NEUE MOBILITÄT 09
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ISSN 2191-5636<br />
Herbstausgabe 2012<br />
OKTOBER 2012<br />
Hessen<br />
Vorbild bei Elektromobilität<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
eCarTec 2012<br />
23. bis 25. Oktober 2012 // Messe München<br />
Erste Flotten<br />
Fuhrparkmanagement, Carsharing<br />
und Mobilitätsanbieter<br />
Leitmarktanspruch<br />
Kommentare, Einschätzungen,<br />
Interviews und Statements<br />
Status Quo<br />
Engagement und Aktionen<br />
für eine Neue Mobilität<br />
Who is Who<br />
Verbände, Initiativen, Organisationen,<br />
die aktiv Zeichen setzen<br />
Neue Mobilität<br />
1
GRUSSWORT<br />
E-Mobility:<br />
The Future is in our hands.<br />
TÜV Rheinland verfügt über langjähriges Know-how und hohe Qualitätsansprüche im Bereich der Elektromobilität.<br />
Zur Akzeptanzsteigerung begleitet TÜV Rheinland die gesamte Wertschöpfungskette der innovativen Mobilität im<br />
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® TÜV, TUEV und TUV sind eingetragene Marken. Eine Nutzung und Verwendung bedarf der vorherigen Zustimmung. <strong>09</strong>.2012_12289<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl Auf der Automechanika 2012<br />
Alle Jahre wieder<br />
Anfang Oktober lud Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut<br />
Vertreter aus Industrie und Wissenschaft zum Elektromobilitätsgipfel<br />
ins Kanzleramt, um den aktuellen Status Quo bei<br />
der Umsetzung des Regierungsplans Elektromobilität und<br />
die angestrebte Leitmarkt- bzw. Leitanbieter Rolle Deutschlands<br />
in diesem Kontext zu besprechen. Eine Runde, die sich<br />
bereits gut kennt. Alle Jahre wieder vertagen diese Spitzenvertreter<br />
aus Politik, Industrie und Wissenschaft die tatsächliche<br />
Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte in die Zukunft.<br />
So wird das nichts mit der Leitmarktposition.<br />
Offiziell hält Frau Merkel zwar weiterhin am Ziel der eine<br />
Million Elektrofahrzeuge fest, rhetorisch wird aber bereits<br />
damit begonnen, die ursprüngliche Zielmarke langsam und<br />
unbemerkt herunter zu schrauben und durch die Einbeziehung<br />
von Hybridfahrzeugen sukzessive zu verwässern. Die<br />
Nationale Plattform Elektromobilität - und hier insbesondere<br />
die deutsche Automobilindustrie - geht nach dem Treffen im<br />
Kanzleramt von 600.000 elektrisch angetriebenen Fahrzeugen<br />
im Jahr 2020 aus.<br />
Aber warum? An der Fähigkeit alltagsfähige Elektrofahrzeuge<br />
zu bauen, kann es nicht liegen. Citroën, Mitsubishi, Nissan,<br />
Opel, Peugeot und Renault zeigen bereits jetzt, wie es geht.<br />
Aktive Zeichen der Politik und der Automobilindustrie sehen<br />
eindeutig anders aus.<br />
Aber nicht nur die Mitglieder der sich halbjährlich treffenden<br />
Spitzenrunde tragen zur kontraproduktiven Stimmungslage<br />
bei - auch die Medienvertreter sind in beachtlichem Maße<br />
dafür verantwortlich. Die mediale Berichterstattung rund um<br />
das Thema Neue Mobilität war und ist größtenteils schlecht<br />
recherchiert, reißerisch aufgeputscht oder einfach nur falsch.<br />
Insbesondere in der aktuellen Phase der Neuorientierung<br />
bedarf es klarer, konkreter und vor allem konsistenter Aussagen.<br />
Weder der mediale Hype der letzten zwei Jahre noch<br />
die unkritisch übernommenen Pressemitteilungen deutscher<br />
OEMs zum Thema Elektromobilität führen dazu, dass gesellschaftsübergreifend<br />
verstanden wird, vor welchen Herausforderungen<br />
und Chancen wir aktuell stehen.<br />
Wir müssen jetzt gemeinsam den Grundstein für eine emissionsarme<br />
Mobilität legen, um auch künftigen Generationen<br />
Individualmobilität im gewohnten Ausmaß gewährleisten zu<br />
können. Vor diesem Hintergrund stellt sich nicht die Frage,<br />
ob 2020 tatsächlich eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen<br />
Straßen fahren, sondern wie wir damit umgehen,<br />
wenn uns Öl in Zukunft nicht mehr als Treibstoff zur Verfügung<br />
steht. Elektromobilität stellt in diesem Kontext eine<br />
wichtige Alternative dar, die es jetzt gilt nachhaltig innerhalb<br />
der Gesellschaft zu verankern.<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Cover: Hessische Staatskanzlei<br />
Volker Bouffier<br />
Hessischer Ministerpräsident<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>09</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe Oktober 2012<br />
BEM<br />
Leitmarkt<br />
eMobilität<br />
status quo<br />
emobilität<br />
Who is Who<br />
der emobilität<br />
Erste<br />
Flotten<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Prima Materia<br />
Editorial, Christian heep<br />
42 Köpfe der Branche<br />
68 ABO neue mobilität<br />
80 eBikes<br />
85 BEM auf der e-miglia 2012<br />
88 Carsharing<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 BEM-Kalenderformular<br />
126 BEM-Mitgliedschaft<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
Human<br />
Resources<br />
116 Elektromobilität in Lehre<br />
UND Forschung<br />
Uni Stuttgart<br />
117 Auf die Menschen kommt<br />
ES an<br />
Drive-E<br />
118 Mit Sonnenenergie<br />
UM die Welt<br />
HS Bochum<br />
120 Akademische Qualifizierung<br />
Fraunhofer IAO<br />
121 WoRldskills 2013<br />
18 Kein realistisches Ziel ohne<br />
echte Anreize<br />
dr. peter bachmann<br />
christian alexander mayer<br />
20 Wichtiger als Leitmarkt zu<br />
werden, ist es, Leitanbieter<br />
ZU sein<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
22 Illusion oder Realität?<br />
andreas Serra<br />
24 Ja, Deutschland kann<br />
Leitmarkt werden<br />
Johann-Georg Friedrich<br />
26 Deutschland - ein Leitmarkt<br />
für Elektromobilität?<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
28 Es gibt keine Alternative<br />
ZUM Leitmarktanspruch<br />
Matthias Groher<br />
30 Status und Ausblick<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
32 Ausgangssituation ist gut<br />
Heiko Herchet<br />
34 Wird Deutschland Leit-<br />
MARkt für emobilität?<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
36 Die automobile Zukunft<br />
Deutschlands<br />
Eckhard Fahlbusch<br />
Messen &<br />
EVents<br />
8 Automechanika 2012<br />
12 AUTOMECHANIKA - Mosolf<br />
14 eCarTec 2012<br />
64 Clean Tech Media Award 2012<br />
65 Gewinner der Kategorie<br />
Mobilität<br />
MK-Group<br />
84 e-miglia 2012<br />
40 Hessen will bei<br />
emobilität Vorbild sein<br />
Volker Bouffier<br />
44 Schlüsselaspekte Sicherheit<br />
und Zuverlässigkeit<br />
Dekra<br />
46 Die magische Zahl der<br />
eMobilität<br />
TÜV SÜD<br />
48 Legal Corner<br />
Dr. Dietrich kamlah<br />
50 Ich würde ja gerne, aber..<br />
Dr. Achim Korten<br />
52 Die Mobilitätswende<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
54 Den Wandel mitgestalten<br />
Carolina Sachs<br />
56 Vernetzte eFahrzeuge -<br />
VERNETZTER Service<br />
Christian Seiler<br />
58 »Full Power« für<br />
emobilität<br />
Dr. Thomas Lützenrath<br />
60 Zeit für einen<br />
Direktvergleich<br />
Dornier Consulting GmbH<br />
62 Alternative Konzepte für<br />
emobilität finden<br />
Helmut Niemeyer Gmbh<br />
63 Die Zukunft denken -<br />
UND ausprobieren<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
66 Institut Neue Mobilität<br />
70 Einleitung<br />
71 BEM<br />
72 ADAC<br />
73 Deutscher Städtetag<br />
74 ZVEI<br />
75 VCD<br />
76 Bitkom<br />
77 Fraunhofer-Gesellschaft<br />
78 WWF Deutschland<br />
82 Tankst Du noch oder<br />
LÄDST Du schon?<br />
The Mobility house<br />
83 Zweiwege-<br />
Elektro-Rangiergerät<br />
G. Zwiehoff GmbH<br />
86 eMobilität im<br />
Nutzfahrzeugbereich<br />
German e-Cars<br />
87 Neue Anforderungen im<br />
fLOTTENMANAGEMENT<br />
AIT Austrian institute of technology<br />
90 Der elektrisierte Fuhrpark<br />
Ne xt Generation Mobility<br />
92 Einfache Vernetzung von<br />
Mobilitätsanbietern<br />
Aprikose<br />
94 15.000 elektrische Kilometer<br />
Hochschule Heilbronn<br />
96 Smart Traffic<br />
Stadtwerke Osnabrück<br />
98 Moderne IKT<br />
BMWi<br />
100 Strom laden aus<br />
Erneuerbaren Energien<br />
EBG<br />
102 RFID-Reader für Ladesäulen<br />
Elatec<br />
104 PlugFinder App für<br />
Stromtankstellen<br />
Ladefoxx<br />
Hallo & Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
In der nunmehr neunten Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
wird deutlich, was im Bereich Elektromobilität bereits heute<br />
machbar ist, was aktives Engagement auf verschiedenen<br />
Ebenen bewirken kann und wohin der Weg uns im kommenden<br />
Jahr führen wird. Kongresse, Messen, Symposien und<br />
Fachtagungen zum Thema Elektromobilität - auch 2013 reiht<br />
sich ein Branchenhighlight an das andere. Mit dem BEM-<br />
Kalender 2013 verpassen Sie künftig keines dieser Ereignisse<br />
mehr. Weitere Informationen dazu finden Sie auf S. 125.<br />
In unserer Coverstory erfahren Sie, wie Hessen sich in konkreten<br />
Projekten und Aktionen im Bereich Elektromobilität engagiert<br />
und mit der dabei erzielten Öffentlichkeitswirkung eine<br />
106 26 Tonnen schwer<br />
und flüsterleise<br />
Benteler Engineering Services<br />
108 Erste Flotten in Hamburg<br />
Fleet Factory<br />
110 Die Modellregion Sachsen<br />
im Fokus<br />
Saxmobility II<br />
112 Die Pizza kommt elektrisch<br />
Karabag<br />
114 BMW Welt als<br />
Kongress-Tagungsort<br />
Modellbau Kongress<br />
Vorbildfunktion für andere Regionen Deutschlands einnimmt.<br />
In unserer neuen Rubrik »Who is Who der Elektromobilität«<br />
stellen wir außerdem künftig die Initiativen, Verbände und<br />
Organisationen vor, die sich für nachhaltige und zukunftsweisende<br />
Mobilitätslösungen einsetzen und damit deutlich<br />
aktive Zeichen setzen. Die BEM-Beiräte diskutieren in einem<br />
eigenen Schwerpunktthema die Frage, ob Deutschland tatsächlich<br />
Leitmarkt bzw. Leitanbieter werden kann und welche<br />
konkreten Maßnahmen jetzt eingeleitet werden müssen,<br />
um Elektrofahrzeuge in großen Stückzahlen auf die Straße<br />
zu bringen. Wie immer sehr lesenswert..!<br />
Juliane Girke, Redaktionsleiterin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>
Editorial - Christian Heep<br />
Editorial - Christian Heep<br />
Prima Materia<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Die globale Herausforderung einer emissionsarmen Neuen Mobilität muss in den nächsten Jahren maßgeblich auf den Weg<br />
gebracht werden und ich glaube fest daran, dass wir mit unserem Engagement einen Beitrag leisten können, um diesem<br />
gemeinsamen Ziel sauber, leise und nachhaltig entgegen zu fahren. Die lösungsorientierten und pragmatischen Aktivitäten<br />
unserer Mitgliedsunternehmen zeigen, dass wir eine realistische Chance auf eine weitere positive Entwicklung haben.<br />
Eine prima Sache, könnte man meinen. Gemeint ist hier<br />
aber das entliehene, eher aristotelische Verständnis vom<br />
Substrat des Werdens. Die vielfältigen Möglichkeiten der<br />
intelligenten Nutzung innovativer, zukunftsweisender und<br />
nachhaltiger Technologie sind abhängig von dem Willen,<br />
diese Potenziale auch nutzen zu wollen. Der Titel soll hier<br />
sinnbildlich aufzeigen, dass wir tendenziell über einen fortschrittlichen<br />
Geist verfügen, diesen aber in metaphysischem<br />
Sinn um Fundament, Struktur, Prinzip und Perspektive erweitern<br />
müssen. Sinn und Zweck, der sich hinter den beiden<br />
Schlüsseltechnologien Erneuerbare Energie und Elektromobilität<br />
versteckt, muss von den relevanten Akteuren verstanden<br />
und insbesondere gewollt werden.<br />
Es handelt sich bei den hier angesprochenen Technologien<br />
nicht um irgendeine neue Produkteinführung, sondern um<br />
einen Systemwechsel - ein relevantes Ereignis mit durchaus<br />
historischer und industriepolitischer Bedeutung. Der weitere<br />
Verlauf der Geschichte kann in einem besonderen Maß<br />
positiv für uns und nachfolgende Generationen beeinflusst<br />
werden. Die damit einhergehende Verantwortung sollte uns<br />
klar sein. Die Inklusion von Wertschöpfung auch.<br />
In diesem Kontext ist es nicht zielführend, halbherzig oder<br />
mit verwirrenden Aussagen eine Entwicklung zu behindern,<br />
die grundsätzlich auf einem guten Weg ist. So hat erst jüngst<br />
die Presse beunruhigende Meldungen verkündet, nach denen<br />
man den Eindruck gewinnen konnte, die Ambition Elektromobilität<br />
würde an politschem Interesse verlieren. Dass dies<br />
auf dem NPE-Gipfeltreffen dann glücklicherweise relativiert,<br />
bzw. tatsächlich ganz anders präsentiert worden ist, ändert<br />
nichts an den Meldungen, die bereits das Meinungsbild vieler<br />
in der Bevölkerung erreicht haben. Zudem sind das strategische<br />
Kalkül, das dem genauen Beobachter die versteckten<br />
Hintertüren aufzeigt, und die politische Gleichgültigkeit, die<br />
man vermuten kann, nicht länger akzeptabel. Hier muss ein<br />
Wechsel zumindest in der Intention stattfinden. Idealerweise<br />
sollten ernsthafte Maßnahmen auch bereits vor der nächsten<br />
Wahl verbindlich eingeleitet und umgesetzt werden.<br />
Politik, Industrie, Wirtschaft, Forschung und die beteiligten<br />
Branchenverbände sind in wechselseitigem Austausch und<br />
konkreter Initialisierung aufgefordert, bereits vorhandene<br />
Potenziale im Modus Chefsache anzugehen. Damit ist eine<br />
strukturierte Herangehensweise gemeint, die vordergründig<br />
die Zieldefinition fokussiert und sich mit einem Selbstverständnis<br />
auf den Weg macht, das glaubhaft erkennen lässt,<br />
dass man dieses Ziel auch zeitnah erreichen will:<br />
Leitmarkt und Leitanbieter für eine emissionsarme Neue<br />
Mobilität auf Basis Erneuerbarer Energien. Damit sind wir<br />
in der Lage eine europäische Führungsrolle auf international<br />
sichtbarem Niveau zu erreichen. Mit diesem Engagement<br />
sind im übrigen keine weiteren Kongress-Schleifen und Symposien<br />
gemeint. Natürlich ist die Vermittlung neuer Erkenntnisse,<br />
weitere Forschung und ein branchenübergreifender<br />
Austausch enorm wichtig. Derzeit ist aber einerseits kein<br />
grosser Erkenntnisgewinn mehr zu verzeichnen und andererseits<br />
lassen einige der ewig gleichen Redner nicht vermuten,<br />
dass sie selbst von der notwendigen Überzeugung begleitet<br />
werden, die Grundvoraussetzung wäre, um den Stellenwert<br />
und die nachhaltige Perspektive für die Gemeinschaft zu erkennen.<br />
Das Problem liegt nicht in mangelndem Vertrauen in<br />
die Innovationskraft unserer Automobilindustrie oder einem<br />
möglichen Hemmnisverdacht im politischen Beziehungsgeflecht<br />
widersprüchlicher Industrieinteressen. Das Problem<br />
liegt größtenteils im Faktor Zeit.<br />
Wir sollten anfangen in Betracht zu ziehen, dass die Zeitspanne,<br />
die uns bleibt, um unsere Rolle im globalen Marktumfeld<br />
zukünftiger Mobilität zu sichern, eine weitere Nullrunde<br />
mit dem Verlust von Wertschöpfung quittiert.<br />
Ich bin es sprichwörtlich leid mir immer und immer wieder<br />
anhören zu müssen, warum, was, wieso gerade noch nicht<br />
geht, welche Hürden welche Maßnahme gerade verzögern,<br />
dass man noch Zeit bräuchte oder auch die sich wiederholende<br />
Aussage man wäre ja bereits mitten drin und müsse<br />
halt noch etwas Geduld haben. Ein dehnbarer Begriff.<br />
Es müsste doch eigentlich schneller gehen mit der Energiewende<br />
und der eMobilität. Das sollte doch machbar sein. Ja.<br />
Ist es auch, aber nur, wenn das alle auch wirklich wollen.<br />
In diesem Szenario würden die relevanten Player naturgemäß<br />
eine ganz andere Geschwindigkeit vorgeben und hätten<br />
mit Sicherheit, schon sogar bereits verkündete Maßnahmen<br />
wie das Problem mit der Dienstwagenbesteuerung, umgesetzt.<br />
Das wird derzeit aber immer noch beraten.<br />
Die Legislative hat über ihre Möglichkeit der Gesetzgebung<br />
und der Schaffung von politischen Rahmenbedingungen<br />
eine Steuerungsfunktion. Sie hat gleichzeitig aber auch die<br />
Aufgabe sich auf ethische und moralische Werte zu verpflichten,<br />
die grundsätzlich dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen.<br />
Wenn wir das in der Mehrheit unserer Entscheidungen nicht<br />
schaffen, sehe ich auch weiterhin schwarz. Oder rot. Wie Sie<br />
wollen. Am Ende haben wir alle eine Wahl.<br />
Es gilt zu begeistern, zu überzeugen, aufzuklären und über<br />
tradierte Verhaltensmuster erneut nachzudenken, um einen<br />
insgesamt nachhaltigeren Weg einschlagen zu können.<br />
Dies muss nicht zuletzt auch von Politik und Wirtschaft gewollt<br />
sein, sonst kann dieser Wechsel nicht gelingen.<br />
Christian Heep // christian.heep@bem-ev.de<br />
6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7
Automechanika 2012 Automechanika 2012<br />
Automechanika 2012<br />
BEM und Messe Frankfurt haben umfassendes Bild zukunftsfähiger<br />
Mobilitätskonzepte gezeigt<br />
700qm BEM-Gemeinschaftsstand auf der Automechanika 2012 / Messe Frankfurt<br />
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Rainer Bomba gemeinsam mit BEM-Präsident Kurt<br />
Sigl beim politischen Messerundgang<br />
Elektromobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen<br />
der Automobilbranche. Aus diesem Grund hat sich die Automechanika<br />
in Frankfurt, die mit rund 4.500 Ausstellern und<br />
mehr als 155.000 Besuchern zu den führenden internationalen<br />
Branchentreffpunkten der Automobilindustrie zählt, in<br />
diesem Jahr als Leitmesse für Elektromobilität positioniert.<br />
Gemeinsam mit dem Bundesverband eMobilität wurde vom<br />
11. bis 16. September auf einer Fläche von über 700 qm und<br />
auf 1.500 qm im Außenbereich erfolgreich ein umfassendes<br />
Bild zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte gezeigt.<br />
Zu den ausstellenden BEM-Mitgliedsunternehmen und Partnern<br />
gehörten unter anderen Adam Opel mit dem Ampera,<br />
EDAG mit dem innovativen Light Car Sharing Konzept, EnBW<br />
mit dem neuen »Elektronauten-Ladekarte«-System, der<br />
Elektrobus-Vertrieb Midea, German E-Cars mit dem elektrischen<br />
Transporter PLANTOS, Helmut Niemeyer mit dem<br />
Elektro-Roller EGRET One, kom enterprise/BRAMMO Europe<br />
mit ihrem Elektromotorrad, der Systemdienstleister Mosolf,<br />
das NRW-Kompetenzzentrum Elektromobilität, Raleigh mit<br />
verschiedenen Pedelecs zum Probefahren, TÜV SÜD sowie<br />
WTi Frankfurt. Daneben haben auch verschiedene Regionen<br />
ihre Produkte und Ambitionen im Bereich Elektromobilität<br />
präsentiert - unter anderem das Land Hessen, die Modellregion<br />
E-Wald und die Berliner Agentur für Elektromobilität<br />
eMO. Neben Ladeinfrastruktur der Schletter GmbH und<br />
einem Solar-Carport der E4You GmbH standen im Außenbereich<br />
verschiedene Elektrofahrzeuge - vom Elektroroller<br />
über eBikes und Pedelecs bis hin zu Elektroautos - für Testfahrten<br />
zur Verfügung.<br />
Wie bei vergangenen Messeauftritten wurden auch auf der<br />
Automechanika interessante Gäste und Gesprächspartner<br />
aus Politik und Wirtschaft auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
zu Pressegesprächen und Messerundgängen begrüßt.<br />
Unter anderen kamen der Hessische Ministerpräsident<br />
Volker Bouffier, der Hessische Staatsminister und Chef<br />
der Staatskanzlei Axel Wintermeyer sowie Staatssekretär<br />
im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<br />
Rainer Bomba zu einem politischen Messerundgang<br />
mit BEM-Präsident Kurt Sigl vorbei.<br />
»Aufgrund seiner zentralen Lage hat das Thema Mobilität für<br />
Hessen eine große Bedeutung. Mit Blick auf die zukünftige<br />
Entwicklung und die Sicherung wirtschaftlicher Grundlagen<br />
des Landes ist es für die Hessische Landesregierung selbstverständlich,<br />
schon heute die Voraussetzungen für die Mobilitätsform<br />
der Zukunft - die Elektromobilität - zu schaffen.<br />
Im Rahmen der 2. Phase der Modellregionen Elektromobilität<br />
sollen Projekte in Hessen mit einem Gesamtvolumen von<br />
ca. 17 Mio. Euro umgesetzt werden. Darüber hinaus stellt<br />
die Landesregierung 7,5 Mio. Euro für die Förderung von<br />
elektromobilen Projekten bis 2015 zur Verfügung«, so der<br />
Hessische Staatsminister und Chef der Staatskanzlei Axel<br />
Wintermeyer, der den Gemeinschaftsstand des Bundesverbands<br />
eMobilität auf der diesjährigen Automechanika in<br />
Frankfurt am Main besuchte, um sich gemeinsam mit BEM-<br />
Präsident Kurt Sigl über die Mobilität der Zukunft auszutauschen.<br />
Im Rahmen eines politischen Messerundgangs<br />
haben beide über den Status Quo der Elektromobilität in<br />
Hessen gesprochen und sich die innovativen Projekte und<br />
Konzepte verschiedener BEM-Mitgliedsunternehmen demonstrieren<br />
lassen.<br />
»Ich bin sehr froh, dass die zahlreichen Ideen und Projekte,<br />
die im Rahmen der Schaufensterbewerbung entstanden<br />
sind, trotz des negativen Bescheids weiter geführt werden.<br />
Denn wir brauchen Akteure, die aktiv Zeichen setzen«, betonte<br />
BEM-Präsident Sigl während des Messerundgangs<br />
mit dem Hessischen Staatsminister. »Das sieht man exemplarisch<br />
an unseren Hessischen Mitgliedsunternehmen, die<br />
sich in diesem Jahr mit uns auf der Automechanika präsentieren.<br />
Dazu gehören nicht nur die Fahrzeughersteller Opel<br />
und German E-Cars, sondern auch der Systemzulieferer<br />
EDAG. Alle drei Unternehmen - ob Großkonzern oder Mittelständler<br />
- demonstrieren eindrucksvoll, was bereits heute<br />
in Hessen im Bereich der Neuen Mobilität machbar ist«, erklärte<br />
Sigl sichtbar stolz.<br />
»Dank der Initiative des BEM wird auf der Automechanika<br />
eine Plattform geboten, welche die gesamte Breite des<br />
Themas darstellt. Besonders erfreut bin ich über die Möglichkeit<br />
der Probefahrten. Denn nur über das eigene Erleben<br />
können wir eine Begeisterung für Elektromobilität in<br />
der breiten Öffentlichkeit entfachen«, so der Staatsminister.<br />
»Unsere enge Kooperation mit der Messe Frankfurt ermöglicht<br />
uns in diesem Jahr eine wirkliche Erlebniswelt Elektromobilität<br />
darzustellen. Mein persönliches Highlight ist die<br />
Möglichkeit, direkt mit den verschiedenen Elektrofahrzeugen<br />
vom BEM-Gemeinschaftsstand im Innenbereich auf die<br />
zwei Testparcours im Außenbereich fahren zu können«, betonte<br />
Sigl kurz vor der Testfahrt von Staatsminister Wintermeyer<br />
im Fisker Karma.<br />
»In der Hessischen Staatskanzlei verfügen wir bereits seit<br />
einiger Zeit über Dienstwagen mit Elektroantrieb - ein Wasserstoff-Fahrzeug,<br />
einen Stromos und einen Opel Ampera,<br />
die ich auch für Termine in der Rhein-Main Region nutze.<br />
Der Fisker Karma war der Zuschauermagnet auf unserem<br />
Stand zur Elektromobilität auf dem diesjährigen Hessentag.<br />
Er beweist, dass eAutos keine reinen Vernunftautos sind,<br />
sondern auch die Emotionalität der Fahrer ansprechen können<br />
und müssen«, so der Staatsminister abschließend.<br />
8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9
Automechanika 2012<br />
anschaulich und informativ dargestellt. Für Besucher war es natürlich besonders<br />
interessant, verschiedene der ausgestellten Elektrofahrzeuge selbst<br />
ausprobieren zu können. Die Zukunft für die Messe und die Elektromobilität<br />
ist positiv - wir müssen den Weg nur konsequent weiter gehen.«<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg, Kompetenzzentrum für interoperable Elektromobilität,<br />
Infrastruktur und Netze, TU Dortmund<br />
»Interessante Kontakte, hervorragende Gespräche, aussichtsreiche Projektideen!<br />
Wir kommen wieder!«<br />
Bereit für<br />
Elektromobilität<br />
Besuchen Sie uns auf der<br />
eCarTec, München<br />
23. - 25. Oktober 2012<br />
Halle B1, Stand 412<br />
Klaus Mairhöfer, Geschäftsführer E-WALD GmbH<br />
»Die Idee des Bundesverbands eMobilität, Elektrofahrzeuge direkt am Stand<br />
zu testen und so die Besucher unmittelbar mit dem Thema Elektromobilität<br />
in enge Verbindung zu bringen, war hervorragend. Viele unserer Besucher<br />
haben großen Gefallen daran gefunden. Auch die thematische Einbindung<br />
der struktur-demografischen Themen von E-WALD in den Gesamtkomplex<br />
hat ausgezeichnet funktioniert. Wir danken auch dem kompletten BEM-Team<br />
für ihren Einsatz, der zu einem guten Gelingen des Messeauftritts während<br />
der Automechanika 2012 beigetragen hat.«<br />
Automechanika 2012<br />
Stimmen zum BEM-Gemeinschaftsstand<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl im Gespräch mit dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf der Automechanika 2012<br />
Frank Laaber, Geschäftsführer German E-Cars GmbH<br />
»Vielfalt, Bandbreite und Internationalität zeichnen die<br />
Automechanika, aber auch die German E-Cars GmbH aus.<br />
Durch unsere breite Fahrzeugpalette und unser Leistungsspektrum<br />
haben wir den Messebesuchern die Thematik<br />
Elektromobilität in der Theorie und Praxis näher bringen<br />
können. Ich bin davon überzeugt, dass die Einbindung der<br />
Elektromobilität in das Messekonzept, eine Bereicherung<br />
für die Automechanika ist.«<br />
Alexander Hülsmann, Junior Brandmanager Raleigh<br />
»Wir haben uns sehr über die grosse Resonanz am Raleigh<br />
eBike-Teststand gefreut und die vielen strahlenden Gesichter<br />
nach den Probefahrten. Raleigh eBikes überzeugen<br />
schon heute durch ihre Alltagstauglichkeit und zeigen den<br />
hohen Stellenwert der Elektromobilität in Zukunft.«<br />
Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei<br />
»Ich freue mich, dass der BEM in diesem Jahr mit einem<br />
innovativen Standkonzept auf der Automechanika in Frankfurt,<br />
an einem der besten Messestandorte der Republik,<br />
vertreten war. Besonders beeindruckend war die hier dargebotene<br />
Vielfalt an elektromobiler Mobilität, die auch<br />
praktisch erfahr- und erlebbar war. Dies ist auch der Ansatz,<br />
der der Hessischen Landesregierung bei der Umsetzung<br />
ihrer weiteren elektromobilen Projekte besonders wichtig<br />
ist: Elektromobilität muss für breite Personengruppen<br />
praktisch erlebbar werden, damit wir der Elektromobilität<br />
zum Durchbruch verhelfen können.«<br />
Gernot Lobenberg,<br />
Leiter Berliner Agentur für Elektromobilität eMO<br />
»Für uns als Berliner Agentur für Elektromobilität war die<br />
Automechanika Neuland; da war das Premierenfieber trotz<br />
unserer umfangreichen Messeerfahrungen entsprechend<br />
groß. Mit dem Verlauf der Messe und den Aktivitäten am<br />
BEM-Gemeinschaftsstand sind wir sehr zufrieden. Zahlreiche<br />
Besucher an unserem Stand informierten sich über<br />
das internationale Schaufenster Elektromobilität Berlin-<br />
Brandenburg. Wir hatten so die Möglichkeit, viele interessante<br />
Gespräche zu führen, neue Kontakte zu knüpfen und<br />
für unser Schaufenster zu werben. Hierzu bot insbesondere<br />
die Kaffeebar des BEM-Gemeinschaftsstandes das ideale<br />
Ambiente.«<br />
Rolf Richter, Hessische Staatskanzlei<br />
»Eine tolle Initiative des BEM und der Automechanika, um<br />
die Präsentationsplattform von Elektromobilität auszuweiten<br />
und mit den Fachbesuchern der Automechanika ein<br />
breiteres Publikum anzusprechen. Elektromobilität wurde<br />
David Bordeaux, Leiter Marketing und Vertrieb TÜV SÜD Automotive<br />
»Die Automechanika ist seit vielen Jahren eine wichtige Messe für uns. Durch<br />
unsere Präsenz auf dem Gemeinschaftsstand des BEM konnten wir unsere<br />
ausgewiesene Kompetenz im Bereich der Elektromobilität optimal vermarkten.<br />
Neben der Zulassung von Elektrofahrzeugen und funktionaler Sicherheit<br />
waren auch Ladesicherheit und Hochvoltschulungen Thema zahlreicher<br />
interessanter Kundengespräche. Ein Fokus liegt insbesondere auf der Batteriesicherheit,<br />
die wir im eigenen Batterielabor überprüfen. Somit war der<br />
Gemeinschaftsstand des BEM eine geeignete Plattform für unseren Auftritt<br />
auf der Automechanika.«<br />
Christian Heep, Vorstand Marketing Bundesverband eMobilität<br />
»Die überaus positive Resonanz unserer Aussteller und eine hohe Besucherzufriedenheit,<br />
verbunden mit interessanten neuen Kontakten im nationalen<br />
und internationalen Umfeld, zeigt deutlich den Erfolg unserer Kooperation<br />
mit der Automechanika. Unsere Sonder-Ausstellung »Mobilität der Zukunft«<br />
hat gezeigt, dass die Elektromobilität in Frankfurt und im realen Leben angekommen<br />
ist. Für die sehr freundschaftliche und unkomplizierte Zusammenarbeit<br />
mit dem Team der Messe Frankfurt möchte ich mich ausdrücklich<br />
im Namen des Vorstands und des gesamten BEM-Teams herzlich bedanken<br />
und freue mich auf die Automechanika Shanghai im Dezember 2012 und die<br />
nächste Automechanika in Frankfurt 2014.«<br />
<br />
<br />
<br />
Aussteller & Partner auf dem BEM-Gemeinschaftsstand / Automechanika 2012<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
F r a n k f u r t<br />
Mehr elektrische Sicherheit…<br />
…im Fahrzeug:<br />
Kontinuierliches Überwachen hoch ohmiger<br />
Isolationsfehler im Hochvolt-Antriebsstrang<br />
durch Automotive-zertifizierte IMD-Technik.<br />
…beim Laden:<br />
IEC und UL konforme Überwachung des<br />
Ladestromkreises in AC- oder DC-Ladeeinrichtungen<br />
durch IMD- und RCM-Technik.<br />
…bei DC 6 mA Fehlerstromerkennung:<br />
Funktionserhalt der Fehlerstromschutzschalter<br />
(RCD; FI) bei AC-Ladung durch<br />
Ermittlung von Gleichfehlerströmen mit<br />
RCM-Technik.<br />
Wir haben die passenden Lösungen.<br />
Sprechen Sie uns an.<br />
Mehr unter<br />
www.bender-emobility.com<br />
10 Neue Mobilität BENDER Group Neue Mit Mobilität Sicherheit Spannung 11
Rückblick Automechanika - Mosolf<br />
Unterwegs zum Energie-Musterland<br />
We make eMobility happen<br />
MOSOLF ist für die speziellen Herausforderungen der Kunden gerüstet<br />
Ladestationen so<br />
weit das Auge reicht<br />
Die fortschreitende Technik und zunehmende Individualisierung<br />
stellen die produzierende Automobilindustrie und<br />
die dazugehörige Logistik- und Dienstleistungsbranche vor<br />
neue Herausforderungen.<br />
In Ergänzung zu den klassischen Kerngeschäftsfeldern Spedition,<br />
Transport und Logistik hat Mosolf daher vor bald zwei<br />
Jahren Automotive Service Solutions etabliert. Dieser Geschäftsbereich<br />
bearbeitet vorrangig das technische Dienstleistungsportfolio<br />
und geht damit einen wichtigen Schritt<br />
in den Ausbau und die Weiterentwicklung der technischen<br />
Dienstleistungsumfänge für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge.<br />
Das modular aufgebaute Angebot an Systemdienstleistungen<br />
lässt sich dabei vier strategischen Kerngeschäftsfeldern<br />
zuordnen: Werkstattdienstleistungen, Sonderfahrzeugbauten,<br />
Industrielackierungen und Mobilitätsdienstleistungen.<br />
Unter dem Kerngeschäftsfeld Werkstattdienstleistungen<br />
werden Tätigkeiten wie Inspektions- und Wartungsarbeiten,<br />
Mechanik-, Karosserie- und Lackarbeiten aber auch Fahrzeugbewertung<br />
und der Einbau von Zusatzausstattungen<br />
abgedeckt. Das Geschäftsfeld Sonderfahrzeugbauten ergänzt<br />
diesen Bereich um den Aus- und Umbau von Sonderserien<br />
wie beispielsweise Behördenfahrzeuge oder die<br />
Umrüstung auf alternative Antriebe. Das Kerngeschäftsfeld<br />
Industrielackierung beinhaltet die Lackierung von Kleinteilen<br />
bis hin zu Fahrzeugkarossen für Einzel-, Klein- und Serienfertigungen<br />
oder zur Lösung von Kapazitätsengpässen. Die<br />
Eingliederung der Lackiervorgänge in ganzheitliche logistische<br />
Prozessketten bis hin zu Just-in-sequence Anlieferungen<br />
an Produktions- und Montagelinien gehören hier zum<br />
Leistungsumfang.<br />
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Geschäftsfeld der<br />
Mobilitätsdienstleistungen, in dem neue Konzepte durch die<br />
Verknüpfung technischer Dienstleistungen mit innovativen<br />
Ansätzen entstehen.<br />
12 Neue Mobilität<br />
So kommen hier beispielweise Carsharing-Anbieter als Kunden<br />
infrage. Durch dieses Dienstleistungsangebot soll individuelle<br />
Mobilität und eine reibungslose Nutzung ermöglicht<br />
werden, wo kein eigenes Auto zur Verfügung steht.<br />
Wie auch auf der diesjährigen Automechanika gezeigt,<br />
wurde die Unternehmensorganisation auf die speziellen<br />
Herausforderungen der Elektromobilität ausgerichtet und<br />
sensibilisiert. So beschreibt Mosolf anhand eines Exponats<br />
(Elektrofahrzeug) die Fertigung einer elektrobasierten Kleinund<br />
Sonderserie in Funktion einer verlängerten Werkbank<br />
am Beispiel eines Kunden- und Referenzprojektes.<br />
Zudem hat sich der Automobildienstleister mit umfangreichen<br />
Schulungen und Workshops ein eigenes Team von Spezialisten<br />
aus den Fachabteilungen (Fahrzeug-) Sonderbau,<br />
Mechanik, Karosserie und Bewertung für Arbeiten an Hochvoltsystemen<br />
qualifiziert. Zuletzt integrierte Mosolf unterschiedliche<br />
batterieelektrische Fahrzeuge im eigenen Unternehmensfuhrpark,<br />
welche nun den Mitarbeitern sowie auch<br />
dem Terminalbetrieb zur Verfügung stehen. Dadurch werden<br />
wichtige Erfahrungs- und Erprobungswerte gewonnen.<br />
Auf diesem Weg erfährt auch der Leittitel von Mosolf »We<br />
make eMobility happen« seine praktische Anwendung. Im<br />
Spannungsfeld zwischen den Fahrzeugherstellern und den<br />
(End-)Nutzern fungiert Mosolf als Umsetzungs- und Dienstleistungspartner,<br />
der die Elektromobilität nutzungsfähig<br />
macht und diese sprichwörtlich auf die Straße bringt.<br />
Sabrina Beirle // Christoph Wolf<br />
Horst Mosolf GmbH & Co. KG<br />
www.mosolf.de<br />
Wir machen Baden-Württemberg e-mobil!<br />
Gemeinsam mit Partnern aus der Region bauen und<br />
erforschen wir im Raum Stuttgart die öffentliche<br />
Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.<br />
Für Sie heißt das:<br />
Laden an 500 Ladepunkten und emissionsfrei fahren.<br />
Und wann werden Sie e-mobil?<br />
Mehr über das Projekt „Aufbau Ladeinfrastruktur Stuttgart<br />
und Region“ im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität<br />
„LivingLab BW e mobil“ erfahren Sie unter:<br />
www.enbw.com/schaufenster-emobilitaet
eCarTec 2012 eCarTec 2012<br />
eCarTec 2012<br />
Interview mit Dr. Peter Ramsauer, Martin Zeil und Dr. Angelika Niebler<br />
Impressionen der eCarTec 2011 in München<br />
Die 4. Internationale Leitmesse für Elektro- und Hybrid-<br />
Mobilität, die eCarTec findet vom 23. bis 25. Oktober 2012<br />
auf dem Gelände der Messe München statt. Neben Elektrofahrzeugen,<br />
Speichertechnologien, Antriebs- und Motorentechnik<br />
beschäftigt sich die Messe zusätzlich mit den Themen<br />
Energie, Infrastruktur und Finanzierung. Ein Testgelände<br />
(eCarLiveDrive), auf dem Endverbraucher die neusten<br />
Elektrofahrzeuge testen und sich mit der Technologie vertraut<br />
machen können, ist ebenfalls integriert. Angesprochen<br />
werden sollen Entwickler, Konstrukteure, Designer,<br />
Manager, Händler, Fuhrpark-Verantwortliche, Private Fahrzeugkäufer<br />
sowie Entscheider aus Politik und öffentlicher<br />
Hand. Ein Fachkongress zum Thema Elektromobilität rundet<br />
die Veranstaltung ab.<br />
Im Interview äußern sich die Schirmherren der diesjährigen<br />
eCarTec - Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr,<br />
Bau und Stadtentwicklung, Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister<br />
für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie<br />
und Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europäischen<br />
Parlaments zum Thema Elektromobilität.<br />
Wie schätzen Sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche<br />
Potenzial der Elektromobilität ein?<br />
Ramsauer: Das lässt sich in der Tat nicht voneinander trennen.<br />
Das wirtschaftliche Potenzial ist in den kommenden<br />
Jahren und Jahrzehnten immens groß und wird mit jeder<br />
technischen Weiterentwicklung weiter wachsen. Die grundsätzliche<br />
gesellschaftliche Akzeptanz ist schon heute enorm<br />
und das Interesse in der Bevölkerung ist nach wie vor groß,<br />
vor allem weil Elektrofahrzeuge leise, effizient und ohne lokale<br />
Emissionen arbeiten.<br />
Niebler: Ich glaube, dass es durchaus ein Potenzial für Elektroautos<br />
geben kann, insbesondere für den Stadtverkehr, d.h.<br />
kürzere Fahrten. Genauere Prognosen lassen sich erst anstellen,<br />
wenn mehr Erfahrungen in den schon etablierten<br />
Modellregionen für eFahrzeuge gewonnen werden konnten.<br />
Zeil: Die individuelle Mobilität mit dem eigenen, jederzeit<br />
verfügbaren Auto ist für viele ein selbstverständlicher und<br />
wichtiger Bestandteil des Lebens. Weil die fossilen Energieträger<br />
endlich sind, müssen wir es schaffen, in naher Zukunft<br />
eine umweltverträgliche, bezahlbare Alternative zu etablieren.<br />
Wir sollten dabei für verschiedene Technologien aufgeschlossen<br />
sein. Auch wenn derzeit die Elektromobilität in aller<br />
Munde ist und ich diese ebenfalls als eine wichtige Säule<br />
zukünftiger Mobilität sehe, wird diese allein kein Allheilmittel<br />
sein. Ich bin überzeugt davon, dass wir in den nächsten Jahren<br />
viele innovative, für die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen<br />
optimierte Antriebsarten und -kombinationen<br />
erleben werden.<br />
Welche Chancen für die Automobilindustrie und die Zulieferer<br />
bietet die Elektromobilität?<br />
Ramsauer: Ich bin mir sicher: Elektromobilität birgt enorme<br />
wirtschaftliche Chancen für alle, die zukunftsweisende Lösungen<br />
entwickeln. Deswegen verfolgen wir das Ziel, Deutschland<br />
zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln.<br />
Zeil: Die Elektromobilität bietet nicht nur der Automobilbranche,<br />
sondern auch vielen anderen Industrie- und Wirtschaftszweigen<br />
ein attraktives neues Geschäftsfeld. Natürlich<br />
kommt einem da als Erstes die Produktion von eFahrzeugen<br />
in den Sinn, die unglaublich viele Innovationspotenziale<br />
birgt. Aber es geht weitaus tiefer. Viele Technologien, die für<br />
die Produktion von Batterien und Elektromotoren essentiell<br />
sind und die in Deutschland bereits produziert werden,<br />
müssen auf die Anforderungen der Automobilproduktion<br />
adaptiert werden. Dies kann insbesondere für die Zulieferindustrie<br />
aus unterschiedlichsten Branchen interessante<br />
Marktchancen eröffnen. Durch Innovationen wie den zunehmenden<br />
Einsatz von neuen Werkstoffen im Leichtbau können<br />
ebenfalls völlig neue Wertschöpfungspotenziale erzeugt<br />
werden. Ich bin davon überzeugt, dass die bayerische und<br />
deutsche Automobil- und Zulieferindustrie hier auch weltweit<br />
starke innovative Impulse setzen kann und wird.<br />
Niebler: Die Automobilbranche ist eine Schlüsselindustrie<br />
in Deutschland. Sie darf keinen Zukunftstrend verschlafen.<br />
Welche Antriebstechnologien sich langfristig durchsetzen<br />
werden - Verbrennungsmotoren, Hybridsysteme, Brennstoffzellen<br />
oder eFahrzeuge - ist noch offen. Energieeffizienz,<br />
weniger CO 2 -Emissionen und steigende Rohstoffpreise sprechen<br />
jedoch für Elektroautos.<br />
Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht ohne Kaufprämien keine<br />
Chance für den Aufbau eines Leitmarktes in Deutschland.<br />
Im Jahr 20<strong>09</strong> wurde die Abwrackprämie aus öffentlichen<br />
Mitteln initiiert. Sollte es nicht auch eine einheitliche - am<br />
besten europäische - Kaufprämie für Elektroautos geben?<br />
Niebler: Manche Mitgliedstaaten fördern Forschung und<br />
Entwicklung, andere Mitgliedstaaten, wie z.B. Frankreich,<br />
haben Absatzprämien eingeführt. Eine Harmonisierung auf<br />
europäischer Ebene wäre überlegenswert, um Wettbewerbsverzerrungen<br />
im europäischen Binnenmarkt zu vermeiden.<br />
Ramsauer: Ich glaube nicht, dass man das jetzt abschließend<br />
sagen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich eine<br />
Kaufprämie jedenfalls noch nicht für zielführend - und schon<br />
erst recht keine europäische.<br />
Zeil: Wir haben in Deutschland ein klares Ziel: wir wollen<br />
Leitanbieter sein. Bayern hat dafür bereits Einiges getan.<br />
Ich nenne nur den Ausbau der Forschungslandschaft sowie<br />
unsere drei bayerischen Modellinitiativen, die wir als Bayerische<br />
Staatsregierung im Rahmen unserer Zukunftsinitiative<br />
»Aufbruch Bayern« fördern. Mit solchen Maßnahmen<br />
können wir unseren Teil dazu beitragen, der Elektromobilität<br />
zum Durchbruch zu verhelfen. Bei der konkreten Markteinführung<br />
ist aber vor allem die Wirtschaft gefragt, der Staat<br />
kann hier allenfalls unterstützend wirken. Hierzu hat der<br />
Bund am 24. Mai 2012 beschlossen, Elektroautos künftig<br />
zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer zu befreien.<br />
Zusätzlich ist ab dem Jahr 2013 ein Nachteilsausgleich für<br />
eFahrzeuge bei der Besteuerung von Dienstwagen vorgesehen.<br />
Diese Maßnahmen halte ich für weitaus sinnvoller<br />
als eine Kaufprämie, die den langfristigen Erfolg durch eine<br />
Verzerrung von Marktprozessen eher gefährden anstatt unterstützen<br />
würde.<br />
Welche weiteren Arten der Förderung braucht Ihrer Meinung<br />
nach der Umstieg auf Elektromobilität?<br />
Ramsauer: Ich denke, dass wir im Moment mit der Forschungsförderung<br />
sowie mit der Förderung der konkreten<br />
Anwendung in den Schaufensterregionen genau richtig<br />
liegen. Uns muss es jetzt vor allem um die Demonstration<br />
alltagstauglicher Elektrofahrzeuge gehen. Was in den kommenden<br />
Jahren nötig sein wird, lässt sich noch nicht sagen.<br />
Das hängt auch davon ab, welche Technologien die besten<br />
Chancen haben, sich durchzusetzen. Deswegen fördern wir<br />
auch nach wie vor die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.<br />
Zeil: Bayern hat bereits 2008 die Zukunftsoffensive Elektromobilität<br />
gestartet und eine 5-Punkte-Strategie zur Förderung<br />
der Elektromobilität verabschiedet. Dabei hat der<br />
Ausbau der Forschungslandschaft höchste Priorität. Die<br />
Bayerische Staatsregierung hat die bayerischen Modellregionen<br />
Bad Neustadt an der Saale, Garmisch-Partenkirchen und<br />
E-Wald im Ländlichen Raum ausgewählt, die durch den Freistaat<br />
gefördert werden. Zudem wird die Elektromobilität im<br />
Rahmen der Clusterstrategie verstärkt. Das bayerisch-sächsische<br />
Leuchtturm-Projekt »Elektromobilität verbindet« wird<br />
als eines von vier bundesweiten Schaufenstervorhaben die<br />
Rahmenbedingungen für die Markteinführung von Elektroautos<br />
verbessern. Das ist die Art der Förderung, die der<br />
Umstieg auf Elektromobilität meiner Meinung nach braucht.<br />
Niebler: Wir brauchen innovative städtische Infrastrukturund<br />
Mobilitätskonzepte. Zum Beispiel könnten in Innenstädten<br />
die attraktivsten Parkplätze gleichzeitig als Ladestationen<br />
für Elektroautos genutzt werden.<br />
Marco Ebner<br />
MunichExpo Veranstaltungs GmbH<br />
www.ecartec.de<br />
14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15
»Nicht durch große Reden werden wir den<br />
Verkehr zunehmend elektrifizieren, sondern<br />
durch konkrete Maßnahmen.«<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
LEITMARKT<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store<br />
Bundesverband eMobilität<br />
Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />
so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />
www.bem-ev.de<br />
Statements, Einschätzungen, Kommentare und Interviews.<br />
16 Neue Mobilität
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Peter Bachmann & Christian alexander Mayer<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Peter Bachmann & Christian alexander Mayer<br />
Leitmarkt - kein realistisches<br />
Ziel ohne echte Anreize<br />
Dr. Peter Bachmann und Christian Alexander Mayer<br />
Die Marktvorbereitungsphase zur Einführung der Elektromobilität<br />
läuft dem Vernehmen nach auf Hochtouren. Der<br />
dritte Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />
(NPE) vom Juni 2012 berichtet, dass die deutsche<br />
Industrie während dieser Phase 17 Milliarden Euro in die<br />
Forschung und Entwicklung von Elektromobilität investieren<br />
wird. Doch damit diese gewaltigen Summen mehr als<br />
nur Konzepte und Studien für die großen Messen hervorbringen,<br />
bedarf es dringend einer konsequenten Umsetzung<br />
von monetären und nicht-monetären Anreizmechanismen.<br />
Nur das Zusammenspiel von wettbewerbsgetriebener Innovationsforschung<br />
und Anreizmechanismen, bestenfalls in<br />
Gestalt ausdifferenzierter gesetzlicher Rahmenbedingungen<br />
für Elektromobilität, bieten die notwendige Basis, damit<br />
Deutschland die Chance erhält, seine hochgesteckten Ziele<br />
zu erreichen.<br />
Monetäre Anreizmechanismen<br />
Um die Kaufentscheidung für ein Elektroauto zu erleichtern,<br />
werden von Politik und Gesetzgeber verschiedene Anreizmechanismen<br />
diskutiert. Diese lassen sich grob in monetäre,<br />
also finanzielle Anreize und nicht-monetäre Anreize unterteilen.<br />
Den monetären Anreizmechanismen unterfallen klassischerweise<br />
Instrumentarien wie Steuerbegünstigungen<br />
und die vieldiskutierte Kauf- bzw. Abwrackprämie.<br />
Das Kraftfahrzeugsteuergesetz normiert heute für reine<br />
eAutos in den ersten fünf Jahren ab dem erstmaligen Tag<br />
der Zulassung eine vollständige Steuerbefreiung mit einer<br />
anschließend nur anteiligen Steuerzahlungspflicht (50%).<br />
Der Regierungsentwurf eines Verkehrssteueränderungsgesetzes<br />
vom 23.05.2012 sieht nun eine Ausdehnung der Kraftfahrzeugsteuerbefreiung<br />
bei Fahrzeugen mit Erstzulassung<br />
bis 31.12.2015 auf zehn Jahre vor. Bei einer Erstzulassung im<br />
Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2020 soll immerhin noch eine<br />
fünfjährige Steuerbefreiung gelten.<br />
Außerdem plante die Bundesregierung bereits seit Längerem<br />
eine Anpassung der Dienstwagenbesteuerung. Da der Listenpreis<br />
des Kraftfahrzeugs als Besteuerungsgrundlage für<br />
seine private Nutzung als Dienstwagen dient, sind die gegenüber<br />
konventionellen Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />
kostenintensiveren Elektroautos klar benachteiligt. Diesen<br />
