der Initiative sehr zufrieden, zeugt sie doch vom Willen<br />
Deutschlands, weiterhin Innovationstreiber zu sein.<br />
Der uns bevorstehende Systemwechsel wird zu branchenübergreifenden<br />
Veränderungen und gänzlich neuen Geschäftsmodellen<br />
entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />
führen. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf die<br />
Energiebranche auswirken?<br />
eMobilität kann weder nur durch Autohersteller noch allein<br />
durch Energieversorger am Markt etabliert werden. Dazu<br />
ist eine abgestimmte Zusammenarbeit aller Branchen notwendig,<br />
in einem Verbund gleichberechtigter Partner. Hierzu<br />
gehören auch gemeinsam entwickelte und angewendete IT-<br />
Lösungen. Im Moment ist allerdings noch unklar, wer welches<br />
Feld besetzen wird und wie künftige Modelle aussehen<br />
werden. Für uns als Netzbetreiber wird die Ausgestaltung<br />
sehr stark von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen<br />
abhängig sein.<br />
Sind Elektromobilität und Erneuerbare Energien Ihrer Meinung<br />
nach die idealen Partner der Zukunft?<br />
Das wird nur dann der Fall sein, wenn ein vernetztes System,<br />
bestehend aus Vertriebsprodukten, Ladesteuerung, Messung<br />
von Lastflüssen und belastbaren Prognoseverfahren<br />
für die Erzeugung aus Erneuerbaren Quellen entsteht. Sonst<br />
lässt sich das unabdingbare Gleichgewicht im Netz nicht<br />
aufrechterhalten; damit wird die Versorgungssicherheit eher<br />
gefährdet als gestützt. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:<br />
Um die Leistung eines einzelnen Windrads mit 2,5 Megawatt<br />
(MW) auszugleichen, müssten zum Zeitpunkt der Maximaleinspeisung<br />
circa 250 eFahrzeuge mit jeweils 10 Kilowatt<br />
(kW) Ladeleistung am betroffenen Mittelspannungsnetz angeschlossen<br />
sein. Sind die Fahrzeuge nicht am Netz, müssen<br />
diese 2,5 MW zusätzlich über das Hochspannungsnetz transportiert<br />
werden. Gleiches gilt im Niederspannungsnetz: Legt<br />
man einen Durchschnittswert von 5 kW für eine PV-Anlage<br />
zugrunde, sollten in der Mittagszeit bei hoher Sonneneinstrahlung<br />
zwei Anlagen je ein eFahrzeug mit 10 kW beladen.<br />
30 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Dr. Thomas Gößmann<br />
Wir haben heute allerdings schon Ortschaften mit 200 bis<br />
300 Einwohnern und 500 kW und mehr PV-Leistung, das bedeutet,<br />
an diesem Niederspannungsnetz sollten bei Sonnenschein<br />
mindestens 50 eFahrzeuge gleichzeitig laden. Also<br />
eher ein unrealistisches Szenario, wenn die Planung der persönlichen<br />
Mobilität vom Wetterbericht abhängig gemacht<br />
werden soll. Darum ist, wie eingangs gesagt, die Vernetzung<br />
der verschiedenen Komponenten dringend erforderlich.<br />
Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität der Zukunft aus?<br />
Der Trend hin zum eAuto ist nicht aufzuhalten. Ich gehe<br />
davon aus, dass sich solche Fahrzeuge zunächst als Zweitoder<br />
Drittfahrzeug im Haushalt etablieren werden. In fünf<br />
Jahren ist sicherlich bereits ein guter Anteil emobil. Und ich<br />
persönlich habe über diese Option bereits mehrfach mit meiner<br />
Familie und mit meinen Bekannten diskutiert. Bei einer<br />
Neuanschaffung kommt ein eMobil bei vielen durchaus in<br />
Frage. Entscheidend wird neben dem Einstiegspreis für das<br />
Produkt das Gesamtpaket sein, das überzeugen muss.<br />
Dr. Thomas Gößmann<br />
Vorstand EnBW Regional AG<br />
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Ergebnisse NPE - Dr. Jan Peter Korthals<br />
Warum Kaufanreize<br />
notwendig und sinnvoll sind<br />
Und warum sie auch in Deutschland kommen werden<br />
Die Reaktionen auf den Bericht der Nationalen Plattform<br />
Elektromobilität (NPE) und das darauf aufbauende Regierungsprogramm<br />
hätten unterschiedlicher nicht ausfallen<br />
können. Während u.a. der Bundesverband eMobilität das<br />
Programm als nicht weitgehend genug kritisiert, sieht beispielsweise<br />
die Umweltorganisation Greenpeace in dem<br />
Förderprogramm eine große Verschwendung.<br />
Dabei ist die Frage der monetären Kaufanreize für eFahrzeuge<br />
am umstrittensten. So sind laut NPE-Bericht anfängliche<br />
Kaufanreize in Höhe von durchschnittlich ca. 5.000 Euro<br />
(abhängig vom Fahrzeugtyp) notwendig, um das Ziel von 1<br />
Mio. Fahrzeugen bis 2020 zu erreichen, von der Bundesregierung<br />
werden diese aber derzeit abgelehnt. Offiziell wird<br />
dies damit begründet, dass man als Staat nicht in den Markt<br />
eingreifen wolle. Der Markt wisse schließlich selbst am besten,<br />
welche Produkte bzw. Technologien zukunftsfähig sind.<br />
Gute, überlegene Produkte bedürften keiner Förderung und<br />
würden sich auch ohne diese am Markt durchsetzen. Eine<br />
Förderung einzelner Technologien würde somit im besten<br />
Fall zu einer unnötigen Förderung überlegener Technologien<br />
und im ungünstigsten Fall zur Förderung der falschen Technologien<br />
führen.<br />
Diese Argumentation greift jedoch aus drei Gründen zu kurz.<br />
Zum einen sind Kaufanreize für eFahrzeuge keineswegs eine<br />
staatliche Verzerrung des Wettbewerbs, sondern würden<br />
stattdessen für faire Startbedingungen für neue, umweltschonende<br />
Technologien sorgen und die heute bestehende<br />
Verzerrung zugunsten des Verbrennungsmotors ausgleichen.<br />
Schließlich verursachen Verbrennungsmotoren durch ihre<br />
CO2-Emissionen erhebliche negative externe Effekte, die<br />
heute nicht vollständig in die Verbraucherkosten eingepreist<br />
sind. Um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, müssten<br />
diese beispielsweise in Form von deutlich höheren Benzinpreisen<br />
internalisiert werden. Und eigentlich müsste man<br />
sogar noch weitergehen und auch die in der Vergangenheit<br />
auf Grund der nicht erfolgten Internalisierung erzielten<br />
Gewinne der Mineralöl- und Automobilindustrie berücksichtigen.<br />
Schließlich wurden diese Gewinne u.a. dafür eingesetzt,<br />
eine Produktions- und Versorgungsinfrastruktur zu<br />
finanzieren, gegenüber der sich neue Technologien naturgemäß<br />
schwer tun. Beides ist wohl kaum politisch durchsetzbar,<br />
so dass Kaufanreize für eFahrzeuge eine sinnvolle<br />
Lösung für einen einigermaßen fairen Wettbewerb wären.<br />
Das zweite Argument pro Kaufanreize ist das gesellschaftliche<br />
Interesse an einer möglichst hohen Geschwindigkeit des<br />
Wandels. Dass sich die Elektromobilität auch ohne Förderung<br />
langfristig durchsetzen wird, gilt heute unter den meisten<br />
Fachleuten als sicher. Aus Klimaschutzgründen muss die<br />
Gesellschaft jedoch an einem möglichst schnellen Wandel<br />
interessiert sein. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass dies<br />
mit einer anfänglichen Förderung besser gelingt.<br />
Last but not least ist das internationale Umfeld zu berücksichtigen.<br />
Als Gesellschaft und Automobilnation muss Deutschland<br />
ein fundamentales Interesse daran haben, dass die deutsche<br />
Industrie möglichst stark vom Megatrend Elektromobilität<br />
profitiert. Dies funktioniert jedoch nur mit einem starken<br />
Heimatmarkt, der nicht nur die notwendigen Größen-effekte<br />
in der Produktion, sondern auch den Aufbau von Glaubwürdigkeit<br />
und die Sammlung relevanter Erfahrungen für den<br />
globalen Erfolg ermöglicht. Heute ist Deutschland jedoch<br />
das einzige große Automobilland, dass keine Kaufanreize für<br />
Elektrofahrzeuge bietet bzw. beschlossen hat - eine fatale<br />
Situation, die derzeit dazu führt, dass viele neue eFahrzeug-<br />
Modelle nicht in Deutschland, sondern in Ländern mit hohen<br />
Förderungen angeboten werden.<br />
Kaufanreize für eFahrzeuge sind somit sinnvoll und notwendig.<br />
Der Staat hat die Notwendigkeit der Förderung von<br />
neuen, umweltfreundlichen Technologien im Übrigen schon<br />
längst erkannt. So ist die Einspeisevergütung für alternative<br />
Energien nichts anderes als ein solcher Kaufanreiz. Es ist deswegen<br />
zu vermuten, dass im Falle der eFahrzeuge der wahre<br />
32 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Dr. Jan Peter Korthals<br />
»Es ist damit zu rechnen, dass auch in Deutschland Kaufanreize<br />
für eFahrzeuge kommen werden, sobald genug<br />
großserienfähige Modelle deutscher Hersteller verfügbar<br />
sind.«<br />
Grund für die derzeitige Ablehnung ein anderer ist, nämlich<br />
der, dass es heute kaum Modelle deutscher Hersteller gibt.<br />
Schließlich will man eine Wiederholung des Desasters der<br />
Abwrackprämie vermeiden, als man mehrheitlich ausländische<br />
Fahrzeugmodelle mit deutschen Steuergeldern förderte.<br />
Dies kann der Staat offiziell natürlich nicht so kommunizieren,<br />
ohne international in Bedrängnis zu geraten. Aber<br />
es passt ins Bild, dass die Regierung angekündigt hat, ihre<br />
Strategie regelmäßig zu überprüfen und mit der aktuellen<br />
Marktentwicklung abzugleichen, um gegebenenfalls gegensteuern<br />
zu können. Es ist somit damit zu rechnen, dass<br />
auch in Deutschland Kaufanreize für eFahrzeuge kommen<br />
werden, sobald genug großserienfähige Modelle deutscher<br />
Hersteller verfügbar sind.<br />
Dr. Jan Peter Korthals / BEM-Beirat / jp@korthals.de<br />
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Neue Mobilität<br />
33
Ergebnisse NPE - Reinhard Stück & Ralph Strobel<br />
Staatliche Zuschüsse<br />
für Innovationen<br />
Interview mit Reinhard Stück und Ralph Strobel<br />
Was bis dato noch Wenige wissen: Produktentwicklungen<br />
im Bereich Elektromobilität können von staatlicher Seite bezuschusst<br />
werden. Im Gespräch mit den Unternehmensberatern<br />
Reinhard Stück (4L-Gruppe) und Ralph Strobel (BER<br />
Marketing GmbH) wird deutlich, wie vor allem kleine und<br />
mittelständische Unternehmen in diesem Bereich profitieren<br />
können, wo die entsprechenden finanziellen Mittel herkommen<br />
und welche Projekte und Initiativen bezuschusst werden<br />
können.<br />
Bietet der Staat kleinen und mittelständischen Herstellern<br />
und Dienstleistern Fördermittel speziell für Elektromobilitäts-Projekte?<br />
Reinhard Stück: Es gibt leider in Deutschland nur sehr wenige<br />
Fördermittel im Bereich Elektromobilität. Allerdings können<br />
Erfinder sowie kleine und mittlere Unternehmen Zuschüsse<br />
aus dem Zentralen Innovationsprogramm für den Mittelstand<br />
(ZIM) der Bundesregierung für die Verwirklichung<br />
ihrer Ideen beantragen. Ein schönes Beispiel ist ein eFahrzeughersteller<br />
in Nordrhein-Westfalen, der im Februar diesen<br />
Jahres die Zusage für 140.000 Euro staatlicher Zuschüsse für<br />
die Verwirklichung einer pfiffigen Idee in Sachen eMobilität<br />
erhalten hat.<br />
Welche Vorteile genießen die Unternehmen zusätzlich?<br />
Reinhard Stück: Mit der Entwicklung allein ist es ja oftmals<br />
nicht getan. So fehlt es oft an der notwendigen Zertifizierung,<br />
den richtigen Abläufen und dem richtigen Vertriebskonzept.<br />
Hierfür kann man zusätzlich Dienstleistungen mit 50% gefördert<br />
bekommen. Und noch etwas: ein Zuschuss - der ja<br />
nicht zurückgezahlt werden muss - kann bei einer Höhe von<br />
140.000 Euro einem Umsatz von 2,8 Mio. Euro entsprechen.<br />
Das will erst einmal verdient sein.<br />
Bei den zuschussfähigen Dienstleistungen geht es auch um<br />
Vermarktung?<br />
Ralph Strobel: Genau. Im Rahmen der Zuschüsse werden<br />
unter anderem alle Maßnahmen bezuschusst, die für eine<br />
erfolgreiche Markteinführung notwendig sind. Also Produktdokumentationen<br />
und Broschüren, Messeauftritte, PR- und<br />
Onlineauftritte. Das ist eine sinnvolle Maßnahme, denn man<br />
darf nicht vergessen, dass über 70% der Innovationen scheitern,<br />
unter anderem, weil man sich zu wenig um die Vermarktung<br />
gekümmert hat. Übrigens: auch die Ausstellung<br />
der Innovationen auf der eCarTec, Sonderveröffentlichungen<br />
z. B. in der Fachpresse und sogar Dauerausstellungen, wie<br />
z. B im eMobilitätszentrum Karlsruhe, können förderfähig<br />
sein. Diese Beantragungen sind exklusiv für BEM-Mitglieder<br />
kostenlos.<br />
Welche Projekte werden am ehesten gefördert?<br />
Reinhard Stück: Zuschüsse des Staates dienen in erster Linie<br />
zur Risikoabfederung für das Unternehmen. Man muss also<br />
schon technologisches Neuland beschreiten, um hier erfolgreich<br />
zu. Nun sind Themen im Bereich der Neuen Mobilität<br />
aber in der Regel alle sehr innovativ und die Erfolgsquote ist<br />
dementsprechend sehr hoch. Im Bedarfsfall können wir mit<br />
einem kurzen Telefonat ergründen, ob eine Idee förderfähig<br />
ist und wie hoch die Förderung sein könnte.<br />
Reinhard Stück<br />
Ralph Strobel<br />
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34 Neue Mobilität
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und 6,4 Mrd. Euro an eingesparten Brennstoffimporten schon im Jahr 2009: So liefern Erneuerbare Energien die Grundlage für eine nachhaltige<br />
Wirtschaft in Deutschland. Doch mit wachsendem Erfolg der Erneuerbaren Energien werden die öffentlichen Debatten schärfer. Verfestigte<br />
Vorurteile können den weiteren Ausbau bremsen. Wer hält dagegen? Die Agentur für Erneuerbare Energien kämpft für mehr Sachlichkeit in der<br />
Diskussion um Chancen und Vorteile einer regenerativen Energieversorgung. Wir setzen wichtige Themen auf die Tagesordnung und klären die<br />
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Neue Mobilität<br />
35
Ergebnisse NPE - Dr. Peter Bachmann & Christian Mayer<br />
Die elektromobile Stadt<br />
Dr. Peter Bachmann und Christian Mayer<br />
Im Jahr 2050 werden voraussichtlich etwa 9,2 Milliarden<br />
Menschen auf der Erde leben und mehr als 70% davon in<br />
Städten. Die Urbanisierung ist einer der Megatrends der<br />
nächsten Jahrzehnte. Damit einher wird ein unerlässliches<br />
Bemühen um Klimaschutz gehen, ein verändertes Nutzerverhalten<br />
in Bezug auf Mobilität und nicht zuletzt der bevorstehende<br />
Systemwechsel in der Automobilindustrie hin zur<br />
Elektromobilität. Dies wirft die Frage auf, wie unsere Städte<br />
von morgen aussehen werden. Was sind die Anforderungen<br />
an eine elektromobile Stadt, wie wird Elektromobilität unsere<br />
Städte und unser urbanes Leben verändern?<br />
Erst jüngst hat hierzu die Bundesregierung den Referentenentwurf<br />
eines »Gesetzes zur Stärkung der klimagerechten<br />
Stadtentwicklung in den Gemeinden« vorgelegt. Das Gesetz<br />
soll den Beitrag der Kommunen zum Klimaschutz fördern.<br />
Durch eine neugefasste Klimaschutzklausel soll die<br />
grundsätzliche Bedeutung des Klimaschutzes im Rahmen<br />
der Bauleitplanung der Kommunen besonderers betont werden.<br />
Zudem sieht der Referentenentwurf Erweiterungen der<br />
Festsetzungsmöglichkeiten zum Einsatz und zur Nutzung<br />
Erneuerbarer Energien vor, führt Sonderregelungen für die<br />
Windenergie ein und möchte die Nutzung von Photovoltaikanlagen<br />
an oder auf Gebäuden erleichtern. Nach diesem<br />
Gesetzentwurf besteht somit der kommunale Beitrag zum<br />
Klimaschutz im Ausbau Erneuerbarer Energien in der Stadt.<br />
Neben diesem Referentenentwurf konzentrieren sich die<br />
Klimaschutzinitiativen der Bundesregierung aktuell sehr<br />
stark auf den neuen gesetzlichen Rahmen zur anstehenden<br />
Energiewende. Neben den Novellierungen des Energiewirtschaftsgesetzes,<br />
des Atomgesetzes und des Gesetzes für<br />
den Vorrang Erneuerbarer Energien ist dies insbesondere<br />
das neue »Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung<br />
des Netzausbaus Elektrizitätsnetze«.<br />
Ein weiterer Bestandteil klimagerechter Stadtentwicklung<br />
sollte zukünftig aber auch die Umsetzung von Elektromobilität<br />
sein. Dies hat die Bundesregierung in ihrem Regierungsprogramm<br />
Elektromobilität noch einmal betont. Damit die<br />
Elektromobilität ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann,<br />
muss ihre Entwicklung in Deutschland gefördert werden,<br />
was unter anderem auch den Aufbau einer bedarfsgerechten<br />
Infrastruktur beinhaltet. Wenn deshalb die Rahmenbedingungen<br />
für eine klimagerechte Stadtentwicklung gesetzt<br />
werden sollen, dann dürfen hierbei die Rahmenbedingungen<br />
zum Ausbau der erforderlichen Infrastruktur für Elektromobilität<br />
nicht außer Betracht bleiben.<br />
Nach den Vorstellungen der Bundesregierung soll der Ausbau<br />
der nicht-öffentlichen wie der öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />
grundsätzlich Aufgabe der Privatwirtschaft sein.<br />
Zugleich wird im Regierungsprogramm Elektromobilität jedoch<br />
auch festgestellt, dass eine wichtige Rolle hierbei den<br />
Kommunen zukommt. Es ist an den Kommunen, den Ausbau<br />
vor Ort mittels Satzungen und Konzessionsverträgen zu<br />
regeln. Die Kommunen sollen mit diesem Instrumentarium<br />
die Rahmenbedingungen und Kriterien für den Aufbau von<br />
Ladeinfrastrukturen festlegen. Lediglich ergänzend zu dieser<br />
Aufgabenzuweisung an die Kommunen kündigt die Bundesregierung<br />
im Regierungsprogramm weiter an, dass sie<br />
untersuchen möchte, wie sie den Kommunen Hilfestellung<br />
leisten kann damit eine bedarfsgerechte und wirtschaftlich<br />
interessante Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum aufgebaut<br />
wird.<br />
Sicher ist es richtig, dass die Rahmenbedingungen zur Entwicklung<br />
von Elektromobilität als Bestandteil einer klimagerechten<br />
Stadtentwicklung zuvorderst in den Kommunen<br />
gesetzt werden. Der Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur<br />
für Elektromobilität ist dabei nicht nur Aufgabe der<br />
jeweiligen Kommune sondern selbstverständlich auch deren<br />
autonome Entscheidung. Allerdings könnte gerade der aktuelle<br />
Referentenentwurf des Gesetzes zur klimagerechten<br />
Stadtentwicklung Anlass für zumindest klarstellende Hinweise<br />
zur Elektromobilität im Baugesetzbuch sein. Wie bereits<br />
die angedachte allgemeine Klimaschutzklausel würden<br />
solche Hinweise die Gemeinden dazu anhalten und bestärken,<br />
die Elektromobilität und ihre Auswirkungen und Erfordernisse<br />
bei der Aufstellung von Bauleitplänen verstärkt zu<br />
36 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Dr. Peter Bachmann & Christian Mayer<br />
»Die Entwicklung von Elektromobilität in den Kommunen<br />
bleibt zuvorderst eine Frage des Wollens und nicht des<br />
Könnens.«<br />
berücksichtigen. So könnte beispielsweise bei den Festsetzungsmöglichkeiten<br />
für Bebauungspläne ergänzend darauf<br />
hingewiesen werden, dass Festsetzungen zu Verkehrsflächen<br />
auch Festsetzungen zur Ladeinfrastruktur umfassen<br />
können.<br />
Neben dem Bund können aber auch die Länder die Kommunen<br />
bei der klimagerechten Stadtentwicklung unterstützen.<br />
Bei diesen landesrechtlichen Initiativen, wie etwa dem Klimaschutzgesetz<br />
NRW, sollten aber selbstverständlich die<br />
Gesetzgebungskompetenzen des Bundes ebenso berücksichtigt<br />
werden, wie die Selbstverwaltungshoheit der Kommunen.<br />
Unter anderem im Bereich des Bauordnungsrechts<br />
liegt die Gesetzgebungskompetenz jedoch eindeutig bei<br />
den Ländern, die dort unterstützende Regelungen aufnehmen<br />
können. Zudem könnten die Länder eine Öffnungsklausel<br />
im Baugesetzbuch in Anspruch nehmen und durch<br />
eigene Rechtsvorschriften ergänzende Festsetzungen zum<br />
Bebauungsplan bestimmen.<br />
Nicht zuletzt aber ist es eine Entscheidung jeder einzelnen<br />
Kommune, welche Maßnahmen sie zur Umsetzung von<br />
Elektromobilität und zur Gestaltung ihrer öffentlichen Räume<br />
treffen möchte. Hierfür stehen ihr bereits heute rechtliche<br />
Instrumente zur Förderung und Gestaltung von eMobilität in<br />
ihrem Stadtgebiet zur Verfügung. In Gestaltungssatzungen<br />
können Vorgaben zum Ausbau der Infrastruktur definiert<br />
werden. Ebenso können die Städte in Konzessionsverträgen<br />
und im Rahmen der Genehmigungsverfahren zur erforderlichen<br />
Infrastruktur auf deren Entwicklung und Gestaltung<br />
einwirken. Aber auch im Rahmen der Bauleitplanung - etwa<br />
in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan oder einem<br />
städtebaulichen Vertrag - können bereits heute konkrete<br />
Festsetzungen zur Umsetzung der Elektromobilität und damit<br />
zur klimagerechten Stadtentwicklung vorgegeben werden.<br />
Sicher wären weitere Hilfestellungen und zumindest ergänzende<br />
Klarstellungen wünschenswert, gleichwohl bleibt<br />
die Entwicklung von Elektromobilität in den Kommunen zuvorderst<br />
eine Frage des Wollens und nicht des Könnens. Hier<br />
kann noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.<br />
Dr. Peter Bachmann / Christian Alexander Mayer<br />
Rechtsanwälte, Noerr LLP München<br />
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Ergebnisse NPE - Andreas-Michael Reinhardt<br />
25 Pilot Cities<br />
Was wir von China lernen können<br />
Was wissen wir über chinesische Projekte im Bereich der<br />
Neuen Mobilität? Und welche Schlüsse ziehen wir im Vergleich<br />
zu den deutschen Elektromobilitäts-Anstrengungen<br />
und den Bemühungen europäischer und amerikanischer<br />
Wettbewerber?<br />
Spätestens seit der Olympiade 2008 in Peking wissen wir,<br />
dass zahlreiche eFahrzeuge, insbesondere Elektro-, Hybridund<br />
Brennstoffzellen-Busse und zahlreiche Nutzfahrzeug-<br />
Typen vom Stadtreinigungsfahrzeug bis zum Kleintransporter<br />
auf den chinesischen Straßen unterwegs sind. Aber der<br />
Schwerpunkt in den 25 chinesischen Pilotstädten liegt eindeutig<br />
auf dem ÖPNV und damit auf großen Busflotten.<br />
In einer Regierungsbroschüre über die 25 Pilotstädte wird<br />
deutlich, wie groß das chinesische Engagement ist: Fast<br />
zehntausend eFahrzeuge sind seit 2009 bzw. 2010 in den<br />
Modellstädten im Tagesbetrieb im Einsatz - darunter Busse,<br />
Taxis, Servicefahrzeuge, Behörden- und Mietfahrzeuge und<br />
normale PKWs. Dazu kommen im Rahmen einer Vereinbarung<br />
zwischen der Regierung in Peking und den jeweiligen<br />
Stadtbehörden 181.000 weitere eFahrzeuge bis 2012. Die<br />
veröffentlichten Abbildungen in der Regierungsbroschüre<br />
lassen erkennen, dass man systematisch alle wichtigen Fragen<br />
vom Antriebsstrang über die Batterien bis hin zur Ladeinfrastruktur<br />
und zur (Strom-)Netz-Anbindung erforscht und<br />
sich sicher ist, alsbald mit nachhaltigen Lösungen im Markt<br />
bestehen zu können.<br />
Unabhängig von der großen Anzahl an Pedelecs und eRollern,<br />
die sich sowieso schon seit Jahren in den Straßen der<br />
Metropolen bewegen, ist erkennbar, dass China systematisch<br />
die heimische Industrie im Bereich der eMobilität fördert.<br />
Darin enthalten sind Kaufanreize von wenigstens rund<br />
1.000 Euro pro eAuto (für Busse bis zu 40.000 Euro), um den<br />
Zukunftsmarkt Elektromobilität aus der Position der Stärke<br />
vorzeitig zu besetzen.<br />
Mehr als fünfhundert Einzelprojekte sind durch die Ministerien<br />
seit 2001 gefördert und zum Abschluss gebracht<br />
worden. Lediglich das berühmte »Stecker-Thema« und die<br />
Wirtschaftlichkeit von Ladesäulen/Beladungs- & Abrechnungsvorgang<br />
sind auch in China noch nicht gelöst. Beim<br />
Stecker wartet man auf einen globalen Schulterschluss mit<br />
den USA und/oder mit Europa. Einstweilen behilft man sich<br />
mit einer Ausstattung der Ladesäulen sowohl mit AC als<br />
auch DC-Anschlüssen. Aufgrund der Allmacht der »STATE<br />
GRID«- des staatlichen Übertragungsnetz-Monopols dürften<br />
die Chinesen gute Voraussetzungen haben, einheitliche<br />
38 Neue Mobilität
Ergebnisse NPE - Andreas-Michael Reinhardt<br />
»Ich hatte die Möglichkeit mir in Peking und Shanghai die<br />
staatlich geförderten »Schaufenster Elektromobilität«<br />
in der Praxis anzusehen, Fahrzeuge zu testen und Gespräche<br />
vor Ort zu führen. Mein Fazit: Deutschland muss<br />
die Kräfte noch mehr bündeln und die Anstrengungen<br />
verdoppeln.«<br />
Standards bei Lade-Infrastruktur und Ladestromabrechnung<br />
im Land durchzusetzen.<br />
Vor diesem Hintergrund müssen wir in Deutschland noch<br />
einen Zahn zulegen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen<br />
Industrie und Anbieter von Elektromobilität nachhaltig<br />
abzusichern. Ab dem Jahr 2015 geht China bei der Elektromobilität<br />
in die Millionen was Neufahrzeug-Zulassungen<br />
anbelangen. 1 Mio. eFahrzeuge werden dann gemäß der Regierungsplanung<br />
zugelassen sein.<br />
Für Deutschland sollte man der Bundesregierung empfehlen,<br />
einerseits ebenfalls Mobilitäts-Flotten zunächst bis Ende<br />
2012/13 vorrangig zu fördern und auch finanziell einen Anreiz<br />
beim Erwerb zu setzen. Hier könnte man auch eine erhöhte<br />
Abschreibung für betrieblich genutzte eFahrzeuge als<br />
Förderinstrument nutzen. Des weiteren sollte man verstärkt<br />
in intelligentere Fahrzeug-Konzepte investieren. Das gelingt<br />
mittels der neuen F&E-Förderprogramme des Bundes. Hier<br />
ist bereits teilweise im Bereich der IKT-basierten und Fahrzeug-technischen<br />
Ansätze ein Vorsprung zu erkennen, den<br />
es gilt rasch in marktfähige Produkte umzusetzen.<br />
Chinas Beispiel verdeutlicht aber auch, dass es ohne die Unterstützung<br />
von Ländern und Kommunen kein Bundesgeld<br />
für Projektstädte oder elektromobile Schaufenster geben<br />
kann. Hier müssen Bund und Länder gemeinsam ausreichend<br />
monetäre Mittel mobilisieren und sinnvoll investieren,<br />
um gerade mit Blick auf die Bürgerinnen und Bürger die<br />
Nutzerakzeptanz der Neuen Mobilität alsbald herzustellen.<br />
Ohne maßvolle finanzielle Anreize des Staates wird sich<br />
der Zukunftsmarkt Elektromobilität nur langsam bewegen.<br />
Was wir heute an F&E-Förderung und Anschubfinanzierung<br />
versäumen, kann angesichts chinesischer Konkurrenz nicht<br />
mehr aufgeholt werden.<br />
Spannend wird es 2012 auch in Deutschland: Wo sind unsere<br />
Schaufenster der Elektromobilität dann? Mit welchem<br />
wollen wir dann national und international punkten? Es<br />
bleibt abzuwarten, wie sich Elektromobilität in Deutschland<br />
weiter entwickelt. Von der chinesischen Entwicklung ließe<br />
sich einiges lernen.<br />
Andreas-Michael Reinhardt<br />
Teilprojektleiter<br />
Begleitforschung »IKT für Elektromobilität“<br />
B.A.U.M. Consult GmbH<br />
www.baumgroup.de<br />
Neue Mobilität<br />
39
Ergebnisse NPE - Thorsten Temme<br />
Mit Standards auf die<br />
Überholspur<br />
Bedeutung der Normung für die Elektromobilität<br />
Elektromobilität ist mehr als die Elektrifizierung des Antriebs.<br />
Sie ist ein Gesamtsystem, das Automobilindustrie,<br />
Elektrotechnik, Informationstechnik und Energiewirtschaft<br />
zusammenführt. Das eMobil wird Teil eines integrierten<br />
Energiesystems, in dessen Umfeld sich neue Geschäftsmodelle<br />
entwickeln werden. Damit dieser Markt entsteht, muss<br />
Elektromobilität sicher, zuverlässig und benutzerfreundlich<br />
sein - und außerdem ressourcen- und klimaschonend sowie<br />
bezahlbar. Dazu bedarf es einheitlicher Standards. Grenzübergreifende<br />
einheitliche Ladestecker, uneingeschränkter<br />
Zugang zum Laden bei verschiedenen Betreibern sowie Sicherheitsstandards<br />
für Fahrzeug und Ladestation sind nur<br />
so möglich. Durch Standardisierung werden Entwicklungskompetenzen<br />
gebündelt, unkontrollierte und intransparente<br />
Variantenbildung wird eingeschränkt, und Skaleneffekte<br />
reduzieren die Kosten.<br />
Die vielfältigen Aktivitäten der unterschiedlichen Branchen<br />
und Industriezweige müssen koordiniert und integriert<br />
werden. Hierzu wurde die Normungs-Roadmap für Elektromobilität<br />
von der NPE und dem Lenkungskreis E-Mobility<br />
erstellt - mit Vertretern aus VDE/DKE und VDA/NA. Die<br />
Roadmap fasst den aktuellen Stand der Normung für die<br />
Elektromobilität zusammen. Sie beschreibt den weiteren<br />
Normungsbedarf mit Prioritäten für die nächsten Jahre sowie<br />
Zeitpläne zur Umsetzung. Und sie zeigt die Rahmenbedingungen<br />
sowie den Bedarf an politischer Flankierung auf. Ein<br />
Steuerkreis »Normungs-Roadmap« wird die Roadmap regelmäßig<br />
überwachen und gegebenenfalls ergänzen.<br />
Normungs-Roadmap und NPE-Bericht betonen beide die<br />
Notwendigkeit der internationalen Abstimmung. Die Zusammenarbeit<br />
der Normungs-Organisationen ISO (für das Automobil)<br />
und IEC (für die Infrastruktur) muss ebenso gut funktionieren<br />
wie die Einbindung der für den amerikanischen<br />
Markt relevanten SAE. Außerdem reisen hochrangig besetzte<br />
Delegationen nach China, um über eine Harmonisierung der<br />
chinesischen und europäischen Standards zu diskutieren.<br />
Die Normung bedarf aber auch der Unterstützung der Politik:<br />
Wenn einzelne Staaten auf Grund divergierender nationaler<br />
Regulierungen eine Standardisierung - etwa der Ladeinfrastruktur<br />
- schon innerhalb Europas erschweren, muss sich<br />
die Politik für harmonisierte Rahmenbedingungen einsetzen.<br />
In ihrem Regierungsprogramm signalisiert die Bundesregierung<br />
eine Unterstützung der Forderungen der NPE sowie<br />
international einheitliche Ladesysteme für hohe technische<br />
Ansprüche. Der Ladestecker nach IEC 62196-2 Typ-2 ist hier<br />
ein gutes Beispiel.<br />
Dipl.-Ing. Thorsten Temme<br />
Technology Management / Corporate Technology<br />
Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />
www.phoenixcontact.de/vorausschauend<br />
40 Neue Mobilität
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
UND<br />
ER<strong>NEUE</strong>RBARE<br />
ENERGIEN<br />
Die idealen Partner künftiger Mobilitätskonzepte.<br />
Neue Mobilität<br />
41
Elektromobilität & Erneuerbare energien - BEE<br />
Elektrofahrzeuge<br />
Baustein der Erneuerbaren<br />
Stromversorgung<br />
Björn Klusmann, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.<br />
Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 werden<br />
zwei wesentliche Veränderungen unseres Energiesystems<br />
möglich: Erstens werden die Erneuerbaren Energien in den<br />
nächsten Jahrzehnten atomare und fossile Energieträger<br />
Zug um Zug ersetzen. Zweitens wird sich das Energieversorgungssystem<br />
weg von zentralen Großstrukturen hin zu<br />
dezentralen und vernetzten Elementen wandeln. So können<br />
wir Umwelt- und Klimabelastungen reduzieren und<br />
gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften. Dieser Prozess birgt<br />
enorme Chancen, von denen innovative Unternehmen in<br />
Deutschland profitieren können.<br />
Elektrofahrzeuge, die mit erneuerbarem Strom angetrieben<br />
werden, sind ein wichtiger Baustein im Energiesystem der<br />
Zukunft. Mit ihrer Hilfe kann Strom aus Erneuerbaren Energien<br />
fossile Treibstoffe ersetzen - der Verkehrssektor ist heute<br />
noch zu 90% vom Erdöl abhängig. Zudem können viele tausend<br />
Fahrzeugbatterien in der Summe eine enorme Pufferleistung<br />
für das elektrische System bereitstellen. Sie können<br />
Spitzen der Stromproduktion auffangen und speichern und<br />
perspektivisch durch Rückspeisung von Strom zur Stabilität<br />
des Leitungsnetzes beitragen.<br />
Für das ideale Zusammenspiel von Stromerzeugung und -verbrauch<br />
muss jetzt die richtige technische Weichenstellung<br />
erfolgen. Elektrofahrzeuge sollten unbedingt über die Möglichkeit<br />
des bidirektionalen Ladens verfügen, also sowohl<br />
Strom aufnehmen und speichern als auch gezielt ins Netz<br />
zurückspeisen können. Diese Prozesse werden intelligent<br />
erfolgen, d.h. sie richten sich nach Stromangebot aus Windund<br />
Solarkraftwerken und berücksichtigen den Netzzustand.<br />
Die Leistungselektronik der Fahrzeuge muss also in der Lage<br />
sein, kurzfristig auf mehrere Variablen zu reagieren.<br />
Werden Lademanagement und Stromzähler im Fahrzeug integriert,<br />
sind die genutzten Energiemengen unabhängig vom<br />
Ladepunkt bilanzierbar. So kann die Netzdienstleistung, die<br />
mit gesteuerten Lade- und Rückspeisevorgängen verbunden<br />
ist, dem Fahrzeugnutzer zugeordnet und entsprechend belohnt<br />
werden. Um entsprechende technische Entwicklungen<br />
zu fördern, hat der BEE gemeinsam mit Klima-Bündnis und<br />
WWF das Konzept zur »Innovationsförderung in Deutschland<br />
für Erneuerbare Elektromobilität (I.D.E.E.)« entwickelt.<br />
Es soll mit Hilfe gezielter Vergütungen dazu beitragen, dass<br />
»eFahrzeuge made in Germany« zu einem Synonym für netzfreundliche<br />
Elektrofahrzeuge wird.<br />
Das Konzept lässt sich gut in den Kombikraftwerksbonus<br />
einbinden, dessen Einführung der BEE schon seit geraumer<br />
Zeit fordert. Ein solcher Bonus bezuschusst technologische<br />
42 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - BEE<br />
»Für das ideale Zusammenspiel von Stromerzeugung<br />
und Stromverbrauch muss jetzt die richtige technische<br />
Weichenstellung erfolgen.«<br />
Neuerungen zur Stromspeicherung und fördert die nachfragegerechte<br />
Stromproduktion. Kilowattstunden, die bei fehlendem<br />
Angebot eingespeist bzw. bei hohem Angebot vom<br />
Verbraucher abgenommen werden, würden entsprechend<br />
vergütet. Der Kombi-Bonus kann den Nutzern von Elektrofahrzeugen<br />
einen Anreiz bieten, ihre Fahrzeuge so häufig wie<br />
möglich ans Stromnetz anzuschließen und dem Netzbetreiber<br />
so als »intelligente Verbraucher« zur Verfügung stehen.<br />
Auch wenn erst in einigen Jahren Elektrofahrzeuge in relevanter<br />
Stückzahl unterwegs sein werden, muss schon heute<br />
die passende Infrastruktur für Elektromobilität aufgebaut<br />
werden. Der Kombi-Bonus kann hier einen wichtigen Anstoß<br />
geben und sollte daher zügig eingeführt werden. So können<br />
sich frühzeitig technologische Innovationen durchsetzen, die<br />
ein wichtiger Teil einer Erneuerbaren Energieversorgung sind.<br />
Björn Klusmann<br />
Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie<br />
www.bee-ev.de
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Agentur für Erneuerbare Energien<br />
Erneuerbare Energien im<br />
Mobilitätssektor<br />
Ein Gewinn für alle<br />
Eine Umstellung des deutschen Energieverbrauchs auf Erneuerbare<br />
Energien ist nicht nur aus Klimaschutzgründen<br />
notwendig, sondern auch ökonomisch rentabel und aus Gründen<br />
der Versorgungssicherheit sinnvoll. Im Strom- und Wärmesektor<br />
konnten hierbei schon beachtliche Erfolge erzielt<br />
werden. Lediglich im Sektor Mobilität, der für ca. ein Drittel<br />
des Gesamtenergieverbrauches verantwortlich ist, stagniert<br />
der Einsatz Erneuerbarer Energien in den letzten Jahren. Die<br />
hier verbrauchten Kraftstoffe stammen noch zu fast 95%<br />
aus klimaschädlichen und importierten fossilen Quellen.<br />
Elektromobilität bietet hier die Chance, Verkehr nicht nur<br />
leiser und schadstofffrei abzuwickeln, sondern mittelfristig<br />
auch zu einer signifikanten Erhöhung des Anteils Erneuerbarer<br />
Energien im Mobilitätssektors beizutragen. Langfristig<br />
kann im Verbund mit anderen Anwendungsmöglichkeiten<br />
Erneuerbarer Energien wie Biokraftstoffen, Biogas oder regenerativ<br />
erzeugtem Wasserstoff sogar ein vollkommener<br />
Verzicht auf fossile Antriebsstoffe ermöglicht werden.<br />
Bei dieser Entwicklung ist der unbedingte Zusammenhang<br />
von Elektromobilität und Erneuerbaren Energien zu beachten.<br />
Ein Elektromotor arbeitet zwar prinzipiell effizienter als<br />
ein Verbrennungsmotor, weshalb der CO2-Ausstoß auch<br />
schon bei einer »Betankung« mit dem durchschnittlichen<br />
deutschen Strommix etwas geringer ist als der von vergleichbaren<br />
Diesel- oder Benzinmotoren. Jedoch fallen hierbei<br />
trotzdem Emissionen von etwa 100 Gramm CO2 an - der<br />
Treibhausgasausstoß wird nur zum Kraftwerksschlot verlagert.<br />
Mit einer Beladung durch regenerativ erzeugten Strom,<br />
bei dessen Erzeugung kaum CO2 entsteht, kann hingegen<br />
eine nahezu emissionsfreie Mobilität ermöglicht werden.<br />
Aber auch die Anbieter Erneuerbarer Energien können von<br />
einer schnellen und entschlossenen Einführung der Elektromobilität<br />
profitieren, da die Batterien der eAutos bei Verwendung<br />
von intelligenter Ladetechnik in Zeiten hohen<br />
Wind- und Sonnenstrom-Aufkommens als Speicher dienen<br />
können. Das Speichervolumen wäre bei einer Anzahl von<br />
einer Million Elektrofahrzeugen zwar noch relativ gering,<br />
allerdings könnten Elektroautos eine erhebliche Regelleistung<br />
erbringen und so zur Netzstabilisierung beitragen.<br />
Bei größeren Verkaufszahlen elektrisch betriebener Autos<br />
könnte dann in der Zeit nach 2020 auch ein erhebliches<br />
Speicherpotential aufgebaut werden. Aufgrund der langen<br />
Lebensdauer von Fahrzeugen sollten die Ladesysteme daher<br />
schon heute rückspeisefähig ausgelegt werden.<br />
44 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Agentur für Erneuerbare Energien<br />
Trotz der begrenzten (elektrischen) Reichweiten der aktuellen<br />
und kommenden eFahrzeuge kann Elektromobilität einen<br />
Großteil der Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Aber auch<br />
andere Reiselängen und -zwecke können »erneuerbar« bewältigt<br />
werden: Längere Individualreisen können beispielsweise<br />
elektromobil per Zug abgewickelt werden. Allerdings<br />
sollten sich hier die verschiedenen Bahnunternehmen um<br />
eine schnelle und deutliche Erhöhung Ihres Ökostromanteils<br />
bemühen. Auch können längere Strecken im Personen- wie<br />
auch im Güterverkehr in Hybrid- oder reinen Verbrennungsfahrzeugen<br />
mit Biokraftstoffen wie Biodiesel, Bioethanol<br />
oder Biomethan zurückgelegt werden.<br />
Die Erneuerbaren Energien können also auch im Verkehrssektor<br />
eine wichtige Rolle spielen und dabei helfen, Kosten<br />
und Treibhausgasemissionen zu sparen. Der Pfad »Weg<br />
vom Öl« verlangt allerdings einen engagierten Einsatz von<br />
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Elektromobilität<br />
sollte dabei aufgrund Ihrer weiteren Vorteile besonders gefördert<br />
werden.<br />
Erneuerbare Elektromobilität:<br />
Wenig Strom für viele Fahrzeuge<br />
Erzeugung bzw. Bedarf von Strom aus Erneuerbaren Energien<br />
700<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
(in Mrd. kWh)<br />
1 Mio.<br />
Fahrzeuge<br />
10 Mio.<br />
Fahrzeuge<br />
40 Mio.<br />
Fahrzeuge<br />
2008 2020<br />
2030<br />
2050<br />
Sven Kirrmann<br />
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.<br />
s.kirrmann@unendlich-viel-energie.de<br />
Stromerzeugung<br />
aus Erneuerbaren<br />
Energien, Szenario<br />
des Bundesumweltministeriums<br />
Stromerzeugung lt.<br />
Alternativszenario<br />
der EE-Branche<br />
bis 2020<br />
zur Deckung des<br />
Strombedarfs der<br />
Elektrofahrzeuge<br />
benötigter Strom<br />
aus Erneuerbaren<br />
Energien<br />
Quellen: DGS/BSM,<br />
BMU-Leitszenario E2/E3,<br />
AEE-/BEE-Branchenprog<br />
nose 2020, Stand: 7/2009<br />
www.unendlich-viel-energie.de<br />
Wir bringen grünen Strom auf die Straße<br />
Das Auto der Zukunft hat keinen Auspuff – Elektromobilität macht‘s möglich. Wirklich<br />
nachhaltig aber ist sie nur, wenn der Strom für Elektroautos aus erneuerbaren Energiequellen<br />
stammt. Und damit er nicht doppelt vermarktet wird, darf er nicht aus Anlagen<br />
stammen, die von Endverbrauchern finanziert und vom Staat gefördert werden.<br />
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2011<br />
Zum 3. Mal<br />
Top-Innovator<br />
Neue Mobilität<br />
45
Elektromobilität & Erneuerbare energien - IPM System<br />
Solare Revolution in der<br />
Photovoltaikbranche<br />
Steigerung der Effizienz, Transparenz, Flexibilität und Sicherheit von PV-Anlagen<br />
Das IPM SYSTEM ® ist eine neuartige Steuerungs- und Regelungstechnik<br />
zur Steigerung der Effizienz, Transparenz,<br />
Flexibilität und Sicherheit von Photovoltaik-Anlagen. Das<br />
Intelligent Power Management System lässt sich auch nachträglich<br />
wirtschaftlich sinnvoll in jede PV-Anlage integrieren<br />
und ermöglicht bis zu 21% Ertragssteigerung.<br />
Markus Emmert, Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH,<br />
hat das Unternehmen mit seiner patentierten Erfindung im<br />
Bereich Erneuerbarer Energien nach eigenen Worten »Aus<br />
der Praxis - für die Praxis« gegründet. »Die enorme Leistungssteigerung<br />
und Effizienz ist insbesondere im Fokus<br />
der aktuellen energiepolitischen Diskussion ein Meilenstein<br />
für die gesamte solare Energieerzeugung und eröffnet weitere<br />
Marktpotenziale im Bereich Monitoring, Brandschutz<br />
und Sicherheit auf dem neusten Stand der Technik«, erklärt<br />
Markus Emmert. »Wir haben es geschafft, die Nachteile fixer<br />
Strings durch die klassische Reihenverschaltung in PV-<br />
Anlagen vollständig zu umgehen und den Beweis erbracht,<br />
dass eine intelligente, variable Verschaltung der einzelnen<br />
Module mit dem IPM SYSTEM ® zu einer erheblichen Effizienzsteigerung<br />
führt.« Damit stellt Emmert klassische Anlagen<br />
sprichwörtlich in den Schatten und zeigt ein enormes<br />
Potenzial auf, dass den Photovoltaikmarkt für die nächsten<br />
Jahre regelrecht revolutionieren wird.<br />
Im Rahmen einer Entwicklungskooperation hat die Rosenberger<br />
Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG eine spezielle<br />
Steckverbindung entwickelt, die auf die von der Draka Cable<br />
Wuppertal GmbH eigens hergestellte Zwillingsleitung abgestimmt<br />
ist und eine optimale Systemintegration gewährleistet.<br />
Die Britze Elektronik und Gerätebau GmbH sorgt für die<br />
reibungslose Komponentenintegration und wird das innovative<br />
IPM SYSTEM ® zukünftig produzieren.<br />
»Die speziellen Anforderungen an die Steckverbindung, wie<br />
Haptik, werkzeuglose Montage, geringere Übergangs-Widerstände<br />
sowie die hohen Qualitätsansprüche, welche das<br />
IPM SYSTEM ® stellt, waren der Grund Rosenberger als exklusiven<br />
Partner mit an Bord zu holen«, so Emmert.<br />
»Die Kooperation zwischen IPM SYSTEM und Rosenberger«,<br />
so Hans Rosenberger, Sprecher der Geschäftsleitung, »ermöglicht<br />
uns eine attraktive Ergänzung unseres Produktund<br />
Leistungsportfolios im Bereich der Technologien für Regenerative<br />
Energie. Damit können wir unsere Marktposition<br />
in der Solarbranche weiter ausbauen.«<br />
Britze-Geschäftsführer Thorsten Reiche sieht in der Kooperation<br />
die Möglichkeit den technologischen Leitmarkt<br />
Deutschlands für Erneuerbare Energien weiter auszubau-<br />
46 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - IPM System<br />
»Als Schlüsseltechnologie ‚Made in Germany‘ ist die Leistungssteigerung<br />
und Effizienz insbesondere im Fokus der<br />
aktuellen energiepolitischen Diskussion ein solarer Quantensprung<br />
für die gesamte Erneuerbare Energieerzeugung und<br />
schafft völlig neue Perspektiven nicht nur im PV-Markt.«<br />
en. »Dabei garantiert der Produktionsstandort Deutschland<br />
eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Fertigung und<br />
sichert Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung.«<br />
Mit der Deutschen Telekom konnte ein weiterer exklusiver<br />
Kooperationspartner gewonnen werden, der die innovative<br />
Hard- und Softwarelösung mit einer SIM-Karte für eine<br />
fortschrittliche Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M)<br />
ausstattet. »Die Partnerschaft ist für uns ein weiterer konsequenter<br />
Schritt für unsere Positionierung als Anbieter intelligenter<br />
Vernetzung im Energiesektor. Photovoltaikanlagen<br />
spielen künftig im Energiemix eine große Rolle. Darum ist es<br />
wichtig, sie besser steuern und überwachen zu können«, so<br />
Dr. Lothar Müller, Leiter Vertriebsentwicklung M2M bei der<br />
Telekom Deutschland.<br />
»Das enorme Interesse der Besucher während der ersten<br />
gemeinsamen Präsentation mit Herrn Emmert auf der Inter-<br />
Solar in München« so Claus Fahry, Sales Manager Photovoltaics<br />
der Draka, »hat bewiesen, dass wir in der Kooperation<br />
mit der IPM SYSTEM GmbH einen innovativen Partner für die<br />
Zukunft gefunden haben. In enger Zusammenarbeit werden<br />
wir diese neue Technologie mit unserem Know-how unterstützen<br />
um so auch unsere Marktposition weiter ausbauen<br />
und festigen zu können.«<br />
»Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. Es ist nicht<br />
genug zu wissen, man muss auch anwenden können.«<br />
»Ein Zitat nach Johann Wolfgang von Goethe, dass verdeutlicht,«<br />
so Markus Emmert, außerdem wissenschaftlicher<br />
Beirat im Bundesverband eMobilität, »wie wichtig es ist, sich<br />
gemeinsam und über Branchengrenzen hinaus zu engagieren<br />
- insbesondere wenn man die Vision einer Erneuerbaren<br />
Mobilität in Deutschland und darüberhinaus in Europa wirklich<br />
umsetzen möchte.«<br />
Markus Emmert<br />
Geschäftsführer<br />
IPM SYSTEM GmbH<br />
& BEM-Beirat<br />
www.ipm-system.com<br />
Neue Mobilität<br />
47
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Prof. Dr. Josef Krems<br />
Damit Erneuerbare Energien<br />
in den Autotank kommen<br />
J. F. Krems, M. Hajesch, CF. Eckhardt<br />
Dass sich Nutzer von Elektroautos im Berliner Stadtverkehr<br />
nicht eingeschränkt fühlen, wurde bereits im Pilotprojekt<br />
»MINI E Berlin - powered by Vattenfall V1.0« gezeigt, das<br />
im Frühjahr 2009 angelaufen war. In einem Zeitraum von 12<br />
Monaten nutzten 80 Kunden das Elektrofahrzeug für jeweils<br />
ein halbes Jahr im Alltagsbetrieb. Es konnte eindrucksvoll<br />
die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge und Ladekonzeptes<br />
nachgewiesen werden.<br />
Übergeordnetes Ziel von zwei Folgeprojekten ist es, die Marktakzeptanz<br />
und Nutzung von Elektrofahrzeugen weiter zu<br />
beschleunigen und damit deren Umweltnutzen zu steigern.<br />
»MINI E powered by Vattenfall V2.0«<br />
Ausgewählte Anwendungsfälle und neue Nutzergruppen<br />
sollen gezielt in einer Feldstudie untersucht werden und<br />
neue Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb für die erfolgreiche<br />
Umsetzung der Elektromobilität abgeleitet werden. Insbesondere<br />
durch die Einbeziehung weiterer Nutzergruppen<br />
wird eine höhere Passung zwischen Elektromobilität und<br />
Nutzung von Windenergie erwartet und damit das Potential<br />
erhöht, den Anteil Erneuerbarer Energien zu steigern.<br />
Dabei steht die Analyse und Verbesserung des Konzepts<br />
Wind-to-Vehicle (W2V) im Vordergrund. Hinter dem Konzept<br />
W2V steht der Gedanke, Erneuerbare Energien, insbesondere<br />
Windenergie, zum Laden von Elektrofahrzeugen zu verwenden.<br />
Zielsetzung ist die Korrelation von Zeiten der Windeinspeisung<br />
und der aggregierten Ladeleistung zu erhöhen.<br />
Dabei ist die Bereitschaft der Nutzer dieses Konzept zu unterstützen<br />
ein entscheidender Faktor.<br />
Zum Anderen soll die Akzeptanz der Nutzer für W2V durch<br />
Mehrwertdienste gesteigert werden. So sollen solche Applikationen<br />
zum Einsatz kommen, die den Fahrer eines Elektrofahrzeugs<br />
dabei unterstützen, öffentliche Lademöglichkeiten<br />
in sein Mobilitätsmuster mit einzubeziehen. Gerade die<br />
Verfügbarkeit von Fahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen<br />
birgt Potential für gezielte Windeinspeisung zum Laden von<br />
Elektrofahrzeugen.<br />
In der Feldphase des Projekts MINI E powered by Vattenfall<br />
V2.0 sollen 70 Elektrofahrzeuge in verschiedenen Anwendungsfällen<br />
von den Nutzergruppen in unterschiedlichen<br />
Szenarien getestet werden. Objektive Messgrößen sind dabei<br />
zum Beispiel der Verbrauch, die Nutzungs- und Ladedauer,<br />
sowie Daten über das Streckenprofil. Diese Daten werden<br />
um subjektive Beurteilungen beispielsweise der Bedienerfreundlichkeit<br />
der Systeme, sowie um Einstellungen zu Um-<br />
48 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Prof. Dr. Josef Krems<br />
»Ziel ist es, die Batterien von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher<br />
sowie als virtuelle Kraftwerke zu nutzen.«<br />
welt und Mobilität ergänzt.<br />
Anhand der wiederholten Befragung der Nutzer und der<br />
kontinuierlich aufgezeichneten Nutzungsdaten wird eine<br />
wissenschaftlich abgesicherte Einschätzung des Potentials<br />
von Elektrofahrzeugen für W2V in verschiedenen Einsatzszenarien<br />
möglich sein. Zudem werden Systeme zur Nutzerunterstützung<br />
evaluiert und Empfehlungen für deren Weiterentwicklung<br />
gegeben.<br />
»Gesteuertes Laden V2.0«<br />
Um die schwankende Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien<br />
für die Elektromobilität nutzbar zu machen, erarbeiteten<br />
die Projektpartner unter dem Begriff »Gesteuertes Laden«<br />
neue technische Konzepte, um die Effektivität und Effizienz<br />
des Gesamtsystems bestmöglich auszunutzen. Ziel ist es dabei,<br />
die Batterien von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher<br />
sowie als virtuelle Kraftwerke zu nutzen.<br />
Dazu sollen die Ladeinfrastruktur weiterentwickelt, Fahrzeuge<br />
weiter technisch qualifiziert, neue kundenseitige Mehrwertdienste<br />
entwickelt und Software zur Steuerung des<br />
Be- und Entladens entwickelt werden. Zudem schaffen und<br />
evaluieren die Projektpartner verbesserte Mensch-Maschine-<br />
Schnittstellen, die eine optimierte Ausnutzung des Potentials<br />
vom Gesteuerten Laden bewirken sollen.<br />
Beide Projekte werden vom Bundesministerium für Umwelt,<br />
Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.<br />
Projektpartner sind die BMW Group, die Vattenfall Europe<br />
AG, die TU Ilmenau, die TU Berlin und die TU Chemnitz.<br />
J. F. Krems (TU Chemnitz), M. Hajesch (BMW Group)<br />
C.F. Eckhardt (Vattenfall Europe)<br />
DER MINI E<br />
Neue Mobilität<br />
49
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Eckhard Fahlbusch<br />
Erneuerbare Energien<br />
als Basis<br />
Kommentar von Eckhard Fahlbusch, BEM-Beirat<br />
Derzeit fahren weniger als 50.000 Elektrofahrzeuge (Plug-<br />
In-Hybridfahrzeuge und Voll-Elektrofahrzeuge) auf Deutschlands<br />
Straßen - von insgesamt 48 Millionen Autos. Das soll<br />
sich laut Bundesregierung bis 2020 und darüber hinaus ändern.<br />
Damit künftig in Deutschland ein entsprechender Massenmarkt<br />
für Elektrofahrzeuge entstehen kann, sind neben<br />
der Förderung in den Bereichen Forschung und Entwicklung<br />
auch Kaufanreize für Elektrofahrzeuge zwingend erforderlich.<br />
Hier muss eine geeignete Kombination an Fördermöglichkeiten<br />
- gemeinsam finanziert von Politik und Industrie -<br />
geschaffen werden, die die Innovationskraft der deutschen<br />
Industrie noch weiter verbessert und das Käuferverhalten<br />
zielgerichtet lenkt - im Sinne der deutschen Volkswirtschaft.<br />
Ansonsten werden die deutschen Autohersteller ihre Elektrofahrzeuge<br />
insbesondere für China - den größten Neuwagenmarkt<br />
der Welt - entwickeln und produzieren. Die Vermarktung<br />
der Elektrofahrzeuge wird in China durch Förderprogramme<br />
im zweistelligen Milliardenbereich unterstützt. Der<br />
Zug ist bereits losgefahren, und China sitzt im Führerhaus.<br />
Noch kann Deutschland aufspringen.<br />
Elektromobilität ist in gesamtökologischer Hinsicht nur dann<br />
nachhaltig, wenn der Ladestrom grün ist. Um dieses Ziel zu<br />
erreichen, ist die Umstellung auf die Energiegewinnung aus<br />
erneuerbaren Ressourcen in Richtung 100% eine unabdingbare<br />
Voraussetzung. Das im Jahr 2010 von der Bundesregierung<br />
verabschiedete Energiekonzept für Deutschland zielt in<br />
diese Richtung. Danach soll u.a. der Anteil der Erneuerbaren<br />
Energien am Stromverbrauch bis 2020 auf 35%, und bis 2050<br />
auf 80% ausgebaut werden.<br />
Nach Fukushima haben die Bundesregierung und die Bundesländer<br />
im Juni 2011 gemeinsam beschlossen bis 2022 unumkehrbar<br />
aus der Atomenergie auszusteigen und auch die<br />
9 noch laufenden Atomkraftwerke bis dahin abzuschalten.<br />
Dass dies nicht auf einen Schlag erfolgt, sondern in einem<br />
klar festgelegten Stufenplan hat auch die Zustimmung der<br />
Opposition herbeigeführt. Der Atomausstieg - im gesellschaftlichen<br />
Konsens - wird von den wesentlichen Bereichen der<br />
deutschen Wirtschaft inzwischen als große Chance im globalen<br />
Umfeld gewertet. Starke Treiber können hieraus einen<br />
Exportschlager machen. Dies könnte eine weitere industrielle<br />
Erfolgsstory »Made in Germany« werden.<br />
So beabsichtigt z.B. Siemens sich weltweit von der Atomenergie<br />
zu trennen und zukünftig voll auf Erneuerbare Energien<br />
umzusteigen. Siemens sieht hier ein erhebliches Potential<br />
für die deutsche Wirtschaft in den Exportmärkten mit<br />
hohem Investitionswachstum insbesondere in Asien. Auch<br />
die Autohersteller beginnen in Erneuerbare Energien zu investieren<br />
und zeigen damit wie untrennbar eMobilität und<br />
Erneuerbare Energien zusammengehören - unter gesamtökologischer<br />
Betrachtung.<br />
Wenn deutsche »Global Player« durchstarten in ein neues<br />
Energie- und Mobilitätszeitalter kann viel erreicht werden.<br />
Deutsche Ingenieurkunst und 125 Jahre automobile Erfahrung<br />
können verbunden mit der Innovations- und Finanzkraft<br />
solcher Unternehmen die Marktpotentiale voll ausschöpfen.<br />
Für einen weltweiten Erfolg muss jedoch zuerst<br />
gezeigt werden, dass es in Deutschland möglich ist, Energie<br />
aus erneuerbaren Ressourcen intelligent und wirtschaftlich<br />
zu produzieren, zu speichern und zu verteilen. Hierbei muss<br />
der bisherige Anteil der Kernenergie schnellstmöglich CO 2-<br />
frei kompensiert werden. Technische Lösungen haben nur<br />
dann ein globales Vermarktungspotential, wenn sie nachweisbar<br />
funktionieren und wirtschaftlich sind. Für 2020 wird<br />
ein Umweltmarkt von 3 Billionen Euro weltweit vorausgesagt.<br />
Hierdurch wird die Umwelttechnik zur Leitindustrie. Es<br />
lohnt sich also.<br />
In der automobilen Zukunft werden sich in den kommenden<br />
Jahrzehnten die unterschiedlichen Antriebs- und Batterietechnologien<br />
im Wettbewerb gegenüberstehen. Diesen<br />
Wettbewerb werden wir auch über einen langen Zeitraum<br />
50 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - ECKHARD FAHLBUSCH<br />
zwischen den fossilen und Erneuerbaren Energieträgern und<br />
Energiespeichern sehen. Diese Technologievielfalt wird die<br />
jeweilige Qualität erheblich verbessern - auch zu Gunsten<br />
der Energieeffizienz und des Klimaschutzes. Vorausgesetzt<br />
der Wettbewerb ist fair. Hierfür müssen die Erneuerbaren<br />
Energien in geeigneter Form bis zu ihrer Wirtschaftlichkeit<br />
effizienzsteigernd gefördert werden.<br />
Im Rahmen der zu optimierenden Netzinfrastruktur gewinnt<br />
neben zukünftigen Langzeit-Großspeichern (z.B. Pumpspeicherwerke,<br />
Wasserstoffspeicher und Druckluftspeicher) auch<br />
die Energiespeicherung in Batterien weiter an Bedeutung.<br />
Sie werden also nicht nur als Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge<br />
benötigt sondern auch als Speichermedien für<br />
den grünen Strom im Rahmen dezentraler Lösungen.<br />
Wir dürfen aber nicht nur darüber reden und schreiben, sondern<br />
müssen endlich anfangen bereits vorhandene Lösungen<br />
auch in die Praxis umzusetzen. Wer kann und will auch<br />
in eigener Regie. So haben meine Frau und ich vor einigen<br />
Monaten einen ehemaligen Winzerhof an der Nahe erworben.<br />
Dieser wird derzeit energieeffizient umgebaut. Hierbei<br />
werden auch Photovoltaik und Solarthermie zum Einsatz<br />
kommen. Die Luft-Wärmepumpe, die Batteriemodule als<br />
Zwischenspeicher für den grünen Strom und die zugehörigen<br />
Wechselrichter werden gerade im Technikraum des frisch restaurierten<br />
Weingewölbekellers installiert. Zur Abrundung<br />
dieses Referenzobjektes wird der in den Batteriemodulen<br />
zwischengespeicherte Strom auch die für 2012 vorgesehene<br />
Solartankstelle versorgen - zur Aufladung des dann existierenden<br />
Stromers.<br />
Seit 1950 hat sich die Menschheit von 2,3 auf heute 7 Milliarden<br />
mehr als verdreifacht. Wir verbrauchen heute das<br />
1,3 fache von dem was die Erde zur Verfügung stellen kann.<br />
Bei den zu erwartenden 9 bis 10 Milliarden Menschen bis<br />
2050 wird es das Doppelte sein. Unter Berücksichtigung<br />
dieses Bevölkerungswachstums in Verbindung mit der industriellen<br />
Entwicklung in den Schwellenländern, können<br />
wir nicht immer mehr Wachstum erzeugen und hierbei überwiegend<br />
fossile Energieträger einsetzen. Ohne die Entwicklung<br />
und Anwendung neuer Technologien würden wir dann<br />
auch unsere technikbasierte Zukunft gefährden, spätestens<br />
nach dem die fossilen Energieträger verbraucht sind.<br />
Es ist unbestritten, dass sich Klima und CO 2-Gehalt in der<br />
Atmosphäre von Anbeginn mit drastischen Auswirkungen<br />
auf die Natur und seine Lebewesen verändert haben. Der<br />
Mensch ist jedoch heute die erste Spezies, die die Klimaänderungen<br />
und deren Auswirkungen bewusst wahrnimmt.<br />
Kennt der Mensch die Ursachen und die negativen Auswirkungen,<br />
dann kann er gegensteuern. Sind die Ursachen natürlich,<br />
müssen die negativen Auswirkungen aufgehalten<br />
werden. Resultieren die Ursachen jedoch aus menschlichem<br />
Handeln, muss diesem Handeln entgegengewirkt werden.<br />
Nach derzeitigen Kenntnissen ist letzteres wahrscheinlicher<br />
und kann durch die Umsetzung geeigneter technischer Lösungen<br />
in unserem Sinne verändert werden - auch um die<br />
Versauerung der Meere und die verheerenden Folgen für die<br />
Grundlagen des Lebens aufzuhalten<br />
Es ist nicht nur an der Zeit sondern längst überfällig, dass<br />
wir die wohl unerschöpfliche Energie der natürlichen Ressourcen<br />
im positiven Sinne zum Wohl aller effizient nutzen.<br />
Hierbei ist der Anblick von Kollektoren und Panels für Photovoltaik<br />
und Solarthermie sowie von Windrädern aus meiner<br />
Sicht keine Landschaftsverschandelung sondern die Visualisierung<br />
von natürlicher Energiegewinnung.<br />
Eckhard Fahlbusch<br />
BEM-Beirat<br />
www.fahlbusch-consulting.de
Elektromobilität & Erneuerbare energien - Jürgen Hüpohl<br />
Ideale Partner des<br />
postfossilen Zeitalters<br />
Jürgen Hüpohl<br />
Deutschland ist bei Erneuerbaren Energien weltweit ein<br />
Vorreiter. Angeschoben durch das Erneuerbare Energien-<br />
Gesetz hat die Nation eine Marke gesetzt und mit hochwertigen<br />
Technologien reüssiert. Der von der Bundesregierung<br />
forcierte Atomausstieg trägt seinen Teil dazu bei,<br />
dass Sonne, Wind oder Biomasse noch früher ans Steuer<br />
der Energieversorgung kommen. Doch was heißt das für die<br />
Elektromobilität? Kommt auch die Energiewende unter der<br />
Motorhaube dadurch schneller in Schwung?<br />
Dass Elektrofahrzeuge tatsächlich erst klimafreundlich sind,<br />
wenn der verwendete Strom erneuerbar ist, wird von keinem<br />
Experten bezweifelt. Doch so sehr in Politik, Wirtschaft<br />
und Gesellschaft bekannt ist, dass sich Elektromobilität und<br />
Erneuerbare Energien ideal ergänzen, so wenig folgen den<br />
Worten noch immer Taten. Der im Mai vorgelegte Bericht der<br />
NPE ist ein Beleg dafür. Die Vorschläge etwa von Umweltverbänden<br />
werden zwar gerne gehört, aber selten umgesetzt.<br />
Letztlich sei vieles gesteuert von den Big Playern der Automobilindustrie<br />
und Energieversorgung, so die Kritik. Dabei<br />
sieht nicht nur die Öko-Branche in Elektromobilität die große<br />
Chance, ein ähnliches Erfolgsmodell »Made in Germany«<br />
wie bei den Erneuerbaren Energien international zu platzieren.<br />
Das deutsche Netz bietet dafür grundsätzlich gute Voraussetzungen.<br />
Doch warum werden Erneuerbare weiterhin<br />
stiefmütterlich behandelt, wenn Rahmenbedingungen für<br />
eMobilität geschaffen werden?<br />
Die Angst, dass nicht genügend Ökostrom vorhanden sein<br />
wird, um obendrein Millionen Elektroautos damit zu beladen,<br />
kann es nicht sein. So rechnet das Bundesumweltministerium<br />
vor, dass eine Million Elektrofahrzeuge nur einen<br />
zusätzlichen Strombedarf von 0,3 Prozent des Gesamtvolumens<br />
benötigen. Das entspricht rund zwei Milliarden Kilowattstunden<br />
Strom, gegenüber mehr als 200 Milliarden, die<br />
man im Jahr 2020 durch Erneuerbare Energiequellen erwartet.<br />
Sollten am Ende zu kurz denkende, wirtschaftliche Interessen<br />
verhindern, dass die Ampel zeitnah auf Grün springt?<br />
Das wäre fatal. Die EE-Erfolgswelle bewirkt in Deutschland<br />
eine noch stärkere Kopplung von Verkehr und Energie. Der<br />
entscheidende Baustein dabei ist die Netzintegration.<br />
Sie macht den EE-Einsatz erst richtig sinnvoll und führt zu<br />
einem effizienten Wechselspiel zwischen Stromerzeugung,<br />
Versorgung und Mobilität. Ob Smart Grid, Smart Home oder<br />
V2G: Fahrzeuge mit Elektrizität als Treibstoff müssen intelligenter<br />
sein als die heutigen. Denn Mobilität 2.0 ist mehr<br />
als eine Fahrt von A nach B. Ein Elektrofahrzeug ist Teil des<br />
Versorgungssystems.<br />
Die Kommunikation rund ums Fahrzeug ist umso wichtiger<br />
als mit der Erhöhung des EE-Anteils Unwägbarkeiten und Risiken<br />
prinzipiell steigen. Das Wetter garantiert keinen gleichmäßigen<br />
Ertrag und Lastspitzen gefährden das Netz. Hier<br />
kann die Elektromobilität wichtige Dienste leisten und sich<br />
52 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien- JÜRGEN HÜPOHL<br />
»Deutschland hat bei guter Vorbereitung die Möglichkeit,<br />
zum Vorbild zu werden und international mit einem<br />
innovativen Modell tatsächlich klimafreundlicher<br />
Mobilität einen neuen Maßstab zu setzen.«<br />
durch Lastverschiebung positiv auf den Bedarf auswirken.<br />
Ein Auto nicht nur als Verbraucher, sondern auch als mobiler<br />
Speicher von überschüssigem EE-Strom. Ein Beispiel des<br />
Potenzials: Für sechs Millionen Fahrzeuge ergäbe sich 2030<br />
ein Speichervolumen von ca. 15 GWh.<br />
Die Stromtankstelle ist ein Knackpunkt. Immer häufiger werden<br />
öffentliche Ladesäulen aufgestellt. Das macht die Neue<br />
Mobilität greifbar und mag punktuell Versorgung ermöglichen,<br />
doch werden so flächendeckend Probleme gelöst?<br />
Nein, sagen Vertreter der Erneuerbaren und sprechen deshalb<br />
lieber von der Stromstelle als von der Stromtankstelle.<br />
Eine Diskussion einfacher Stromanschluss versus Ladesäule<br />
ist entbrannt. So oder so: Ob jemand sein Fahrzeug auf dem<br />
Firmenparkplatz, beim Einkaufen oder zu Hause auflädt, der<br />
Ladevorgang muss intelligent gesteuert, verbraucherfreundlich<br />
und einfach sein. Derzeit fehlen ganzheitliche Pläne für<br />
ein engmaschiges Netz einer Ladeinfrastruktur auf Basis<br />
Erneuerbarer, die zudem lokale und regionale Einflüsse sowie<br />
intermodulare Konzepte berücksichtigen.<br />
Letztlich könnten nicht nur Rahmenbedingungen bei technischen<br />
Standards die Diffusion der Elektromobilität fördern,<br />
sondern auch ökonomische Anreize. Koppeleffekte bieten<br />
sich an. Ein Teil der EE-Branche schlägt die »Innovationsförderung<br />
in Deutschland für Erneuerbare Elektromobilität«<br />
(kurz: I.D.E.E.) vor. Die Förderung bis zu 2 Cent pro kW/h<br />
soll in Abhängigkeit von der Zeit, die ein Fahrzeug am Netz<br />
hängt, berechnet und jährlich an den Besitzer ausbezahlt<br />
werden. Ein Konzept, dass die Bundesregierung nicht verfolgt.<br />
Bisher.<br />
Ein paar Maßnahmen wurden bereits auf den Weg gebracht:<br />
die Kfz-Steuerbefreiung für zehn Jahre oder die Mitbenutzung<br />
der Busspuren. Gedacht wird ferner an eigene Fahrspuren<br />
für Elektroautos oder kostenlose Parkplätze. Auch<br />
eine Nullemissions-Plakette, eine Fahrstromsteuer, neue<br />
Verkehrsschilder und Wechselkennzeichen stehen im Raum.<br />
Diese Förderinstrumente könnten die Akzeptanz unter den<br />
Autofahrern grundsätzlich verbessern, doch letztlich führt<br />
an der frühzeitigen Entwicklung der Netzintegration mit EE<br />
kein Weg vorbei. Elektromobilität und Erneuerbare Energien<br />
sind ideale Partner des postfossilen Zeitalters. Ihr Zusammenspiel<br />
ist komplex, doch gerade Deutschland hat bei<br />
guter Vorbereitung die Möglichkeit, zum Vorbild zu werden<br />
und international mit einem innovativen Modell tatsächlich<br />
klimafreundlicher Mobilität einen neuen Maßstab zu setzen.<br />
Jürgen Hüpohl<br />
Journalist und PR-Berater<br />
terramunda Public Relations<br />
www.terramunda.de<br />
Neue Mobilität<br />
53
Elektromobilität & Erneuerbare energien - eMobile Talk<br />
Smart Grids im energiepolitischen<br />
Diskurs<br />
Markus Emmert, BEM-Beirat und Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA Osborne Clarke<br />
Inwieweit müssen die Stromnetze modernisiert werden?<br />
Andrelang: Die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze<br />
ist eine Kernvoraussetzung für Smart Grid und eFlexibility.<br />
Die dezentrale Stromversorgung erfordert moderne<br />
und leistungseffiziente Leitungssysteme schon beim Endverbraucher.<br />
Die dena-Studien belegen deutlich den aktuellen<br />
Bedarf in Deutschland. Hier ist die Politik aufgerufen,<br />
Anreize für Investoren zu schaffen.<br />
Emmert: In Bezug auf den notwendigen Lastenausgleich<br />
sind vor allem die Netze zwischen Nord und Süd betroffen.<br />
Beim Einsatz von dezentralen Energieerzeugern bedarf es<br />
überwiegend der Steuer- und Regelbarkeit von außen.<br />
Welche Rolle spielen Stadtwerke, Unternehmen und Kommunen<br />
bei der Umsetzung von eFlexibility?<br />
Emmert: Stadtwerke können eine sehr große und wichtige<br />
Rolle übernehmen, denn sie sind die Schnittstellen der notwendigen<br />
Energieversorgung in Richtung Kombikraftwerk.<br />
Andrelang: Unternehmer leisten durch ihre Investitionen und<br />
innovativen Lösungen für technische Herausforderungen<br />
einen wichtigen Beitrag zur Etablierung von Smart Grid<br />
und eFlexibility. Städte, Gemeinden und private Anbieter<br />
schaffen darüber hinaus die Infrastruktur dafür.<br />
Wird der Verbraucher in Zukunft kurzfristig, kostenoptimiert<br />
und Stromanbieter unabhängig Energie beziehen und<br />
einspeisen können?<br />
Andrelang: Dies ist eine Kernvoraussetzung der Möglichkeiten<br />
von Smart Grid und eFlexibility. Zusätzlich wird eine flächendeckende<br />
Modernisierung des Stromnetzes, die Einführung<br />
von praktikablen Abrechnungssystemen beim Bezug<br />
von Strom und die notwendige Schaffung einer Lade- und<br />
Einspeiseinfrastruktur benötigt.<br />
Emmert: Mit intelligenten Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten<br />
ist dies bereits heute möglich. Es gilt nun,<br />
Anreize zu schaffen, um diese Entwicklung, die bereits noch<br />
in 2011 Realität werden wird, bundesweit umzusetzen und<br />
weiter zu beschleunigen.<br />
Wie können wir dazu beitragen, dass konventionelle Energieträger<br />
auf lange Sicht nicht mehr benötigt werden?<br />
Andrelang: Erforderlich ist der weitere und konsequente<br />
Ausbau der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien.<br />
Emmert: Für diese langfristig erfolgreiche Netzintegration<br />
der volatil verfügbaren Erneuerbaren benötigen wir eine bessere<br />
Kontrolle und präzise Prognosen der zu erwartenden<br />
Leistungen, um Netzüberlastungen zu vermeiden.<br />
54 Neue Mobilität
Elektromobilität & Erneuerbare energien - eMobile Talk<br />
In regelmäßigen Abständen laden wir Vertreter der unterschiedlichsten Branchen zum eMobile-<br />
Talk. Aufgrund der aktuellen energiepolitischen Diskussion haben sich die Teilnehmer der letzten<br />
Gesprächsrunde noch einmal zusammen gefunden, um ihren Diskurs auf Basis der aktuellen<br />
Entwicklungen fortzusetzen. Das Ergebnis ist eindeutig: eFlexibility kommt - und das schneller<br />
als gedacht. Thomas Aulenbacher führte die Diskussion mit Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA<br />
Osborne Clarke und Markus Emmert, BEM-Beirat und Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH.<br />
Müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen bzw.<br />
die derzeit geltenden Bestimmungen überarbeitet werden,<br />
um dieses intelligente »neue Energieversorgungsnetz« aufbauen<br />
zu können?<br />
Andrelang: Die Gesetzgebung muss an vielen Stellen die<br />
Grundlage für eine schnelle, effektive und praktikable Einführung<br />