Nachteil will die Bundesregierung mit ihrem Beschluss<br />
zum Jahressteuergesetz vom 23. Mai 2012 ausgleichen. Zukünftig<br />
soll der Listenpreis des Elektroautos um die (fiktiven)<br />
Kosten der Batterie gekürzt werden.<br />
siehe auch S. 54 bis 57 in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>07<br />
Weitere direkte finanzielle Anreizmechanismen stellen staatliche<br />
Zuschüsse und Kreditprogramme für den Erwerb von<br />
Fahrzeugen dar, wobei nur das Letztere für die Bundesregierung<br />
in Betracht kommt. Schließlich sollen weitere Steuerbegünstigungen<br />
und Sonderabschreibungsmöglichkeiten<br />
für Unternehmen die monetären Anreize abrunden.<br />
Nicht-monetäre Anreizmechanismen<br />
Häufig unterschätzt, aber nicht weniger einflussreich auf die<br />
Kaufentscheidung sind nicht-monetäre Anreize. Diese zielen<br />
darauf ab, die Nutzer von Elektrofahrzeugen im Alltag zu<br />
begünstigen. Diskutiert werden hier beispielsweise Sonderparkflächen<br />
für Elektrofahrzeuge und die Einrichtung sog.<br />
»0-Emissions-Zonen«, die nur mit Elektroautos befahren<br />
werden dürfen. Das Regierungsprogramm Elektromobilität<br />
schlägt in diesem Zusammenhang die Aufhebung von Zufahrtsverboten<br />
für Elektroautos vor. Betroffen sind hiervon<br />
gegenwärtig konventionell betriebene Fahrzeuge aufgrund<br />
des von ihnen ausgehenden erhöhten Lärmaufkommens<br />
bzw. den einhergehenden Abgasbelästigungen. Auch die<br />
Freigabe von Busspuren für Elektrofahrzeuge wird diskutiert.<br />
Ebenso werden Sonderfahrspuren bzw. Ladespuren<br />
für Elektrofahrzeuge angedacht. Eine Erprobung im Rahmen<br />
der Schaufensterprojekte soll zeigen, ob von diesem Ansatz<br />
eine Anreizwirkung für die Zukunft ausgeht.<br />
Vervollständigt werden sollen diese nutzerbezogenen nichtmonetären<br />
Anreizmechanismen durch regulatorische Vorgaben.<br />
Hier setzt der Staat ordnungspolitische Rahmenbedingungen,<br />
die sich auf den Elektromobilitäts-Markt förderlich<br />
auswirken sollen. Als solche sind etwa die Einführung bzw.<br />
Ausweitung von Umweltzonen, die Einführung einer schadstoffabhängigen<br />
Citymaut sowie die Festsetzung bestimmter<br />
Flottenverbrauchsgrenzwerte anzusehen. Letztere zielt<br />
darauf ab, die CO 2 -Emissionen des Straßenverkehrs durch<br />
verbindliche Vorgaben von Flottenverbrauchsgrenzwerten<br />
merklich einzudämmen. Abgerundet werden die benannten<br />
nicht-monetäre Anreizmechanismen durch die Anpassung<br />
allgemeiner gesetzlicher Rahmenbedingungen (Stichwort<br />
Kennzeichnungsbedarf »Emissionsfreies Fahrzeug«) sowie<br />
Maßnahmen, die den Aufbau der Infrastruktur begünstigen<br />
sollen (z.B. Festsetzungen zur Ladeinfrastruktur in Bebauungsplänen).<br />
Immer wieder wird dabei die grundsätzliche Zulässigkeit<br />
dieser privilegierenden Anreize diskutiert. Es stellt sich die<br />
Frage, ob derartige Anreize mit dem Verfassungsrecht, insbesondere<br />
mit dem Gleichheitsgrundsatz, im Einklang sind.<br />
Es ist aber zu berücksichtigen, dass nicht jeder Eingriff in ein<br />
Grundrecht zwingend einen Verstoß gegen das Grundgesetz<br />
darstellt. Auch Eingriffe in Grundrechte können gerechtfertigt<br />
sein. Mit Blick auf den intendierten Klima- und Gesundheitsschutz<br />
lassen sich viele Privilegien für Elektroautos gut<br />
rechtfertigen, weshalb grundsätzliche verfassungsrechtliche<br />
Bedenken nicht bestehen.<br />
Handlungsempfehlungen der NPE<br />
Damit die Marktentwicklung der Elektromobilität auch in der<br />
Zukunft erfolgreich voranschreiten kann, hat die NPE gleichzeitig<br />
mit ihrem dritten Fortschrittsbericht Handlungsempfehlungen<br />
an die Bundesregierung übergeben. Unterteilt in<br />
sechs Kernbotschaften und Empfehlungen betont sie insbesondere<br />
die Beibehaltung des Schwerpunktes auf Forschung<br />
und Entwicklung. In seiner Kernbotschaft F&E-Leuchttürme<br />
fordert die NPE daher eine zügige und konsequente Umsetzung<br />
der geplanten Projekte in den Bereichen Forschung und<br />
Entwicklung sowie deren Verstetigung. Weiterhin fordert<br />
sie die Weiterbildung und Qualifizierung der erforderlichen<br />
Fach- und Führungskräfte. Dazu ist nach der Kernbotschaft<br />
Leitanbieterschaft die zeitnahe Umsetzung der Kompetenz-<br />
Roadmap erforderlich. Diese hat das Ziel, akademische und<br />
berufliche Aus- und Weiterbildung auf das Ziel Deutschlands<br />
zur Leitanbieterschaft auszurichten. Bestandteil dieser Kernbotschaft<br />
ist ebenfalls die kontinuierliche Fortentwicklung<br />
und Umsetzung der Normungs-Roadmap zur verstärkten nationalen<br />
wie internationalen Zusammenarbeit. Betont wird<br />
auch eine Fokussierung auf die Nutzerperspektive. Die Kernbotschaft<br />
Systemischer Ansatz zielt daher auf die Gewinnung<br />
von Kundenakzeptanz durch branchenübergreifende<br />
Zusammenarbeit in den Schaufenstern und F&E-Leuchttürmen<br />
ab. Ergänzt werden diese Ansätze durch die Kernbotschaft<br />
Leitmarkt, Schaufenster, Leitanbieterschaft und Leitmarkt.<br />
Diese plädieren u.a. für den Abbau von Hürden für die<br />
Marktentwicklung der Elektromobilität, die verstärkte Untersuchung<br />
potenzieller neuer Ladelösungen im Fahrzeug- und<br />
Batteriebereich, spezifische Schwerpunktsetzungen in den<br />
vier Schaufensterprojekten zur Verifikation der NPE-Annahmen<br />
und Modelle sowie die Beauftragung einer neutralen<br />
wissenschaftlichen Institution, die mit der Fortschreibung<br />
des TCO-Modells beauftragt wird.<br />
Fazit<br />
Das Expertengremium der NPE hält die anvisierte Leitanbieterposition<br />
Deutschlands weiterhin für ein realistisches Ziel.<br />
Neben den benannten Kernbotschaften hält das Gremium<br />
die Fokussierung auf die Nutzerakzeptanz für eine der wesentlichen<br />
Voraussetzungen hierfür. Auch aus unserer Sicht<br />
ist es dringend erforderlich, dass möglichst viele der bisher<br />
angedachten Anreizmechanismen tatsächlich umgesetzt<br />
werden. Denn nicht nur durch Kaufprämien und Steuervergünstigungen<br />
sondern insbesondere auch durch eine<br />
attraktive Gestaltung der Nutzung von Elektrofahrzeugen<br />
kann eine erfolgreiche und zukunftsfähige Markteinführung<br />
der Elektromobilität gelingen. Deshalb kommt unserer<br />
Ansicht nach den nicht-monetären Anreizen eine Schlüsselrolle<br />
bei der Marktentwicklung zu. Hier besteht aber noch<br />
erheblicher Handlungsbedarf. Ob bzw. in welchem Umfang<br />
künftig Elektroautos im Straßenverkehr privilegiert werden,<br />
wird zeigen, wie ernst es den politisch Verantwortlichen tatsächlich<br />
ist mit ihren ambitionierten Zielen.<br />
Dr. Peter Bachmann & Christian Alexander Mayer<br />
Rechtsanwälte<br />
Noerr LLP<br />
www.noerr.com<br />
18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Gregor Matthies<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Gregor Matthies<br />
Wichtiger als Leitmarkt zu werden,<br />
ist es, Leitanbieter zu sein<br />
Interview mit Dr. Gregor Matthies, BEM-Beirat und Senior Advisor bei<br />
Bain & Company<br />
Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />
Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />
werden, erreichen?<br />
Rund 70% der jährlich in Deutschland gefahrenen etwa 550<br />
Milliarden Pkw-Kilometer könnten bereits heute elektrisch<br />
zurückgelegt werden, wenn es die entsprechenden Produkte<br />
gäbe. Volkswirtschaftlich wäre das ein enormer Schritt,<br />
denn Deutschland müsste rund 40% weniger Erdöl importieren,<br />
was einem Wert von 21 Milliarden Euro zu heutigen<br />
Preisen entspräche. Tatsächlich wurden in Deutschland im<br />
letzten Jahr »nur« etwa 2.100 Elektrofahrzeuge zugelassen.<br />
Davon waren die Hälfte Prototypen, also keine wirklichen<br />
Serienautos. Von daher stehen wir erst am Anfang des Elektromobilitätszeitalters.<br />
Zudem gilt es zu bedenken, dass Elektromobilität nicht die<br />
einzige Mobilitätsalternative zum klassischen Verbrennungsmotor<br />
ist, an der die deutschen Autobauer gegenwärtig arbeiten.<br />
Bei Bain & Company gehen wir aktuell davon aus,<br />
dass in den nächsten 15 bis 20 Jahren drei Antriebstypen,<br />
Batterie-elektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellen-Fahrzeuge<br />
und Plug-in-Hybride inklusive sogenannter Range-Extender,<br />
einen ganz wesentlichen Anteil der Mobilität in Deutschland<br />
ausmachen werden. Wir rechnen hier mit mehr als 20% bei<br />
den Neuzulassungen.<br />
Wichtiger als Leitmarkt zu werden, ist es aber, bei dieser<br />
Technologie Leitanbieter zu sein. Hier muss die bei den Verbrennungsmotoren<br />
führende deutsche Autoindustrie - und<br />
zwar Hersteller wie Zulieferer - aufpassen, dass sie den Anschluss<br />
an den internationalen Wettbewerb nicht verliert.<br />
Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />
aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />
bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />
Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />
Um es plakativ zu sagen: Wir könnten in Deutschland deutlich<br />
mehr Elektroautos verkaufen, wenn es mehr von ihnen<br />
zu kaufen gäbe. Es gibt aktuell jedenfalls kein elektrisches<br />
Serienfahrzeug von einem der deutschen Premiumhersteller<br />
außer seit ein paar Wochen den zweisitzigen smart. Hinzu<br />
kommt, dass ein Elektroauto nur marginal teurer sein darf,<br />
als eines mit Verbrennungsmotor. Nur so kann ein Verkäufer<br />
dem Kunden erklären, dass er den etwas höheren Anschaffungspreis<br />
eines Elektrofahrzeugs über die niedrigeren Kosten<br />
im Betrieb ausgleichen kann.<br />
In puncto Infrastruktur für Elektromobilität ist Deutschland<br />
bereits gut gerüstet: Wir haben stabile Netze und es gibt flächendeckend<br />
viele hundert Millionen Steckdosen. Verbesserungspotenzial<br />
liegt hier etwa noch im Ausbau von Schnell-<br />
Ladestationen, den sogenannten Wall Boxes, zu Hause, am<br />
Arbeitsplatz und an sogenannten »Hot-Spots« wie Flughäfen,<br />
Einkaufszentren oder Tankstellen. Einer großflächig installierten<br />
Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum bedarf es<br />
dagegen nicht.<br />
Zugegeben: Die Herausforderungen, vor denen die Automobilindustrie<br />
steht, sind enorm: Wann muss ein Hersteller ein<br />
Elektroauto - mit oder ohne Reichweitenverlängerer - wann<br />
ein Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt bringen? Das<br />
Kaufverhalten der Kunden und die Geschwindigkeit, mit der<br />
es sich ändert, ist schwer vorherzusagen. Die Hersteller und<br />
ihre Zulieferer müssen daher mehrgleisig fahren. Das bedeutet,<br />
ihre Verbrennungsmotoren effizienter machen, rein<br />
elektrisches Fahren inklusive Brennstoffzelle forcieren und<br />
gleichzeitig mit echten Hybriden als Übergangstechnologien<br />
im Angebot aufwarten.<br />
Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />
Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />
aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />
langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />
zu etablieren?<br />
Ich denke, notwendig wäre jetzt ein Zusammenspiel aller Interessengruppen.<br />
Eine tragende Rolle dürfte allerdings mit<br />
zielgerichteter Technologieförderung durchaus die Politik<br />
spielen. Auch in der Vergangenheit war bei jeder bedeutenden<br />
Systemeinführung der Staat beteiligt. So wurde die heutige<br />
individuelle Mobilität nur möglich, weil der Staat massiv<br />
für Straßen und sonstige Infrastruktur gesorgt hat. Es wäre<br />
daher kaum zu rechtfertigen, wenn die ersten eAuto-Käufer<br />
die zunächst noch sehr teuren Batterien allein finanzieren<br />
müssten. Erst wenn genügend Batterien produziert und abgenommen<br />
werden, sinken die Produktionskosten und kann<br />
der Entwicklungsaufwand entsprechend über hohe Stückzahlen<br />
amortisiert werden.<br />
Die europäischen und hier vor allem die deutschen Automobilhersteller<br />
sind aktuell unter starkem Zugzwang, neben<br />
ihren Flottenversuchen und Pilotserien wirklich attraktive<br />
und erschwingliche Serienfahrzeuge auf die Straße zu bringen.<br />
Dazu wird es stärker notwendig sein, in bestimmten<br />
Technologien wie den Batterien, auch herstellerübergreifend<br />
zu kooperieren, um schnell die nötigen Skaleneffekte<br />
zu erzielen und gleichzeitig die Investitionen in Entwicklung<br />
und Produktion wirtschaftlich zu gestalten.<br />
In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />
- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />
Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />
Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />
gehen?<br />
Es ist richtig, dass einige Regierungen heute mehr tun, um<br />
den Systemwechsel Elektromobilität zu forcieren. Sowohl<br />
Japan, China als auch die USA haben sich auf die Fahnen<br />
geschrieben, die heimische Automobilindustrie bei der Entwicklung<br />
elektrischer Antriebe zu unterstützen und den Kauf<br />
von eAutos massiv mit Steuermitteln zu fördern. In China<br />
und den USA geschieht dies auch aus der Erkenntnis heraus,<br />
dass im bestehenden globalen Wettbewerb ihre lokalen Automobilbauer<br />
mit heutigen Fahrzeugen kaum Chancen auf<br />
den Weltmärkten haben. Also investieren sie stark in neue<br />
Technologien. Erklärtes Ziel ist es, schnellstmöglich serientaugliche<br />
eAutos zu entwickeln und zu vermarkten.<br />
Akademie &<br />
Consulting<br />
www.institut-nm.de<br />
In Europa hat von den großen Ländern lediglich Frankreich<br />
bisher Zeichen gesetzt - auch vor dem Hintergrund der<br />
Situation der eigenen Automobilindustrie.<br />
Jeder Kunde erhält zur Zeit 5.000 Euro, künftig sogar 7.000<br />
Euro staatliche Subvention pro Fahrzeug mit Emissionen<br />
kleiner 60g CO 2 /km und die Hersteller PSA und Renault werden<br />
großzügig mit Fördermitteln versorgt. Insofern könnte<br />
auch die deutsche Politik mit gezielten Subventionen einen<br />
derartigen System- bzw. Technologiewechsel durchaus beschleunigen.<br />
Letztlich müssen und werden sich die deutschen<br />
Hersteller aber auf den Exportmärkten behaupten<br />
- und dabei spielen Kaufprämien in Deutschland nur eine<br />
marginale Rolle.<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
BEM-Beirat<br />
Bain & Company Germany<br />
gregor.matthies@bain.com<br />
Letztlich geht es für die gesamte Branche darum,<br />
erfolgreiche Geschäftsmodelle in einem expansiven<br />
Marktumfeld zu positionieren.<br />
INSTITUT<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21
Leitmarkt Elektromobilität - Andreas Serra<br />
Leitmarkt Elektromobilität - AndrEaS Serra<br />
Deutschland wird Leitmarkt<br />
für Elektromobilität -<br />
Illusion oder Realität?<br />
»Wir befinden uns in einem weltweiten Veränderungsprozess<br />
und Deutschland nimmt hier eine Spitzenposition<br />
ein. Ob wir Leitmarkt oder »Follower« werden, wird sich in<br />
den nächsten 36 Monaten entscheiden. «<br />
Eine Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 und Deutschland<br />
als Leitmarkt für Elektromobilität, das wünscht sich<br />
Kanzlerin Angela Merkel. Eine riesige Erwartungshaltung<br />
erreichte die deutsche Bevölkerung und vor allem den deutschen<br />
Automobilhandel. Ernüchternd dagegen die Realität:<br />
Gerade einmal 2.400 dieser Fahrzeuge wurden von Januar<br />
bis Juni 2012 in Deutschland neu zugelassen. Aktuelle Hochrechnungen<br />
gehen im Moment davon aus, dass wir ca. 5.100<br />
Fahrzeuge bis zum Jahresende in die Zulassung bringen. Die<br />
Deutschen misstrauen den Elektroautos, sie scheuen die<br />
langen Ladezeiten, fürchten, mit leerem Akku liegen zu bleiben<br />
und ärgern sich über die hohen Preise und den drohenden<br />
Wertverlust.<br />
Um aber Leitmarkt zu werden, muss ein lokaler Markt mit zugelassenen<br />
Fahrzeugen und einer geeigneten Infrastruktur<br />
vorhanden sein. Ist die Leitmarkt-Idee, dieses für unsere wirtschaftliche<br />
Zukunft wichtige Vorhaben, noch realisierbar?<br />
Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da sich das<br />
Thema Elektromobilität noch in den »Kinderschuhen« befindet.<br />
Was also könnte dafür sprechen?<br />
• Deutschland hat weltweit die stärksten und innovativsten<br />
Autohersteller und Marken. Diese sind noch nicht auf dem<br />
Markt Elektromobilität vertreten. Aber Smart, VW und BMW<br />
werden 2013 und 2014 Elektrofahrzeuge auf den Markt<br />
bringen.<br />
• Wir haben aktuell ein sehr großes Potenzial in den gewerblichen<br />
Zulassungen. Über 90% aller Zulassungen<br />
sind gewerblich, Privatnutzer sind die Ausnahme.<br />
• Die Investitionen deutscher Unternehmen in Technologie<br />
und Produkt gehen in die Milliarden Euro. Es darf angenommen<br />
werden, dass die meisten Unternehmer sinnvoll<br />
und strategisch planen und investieren.<br />
• Deutsche Ingenieure gehören zu den angesehensten und<br />
besten in der Welt.<br />
• Elektromobilität ist ein weltweites Thema, insbesondere<br />
für die Megacities dieser Welt. Das sind starke wirtschaft-<br />
liche Impulse für die Exportnation Deutschland.<br />
• In einer global agierenden Weltwirtschaft ist ökologisches<br />
Bewusstsein ein Muss!<br />
• Die Ölressourcen gehen zu Ende. Weltweite Mobilität muss<br />
in Zukunft auch ohne Erdöl möglich sein.<br />
Was spricht zum jetzigen Zeitpunkt gegen reine eFahrzeuge?<br />
• TCO (total cost of ownership), also das, was ein Elektrofahrzeug<br />
Privat- und Gewerbekunden während der Nutzung<br />
kostet. Im Gegensatz zu anderen Antriebsarten lohnt<br />
sich der Erwerb rein finanziell betrachtet nicht. Die Fahrzeuge<br />
sind zu teuer, die Restwerte zu niedrig.<br />
• Eine nutzbare Ladeinfrastruktur gibt es faktisch nur für<br />
Einfamilienhäuser an der heimischen Steckdose. Hier sei<br />
der Ausflug zu anderen alternativen Antrieben erlaubt, die<br />
sich in Deutschland trotz massivem Preisvorteil und einfacher<br />
Technologie nicht durchgesetzt haben. Erdgasfahrzeuge<br />
sind an der Infrastruktur gescheitert. Wo tanke ich?<br />
Das ist auch für Elektromobilität die bestimmende Frage.<br />
Hier fehlt dem Interessenten ein erlebbares praktisches<br />
Konzept.<br />
• Mangelnde Informationen zur Haltbarkeit der Akkus. Hier<br />
fehlt jede für den Endkunden nachvollziehbare und glaubhafte<br />
Information.<br />
• Aber auch die Fahrzeughersteller tun das ihrige zur Kaufzurückhaltung.<br />
Verkäufer sind schlecht geschult und bevorzugen<br />
auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten<br />
andere Antriebsformen.<br />
• Die Begeisterung eines Elektroautos kann von Interessenten<br />
nicht genügend erlebt werden.<br />
• Die Wahrnehmbarkeit von Elektroautos im Markt fehlt.<br />
In der Automobilbranche spricht man von visibility. Damit<br />
ist der Punkt gemeint an dem der Kunde ein Fahrzeug auf<br />
der Straße wahrnimmt. Dies ist bei 1% Marktanteil pro Jahr<br />
erreicht. Also bei rund 34.000 Zulassungen. Elektroautos<br />
gibt es für den Kunden in der Wahrnehmung nicht<br />
Davon abgesehen sind diese auch nicht erkennbar. Also<br />
zu wenig Design- und Sound-Unterschiede.<br />
International ist Deutschland bezüglich der Zulassungen<br />
und der Marktentwicklung nicht führend. Hier können wir<br />
sicher von den Chinesen lernen, die das Thema aktiv angehen<br />
und bei den Zulassungen und der Erlebbarkeit ansetzen.<br />
Aber auch andere internationale Förderprogramme für emissionsarme<br />
Fahrzeuge sind für den Leitmarkt Deutschland<br />
bedrohlich.<br />
Zusammenfassend ist zu sagen: Wir brauchen starke Kaufimpulse,<br />
um einen Anfangsbestand zu realisieren. Es fehlen<br />
massiv Fahrzeuge auf den Straßen, um das Ziel von einer<br />
Million Elektroautos zu erreichen. Die Ängste der möglichen<br />
Kunden sind hoch und münden in Kaufzurückhaltung.<br />
Die Ideen der Nationalen Plattform Elektromobilität und<br />
700<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
Aktuelle eAuto-Zulassungszahlen in Deutschland<br />
585<br />
Opel Ampera<br />
560<br />
Renault Kangoo Z.E.<br />
261<br />
Quelle: KBA, Promotor<br />
Renault Fluence<br />
249<br />
Zulassungen 1. HJ 2012<br />
Nissan Leaf<br />
247<br />
Citroen C-Zero<br />
134<br />
Peugeot iOn<br />
des Bundesverbands eMobilität, den Flottenmarkt stark zu<br />
beleben, werden bis dato noch nicht umgesetzt.<br />
Aber, wir sind erst am Anfang eines neuen und revolutionären<br />
Mobilitätszeitalters. Wir befinden uns in einem weltweiten<br />
Veränderungsprozess und Deutschland nimmt hier eine Spitzenposition<br />
ein. Ob wir Leitmarkt oder »Follower« werden,<br />
wird sich in den nächsten 36 Monaten entscheiden.<br />
Andreas Serra<br />
BEM-Beirat<br />
promotor Gesellschaft für Absatzförderung mbH<br />
andreas.serra@promotor.de<br />
Karabag New 500E<br />
118<br />
43<br />
Mitsubishi i-Miev<br />
18<br />
Chevrolet Volt<br />
210<br />
Gesamtzulassungen in Deutschland 1. HJ 2012: 2.425<br />
Sonstige<br />
Zulassungen<br />
Sonstige:<br />
• Mia<br />
• E-Wolf<br />
• PG Electrus<br />
• German E Cars<br />
• Tesla<br />
• Smart II<br />
• Golf (Testflotte)<br />
22 Neue Mobilität Neue Mobilität 23
Leitmarkt Elektromobilität - Johann-Georg Friedrich<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Johann-Georg Friedrich<br />
Ja, Deutschland kann<br />
Leitmarkt werden<br />
BEM-Beirat Johann-Georg Friedrich spricht im Interview über Alternativen der<br />
Energieübertragung<br />
Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />
Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />
werden, erreichen?<br />
Deutschland kann Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität<br />
werden, wenn die transportleistungsbezogenen<br />
Energiekosten von Elektrofahrzeugen unter jene von Straßenfahrzeugen<br />
gesenkt werden. Transportleistungsbezogene<br />
Energiekosten sind die Kosten für die Bereitstellung<br />
jener Energiemenge, die z.B. für den Transport einer Tonne<br />
Nutzlast über einen Kilometer erforderlich ist. Bei Elektrofahrzeugen<br />
ist es die Summe der Gestehungskosten für den<br />
erforderlichen Strom und der Kosten für seine Speicherung<br />
(Speicherdurchlaufkosten).<br />
Das Gewicht der für eine bestimmte Transportstrecke benötigten<br />
Batterien steigt proportional mit dieser an und die<br />
transportierbare Nutzlast als Differenz zwischen Fahrzeuggewicht<br />
und Batteriegewicht sinkt mit zunehmender Strecke<br />
rasch auf Null. Damit steigen die Energiekosten für ihren<br />
Transport entsprechend schnell bis ins Unendliche.<br />
Kosten und Gewicht der Batterien eines Elektrofahrzeugs<br />
dürfen einen bestimmten Betrag nicht überschreiten, wenn<br />
seine transportleistungsbezogenen Energiekosten unter jenen<br />
von Straßenfahrzeugen liegen sollen. Dies ist nur mit<br />
sehr kleinen Speicherkapazitäten möglich. Daraus resultiert<br />
zwangsläufig eine entsprechende Reichweitenbegrenzung,<br />
die aufgehoben werden muss.<br />
Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />
aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />
bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />
Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />
Gegenwärtig wird die zweite Phase des »Nationalen Entwicklungsplanes<br />
Elektromobilität« umgesetzt - u.a. durch<br />
die Erprobung der Anbindung von Elektrofahrzeugen an die<br />
Infrastrukturen der Energieversorgung und des Verkehrs in<br />
den Schaufenstern für Elektromobilität. Aktuell sind alle<br />
großen Automobilhersteller in der Lage, batteriegespeiste<br />
Elektrofahrzeuge herzustellen, bei denen die transportleistungsbezogenen<br />
Energiekosten bis zu relativ kurzen Streckenlängen<br />
unter jenen von Straßenfahrzeugen liegen. Auf darüber<br />
hinaus gehenden Streckenlängen ist ihr Einsatz unwirtschaftlich<br />
und die Nachfrage nach reinen batteriegespeisten<br />
Elektrofahrzeugen hält sich in Grenzen.<br />
Um dies zu ändern, muss in einer dritten Phase ein möglichst<br />
flächendeckendes Wegenetz zur Verfügung gestellt werden,<br />
auf dem Elektrofahrzeuge mit Fahrstrom versorgt werden<br />
können. Voraussetzung dafür ist u.a. eine Standardisierung<br />
der Energieübertragung und der Trassenquerschnitte damit<br />
geeignete Elektrofahrzeuge entwickelt und produziert werden<br />
können.<br />
Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />
Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />
aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />
langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />
zu etablieren?<br />
Die Politik muss jetzt durch Vergabe einer Systemstudie, in<br />
der u.a. die verschiedenen Alternativen der Energieübertragung<br />
hinsichtlich ihrer Effizienz und die für die Elektromobilität<br />
zur Verfügung stehenden Trassen hinsichtlich ihrer<br />
Nutzbarkeit und Kosten beurteilt werden, aktiv ein Signal für<br />
die dritte Phase setzen.<br />
Bei der folgenden Systementscheidung kommt es darauf<br />
an, die Gesamt-Systemkosten zu minimieren und den Nutzen<br />
der Elektromobilität zu maximieren. Je größer die Flotte<br />
von Elektrofahrzeugen sein soll, desto sinnvoller ist es, in<br />
das Wegenetz zu investieren statt in millionenfache bordseitige<br />
Fahrzeug-Ausrüstungen. Abschätzungen haben ergeben,<br />
dass ein betriebswirtschaftliches Optimum mit einem<br />
Wegenetz von ca. 10.000 Kilometern erreicht werden kann<br />
und ein volkswirtschaftliches Optimum mit einem Wegenetz<br />
von 100.000 Kilometern.<br />
Die Länge des Schienennetzes der Bahn beträgt ca. 35.000<br />
km. Es liegt daher nahe, in der vorgeschlagenen Systemstudie<br />
auch zu prüfen, inwieweit dieses für die Elektromobilität<br />
nutzbar gemacht werden kann. Dabei ergäben sich<br />
mehrere Vorteile: Der Rollwiderstand auf der Schiene beträgt<br />
nur einen Bruchteil des Rollwiderstandes auf der Straße.<br />
Deshalb wird für Fahrten auf der Schiene im Allgemeinen<br />
nur etwa die Hälfte der auf der Straße erforderlichen Energie<br />
benötigt. Ein Großteil des Schienennetzes ist elektrifiziert.<br />
Die Nutzung von Bahnstrom ist effizienter als die Nutzung<br />
von Haushaltsstrom, er kostet nur die Hälfte. Damit können<br />
die Energiekosten insgesamt auf ein Viertel der Kosten bei<br />
Fahrten auf der Straße gesenkt werden.<br />
Die Speicherdurchlaufkosten kleiner mobiler Batterien sind<br />
erheblich höher als die großer stationärer Energiespeicher.<br />
Wenn Strom aus erneuerbaren Quellen in stationären Energiespeichern<br />
zwischengespeichert und dann über ein Fahrstromnetz<br />
bereitgestellt wird, können die Kosten für die<br />
Nutzung Erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich deutlich<br />
gesenkt werden. Eine verbesserte Nutzung unseres Schienennetzes<br />
entlastet zudem das Fernstraßennetz, verringert<br />
energie- und zeitaufwändige Staus sowie die volkswirtschaftlichen<br />
Kosten des Verkehrs, erhöht die Verkehrssicherheit<br />
und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die Nutzung von<br />
Schienen-Netzen durch autonome Elektrofahrzeuge im<br />
Mischbetrieb mit klassischen Schienenfahrzeugen erfordert<br />
jedoch noch entsprechende F&E-Leistungen in den Bereichen:<br />
Energieversorgung, Fahrzeug, Trasse und Verkehrssicherung.<br />
In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />
- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />
Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />
Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />
gehen?<br />
Mit Kaufanreizen kann sicherlich der Absatz von Elektrofahrzeugen<br />
gesteigert werden, dies lenkt jedoch von der Lösung<br />
der eigentlichen Probleme ab. Eine Absatz-Förderung unter<br />
dem Mehrwertsteuersatz würde zudem nur das Steueraufkommen<br />
erhöhen.<br />
Johann-Georg Friedrich<br />
BEM-Beirat<br />
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24 Neue Mobilität Neue Mobilität 25
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Dr. reinhard Löser<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Dr. reinhard Löser<br />
Deutschland - ein Leitmarkt<br />
für Elektromobilität?<br />
»Deutschland befindet sich immer noch auf Aufholjagd.«<br />
Ein Kommentar von BEM-Beirat Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Wer den dritten Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform<br />
Elektromobilität (NPE) richtig liest, erkennt neben zu erwartenden<br />
Fortschritten in Forschung und Entwicklung (FuE)<br />
und bei den Schaufenstern Elektromobilität deutliches Unbehagen:<br />
Setzt die Politik die seit 20<strong>09</strong> erreichten Ergebnisse<br />
auch um? Wird sie den bisherigen Drive aufrechterhalten?<br />
Denn »eine Abweichung von den vorgeschlagenen Fördermaßnahmen<br />
zur Marktentwicklung oder deren Verzögerung<br />
könnte sich direkt in der Reduktion einer erreichbaren Absatzentwicklung<br />
in Deutschland niederschlagen.« Zu »eng<br />
gefasste Bemessungskriterien« und »weitere Hürden« würden<br />
die Fahrzeuganzahl weiter reduzieren, fürchtet die NPE.<br />
Kurz: Sie hält ohne zusätzliche Förderung (»monetärer und<br />
nicht-monetärer Anreize«) das Ziel von einer Million eAutos<br />
bis 2020 für aussichtslos.<br />
In anderen Ländern werden Anschaffung und Akzeptanz von<br />
Elektrofahrzeugen direkt durch Preisabschläge oder durch<br />
Steuervergünstigungen gesponsert bzw. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />
mit Sanktionen belegt. Deutschland wird<br />
deshalb ohne kräftige staatliche Förderung und Lenkung<br />
wohl kaum Leitmarkt. Doch die Regierung drückt sich davor,<br />
weil der Staat drastisch sparen muss und die Abwrackprämie<br />
schon einmal nach hinten losging. Vor allem ausländische<br />
Kleinwagenproduzenten profitierten damals vom Geldregen,<br />
nicht die deutschen Autoschmieden und schon gar<br />
nicht das Kfz-Gewerbe.<br />
Anschaffungskosten in Deutschland zu hoch<br />
Wenn nicht grundsätzlich etwas passiert, bleiben Elektroautos<br />
für die Kunden zu teuer. Unter Berücksichtigung der<br />
hohen Anschaffungskosten liegen die Gesamtkosten (TCO<br />
- Total Cost of Ownership) für die ersten Jahre um mehrere<br />
tausend Euro über denen eines vergleichbaren Pkw mit Verbrennungsmotor<br />
(TCO-Lücke). Auch wenn der Betrieb eines<br />
Elektrofahrzeugs zum heutigen Strompreis im Vergleich mit<br />
einem konventionellen Pkw mit seinem Kraftstoffverbrauch<br />
und -preis deutlich günstiger ist. Das gilt auch, wenn nur eine<br />
Karosserie gekauft und die Batterie geleast wird, wie das<br />
Renault oder Mercedes ihren Kunden anbieten. Der Smart<br />
ed ist mit knapp 19.000 Euro plus 65 Euro für das Batterieleasing<br />
immer noch fast doppelt so teuer, wie die klassische<br />
Version mit Benzinmotor.<br />
Zwar ist das derzeitige Angebot an Stromern nicht gerade<br />
üppig, aber bei akzeptablen Anschaffungspreisen könnten in<br />
Deutschland mehr Pkw mit Elektromotor abgesetzt werden,<br />
als die gerade mal 2.154 Stück, die 2011 einen Interessenten<br />
fanden. Das Zeitalter der Elektromobilität lässt sich vor diesem<br />
Hintergrund in Deutschland noch nicht ausmachen: Die<br />
rund 5.000 zugelassenen Elektrofahrzeuge verlieren sich<br />
im Gesamtbestand der 43 Millionen Autos.<br />
Elektromobilität als Lifestyle<br />
Neben monetären Kaufanreizen könnte auch eine bessere<br />
PR für die umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität werben,<br />
so wie das der Bundesverband eMobilität seit Jahren<br />
fordert und selbst praktiziert.<br />
Endlich hat auch das CAR Center Automotive Research der<br />
Universität Duisburg-Essen bei einer Studie mit »normalen<br />
Autofahrern« herausgefunden, dass jemand, der einmal<br />
selbst elektrisch gefahren ist, davon begeistert ist und das<br />
gern wiederholen möchte - auch wenn es etwas teurer ist.<br />
Doch die gängigen Autozeitungen bleiben bei ihrer antiquierten<br />
Gigantomanie mit Hubraum, PS, Drehzahl oder<br />
Reichweite. In ihren Redaktionen herrscht intellektueller<br />
Blackout, wenn beispielsweise ein röhrender Porsche oder<br />
SLS bejubelt wird (vor allem dann, wenn man die teuren<br />
Autos selbst mal eine Woche zum Test hatte). Verbrauch,<br />
Kohlendioxidemission und Nachhaltigkeit fristen bei den<br />
von der Automobilindustrie verhätschelten Journalisten ein<br />
Schattendasein. Dabei hat ein Elektroauto gar nichts mit Verzicht<br />
zu tun. Es könnte in der öffentlichen Aufmerksamkeit<br />
viel deutlicher ein Ausdruck modernen Lebensgefühls sein.<br />
Miet- und Dienstwagenflotten oder Carsharing-Firmen könnten<br />
dabei eine bedeutende Vermittlerrolle übernehmen.<br />
Deutschland als Leitanbieter?<br />
Obwohl die deutsche Industrie in den kommenden drei bis<br />
vier Jahren branchenübergreifend bis zu 17 Milliarden Euro<br />
in die Elektromobilität investieren wird, darunter 10 bis 12<br />
Milliarden Euro allein im Automobilbau, dominiert hierzulande<br />
der klassische Verbrennungsmotor. Noch ist die Nachfrage<br />
nach Zwölfzylindern und Geländewagen Made in Germany<br />
in China und anderswo ungebrochen.<br />
Das hindert die deutschen OEMs am grundsätzlichen Umbau<br />
ihrer Produktion - weg von der Mechanik hin zu Elektrik<br />
und Elektronik. Lediglich 40% aller FuE-Aufwendungen für<br />
Antriebstechnik dienen der Entwicklung alternativer Antriebe.<br />
Solange man Investitionen in Verbrennungsmotorbau,<br />
Presswerke und Montagestraßen ohne Aufwand weiter<br />
nutzen kann, gibt es eben keinen zwingenden Grund, sich<br />
schnell und mit hohem Risiko auf das bisher unbekannte<br />
Terrain elektrischer Antriebe zu wagen.<br />
Doch das wird so nicht weitergehen. Zwar belegt der Bericht<br />
gewisse Fortschritte, doch Deutschland befindet sich<br />
immer noch auf Aufholjagd. Es darf bezweifelt werden, dass<br />
die deutsche Wissenschaft und Forschung den Abstand von<br />
über 10 Jahren in Batterie- und eAntriebstechnik gegenüber<br />
Japan, Korea, China und den USA aufgeholt hat.<br />
Allein in den USA vervierfachte sich der Absatz des Toyota-<br />
Hybridmodells Prius im Juni 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat<br />
von 4.340 Einheiten auf 19.150 Modelle. Davon können<br />
deutsche Hersteller nur träumen. Erst »bis 2014 werden<br />
die deutschen Hersteller 15 neue elektrifizierte Modelle auf<br />
den Markt bringen«, darunter auch den BMW i3 und Elektromodelle<br />
von Audi, VW, Porsche und anderen Herstellern.<br />
Politik wird Flop nicht zugeben<br />
Technologisch im Hintertreffen sind die Deutschen immer<br />
noch in der Batterietechnik. Sie ist immer noch der Hauptgrund<br />
für die hohen Anschaffungs- und TCO-Kosten - auch<br />
wenn in Dresden, München, Münster und Ulm Kompetenzzentren<br />
für die Batterieentwicklung entstehen sollen. Von<br />
einer Milliarde Euro, mit der die Regierung die Entwicklung<br />
von Batteriematerialien und -systemen fördern wollte, kann<br />
die Hälfte nicht ausgegeben werden, weil das kompetente<br />
Personal fehlt oder die Beteiligten ihr Wissen nicht teilen<br />
wollen.<br />
Doch es wäre die erste Bundesregierung, die einen Flop zugäbe,<br />
wenn sie ihr selbst gestecktes Ziel verfehlen sollte.<br />
Also wird wohl alles, was einen Elektromotor an Bord hat, als<br />
»Elektrofahrzeug« hochgerechnet werden. Von vier Rädern<br />
und fünf Passagieren war ja nie die Rede! Also zählen wir<br />
doch flugs alle Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge, alle<br />
Busse, Lkw, Pedelecs, Elektroroller und Golfcaddys dazu und<br />
überbieten so die Zielmarke!<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
BEM-Beirat<br />
reinhard.loeser@t-online.de<br />
26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27
Leitmarkt Elektromobilität - Matthias Groher<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Matthias Groher<br />
Es gibt keine Alternative<br />
zum Leitmarktanspruch<br />
Interview mit BEM-Beirat Matthias Groher<br />
gemeinsam mit regionalen Unternehmen vor Ort klare Aktivitäten<br />
starten. Getreu unserem Instituts-Motto: »Der Erfolg<br />
hat 3 Buchstaben: TUN!« Impulsgeber müssen hier die<br />
regionalen Partner sein. Dann werden diese Konzepte, Produkte<br />
und Lösungen auch angenommen. Das BEM-Mitglied<br />
midea Elektrobus positioniert sich hierbei hervorragend als<br />
Marktführer in diesem Segment. Das größte Potenzial für<br />
eine nachhaltige CO 2 -Reduzierung liegt im ÖPNV. Wenn die<br />
Kommunen hier konsequent auf ganzheitliche Lösungen setzen,<br />
wird das eine enorme Außenwirkung erzielen. Gefragt<br />
sind nachhaltige Gesamtkonzepte in Verbindung mit dem<br />
ÖPNV, kommunalen Fuhrparks und erneuerbarer Energieerzeugung.<br />
Kommunen schlagen damit gleich zwei Fliegen mit<br />
einer Klappe - auch die strategischen Ziele der Rekommunalisierung<br />
und Dezentralisierung können so erreicht werden.<br />
Die Zeit ist reif für die Elektrifizierung des ÖPNV. Denn die<br />
dort eingesetzten Fahrzeuge laufen 10 Jahre und mehr, das<br />
heißt, was 2013 beschafft wird, läuft bis 2023 und länger.<br />
In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />
- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />
Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung Ihrer<br />
Meinung nach dasselbe tun oder andere Wege gehen?<br />
Ganz klar ein Nein für monetäre Anreize. Warum? Kurzfristige<br />
direkte Kaufanreize verzerren nur das Bild und werden<br />
schon nach kurzer Zeit wieder verpuffen. Wenn Elektromobilität<br />
nur auf Basis monetärer Anreize erfolgreich wäre, müsste<br />
Dänemark mit einer Maximalförderung von 17.500 Euro<br />
ein Elektromobilitäts-Vorreiter sein, hatte aber 2011 tatsächlich<br />
auch nur 417 Neuzulassungen. Die sehr viel interessantere<br />
Alternative sind langfristig angelegte, integrierte Ansätze.<br />
Beispiele hierfür sind u.a. Vorteile bei der Besteuerung,<br />
bevorzugter - eventuell sogar kostenloser - Parkraum oder<br />
die kostenlose Nutzung des ÖPNV als Elektrofahrzeughalter.<br />
Verschiedene Studien, die wir im Institut durchgeführt haben,<br />
zeigen, dass vor allem die indirekten Anreize oftmals<br />
die wirkungsvolleren sind. Eine Besonderheit stellt jedoch<br />
die Beschaffung von Elektrofahrzeugen im kommunalen<br />
Umfeld dar. Hier haben wir heute in vielen Bundesländern<br />
die absurde Situation, dass die Beschaffung von alternativ<br />
angetriebenen Bussen im ÖPNV zwar grundsätzlich<br />
gefördert wird, mit Ausnahme jedoch von Elektrobussen.<br />
Mit der Begründung, dass diese nicht serienreif seien. Ein<br />
Umstand, der so schnell wie möglich auf legislativer Ebene<br />
angepasst werden sollte.<br />
Matthias Groher // BEM-Beirat<br />
BayTech - Institut für strategisches Marketing<br />
www.ism.baytech.de<br />
Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />
Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />
werden, erreichen?<br />
Die Frage darf gar nicht aufkommen, weil wir sonst endgültig<br />
global überholt werden. Beispielsweise in einer Umfrage<br />
des TÜV Rheinland wurde deutlich, dass Hersteller wie<br />
Toyota und Honda deutlich vor unseren Herstellern liegen,<br />
wenn es um die Frage geht, von wem die Kunden ein Elektroauto<br />
kaufen würden. Andererseits haben wir nach Japan immerhin<br />
aber - noch - die höchste Innovationskraft. Ganz nach<br />
dem Motto: »China fährt, Österreich denkt, Deutschland ist<br />
zumindest gut aufgestellt«. Die Frage darf also nicht lauten,<br />
ob das grundsätzlich machbar ist. Sie muss vielmehr heißen:<br />
Was ist ab jetzt zu tun, um den Rückstand aufzuholen<br />
und die - ja selbstgesteckten - Ziele zu erreichen! Elektromobilität<br />
wird weltweit ein enormer Zukunfts- und Wachstumsmarkt<br />
werden. Wir können uns volkswirtschaftlich gar<br />
nicht leisten, da nicht aktiv mitzuwirken. Daher meine klare<br />
Antwort: Ja, Deutschland kann Leitmarkt bzw. Leitanbieter<br />
für Elektromobilität werden.<br />
Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />
aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />
bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />
Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />
Aktuell sind wir vorsichtig gesagt, sicherlich nicht ganz vorne<br />
dabei. Letztes Jahr wurden in Deutschland gerade einmal<br />
rund 2.000 Elektroautos verkauft und davon nur ca. 100 an<br />
Privatkunden. Innerhalb Deutschlands gibt es hier sicher<br />
auch nochmals Unterschiede. Ich erlebe recht unterschiedliche<br />
Situationen vor Ort in den Ländern, Kommunen und<br />
Regionen. Insbesondere einfache, verständliche, sichtbare<br />
und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Projekte sind<br />
am Ende des Tages am erfolgreichsten. Es nutzt nichts, nur<br />
zu forschen und die hundertste Studie zu den immer gleichen<br />
Themen zu publizieren. Wichtig ist, die Fahrzeuge endlich<br />
auf die Straße zu bringen. Zwei aktuelle Projekte, die<br />
mich hier überzeugen, ist E-Wald in Bayern und inmod in<br />
Mecklenburg. Diese beiden Projekte zeigen eben auch, dass<br />
eMobilität sich nicht nur im Ballungsraum abspielen muss,<br />
sondern sehr wohl für die Fläche geeignet ist. Dort werden<br />
auch langfristig die Erfolge liegen.<br />
Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />
Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />
aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />
langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />
zu etablieren?<br />
Wie immer im Leben sind hier letztendlich natürlich alle Beteiligten<br />
gefordert. Ich persönlich sehe den Schwerpunkt aber<br />
in den Kommunen. Dort können mutige Entscheider der Politik<br />
(Landräte, Bürgermeister, Stadträte, Wirtschaftsförderer)<br />
Schalten Sie um auf intelligente<br />
Energie – auf der eCarTec München.<br />
Fahrzeuge, Ladetechnik und Energieprodukte ermöglichen flächendeckend funktionierende<br />
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28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29
Leitmarkt Elektromobilität - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Leitmarkt Elektromobilität<br />
Status und Ausblick<br />
Ein Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, Leitmarkt im Bereich<br />
Elektromobilität zu werden. Zur langfristigen Absicherung<br />
der heute global sehr starken und volkswirtschaftlich immens<br />
wichtigen deutschen Automobilindustrie ist es nach<br />
Meinung von Politik und Industrie von entscheidender Bedeutung,<br />
dass in Deutschland ein nachhaltiger Markt für<br />
Elektroautos und deren Komponenten entsteht.<br />
Ein »Leitmarkt« ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen,<br />
dass sich sowohl Angebot als auch Nachfrage schneller<br />
als in vergleichbaren Märkten entwickeln, so dass diese<br />
Entwicklung als Vorbild für andere Märkte gelten und sich<br />
gleichzeitig für alle deutschen Marktteilnehmer ein nachhaltiger<br />
globaler Wettbewerbsvorteil entwickeln kann.<br />
Die Entwicklung hin zum Leitmarkt wird demnach von drei<br />
wesentlichen Faktoren geprägt. Dem Angebot seitens der<br />
Industrie, der Nachfrage seitens der Kunden und den politischen<br />
Rahmenbedingungen. Alle drei Elemente sind dabei direkt<br />
miteinander verzahnt und beeinflussen sich gegenseitig.<br />
Die Angebote der deutschen Automobilindustrie an Elektround<br />
Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen aus Großserienproduktionen<br />
sind derzeit (quasi) noch nicht vorhanden. Lediglich Daimler<br />
hat ab September 2012 den smart ed im Angebot. Zählt man<br />
den Opel Ampera ebenfalls zu den deutschen eFahrzeugen<br />
(dieser wurde allerdings in den USA entwickelt und wird dort<br />
auch produziert), so befindet sich das deutsche Produktangebot<br />
derzeit noch nicht auf dem Niveau eines Leitmarktes.<br />
bei diesen Fahrzeugen weder spezifisches deutsches Knowhow<br />
aufgebaut wird, noch die deutschen Zulieferer davon<br />
profitieren können. Sechs weitere Fahrzeuge sind der Kategorie<br />
»Supersportwagen jenseits der 200.000 Euro« (Porsche<br />
918 spyder PEHV, Audi R8 etron, BMW i8, Mercedes<br />
E-SLS) bzw. Kleinstserie (VW XL1, Mercedes B-Klasse Fuel-<br />
Cell) zuzuordnen und sicher nicht geeignet, einen Leitmarkt<br />
von der Angebotsseite her zu entwickeln. Sechs weitere<br />
eFahrzeuge sind Derivate vorhandener Fahrzeugmodelle<br />
(smart ed, Audi Q7/A3 etron, Mercedes S500 PHEV, VW E-<br />
up!/E-Golf ), bei denen die Hersteller Kompromisse bezüglich<br />
ihrer vollständigen Eignung als eFahrzeuge eingehen<br />
müssen. Es ist davon auszugehen, dass solche Autos im<br />
Vergleich zu den Diesel- bzw. Benzinvarianten recht teuer<br />
werden und somit wahrscheinlich leider nur eine begrenzte<br />
Nachfrage erzeugen können. Lediglich BMW hat vergleichsweise<br />
sehr große Anstrengungen unternommen, mit dem<br />
i3 ein vollständig neues und grundlegend innovatives eAuto<br />
ab Ende 2013 auf den Markt zu bringen, welches im Gegensatz<br />
zum i8 auch preislich attraktiv sein dürfte.<br />
Wenn man nun diese Analyse mit dem eigentlichen technologischen<br />
Potenzial der deutschen Autoindustrie vergleicht,<br />
so kann bislang wahrlich nicht von besonderen Anstrengungen<br />
für die Schaffung eines Leitmarktes Elektromobilität<br />
gesprochen werden. Alleine Daimler, BMW, VW und Audi<br />
werden nämlich bis Ende 2014 deutlich mehr als 100 neue<br />
Modelle bzw. neue Derivate mit konventioneller Technologie<br />
auf den Markt bringen.<br />
lungsplänen und Änderungswünschen deutscher Hersteller<br />
dabei auch eher kontraproduktiv wirkt.<br />
Auch die Nachfrageseite entwickelt sich in Deutschland<br />
leider nicht sehr viel versprechend. Hier führt die Analyse<br />
schnell zu zwei gravierenden Gründen:<br />
Die deutschen Autokäufer vertrauen am meisten den deutschen<br />
Automarken. So kamen laut KBA im Juli 2012 von den<br />
rund 250.000 neu zugelassenen Fahrzeugen 65,6% aus<br />
Deutschland. Lediglich 9,3% betrug der Anteil aus Frankreich<br />
bzw. 8,3% aus Japan, also zwei Ländern, in denen bereits<br />
eAutos in Serie produziert werden. Somit haben die derzeit<br />
kaufbaren Elektroautos von Renault, Nissan und Mitsubishi<br />
gleich zwei Hürden zu nehmen: Sie müssen einerseits das<br />