von eFlexibility, Smart Grid und eMobilität schaffen.<br />
Dazu benötigen wir einen fairen Stromwettbewerb, die<br />
steuerliche Berücksichtigung von Investitionen in Stromnetze<br />
und dezentrale Stromerzeugungsanlagen sowie die<br />
Schaffung von Infrastrukturnetzwerken für eMobilität, insbesondere<br />
Ladesäulen an öffentlichen Orten.<br />
Wie werden die Endverbraucher davon profitieren?<br />
Emmert: Ein gut funktionierender Wettbewerb fördert den<br />
Ausbau, bringt Transparenz und bildet Preisstabilität. Das<br />
hat Vorteile für den Verbraucher beim »tanken« seines eCars<br />
aber auch im häuslichen Gebrauch von Energie.<br />
Andrelang: Durch eFlexibility wird der Endverbraucher vom<br />
reinen Abnehmer ohne Mitsprache zum mitgestaltenden<br />
Stromanbieter. Smart Grid ist Nachfrage orientiert und ermöglicht<br />
dem Verbraucher so die Möglichkeit, Strom flexibel<br />
und kostenoptimiert zu beziehen und auch wieder ins<br />
Stromnetz zurück zu speisen.<br />
Wann wird dieses Thema beim Verbraucher interessant?<br />
Andrelang: Smart Grid und eFlexibility setzen das Vertrauen<br />
aller beteiligten Akteure in die Machbarkeit und damit<br />
einen gesamtgesellschaftlichen Konsens voraus. Die<br />
aktuelle energiepolitische Entwicklung lässt dabei auf eine<br />
zügige Umsetzung hoffen.<br />
Emmert: Erste sinnvolle Kombi-Lösungen im Bereich Smart<br />
Grid, Smart Meter, nachhaltiger dezentraler Stromversorgung<br />
und intelligenten Stromverbrauchern werden noch in<br />
diesem Jahr angeboten.<br />
Welchen Stellenwert hat dabei die Elektromobilität?<br />
Andrelang: Die eMobilität wird eine der tragenden Rollen<br />
sein, um regenerativ erzeugten Strom zwischenspeichern zu<br />
können.<br />
Emmert: Eine der größten Herausforderungen wird es sein,<br />
generell den Strom überall speichern zu können. Einen großen<br />
Teil der Speicherkapazitäten können wir durch den Ausbau<br />
der eMobilität auf die Strasse verlagern.<br />
Dr. Christian Andrelang, LL.M. / Osborne Clarke<br />
christian.andrelang@osborneclarke.de<br />
Markus Emmert / BEM-Beirat<br />
markus.emmert@bem-ev.de<br />
Neue Mobilität<br />
55
1 Million eAutos verbrauchen nur<br />
0,3% der Gesamtstromproduktion<br />
Allein der prognostizierte Zubau Erneuerbarer Energien kann über<br />
40 Millionen Elektroautos mit nachhaltigem Strom versorgen.<br />
Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />
neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />
Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />
Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />
tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />
Bundesverband eMobile Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />
wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />
angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />
und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />
Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />
Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />
Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />
so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />
www.bem-ev.de<br />
Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen,<br />
BEM eMobile<br />
unser Fachbeirat<br />
Ticker<br />
und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />
Jetzt im App Store<br />
desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />
und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />
für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />
haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />
all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />
schnell so gut aufgestellt.<br />
Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />
und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />
und medialen Aufgaben.<br />
56 Neue Mobilität
ERSTE<br />
ELEKTRO<br />
FLOTTEN<br />
Fuhrparks. Flottenmanagement. Erfahrungsberichte.<br />
Neue Mobilität<br />
57
Erste Flotten - Fahrsicherheitstraining<br />
Premiere:<br />
Fahrsicherheitstraining für<br />
Elektroautos<br />
Interview mit Beate Schmucker, Car-Cycle-Consult<br />
Mit dem weltweit ersten Fahrsicherheitstraining für Elektroautos<br />
auf dem Fahrsicherheitsgelände in Bergheim bei Ingolstadt<br />
hat das Unternehmen Car-Cycle-Consult einen Meilenstein<br />
für Elektromobilität gesetzt. Fünfzehn Teilnehmer<br />
der Siemens AG waren dazu geladen, ihre bereits über drei<br />
Monate praktisch gesammelten Erfahrungen in einem speziell<br />
konzipierten Fahrtraining zu vertiefen.<br />
Wie bringen Sie den Teilnehmern den richtigen Umgang mit<br />
eAutos bei?<br />
Unter Leitung von BEM-Präsident Kurt Sigl, der jahrelang als<br />
Fahrsicherheitsinstruktor tätig war, haben die Teilnehmer im<br />
theoretischen Teil alles von der richtigen Sitzposition über<br />
die Lenkrad-Handhabung und Blickrichtung bis hin zur Trainings-Sprache<br />
gelernt, um für den praktischen Teil gewappnet<br />
zu sein. Unterstützt von Hans Fröhlich, Chefinstruktor<br />
auf dem Gelände in Bergheim, ging es nach der Theorie direkt<br />
ins Gelände.<br />
Das heißt neben der Theorie steht vor allem auch der Fahrspaß<br />
im Vordergrund?<br />
Selbstverständlich. Die grinsenden Gesichter unserer Teilnehmer<br />
werde ich so schnell nicht vergessen. Slalom, Ausweichen<br />
vor einem Hindernis und ein speziell aufgebauter<br />
Parcours mussten im Stromos von German E-Cars gemeistert<br />
werden. Natürlich stand auch eine Einführung in die Hochvolttechnik<br />
auf der Agenda. Wie und wo lade ich richtig und<br />
was sollte ich am Fahrzeug selbst lieber lassen. Alles keine<br />
Hexerei so das Resümee aller Teilnehmer. Daneben wurde<br />
die subjektive und objektive Wahrnehmung von eFahrzeugen<br />
dargestellt. Alle Teilnehmer konnten selbst feststellen,<br />
dass ein Diesel bei geringen Geschwindigkeiten zwar lauter<br />
als ein eAuto ist, aber auch, dass bis zu etwa 50 km/h das<br />
Abrollgeräusch der Reifen wesentlich lauter als der Motor<br />
selbst ist. Wichtige Erkenntnis für Alle: vorausschauender<br />
fahren und schon ist die Diskussion über gefährliche Elektrofahrzeuge<br />
nicht mehr von Relevanz.<br />
Wie zufrieden waren Sie und Ihre Teilnehmer?<br />
Wir haben uns angewöhnt nach den verschiedenen Trainings<br />
Evaluationsbögen herum zu geben, in denen wir die Teilnehmer<br />
bitten, das eben Erlebte kurz zu bewerten. Das Ersttraining<br />
für Elektrofahrzeuge wurde so gut bewertet, wie noch<br />
nie zuvor ein Pilottraining. Wir als Team waren dementsprechend<br />
sehr zufrieden. Wir freuen uns bereits jetzt auf weitere<br />
emobile Fahrsicherheitstrainings bei uns in Ingolstadt.<br />
Beate Schmucker / Fa. CCC Car-Cycle-Consult<br />
Weckenweg 54 / 85055 Ingolstadt<br />
Fon 0841 94 02 21<br />
58 Neue Mobilität
Erste Flotten - Opel<br />
Opel gibt Strom<br />
Der Opel Ampera im Praxistest<br />
© GM Corp. - Opel Ampera<br />
Während sich andere Autohersteller noch in Elektro-Flottenversuchen<br />
bemühen, bringt die Opel AG noch in diesem Jahr<br />
den Ampera in Deutschland auf den Markt - zu bestellen ab<br />
Juli 2011. Der Ampera gibt sich selbstbewusst und ausgereift<br />
- sowohl das Design als auch die Technik betreffend und stellt<br />
einen Quantensprung in die elektromobile Zukunft dar.<br />
Klar zur erkennen ist schon optisch, wohin der Weg bei Opel<br />
führen wird. Trotz der futuristischen Designmerkmale wurde<br />
auf Praktikabilität gesetzt. So finden bequem vier Erwachsene<br />
Platz und auch der Kofferraum ist dann mit ca. 350 Liter noch<br />
ausreichend, wenn auch nicht üppig bemessen. Einsteigen<br />
und sich wohl fühlen, dafür sorgen tolle Sitze und ein optisch<br />
sehr zukunftsorientiert gestalteter Innenraum in entsprechend<br />
hochwertiger Qualität. Klassischen Rundinstrumenten<br />
stehen Farbdisplay und Sensoren entgegen. Das vermittelt<br />
zwangsläufig ein bisschen Apple-Feeling und das ist gut so.<br />
Kurzer Knopfdruck, per Automatikhebel auf D und schon<br />
stromert der Ampera los. Lautlos, spritzig, dank 370 Newtonmeter<br />
Drehmoment und des einhundertfünfzig PS starken<br />
Elektromotors. Gespeichert wird die Energie in Lithium-Ionen-<br />
Akkus mit einem Speichervermögen von 16 Kilowattstunden,<br />
die schwerpunktgünstig im Unterboden des Fahrzeugs untergebracht<br />
sind. Damit wird eine rein elektrische Reichweite von<br />
50 km garantiert. Bei effizienter Fahrweise sind durchaus auch<br />
70 Kilometer drin. Geladen wird an der 230-Volt-Steckdose<br />
und schon nach vier Stunden kann wieder elektrisch gefahren<br />
werden. Daneben verfügt der Ampera außerdem über einen<br />
1,4-Liter-Benzinmotor, um auch lange Etappen zu bewältigen<br />
und den Kunden die „Reichweiten-Angst“ zu nehmen. Geht<br />
der Strom für die Batterie zur Neige, springt der Generator ein<br />
und liefert dann den notwendigen Strom für weitere Fortbewegung.<br />
Fazit: der Ampera überzeugt mit exzellenter Technik, schönem<br />
Design, praktischen Lösungen und tollen Fahreigenschaften.<br />
Ein Range Extender vom Feinsten. 2,0 Liter Verbrauch, CO2-<br />
Werte von ca. 50g und eine Höchstgeschwindigkeit von 160<br />
km/h.<br />
Weitere Informationen zum Opel Ampera finden Sie unter<br />
www.opel-ampera.com.<br />
Neue Mobilität<br />
59
Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />
eMobility - Marketing-Offensive<br />
Die Firma Next Generation Mobility (NGM) führt ein Pilotprojekt<br />
im Bereich eMobility-Sharing bei der Beratungsgesellschaft<br />
Barkawi Management Consultants durch. Ziel ist es,<br />
ein einfach zu bedienendes System mit hohen Akzeptanzwerten<br />
bei den Mitarbeitern zu etablieren.<br />
eMobility-Sharing - Unternehmen haben von eMobility heute<br />
den größten Nutzen<br />
Beim Kauf eines aktuellen eAutos muss man zur Zeit in<br />
Deutschland etwa 17.000 Euro mehr zahlen als für ein herkömmliches<br />
Fahrzeug. Um diese Differenz ohne jegliche Förderung<br />
kompensieren zu können, müsste ein eAuto bei den<br />
heutigen Kraftstoffpreisen über 310.000 Kilometer fahren -<br />
ein unrealistischer Wert.<br />
Aus Marketingsicht hat eMobility aber eine gewisse Magie.<br />
Die Presse nimmt innovative Vorstöße mit Interesse auf und<br />
auch die Bevölkerung assoziiert überwiegend Positives mit<br />
dem Thema. Wenn Unternehmen in eMobility investieren,<br />
können sie die Mehrkosten mit dem entstehenden Marketingeffekt<br />
verrechnen. Denn durch die Investition in eine eFlotte<br />
demonstrieren sie Nachhaltigkeit und Innovationskraft. Nachhaltiges<br />
Handeln wird immer mehr zum Kaufkriterium. Um den<br />
Marketingeffekt maximal nutzen zu können, muss nachhaltiges<br />
Handeln im Bereich Elektromobilität mit einem Kommunikations-<br />
und Nutzungskonzept untermauert werden:<br />
eFahrzeugen sieht man leider weder ihren innovativen Antriebsstrang<br />
an, noch weiß man, wem das Fahrzeug gehört.<br />
eBikes und eRoller eignen sich ebenso gut für Marketingzwecke<br />
wie eAutos und sind dabei deutlich günstiger, schneller<br />
im Stadtverkehr und - bei entsprechendem Design - sogar<br />
noch auffälliger.<br />
Der Pilot - eMobility für Mitarbeiter mit Marketing- und<br />
Motivations-Effekt<br />
Einige Unternehmen haben bereits in eFahrzeuge investiert<br />
und festgestellt, dass nach der komplizierten Fahrzeugbeschaffung<br />
die Probleme erst richtig anfangen. Wer kümmert<br />
sich um die Verwaltung der Schlüssel und Fahrtenbücher?<br />
Sind die Fahrzeuge ausreichend versichert? Was sagt der<br />
Fiskus zum geldwerten Vorteil? Wollen die Mitarbeiter überhaupt<br />
die Fahrzeuge nutzen und wie motiviert man sie damit<br />
Dienstfahrten vorzunehmen?<br />
Um Antworten zu finden, pilotiert die Next Generation Mobility<br />
KG (NGM) ein System, das mit einer Buchungssoftware<br />
und automatischen Schlüsselschränken ein autarkes Rückgrat<br />
des eMobility-Sharing darstellt. Es handelt sich nicht<br />
um den klassischen Dienstwagen, sondern um einen kleinen<br />
Fahrzeug-Pool für alle Mitarbeiter. Dabei sind die eFahrzeuge<br />
so gestaltet, dass sie der Betreiberfirma Barkawi eindeutig zugeordnet<br />
werden können und als eFahrzeuge erkennbar sind.<br />
Leasing, Service, Versicherungen und Marketing-Maßnahmen<br />
werden auf das Unternehmen zugeschnitten. Vor allem muss<br />
aber die Bedienbarkeit des Systems sehr einfach sein und<br />
die Fahrzeuge jedem Nutzer Spaß machen. eMobility ist keine<br />
Frage des Verzichtes, sondern mit dem richtigen System<br />
ein zeitgemäßer, nachhaltiger Spaßfaktor.<br />
Ausblick und Aufruf<br />
Nach der erfolgreichen Testphase werden weitere Firmen am<br />
NGM-Standort in München in das Konzept integriert und der<br />
Fahrzeugpool erweitert. In Kooperation mit Solarunternehmen<br />
werden Solar-Anlagen für 100 Prozent grünen Strom in<br />
das System integriert. Außerdem bietet die Next Generation<br />
Mobility KG Unternehmen, Städten und Kommunen alle Komponenten<br />
an, die für die Umsetzung notwendig sind. Dabei<br />
geht NGM auch den letzten Schritt und unterstützt nicht nur<br />
den Aufbau, sondern auch den erfolgreichen Betrieb einer<br />
eFlotte mit einem Motivationssystem für Mitarbeiter.<br />
Tim Ruhoff / Next Generation Mobility KG<br />
tim.ruhoff@nextgm.com<br />
60 Neue Mobilität
Erste Flotten - Barkawi<br />
Elektromobilität elektrisiert<br />
auch die Logistik<br />
Der ePraxistest<br />
Im Transportwesen werden unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen<br />
die tatsächlichen Total Costs of Ownership<br />
beim Betrieb eines Nutzfahrzeuges nicht erfasst: So<br />
sind beispielsweise die Kosten für CO2-Emissionen nicht in<br />
der Gesamtrechnung berücksichtigt. Nach Angaben der Internationalen<br />
Energieagentur (IEA) ist der Transportsektor in<br />
den OECD-Ländern aber für 30 Prozent der CO2-Emissionen<br />
weltweit verantwortlich, wobei 23 Prozent auf den Straßentransportbereich<br />
entfallen.<br />
Die Logistik hat jedoch nicht nur einen signifikant hohen Anteil<br />
an den gesamten CO2-Emissionen, sondern ist auch anfällig<br />
für Kostensteigerungen: Kraftstoffkosten machen beim<br />
LKW-Transport heute schon einen Anteil von 33 Prozent an<br />
den gesamten Transportkosten aus, Tendenz steigend. Eine<br />
CO2-Besteuerung könnte zudem zu einer hohen Belastung<br />
für Flotten und Firmen führen.<br />
eMobility kann hierfür eine Lösung bieten, wenn es gelingt,<br />
die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge durch sinnvolles<br />
Ausnutzen der Vorteile zu kompensieren. So lässt sich<br />
durch den Einsatz eines elektrisch betriebenen 8-Sitzers/<br />
Kleintransporters bei einer Laufleistung von 18.000 km im<br />
Jahr 1.500 Euro an Treibstoffkosten gegenüber einem Dieselfahrzeug<br />
einsparen.<br />
Vor allem die Reichweite und die Ladedauer beschränken<br />
grundsätzlich die Einsatzmöglichkeiten von eMobility im<br />
Nutzfahrzeugbereich beim aktuellen Stand der Technik. Berücksichtigt<br />
man diese Einschränkungen, ergeben sich vor<br />
allem zwei potenzielle Einsatzgebiete für elektrisch betriebene<br />
Nutzfahrzeuge:<br />
1. Innerstädtische Feinverteilung (Citylogistik)<br />
Der Einsatz im Bereich der innerstädtischen Feinverteilung<br />
von Waren mit Fahrzeugen der Kategorie »Transporter« oder<br />
»Sprinter« aus einem Güterverteilzentrum (GVZ) könnte<br />
durch den Aspekt eMobility neuen Auftrieb gewinnen.<br />
2. Werksverkehr<br />
Der Schwerpunkt liegt hier im Einsatz verschiedener Fahrzeugtypen<br />
vom PKW über Personentransporter, Transporter,<br />
Pritschenwagen bis zur Zugmaschine auf großen Werksgeländen,<br />
wie sie beispielsweise in der Chemieindustrie<br />
anzutreffen sind. Dort sind die Fahrstrecken begrenzt, der<br />
Lebenszyklus der Fahrzeuge ist tendenziell länger als im<br />
Straßenbetrieb und über feste Standzeiten und -orte lassen<br />
sich standardisierte Ladezyklen und -zeiten realisieren.<br />
Der ePraxistest - Kann eMobilität auch in der Logistik einen<br />
Mehrwert bieten?<br />
Entgegen der weit verbreiteten Meinung »Wir müssen noch<br />
ein paar Jahre warten, bis die Fahrzeuge erschwinglich sind«<br />
geht es beim ePraxistest Logistik darum, den Mehrwert des<br />
Einsatzes elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge heute aufzuzeigen.<br />
Barkawi Management Consultants untersucht in<br />
Feldversuchen die Alltagstauglichkeit aktuell verfügbarer<br />
Elektronutzfahrzeuge im Logistikeinsatz. Die Fallstudien bestehen<br />
jeweils aus drei Teilen:<br />
1. Erfassung der Nutzungsprofile der aktuell im Einsatz befindlichen<br />
konventionellen Fahrzeugflotte nach Fahrzeugtyp<br />
mittels GPS-Tracking<br />
2. Mehrwöchiger exemplarischer Testeinsatz von Elektrofahrzeugen<br />
im Alltagsbetrieb<br />
3. Kosten-/Nutzenrechnung für den punktuellen oder großflächigen<br />
Einsatz einer Elektroflotte im Alltagsbetrieb<br />
Das Ergebnis des ePraxistests zeigt auf, in welchen Bereichen<br />
die heute verfügbaren eFahrzeuge genutzt werden können,<br />
ohne Mehrkosten für das Unternehmen zu verursachen.<br />
Außerdem soll festgestellt werden, ob eine Kostendifferenz<br />
durch innovative Nutzungskonzepte wie Fahrzeug-Pooling<br />
und den Einsatz moderner Software ausgeglichen werden<br />
kann.<br />
In einem ersten Feldversuch untersucht Barkawi bis September<br />
die Werksflotte eines großen, deutschen Chemieunternehmens.<br />
Hierzu zeigt das Beratungsunternehmen Anwendungsfelder,<br />
bei denen sich eMobility heute schon lohnt<br />
bzw. errechnet, wie groß die Differenz bei den Total Costs of<br />
Ownership gegenüber konventionellen Fahrzeugen derzeit<br />
noch ist. Die Ergebnisse werden zum Deutschen Logistikkongress<br />
der Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Oktober<br />
2011 in Berlin von Barkawi veröffentlicht.<br />
Frank Reichert / Tim Ruhoff<br />
Barkawi Management Cosultants<br />
frank.reichert@barkawi.com<br />
tim.ruhoff@barkawi.com<br />
Neue Mobilität<br />
61
Erste Flotten - EDAG<br />
Die Kraft der<br />
zwei Antriebe<br />
Die Steigerung von zugelassenen Elektrofahrzeugen auf<br />
eine Million bis 2020 ist ein erklärtes Ziel des »Nationalen<br />
Entwicklungsplan Elektromobilität«. Ein anspruchsvolles aber<br />
auch realisierbares Ziel. Der Hybridantrieb ist schon heute<br />
eine wichtige Brücke zwischen Verbrennungsmotoren und<br />
rein elektrischem Antrieb.<br />
Einen (Effizienz-)Schritt weiter geht die EDAG Group. Mit<br />
Blick auf die geänderten Anforderungen des modernen<br />
Verteilerverkehrs präsentierte der weltweit größte unabhängige<br />
Entwicklungpartner der Mobilitätsindustrie das Konzept<br />
eines modularen Elektroantriebs zum Nachrüsten. Das System<br />
»EDpowerdrive« wurde als hocheffiziente Brückentechnologie<br />
realisiert, welche schon heute in Kleinserien zum Einsatz<br />
kommen könnte.<br />
Die Antwort für geänderte Anforderungen des Verteilerverkehrs<br />
Große Verteilzentren werden - auch bedingt durch gestiegene<br />
Lärm- und Platzanforderungen - verstärkt dezentral<br />
an Stadtrandlage angesiedelt. Der daraus entstehende<br />
Zubringer- und Verteilerverkehr in die Innenstädte<br />
und Wohngebiete steht konträr eines modernen Umweltund<br />
Verkehrsbelastungsgedankens. Hier wird ein energieeffizienter<br />
Lösungsansatz schon bei mittelgroßen urbanen<br />
Einsatzgebieten angeboten.<br />
Immer »passend« motorisiert<br />
Das modulare System »EDpowerdrive« ermöglicht erstmals<br />
einen bivalenten Fahrzeugantrieb mit fossilen Brennstoffen<br />
sowie mit elektrischer Energie - letzteres unabhängig<br />
vom bestehenden Serienantrieb. Der im vorgestellten<br />
Trägerfahrzeug im Originalzustand belassene Dieselmotor<br />
garantiert einen höchst effizienten Einsatz auf Autobahnen<br />
und Bundesstraßen. Den abgasfreien und geräuscharmen<br />
Einsatz in Wohngebieten und Stadtverkehr übernimmt der<br />
neu entwickelte elektrische Antrieb.<br />
Die (effiziente) Kraft der zwei Antriebe<br />
Im Unterschied zu bekannten Systemen behält der Fahrer<br />
die Möglichkeit zur Selbstbestimmung des Antriebes. Das<br />
als Nachrüst-Kit konzipierte System funktioniert entkoppelt<br />
vom konventionellen frontbetriebenen Antriebssystem. Im<br />
Dieselbetrieb überträgt nach wie vor die Vorderachse die<br />
Kraft auf die Straße. Ein im Laderaum integriertes Batterie-<br />
Paket überträgt die angeforderte Energie über eine eigene<br />
Antriebseinheit auf die Hinterachse. Mit einer anvisierten<br />
Reichweite von bis zu 100 Kilometern und einer realisierbaren<br />
62 Neue Mobilität
Erste Flotten - EDAG<br />
Höchstgeschwindigkeit von bis zu 65 km/h im reinen<br />
Elektrobetrieb ist ein überzeugender Aktionsradius für den<br />
urbanen Einsatz geschaffen worden. Die gleichzeitig realisierte<br />
kompakte Bauweise des Systems garantiert eine gute,<br />
verbliebene Zuladungskapazität.<br />
Interne Berechnungen zeigen anhand untersuchter anwenderspezifischer<br />
Fallbeispiele CO2-Einsparungen von bis zu<br />
70% pro Arbeitstag beim zielorientierten Einsatz beider<br />
Antriebssysteme. Auch auf der Kostenseite überzeugt eine<br />
Einsparmöglichkeit von annähernd 50% pro Arbeitstag. Und,<br />
last but not least: Durch den geräuscharmen Antrieb ist eine<br />
zusätzliche Übernahme von Verteileraufgaben in Innenstädten<br />
und Wohngebieten auch nachts gewährleistet.<br />
Zurzeit befinden sich zwei Prototypen erfolgreich im Testbetrieb.<br />
Sie könnten der Startschuss sein, um künftig ganze<br />
Flotten von leichten Verteilerfahrzeugen, Transportern oder<br />
Taxen mit einem kompakten nachrüstbaren Elektroantrieb<br />
zu übernehmen.<br />
Heiko Herchet<br />
Leiter Kompetenzzentrum Elektromobilität<br />
EDAG GmbH & Co.KgaA<br />
heiko.herchet@edag.de<br />
www.edag.de<br />
www.edag-light-car.de<br />
Neue Mobilität<br />
63
Erste Flotten - German e-cars<br />
Moderne Mobilität bewegt<br />
Elektrisch, effizient und alltagstauglich<br />
Umweltfreundlichkeit ist in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit.<br />
Ebenso selbstverständlich kann es sein,<br />
diese ökologisch sinnvolle Denkweise etwa innerhalb eines<br />
Fuhrparks einzusetzen. Etwaige Zweifel hinsichtlich Alltagstauglichkeit<br />
und Effizienz emobiler Fahrzeuge können dabei<br />
außer acht gelassen werden: German E-Cars sei Dank. Das<br />
nordhessische Unternehmen beweist seit 2009, dass eine<br />
wirksame Serienreife in der Elektromobilität möglich ist.<br />
Und diese Serienreife ist nicht nur möglich, sondern auch<br />
höchst vielfältig. Neben dem bewährten STROMOS stehen<br />
ab Sommer und Herbst auch ein PKW auf Corsa-Basis und<br />
der Transporter PLANTOS auf der Basis des Sprinters als Serienfahrzeuge<br />
bereit.<br />
Vielfalt, Bandbreite und Flexibilität ist wichtig für German<br />
E-Cars, wie Geschäftsführer Frank Laaber bestätigt: »Der<br />
universelle Gedanke hat bei uns einen hohen Stellenwert.<br />
Bereits in der Entwicklung achten wir auf die Flexibilität unserer<br />
eFahrzeuge. Ob wir eigene Produkte auf den Markt<br />
bringen, in einen bestehenden Prozess einsteigen und bei<br />
dessen Optimierung helfen, Eigenkomponenten voranbringen,<br />
Prototypen konzipieren oder bei der Finanzierung eines<br />
Fuhrparks beraten - als technischer Vorreiter sind wir<br />
bestrebt bereits heute vielseitige Lösungen anzubieten, die<br />
woanders erst morgen zum Tragen kommen.«<br />
German E-Cars steht damit für eine moderne und innovative<br />
Vorreiter-Firmenpolitik, deren offene Denkweise besonders<br />
den Kunden zu Gute kommt. »Unsere Zielgruppen erstrecken<br />
sich über ein weites Feld. Junge urbane Singles, Familien,<br />
Kommunen und Unternehmen, aber auch umweltbewusste<br />
Fuhrparkbetreiber profitieren bereits von unseren Produkten.<br />
Dieser Effekt wird sich durch die diesjährige Einführung<br />
des PLANTOS und des eAutos auf Corsa-Basis verstärken.<br />
Dabei muss sich der Kunde nicht auf unsere Fahrzeuge beschränken.<br />
Durch Know-how, Innovationsbereitschaft und<br />
unser technisches Leistungsvermögen sind wir in der Lage<br />
flexibel und individuell auf alle Arten von Anforderungen zu<br />
reagieren«, so Frank Laaber.<br />
Diese Anforderung kann auch die Möglichkeit der elektrischen<br />
Schnellladung sein - ein weiterer Pluspunkt des Vorreiter-Denkens,<br />
der bereits die Mitglieder der Vorreiter-Familie,<br />
Unternehmen wie Siemens, Allianz und BASF, überzeugt hat.<br />
Und natürlich in Frankfurt auf der IAA:<br />
der klassische STROMOS, das eMobil auf Corsa-Basis und<br />
der PLANTOS auf Sprinter-Basis.<br />
Weitere Highlights kann man regelmäßig auf<br />
www.german-e-cars.de abrufen.<br />
64 Neue Mobilität
Erste Flotten - Athlon Car lease<br />
Vorsprung durch Praxis<br />
eFlotte von Athlon Car Lease Germany<br />
Die Fahrzeuge müssen mindestens 500 Kilometer Reichweite<br />
haben. Sie müssen innerhalb von fünf Minuten betankt<br />
sein. Erst müssen mindestens 15.000 Tanksäulen in<br />
Deutschland zur Verfügung stehen. Dann, erst dann, könne<br />
Elektromobilität starten. So lauteten die Einwände. Das war<br />
vor einem Jahr, als Athlon Car Lease als eine der ersten Leasinggesellschaften<br />
in Deutschland die ersten Elektroautos<br />
an gewerbliche Fuhrparks verleaste. Die Bedenken in den<br />
Unternehmen waren anfangs groß. Mittlerweile sind sie auf<br />
das normale Maß geschrumpft - nämlich auf den Wunsch<br />
nach einem größeren Kofferraum. Mehr nicht.<br />
Das ist ein Ergebnis unserer ersten »Versuchsreihen«, die<br />
nun abgeschlossen sind. Während anderswo noch Elektromobilität<br />
als »exotische« Fortbewegung ausprobiert wird,<br />
haben die Elektrofahrzeuge in unserer Flotte bereits ihre<br />
Praxistauglichkeit in Unternehmensflotten unter Beweis gestellt.<br />
Elektromobilität ist - zumindest bei Athlon Car Lease -<br />
keine Spaß- oder PR-Runde, sondern bereits in der Realität<br />
angekommen. Wir begreifen eMobilität als unternehmerische<br />
Herausforderung - und haben bereits einen strategischen<br />
Vorsprung erreicht. Von den 1,03 Millionen PKW, die<br />
in Deutschland in den ersten vier Monaten des Jahres 2011<br />
verkauft wurden, waren gerade mal 4.891 Fahrzeuge oder<br />
0,5 Prozent mit elektrischen und teilelektrischen Antrieben.<br />
Auf die reinen Elektroautos entfielen im Zeitraum Januar bis<br />
April 2011 nur 785 Zulassungen. Allein 120 davon - also 15,3<br />
Prozent - der Zulassungen gingen auf das Konto von Athlon<br />
Car Lease Germany. (Gerechnet auf den Gesamtbestand von<br />
2.307 reinen Elektrofahrzeugen in Deutschland beträgt der<br />
Flotten-Anteil von Athlon Car Lease 5,2 Prozent). Somit unterhält<br />
das Leasingunternehmen die mit Abstand größte heterogene,<br />
elektrische Leasingflotte in Deutschland und verfügt<br />
damit über 500.000 Kilometer elektrische Erfahrungen.<br />
Tendenz steigend - denn mit Elektrofahrzeugen lassen sich<br />
Flottenemissionen effektiv senken. Damit unsere Kunden<br />
erneuerbar erzeugten Strom tanken können, haben wir entsprechende<br />
Rahmenverträge mit Stromanbietern unterzeichnet.<br />
So ist es Stand heute möglich, dass die Fahrzeuge mit<br />
Null Emissionen auf Deutschlands Straßen unterwegs sind.<br />
Aber wir bewegen uns noch viel weiter. Denn es geht nicht<br />
nur um Masse, sondern auch um Klasse - also um Nachhaltigkeit.<br />
Darum sind wir an einem der innovativsten Projekte<br />
im Automobilsektor beteiligt - der Streetscooter GmbH.<br />
Athlon Car Lease verstärkt das Forschungs- und Industriekonsortium<br />
als Mit-Gesellschafter und ist damit der erste<br />
internationale Fahrzeug-Leasing und Mobilitätsanbieter, der<br />
direkt am Bau eines Elektroautos beteiligt ist.<br />
66 Neue Mobilität
Erste Flotten - athlon car lease<br />
Mit dem Investment wollen wir die Entwicklung nachhaltiger<br />
Mobilität vorantreiben und wegweisende Geschäftsmodelle<br />
für Elektromobilität in einem Wettbewerbsmarkt erarbeiten.<br />
Für das Leasingunternehmen ist die Beteiligung ein weiterer<br />
Meilenstein auf dem Weg zum nachhaltigen Mobilitätsprovider.<br />
Die Beteiligung an der Streetscooter GmbH sichert<br />
schon jetzt den Zugriff auf die Fahrzeuge, um sie im eigenen<br />
Flottenversuch zu testen.<br />
Doch zunächst »bauen« wir gemeinsam mit namhaften, mittelständischen<br />
Autozulieferern das erste originäre Elektrofahrzeug<br />
der Welt. Bisher ist es so, dass Elektroantriebe<br />
in Chassis, die eigentlich für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />
konzipiert wurden, eingebaut werden, sogenannte<br />
»Conversion Cars«. Das Fahrzeug »Concept Zeitgeist« ist<br />
nicht nur das erste Fahrzeug, das extra für Elektromobilität<br />
konstruiert wird, sondern auch das erste, das einen neuen,<br />
zukunftsweisenden Wert transportiert: Nachhaltigkeit. Denn<br />
mit Elektromobilität ist eine einmalige Chance verbunden:<br />
Mobilität könnte in jeder Phase nachhaltig werden. Denn es<br />
reicht nicht, ein Auto mit »Ökostrom« zu betanken, sondern<br />
es sollte auch nach ökologischen Maßstäben hergestellt und<br />
betrieben werden. Das Auto muss wettbewerbsfähig sein,<br />
ohne dass die Umwelt einen Preis dafür zahlt.<br />
Denn Elektromobilität wird die gängigen Geschäftsmodelle<br />
verändern - in den Innenstädten werden zum Beispiel Parkplätze<br />
an »Zero-Emissionen-Fahrzeuge« gekoppelt sein.<br />
Die könnten gleich mit verleast werden. Genau so wie eine<br />
Applikation für Mobiltelefone, die freie Parkplätze in großen<br />
Städten avisiert - denn das »Concept Zeitgeist« wird vernetzt<br />
unterwegs sein. In Städten wie Hamburg oder Amsterdam<br />
wären solche Parkplatz-Router der Renner. Denn auch<br />
damit beschäftigen wir uns: keine Insellösungen begrenzt<br />
auf Deutschland zu schaffen, sondern gleich europataugliche,<br />
wirtschaftliche Business-Modelle. Als international aufgestelltes<br />
Leasingunternehmen verfügen wir über gute Ausgangsbedingungen<br />
- schon jetzt haben wir Rahmenverträge<br />
mit einem Stromanbieter ratifiziert, der ein international<br />
aufgestelltes Netz mit Schnell-Ladepunkten aufbauen will -<br />
zunächst in den Beneluxländern, später in ganz Europa. Das<br />
Fahrzeug »Concept Zeitgeist« kann also aufgetankt werden.<br />
Es wird gedanklich nicht vor Grenzen haltmachen - sondern<br />
sie weit überschreiten.<br />
Doch wie sich gegen Billigtrends auf Kosten der Umwelt<br />
durchsetzen? Hier ist die Erfahrung einer Leasinggesellschaft<br />
gefragt. Dazu mobilisieren wir unsere jahrzehntelangen<br />
Erfahrungen mit individueller Fortbewegung - denn<br />
wir kennen das Muster von automobilen »Bewegungen«<br />
wie kaum jemand. Wir wissen um die individuellen Mobilitätsansprüche<br />
tausender Menschen. Damit sind wir prädestiniert<br />
dafür, neue Business-Modelle für eine wirtschaftlich<br />
attraktive, nachhaltige Nutzung für das Fahrzeug »Concept<br />
Zeitgeist« zu entwickeln. Da die Vermeidung von CO2 ganz<br />
oben auf der Agenda von Athlon Car Lease steht, wollen wir<br />
gemeinsam mit Streetscooter vor allem an emissionsfreien,<br />
nachhaltigen Mobilitätsangeboten arbeiten.<br />
Zumal Elektromobilität ein Teil unserer Nachhaltigkeitsoffensive<br />
ist. Begonnen hatte diese Nachhaltigkeitsoffensive mit<br />
Unterzeichnung des Cleaner Car Contracts zur freiwilligen<br />
Reduktion von CO2 im Flottengeschäft durch Fokussierung<br />
auf verbrauchsarme Fahrzeuge - bis hin zu Zero-Emissionen-<br />
Autos. Zur Erreichung der Ziele haben wir einen Fünf-Stufen-<br />
Plan entwickelt. Vermeidung von Autofahrten, Bildung von<br />
Fahrgemeinschaften gelten als Grundvoraussetzungen, um<br />
das Klima zu schonen. Dann folgen die ökologische Fahrzeugwahl<br />
und das ökologische Fahrverhalten. Stufe fünf steht für<br />
die Kompensation von Emissionen. Für alle Mobilitätsstufen<br />
will Athlon Car Lease wirtschaftlich nachhaltige Dienstleistungen<br />
entwickeln. Die Beteiligung an Streetscooter wird die<br />
Entwicklungs- und Innovationskompetenz weiter voran bringen<br />
und damit zukünftige Marktchancen eröffnen.<br />
René Roeder ist verantwortlich für die Entwicklung von<br />
eMobilität bei Athlon Car Lease Germany.<br />
www.athloncarlease.com<br />
Neue Mobilität<br />
67
Erste Flotten - Grimmheimat Nordhessen<br />
eMobilität im Tourismus<br />
GrimmHeimat NordHessen<br />
Die Tourismusregion GrimmHeimat NordHessen betreibt das<br />
größte hessische Netz für den Verleih von eBikes und damit<br />
gleichzeitig auch das drittgrößte in Deutschland.<br />
»Urlaub im Mittelgebirge verbindet sich optimal mit den<br />
Anforderungen an sanften Tourismus und sanfte Mobilität«,<br />
erläutert Ute Schulte, Tourismusmanagerin im Regionalmanagement<br />
Nordhessen. »Naturnahe Aktivitäten wie<br />
Wandern, Radfahren, Wassersport und Reiten kombinieren<br />
wir mit ökologisch sinnvollen Transport-Alternativen. Dazu<br />
ist die enge Verzahnung von touristischen Angeboten und<br />
ÖPNV eine wichtige Voraussetzung.«<br />
Die Einführung des eBike-Netzes im Jahr 2010 war ein wichtiger<br />
Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Tourismusregion.<br />
Koordiniert durch das Regionalmanagement NordHessen<br />
sind derzeit 59 Verleih-und Akkuwechselstationen mit über<br />
120 eBikes im Einsatz. Sie ermöglichen Gästen und Einheimischen<br />
mit elektrisch unterstützter Muskelkraft durch die<br />
nordhessische Landschaft zu radeln. Immer mehr Genussradler<br />
erkennen die Vorteile der eBikes in der hügeligen<br />
Mittelgebirgsregion.<br />
Seit dem Frühjahr 2011 gibt es parallel die Möglichkeit, mit<br />
elektrisch betriebenen Segways die Region rund um den<br />
Edersee sowie im Burgwald-Ederbergland zu erkunden. Dieses<br />
Angebot spricht vor allem jüngere Zielgruppen an und<br />
eröffnet diesen einen neuen Zugang zu Naturerlebnissen<br />
und landschaftsbezogenen Aktivitäten.<br />
Im nächsten Schritt wird die Tourismusregion ihren Gästen<br />
das Mieten von eAutos ermöglichen. In Kooperation mit dem<br />
nordhessischen Hersteller German E-Cars ist der Aufbau von<br />
Mietstationen in touristisch relevanten Orten geplant. Das<br />