sicherlich komplizierter zu verkaufende Elektroauto in den<br />
komplizierten und sehr deutsch geprägten Markt einführen.<br />
Andererseits gehören die ca. 100.000 potenziellen so genannten<br />
»Early Adopter« für Plug-In Autos in Deutschland<br />
eher zu den Premium Kunden, bei denen die Präferenz für<br />
deutsche Marken noch mal besonders ausgeprägt ist.<br />
Darüber hinaus müssen deutsche eAuto-Käufer vergleichbar<br />
deutlich höhere Preise für Elektroautos bezahlen. So wird<br />
z.B. der mit dem Opel Ampera baugleiche Chevrolet Volt in<br />
den USA unabhängig von staatlichen/lokalen Subventionen<br />
für umgerechnet rund 34.000 Euro (inkl. z.B. California Tax)<br />
verkauft. In Deutschland kostet der Opel Ampera mindestens<br />
46.000 Euro, also 12.000 Euro mehr. Auch der Toyota<br />
Plug-In Prius wird den Kunden in Deutschland rund 5.000<br />
Euro teurer als in den USA angeboten. Zusätzlich profitieren<br />
amerikanische Kunden von Subventionen, die z.B. in Kalifornien<br />
noch mal um bis zu 10.000 Euro betragen können.<br />
In der deutschen Öffentlichkeit werden eAutos derzeit eher<br />
als »zu teuer« und »nicht lohnend« dargestellt, was es deutschen<br />
Kunden nicht unbedingt einfacher macht, sich für<br />
einen solchen Systemwechsel zu entscheiden. Wobei »teuer«<br />
gerade im deutschen Automarkt eine sehr relative und<br />
irrationale Größe ist. Denn ginge es nur um den absoluten<br />
Preis, würden mehr Deutsche einen Dacia Logan bestellen<br />
und nicht einen dreimal so teuren VW Golf. Am Beispiel des<br />
Diesel zeigt sich, dass Kunden trotz erheblicher Mehrkosten<br />
teilweise irrationale Entscheidungen treffen, da natürlich an<br />
der Tankstelle Diesel (noch) preiswerter ist, allerdings dieser<br />
Preisunterschied für einen Großteil der Kunden über den<br />
Lebenszyklus des Autos nicht zurückverdient werden kann.<br />
die geplanten Steuervorteile für Halter von Plug-In Fahrzeugen<br />
deuten in die richtige Richtung, wenn sie denn nun auch<br />
zügig umgesetzt würden.<br />
Allerdings wird von entscheidender Bedeutung sein, dass<br />
die nun geplante Absenkung der CO 2 -Flottenziele für 2020<br />
auf 95 g/km unbedingt gegenüber der Industrie politisch<br />
durchgesetzt werden muss. Dieses Ziel - da ist man sich in<br />
allen Unternehmen einig - ist nur noch mit einer stärkeren<br />
Elektrifizierung, insbesondere der deutschen Premium Autos,<br />
erreichbar. Sollte hier die Politik nachgeben und dieses<br />
Ziel aufweichen, würde gleichzeitig auch der »Leitmarkt<br />
Elektromobilität Deutschland« endgültig aufgegeben. Bereits<br />
die bloße Andeutung einer möglichen »Verhandlungsbereitschaft«<br />
seitens des Gesetzgebers würde sofort zur<br />
Verschiebung entsprechender Entwicklungspläne der Industrie<br />
führen.<br />
Lediglich bei den politisch in Deutschland nicht durchsetzbaren<br />
direkten Subventionen für die Käufer von Plug-Ins gibt es<br />
große Unterschiede zu anderen Märkten. Allerdings könnte<br />
dieser vermeintliche Nachteil durch überlegene Produkte<br />
aus deutscher Produktion leicht ausgeglichen werden. Hier<br />
ruft der Gesetzgeber zu Recht die sehr innovative und extrem<br />
erfolgreiche deutsche Autoindustrie zum eigenen Handeln<br />
auf und fördert richtigerweise direkt die Forschung und<br />
Entwicklung, wenn auch mit einem deutlich kleineren Betrag<br />
als das andere Regierungen in anderen Ländern tun. Ansonsten<br />
würde eine direkte Kaufförderung aus Steuergeldern sowieso<br />
derzeit fast ausschließlich den eAuto-Importeuren zu<br />
Gute kommen.<br />
In Summe sind die Voraussetzungen für einen nachhaltigen<br />
Leitmarkt Elektromobilität in Deutschland momentan nicht<br />
besonders positiv. Analysiert man die Gründe, so müsste insbesondere<br />
die deutsche Autoindustrie deutlich mutiger und<br />
ihrem eigentlichen Potenzial gerechter werdend agieren. Bedenkt<br />
man weiterhin, dass die Elektrifizierung des Antriebs<br />
und damit die schrittweise Abkehr vom Öl unbestritten die<br />
einzige langfristige Zukunft für die Autoindustrie darstellt,<br />
so wäre ein beherzteres Vorgehen umso mehr geboten.<br />
Leider wird diese Situation auch in den nächsten Jahren so<br />
bleiben. Im Rahmen der dritten Präsentation der »Nationalen<br />
Plattform Elektromobilität« im Mai 2012 in Berlin, hat der<br />
VDA eine Liste von »bis zu 16 Plug-In Fahrzeugen aus deutscher<br />
(Großserien)-Produktion, die bis Ende 2014 auf den<br />
Markt kommen« veröffentlicht. Analysiert man die Liste allerdings<br />
im Detail, so kommt doch ein wenig Ernüchterung auf:<br />
Drei Fahrzeuge auf dieser Liste (Ford Focus/C-Max und<br />
Opel Ampera) sind nicht aus deutscher Produktion, sodass<br />
Dadurch verhindert die deutsche Autoindustrie aber leider<br />
auch die so wichtigen Kostensenkungen bei den Traktionsbatterien<br />
durch Investitionen in lokale Produktionen. Vergleicht<br />
man hier die Investitionen, die z.B. in Japan, Korea<br />
und den USA getätigt werden, so investiert die deutsche<br />
Industrie nur Bruchteile in Produktionsverfahren und überlässt<br />
das Feld dadurch den Asiaten. Aus der deutschen Zulieferindustrie<br />
ist zu hören, dass das mangelnde Engagement<br />
in Verbindung mit sich ständig verschiebenden Entwick-<br />
Wenn man zuletzt die politischen Rahmenbedingungen für<br />
eAutos in Deutschland betrachtet, so ist die Situation besser<br />
als landläufig kolportiert. Die Steuern auf Benzin und Diesel<br />
sind mit die höchsten auf der ganzen Welt. So hat ein eAuto<br />
in Deutschland einen doppelt so hohen Kostenvorteil bei<br />
den Verbrauchskosten wie z.B. in den USA. Auch die CO 2 -Gesetzgebung<br />
ist deutlich aggressiver als z.B. in den USA oder<br />
China, was Hersteller stärker als sonst wo ermuntern sollte,<br />
in die (Teil-)Elektrifizierung der Flotten zu investieren. Auch<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
BEM-Bereitsvorsitzender<br />
www.venturecheck.com<br />
30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31
Leitmarkt Elektromobilität - Heiko Herchet<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Heiko Herchet<br />
Die Ausgangssituation ist gut<br />
Interview mit BEM-Beirat Heiko Herchet<br />
»Deutschland befindet sich im elektromobilen Umbruch.<br />
Die letzten zwei Jahre standen im Zeichen der Technologieentwicklung,<br />
Marktvorbereitung und begleitenden Standardisierung.«<br />
Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />
Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />
werden, erreichen?<br />
Ich bin überzeugt, dass sich Deutschland für dieses Ziel in einer<br />
sehr guten Ausgangssituation befindet. Neben dem hohen<br />
Stand der Technik und tiefgehenden Expertise in Energiewirtschaft,<br />
Maschinenbau und Automobilindustrie und dort<br />
besonders in der Kompetenz bei Effizienz- und Leichtbautechnologien,<br />
ist Deutschland prädestiniert zur Einführung<br />
der Elektromobilität. Die nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität<br />
manifestiert die Bundesregierung durch den Anspruch<br />
sowohl Leitmarkt als auch Leitanbieter also Technologieführer<br />
in diesem neuen Gebiet zu werden. Insbesondere<br />
durch den konsequenten Ausbau der Infrastruktur für<br />
Elektromobilität und die Schaffung von politischen Rahmenbedingungen<br />
wird die Etablierung eines Leitmarktes flankiert.<br />
Kaufanreize beschränken sich auf Steuerbegünstigungen.<br />
Die Leitanbieterschaft steht derzeit im Fokus und<br />
wird durch konsequente und industriegestützte Förderung<br />
der Technologie vorangetrieben und hat gerade im letzten<br />
Jahr zu erheblichen Erfolgen bei der Weiterentwicklung und<br />
dem Ausbau der Konkurrenzfähigkeit geführt. Damit sind wir<br />
bei der Technologieentwicklung in der Pole Position. Wenngleich<br />
man die Aufwendungen, die man benötigt, um diese<br />
Technologie in die Serie zu überführen nicht vernachlässigen<br />
darf. Die gezielte Förderung der Forschung und Entwicklung<br />
in Deutschland durch die Bundesregierung birgt ein hohes<br />
Potenzial für Kostendegression in einem anstehenden Massenmarkt<br />
und macht die neue Technik bezahlbarer für den<br />
Endkunden. Damit wird dann zeitlich versetzt auch die Entwicklung<br />
des Marktes positiv beeinflusst.<br />
Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />
aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />
bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />
Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />
Deutschland befindet sich im elektromobilen Umbruch. Die<br />
letzten zwei Jahre standen im Zeichen der Technologieentwicklung,<br />
Marktvorbereitung und begleitenden Standardisierung.<br />
Ich denke, dass wir uns gerade in diesem Umfeld<br />
gut positioniert haben. Gerade die angestoßenen Standardisierungsaktivitäten<br />
wirken in der weiteren Entwicklung als<br />
nachhaltiger Katalysator für die Elektromobilität. Ebenfalls<br />
sind Fortschritte bei der konsequenten Vernetzung zwischen<br />
Fahrzeug und Infrastruktur zu verzeichnen, die ein Weiterdenken<br />
des Smart Grids Richtung Fahrzeug zukünftig ermöglichen.<br />
Gerade dieser Aspekt ist sehr wichtig, wenn es<br />
darum geht auch zukünftig die Elektrofahrzeuge nachhaltig<br />
mit Erneuerbaren Energien zu versorgen und die Vorteile des<br />
Elektrofahrzeugs als gezielter Energiespeicher der Energiewirtschaft<br />
zu etablieren. Erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge<br />
gehören zusammen und diese Verbindung ist bereits<br />
heute etabliert.<br />
In Zukunft gilt es, die konsequente Technologieentwicklung<br />
insbesondere im Bereich des Energiespeichers, aber auch<br />
der Effizienztechnologien weiter voranzutreiben. Immer<br />
mehr Endkunden fangen an, sich Gedanken über ihre Mobilität<br />
zu machen und stellen sich insbesondere die Frage: Wie viel<br />
Reichweite benötige ich wirklich und wie viel Geld bin ich bereit<br />
dafür in Anschaffung und Betrieb zu investieren? Oder<br />
auch: Benötige ich überhaupt ein eigenes Fahrzeug? Und:<br />
Wie nachhaltig ist die Energiebilanz meines Fortbewegungsmittels?<br />
Aus diesem Grund wachsen seit einiger Zeit die Nutzer-<br />
und damit auch die Anzahl von Carsharing-Angeboten<br />
sehr schnell an. Intermodale Ansätze zwischen öffentlichen<br />
Nahverkehr und Individualverkehr sind an der Tagesordnung.<br />
Elektromobilität ist für diese Anwendung prädestiniert. Die<br />
größte Herausforderung sehe ich technologisch nach wie<br />
vor im Bereich der Batterie, wenngleich wir im vergangenen<br />
Jahr hier entscheidende Fortschritte gemacht haben.<br />
Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />
Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />
aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />
langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />
zu etablieren?<br />
Da sind alle gefragt. Der Anspannungsgrad der unterschiedlichen<br />
Begleiter der Elektromobilität muss ohne Frage auf<br />
hohem Niveau gehalten werden. Die Fahrzeughersteller stehen<br />
vor der Markteinführung ihrer elektromobilen Produkte<br />
und müssen sich nun nicht zuletzt durch eine attraktive<br />
Preisgestaltung im Markt behaupten. Die Politik muss insbesondere<br />
durch die Reduzierung der Barrieren beispielsweise<br />
im Infrastrukturbereich diese Markteinführung flankieren.<br />
Auch die ungetrübte Innovationskraft insbesondere des<br />
deutschen Mittelstandes wird weiter benötigt. Insofern wir<br />
einen neuen Exportschlager »Elektromobilität« etablieren<br />
wollen, müssen die Forschungsinstitute daran festhalten,<br />
die nächste und übernächste Generation von Komponenten<br />
für Elektromobilität interdisziplinär weiter zu verfolgen. Im<br />
Bereich der Batterietechnik steht Deutschland einigen Ländern<br />
nach. Dieser Mangel muss schnell aufgeholt werden.<br />
Gerade durch Bildung von Kompetenzzentren wie KLiB oder<br />
MEET, die das Know-how der Forschungsinstitute mit der<br />
Industrie koppeln, werden der Wissensaustausch und die<br />
schnelle Industrialisierung der Produkte stattfinden.<br />
In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />
- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />
Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />
Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />
gehen?<br />
Natürlich kann eine gezielte Absatzförderung einen Aufschwung<br />
für ein Thema bedeuten, allerdings sieht man gerade<br />
in der letzten Zeit, dass selbst in Ländern mit starker Absatzförderung<br />
die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen<br />
stagnieren. Bei aller Euphorie für das neue Thema »Elektromobilität«<br />
muss langfristig die Attraktivität des Produktes<br />
im Vordergrund stehen, um am Markt bestehen zu können.<br />
Auch der Blick in benachbarte Industriezweige, zum Beispiel<br />
der Photovoltaik, lehrt uns, dass sich nur attraktive und<br />
technologisch fortschrittliche Produkte langfristig am Markt<br />
behaupten können. Ein besonderer Mehrwert der Elektromobilität<br />
ist die Betrachtung der Kosten über die gesamte<br />
Nutzungsdauer. Ich bin mir sicher, dass mit einer attraktiven,<br />
möglichst transparenten Gestaltung der Preisstruktur auch<br />
heute schon ein positiver Effekt für die Elektromobilität beim<br />
Endkunden gezeigt werden kann. Erste Modelle rund um<br />
Batterieleasing zeigen dies. Die Endkunden haben sich daran<br />
gewöhnt, die sogenannte TCO-Betrachtung (Total Cost<br />
of Ownership), also die Betrachtung aller Kosten für die Verwendung<br />
einer Sache über einen Zeitraum hinweg, zuzulassen.<br />
Die stetig steigenden Benzin- und Dieselpreise spielen<br />
dabei der Elektromobilität in die Karten.<br />
EDAG Light CAR<br />
Heiko Herchet<br />
BEM-Beirat<br />
Leiter Kompetenzzentrum Elektromobilität EDAG<br />
www.edag.de<br />
Photo: Edag Group<br />
32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33
Leitmarkt Elektromobilität - DR. JAN PETER KORTHALS<br />
Wird Deutschland Leitmarkt<br />
für Elektromobilität?<br />
Ein Kommentar von BEM-Beirat Dr. Jan Peter Korthals<br />
Stattdessen scheint ein Sinneswandel eingetreten zu sein: »Leitanbieter statt<br />
Leitmarkt« lautet die neue Zauberformel. Deutsche Anbieter sollen im Ausland<br />
- dort, wo die großen Märkte für Elektromobilität entstehen - das große<br />
Geld machen und sich mit technisch ausgereiften Lösungen global zu einem<br />
führenden Anbieter von eFahrzeugen aufschwingen. Dass Deutschland hierzu<br />
sehr gut positioniert ist, gilt als unbestritten und lässt sich u.a. im NPE-<br />
Bericht nachlesen.<br />
Dieser Ansatz erscheint zunächst - insbesondere vor dem Hintergrund der<br />
aktuellen Finanzkrise und leerer Staatskassen - vernünftig. Er ist jedoch auch<br />
nicht ganz unproblematisch. Denn es ist zumindest fragwürdig, ob und inwieweit<br />
deutsche Anbieter eine globale Leitanbieter-Position erreichen können,<br />
ohne einen starken Heimatmarkt zu haben, indem sie neue Lösungen und<br />
Geschäftsmodelle entwickeln, ausprobieren und großflächig verifizieren können.<br />
Schließlich geht es in der Elektromobilität nicht nur um das reine Verkaufen<br />
von eFahrzeugen oder -Antrieben, sondern um das Entwickeln gänzlich neuer<br />
Geschäftsmodelle, Dienstleistungen und Services. So mag es vielleicht den<br />
bereits global aufgestellten deutschen Automobilherstellern gelingen, globale<br />
Erfolge mit dem Verkauf von eFahrzeugmodellen zu erzielen. Dass sich ein<br />
deutsches Start-Up-Unternehmen ohne einen starken Heimatmarkt und entsprechende<br />
Erfahrungen zu globalen Erfolgen aufschwingt, scheint aber eher<br />
unwahrscheinlich, zumal das mangelnde Commitment der Bundesregierung<br />
in Verbindung mit der enttäuschenden Marktentwicklung zwangsläufig dazu<br />
führt, dass sich dafür notwendige Investoren von Deutschland abwenden.<br />
Konzepte für die Mobilität von Morgen<br />
Concepts for future mobility<br />
22. bis 24.10.2012<br />
Intelligente Konzepte<br />
für die Mobilität<br />
von morgen<br />
Mit großer Euphorie und Begeisterung wurde im August<br />
20<strong>09</strong> der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität vorgestellt,<br />
in der sich die Bundesregierung das Ziel setzte,<br />
Deutschland mit einer Million eFahrzeuge bis 2020 zu einem<br />
weltweit führenden Leitmarkt für Elektromobilität zu<br />
machen.<br />
Drei Jahre später ist in der deutschen Elektromobilitätsszene<br />
jedoch eine gewisse Ernüchterung eingetreten, denn der<br />
Markt läuft nur schleppend an. So wurden laut Kraftfahrzeugbundesamt<br />
(KBA) 2011 in Deutschland nur 2.154 eFahrzeuge<br />
zugelassen, was einem Marktanteil von unter 0,1%<br />
entspricht. Und auch im ersten Halbjahr 2012 wurden gerade<br />
einmal 1.419 eAutos neu zugelassen, obwohl in der Zwischenzeit<br />
wichtige Modelle wie der Opel Ampera, der Renault<br />
Fluence oder der Nissan Leaf auf den Markt gekommen<br />
sind. Insbesondere die Verkaufszahlen des Opel Ampera<br />
(629 Fahrzeuge von Januar bis Juli 2012) sind dabei besonders<br />
enttäuschend, verbanden doch viele große Hoffnungen<br />
mit diesem Fahrzeug.<br />
Das Ziel der Bundesregierung, Deutschland bis 2020 mit<br />
einer Million eFahrzeuge zu einem weltweit führenden Leitmarkt<br />
für Elektroautos zu machen, ist somit in weite Ferne<br />
gerückt. So ist es auch in dem dritten Bericht der Nationalen<br />
Plattform Elektromobilität (NPE) nachzulesen, der im<br />
Juni vorgelegt wurde. Dort wird davon ausgegangen, dass<br />
bis 2020 ca. 600.000 Fahrzeuge erreichbar sind. Doch auch<br />
diese Zahl gilt unter vielen Experten als zu optimistisch. So<br />
geht die Unternehmensberatung McKinsey & Company bei<br />
der Berechnung des Elektromobilitätsindexes EVI, der vierteljährlich<br />
in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche veröffentlicht<br />
wird, aktuell von einem Marktanteil in 2017 von<br />
0,7% aus, was ca. 20.000 neuzugelassenen eFahrzeugen<br />
im Jahr 2017 entsprechen würde. Für andere Länder ist man<br />
übrigens deutlich optimistischer: In Japan wird der Anteil<br />
von eFahrzeugen an den neu zugelassenen Fahrzeugen 2017<br />
zehn Mal größer eingeschätzt als in Deutschland, in den USA<br />
soll er immerhin vier Mal größer sein.<br />
Diese Zahlen machen deutlich, dass das Ziel des globalen<br />
Leitmarktes Elektromobilität in Deutschland trotz aller bisherigen<br />
Bemühungen ohne weitere Investitionen und Förderprogramme<br />
wahrscheinlich nicht erreicht werden kann.<br />
Doch derzeit lässt sich nicht erkennen, dass die Bundesregierung<br />
entschlossen ist, durch entsprechende Investitionen<br />
und Förderprogramme der aktuellen Entwicklung entgegenzusteuern.<br />
So werden z.B. die in anderen Ländern üblichen<br />
Kaufprämien weiterhin kategorisch abgelehnt, wie der Wirtschaftsminister<br />
erst kürzlich wieder bekräftigte.<br />
Aber es geht bei der Elektromobilität ja nicht nur um wirtschaftliche Interessen<br />
und Industriepolitik, sondern vor allem auch um den möglichst schnellen<br />
Wandel zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Mobilität auf Basis<br />
Erneuerbarer Energien. So wie es derzeit aussieht, wird man in Deutschland<br />
auf diesen Wandel voraussichtlich etwas länger warten müssen, als<br />
man noch 20<strong>09</strong> gehofft hat. Aber auch wenn sich der Prozess in Deutschland<br />
aktuell langsamer vollzieht als gewünscht, so lässt sich ebenso erkennen,<br />
dass er nicht mehr umkehrbar ist.<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
BEM-Beirat<br />
jp@korthals.de<br />
Schwerpunktthemen im Fachforum:<br />
Modellregionen und Schaufenster<br />
Konzepte und Strategien<br />
Nutzungskonkurrenzen und<br />
Lösungskonzepte<br />
Neue Technologien und neue Player<br />
parallel<br />
www.new-mobility-leipzig.de<br />
34 Neue Mobilität<br />
Leipziger Messe GmbH<br />
Projektteam new mobility PF 10 07 20, 04007 Leipzig / Germany
Leitmarkt Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />
Leitmarkt Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />
Die automobile Zukunft<br />
Deutschlands<br />
»Ich hoffe für uns alle, dass die Wirtschaftlichkeit der<br />
neuen Technologien eher erreicht wird, als das fossile<br />
Zeitalter zu Ende geht.«<br />
Ein Kommentar von BEM-Beirat Eckhard Fahlbusch<br />
Von analog zu digital, von der Röhre zum Flachbild oder von<br />
der Sonne in die Zelle. Am Anfang dieser Systemwechsel<br />
konnten sich das neue Fotografieren, Fernsehen und Energiegewinnen<br />
nur wenige leisten. Und heute sind die neuen<br />
Technologien millionenfach im Einsatz - ausgelöst durch den<br />
globalen Wettbewerb sowie die damit verbundene Massenfertigung<br />
und geeignete Fördersysteme.<br />
Eine vergleichbare Entwicklung werden wir nun auch bei der<br />
eMobilität erleben. Die von der Bundesregierung angestrebte<br />
Anzahl von 1 Mio. eFahrzeugen bis 2020 wird nicht nur erreicht<br />
sondern deutlich überschritten. Das liegt auch daran,<br />
dass Plug-In-Hybridfahrzeuge in die Rechnung einbezogen<br />
werden. Dies wird in der negativen medialen Berichterstattung<br />
oft übersehen oder verschwiegen.<br />
Die absehbare Marktzündung in den mit Kaufanreizen geförderten<br />
Ländern wie China, USA, Japan, Frankreich etc. werden<br />
wir in Deutschland nicht verschlafen. Die Bundesregierung<br />
wird hierzu nach der Bundestagswahl 2013 gemeinsam mit<br />
der Autoindustrie geeignete Förderprogramme und zeitweilige<br />
Kaufanreizsysteme auflegen, da ab 2013/2014 auch die<br />
deutschen Autohersteller marktbereit sind. Des Weiteren<br />
werden die vergleichsweise wesentlich höheren Kosten eines<br />
eFahrzeugs durch intelligente Finanzierungsmodelle wie das<br />
Batterieleasing kompensiert. Die Batterie-Leasingkosten<br />
von 50 bis 100 Euro pro Monat werden durch den Wegfall der<br />
hohen Benzin- und Dieselkosten mehr als ausgeglichen.<br />
Die derzeit noch sehr hohen Batteriekosten werden in den<br />
kommenden Jahren durch den Wettbewerb und die Serienfertigung<br />
erheblich reduziert. Hierdurch wird eMobilität<br />
summa summarum kundenfreundlich und wirtschaftlich.<br />
Der Marktdurchbruch wird nicht daran scheitern, dass es noch<br />
nicht möglich ist, von Hamburg bis München rein elektrisch<br />
zu fahren. Vielmehr werden Plug-In-Hybridfahrzeuge mit<br />
Reichweiten zwischen 50 und 150 Kilometern und mehr den<br />
Markt dominieren. 70 bis 80% aller Autofahrten liegen in<br />
Deutschland unter 17 bis 25 Kilometern und können damit CO 2 -<br />
frei gemeistert werden - vorausgesetzt der Ladestrom ist grün.<br />
Das heißt, nach Fukushima und der daraus resultierenden gesellschaftlich<br />
gewollten Energiewende ist die Nachhaltigkeit<br />
der eMobilität in Deutschland untrennbar mit der Energiegewinnung<br />
aus Erneuerbaren Ressourcen gekoppelt. Diesbezüglich<br />
schaut die Welt auf Deutschland und auf deutsche<br />
Lösungen mit globalem Vermarktungspotenzial. Diese müssen<br />
und werden wir liefern. Dies ist auch für die Wertschöpfung<br />
insgesamt im Vergleich zur Abhängigkeit vom importierten<br />
Öl und Gas sehr attraktiv.<br />
Die vorübergehende Förderung von eMobilität und Erneuerbaren<br />
Energien bis zu ihrer Wirtschaftlichkeit ist zielführend<br />
und im Vergleich mehr als gerecht. So ist die Verstromung<br />
von Kohle und Uran in Deutschland zwischen 1970 und 2010<br />
mit 400 Mrd. Euro gefördert worden. Bei den Erneuerbaren<br />
Energien beträgt die Förderung über den Strompreis bisher<br />
»nur« 55 Mrd. Euro. Bei der auf 20 Jahre gesetzlich geregelten<br />
Förderung der Erneuerbaren Energien werden es über<br />
150 Mrd. Euro sein.<br />
Für die Dringlichkeit der Realisierung von eMobilität und<br />
Erneuerbaren Energien sprechen auch die unkalkulierbaren<br />
Kosten resultierend aus der Öl- und Kohleverbrennung sowie<br />
dem zivilen Atomzeitalter. Dies gilt insbesondere für die<br />
nicht absehbaren Auswirkungen des Klimawandels durch<br />
den CO 2 -Anstieg und dem nicht sicher beherrschbaren Umgang<br />
mit der Atomenergie. Bei der fiskalischen Argumentation<br />
pro eMobilität und Erneuerbare Energien müssen<br />
die Kosten der Atomunfälle, der Atommüllendlagerung und<br />
dem Rückbau der Atomkraftwerke eingepreist werden. Das<br />
gleiche gilt für die Schäden und Verluste, die durch die vom<br />
Menschen verursachten Naturkatastrophen entstehen.<br />
Ich hoffe für uns alle, dass die Wirtschaftlichkeit der neuen<br />
Technologien eher erreicht wird, als das fossile Zeitalter zu<br />
Ende geht. Auch weil wir Erdölerzeugnisse noch für nachhaltige<br />
Anwendungen mit Kreislaufführung (z.B. in der Pharmaund<br />
Chemieindustrie) benötigen und diesbezüglich nicht<br />
alle Bestände unwiederbringlich verbrennen dürfen.<br />
Realistische Ausblicke zeigen, dass die weltweit immer<br />
weiter wachsende Automobilität und Industrialisierung zu<br />
einem enormen Energiebedarf führt, der nur durch Technologievielfalt<br />
und Ressourcenverfügbarkeit gestillt werden<br />
kann. 2011 wurden weltweit mehr als 60 Mio. Neufahrzeuge<br />
pro Jahr in Verkehr gebracht. Bis 2020 soll die Anzahl auf 100<br />
Mio. steigen und bis 2050 sollen es sogar 200 bis 250 Mio.<br />
Neufahrzeuge pro Jahr sein.<br />
So ist in der automobilen Zukunft insgesamt ein sich ständig<br />
optimierender Mix aus unterschiedlichen Antriebs- und<br />
Batterietechnologien zu erwarten, deren Anwendung auch<br />
zu einer erheblichen Reduzierung von Treibhausgasen führen<br />
wird. Das heißt, der Wettbewerb unter den Konkurrenten<br />
zum Beispiel Elektromotor gegen Diesel- bzw. Ottomotor,<br />
Antriebsbatterie gegen Brennstoffzelle bzw. Wasserstoffantrieb<br />
oder Bleibatterie gegen Lithiumbatterie wird für einen<br />
längeren Zeitraum (voraussichtlich mehrere Jahrzehnte) deren<br />
Existenz nebeneinander ermöglichen und damit auch in<br />
diesem Bereich die jeweilige Qualität zum Wohl aller verbessern.<br />
Diesen Wettbewerb werden wir auch über einen langen<br />
Zeitraum zwischen den fossilen und erneuerbaren Energieträgern<br />
und Energiespeichern sehen.<br />
Eckhard Fahlbusch // BEM-Beirat<br />
e.fahlbusch@fahlbusch-consulting.de // www.efa-batt.de<br />
36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37
Future eMobility<br />
Mobilität erfordert<br />
neue Wege<br />
><br />
Patente<br />
><br />
Ladeinfrastruktur<br />
><br />
Carsharing<br />
><br />
Vertriebsmodelle<br />
STATUS<br />
QUO<br />
><br />
Kooperation<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
><br />
Wir<br />
begleiten Sie<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:<br />
Dr. Lilian Klewitz-Haas – l.klewitz-haas@taylorwessing.com | Dr. Andreas Schrettl – a.schrettl@taylorwessing.com<br />
Europe > Middle East > Asia<br />
www.taylorwessing.com<br />
Herausforderungen und Chancen der Neuen Mobilität.<br />
Neue Mobilität<br />
39
Status QUo der Elektromobilität - Coverstory<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Coverstory<br />
Hessen will bei<br />
Elektromobilität Vorbild sein<br />
Ministerpräsident Bouffier vor dem HydroGen4<br />
Hessen und insbesondere das Rhein-Main-Gebiet ist nicht<br />
nur eine der wirtschaftsstärksten deutschen, sondern auch<br />
eine der dynamischsten Regionen in Europa. Grundlage<br />
dieser Wirtschaftskraft und dieses Wohlstandes ist die gute<br />
Erreichbarkeit und die zentrale Lage in Deutschland und<br />
Europa. Seit Jahrhunderten kreuzen sich wichtige Verkehrsadern<br />
im Rhein-Main-Gebiet. Dadurch ist diese Region schon<br />
immer ein Drehkreuz für Waren-, Personen- und Informationsströme<br />
gewesen.<br />
In keiner Region Europas finden sich auf so engem Raum so<br />
bedeutende Schnittpunkte aller bekannten Verkehrsträger<br />
wie im Rhein-Main-Gebiet mit seinem Zentrum Frankfurt am<br />
Main. Im Umkreis von fünf Kilometern befinden sich das von<br />
rund 330.000 Autos täglich passierte Frankfurter Kreuz, der<br />
Frankfurter Hauptbahnhof, auf dem für 350.000 Menschen<br />
täglich eine Reise beginnt oder endet, sowie der Frankfurter<br />
Flughafen mit seinen über 50 Millionen Passagieren im Jahr.<br />
Da die Mobilität für Hessen von grundlegender Bedeutung<br />
ist, bildet ihre Sicherstellung auch einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt<br />
der Landesregierung. Dabei geht es nicht nur<br />
um die Sicherung des Status Quo, sondern auch um die<br />
Vorbereitung Hessens auf die »Mobilität der Zukunft«. In<br />
diesem Zusammenhang liegt der Fokus der hessischen Aktivitäten<br />
auf dem Bereich der Elektromobilität. Klar ist dabei<br />
auch, dass die Vorteile der Elektromobilität nur dann voll<br />
zum Tragen kommen, wenn die erneuerbaren Energiequellen<br />
in ausreichendem Maße Strom für die Elektromobilität zur<br />
Verfügung stellen. Sie sind korrespondierende Ziele, die einander<br />
bedingen und befördern.<br />
Konkret unterstützt die Hessische Landesregierung in unterschiedlicher<br />
Art und Weise Umsetzungsprojekte im Bereich<br />
der Elektromobilität. In diesem Zusammenhang ist es der<br />
Hessischen Landesregierung besonders wichtig, die Alltagstauglichkeit<br />
zu erproben sowie die Erfahrbarkeit für viele<br />
Personen sicherzustellen. Darüber hinaus sollen die eFahrzeuge<br />
in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Dafür<br />
wird die Hessische Landesregierung in den kommenden drei<br />
Jahren insgesamt 7,5 Millionen Euro bereitstellen. Damit<br />
wollen wir insbesondere Projekte innerhalb der Landesregierung<br />
umsetzen, um so unserer Vorbildfunktion gerecht zu<br />
werden.<br />
Ein konkretes Beispiel ist der Start einer Beschaffungsinitiative<br />
für Elektro-Dienstfahrzeuge, durch die wir die Landesverwaltung<br />
ermuntern wollen, eFahrzeuge als Dienstwagen<br />
anzuschaffen. Größter Nutzer dieses Programms ist zum jetzigen<br />
Zeitpunkt das Hessische Immobilienmanagement (HI),<br />
der Dienstleister des Landes für alle Immobilien, in denen<br />
Dienststellen der Landesverwaltung untergebracht sind.<br />
Das HI plant - vor dem Hintergrund seines selbstgesteckten<br />
ehrgeizigen Ziels zur Reduktion des durchschnittlichen CO 2 -<br />
Ausstoßes seiner Fuhrparkflotte um 35% bis 2016 - in einem<br />
ersten Schritt zwischen 2012 und 2014 insgesamt 39 Elektrofahrzeuge<br />
anzuschaffen. Diese ersetzen Dienstfahrzeuge<br />
mit herkömmlichem Antrieb und sollen im ganz normalen<br />
Dienstbetrieb genutzt werden.<br />
Das Hessische Immobilienmanagement wird Elektrofahrzeuge<br />
einsetzen und zugleich die verschiedenen Möglichkeiten der<br />
Ladeinfrastruktur an Standorten des HI schaffen sowie diese<br />
ausgiebig testen. Dadurch sammelt dieser Dienstleister der<br />
Landesverwaltung das notwendige fachliche Know-how, um<br />
die Dienststellen des Landes, die später auch eFahrzeuge<br />
nutzen wollen, bei der Installation und dem Betrieb der Ladeinfrastruktur<br />
fachlich fundiert beraten zu können.<br />
Die Landesregierung bemüht sich intensiv, die bereits heute<br />
vorhandenen Möglichkeiten der Elektromobilität zu erproben<br />
und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.<br />
Vor dem Hintergrund der Endlichkeit der weltweiten Ölvorkommen<br />
tun wir gut daran, uns frühzeitig mit der Elektromobilität<br />
- der Mobilitätsform der Zukunft - zu befassen.<br />
Wir betreiben auch eine intensive Informationsarbeit über<br />
unsere Aktivitäten. Dazu gehört, dass wir ein hessisches<br />
Netzwerk von Partnern der Elektromobilität aufgebaut haben,<br />
die den Austausch der Unternehmen und Institutionen<br />
im Bereich der Elektromobilität branchenübergreifend<br />
ermöglicht und fördert. Für unsere Partner haben wir eine<br />
Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die an wechselnden<br />
Standorten in Hessen zweimal jährlich zu unterschiedlichen<br />
Themen ausgerichtet wird. Die Partner erhalten darüber hinaus<br />
einen Newsletter mit den neuesten Entwicklungen und<br />
interessanten Informationen aus und über das Partnernetzwerk.<br />
Außerdem beteiligt sich die Landesregierung mit einem<br />
eigenen Stand an den großen Elektromobilitätsmessen.<br />
So wird sie im Oktober 2012 auf der eCarTec vertreten sein<br />
und im kommenden Jahr werden wir uns auch wieder auf der<br />
Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt<br />
präsentieren.<br />
Volker Bouffier<br />
Hessischer Ministerpräsident<br />
www.stk.hessen.de<br />
40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Köpfe der Branche<br />
Auf ein Wort mit den relevanten Akteuren im Bereich der Neuen Mobilität<br />
Christoph B. Rößner<br />
EIGHT GmbH & Co. KG<br />
Uwe Hahner<br />
Swarco Traffic Systems AG<br />
Manfred Hiemer<br />
e-mocom AG<br />
Thomas Hanswillemenke<br />
Santander Consumer Bank AG<br />
Jörg Heynkes<br />
VillaMedia<br />
Mario Haas<br />
Energiebau Solarstromsysteme GmbH<br />
Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter der<br />
EIGHT GmbH & Co. KG<br />
»Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen ist<br />
eine Kombination aus Emotionen und rationalen Argumenten<br />
gefragt. Viele Vorbehalte lassen sich durch Zahlen und<br />
Fakten entkräften. Neben der Aufklärung geht es aber vor<br />
allem darum Begeisterung zu wecken, denn individuelle Mobilität<br />
ist eine hochemotionale Angelegenheit. Die Produkte<br />
und Services - Fahrzeuge, Nutzungskonzepte, Ladestationen<br />
- müssen eine positive Ausstrahlung haben, dem Zeitgeist<br />
entsprechen und als Imageträger fungieren.<br />
Es ist an der Zeit, dass Elektromobilität nicht mehr mit Verzicht<br />
sondern mit all den positiven Attributen gleichgesetzt<br />
wird und somit eine neue Form der sozialen Anerkennung<br />
ermöglicht.<br />
Um adäquate Lösungen zu entwickeln und einzuführen<br />
sind interdisziplinäres Arbeiten und Networking gefragt.<br />
Hier leistet der BEM großartige Arbeit, indem er zahlreiche<br />
Akteure immer wider erfolgreich zusammenführt.«<br />
www.eight.eu<br />
Uwe Hahner, General Manager Parking und E-Mobility<br />
Swarco Traffic Systems AG<br />
»Als Verkehrstelematik-Spezialist denken wir darüber nach,<br />
wie sich eMobilität in bestehende und neue Verkehrs- und<br />
Infrastruktursysteme integrieren lässt. Wir sind überzeugt,<br />
dass wirklich nachhaltiger Verkehr nur im Zusammenspiel<br />
aus verschiedenen Verkehrsträgern, entsprechender Infrastruktur<br />
sowie innovativen Verkehrssteuerungssystemen<br />
entstehen kann. Wie das aussehen sollte, erörtern wir auch<br />
mit den Mitgliedern des Bundesverbands eMobilität: So<br />
gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für unsere Arbeit. Gemeinsam<br />
mit dem BEM lassen wir eMobilität und nachhaltigen<br />
Verkehr Wirklichkeit werden!«<br />
www.swarco.com/STS<br />
Manfred Hiemer, Gründer der e-mocom AG und<br />
BEM-Landesvertreter Bayern<br />
»Mir liegt am Herzen, Elektromobilität dort zu platzieren,<br />
wo sie hingehört: im modernen Lifestyle einer neuen Generation,<br />
die Nachhaltigkeit und Spaß an der Mobilität auf<br />
natürliche Weise vereinigt. Damit dies gelingt, und die entsprechenden<br />
Maßnahmen und Rahmenstrukturen für den<br />
erfolgreichen Wandel geschaffen werden, ist es unverzichtbar,<br />
dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen:<br />
Wirtschaft, Industrie, Politik. Und genau hier ist die Arbeit<br />
des BEM so enorm wichtig, der sich genau dafür einsetzt.<br />
Ich bin überzeugt: wer sich heute für Elektromobilität entscheidet,<br />
der entscheidet sich für einen Schritt zum Systemwechsel<br />
in eine nachhaltige Zukunft, in der der Spaß an<br />
Mobilität nicht zu kurz kommt.«<br />
www.e-mocom.com<br />
Thomas Hanswillemenke, Vorstand Kfz<br />
Santander Consumer Bank AG<br />
»Die Elektromobilität hält mehr und mehr Einzug auf deutschen<br />
Straßen. Neben den aktuell verfügbaren Modellen<br />
werden die für 2013 angekündigten Fahrzeuge sicherlich<br />
zusätzliche Aufmerksamkeit erzielen und die weitere Etablierung<br />
unterstützen. Die Santander Consumer Bank hat<br />
sich sehr frühzeitig mit dem Thema Elektromobilität auseinandergesetzt<br />
und entsprechend positioniert. Wir unterstützen<br />
unsere Handelspartner bereits seit 2011 mit innovativen<br />
Finanzdienstleistungen speziell für eFahrzeuge und die dazu<br />
empfohlene Ladeinfrastruktur.<br />
Der BEM ist dabei ein idealer Partner, um den Austausch<br />
unter den Marktteilnehmern zu fördern und deren Interessen<br />
zielgerichtet darzustellen.«<br />
www.santander.de<br />
Jörg Heynkes, Geschäftsführer der VillaMedia -<br />
Eventlocation in Wuppertal<br />
»Mit unserem Projekt »W-EMOBIL 100« wollten wir zeigen,<br />
dass es an der Zeit ist, endlich keine Showrooms, Pilotprojekte<br />
oder sonstige Förderprojekte zu installieren, sondern<br />
Elektromobilität einfach täglich zu nutzen, indem man die<br />
bereits jetzt vorhandenen Elektrofahrzeuge kauft und fährt.<br />
Elektromobilität ist konkurrenzfähig, teilweise überlegen<br />
und vor allem sexy. Mit unserem Projekt wollten wir viele<br />
Akteure in unserer Region aufwecken und Wuppertal zur<br />
Hauptstadt der Elektromobilität machen. Das ist uns gelungen.<br />
Ausschließlich durch privates Engagement von Bürgern<br />
und Unternehmern in unserer Region. Das ist beispielgebend<br />
und herausragend. Der BEM hat uns hierbei dankenswerter<br />
Weise begleitet und so manche Tür geöffnet.«<br />
www.w-emobil100.de<br />
Mario Haas, Leitung Produktmanagement & Einkauf<br />
Energiebau Solarstromsysteme GmbH<br />
»eMobilität ist ein bedeutsamer Schritt für moderne Mobilitätskonzepte:<br />
Allerdings erst dann, wenn ausschließlich<br />
nachhaltige Energieträger verwendet werden. Energiebau<br />
ist, als Solarstrom-Pionier, bei dieser Entwicklung frühzeitig<br />
dabei. Denn wir entwickeln Solare Mobilität, also eMobilität<br />
mit reiner Solarstrom-Versorgung.<br />
Dazu arbeiten wir mit vielen spannenden Kooperationspartnern<br />
aus anderen Wissensgebieten und Industriezweigen<br />
zusammen. Der BEM ist bei dieser Aufgabe eine wichtige<br />
Plattform für uns, welche aus den vielen Beteiligten eine<br />
gemeinsame Bewegung bündelt.«<br />
www.energiebau.de<br />
42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43
Status QUo der Elektromobilität - DEKRA<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - DEKRA<br />
Schlüsselaspekte Sicherheit<br />
und Zuverlässigkeit<br />
Konsortium erforscht effiziente und zuverlässige Diagnosemöglichkeiten und<br />
Reparaturkonzepte für Elektrofahrzeuge<br />
Um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es effiziente und zuverlässige Diagnose- und Reparaturkonzepte<br />
Im Projekt DINA erforscht das Konsortium die Anforderungen an die Diagnosefunktionen von Elektrofahrzeugen<br />
Deutschland will nicht nur Leitanbieter für Elektromobilität<br />
werden, sondern auch Leitmarkt. Dieses klare Ziel hat die<br />
Bundesregierung ausgegeben. Bis 2020 sollen eine Million<br />
Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein, bis<br />
2030 sollen es schon sechs Millionen sein, so der Fahrplan<br />
der Regierung.<br />
Den Weg zum Leitanbieter treiben die deutschen Autohersteller<br />
mit großen Investitionen voran: Bis zu 40% ihrer<br />
Forschungs- und Entwicklungsausgaben will die deutsche<br />
Automobilindustrie in den kommenden vier Jahren für die<br />
Erforschung der Antriebe von Elektromobilen investieren.<br />
Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum bis zu 12 Milliarden<br />
Euro für die Entwicklung von Elektroantrieben ausgegeben<br />
werden. Dieses Engagement sei in Anspruch und Inhalt derzeit<br />
einmalig in Europa, so das Bundesverkehrsministerium.<br />
Um tatsächlich auch Leitmarkt für Elektromobilität zu werden,<br />
um also die deutschen Autofahrer nachhaltig davon zu<br />
überzeugen, dass das elektrische Fahren die Mobilität der<br />
Zukunft ist, heißen die Schlüsselaspekte Sicherheit und Zuverlässigkeit.<br />
Kundenakzeptanz auf breiter Basis kann nur<br />
entstehen, wenn beispielsweise das Hochvoltsystem eines<br />
Elektrofahrzeugs zuverlässig, sicher und kosteneffizient<br />
funktioniert und gewartet werden kann. Die Kunden wollen<br />
die Sicherheit und den Komfort, die sie heute von Fahrzeugen<br />
mit Verbrennungsmotoren gewohnt sind. Dazu gehören<br />
auch Instandsetzungskonzepte im After-Sales-Bereich, die<br />
sich hier als wettbewerbsfähig erweisen müssen. Das ist ein<br />
entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Durchbruch<br />
von Elektrofahrzeugen.<br />
Wenn elektrisch betriebene Fahrzeuge - wie von der Bundesregierung<br />
angestrebt - in größerer Stückzahl in Deutschland<br />
eingesetzt werden, stellt das ganz neue Anforderungen an<br />
Zulieferer, Automobilhersteller, Werkstätten und Prüforganisationen.<br />
Dabei geht es in erster Linie darum, Mängel und<br />
Fehler - insbesondere im Hochvoltsystem - sicher und eindeutig<br />
zu identifizieren und genauso sicher zu beheben.<br />
Voraussetzung dafür sind effiziente und zuverlässige Diagnosemöglichkeiten<br />
und Reparaturkonzepte, mit denen sich das<br />
Ende Juli gestartete gemeinsame Verbundforschungsprojekt<br />
DINA (Diagnose und Instandsetzung für Elektrofahrzeuge)<br />
beschäftigt, bei dem die Robert Bosch GmbH, die DEKRA<br />
Automobil GmbH, das Fraunhofer Ernst-Mach-Institut und<br />
das FKFS Stuttgart beteiligt sind.<br />
Das Projekt, welches das Bundesministerium für Forschung<br />
und Bildung im Rahmen des Spitzenclusters »Elektromobilität<br />
Süd-West« über drei Jahre fördert, wird Anforderungen an<br />
die Diagnosefunktionen von Elektrofahrzeugen erforschen.<br />
Schwerpunkte sind insbesondere die übergreifenden Diagnosemöglichkeiten,<br />
so dass unabhängig von Fahrzeug, Werkstatt<br />
oder Prüforganisation eine hohe Servicequalität dargestellt<br />
werden kann. Dazu werden benötigte Messtechnik und<br />
Schutzeinrichtungen spezifiziert und neue symptombasierte<br />
Diagnoseverfahren entwickelt. Die Ergebnisse werden Herstellern<br />
und Zulieferern bei der Entwicklung neuer, innovativer<br />
und sicherer Systeme sowie den Prüforganisationen bei<br />
der eindeutigen Beurteilung des Zustands von Elektrofahrzeugen<br />
zugute kommen.<br />
Bisher existiert kein ganzheitlicher Ansatz für ein Diagnoseund<br />
Instandsetzungskonzept für Elektrofahrzeuge, der alle<br />
wichtigen Aspekte abdeckt. Mit zunehmendem Marktvolumen<br />
wird dieser Ansatz aber zwingend notwendig: Zuverlässige<br />
Prozesse zur Diagnose und Instandsetzung von Elektrofahrzeugen<br />
werden in den kommenden Jahren gebraucht,<br />
so wie sie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren längst<br />
existieren.<br />
Bei Otto- und Dieselmotoren werden die komplexen Regelsysteme<br />
durch die ständige Eigendiagnose während des Betriebs<br />
permanent überwacht. In kritischen Fehlerfällen wird<br />
der Fahrer - zum Beispiel durch eine Warnlampe - informiert<br />
und der Fehler abgespeichert. Über eine genormte Schnittstelle<br />
erfolgt der Zugriff auf die abgelegten Diagnosedaten,<br />
so dass anschließend die Fehler bei der Instandsetzung ermittelt<br />
und behoben werden können.<br />
Ziel des Forschungsprojektes DINA ist es, auch für Elektrofahrzeuge<br />
einen standardisierten Prozess der Diagnose und<br />
Instandsetzung zu etablieren.<br />
Andreas Richter<br />
DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />
www.dekra.com<br />
44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45
Status QUo der Elektromobilität - TÜV SÜD<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TÜV SÜD<br />
Die magische Zahl der<br />
Elektromobilität<br />
»Prognosen sind immer dann schwierig,<br />
wenn die Rahmenbedingungen sich, so<br />
wie jetzt, massiv ändern.«<br />
Eine Zahl in den Raum zu stellen, ist immer so eine Sache.<br />
Über kurz oder lang wird man daran gemessen werden, ob<br />
deren Erreichen in Sichtweite ist. Schafft man nur die Hälfte,<br />
ist es ein Misserfolg. Nun hat die Nationale Plattform für<br />
Elektromobilität (NPE), unter der Mitarbeit vieler Akteure<br />
aus Industrie, Politik und Wissenschaft genau dies getan:<br />
Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 auf Deutschlands<br />
Straßen rollen. Die Politik hat daraus ein nationales<br />
Ziel proklamiert, die Medien haben es gerne aufgegriffen<br />
und in der Öffentlichkeit verbreitet. Es ist ein anspruchsvolles<br />
Ziel, das verdeutlichen soll: Deutschland meint es ernst<br />
mit der Elektromobilität. Aber es ist auch ein Ziel, das Skeptiker<br />
auf den Plan ruft. Derzeit mehren sich die Versuche die<br />
aktuellen Verkaufszahlen auf das Jahr 2020 zu extrapolieren.<br />
Und wie man es auch dreht und wendet, daran gemessen ist<br />
die Elektromobilität heute schon gescheitert. Keine der Prognosen<br />
führt zur magischen Zahl. Acht Jahre vor dem Zieldatum<br />
wird öffentlich über eine Reduktion der Zielvorgaben<br />
nachgedacht.<br />
Ich möchte hier ganz offiziell dafür plädieren, die Zahl wie sie<br />
ist zu belassen und den Vorhersagen der akribischen Rechner<br />
mit etwas mehr Gelassenheit zu begegnen. Ein bisschen<br />
»schaun wir mal« täte der Diskussion gut. Dies natürlich<br />
ohne in den Anstrengungen nachzulassen. Wer einen Blick<br />
auf die momentanen Aktivitäten in der Industrie wirft, bekommt<br />
ohnehin einen ganz anderen Eindruck. Da wir als TÜV<br />
SÜD in viele Entwicklungen - speziell in neuen Technologiefeldern<br />
- früh eingebunden sind, haben wir eine recht gute<br />
Übersicht. Während in den letzten 12 Monaten bei vielen<br />
Automobilherstellern, Zulieferern und Komponentenentwicklern<br />
erst einmal der Aufbau von Kompetenzteams im Vordergrund<br />
stand, entwickeln sich jetzt zunehmend erste Produkte<br />
in Richtung Marktreife. Die Betonung liegt bewusst auf »erste«<br />
Produkte, denn in den jeweiligen Häusern wird längst weiter<br />
gedacht. Die gleiche Intensität beobachten wir nicht nur bei<br />
den Fahrzeugen selbst. Derzeit prüfen wir vor allem Ladeinfrastruktur<br />
und Antriebskomponenten hinsichtlich der verschiedenen<br />
Zulassungen und Typgenehmigungen. Außerdem<br />
verlangen viele Kunden, die bisher vornehmlich für den<br />
deutschen Markt entwickelt haben, inzwischen eine viel internationalere<br />
Ausrichtung für die Zertifizierung ihrer Produkte.<br />
Anfragen für Zulassungen in einhundert Ländern und mehr<br />
sind inzwischen mehr die Regel denn die Ausnahme. Das<br />
stellt auch uns logistisch vor große Herausforderungen.<br />
Neben den internationalen Standards - die teils noch in der<br />
Entwicklung sind und zu deren Entstehung wir auch aktiv<br />
beitragen - gilt es viele nationale Eigenheiten zu berücksichtigen.<br />
Insbesondere in Asien gibt es wenig harmonisierte<br />
Standards. Die Anforderungen in Singapur zum Beispiel sind<br />
andere als in Malaysia, Taiwan, Hongkong oder China. So<br />
wie die Industrie sich auf den weltweiten Roll-out ihrer Produkte<br />
vorbereitet, Verkaufspersonal und Werkstätten schult,<br />
so optimieren (und harmonisieren) auch wir als Prüfdienstleister<br />
unsere Produkte in der Elektromobilität inzwischen<br />
an allen Standorten weltweit.<br />
Mit der Einführung einer neuen Antriebstechnologie ist weit<br />
mehr verbunden als es auf den ersten Blick scheinen mag.<br />
Speziell die Kunden deutscher Produkte haben eine extreme<br />
Qualitätserwartung. Und die gilt dann nicht nur für das Fahrzeug,<br />
sondern auch für die Ladeinfrastruktur, für den Dienstleister,<br />
der diese beim Kunden installiert und den Kundenservice<br />
in den Markenwerkstätten. TÜV SÜD schult bereits<br />
seit einiger Zeit vermehrt auch das After-Sales-Personal verschiedener<br />
Fahrzeughersteller weltweit, denn insbesondere<br />
im außereuropäischen Umfeld ist die Ausbildungsqualität<br />
beispielsweise von Kfz-Mechatronikern sehr unterschiedlich,<br />
ebenso das Wissen um Hochvoltkomponenten. Viele<br />
Akteure legen daher die deutschen Arbeitsschutzrichtlinien<br />
und Unfallverhütungsvorschriften auch im Ausland als Maßstab<br />
an. Unsere Trainer sind deshalb derzeit viel unterwegs.<br />
Wir schulen u.a. in Indien, China, Taiwan, Korea und Japan,<br />
wenn möglich in der jeweiligen Landessprache. Nicht zu vergessen<br />
jenes Personal, welches die Elektrofahrzeuge und<br />
Komponenten fertigt. Auch hier ist der Produktionsprozess<br />
längst ein Zusammenspiel internationaler Akteure und Arbeitssicherheit<br />
ein globales Thema.<br />
Dies war nur ein kurzer Einblick in die Welt der »Macher«<br />
der Elektromobilität. Ähnlich dynamisch zeigt sich auch<br />
der Bereich der Batterien. Die Leistungsfähigkeit der Zellen<br />
steigt beinahe monatlich. Und immer wieder tauchen neue<br />
Hersteller auf.<br />
Ist es also reell, wenn wir momentane Verkaufszahlen bis<br />
2020 extrapolieren und schon heute die Nichterreichung der<br />
magischen Zahl feststellen? Die Antwort kann nur ganz klar<br />
»Nein« lauten. Denn Prognosen sind immer dann schwierig,<br />
wenn die Rahmenbedingungen sich, so wie jetzt, massiv<br />
ändern. Und die Welt ist im Wandel. Ressourcenverknappung<br />
und Klimaschutz geben die Richtung vor. Vor diesem<br />
Hintergrund sind acht Jahre doch wieder ein recht langer<br />
Zeitraum, in dem sich vieles ändern kann und auch sollte!<br />
Volker Blandow<br />
TÜV SÜD<br />
volker.blandow@tuev-sued.de<br />
www.tuev-sued.de<br />
46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47
Status QUo der Elektromobilität - Legal Corner<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal Corner<br />
Die Verwertung von<br />
Entwicklungsergebnissen aus<br />
Förderprojekten<br />
»Neben dem bürokratischen Aufwand, den die Antragstellung<br />
und die Abrechnung der Fördermittel in einem Projekt<br />
mit sich bringen können, sollten auch die rechtlichen Konsequenzen<br />
für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />
bedacht werden.«<br />
Auf fast allen staatlichen Ebenen gibt es Förderangebote für<br />
Forschung im Bereich Elektromobilität. Besonders Verbundprojekte<br />
mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen<br />
(KMUs), Universitäten oder anderen öffentlichen Instituten<br />
haben gute Aussichten, von Land, Bund oder EU gefördert<br />
zu werden. Kooperationsprojekte bieten nicht nur finanzielle<br />
Förderung, sondern auch die Möglichkeit, sich mit anderen<br />
Unternehmen fachlich auszutauschen und Kontakte zu<br />
potenziellen Kunden zu knüpfen. Es verwundert daher nicht,<br />
dass sich viele Unternehmen an öffentlich geförderten Verbundprojekten<br />
beteiligen.<br />
Neben dem bürokratischen Aufwand, den die Antragstellung<br />
und die Abrechnung der Fördermittel in einem Projekt<br />
mit sich bringen können, sollten aber auch die rechtlichen<br />
Konsequenzen für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />
bedacht werden, bevor öffentliche Förderung in<br />
Anspruch genommen wird. Die Förderbescheide und Förderverträge<br />
der öffentlichen Stellen sind mit Bedingungen<br />
und Auflagen verbunden. In Verbundprojekten müssen die<br />
Partner zudem untereinander einen Konsortialvertrag abschließen,<br />
für den es wiederum Vorgaben in den Förderbedingungen<br />
geben kann. Einschlägig sind auf nationaler Ebene<br />
zumeist die Standard-Nebenbestimmungen NKBF 98 des<br />
Bundes und auf europäischer Ebene die Bestimmungen des<br />
7. EU-Forschungsrahmenprogramms (Verordnung (EG) Nr.<br />
1906/2006), unter dem zum Beispiel die European Green<br />
Cars Initiative aufgehängt ist. Aus diesen Bestimmungen ergeben<br />
sich Regeln für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse,<br />
die vorab bedacht werden sollten.<br />
Sowohl der Bund, als auch die EU sehen die Veröffentlichung<br />
der Ergebnisse aus Förderprojekten und deren kostenfreie<br />
Bereitstellung für Forschungszwecke vor (NKBF 98, Ziff. 11.4<br />
und 13.1; VO (EG) Nr. 1906/2006, Art. 46 (2) und 51 (1)). Universitäten<br />
und öffentliche Forschungsinstitute sind grundsätzlich<br />
verpflichtet, ihren Angehörigen wissenschaftliche<br />
Veröffentlichungen zu ermöglichen und behalten sich daher<br />
entsprechende Rechte in Konsortialverträgen vor, wenn sie<br />
an einem Kooperationsprojekt beteiligt sind. In der Praxis finden<br />
sich zwar meist Möglichkeiten, Veröffentlichungen so zu<br />
gestalten, dass sie wissenschaftlich relevant sind, ohne zu<br />
viel industriell verwertbares Know-how preiszugeben. Ganz<br />
verheimlichen lässt sich der Gegenstand der Entwicklungsarbeit<br />
in einem Förderprojekt aber nicht. Viele Unternehmen<br />
stören sich daran nicht, da sie die Veröffentlichung aus<br />
Imagegründen sogar wünschen. Besonders geheimhaltungsbedürftige<br />
Forschung in einem frühen Stadium eignet sich<br />
wegen der Veröffentlichungspflichten aber nicht unbedingt<br />
für ein Förderprojekt.<br />
Wer an öffentlicher Förderung in einem Verbundprojekt partizipiert,<br />
ist überdies verpflichtet, den anderen Partnern die<br />
Entwicklungsergebnisse für eine anschließende kommerzielle<br />
Verwertung zur Verfügung zu stellen. In den Standard-<br />
Konsortialverträgen werden dazu meist Lizenzen geregelt,<br />
die allen Kooperationspartnern eine eigenständige Nutzung<br />
der Ergebnisse ermöglichen. Manchmal ist das gar nicht gewünscht.<br />
Bringt beispielsweise ein Zulieferer eine Komponente<br />
in ein komplexes neues System ein, ist er eher daran<br />
interessiert, die eingebrachte Komponente später selbst zu<br />
liefern und nicht den Nachbau der Komponente durch die<br />
anderen Kooperationspartner gegen Lizenzgebühren gestatten<br />
zu müssen. In solchen Fällen muss eine abweichende<br />
Regelung im Kooperationsvertrag getroffen werden, was die<br />
Förderbedingungen aber nicht immer zulassen. So ist auf<br />
europäischer Ebene allen Projektpartnern Zugang zu den<br />
Entwicklungsergebnissen zu gewähren, soweit sie darauf zur<br />
Verwertung ihrer eigenen Entwicklungen angewiesen sind<br />
(VO (EG) Nr. 1906/2006, Art. 50 (1)).<br />
Öffentliche Förderprojekte können auch den Zugriff auf bestehende<br />
gewerbliche Schutzrechte (z.B. Patente) oder<br />
Know-How eines Kooperationspartners ermöglichen. Erfor-<br />
dert die Verwertung der Forschungsergebnisse die Nutzung<br />
vorbestehender gewerblicher Schutzrechte eines Kooperationspartners,<br />
muss dieser die Nutzung zumindest gegen<br />
angemessenes Entgelt gestatten (VO (EG) Nr. 1906/2006,<br />
Art. 50 (2)). Ansonsten hätte es ein Kooperationspartner in<br />
der Hand, die Verwertung der gemeinsamen Entwicklungsleistungen<br />
zu blockieren. Gerade bei Projekten im Bereich<br />
Elektromobilität kooperieren nicht selten Unternehmen, die<br />
aus unterschiedlichen Branchen stammen und vollkommen<br />
verschiedene Vorstellungen davon haben, inwieweit Dritten<br />
der Zugriff auf eigene Schutzrechte gewährt werden sollte.<br />
Während gegenseitige Lizenzen in der Automobilindustrie<br />
nicht unüblich sind, kommt für Softwarefirmen die Lizenzierung<br />
ihrer Rechte im Rahmen eines Verbundprojekts oft gar<br />
nicht in Betracht, da sie die Kontrolle über die Lizenzierung<br />
ihrer Software uneingeschränkt behalten wollen.<br />
Bei Förderprojekten auf Landes- und Bundesebene kommen<br />
weitere Einschränkungen bei der Verwertung der Forschungsergebnisse<br />
hinzu. So ist in den Förderbedingungen<br />
des Bundes geregelt, dass die Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />
in der europäischen Union zu erfolgen hat. Sollen<br />
die Rechte an den Entwicklungsergebnissen außerhalb<br />
der europäischen Union übertragen oder lizenziert werden,<br />
bedarf dies der vorherigen schriftlichen Zustimmung des<br />
Zuwendungsgebers (NKBF 98, Ziffer 16.2). Auch auf europäischer<br />
Ebene ist der Zugriff auf Ergebnisse aus Förderprojekten<br />
teilweise auf Unternehmen mit Sitz in der EU beschränkt<br />
(z.B. VO (EG) Nr. 1906/2006, Art.50 (3) und Art. 51 (2)). Das<br />
kann zum Problem werden, wenn ein öffentlich gefördertes<br />
Unternehmen einen ausländischen Investor an Bord holen<br />
will, oder wenn Schutzrechte in Konzernen auf ausländische<br />
Konzerngesellschaften übertragen werden sollen. Sind derartige<br />
Konstellationen bereits vor Beginn des Förderprojekts<br />
absehbar, sollten sie im Förderantrag (Verwertungsplan)<br />
offengelegt und im Konsortialvertrag geregelt werden. Geschieht<br />
dies nicht, ist die vollständige Rückzahlung der Fördermittel<br />
§<br />
manchmal die einzige Möglichkeit, sich zumindest<br />
von Beschränkungen für die Verwertung eigener Entwicklungen<br />
zu befreien.<br />
Trotz dieser Beschränkungen ist und bleibt die öffentliche<br />
Förderung eine attraktive Möglichkeit, aufwendige Forschungs-<br />
und Entwicklungsarbeiten zu finanzieren. Bei der<br />
Entscheidung für die Inanspruchnahme der Förderung sollten<br />
aber auch die langfristigen rechtlichen Verpflichtungen<br />
bedacht werden, die damit einhergehen.<br />
Dr. Dietrich Kamlah<br />
Rechtsanwalt<br />
Taylor Wessing Partnerschaftsgesellschaft<br />
www.taylorwessing.com<br />
48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Achim Korten<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Achim Korten<br />
Ich würde ja gerne, aber..<br />
Ein Erfahrungsbericht der anderen Art von BEM-Mitglied Dr. Achim Korten<br />
»Zum Betrieb eines Elektroautos werden ein Auto, eine<br />
Steckdose und natürlich ein Stromkabel zum Verbinden von<br />
Fahrzeug und Steckdose benötigt. Auto? Lösbar. Stromkabel?<br />
Kein Problem. Steckdose? Tja, die Steckdose..«<br />
Herr K., wohnhaft in München, möchte ein Elektroauto und<br />
eine Lademöglichkeit auf seinem Tiefgaragenstellplatz. Seit<br />
über einem halben Jahr versucht er, diesen Wunsch Realität<br />
werden zu lassen. Nein - es liegt nicht am fehlenden Fahrzeugangebot.<br />
Es gibt ja schon eine Reihe von Fahrzeugen zu<br />
kaufen. Die Herausforderung ist eine ganz andere, eine, die<br />
so einfach zu lösen scheint. Zum Betrieb eines Elektroautos<br />
werden ein Auto, eine Steckdose und natürlich ein Stromkabel<br />
zum Verbinden von Fahrzeug und Steckdose benötigt.<br />
Auto? Lösbar. Stromkabel? Kein Problem. Steckdose? Tja,<br />
die Steckdose..<br />
Das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz sollen ja die<br />
Schwerpunkte des Ladens der Fahrzeugbatterien sein. Laden<br />
am Arbeitsplatz? Nun, Herr K. ist Freiberufler und arbeitet in<br />
der Regel in seinem Home Office. Praktisch. Herr K. wohnt in<br />
einer größeren Wohnanlage mit über 50 Wohneinheiten und<br />
ebenso vielen Tiefgaragenstellplätzen. Eine in Großstädten<br />
durchaus übliche Wohnsituation. Auch wenn die Anlage erst<br />
vor circa fünf Jahren gebaut wurde - Steckdosen in der Tiefgarage<br />
sind Mangelware. Das sollte einfach zu lösen sein.<br />
Bestimmt kennt die Hausverwaltung einen Elektriker, der das<br />
schnell erledigt. Doch halt - der Elektriker muss ja ein Loch<br />
bohren, um die Steckdose an der Wand zu befestigen. Geht<br />
das so einfach? Ein befreundeter Anwalt bestätigt Herrn K.,<br />
dass die Miteigentümer der Wohnanlage in so einem Fall zustimmen<br />
müssen. Praktischerweise steht die nächste Eigentümerversammlung<br />
kurz bevor, so dass die Hausverwaltung<br />
das bestimmt noch mit in die Agenda aufnehmen kann.<br />
Wenige Tage später kommt die Einladung, und siehe da, Herr<br />
K. und seine Steckdose zum Laden eines Elektroautos sind<br />
Tagesordnungspunkt. Die Hausverwaltung möchte auch<br />
gleich das Mandat zur Beauftragung eines Handwerkers haben.<br />
Und - per Mail meldet sich auch der Verwaltungsbeirat.<br />
Der ist so begeistert von der Idee, dass er gleich um ein Gesamtkonzept<br />
für die Tiefgarage bittet. Herr K. ist angenehm<br />
überrascht, mit solch einer Resonanz hat er nicht gerechnet.<br />
Erste Vorgespräche mit diversen renommierten und in der<br />
Elektromobilität engagierten Unternehmen sind vielversprechend.<br />
Die lokalen Stadtwerke sind für das Anbringen von<br />
Steckdosen in Tiefgaragen zwar nicht zuständig, doch sie<br />
können einen Elektriker empfehlen, der bereits Erfahrung<br />
damit hat. Geschätzte Kosten: circa 1.000 Euro. Ein anderes<br />
Unternehmen hat sogar über ein mögliches (Teil-)Sponsoring<br />
der Kosten nachgedacht, für Werbezwecke. Ein Anbieter<br />
von Ladestationen konnte sich schnell für die Idee begeistern,<br />
eine Tiefgarage mit über 50 Stellplätzen komplett für<br />
die »Verstromung« vorzubereiten. Sogar der Vertriebschef<br />
Süddeutschland wollte seine Aufwartung für eine Vor-Ort-<br />
Besichtigung machen. Erneut ist Herr K. begeistert.<br />
Leider kam der Termin mit dem Vertriebsleiter dann doch nicht<br />
zustande. Und das Sponsoring? Die interne Rücksprache ergab,<br />
dass das »Werbebudget Elektromobilität« bereits vollständig<br />
anderweitig verplant war. Die Eigentümerversammlung<br />
rückte näher, doch Herr K. hatte weder Gesamtkonzept<br />
noch konkrete Angebote beisammen. Vielleicht ließe sich<br />
etwas über einen anderen Anbieter von Ladeinfrastruktur<br />
erreichen. Auch hier war - nach Schilderung der Situation<br />
an der Kundenhotline - schnell ein Vertriebschef am Telefon.<br />
Doch die Auskünfte verhießen nichts Gutes - circa 2.500 bis<br />
3.000 Euro für das Einrichten eines Heimladeplatzes in der<br />
Tiefgarage. Herr K. war ernüchtert und beschloss, nun doch<br />
den Kontakt zu kleineren Elektrobetrieben zu suchen. Neben<br />
den Kosten hatte Herr K. noch eine Reihe anderer Fragen wie<br />
zum Beispiel: Geht Schnellladen auch zu Hause? Was bedeutet<br />
das (Schnell-)Laden eines Elektroautos in der Tiefgarage<br />
für die Stromversorgung der übrigen Hausbewohner?<br />
Wie steht es um zusätzliche Brandschutzmaßnahmen? Und,<br />
und, und. Doch leider fand sich kein Elektriker, der diese<br />
Fragen beantworten konnte oder wollte.<br />
Auf der Eigentümerversammlung entfachte der Tagesordnungspunkt<br />
von Herrn K. eine kurze, und doch intensive Diskussion.<br />
Vor allem ältere Mitbewohner stellten die Ernsthaftigkeit<br />
des Themas Elektromobilität grundsätzlich in Frage.<br />
Einer bezweifelte sogar lauthals, dass sich deutsche Hersteller<br />
ernsthaft mit dem Thema Elektroauto auseinandersetzen.<br />
Ein anderer verwies auf eine Studie, die sowohl den<br />
technischen als auch den ökologischen Sinn von Elektroautos<br />
vehement in Frage stellen würde. Auch die Sorge um<br />
die Sicherheit des Fahrzeugladens wurde ins Feld geführt,<br />
um das Schaffen einer Lademöglichkeit in der Tiefgarage<br />
zu verhindern. Jüngere Miteigentümer zeigten sich dagegen<br />
sehr aufgeschlossen und interessiert für das Thema. Einer<br />
davon bekannte sogar, ebenfalls mit dem Gedanken zu spielen,<br />
sich ein Elektroauto anzuschaffen.<br />
Letzten Endes war es wohl ein Sieg von »Jung« gegen »Alt«<br />
- mit knapper Mehrheit bekam Herr K. die Genehmigung der<br />
Miteigentümer, seinen eigenen Tiefgaragenstellplatz zu »verstromen«.<br />
Gleichwohl mit diversen Auflagen, unter anderem<br />
was die Auswahl des durchführenden Handwerkers und die<br />
Sicherheitsvorkehrungen beim Laden betrifft.<br />
Das Thema Gesamtkonzept fand kein Interesse, nicht zuletzt<br />
aus Kostengründen.<br />
Nach der Eigentümerversammlung machte sich Herr K. wieder<br />
auf die Suche nach einem Elektriker. Bei Veranstaltungen<br />
sprach Herr K. Vertreter der örtlichen Industrie- und<br />
Handwerkskammer und des Landesinnungsverbandes für<br />
das Bayerische Elektrohandwerk an und bat um einen Tipp.<br />
Im Ergebnis landete Herr K. bei dem eMobilitäts-Sonderbeauftragten<br />
des Landesinnungsverbands für das Bayerische<br />
Elektrohandwerk. Umgehend nahm Herr K. Kontakt zu ihm<br />
auf; und schon bald gab es einen gemeinsamen vor Ort-<br />
Termin. Herr K. bekam seine Fragen umfänglich beantwortet<br />
und gemeinsam mit einem Start-up-Unternehmen, das unter<br />
anderem einfache Heimladestationen anbietet, wird sein<br />
Wunsch nach einer Heimlademöglichkeit nun Wirklichkeit.<br />
Wenn es jedem anderen Interessenten mit vergleichbarer<br />
Wohnsituation so ergeht, wie Herrn K., kann das mit dem<br />
Massenmarkt Elektromobilität wohl noch eine Weile dauern.<br />
Dr. Achim Korten<br />
Wirtschaftsprüfer<br />
akorten@wp-korten.de<br />
50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51
Status QUo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />
Die Mobilitätswende<br />
Merkmale einer neuen Fahrzeuggeneration<br />
Gut 100 Jahre prägt das Auto unsere Städte, ohne sich ihnen<br />
anzupassen. Es gilt noch als Freiheitsversprechung: schnell,<br />
hohe Reichweite, geräumig, für alle Mobilitätswünsche gerüstet.<br />
Die Realität sieht so aus: Verkehrslärm, Emissionen, verstopfte<br />
Verkehrswege. Drohender Verkehrsinfarkt statt freie<br />
Fahrt. Durchschnittlich verbringen wir jährlich 58 Stunden<br />
im Stau, Fahrt und Parkplatzsuche sind Stress. Die Autoindustrie<br />
steht angesichts erforderlicher Veränderungen vor<br />
großen Herausforderungen. Für den »Ausstieg aus der Fossilenergie«<br />
fehlt ihr nicht zuletzt wegen der guten Geschäftslage<br />
die Motivation. Auch die Politik zögert noch, der Mobilitätswende<br />
den Weg zu ebnen. Ein Grund mag im befürchteten<br />
Absinken der Mineralölsteuereinnahmen liegen, mit über<br />
40 Milliarden Euro drittgrößter Steuerhappen, ein Anderer<br />
die Angst um Arbeitsplätze in Deutschlands Autoindustrie.<br />
Die Mobilitätswende wäre jedoch ebenso wichtig, wie die<br />
Energiewende. So schmerzlich der zu fordernde Abschied<br />
von der fossilen »Rennreiselimousine« auch sein mag: Wir<br />
gewännen Lebensqualität. Mobilität, auch in Form individueller<br />
Mobilität, bliebe erhalten und bezahlbar.<br />
Mit dem Projekt »EQ - Ultraleichtfahrzeug für den urbanen<br />
Raum« will ich zusammen mit Berliner und Brandenburger<br />
Firmen und dem Netzwerkmanagement des automotive<br />
BerlinBrandenburg e.V. meinen Beitrag zu dieser Mobilitätswende<br />
leisten. Das Projekt wurde Teil der Berliner Schaufensterbewerbung<br />
Elektromobilität. Eine erste Förderung<br />
des BMWi ist bewilligt.<br />
Anhand der bereits erprobten EQ-Technik möchte ich exemplarisch<br />
das Verständnis für Merkmale einer neuen, effizienten<br />
Fahrzeuggeneration vertiefen, die sich an städtische Bedingungen<br />
anpasst, für multimodale Systeme prädestiniert<br />
ist, eine Größenordnung weniger Ressourcen und Energie<br />
verbraucht und nur ein Viertel der Verkehrsfläche beansprucht.<br />
Der EQ ist ein Vertreter kompakter »Metro-Style«-<br />
Fahrzeuge, die sich ebenso fundamental von klassischen<br />
Autos unterscheiden, wie vom Konversions-Elektroauto und<br />
die zu einem harmonischen Miteinander urbaner Verkehrsteilnehmer<br />
beitragen können.<br />
Eine Orientierung an PS-Leistung (der heute hierzulande<br />
verkaufte Pkw besitzt bereits durchschnittlich 138 PS), an<br />
Höchstgeschwindigkeit und Reichweite statt an einsatzgerechten<br />
Eigenschaften verhinderte bislang ein tieferes Verständnis<br />
für die Implikationen Neuer Mobilität und verstellt<br />
den Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten intelligenter Verbundsysteme.<br />
Die Batterie - ungenügend ist gut<br />
Haupthemmnis für den Elektroantrieb klassischer Pkw ist<br />
die geringe Energiedichte und der hohe Preis heutiger Batterien.<br />
15 - 30 kW/100 km Energieverbrauch führt zu mehreren<br />
100 kg schweren Batterie-Monstern zum Preis eines Kleinwagens.<br />
Tatsächlich sind die Batterien für diesen Einsatz<br />
noch ungenügend. Spornen uns die verfügbaren Batterien<br />
an, leichtere und effizientere Fahrzeuge zu bauen, so hat<br />
dieses »Ungenügend« viel Gutes und hilft uns, das Auto<br />
neu zu erfinden. Nebenbei substituieren wir nicht nur Benzin<br />
durch Strom, sondern gewännen ein gewisses Maß an<br />
Unabhängigkeit von den vier beherrschenden Stromlieferanten:<br />
Fahrstrom ließe sich regenerativ lokal oder gar selbst<br />
erzeugen. Benötigt ein Fahrzeug nur wenige kW, wird die<br />
Batterie bezahlbar, ja sogar tragbar und an jeder Steckdose<br />
aufladbar (Beispiel EQ: 2 kW/100 km, Batteriekoffer 12 kg).<br />
Die teure öffentliche Ladeinfrastruktur mit ihren vielen ungeklärten<br />
Fragen verlöre an Bedeutung.<br />
Der Antrieb - klassisch oder modern<br />
Bis heute werden Autos um den Antriebsstrang herum gebaut<br />
- ein Grund für hohes Gewicht und vertraute Optik.<br />
Natürlich liegt es nahe, den Verbrennungsmotor durch einen<br />
zentralen Elektromotor zu ersetzen. Der Antriebsstrang<br />
und das Fahrwerk blieben weitgehend unverändert und es<br />
entstehen Modellvarianten mit alternativem Antrieb. Die<br />
Vorzüge des Elektroantriebs werden so jedoch nicht annähernd<br />
ausgeschöpft. Wandert der Antrieb in die Räder, entfallen<br />
Gelenkwellen, Differential und Getriebe. Das Fahrwerk<br />
fällt einfacher aus und die kompaktere Karosserie erfüllt nur<br />
noch Halte- und Schutzfunktion. Häufig wird gegen dieses<br />
eigentlich naheliegende Konzept eingewendet, dass schwere<br />
Räder und hohe ungefederte Masse die Fahreigenschaften<br />
verschlechtern (immerhin wird dabei mal das Gewicht<br />
hinterfragt). Dass es auch anders geht, zeigt der EQ: ein<br />
radintegrierter Direktantrieb erhöht durch eine neuartige<br />
schwingfähige Konstruktion das Radgewicht nur um ca. 4 kg<br />
(Schutzrechte beim Autor).<br />
Elektrotechnik und Elektronik<br />
Ein Leichtfahrzeug benötigt für gute Fahrleistungen lichtmaschinengroße<br />
Elektromotoren im kW-Bereich. Der Einsatz<br />
seltener Erden (Neodymium u.a.) im Magnetsystem ist in<br />
dieser Motorenklasse vertretbar. Werden Elektromotoren der<br />
100 kW-Klasse damit ausgerüstet, führt dies ebenso zu einem<br />
Raubbau an Bodenschätzen, wie die Erdölförderung. Moderne<br />
Elektromotorkonzepte, vor allem hocheffiziente Synchronmaschinen,<br />
benötigen eine robuste Steuerelektronik.<br />
Mit steigender Motorleistung sind höhere Spannungen und<br />
Ströme zu managen - teurere und voluminösere Leistungsbauteile<br />
sind die Konsequenz. Die Motor-Elektronik für Konversionsfahrzeuge<br />
fällt deswegen mindestens aktenkoffergroß<br />
und schwer aus. Leichtfahrzeuge hingegen kommen mit<br />
handtellergroßen Steuergeräten aus und benötigen nicht den<br />
umfassenden Hochvoltschutz. Das Ressourcen- und Energiethema<br />
zieht sich so durch die gesamte Technik der Fahrzeuge<br />
und bestimmt auch den CO 2 -Ausstoß in der Fertigung.<br />
Gewicht und Größe - eine Frage der Sicherheit?<br />
Mangelnde Sicherheit ist das Argument gegen Leichtfahrzeuge,<br />
das ich stets höre. Einige Denkanstöße: Cityfahrzeuge<br />
benötigen andere Sicherheitskonzepte, als schnelle<br />
Langstreckenautos. U.a. geht es in der City um Passantenund<br />
Radfahrerschutz, der auf Autobahnen entfällt. Auch ist<br />
längst bewiesen, dass Sicherheit anders als durch Stahl und<br />
üppige Knautschzonen erreichbar ist, etwa durch zähelastische<br />
Verbundstoffe, Sandwichelemente, andere Geometrien<br />
und Chassiskonzepte. Ein Beispiel hierfür sind die Formel<br />
Charakteristik Hemmnisse Gewinn<br />
Mobilitätswende<br />
• besserer Umgang mit Ressourcen und Energie<br />
• bezahlbare, nachhaltige Mobilität<br />
• steigende Lebensqualität in den Städten<br />
• geringe Akzeptanz für neue Fahrzeugkonzepte<br />
• zu wenig multimodale Angebote, Informationsmangel<br />
• übergangweise Nebeneinander ungleicher Fahrzeuge<br />
• neuartige elektrische »Metro-Style« Fahrzeuge<br />
• preisgünstige, nutzungsangepasste Fahrzeuge<br />
• einfach, unkompliziert, ressourcensparend<br />
• eigenes Fahrzeug als mobile Grundabdeckung<br />
• hohe Affinität bei Menschen unter 40 Jahren<br />
• einfache, vorhandene Ladeinfrastruktur<br />
1-Boliden, die höchstes Sicherheitsniveau erreichen und die<br />
Hälfte eines aktuellen Kleinwagens wiegen. Die Sicherheit<br />
eines kompakten Innenraumes für ein bis zwei Personen,<br />
intelligent konstruiert, ist einfacher zu realisieren, als der<br />
Schutz von vier oder fünf Insassen. Außerdem sind die Bewertungskriterien<br />
für Sicherheit zu hinterfragen; die NCAP-<br />
Tests sind teils praxisfern. Es könnte bei Cityfahrzeugen auch<br />
um eine Robustheit gehen, die Reparaturen kleinerer Unfallfolgen<br />
nicht Tausende kosten ließe, etwa durch Polycarbonatverkleidungen<br />
- auch eine Form von Ressourcenschutz.<br />
Die zu fordernde Mobilitätswende wäre eine radikale Umkehr<br />
und ist zunächst als Extremszenario zu verstehen. Dagegen<br />
steht der evolutionäre Weg einer allmählichen und<br />
teilweisen Substitution des fossilen Antriebs. In der Praxis<br />
wird sich ein Mittelweg ergeben. Sie mögen sich selbst eine<br />
Meinung bilden, welche Richtung zukunftsweisend ist, oder<br />
eigene Szenarien erdenken.<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
Erfinder, Entwickler, Konstrukteur und Berater im Bereich<br />
Elektromobilität<br />
Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung Berlin<br />
office@esch-pro.com<br />
www.esch.pro.com<br />
Substitution<br />
• Stabilität in der Autoindustrie, mehr Zeit zum Lernen<br />
• geringere Tragweite von Entscheidungen<br />
• Übergangslösungen möglich (Hybridantrieb..)<br />
• fehlende Ladeinfrastruktur<br />
• hohe Fahrzeugkosten durch teure Batterien<br />
• hohe Kosten für Seltene Erden, Batterierecycling unklar<br />
• zunehmendes Angebot an Konversionsfahrzeugen<br />
• Fahrzeuge mit aufwendigen Hybridantrieben<br />
• Elektrifizierung vom High-End aus (eSportwagen)<br />
• eigenes Fahrzeug für möglichst alle Mobilitätsbelange<br />
• präferiert vom heutigen Autokäufer (im Mittel 50,8 Jahre)<br />
• Abhängigkeit von wenigen großen Energielieferanten<br />
52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53
Status QUo der Elektromobilität - Carolina Sachs<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Carolina Sachs<br />
Verschiebung in der Wertschöpfungskette<br />
IKT<br />
Energieversorger<br />
Mobilitätsanbieter<br />
Tier *<br />
2/3<br />
Tier *<br />
1<br />
OEM<br />
End-<br />
Kunde<br />
Neue<br />
Player<br />
Stadt<br />
Den Wandel mitgestalten<br />
Automobile Wertschöpfungskette von morgen<br />
* Der Begriff »Tier« (engl. für Rang) bezeichnet die Stellung eines Automobilzulieferers, z.B. Tier-1 oder First Tier, in der<br />
Wertschöpfungskette<br />
Betrachtung der Elektromobilität entlang der Wertschöpfungskette<br />
Elektrofahrzeuge haben in Zeiten von Ressourcenknappheit<br />
Vorfahrt. Die Automobilhersteller - kurz OEM für »Original<br />
Equipment Manufacturer« - müssen sich zunehmend auf die<br />
umweltfreundliche Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />
einstellen. OEMs und deren Zulieferer müssen<br />
Antworten und Strategien auf vielfältige neue Fragestellungen<br />
finden: Wie positioniere ich neue Fahrzeugmodelle mit<br />
unterschiedlichen Eigenschaften im Vergleich zu konventionellen<br />
Pkw? Welche Veränderungsprozesse zieht die Entwicklung<br />
und Herstellung neuer Komponenten nach sich?<br />
Mit welchen modernen Produktionstechnologien kann die<br />
Umstellung gelingen? Welche Fachkräfte sind für die neuen<br />
Aufgaben geeignet und wo finde ich diese?<br />
Ganz neu ist das elektrische Auto jedoch nicht - die »offizielle«<br />
Geburt des Elektroautos war im Jahr 1881. Eine flächendeckende<br />
Verbreitung mit den heute zur Verfügung<br />
stehenden Technologien hat jedoch tief greifenden Einfluss<br />
auf das gesamte Konzept der Elektromobilität. Die automobile<br />
Wertschöpfungskette beschäftigt daher nicht nur die<br />
Akteure dieser Industrie, sondern auch verwandte Branchen,<br />
Regierungen, Forschungseinrichtungen und die Gesellschaft<br />
im allgemeinen.<br />
Viele neue Wege führen zum Ziel<br />
Die Verbreitung von Fahrzeugen, die zum Teil oder hundertprozentig<br />
elektrisch angetrieben werden, erfordert eine Umstrukturierung<br />
der gesamten Wertschöpfungskette. Je nach<br />
Grad und Art der Antriebselektrifizierung unterscheiden<br />
sich die verbauten Komponenten im Antriebsstrang stark.<br />
Dies kann zur Folge haben, dass konventionelle Fahrzeugkomponenten<br />
obsolet werden, während andere modifiziert<br />
oder ganz neu gestaltet werden müssen. Die Zukunft des<br />
Verbrennungsmotors und von ihm abhängigen Systemen<br />
(bspw. Kraftstofftank, Einspritz- und Abgassysteme) scheint<br />
ungewiss; hier öffnen sich momentan neue Wege durch umweltfreundliche<br />
Alternativen:<br />
Effizienztechnologien ermöglichen beispielsweise Motor-<br />
Downsizing oder Zylinderabschaltung. Auch für das Getriebe,<br />
die Lenkung und die Fahrzeugklimatisierung sind starke<br />
Modifizierungen zu erwarten. Zu den neuen Komponenten<br />
und wichtigsten Wertschöpfungsträgern zählen vor allem<br />
die Batterie, die elektrische Maschine und die Leistungselektronik.<br />
Wertschöpfung im Wandel<br />
Das breite Komponentenspektrum, das aus der Parallelität<br />
mehrerer Antriebskonzepte entsteht, macht eine Verschiebung<br />
der Wertschöpfung unabdingbar. OEM und ihre Zulieferer<br />
müssen für die Entwicklung und Herstellung bestimmter<br />
Komponenten und Systeme zukünftig untereinander klären:<br />
Wer macht was? Bisher stellt der Verbrennungsmotor eine<br />
der Kernkompetenzen der OEM dar, insbesondere, wenn es<br />
sich um Premiumfahrzeuge handelt. Kann die elektrische<br />
Maschine stattdessen die neue Kernkompetenz werden?<br />
Und wer soll die äußerst wichtige und kostspielige Batterie<br />
liefern? Die Antwort darauf muss lauten: Der, der sich die<br />
erforderlichen Kompetenzen und Technologien aneignet.<br />
Neue Kooperationsformen bieten neue Chancen<br />
Die Ära der Elektromobilität ist geprägt von einer Vielzahl an<br />
Kooperationen verschiedener Arten, sei es zwischen mehreren<br />
OEMs, Zulieferern oder in Form einer speziellen Hersteller-Zulieferer-Beziehung.<br />
Diese Art der Zusammenarbeit<br />
macht es möglich, einen Mangel an Technologien und Kompetenzen<br />
wirtschaftlich zu kompensieren und das Produktportfolio<br />
entsprechend der Marktentwicklung zu erweitern.<br />
Von diesem aktuellen Muster in der Automobilindustrie können<br />
besonders Unternehmen profitieren, für die der Automobilmarkt<br />
Neuland ist. Sie haben die Chance, sich schnell<br />
in dieser Branche zu etablieren, ihre Erfahrung in anderen<br />
Feldern zu ihrem Vorteil zu nutzen und im besten Fall durch<br />
die Verwendung von Plattformen oder Baukastensystemen<br />
Skaleneffekte zu erzielen.<br />
Offen ist noch, ob diese Kooperationen langfristig angestrebt<br />
sind oder ob ab einem gewissen Zeitpunkt die Automobilhersteller<br />
Markenimage-relevante Produktumfänge<br />
komplett zurücknehmen.<br />
Innovationsnetzwerk »FutureCar«<br />
Bis die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, haben Automobilzulieferer<br />
und -dienstleister Zeit, sich wesentliche Wertschöpfungspotenziale<br />
zu sichern. Denn eins ist klar:<br />
Wer bereits heute eine solide Wissensbasis schafft, kann<br />
einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern<br />
erreichen. Hilfe dabei bietet das Innovationsnetzwerk<br />
»FutureCar« unter der Leitung des Fraunhofer IAO. Seit 20<strong>09</strong><br />
fungiert dieser Verbund als Plattform zur Vernetzung von<br />
Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen, um<br />
relevante, technologisch orientierte Fragestellungen rund<br />
um die Elektromobilität zu bearbeiten. Die Zusammenarbeit<br />
im Netzwerk hat klare Vorteile für ihre Mitglieder:<br />
Sie gewinnen ein Verständnis für zukünftig erforderliche<br />
Kompetenzen im Hinblick auf die Elektromobilität, sie identifizieren<br />
die Anforderungen für eine erfolgversprechende<br />
Positionierung auf dem Markt und sie finden Partner für die<br />
Zusammenstellung von Projektkonsortien und die Initiierung<br />
von geförderten Forschungsprojekten.<br />
Carolina Sachs<br />
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und<br />
Organisation IAO<br />
Competence Center Mobility Technologies<br />
www.mobilityinnovation.iao.fraunhofer.de<br />
54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55
Status QUo der Elektromobilität - CHristian Seiler<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Christian Seiler<br />
Vernetzte eFahrzeuge -<br />
vernetzter Service<br />
Die Herausforderungen und Chancen vernetzter Elektromobilität für die<br />
Service- und Betriebsprozesse<br />
Störungsursache. Die in der Automotive-Branche etablierten<br />
Datenstandards zur Modellierung von Diagnoseinformationen<br />
(ISO 22901-1/ODX) und Prüfabläufen (ISO 132<strong>09</strong>/OTX)<br />
bieten sich als Basis für die Festlegung der Informationen<br />
an, die über die Plattform transportiert werden.<br />
Gute Servicequalität nur durch qualifiziertes und informiertes<br />
Servicepersonal möglich<br />
Es reicht nicht aus, nur den Datenaustausch von technischen<br />
Systemen zu ermöglichen, um den Anforderungen an<br />
den Service vernetzter eFahrzeuge gerecht zu werden. Zusätzlich<br />
zum Wissen über die Fahrzeugsysteme an sich ist es<br />
notwendig, dass ein Gesamtverständnis für die vernetzten<br />
Funktionen durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen vermittelt<br />
wird. Die zunehmende Komplexität führt dazu, dass<br />
die Servicemitarbeiter immer wieder mit neuen, bisher unbekannten<br />
Problemstellungen konfrontiert werden, die sie<br />
in möglichst kurzer Zeit beheben müssen. Deshalb ist es<br />
unabdingbar, dass ein verstärkter Erfahrungsaustausch unter<br />
den Servicemitarbeitern gefördert wird, z.B. durch den<br />
Einsatz von Social Media Plattformen (erste Erfahrungen mit<br />
der XING-Gruppe Fahrzeugdiagnose oder mit der BOSCH<br />
Open Innovation Plattform bestätigen dies). Werden diese<br />
Erfahrungswerte von den Herstellern und Diagnoseexperten<br />
aufgegriffen und wird ein konstruktiver Dialog mit den Kollegen<br />
aus der Praxis geführt, so kann die Optimierung der Servicequalität<br />
von vernetzten eFahrzeugen durch aktiv gelebte<br />
»Schwarmintelligenz« gelingen.<br />
Die nächste Stufe:<br />
das Fahrzeug als »Managed Networked Device«<br />
Wenn die Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet so<br />
weit fortgeschritten ist, dass eine Datenverbindung immer<br />
verfügbar ist (das Fahrzeug ist Always-On), ermöglicht dies<br />
eine ganz neue Dimension von Betriebs- und Serviceprozessen<br />
durch den Einsatz von Telediagnosefunktionen. Hierbei<br />
kann die aus der IT-Industrie bekannte IT Infrastructure Library<br />
(ITIL) als Vorbild für die Gestaltung solcher Prozesse<br />
dienen. Sie ist eine Sammlung von Best Practices zur Umsetzung<br />
eines IT-Servicemanagements.<br />
Somit wird es möglich, dem Kunden die gesamte Bandbreite<br />
von Serviceprodukten anzubieten: vom reaktiven,<br />
klassischen Servicefall, wie er heute Standard ist, bis zu<br />
einer Full-Service 24/7-Betriebsüberwachung mit Incident<br />
Management System und definierten Service Level Agreements<br />
(SLA). Das Szenario könnte bis zu einer tatsächlich<br />
umgesetzten Mobilitätsgarantie ausgebaut werden, wobei<br />
bei einem Totalausfall des Fahrzeugs mit definierten, situationsabhängigen<br />
Fallbacklösungen (Ersatzfahrzeug, intermodaler<br />
Transport etc.) die Fortsetzung der Reise sichergestellt<br />
wäre.<br />
Christian Seiler // GIGATRONIK Stuttgart GmbH<br />
Christian.Seiler@gigatronik.com<br />
www.xing.com/net/fahrzeugdiagnose<br />
https://auto-repair-ideas.bosch.com<br />
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie fahren mit Ihrem<br />
eFahrzeug des Herstellers A an eine Ladesäule, die von den<br />
Stadtwerken B betrieben wird. Sie haben einen Vertrag mit<br />
Ihrem eMobility-Provider C, und über diesen wird der nun<br />
beginnende Ladevorgang abgerechnet. Nach zwei Stunden<br />
Ladezeit möchten Sie weiterfahren, stellen jedoch fest, dass<br />
die tatsächlich aufgenommene Strommenge nur einer Ladedauer<br />
von ca. einer Stunde entspricht. Wo ist die Ursache des<br />
Problems zu finden und wer kümmert sich darum? Als erstes<br />
fahren Sie zum Servicepartner Ihres Fahrzeugherstellers A<br />
und berichten dem Servicemitarbeiter von Ihrem Problem. Er<br />
unterzieht Ihr Fahrzeug einer gründlichen Untersuchung und<br />
kommt zum Ergebnis: kein Befund. Er rät Ihnen, es einfach<br />
nochmal an einer anderen Ladesäule zu probieren.<br />
Solch ein Szenario könnte in naher Zukunft Realität werden<br />
- und sicherlich würden Sie dies so nicht akzeptieren.<br />
Die Diagnosesysteme müssen vernetzt werden<br />
Heutige Diagnosesysteme betrachten das Fahrzeug als abgeschlossenes<br />
System - alle darin behandelten Fehlerursachen<br />
sind im Fahrzeug selbst zu finden. Meist reicht es aus, die<br />
als Störquelle identifizierte Komponente zu benennen und<br />
die Reparatur bzw. den Austausch anzuweisen. Dies ist bei<br />
vernetzten Funktionen, die wie in dem Ladeszenario oben<br />
eine Datenkommunikation zwischen mehreren Beteiligten<br />
benötigen, nicht mehr ausreichend. Werden die Funktionen<br />
zunehmend vernetzt, so müssen auch Diagnosemöglichkeiten<br />
entwickelt werden, die Informationen über alle Teilsysteme<br />
einholen und plausibilisieren können. Dies bedingt, dass<br />
gemeinsam genutzte, offene Schnittstellen zum Datenaustausch<br />
etabliert werden. Und es bedingt die gegenseitige<br />
Öffnung des Zugangs zu betriebsrelevanten Informationen<br />
der beteiligten Systemkomponenten.<br />
Einen sehr guten Lösungsansatz zur vernetzten eMobilität verfolgt<br />
die Firma Hubject GmbH: Es handelt sich dabei um eine<br />
Entwicklungskooperation marktführender Unternehmen der<br />
Energiewirtschaft, Elektroindustrie sowie der Automobilindustrie.<br />
Hubject entwickelt eine eMobility-ServicePlattform, die<br />
deutschlandweit das Angebot an Ladesäulen sowie die entsprechende<br />
Verrechnung über ein offenes System bündelt.<br />
Serviceplattform zum Austausch von diagnoserelevanten<br />
Informationen nutzen<br />
Diese Serviceplattform könnte auch als Austauschplattform<br />
für diagnoserelevante Informationen dienen. Zusammen mit<br />
den Informationen aus dem Fahrzeug, den Prüfungsergebnissen<br />
der Fahrzeugkomponenten und der Kundenbeanstandung<br />
könnte der Servicemitarbeiter über sein Diagnosesystem<br />
eine Anfrage an die eMobility-Serviceplattform senden,<br />
um das Fehlerbild zu plausibilisieren. Idealerweise liefert die<br />
Plattform auch direkt die Erläuterung über die Hintergründe<br />
der Störung und meldet den Zeitpunkt der Behebung der<br />
Die Schnittstellen der eMobilitäts-Serviceplattform von Hubject<br />
Backend<br />
Ladesäulenbetreiber<br />
Backend<br />
Ladesäulenbetreiber<br />
Ladesäule<br />
Hubject<br />
Internet<br />
Energie<br />
Mobiles Endgerät/<br />
RFID<br />
Onboard Unit<br />
Energiemanagement<br />
Backend<br />
eMobility Provider<br />
Mobilfunknetz<br />
Onboard<br />
Unit<br />
56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57
Status QUo der Elektromobilität - Dr. Thomas Lützenrath<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Thomas Lützenrath<br />
»Full Power« für<br />
Elektromobilität<br />
Deutsche Telekom und Castellan AG kooperieren beim Vertrieb innovativer Ladestationen<br />
über die Telekom Sales Factory<br />
Weltneuheit: erster Elektro-Frauenparkplatz<br />
Toyota Crew<br />
Der weltweit überproportional wachsende Energiebedarf<br />
bei zugleich begrenzten fossilen Ressourcen und bedeutende<br />
Klimaschutzanforderungen lassen nur eine Schlussfolgerung<br />
zu - an Elektromobilität und intelligenter Energienutzung<br />
führt kein Weg vorbei. Doch bis zur Umsetzung<br />
der anvisierten Ziele - Stichwort: 1 Million Elektroautos bis<br />
2020 - ist es noch ein weiter Weg. Einerseits gibt es herstellerübergreifend<br />
immer noch keine einheitlichen Standards<br />
zur Übertragung (Steckertypen und Lademodi) und Speicherung<br />
(Batterien) der Energie, andererseits müssen die<br />
Ladestationen maximal kompatibel sein. Dem Ausbau einer<br />
flächendeckenden Infrastruktur zum Laden der Elektrofahrzeuge<br />
kommt das nicht unbedingt entgegen, obwohl Akzeptanz<br />
und weitere Verbreitung elektrisch angetriebener<br />
Fahrzeuge maßgeblich von nutzerfreundlichen und verfügbaren<br />
Lademöglichkeiten abhängen.<br />
Die Castellan AG hat diese Herausforderung angenommen<br />
und unter der Marke Full Power innovative Ladestationen für<br />
Elektrofahrzeuge entwickelt. In Abhängigkeit von Einsatzort,<br />
Anwendung, Stromstärke und vorhandenen Anschlussmöglichkeiten<br />
stehen Stand- oder Wandladesysteme zur<br />
Verfügung, die individuell konfiguriert und gestaltet werden<br />
können. Ihre Vorreiterrolle hinsichtlich technologischer<br />
Entwicklungen und Systemlösungen zur eMobilität hat die<br />
Castellan AG daher jüngst durch eine Vertriebskooperation<br />
mit der M2M Sales Factory der Deutschen Telekom, dem Vertriebszweig<br />
M2M-Karten, untermauert.<br />
»Besonders dort, wo mehrere Ladestationen miteinander<br />
verknüpft werden, müssen Datentransfer und individuelle<br />
Abrechnungsmöglichkeiten gewährleistet sein«, erklärt<br />
Hans-Georg Castellan, Gründer und Mehrheitsaktionär der<br />
Castellan AG. »Dies gilt als Systemlösung für Parkraumbetriebe<br />
genauso wie für Einzelstationen in der Industrie, bei<br />
Autohäusern, Hotels oder Handelsketten - und in Zukunft<br />
auch bei der Home-Ladung. In Kombination mit intelligenten<br />
Zugangssystemen wie RFID oder Handy-Identifikation wird<br />
sichergestellt, dass der jeweilige Nutzer auch nur für seine<br />
individuelle Ladung bezahlt. Zahlsysteme integriert in Parkraumbewirtschaftungssysteme<br />
sind dabei genauso möglich<br />
wie eine Belastung z.B. über die Mobilfunkrechnung.«<br />
Herzstück der Systemkommunikation ist eine M2M-Karte,<br />
die alle relevanten Daten der Ladung, aber auch verschiedene<br />
automatische Funktions- und Sicherheitstests über<br />
das M2M-Netz an die jeweiligen Überwachungsserver beim<br />
Kunden oder bei der Castellan AG sendet. Die eigentliche<br />
Steuerungselektronik der Ladestation übernimmt dann die<br />
individuelle Ladung für die unterschiedlichsten Elektromobile,<br />
von der Schnellladung mit bis zu 63 A (43,5 kW) bis hin<br />
zum eFahrrad, in vielen Fällen auch in Kombination.<br />
»Unser Anliegen ist es, zukunfts- und ausbaufähige Systeme<br />
mit hohem Bedienkomfort zu entwickeln. Daher passen sich<br />
unsere Full Power-Ladestationen nicht nur hinsichtlich ihrer<br />
Funktionen, sondern auch im individuellen Design komplett<br />
an die Anforderungen unserer Kunden an. Beispielsweise<br />
wurden die Ladesäulen für die Händler der Toyota Deutschland<br />
GmbH mit Monitoren ausgestattet, über die Produktinformationen,<br />
Werbespots und andere multimediale Inhalte<br />
eingebunden werden können«, so Castellan.<br />
»Die Castellan AG wird durch die Vertriebskooperation mit<br />
der M2M Sales Factory der Deutschen Telekom einen breiteren<br />
Kundenkreis erreichen«, verdeutlicht Dr. Thomas Lützenrath,<br />
der als Vorstand Business Development der Castellan<br />
AG verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung<br />
bedeutsamer Geschäftsfelder ist. »Gemeinsame Kommunikationsmaßnahmen<br />
der Castellan AG und Telekom werden<br />
unseren innovativen Produktlösungen zur eMobilität eine<br />
breitere Öffentlichkeit verschaffen. Aber auch die Telekom<br />
stellt mit unserer exklusiven Zusammenarbeit ihre Leistungsfähigkeit<br />
in der M2M-Datenübertragung unter Beweis.«<br />
Die Castellan AG mit Sitz in Kreuztal bei Siegen ist Entwickler<br />
und Hersteller innovativer Infrastruktur-Systemlösungen.<br />
Das Produktportfolio umfasst Notfallsysteme zur Unterstützung<br />
medizinischer Erstversorgung (darunter der Notfallmanager<br />
LifeGuide mit automatischer Freisprechverbindung<br />
zur Notrufleitstelle über das M2M-Netz der Telekom), Informationssysteme<br />
für öffentliche Plätze und im Bereich der<br />
Elektromobilität funktionsreiche elektrische Ladesysteme<br />
(Full Power). Letztere sind auch in Form von E-Safes zur sicheren<br />
und schnellen Aufladung von elektronischen Geräten<br />
an öffentlichen Plätzen verfügbar. Alle Produkte sind miteinander<br />