Angebot richtet sich vor allem an Gäste, die mit öffentlichen<br />
Verkehrsmitteln anreisen aber auch an Gäste, die das Trendthema<br />
Elektromobilität einmal ausprobieren möchten. Von<br />
Schnupperstunden bis hin zu mehrtägigen Angeboten - inklusive<br />
Tourenempfehlungen - reicht das Angebot. Ein Netz von<br />
Ladestationen im öffentlichen Raum sowie in Freizeiteinrichtungen<br />
wie dem Nationalparkzentrum Kellerwald-Edersee<br />
ermöglicht komfortable Mobilität und hohe Reichweiten bei<br />
der Erkundung der touristischen Angebote.<br />
Die Tourismusregion reagiert mit dem neuen Angebot auf<br />
den demographischen Wandel und den damit einhergehenden<br />
Trend zu gesundheitsorientierten und nachhaltigen Angeboten.<br />
Bereits heute sind 25% der Bevölkerung älter als<br />
60 Jahre, Tendenz steigend. Diese Zielgruppe gilt als konsumfreudig,<br />
qualitätsorientiert und umweltbewusst. Bis zu 40%<br />
des Gesamtkonsums der über 60-jährigen entfallen auf den<br />
Bereich Gesundheit, etwa 15% auf den Bereich Tourismus.<br />
Davon will die GrimmHeimat NordHessen profitieren.<br />
Ute Schulte / NordHessen Touristik<br />
schulte@regionnordhessen.de<br />
www.nordhessen.de<br />
68 Neue Mobilität
CPM<br />
Geballte Power für E-Mobility<br />
CPM bietet die kompaktesten und effizientesten<br />
Elektroantriebe der Welt – „made in Germany“.<br />
Unsere ultrakompakten und hocheffizienten Power<br />
Packs mit einer Leistung von 500 W bis 100 kW<br />
bestehen aus einem bürstenlosen Synchronmotor<br />
und einer vollintegrierten Ansteuerelektronik.<br />
Besonders gut geeignet für alle Arten von Fahrzeugen,<br />
batteriebetriebenen Anwendungen und<br />
zur hocheffizienten Energiegewinnung.<br />
Light Electric Vehicles<br />
Nebenaggregate in Fahrzeugen<br />
Hocheffiziente Generatoren<br />
CPM Compact Power Motors GmbH | Feringastrasse 11 | 85774 Unterföhring, Germany | T: +49 89 2872468 50 | F: +49 89 2872468 750 | www.cpmotors.eu
Erste Flotten - DB Fuhrpark<br />
Umweltfreundlich mit<br />
Elektroautos<br />
Carsharing mit e-Flinkster<br />
Nachhaltige Klimastrategien und die starke Abhängigkeit<br />
vom Erdöl erzwingen einen grundlegenden Wechsel von<br />
fossilen zu post-fossilen Energieträgern. Hoher Flächenverbrauch,<br />
lokale und globale Emissionen und verlärmte Straßen<br />
setzen dem Zuwachs der Automobilflotten in Ballungsräumen<br />
zunehmend Grenzen. Weltweit wird an neuen und<br />
nachhaltig wirksamen Mobilitätskonzepten für Ballungsräume<br />
gearbeitet.<br />
Elektrofahrzeuge erhalten in diesem Kontext ihre Bedeutung,<br />
weil sie die Abhängigkeit von Öl als Energieträger auflösen,<br />
hohe Wirkungsgrade und Energieeffizienzen garantieren<br />
und eine sehr gute technische Performance bieten können.<br />
Sie eignen sich außerdem als zusätzliche Energiespeicher<br />
zur Aufnahme von Erneuerbaren Energien und bilden damit<br />
einen neuen Baustein für intelligente Stromnetze (Smart<br />
Grids).<br />
Die Deutsche Bahn AG als weltweit agierendes Mobilitäts-,<br />
Infrastruktur- und Logistikdienstleistungsunternehmen verfügt<br />
über mehr als 100 Jahre Erfahrung im flächendeckenden,<br />
schienengebundenen Betrieb elektrischer Mobilität.<br />
Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil an Erneuerbaren Energien<br />
am bahneigenen Strom-Mix 30 Prozent erreichen.<br />
Schienenverkehrsangebote werden durch innovative Fahrzeugangebote<br />
an Bahnhöfen und in Ballungsräumen ergänzt.<br />
Damit ist die Integration aller Verkehrsmittel zu einer CO2-<br />
freien Dienstleistung möglich.<br />
Mit einer Verbindung von Elektromobilität und den Mobilitätsprodukten<br />
im Fern- und Nahverkehr der Bahn entstehen<br />
marktfähige Produkte.<br />
Im Rahmen von intelligenten Fahrzeugflotten (Carsharing,<br />
Carpooling, virtuelle Fuhrparks) lassen sich mit dem bereits<br />
verfügbaren technischen Standard ökologisch und ökonomisch<br />
sinnvolle Produkte mit hohem Kundennutzen entwickeln.<br />
An den Umsteigeorten zum Öffentlichen Verkehr verfügt<br />
die Bahn über die Voraussetzung, kurzfristig Park- und<br />
Ladeinfrastruktur in attraktiver Lage bereitzustellen.<br />
Die Deutsche Bahn AG betreibt mit e-Flinkster - Mein Carsharing,<br />
die größte deutsche elektromobile Flotte in Frankfurt,<br />
Berlin, Hamburg, Saarbrücken und Darmstadt. Weitere<br />
Standorte werden ausgebaut.<br />
Durch die Integration dieser Flotte in den Öffentlichen Verkehr<br />
und in Kombination mit dem Fahrradverleihsystem Call<br />
a Bike, über das in Kürze auch Pedelecs ausgeliehen werden<br />
70 Neue Mobilität
Erste Flotten - DB Fuhrpark<br />
können (e-Call a Bike), entsteht ein neues, nachhaltig wirksames<br />
und intermodales Mobilitätsangebot.<br />
Mit der Teilnahme an bundesweiten Modellvorhaben zum<br />
Thema Elektromobilität gewinnt die Deutsche Bahn AG zudem<br />
wertvolle Erkenntnisse zum eMobility-Nutzerverhalten,<br />
die in die Entwicklung marktreifer eMobility-Produkte einfließen.<br />
In den Modellprojekten werden Elektrofahrzeuge<br />
in die Flinkster-Flotte integriert. Dabei werden vor allem die<br />
technologisch-ökonomische Realisierbarkeit und die Kundenakzeptanz<br />
eines vernetzten eCarsharing-Systems getestet.<br />
Die wohl wichtigste Erkenntnis aus der Praxis nach fast einem<br />
Jahr des Aufbaus und Einsatzes der Fahrzeuge ist: Die<br />
Kunden akzeptieren Elektroautos, die Reichweite der Fahrzeuge<br />
ist kein Problem bei der Alltagsmobilität. Elektromobilität<br />
wird als modern, sinnvoll und umweltfreundlich<br />
wahrgenommen.<br />
Bis es soweit ist, sind einfache Lademöglichkeiten komplizierten<br />
und teuren Wallboxen und Ladesäulen vorzuziehen:<br />
der einfache Schukostecker und Strom aus der Steckdose<br />
reichen derzeit für die Bedienung der Ladeerfordernisse<br />
im Carsharing aus. Für größere Flotten ist ein intelligentes<br />
Lademanagement notwendig, mit dem der Fahrzeugpark je<br />
nach Ladezustand gesteuert werden kann.<br />
Alle Elektrofahrzeuge stehen jetzt schon Flinkster-Kunden<br />
bundesweit zur Verfügung. Die Registrierung und Buchung<br />
ist unter www.flinkster.de möglich.<br />
Pressekontakt Regina Marusczyk<br />
regina.marusczyk@deutschebahn.com<br />
Es hat sich im ersten Testjahr aber auch gezeigt, dass die<br />
technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen und<br />
Verfügbarkeiten bei Fahrzeugen und Lademöglichkeiten verbessert<br />
werden können und müssen.<br />
Neue Mobilität<br />
71
Erste Flotten - Lechwerke AG<br />
Elektromobilität erleben<br />
Eckart Wruck, Projektleiter E-Mobility der Lechwerke AG (LEW)<br />
Damit sich Elektromobilität durchsetzt, müssen die Menschen<br />
positive Erfahrungen mit der Technologie verbinden. Durch<br />
ihre einfache Handhabung und Alltagstauglichkeit vermitteln<br />
eBikes gleichermaßen Spaß und Komfort - und bieten damit<br />
eine Basis für die grundsätzliche Akzeptanz.<br />
Bereits 1881 präsentierte der französische Erfinder Gustave<br />
Trouvé auf der internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris<br />
das erste elektrisch betriebene Fahrzeug, ein Drei-Räder-<br />
Mobil. Wenn wir über Elektromobilität sprechen, blicken wir<br />
also auf eine 130 Jahre andauernde Technologiegeschichte<br />
zurück. In der öffentlichen Wahrnehmung befinden wir uns<br />
allerdings erst im Jahr 1 der Elektromobilität. Als regional<br />
führender Energieversorger für rund 500.000 Kunden in<br />
Bayerisch-Schwaben und Teilen Oberbayerns spüren wir, dass<br />
derzeit besonders großes Interesse an dem Thema besteht.<br />
Damit sich die Technologie gleichwohl erfolgreich etabliert,<br />
kommt es im Wesentlichen auf zwei Dinge an. Erstens<br />
müssen die Voraussetzungen stimmen: Dazu tragen wir als<br />
Energieversorgungsunternehmen durch den Aufbau einer<br />
bedarfsorientierten, öffentlichen Ladeinfrastruktur unseren<br />
Teil bei. Zweitens müssen die Menschen die Elektromobilität<br />
praktisch und unmittelbar erleben, im Wortsinn »erfahren«,<br />
und im optimalen Fall mit positiven Erfahrungen verbinden<br />
können. Die Lechwerke präsentieren deshalb seit 2010 das<br />
Thema in der Region auf vielfältige Weise. Dazu gehören<br />
beispielsweise der Verleih von Elektroautos an öffentliche oder<br />
private Organisationen zu Testzwecken oder die Durchführung<br />
von Roadshows, bei denen die Besucher die Möglichkeit<br />
erhalten, eBikes, Elektroautos, eRoller oder Segways auszuprobieren.<br />
Besonders eBikes eignen sich als alltagstaugliche<br />
und technisch ausgereifte Fortbewegungsmittel hervorragend<br />
dazu die Neue Mobilität erlebbar zu machen. Sie bieten so<br />
viel Fahrrad, wie man möchte - und so viel Unterstützung,<br />
wie man benötigt.<br />
Zusammenarbeit mit Kommunen und Tourismusverbänden<br />
Kommunen und Tourismusverbänden ermöglichen wir,<br />
hochwertige LEW eBikes unkompliziert zu testen. Über<br />
unser »All-Inklusive-Paket« können Gemeinden die eBikes<br />
für einen monatlichen Pauschalbetrag anmieten. Neben regelmäßiger<br />
Wartung und gegebenenfalls Reparaturarbeiten stellt<br />
LEW auch Akkus, Ladegeräte und Helme zur Verfügung. Die<br />
Gemeinden können die Räder dann weitervermieten und<br />
somit entsprechende Erlöse erzielen. Sie bieten Bürgern<br />
und Touristen damit ein modernes Leistungsangebot.<br />
Sehr erfolgreich haben sich solche Projekte in Günzburg,<br />
72 Neue Mobilität
Erste Flotten - Lechwerke AG<br />
LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher, Regionalmanagerin Elisabeth Gutmann, Landrat Dr. Friedrich Zeller,<br />
Manuela Vanni, Bürgermeisterin von Markt PeiSSenberg, (v.l.) bei der E-Mobility-Roadshow in Schongau.<br />
Krumbach und Rettenbach am Auerberg im Allgäu etabliert.<br />
Das Überlandwerk Krumbach stellt den eBike-Mietern<br />
darüber hinaus drei spezielle eBike-Touren inklusive der<br />
GPS-Daten zur Verfügung. Zudem stehen im Heilbad<br />
Krumbad in Krumbach zwei Elektrofahrräder bereit. Darüber<br />
hinaus vermieten die Lechwerke auch selbst Räder in ihren<br />
Kundenforen in Augsburg, Donauwörth und Landsberg. In<br />
allen anderen Kundenforen können sie telefonisch oder via<br />
eMail reserviert werden.<br />
Unterschiedliche eBike-Modelle in exzellenter Qualität<br />
Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der LEW eBikes<br />
ist, dass es sich um absolut hochwertige Zweiräder handelt.<br />
LEW gewährleistet das durch die Zusammenarbeit mit der<br />
Partnerfirma Fahrräder Durz. Gemeinsam bieten wir zwei<br />
eBike-Modelle an. Das »LEW City eBike« ist als Tiefeinsteiger<br />
für entspanntes Fahren auch auf längeren Strecken konzipiert<br />
und bietet komfortable Mobilität insbesondere im<br />
Stadtverkehr. Das eMountainbike »Berner Bergziege eBike«<br />
ist die sportliche Variante für lange Touren und wird speziell<br />
auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden hin gefertigt.<br />
Noch in diesem Sommer werden die Bergziege eBikes einem<br />
besonderen Härtetest unterzogen:<br />
Auf der Alpenüberquerungstour AlpenX bewältigen 20 Fahrerinnen<br />
und Fahrer auf zehn eBikes und zehn herkömmlichen<br />
Mountainbikes gemeinsam knapp 400 Kilometer sowie<br />
mehr als 6.000 Höhenmeter - und beweisen damit die<br />
Leistungsfähigkeit moderner Elektrofahrräder.<br />
Seit diesem Frühjahr steht auch ein neues touristisches Angebot<br />
zur Verfügung. Die LEWtours, die gemeinsam mit<br />
dem Reiseunternehmen ATCTOURISTIC und der Firma<br />
Durz angeboten werden, bietet eMobilitäts-Erfahrungen<br />
während mehrtägiger Fahrradtouren, die für eBikes optimiert<br />
wurden.<br />
eMobilität nimmt also weiter Fahrt auf. Wir nehmen diese<br />
Dynamik auf und werden gemeinsam mit Gemeinden,<br />
Landkreisen und Partnern weitere Ideen entwickeln und<br />
realisieren, um dieses Zukunftsthema auch künftig auf<br />
attraktive Weise zu präsentieren.<br />
Eckart Wruck<br />
Projektleiter E-Mobility der Lechwerke AG (LEW)<br />
www.lew.de<br />
Neue Mobilität<br />
73
Erste Flotten - CAmbio<br />
cambio bietet in<br />
Hamburg Carsharing an<br />
CarSharing auf Basis Erneuerbarer Energien<br />
Seit März diesen Jahres können die Hamburger Kunden<br />
des CarSharing-Anbieters cambio zwischen Fahrzeugen mit<br />
Elektroantrieb und Verbrennungsmotor wählen. In den Ballungszentren<br />
großer Städte wird die Notwendigkeit eines<br />
klima- und umweltschonenden Mobilitätsangebots immer<br />
dringender. Mit Elektrofahrzeugen bietet sich die Chance,<br />
die innerstädtischen Autofahrten leiser und klimafreundlicher<br />
zu gestalten. In einem 18-monatigen Projekt erproben<br />
cambio und Greenpeace Energy den Umweltnutzen und die<br />
Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen im CarSharing-Betrieb.<br />
cambio hat sich als Elektroauto für den Mitsubishi i-MiEV<br />
entschieden. Das Fahrzeug wird bereits in Großserie gebaut<br />
und bietet den Komfort, der von den meisten CarSharing-<br />
Kunden gewünscht wird: unter anderem mindestens vier<br />
Sitze und ausreichend Platz im Kofferraum.<br />
Die eAutos fahren mit 100% echtem Ökostrom von Greenpeace<br />
Energy. Beim gegenwärtigen Strommix in Deutschland<br />
fährt ein Elektrofahrzeug nicht umweltfreundlicher als ein<br />
moderner Diesel-Pkw. Klimafreundlich fahren Elektroautos<br />
nur dann, wenn sie ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren<br />
Energien betrieben werden. Mit Greenpeace Energy hat<br />
cambio den Partner gefunden, der mit seinem Ökostromangebot<br />
den Ausbau Erneuerbarer Energien fördert und sicherstellt,<br />
dass auch der Bedarf an Fahrstrom zum Neubau von<br />
sauberen Ökokraftwerken führt.<br />
Hamburger cambio-Kunden können sechs eMobile täglich in<br />
der Zeit von 6 bis 24 Uhr spontan oder weit im Voraus buchen.<br />
Neben der gewünschten Buchungsdauer ist auch eine<br />
Abschätzung der gewünschten Reichweite notwendig. Die<br />
Autos können für maximal acht Stunden und 60 Kilometer<br />
gebucht werden. Dabei kostet das eMobil nicht mehr als ein<br />
Ford Fiesta (1,90 Euro/Stunde und 0,32 Euro/Kilometer).<br />
Die eingeschränkte Reichweite von 60 Kilometern spielt für<br />
CarSharing-Kunden kaum eine Rolle, denn zwei Drittel aller<br />
Fahrten in der Stadt sind kürzer als zehn Kilometer. Für Langstrecken<br />
stehen den cambio-Kunden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />
gleich »nebenan« zur Verfügung.<br />
»Eine wesentliche Aufgabe bei der Integration der Elektroautos<br />
in die Fahrzeug-Flotte bestand darin, heute eine Buchung<br />
für den Nachmittag des nächsten Tages anzunehmen<br />
und auch dem Kunden, der das Auto wenige Stunden vorher<br />
spontan buchen möchte, eine Fahrt zu ermöglichen«, so Joachim<br />
Schwarz, Geschäftsführer der cambio-Gruppe. »Denn<br />
auch wenn das Auto Vormittags und /oder Mittags unterwegs<br />
ist, muss sichergestellt sein, dass für den Nachmittags-<br />
Kunden noch die gebuchte Reichweite zur Verfügung steht.<br />
Elektroautos können im CarSharing nur wirtschaftlich betrieben<br />
werden, wenn spontane und geplante Fahrten gleichermaßen<br />
möglich sind.«<br />
Voraussetzung für das Fahren mit dem eMobil ist für alle<br />
cambio-Kunden eine theoretische oder praktische Einweisung.<br />
Der lautlose Antrieb, die ungewohnt schnelle Beschleunigung<br />
und die Handhabung der Ladestation sind<br />
auch für erfahrene Autofahrer Neuland, für Wenigfahrer um<br />
so mehr. Insbesondere das Fahrtraining mit Fahrlehrer wurde<br />
von den CarSharing-Kunden gern angenommen und hat<br />
sich im Alltag bewährt.<br />
Greenpeace Energy und cambio CarSharing betreiben das<br />
Pilotprojekt »CarSharing mit echtem Ökostrom« gemeinsam.<br />
Greenpeace Energy nimmt keinerlei staatliche Förderung in<br />
Anspruch. cambio wird gefördert durch das Bundesministerium<br />
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.<br />
Bettina Dannheim<br />
cambio MobilitätsService GmbH & Co. KG<br />
www.cambio-CarSharing.de/hamburg<br />
www.greenpeace-energy.de<br />
74 Neue Mobilität
Erste Flotten - Mainova<br />
Zusatzqualifikation<br />
Elektromobilität<br />
Neue Herausforderungen, neue Chancen<br />
Die elektromobile Fortbewegung nimmt mehr und mehr Raum<br />
in der Diskussion um ein nachhaltiges Verkehrskonzept ein.<br />
Praxistests belegen die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge<br />
und die Infrastruktur wächst kontinuierlich. Doch welche<br />
Herausforderungen stellt die elektrische Mobilität eigentlich<br />
an Fuhrparkmitarbeiter von Firmen?<br />
Die ersten Serienmodelle stromern bereits über deutsche<br />
Straßen - der Weg in den CO2-freien Individualverkehr rückt<br />
durch die Elektromobilität scheinbar in greifbare Nähe. Rund<br />
um Frankfurt am Main sorgt die Mainova AG dafür, dass<br />
das nachhaltige Mobilitätskonzept nach und nach Realität<br />
wird. Dazu soll zunächst einmal das Tankstellennetz in und<br />
um die Mainmetropole in den nächsten Monaten auf insgesamt<br />
40 Stück anwachsen. »Die Elektromobilität ist eine<br />
Zukunftstechnologie mit großem Potenzial«, betont Dr.<br />
Constantin H. Alsheimer, der Vorsitzende des Vorstandes<br />
der Mainova AG. »Sie wird den Verkehr und die Wirtschaft<br />
von morgen verändern, das Klima entlasten und ist ein<br />
wichtiger Teil der Vision intelligenter Stromnetze. Als größter<br />
Energieversorger Hessens wollen wir die Elektromobilität in<br />
unserer Heimat vorantreiben und errichten eine flächendeckende<br />
Ladeinfrastruktur in Frankfurt und Umgebung.«<br />
Elektromobiler Alltag<br />
Doch damit nicht genug. Bereits seit September 2009 läuft<br />
bei dem Frankfurter Energieversorger ein Praxistest mit<br />
15 Elektrorollern. Darüber hinaus erhalten derzeit zehn<br />
Gemeinden, in denen die Mainova eine Stromtankstelle<br />
errichtet, für ein Jahr einen Mitsubishi iMiEV. Die ersten<br />
weißen Flitzer stromern bereits durchs Rhein-Main-Gebiet<br />
und ernten neugierige Blicke. Die Gemeinden sind begeistert:<br />
»Ich freue mich und danke der Mainova sehr, dass<br />
Liederbach an diesem Pilotprojekt teilnehmen kann«, so<br />
Liederbachs Bürgermeisterin Eva Söllner. »Die Benutzung<br />
von Fahrzeugen ohne Feinstaub-Emissionen und praktisch<br />
ohne Motorengeräusche könnten zukünftig die Lebens- und<br />
Wohnqualität in unseren Kommunen erheblich verbessern.«<br />
Fortbildung für Mechatroniker<br />
Das elektromobile Engagement verlangt von einigen<br />
Mainova-Mitarbeitern auch neue Qualifikationen im beruflichen<br />
Alltag. Spezielle Weiterbildungsangebote sorgen hier<br />
für das nötige Fachwissen. »Elektromobilität gewinnt für<br />
unser Unternehmen als zukünftiges Geschäftsfeld immer<br />
mehr an Bedeutung«, prognostiziert Richard Steinmetz<br />
vom Fuhrparkmanagement der Mainova. »Das heißt, wir<br />
müssen nicht nur in Sachen Tankstelleninfrastruktur und<br />
Abrechnung unser Know-how aufbauen, sondern auch lernen,<br />
im Betriebsalltag mit der neuen Antriebsart umzugehen.«<br />
Dazu hat die Mainova die betroffenen Mitarbeiter bei<br />
der TAK Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in<br />
Frankfurt angemeldet. Die ersten Kfz-Mechatroniker des<br />
Unternehmens haben ihre Zusatzqualifikation für so<br />
genannte Hochvolt-Fahrzeuge bereits in der Tasche. Dabei<br />
geht es unter anderem darum, elektrische Gefährdungen<br />
zu erkennen, Erste Hilfe Maßnahmen bei elektrischen<br />
Körperdurchströmungen zu beherrschen sowie sicher an elektrischen<br />
Anlagen und Betriebsmitteln zu werken. Ohne diese<br />
Zusatzausbildung dürften die Mitarbeiter gar nicht an den<br />
HV-Komponenten arbeiten. Das erworbene Wissen über die<br />
drei Sicherheitsregeln der Elektrotechnik (Freischalten, gegen<br />
Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit feststellen)<br />
können die Experten nun an den derzeit 23 Elektro-Autos<br />
aus dem eigenen Fuhrpark in die Praxis umsetzen - wobei<br />
sich die Zahl der Fahrzeuge sukzessive weiter erhöhen wird.<br />
Dementsprechend werden auch noch weitere Kollegen die<br />
Möglichkeit der Weiterbildung in Anspruch nehmen, um für<br />
die elektromobile Zukunft bestens gerüstet zu sein.<br />
Weitere Informationen zur Elektromobilität unter:<br />
www.mobil-mit-e.de<br />
Neue Mobilität<br />
75
Erste Flotten - PG-Bikes<br />
Die Mobilität der Zukunft<br />
hat bereits begonnen<br />
Interview mit Manuel Ostner, Geschäftsführer PG-Bikes<br />
Schauspieler Orlando Bloom mit dem BlackTrail<br />
Mit dem BlackTrail hat PG-Bikes das bis dato teuerste und<br />
spektakulärste eBike der Welt auf den Markt gebracht.<br />
Braucht Elektromobilität solche Superlative?<br />
Prinzipiell sind wir der Meinung, dass eine Branche wie die<br />
eMobilität momentan am Markt noch nicht die Sensibilität<br />
erreicht hat, die wir alle benötigen. Durch Superlative wie<br />
beim BlackTrail, mit dem Fokus, die reichen, erfolgreichen<br />
und bekannten Menschen wieder zurück vom Bentley auf<br />
ein Bike/eBike zu bringen, ist es uns bereits gelungen einen<br />
großen Teil dazu beizutragen, dass eBikes am Markt nicht<br />
mehr als reine Unterstützungsvehikel gesehen werden<br />
sondern als lifestylige, innovative neue Möglichkeiten der<br />
urbanen Fortbewegung. Einen Trend beginnt man nun mal<br />
immer von oben.<br />
Hollywood-Stars wie Schauspieler Orlando Bloom und der<br />
Fernsehmoderator Jay Leno gehören bereits zu den ersten<br />
Kunden. Was erwarten sie beim Kauf des Super-eBikes?<br />
Sie erwarten dasselbe wie jeder unserer Kunden. Ein absolut<br />
individuelles, nachhaltiges, grünes und zugleich sexy Produkt<br />
zu bekommen, um möglichst entspannt von A nach B in den<br />
Metropolen dieser Welt zu reisen. Ganz gemäß unserem<br />
Claim: Be unique!<br />
Mit eBikes lassen sich ganz neue Wege der urbanen Mobilität<br />
erfahren. Wie sieht für Sie die Mobilität der Zukunft aus?<br />
Die Mobilität der Zukunft hat bereits begonnen! Immer mehr<br />
Menschen werden sich mit dem Thema alternativer Energien<br />
und eMobilität auseinandersetzen müssen. Elektrofahrzeuge<br />
sind bei Weitem nicht mehr nur ein Trend. Vor allem China<br />
macht es uns heute schon sehr gut vor. Im urbanen Bereich<br />
finden sich dort bereits sehr viele Elektrozweiräder wohingegen<br />
in den ländlichen Gebieten der Fokus eher auf dem<br />
Vierradbereich liegt. Und auch wir haben selbstverständlich<br />
noch einige Innovationen in der Schublade. Unsere Kunden<br />
dürfen gespannt sein.<br />
Manuel Ostner<br />
PG Trade & Sales GmbH<br />
manu@pg-bikes.com<br />
www.pg-bikes.com<br />
76 Neue Mobilität
STATUS<br />
QUO<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Herausforderungen für die Autoindustrie.<br />
Neue Mobilität<br />
77
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
Innovation Elektroantrieb<br />
Die Herausforderung für die<br />
deutsche Autoindustrie<br />
Kommmentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner, BEM-Beiratsvorsitzender<br />
Manche Innovationen haben das Potential Bestehendes zu<br />
verdrängen. Auch der eAntrieb hat das Potential innerhalb<br />
der Autoindustrie etwas zu verdrängen. Bei solchen »Innovationsphänomenen«<br />
kann es für das Management erfolgreicher<br />
Autounternehmen zu enormen Herausforderungen<br />
kommen. So muss zum Beispiel der »richtige« Moment abgepasst<br />
werden, um die F&E Budgets zugunsten des »Neuen«<br />
umzuschichten. Dazu müssen vielmehr vorher eine<br />
Vielzahl strategischer Entscheidungsprozesse angestoßen<br />
und zum Ergebnis gebracht werden. Überzeugungen gilt es<br />
in der Breite des Unternehmens zu bilden. Schlussendlich<br />
muss sich das ganze Unternehmen mit den neuen Herausforderungen<br />
auseinander setzen. Ich möchte anhand von drei<br />
Thesen erläutern, warum die Innovation Elektromobilität<br />
gerade für die deutsche Automobilindustrie eine besonders<br />
große Herausforderung ist:<br />
1. »Der Erfolg heiligt die Mittel«<br />
Die deutsche Automobilindustrie ist sehr erfolgreich. Deutsche<br />
Autos haben weltweit nicht nur das beste Image.<br />
Vielmehr hat die deutsche Autoindustrie in Jahrzehnten<br />
bewiesen, dass sie in der Lage ist, mit dem Auto Geld zu verdienen.<br />
Geld, das auch in die kontinuierliche Verbesserung<br />
des Produktangebotes investiert werden konnte und somit<br />
den Wettbewerb auf Distanz hielt. Gerade dieser Erfolg kann<br />
aber auch »Gift« für Innovationen sein. So investierte z.B.<br />
Siemens noch in den achtziger Jahren einen größeren dreistelligen<br />
Millionenbetrag in das Telex-Geschäft, obwohl die<br />
Anzahl der weltweit installierten Faxgeräte die der Telex-Geräte<br />
überholt hatte. Das Telex-Geschäft gehörte bei Siemens<br />
jedoch traditionell zu den erfolgreichsten und profitabelsten<br />
Geschäften. Somit fiel es den Top-Managern von Siemens<br />
sehr schwer die Budgets zu streichen und stattdessen das<br />
Geld in die Entwicklung des Fax-Geräte-Geschäftes zu stecken.<br />
So kam es dazu, dass Siemens nie ein Fax Geschäfts<br />
entwickelt hat, obwohl die Technologie ursprünglich dort<br />
erfunden wurde. In ein ähnliches Dilemma drohen auch die<br />
deutschen Automanager zu laufen. So lange die eigenen<br />
Produkte so erfolgreich im Markt sind, fällt es schwer, die<br />
Aufmerksamkeit auf die aufkommende Herausforderung<br />
Elektrotraktion zu lenken. »Unsere Kunden wollen Autos<br />
mit Elektroantrieb nicht«, heißt es zu schnell in so manch<br />
Strategiesitzung. »Sonst würden wir ja nicht so viele Autos<br />
mit Verbrennungsmotor verkaufen«.<br />
2. »Das Bessere ist des guten Feind«<br />
Dem deutschen Autoingenieur scheint es sozusagen »in die<br />
Wiege gelegt«, immer nach der besten, perfekten Lösung<br />
zu suchen. Diese Mentalität ist, verbunden mit der entsprechenden<br />
Ausbildung und Fähigkeit, sicherlich der Kern des<br />
Erfolgs deutscher Automobile. Doch hat auch diese »Medaille«<br />
leider eine andere Seite. Es fällt schwer Innovationen<br />
78 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner<br />
»Drei Thesen, die deutlich machen, warum die Innovation<br />
eMobilität gerade für die deutsche Automobilindustrie<br />
eine besonders große Herausforderung ist.«<br />
rechtzeitig mal »auf die Kunden loszulassen« und damit zu<br />
lernen. Prototyp über Prototyp wird entwickelt, Feldversuch<br />
über Feldversuch wird durchgeführt und natürlich gibt es<br />
eine noch bessere Lösung. Der Elektroantrieb ist hier sogar<br />
noch komplexer/disruptiver, weil er Komponenten enthält,<br />
die für die Autobauer grundsätzlich neu sind. »Schließlich<br />
weiß man noch überhaupt nicht, wie die Kunden auf<br />
den eAntrieb reagieren werden«. Und natürlich kann ein<br />
Ingenieur sein Management immer sehr leicht und schnell<br />
verunsichern, indem er »Sicherheitsbedenken« äußert.<br />
Die große Gefahr besteht in solchen Situationen darin am<br />
Ende in »Schönheit zu sterben«. Durch »over engineering«<br />
den Markt zu verpassen. So ist es in Deutschland/Europa<br />
der Computer-Hardwareindustrie und der Unterhaltungselektronikindustrie<br />
ergangen. Es sei nur daran erinnert, dass<br />
seinerzeit »VIDEO 2000« das technisch bessere Videosystem<br />
war. Trotzdem hat sich der konkurrierende VHS-Standard<br />
weltweit durchgesetzt. Auch beim Thema Elektroantrieb drohen<br />
sich die deutschen Hersteller an Fragestellungen aufzureiben,<br />
die sich in der Praxis vielfach als irrelevant erwiesen.<br />
Muss ein Elektro-Golf wirklich erst 600 km Reichweite haben,<br />
bevor die Kunden ihn akzeptieren? Und was passiert<br />
wenn mein Ferienhaus leider 750 km weit entfernt ist? Dann<br />
kann ich immer noch nicht mit dem eGolf dahin fahren? Wie<br />
wäre es dann mit einem Range Extender?<br />
3. »Die Arroganz der Stärke«<br />
Erfolg macht selbstbewusst. Mit Selbstbewusstsein kann<br />
man auch immer besser werden. Erfolg kann aber auch<br />
blind machen. Es verschließt den Blick nach außen. Wenn<br />
sich grundlegende Axiome des Geschäfts ändern, sieht man<br />
es nicht. Alternativ werden neue Technologien auch gerne<br />
kleingeredet, wie es übrigens schon beim Übergang von<br />
der Pferdekutsche zum Motorwagen weit verbreitet war. In<br />
besonders selbstbewussten Unternehmen grassiert leider<br />
auch das sogenannte »not invented here Syndrom«. »Wenn<br />
wir es nicht erfunden haben, kann es nicht gut sein«. Auch<br />
diese Mentalität hat schlussendlich zum Misserfolg bei dem<br />
Versuch einer Kooperation zwischen BMW und Daimler geführt.<br />
Auch die jahrelange deutsche »Verteufelung« des Hybrid-Antriebs<br />
von Toyota fußt auf einer gewissen Arroganz.<br />
Die wird spätestens dann entlarvt, wenn VW »plötzlich« das<br />
sogenannte »Ein Liter Auto« als Heilsbringer präsentiert,<br />
welches auch »nur« ein Hybrid ist. Ein Plug-In Hybrid. Den<br />
gibt es an anderer Stelle schon als Serienauto zu kaufen.<br />
Vielleicht nicht ganz so perfekt wie VW ihn sicherlich bauen<br />
würde. Die Betonung liegt hier aber auf »würde«.<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
VentureCheck Company<br />
BEM-Beiratsvorsitzender<br />
www.venturecheck.com<br />
Neue Mobilität<br />
79
LADESÄULENRANKING<br />
Die deutschen GroSSstädte und ihre Ladesäulen<br />
Anhand der Auskünfte von Stadtverwaltungen,<br />
Stadtwerken und Stromanbietern haben wir veranschaulicht,<br />
wie die Ladeinfrastruktur aktuell in<br />
den deutschen Großstädten aussieht. Im Ranking<br />
wurden nur Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern<br />
und mehr als 5 Ladesäulen berücksichtigt.<br />
Die Karte zeigt die Menge an Ladesäulen in Relation<br />
zur Einwohnerzahl. Im Vergleich dazu sehen Sie<br />
in der Tabelle daneben das Ranking<br />
der Städte anhand der tatsächlich<br />
vorhandenen Ladesäulen.<br />
Da deutschlandweit nicht alle<br />
Ladesäulen öffentlich registriert<br />
und aufgeführt sind und nicht<br />
alle Behörden und Energieversorger<br />
Informationen bereit gestellt<br />
haben, erhebt die Grafik<br />
nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.<br />
Sie stellt aber sehr wohl<br />
einen guten Überblick über die<br />
derzeitige Ladesäuleninfrastruktur<br />
in einigen deutschen<br />
Großstädten dar.<br />
2,32<br />
1,98<br />
6,65<br />
Mülheim an der Ruhr<br />
3,12<br />
Essen<br />
2,13<br />
Bochum<br />
4,47<br />
Dortmund<br />
3,63<br />
Münster<br />
4,28<br />
Osnabrück<br />
2,48<br />
Oldenburg<br />
0,68<br />
HH<br />
Ladesäulen / 100.000 Einwohner<br />
3,19<br />
Berlin<br />
Aachen<br />
Neuss<br />
4,46<br />
1,35<br />
DD<br />
Frankfurt / Main<br />
4,49<br />
1,39<br />
Stadt Ladesäulen<br />
Berlin<br />
110<br />
Frankfurt / Main 30<br />
München<br />
28<br />
Stuttgart<br />
27<br />
Dortmund<br />
26<br />
Essen<br />
18<br />
Hamburg<br />
12<br />
Mülheim an der Ruhr 11<br />
Münster<br />
10<br />
Augsburg<br />
8<br />
Bochum<br />
8<br />
Osnabrück<br />
7<br />
Nürnberg<br />
7<br />
Dresden<br />
7<br />
Aachen<br />
6<br />
Einwohner<br />
3.442.675<br />
671.927<br />
1.330.440<br />
601.646<br />
581.308<br />
576.259<br />
1.774.224<br />
167.471<br />
275.543<br />
263.646<br />
376.319<br />
163.514<br />
503.673<br />
517.052<br />
258.380<br />
Stuttgart<br />
Augsburg<br />
Nürnberg<br />
3,03<br />
2,10<br />
München<br />
©2011 BEM<br />
80 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - BEM Veranstaltung<br />
eMobilität ist alltagstauglich<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com - Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,<br />
bei Ihrer Rede zur offiziellen Einweihung der EnergieParken-Ladesäule vor der BEM-Hauptgeschäftsstelle<br />
Gemeinsam mit 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft,<br />
Forschung und Medien haben der BEM und Energie-<br />
Parken am 27. Mai 2011 die erste EnergieParken-Anlage der<br />
Hauptstadt in Betrieb genommen. Neben Renate Künast,<br />
Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen<br />
und dem Berliner Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke<br />
(SPD) konnten auch die Bundestagsabgeordnete Ute Vogt<br />
(SPD), Dr. Ferdinand von Alvensleben, Vorstandsvorsitzender<br />
der SWARCO TRAFFIC HOLDING AG und Gernot Lobenberg,<br />
Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO<br />
als Redner für die Veranstaltung gewonnen werden.<br />
Renate Künast betonte die Bedeutung der Neuen Mobilität<br />
für das Erreichen sowohl der Umweltschutz- als auch der<br />
Wirtschaftsziele Deutschlands und Berlins.<br />
»Spitzenforschung an der TU Berlin und an anderen Forschungseinrichtungen<br />
sowie führende Unternehmen in Verkehrs-<br />
und Energietechnik am Standort sind ein Pfund, mit<br />
dem Berlin wuchern muss«, so die Fraktionsvorsitzende. Die<br />
Stadt verfüge mit S- und U-Bahn, Bussen und Leihfahrrädern<br />
bereits über gute Nahverkehrssysteme. Ziel müsse sein, diese<br />
in eine eMobilitäts-Strategie mit einzubeziehen. Gelänge<br />
dies, so Künast weiter, dann würde Berlin ein »Schaufenster«<br />
für den eMobilitäts-Weltmarkt.<br />
Die Verbindung aus Parkscheinautomat und Ladesäule erlaube<br />
den Aufbau einer Ladeinfrastruktur, die sich nahtlos in<br />
bestehende Parkraumbewirtschaftungssysteme einfüge, so<br />
von Alvensleben. Er begrüßte die Einweihung der ersten Berliner<br />
Ladesäule als gelungenen Start in weitere Vorhaben.<br />
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Vogt wies darauf hin,<br />
das vor allem im Bereich der Lade-Infrastruktur noch einiges<br />
getan werden müsse: »Wir haben nicht mehr viel Zeit. Wir<br />
brauchen eine Offensive.« Modellversuche reichten nicht<br />
aus, daher seien selbsttragende Initiativen wie der Aufbau<br />
der Berliner EnergieParken-Säule zu begrüßen.<br />
Das innovative EnergieParken-System, das nun unmittelbar<br />
vor der BEM-Hauptgeschäftsstelle in der mit 8 Ladepunkten<br />
wohl elektromobilsten Straße Berlins die Parkenden sowohl<br />
mit Parkscheinen als auch mit Ladestrom versorgt, ermöglicht<br />
einen kosteneffizienten, baurechtlich unproblematischen<br />
und finanziell attraktiven Ausbau von Ladeinfrastruktur<br />