kombinierbar. Dass die Castellan AG mit ihren innovativen<br />
Entwicklungen zu den Markt- und Technologieführern<br />
zählt, verdeutlichen weitere Kooperationen mit Siemens und<br />
Fraunhofer IPK sowie Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen.<br />
Schon jetzt vertrauen Toyota Deutschland, das Berliner<br />
Fraunhofer-Institut, die Berliner Verkehrsbetriebe und<br />
namhafte Parkhausbetreiber in ganz Deutschland auf Full<br />
Power.<br />
Dr. Thomas Lützenrath<br />
Castellan AG<br />
info@castellan-ag.com<br />
58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59
Status QUo der Elektromobilität - Dornier Consulting GmbH<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dornier Consulting GmbH<br />
Zeit für einen Direktvergleich<br />
Wasserstoff- und batteriebasierte Elektromobilität<br />
Die Fachwelt ist sich einig: Wasserstoff- und batteriebasierte<br />
Elektromobilität werden beide für die Neue Mobilität der<br />
Zukunft nebeneinander existieren und sich gegenseitig<br />
ergänzen - Batteriefahrzeuge (BEVs) für Kurzstrecken mit<br />
Kleinfahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEVs) für<br />
längere Fahrten mit größeren Fahrzeugtypen. Bezeichnend<br />
ist, dass 50% aller Autos in dieses Segment fallen, aber<br />
75% der Pkw-bedingten CO 2 -Emissionen ausmachen.<br />
Ziel der Bundesregierung ist es im Jahr 2020 eine Million BEVs<br />
auf die Straßen zu bringen und Deutschland als Leitmarkt und<br />
-anbieter für Elektromobilität zu etablieren. Hinzukommen<br />
sollen zusätzlich auch 500.000 FCEVs, was durch die starke<br />
mediale Aufmerksamkeit für die batteriebasierte Elektromobilität<br />
in der öffentlichen Diskussion oftmals untergeht.<br />
Quasi im demonstrativen Gleichschritt wurden am 20. Juni<br />
2012 für beide elektromobilen Teilmärkte der weitere Fahrplan<br />
vorgestellt. So wurde einerseits im Bundesministerium<br />
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durch Minister Ramsauer<br />
und verschiedenen Industrievertretern eine Absichtserklärung<br />
unterschrieben, die beinhaltet, bis zum Jahr 2015 ein<br />
Netz von mindestens 50 öffentlichen Wasserstofftankstellen<br />
aufzubauen und zu betreiben. Laut Aussage von Experten<br />
werden für ein flächendeckendes Netz ca. 1.000 H 2 -Tankstellen<br />
benötigt.<br />
Andererseits wurde im Haus der Bundespressekonferenz in<br />
Berlin der 3. Entwicklungsbericht der Nationalen Plattform<br />
Elektromobilität (NPE) vorgestellt. Dieser sieht bis Ende 2013<br />
die Marktvorbereitungsphase mit Grundlagenforschung vor,<br />
bevor ab 2014 der Markthochlauf erfolgt.<br />
Höchste Zeit für die Frage: »Wie gut sind die notwendigen<br />
Stellhebel für die termingerechte Entwicklung der beiden<br />
elektromobilen Teilmärkte tatsächlich eingestellt?« Ein genauerer<br />
Blick auf fünf zentrale Fokusfelder soll helfen, eine<br />
Antwort zu liefern.<br />
Fokusfeld 1<br />
Politik- und industrieübergreifende Zusammenarbeit<br />
Die Einführung innovativer Technologien muss aufgrund der<br />
hohen Entwicklungskosten und Nachfragerisiken von politischen<br />
Maßnahmen und Verantwortlichen flankiert werden.<br />
Hierbei ist eine gemeinsame Zusammenarbeit von verschiedenen<br />
Industrieakteuren entscheidend. Im wasserstoffmobilen<br />
Teilmarkt sind zwei Industrieinitiativen hervorzuheben:<br />
Die Clean Energy Partnership (CEP) als strategisches Organ<br />
und die H2-Mobility-Initiative als marktnahes operatives Organ.<br />
Bis 2016 testet die CEP sowohl fahrzeug- als auch infrastrukturseitig<br />
die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als<br />
Kraftstoffoption. Die H2-Mobility-Initiative sieht zwei Phasen<br />
vor: In Phase I erfolgt eine Businessplanung, die im positiven<br />
Falle in Phase II umgesetzt wird. Ziel ist der Aufbau eines<br />
flächendeckenden H2-Tankstellennetzes ab 2015. Mit der<br />
Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie<br />
(NOW) hat der sich entwickelnde Wasserstoffmobilitätsmarkt<br />
einen Interessensvertreter, der stellvertretend<br />
für die Bundesregierung die politischen Zielsetzungen<br />
sowie die Industriebelange in Einklang bringt. Vergleichbares<br />
gibt es in der batterieelektrischen Welt auf Bundesebene nur<br />
im Rahmen der Arbeit der NPE.<br />
Fokusfeld 2<br />
Integration erneuerbarer Energieträger<br />
Eine global umweltfreundliche Gesellschaft ist nur mit dem<br />
Einsatz von erneuerbaren Energiequellen möglich. Voraussetzung<br />
für ein Angebot an CO 2 -freien bzw. -armen Kraftstoffen ist<br />
die Integration von erneuerbaren Energiequellen in die Versorgungskette.<br />
BEVs und FCEVs fahren zwar »lokal« emissionsfrei,<br />
sind aber in der gesamten Kette »global« durchaus emissionsbehaftet.<br />
Wird die Kraftstofferzeugung für Strom oder<br />
Wasserstoff mit konventionellen Kraftwerken bedient, ist die<br />
CO 2 -Bilanz nicht unbedingt besser als bei einem Verbrenner.<br />
Für beide elektromobilen Teilmärkte hat die verstärkte Integration<br />
von erneuerbaren Energieträgern eine große Wirkung.<br />
Fokusfeld 3<br />
Standardisierung im Markt<br />
Eine frühe Vereinheitlichung von Marktmechanismen beschleunigt<br />
den Reifeprozess eines sich neu entwickelnden<br />
Marktes. Unabdingbar sind Klarheit über Produkte, Dienstleistungen<br />
und Technologien. Für den wasserstoffmobilen<br />
Teilmarkt hat man sich auf einheitliche Spezifikationen für<br />
die zukünftigen H2-Tankstellen geeinigt. Diese dienen für<br />
die Kommerzialisierung als zuverlässige Basis für die Marktteilnehmer.<br />
Auch die Schnittstelle zu den Fahrzeugen ist hier<br />
detailliert behandelt. Die Automobilhersteller haben bereits<br />
nahezu serienreife FCEVs entwickelt. Dazu gehören bspw. der<br />
F-Cell von DAIMLER oder der HydroGen4 von Opel/GM, die in<br />
den kommenden Jahren für den Massenmarkt bereitstehen.<br />
Noch offen dagegen ist das Thema der standardisierten Genehmigung<br />
der H2-Tankstellen. Hier arbeitet derzeit die Dornier<br />
Consulting GmbH mit der NOW und der Wirtschaftsregion<br />
Stuttgart (WRS) an einem einheitlichen Konzept. Im batterieelektrischen<br />
Umfeld gibt es lediglich eine Standardisierung<br />
auf noch sehr abstrakter Ebene für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur,<br />
Schnittstellen, Abrechnungssysteme, Recyclingverfahren<br />
(Stichwort: Normungs-Roadmap Elektromobilität). Bislang<br />
werden BEVs von vereinzelten Automobilherstellern nur in<br />
Kleinstserien gebaut (z.B. Smart ed, Citroën C-Zero etc.). Auch<br />
spezielle Themen wie ein normiertes, zuverlässiges Messverfahren<br />
für State of Charge/Reichweitenvorhersage werden<br />
behandelt.<br />
Fokusfeld 4<br />
Sichtbarkeit im Markt<br />
Für den erfolgreichen Aufbau neuer Märkte sind Vertrauen in<br />
die angebotenen Produkte und Dienstleistungen essentiell.<br />
Hierzu trägt die Sichtbarkeit im Markt entscheidend bei. Zu<br />
bemängeln ist der doch noch starke punktuelle Demonstrationscharakter<br />
der Angebote. Für die Wasserstoffmobilität<br />
existieren gegenwärtig ca. 15 öffentliche, deutschlandweitverstreute<br />
Tankstellen, die in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit<br />
eher untergehen. Im Gegensatz zu den FCEVs haben BEVs<br />
den Vorteil, auch zu Hause »betankt« werden zu können, d.h.<br />
öffentliche Ladestationen sind nicht zwingend erforderlich.<br />
Auch wenn die Schaufensterprojekte für die batteriebasierte<br />
Elektromobilität sich auf vier Regionen beschränken, haben<br />
die insgesamt über 600 Partner in 230 Einzelprojekten die Aufgabe,<br />
die Sichtbarkeit national und international zu erhöhen.<br />
Fokusfeld 5<br />
Investorenattraktivität<br />
Marktkommerzialisierungen bedingen die Bereitschaft notwendige<br />
Startinvestitionen sowie die Kompensation anfänglicher<br />
Mindereinnahmen bzw. Mehrbetriebskosten zu übernehmen.<br />
Derzeit sind die Anschaffungskosten von BEVs und<br />
FCEVs noch immer höher als für vergleichbare Verbrenner.<br />
Außerdem zeigt ein Vergleich der spezifischen Kraftstoffverkaufspreise<br />
(Preis pro kWh), dass im traditionellen Tankstellengeschäft<br />
noch keine Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist.<br />
Gemäß eigenen Berechnungen ist folgender Preisvergleich<br />
heute zutreffend: Benzin: 0,15 Euro/kWh; Diesel: 0,11 Euro/<br />
kWh; Erdgas: 0,07 Euro/kWh; Flüssiggas: 0,<strong>09</strong> Euro/kWh;<br />
Strom: 0,23 Euro/kWh; Wasserstoff: 0,29 Euro/kWh. Auch die<br />
Mehrkosten für die Bereitstellung der Betankungsinfrastruktur<br />
sind für die späteren Betreiber erheblich. Noch fehlen in<br />
beiden Teilmärkten tragfähige Geschäftsmodelle, welche die<br />
Übernahme der bestehenden Kostenstrukturen rechtfertigen<br />
könnten. Die Aufgabe potentieller Marktteilnehmer ist es, ein<br />
umsetzbares Geschäftsmodell zu liefern, das die betrieblichen<br />
Chancen und Risiken klar beziffert.<br />
Fazit<br />
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sowohl der<br />
Wasserstoff- als auch der Batteriesektor die Markteinführungszeitpunkte<br />
zwar klar im Blick haben, jedoch noch einige<br />
Anstrengungen unternommen werden müssen, um die<br />
Stellhebel in eine optimale Position zu bringen. Vor allem im<br />
batterieelektrischen Bereich ist eine Gemeinschaftsleistung<br />
durch politische Unterstützung und industrieübergreifende<br />
Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. Ideen zur Bildung<br />
spezifischer öffentlich-privater Partnerschaftsmodelle werden<br />
gegenwärtig näher betrachtet, um den Zeitraum bis zur vollständigen<br />
Attraktivität der elektromobilen Teilmärkte für die<br />
Privatwirtschaft zu überbrücken. Für beide Teilmärkte ist im<br />
Sinne einer wirklich nachhaltigen Entwicklung der Einsatz von<br />
erneuerbaren Energiequellen unerlässlich, um das höchste<br />
Wirkungspotential zu erreichen. Hier ist noch einiges zu tun.<br />
Das Ziel, durch eine Standardisierung von Produkten und<br />
Prozessen Kosten und Komplexität zu reduzieren, ist durch<br />
die vorhandenen Fachgremien in Arbeit, gestaltet sich jedoch<br />
im batterieelektrischen Umfeld bspw. für Ladeverfahren u.a.<br />
durch eine größere Anzahl von Playern schwierig.<br />
Eine erhöhte Sichtbarkeit im Markt über punktuelle, zeitlich<br />
befristete Demonstrationsprojekte hinaus muss eindeutige<br />
Signale innerhalb der Gesellschaft setzen, um weiter am<br />
Ball zu bleiben. Schlussendlich müssen alle Beteiligten es<br />
schaffen, dass BEVs und FCEVs sowie deren Betankungsinfrastruktur<br />
wettbewerblich mit den Verbrennern gleichziehen<br />
können.<br />
Dauaride Empere<br />
Dornier Consulting GmbH<br />
www.dornier-consulting.com<br />
60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Helmut Niemeyer GmbH<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Jan Fritz Rettberg<br />
Alternative Konzepte für<br />
Elektromobilität finden<br />
Dirk Niemeyer, Geschäftsführer der Helmut Niemeyer GmbH, die die Marken EGRET<br />
One und Tante Paula führt und Florian Walberg, Entwickler und Projektmanager für<br />
EGRET One, erklären im Interview, wie Elektromobilität die Straßen erobern kann.<br />
Die Zukunft denken -<br />
und ausprobieren<br />
Ein Tag im Zeichen der Elektromobilität und der Energieversorgung der Zukunft an<br />
der Technischen Universität Dortmund<br />
Elektromobilität ist im Kommen. Würden Sie sagen, sie ist<br />
auch angekommen?<br />
Florian Walberg: Sie ist im Kommen, aber »Angekommen«<br />
setze ich mit »Selbstverständlich« gleich und bis es so weit<br />
ist, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Aber: Es gibt<br />
die ersten Konzepte, die von ihrem Sex-Appeal über den<br />
Charme einer Gehhilfe hinaus gehen und auch die trendsetzenden<br />
Zielgruppen erreichen können.<br />
Welche Aufgaben sehen Sie bei den Entwicklern?<br />
Dirk Niemeyer: Man sollte Fahrzeuge entwickeln, die den<br />
Bedürfnissen des Alltags entsprechen und dabei auch einen<br />
visuellen und haptischen Anspruch haben. Es stellt sich<br />
auch die Frage, ob man unbedingt mit jeder Entwicklung die<br />
Benziner angreifen will oder lieber ergänzend denken möchte.<br />
So haben wir es mit dem EGRET One geschafft. Bevor die<br />
Kosteneinsparung als Argument funktioniert, ist ein anderer<br />
Fokus in der Kommunikation und Entwicklung sinnvoll. Wir<br />
sehen die Chance der eMobilität zunächst in der Praktikabilität<br />
und Kompaktheit dieser Technologie. Ein elektrischer<br />
Antrieb ermöglicht kompakte Designs, so wie sie mit einem<br />
Benziner nie denkbar waren.<br />
Was müssen Hersteller noch leisten, damit die Produkte<br />
nachgefragt werden?<br />
Florian Walberg: Von der Produktseite wird eigentlich schon<br />
relativ viel geleistet. Bezüglich der Marken und Produkt-<br />
Kommunikation sehe ich allerdings noch Potenzial. Die<br />
Branche sprudelt nur so vor Innovation und Zukunft, aber<br />
leider wird noch relativ konservativ kommuniziert. Ich finde<br />
das Thema »Vernunft« ungefähr so sexy wie ein trockenes<br />
Dinkel-Brötchen.<br />
Dirk Niemeyer: Die Konsumenten wollen nicht mit erhobenem<br />
Zeigefinger angesprochen werden. Um die jungen,<br />
trendsetzenden Zielgruppen zu erreichen, müssen wir sehen,<br />
wie man mit einem eMobilitätsprodukt provozieren und<br />
angeben kann.<br />
Wo liegen aktuell die Hürden?<br />
Dirk Niemeyer: Die Gesetzgebung kommt der Innovationsgeschwindigkeit<br />
der Branche nicht schnell genug nach. Wir<br />
sind froh, dass der BEM die entsprechenden Brücken baut.<br />
Florian Walberg: Gerade für die kleinen, mutigen Hersteller<br />
sollte es leichter werden, die Regelungen im Markt zu verstehen.<br />
Wo sollen sonst die innovativen Produkte herkommen?<br />
Wenn dazu eine gesunde Balance aus Förderung der Unternehmen<br />
und einer Kompromisslösung bei der Zulassung für<br />
Fahrzeuge bis 25 km/h kommt, werden eFahrzeuge an jeder<br />
Straßenecke auftauchen.<br />
Florian Walberg auf dem EGRET One: »Alternative Konzepte für<br />
den Einsatz von eMobilen finden«<br />
PHoto: gromatzki.com<br />
Helmut Niemeyer GmbH<br />
www.heni.de<br />
»Die Zukunft denken - das ist das Motto des Kompetenzzentrums.<br />
In dieser Laborhalle der Elektromobilität kann<br />
die Zukunft sogar ausprobiert werden.« Mit diesen Worten<br />
eröffnete Professor Andrzej Górak, Prorektor Forschung<br />
der Technischen Universität Dortmund, am 05. September<br />
2012 die neue Technologieplattform für Elektromobilität<br />
im NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität, Infrastruktur<br />
und Netze. Mit dieser Plattform entsteht ein Testumfeld, in<br />
dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen<br />
zukünftig ihre Entwicklungen und Innovationen<br />
im Bereich Elektromobilität prüfen können.<br />
Die feierliche Eröffnung der Technologieplattform in der Laborhalle<br />
im Technologiezentrum Dortmund war zugleich der<br />
Auftakt für zwei weitere Veranstaltungen rund um die Themen<br />
Elektromobilität und Energieversorgung der Zukunft:<br />
Parallel fanden auch der Tag der offenen Tür des Kompetenzzentrums<br />
sowie der NRW-Kongress Infrastruktur und Netze<br />
statt. Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Besucherinnen<br />
und Besucher im Rahmen einer Posterausstellung einen<br />
Eindruck vom NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität,<br />
Infrastruktur und Netze verschaffen.<br />
Im Rahmen dieses Projektes arbeiten und forschen sechs<br />
Lehrstühle der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik<br />
gemeinsam mit sechs Unternehmen an Fragestellungen<br />
der Elektromobilität.<br />
Zu den Partnern zählen die AKUVIB Engineering and Testing<br />
GmbH, EMC Test NRW GmbH, LTi DRiVES GmbH, RWE<br />
Deutschland AG, TÜV Informationstechnik GmbH und TechnologieZentrumDortmund<br />
GmbH. Aufbauend auf der bestehenden<br />
Infrastruktur wird an der technischen Weiterentwicklung<br />
verschiedener Komponenten, der Ladeinfrastruktur<br />
sowie der intelligenten Netzintegration von Elektrofahrzeugen<br />
gearbeitet. Die Gäste konnten außerdem Komponenten<br />
der neu eröffneten Technologieplattform sowie eine große<br />
Auswahl an Elektrofahrzeugen und der zugehörigen Ladetechnologie<br />
entdecken und ausprobieren.<br />
Mehr als 100 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik<br />
diskutierten zeitgleich auf dem ersten NRW-Kongress Infrastruktur<br />
und Netze über die Themen Elektromobilität, Verteilnetze,<br />
Transportnetze und die Energieversorgung der Zukunft.<br />
Veranstaltet wurde der Kongress vom ie 3 Institut für Energiesysteme,<br />
Energieeffizienz und Energiewirtschaft gemeinsam<br />
mit der EnergieAgentur.NRW und Elektromobilität.NRW.<br />
»Wir müssen Energiewende und Elektromobilität als die großen<br />
Chancen begreifen, die sie sind«, sagte Professor Christian<br />
Rehtanz vom ie 3 bei der Begrüßung. Oberbürgermeister<br />
Ullrich Sierau zeigte sich erfreut darüber, dass das Institut<br />
von Professor Rehtanz diesen zukunftsweisenden Kongress<br />
nach Dortmund holen konnte. Mit dem Masterplan Energiewende,<br />
dem Lenkungskreis Elektromobilität, dem Konsultationskreis<br />
Elektromobilität und Klimaschutz sowie Projekten<br />
wie TIE-IN, metropol-E oder ELMO nehme Dortmund eine<br />
Vorreiterrolle ein. »Und diese wollen wir weiter ausbauen«,<br />
so Sierau.<br />
Dr. Jan Fritz Rettberg // NRW Kompetenzzentrum<br />
Elektromobilität, Infrastruktur und Netze<br />
fritz.rettberg@tu-dortmund.de<br />
www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />
Ausschnitt aus der IKT-Testumgebung für Elektromobilität<br />
62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63
Status QUo der Elektromobilität - Clean Tech Media Award 2012<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - mk-group<br />
Clean Tech Media Award 2012<br />
Elektromobilität war eines der Themen des Abends<br />
Gewinner der Kategorie<br />
Mobilität<br />
mk-group gewinnt Clean Tech Media Award 2012<br />
Musiker Morten Harket (a-ha) setzt sich für Elektromobilität ein<br />
BEM-Mitglied mk-group Holding gewinnt in der Kategorie Mobilität, CEO Martin Kristek<br />
Eine grüne Bühne für Elektromobilität bot der Deutsche<br />
Umwelt- und Medienpreis, Clean Tech Media Award, in<br />
diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes. Auf einer Bühne<br />
aus Echtrasen wurden kürzlich umweltfreundliche und<br />
zukunftsweisende Ideen in den sieben Kategorien Nachwuchs,<br />
Kommunikation, Mobilität, Lebensstil, Energie, Luftfahrt<br />
und Musik ausgezeichnet. Die Gewinner wurden von<br />
der Jury wegen ihrer besonderen Innovationskraft, Marktrelevanz<br />
und vor allem Nachhaltigkeit aus den 89 Projekten<br />
ausgewählt, die sich in diesem Jahr beworben hatten. 1.000<br />
geladene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur<br />
und Medien waren dabei.<br />
In der Kategorie Mobilität konnte sich die mk-group Holding<br />
über den renommierten Umweltpreis freuen. Mit ihrem Projekt<br />
»Care-Load«, einer diskriminierungsfreien Ladesäule für<br />
Elektromobile, hatte sie zunächst in der Online-Abstimmung<br />
die Nase vorn und setzte sich letztendlich in ihrer Kategorie<br />
durch. Nominiert war außerdem CPM Compact Power Motors,<br />
die mit der Entwicklung hocheffizienter, leichter Elektromotoren<br />
Emissionen verringern können. Auch der dritte Nominierte<br />
der Kategorie Mobilität, Proton Motor Fuel Cell, widmet<br />
sich der Weiterentwicklung von Elektromobilität. Mit wasserstoffbasierten<br />
Brennstoffzellen kann die Reichweite von<br />
elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen erweitert werden.<br />
Der Green Music Award wurde 2012 erstmalig im Rahmen<br />
des Clean Tech Media Award verliehen. Der Preisträger,<br />
Morten Harket, ehemaliger Sänger der Band a-ha, hat die<br />
Auszeichnung für sein über 25-jähriges Engagement für die<br />
Umwelt entgegengenommen. Was kaum jemand weiß:<br />
Gemeinsam mit einem Freund überführte Morten Harket das<br />
erste Elektrofahrzeug, einen Fiat Panda, in sein Heimatland<br />
Norwegen. In den 80er Jahren zählte der Musiker damit zu<br />
den ersten Aktivisten im Einsatz für die Verbreitung von<br />
Elektromobilität.<br />
Morten Harket war einer von über hundert prominenten Gästen<br />
des Clean Tech Media Award in diesem Jahr. Von ihnen<br />
engagieren sich viele auch als Botschafter der Veranstaltung,<br />
wie z.B. die Schauspieler Christiane Paul, Hannes Jaenicke<br />
oder Nora Tschirner. Sie unterstützten den Clean Tech Media<br />
Award als Vorbilder und Multiplikatoren in Sachen Umweltengagement.<br />
So kamen Ruth Moschner und Jan Hahn, die<br />
Moderatoren des Abends mit einem Elektro-Smart des<br />
Carsharing-Anbieters car2go auf die Bühne gefahren. Diese<br />
Verbindung von Umwelttechnologien mit Glamour macht<br />
den Clean Tech Media Award einzigartig.<br />
www.cleantech-award.de<br />
Nach der Auszeichnung 2011 beim Wettbewerb Deutschland -<br />
»Land der Ideen« wurde die mk-group Holding GmbH im<br />
September erneut für ihr innovatives Ladesäulenkonzept geehrt.<br />
Beim wohl bekanntesten und aussagekräftigsten Preis<br />
der Branche - dem Clean Tech Media Award 2012 - wurde die<br />
begehrte Trophäe in der Kategorie »Mobilität« an den Inhaber<br />
und Geschäftsführer Martin Richard Kristek übergeben.<br />
Kristek: »Ich bin stolz und es freut mich, dass unsere Arbeit<br />
wahrgenommen und ausgezeichnet wird. Elektromobilität<br />
ist ein Antriebskonzept der urbanen Zukunft. Wir entwickeln<br />
unter unserer Marke »Care-Energy« umfassende Konzepte<br />
für Fahrzeuge und Ladeinfrastrukturen.<br />
Unser Ladesäulenkonzept wird die Infrastruktur der Elektromobilität<br />
nachhaltig verändern. Wir bieten jedem Kunden<br />
seinen eigenen Hausstromtarif und akzeptieren jeden Stromanbieter.<br />
Der Kunde zahlt bequem am Monatsende über seine<br />
Stromrechnung das Aufladen des Fahrzeugs zu seinem<br />
Hausstromtarif.<br />
Wir können mit unserem System in Deutschland ein engmaschiges<br />
Versorgungsnetz für die Elektromobilität ohne<br />
Subventionen schaffen. Zudem können wir verhindern, dass<br />
alle 1.300 Energieversorgungsunternehmen mit eigenen Ladesäulen<br />
ins Stadtbild drängen.«<br />
Passend zur Preisverleihung wurde zwei Wochen später die<br />
erste Ladesäule der mk-group in Kooperation mit der ECE<br />
eingeweiht. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch ließ<br />
es sich nicht nehmen, sich von dem Projekt und der Funktionalität<br />
vor Ort selbst zu überzeugen. »Der Ausbau der<br />
Elektromobilität in Hamburg erfordert einen Ausbau der Infrastruktur.<br />
Die Möglichkeit sein Auto aufzuladen muss zur<br />
Selbstverständlichkeit in der ganzen Stadt werden.«<br />
Peter Lindlahr, Geschäftsführer der Projektleitstelle für die<br />
Modellregion Elektromobilität Hamburg, hySOLUTIONS<br />
GmbH: »Eine praxisorientierte Planung und Umsetzung der<br />
Konzepte zum innerstädtischen Aufbau von Ladesäulen für<br />
Elektroautos ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die generelle<br />
Akzeptanz des Themas Elektromobilität in der Bevölkerung.<br />
Nur mit einer breiten öffentlichen Akzeptanz werden wir die<br />
ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen<br />
eFahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, auch tatsächlich<br />
erreichen.« Die mk-group und ECE werden, neben<br />
Hamburg zeitnah weitere Ladsäulen in Berlin und Hannover<br />
in Betrieb nehmen.<br />
Timo Heinemann<br />
MK-Group Holding GmbH<br />
timo.heinemann@care-energy.de<br />
64 Neue Mobilität Neue Mobilität 65
Status QUo der Elektromobilität - Institut Neue mobilität<br />
Institut <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Erfolgreiche Geschäfte im Wachstumsmarkt Elektromobilität<br />
Der Bundesverband eMobilität möchte seine Mitglieder künftig<br />
über die reine Verbandsarbeit hinaus in konkrete Projekte<br />
und Geschäftsmodelle integrieren. Vor diesem Hintergrund<br />
nimmt das Institut Neue Mobilität in Kooperation und enger<br />
Partnerschaft mit dem BEM ab Januar 2013 seine Arbeit auf.<br />
Ziel ist es, insbesondere den Mittelstand in der aktuellen<br />
Phase der Neuorientierung zu begleiten, um im Wachstumsbereich<br />
Elektromobilität erfolgreich Geschäfte zu generieren.<br />
Der duale Netzwerkcharakter des Instituts bietet<br />
die Möglichkeit, branchenübergreifend auf das vielfältige<br />
Know-how der BEM-Mitgliedsunternehmen, der wissenschaftlichen<br />
Beiräte und dem vorhandenen Expertennetzwerk<br />
zurück zu greifen - vom Großkonzern bis hin zu den<br />
innovativen klein- und mittelständischen Unternehmen.<br />
Die Tätigkeitsschwerpunkte des Instituts liegen sowohl in<br />
der Durchführung qualitativ hochwertiger Schulungen und<br />
Seminare im Bereich eMobilität, als auch in der strategischen<br />
Beratung und Konzeption bei der Entwicklung neuer<br />
Geschäftsfelder. Das Institut berät Unternehmen entlang der<br />
gesamten Wertschöpfungskette der Neuen Mobilität und<br />
setzt auf eine ganzheitliche Beratung, die die Wettbewerbsfähigkeit<br />
seiner Kunden steigert und die Wirtschaftlichkeit<br />
der Unternehmen optimiert. Das Institut betreut Unternehmen<br />
bei ihren Veränderungsprozessen von der Konzeption<br />
bis hin zur technischen, operativen und medialen Umsetzung.<br />
Fundierte Fach- und Branchenkenntnisse sind die Grundlage<br />
einer erfolgreichen Beratungsdienstleistung. Aus der<br />
Expertise und dem Erfahrungsaustausch der Vielzahl an<br />
Branchenexperten aus dem Pool des Instituts entstehen<br />
deshalb innovative Strategiekonzepte, nachhaltige Lösungen<br />
und insbesondere erfolgreiche Ergebnisse.<br />
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die themenübergreifende<br />
Bündelung von Fachwissen. Vor diesem Hintergrund agieren<br />
die Akteure und Berater aus unterschiedlichen Branchen in<br />
Expertengruppen zusammen, um das vorhandene Know-how<br />
optimal zu nutzen: Elektrofahrzeughersteller, Batteriehersteller,<br />
Systemzulieferer, Erneuerbare Energien, Energieversorger,<br />
Elektrofahrzeughändler, Prüfgesellschaften, Taxiunternehmer,<br />
Ladeinfrastruktur-Hersteller, IT-Unternehmen,<br />
PR- und Marketingagenturen, Unternehmensberatungen,<br />
Anwaltskanzleien, Ingenieurbüros, Versicherungen, Versicherungsmakler<br />
und Telekommunikationsunternehmen.<br />
Das Institut Neue Mobilität unterstützt seine Kunden darin,<br />
vorteilhafte Wettbewerbspositionen auszubauen und sich<br />
erfolgreich im Umfeld seiner Mitbewerber zu platzieren.<br />
Letztlich geht es für die gesamte Branche darum, erfolgreiche<br />
Geschäftsmodelle in einem expansiven Marktumfeld zu<br />
positionieren.<br />
Ansprechpartner Matthias Groher // www.institut-nm.de<br />
Florian Fritsch – Allianz Kunde seit 2004<br />
Bei der Allianz hat Fortschritt Tradition. Schon seit über 100 Jahren versichern wir als kompetenter Partner zuverlässig den<br />
Bereich Mobilität. Heute bieten wir als einer der ersten Anbieter in Deutschland den Pionieren der Elektromobilität passenden<br />
Schutz. So können auch in Zukunft alle Autofahrer mit uns als starkem Begleiter rechnen. Das Allianz Zentrum für Technik<br />
beschäftigt sich ebenfalls mit alternativen Antrieben. Beispielsweise wird hier die Reparaturfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen<br />
bei typischen Stadtunfällen untersucht. Mehr zum Thema unter www.allianz.de/elektro<br />
Hoffentlich Allianz versichert.<br />
66 Neue Mobilität<br />
Kostenlose App für QR-Code herunterladen,<br />
QR-Code abfotografieren und Film ansehen.
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
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Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
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Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
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der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />
Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />
eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />
liefer- und Rechnungsadresse<br />
Unternehmen<br />
Vorname, name<br />
straSSe, nr.<br />
PLZ, Ort<br />
email<br />
USt-IdNr.<br />
Fon<br />
Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />
Rechnung zusätzlich per Post.<br />
WHO<br />
Who<br />
DER<br />
IS<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Einzugsermächtigung<br />
Name der Bank<br />
BLZ<br />
Kontoinhaber<br />
*nur im Inland möglich<br />
Kontonr.<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />
Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />
Verbände, Initiativen, Organisationen, die aktiv Zeichen setzen.<br />
68 Neue Mobilität
Who is Who der elektromobilität<br />
Who is Who der Elektromobilität - BEM<br />
Who is Who der<br />
Elektromobilität<br />
BEM<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Die Bundesregierung verfolgt auch nach dem letzten Elektromobilitätsgipfel im Kanzleramt am<br />
01. Oktober 2012 das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu<br />
bringen. Klar ist, dass dieses Ziel nur branchenübergreifend und gesamtgesellschaftlich erreicht<br />
werden kann. Nur durch aktive Zeichen und nachhaltiges Engagement aller beteiligten Akteure<br />
von der Politik über die Industrie, Wirtschaft und Forschung bis hin zu den verschiedenen<br />
Branchenverbänden kann Deutschland tatsächlich wie gewünscht Leitmarkt und Leitanbieter für<br />
eine Neue Mobilität werden.<br />
Doch was wird zur Erreichung dieses Ziels konkret unternommen?<br />
Und vor allem von wem? Denn am Ende des Tages<br />
geht es nicht nur um unsere fachliche Kompetenz, eloquente<br />
Reden und große Pläne sondern um praktische Lösungen,<br />
zielführende Initiativen und konkrete Maßnahmen, die innerhalb<br />
der Gesellschaft deutlich sichtbar werden.<br />
Je mehr Player sich an der Diskussion über eine emissionsarme<br />
Mobilität der Zukunft beteiligen, desto mehr Dynamik<br />
entsteht in diesem Zukunftsbereich. Mit einer Vielzahl an<br />
Akteuren, die sich aus den verschiedenen involvierten Branchen<br />
einbringen, erhält die gesamte Diskussion über eine<br />
nachhaltige und zukunftsfähige Verkehrsbewältigung einen<br />
enormen Stellenwert in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.<br />
Denn je häufiger die Vor- und Nachteile, Hintergründe, Herausforderungen<br />
und die Bedeutung der Neuen Mobilität für<br />
Klima- und Umweltschutz, Resourcenschonung, Wertschöpfung,<br />
Arbeitsplätze und die mit all dem verbundenen Chancen<br />
für unseren Wirtschaftsstandort thematisiert werden, desto<br />
größer wird die öffentliche Wahrnehmung, die Akzeptanz<br />
und das Verständnis für den notwendigen Systemwechsel.<br />
Diese Aufgabe kann nur eine gesamtgesellschaftliche sein<br />
und erfordert die aktive Teilnahme der innovativsten Netzwerke<br />
Deutschlands, vorausschauender Persönlichkeiten<br />
und das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten<br />
Akteure, bis hin zum Engagement eines jeden Bürgers.<br />
Es ist schön zu sehen, dass das Bewußtsein für eMobilität,<br />
Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit zunehmender<br />
Häufigkeit und aus vielen verschiedenen Richtungen in den<br />
Medien und damit im Alltag der Menschen ankommt. Diese<br />
Tatsache ist all jenen zu verdanken, die erkannt haben, dass<br />
die Wissensvermittlung, Aufklärung und konstruktive Auseinandersetzung<br />
für ihre Mitglieder und Interessenten eine<br />
entsprechende thematische Relevanz darstellt. Vor diesem<br />
Hintergrund haben wir uns die Frage gestellt, welche NGOs<br />
sich bereits heute aktiv mit dieser Zielsetzung beschäftigen.<br />
In der neuen Rubrik »Who is Who der Elektromobilität« stellen<br />
wir deshalb künftig die Verbände, Initiativen und Organisationen<br />
vor, die sich für nachhaltige und zukunftsweisende<br />
Mobilitätslösungen einsetzen.<br />
Auf je einer Seite wollen wir diesen Unterstützern eine Plattform<br />
geben, um unserem Fachpublikum ihr Engagement für<br />
eine Neue Mobilität vorzustellen. Auf diese Weise möchten<br />
wir Gemeinsamkeiten und Standpunkte darstellen und verdeutlichen,<br />
welchen unterschiedlichen Fokus sie in diesem<br />
Bereich setzen und welche konkreten Positionen sie dabei<br />
vertreten.<br />
Die Reihenfolge der fortlaufenden Serie ist zufällig gewählt<br />
und stellt keine Wertung dar. Sie vermissen einen konkreten<br />
Akteur oder sollten selbst aufgeführt werden? Kein Problem.<br />
Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Redaktionsleiterin:<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Der Bundesverband eMobilität fördert einen branchenübergreifenden<br />
Austausch, um Elektromobilität auch langfristig als realistische<br />
Mobilitätsalternative zu etablieren. Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder<br />
dabei? Welche Maßnahmen müssen zeitnah initiiert werden, um<br />
dem Ziel Leitmarkt Elektromobilität näher zu kommen?<br />
Der Kern der täglichen Bemühungen des Bundesverbands eMobilität<br />
liegt in der erfolgreichen Vernetzung seiner Mitglieder und Partner, um<br />
nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle im Bereich der Neuen Mobilität<br />
zu generieren und starke Netzwerke zur Durchsetzung politischer<br />
Forderungen zu etablieren. Auf diesem Wachstumsmarkt agieren zahlreiche<br />
Akteure aus sehr unterschiedlichen Branchen, die bis dato keine<br />
oder nur sehr wenige gemeinsame Anknüpfungspunkte haben und<br />
deshalb die Hilfestellung bei der Initiierung gemeinsamer Projekte gern<br />
annehmen. Als Sprachrohr der Branche kommuniziert der BEM mit und<br />
für seine Mitglieder.<br />
Gemeinsam mit seinen Mitgliedern setzt der BEM aktiv Zeichen für eine<br />
Neue Mobilität, um eine repräsentative Anzahl an elektrischen Fahrzeugen<br />
auf unsere Straßen zu bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei praktische<br />
Lösungen, die im Alltag großflächig zum Einsatz kommen. Und das<br />
nicht erst 2020 sonder bestmöglich morgen. In einem ersten Schritt bedeutet<br />
das, die Flotten öffentlicher Körperschaften und kommunalnaher<br />
Unternehmen sukzessive mit Elektrofahrzeugen zu bestücken, um<br />
die Sichtbarkeit der Neuen Mobilität innerhalb der Gesellschaft deutlich<br />
zu erhöhen. Nur wenn wir die Menschen mitnehmen, kann sich ein<br />
entsprechender Markt für Elektrofahrzeuge aller Art etablieren.<br />
Die gewünschte Leitanbieterposition werden wir nur im globalen Kontext<br />
erlangen. Wir müssen jetzt auch international Zeichen setzen.<br />
Und glauben Sie mir, wir haben etwas zu zeigen. Deutsche Ingenieure,<br />
innovative Mittelständler und engagierte Unternehmen mit eigenen<br />
Forschungsabteilungen leisten Großartiges auf dem Gebiet der Neuen<br />
Mobilität. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern zeigen wir<br />
deshalb auch auf internationalen Messen, wie der diesjährigen Automechanika<br />
in Frankfurt und Shanghai, was bereits heute im Bereich der<br />
Neuen Mobilität in Deutschland realisiert wird und welche technischen<br />
Innovationen künftig aus unseren Reihen zu erwarten sind.<br />
Präsident Kurt Sigl<br />
Vorstand Finanzen Michael Hofmann<br />
Vorstand Marketing Christian Heep<br />
Gründungsjahr<br />
20<strong>09</strong><br />
Schwerpunkt<br />
Elektromobilität, Neue Mobilität<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Der Bundesverband eMobilität setzt sich<br />
dafür ein, die Mobilität in Deutschland<br />
mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien<br />
auf Elektromobilität umzustellen. Zu den<br />
Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung<br />
der gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />
für den Ausbau der eMobilität<br />
als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />
Mobilitätskonzept und die Durchsetzung<br />
einer Chancengleichheit bei der Umstellung<br />
auf Elektromobilität. Um diese<br />
Ziele zu erreichen, vernetzt der BEM die<br />
Akteure aus Wirtschaft, Politik und Medien<br />
miteinander, fördert die öffentliche<br />
Wahrnehmung für eine Neue Mobilität<br />
und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />
Veränderungen ein.<br />
Ansprechpartner eMobilität & Politik<br />
Klaus Bergerfurth<br />
klaus.bergerfurth@bem-ev.de<br />
www.bem-ev.de<br />
70 Neue Mobilität Neue Mobilität 71
Who is Who der Elektromobilität - ADAC<br />
Who is Who der Elektromobilität - Deutscher Städtetag<br />
ADAC<br />
Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V.<br />
Deutscher<br />
Städtetag<br />
Präsident<br />
Peter Meyer<br />
Gründungsjahr<br />
1903<br />
Schwerpunkt<br />
Pannenhilfe, Luftrettung, Verbraucherschutz,<br />
Versicherungen, etc.<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Bis Ende 2012 stellt der ADAC kostenfrei<br />
Strom für Elektromobilisten zur Verfügung<br />
(an Geschäftsstellen und teilweise<br />
Fahrsicherheitszentren etc.).<br />
Erster Crashtest eines Elektrofahrzeugs<br />
in Deutschland, das auch käuflich zu erwerben<br />
ist (iMiEV von Mitsubishi).<br />
Informationsvermittlung von Vor- und<br />
Nachteilen der eMobilität an die Mitglieder<br />
über die ADAC Motorwelt.<br />
Tests von eRollern und Pedelecs, diverse<br />
Roadshows sowie Messebeteiligung und<br />
Redetätigkeiten zur eMobilität, Reichweitentests,<br />
ADAC eRallye Südtirol 2012.<br />
Verschärfung des ADAC EcoTest, um auch<br />
eAutos nach Energieverbrauch messen<br />
zu können.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
ADAC Technik Zentrum<br />
Landsberg am Lech<br />
www.adac.de<br />
Der ADAC ist mit über 18 Millionen Mitgliedern der größte Automobilclub<br />
in Deutschland und erreicht damit einen großen Teil der deutschen<br />
Autofahrer. Wie bereiten Sie Ihre Mitglieder auf den Systemwechsel<br />
hin zu einer Neuen Mobilität vor und wie positioniert sich der ADAC in<br />
Bezug auf eine mögliche CO 2 -abhängige Anpassung der Kfz-Steuer?<br />
Was muss getan werden, um eine Neue Mobilität als realistische<br />
Mobilitätsalternative in der Gesellschaft zu integrieren?<br />
Vor dem Hintergrund der weltweiten Problematik der CO 2 -Emissionen<br />
kann eine entsprechend ausgestaltete Kfz-Steuer als sehr wirksames<br />
umweltpolitisches Lenkungsinstrument eingesetzt werden, da sie Anreize<br />
zur Anschaffung verbrauchsreduzierter Fahrzeuge setzt. Bereits<br />
im Jahre 2004 hat der ADAC ein detailliertes Konzept vorgestellt, wie<br />
die Kfz-Steuer auf Basis der CO 2 -Emissionen neu ausgerichtet werden<br />
kann. Vor drei Jahren ist schließlich eine Reform der Kfz-Steuer in Kraft<br />
getreten, die in zentralen Punkten dem Konzept des ADAC folgt.<br />
Die im Mai ausgeweitete Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge auf<br />
zehn Jahre unterstützt der ADAC, allerdings setzt er sich im Sinne der<br />
Verbraucher nicht nur für eine bestimmte Technologie bei alternativen<br />
Antrieben ein. Daher sieht der ADAC die von der Automobilindustrie<br />
geforderten hohen Fördersummen für den Kauf von Elektrofahrzeugen<br />
kritisch. Es zeigt sich z.B. in Frankreich, dass auch ein hoher - mittlerweile<br />
nochmals auf 7.000 Euro pro Fahrzeug aufgestockter - Förderbetrag<br />
die Kaufentscheidungen nicht ausreichend stimulieren kann. In<br />
die richtige Richtung gehen die von der Bundesregierung geförderten<br />
Schaufenster für Elektromobilität. Der ADAC hat sich im Rahmen seiner<br />
Mitwirkung an der Nationalen Plattform Elektromobilität dafür eingesetzt,<br />
dass diese Schaufenster die Elektromobilität für den Verbraucher<br />
konkret erfahrbar machen: Nur wenn er bereits in der ersten Lebensphase<br />
der Elektromobilität mitgenommen wird, kann diese Technologie<br />
sich positiv entwickeln und in der Gesellschaft grundlegend Fuß fassen.<br />
Die individuelle Mobilität zu sichern und gleichzeitig den CO 2 -Ausstoß<br />
zu begrenzen, die fossilen Energieressourcen zu schonen sowie Luftschadstoffemissionen<br />
zu reduzieren sind zentrale Herausforderungen<br />
unserer Zeit. Elektromobilität - in Form von Batterie-, Hybrid- oder<br />
Brennstoffzellenfahrzeugen - hat nach Ansicht des ADAC das Potenzial,<br />
einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser Aufgaben zu leisten.<br />
Kommunalen Flotten kommt nach Ansicht vieler Experten beim Systemwechsel<br />
auf eine CO 2 -neutrale Mobilität eine große Bedeutung<br />
zu. Welche Maßnahmen unternimmt der Deutsche Städtetag, um eine<br />
nachhaltige Mobilität zu fördern? Welche politischen Rahmenbedingungen<br />
sind notwendig, um kommunale Flotten sichtbar auf die Straße<br />
zu bringen?<br />
Der Deutsche Städtetag setzt sich zusammen mit seinen Mitgliedsstädten<br />
für eine nachhaltige Mobilität und eine zukunftsgerechte Verkehrspolitik<br />
ein. Neben der Unterstützung der Bürger bei der Wahl umweltfreundlicher<br />
Verkehrsmittel kommt dem weiteren Ausbau und der<br />
Förderung der Elektromobilität eine wichtige Rolle zu. Schienengebundene<br />
Verkehre im ÖPNV sind schon heute gelungene Umsetzungsbeispiele<br />
für Elektromobilität. Die eigenwirtschaftliche Verbreitung von eBikes<br />
unterstützt die Zielsetzungen der städtischen Nahmobilität. Städtische<br />
Verkehrsunternehmen erproben darüber hinaus neue Hybridtechnologien<br />
in der Busflotte. In den Städten gibt es Einsatzmöglichkeiten, für<br />
die sich eFahrzeuge besonders eignen: Dazu zählen der eKleintransporter<br />
auf Friedhofs- und Grünflächen ebenso wie speziell für Kontroll- und<br />
Prüftätigkeit im Stadtgebiet vorgesehene eFahrzeuge. Die fortlaufende<br />
Umrüstung von großen kommunalen Fahrzeugsparks, z.B. bei der Müllabfuhr,<br />
stellt heute bereits eine besondere Herausforderung dar, um<br />
den aktuellen Anforderungen an Technik und Umweltschutz Rechnung<br />
zu tragen. Zusammen mit den Energieversorgern halten die Städte an<br />
prominenten Standorten Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge vor. Mit dem<br />
pilothaften Einsatz von Elektrofahrzeugen nehmen sie darüber hinaus<br />
engagiert eine Vorbildfunktion der öffentlichen Hand wahr. Die Städte<br />
sind dabei nicht zuletzt entscheidende Player in den Projekten zum<br />
Nationalen Schaufenster Elektromobilität und den verschiedenen Länderprogrammen.<br />
Der deutsche Städtetag unterstützt ferner die Bestrebungen<br />
der Bundesregierung, durch eine engagierte Mobilitäts- und<br />
Kraftstoffstrategie auf die zügige Umrüstung der Fahrzeugflotten in ein<br />
postfossiles Zeitalter hinzuwirken. Dabei stellt sich angesichts knapper<br />
kommunaler Haushaltsmittel auch die Frage, wie die Ersteinführung<br />
von Elektrofahrzeugen staatlich gefördert und das preisliche Delta bis<br />
zur vollständigen Marktdurchdringung überbrückt werden kann, damit<br />
die Anforderungen an die Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit bei der<br />
kommunalen Beschaffung nicht zum Hemmschuh für die eingeleitete<br />
und vorgezeichnete Entwicklung werden.<br />
Präsident<br />
Christian Ude<br />
Gründungsjahr<br />
1905<br />
Schwerpunkt<br />
Kommunaler Spitzenverband dt. Städte<br />
Engagement<br />
Der Deutsche Städtetag ist die Stimme<br />
der Städte und der kommunale Spitzenverband<br />
der kreisfreien sowie der meisten<br />
kreisangehörigen Städte in Deutschland.<br />
Als Solidargemeinschaft der Städte vertritt<br />
er die Idee der kommunalen Selbstverwaltung<br />
gegenüber Bund, Ländern,<br />
Europäischer Union, staatlichen und<br />
nichtstaatlichen Institutionen sowie Verbänden.<br />
Seine Arbeit und Dienstleistungen<br />
orientiert der Deutsche Städtetag<br />
vor allem an den Anforderungen und<br />
Interessen der unmittelbaren Mitgliedsstädte<br />
sowie ihrer Bürgerinnen und Bürger.<br />
Der Deutsche Städtetag berät seine<br />
Mitgliedsstädte und informiert sie über<br />
alle kommunal bedeutsamen Vorgänge<br />
und Entwicklungen.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Thomas Kiel, Dezernat für Stadtentwicklung,<br />
Bauen, Wohnen und Verkehr<br />
post@staedtetag.de<br />
www.staedtetag.de<br />
72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73
Who is Who der Elektromobilität - ZVEI<br />
Who is Who der Elektromobilität - VCD<br />
ZVEI<br />
VCD<br />
Zentralverband Elektrotechnik- und<br />
Elektronikindustrie e. V.<br />
Verkehrsclub Deutschland e.V.<br />
Präsident<br />
Friedhelm Loh<br />
Vorsitzender der Geschäftsführung<br />
Dr. Klaus Mittelbach<br />
Gründungsjahr<br />
1918<br />
Schwerpunkt<br />
Elektrotechnik- und Elektronikindustrie<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Der ZVEI fördert die Einführung von<br />
Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben.<br />
Im Kompetenzzentrum Elektromobilität<br />
bündelt er das Wissen und die Erfahrung<br />
des Verbands und seiner Mitgliedsunternehmen.<br />
Insbesondere tritt der ZVEI für<br />
einen ganzheitlichen Ansatz ein: Elektroauto<br />
und Energie-Infrastruktur müssen<br />
jeweils Teil eines neuen Energiesystems<br />
sein. Die Elektromobilität als Initiator<br />
neuer Lösungen und Geschäftsmodelle<br />
bei Speicher- und Fahrzeugtechnik, Infrastruktur<br />
und Fertigungsindustrie sichert<br />
so die weltweite Führungsrolle des Innovationsstandortes<br />
Deutschland.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Herbert Zimmermann<br />
zimmermann@zvei.org<br />
www.zvei.org<br />
Der ZVEI fordert einen industrieübergreifenden Ansatz zum Aufbau<br />
eines Leitmarktes Elektromobilität. Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder<br />
bei der großen Herausforderung des Systemwechsels hin zu einer<br />
CO 2 -neutralen Mobilität? Welche unterstützenden Maßnahmen müssen<br />
von Seiten der Bundesregierung initiiert werden, um Wertschöpfung<br />
und Wohlstand im deutschen Mittelstand zu sichern?<br />
Mitglieder des ZVEI arbeiten mit in der Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />
In den bisherigen Fortschrittsberichten hat sie deutlich<br />
gemacht, in welcher bisher nicht bekannten Breite interdisziplinäre<br />
Zusammenarbeit erforderlich ist. So spielt Elektromobilität ihren Vorteil<br />
als abgasfreier, klimaneutraler Mobilitätsfaktor nur auf der Basis<br />
Erneuerbarer Energien aus. Volatile dezentrale Energieeinspeisung auf<br />
der einen und hunderttausende Ladevorgänge auf der anderen Seite<br />
brauchen jedoch ein intelligentes Stromnetz - das Smart Grid. Wer also<br />
nur das Auto und die Automobilindustrie im Blick hat, springt zu kurz.<br />
Das Smart Grid und eMobilität als Symbiose zu realisieren, ist eine gesellschaftliche<br />
Herausforderung für die Bürger, die Wirtschaft, die Wissenschaft<br />
und die Politik. Der ZVEI verlangt daher einen Masterplan für<br />
die nächsten Jahrzehnte - jenseits mancher tradierter Vorstellungen.<br />
Als fachkundiger Ansprechpartner für Entscheidungsträger in Politik,<br />
Wissenschaft und Wirtschaft steht der ZVEI mit seinem Kompetenzzentrum<br />
Elektromobilität zur Verfügung. In sieben Arbeitsgruppen wird<br />
hier definiert, was erforderlich ist, um tragfähige Konzepte für die Mobilität<br />
der Zukunft zu entwickeln, um Deutschland zu einem Leitmarkt und<br />
international zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen.<br />
Aus Sicht des ZVEI soll staatliches Geld vornehmlich in die Forschung<br />
und Entwicklung fließen - mit einem Schwerpunkt auf der Batterietechnologie,<br />
um verlorenes Terrain wieder gut zu machen und einen technologischen<br />
Vorsprung zu gewinnen. Subventionen beim Fahrzeugkauf<br />
stehen für den ZVEI nicht im Vordergrund. Jedoch würden steuerliche<br />
Begünstigungen dienstlicher eAutos den Absatz fördern. Der ZVEI<br />
schlägt vor, auch mit nicht-monetären Anreizen Elektroautos attraktiv<br />
zu machen, z.B. durch Bevorzugung bei innerstädtischem Parkraum<br />
oder das Mitbenutzen von Busspuren. Eine Aufgabe der Politik sieht er<br />
in der Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen, z.B. Lithium für Batterien.<br />
Wie sieht aus Sicht des VCD die Mobilität der Zukunft aus und welche<br />
Maßnahmen sind geeignet, um eine zunehmende intermodale Mobilität<br />
zu fördern?<br />
Die Mobilität der Zukunft wird sich gravierend verändern. Die Dominanz<br />
des Autos wird abnehmen, alternative Verkehrsmittel werden an<br />
Attraktivität gewinnen. Der Verkehr wird multimodal, d.h. mehr Wege<br />
werden mit Rad, Bahn oder zu Fuß zurückgelegt. Schon heute ist diese<br />
Veränderung in Städten zu beobachten. Die Landbewohner werden<br />
folgen, wenn ihre Problemwahrnehmung durch dauerhaft steigende<br />
Spritpreise zunimmt.<br />
Das Auto verliert seinen Stellenwert, besonders bei jungen Menschen.<br />
Die jungen Eliten sind zwar extrem mobil, doch: Nutzen statt besitzen,<br />
das ist die Zukunft des Automobils. Seine Bedeutung steigert das Auto<br />
als öffentliches Fahrzeug, als Taxi sowie Carsharing-Auto. In solchen<br />
Flotten spielt auch das Elektroauto eine große Rolle. Hier kann es ausprobiert<br />
und effektiv genutzt werden.<br />
Doch während die Politik recht einseitig auf die Elektromobilität des<br />
Autos setzt, besteht die Gefahr, dass sie den Anschluss bei anderen<br />
Entwicklungen, zum Beispiel im Radverkehr verpasst. Immer mehr<br />
Menschen steigen auf zwei Räder um, das gilt für das klassische Fahrrad<br />
genauso wie für das Elektrofahrrad. Auf Strecken bis zu zehn Kilometer<br />
werden Elektrofahrräder weiter an Bedeutung gewinnen und die<br />
Mobilität von Morgen maßgeblich mitbestimmen. Dafür gilt es heute<br />
das Radverkehrsnetz auszubauen, Verleihangebote zu schaffen sowie<br />
in Aufklärungskampagnen zur Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu<br />
investieren.<br />
Auch für den öffentlichen Verkehr wächst die Akzeptanz. Aufgrund steigender<br />
Benzinpreise werden Bus und Bahn zukünftig immer mehr eine<br />
Alternative zum Pkw. Wie im Fahrradbereich, müssen auch hier entsprechend<br />
gute Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört ein gut<br />
durchschaubares Tarifsystem, faire Preise und hohe Qualität. Nur dann<br />
werden die Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.<br />
Generell gilt, der öffentliche Raum wird zurückerobert. Menschen wollen<br />
nicht länger abgeschottet sein in einem Pkw, sondern mit Rad, S-Bahn<br />
oder zu Fuß ihre Umgebung erleben. Dafür nutzen sie die Verkehrsmittel<br />
situativer, die Qualität der Ortsveränderung rückt mehr in den Fokus.<br />
Die Abhängigkeit vom eigenen Auto nimmt ab, die Freiheit nimmt zu.<br />
Bundesvorsitzender<br />
Michael Ziesak<br />
Gründungsjahr<br />
1986<br />
Schwerpunkt<br />
Verkehrs- und Umweltpolitik<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Als gemeinnützige Organisation setzt<br />
sich der VCD für eine zukunftsfähige<br />
Verkehrspolitik ein. Der VCD macht sich<br />
stark für eine umwelt- u. sozialverträgliche,<br />
sichere und gesunde Mobilität.<br />
Zukunftsfähige Verkehrspolitik setzt auf<br />
eine intelligente Kombination aller Arten<br />
von Mobilität. Elektromobilität bedeutet<br />
mehr als die Förderung von eAutos.<br />
Elektrisch mobil sein - auch mit Rad und<br />
Bahn. Neben der kritischen Betrachtung<br />
von eAutos in der VCD Auto-Umweltliste<br />
berät der VCD im Projekt »Besser E-Rad<br />
kaufen« zu Kauf u. Nutzung von Elektrorädern.<br />
Um die Bahn attraktiver zu machen,<br />
werden u.a. jährlich Qualität und<br />
Service getestet und konkrete Verbesserungshinweise<br />
gegeben.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Gerd Lottsiepen<br />
gerd.lottsiepen@vcd.org<br />
www.vcd.org<br />
74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75
Who is Who der Elektromobilität - BITKOM<br />
Who is Who der Elektromobilität - Fraunhofer-Gesellschaft<br />
BITKOM<br />
Bundesverband Informationswirtschaft,<br />
Telekommunikation und neue Medien e.V.<br />
Fraunhofer-<br />
Gesellschaft<br />
Präsident<br />
Prof. Dieter Kempf<br />
Gründungsjahr<br />
1999<br />
Schwerpunkt<br />
Informationswirtschaft,<br />
Telekommunikation und neue Medien<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
BITKOM entwickelt in enger Kooperation<br />
mit den verschiedenen Akteuren der<br />
Energiewirtschaft, Automobilherstellern<br />
und IT-Unternehmen eine gemeinsame<br />
Systemarchitektur für Elektromobilität.<br />
Dafür werden Verbands- und fachübergreifend<br />
Plattformen zur Vernetzung<br />
bereitgestellt, die von BITKOM eigenen<br />
Koordinierungskreisen, über internationale<br />
Kongresse bis hin zu lokalen Projektpartnerschaften<br />
reichen.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Bernd Klusmann<br />
b.klusmann@bitkom.org<br />
www.bitkom.org<br />
Als Verband vertritt BITKOM die IT-, Telekommunikations- und Neue-<br />
Medien-Branche. Inwiefern betrifft der Systemwechsel hin zu einer<br />
CO 2 -freien Mobilität auch Ihre Mitglieder? Auf welche Weise unterstützen<br />
Sie Ihre Mitglieder?<br />
BITKOM begrüßt grundsätzlich die Förderung von Elektromobilität in<br />
Deutschland, fordert allerdings einen ganzheitlicheren Ansatz. Im Fokus<br />
der Entwicklung sollte nicht nur das Elektroauto stehen, sondern das<br />
System Elektromobilität als Kern eines künftigen intelligenten Verkehrssystems<br />
sowie als möglicher wichtiger Bestandteil eines intelligenten<br />
Energiesystems der Zukunft. Dieses umweltfreundliche, dezentrale und<br />
intelligente Stromnetz besteht aus vielen einspeisenden Energiequellen<br />
mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energien. Um das neue Netz zu<br />
steuern, bedarf es moderner IT-Technologie. Die ITK-Branche hat also<br />
- ähnlich wie der Motor im Auto der Zukunft - eine Schlüsselstellung.<br />
Im Rahmen der Neuen Mobilität stellt sich diese wie folgt dar: Die IT-<br />
Technik regelt den Informationsaustausch zwischen den einzelnen<br />
Netzelementen wie Fahrzeug, Ladestation und Netzbetreiber. So lässt<br />
sich beispielsweise die Ladeinfrastruktur kommunikativ an die Abrechnungsprozesse<br />
der Energieproduzenten anbinden. Der einzelne Kunde<br />
kann analog zur SIM-Karte im Handy nicht nur den Preis, sondern auch<br />
die Herkunft des Stroms nachvollziehen. Zudem besteht ein Informationsaustausch<br />
des Fahrzeugs mit der Umgebung. Die Frage, wann und<br />
wo die richtigen Tank- bzw. Ladestellen zu finden sind, ist dann nur<br />
noch eine Frage des Knopfdrucks.<br />
Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, dass die verschiedenen<br />
Akteure aus Energiewirtschaft, Automobilherstellern und IT-Unternehmen<br />
gemeinsam eine Systemarchitektur für Elektromobilität<br />
entwickeln. Dafür stellt BITKOM eine Plattform zur fachlichen Vernetzung<br />
sowie den Kontakt mit wichtigen Kunden und Systemlieferanten<br />
bereit. Im BITKOM-Koordinierungskreis Telematik und Navigation<br />
wird entsprechend branchenübergreifend auch mit BITKOM-Nichtmitgliedern<br />
der wissenschaftliche und technische Austausch gepflegt.<br />
Über die Verbandsgrenzen hinweg kooperiert BITKOM mit BDI, VDA,<br />
regionalen und internationalen ITS-Verbänden (ITS - Intelligente Transport<br />
Systeme). Gemeinsam mit diesen organisiert BITKOM jährlich verschiedene<br />
Fachkongresse, die die Leitanbieter aller beteiligten Industrien<br />
zusammenbringen. Außerdem ist BITKOM Netzwerk-Partner von<br />
Projekten wie der Berliner Agentur für Elektromobilität.<br />
Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation für anwendungsorientierte<br />
Forschung in Europa. Sie sind im Bereich der Elektromobilität<br />
gut aufgestellt und leisten mit dem Forum Elektromobilität<br />
auch einen wertvollen politischen Beitrag für eine Neue Mobilität.<br />
Welche politischen Maßnahmen müssen von Seiten der Bundesregierung<br />
umgesetzt werden, um Deutschland zukünftig als Leitmarkt zu<br />
positionieren?<br />
Die Bundesregierung hat mit dem Nationalen Entwicklungsplan, den<br />
Aktivitäten im Umfeld der Nationalen Plattform Elektromobilität, mit<br />
den Modellregionen, den Schaufenstern und den Leuchttürmen ein<br />
ganzes Bündel von Maßnahmen umgesetzt. Eine dieser Maßnahmen<br />
war die Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität. Mit den gesammelten<br />
Erfahrungen wissen wir bei Fraunhofer heute, wo die Potenziale<br />
liegen und wie diese erschlossen werden können.<br />
Elektroautos können einen großen Teil der individuellen Mobilitätsbedürfnisse<br />
auch in zukünftigen Dekaden nachhaltig und bezahlbar befriedigen.<br />
Zwar werden sie nicht alle Mobilitätsprobleme lösen, aber sie<br />
werden integraler Bestandteil der zukünftigen Mobilität sein. Die wesentliche<br />
Frage ist nicht nur, wie Deutschland Leitmarkt wird, sondern<br />
wie das Produkt Elektromobilität den deutschen und die internationalen<br />
Märkte erobert. Dazu sind Produkte und Dienstleistungen nötig, die den<br />
Wünschen des Kunden entsprechen. Im Bereich der Mobilität sind das<br />
vor allem Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort und natürlich müssen<br />
sich die Kosten daran orientieren, was der Kunde bereit ist zu zahlen.<br />
In der Markthochlaufphase können staatliche Anreize monetärer und<br />
nichtmonetärer Art Elektromobilität im Allgemeinen befördern. Hier<br />
sind neben der Bundesregierung vor allem die Landesregierungen<br />
und die Kommunen gefordert, kreativ den Rechtsrahmen auszuschöpfen<br />
und mögliche Hemmnisse zu beseitigen. Bei der Entwicklung und<br />
Durchsetzung international einheitlicher Standards und Vorschriften<br />
muss die Bundesregierung auf Technologieoffenheit achten, damit der<br />
technologische Fortschritt nicht ausgebremst wird. Wir müssen uns<br />
aber dessen bewusst sein, dass Elektromobilität nur dann am freien<br />
Markt bestehen wird, wenn es das bessere Produkt ist.<br />
Der interdisziplinäre Dialog zwischen Branchen, die bisher nur geringe<br />
Schnittmengen hatten, muss fortgesetzt und intensiviert werden.<br />
Durch die Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität haben wir gelernt,<br />
genau diese Schnittstellen zu bedienen.<br />
Präsident<br />
Prof. Reimund Neugebauer<br />
Gründungsjahr<br />
1949<br />
Schwerpunkt<br />
angewandte Forschung<br />
Engagement im Bereich eMobilität<br />
Mit der »Systemforschung Elektromobilität«<br />
verfolgt die Fraunhofer-Gesellschaft<br />
das Ziel, den Wandel zu einer nachhaltigen<br />
»All-electric Economy« wirkungsvoll<br />
zu unterstützen. Die Besonderheit des<br />
Ansatzes ist es, alle Wertschöpfungsstufen<br />
der Elektromobilität zu betrachten<br />
und aufeinander abgestimmt zu<br />
erforschen - von der Energieerzeugung,<br />
über den Transport und die Verteilung<br />
der Energie durch die Stromnetze, die<br />
Schnittstellen zwischen Stromnetz und<br />
Fahrzeug, die Energiespeicherung bis<br />
hin zu neuen Fahrzeugkonzepten mit einer<br />
neuen Infrastruktur sowie Nutzungsund<br />
Abrechnungskonzepten.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Prof. Holger Hanselka<br />
Hauptkoordinator Systemforschung<br />
Elektromobilität und Leiter des Fraunhofer-Instituts<br />
für Betriebsfestigkeit<br />
und Systemzuverlässigkeit LBF<br />
www.fraunhofer.de<br />
76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77
Who is Who der Elektromobilität - WWF<br />
WWF Deutschland<br />
World Wide Fund For Nature Germany<br />
ERSTE<br />
Präsident<br />
Prof. Dr. Detlev Drenckhahn<br />
Gründungsjahr<br />
1963<br />
Schwerpunkt<br />
Nichtregierungsorganisation<br />
Engagement<br />
Stopp der weltweiten Naturzerstörung<br />
und Senkung des ökologischen Fußabdrucks<br />
der Menschheit. Zu den Arbeitsschwerpunkten<br />
zählen Natur und<br />
Artenschutz, Klima-, Energie- und Agrarpolitik.<br />
Mitglied im Redaktionsteam der<br />
Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />
Ansprechpartner Elektromobilität<br />
Viviane Raddatz<br />
viviane.raddatz@wwf.de<br />
www.wwf.de<br />
Der WWF Deutschland hat sich im Rahmen der Nationalen Plattform<br />
Elektromobilität mehrfach kritisch gegenüber den Subventionsforderungen<br />
der deutschen Automobilindustrie geäußert. Welche Maßnahmen<br />
schlägt der WWF stattdessen vor, um bis 2020 die Zielmarke der<br />
Bundesregierung zu erreichen, eine Millionen Elektrofahrzeuge auf<br />
Deutschlands Straßen zu bringen?<br />
Der WWF Deutschland unterstützt grundsätzlich das 1-Million-Ziel der<br />
Bundesregierung. Aber wir wollen eine nachhaltige Marktentwicklung,<br />
die mit der Energiewende einhergeht und die Stärken der Elektromobilität<br />
betont. Eine finanzielle Förderung von Elektroautos muss transparent<br />
hergeleitet sein und die Einbindung ins Energienetz fördern. Eine<br />
reine Kaufprämie erfüllt diese Kriterien nicht. Im Gegenteil: sie ist kontraproduktiv.<br />
Der Ansatz vieler Hersteller, Verbrennungsmotoren eins<br />
zu eins durch Elektroantriebe zu ersetzen, leitet langfristig in die Irre.<br />
Elektroautos sind geeignet, das Auto auch aus Klimaschutzsicht neu zu<br />
erfinden. Sie sind die ideale Ergänzung für intermodale Mobilitätsketten.<br />
Hohe Reichweiten sind dafür nicht nötig. Elektrofahrzeuge können<br />
Energie speichern und so die Energiewende unterstützen. Sie bieten<br />
die Möglichkeit für neue Autokonzepte und effizienteres Design und<br />
sparen so zusätzlich Energie und Platz in den Städten. Solche Autos<br />
wollen wir unterstützen.<br />
Der WWF hat dazu gemeinsam mit anderen Mitgliedern der NPE ein<br />
eigenes Förderkonzept entwickelt: »Innovationsförderung in Deutschland<br />
für Erneuerbare Elektromobilität: I.D.E.E.«. Das Prinzip ist einfach:<br />
Geld bekommt, wer ein Auto mit einem intelligenten Zähler an Bord<br />
kauft und dieses so oft wie möglich ans Stromnetz anschließt. Je länger<br />
an der Steckdose, desto mehr Förderung. So können wir intelligente<br />
Elektroautos fördern, die ihre wichtige Energiespeicher und -pufferfunktion<br />
ausnutzen und gleichzeitig die Netze schützen.<br />
Darüber hinaus wollen wir Elektroautos durch eine grundlegende Reform<br />
der Dienst- und Firmenwagenbesteuerung fördern, welche die<br />
steuerliche Absetzbarkeit am CO 2 -Ausstoß ausrichtet. Dadurch bekämen<br />
Elektroautos automatisch am meisten steuerliche Förderung und<br />
würden für Firmenflotten besonders attraktiv. Das wichtigste Instrument<br />
für die Förderung von Elektroautos ist ein strenger CO 2 -Grenzwert<br />
für in der EU verkaufte Pkw von 80g CO 2 /km in 2020 und 60g CO 2 /km<br />
in 2025. Damit würden wesentlich mehr Elektroautos auf die Straßen<br />
kommen als durch die derzeit vorgeschlagene Mehrfachanrechnung.<br />
ELEKTRO<br />
FLOTTEN<br />
Lösungen für die Mobilitätsbedürfnisse von heute.<br />
78 Neue Mobilität
Erste Flotten - eBikes<br />
Erste Flotten - eBikes<br />
ezweiräder im Fokus<br />
Wissenswertes runD um eBikes, Pedelecs & Co.<br />
Pedelec<br />
Das Pedelec ist ein Fahrrad, das von einem eMotor unterstützt wird. Der Motor greift jedoch nur dann ein, wenn der Fahrer<br />
in die Pedale tritt. Das Pedelec bietet Unterstützung bis zu 25 km/h, kann durch Muskelkraft aber auch schneller bewegt<br />
werden.<br />
S-Pedelec<br />
Das S-Pedelec entspricht technisch dem Pedelec, unterstützt allerdings bis zu 45 km/h. Rechtlich gesehen handelt es sich<br />
hierbei nicht mehr um ein Fahrrad. Es ist versicherungspflichtig, darf nur mit Führerschein betrieben werden und es besteht<br />
Helmpflicht. Auch Radwege dürfen nicht genutzt werden.<br />
Pedelec mit Anfahrhilfe<br />
Pedelecs und S-Pedelecs gibt es auch mit einer Anfahrhilfe, welche rein elektrisches Fahren ohne Treten der Pedale bis zu<br />
einer bestimmten Geschwindigkeit erlaubt. Hiermit ändert sich allerdings - wie beim S-Pedelec - die rechtliche Bewertung.<br />
eBike<br />
Für eBikes gibt es keine feststehende Definition. Häufig wird der Name als Überbegriff für jegliche Art von Bikes mit eAntrieb<br />
oder eUnterstützung genutzt. Was der Definition eines eBikes am nächsten kommt, ist vielleicht das ELMOTO: Ein Bike ohne<br />
Pedale, das bis zu 45 km/h schnell fährt und über einen »Stromgriff« beschleunigt wird.<br />
Genau wie bei normalen Fahrrädern gibt es eine Vielzahl von Pedelec-Typen.<br />
Bei der Motorenwahl für Pedelecs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt: Ein<br />
Pedelec-Motor leistet bis zu 250 Watt, ein S-Pedelec bis zu 500 Watt. Bei Funbikes darf es auch<br />
mal mehr sein, dann allerdings auf Kosten der Zulassung.<br />
Vorderradmotor<br />
Der Motor sitzt an der Nabe des Vorderrads. Vorteile sind die bessere Gewichtsverteilung, die einfache Montage, sowie die<br />
freie Wahl der Gangschaltung und der Bremse am Hinterrad (z.B. ist so auch eine Rücktrittbremse möglich). Nachteile sind<br />
das trägere Lenkverhalten, schlechtere Traktion und ein allgemein weniger sportliches Fahrverhalten.<br />
Mittelmotor<br />
Der Mittelmotor sitzt direkt am Tretlager und gibt seine Kraft genau wie die Pedale an die Kette ab. Dadurch können eine<br />
optimale Gewichtsverteilung, sowie ein angenehm tiefer Schwerpunkt erreicht werden. Nachteile sind, dass andere Rahmenkonstruktionen<br />
erforderlich sind, da der zusätzliche Platz für den Motor eingeplant sein muss, sowie der höhere Kettenverschleiß,<br />
da diese die Kraft des Fahrers und des Motors übertragen muss.<br />
Hinterradmotor<br />
Der Motor sitzt an der Nabe des Hinterrades. Dadurch ergibt sich eine gute Traktion, da der Großteil des Gewichtes auf das<br />
Antriebsrad drückt. Dies ist bei Nässe und auf losem Untergrund von Vorteil. Andererseits kann diese ungleiche Gewichtsverteilung<br />
auch störend sein. Außerdem lässt der Hinterradantrieb bei der Bremse und auch der Schaltung wenig Spielraum.<br />
Pedelec-Akkus<br />
Akku-Typen<br />
Bei Pedelecs kommen eigentlich nur noch Lithium-Ionen-<br />
Akkus zum Einsatz.<br />
Trekking-/Tourenbikes sind ausgelegt auf lange<br />
Strecken. Sie zeichnen sich durch stabile, sportliche<br />
Rahmen, gute Gepäckträger und Akkus für<br />
hohe Reichweiten aus.<br />
City-/Urbanbikes sind ausgelegt auf den urbanen<br />
Verkehr und auf mittlere Reichweiten. Hier finden<br />
sich viele verschiedene Rahmentypen, von bequemen<br />
Tiefeinsteigern mit besonders aufrechter Sitzposition<br />
bis hin zu stylishen Designerbikes.<br />
Klappräder lassen sich platzsparend zusammenfalten<br />
und sind somit besonders für den Transport in<br />
Bahn und Auto geeignet. Sie sind die Spezialisten<br />
für die sogenannte letzte Meile.<br />
Funbikes sind nicht eindeutig zu definieren, bieten jedoch<br />
meist chicke Optik und viel Power. Beispiele sind<br />
das Blacktrail von PG Bikes oder das Grace One.<br />
Mountainbikes sind inzwischen auch in jeder erdenklichen<br />
Form elektrifiziert, vom Hardtail bis zum Fully.<br />
Mountainbike-Pedelecs sind gedacht für den sportlichen<br />
Einsatz auf Waldwegen und im Gelände. Der elektrische<br />
Rückenwind sorgt dafür, dass wirklich jeder die<br />
Berge hochkommt.<br />
Quelle: www.grace.de<br />
Reichweiten<br />
Die Reichweite eines Pedelecs hängt von mehreren<br />
Quelle: www.pg-bikes.com<br />
Faktoren ab. Die wichtigsten sind Akkukapazität, Gewicht<br />
von Rad und Fahrer, Stärke der Unterstützung<br />
sowie nicht zuletzt das Höhenprofil. Die exakte Reichweite<br />
lässt sich daher nicht angeben. Mit den Topmo-<br />
und S-Pedelecs achten?<br />
Rechtliches - worauf muss man bei Pedelecs<br />
§<br />
dellen einiger Hersteller lassen sich jedoch inzwischen<br />
Reichweiten deutlich jenseits der 100 km erreichen. Bei<br />
Pedelec<br />
Stadträdern sind solche Reichweiten jedoch gar nicht<br />
Rechtlich wird das Pedelec wie ein normales Fahrrad<br />
notwendig.<br />
betrachtet. Es besteht keine Helm- oder Versicherungspflicht,<br />
Radwege dürfen genutzt werden, es gibt kein<br />
Position<br />
Mindestalter.<br />
Der Akku eines Pedelec bringt einiges an Volumen und<br />
Gewicht mit sich, daher ist die Positionierung eine<br />
S-Pedelec und Pedelecs mit Anfahrhilfe<br />
wichtige Frage. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Auf<br />
Anders als Pedelecs sind diese rechtlich gesehen keine<br />
oder unter dem Gepäckträger ist die Befestigung am<br />
Fahrräder. Dadurch ändert sich einiges, was vom Fahrer<br />
leichtesten. Allerdings lastet so das ganze Gewicht auf<br />
beachtet werden muss. Für diese Bikes gilt sowohl<br />
dem Hinterrad und der Schwerpunkt wandert weit nach<br />
Helm-, als auch Versicherungspflicht. Außerdem dürfen<br />
oben. Eleganter ist die Integration an Sattelstütze oder<br />
sie nur von Inhabern eines Mofa-Führerscheins gefahren<br />
Unterrohr. Dies bedeutet jedoch wie bei der Nutzung<br />
werden, woraus sich ein Mindestalter von 15 Jahren ergibt.<br />
Hinzu kommt, dass Radwege nur bei abgeschalte-<br />
eines Mittelmotors, dass ein speziell angepasster Rahmen<br />
benötigt wird. Die Unauffälligste Variante ist das<br />
tem Motor genutzt werden dürfen und Einbahnstraßen<br />
Verstauen des Akkus im Rahmen. Dies ist ebenfalls in<br />
dürfen nicht gegen die Fahrtrichtung befahren werden.<br />
Sattelstütze und Unterrohr möglich. Außerdem gilt wie beim Auto die Promillegrenze von 0,5.<br />
80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81
Erste Flotten - The Mobility House<br />
Erste Flotten - G. Zwiehoff GmbH<br />
Tankst Du noch oder<br />
lädst Du schon?<br />
Zweiwege-<br />
Elektro-Rangiergerät<br />
Mit dem Energiepaket von ElectroDrive Europe ist das Laden sicher<br />
Das Elektro-Rangiergerät ROTRAC E2 im Einsatz<br />
Potenzielle Käufer von Elektroautos sollten künftig wesentlich<br />
besser beraten und über die Erfordernisse bei Ladebedarf<br />
und Installationstechnik in der Elektromobilität aufgeklärt<br />
werden. Denn alle Nutzer von Elektroautos benötigen einen<br />
Stromanschluss, der für das Laden einer Autobatterie auch<br />
tatsächlich ausgelegt ist. Weil es hieran mangelt, sollten<br />
die Hersteller von Elektroautos zunehmend ihr Augenmerk<br />
auf die Aspekte einer erweiterten Produkthaftung legen.<br />
OEMs kümmern sich derzeit vorwiegend um die Entwicklung,<br />
Produktion und Vermarktung von Elektroautos. Im<br />
Hinblick auf die Ladung wird jedoch - trotz anderslautender<br />
Empfehlungen vom TÜV oder des European Committee<br />
for Electronical Standardization (CEN) - oft auf bestehende<br />
Steckdosen verwiesen. Was »kinderleicht« den Einstieg in<br />
das neue eZeitalter erleichtern soll, berücksichtigt die Gegebenheiten<br />
von notwendigen, technischen Voraussetzungen<br />
beim elektrischen Hausanschluss allerdings nicht.<br />
Normierungen für die Elektromobilität werden derzeit erst<br />
ausgearbeitet. Die Steckdose in der heimischen Garage entspricht<br />
dabei keineswegs den künftigen Vorgaben: Endkunden<br />
erfahren gerade, dass das Laden an der Steckdose oft<br />
mit Problemen verbunden ist und das Elektroauto gar nicht<br />
geladen werden kann. Die Gründe liegen meistens in der dahinter<br />
liegenden Installation (Zuleitungslänge und -durchmesser,<br />
Kabeltypen, Verlegungsarten, Absicherungen). Die<br />
Beschwerde beim Autohersteller ist vorprogrammiert.<br />
Der Autohersteller sollte im Rahmen einer erweiterten Produkthaftung<br />
eine Sorgfaltspflicht hinsichtlich einer sicheren<br />
Ladung wahrnehmen. Andernfalls kann dies zu Imageschäden<br />
sowie teuren Rückrufaktionen führen. Einige Autohersteller<br />
weisen bereits auf Sicherheitsrisiken hin und bieten<br />
über den eMobility-Dienstleister The Mobility House den<br />
Service des »sicheren Anschlusses« mit an. Ähnlich verfahren<br />
auch RWE, EDF, DB Energy oder SPX. Ziel ist es, dem<br />
Kunden - auch auf Empfehlung des Händlers - für die nahe<br />
Zukunft Lösungen anbieten zu können, die neben der Ladestation<br />
Bestandteil einer sicheren und leistungsfähigen<br />
Ladevorrichtung sind. Dieser Anschluss ist auch das Tor zu<br />
einer neuen Rolle des Elektroautos als Energiespeicher.<br />
Auch der BEM geht - ganz im Auftrag der Neuen Mobilität<br />
- hier mit gutem Beispiel voran. Ab Ende Oktober lädt Präsident<br />
Kurt Sigl seinen Ampera sicher und schnell an einer<br />
Ladestation von ElectroDrive Europe. Gleichzeitig ist für die<br />
CO 2 -freie Mobilität gesorgt. Denn der verbriefte Fahrstrom<br />
in Höhe von 15.000 km jährlich stammt aus 100% Erneuerbaren<br />
Energien.<br />
Dr. Eva Maria Ritter // The Mobility House<br />
www.mobilityhouse.com // www.electrodrive-europe.com<br />
Klein, kompakt und äußerst leistungsstark. Das ist das<br />
batteriebetriebene Zweiwege-Rangiergerät der G. Zwiehoff<br />
GmbH. Es kann problemlos 250 Tonnen ziehen und dabei<br />
spielend zwischen Schienen- und Straßenbetrieb wechseln.<br />
Der ROTRAC E2 ist überall dort, wo Lokomotiven und Waggons<br />
bewegt werden müssen, äußerst flexibel einsetzbar. Er<br />
kann in Industrie-, Recycling- und Verkehrsbetrieben optimal<br />
genutzt werden, aber auch bei Herstellern oder Reparaturwerken<br />
von Schienenfahrzeugen wertvolle Dienste leisten.<br />
Hinter diesem weltweit einmaligen Fahrzeug steckt eine ausgefeilte<br />
Technologie, die in Zusammenarbeit mit Linde MH<br />
entwickelt und realisiert wurde. Der ROTRAC E2 verfügt über<br />
eine elektronische Allrad-/Starrachslenkung mit hohem<br />
Drehmoment. So kann das robuste Gerät mit seinen vier<br />
elektrischen Radnabenmotoren, die über eine Boostfunktion<br />
verfügen (hohe Anfahrleistung), bis zu 250 t ziehen.<br />
Gleichzeitig hat es bei der Benutzung auf Asphalt durch<br />
seine kompakte Bauweise (LxBxH: 2 m x 1,8 m x 1,2 m) und den<br />
vollsynchronisierten Einzelradantrieb einen extrem kleinen<br />
Wenderadius (0,9 m). Mit Hilfe der benutzerfreundlichen<br />
Funkfernsteuerung kann das Zweiwege-Elektro-Rangiergerät<br />
problemlos auf verschiedenen Spurweiten aufgegleist<br />
werden oder zwischen den Gleisen wechseln.<br />
Für den Antrieb wird eine 48 V- /420 Ah-Traktionsbatterie<br />
verwendet, die sowohl für einen hohen Wirkungsgrad (der<br />
Wechsel-Akku reicht für eine Schicht), als auch für große<br />
Sicherheit sorgt. Zusätzlich wird die Energieeffizienz des<br />
Kraftpakets durch Energierückgewinnung beim Bremsen gesteigert,<br />
so dass es abgasfrei und emissionsarm fährt. Enorme<br />
wirtschaftliche und ökologische Einsparpotenziale sind<br />
also garantiert.<br />
Zu den wirtschaftlichen Vorteilen für Betriebe gehört außerdem<br />
ein umfangreicher Service und hohe Arbeitssicherheit.<br />
Die G. Zwiehoff GmbH hat bei der Entwicklung viel Wert auf<br />
ein wartungsarmes Gesamtkonzept gelegt. Es wurden wenig<br />
unterschiedliche Bauteile, verschleißarme Schienenräder<br />
und eine wartungsfreie AC-Technologie verwendet. Durch<br />
die ausgleichende und nachregelnde Schienenführung ist<br />
höchste Entgleisungssicherheit gewährleistet. Sollten dennoch<br />
Probleme auftreten, verfügt das Rangiergerät über ein<br />
On-Board-Diagnosesystem. Beim ROTRAC E2 wurden außerdem<br />
Serienkomponenten aus der Linde-Antriebstechnik verwendet,<br />
so dass ein weltweites Servicenetz vorhanden ist.<br />
Stephan Zwiehoff<br />
G. Zwiehoff GmbH<br />
stephan.zwiehoff@zwiehoff.com<br />
www.zwiehoff.com<br />
82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83
Erste Flotten - e-miglia 2012<br />
Erste Flotten - BeM bei der e-miglia 2012<br />
e-miglia 2012<br />
Mit Spaß und rund 20.- Euro Verbrauchskosten elektrisch durch vier Alpenländer<br />
Elektrisch in 5 Tagen<br />
durch 4 Länder<br />
Das BEM-Team bei der e-miglia 2012<br />
DAS SPÄTERE SIEGERTEAM HASLREITER / LG SOLAR IM TESLA ROADSTER AM START DER E-MIGLIA 2012<br />
Benjamin Franke, Alexander Böhm und BEM-Präsident Kurt Sigl mit Emilia Elettrica bei der Eröffnungsveranstaltung in München<br />
• Gleichmäßigkeitsrallye durch vier Alpenländer: 817 km<br />
durch D-AUT-I-CH<br />
• Von München über Rosenheim, Salzburg, Bruck, Großglockner<br />
Hochalpenstraße & Bozen nach St. Moritz<br />
• Die Protagonisten: BMW Mini E, Lampo3, Mercedes E-Cell,<br />
Nissan Leaf, Peugeot iOn, Tesla Roadster, TWIKE Active,<br />
Zerotracer, Zero DS<br />
Team Haslreiter / LG Solar gewinnt die e-miglia 2012<br />
Hans Haslreiter und Wolfgang Schöner, unterwegs im Tesla<br />
Roadster, sind die neuen Champions der e-miglia: »Wir sind<br />
überglücklich, aber auch ein bisschen geschafft. Die letzten<br />
Tage waren doch anstrengender als vor dem Start angenommen«,<br />
sagt ein sichtlich erleichterter Wolfgang Schöner.<br />
TÜV SÜD mit zwei Teams auf dem Siegerpodest<br />
Auf Platz 2 folgt das Team von TÜV SÜD II um Volker Blandow<br />
und Stefan Rentsch in einer Mercedes Benz A-Klasse E-Cell.<br />
Die beiden sind erleichtert: »Als wir in die letzte Etappe gestartet<br />
sind, ist uns bewusst geworden, dass wir plötzlich<br />
etwas verlieren können. Wir sind mit dem Ziel gestartet, nur<br />
keine Fehler mehr zu machen und jetzt sind wir über das<br />
Ergebnis einfach glücklich«, resümiert Volker Blandow. Den<br />
Erfolg von TÜV SÜD komplettiert das zweite Team. Bei der<br />
letzten Etappe verteidigten Werner Kraus und Ralph Urbanek<br />
den dritten Platz im BMW Mini E.<br />
Zerotracer-Swisslife Team siegt in Zwei- und Dreiradklasse<br />
Frank Loacker und Marc Kudling im Designwerk Zerotracer<br />
sicherten sich den Sieg in der kombinierten Zwei- und Dreiradklasse<br />
und ließen dabei die Zero DS von m+p e-mobility 1,<br />
sowie die vier wacker kämpfenden Teams TWIKE hinter sich.<br />
Effizienzpreis von St. Moritz - mit umgerechnet 4,7 Liter<br />
Verbrauch auf 800 km<br />
In der Energiestadt St. Moritz, Zielort der e-miglia, setzt man<br />
stark auf Umweltbewusstsein und lobte einen Effizienzpreis<br />
für den geringsten Energieverbrauch aus. Der Preis von 2.000<br />
Schweizer Franken ging nicht ganz unerwartet an das Team<br />
TWIKE young engineers mit Alex und Toni Westermann.<br />
Die e-miglia wird auch im Jahr 2013 durchgeführt<br />
Spannende Neuerungen sind in Planung und werden in Kürze<br />
auf der offiziellen Website veröffentlicht.<br />
www.e-miglia.com<br />
Vom 12. bis 16. August 2012 startete die e-miglia bereits im<br />
dritten Jahr ihre Tour durch vier Alpenländer. Was 2010 noch<br />
als ein großes Abenteuer für Teilnehmer, Partner und Veranstalter<br />
begann, hat sich heute etabliert. In vier Tagesetappen<br />
führte der Weg von München über Österreich nach Italien<br />
und endete im Schweizer Feriendomizil St. Moritz.<br />
Der Bundesverband eMobilität war wie in den vergangenen<br />
Jahren als Medienpartner vor Ort dabei - auch dieses Mal<br />
wieder vollelektrisch. Benjamin Franke und Alexander Böhm<br />
begleiteten die Rallye in einem Mitsubishi i-MiEV, der vom<br />
BEM-Mitgliedsunternehmen Mitsubishi Motors Germany<br />
GmbH zur Verfügung gestellt wurde.<br />
Vor dem offiziellen Startschuss lud BEM-Mitglied TÜV Süd<br />
zur offiziellen Kick-Off Veranstaltung im Deutschen Museum<br />
in München. Fahrzeuge und Teams wurden Medienvertretern<br />
und der Öffentlichkeit vorgestellt.<br />
»Seit einigen Jahren besuche ich unzählige Kongresse und<br />
Symposien, auf denen Fachleute unter sich darüber sprechen,<br />
was möglich ist und was nicht. Aber wir müssen jetzt<br />
Elektromobilität auf die Straße bringen und den Menschen<br />
zeigen, dass es funktioniert. Die e-miglia bietet die Möglichkeit,<br />
dies eindrucksvoll zu demonstrieren«, so BEM-Präsident<br />
Kurt Sigl im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz.<br />
Gleich zu Beginn wartete die wohl größte Herausforderung<br />
der gesamten Rallye: der Großglockner. Die 14,4 Kilometer<br />
lange Passauffahrt galt es im Rahmen einer Sonderprüfung<br />
in 12 Minuten zu absolvieren. Zielpunkt war die Edelweißspitze,<br />
der höchste befahrbare Ort Österreichs auf einer<br />
Höhe von knapp 2.600 Metern. Zur Belohnung gab es ein<br />
spektakuläres Bergpanorama. Dieser schwierige Auftakt<br />
verlangte den Teilnehmern und ihren Fahrzeugen einiges<br />
ab, da neben der Straße auch der Ladestand der Batterien<br />
höchste Aufmerksamkeit forderte. Auf die Überquerung des<br />
Großglocknerpasses folgten noch weitere 70 Kilometer bis<br />
zum heißersehnten nächsten Energieschub. Ein Ziel, welches<br />
das BEM-Presseteam an seine Grenzen brachte. Knapp 5 Kilometer<br />
vor dem Ziel waren sie auf die Hilfsbereitschaft der<br />
Einheimischen angewiesen. »Glücklicherweise war es nicht<br />
schwierig, eine Steckdose zu finden. Endlich im Ziel erfuhren<br />
wir, dass wir mit diesem Schicksal nicht alleine waren.<br />
Auch andere Teilnehmer fielen der anspruchsvollen Streckenführung<br />
zum Opfer«, erklärte BEM-Vorstandsassistent<br />
Benjamin Franke.<br />
Der BEM gratuliert allen Teilnehmern - darunter die BEM-Mitgliedsunternehmen<br />
TÜV SÜD, Energiebau, m+p consulting<br />
sowie Schletter - zur erfolgreichen Überquerung der Alpen.<br />
Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr..!<br />
84 Neue Mobilität Neue Mobilität 85
Erste Flotten - German e-Cars<br />
Erste Flotten - AIT Austrian Institute of Technology GmbH<br />
Neue Anforderungen im<br />
Flottenmanagement<br />
eMobilität im<br />
Nutzfahrzeugbereich<br />
German E-Cars mit dem PLANTOS<br />
Elektrotransporter PLANTOS von German E-Cars<br />
Grüne Mobilität in Flotten auf dem Vormarsch<br />
Es steht fest, dass die Elektrofahrzeuge aus dem Hause<br />
German E-Cars den Kinderschuhen entwachsen sind und<br />
sich bereits jetzt als leistungsstarke Konkurrenz zum herkömmlichen<br />
Benzinantrieb auch im Nutzfahrzeugbereich<br />
präsentieren.<br />
PLANTOS: Eine umweltfreundliche Alternative mit vielfältigen<br />
Einsatzmöglichkeiten. Mit maximal 85 kW Leistung<br />
und 230 Nm Drehmoment ist der Elektrotransporter eine<br />
praxistaugliche Mobilitätslösung für Ballungsräume. Er ist<br />
sowohl als Pritschen- oder Kastenwagen als auch als Kombi<br />
mit bis zu neun Sitzplätzen verfügbar. Darüber hinaus elektrifiziert<br />
German E-Cars auch das reine Normalfahrgestell, um<br />
Platz für einen individuellen Aufbau und die Anpassung an<br />
die jeweiligen Kundenbedürfnisse zu ermöglichen. Mit einer<br />
variantenabhängigen Nutzlast von bis zu über zwei Tonnen<br />
und einer stark verringerten Lärmemission können vielfältige<br />
Transportaufträge künftig klima- und emissionsneutral<br />
erledigt werden.<br />
Bei einer maximalen Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern<br />
erzielt der PLANTOS eine Reichweite von bis zu 120<br />
Kilometern mit einer Akku-Ladung. In speziellen Einsatzbereichen,<br />
beispielsweise auf dem Vorfeld von Flughäfen, ermöglicht<br />
eine elektronische Begrenzung der Abgabeleistung<br />
des eAntriebes eine positive Reichweitenverlängerung des<br />
PLANTOS.<br />
Auch in kalten Jahreszeiten lässt der elektrische Transporter<br />
von German E-Cars niemanden im Stich. Mit seiner umweltfreundlichen<br />
Bioethanol-Heizung, die zur Standardausstattung<br />
gehört, sorgt er für optimales Klima - und maximale<br />
Reichweite. Der elektrische Transporter ist das erste bereits<br />
verfügbare Nutzfahrzeug auf dem Markt aus deutscher Produktion.<br />
Die erste Kleinflotte mit elf Fahrzeugen hat bereits<br />
im August diesen Jahres die Produktionshallen in Grebenstein<br />
verlassen.<br />
Individuelle Kundenbetreuung und Flexibilität zeichnen das<br />
BEM-Mitgliedsunternehmen German E-Cars aus. Das Team<br />
von German E-Cars erarbeitet gern gemeinsam mit Ihnen<br />
ein optimales Umsetzungskonzept zur Elektrifizierung Ihrer<br />
Fahrzeugflotte.<br />
Olga Mikulska // German E-Cars GmbH<br />
www.german-e-cars.de<br />
Elektrofahrzeuge gelten als Hoffnungsträger für eine umweltfreundliche<br />
Mobilität der Zukunft. Allerdings bestehen<br />
auf Grund der beschränkten Reichweite derzeit noch<br />
Hemmschwellen zur Nutzung. Im breiten öffentlichen Fokus<br />
steht bisher der Einsatz von Elektrofahrzeugen im privaten<br />
Bereich - für den Transport von Gütern und Personen im<br />
wirtschaftlichen Bereich stellt die Elektromobilität neue Anforderungen<br />
an das Flottenmanagement. Jakob Puchinger,<br />
Projektleiter für Logistik und Intermodalität am Mobility<br />
Department des AIT Austrian Institute of Technology, sieht<br />
die Integration der Elektromobilität in die Logistik als wesentliche<br />
Fragestellung. »Vor allem gemischte Flotten aus<br />
konventionellen Elektro- und Hybridfahrzeugen werden<br />
durch unterschiedliche Tank- bzw. Ladezeiten und Reichweiten<br />
neue Anforderungen im Flottenmanagement mit<br />
sich bringen«, hebt Jakob Puchinger hervor.<br />
Dabei spielen die Entwicklung und rasche Markteinführung<br />
kostengünstiger Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge eine zentrale Rolle,<br />
da durch diese insbesondere die bestehende Reichweitenangst<br />
beim Endkunden genommen und gleichzeitig eine<br />
große Breitenwirkung erzielt werden kann. Zusammen mit<br />
internationalen Industriepartnern untersucht das AIT Mobility<br />
Department in aktuellen Forschungsprojekten gezielt den<br />
Einsatz von Elektrofahrzeugen in größeren gemischten Flotten<br />
für den privaten und öffentlichen Sektor, um den Roll-out der<br />
Elektromobilität zusätzlich zu fördern. Neue Aspekte wie der<br />
Einsatz gemischter Flotten, die intermodale Vernetzung und<br />
Fleet-Sharing werden untersucht, um Unternehmen ein für<br />
ihre Bedürfnisse maßgeschneidertes Flottenkonzept zu bieten.<br />
Dafür werden neuartige Methoden für das strategische,<br />
taktische und operationale Flottenmanagement entwickelt,<br />
wobei die speziellen Anforderungen der Elektromobilität besonders<br />
berücksichtigt werden.<br />
Ziel ist es, Flottenbetreibern mehr Sicherheit und Flexibilität<br />
zu bieten. Am AIT Austrian Institute of Technology wird zur<br />
Lösung der damit verbundenen Herausforderungen ein ausgefeilter<br />
Methodenmix aus Datenerfassung, Datenanalyse,<br />
Modellierung und Optimierung eingesetzt. Das optimierte<br />
Flottenmanagement und die effiziente Tourenplanung schaffen<br />
eine Win-Win-Situation: Sie verringern nicht nur die Belastung<br />
für die Umwelt, sondern bringen auch eine erhebliche<br />
Zeit- und Kostenersparnis.<br />
Jakob Puchinger<br />
AIT Austrian Institute of Technology GmbH<br />
jakob.puchinger@ait.ac.at<br />
www.ait.ac.at/mobility<br />
86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87
Erste erste Flotten flotten - carsharing<br />
erste flotten Erste - carsharing Flotten -<br />
Carsharing<br />
Anbieter, Fahrzeugtypen, Preise und Handling im Überblick<br />
Aktuell sind deutschlandweit rund 130 Carsharing-Anbieter in über 300 Städten aktiv. Sie stellen an 2.700 Leih-Stationen<br />
knapp 5.600 Fahrzeuge zur Verfügung. Hinzu kommen die neuen Angebote der Automobilhersteller, die seit 2011 verstärkt<br />
in das Geschäft mit der Kurzzeitmiete drängen. Im Unterschied zu den bereits etablierten Anbietern zielen sie auf eine neue<br />
Nutzergruppe ab: den spontanen Kurzzeitnutzer, der via Smartphone das nächste freie Auto in unmittelbarer Umgebung<br />
sucht. Auch wenn die einzelnen Angebote ähnlich funktionieren, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Angefangen beim<br />
Abrechnungsmodell, über die Abgabe der Fahrzeuge bis hin zum Einsatz von Elektrofahrzeugen, die wir im Folgenden anhand<br />
der 10 größten Carsharing-Anbieter für Sie aufbereitet haben.<br />
Anzahl Fahrzeuge/<br />
Fahrberechtigte<br />
Geschäftsgebiet Fahrkosten*/Abrechnung Monatsbeitrag<br />
Anmeldegebühr<br />
Reservierung/<br />
Buchung<br />
Zugang zum<br />
Fahrzeug<br />
Fahrzeugrückgabe<br />
eAuto<br />
book-n-drive<br />
book-n-drive.de<br />
Fahrzeuge: 300 eigene<br />
(zudem Kooperation mit<br />
Flinkster)<br />
Fahrberechtige: circa 9.200<br />
Rhein-Main-Gebiet (u.a.<br />
Frankfurt, Mainz, Wiesbaden)<br />
Abrechnung stundenweise<br />
3,00-6,00 Euro/Stunde; zzgl. 2,00 Euro<br />
Grundpreis je Fahrt; zzgl. 0,25-0,37 Euro/<br />
km; 30-60 Festpreis/Tag<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
Nur in Kooperation mit<br />
flinkster. Keine eigenen<br />
eAutos.<br />
cambio CarSharing<br />
cambio-carsharing.de<br />
car2go<br />
car2go.com<br />
Fahrzeuge: 975<br />
Fahrberechtigte: circa<br />
35.000<br />
Fahrzeuge: 2.450 in D.<br />
Berlin: 1.000; Ulm: 300<br />
Hamburg: 500; Düsseldorf:300<br />
Köln: 350;<br />
Fahrberechtigte: circa 70.000<br />
15 Städte, (Aachen, Berlin,<br />
Bielefeld, Bonn, Bremen,<br />
Bremerhaven, Hamburg,<br />
Jülich, Köln, Lüneburg, Oldenburg,<br />
Saarbrücken,<br />
Uelzen, Winsen, Wuppertal)<br />
Berlin, Düsseldorf, Hamburg,<br />
Köln, Ulm<br />
Abrechnung stundenweise<br />
1,70 Euro-4,90 Euro/Stunde (je nach Fahrzeuggröße)<br />
21-49 Festpreis/Tag; Kilometerpreis:<br />
bis km 100 je km inkl. Treibstoff:<br />
0,25-0,38 Euro (je nach Fahrzeuggröße); Ab<br />
km 101 je km inkl. Treibstoff: 0,21-0,27 Euro<br />
(je nach Fahrzeuggröße)<br />
Abrechnung im Minutentakt<br />
Fahren: 0,24 - 0,29 Euro/Minute (je nach<br />
Stadt); ab dem 21. Kilometer zusätzlich<br />
0,24-0,29 Euro/km; Parken: 0,<strong>09</strong> Euro/<br />
Minute; 12,90 Euro/Stunde; 39,00 Festpreis/Tag<br />
Nein Keine Kostenlose Buchung über Internet und<br />
Smartphone App.<br />
Telefonische Buchungen kosten 1,50 Euro<br />
pro Anruf<br />
3-25 Euro/Monat 30 Euro Kostenlose Online-Buchung via Internet<br />
und Smartphone App.<br />
Telefonische Buchungen kosten 0,25<br />
Euro je Anruf.<br />
Nein<br />
9,90 Euro in<br />
Berlin, Köln,<br />
Düsseldorf;<br />
19 Euro in Ulm<br />
und Hamburg<br />
On-Deman-Carsharing:<br />
Spontan-Nutzung ohne vorherige Reservierung<br />
möglich.<br />
Kostenlose Online-Reservierung (Internet<br />
und Smartphone App) bis 15 Minuten vor<br />
Fahrtantritt.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Zündung mittels PIN-Code und Zündschlüssel<br />
im Handschuhfach (Fahrzeuge<br />
mit Bordcomputer). Bei Fahrzeugen<br />
ohne Bordcomputer befindet sich der<br />
Schlüssel im elektronischem Tresor an<br />
der Ausleihstation, zu öffnen mit der<br />
Kundenkarte.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Zündung mit PIN-Code und Zündschlüssel<br />
im Handschuhfach.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
One-Way-Carsharing: Das Fahrzeug kann<br />
überall innerhalb des Geschäftsgebiets<br />
abgestellt werden. Verriegelung des<br />
Fahrzeugs mit dem RFID-Chip. Standortübergreifende<br />
Nutzung geplant (z.B.<br />
Fahrten von Düsseldorf nach Köln, etc.)<br />
Mitsubishi iMiEV in Köln<br />
und Hamburg.<br />
Deutschlandweit bislang<br />
25 elektrisch angetriebene<br />
smart fortwo electric drive<br />
in Ulm. Weltweit sind über<br />
600 smart fortwo electric<br />
drive im Einsatz.<br />
Citroën Multicity<br />
Carsharing<br />
multicity-carsharing.de<br />
seit 05.<strong>09</strong>.2012<br />
Fahrzeuge: 100 in Berlin,<br />
500 geplant (zudem Kooperation<br />
mit flinkster)<br />
Fahrberechtigte: noch keine<br />
Angabe<br />
Berlin<br />
Abrechnung im 10-Minutentakt<br />
Starter-Tarif: 2,50 Euro pro 10 Minuten<br />
Fahrtzeit. Keine Grundgebühr, keine Mindestmietdauer<br />
und auch keine Parkkosten;<br />
Vielnutzer-Tarif: 2,00 Euro pro 10 Minuten<br />
Fahrtzeit und eine monatliche Grundgebühr<br />
von 10 Euro; Tageshöchstpreis: 39 Euro<br />
0-10 Euro ( Starter- oder<br />
Vielnutzer-Tarif)<br />
25 Euro On-Deman-Carsharing:<br />
Spontan-Nutzung ohne vorherige Reservierung<br />
möglich; Kostenlose Online-<br />
Reservierung (Internet und Smartphone<br />
App) bis 15 Minuten vor Fahrtantritt.<br />
Die telefonische Buchung kostet 1,80<br />
Euro pro Anruf.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Zündschlüssel im Handschuhfach<br />
One-Way-Carsharing:<br />
Das Fahrzeug kann überall innerhalb<br />
des Geschäftsgebiets abgestellt werden.<br />
Verriegelung des Fahrzeugs mit der<br />
Kundenkarte.<br />
Ausschließlich Citroën<br />
C-Zero Elektroautos.<br />
Drive-CarSharing<br />
GmbH<br />
drive-carsharing.de<br />
Fahrzeuge: 357 eigene<br />
(zudem Kooperation mit<br />
Flinkster)<br />
Fahrberechtigte: 3.795<br />
27 Städte (u.a. Düsseldorf,<br />
Dortmund, Köln, Bremen,<br />
Hamburg, München, Nürnberg,<br />
Wolfsburg)<br />
Abrechnung stundenweise<br />
3,25-7,25Euro; zzgl. Spritpauschale<br />
0,16-0,20 Euro/km; 25 Freikm/Stunde,<br />
je Mehrkilometer 0,08 Euro; 39-79 Euro<br />
Festpreis/Tag<br />
10 Euro 50 Euro Kostenlose Buchung über Internet und<br />