für Elektromobilität.<br />
Weitere Informationen zu BEM-Veranstaltungen finden Sie<br />
auf www.bem-ev.de<br />
Neue Mobilität<br />
81
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Argumente für emobilität<br />
Argumente für die<br />
Neue Mobilität<br />
Elektroautos sind nicht umweltfreundlicher als konventionelle Fahrzeuge<br />
• EU-Verordnung bis 2015: Reduzierung der CO2-Emissionen aller Pkw-Neuzulassungen auf 130 Gramm CO2/km<br />
• CO2-Ausstoss von eAutos beim Laden von Strom aus: Steinkohle: 162g / Deutscher Strommix: 107g / Strom aus 100%<br />
Erneuerbaren Energien: 5g - zum Vergleich: Benzin: 133g / Diesel: 132g / Biodiesel: 71g / Bioethanol: 41g<br />
• Fazit: Je höher der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix, desto größer die Diskrepanz zwischen Verbrennungsmotor<br />
und eAuto<br />
• Außerdem senken eAutos Feinstaub- und Lärmemissionen<br />
Elektrofahrzeuge benötigen zu viel<br />
Energie<br />
• 1 Mio. eAutos = 0,3% (2 Mrd. kWh) der Gesamtstromproduktion<br />
in Deutschland 2009<br />
• 40 Mio. eAutos = 10% (60 Mrd. kWh) vom Gesamtstromverbrauch<br />
in Deutschland 2009<br />
• Allein der prognostizierte Zubau der Erneuerbaren Energien<br />
kann in Zukunft über 40 Mio. eAutos mit Strom versorgen<br />
Keine Allroundfahrzeuge und<br />
nur bedingt »urlaubsfähig«<br />
• Stimmt! Mit der derzeitigen Reichweite und der<br />
derzeitigen Ladeinfrastruktur, kombiniert mit<br />
den längeren Ladezeiten sind eAutos nur beschränkt<br />
für längere Fahrten einsetzbar<br />
• ABER: Lange Strecken werden extrem selten<br />
gefahren. Für längere Urlaubsfahrten, die ein bis<br />
zweimal im Jahr stattfinden, lohnen sich Alternativen<br />
(CarSharing, Bahn, Mietwagen u.ä.)<br />
Für die Nutzung von eAutos besteht noch keine ausreichend ausgebaute<br />
Ladeinfrastruktur<br />
• Parkzeiten: Tagsüber: 38% Garage/Arbeitgeber, 30% öffentliche Straßen, 30% Parkhäuser; Nachts: 60% Garage/Arbeitgeber,<br />
33% öffentliche Straßen, 6% Parkhäuser<br />
• Damit besteht bereits ein ausreichendes Energieverteilungsnetz. Mit steigender Marktdurchdringung kann das Netz sukzessive<br />
ausgebaut und an den Bedarf angepasst werden<br />
• Heute existieren bereits konkrete Projekte von u.a. EnergieParken, Parkpod, sowie Ladesäulen von EnBW, RWE, Vattenfall,<br />
etc.<br />
82 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Argumente für emobilität<br />
Das stimmt nicht an den Vorurteilen<br />
Vorurteile gegen Elektromobilität gibt es zu Genüge. Elektroautos sind nicht alltagstauglich. Ihre Reichweite ist zu kurz und<br />
die Ladezeit zu lang. Elektrofahrzeuge benötigen zu viel Energie und sie stellen darüberhinaus eine Gefahr für den Straßenverkehr<br />
dar. Das dem nicht so ist, zeigen wir hier anhand einiger exemplarischer Beispiele.<br />
Die Ladezeiten der Akkus sind für den Alltagsgebrauch von eAutos zu lang<br />
• Aktuelle Ladezeiten: ca. 5 Stunden für 15 kW (entspricht 100 km Fahrleistung)<br />
Ladebedingungen: normales Netz, Spannung 3 kw, 230 v, Stromstärke 16 A<br />
• 100%-Batterieaufladung nach ca. 7,5 Stunden<br />
• Schnellladestationen ermöglichen heute schon Ladezeiten von ca. 30 Minuten (Leistung 50 kW, Spannung 200 V, Stromstärke<br />
100 A)<br />
• Die durchschnittlichen Standzeiten von PKW liegen bei bis zu 23 Stunden pro Tag<br />
Gefahr für den Straßenverkehr, da<br />
sie geräuschlos sind<br />
• Center of Automotive Research, Uni Duisburg-Essen:<br />
eAutos sind kaum leiser als normale Autos, bei unter 30<br />
km/h gibt es kaum messbare Unterschiede und bei höherem<br />
Tempo überlagern die Abrollgeräusche schnell den<br />
Motorsound<br />
• Ab 80 km/h ist kein signifikanter Unterschied zu konventionellen<br />
Fahrzeugen mehr zu hören<br />
• UN-Arbeitsgruppe unter Leitung des BMVBS zur Einführung<br />
eines künstlichen Sicherheitssignal, um beispielsweise<br />
Blinde zu schützen<br />
Die Reichweiten sind für den<br />
Alltag noch zu gering<br />
• Aktuelle Reichweiten: 120 km - 150 km<br />
• Durchschnittlich werden in Deutschland pro Tag<br />
42 km in einem PKW zurückgelegt<br />
• Rund 80% in Europa fahren nicht mehr als 80 km<br />
pro Tag<br />
• Nur 4% in Deutschland fahren mehr als 160 km<br />
pro Tag<br />
• Fazit: Die Reichweite von Elektrofahrzeugen ist<br />
alltagstauglich<br />
Der Umstieg auf eMobilität kostet Arbeitsplätze und ist eine Gefahr für die<br />
Führungsposition der deutschen Automobilindustrie<br />
• Fraunhofer Institut geht von einem Plus von ca. 90.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2020 aus<br />
• Durch den Wegfall klassischer Komponenten des Verbrennungsmotors ist mit dem Verlust von ca. 46.000 Arbeitsplätzen<br />
zu rechnen<br />
• Weltweit werden jedoch ca. 250.000 Arbeitsplätze durch neue Komponenten entstehen<br />
• Insgesamt wird davon ausgegangen, dass in der Automobilindustrie weltweit mehr Jobs verloren gehen als geschaffen<br />
werden - es ist also an Deutschland sich früh zu positionieren und sich als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren<br />
Neue Mobilität<br />
83
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Richter<br />
Die neue, von DEKRA geprüfte EnBW-Ladestation vor der DEKRA Hauptverwaltung in Stuttgart. (Bild: DEKRA)<br />
Strom tanken bei Wind<br />
und Wetter<br />
DEKRA prüft EnBW-Ladestationen für Modellprojekt auf Sicherheit<br />
Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge muss nicht nur Leistungsstark<br />
und universell einsetzbar sein. Sie muss auch<br />
sicher sein. DEKRA hat jetzt die neuen EnBW-Ladestationen<br />
im Rahmen des Projektes »MeRegioMobil« geprüft und zertifiziert.<br />
DEKRA ist sicher, dass Elektromobilität eine Zukunft hat,<br />
wenn sie nicht nur preisgünstig, sondern auch sicher ist. Die<br />
Expertenorganisation setzt sich deshalb mit seinem ganzen<br />
Know-how für das Zukunftsthema Elektromobilität ein. Dazu<br />
hat DEKRA zu Beginn des Jahres am Stammsitz in Stuttgart<br />
das Competence Center Elektromobilität gegründet, in dem<br />
das gesamte Wissen von DEKRA für die Elektromobilität gebündelt<br />
wird.<br />
Eines der jüngst abgeschlossenen Projekte war die Prüfung<br />
der neuen Ladestationen von EnBW: Die EnBW AG rüstet im<br />
Rahmen des eMobilitäts-Projekts »MeRegioMobil« die Stadt<br />
Karlsruhe und den Großraum Stuttgart mit Stromtankstellen<br />
für Elektroautos und eBikes aus.<br />
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und<br />
Technologie (BMWi) gefördert. Entwickelt hat die Ladestationen<br />
die Bosch Software Innovations GmbH in Waiblingen<br />
im Auftrag der EnBW AG.<br />
DEKRA attestiert den Stromtankstellen die Sicherheit und<br />
die elektromagnetische Verträglichkeit nach den geltenden<br />
Vorschriften. Die erste der neuartigen Stationen wurde am<br />
84 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Andreas Richter<br />
Stuttgarter Flughafen im Parkhaus P4 in Betrieb genommen.<br />
Auch vor der DEKRA Hauptverwaltung an den Ladeplätzen<br />
für Elektrofahrzeuge steht ein Exemplar.<br />
Die Drehstrom-Ladestationen sind für den Einsatz unter harten<br />
Bedingungen konzipiert: Sie stehen im Freien, sind also<br />
Wind und Wetter ausgesetzt und vereinen auf engem Raum<br />
eine Menge Hightech: Aktiviert werden Sie über eine RFID-<br />
Kundenkarte. Der Betrieb ist auf Temperaturen von - 30 °C<br />
bis + 50 °C ausgelegt, ebenso auf eine relative Luftfeuchtigkeit<br />
zwischen 5 und 95 Prozent. Die Stromtankstelle arbeitet<br />
unter diesen Bedingungen mit ihrer Nennspannung von<br />
230/400 V und einer Stromstärke von bis zu 63 A an zwei<br />
getrennten Ladepunkten.<br />
Die Tests erfolgten in den DEKRA Laboren in Stuttgart und<br />
Arnheim/Niederlande. In den Produktprüflaboren wird zum<br />
einen mechanisch geprüft, ob beispielsweise Staub oder<br />
Wasser eindringt. Zum anderen erfolgen Sicherheitstests<br />
hinsichtlich elektrischer Sicherheit und elektromagnetischer<br />
Verträglichkeit. Die Zertifikate der DEKRA Tochtergesellschaft<br />
DEKRA Certification attestieren den Ladestationen die<br />
Konformität nach den geltenden Vorschriften: so der Niederspannungsrichtlinie<br />
(RL 2006/95/EG) gemäß den Normen<br />
IEC/EN 61851 Teil 1 und Teil 22 sowie IEC/EN 60950-1, der<br />
Schutzartprüfung nach EN 60529 (IP 54) und der Richtlinie<br />
für elektromagnetische Verträglichkeit (EMC 20<strong>04</strong>/108/EC).<br />
DEKRA treibt in dem Competence Center E-Mobilität breit<br />
gefächerte Aktivitäten voran: Homologation, Produktsicherheit,<br />
Normung und Standardisierung, Zertifizierung und<br />
Ausbildung sowie Feldversuche und Crashtests. Außerdem<br />
arbeitet DEKRA in Deutschland und Europa in Gremien für<br />
Normung, Standardisierung und Zertifizierung mit, um praxisgerechte<br />
und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.<br />
Andreas Richter<br />
Koordinator DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />
www.dekra.com<br />
Neue Mobilität<br />
85
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Carsten Hutt<br />
Dialog zwischen<br />
Wissenschaft und Wirtschaft<br />
Für Mobilitätslösungen von Morgen<br />
Der SciConomy Think-Tank ist eine Methode zur Entwicklung<br />
neuer, interdisziplinärer und interkultureller Lösungsansätze<br />
für technologische, ökonomische und gesellschaftliche Problemstellungen.<br />
Im Rahmen des Schwerpunkts Elektromobilität<br />
startet SciConomy eine Serie von Think-Tank-Workshops<br />
für Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Ziel ist es,<br />
in interdisziplinären Teams aus Nachwuchswissenschaftlern,<br />
Unternehmen und Institutionen neue Lösungsansätze für<br />
die Zukunftsbranche Elektromobilität zu entwickeln und Innovationsprozesse<br />
zu initiieren. Darüber hinaus lernen Unternehmen<br />
potentielle Mitarbeiter kennen.<br />
Die Innovationsprozesse und Wertschöpfungsketten in der<br />
Wachstumsbranche Elektromobilität stehen heute am Beginn<br />
ihrer Entwicklung. Noch ist völlig unklar, welche Geschäftsmodelle<br />
erfolgreich sein werden, welche Unternehmen<br />
profitieren und wer Marktanteile in der Automobil- und<br />
Mobilitätsindustrie verlieren wird. Insbesondere Unternehmen<br />
der Automobilzulieferindustrie stehen am Scheideweg.<br />
Entweder es gelingt den Unternehmen, mit neuen Produkten<br />
und Dienstleistungen ihren Platz in der sich wandelnden<br />
Branche zu erhalten, oder ihr wirtschaftliches Überleben ist<br />
mittel- bis langfristig gefährdet. Die Think-Tank-Workshops<br />
von SciConomy bieten die Chance, Innovationsprozesse zu<br />
initiieren, um auf Basis des technologischen Potentials und<br />
der Markterfahrung erfolgreicher Zulieferunternehmen neue<br />
Ideen und Konzepte für Innovationen von morgen zu generieren.<br />
Ablauf eines Think-Tank-Workshops<br />
Ausgangspunkt eines Think-Tank-Workshops ist eine technologische<br />
oder ökonomische Fragestellung, die vom gastgebenden<br />
Unternehmen formuliert wird. Hiervon ausgehend<br />
legt SciConomy gemeinsam mit dem Unternehmen die Zusammenstellung<br />
der Teilnehmer fest. Wesentliche Aspekte<br />
sind hier unter anderem fachliche Qualifikationen, Anzahl<br />
und Altersstruktur. Auch externe Experten können einbezogen<br />
werden, um beispielsweise Systemwissen aus anderen<br />
Branchen oder Fachbereichen einzubeziehen. Anschließend<br />
lädt SciConomy gezielt potentielle Teilnehmer ein und wählt<br />
die interessantesten Kandidaten aus. Die Workshops werden<br />
von SciConomy konzipiert und moderiert. Mitarbeiter des<br />
Unternehmens, das den Workshop gemeinsam mit SciConomy<br />
ausrichtet, können am Workshop teilnehmen und den<br />
Diskurs mit steuern. SciConomy übernimmt die Ergebnisauswertung<br />
und Dokumentation. Entscheidend ist hierbei, dass<br />
Erkenntnisse, Ideen und Lösungsansätze, die in den Workshops<br />
entstanden sind, im Hinblick auf die Weiterführung<br />
des Prozesses aufbereitet werden. Das heißt, die Optionen<br />
für weitere, auch öffentlich geförderte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten,<br />
vertiefende Workshops mit potentiellen<br />
Partnern oder auch die Forcierung des Innovationsprozesses<br />
inhouse sind Teil des Abschlussdokuments. Hierbei<br />
können das Know-how, die Kontakte und die Erfahrung der<br />
SciConomy-Partner mit einbezogen werden.<br />
Fazit<br />
Die Think-Tank-Workshops bieten Unternehmen die Chance,<br />
den Einstieg in die Zukunftsbranche Elektromobiltät zu finden<br />
oder einen bestehenden Zugang zu Markt und Technologie<br />
erfolgreich auszubauen. Sie lernen junge Kompetenzträger<br />
kennen und entwickeln gemeinsam mit ihnen Ideen und<br />
Lösungsansätze für Produkte und Dienstleistungen für den<br />
Mobilitätsmarkt von morgen. Die Erfahrungen von SciConomy<br />
und seines Partnernetzwerks eröffnen die Möglichkeit,<br />
Erkenntnisse der Workshops als Ausgangspunkt für Innovationsprozesse<br />
zu nutzen.<br />
Dr. Carsten Hutt<br />
SciConomy<br />
www.SciConomy.de<br />
86 Neue Mobilität
ANSYS CONFERENCE<br />
& 29. CADFEM USERS’ MEETING<br />
19. – 21. Oktober 2011, Stuttgart, ICS Internationales Congresscenter Stuttgart<br />
www.usersmeeting.com<br />
• Elektrothermische Prozesse und Wechselwirkungen in Li-ION Zellen<br />
• Batterie: Wechselwirkungen einzelner Zellen im Zellverbund<br />
• Thermisches Management von Batterien unter Betriebsbedingungen<br />
• System Antriebsstrang: Regelung, Leistungselektronik, Motor, Komponenten<br />
• Leichtbau<br />
• Beschreibung des Fahrverhaltens von Elektrofahrzeugen<br />
Weitere Informationen:<br />
www.usersmeeting.com<br />
acum2011@cadfem.de<br />
www.cadfem.de/emobilitaet<br />
© Bilder: Stuttgart-Marketing GmbH, iStockphoto.com/Henrik5000, www.wandspruch.de
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Gerhard Friederici<br />
Simulation für mehr Effizienz<br />
Gerhard Friederici<br />
Um für Elektrofahrzeuge eine erfolgreiche Perspektive zu<br />
realisieren, müssen sie diverse Anforderungen in unterschiedlichen<br />
Disziplinen erfüllen. Die Leistungsfähigkeit<br />
der Batterie ist dabei eines der wichtigsten Erfolgskriterien<br />
im Gesamtkonzept. Aber auch die Fragen nach dem optimalen<br />
Materialeinsatz und der Fahrzeugdynamik sowie nach<br />
der Abstimmung der Komponenten für eine intelligente Verbrauchsoptimierung<br />
sind zu klären. Weitere wichtige Fragestellungen<br />
beziehen sich auf die Aufladung der Batterien<br />
und ein intelligentes Energiemanagement (Smart Grid).<br />
Mit numerischen Berechnungen lassen sich schon in einer<br />
frühen Phase der Entwicklung die verschiedenen physikalischen<br />
und elektrochemischen Prozesse analysieren und<br />
optimieren, um für die eMobilität ein möglichst großes<br />
Nutzenpotenzial zu erschließen. Dafür sind durchgängige<br />
Software-Lösungen wie ANSYS für multidimensionale, interdisziplinäre<br />
und skalierbare Simulationen notwendig, mit<br />
denen die verschiedensten Phänomene bei der Entwicklung<br />
eines Elektrofahrzeuges sowie der entsprechenden Infrastruktur<br />
untersucht und deren Leistungsfähigkeit optimiert<br />
werden können.<br />
Interdisziplinäre Anwendungen für die Systemsimulation<br />
Diese sind erforderlich, wenn ein System, beziehungsweise<br />
eine Komponente von mehr als einem physikalischen Phänomen<br />
beeinflusst wird. Bei der Analyse des Batterieeinsatzes<br />
sind zum Beispiel elektrochemische, thermische, strömungsdynamische<br />
und strukturmechanische Phänomene zu berücksichtigen.<br />
Für die Auslegung weiterer Fahrzeugkomponenten<br />
spielen die Analyse elektrischer und magnetischer Felder<br />
eine wichtige Rolle. Die CADFEM GmbH ist ein auf die<br />
Simulation spezialisierter Ingenieurdienstleister und bietet<br />
eine ganzheitliche Lösung für umfassende interdisziplinä-<br />
3D cooling model Reduced cooling model Electrochemistry cell model<br />
MOR<br />
Heat<br />
3D Thermal model<br />
State - Space<br />
Impedance model<br />
LTI<br />
Temperature<br />
3D CFD model<br />
1D Semi-Physical model<br />
Bild 1: Ergänzend zu Strömungsanalysen werden sowohl MOR- als auch LTI-Konzepte für thermische Untersuchungen verwendet<br />
(Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />
88 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Gerhard Friederici<br />
HEV System simulation<br />
Fuel Tank<br />
Fuel<br />
Engine<br />
Generator<br />
Motor<br />
Drive Train<br />
Generates Mechanical Power<br />
Contains all drive train components<br />
including clutch, gears,<br />
wheels and vehicle inertia<br />
Chemical Energy<br />
Mechanical Energy<br />
Electrical Energy<br />
Battery<br />
Electric Load<br />
Bild 2: Bei Hybridelektrofahrzeugen (HEV) müssen chemische, mechanische und elektrische Energie bei der Simulation berücksichtigt<br />
werden (Quelle: CADFEM/ANSYS).<br />
re Simulationen, die alle genannten Phänomene gekoppelt<br />
und in der jeweils gewählten Dimension untersuchen kann.<br />
Auf der Zellebene einer Batterie werden die elektrochemischen<br />
Vorgänge simuliert und die thermischen Abhängigkeiten<br />
der Prozessparameter analysiert. Ziel dabei ist es, eine<br />
Zellstruktur zu finden, die die Zuverlässigkeit des elektrochemischen<br />
Prozesses innerhalb eines geregelten Systems<br />
gewährleistet. Hier spielen die maximale Energiedichte, die<br />
Ladekapazität und -geschwindigkeit sowie die Robustheit<br />
des Prozesses der Lade-Entlade-Zyklen eine ausschlaggebende<br />
Rolle. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit sind ebenso<br />
wie die Leistung und die Lebensdauer besonders durch das<br />
Temperaturverhalten bestimmt.<br />
Analyse des Temperaturverhaltens im Zellverbund<br />
Bei der Untersuchung des Temperaturverhaltens der Batterie<br />
werden ergänzend zu umfangreichen Strömungsanalysen<br />
(CFD) sowohl MOR- (Model Order Reduction) als auch<br />
LTI-Konzepte (Linear Time-Invariant) für eine beschleunigte<br />
thermische Untersuchungen verwendet (Bild 1). Dadurch<br />
lassen sich kompakte Temperatur- und Strömungsmodelle<br />
der Batteriezellen erzeugen, die unmittelbar in die Systemsimulation<br />
mit der ANSYS-Software Simplorer integrierbar<br />
sind.<br />
Mit einer solchen Systemsimulation lassen sich auch weitere<br />
Komponenten des elektrischen Antriebs einbinden. Dazu gehören<br />
sowohl die Elektromotoren als auch die Leistungselektronik,<br />
die Regelung und die mechanischen Bauteile, die bezüglich<br />
ihres Wirkungsgrads untersucht werden, sodass ein<br />
Elektro- oder Hybridfahrzeug sehr schnell über die Systemsimulaton<br />
abbildbar ist (Bild 2).<br />
Für eine realitätsnahe Analyse müssen die Stellsignale für<br />
den Antrieb jeweils der praktischen Situation entsprechen.<br />
Verbesserte Betriebseigenschaften lassen sich unter anderem<br />
durch neue Motorkonzepte und alternative Materialien<br />
erreichen. Zur Verbesserung des Fahrverhaltens eines Fahrzeuges<br />
müssen alle seine Komponenten auf eine intelligente<br />
Verbrauchsoptimierung abgestimmt werden. Das detaillierte<br />
Wissen über die einzelnen Detailkomponenten und deren Integration<br />
in ein umfassendes Simulationssystem ermöglicht<br />
eine Prognose des Verbrauchs und eine adaptive Steuerung<br />
des Fahrverhaltens.<br />
Intelligentes Stromnetz für effiziente »Tankstellen«<br />
Zur Optimierung von Elektro-»Tankstellen« steht bei neuen<br />
Konzepten mit einer kontaktlosen Energieübertragung, beispielsweise<br />
durch induktive Ladung, eine hohe Effizienz und<br />
große Störsicherheit im Fokus des Interesses. Dabei wird<br />
auch nach Lösungen einer effizienten Ladung während der<br />
Fahrt gesucht. Für die klassischen kabelgebundenen Lademöglichkeiten<br />
müssen die entsprechenden Steckverbindungen<br />
definiert und ausgelegt werden. Dazu sind neben der<br />
Durchschlagsicherheit und Robustheit der Steckverbindungen<br />
auch die EMV-Aspekte (Elektro-Magnetische Verträglichkeit)<br />
zu berücksichtigen.<br />
Für ein langfristig erfolgreiches eMobilitätskonzept ist<br />
außerdem ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid) erforderlich.<br />
Dazu sollte über ein dezentral vernetztes Energiemanagement<br />
eine sinnvolle Erzeugung, Speicherung und<br />
Verteilung der Elektroenergie abgesichert werden. Nur durch<br />
die Simulation des gesamten Versorgungssystems unter Berücksichtigung<br />
unterschiedlicher Detailgrade der einzelnen<br />
Komponenten lässt sich die Zuverlässigkeit und Effizienz eines<br />
solchen Smart Grid realisieren.<br />
Gerhard Friederici<br />
CADFEM GmbH<br />
info@cadfem.de<br />
www.cadfem.de<br />
Neue Mobilität<br />
89
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Tronic One<br />
Elektrische Energie speichern<br />
Technologien im Vergleich<br />
Die Nutzung und Speicherung elektrischer Energie ist in<br />
unserem Alltag selbstverständlich - vom Mobiltelefon über<br />
Notebooks bis hin zu Elektrofahrzeugen. Mobile Energiespeicher<br />
von der kleinsten Knopfzelle in der Armbanduhr bis<br />
hin zum großen Bleiakku im Kfz begleiten uns, jeweils nach<br />
Einsatzort und Anwendung in Leistung und Größe unterschiedlich,<br />
täglich. Was steckt hinter den Energiespeichern,<br />
die teilweise unauffällig 10 Jahre oder mehr unsere Geräte<br />
versorgen?<br />
Welche Entwicklungen gibt es aktuell, die den Traum des<br />
unerschöpflichen mobilen Energiespeichers ermöglichen<br />
sollen?<br />
Welche chemischen Bestandteile werden künftig unsere<br />
Fahrzeuge mit Energie versorgen? Und welche Vor- und<br />
Nachteile bieten die verschiedenen Speichertechnologien?<br />
Haushaltsübliche Batterien lassen sich in zwei grundsätzlich<br />
unterschiedliche Technologien unterscheiden. Primärzellen,<br />
die nicht wieder aufladbar sind, also einmal gefertigt werden<br />
und durch die Art des inneren Aufbaues nicht reversibel<br />
Energie erzeugen und abgeben. Üblich sind Alkalimanganbatterien<br />
mit 1,5 V Spannung standardisiert als Knopfzelle<br />
oder Rundzelle. Lithiumprimärzellen, meist bekannt als<br />
Knopfzelle CR2032, sind die kleinsten Vertreter ihrer Art und<br />
z.B. in fast jedem Autoschlüssel inzwischen weltweit im Einsatz,<br />
um die Funkverbindung zwischen Auto und Schlüssel<br />
zu ermöglichen.<br />
Wiederaufladbare, sogenannte sekundäre Batterien oder<br />
auch Akkumulatoren genannt, werden mehrfach verwendet.<br />
Ihre gespeicherte elektrische Energie wird verbraucht und<br />
im Ladevorgang wieder aufgefüllt. Die chemischen Abläufe<br />
sind umkehrbar, d.h. die beim Entladen entstehenden chemischen<br />
Verbindungen werden beim Ladevorgang wieder<br />
aufgebrochen und können damit erneut entstehen, unter<br />
Abgabe von elektrischer Energie. Eine Vielzahl von chemischen<br />
Grundkonzepten hat sich inzwischen etabliert, jedes<br />
mit entsprechenden Vor- und Nachteile - immer davon abhängig,<br />
wo die entsprechende Speichertechnologie zum<br />
Einsatz kommt.<br />
Die Entwicklung der letzen Jahre hat die Energiedichte von<br />
z.B. AAA Zellen von zuerst 200mAh inzwischen in den Bereich<br />
von 1000mAh und sogar darüber hinaus marktfähig<br />
abgeschlossen. In den aktuell erhältlichen Hybridfahrzeugen<br />
werden NiMh-Energiespeicher mit bis zu 30 Kilowattstunden<br />
serienmäßig verbaut.<br />
Die Aufnahme von Bremsenergie und Abgabe von Energie<br />
beim Beschleunigen erfolgen im täglichen Einsatz bis zu<br />
hundert mal. Spannungen von 650 V versorgen den Elektromotor<br />
mit Leistung und erzeugen fühlbar kräftiges Drehmoment<br />
beim Vortrieb.<br />
Wiederaufladbare Lithium Batteriepacks sind vielerorts in<br />
der Testphase und haben Potential, die NiMh-Zellen in zukünftigen<br />
Lösungen zu ersetzen. Die um Faktor zwei bis<br />
drei höhere Energiedichte der Lithium Technologie ist das<br />
entscheidende Argument, um zu verstehen, warum hiermit<br />
experimentiert wird.<br />
Das Gewicht pro Kilowattstunde lässt sich mit Lithiumzellen<br />
weiter reduzieren - das geringe Gewicht ist bei Kraftfahrzeugen<br />
entscheidend für den Gesamtenergieverbrauch.<br />
Neue Lithium Technologien bieten großes Potential bei Serienreife<br />
schnell Marktanteile zu erreichen. Wenn sich einige<br />
zehntausend Ladezyklen wie z.B. bei Lithium-Titanzellen erreichen<br />
lassen, würde ein Elektroauto nur noch eine Batterie<br />
für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges benötigen. Aktuell<br />
geht man bei Lithiumpolymere und LithiumEisenPhosphat<br />
von wenigen Jahren Lebensdauer im Fahrzeug aus. Höhere<br />
Energiedichten bei niedrigem Innenwiderstand wie z.B.<br />
Lithium-Sulfat Lösungen würden kompakte schnellladbare<br />
Kfz ermöglichen.<br />
90 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Tronic One<br />
»Aktuelle Forschungen lassen hoffen, dass in wenigen<br />
Jahren die ideale Zelle verfügbar und produzierbar wird.«<br />
Weitere Chemiekombinationen sind in Forschungseinrichtungen<br />
aufgebaut und lassen hoffen, dass in wenigen Jahren<br />
die ideale Zelle mit hoher Energiedichte, niedrigem Innenwiderstand,<br />
einigen zehntausend Ladezyklen, niedrigen<br />
Systemkosten sowie schneller Ladezeit im Minutenbereich<br />
verfügbar und produzierbar wird.<br />
Tronic One GmbH / www.tronicone.com<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
n e
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Annegret HANdel-kempf<br />
Schwarzes Gold als Fahrgast-<br />
Rüstung in Elektroautos<br />
Moderne Fasern werden bald Stahl ablösen und bei Unfällen besonders wichtig<br />
sein: Überleben in zukunftsträchtiger Leichtigkeit<br />
Energiesparen tut Not. Leichte Autos helfen dabei. Das nötige<br />
Material dafür gibt es, tolle Teile mit kompliziertem Namen:<br />
Sogenannte »Hochleistungsfaserverbundwerkstoffe«,<br />
besonders kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe mit belastungsgerecht<br />
gestaltbarer Endlosfaserverstärkung. Die im<br />
Spitzensport, in Fahrradrahmen und in Flugzeugen schon<br />
vielfach eingesetzten Carbonfasern sind leicht und nahezu<br />
unverwüstlich, wenn auch - nach bisherigen Produktionsverfahren<br />
- teuer.<br />
Doch wie reagiert das »Schwarze Gold« bei Unfällen? Haben<br />
die Autoinsassen ein höheres Verletzungs- oder Todesrisiko,<br />
als in Stahl- oder Alu-Karosserien? Ist es tatsächlich so,<br />
dass sich CFK zunächst nicht verbiegt und dann mit einem<br />
Schlag zerbröselt? Sind Carbonfasern als zukunftsträchtiges<br />
Material für Elektroautos geeignet, oder gibt es Sicherheitsprobleme,<br />
die - zumindest materialtechnisch - nicht zu überwinden<br />
sind?<br />
»Crashsicherste Werkstoffe«<br />
Ein »großes Kundeninteresse« sieht Prof. Dr.-Ing. Frank<br />
Haupert von der Hochschule Hamm-Lippstadt, ein ausgewiesener<br />
Leichtbau-Experte, da die Sicherheit bei Carbon-<br />
Fahrzeugen sogar »dreifach fester zum heutigen Stand« bei<br />
Kleinwagen sei. »Carbonfaserlaminierte Werkstoffe sind die<br />
crashsichersten Werkstoffe überhaupt«, sagt Haupert. Das<br />
Chassis absorbiere die Energie, wovon Formel1 und Luxuslimousinen,<br />
die ganz oder teilweise aus Carbon bestehen,<br />
schon jetzt profitierten. »Im Porsche sind alle sicherheitsrelevanten<br />
Teile aus Carbon.«<br />
Der Leichtheit bescheinigt der Fachmann aus Hamm-Lippstadt<br />
eine »Riesenfestigkeit«. Er wagt eine Prognose: »Irgendwann<br />
wird ein großer Teil der Autos aus Carbon bestehen.«<br />
Der genaue Zeitpunkt hänge »ganz massiv« davon<br />
ab, »was Kohlefaser pro Kilogramm kostet«. »Wird die Faser<br />
vom Preis her günstig, ist sie massenproduktionstauglich«,<br />
betont auch Professor Dr. Frank Pöhler von der Fakultät für<br />
Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule für Technik<br />
und Wirtschaft in Karlsruhe. Gegenwärtig sei Carbon so<br />
teuer, dass es nur für Klein- oder Mittelserien im gehobenen<br />
Segment tauge. Audi setze auf Carbon plus Leichtbau, Lamborghini<br />
auf Carbon total.<br />
Hohes Energieaufnahmevermögen<br />
Das liege auch daran, dass die Fahrgastzelle aus Carbon länger<br />
halte. »Normale sicherheitsrelevante Bauteile bedeuten<br />
für den Menschen ein größeres Verletzungsrisiko«, sagt der<br />
Experte. »Mit Carbon gibt es bestimmt kein höheres Unfallrisiko.<br />
Das sieht man in der Formel1, wo der Fahrer trotz heftigen<br />
Crashs unverletzt bleibt. Die Fasern sind sehr geeignet<br />
für solche Sachen.« Besonders beeindruckt Pöhler das<br />
hohe Energieaufnahmevermögen von CFK: »Bei Stabhochsprungstäben<br />
im Spitzenbereich zeigt sich die Flexibilität<br />
und die Dehnbarkeit der Faser. Sie zerbricht nicht wie Glas.<br />
Es kommt lediglich zu einer Deformation.« Glasfaser biete<br />
eine um eine Stufe niedrigere Festigkeit als Carbon. Die speziellen<br />
Reparaturtechniken für CFK-Bauteile würden auch im<br />
Flugzeug- und Bootsbau eingesetzt. »Die Festigkeit ist dann<br />
nicht mehr so groß«, erklärt Pöhler. In der Formel1 würden<br />
zerbrochene, sicherheitsrelevante Carbon-Teile komplett<br />
ausgetauscht.<br />
Überlebenszelle aus CFK<br />
»Meiner Einschätzung nach sind Carbonfasern - genauer<br />
gesagt carbonfaserverstärkte Kunststoffe CFK - sehr wohl<br />
als zukunftsträchtiges Material nicht nur für Elektroautos<br />
geeignet. Sie sind hierfür sogar prädestiniert, und das auch<br />
und gerade unter dem Gesichtspunkt »Verhalten von Carbonfasern<br />
bei Unfällen«, sagt Dr.-Ing. Rüdiger Bräuning vom<br />
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Stellvertretender<br />
Produktbereichsleiter Polymer Engineering. Ein<br />
Grund hierfür ist, Bräuning zufolge, das hohe Leichtbaupotenzial,<br />
das gewichtsbezogen viel Steifigkeit und Festigkeit<br />
biete, und zwar mit bis zu zwei Dritteln Gewichtsreduzierung<br />
92 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ANNEGRET HANDEL-kempf<br />
»Sind Carbonfasern als zukunftsträchtiges Material für<br />
Elektroautos geeignet oder gibt es Sicherheitsprobleme,<br />
die nicht zu überwinden sind?«<br />
gegenüber Stahl und einem Drittel gegenüber Aluminium.<br />
Ein weiteres Argument sei die um ein vielfaches höhere spezifische<br />
Energieaufnahme im Crashfall gegenüber Stahl und<br />
Aluminium. Dadurch würden sich das Verletzungs- und Todesrisiko<br />
von Autoinsassen im Vergleich zu Stahl- oder Alu-<br />
Karosserien deutlich reduzieren.<br />
Bräuning verweist darauf, dass im Motorsport die hochsteife<br />
und hochfeste CFK-Monocoque die Überlebenszelle bildet:<br />
Sie bleibe im Idealfall vollständig erhalten und schütze so<br />
Fahrer und Passagiere. Und das funktioniert so: Im Front-,<br />
Heck- und Seitenbereich wird die Crashenergie, also die<br />
bei einem Unfall auftretende negative Beschleunigung,<br />
durch die CFK-Bauteile so weit abgebaut, dass weder die<br />
Überlebenszelle zu stark beschädigt, noch die für den Fahrer<br />
tolerierbare maximale Verzögerung überschritten wird.<br />
Die Crash-Elemente verdauen die bei einem Unfall wirkenden<br />
Kräfte, indem sie die maximale Energie-Absorption bis<br />
zur Selbst-Pulverisierung fressen. Der Serien-Sportwagen<br />
Mercedes-Benz SLR McLaren werde bereits nach diesem<br />
Formel1-Schutz-Prinzip gebaut.<br />
In die Großserie startet CFK voraussichtlich erstmals mit dem<br />
Elektromobil BMW i13, dem MegaCityVehicle, im Jahr 2013.<br />
Der Fraunhofer-Forscher hebt hier das »Drive-Modul« hervor,<br />
also das Chassis aus Aluminium, in dem auch die Batterie<br />
steckt. Es soll bei einem Unfall den Großteil der Energie<br />
absorbieren. Das »Life-Modul« stelle die Überlebenszelle<br />
dar und spiele vor allem bei Seitenaufprall- und Pfahl-Unfall<br />
die »hervorragenden Crasheigenschaften« von CFK aus.<br />
entsprechende Vorschriften, was den Einsatz von Carbon<br />
im Fahrzeuginnenraum betrifft.« Allerdings gebe es für den<br />
Splitterschutz »sehr gute« innovative Ansätze, um diese Gefahren<br />
zu vermeiden. Funke: »Diese Methoden sind sehr wirkungsvoll,<br />
so dass ich davon ausgehe, dass CFK in zukünftigen<br />
Fahrzeugen vermehrt zum Einsatz kommen kann und<br />
die Splittergefahr kein wirkliches Hemmnis zur Verbreitung<br />
von CFK im Fahrzeugbereich darstellen wird.«<br />
Gummi gegen Gefahren<br />
Eine Optimierung von CFK-Metall-Hybridbauteilen hat sich<br />
das Gummiwerk Kraiburg vorgenommen. Der Spezialist für<br />
technische Kautschuk-Mischungen entwickelte eine direkte<br />
Integration von Rohkautschuk-Mischungen, ohne zusätzliche<br />
Arbeitsschritte und Haftvermittler, in den Fertigungsprozess<br />
der Faserverbundwerkstoffe. Fasern, Harz und Gummi<br />
werden auf diese Weise neu kombiniert.<br />
Von den Fasern kommt die Stabilität, das Harz hält die Fasern<br />
in Form und der Gummi ermöglicht Verbesserungen der<br />
Bauteile für den jeweiligen Einsatzbereich. Eine Erhöhung<br />
der Elastizität, Verringerung der Splittergefahr und Verbesserung<br />
des Crash-verhaltens verspricht sich das Unternehmen<br />
davon.<br />
Annegret Handel-Kempf<br />
Freie Redakteurin und Autorin<br />
red-jah@journalistenbuero-jah.com<br />
www.journalistenbuero-jah.com<br />
»Splittergefahr kein wirkliches Hemmnis«<br />
Professor Dr.-Ing. Herbert Funke, zuständig für Fahrzeugkonstruktion<br />
im Bereich Maschinenbau an der Fachhochschule<br />
Dortmund, hingegen warnt: »Prinzipiell ist es richtig,<br />
dass konventionelle CFK-Laminate zum Splittern neigen,<br />
was insbesondere im Crashfall zusätzliche Verletzungsrisiken<br />
beinhalten kann. Im Fahrzeugbau gibt es daher auch<br />
Neue Mobilität<br />
93
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Kathrin Dudenhöffer & Leonie hause<br />
CAR-Mitarbeiter unterstützt blinden Probanden beim Ausfüllen des Fragebogens<br />
Gefahrenpotentiale leiser<br />
Elektroautos<br />
Kathrin Dudenhöffer & Leonie Hause<br />
Leise Autos als Zukunftsbild? Die ersten Prototypen und Serienmodelle<br />
von Elektroautos fahren bereits fast geräuschfrei<br />
durch Deutschlands Straßen. Vor allem bei geringen<br />
Geschwindigkeiten macht sich das fehlende Geräusch des<br />
Verbrennungsmotors bemerkbar: lediglich das leise Summen<br />
des Elektromotors ist wahrnehmbar. Was für viele Anwohner<br />