Smartphone App.<br />
Telefonische Buchungen kosten 1 Euro<br />
pro Anruf<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Zündschlüssel im Handschuhfach.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe<br />
erfolgt an der Station, an der es<br />
ausgeliehen wurde. Verriegelung des<br />
Fahrzeugs mit der Kundenkarte.<br />
Verschiedene eAutos u.a. in<br />
Düsseldorf, Köln, Bremen, Nürnberg<br />
und München; ab Herbst 2012: 32<br />
zusätzliche eAutos in Düsseldorf<br />
(u.a. 12 Opel Ampera); 32 eAutos<br />
in Essen (20 Opel Ampera, 10 smart<br />
fortwo electric drive, 2 Nissan Leaf).<br />
DriveNow<br />
drive-now.com<br />
Fahrzeuge: 1.000 in D.(ab<br />
Oktober 2012 1.250); 500 in<br />
Berlin (600 geplant); 300 in<br />
München; 200 in Düsseldorf;<br />
250 in Köln (ab Oktober 2012)<br />
Fahrberechtigte: circa 47.000<br />
Berlin, München, Düsseldorf,<br />
ab Herbst 2012 in Köln<br />
Abrechnung im Minutentakt<br />
Fahren: 0,29 Euro/Minute<br />
Parken: 0,10 Euro/Minute<br />
Nein 19 Euro On-Deman-Carsharing: Spontan-Nutzung<br />
ohne vorherige Reservierung möglich.<br />
Kostenlose Online-Reservierung bis 15<br />
Minuten vor Fahrtantritt.<br />
Der Zugang zum Fahrzeug erfolgt über<br />
einen RFID-Chip auf dem Führerschein<br />
des Nutzers. Zündung mit PIN-Code.<br />
One-Way-Carsharing:<br />
Rückgabe/Parken überall innerhalb<br />
des Geschäftsgebiets möglich.<br />
Verriegelung des Fahrzeugs mit dem<br />
RFID-Chip.<br />
In Deutschland bisher keine<br />
eAutos. In San Francisco/USA<br />
sind seit Juni 2012 70 BMW<br />
ActiveE im Einsatz.<br />
Flinkster<br />
flinkster.de<br />
Fahrzeuge: 2.500 (im Verbund<br />
mit regionalen Partnern);<br />
Fahrberechtigte: 190.000<br />
(im Verbund mit regionalen<br />
Partnern)<br />
140 Städte Abrechnung stundenweise<br />
Fahren: 2,30-8,00 Euro/Stunde (ja nach<br />
Fahrzeuggröße); 39-70 Euro Festpreis/Tag<br />
Verbrauchspauschale (Strom/Kraftstoff ) je<br />
km 0,18-0,20 Euro<br />
Nein<br />
50 Euro ohne<br />
Bahncard<br />
0 Euro mit<br />
Bahncard<br />
Kostenlose Buchung via Internet und<br />
Smartphone App.<br />
Telefonische Buchungen kosten 1,50 Euro<br />
pro Anruf.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser.<br />
Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach<br />
oder im Schlüssel-Tresor,<br />
der sich ebenfalls mit der Kundenkarte<br />
öffnen lässt.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
100 e-Flinkster u.a. in Berlin,<br />
Hamburg und Frankfurt/Main,<br />
Stuttgart und Saarbrücken.<br />
Greenwheels<br />
greenwheels.com<br />
Fahrzeuge: 270 in D.<br />
Fahrberechtigte: keine<br />
Angaben<br />
22 Städte (u.a. Hamburg,<br />
Rostock, Berlin, Potsdam,<br />
Braunschweig, Dresden, Nürnberg,<br />
München, Ruhrgebiet,<br />
Düsseldorf )<br />
Abrechnung stundenweise<br />
2,00-3,00 Euro/Stunde plus 0,10 -0,15 Euro<br />
pro Kilometer (je nach Fahrzeuggröße)<br />
22-29 Festpreis/Tag<br />
5 Euro/Monat<br />
(im Jahresabo)<br />
25 Euro Kostenlose Buchung über Internet, Smartphone<br />
App und Telefon (automatisiert).<br />
Buchungen über einen CallCenter-Mitarbeiter<br />
kosten 1 Euro je Anruf.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Zündung mittels PIN-Code und Zündschlüssel<br />
im Handschuhfach.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
In Deutschland bisher keine<br />
eAutos, in den Niederlanden<br />
25 RWE-Ladestationen und 25<br />
Peugeot iOn.<br />
Stadtmobil<br />
stadtmobil.de<br />
Fahrzeuge: rund 1.800 eigene<br />
(im Verbund mit regionalen<br />
Partnern 3.000)<br />
Fahrberechtigte: 38.000<br />
74 Städte Abrechnung stundenweise<br />
1 Stunde: 1,80-4,10 Euro (je nach Fahrzeuggröße);<br />
24,50-48,00 Euro Festpreis/Tag;<br />
zusätzlich 0,21-0,25 Euro/km (bis 100km,<br />
je nach Fahrzeuggröße); 0,15-0,25 Euro/km<br />
(ab 100km, je nach Fahrzeuggröße)<br />
Nein 39 Euro Kostenlose Buchung via Internet, Smartphone<br />
App und Telefon.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und<br />
Kartenleser. Zündschlüssel im Handschuhfach.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
1 Karabag 500E in Karlsruhe.<br />
teilAuto<br />
teilauto.net<br />
Fahrzeuge: 400 eigene<br />
(zudem Kooperation mit<br />
Flinkster)<br />
Fahrberechtigte: circa 13.000<br />
15 Städte in Mitteldeutschland<br />
(u.a. Dresden, Erfurt, Halle,<br />
Jena, Leipzig)<br />
Abrechnung stundenweise<br />
2,28-3,84 Euro/Stunde (je nach Fahrzeuggröße);<br />
zzgl. 0,28-0,42 Euro/Kilometer (je<br />
nach Fahrzeuggröße); 22,80-38,40 Euro<br />
Festpreis/Tag (je nach Fahrzeuggröße)<br />
Nein 25 Euro Kostenlose Buchung über Internet und<br />
Smartphone App.<br />
Telefonische Buchungen kosten 1 Euro<br />
pro Anruf.<br />
Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />
hinter der Windschutzscheibe.<br />
Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach,<br />
in Ausnahmefällen im elektronischen<br />
Tresor der Ladestation.<br />
Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />
an der Station, an der es ausgeliehen<br />
wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />
der Kundenkarte.<br />
Nur in Kooperation mit flinkster.<br />
Keine eigenen eAutos.<br />
*Bei Anbietern mit unterschiedlichen, tageszeitabhänigigen Tarifen wurde der Tagestarif (7-22 Uhr) als Grundlage gewählt.<br />
88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89
Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />
Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />
Der elektrisierte Fuhrpark<br />
mit Corporate Carsharing<br />
»Die Reichweite von Elektrofahrzeugen im Carsharing<br />
muss für jede Nutzungsanfrage im Vorfeld berechnet<br />
werden, damit sich der Nutzer darauf verlassen kann,<br />
noch ans Ziel zu kommen.«<br />
Die eMobilität leitet einen Paradigmenwechsel in der Automobilindustrie<br />
ein. Viele Unternehmen sind bereit, mit der<br />
Einführung von eFahrzeugen auch ihre Mobilitäts-Prozesse<br />
grundlegend zu ändern. »Am liebsten möchten wir uns um<br />
nichts mehr kümmern müssen« ist ein Satz, der im Zusammenhang<br />
mit dem Fuhrpark oft fällt. Dieser Wunsch scheint<br />
in weite Ferne zu rücken, berücksichtigt man, dass eine Ladeinfrastruktur<br />
aufgebaut werden muss und möglichst jedem<br />
Nutzer die Funktionen eines eAutos und insbesondere der<br />
Umgang mit Reichweiten erklärt werden sollte.<br />
eFahrzeuge müssen ausgelastet werden<br />
Mit den bestehenden, technischen Einschränkungen der<br />
eFahrzeuge werden Firmen in den nächsten Jahren noch<br />
leben müssen - darin sind sich Experten einig. Weder die<br />
Reichweite, noch die Ladetechnologie werden eine sprunghafte<br />
Entwicklung erleben, die bezahlbar ist und in den<br />
nächsten Serien verbaut werden wird.<br />
Deshalb sollte die Auslastung von Elektro-, aber auch von<br />
den vorhandenen konventionellen Fahrzeugen maximiert<br />
werden. Dafür scheint Corporate Carsharing eine sinnvolle<br />
Lösung zu sein. Denn beim Corporate Carsharing ist das Ziel<br />
die Auslastung zu erhöhen, indem viele Nutzer wenige Fahrzeuge<br />
teilen.<br />
Die eFahrzeuge können hierbei in erster Linie für Kurzstrecken<br />
eingesetzt werden, auf denen sie ihre Vorteile voll<br />
ausnutzen können. Viele Kurzstrecken pro Tag erfordern<br />
aber eine gute Kommunikation zwischen den Fahrern.<br />
Oft scheitert die Integration von eMobility an einfachen Fragen<br />
Auslastung bedeutet Kommunikation<br />
Mit einer steigenden Auslastung wird auch die notwendige<br />
Kommunikation komplexer. Denn je öfter das Fahrzeug von<br />
unterschiedlichen Nutzern bewegt wird, desto größer wird<br />
der Einfluss einer Verspätung und anderer Zwischenfälle auf<br />
nachfolgende Fahrten. Um diese Kommunikation beim Betrieb<br />
eines Fuhrparks zu beherrschen, benötigen Unternehmen<br />
Unterstützung.<br />
Die Frage, ob ein Nutzer am kommenden Donnerstag von<br />
17.00 Uhr bis 18.00 Uhr 40 Kilometer weit mit einem eFahrzeug<br />
fahren kann, wird schnell zu einer umfangreichen Recherchearbeit.<br />
Bevor er sich bei der Planung seiner Fahrt<br />
sicher sein kann, am Ziel anzukommen, müssen viele Fragen<br />
geklärt sein: Wie viele Mitarbeiter nutzen das eFahrzeug an<br />
dem Tag vor ihm? Wie weit fahren sie? Gibt es externe Einflüsse,<br />
wie schlechtes Wetter oder Kälte, die die Reichweite<br />
verringern? Wie lange lädt das eFahrzeug zwischen den<br />
Fahrten und was bedeutet das in Reichweiten-Kilometern?<br />
Kurzum, ist die restliche Reichweite des Fahrzeugs größer<br />
als 40 Kilometer?<br />
Die Reichweite der eFahrzeuge muss daher für jede Nutzungsanfrage<br />
im Vorfeld berechnet werden, damit sich der<br />
Nutzer darauf verlassen kann, noch ans Ziel zu kommen.<br />
Noch etwas komplexer wird es dann am Tag der Buchung.<br />
Sobald jemand von seinen geplanten Daten abweicht und<br />
Umwege fährt, sollte das dem nachfolgenden Nutzer mitgeteilt<br />
werden. Die Herausforderung dabei ist, dass alle Nutzer<br />
miteinander kommunizieren müssen, um eine Prognose für<br />
Kann ich nächste Woche Donnerstag von<br />
16 - 18 Uhr noch 40km mit dem eAuto fahren?<br />
- 100km<br />
- Reichweite: 44%<br />
- Lädt seit 13:00h<br />
- 40km<br />
- Reichweite: 35%<br />
- Lädt seit 15:15h<br />
nachfolgende Fahrten zu ermöglichen. Dies bedeutet einen<br />
beträchtlichen Zeitaufwand, der die Mitarbeiter von wichtigeren<br />
Arbeiten abhält und sie auch hindert in Zukunft eFahrzeuge<br />
zu buchen.<br />
Als Lösung dient hier eine Software, die die Reichweiten der<br />
Fahrzeuge in Echtzeit unter Berücksichtigung von externen<br />
Einflüsse, wie Wetter und Topographie, berechnet. Bereits<br />
bei der Buchung wird der Nutzer gefragt, wie weit er fahren<br />
möchte. Mit der Angabe der gewünschten Fahrdistanz erfährt<br />
der Nutzer bereits Tage vor dem Fahrtantritt, ob sein<br />
Mobilitätswunsch mit einem eFahrzeug machbar ist oder er<br />
lieber auf ein konventionelles Fahrzeug zurückgreifen sollte.<br />
Alle weiteren Kalkulationen übernimmt das System im Hintergrund<br />
- der Nutzer trifft die Entscheidung nach seiner Präferenz<br />
und ohne eigene Berechnungen anstellen zu müssen.<br />
Technik unterstützt die Kommunikation<br />
Um Live-Daten von der Batterie zu erhalten, wird eine Telematikbox<br />
in das Fahrzeug eingebaut. Diese übermittelt zu<br />
jedem Zeitpunkt die erforderlichen Informationen, wie Ladezustand<br />
der Batterie, Reststrecke und voraussichtliche<br />
Fahrzeit der eFahrzeuge an das System. Dies ermöglicht eine<br />
- 5km<br />
- Reichweite: 25%<br />
- Lädt seit 16:15h<br />
10:00 - 13:30h 14:00 - 15:30h 15:45 - 16:00h 17:00 - 18:00h<br />
Die Kommunikation wird bei geteilten eAutos sehr kompliziert. Die Buchungszeiträume (unten) reichen nicht aus, um heute zu<br />
wissen, ob man in der Zukunft noch an sein Ziel kommt. Restreichweiten und Ladezeiten (oben) müssen durch ein System kommuniziert<br />
und berechnet werden, weil ohne diese Informationen keine Planbarkeit herrscht und die Fahrzeuge wenig genutzt<br />
würden.<br />
Reaktion des Systems in Echtzeit bei Abweichungen von den<br />
prognostizierten Werten. Die Software bucht entweder sofort<br />
ein anderes Fahrzeug im Pool oder schickt dem Nutzer<br />
oder dem Fuhrparkmanager einen Alarm - ganz nach Wunsch<br />
des Kunden. Durch die Telematikbox und eine intelligente<br />
Software wird es möglich, eFahrzeuge sinnvoll in den Fuhrpark<br />
von Unternehmen zu integrieren - d.h. eine möglichst<br />
hohe Auslastung zu erreichen und dem Nutzer die Sicherheit<br />
zu geben mit dem eFahrzeug sicher anzukommen.<br />
eAuto-Test als Grundlage<br />
Gemeinsam mit dem TÜV SÜD testet die Next Generation<br />
Mobility GmbH & Co. KG alle eFahrzeuge am Markt auf ihre<br />
tatsächliche Reichweite, um diese dann für die Mobilitäts-<br />
Software fleetster zu nutzen. Unter www.blog.nextgm.com<br />
finden Sie die Fahrberichte der Fahrzeuge, sowie weitere Informationen<br />
zur Corporate Carsharing Software.<br />
Tim Ruhoff // BEM-Beirat<br />
Geschäftsführender Gesellschafter Next Generation Mobility<br />
GmbH & Co. KG<br />
tim.ruhoff@nextgm.com<br />
90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91
Erste Flotten - APRIKOSE<br />
Erste Flotten - APRIKOSE<br />
Einfache Vernetzung von<br />
Mobilitätsanbietern<br />
Von Christophe Fondrier und Sixten Schockert<br />
»Insbesondere niederschwellige Angebote wie Carsharing<br />
oder Verbundprodukte sind geeignet, um die Bürger einfach<br />
und risikoarm an eMobilität heranzuführen.«<br />
Aufgrund der hohen Anschaffungskosten und einiger wahrgenommener<br />
Nachteile, wie hohem Preis, geringe Reichweite,<br />
geringe Dichte an Ladesäulen/Lademöglichkeiten etc.<br />
ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Käufer für ein Elektrofahrzeug<br />
entscheiden, aktuell gering (siehe auch die Studie<br />
von Dudenhöffer/Bussmann in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 07).<br />
Daher ist es notwendig, die Einstiegshürde möglichst niedrig<br />
zu halten, um viele potenzielle Nutzer mit Elektromobilität<br />
in Verbindung zu bringen. Das mit den Schaufenstern<br />
Elektromobilität verfolgte Ziel, nicht nur die Forschung im<br />
Bereich der Elektromobilität voranzubringen, sondern auch<br />
einer möglichst breiten Schicht der bundesdeutschen Bevölkerung<br />
zu direkter Erfahrung mit Elektrofahrzeugen zu<br />
verhelfen, erscheint vor diesem Hintergrund sehr sinnvoll.<br />
Insbesondere scheinen niederschwellige Angebote wie Carsharing<br />
oder Verbundprodukte ratsam, bei denen die Bürger<br />
einfach und risikoarm ein Elektrofahrzeug testen und ihren<br />
konkreten Mobilitätsbedarf optimal abdecken können.<br />
Technische Basis für Koopkurrenznetzwerke bereitstellen<br />
Sowohl Carsharing als auch Verbundprodukte benötigen in<br />
der Regel aber eine nahtlos integrierte Reisekette, die verschiedene<br />
Verkehrsmittel integriert, um Mobilität »von Tür<br />
zu Tür« zu erreichen. Dazu ist in der Regel eine Kooperation<br />
mehrerer Anbieter notwendig, die oftmals gleichzeitig in<br />
Konkurrenz zueinander stehen. Koopkurrenz (engl. Coopetition)<br />
ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Kooperation<br />
und Konkurrenz und bezeichnet das zunehmend häufig<br />
vorkommende Wettbewerbsverhältnis, dass Unternehmen<br />
einerseits Wettbewerber, andererseits Partner sind.<br />
So sind der klassische ÖPNV und Carsharing-Anbieter einerseits<br />
Wettbewerber um den Kunden, der innerstädtisch von<br />
A nach B kommen will; in vielen Fällen könnte deren Kombination<br />
jedoch sinnvoll sein. Wenn der Kunde beispielsweise<br />
mit der S-Bahn zum Standort eines car2go-Fahrzeugs fährt,<br />
um den innerstädtischen Berufsverkehr zu vermeiden, dann<br />
aber umsteigt, um mit dem Auto Besorgungen vor Ort vorzunehmen.<br />
Besonders einfach und damit attraktiv für den<br />
Kunden ist die Nutzung derartiger kombinierter Angebote,<br />
wenn sowohl Auskunft (»Wie komme ich am besten von A<br />
nach B?«), Preisauskunft (»Was kostet mich das?«) als auch<br />
Zugang (»Wie öffne ich das Fahrzeug? Habe ich die richtige<br />
Fahrberechtigung?«) und Abrechnung (»Wie und wo muss<br />
ich bezahlen?«) integriert erfolgen.<br />
Um dies zu ermöglichen, müssen die Anbieter Daten miteinander<br />
austauschen. Da sie im Wettbewerbsverhältnis<br />
bleiben und der Datenschutz gewahrt bleiben muss, soll<br />
ein Datenaustausch aber nur die jeweils notwendigen Daten<br />
umfassen. Diese Daten sicher, zuverlässig und jederzeit<br />
aktuell bereitzustellen, stellt die Anbieter IT-seitig vor<br />
große Herausforderungen - insbesondere kleinere Anbieter<br />
wie örtliche Busunternehmer oder ein als e.V. organisierter<br />
Carsharing-Anbieter.<br />
An dieser Stelle setzt das im Juni 2012 begonnene Forschungsprojekt<br />
Aprikose (Appliance zur Unterstützung von<br />
KMU bei der Erbringung komplexer Mobilitäts-Services) an:<br />
Ziel von Aprikose ist die Entwicklung einer Appliance, also<br />
eines vorinstallierten, vorkonfigurierten und sofort einsetzbaren<br />
IT-Endgeräts. Durch den Einsatz der Appliance und<br />
der im Rahmen des Projekts ebenfalls entwickelten begleitenden<br />
Softwarekomponenten und Dienstleistungen können<br />
KMUs im Bereich von Mobilitäts- sowie komplementärer<br />
Dienstleistungen sich einfach, kostengünstig und sicher vernetzen<br />
(sog. Koopkurrenznetzwerk) und gemeinsam attraktive<br />
Dienstleistungspakete anbieten, die international Vorbildcharakter<br />
haben und die Nutzung umweltfreundlicher<br />
Mobilitätsdienstleistungen vereinfachen.<br />
Im Forschungsprojekt sollen in drei Stufen die Anforderungen<br />
an die Appliance ermittelt und jeweils in einem Prototyp<br />
realisiert werden. Die jeweiligen Prototypen werden bei<br />
ausgewählten assoziierten Projektpartnern im Probebetrieb<br />
getestet und auf Basis gewonnener Erkenntnisse weiterentwickelt.<br />
Integrierte Verbundprodukte ermöglichen<br />
In einer ersten Stufe wird die Kooperation von Unternehmen<br />
des ÖPNV untersucht. Hier steht mit dem e-Ticket Deutschland<br />
ein umfassender Standard zur Verfügung, der einen<br />
großen Teil der benötigten Funktionen und Prozesse spezifiziert.<br />
Auf dieser Basis kann zukünftig beispielsweise der<br />
Inhaber einer Hamburger Jahreskarte bei einem geschäftlichen<br />
Termin in Schwäbisch Hall Bus fahren, indem er beim<br />
Ein- und Aussteigen jeweils ein- und auscheckt. Am Monatsende<br />
erhält er - wie von der Mobilfunkrechnung gewohnt -<br />
eine Abrechnung, auf der sowohl die monatliche Gebühr für<br />
die Jahreskarte als auch die in Schwäbisch Hall gefahrenen<br />
Fahrten abgerechnet sind.<br />
Dieses Szenario wird in der zweiten Stufe um Anbieter neuer<br />
Mobilitätskonzepte wie Carsharing und Leihfahrräder ergänzt,<br />
sodass auch Fahrten mit einem Pedelec im Urlaub im<br />
Schwarzwald auf der genannten monatlichen Abrechnung<br />
seiner ÖPNV-Jahreskarte abgerechnet werden können. In<br />
der dritten Stufe kommen Tourismusdienstleister wie Hotels,<br />
Schwimmbäder oder Museen hinzu, sodass komplexe,<br />
auf die jeweiligen Nutzergruppen abgestimmte Verbundprodukte<br />
angeboten werden können.<br />
Nutzt jeder der Anbieter eine Appliance, so fungiert diese<br />
als Multiadapter für den Datenaustausch, verschlüsselt die<br />
Kommunikation und übernimmt im Falle eines Ausfalls eines<br />
der angeschlossenen Systeme die Zwischenspeicherung.<br />
Somit können die Anbieter ohne große Investitionen in ihre<br />
IT-Infrastruktur neuartige Angebote in ihr Programm aufnehmen,<br />
die den Kunden signifikanten Mehrwert bieten. Insbesondere<br />
Mobilitätsanbieter, die Elektrofahrzeuge nutzen,<br />
können durch geeignete Partnerwahl die Einstiegshürde<br />
deutlich senken, sodass eine große Zahl potenzieller Kunden<br />
die Vorteile elektromobiler Fortbewegung ausprobieren<br />
und »auf den Geschmack kommen« können.<br />
Das Forschungsprojekt Aprikose wird vom BMBF auf Basis<br />
eines Beschlusses des deutschen Bundestags gefördert.<br />
Weitere Informationen unter<br />
www.aprikose.wi.uni-stuttgart.de.<br />
Dreistufiges System:<br />
Stufe 1: Appliance für den Einsatz im ÖPNV<br />
Stufe 2: Appliance für multi-/intermodalen<br />
Verkehr (Elektromobilität, klassische Autovermietung<br />
und neue Mobilitätskonzepte)<br />
Stufe 3: Appliance für mobilitätsnahe,<br />
komplementäre Dienstleistungen (insb.<br />
Tourismusdienstleistungen)<br />
Christophe Fondrier<br />
Leiter Partnermanagement und Marktentwicklung bei der<br />
highQ Computerlösungen GmbH<br />
Sixten Schockert<br />
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik<br />
II<br />
Universität Stuttgart<br />
92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93
Erste Flotten - Hochschule Heilbronn<br />
Erste Flotten - Hochschule Heilbronn<br />
15.000 elektrische Kilometer<br />
Derzeit werden im Projekt unterschiedliche Geschwindigkeits-<br />
und Leistungsanforderungen an das Fahrzeug in den<br />
Fahrzyklen ausgewertet. Ziel ist es, stromsparende Fahrweisen<br />
inklusive Freilauf-Fahrt zu identifizieren und zu<br />
validieren. Parallel dazu erfolgt der Abgleich eines Simulationsmodells<br />
sowohl für die Längsdynamik als auch für<br />
die detaillierte Energiebilanz der Verbraucher im Bordnetz<br />
Fahrgeschwindigkeit und Leistung im 50-Kilometer-Testzyklus<br />
(Licht, Lüftung, Scheibenwischer usw.). Untersuchungen zur<br />
begleitenden Unterstützung des Antriebs und der Reichweite<br />
durch Schwungradspeicher sind gestartet.<br />
Prof. Dr. Andreas Daberkow<br />
Hochschule Heilbronn<br />
andreas.daberkow@hs-heilbronn.de<br />
Hochschule Heilbronn untersucht eMobilität im ländlich-urbanen Raum<br />
Eine wichtige Rolle in Deutschland und Europa spielen<br />
regionale Zentren. Rahmenbedingungen für das batterieelektrische<br />
Autofahren im ländlich-urbanen Raum hat ein<br />
Forschungsprojekt der Hochschule Heilbronn herausgearbeitet.<br />
Dazu wurden jetzt erste Ergebnisse aus über 15.000<br />
Ganzjahreskilometern vorgestellt.<br />
Typisch für die Region Heilbronn-Franken als eine von 12<br />
Regionen in Baden-Württemberg sind eine leicht hügelige<br />
Landschaft, eine ausgeprägte landwirtschaftliche Nutzung<br />
sowie »Global Player« und gleichzeitig innovative kleine und<br />
mittelständische Unternehmen. Die Verkehrsinfrastruktur ist<br />
durch einen hohen Anteil von individualem Pendlerverkehr<br />
mit dem Auto, aber auch durch die Verknüpfung von Stadt und<br />
Region durch eine Zweisystem-Regionalstadtbahn bestimmt.<br />
Elektroauto und Fahrprofile<br />
Ein geeignetes Erprobungsfahrzeug für das Forschungsprojekt<br />
der Hochschule Heilbronn sollte ausreichende Sicherheit,<br />
Reichweite und die Autobahntauglichkeit für den<br />
regionalen Pendlerverkehr aufweisen. Der von der CITYSAX<br />
Mobility GmbH aus Dresden elektrifizierte Chevrolet Matiz<br />
erfüllte diese Anforderungen und nimmt nach dem Umbau<br />
mit dem lokalen Servicepartner Auto NEFF GmbH aus Heilbronn<br />
eine von der Hochschule spezifizierte Messdatenerfassung<br />
auf. 26 Lithium-Eisenphosphatbatterien mit je 160<br />
Ah Kapazität und 3,2 V Nennspannung speisen einen Asynchronmotor<br />
mit einer Spitzenleistung von 26 kW. Circa 13<br />
kWh Batteriekapazität resultieren je nach Fahrprofil in eine<br />
Reichweite von 75 bis 100 Kilometer. Das Umbaufahrzeug<br />
überzeugt in der Praxis mit einem pragmatischen, durchdachten<br />
und sicheren Elektrifizierungskonzept.<br />
Im landesgeförderten ZIP-Projekt wurde entschieden, zunächst<br />
reale Zyklen im ländlich-urbanen Raum anstelle<br />
von standardisierten Fahrzyklen zu untersuchen. Ein typischer<br />
50 Kilometer Pendlerzyklus mit 160 Metern Höhendifferenz<br />
beispielsweise besteht aus 12% Stadtverkehr,<br />
61% Autobahn und 27% Regional- und Zubringerverkehr.<br />
94 Neue Mobilität<br />
Erste Ergebnisse<br />
Das Geschwindigkeitsprofil und den Leistungsbedarf des<br />
Fahrzeugs im 50-Kilometer-Testzyklus zeigt die Abbildung.<br />
Selbst die geringe Spitzenleistung von 26 kW wird im Zyklus<br />
ohne Behinderung des Verkehrsflusses selten abgerufen.<br />
Negative Leistungen kennzeichnen die insbesondere im<br />
hügeligen Bereich mögliche Energierückgewinnung beim<br />
Bremsen (Rekuperation).<br />
Den strengen Winter 2011/2012 hat das Fahrzeug weitgehend<br />
problemlos durchfahren. Entscheidend für das Fahren<br />
bei tiefen Temperaturen ist die elektrische Zusatzheizung<br />
im vorderen und hinteren Traktionsbatteriefach. Diese verhindert<br />
nach kalten Nächten mit schneller Abkühlung ohne<br />
Witterungsschutz eine kritische Unterspannung unter Belastung.<br />
Ein weiterer Schlüssel zum problemlosen Winterbetrieb<br />
des Fahrzeugs ist die von der Traktionsbatterie weitgehend<br />
unabhängige Benzinstandheizung des Innenraums. In der<br />
Praxis wurden Verkehrsstaus mit einer Fahrtdauer von über<br />
2 Stunden problemlos und ohne Reichweiteneinschränkung<br />
überstanden.<br />
Stand der Untersuchungen und nächste Schritte<br />
Nach den über 15.000 Erprobungskilometern ist das Team<br />
überzeugt, dass elektrisches Autofahren für viele Verkehrsteilnehmer<br />
auch im ländlich-urbanen Raum bereits heute<br />
möglich ist.<br />
Kaufanreize oder Förderungen für Elektrofahrzeuge sind in<br />
vielen Ländern Europas in Diskussion. Gerade für den ländlich-urbanen<br />
Raum mit größeren Fahrtstrecken ist ein gesichertes<br />
dezentrales Laden während der Arbeitszeit oder Verweilzeit<br />
bei Besorgungen sehr attraktiv. Als Kaufanreiz wird<br />
daher ein neues Fördermodell »Elektro-Duales Laden« vorgeschlagen.<br />
Dieses fördert für den Erwerber eines Elektrofahrzeuges<br />
die Einrichtung eines Ladepunktes zu Hause und<br />
darüber hinaus die Einrichtung eines Park- und Ladepunktes<br />
an einem zweiten Zielort des Käufers wie z.B. der regelmässigen<br />
Arbeitsstätte.<br />
Vertraut mit der Zukunft<br />
KLEINER Stanztechnik entwickelt und produziert umweltfreundliche<br />
Alternativen zur herkömmlichen Leiterplatte, stanztechnische Lösungen<br />
für Hochstromsteckverbinder, Stromschienen für die Elektromobilität,<br />
Schnappscheiben mit Spotgoldbeschichtung und vieles mehr.<br />
Treffen Sie uns auf<br />
folgenden Messen:<br />
IZB Messe Wolfsburg<br />
10.10.2012 bis 12.10.2012<br />
Halle 4Stand 4/405<br />
eCarTec Messe München<br />
23.10.2012 bis 25.10.2012<br />
Halle B2Stand 419<br />
KLEINER GmbH Stanztechnik75179 Pforzheim<br />
www.kleiner-gmbh.deWir denken Lösungen.<br />
KLEINER
Erste Flotten - Stadtwerke Osnabrück<br />
Erste Flotten - Stadtwerke Osnabrück<br />
Smart Traffic<br />
eCarsharing in Osnabrück<br />
Vorstellung der zehn Elektroautos im Rahmen einer feierlichen Förderbescheidübergabe bei den Stadtwerken Osnabrück<br />
Eröffnung des ersten eCarsharing Stellplatzes an der OsnabrückHalle. Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Verkehr, Stadtwerke<br />
Osnabrück; Sandra Gagliardi, Geschäftsführerin OsnabrückHalle; Christian Kluck, Geschäftsführer StadtTeilAuto, Vorstand<br />
Stattverkehr e.V.; Boris Pistorius, Oberbürgermeister Osnabrück<br />
Osnabrück hat schon früh das Thema Elektromobilität für<br />
sich entdeckt. Im Jahr 2010 installierten die Stadtwerke<br />
Osnabrück die erste Ladeinfrastruktur, einhergehend mit<br />
der flächendeckenden Kampagne »Ich-fahr-Strom«. Gemeinsam<br />
mit den Stadtwerken Aachen und Duisburg sicherten<br />
sich die Stadtwerke Osnabrück ein technologisches<br />
Know How mit der Gründung der Innovationsgesellschaft<br />
smartlab. Diese widmet sich insbesondere dem Produkt<br />
»Ladenetz.de«, welches sich ein barrierefreies Laden und<br />
übergreifendes Roaming zum Ziel gesetzt hat. Diesem Verbund<br />
haben sich mittlerweile 27 Stadtwerke und mehrere<br />
europäische Partner angeschlossen.<br />
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Stadtwerke<br />
Osnabrück, sich zu einem Mobilitätsdienstleister zu entwickeln,<br />
wurde im Jahr 2011, gemeinsam mit dem Verein Stattverkehr<br />
e.V., die heutige Stadtteilauto OS GmbH gegründet.<br />
Übergreifend initiierte man das laufende Projekt Mobilität<br />
2030, mit dem Ziel, durch nachhaltige Mobilität ein lebenswertes<br />
Osnabrück zu schaffen. Passend hierzu sind die<br />
Stadtwerke Osnabrück Teil des Förderprojektes econnect<br />
Germany, welches dem Förderaufruf »IKT für Elektromobilität<br />
II« des BMWi folgte und mittlerweile als Leuchtturmprojekt<br />
der Bundesregierung ausgezeichnet wurde. In Osnabrück<br />
wird sich auf den Bereich Smart Traffic konzentriert.<br />
Auf Basis eines Mobilitätskonzepts ist es Ziel, intermodales<br />
und elektromobiles Reisen zu ermöglichen. Neben der Integration<br />
eines Elektrobusses in das Stadtbusnetz ist daher die<br />
Einführung von zehn Elektrofahrzeugen in das bestehende<br />
Carsharing-Angebot Bestandteil des Feldversuches.<br />
Das Konzept berücksichtigte bereits während der Planungsphase,<br />
dass die Bürger sich an diversen Öffentlichkeitsveranstaltungen<br />
über dieses Thema informieren konnten. Fachlich<br />
fiel die Entscheidung, aufgrund erster Erfahrungen im<br />
Flottenmanagement der Stadtwerke, auf die Fahrzeugtypen<br />
Mitsubishi i-MiEV und Citroën C-Zero. In der Standortfrage<br />
wurden bevorzugt öffentlichkeitswirksame Stellplätze, primär<br />
in Gebieten mit hoher Kundenzahl, ausgewählt. Die bis<br />
heute vorgesehenen Regelungen der StVO für Carsharing-<br />
Stellplätze ließ es dabei nicht zu, öffentlichen Straßenraum<br />
zu nutzen. Findige Ideen der Stadtverwaltung und weiterer<br />
Partner, aber auch Flächen der Stadtwerke selbst, haben<br />
dennoch ein zufriedenstellendes Ergebnis ermöglicht. Teilweise<br />
wurden die Stellflächen zusätzlich auch mit konventionellen<br />
Fahrzeugen bestückt, um so einem Ausfallrisiko<br />
entgegenzuwirken und das Kundenverhalten zu erforschen.<br />
Grundsätzlich wird ebenso darauf geachtet, die aufgestellten<br />
Säulen für private Elektromobile zugänglich zu machen,<br />
wodurch zumeist 2 bis 3 Parkplätze benötigt wurden.<br />
Eine weitere Herausforderung war es, die bestehende Carsharing-Infrastruktur<br />
für die elektromobile Zukunft fit zu<br />
machen. Insbesondere das Buchungs- und Bordrechnersystem<br />
war von zentraler Bedeutung. Nach derzeitigem Stand<br />
werden die Fahrzeuge mit einer sechsstündigen Vorbuchung<br />
belegt, um so eine volle Ladung zu garantieren. Wünscht der<br />
Kunde eine frühere Buchung auf dieses Fahrzeug und wurde<br />
dieses Fahrzeug innerhalb der vorherigen sechs Stunden gebucht,<br />
so entscheidet er anhand von Prognosedaten selbst,<br />
ob er dieses »Risiko« eingehen möchte. Und auch die Ladekabeltechnik<br />
musste genau geplant werden, um Diebstahl<br />
oder Vandalismus vorzubeugen.<br />
Im Vorfeld der Einführung des eCarsharing-Konzeptes galt<br />
es, eine weitere entscheidende Frage zu klären: Das Tarifsystem.<br />
Hat sich im klassischen, stationsbasiertem Carsharing<br />
ein Zeit- und Kilometersystem etabliert, und war dies einmal<br />
beim Kunden gelernt, lag es nahe, dieses analog anzuwenden.<br />
Aufgrund nicht vergleichbarer Anschaffungskosten der<br />
Fahrzeuge, ferner auch der zunächst benötigten weiteren<br />
Infrastruktur, erschien es nicht sinnvoll, eine Vollkostenrechnung<br />
im preissensiblen Carsharing anzusetzen. Im Sinne<br />
eines Forschungsprojektes wurde daher eine visionäre Kalkulation<br />
bevorzugt, gepaart mit einer Sondermitgliedschaft<br />
für Elektroautos.<br />
Erste Ergebnisse unseres Feldversuches zeigen derweil,<br />
dass ein hohes Interesse bei den Bürgern vorherrscht. Einem<br />
anfänglichen »Super-Run« stehen dabei nur wenige Kritiken<br />
gegenüber, welche allerdings durchweg von Verständnis<br />
und aktivem Mitgestalten der Kunden geprägt waren. Nach<br />
der Einführungsphase können wir somit nun behaupten,<br />
dass eFahrzeuge ein fester Bestandteil der Flotte sind und<br />
für viele Kunden ein bevorzugtes Fortbewegungsmittel darstellen.<br />
Verbesserungsthemen und weitere Handlungsfelder<br />
ergeben sich primär aus der IKT. Prognosegenauigkeit,<br />
Schnittstellenverbesserungen, Systemstabilitäten und Kundeninformation<br />
sind hier die Schlagwörter.<br />
Die Strategien des StadtTeilAutos und der Stadtwerke sehen<br />
daher vor, weiter auf Elektromobilität zu setzen. Auch Hybride<br />
sind deshalb bereits über das Forschungsprojekt hinaus<br />
Bestandteile der Flotte, welche künftig mit einem starken<br />
Ladenetz, einer schnellen Kundeninformation und einem einfachen<br />
Zugang, beispielsweise per App, unterstützt werden<br />
sollen.<br />
Christian Reining // Markus Lange-Stuntebeck<br />
Stadtwerke Osnabrück AG<br />
www.stadtwerke-osnabrueck.de<br />
96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97
Erste Flotten - BMWi<br />
Erste Flotten - BMWi<br />
Moderne IKT als Grundlage<br />
für eine funktionierende<br />
Elektromobilität<br />
»Mit dem Förderprojekt wird im Zeitraum 2012 bis 2015 die<br />
Entwicklung und Erprobung von ganzheitlichen Konzepten<br />
der Elektromobilität auf der Grundlage von Informationsund<br />
Kommunikationstechnologien fortgesetzt. «<br />
Start des Förderschwerpunkts<br />
»IKT für Elektromobilität II: Smart Car - Smart Grid - Smart Traffic«<br />
Eine breite Marktdurchdringung kann nur gelingen, wenn<br />
Elektrofahrzeuge als wirkliche Alternative zu herkömmlichen<br />
Fahrzeugen wahrgenommen werden. Dazu bedarf es nicht<br />
nur genügend Elektrofahrzeuge mit ausreichender Reichweite,<br />
sondern auch einer entsprechenden Infrastruktur. Eine<br />
entscheidende Rolle spielt dabei moderne Informationsund<br />
Kommunikationstechnik (IKT). Sie steuert alle wichtigen<br />
Funktionen im Elektrofahrzeug und bildet die Grundlage für<br />
das Zusammenspiel mit zukünftigen intelligenten Energieund<br />
Verkehrssystemen. Um das Potenzial moderner IKT zu<br />
untersuchen, startete das Bundesministerium für Wirtschaft<br />
und Technologie (BMWi) 20<strong>09</strong> den Förderschwerpunkt »IKT<br />
für Elektromobilität«. In fünf Modellprojekten wurden IKTbasierte<br />
Schlüsseltechnologien und Dienste für den Aufbau<br />
einer Elektromobilitäts-Infrastruktur in Deutschland entwickelt<br />
und erprobt. Im Mittelpunkt standen insbesondere<br />
folgende Themen:<br />
• Netzintegration von eFahrzeugen (gesteuertes Laden und<br />
Rückspeisen)<br />
• Reichweitenoptimierung (z.B. durch fortgeschrittene Navigation<br />
und Telematikdienste)<br />
• IKT-basierte Steuerung von Fahrzeugflotten (z.B. durch Car-<br />
PC und Leitwarte)<br />
• Einheitliche Verfahren zur Authentifizierung und<br />
Abrechnung/Roaming<br />
• Geschäftsmodelle<br />
• Normen und Standards<br />
Mit »IKT für Elektromobilität II: Smart Car - Smart Grid -<br />
Smart Traffic« wird im Zeitraum 2012 bis 2015 die Entwicklung<br />
und Erprobung von ganzheitlichen Konzepten der<br />
Elektromobilität auf der Grundlage von Informations- und<br />
Kommunikationstechnologien fortgesetzt. Im Mittelpunkt<br />
steht dabei die Integration der drei Hochtechnologiefelder<br />
Fahrzeugtechnik (Smart Car), Energieversorgung (Smart<br />
Grid) und Verkehrssteuerung (Smart Traffic) durch IKT. Im<br />
Themenschwerpunkt Smart Car soll untersucht werden,<br />
wie die IKT-Architektur im Fahrzeug den Erfordernissen<br />
der Elektromobilität angepasst werden kann. Der Themenschwerpunkt<br />
Smart Grid und Smart Traffic beschäftigt sich<br />
mit der Frage, wie eFahrzeuge, Energie- und Verkehrssysteme<br />
mit Hilfe der IKT zu einem funktionierenden Gesamtsystem<br />
Elektromobilität zusammengeführt werden können.<br />
Zur Umsetzung des neuen Förderschwerpunktes führte das<br />
BMWi 2011 einen Technologiewettbewerb mit zwei Förderrunden<br />
durch. Aus der ersten Förderrunde wurden mit Unterstützung<br />
einer unabhängigen Jury fünf Verbundprojekte mit<br />
einem Gesamtfördervolumen von rd. 40 Mio. Euro für eine<br />
Forschungsförderung ausgewählt:<br />
• econnect Germany: Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung<br />
und Erprobung einer Vielzahl von anwendungsnahen Elektromobilitäts-Lösungen<br />
mit dem Fokus auf die Infrastrukturen<br />
von Stadtwerken. Die Pilotanwendungen in den sieben bundesweiten<br />
Kompetenzschwerpunkten betreffen die Bereiche<br />
Carsharing und Flottenmanagement, Clearing-Haus zum anbieter-<br />
und länderübergreifenden Laden, Tür-zu-Tür-Navigation,<br />
Integration der Elektromobilität in intelligente Haus- und<br />
Bürogebäudesteuerung, Laden beim Arbeitgeber, Gleichstromschnellladen<br />
und gesteuertes Laden mit variablen Tarifen,<br />
Parkhaus der Zukunft und eMobilität in Tourismus und<br />
Landwirtschaft.<br />
• iZEUS: Projektschwerpunkt ist der Privat- und urbane Wirtschaftsverkehr.<br />
Dabei sollen Flottenmanagement-Lösungen<br />
und Verkehrsträger-übergreifende Mobilitätskonzepte mit<br />
bis zu 100 Fahrzeugen entwickelt und erprobt werden. Ein<br />
weiteres Ziel ist die Kombination von stationären Speichern<br />
und Elektrofahrzeugen zur besseren Einbindung Erneuerbarer<br />
Energien.<br />
• RACE: Bei RACE geht es um die Entwicklung und den Test<br />
einer neuartigen IKT-Architektur für Elektrofahrzeuge, die alle<br />
Funktionen auf wenigen zentralen Rechnern mit einem einzigen<br />
Bussystem vereint. Damit können neue Fahrassistenz- und<br />
Sicherheitsfunktionen, aber auch Motor- und Energiemanagementsysteme<br />
überwiegend als Software realisiert werden.<br />
Der Vorteil: Wie bei einem Computer können neue Funktionen<br />
auch nachträglich leicht nachgerüstet werden (Plug and Play).<br />
Zudem soll die neue Architektur die Kommunikation des Fahrzeugs<br />
mit einem künftigen intelligenten Strom- und Verkehrsnetz<br />
ermöglichen.<br />
• O(SC) 2 ar: Ziel des Projekts ist die Erweiterung des Baukastenprinzips<br />
für ein neuartiges Elektrofahrzeug-Konzept<br />
(StreetScooter). Dabei soll eine neue IKT- sowie Elektrik- und<br />
Elektronik-Architektur entwickelt und erprobt werden, die<br />
zum Beispiel eine individualisierte Bereitstellung von Mobilitäts-<br />
und Entertainment-Diensten für den jeweiligen Fahrzeugnutzer<br />
über das Internet (Apps) ermöglicht.<br />
• SecMobil: Im Mittelpunkt von SecMobil steht die Entwicklung<br />
und Erprobung einer standadisierten Sicherheitsarchitektur,<br />
die Automobilherstellern, Energieanbietern, Verkehrsbetrieben<br />
und Diensteanbietern einen vertrauenswürdigen<br />
Austausch von Daten erlaubt.<br />
Weitere sieben Modellprojekte aus der zweiten Förderrunde<br />
des Technologiewettbewerbs »IKT für Elektromobilität II« sollen<br />
bis Ende 2012 bewilligt werden. Dabei geht es insbesondere<br />
um neue Anwendungsgebiete der Elektromobilität, zum<br />
Beispiel in der Logistik (Containerhafen), in der Landwirtschaft,<br />
im Tourismus, in Firmenflotten und im Taxi-Betrieb.<br />
Dr. Frank Otten // Technische Innovationen in der Wirtschaft<br />
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.<br />
Projektträger im DLR // www.pt-dlr.de<br />
98 Neue Mobilität Neue Mobilität 99
Erste Flotten - EBG<br />
Strom laden aus<br />
Erneuerbaren Energien<br />
Mit der Ladesäule von EBG Compleo setzen die Stadtwerke Konstanz in jeder Hinsicht Zeichen<br />
Die Bodenseeregion rund um Konstanz bietet für die Verwendung<br />
Erneuerbarer Energien reiche Möglichkeiten. Das machen<br />
sich auch die Stadtwerke Konstanz auf vielseitige Art<br />
und Weise zunutze: durch Beteiligung an einem Windpark,<br />
Zukauf von Wasserkraft aus der Schweiz oder Förderung von<br />
Solarstromanlagen vor Ort bieten sie Strom aus den drei<br />
Hauptquellen regenerativer Energie an. Das Kundenzentrum<br />
der Stadtwerke Konstanz wurde als »Energiewürfel« konzipiert,<br />
ein Gebäude, das auf Dauer mehr Energie erzeugen als<br />
verbrauchen wird. Es führt praktisch vor, was in dieser Hinsicht<br />
möglich ist - und da darf natürlich auch die Möglichkeit<br />
zum Strom Laden für Elektrofahrzeuge nicht fehlen.<br />
Deshalb befindet sich direkt am Gebäude eine Ladesäule<br />
aus dem Hause EBG. Da die Stadtwerke schon seit zwanzig<br />
Jahren die Kabelverteilerschränke von EBG nutzen, die aus<br />
schlag- und wetterfestem SMC gepresst werden, fiel die Entscheidung<br />
leicht, eine Ladestation mit den gleichen Vorteilen<br />
zu wählen, zumal das Gehäuse in jeder Farbe und mit<br />
jedem gewünschten Design beschichtet werden kann. Wie<br />
an vielen anderen Einsatzorten versorgt die Ladestation die<br />
Nutzer mit Strom aus 100% Erneuerbarer Energie. »Umweltschonende<br />
Fahrzeuge werden in den nächsten Jahren die<br />
Mobilität verändern«, sieht SWK-Geschäftsführer Kuno Werner<br />
kommen. »Die Stadtwerke haben sich bewusst entschieden,<br />
diesen Weg mitzugehen.«<br />
Deshalb gehören nicht nur die Elektrofahrzeuge der SWK-<br />
Flotte zu den regelmäßigen »Aufladern«. Stadtwerke-Kunden<br />
können sich im Kundencenter eine kostenlose RFID-Karte<br />
abholen, um an der complEo ® -Säule zu laden. Wer nicht<br />
Ökostrom-Kunde ist, kann die Ladestation nach Zahlung<br />
einer geringen Verwaltungsgebühr ebenfalls nutzen.<br />
In Konstanz wird - wie bei den meisten Projekten bundesweit<br />
- der Strom kostenlos abgegeben (die Komplettladung eines<br />
Kleinwagens würde etwa 3,60 Euro kosten). Grundsätzlich<br />
sind aber auch diverse Abrechnungsmöglichkeiten über<br />
die Ladesäule machbar. Am komfortabelsten erscheint das<br />
»sms&charge«-Prinzip, das eine zeitbezogene Abrechnung<br />
über die Mobilfunkrechnung anbietet und vom Säulenhersteller<br />
EBG derzeit in einem Feldversuch getestet wird.<br />
Durch die Vernetzung mit dem Portal www.e-mobil-bodensee.de<br />
bieten die Stadtwerke Konstanz allen Nutzern von<br />
Elektromobilen die Möglichkeit, weitere Ladepunkte rund<br />
um den Bodensee zu lokalisieren. Das eröffnet hervorragende<br />
Möglichkeiten, diese Urlaubsregion ebenso umfassend wie<br />
umweltfreundlich zu erkunden.<br />
EBG compleo GmbH<br />
www.ebg-compleo.de<br />
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der TELEFUNKEN Licht AG.<br />
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100 Neue Mobilität<br />
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Erste Flotten - Elatec<br />
Erste Flotten - Elatec<br />
RFID-Reader für Ladesäulen<br />
Alltagsbetrieb stellt neue Anforderungen an Ladesäulentechnik<br />
»Die Systemanbieter müssen ihre Ladesäulen für verschiedene<br />
Transpondertypen zukunftssicher und flexibel einsetzbar<br />
machen. Das erfordert eine sorgfältige System- und<br />
Partnerauswahl.«<br />
Ladestellen für Elektrofahrzeuge müssen gegen unberechtigte<br />
Benutzung abgesichert werden. Die Funkidentifikation<br />
hat sich als besonders benutzerfreundlich erwiesen, um den<br />
Anschluss einer Stromtankstelle den berechtigten Kunden<br />
freizugeben. Konnten Ladesäulen in Pilotprojekten mit vergleichsweise<br />
einfachen Readern ausgestattet werden, stellt<br />
der künftige Alltagsbetrieb zusätzliche Anforderungen.<br />
Ladesäulen wurden bisher in kleinen Stückzahlen für meist<br />
kommunale eMobilitäts-Projekte entwickelt und gebaut. Die<br />
Ansprüche an die RFID-Technologie hielten sich in Grenzen:<br />
Für die Identifikation wählte der eMobilitäts-Anbieter eine<br />
Chipkarte für die Teilnehmer des Pilotprojektes aus und der<br />
Lieferant der Stromtankstellen baute ein entsprechendes Lesemodul<br />
ein. Die meisten Ladesäulen dieser ersten Generation<br />
verwendeten den 125-kHz-Standard oder Mifare Classic<br />
13,56 MHz. Auch dort, wo die 13,56-MHz-Technologie bereits<br />
zum Einsatz kam, wurde meist nur die Identifikationsnummer<br />
ausgelesen und nichts zurückgeschrieben. Die Möglichkeiten,<br />
über die reine Identifikation hinaus Informationen zu<br />
übertragen, wurden praktisch nicht genutzt.<br />
Für den Alltagsbetrieb werden sich die Ladesäulentechnologien<br />
verändern müssen. Dabei gilt: Mit der Infrastruktur von<br />
Stromtankstellen lässt sich kein Geld verdienen. Anders als<br />
Tankstellen, die als »Supermärkte mit Zapfsäule« fungieren,<br />
sind Ladesäulen für die Betreiber reine Kostenfaktoren. Die<br />
konkurrierenden Anbieter von Ladesäulen werden versuchen,<br />
über größere Stückzahlen günstiger anbieten zu können.<br />
Speziallösungen für einzelne Anbieter haben wenig Zukunft.<br />
Es gilt, die Ladestelle für alle Verbraucher zu öffnen.<br />
Welche Anforderungen werden dabei an die RFID-Module<br />
gestellt?<br />
Vandalismus<br />
Die Platzierung von Steckdosen im Freien hat immer auch<br />
den Aspekt der Vandalismussicherheit. Was gegen rabiate<br />
Menschen schützt, ist der Funkidentifikation allerdings selten<br />
förderlich. So verschieben Edelstahlgehäuse die Frequenz<br />
der Funkwellen und behindern die Induktion. Aluminium<br />
hat eine dämpfende Wirkung. Oft behilft man sich mit<br />
kleinen Kunststoffflächen, hinter denen Antenne und/oder<br />
Reader platziert werden. Der Aufbau einer Ladesäule und die<br />
Unterbringung des RFID-Lesemoduls ist eine Wissenschaft<br />
für sich. Ohne Systemtests wird es nicht gehen, eine Zusammenarbeit<br />
mit den Reader-Herstellern ist unabdingbar.<br />
Temperatur<br />
Kooperation ist auch in puncto Temperaturbereich gefragt.<br />
Ein erweiterter Temperaturbereich gehört zur Grundspezifikation<br />
für Reader-Module in Ladesäulen. Die Hersteller müssen<br />
garantieren, dass keine empfindlichen Standardbauteile<br />
Einsatz finden und jedes Reader-Modul für Temperaturen<br />
von -25 bis +80 °C ausgelegt ist.<br />
Mittlerweile ist das Thema RFID bei Stromtankstellen stärker<br />
in den Blick gerückt und sie werden zunehmend zu anspruchsvollen<br />
RFID-Anwendungen<br />
Bildquelle: Petair/Fotolia.com<br />
Multistandard-Fähigkeit<br />
Von Betreiberseite gibt es keinen eindeutigen Trend zur<br />
Verwendung eines Standards oder einer Frequenz. Hersteller<br />
von Ladesäulen suchen daher nach Modulen, die für die<br />
verschiedenen Standards identische oder sehr ähnliche<br />
Formfaktoren aufweisen. Allerdings: Jedes Modul muss im<br />
Gesamtsystem getestet werden.<br />
Eleganter und effizienter ist der Einsatz moderner Multistandard-Module.<br />
Elatec RFID Systems hat kürzlich die Reader-<br />
Produktfamilie TWN4 vorgestellt, die erstmals praktisch alle<br />
Transponder der Frequenzen 125 kHz, 134 kHz und 13,56<br />
MHz in einem Reader abdeckt. Produkte wie diese erlauben<br />
es Herstellern, sich ganz auf die Anwendung zu konzentrieren<br />
und sich beim RFID-Standard alle Türen offenzuhalten.<br />
Sogar NFC wird von den Multistandard-Readern unterstützt.<br />
Noch ist diese Technologie bei Ladesäulen kein Thema, aber<br />
es gilt als sicher, dass die Ausbreitung von Smartphones mit<br />
Nahfunkausstattung zum vermehrten Einsatz von NFC-Payment-Systemen<br />
im Bereich eMobilität führen wird.<br />
Absetzbare Antennen, weitere Schnittstellen<br />
Für das Ladesäulen-Design bieten Module mit absetzbaren<br />
Antennen zusätzliche Möglichkeiten. Der Reader-Chip<br />
kann irgendwo im Gehäuse untergebracht werden und der<br />
Bereich für die Transponderannäherung freier gestaltet<br />