verkehrsintensiver Straßen als Traum erscheint, ist<br />
für blinde und sehbehinderte Personen, aber auch für ältere<br />
Mitbürger und Kinder eine Gefahr.<br />
Besonders Blinde und Sehbehinderte stehen der Kommerzialisierung<br />
und Ausbreitung von Elektroautos mit großer<br />
Skepsis und Furcht gegenüber. Ihnen dient das Motorengeräusch<br />
nicht nur zur Warnung, sondern auch zur Orientierung<br />
im Straßenverkehr. In einer Studie am CAR-Institut der<br />
Universität Duisburg-Essen wurde diesem Problem nachgegangen.<br />
Die Forscher untersuchten, wie Fußgänger Geräusche<br />
in Verkehrssituationen mit Elektrofahrzeugen wahrnehmen,<br />
wie diese Personen ihre persönliche Sicherheit bei<br />
Elektroautos im Straßenverkehr empfinden, welche Gefahren<br />
für Handicap-Gruppen bestehen und wie Lösungsmöglichkeiten<br />
aussehen können. Die Untersuchung war Teil des<br />
ColognE-mobil-Projektes in der Modellregion Rhein-Ruhr für<br />
Elektromobilität.<br />
94 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Kathrin Dudenhöffer & Leonie Hause<br />
Basis der Studie waren fünf Fahrzeugpaare, bestehend aus<br />
je einem batterieelektrischen Fahrzeug (BEV) und ein bis<br />
zwei baugleichen Verbrennern. Die Untersuchung umfasste<br />
Akustikmessungen der Fahrzeugpaare (zum einen auf einer<br />
Teststrecke sowie am Versuchsort), Experimente zur Geräuschwahrnehmung<br />
in einem Wohngebiet mit insgesamt<br />
240 Probanden sowie vertiefende Gruppendiskussionen<br />
mit blinden und sehbehinderten Personen. Die Experiment-<br />
Studie erfolgte in drei Durchläufen im Zeitraum von Juli 2010<br />
bis April 2011. Die Probanden bewerteten die vorbeifahrenden<br />
Fahrzeuge vom Straßenrand aus per Fragebogen (vgl.<br />
Abb.1).<br />
Fahrzeugtyp<br />
German E-Cars / Stromos BEV<br />
Opel Agila Benzin<br />
Smart Fortwo BEV<br />
Smart Fortwo Benzin<br />
Smart Fortwo Diesel<br />
Pegel in dB (A)<br />
57<br />
59<br />
58<br />
61,5<br />
62,5<br />
wird diese Lösung vertreten. Laut Aussagen der Teilnehmer<br />
der Gruppendiskussionen sind individuelle Sounds wie<br />
Vogelgezwitscher, Musik oder Düsenjet-Geräusche keine<br />
Alternative, da anhand fremder Geräusche Distanz und Geschwindigkeit<br />
des Fahrzeuges schwer einzuschätzen sind.<br />
Allerdings lassen die neusten Ergebnisse der Studie vermuten,<br />
dass moderne Benzin-Fahrzeuge (wie hier der Opel<br />
Agila) fast so leise sind wie Elektroautos und demensprechend<br />
ebenfalls schwer wahrgenommen werden können.<br />
Der Anteil der gefährdeten Probanden im Experiment scheint<br />
nahezu identisch mit den Werten des Elektrofahrzeugs.<br />
Demzufolge empfehlen die Forscher des CAR-Instituts eine<br />
breitere Lösung für die Problematik der leisen Fahrzeuge.<br />
So könnte ein elektronisches Warnsystem die betroffenen<br />
Personen (in erster Linie blinde und sehbehinderte Personen,<br />
aber auch Kinder, Senioren und Schwerhörige) vor einem<br />
herannahenden Fahrzeug warnen und auf eine mögliche<br />
Gefahr aufmerksam machen.<br />
ABB.1:Akustikmessungen auf der Teststrecke (Auswahl)<br />
Zusätzlich wurden mittels eines elektronischen Buzzersystems<br />
die Zeiten gemessen, wann die Probanden das herannahende<br />
Fahrzeug hörten. Die breite Stichprobe der Studie<br />
umfasste blinde und sehbehinderte Personen sowie nicht<br />
sehbehinderte Menschen. Die Altersspanne reichte vom<br />
5-jährigen Kind bis zum 94-jährigen Senior.<br />
Wichtiges Ergebnis der Experimentstudien ist, dass Probleme<br />
bei der akustischen Wahrnehmung von Elektroautos<br />
auch bei höheren Geschwindigkeiten von 30 km/h und<br />
unterschiedlichen Wetterbedingungen (auf trockener und<br />
nasser Fahrbahn) bestehen. Etwa 15% der Probanden konnten<br />
in den simulierten Verkehrssituationen das Elektroauto<br />
nicht rechtzeitig wahrnehmen. Für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe<br />
scheinen leise Elektrofahrzeuge demnach ein<br />
Risikopotenzial darzustellen.<br />
Die vertiefenden Interviews mit blinden und sehbehinderten<br />
Personen machten deutlich, dass Verkehrssituationen<br />
mit Elektrofahrzeugen bei niedrigerer Geschwindigkeit gefährlicher<br />
werden. Vor allem stehende Elektrofahrzeuge mit<br />
laufendem Motor, Anfahren und Abbremsen (wie beispielsweise<br />
beim Ein- und Ausparken) wurde von den Teilnehmern<br />
als sehr riskant bewertet, da kaum Fahrgeräusche wahrgenommen<br />
werden konnten.<br />
Kathrin Dudenhöffer / Leonie Hause<br />
CAR - Center Automotive Research<br />
Universität Duisburg-Essen<br />
www.uni-due.de/car<br />
Ein kurzfristiger Lösungsvorschlag könnte der Einbau eines<br />
künstlich generierten Motorengeräusches in die entsprechenden<br />
Fahrzeuge sein. Besonders von Blindenverbänden<br />
Neue Mobilität<br />
95
Status Quo der Elektromobilität - Legal corner<br />
Elektromobilität - eine energierechtliche<br />
Betrachtung<br />
Rechtsanwalt Dr. Christian de Wyl und Rechtsanwalt Jan-Hendrik vom Wege, MBA<br />
Die Vision ist formuliert: Im Idealfall sollen im Jahr 2020 auf deutschen Straßen eine Million<br />
Elektroautos surren. Eine große Herausforderung nicht nur für die Autoindustrie, sondern auch für<br />
die Energiewirtschaft. Mit den derzeitigen energiewirtschaftlichen und -rechtlichen Rahmenbedingungen<br />
ist die Integration des elektromobilen Energieverbrauchers nicht oder nur mit gehörigen<br />
Anstrengungen und umfangreicher Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten darstellbar.<br />
Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur & Konsequenzen<br />
für die Ladesäulenbetreiber<br />
Während wir heute unsere konventionellen Autos an der<br />
nächsten Tankstelle auftanken, fehlt es für Elektromobile<br />
noch an der notwendigen Ladesäuleninfrastruktur. Diese<br />
wird in den kommenden Jahren sukzessive aufgebaut werden,<br />
zunächst vorwiegend im privaten (Ladestation in der<br />
eigenen Garage) oder halb-öffentlichen Raum (Parkhäuser,<br />
Supermarktparkplätze o.ä.), später auch im öffentlichen Bereich<br />
(am Straßenrand). Doch so mancher Betreiber einer<br />
Ladesäule macht sich keine Gedanken über die (rechtlichen)<br />
Konsequenzen, jedenfalls dann, wenn er Dritten die Aufladung<br />
gestattet. Unabhängig davon, welcher Stromlieferant<br />
den Betreiber an der Ladesäule beliefert, stellt die Abgabe<br />
des Stroms an einen Elektroautofahrer, ob entgeltlich (z.B.<br />
erhöhtes Parkentgelt) oder kostenfrei, eine Belieferung dar.<br />
Die Folgen sind weitreichend: Der Ladesäulenbetreiber wird<br />
im energie- und stromsteuerrechtlichen Sinne selbst zum<br />
Lieferanten bzw. Versorger und muss den umfangreichen<br />
Pflichtenkanon des Energiewirtschafts- und Stromsteuergesetzes<br />
einhalten. Dieser umfasst beispielsweise die<br />
Verpflichtung zur Anzeige der Tätigkeitsaufnahme bei der<br />
Bundesnetzagentur, Beantragung einer Versorgererlaubnis<br />
bei den Zollbehörden und Abgabe einer Steueranmeldung<br />
sowie eine Vielzahl weiterer Pflichten gegenüber Marktteilnehmern.<br />
Anders stellt es sich dar, wenn der Ladesäulenbetreiber<br />
nur die Infrastruktur zur Verfügung stellt, damit Lieferanten<br />
ihren Strom dort anbieten können.<br />
Sind diese Folgen gewollt und fördern sie die Bereitschaft,<br />
Ladesäulenbetreiber zu werden? Nach geltender Rechtslage<br />
sind sie jedenfalls unausweichlich.<br />
Beifahrer Lieferant?<br />
Eine ganz andere Problematik stellt sich für den Elektromobilfahrer,<br />
der die Erwartung hegt, an jeder Ladesäule Fahrstrom<br />
seines eigenen Lieferanten beziehen zu können. Im<br />
geltenden Rechtsrahmen funktioniert eine Aufladung eines<br />
Elektromobils dann, wenn die an einem Ladepunkt entnommene<br />
Energie genau einem Lieferanten bilanziell zugeordnet<br />
werden kann und der Lieferant den Verbrauch wenigstens einem<br />
Kunden gegenüber abrechnen kann.<br />
Damit sind solche Ladeszenarien umsetzbar, in denen der<br />
Betreiber der Ladesäule selbst beliefert wird. Das trifft jedenfalls<br />
auf die »Beladung in der eigenen Garage« zu. Entsprechend<br />
ist dieses für einen Parkplatz denkbar. Regelmäßig<br />
ist der Parkplatzbetreiber der belieferte Kunde, der die<br />
Energie gratis oder gegen gesondertes Entgelt (z.B. erhöhte<br />
Parkgebühr) - mit den zuvor geschilderten Folgen - zur Verfügung<br />
stellt. Schließlich sind natürlich auch Modelle möglich,<br />
in denen der Lieferant die Ladesäule selbst betreibt.<br />
Auch die Umsetzung einer »lieferantenoffenen« Ladesäule<br />
ist derzeit nur möglich, wenn die beteiligten Lieferanten<br />
zugunsten des Kunden kooperieren. Wollen mehrere Lieferanten<br />
ihre Kunden an dieser Ladesäule laden lassen, bedarf<br />
es entsprechender (freiwilliger) Vereinbarungen mit dem die<br />
Ladesäule betreibenden Lieferanten (s.g. Bereitstellung).<br />
Die Flexibilität endet jedoch, wenn die Belieferung einer<br />
»vagabundierenden« Entnahmestelle, wie ein Elektromobil<br />
oder ein sich bewegender Kunde, abgebildet werden soll.<br />
Das geltende Recht kennt nur ortsfeste Entnahmestellen.<br />
96 Neue Mobilität
Status Quo der Elektromobilität - Legal Corner<br />
»Die heute geltenden Rahmenbedingungen sind nur schwer<br />
geeignet, damit Elektromobilität zur Selbstverständlichkeit<br />
wird.«<br />
Fazit<br />
Diese einfachen Beispiele zeigen, dass die heute geltenden<br />
Rahmenbedingungen nur schwer geeignet sind, damit<br />
Elektromobilität zur Selbstverständlichkeit wird. Die beschriebenen<br />
Schwierigkeiten stellen Hindernisse dar, die<br />
Vision von einer Million Elektroautos in 2020 Realität werden<br />
zu lassen. Der Gesetzgeber muss den Rechtsrahmen<br />
anpassen, damit es für den potenziellen Kunden so komfortabel<br />
wie möglich ist, sonst wird dieser nicht elektromobil<br />
unterwegs sein.<br />
Dr. Christian de Wyl & Jan-Hendrik vom Wege<br />
Rechtsanwälte, Becker Büttner Held / www.bbh-online.de<br />
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Steuerberatung<br />
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status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - BENJAMIN BÜRGER<br />
Vehicle to Grid<br />
Elektrofahrzeuge als Energiespeicher<br />
Betrachten wir das Jahr 2030, die Elektromobilität hat sich<br />
durchgesetzt und ist zu einem Massenphänomen geworden.<br />
Millionen von elektrisch betriebenen Autos fahren auf<br />
Deutschlands Straßen. Die Menschen haben sich an die<br />
lautlose Mobilitätsform gewöhnt und sie lieben gelernt. In<br />
dieser Situation stellt sich die Frage, ob Elektroautos weitere<br />
Funktionen außer der Mobilität bieten können. Eine Antwort<br />
könnte das »Vehicle to Grid« Konzept (V2G) sein, die Verwendung<br />
von Fahrzeugakkumulatoren als Energiespeicher.<br />
Zunächst erscheint die Idee von V2G einfach. Die Kapazität<br />
der Akkumulatoren in den Elektrofahrzeugen wird genutzt,<br />
um Strom bei geringer Nachfrage zu speichern und bei hoher<br />
Nachfrage ins Netz einzuspeisen. Die zusätzliche Möglichkeit<br />
zur Energiespeicherung ermöglicht es resultierende<br />
Nachteile aus schwankender regenerativer Energieerzeugung<br />
zu verringern. Gegenüber anderen elektrisch angetriebenen<br />
Fahrzeugen sind Pkw aufgrund der relativ hohen<br />
Akkukapazität und großen Verfügbarkeit besonders geeignet.<br />
Viele Nutzergruppen (wie bspw. Pendler) haben einen<br />
gleichbleibenden Tageskilometerbedarf. Laut ADAC fahren<br />
80% der Fahrzeuge weniger als 40 km am Tag. Dies entspricht<br />
ungefähr einer täglichen Nutzung von einer Stunde.<br />
Die restliche Zeit könnte das Fahrzeug für die Speicherfunktion<br />
genutzt werden. Der Fahrzeugnutzer stellt seine täglich<br />
benötigten Kilometer einmalig in das IT-System seines Anbieters<br />
ein. Je nach Sicherheitsbedürfnis des Nutzers wird<br />
ein Puffer auf die von ihm benötigten Kilometer aufgeschlagen.<br />
Benötigt er mehr Kilometer als geplant, z.B. für einen<br />
Kinobesuch, kann er seinen Kapazitätsbedarf bei seinem<br />
Anbieter kurzfristig vergrößern. So steht das Fahrzeug ohne<br />
Einschränkungen zur Verfügung. Netzseitig wird der ungeplante<br />
Kapazitätsausfall mit einer vorherigen Überplanung<br />
der Kapazitäten abgefangen.<br />
Die größere Herausforderung wird es sein, die Fahrzeugnutzer<br />
für V2V zu motivieren. Dies könnte durch eine Beteiligung<br />
am Gewinn erfolgen. Dies muss nicht zwingend auf<br />
monetäre Weise geschehen. Möglich wäre ein Geschäftsmodell,<br />
in dem der Nutzer durch Freikilometer vergütet wird.<br />
Freikilometer können außerdem sehr gut für Marketingaktionen<br />
genutzt werden. Weitere Möglichkeiten für Anreize<br />
sind Parkplätze für V2G-Fahrzeuge in prädestinierter Lage<br />
oder die Darstellung als innovativer Fahrzeugnutzer.<br />
Um V2G zu realisieren, bedarf es für Unternehmen der Möglichkeit<br />
Gewinne zu erwirtschaften. Die Erlöse können durch<br />
die aus dem Tageszyklus des Strommarktes resultierende<br />
Differenz zwischen Preisminimum und Preismaximum realisiert<br />
werden. Beim Einsatz der Fahrzeuge als Regelenergielieferant<br />
können weitere Erlöse erzielt werden. Die Kosten<br />
von V2G entstehen hauptsächlich durch die Abnutzung der<br />
Fahrzeugakkumulatoren.<br />
Unter Berücksichtigung der für das Jahr 2020 vorausgesagten<br />
Kosten für Akkumulatoren, Ladezyklen, zusätzliche<br />
Ladesäulen und des zu erzielenden Durchschnittsdifferenzpreises<br />
ergibt sich ein Gewinn von einigen Euros pro Ladezyklus.<br />
Durch Skalen- und Lerneffekte sind weitere Kostensenkungen<br />
in der Herstellung der Akkumulatoren zu erwarten.<br />
Diese wirken sich gewinnsteigernd aus.<br />
Das Konzept des Elektrofahrzeugs als Energiespeicher<br />
könnte eine Funktion über den reinen Mobilitätszweck hinaus<br />
sein. Der Erfolg wird jedoch stark von Faktoren wie der<br />
günstigen Massenfertigung von Akkumulatoren, sowie dem<br />
gewählten Geschäftsmodell der Elektromobilität beeinflusst<br />
werden.<br />
Benjamin Bürger<br />
Cassini Consulting<br />
benjamin.buerger@cassini.de<br />
www.cassini.de<br />
98 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Batterieforschungszentrum MEET<br />
Der Schlüssel<br />
liegt in der Batterie<br />
Das Forschungszentrum MEET der Universität Münster führt Wissenschaft und<br />
Industrie an einem Ort zusammen<br />
Es ist mehr als hundert Mal trockener als in der Sahara. Gearbeitet wird mit Mundschutz, um<br />
die hoch reaktiven Materialien vor Feuchtigkeit zu schützen. Wo Batteriezellen auf Basis der<br />
Lithium-Ionen-Technologie hergestellt werden, muss die Luftfeuchtigkeit extrem niedrig sein.<br />
Im Trockenraum des Batterieforschungszentrums MEET der Universität Münster liegt die relative<br />
Luftfeuchte bei etwa 0,02%.<br />
Das MEET ist Teil des rund 4.500 Quadratmeter umfassenden<br />
Zentrums, in dem ein internationales Team aus 75 Wissenschaftlern<br />
an der Weiterentwicklung elektrochemischer Energiespeicher<br />
arbeitet - angefangen von den Materialien bis hin<br />
zur fertigen Zelle. Das Ziel: Die Batterie für größere Systeme<br />
kompatibel zu machen - auch für den Einsatz in Elektroautos.<br />
MEET steht für »Münster Electrochemical Energy Technology«<br />
und hat sich innerhalb weniger Monate zu einer der<br />
bedeutendsten Einrichtungen der Batterieforschung in<br />
Deutschland entwickelt.<br />
Anfang 2009 entstanden die ersten Skizzen für das Zentrum<br />
auf dem Papier. Ein Jahr später kam es bereits zur Auftragsvergabe<br />
für den Bau. Ein weiteres Jahr später - im Februar<br />
2011 - folgte der Einzug. »Die Umsetzung fand in Rekordzeit<br />
statt«, betont MEET-Projektleiter Dr. Gerhard Hörpel.<br />
Ein Fokus der Forschungsarbeit liegt etwa auf der Analyse<br />
und Synthese neuer Materialen. »Gute Materialien sind<br />
die Basis leistungsfähiger Batterien«, erklärt Prof. Martin<br />
Winter vom MEET. »Ein entscheidender Punkt dabei ist, die<br />
Speicherkapazität der Materialien und somit die Energiedichte<br />
der Batterien zu erhöhen.« So ließen sich beispielsweise<br />
größere Reichweiten von Elektroautos erzielen. Gleichzeitig<br />
spielt die Alterung der Akkus eine wichtige Rolle. Denn von<br />
einer praxistauglichen Batterie wird erwartet, dass sie ein<br />
Autoleben lang hält. In den Laboren des MEET-Zentrums<br />
können die Akkus einem so genannten Stresstest unterzogen<br />
und Alterungsmechanismen untersucht werden. Das heißt,<br />
sie werden bei unterschiedlichen Temperaturbedingungen<br />
tausendfach auf- und entladen. Die Ergebnisse - sprich wie<br />
sie reagieren und welche Nebenprodukte entstehen - liefern<br />
wichtige Informationen für den Einsatz in der Praxis.<br />
Neben der Beteiligung an nationalen und internationalen<br />
Projekten zur Erforschung von Energiespeichern will MEET<br />
auch gezielt die Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft<br />
schlagen. Daher wird sowohl eng mit anderen Forschungsinstituten<br />
als auch Partnern aus der Industrie sowie kleinen<br />
und mittelständischen Unternehmen zusammengearbeitet.<br />
»Wir bieten Firmen zum Beispiel die Möglichkeit, bei uns<br />
ihre Materialien testen zu lassen«, so Hörpel. Unternehmen<br />
wie VW, Daimler und Audi gehören bereits zu den Auftraggebern.<br />
»Die Idee hinter MEET ist, verschiedene Kompetenzen<br />
an einem Ort bündeln«, betont Professor Winter.<br />
Noch gilt es, einige Hürden auf dem Weg zu kostengünstigen<br />
und praxistauglichen Batterien zu nehmen. Doch in Münster<br />
wird kräftig daran geforscht, dass die Vision einer elektromobilen<br />
Zukunft ein Stück näher rückt.<br />
Westfälische Wilhelms-Universität<br />
Batterieforschungszentrum MEET<br />
www.uni-muenster.de/MEET<br />
Neue Mobilität<br />
99
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - HANS-JÜRGEN ESCH<br />
Elektronik im Elektroauto<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
Der atemberaubende Fortschritt der Elektronik veränderte<br />
unser Leben in den letzten Jahrzehnten grundlegend. Die<br />
Digitalisierung elektronischer Systeme und immer komplexere<br />
und schnellere elektronische Schaltkreise ermöglichten<br />
Computer, Mobiltelefone, Digitalkameras, neuartige Unterhaltungselektronik<br />
und Internet. Sensoren, Interfacebausteine<br />
und verbesserte Leistungshalbleiter verbanden die<br />
Intelligenz mikroelektronischer Systeme mit der realen Welt.<br />
Präzise Prozesssteuerungen, neue Fertigungsverfahren und<br />
Robotersysteme entstanden. Der ausgelöste tiefgreifende<br />
Wandel aller Lebensbereiche ähnelt denen der industriellen<br />
Revolution und markiert den Übergang zur postindustriellen<br />
Informationsgesellschaft.<br />
Einem 125-Jährigen verhalf jedoch die Elektronik zu einem erstaunlichen<br />
Weiterleben: das fossile Auto überlebte. Gleich<br />
einem Patienten auf der Intensivstation retteten elektronische<br />
Hilfssysteme den an Effizienz und Sauberkeit schwächelnden<br />
Verbrennungsmotor. Motorsteuergeräte und Sensornetzwerke<br />
verbesserten den Verbrennungsprozess und<br />
senkten den Verbrauch, leider unzureichend. Gegen Abgase,<br />
Lärm und die Abhängigkeit vom Öl mit den negativen Folgen<br />
für Volkswirtschaft und Umwelt ist Elektronik verständlicherweise<br />
machtlos.<br />
Welche Rolle spielt Elektronik beim längst überfälligen Systemwechsel<br />
des Fahrzeugantriebs und wie könnte mit ihr<br />
die Mobilitätswende forciert werden?<br />
Blicken wir zunächst zurück - schließlich existierten Elektroautos,<br />
bevor es Elektronik gab. Energiespeicher waren<br />
schwere Bleiakkus, deren Lade- und Entladevorgänge manueller<br />
Überwachung bedurften. Die historischen Gleichstrommotoren<br />
arbeiteten direkt mit dem Batteriegleichstrom. Sie<br />
besaßen Schleifkontakte als Polwender, die im Rotor magnetische<br />
Wechselfelder erzeugten. Diese schweren Maschinen<br />
wurden elektrisch oder elektromechanisch mit mäßigem<br />
Wirkungsgrad in der Leistung verändert.<br />
Wesentliche Verbesserungen bei Akkus und Motoren ermöglichten<br />
erst Halbleiterschaltkreise. Im modernen Elektroauto<br />
sind Steuerung und Überwachung von Akku und Antrieb<br />
zentrale Aufgaben. Ferner vernetzt Elektronik Fahrzeug<br />
und Ladeinfrastruktur, mindestens um den Ladevorgang zu<br />
optimieren, künftig auch zur Interaktion mit intelligenten<br />
Netzen. Bleiben noch, vergleichbar mit bisherigen Autos,<br />
Fahrerinformationssysteme sowie diverse Sicherheits- und<br />
Steuerfunktionen.<br />
In Lithium-Batterien sorgt elektronische Assistenz für Performance,<br />
Sicherheit und Lebensdauer der Zellen und informiert<br />
über den Ladezustand (vgl. Esch: »Die Batterie als<br />
Schlüssel zur eMobilität«, <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 2/2011).<br />
Heute favorisierte Elektromotoren besitzen keine Schleifkontakte,<br />
benötigen jedoch mehrphasige Wechselströme variabler<br />
Frequenz und Stärke. Motorkontroller, auch als Pulswechselrichter<br />
oder Main Inverter bezeichnet, wandeln den<br />
Gleichstrom (DC) der Batterien in meist drei Phasenwechselströme<br />
(AC) und steuern das elektromagnetische Drehfeld<br />
im Motor. Zur Umwandlung wird Puls-Weiten-Modulation<br />
(PWM) verwendet.<br />
Schalter<br />
Batterie<br />
Pulsweite<br />
ABB.1: Wandlung DC/AC mittels PWM<br />
Schalter geschlossen<br />
Schalter offen<br />
Pulsfrequenz<br />
Abb.1 illustriert, wie durch simple höherfrequente Schaltvorgänge<br />
aus der Batteriespannung variable Wechselströme<br />
100 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - HANS-JÜRGEN ESCH<br />
»Moderne Fahrzeugantriebe sind komplexe Systeme aus<br />
Elektromechanik, Sensorik, Mikro- und Leistungselektronik<br />
mit hohem Optimierungspotential. Mit geeigneter Programmierung<br />
des Motorkontrollers lässt sich die Energieeffizienz<br />
im Teillastbereich deutlich steigern.«<br />
entstehen. Moderne Leistungshalbleiter erledigen dieses<br />
Schalten verlustarm und stehen über Interfacebausteine mit<br />
der steuernden Mikroelektronik des Motorkontrollers in Verbindung.<br />
Asynchronmaschinen kommen mit relativ einfachen Motorkontrollern<br />
aus, die den Frequenzumrichtern stationärer<br />
Industrieantriebe ähneln. Werden die kompakteren und<br />
leichteren dauermagneterregten Synchronmaschinen (PSM)<br />
eingesetzt, wächst der Aufwand, da die Phasenströme mit<br />
der über Sensoren erfassten Position des Rotors zu synchronisieren<br />
sind. Synchronmaschinen können kurzzeitig extreme<br />
Drehmomente erzeugen, erhitzen sich jedoch wegen der<br />
dazu nötigen hohen Ströme. Eine wichtige Zusatzaufgabe<br />
des Motorkontrollers ist deswegen, Motortemperatur und<br />
Ströme zu messen, um Überlastungen entgegenzuwirken.<br />
Gegenüber Verbrennungsmotoren, die ihre maximale Leistung<br />
nur in einem Arbeitspunkt erreichen, liefert ein gut<br />
abgestimmtes Elektrotraktionssystem kurzzeitig ein mehrfaches<br />
der Nennleistung.<br />
Moderne Fahrzeugantriebe sind komplexe Systeme aus<br />
Elektromechanik, Sensorik, Mikro- und Leistungselektronik<br />
mit hohem Optimierungspotential. Mit geeigneter Programmierung<br />
des Motorkontrollers lässt sich die Energieeffizienz<br />
im Teillastbereich deutlich steigern. Beispielsweise kann<br />
eine feldorientierte Vektorkontrolle, eine komplexe transformatorische<br />
Modulation, die Magnetfelder im Motor an wechselnde<br />
Bedingungen des Fahrbetriebs besser anpassen.<br />
Beim Bremsen wird gewöhnlich Bewegungsenergie in Wärme<br />
umgesetzt. Elektroautos können diese Bewegungsenergie<br />
teilweise rekuperieren, wenn die Elektromaschine beim<br />
Bremsen in den Generatorbetrieb steuert. Die Bewegungsenergie<br />
lädt dann dosiert die Akkus, die mechanischen Bremsen<br />
werden entlastet. Die Steuerung des Nutzbremsens erledigt<br />
auch der Motorkontroller. Um maximale Energie beim<br />
Bremsen zu gewinnen, werden im Generatorbetrieb gelieferte<br />
Wechselströme gleichgerichtet und in entsprechende Ladeströme<br />
umgewandelt. Für diese Wandlung verwendet der<br />
Motorkontroller die Wicklungen der Maschine selbst oder<br />
zusätzliche Spulen (Speicherdrosseln).<br />
Drücken wir das »Gas«-Pedal, wird die Pedalstellung per<br />
Sensor erfasst und üblicherweise in einem extra Steuergerät<br />
aufbereitet, bevor der Motorkontroller sie erhält. Hier wird<br />
der Fahrerwunsch über programmierte Steuer- und Regelalgorithmen<br />
nach vorgegebenem oder über Fahrprofile wählbarem<br />
Ansprech- und Beschleunigungsverhalten im Sinne<br />
optimaler Energieeffizienz oder auch Sportlichkeit beeinflusst.<br />
Bei Radnabenmotoren übernimmt dieses Steuergerät<br />
auch die Drehmomentverteilung und kann mit Torque-Vectoring<br />
mehr als ein mechanisches Differential leisten.<br />
Ein Problem bei permanenterregten Synchronmaschinen<br />
liegt im hocheffizienten Generatorbetrieb und sei noch erwähnt.<br />
Funktionsstörungen im Motorkontroller oder Defekte<br />
im Motor selbst blockieren schlimmstenfalls den Antrieb.<br />
Die fatalen Folgen müssen beim Systemdesign berücksichtigt<br />
und entsprechende Sicherheitsfeatures vorgesehen<br />
werden.<br />
Zusammenfassen lässt sich die Rolle der Elektronik für moderne<br />
Elektroautos so:<br />
• Optimierung der Batterieperformance, Reichweiteanzeige<br />
• Steuerung von Drehstromantrieben<br />
• Steigerung des Teillast-Motorwirkungsgrades<br />
• angepasstes Ansprech- und Beschleunigungsverhalten,<br />
Rekuperation<br />
• Motorüberwachung, Sicherheit, Torque-Vectoring<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur,<br />
Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung,<br />
Geschäftsführender Gesellschafter ELAN Technologie GmbH<br />
eMail office@esch-pro.com<br />
Neue Mobilität<br />
101
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Wolfgang Pfau & Lutz Göcke<br />
Geschäftsmodelle zur<br />
Marktetablierung<br />
Prof. Dr. Wolfgang Pfau und Dipl.-Betriebswirt (FH) Lutz Göcke<br />
Im Fokus der Diskussion bei der Marktetablierung von<br />
Elektrofahrzeugen steht zumeist die Optimierung von technischen<br />
Lösungen. Die Steigerung der Batteriekapazität, die<br />
Beschleunigung des Ladevorgangs und die Senkung der<br />
Batteriekosten sind häufig genannte erfolgskritische Elemente.<br />
Sich verändernde Mobilitätsbedürfnisse, rechtliche<br />
Rahmenbedingungen, eine zunehmende Urbanisierung und<br />
neue Wertschöpfungspotenziale im gesamten Leistungssystem<br />
rufen Geschäftsmodellinnovatoren auf den Plan, welche<br />
darauf abzielen die Spielregeln innerhalb des Leistungssystems<br />
in Frage zu stellen und zu verändern, um somit den<br />
Markt und die relevanten Entscheidungskriterien für den<br />
Kunden neu zu definieren. Geschäftsmodelle werden hier<br />
als integrierende Gestaltungsobjekte eines Unternehmens<br />
oder einer Unternehmenseinheit verstanden, die Wertschaffung<br />
für den Kunden und Wertaneignung durch das Unternehmen<br />
als zentrale Zielgrößen verfolgen. Bausteine von<br />
Geschäftsmodellen sind Produkt-/Markt-Kombination, die<br />
Konfiguration der Wertschöpfung, sowie das Ertragsmodell<br />
als Querschnittsfunktion der beiden erstgenannten Elemente.<br />
Geschäftsmodellinnovatoren sind Akteure welche die bestehenden<br />
Mechanismen der Wertschaffung und Wertaneignung<br />
in Frage stellen und neu definieren. Dabei werden nicht<br />
nur einzelne Elemente des Geschäftsmodells neu definiert,<br />
sondern eine Vielzahl von Elementen und darüber hinaus ihr<br />
Zusammenspiel.<br />
Im Rahmen der Elektromobilität ist das Unternehmen Better-<br />
Place ein häufig zitiertes Beispiel eines Geschäftsmodellinnovators.<br />
BetterPlace definiert die Mechanismen der<br />
Wertschaffung für den Kunden völlig neu, indem eine alternative<br />
Form der Energiebereitstellung angeboten und diese<br />
intelligent mit weiteren Teilleistungen verknüpft wird. Das<br />
markanteste Element des BetterPlace Geschäftsmodells ist<br />
die Batteriewechselstation. Sowohl das Problem der mangelnden<br />
Reichweite als auch das der Ladedauer werden<br />
bei einem flächendeckenden Netz vermieden. Über eine intelligente<br />
Gestaltung von Batterieleasingmodellen werden<br />
zudem die Kosten für die Batterie minimal gehalten. Das<br />
Problem der durch die gelagerten Batterien entstehenden<br />
Kapitalbindungs- und Logistikkosten sowie die großflächige<br />
Verfügbarkeit sind auch in diesem Modell nicht vollständig<br />
gelöst. Doch wenn ein solches Angebot erst einmal eine kritische<br />
Masse erreicht hat, hat es aufgrund der erstgenannten<br />
Eigenschaften, durchaus das Potenzial für ein massenmarktfähiges<br />
Konzept.<br />
Nicht nur an diesem Beispiel wird die Bedeutung einer integrierten<br />
Betrachtung von Geschäftsmodellen für den Erfolg<br />
von Elektromobilität deutlich. Auch etablierte Unternehmen<br />
der Energie- und Automobilbranche arbeiten an einer<br />
Anpassung Ihrer Geschäftsmodelle. Bei der Marktdurchdringung<br />
von Elektrofahrzeugen treten diese Akteure als<br />
Anbieter komplementärer Produkte auf. RWE bot bereits<br />
im Jahr 2010 ein integriertes Leistungsbündel aus Ladeinfrastruktur,<br />
Strom und Fahrzeug für eine begrenzte Region<br />
an. Ein solches Angebot zielt vor allem auf das Erreichen der<br />
Systemführerschaft bei der Elektromobilität ab. Auch hierbei<br />
werden sowohl Produkt-/Markt-Kombination, Konfiguration<br />
der Wertschöpfung als auch das zugrunde liegende Ertragsmodell<br />
neu definiert. Über Quersubventionen zwischen einzelnen<br />
Teilleistungen können die wahrgenommen Kosten für<br />
das gesamte Leistungsbündel relativ gering gehalten werden<br />
und somit zu einer stärkeren Diffusion von Elektrofahrzeugen<br />
führen.<br />
Neben der technischen Optimierung von Elektrofahrzeugen<br />
und der Energiebereitstellungsinfrastruktur wird die Diffusion<br />
von Elektromobilität durch die Gestaltung von Geschäftsmodellen<br />
beeinflusst. Die Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />
ist somit Aufgabe eines integrierten Managements<br />
etablierter Unternehmen und potentieller Neuanbieter zur<br />
langfristigen Marktdurchdringung von Elektromobilität und<br />
zur Sicherung der eigenen Wettbewerbsposition.<br />
Prof. Dr. Wolfgang Pfau / TU Clausthal<br />
wolfgang.pfau@tu-clausthal.de<br />
Dipl.-Betriebswirt (FH) Lutz Göcke<br />
lutz.goecke@gmx.de<br />
102 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Richard Colmorn<br />
Wertschöpfungsnetzwerke<br />
Berücksichtigung der Komplexität für einen erfolgreichen Systemwechsel<br />
Die Entwicklung der Elektromobilität wird häufig auch als ein<br />
Paradigmenwechsel vom Verbrennungs- zum Elektromotor<br />
bezeichnet. Dieser Paradigmenwechsel ist darauf zurückzuführen,<br />
dass tiefgreifende Veränderungen des technischen<br />
Systems des Autos (z.B. Änderungen am Gesamtfahrzeug<br />
sowie entfallende und neue Fahrzeugkomponenten), ein<br />
verändertes Mobilitätsverhalten des Verbrauchers (z.B. die<br />
Forderung sparsamer und umweltfreundlicher Fahrzeuge als<br />
auch eine zunehmende Bedeutung von Car-Sharing-Konzepten)<br />
und neue Produkte und Dienstleistungen für und um<br />
die Elektromobilität (z.B. die intelligente Vernetzung des<br />
Fahrzeuges mit Info- und Entertainment-Systemen) entstehen<br />
werden. Aus diesem Grund sind akzeptierte Ideen und<br />
Ansätze nicht länger kompetent und kompetente Ideen und<br />
Ansätze werden nicht länger akzeptiert.<br />
Daher wird die Entwicklung der Elektromobilität einen tiefgreifenden<br />
Wandel entlang des Wertschöpfungssystems<br />
bewirken und eine industrieübergreifende Vernetzung (z.B.<br />
von Energie-, IT- und Zuliefererunternehmen) erfordern, um<br />
die verschiedenen Produkte und Dienstleistungen von und<br />
um die Elektromobilität sinnvoll miteinander zu kombinieren<br />
und die Marktfähigkeit zu erhöhen.<br />
Mit dem Ziel eines Wertschöpfungsnetzwerkes durch die<br />
Einbringung von Kernkompetenzen kollaborative Wettbewerbsvorteile<br />
zu generieren, werden somit in Zukunft nicht<br />
mehr Unternehmen gegen Unternehmen, sondern Wertschöpfungsnetzwerke<br />
gegen Wertschöpfungsnetzwerke im<br />
Wettbewerb um den Kunden antreten.<br />
oder die Stabilität von Kooperationen untersuchen (z.B.<br />
Spiel- oder Prinzipal-Agent-Theorie), gewinnt der Systemgedanke<br />
zunehmend an Bedeutung. Hierbei sollen durch die<br />
Einbringung von Kernkompetenzen auf der Ebene individueller<br />
Unternehmen kollaborative Wettbewerbsvorteile auf der<br />
Ebene des Wertschöpfungssystems erzielt werden, die größer<br />
als die Summe der individuellen Wettbewerbsvorteile ist.<br />
Damit kann die Marktfähigkeit der Elektromobilität als eine<br />
emergente Eigenschaft eines komplexen Wertschöpfungssystems<br />
begriffen werden, wodurch sich die Frage nach der<br />
strukturellen Verknüpfung der Unternehmenskooperationen<br />
ergibt, die durch einen Austausch von Gütern, Informationen<br />
und Geld erfolgen können.<br />
Durch diesen Perspektivenwechsel auf die Komplexität des<br />
Wertschöpfungssystems wird es möglich, positive und<br />
negative Verstärkungsmechanismen zu identifizieren und<br />
einer gezielten Steuerung des Netzwerkmanagements zugänglich<br />
zu machen. Daher wird der Systemwandel nur<br />
erfolgreich sein, wenn die Komplexität des Netzwerks an<br />
Wertschöpfungsnetzwerken von und um die Elektromobilität<br />
umfassend berücksichtigt wird.<br />
Dipl.- Phys. Richard Colmorn / Prof. Dr. Michael Hülsmann<br />
r.colmorn@jacobs-university.de<br />
Systems Management / International Logistics<br />
Jacobs University Bremen GmbH<br />
Deshalb scheint es nötig, die Entwicklung der eMobilität als<br />
ein Netzwerk an Wertschöpfungsnetzwerken zu begreifen,<br />
das durch bereits bestehende und noch zu initiierende Kooperationen<br />
miteinander verbunden ist.<br />
Während bestehende Ansätze sich auf den für Kooperationen<br />
nötigen Wissenstransfer konzentrieren (z.B. Transaktionskostenansatz<br />
oder Theorie des organisationalen Lernens)<br />
Neue Mobilität<br />
103
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Prof. Dr. Frank Gauterin<br />
Green Mobility Engineering<br />
Im Sommer 2010 startete der berufsbegleitende Master-Studiengang »Green Mobility<br />
Engineering« an der HECTOR School of Engineering and Management, der Technology<br />
Business School des Karlsruher Instituts für Technologie. Prof. Frank Gauterin,<br />
Programmdirektor des Studiengangs, berichtet über Hintergründe zum Studiengang,<br />
der wegweisend für die Weiterbildung im Bereich der Elektromobilität ist.<br />
Die Neue Mobilität stellt bereits heute aber auch in Zukunft<br />
große Herausforderungen an die Industrie, Forschung und<br />
Gesellschaft. Wie begegnen Sie diesen konkret in Ihrem<br />
neuen Studiengang »Green Mobility Engineering«?<br />
Neben der Entwicklung von Elektrofahrzeugen, die einer<br />
Neuerfindung des Automobils gleichkommt, findet mit der<br />
massiven Nutzung erneurbarer Energiequellen parallel eine<br />
Neuerfindung der Energiegewinnung statt. Wie zur Zeit der<br />
Erfindung des Automobils durch Carl Benz, dem berühmten<br />
Absolventen unserer Universität, wandeln sich Verkehrsträger<br />
und Infrastruktur massiv. Hier helfen keine singulären<br />
Lösungen sondern der Blick aufs Ganze und die Kenntnis<br />
sowohl der technischen Wirk- als auch der ökonomischen<br />
Wertschöpfungsketten. Genau hier setzt Green Mobility Engineering<br />
an.<br />
Wir vermitteln in diesem Masterstudiengang interdisziplinär<br />
Kenntnisse vom Molekül über Fahrzeug- und Verkehrskonzepte<br />
bis zum Geschäftsmodell.<br />
Insbesondere branchenübergreifende Lösungen werden<br />
künftig gefragt sein. Welche Disziplinen werden bei Ihnen<br />
abgedeckt?<br />
Wir adressieren im Studiengang Green Mobility Engineering<br />
nicht allein den klassischen Maschinenbau und die Werkstoffwissenschaften,<br />
wie sie über viele Jahre in der Fahrzeugtechnik<br />
vorherrschend waren.<br />
Wir integrieren Elektrotechnik, Informatik, Psychologie und<br />
Wirtschaftswissenschaften. Das Themenspektrum reicht in<br />
den technischen Lehrmodulen von modernen Biokraftstoffen,<br />
Wasserstoff und der Gewinnung und Distribution elektrischer<br />
Energie, modernen Verbrennungskraftmaschinen<br />
und elektrischen Antriebssystemen über die Interaktion von<br />
Fahrer und Fahrzeug sowie des Fahrzeugs mit dem Verkehr,<br />
Logistiksystemen, Marktbedingungen im Transportbereich<br />
bis zu Produktionssystemen für die Elektromobilität und<br />
ganzheitlichen CO2-Bilanzmethoden. Damit erhalten die Teilnehmer<br />
einen tiefen Einblick in die entscheidenden Technologien,<br />
Methoden und Prozesse für die Konzeption, Produktion<br />
und den Einsatz zukünftiger Mobilitätssysteme. GME<br />
vermittelt Systemverständnis. Zusätzlich zur technischen<br />
Expertise - und dies ist eine weitere Stärke unserer Master-<br />
Programme - wird den Teilnehmern in Management Modulen<br />
ein übergreifendes Know-how hinsichtlich einer erfolgreichen<br />
Unternehmensführung in internationalen Märkten vermittelt,<br />
um interdisziplinäres und wirtschaftliches Denken<br />
und Handeln zu fördern.<br />
Wer gehört zur klassischen Zielgruppe des Master Programms?<br />
Sich wandelnde gesellschaftliche Anforderungen und neue<br />
Technologien erfordern einen ständigen Lernprozess und<br />
Neuorientierung auch bei erfahrenen Ingenieuren. GME bietet<br />
ein darauf zugeschnittenes Lehrangebot. Der Studiengang<br />
ist ideal für berufserfahrene Personen, die in oder außerhalb<br />
ihres Unternehmens neuen Herausforderung gegenüberstehen,<br />
sich dafür berufsbegleitend weiterbilden<br />
und einen vollwertigen Masterabschluss des KIT erwerben<br />
möchten.<br />
Wie sieht für Sie persönlich die Mobilität der Zukunft aus?<br />
Effizient, umweltfreundlich, leicht nutz- und bedienbar für<br />
jedermann, bezahlbar, mit einer intelligenten Mischung aus<br />
individuellem und fortschrittlichem öffentlichen Verkehr.<br />
Meine persönlichen Mobilitätsfavoriten sind im städtischen<br />
Umfeld batterieelektrische Fahrzeuge, auch mit Range Extender,<br />
über weitere Strecken und bei schwereren Transportaufgaben<br />
Fahr- und Flugzeuge, die mit CO2-neutral gewonnenen<br />
flüssigen Kraftstoffen betrieben werden.<br />
Prof. Dr. Frank Gauterin<br />
Institutsleiter und Wiss. Sprecher KIT Zentrum<br />
Mobilitätssysteme<br />
Karlsruher Institut für Technologie - KIT<br />
Institut für Fahrzeugsystemtechnik - FAST<br />
www.kit.deu<br />
1<strong>04</strong> Neue Mobilität
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
IN EUROPA<br />
Von Oslo bis Athen. Fachbeiträge. Erlebnisberichte.<br />
Neue Mobilität<br />
105
emobilität in Europa<br />
Die europäischen Metropolen und ihr Engagement im Bereich<br />
der Neuen Mobilität.<br />
Neben nationalen Förder- und Entwicklungsprogrammen<br />
für Elektromobilität spielen insbesondere<br />
auch städtische Initiativen eine wichtige Rolle,<br />
um die Neue Mobilität innerhalb der Gesellschaft<br />
sichtbar zu machen. Einen Überblick zu den wichtigsten<br />
Initiativen und Zielen in den europäischen<br />
Metropolen finden Sie hier.<br />
London<br />
Ziele:<br />
• 100.000 Elektroautos (aktuell ca. 1.700)<br />
• 2013: 1.300 Ladestationen, 2015: 200 Schnelllade<br />
stationen, 25.000 Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz<br />
Maßnahmen:<br />
• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />
• keine congestion charge (Maut) für eAutos (und alle<br />
Fahrzeuge mit unter 100g CO2/km)<br />
• Befreiung von der Straßensteuer<br />
• Ladeinfrastruktur mit einheitlichem System und Zugang<br />
• eAutos für die GLA (Greater London Authority)-Flotte<br />
bis 2015, 300 Hybridbusse bis 2012, ab 2012 jeder<br />
neue Bus Hybrid<br />
Dublin<br />
Ziele:<br />
• 2020 42% EE am Energiebedarf<br />
• Ausbau der Ladeinfrastruktur<br />
Maßnahmen:<br />
• Teilnahme am EU-Projekt Green Motion<br />
• Mehrere hundert Ladestationen in Dublin noch 2011<br />
• 2000 Wallboxes für die Ladung in Privathaushalten<br />
Amsterdam<br />
Ziele:<br />
• bis 2015 10.000 eAutos auf den Straßen der Stadt<br />
• bis 2025 40% weniger CO2-Emissionen<br />
• bis 2<strong>04</strong>0 vollständige Umstellung aller privat und<br />
geschäftlich genutzten KFZ in Amsterdam Zentrum<br />
Maßnahmen:<br />
• 100 städtische Ladesäulen<br />
• 200 Ladesäulen bis 2012, auf lange Sicht bis zu 2.000<br />
• 100% des Stroms für Ladesäulen aus Erneuerbaren<br />
• Kostenfreies Parken für eFahrzeuge/Reduzierung der<br />
Parkflächen und Erhöhung der Parkkosten<br />
• eCarSharing mit 300 eSmarts, die nach der Nutzung<br />
innerhalb einer bestimmten Zone auf jedem Parkplatz<br />
abgestellt werden können<br />
Paris<br />
Ziele:<br />
• ein »bleifreies Paris«<br />
Maßnahmen:<br />
• Vélib: Fahrrad und Pedelec Verleihsystem /BikeSharing<br />
• Autolib: 3.000 eAutos ab Oktober CarSaring<br />
• Ausbau der Ladeinfrastruktur<br />
Lissabon<br />
Maßnahmen:<br />
• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />
• Fachbereich eMobilität innerhalb der Stadtregierung<br />
• Bis Sommer 2011 1.300 Ladestationen mit gratis<br />
»Tankmöglichkeit«<br />
• Eine Magnetkarte für alle Ladestationen<br />
• Busspuren und Parkplätze offen für eFahrzeuge<br />
Madrid<br />
Maßnahmen (Projekt MOVELE):<br />
• Teilnahme am EU-Projekt Green Motion<br />
• Erlass von 75% der (in Spanien städtisch bestimmten)<br />
KFZ-Steuer für gesamte Lebensdauer des eFahrzeugs<br />
• Erlass der Parkgebühren bzw. unbeschränkte Parkerlaubnis<br />
in Madrid (es herrscht ein sehr strenges<br />
»Parksystem«)<br />
• Ladeinfrastruktur von 280 Ladestationen<br />
©2011 BEM<br />
106 Neue Mobilität
Oslo<br />
• Hauptstadt mit den meisten eFahrzeugen pro Kopf<br />
• 400 kostenlos nutzbare Ladestationen und ein wahrscheinlicher<br />
Ausbau von 400 weiteren in den<br />
nächsten vier Jahren<br />
• weltweit größte Ladestation mit 50 Lademöglichkeiten<br />
• städtische Zuschüsse für Ladestationen auf privaten<br />
Grundstücken<br />
• Kostenloses Parken für eFahrzeuge<br />
Stockholm<br />
Ziele:<br />
• Bis 2030 „Electric Vehicle City“<br />
• bis 2050 eine „fossilfreie“ Stadt<br />
Maßnahmen:<br />
• Teilnahme an EVUE (Electric Vehicle Urban Europe)<br />
• Kauf und Leasing von eFahrzeugen seitens der Stadt<br />
• Ladestationen auf städtischen Parkflächen<br />
• Koordination des Verkaufs von EV und PHEV<br />
Kopenhagen<br />
Ziele:<br />
• Bis 2025 CO2-Neutrale Stadt<br />
• Bis 2015 85% der Cittyflotte = Elektro- bzw.<br />
Hydroautos<br />
• 10% Gesamt-CO2-Reduktion durch den Verkehrssektor<br />
Maßnahmen:<br />
• Aktiver Kauf von eFahrzeugen seitens der Stadt<br />
Berlin / Sitz der BEM-Bundesgeschäftsstelle<br />
Ziele:<br />
• Leitmetropole für eMobilität bis 2010<br />
• 100.000 eAutos bis 2020<br />
• 550 Ladestationen in näherer Zukunft<br />
Maßnahmen:<br />
• Gründung der Berliner Agentur für Elektromobilität<br />
zur Vernetzung und Koordinierung der regionalen<br />
Stakeholder - eMO<br />
• Aktionsplan Elektromobilität<br />
• Über 100 Ladestationen bisher<br />
• Untersuchung von CarSharing unter Echtbedingungen<br />
(BeMobility)<br />
Prag<br />
Maßnahmen (Prague Electric):<br />
• Machbarkeitsstudie zur eMobilität<br />
• Aufbau von 22 Ladestationen<br />
• Aufnahme von zwei- und vierrädrigen eFahrzeugen<br />
in die Cityflotte noch dieses Jahr mit anschließender<br />
Fallstudie zu den getesteten Fahrzeugen<br />
• Eine eBuslinie in Prag<br />
• Geplant: kostenlose Nuztung von Ladesäulen und<br />
Parkplätzen, Nutzung der Busspur für eFahrzeuge<br />
Bern<br />
Maßnahmen:<br />
• Initiative NewRide zur Förderung von Elektrozweirädern<br />
durch Testfahrten und die Vernetzung<br />
der relevanten Akteure<br />
• Prüfung der Möglichkeit von eFahrzeugen für die<br />
CityFlotte<br />
Wien<br />
Ziele:<br />
• Demonstration der Benutzerfreundlichkeit von<br />
eAutos im Verkehrsalltag<br />
• Grenzübergreifender Service<br />
Maßnahmen:<br />
• Grenzübergreifendes eMobilitätsprojekt bestehend<br />
aus Partnern aus Bratislava und Wien<br />
• Investitionen von mehr als 1 Mio.EUR in die »Twin City<br />
Elektromobilitätsregion«<br />
• Grenzüberschreitende Lademöglichkeiten<br />
• Hybridbusse zu Testzwecken unterwegs<br />
• Garagengesetz: Bei Neubau ist eine Leerverrohrung<br />
auch in privaten Garagen vorgeschrieben um Ladestationen<br />
nachrüsten zu können<br />
Ljubljana<br />
Maßnahmen:<br />
• 27 Ladestationen auf (semi)öffentlichen Plätzen<br />
• Integration von eFahrzeugen in die CityFlotte<br />
Bratislava<br />
Ziele:<br />
• Demonstration der Benutzerfreundlichkeit von eAutos<br />
im Verkehrsalltag<br />
• Grenzübergreifender Service<br />
Maßnahmen:<br />
• Grenzübergreifendes eMobilitätsprojekt bestehend<br />
aus Partnern aus Bratislava und Wien<br />
• Investitionen von mehr als 1Mio. EUR in die<br />
»Twin City Elektromobilitätsregion«<br />
• Grenzüberschreitende Lademöglichkeiten<br />
Athen<br />
Ziele:<br />
• Förderung von »Grünem Transport« und Verbesserung<br />
der Umweltqualität<br />
Maßnahmen:<br />
• Gründung einer Expertenkommission (2008)<br />
• Anreize zur Flottenumstellung auf umweltfreundliche<br />
Fahrzeuge<br />
• 12 eBusse und ein Hybridbus<br />
• Eine Kampagne zum Thema ökologisches Fahren
eMobilität in Europa - Green eMotion<br />
Green eMotion<br />
Interview mit Dr. Heike Barlag, Siemens AG, Projektkoordinatorin Green eMotion<br />
Quelle: Siemens AG - Elektromobilität europaweit ermöglichen ist das Ziel von Green eMotion<br />
Was ist das Ziel des Projekts und wer ist daran beteiligt?<br />
Ziel des Projekts ist es, die Elektromobilität für den Massenmarkt<br />
vorzubereiten. Dazu sind europaweit die Rahmenbedingungen<br />
für Netz- und Ladeinfrastruktur, sowie zu Informationssystemen<br />
zur Elektromobilität festzulegen und in<br />
ausgewählten Demoregionen zu testen. Im Green eMotion<br />
Projekt arbeiten 42 Partner zusammen. Darunter sind Industrieunternehmen,<br />
Stromversorger, Automobilhersteller,<br />
Stadtverwaltungen, Universitäten und Forschungseinrichtungen<br />
sowie technische Einrichtungen.<br />
Auf welchen Gebieten besteht besonderer Bedarf bezüglich<br />
europaweit einheitlicher Lösungen?<br />
Das betrifft vor allem Fahrzeuge, Infrastruktur, Energienetze<br />
und IT. Fahrzeuge und Infrastruktur, weil das Laden der<br />
Elektroautos europaweit möglich sein soll. Stellen Sie sich<br />
vor, es gebe in jedem Land einen anderen Tankstutzen, so<br />
dass mit einem deutschen Auto Benzin nicht in Italien oder<br />
Frankreich getankt werden könnte. Also brauchen wir einen<br />
einheitlichen Stecker, um nicht mit einem Kofferraum voller<br />
Adapter auf Reisen gehen zu müssen. Und zur Infrastruktur<br />
kommt unmittelbar die IT dazu: Es wäre dem europäischen<br />
Ansatz nicht förderlich, wenn in einer Region die Autos über<br />
das Kabel mit der Ladesäule kommunizieren und in der<br />
nächsten über einen W-Lan-Standard. Die Sprache von Auto<br />
und Ladesäule muss natürlich auch gleich sein. Damit die<br />
Ladetechnik überall gleich gut funktioniert, gilt es auch, die<br />
Voraussetzungen bei den Stromnetzen innerhalb Europas zu<br />
vereinheitlichen.<br />
Wie können weitere Interessenten in das Projekt eingebunden<br />
werden und was verspricht man sich davon?<br />
Dazu wurde ein sogenanntes Stakeholder Forum aufgesetzt.<br />
Derzeit sprechen wir mit über 70 interessierten Institutionen<br />
und Firmen über eine Kooperation mit dem Green eMotion<br />
Projekt. Das können zusätzliche Daten sein von Demoregionen<br />
oder Autoherstellern und Fuhrparkbetreibern, die in<br />
die Projektarbeit einfliesen. Das können aber auch Vorabdiskussionen<br />
von Projektergebnissen sein, um die Standardisierbarkeit<br />
zu überprüfen. Das Ziel ist es, die Ergebnisse<br />
des Green eMotion Projektes auf eine sehr breite Plattform<br />
zu stellen, da die Akzeptanz der Projektergebnisse entscheidend<br />
für den Start eines Massenmarktes Elektromobilität ist.<br />
Dr. Heike Barlag<br />
Projektkoordinatorin Green eMotion<br />
Siemens AG<br />
www.siemens.com<br />
108 Neue Mobilität
Stanztechnik elektrisiert<br />
Wir stanzen und verarbeiten Stromschienen, Schnappscheiben, Federn,<br />
Stanzgitter, Steckkontakte, Mikrostanzteile und viele andere Produktgruppen<br />
und Technologien.<br />
Kleiner GmbH . Stanztechnik . 75179 Pforzheim . www.kleiner-gmbh.de . Wir denken Lösungen.<br />
KLEINER<br />
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Sie wollen die Energie der Sonne nutzen?<br />
Gerne bieten wir Ihnen eine Photovoltaikanlage an. Angefangen mit der Bestandsaufnahme<br />
vor Ort, begleiten unsere Techniker Ihr komplettes Projekt bis zur Inbetriebnahme.<br />
Dabei beraten wir Sie auf Wunsch auch zu Finanzierungskonzepten.<br />
Sie sind gerne mit dem Auto unterwegs?<br />
Auch hier bieten wir Ihnen regenerative Lösungen an. Unsere Elektrofahrzeuge<br />
bieten den gewohnten Komfort moderner Autos kombiniert mit innovativer Tech-<br />
freundlich.<br />
Das genügt Ihnen nicht?<br />
<br />
gehören ebenso die Bereiche Solarthermie, Windkraft, Biomasse, Umwelttechnik,<br />
Wasserkraft und LED-Technik.<br />
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir dazu beitragen, die Ressourcen unseres Planeten<br />
zu schützen: we renew the world. come and join us.<br />
Mola Solar Systems GmbH <br />
<br />
Neue Mobilität<br />
109
eMobilität in Europa - Ariane Waldmann<br />
Elektromobile Förderthemen<br />
erkennen und durchstarten<br />
Ariane Waldmann<br />
Die Europäische Union wie auch die Regierungen der Nationalstaaten<br />
fördern die Entwicklung und Verbreitung der<br />
Elektromobilität entlang der Wertschöpfungskette - von der<br />
Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung. Welche<br />
Aktivitäten sind jedoch im Einzelnen förderfähig und was<br />
müssen Antragsteller beachten?<br />
Seitens der EU werden länderübergreifende, groß angelegte<br />
Forschungsprojekte gefördert. Auch die nationalen Regierungen<br />
in Europa, Asien und Amerika haben Fördertöpfe mit<br />
mehrjährigen Budgets bereitgestellt. Die Förderung ist in<br />
einigen Ländern hoch dotiert, konzentriert sich aber oft auf<br />
Kaufanreize oder punktuelle Maßnahmen, die für Antragsteller<br />
aus Industrie und Wissenschaft nur wenig Wirkung zeigen.<br />
Deutschland, Frankreich und Großbritannien bieten in<br />
Europa eine vergleichsweise vielseitige Förderstrategie, die<br />
in allen Ebenen der Wertschöpfung ansetzt. Für neue Antragsteller<br />
sind die Chancen groß, Fördergelder zu bekommen,<br />
da kontinuierlich europäische und nationale Ausschreibungen<br />
veröffentlicht werden. Die Schwierigkeit bei der Beantragung<br />
von Zuschüssen besteht eher darin, den Überblick<br />
im Förderdschungel nicht zu verlieren und das eigene Projekt<br />
rechtzeitig bei den richtigen Geldgebern zu platzieren.<br />
Da viele Programme ad hoc ausgeschrieben werden, ist eine<br />
permanente Sondierung des Terrains notwendig.<br />
Förderung durch die EU<br />
Bei der Europäischen Union können vorrangig Forschungsund<br />
Demonstrationsvorhaben im Rahmen der Green Cars<br />
Initiative beantragt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der<br />
internationalen Zusammenarbeit von kleinen und großen<br />
Unternehmen mit wissenschaftlichen Institutionen in Konsortien<br />
von durchschnittlich 3 bis 12 Partnern.<br />
Die Mittel der Initiative werden über Aufrufe im europäischen<br />
Forschungsrahmenprogramm vergeben. In jährlichen<br />
Arbeitsprogrammen werden mit Bezug zu den Themenbereichen<br />
Umwelt, Energie, Verkehr, Nanotechnologie und<br />
Informationstechnologie bestimmte Fragestellungen formuliert,<br />
die durch die Antragsteller möglichst genau angesprochen<br />
werden müssen. In der neuen derzeit noch in Vorbereitung<br />
befindlichen Ausschreibungsrunde sind die Stichtage<br />
für die Einreichung von Anträgen noch vor Ende des Jahres<br />
zu erwarten. Schwerpunkte werden hier beispielsweise Batterieforschung<br />
und Leichtbaumaterialien sein.<br />
Eine Antragstellung will gut überlegt sein, da sich in der Praxis<br />
Vor- und Nachteile für die Unternehmen ergeben können.<br />
So sind die Konditionen zwar europaweit einheitlich, die<br />
Konsortien mit vielen oder unbekannten Partnern können<br />
jedoch recht kompliziert zu verwalten sein. Die Erfolgschancen<br />
sind einerseits deutlich geringer als in nationalen Programmen,<br />
andererseits gewinnen die ausgewählten Unternehmen<br />
an internationaler Reputation, Erfahrung und neuen<br />
Geschäftsmöglichkeiten.<br />
Förderung durch Nationalstaaten<br />
Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität bietet in<br />
Deutschland den Rahmen für die Fördermittelvergabe. Bis<br />
Ende 2013 sollen zusätzlich zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket<br />
eine Mrd. Euro für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben<br />
zur Verfügung gestellt werden. Durch die beteiligten<br />
Ministerien werden bestimmte Themen – wie z. B.<br />
Fahrzeug- und Antriebstechnik, Leichtbau, Batterieentwicklung<br />
und -recycling, intelligente Stromnetze/Netzintegration,<br />
Kopplung mit erneuerbaren Energien – aufgerufen, zu<br />
denen innerhalb gesetzter Fristen Förderanträge eingereicht<br />
werden sollen. Unternehmen können dann gemeinsam mit<br />
ein oder mehreren Partnern Projektvorschläge machen. Einige<br />
Förderprogramme der einzelnen Ressorts sind jedoch<br />
auch durchgehend für Anträge geöffnet. Es ist zu erwarten,<br />
dass umsetzungsorientierte und marktnahe Themen, wie<br />
Lade- und Energieübertragungssysteme, intelligente Nutzungs-<br />
und Dienstleistungskonzepte sowie Ausbildung/<br />
Kompetenzaufbau auch in der Förderung zunehmend eine<br />
größere Rolle spielen werden.<br />
In Großbritannien verfolgt die Förderstrategie sowohl Forschungs-,<br />
Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte, als<br />
110 Neue Mobilität
eMobilität in Europa - Ariane Waldmann<br />
»Fördermittel zahlen sich aus, wenn Aufwand und Nutzen<br />
in einem gewinnbringenden Verhältnis stehen.«<br />
auch die Gewährung von Kaufprämien, öffentliche Beschaffungsmaßnahmen<br />
und den Ausbau der öffentlichen<br />
Ladeinfrastruktur. Zu den mit ca. 100 Mio. Euro geförderten<br />
Forschungsthemen zählen Materialentwicklung/Leichtbau,<br />
Brennstoffzellen- und Batterieentwicklung sowie intelligente<br />
Transportkonzepte. Diese Fördermittel werden ebenfalls<br />
im Wettbewerbsverfahren vergeben. Frankreich wiederum<br />
setzt mit 220 Mio. Euro auf eine breitere Forschungsstrategie<br />
in den Bereichen Transport/Verkehr, Energie und Umwelt<br />
(z.B. Infrastruktur, Batterien und Mobilitätskonzepte) sowie<br />
erhebliche Produktions-/Investitionszuschüsse. Die Forschung<br />
findet zum großen Teil in etablierten Institutionen<br />
statt, jedoch gibt es auch hier für Unternehmen mit eigenen<br />
Projekten, Möglichkeiten und Fristen zur Antragstellung.<br />
Kaufprämien, Großaufträge in der öffentlichen Beschaffung<br />
und die Entwicklung von Ladesystemen für den privaten Bereich<br />
sind ebenfalls Teil der französischen Strategie.<br />
Weitere Möglichkeiten<br />
Für Projektthemen, die nicht durch die spezifischen Fachprogramme<br />
abgedeckt sind, können auch themenoffene<br />
Förderprogramme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene genutzt<br />
werden, um Zuschüsse zu beantragen. Besonders interessant<br />
sind dabei Förderungen für die Einstellung hochqualifizierten,<br />
international erfahrenen wissenschaftlichen<br />
Personals (aktuelle Antragsmöglichkeit im August 2011).<br />
Hier kommt es verstärkt darauf an, das eigene Thema gut<br />
zu präsentieren und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen<br />
Mehrwert herauszustellen.<br />
Strategischer Einsatz von Fördermitteln<br />
Lohnen sich denn die vielen Fördermittelprogramme für ein<br />
Unternehmen überhaupt? Sie zahlen sich aus, wenn Aufwand<br />
und Nutzen in einem gewinnbringenden Verhältnis<br />
stehen. Der Aufwand für die Auswahl passender Förderprogramme<br />
und Partner und der Abwicklung des Projektes kann<br />
durch sorgfältige Vorarbeiten, unternehmensintern oder mit<br />
externen Beratern, minimiert werden. Der Nutzen für Unternehmen<br />
ist maximal, wenn durch Inanspruchnahme von<br />
Fördermitteln nicht nur das Projekt finanzielle Unterstützung<br />
findet, sondern der Antragsteller auch neue Kontakte, Absatzmöglichkeiten<br />
und strategische Entwicklungsoptionen<br />
gewinnt. Gerade auf den noch in Entwicklung befindlichen<br />
Märkten rund um die Elektromobilität können auf diese Weise<br />
neue Meilensteine gesetzt werden.<br />
Dipl.-Pol. Ariane Waldmann<br />
PNO Consultants GmbH<br />
ariane.waldmann@pnoconsultants.com<br />
www.pnoconsultants.de<br />
Netzwerk Transport: SMART TRANSPORT<br />
SMART ist ein EU-gefördertes Netzwerkprojekt, welches<br />
KMU dabei unterstützt, mit anderen Unternehmen Forschungs-<br />
und Entwicklungsvorhaben im Transportsektor<br />
durchzuführen. Infos: www.smartransport.eu<br />
Für Interessenten werden folgende Dienstleistungen<br />
angeboten:<br />
• Finden von Kooperationspartnern im Transportsektor<br />
aus verschiedenen europäischen Ländern<br />
• Informationen zu Fördermöglichkeiten der EU<br />
• Förderung der Vernetzung und Kooperation der<br />
Beteiligten<br />
• Analyse der Forschungskapazitäten und -bedürfnisse<br />
von KMU<br />
• Förderung der Gründung von Konsortien mit Großunternehmen<br />
bei von KMU geführten Projekten<br />
• Unterstützung bei der Einreichung von Vorschlägen<br />
für eigene Projektideen<br />
• Bildung eines förderlichen Umfelds für transnationale<br />
Forschungsprojekte<br />
Neue Mobilität<br />
111
eMobilität in Europa - Schweiz<br />
Passion for new mobility<br />
Realisierung einer innovativen Vermarktungswelt für eMobilität in der Schweiz<br />
Die Migros, das grösste Detailhandelsunternehmen der<br />
Schweiz, ist seit der Gründung empfänglich, gesellschaftliche<br />
Trends in geschäftsstrategischen Handlungen einfliessen<br />
zu lassen und innovative Wege einzuschlagen. So weckten<br />
auch die neusten Entwicklungen im Bereich Ökologie<br />
und Mobilität das Interesse des Unternehmens und bewegte<br />
die Geschäftsleitung zusammen mit dem Businessinnovator<br />
first move! ag eine Machbarkeitsstudie zum Thema »Elektromobilität«<br />
in der Schweiz durchzuführen.<br />
Ziel der Studie war es, realistische Geschäftsopportunitäten<br />
zum Zukunftsmarkt der eMobilität zu identifizieren und daraus<br />
ableitend entsprechende eMobilitätslösungen zu entwickeln.<br />
Um die Studie marktnah anzulegen, standen Aspekte<br />
wie die Identifizierung von kundenspezifischen Anforderungen,<br />
Marktchancen und Risiken einer eMobilitätswelt oder<br />
potentielle Wettbewerbsvorteile im Fokus. Die Resultate<br />
zeigten deutlich: Der Markt für eMobilität und entsprechendes<br />
Wachstumspotenzial ist in der Schweiz vorhanden. Das<br />
Interesse an eFahrzeugen sowohl im Flottengeschäft als<br />
auch bei Privatpersonen ist grundsätzlich recht hoch. Weiter<br />
kristallisierte sich heraus, dass ein zukünftiges, marktfähiges<br />
Geschäftsmodell der eMobilität deutlich mehr beinhalten<br />
muss als »nur« ein Angebot an eFahrzeugen. In einer<br />
zunehmend vernetzten Mobilitätswelt erwarten die Kunden<br />
einfache, anwenderfreundliche und dennoch ganzheitliche<br />
Lösungen. Im Fall der Elektromobilität müssen Kundenansprüche<br />
wie Service & Sicherheit, Versicherung und das<br />
»betanken« (Strom laden) genau so abgedeckt werden, wie<br />
neue »Zusatzanforderungen« im Bereich der Nachhaltigkeit,<br />
der Finanzierung, der Information, der Unterhaltung und der<br />
Batterie-Entsorgung.<br />
Von den Erkenntnissen der Machbarkeitsstudie ging es an<br />
die Umsetzung mit dem Ziel, dass sich Migros als Pionier auf<br />
dem entwickelnden Markt für eMobilität in der Schweiz positioniert.<br />
Das Projektkonzept beinhaltete den Aufbau einer<br />
unabhängigen Plattform für eMobilität für Unternehmen, öffentliche<br />
Einrichtungen und Privatkunden, Vermietung, Verkauf<br />
und Leasing von eCars, eScootern und eBikes sowie ein<br />
umfassendes Angebot von Zusatzprodukten, Accessoires<br />
und Serviceleistungen rund um das Thema eMobilität. Dabei<br />
sollte die Vermarktung in eigenen Shops in Schweizer Pilotstätten<br />
stattfinden, eine flächendeckende Serviceleistung<br />
schweizweit gewährleistet sein und Pilot- und Schnellladestationen<br />
installiert werden.<br />
Bei der Migros war die Ausgangssituation für solch ein umfassendes<br />
Geschäftsmodell ideal: Eine Vielzahl dieser zu<br />
deckenden Kundenwünsche konnte unternehmens- oder<br />
gruppenintern abgedeckt werden, was die Umsetzungskomplexität<br />
verringerte. In Zusammenarbeit mit der first move!<br />
ag, die Migros in jeder Projektphase strategisch, konzeptionell<br />
als auch durch die zeitweise Übernahme von Managementaufgaben<br />
aktiv begleitet haben, wurde das Schweizer<br />
eMobilitätslabel »m-way« geboren. Nur knapp 1 Jahr nach<br />
Beginn der Machbarkeitsstudie wurde der (weltweit) erste<br />
Concept-Store seiner Art für Elektromobilität »m-way« in<br />
Zürich eröffnet. Weitere Konzept Stores sind in Planung. Das<br />
Geschäft bietet eine Erlebniswelt rund um das Thema Elektromobilität.<br />
Neben einem attraktiven Gesamtangebot verschiedener<br />
Elektrofahrzeuge wie eScooter, eBikes, dem eCar<br />
»Think City« sowie einer ganzen Reihe von Zubehör- und<br />
Accessoireartikeln werden Flotten- und Privatkunden spannende<br />
und informative Leistungen in Form von Beratung und<br />
Infotainment geboten.<br />
Weitere Informationen erhalten Sie unter:<br />
info@firstmove-ag.com.<br />
112 Neue Mobilität
eMobilität in Europa - EU Repräsentant Dr. Friedrich<br />
BEM-Repräsentant<br />
in Brüssel<br />
eMobilität auf europäischer Ebene<br />
Der Bundesverband eMobilität hat sich in den vergangenen<br />
zwei Jahren erfolgreich auf Bundesebene positionieren können,<br />
um Elektromobilität als realistische Mobilitätsalternative<br />
auf die Straße zu bringen. Inzwischen ist der Verband für<br />
Politik und Unternehmen in Deutschland erster Ansprechpartner,<br />
wenn es darum geht, die Neue Mobilität über Branchengrenzen<br />
hinweg im Dialog zu betrachten.<br />
»Eine markt- und serienfähige Neue Mobilität kann in einer<br />
immer stärker vernetzten Welt aber nur dann erfolgreich realisiert<br />
werden, wenn wir uns auch in Brüssel erfolgreich positionieren«,<br />
erklärte BEM-Präsident Kurt Sigl beim Treffen<br />
mit EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger und Dr. Ingo<br />
Friedrich, Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats<br />
(EWS), in Brüssel. »Eine aktive und nachhaltige Gestaltung<br />
wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen kann<br />
nur auf der Ebene der Staatengemeinschaft erfolgreich vorangetrieben<br />
werden. Deshalb zeigen wir jetzt Präsenz in der<br />
europäischen Hauptstadt und werden gemeinsam mit unseren<br />
neuen Partnern auch über EU-weite Projekte nachdenken«,<br />
so Sigl weiter.<br />
»Ich freue mich ganz besonders, dass wir Dr. Ingo Friedrich<br />
als BEM-Repräsentanten in Brüssel gewinnen konnten, der<br />
mit seiner langjährigen Erfahrung auf dem europäischen<br />
Parkett ein idealer Partner für uns ist«, betonte Christian<br />
Heep, Vorstand Marketing beim BEM, im Nachgang des Treffens.<br />
»Gemeinsam werden wir künftig die Interessen unserer<br />
Mitgliedsunternehmen auch in Brüssel vertreten. Denn nur,<br />
wenn wir beginnen, potentielle Partner auch über Ländergrenzen<br />
hinweg miteinander zu vernetzen, wird sich Elektromobilität<br />
auch langfristig erfolgreich etablieren lassen. Ganz<br />
im Interesse unserer zahlreichen Mitglieder.«<br />
Dr. Ingo Friedrich widmet sich neben seiner Arbeit als Mitglied<br />
des Europäischen Parlaments, davon 10 Jahre im Parlamentspräsidium<br />
als Vizepräsident und Quästor, als stellvertretender<br />
Vorsitzender der CSU und Schatzmeister der<br />
Europäischen Volkspartei auch aktiv der Parteiarbeit. Neben<br />
seiner politischen Arbeit unterstützt er mit seinem Unternehmen<br />
»European Communications« Verbände aus Wirtschaft<br />
und Gesellschaft in Brüssel. »Mit meinem Engagement beim<br />
BEM möchte ich ein Zeichen für Elektromobilität auf europäischer<br />
Ebene setzen. Fragen der künftigen Mobilität betreffen<br />
nicht nur die Regierungen einzelner Staaten, sondern<br />
vielmehr ganz Europa. Die Herausforderungen sind nur auf<br />
gesamteuropäischer Ebene langfristig zu bewältigen«, so<br />
Dr. Friedrich.<br />
Dr. Ingo Friedrich / BEM-Repräsentant in Brüssel<br />
ingo.friedrich@bem-ev.de<br />
Avenue Louise 166 / B-1050 Brüssel<br />
Fon 0032 264 22 337 / Fax 0032 264 22 338<br />
Neue Mobilität<br />
113
eMobilität in Europa - Spanien<br />
Valencia -<br />
herausragende Elektromobilitätsregion<br />
in Spanien<br />
Martin Pohl<br />
Die Region Valencia nimmt als »grüne Vorzeigeregion« Spaniens,<br />
eine besondere Stellung rund um die elektrische<br />
Fortbewegung ein. Zur Förderung nachhaltiger Mobilität<br />
verstärkt die Landesregierung der Comunitat Valenciana<br />
den »MOVELE« Plan der spanischen Regierung durch eigene<br />
intensive Maßnahmen.<br />
Während das Außenhandelsinstitut von Valencia (IVEX) erste<br />
Anlaufstelle für die Internationalisierung Valencianischer<br />
Unternehmen ist sowie Investoren zu Aktivitäten in der Region<br />
Valencia motivieren soll, bildet der valencianische Automobilcluster<br />
(AVIA) die Schnittstelle zur valencianischen<br />
Automobilindustrie ab und bietet bezogen auf die Elektromobilität<br />
umfassende fachliche Unterstützung.<br />
Zentraler Koordinator für Forschungs- und Industrialisierungsvorhaben<br />
in der entstehenden »Elektromobilitätsindustrie«<br />
ist das Energieinstitut von Valencia (ITE). Das Institut<br />
hat sich frühzeitig auf »erneuerbare« Energieerzeugung,<br />
Energietransfer und Speicherung sowie Energieverwendung<br />
ausgerichtet. Ein umfassendes Leistungsportfolio aus den<br />
Fachbereichen Energie, Elektrik und Elektronik sowie chemische<br />
Elektrotechnik bringt das ITE auch als internationalen<br />
Dienstleister in eine exzellente Ausgangsposition.<br />
Im Rahmen des EPV (Electrically Powered Vehicles) Projektes<br />
wurde bereits 2008 basierend auf umfangreichen Angebots-<br />
und Nachfrageanalysen des bestehenden elektrischen<br />
Netzes ein skalierbares und nachhaltiges Distributionsnetzwerk<br />
für den zu erwartenden elektrischen Verkehr modelliert<br />
und pilotiert. Seit 2010 wurde darauf aufbauend nahtlos mit<br />
Projekten hinsichtlich Energiespeicherung, Information und<br />
Kommunikation sowie Betrieb dieser »nachhaltigen« Netze<br />
angeknüpft.<br />
Repräsentative Erfolgsstory ist die Entstehung der Firma<br />
Electric Lloc S.L., (e.lloc) aus dem EPV Projekt. Der 2009<br />
gegründete Komplettanbieter für Konzept, Entwicklung, Produktion<br />
und anforderungsspezifische Integration von »intelligenter«<br />
Ladeinfrastruktur erzielt inzwischen Markterfolge<br />
auf der gesamten iberischen Halbinsel.<br />
Das individualisierbare Produktportfolio von e.lloc umfasst<br />
neben modular aufgebauter Hardware für Innen- und Außenraumanwendungen,<br />
gewerbliche und private Nutzung sowie<br />
für Ladeanforderungen und Fahrzeugklassen auch eine eigens<br />
entwickelte Kommunikations- und Betreibersoftware,<br />
die unterstützt durch das ITE seitens e.lloc entwickelt wurde.<br />
Dabei erfolgt die kommunikative Vernetzung sowohl auf die<br />
Netzwerke der Industrie als auch des privaten Endanwenders<br />
wie GPRS, wLAN etc.<br />
114 Neue Mobilität
eMobilität in Europa - Spanien<br />
Gemeinsam mit dem Elektromobilitätsdienstleister MO-<br />
VUS hat das Unternehmen erst kürzlich mit dem Produkt<br />
E:Sharing den Grundstein für den beruflichen Pendelverkehr<br />
sowie für touristisch geprägte Elektromobilität in der Region<br />
geschaffen.<br />
In Vigo installiert e.lloc mit seinem Kunden CLEM Ecologic<br />
derzeit im Rahmen eines E-Bus Projektes für die Altstadt von<br />
Vigo eine DC-Schnellladestation sowie ein Gesamtladekonzept<br />
für die Buslinie.<br />
Martin Pohl, auf Marktentwicklung spezialisierter Elektromobilitäts-<br />
bzw. Automobilexperte in München, kommentiert<br />
die Valencianischen Aktivitäten mit Blick auf das internationale<br />
Umfeld so:<br />
Die Region bietet mit neuen Geschäftsansätzen für die Elektromobilitätsindustrie<br />
ideale Voraussetzungen für die Internationalisierung<br />
der Unternehmen. Die Bestrebungen zielen<br />
sowohl auf den Vertrieb exzellenter Produkte europa- oder<br />
gar weltweit, die Lizenzierung innovativer Geschäftsmodelle<br />
oder die überregionale Zusammenarbeit. Auch stellt Valencia<br />
eine interessante Standortalternative für intelligente Fertigungsmethoden<br />
dar.<br />
Mit unseren Ansätzen erzielen wir gute Resonanz. so konnten<br />
wir beispielsweise bereits Kollaborationen mit Firmen und<br />
Instituten im Rahmen von Zukunfts- oder Auftragsforschung<br />
etablieren. Unsere Partner realisieren das enorme Chancenpotential<br />
aber auch die besonderen Herausforderungen der<br />
Elektromobilität. Unsere umfassende Marktkenntnis prädestiniert<br />
uns, die Unternehmen bei der Umsetzung eigener<br />
Internationalisierungspläne zu begleiten.<br />
Highlight dieses Jahres wird unser valencianischer Clusterstand<br />
auf der eCarTec 2011 sein - ein idealer Gradmesser für<br />
die teilnehmenden Unternehmen, ihre vielfältigen Expertisen<br />
im Themenfeld Elektromobilität auf internationaler Bühne<br />
zu präsentieren.<br />
Martin Pohl<br />
carparts design<br />
m.pohl@acs-cpd.com,<br />
www.avia.com.es<br />
www.ite.es<br />
Neue Mobilität<br />
115
eMobilität in Europa - Luxemburg<br />
Elektromobilität in<br />
Luxemburg<br />
Roadmap für Schlüsseltechnologien der Elektromobilität<br />
Rückblickend kann man sagen, dass die Elektromobilität in<br />
Luxemburg im Jahre 1884 mit der Entwicklung des »Energy<br />
Car«, einer mobilen Kraftstation für die Landwirtschaft, durch<br />
Henri Owen Tudor begann. Eben dieser machte sich später<br />
einen Namen als bedeutender Hersteller von Bleiakkumulatoren<br />
und schaffte, wenn man so will, die Basis für den ortsunabhängigen<br />
Einsatz von Elektrizität als Kraftquelle und<br />
damit auch für die elektrisch basierte Mobilität.<br />
Aber erst 126 Jahre später - im Jahr 2010 - wurde das Thema<br />
in Luxemburg wieder aufgegriffen. In dem Jahr wurde am<br />
Centre de Recherche Public Henri Tudor ein Forschungsprogramm<br />
für nachhaltige Mobilität initiiert. Im Gegensatz zu<br />
seinem berühmten Namensgeber sieht das CRP Henri Tudor<br />
seine Mission in der Vorbereitung und Unterstützung des<br />
Großherzogtums auf seinem Weg zur nachhaltigen Mobilität.<br />
In dem neu gegründeten »Innovation Programme for Sustainable<br />
Mobility« werden zum einen Kompetenzen aus<br />
unterschiedlichen Forschungsbereichen wie z.B. aus der Informations-<br />
und Kommunikationstechnik als auch aus dem<br />
Umweltbereich zusammengeführt und nach Möglichkeit an<br />
die Marktteilnehmer transferiert. Außerdem werden Problemstellungen<br />
und Trends vom Markt zur Befruchtung der Arbeiten<br />
in den Forschungsteams aufgenommen und entsprechende<br />
Lösungsansätze entwickelt. Das CRP Henri Tudor<br />
arbeitet an zahlreichen Mobilitäts-Forschungsprojekten<br />
auch auf internationalem Niveau und stellt den Austausch<br />
auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene sicher.<br />
Insbesondere wird auf nationaler Ebene auch eine wichtige<br />
meinungsbildende Funktion durch die Zurverfügungstellung<br />
von Informationen über die im März letzten Jahres gegründete<br />
Plattform Elektromobiliteit.lu wahrgenommen. Die Plattform<br />
wurde von CRP Henri Tudor mit dem führenden nationalen<br />
Energieversorgungsunternehmen ENOVOS gegründet.<br />
Die Mitglieder dieser Plattform sind Repräsentanten privater<br />
Unternehmungen, Träger öffentlicher Belange (Ministerien,<br />
Städte und Gemeinden) und Nichtregierungsorganisationen.<br />
Die Mission Plattform Elektromobiliteit.lu<br />
• nationaler und internationaler Informationsaustausch<br />
• nationales und internationales Networking<br />
• Technology Watch<br />
• Förderung innovativer Lösungen durch Pilotprojekte<br />
• Beratung für Politik und Meinungsbildner.<br />
Weiter Informationen: www.elektromobiliteit.lu<br />
Meilensteine der eMobilität in Luxemburg<br />
• 2009 Tour de Ruhr von Hesperange nach Dortmund mit<br />
eVehikeln organisiert von KlimaWelt (www.Klimawelt.lu)<br />
• 2009 Gründung der Plattform Elektromobiliteit.lu<br />
• 2010 erste Ausstellung in Hesperange von eFahrzeugen<br />
und öffentliche Diskussion mit Vertretern aus Politik<br />
und Wirtschaft<br />
• 2011 Messe ecoMobilitity im Rahmen der Frühjahrsmesse<br />
(LuxExpo)<br />
• 2011 Seminar eMOBILITY mit internationalen Referenten<br />
aus Österreich, Frankreich und Deutschland<br />
(www.eMobility.lu)<br />
Zweifelsohne stellte die diesjährige Eröffnung der Messe<br />
ecoMobility durch Luxemburgs Großherzog ein Highlight dar.<br />
Große Aufmerksamkeit erreichte auch das anlässlich dieser<br />
Ausstellung veranstaltete Seminar eMOBILITY, bei dem sowohl<br />
Vertreter des Europäischen Parlaments, der Minister<br />
für nachhaltige Entwicklung und Verkehr als auch die Referenten<br />
sich des Themas Elektromobilität aus unterschiedlichen<br />
Blickwinkeln annahmen. So berichteten beispielsweise<br />
die Vertreter aus Straßburg, Aachen und Bregenz (VLOTTE)<br />
über Ihre Erfahrungen bei der Integration unterschiedlicher<br />
Elektromobilitätskonzepte im urbanen Bereich. PSA berichtete<br />
über die neusten Entwicklungen im Bereich der Diesel-<br />
Hybridtechnik und Mia-Electric stellte ihren innovativen<br />
Stadtflitzer als Bestandteil eines Mobilitätskonzeptes für<br />
den grenzüberschreitenden Verkehr vor.<br />
116 Neue Mobilität
eMobilität in Europa - Luxemburg<br />
Derzeit wird auf politischer Ebene die Erstellung eines<br />
nationalen Entwicklungsplans für Elektromobilität vorbereitet.<br />
Das ehrgeizige Ziel des luxemburgischen Wirtschaftsministers<br />
lautet bis 2020 10% des Gesamtfahrzeuganteils mit<br />
Elektrofahrzeugen zu realisieren, was nach heutigem Stand<br />
etwa 40.000 Fahrzeugen entspräche. Die ersten Ladestationen<br />
wurden bereits installiert. Das Projekt in der Nordstad-<br />
Region stellt das erste Pilotprojekt dar, dem weitere folgen<br />
werden.<br />
Für Luxemburg ist Elektromobilität ein wichtiges Thema mit<br />
dem man einerseits durch intelligente Vernetzung mit dem<br />
ÖPNV das tägliche Verkehrsaufkommen als auch den Emissionen,<br />
nicht zuletzt durch die vergleichsweise günstigen<br />
Treibstoffpreise hervorgerufen (Tanktourismus), begegnen<br />
will. Last but not least kann Elektromobilitität in Verbindung<br />
mit intelligenten Mobilititätskonzepten (Carsharing, Carpooling<br />
etc.) und -dienstleistungen dazu beitragen, die urbane<br />
Verkehrssituation zu verbessern. Derzeit pilgern täglich ca.<br />
150.000 Grenzgänger aus Belgien, Deutschland und Frankreich<br />
ins Großherzogtum, um zu Ihrem Arbeitsplatz zu gelangen.<br />
Zukünftig wird die Zahl dem Wirtschaftswachstums<br />
Luxemburgs folgend weiter steigen.<br />
In 5 Gemeinden der Nordstad-Region werden mit einem integrierten<br />
Konzept Pedelecs und Elektroautos mit dem öffentlichen<br />
Personennahverkehr kombiniert. Kundenfreundliche<br />
Kommunikationstechniken sollen den Nutzern des Pilotprojekts<br />
die Handhabung erleichtern. Die Infrastruktur umfasst<br />
acht kombinierte Ladestationen für Pedelecs und eCars.<br />
Dipl.-Ing. MBA Bernhard Jäckel,<br />
Centre de Recherche Public Henri Tudor<br />
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Neue Mobilität 117<br />
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eMobilität in Europa - Smart Batt<br />
Projekt »SmartBatt«<br />
DI Helmut Oberguggenberger, Head of Electric Drive Technologies am AIT<br />
Was ist das Ziel des Projekts und wer sind die Partner?<br />
Ziel des SmartBatt-Projekts ist es, ein innovatives, multifunktionales<br />
und zugleich sicheres Leichtbaugehäuse für<br />
das Batteriespeichersystem des rein elektrisch betriebenen<br />
Fahrzeugs zu entwickeln. Dabei sollte das Batteriegehäuse<br />
nicht mehr - wie bisher üblich - als separates Supplement<br />
bei der Entwicklung der Fahrzeugstruktur angesehen werden,<br />
sondern vielmehr als vollständig integriertes und tragendes<br />
Strukturelement in das Design der Fahrzeugkarosserie<br />
mit einfließen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen<br />
multidisziplinäre Domänen aus den Ingenieurwissenschaften<br />
beherrscht werden. Im Rahmen dieses Projektes agiert<br />
ein EU-weites Konsortium:<br />
AIT Mobility Department Austria, AIT LKR Austria, Axeon United<br />
Kingdom, Fraunhofer Germany, Impact Design Poland,<br />
Ricardo United Kingdom, SP Sweden, TU Graz Austria und<br />
VW Germany.<br />
Welche Rolle hat dabei das AIT?<br />
Das AIT Austrian Institute of Technology hat zum einen die<br />
Rolle des Projektkoordinators inne, zum andern kann das<br />
AIT seinen Kernkompetenzen im Bereich elektrischer Energiespeicher<br />
(Spektrum reicht über Simulation, Messungen und<br />
Tests für Zellen, Batteriemodule und Packages) und auf dem<br />
Gebiet der Materialforschung (innovative Leichtmetalle) einbringen.<br />
Was unterscheidet SmartBatt von anderen Batterieforschungsprojekten?<br />
Im rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug werden hohe Anforderungen<br />
an die Leistungs- und Energiedichte des Batteriesystems<br />
gestellt, d.h. die Batterie sollte möglichst kompakt,<br />
leicht und sicher sein. Im Projekt SmartBatt wird - im<br />
Unterschied zu anderen Batterieforschungsprojekten - versucht,<br />
das Gesamtgewicht des Batteriesystems dahingehend<br />
zu verringern, indem Optimierungspotentiale die Gehäusestruktur<br />
und die intelligente Integration in das Fahrzeug betreffend,<br />
ausgeschöpft werden sollen. Angestrebt wird dies<br />
beispielsweise durch die Kombination von Leichtbauweisen<br />
mit dem Einsatz neuer, innovativer Leichtbaumaterialien als<br />
auch durch den Einsatz innovativer Simulationswerkzeuge.<br />
Welche Bedeutung hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit<br />
für die Batterieforschung?<br />
Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterschiedlicher<br />
Partner aus Industrie und Forschung entsteht<br />
ein interdisziplinäres Netzwerk. Durch dieses Netzwerk und<br />
das dadurch vorhandene Know-how kann schnell eine dementsprechende<br />
Lösung entwickelt werden, die dann in zukünftigen<br />
Serienfahrzeugen Anwendung findet.<br />
DI Helmut Oberguggenberger<br />
www.ait.ac.at/mobility<br />
118 Neue Mobilität
Master-Studiengang „Green Mobility Engineering“<br />
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Berufsbegleitendes Master-Programm für die Zukunft der Automobilindustrie<br />
Dauer/Modus:<br />
18 Monate/ Berufsbegleitend<br />
Programmsprache: Englisch<br />
Partner:<br />
KIT; Internationales Industrienetzwerk u.v.a.<br />
Abschluß:<br />
M.Sc. des Karlsruher Institut für Technologie (KIT)<br />
Nächster Programmstart: 19. September 2011<br />
Inhalte:<br />
Engineering Expertise & Management Know-How<br />
Themen u.a.: Alternative Antriebstechniken; Energiespeicherung/-verteilung;<br />
Batterien & Akkumulatoren;<br />
Fahrerassistenzsysteme; Mobilitätslösungen in modernen<br />
modernen Netzen; sowie Management Know-How in<br />
Internationalem Projektmanagement; IP Recht; Personalmanagement;<br />
Finanzwesen & Controlling<br />
Akkreditiert von:<br />
Interesse? Sprechen Sie uns an!<br />
HECTOR School of Engineering & Management, Schlossplatz 19, 76131 Karlsruhe<br />
Tel +49 (0) 721 608 47880, Email info@hectorschool.com<br />
www.hectorschool.com/master-program-green-mobility-engineering.html<br />
KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
eMobilität in Europa - Moto Mundo Electric World Tour<br />
Moto Mundo<br />
Mit dem Elektroauto rund um den Globus<br />
Hjalte Tin und Nina Rasmussen beim EnergieParken in der Wallstr. 16 in Berlin<br />
Die Dänen Hjalte Tin und Nina Rasmussen hatten ein ehrgeiziges<br />
Ziel: einmal im Elektroauto um die Erde. Am 25.<br />
Juni 2010 starteten die beiden Elektroauto-Fans ihre große<br />
Reise. Der eigens für den Langzeittest über drei Kontinente<br />
umgerüstete Nissan Qashqai Electric zeigt, dass eMobilität<br />
bereits jetzt ohne Probleme im Alltag einsetzbar ist. In 10<br />
Monaten haben die beiden Dänen 30.000 Kilometer rein<br />
elektrisch zurück gelegt und dabei Dänemark, Norwegen,<br />
Schweden, Estland, Russland, die Mongolai, China, die USA,<br />
Spanien, Frankreich, die Schweiz, Holland und Deutschland<br />
passiert. Am 07. Mai endete die elektromobile Tour nach fast<br />
einem Jahr im Heimatland Dänemark.<br />
Bevor die zwei dänischen Schriftsteller wieder in Kopenhagen<br />
eintrafen und damit die erste Weltumrundung in einem eAuto<br />
beendeten, haben Sie Ende April einen kurzen Zwischenstop<br />
in der BEM-Bundesgeschäftsstelle in Berlin eingelegt, um<br />
an einer der neuen EnergieParken-Ladesäulen Strom für die<br />
letzten Kilometer zu tanken.<br />
Im Gespräch mit Christian Heep, Vorstand Marketing beim<br />
BEM, wurde klar, dass weltweit unterschiedlich an die Herausforderungen<br />
der Neuen Mobilität heran gegangen wird.<br />
»Auf unserer Reise haben wir große Unterschiede sehen<br />
können. In China ist eMobilität vor allem im Zweiradbereich<br />
bereits jetzt in Masse auf der Straße. Die Programme und Initiativen<br />
gehen hier hauptsächlich von der Regierung aus, die<br />
Elektromobilität massiv fördert. Im Gegensatz dazu sind es in<br />
den USA vor allem Grassroots-Bewegungen im Bereich Umwelt-<br />
und Naturschutz, die sich für die Neue Mobilität einsetzen.<br />
Und in Europa sind es vor allem die Städte, die mit der<br />
Förderung der eMobilität gegen Luftverschmutzung, Lärm<br />
und verstopfte Straßen ankommen wollen«, so Hjalte Tin.<br />
»Nur wenn alle drei Wege miteinander verbunden werden,<br />
wird die Neue Mobilität tatsächlich zum Massenphänomen.«<br />
Mit ihrer Weltumrundung wollten die beiden Dänen zeigen,<br />
was Elektrofahrzeuge schon heute leisten können. Im Rahmen<br />
der Moto Mundo Electric World Tour, wie das Ehepaar<br />
seine Weltumrund nennt, durchquerten sie mit dem Elektroauto<br />
zum Teil Regionen mit extremen, klimatischen Bedingungen.<br />
So waren die Temperaturen in Russland im vergangenen<br />
Sommer extrem hoch. In den USA, die man im Winter<br />
durchquerte, war es hingegen sehr kalt, was dazu führte,<br />
dass die Etappen zwischen den Pausen zum Laden der<br />
Akkus entsprechend kürzer wurden, da die Reichweite des<br />
Fahrzeugs durch zusätzliche Verbraucher wie die Heizung<br />
schrumpfte.<br />
»Unsere Weltumrundung war ein Test für die gesamte Elektromobilität.<br />
Wir müssen jetzt Elektrofahrzeuge auf die Straße<br />
120 Neue Mobilität
eMobilität in Europa - Moto Mundo Electric World Tour<br />
bringen. Das ist die einzige Möglichkeit, wie die Elektromobilität<br />
sich auch langfristig durchsetzen wird. Dabei ist<br />
es nicht schlimm Fehler zu machen. Daraus können wir nur<br />
lernen und die notwendige Technik weiter entwickeln«, erklärte<br />
Nina Rasmussen im Gespräch.<br />
Der umgebaute Crossover Nissan Qashqai brachte es unter<br />
optimalen Bedingungen auf eine Reichweite von 250 Kilometern.<br />
Bewegte sich der Batteriestatus im roten Bereich,<br />
musste der Qashqai an einer einfachen Haushaltssteckdose<br />
aufgeladen werden. In der Regel wurde der eSUV in der<br />
Nacht geladen, sofern sich keine Schnellladestation in der<br />
Nähe befand. Insbesondere in den USA, wo Temperaturen<br />
von minus zehn Grad Celsius herrschten, kamen die Batterien<br />
an ihr Limit. In den USA sorgte darüber hinaus die Tatsache<br />
für Probleme, dass es in Motels nur 110-Volt-Anschlüsse<br />
gab, nicht aber die mindestens benötigten 220 Volt. Hier<br />
konnte nur ein Notstromaggregat helfen, das die beiden Dänen<br />
für solche Fälle mit sich führten.<br />
Der Nissan Qashqai wurde mit einem Elektromotor mit einer<br />
Leistung von 60 kW / 82 PS ausgestattet. Die Lithium-Ionen-<br />
Akkus wurden unter dem Fahrzeug montiert. Die Höchstgeschwindigkeit<br />
des Elektroautos beträgt 130 km/h. Im langsamen<br />
Stadtverkehr konnte das Ehepaar Reichweiten von bis<br />
zu 300 Kilometern erreichen. Bei einem Durchschnittstempo<br />
von 80 km/h betrug die Reichweite immer noch sehr gute<br />
200 Kilometer. »Wir haben vor ein Buch über unsere Erlebnisse<br />
zu schreiben. Bis es soweit ist, laden wir alle Interessierten<br />
dazu ein, einen Blick auf unseren Blog zu werfen«, so<br />
Hialte Tin abschließend.<br />
Hialte Tin / Nina Rasmussen<br />
www.moto-mundo.com<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
Der Opel Ampera.<br />
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Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Maria Heide Zierer & Klaus Zierer<br />
Handbuch Elektromobilität<br />
VS Verlag für Sozialwissenschaften<br />
Wiesbaden 2010<br />
Preis 24,95 Euro<br />
Ein epochaltypisches Schlüsselproblem<br />
Mobilität hat in unserer Gesellschaft einen zentralen Raum<br />
eingenommen und ist aus dem alltäglichen Leben nicht<br />
mehr wegzudenken. In einer global vernetzten Welt stellt sie<br />
ein Phänomen dar, welches nicht nur für die gegenwärtige,<br />
sondern auch für kommende Generationen von zentraler<br />
und zunehmender Bedeutung ist. Um diesen Wandel darzulegen,<br />
wählen die Autoren einen ganzheitlichen Ansatz<br />
und behandeln das Thema aus der psychologischen, technischen,<br />
politischen und ökologischen Perspektive. Mit Hilfe<br />
dieses Ansatzes wird am Ende des Buches auch das Beispiel<br />
Elektromobilität analysiert. Die Autoren stellen fest, dass<br />
eMobilität zwar mit drei der vier Analyseperspektiven in<br />
Einklang gebracht werden kann, allerdings aus der ökologische<br />
Perspektive noch Zweifel an ihrem Potential bestehen.<br />
Wer das Phänomen Mobilität nicht aus nur einer Perspektive<br />
betrachten möchte, sondern an ihrer sozialwissenschaftlichen<br />
Dimension interessiert ist, für den ist das Buch zu<br />
empfehlen. Leider gibt es kein abschließendes Fazit und<br />
viele Fragen bleiben noch offen.<br />
Martin Uffmann & Katrin Horn<br />
(Lektorat)<br />
Die Top 10 Fragen zum Elektroauto<br />
Green & Energy Consulting Group,<br />
2011<br />
Preis 5,94 Euro (eBook)<br />
Vorurteilen nachgegangen<br />
»Elektromobilität? Geht es dabei nicht um diese Fahrzeuge<br />
für alte Menschen?« Obwohl eMobilität präsenter ist denn<br />
je und inzwischen weder Medien noch Politik das Thema<br />
ignorieren können, herrscht immer noch eine erschreckende<br />
Unkenntnis bzw. Gleichgültigkeit innerhalb der Bevölkerung.<br />
Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass es nicht<br />
mehr Bücher gibt wie dieses. Es werden die Top 10 Fragen<br />
zum Elektroauto aufgegriffen und ohne verwirrende Fachterminologie<br />
beantwortet. So erfährt der Leser u.a. alles<br />
rund um den Ladevorgang, Reichweite, Wartung und Reparatur,<br />
sowie Lebensdauer und Kaufpreis und, dass es sich<br />
bei dem Trend nicht um einen kurzfristigen Hype handelt.<br />
Dem geht ein kurzer aber aufschlussreicher Überblick über<br />
eMobilität im Allgemeinen voraus. Das Buch informiert<br />
so umfassend über die wichtigsten Fragen zum Elektroauto<br />
und räumt ganz nebenbei mit vielen Vorurteilen auf.<br />
Für Einsteiger ist das eBook ein absolutes Muss aber auch<br />
Fortgeschrittene finden in dem Buch eine spannende und<br />
unterhaltende Lektüre.<br />
Mehr als nur tanken...<br />
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Benedikt Höfner<br />
Integrations- und Systemanalyse<br />
elektrischer Radnabenantriebe für<br />
zukünftige PKW-Elektrofahrzeuge<br />
Shaker Verlag Aachen 2010<br />
Preis 49,80 Euro<br />
Radnabenantriebe unter der Lupe<br />
Dass der Wechsel zur eMobilität mehr beinhaltet, als den reinen<br />
Austausch von konventionellen Motoren durch Elektromotoren,<br />
dürfte jedem klar sein, der sich etwas mit dem Thema<br />
auseinander gesetzt hat. Ein Wandel bringt auch immer<br />
neue Möglichkeiten mit sich. Noch ist nicht final geklärt,<br />
welche Antriebssysteme sich künftig bei eAutos durchsetzen<br />
werden. Benedikt Höfner unterzieht daher elektrische<br />
Radnabensysteme einer Systemanalyse mit Blick auf Potentiale<br />
und Nachteile. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass<br />
sie zwar attraktive Mehrfunktionalitäten besitzen, die ein<br />
Antriebsstrang an einer zentralen eMaschine nicht bieten<br />
kann, allerdings ihr Einsatz durch die höheren Systemkosten<br />
noch nicht Flächendeckend zu empfehlen ist. Auch fällt<br />
der durch das Verlagern des Antriebs auf mehrere Punkte<br />
zu erwartende Raumgewinn geringer aus als angenommen.<br />
Wie bei einer Dissertation zu erwarten, handelt es sich bei<br />
dem Werk in großen Teilen um eine technische Analyse. Für<br />
Leute vom Fach eine spannende Arbeit, der Laie allerdings<br />
dürfte schnell an seine Grenzen stoßen.<br />
Reinhard F. Hüttl, Bernd<br />
Pischetsrieder, Dieter Spath (Hrsg.)<br />
Potenziale und wissenschaftlichtechnische<br />
Herausforderungen<br />
Springer-Verlag, Berlin 2010<br />
Preis 24,95 Euro<br />
Elektromobilität / Chancen und Herausforderungen<br />
Zwei Gründe sind ausschlaggebend für das aktuelle Interesse<br />
am Thema Elektromobilität - der Wunsch nach Reduzierung<br />
der CO2-Emissionen im Verkehr und das enorme<br />
Wertschöpfungspotenzial. Letzteres greift die Deutsche<br />
Akademie der Technikwissenschaften acatech in diesem<br />
Buch auf. Verschiedene Autoren diskutieren Herausforderungen<br />
und Potenziale der Neuen Mobilität und gehen auf<br />
verschiedenste Themenfelder ein. Dabei wird ein breiter Bogen<br />
von Mobilitätskonzepten über Materialforschung bis hin<br />
zu Fahrzeugkonzepten und Antriebssystemen gespannt, mit<br />
fachlich aber auch wirtschaftlich geprägten Beiträgen. Sie<br />
kommen dabei zu dem Schluss, dass eMobilität eine nationale<br />
Aufgabe ist, die von Industrie, Wissenschaft und Politik<br />
gemeinsam angegangen werden muss.<br />
Eines wird beim Lesen der Publikation deutlich: Die Neue<br />
Mobilität ist ein extrem großes und komplexes Feld welches<br />
viele Chancen und Herausforderungen in sich birgt.<br />
Wer wissen will, wie diese aussehen und angegangen werden<br />
können, sollte das Buch lesen.<br />
© www.designwelt.com / Stefan Ellbrueck<br />
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Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband eMobilität,<br />
informiert vierteljährlich über Projekte und Veranstaltungen der emobilen<br />
Branche, die Arbeit seiner Mitglieder und über relevante News im<br />
Bereich der Neuen Mobilität.<br />
In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren wir Fragen<br />
zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem geben Interviews mit verschiedenen<br />
eMobilitätsplayern interessante Einblicke in die Branche. In<br />
wechselnden Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />
regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte, Innovationen und interessante<br />
Veranstaltungen.<br />
Im Mittelpunkt der Oktober-Ausgabe steht die Leitmesse der emobilen<br />
Branche - die eCarTec.<br />
Sie bringt vom 18. bis 20. Oktober 2011 zum dritten Mal umfassend alle<br />
aktuellen Entwicklungen und Technologie-Angebote auf einer Fachmesse<br />
zusammen. Der Bundesverband eMobilität wird wie im Vorjahr<br />
gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern mit einem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
präsent sein. Nach der erfolgreichen Messe-Präsenz<br />
2010 und durchweg begeisterten Mitausstellern wollen wir in diesem<br />
Jahr mit Ihrer Hilfe noch mehr Besucher auf unserem Stand begrüßen.<br />
Auf ca. 500 qm finden Sie neben den innovativen Ausstellern und ihren<br />
Produkten auch wieder eine attraktive eLounge, in der sich in angenehmem<br />
Ambiente neue Geschäftskontakte knüpfen lassen. Positionieren<br />
Sie sich und Ihr Unternehmen auf einem der am besten frequentierten<br />
Messestände auf der Leitmesse der emobilen Branche. Wenn auch Sie<br />
dabei sein wollen, kontaktieren Sie bitte Klaus Bergerfurth via eMail<br />
klaus.bergerfurth@bem-ev.de oder telefonisch unter 030 8638 1874<br />
und fordern Sie ein Buchungsformular an.<br />
Für eine erfolgreiche Unternehmensdarstellung im eCarTec-Sonderteil<br />
der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 05 wenden Sie sich bitte für Anzeigenschaltungen<br />
und Einträge im Firmenverzeichnis direkt an:<br />
Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen, Termine,<br />
innovative Projekte, Feedback und natürlich über Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />
juliane.girke@bem-ev.de
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
Abonnement<br />
Fax an 030 8638 0866<br />
oder per email an<br />
abo@neue-mobilitaet.info<br />
Unser Fachmagazin wird Sie nun viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />
und Projekte der eMobilitätsbranche informieren.<br />
JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 26,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 18,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />
Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
Förder-abo / 4 Ausgaben<br />
Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
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zzgl. Porto*).<br />
firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />
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Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
5 Stück (85,00 €) 10 Stück (145,00 €) 25 Stück (265,00 €)<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige<br />
Lieferung der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um<br />
ein weiteres Jahr. Bei einer evtl. Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2012 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann<br />
innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung<br />
des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />
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*nur im Inland möglich<br />
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Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />
Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />
Fon<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />
Neue Mobilität<br />
125
eBike & eScooter Shop Berlin<br />
Effizienz durch Intelligenz<br />
BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Der Bundesverband eMobilität vernetzt die Akteure aus<br />
Wirtschaft, Politik und Medien miteinander, fördert die öffentliche<br />
Wahrnehmung für Elektromobilität durch zahlreiche<br />
Veranstaltungen und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />
Veränderungen ein. Von Beginn an sind die<br />
Mitglieder das wichtigste Potential des Verbands.<br />
»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />
Projekte ist deshalb eines unserer wichtigsten Aufgaben im<br />
tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />
dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />
Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />
Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />
Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />
als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />
und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />
bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />
www.bem-ev.de<br />
www.eMobileTicker.de<br />
»Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische<br />
Mobilitätsalternative auf die Straße bringen.«<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
ComInMarket<br />
CPM<br />
TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />
IPM SYSTEM<br />
speed-e.me<br />
126 Neue Mobilität
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />
starken Wachstumsbranchen in Deutschland gehören.<br />
Es ist unverzichtbar, sich gemeinsam und verstärkt den<br />
Herausforderungen der eMobilität zu stellen, um einen<br />
nachhaltigen Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu<br />
sichern. Diese Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme<br />
der innovativsten Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten<br />
und das kooperative Zusammenwirken aller<br />
beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft,<br />
Politik, Medien, den Verbänden und Institutionen, sowie das<br />
Engagement jedes einzelnen Bürgers, der sich für eine Neue<br />
Mobilität einsetzen möchte.<br />
Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />
und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />
eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />
diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />
endlich sauber und leise wird. Elektromobilität muss jetzt in<br />
Ersten Flotten und Fuhrparks sichtbar werden.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre Unterstützung<br />
notwendig..!<br />
Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
der relevanten Player der Branche<br />
• Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität zur Steigerung<br />
urbaner Lebensqualität<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
• Bezug des BEM-Fachmagazins »<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>« 4x im Jahr<br />
• Einbindung in Kampagnen, Filme, Interviews, gemeinsame<br />
Pressemitteilungen und Beiträge im BEM-Magazin / BEM TV<br />
• Imagefördernde Positionierung als Innovationsträger und<br />
aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen, Symposien, Konferenzen<br />
eShowroom & Kompetenzzentrum, BEM eRoadshow<br />
• Nutzung des Partnerlogos auf Medien und der Webseite<br />
»Mitglied im Bundesverband eMobilität«<br />
• Zugang zu Landesvertretungen und Partnerverbänden<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, anderen Verbänden und<br />
Instituten<br />
• Event-Einladungen zu Mitgliedskonditionen, bundesweite<br />
eStammtische, Teilnahme am BEM-Roundtable<br />
• Redaktions- und Nachrichtendienst<br />
• eNewsletter, BEM eMobile Ticker als iPhone App, Pressezugang,<br />
Veröffentlichungen<br />
• Professionelle Beratung bei der Umsetzung von ersten<br />
Elektrofahrzeug-Flotten<br />
Mitgliedsbetreuung<br />
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Neue Mobilität<br />
127
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Fax: +49 228 - 559 20-99<br />
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128 Neue Mobilität
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an Sandrine Frideres vom BEM sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
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fon: +49 (0)30 261 016 97<br />
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Leiter des Teams New Mobility<br />
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Brienner Straße 28<br />
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T +49 89 28628277<br />
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129
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
IMPRESSUM<br />
Herausgeber<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Fax 030 8638 0866<br />
www.bem-ev.de<br />
magazin@bem-ev.de<br />
Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon 030 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Mitarbeit<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Jonas Quincke<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
CYMAGE MEDIA BERLIN<br />
Oranienplatz 5<br />
10999 Berlin<br />
Fon 030 616 58 511<br />
Fax 030 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Christian Heep<br />
Monika Czerminska<br />
Kristin Spiess<br />
Falk Bege<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
www.sebastian-knoth.com<br />
Titelbild / Cover<br />
TÜV Rheinland<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
10.000 Stück<br />
Diese Ausgabe<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>04</strong><br />
Erscheinung Juli 2011<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe Oktober 2011<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 05 zur eCarTec<br />
Anzeigenschluss 21.09.2011<br />
Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />
ins Firmenverzeichnis der NM<br />
gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />
Mediadaten, Stand April 2011.<br />
www.neue-mobilitaet.info<br />
www.eMobileTicker.de<br />
Parlamentarischer Beirat<br />
Wolfgang Tiefensee, SPD<br />
Markus Rinderspacher, SPD<br />
Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
Werner Simmling, FDP<br />
Volker Ratzmann Bündnis 90/Die<br />
Grünen<br />
Wissenschaftlicher Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr. Frank Behrendt<br />
Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />
Matthias Groher<br />
Markus Emmert<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Josef Maier<br />
Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />
Johann Georg Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
BEM-Vorstand<br />
Kurt Sigl, Präsident<br />
Michael Hofmann, Finanzen<br />
Christian Heep, Marketing<br />
Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />
Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
© 2010 -2011 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />
liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />
Angaben, Daten, Behauptungen, etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />
Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />
schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.
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»Es ist nicht genug zu wollen,<br />
man muss auch tun.<br />
Es ist nicht genug zu wissen,<br />
man muss auch anwenden können.«<br />
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