werden. Interfaces wie RS232, USB oder CAN sind bei den<br />
Readern wünschenswert. So kann es je nach Abrechnungsszenario<br />
nötig werden, Speicher und ein Bezahlsystem anzuschließen<br />
- etwa bei Offline-Stromtankstellen mit eigener<br />
Micropayment-Einheit.<br />
Das Fazit: eMobilität im Alltag wird die RFID-Komponenten<br />
von Ladesäulen stärker in den Blick rücken. Die Systemanbieter<br />
müssen ihre Ladesäulen für verschiedene Transpondertypen<br />
zukunftssicher und flexibel einsetzbar machen.<br />
Das erfordert eine sorgfältige System- und Partnerauswahl,<br />
wenn sie den steigenden Anforderungen gerecht werden<br />
wollen.<br />
Klaus Nagel<br />
Elatec RFID Systems<br />
info-RFID@elatec.com<br />
www.elatec-rfid.com<br />
Elatec RFID Systems<br />
Elatec entwickelt und vertreibt RFID-Schreib-Lese-Module als Desktop- oder OEM-PCB-Version mit oder ohne integrierte<br />
Antenne. Ergänzt wird das Angebot durch die Entwicklung kundenspezifischer Geräte und leistungsfähiger Skripts zur<br />
Anpassung der Schreib-Lese-Routine im Reader ohne Änderung in der Host-Applikation. Elatec vertreibt auch alle Arten<br />
von Transpondern als Standardprodukt (Karten, Münzen, Etiketten, Schlüsselanhänger etc.) oder in kundenspezifischen<br />
Bauformen. Anwendungsbereiche sind z. B. Zutrittskontrolle, E-Payment, NFC, Authentifizierung, Logistik, Secure Printing.<br />
102 Neue Mobilität Neue Mobilität 103
Erste Flotten - LadefoxX<br />
www.benteler-engineering.com<br />
PlugFinder App für<br />
Stromtankstellen<br />
Die Ladefoxx App im Überblick<br />
Mit der kostenlosen LADEFOXX-Version der PlugFinder App<br />
für Smartphones finden Sie jetzt jederzeit die nächstgelegene<br />
LADEFOXX-Stromtanksäule. Seit Ende August 2012 kann die<br />
Software bei iTunes heruntergeladen werden. Neben detaillierten<br />
Informationen über einen Ladepunkt ist auch eine Navigation<br />
dorthin integriert. Der Nutzer kann vorab die Ladekonstellation<br />
seines Elektrofahrzeugs eingeben, so dass<br />
zum Beispiel nur Schnellladepunkte für Tesla-Fahrzeuge angezeigt<br />
werden. Sofern die ausgewählte Ladesäule nicht allgemein<br />
zugänglich ist, da eine RFID-Karte oder ein spezieller<br />
Schlüssel benötigt wird, gibt es Hilfetexte zur Nutzung.<br />
Künftig werden noch topografische Karten zur Reichweitenbestimmung<br />
sowie regionale Informationen zum Ladepunkt<br />
und der ausgewählten Fahrtroute angezeigt. Gegen eine einmalige<br />
Gebühr kann die kostenlose App zur vollständigen<br />
PlugFinder App mit allen bundesdeutschen Stromladesäulen<br />
erweitert werden.<br />
Die Vorteile auf einen Blick<br />
• Qualitätsüberwachte Datenbank mit Zusatzfunktionen<br />
• Bequeme Suche via GPS<br />
• Einfache Navigation mit TomTom, Navigon & Google Maps<br />
• Immer aktuell mit automatischer Update-Funktion<br />
104 Neue Mobilität<br />
Voraussetzungen<br />
• Kompatibel mit iPhone und iPod touch<br />
• Benötigt iOS 5.0 oder höher<br />
• WiFi, GPRS oder 3G Verbindung zur Aktualisierung<br />
erforderlich<br />
Wie kann ich laden?<br />
Eine einmalige kostenfreie Registrierung auf www.ladefoxx.de<br />
genügt. Anschließend können alle Standorte mit einem Anruf<br />
an die +49 621 820 392 26 freigeschalten werden. Die<br />
Nummer findet sich auf jeder Ladesäule und natürlich direkt<br />
in der App ohne lästiges Abtippen.<br />
Was kostet das Laden?<br />
Derzeit sind alle LADEFOXX-Standorte kostenfrei. An manchen<br />
Standorten können Parkgebühren entstehen.<br />
Wie beende ich den Ladevorgang?<br />
Ein einfacher erneuter Anruf beendet den Ladevorgang wieder<br />
und der Ladestecker wird freigegeben.<br />
Laden Sie jetzt die LADEFOXX App kostenfrei herunter.<br />
Infos und Download finden Sie über<br />
www.plugfinder.de/ladefoxx<br />
Von der Entwicklung bis zur Produktion.<br />
Kundenspezifisch und anwendungsorientiert.<br />
Benteler Engineering Services - Helmond NL<br />
Unsere erfahrenen Spezialisten entwickeln innovative Lösungen für elektrisch<br />
betriebene Fahrzeuge, immer unter Berücksichtigung des geplanten Einsatzspektrums<br />
und der ermittelten Fahrzyklen für ein Optimum an Effizienz. Ob elektrisch-, hybridoder<br />
brennstoffzellenbetriebene Nutz- und Spezialfahrzeuge - Unser Hybrid & Electric<br />
Vehicle Technology Team bietet Ihnen Detail- und Gesamtlösungen vom Prototypen<br />
bis zur zulassungsfähigen Kleinserie.<br />
Kontakt: helmond@benteler-engineering.com
Erste Flotten - Benteler Engineering Services<br />
Erste Flotten - Benteler Engineering Services<br />
26 Tonnen schwer<br />
und flüsterleise<br />
Benteler Engineering Services elektrifiziert den urbanen Nutz- und Schwerlastverkehr<br />
ten Range Extender an Bord, der bei Bedarf über einen Generator<br />
elektrische Energie an die Batterie liefert.<br />
Als Range Extender kommt ein moderner kompakter Pkw-<br />
Dieselmotor zum Einsatz. Im MAN Metropolis sorgt ein V6<br />
TDI-Motor aus dem Volkswagen-Konzern zusammen mit einem<br />
Generator für die effiziente Stromproduktion. Der TDI-<br />
Motor schöpft aus 3 Liter Hubraum eine Leistung von 150 kW<br />
(204 PS). Das Motor-Management-Programm stellt sicher,<br />
dass der Dieselmotor stets im verbrauchseffizientesten Bereich<br />
läuft.<br />
Gemeinsame Forschung der technischen Realisierbarkeit<br />
mit Benteler Engineering Services<br />
Der Metropolis wurde im Rahmen eines Projektkonsortiums<br />
entwickelt und am Standort in Helmond (NL) aufgebaut.<br />
Dort bündelt Benteler Engineering Services seine »eKompetenzen«.<br />
Die Spezialisten des Hybrid & Electric Vehicle<br />
Technology Bereiches entwickeln Lösungen für Nutz- und<br />
Spezialfahrzeuge - sogar bis in den Schwerlastbereich. Für<br />
Detaillösungen, Prototypen oder zulassungsfähige Kleinserien<br />
ist der One-Stop-Shop im Automotive Campus NL bestens<br />
ausgestattet. »Elektrisch betriebene Nutz- und Spezialfahrzeuge<br />
mit anwendungsorientierten Antriebssystemen<br />
sind heute bereits wirtschaftlich einsetzbar - in naher Zukunft<br />
sogar im Schwerlastbereich«, so das Motto von Benteler<br />
Engineering Services.<br />
So entstehen beeindruckende Lösungen, die nicht nur für<br />
die großen Fahrzeughersteller attraktiv sind. Viele urbane<br />
Wirtschafts-, Liefer- und Personenverkehre mit Fahrzeugen<br />
ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht können bereits<br />
als Kleinserie wirtschaftlich abgebildet werden.<br />
Null-Emissionszonen und die Entzerrung des Verkehrs in<br />
Ballungszentren werden eine große Herausforderung und<br />
fordern innovative und nachhaltige Lösungen von allen Beteiligten<br />
- Benteler Engineering Services wird hier als Partner<br />
mit Erfahrung und Kompetenz seinen Beitrag leisten.<br />
Der Metropolis auf der eCarTec<br />
Ausgestattet mit modernsten Technologien für mehr Verkehrssicherheit<br />
im urbanen Raum wird der »sanfte Riese« auf<br />
der diesjährigen eCarTec in Halle B2 / Stand 339 mit Sicherheit<br />
ein Highlight sein.<br />
Die logistische Ver- und Entsorgung von Städten steht vor<br />
neuen Herausforderungen. Es ist absehbar, dass mehr und<br />
mehr Ballungszentren in Zukunft Null-Emissionszonen einführen<br />
werden. Dann werden nur noch solche Fahrzeuge in<br />
diese Zonen einfahren dürfen, die in der Lage sind, eine definierte<br />
Fahrtstrecke emissionsfrei und besonders leise zurückzulegen.<br />
Die Belieferung beispielsweise bei Nacht oder<br />
die Müllentsorgung in den frühen Morgenstunden würde<br />
außerdem zur Entzerrung des Stadtverkehrs beitragen.<br />
In Zusammenarbeit mit Benteler Engineering Services erforscht<br />
MAN die technische Realisierbarkeit eines Fahrzeugkonzepts,<br />
das diese zukünftigen Anforderungen an schwere<br />
Lkw im urbanen Umfeld erfüllt. Dafür geht MAN über die<br />
heute bei schweren Lkw geläufigen Hybrid-Ansätze hinaus<br />
und verwirklicht eine völlig neuartige Antriebsarchitektur.<br />
Der Metropolis ist ein elektrisch angetriebener Lkw auf Basis<br />
eines MAN TGS 6x2-4. Der 203 kW starke Elektromotor<br />
treibt über ein Zweigang-Automatikgetriebe die Hinterräder<br />
des Lkw an. Auch die Nebenaggregate wie Servolenkung,<br />
Luftpresser und Hydraulikpumpe sowie die Klimaanlage<br />
werden elektrisch betrieben und über das Energiemanagement<br />
bedarfsabhängig und damit energiesparend gesteuert.<br />
Ein Farbdisplay im Cockpit informiert den Fahrer über die<br />
aktuellen Energieparameter, beispielsweise Energierückgewinnung,<br />
Batteriezustand und Lademodus. So kann er den<br />
MAN Metropolis besonders effizient und umweltfreundlich<br />
fahren.<br />
Bei allen Ideen und Fahrzeugkonzepten ist die Nutzlastneutralität<br />
ein essentieller wirtschaftlicher Faktor<br />
Die Energie liefert eine modulare Lithium-Ionen Batterie mit<br />
maximal 105 kWh Speichervermögen, die sich dank Plug-In-<br />
Funktion einfach und bequem an der Steckdose aufladen<br />
lässt. Der Energiespeicher ist unter dem Fahrerhaus über<br />
der Vorderachse angeordnet, dort, wo in konventionellen<br />
Lkw der Dieselmotor platziert ist. Das Batteriegewicht liegt<br />
dadurch auf der Vorderachse, die Hinterachsen können wie<br />
bisher das Gewicht von Aufbau und Transport gut tragen. Die<br />
Gewichtseinsparung durch den Entfall von konventionellem<br />
Lkw-Motor und -Getriebe kompensiert das Mehrgewicht des<br />
Hybridsystems, so dass das Fahrzeug eine identische Nutzlast<br />
aufweist wie der serienmäßige 26-Tonner MAN TGS 6x2-4.<br />
Die Energiedichte von Fahrzeugbatterien entwickelt sich<br />
durch neue Technologien stetig weiter, dennoch stellen diese<br />
auf absehbare Zeit einen erheblichen Gewichtsfaktor dar.<br />
Eine Batterie, welche die gesamte erforderliche Energiemenge<br />
für den Betrieb eines schweren Lkw vorhalten müsste,<br />
würde einen erheblichen Teil der Nutzlast eines Lkw aufzehren.<br />
Deshalb hat das Forschungsfahrzeug einen so genann-<br />
Mächtige Simulationstools prüfen die spätere Anwendung<br />
des geplanten Fahrzeugkonzeptes. Anhand der generierten<br />
Daten aus realen Fahrzyklen, Anforderungen, Belastung und<br />
Infrastruktur entsteht die Grundlage eines jeden Antriebsoder<br />
Gesamtkonzeptes. Erst dann kann die technische Realisierbarkeit,<br />
sowie der wirtschaftliche Einsatz betrachtet<br />
werden.<br />
Benteler Engineering Services<br />
Der MAN Metropolis fährt flüsterleise und emissionsfrei<br />
Kai Schönenberg // Benteler Engineering Services<br />
kai.schoenenberg@benteler-engineering.com<br />
www.benteler-engineering.com<br />
Als internationales Engineering-Unternehmen unterstützt Benteler Engineering Services seine Kunden auf den Gebieten<br />
Entwicklung, Konstruktion, Simulation, Prototypenbau, Versuch und Produktion.<br />
Benteler Engineering Services ist seit über 50 Jahren ein innovativer und verlässlicher Partner für viele Unternehmen, von<br />
kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu den OEMs aus den Bereichen Automobiltechnik, öffentlicher Transport, Panzerung<br />
sowie der Industrie.<br />
Insgesamt 700 Mitarbeiter an 13 Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien, Brasilien und<br />
China sind bei Benteler Engineering Services beschäftigt.<br />
Benteler Engineering Services gehört zur Benteler International AG, einem internationalen Konzern mit über 25.850 Mitarbeitern<br />
an 170 Standorten in 38 Ländern.<br />
106 Neue Mobilität Neue Mobilität 107
Erste Flotten - Fleet Factory<br />
Erste Flotten in Hamburg<br />
Elektromobilität hat Zukunft.<br />
Mit Bosch die Lösungen entwickeln.<br />
eMobilität braucht schlüsselfertige Lösungen<br />
Der BLG Autoterminal Hamburg ist ein Kompetenzcenter für Flotten<br />
Die Entscheidung für eMobilität im Flottenbereich bedarf<br />
einer sachkundigen Koordination, so das Fazit des »1. Fleet<br />
& Electric Day« auf dem BLG-Autoterminal in Hamburg.<br />
Die Veranstalter Fleet Factory GmbH und BLG Logistics<br />
Group haben potenziellen Flottenbetreibern verschiedene<br />
Möglichkeiten aufgezeigt, wann und unter welchen Voraussetzungen<br />
eMobilität wirtschaftlich ist.<br />
Die Teilnehmer lobten vor allem die Mischung aus Informationsvermittlung<br />
durch Experten der Hersteller von Elektrofahrzeugen<br />
sowie Dienstleistern wie Leasing- und Fuhrpark-<br />
Managementunternehmen, aber auch die Möglichkeit, über<br />
25 eFahrzeuge live zu testen - vom Kleinstfahrzeug für die<br />
City bis hin zum 100%-elektrischen 12-Tonnen-Lkw.<br />
Eine breite Palette von eFahrzeugen bis hin zu Lkw befindet<br />
sich bereits in den Angebotspaletten vieler Hersteller. Die<br />
Fleet Factory GmbH bietet dazu unter anderem Vollkostenvergleiche<br />
(TCO) zwischen eMobilität und konventionellen<br />
Fahrzeugen einschließlich Ladeinfrastruktur, Leasing und<br />
weiteren Parametern.<br />
Mit dem Projekt »E-FLEET-HAMBURG« wird nun ein dauerhaftes<br />
»Kompetenzcenter für Elektromobilität« auf der Kattwykinsel<br />
installiert. Uwe Wiese, Geschäftsführer des Autoterminal<br />
Hamburg: »Gemeinsam mit der Fleet Factory sind<br />
wir seit Jahren sehr erfolgreich im Bereich Flotte unterwegs.<br />
Die Gespräche aus dem »1. Fleet & Electric Day« haben uns<br />
zu der Erkenntnis gebracht, dass wir unsere Dienstleistung<br />
um die Notwendigkeiten der Elektromobilität erweitern.«<br />
Werner Oltmann, Geschäftsführer der Fleet Factory GmbH<br />
ergänzt: »Es müssen schlüsselfertige Lösungen für Flottenbetreiber<br />
angeboten werden. Nur gebündelte Aktivitäten<br />
und ein Ausblick auf moderne Mobilitätsformen bringen<br />
nachhaltig Fahrzeugmengen auf die Straßen. Das Konzept<br />
»E-FLEET-HAMBURG« wird die Leistungen von Herstellern,<br />
Handel, Flottenbetreibern sowie weiteren Dienstleister bündeln<br />
und potenziellen Elektro-Flotten Betreibern maßgebliche<br />
Hilfestellungen offerieren.«<br />
Auf der Kattwykinsel, dem Gelände des größten europäischen<br />
Fahrzeugspediteurs BLG Logistics, bereiten die beiden<br />
Unternehmen die Fahrzeuge nach individuellen Vorgaben auf.<br />
Einbauten, Umbauten, Beklebung, Erstinspektion, UVV, bundesweite<br />
Zulassung, Servicemappen und Tankkarten - alles<br />
erfolgt an einem Ort ohne zeitaufwändige Umwege. Danach<br />
wird sofort ausgeliefert, entweder auf eigener Achse oder<br />
mit einem der Trailer der BLG. Alte Fahrzeug werden auf Kundenwunsch<br />
wieder mit zurückgenommen. Auf der Internet-<br />
Plattform FleetFactoryOnline werden sämtliche Prozesse von<br />
der Fahrzeugbestellung bis zur Auslieferung minutengenau<br />
abgebildet. Für alle Marken nur ein Mausklick. Das ist einzigartig<br />
in ganz Deutschland.<br />
Werner Oltmann // Fleet Factory GmbH<br />
www.fleet-factory.com<br />
Bei der Entwicklung der elektromobilen Zukunft kommt es auf innovative Partner an.<br />
Bosch bietet schon heute Antriebssysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie<br />
Softwarelösungen für vernetzte Ladestationen. Die Bosch-Technik für Energiegewinnung<br />
aus Wind und Sonne ist ein weiterer Beitrag zu einer klimafreundlichen Elektromobilität.<br />
Als Partner der Industrie, Wissenschaft und Politik setzt sich Bosch dafür ein, mit<br />
wirtschaftlichen Lösungen die Elektromobilität voran zu bringen.<br />
Erfahren Sie mehr unter www.bosch.de<br />
108 Neue Mobilität
Erste Flotten - SAXMobility II<br />
Erste Flotten - SaxMobility II<br />
Sachsen-Anhalt<br />
Die Modellregion Sachsen<br />
im Fokus<br />
Wegbereiter für die Neugestaltung unserer Verkehrswelt<br />
Leipzig<br />
Brandenburg<br />
Dresden<br />
Thüringen<br />
Sachsen<br />
SaxMobility II<br />
Budget<br />
Förderung<br />
ca. 6,6 Mio. Euro<br />
ca. 3,81 Mio. Euro<br />
Besteller Engineering Services elektrifiziert den urbanen Nutz- und Schwerlastverkehr<br />
Bayern<br />
Zeitraum 01.10.11 - 30.<strong>09</strong>.14<br />
Stromos an der Drewag Ladesäule<br />
Laufzeit, Finanzierung und die partner des Projektes SaxMobility II<br />
Die Modellregionen Elektromobilität bestehen seit dem<br />
Jahr 20<strong>09</strong> und sind ein mit 115 Mio. Euro aus dem zweiten<br />
Konjunkturpaket ausgestattetes Förderprogramm des Bundesministeriums<br />
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<br />
(BMVBS) im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans<br />
Elektromobilität der Bundesregierung. Sachsen ist eine von<br />
acht Modellregionen, in der gemeinsame Projekte und Mobilitätskonzepte<br />
von Herstellern, Forschungseinrichtungen,<br />
Dienstleistern und Infrastrukturbetreibern entwickelt und<br />
umgesetzt werden. Sachsen soll damit innerhalb Deutschlands<br />
eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Elektromobilität<br />
einnehmen.<br />
Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH koordiniert<br />
als regionale Projektleitstelle die Modellregion Elektromobilität<br />
Sachsen. Die bundesweite Programmkoordination<br />
übernimmt die NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff-<br />
und Brennstoffzellentechnologie).<br />
SaxMobility I<br />
Zur Umsetzung dieses Zieles wurde am 01. Februar 2010 das<br />
sächsische Verbundprojekt »SaxMobility« ins Leben gerufen.<br />
Die Partner in dem Verbundprojekt, welches am 30. September<br />
2011 endete, waren die Energieunternehmen ENSO<br />
Netz GmbH, DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH und<br />
Stadtwerke Leipzig GmbH, die HTW - Hochschule für Technik<br />
und Wirtschaft Dresden, Hochschule für Telekommunikation<br />
Leipzig (HfTL) sowie die KEMA-IEV GmbH als Projektkoordinator.<br />
Schwerpunkt des Projektes SaxMobility war<br />
der Flottenbetrieb mit Elektrofahrzeugen und das Flottenmanagement<br />
unter dem Aspekt der Elektromobilität in der<br />
Modellregion Sachsen. Dazu wurden von den Partnern 40<br />
elektrisch betriebene Fahrzeuge (29 PKW, 8 eScooter, 3 Pedelecs)<br />
angeschafft, messtechnische Untersuchungen an<br />
den Fahrzeugen durchgeführt, 60 Ladestationen mit 154<br />
Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in Sachsen installiert, die<br />
Auswirkungen des Ladens auf das Stromnetz mithilfe von<br />
Netzberechnungen untersucht, ein Konzept für ein zeitbasiertes<br />
Zugangs- und Abrechnungssystem entwickelt, technische<br />
und wirtschaftliche Analysen zur Ladeinfrastruktur<br />
und zu Elektrofahrzeugen erarbeitet sowie Marktbefragungen<br />
und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt.<br />
Mit dem initialen Projekt SaxMobility I wurden vielfältige<br />
praktische Erfahrungen gesammelt, notwendige Strukturen<br />
geschaffen und die öffentliche Wahrnehmung erhöht.<br />
SaxMobility II<br />
Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten sächsischen<br />
Verbundprojektes »SaxMobility« startete direkt im Anschluss<br />
am 01. Oktober 2011 das Folgeprojekt »SaxMobility<br />
II« unter dem Arbeitstitel »Mobile Endgeräte als Zugangs-<br />
und Abrechnungssystem für Ladeinfrastruktur sowie zur Verknüpfung<br />
mit dem ÖPNV«. Im Projekt wurden zwei weitere<br />
Partner, das Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V.<br />
sowie die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH, aufgenommen.<br />
Neben der Vergrößerung der Fahrzeugflotten der Projektpartner<br />
um weitere ca. 58 Fahrzeuge und dem bedarfsgerechten<br />
Ausbau der Ladeinfrastruktur um bis zu 250 Ladepunkte,<br />
liegt der Schwerpunkt des Folgeprojektes auf der<br />
Entwicklung und Erprobung eines Zugangs- und Abrechnungssystems<br />
für Ladestationen sowie dem Aufbau eines<br />
exemplarischen Verleihsystems von Elektrofahrzeugen für<br />
die Öffentlichkeit. Das Ziel ist es, der Öffentlichkeit die Nutzung<br />
der Elektrofahrzeuge in verschiedenen Ausprägungen<br />
zu ermöglichen. Insbesondere der intermodale Verkehr, d. h.<br />
die Kombination des motorisierten Individualverkehrs (MIV)<br />
und des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), soll gefördert<br />
werden.<br />
Dabei wird auf bereits im ÖPNV etablierte mobile Ticketlösungen<br />
wie HandyTicket Deutschland oder easy.GO zurückgegriffen.<br />
Mit diesen Lösungen können Kunden aktuell in<br />
vielen deutschen Großstädten mit ihrem Smartphone oder<br />
Mobiltelefon beispielsweise per Applikation oder SMS Fahrkarten<br />
für Bus und Bahn erwerben. Zukünftig sollen diese<br />
Lösungen zudem das Stromtanken, also den Zugang zu<br />
Ladestationen und die anschließende Abrechnung, und gegebenenfalls<br />
das Ausleihen von Elektrofahrzeugen (eCarsharing)<br />
ermöglichen.<br />
Ausblick<br />
Die Modellregionen Elektromobilität mit ihren zahlreichen<br />
Projekten sind die Wegbereiter für die Neugestaltung unserer<br />
Verkehrswelt. Die zunehmende Elektrifizierung des (motorisierten<br />
Individual-) Verkehrs hilft insbesondere urbane Gebiete<br />
zu entlasten, indem direkte CO 2 -Emissionen aber auch<br />
Lärmemissionen vermieden oder verringert werden. Zudem<br />
werden im Rahmen der Modellregionen neue Verkehrslösungen<br />
erforscht. In Sachsen wird insbesondere die Verknüpfung<br />
der elektrischen Fahrzeugnutzung mit Carsharing und<br />
dem ÖPNV untersucht. Die Vision liegt in der Schaffung einer<br />
einheitlichen Mobilitätsplattform beispielsweise über mobile<br />
Endgeräte. Mithilfe der Mobilitätsplattform könnten zukünftig<br />
Kunden, neben dem Kauf von Bus- und Bahn-Tickets,<br />
Strom »tanken«, Parktickets erwerben und Fahrzeuge ausleihen.<br />
Durch Nutzung der Smartphone-Technologie können<br />
diese Funktionalitäten um Apps oder mobile Webseiten für<br />
Fahrplanauskünfte, Ladestationsübersichten, Reservieren<br />
von Ladestationen und vieles mehr ergänzt werden.<br />
Oliver Schönherr // Kristian Seidl<br />
DNV KEMA // www.dnvkema.com<br />
110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111
Erste Flotten - Karabag<br />
Erste Flotten - Karabag<br />
Die Pizza kommt elektrisch<br />
Hamburger Besteller Engineering Elektroautopionier Services elektrifiziert Karabag setzt den Joey‘s urbanen Pizza Nutz- unter und Strom Schwerlastverkehr<br />
FiorinoE<br />
Karabag-Sprecher André Schmidt bei der Fahrzeugübergabe mit Kerami Özcelik<br />
Um Lärm- und CO 2 -Emissionen an den jeweiligen Standorten<br />
zu senken, aber auch um Treibstoff- und Wartungskosten<br />
zu reduzieren, testet Deutschlands Pizzaservice Nummer<br />
1 (Quelle: Systemgastronomie in Deutschland 2012<br />
DEHOGA Bundesverband), Joey‘s Pizza, am Standort Hamburg<br />
Valentinskamp verschiedene Elektrofahrzeuge. Dabei<br />
setzt das Unternehmen auch auf eMobilität Made in Hamburg.<br />
Am 31. Juli 2012 wurde für die täglichen Lieferfahrten<br />
ein Karabag new500E übergeben.<br />
»Elektromobilität ist gerade in Bereichen eine gute Lösung,<br />
in denen urban viele kurze Strecken zurückgelegt werden<br />
und das Auto nachts aufgeladen werden kann«, so Sirri Karabag,<br />
Geschäftsführer der Karabag GmbH. »Pflegedienste,<br />
Kurierunternehmen, insbesondere aber auch Lieferdienste<br />
bieten diese Voraussetzungen. Neben den im Vergleich zu<br />
einem Benziner wesentlich günstigeren laufenden Kosten,<br />
gibt es beim eAuto keine CO 2 - oder Lärmemissionen.« Noch<br />
ein Vorteil: Da die Batterie des new500E in der ehemaligen<br />
Reserveradmulde sitzt, bleibt das Kofferraumvolumen voll<br />
erhalten - wichtig für die Warmhaltetaschen, in denen die<br />
Pizza transportiert wird.<br />
Seit rund einem Jahr hat Joey‘s mehrere Elektrofahrzeuge<br />
im Testeinsatz, darunter auch verschiedene eRoller. »Wir<br />
können aus diesem ersten Test in Hamburg ein positives<br />
Resümee ziehen und werden unsere Aktivitäten auf diesem<br />
Gebiet weiter ausweiten«, freut sich Karsten Freigang, Geschäftsführer<br />
Joey‘s Pizza Service.<br />
»Deutsche Fertigungsqualität, italienisches Design und ein<br />
attraktives Preis-Leistungsverhältnis - wir freuen uns über<br />
den Neuzugang in unserem Fuhrpark und sind auf die Erfahrungen<br />
mit diesem eFahrzeug sehr gespannt. Wie alle unsere<br />
Elektrofahrzeuge wird auch der Karabag new500E ausschließlich<br />
mit Ökostrom betankt«, verrät Kerami Özcelik,<br />
Joey’s Franchise-Partner im Valentinskamp, abschließend.<br />
Der Einsatz des Karabag new500E ist für mindestens vier<br />
Jahre geplant. Neben Joey‘s Pizza zeigen bereits seit rund<br />
zwei Jahren viele weitere vornehmlich Hamburger Wirtschaftsbetriebe<br />
großes Interesse an den Elektrofahrzeugen<br />
von Karabag. Bereits im Frühjahr 2011 wurden von Karabag<br />
elektrifizierte Fiat Fiorinos an Hamburger Unternehmen wie<br />
z.B. die Airbus Operations GmbH, das UKE oder die Aurubis<br />
AG ausgeliefert und bewähren sich im Alltag. »Unsere<br />
Fahrzeuge beweisen seit Jahren im harten Dauertest, dass<br />
Elektrofahrzeuge weit mehr sind als nur Spaßmobile. Denn<br />
im Unternehmensbereich zählen vor allen Dingen Zuverlässigkeit<br />
und Wirtschaftlichkeit. Ich freue mich, dass wir den<br />
Vertrauensvorschuss der Industrie durch Zuverlässigkeit<br />
wieder zurückzahlen können«, so Karabag abschließend.<br />
Die Karabag GmbH bietet neben dem Verkauf von Fiat-<br />
Nutzfahrzeugen seit 20<strong>09</strong> auch Elektrofahrzeuge an. Dabei<br />
handelte es sich zunächst von Karabag in Zusammenarbeit<br />
mit dem TÜV Süd homologierte Fahrzeuge aus Modena/<br />
Italien. Seit 2011 baut Karabag Elektrofahrzeuge auch in eigenen<br />
(europäischen) Produktionsstätten. Zusammen mit<br />
verschiedenen Partnerunternehmen entwickelte Karabag<br />
außerdem ein berührungsloses Ladesystem mittels einer Induktionsschleife<br />
und eine CO 2 -neutrale konventionelle Fahrzeugheizung<br />
durch die Verbrennung von Bioethanol (zusammen<br />
mit Eberspächer).<br />
Die Produktpalette der Karabag GmbH umfasst den Fiorino<br />
E, den Doblò E als weiteren, etwas größeren Kleintransporter,<br />
den Scudo E als Vertreter der sogenannten VITO-Klasse<br />
und schließlich den Ducato E in allen Größen und Gewichtsklassen<br />
bis 4 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht als Vertreter<br />
der Sprinterklasse. Als Kleinwagen bietet Karabag den<br />
new 500E auf Basis des Fiat 500 an. Der Fiorino E und die<br />
Transporter-Range erreichen eine Geschwindigkeit von bis<br />
140 km/h. Der new500E fährt bis zu 110 km/h schnell.<br />
Mittlerweile haben Karabag-Elektrofahrzeuge über 18 Millionen<br />
Kilometer auf der Straße zurückgelegt (Stand Juli 2012).<br />
Gemessen an den Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge ist<br />
die Karabag GmbH aktuell Marktführer in Deutschland. Etwa<br />
jedes fünfte Elektroauto, das heute auf deutschen Straßen<br />
unterwegs ist, kommt von Karabag.<br />
DucatoE<br />
André Schmidt<br />
Karabag-Sprecher<br />
www.karabag.de<br />
112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113
Erste Flotten - Modellbau<br />
HUMAN<br />
Resources<br />
BMW Welt als<br />
Kongress-Tagungsort<br />
IM<br />
Bereich<br />
Deutschland ist der Gastgeber des bevorstehenden Internationalen<br />
Modell-, Formen- und Werkzeugbauer Kongresses<br />
im Jahr 2013. Der Bundesverband Modell- und Formenbau<br />
lädt deshalb bereits heute alle Interessierten herzlich zum<br />
12. Internationalen Kongress für den Modell-, Formen- und<br />
Werkzeugbau vom <strong>09</strong>.- 12. Mai 2013 nach München ein.<br />
Mit Rückblick auf das Jahr 2000 und dem damaligen großen<br />
Zuspruch des in Deutschland/München durchgeführten Kongresses,<br />
hat man sich auch für das Jahr 2013 wieder für die<br />
»Weltstadt mit Herz« als Austragungsort entschieden. Die<br />
hervorragende Infrastruktur und als besonderes Highlight<br />
die BMW Welt als Kongress-Tagungsort wird sicherlich viele<br />
Gäste dazu bewegen, die Reise nach München anzutreten.<br />
Über Technik und Zukunft, über technologische Trends und<br />
Entwicklungen des Modell-, Formen- und Werkzeugbaus - im<br />
besonderen im Elektromobilitätsbereich - sind informative<br />
Fachvorträge von kompetenten Referenten unserer Partner<br />
und Berichte der internationalen Verbände, sowie Unternehmens-Besichtigungen<br />
aus dem Modell-, Formen- und Werkzeugbau<br />
geplant.<br />
Verschiedene Events, wie z.B. der Eröffnungs-Abend in<br />
den historischen Räumen des Maximilianeum/Bayerischer<br />
Landtag oder der Gala-Abend mit internationalen Künstlern,<br />
sowie zum Abschluss der Bayerische Abend im Festsaal des<br />
»Königlich bayerischen Hofbräuhauses« runden, neben kulinarischen<br />
Höhepunkten, die Tagung ab.<br />
Bei Begleitpersonen finden organisierte Rahmenprogramme<br />
wie beispielsweise ein Ausflug zum Schloss Neuschwanstein,<br />
ein Besuch der Mozartstadt Salzburg oder eine unvergessliche<br />
Floßfahrt auf der Isar sicherlich Anklang.<br />
Der Bundesverband Modell- und Formenbau freut sich<br />
auf Ihren Besuch und wird als Gastgeber für Sie das Unmögliche<br />
möglich machen! Für nähere Informationen und<br />
zur Online-Anmeldung besuchen Sie die Kongress-Webseite<br />
www.mf-congress.eu und nutzen die Funktion »Anmeldung«.<br />
www.mf-congress.eu<br />
www.MF-Congress.eu<br />
12. INTERNATIONALER KONGRESS<br />
Modell-, Formen- und Werkzeugbau<br />
<strong>09</strong>.-12. Mai 2013 München / Deutschland<br />
Anmeldung ab sofort<br />
online möglich!<br />
e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Fachkräfte, Jobmotor, Aus- und Weiterbildung.<br />
BMW Welt als Kongress-Tagungsort !<br />
114 Neue Mobilität<br />
Deutschland ist der Gastgeber des bevorstehenden Internationalen Modell-, Formen- und Werkzeugbauer<br />
Neue Mobilität 115<br />
Kongresses im Jahr 2013. Der Bundesverband Modell- und Formenbau lädt<br />
deshalb
Human Resources im Bereich eMobilität - Uni Stuttgart<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />
Elektromobilität in Lehre<br />
und Forschung<br />
Das Institut für Elektrische Energiewandlung der Uni Stuttgart stellt sich vor<br />
Auf die Menschen kommt es an<br />
Das DRIVE-E-Programm startet in die vierte Runde<br />
Lern- und Forschungsplattform StudKart mit Teammitgliedern<br />
Das Institut für Elektrische Energiewandlung (iew) wurde<br />
im Juni 2011 am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik<br />
der Universität Stuttgart gegründet. Die Forschungsarbeiten<br />
des Instituts fokussieren sich auf zwei<br />
Schwerpunkte: elektrische Maschinen und berührungslose<br />
Energieübertragung.<br />
Beide Gebiete gehören zu den Themenschwerpunkten der<br />
Elektromobilität. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />
am iew erforschen die Konstruktion von Elektromotoren<br />
mit sehr hoher Drehmomentdichte und positioniertoleranten<br />
induktiven Ladesystemen. Ziel ist die Entwicklung<br />
von hocheffizienten Komponenten für Elektrofahrzeuge<br />
der Zukunft.<br />
Elektromotoren eignen sich aufgrund ihrer guten Regelbarkeit,<br />
ihres breiten Einsatzspektrums und ihres - im Vergleich<br />
zu Verbrennungsmotoren schon heute - sehr guten Wirkungsgrads<br />
besonders gut für die Senkung des Primärenergiebedarfs.<br />
Anforderungen aus den Bereichen der Elektromobilität<br />
und der Erneuerbaren Energien haben gezeigt, dass es nicht<br />
ausreicht, die Standard-Technologien an die neuen Einsatzgebiete<br />
zu adaptieren. Für den Einsatz in Elektrofahrzeugen<br />
sind optimierte Antriebe, insbesondere Radnaben- und Direktantriebe,<br />
Gegenstand der Forschung am iew.<br />
Für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen ist die Bereitstellung<br />
einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur unerlässlich.<br />
Induktive Ladesysteme ermöglichen das kabellose Laden<br />
von Elektrofahrzeugen und bieten Vorteile weit über den<br />
höheren Bedienkomfort hinaus. Durch das kabellose Laden<br />
wird die Automatisierung des Ladevorgangs möglich, sodass<br />
der Akku jederzeit beispielsweise auf innerstädtischen<br />
Parkplätzen, vor Ampeln oder auf ausgewählten Straßenabschnitten<br />
automatisch geladen werden kann. Diese Maßnahme<br />
ist maßgeblich dazu geeignet, die Reichweite der<br />
Elektrofahrzeuge zu erhöhen. Am iew werden positioniertolerante<br />
induktive Ladesysteme mit einem Wirkungsgrad von<br />
über 90% entwickelt.<br />
Mit dem Ziel, ein Elektrofahrzeug zu entwickeln, in dem die<br />
neuesten technologischen Entwicklungen integriert sind,<br />
entstand die Lern- und Forschungsplattform StudKart: Ein<br />
durch Studierende aus vier verschiedenen Fachrichtungen und<br />
Forschern von iew entwickelter Elektro-Gokart. Die Fachkräfteausbildung<br />
wird auch durch zahlreiche Lehrveranstaltungen<br />
im Rahmen der Studiengänge Elektrotechnik und Informationstechnik,<br />
Fahrzeug- und Motorentechnik sowie Masterstudiengang<br />
Elektromobilität unterstützt. Zusätzlich trägt<br />
iew im Rahmen von Programmen wie der Kinder Uni »Warum<br />
fährt ein Elektroauto?« und Schüler-Ingenieur-Akademie zur<br />
Nachwuchsförderung auf dem Gebiet der Elektromobilität bei.<br />
www.iew.uni-stuttgart.de<br />
DRIVE-E: Seit 2010 haben über 200 Studierende von 40 Hochschulen an dem von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Bundesministerium<br />
für Bildung und Forschung initiierten Nachwuchsprogramm teilgenommen<br />
BildQuelle: e-wOLF, Frechen<br />
Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Deutschland auch<br />
bei der Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen<br />
seine Führungsrolle behält, sind bestens ausgebildete<br />
Nachwuchswissenschaftler. Deshalb startet das DRIVE-E-<br />
Programm - eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums<br />
für Bildung und Forschung (BMBF) und der Fraunhofer-Gesellschaft<br />
- im kommenden Jahr in seine vierte Runde.<br />
»Als erstes Programm zur Nachwuchsförderung im Zukunftsfeld<br />
der Elektromobilität will DRIVE-E Studierende technischnaturwissenschaftlicher<br />
Fächer für eine Karriere in diesem<br />
Bereich begeistern. Nur mit jungen, kreativen Köpfen kann<br />
Deutschland Leitanbieter für Elektromobilität werden«, erläutert<br />
Dr. Ulrich Katenkamp, Leiter des Referats »Elektroniksysteme;<br />
Elektromobilität« im BMBF, die Motivation der Veranstalter.<br />
Mit dem DRIVE-E-Studienpreis werden herausragende Arbeiten<br />
in Fachrichtungen wie Elektrotechnik, Maschinenbau,<br />
Mechatronik, Physik oder dem Wirtschaftsingenieurwesen<br />
ausgezeichnet. Die Studierenden haben die Chance auf eine<br />
der mit bis zu 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Eingereicht<br />
werden können Projekt-, Studien-, Bachelor-, Masteroder<br />
Diplomarbeiten zu Themen aus der Elektromobilität.<br />
Die DRIVE-E-Akademie 2013 findet vom 04. bis 08. März in<br />
Dresden statt. In Vorträgen, Workshops und bei Exkursionen<br />
stehen aktuelle Entwicklungen in der Elektromobilität im<br />
Mittelpunkt. Auch Diskussionen und die Netzwerkbildung<br />
mit namhaften Vertretern aus Industrie und Forschung kommen<br />
nicht zu kurz. Der Höhepunkt der Veranstaltungswoche<br />
ist die Verleihung der DRIVE-E-Studienpreise am 06. März<br />
2013. Studierende können sich online für die Teilnahme an<br />
der kostenlosen Ferienschule bewerben. Nur die Anreisekosten<br />
sind selbst zu tragen. »Wir freuen uns, dass sich die<br />
Qualität der Veranstaltung offensichtlich herumgesprochen<br />
hat und die Bewerberzahlen ständig steigen«, so Prof. Lothar<br />
Frey, Leiter des Fraunhofer IISB. Bestätigt wird seine<br />
Aussage durch ehemalige Teilnehmer wie Christoph Regler,<br />
der 2012 bei der DRIVE-E-Akademie in Aachen dabei war.<br />
»Sehr abwechslungsreiches Programm - Fahrevents, interessante<br />
Unternehmensbesichtigungen, informative Vorträge,<br />
spannende Workshops und eine super Organisation«, fasst<br />
er seine Erfahrungen zusammen.<br />
Bewerbungsschluss für Akademie und Studienpreis ist der<br />
07. Januar 2013 (nur Online-Bewerbungen unter<br />
www.drive-e.org).<br />
DRIVE-E-Kontaktbüro // Sabrina Brezger<br />
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH<br />
drive-e@lhlk.de<br />
116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117
Human Resources im Bereich eMobilität - HS Bochum<br />
Human Resources im Bereich eMobilität - HS Bochum<br />
Mit Sonnenenergie<br />
um die Welt<br />
SolarWorld GT in den USA: Einsatz in der WÜSTE<br />
© SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />
Der SolarWorld GT im Windkanal bei AUDI<br />
© SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />
Die Hochschule Bochum entwickelt und baut seit über 10<br />
Jahren Solarmobile. Mit dem aktuellen Modell SolarWorld<br />
GT umrundet ein Studierenden-Team derzeit den Globus.<br />
Semesterferien. Die meisten Kommilitonen sind im Urlaub.<br />
Zwanzig Studierende aus den Fachbereichen Elektrotechnik<br />
und Informatik, Mechatronik und Maschinenbau, Wirtschaft<br />
sowie Geodäsie sitzen in einem Seminarraum und hören<br />
dem Teamleiter Melvin Otte zu, der die Planungen für den<br />
Bau des neuen Solarcars erläutert.<br />
Weltweit beschäftigen sich zahlreiche renommierte Universitäten<br />
und Hochschulen schon viele Jahre mit dem Thema<br />
Solarcar. Alle zwei Jahre trifft sich die Szene in Australien zur<br />
Weltmeisterschaft der Solarmobile.<br />
Die Bochumer sind als einzige deutsche Hochschule seit<br />
2003 mit eigenen Fahrzeugen vertreten und fahren die 3.000<br />
Kilometer lange Strecke von Darwin nach Adelaide. Ein Sieg<br />
bei diesem Wettbewerb ist für die Ingenieurstudenten aus<br />
dem Ruhrgebiet Nebensache geworden. Die Regeln dieser<br />
Rennen bevorzugen bisher flache Flundern, die wie Tischtennisplatten<br />
mit Solarzellen aussehen, vom Alltag der Elektromobilität<br />
in vielerlei Hinsicht aber meilenweit entfernt sind.<br />
Die Aerodynamik siegt hier klar über die Ergonomie.<br />
Ganz anders die Bochumer Entwicklungen: Gehörte HansGo!<br />
2003 noch zu den Flachmännern, war schon SolarWorld No.1<br />
im Jahr 2007 ein echtes Raumwunder, wenn auch noch mit<br />
3 Rädern. Der Design Award für den schönsten und konzeptionell<br />
überzeugendsten Sonnenwagen der Welt geht seitdem<br />
nach Bochum. Der BOcruiser von 20<strong>09</strong> ging vierrädrig<br />
an den Start, erstmals mit selbstentwickelten und gewickelten<br />
Radnabenmotoren in den Vorderrädern. Ein Zweisitzer<br />
mit normalen Türen hat im letzten Jahr die Teilnehmer der<br />
WSC überrascht: SolarWorld GT ist straßenzugelassen mit<br />
schwarzem Nummernschild und entsprechender Versicherung,<br />
hat Platz für einen Beifahrer und kann in einer halben<br />
Stunde von Links- auf Rechtslenker umgebaut werden. Ein<br />
Feature, das zwingend notwendig ist, wenn man die Welt<br />
umrunden will und nichts weniger machen die Studierenden<br />
gerade. Zum ersten Mal ist ein Fahrzeug energie-autark mehr<br />
als 30.000 Kilometer um den Globus unterwegs.<br />
Australien, Neuseeland, die USA und Europa sind schon abgehakt,<br />
derzeit fährt SolarWorld GT durch Sibirien bis nach<br />
Wladiwostok - eine anspruchsvolle Strecke, nicht nur für<br />
die Fahrzeugtechnik. Auch logistisch stellt das Unternehmen<br />
SolarCar hohe Anforderungen. Wie wird ein Container<br />
verschifft? Welche Zollformalitäten gelten in welchen Ländern<br />
? Welche Flüge sind preiswert? Alles Fragen, die die<br />
Studierenden selber klären müssen - inklusive der schwierigsten<br />
Problematik von allen: Wo kommt das Geld her, um<br />
einen Sonnenwagen mit einem Materialwert von weit über<br />
300.000 Euro zu bauen? Sponsoring heißt das Zauberwort.<br />
Auch darum kümmern sich die Teammitglieder selbst.<br />
Dieses selbstgesteuerte Lernen hat Methode. Beim PBL -<br />
Problem Based Learning - steht eine konkrete, interessante<br />
und herausfordernde Aufgabenstellung im Mittelpunkt. Die<br />
am Projekt beteiligten Professoren und wissenschaftlichen<br />
Mitarbeiter sind eher Berater als Lehrer. Prof. Dr. Friedbert<br />
Pautzke, Gründer des Projektes SolarCar an der Hochschule<br />
Bochum: »Die Professoren und Mitarbeiter sind Partner, die<br />
sich zurückhalten müssen, auch wenn sie glauben, die bessere<br />
Lösung für die anstehenden Probleme zu kennen.«<br />
Die Last der Verantwortung für den Erfolg liegt auf den<br />
Schultern der Studenten. Einmal in der Woche treffen sich<br />
die studentische Teamleitung und Prof. Pautzke sowie zwei<br />
wissenschaftliche Mitarbeiter, die das Projekt inzwischen<br />
hauptamtlich begleiten. Dabei kommen alle anstehenden<br />
Termine und Fragestellungen auf den Tisch.<br />
Zurzeit hat das Team zwei große Baustellen: Parallel zur<br />
Weltreise mit SolarWorld GT soll bis Mai 2013 auch das neue<br />
Sonnenauto entstehen. Zwei Sitze wie beim Vorgänger, diesmal<br />
aber drei Türen, denn ein Gepäckraum gehört mit zur<br />
Serienausstattung. Erstmals sollen Antriebsmotoren in alle<br />
vier Räder eingebaut werden, die mit sogenannten Elektroband-Kernen<br />
konzipiert werden. Bisher kamen aus Gewichtsgründen<br />
Luftspulenmotoren zum Einsatz, die aber in<br />
ihrer Leistungsdichte begrenzt sind. Elektroautos mit realistischen<br />
Gewichtsdimensionen und Zuladungsmöglichkeiten<br />
lassen sich so nicht antreiben.<br />
Die Hochschule Bochum arbeitet bei der Entwicklung erstmals<br />
mit dem Unternehmen ThyssenKrupp Electrical Steel<br />
zusammen. Das Solarcar stellt eine ideale Plattform dar,<br />
um das Zusammenspiel zwischen Leistungselektronik und<br />
Elektroband als geblechtem Werkstoff für den Elektromotorkern<br />
zu untersuchen und die Einflussgrößen auf die Gesamtperformance<br />
des Fahrzeuges zu bewerten. Der Härtetest für<br />
das neue Modell findet wieder in Australien statt. Bei der<br />
World Solar Challenge 2013 präsentieren die Bochumer Studierenden<br />
»Engineering made in Germany« und hoffen erneut<br />
auf den Design Award für das schönste Solarcar der Welt.<br />
SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />
Dipl.-Ing. Stefan Spychalski<br />
Kommunikation - Public Relations<br />
solarcar@hs-bochum.de // www.hs-bochum.de/solarcar<br />
118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119
Human Resources im Bereich eMobilität - Fraunhofer IAO<br />
STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Worldskills<br />
Akademische Qualifizierung<br />
Neue Mobilität beruht auf Innovationskraft. Für Innovationen sind menschliche Kreativität und exzellente Qualifizierung eine<br />
zwingende Voraussetzung. Das Fraunhofer IAO hat gemeinsam mit PricerwaterhouseCoopers eine deutschlandweite Analyse zur<br />
akademischen Qualifizierung im Bereich der Nachhaltigen Mobilität durchgeführt. Das Ziel dieser Untersuchung war zum einen,<br />
eine höhere Transparenz über das Hochschulangebot zum Thema Nachhaltige Mobilität in Deutschland zu erhalten und zum<br />
anderen, die Anforderungen der Unternehmen an die Hochschulen und deren Absolventen in Erfahrung zu bringen.<br />
WorldSkills Leipzig 2013<br />
Das Weltevent der beruflichen Bildung<br />
Die Studie versetzt Unternehmen in die Lage, sich einen<br />
Überblick über das deutschlandweite Hochschulangebot im<br />
Themenfeld der Nachhaltigen Mobilität zu verschaffen. Die<br />
Hochschulen erhalten durch die Untersuchung der Unternehmensanforderungen<br />
neue Hinweise, inwieweit ihre jeweiligen<br />
Angebote noch praxisnäher ausgerichtet werden können.<br />
Die Ergebnisse der Analyse machen deutlich, dass Nachhaltige<br />
Mobilität von Seiten der Unternehmen als klares und langfristig<br />
relevantes Zukunftsthema gesehen wird. Sie sind sich dabei<br />
weitgehend einig, dass in den nächsten Jahren ein erhöhter<br />
Bedarf an akademischen Fachkräften in den Schlüsseldisziplinen<br />
entsteht. Vor allem in den Bereichen Batteriespeicher,<br />
Energiesysteme, Gesamtfahrzeugkonzepte/-integration, Lademanagement<br />
und der Brennstoffzellentechnologie ergeben<br />
sich Schwierigkeiten bei der Suche nach geeignetem Personal.<br />
Über diese spezifischen Fachkenntnisse hinaus wird ein<br />
breiteres Systemverständnis gefordert.<br />
Ein Kernergebnis der Studie ist außerdem, dass ein grundsätzlicher<br />
Mangel an akademischen Qualifizierungsangeboten<br />
(bis auf den Weiterbildungsbereich) für Nachhaltige<br />
Mobilität nicht ersichtlich ist. Es besteht bundesweit ein<br />
hochgradig differenziertes Angebot in der gesamten Hochschullandschaft.<br />
Regionale Ungleichverteilungen innerhalb<br />
dieses Angebotes sind erkennbar. Die räumliche Nähe von<br />
Hochschulen zu Automobilherstellern fördert die Bereitstellung<br />
von Qualifizierungsangeboten sowie studienbegleitende<br />
Kooperationen. Die zentrale Anforderung der Unternehmen<br />
an die Hochschullandschaft ist eine Erhöhung der Transparenz<br />
der Angebote und deren bessere inhaltliche Anpassung<br />
an das Thema Nachhaltige Mobilität.<br />
Zukünftig wird es notwendig sein, Unternehmen und Studierende<br />
bzw. die Hochschulen näher zusammen zu bringen.<br />
Eine themenbezogene Kommunikationsplattform ist dabei<br />
ein vielversprechender Lösungsansatz. Diese würde der<br />
Bildungslandschaft ein neues, zukunftsweisendes Element<br />
hinzufügen.<br />
Hannes Rose // Fraunhofer IAO<br />
hannes.rose@iao.fraunhofer.de<br />
Die vollständige Studie unter www.e-mobilbw.de<br />
Hier werden Weltmeister gemacht: Bei den WorldSkills Leipzig<br />
2013 treten die besten Auszubildenden und jungen Fachkräfte<br />
aus der ganzen Welt an, um Champion zu werden. Alle<br />
zwei Jahre kämpfen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter<br />
23 Jahren bei der WM der Berufe um die Titel. Gastgeber ist<br />
jedes Mal ein anderes Land: 20<strong>09</strong> fanden die WorldSkills in<br />
Kanada, 2011 in Großbritannien statt.<br />
Die spannenden Wettkämpfe machen Lust auf Ausbildung -<br />
ob in traditionellen Berufen oder jungen Disziplinen, ob als<br />
Koch, Mechatroniker, Webdesigner. Bei dem gigantischen<br />
Event treffen sich internationale Fachleute aus Berufsbildung,<br />
Wirtschaft und Politik. Ihr Ziel: Die Standards beruflicher<br />
Bildung immer weiter zu verbessern. Dafür setzen sie<br />
sich ein und tauschen ihre Erfahrungen aus. Hinter der Veranstaltung<br />
steht WorldSkills International mit einem Netzwerk,<br />
dem derzeit 61 Länder und Regionen angehören.<br />
Zwischen Werkbank und WLAN:<br />
Die WM der Berufe in Leipzig<br />
Der BEM ist Partner der WorldSkills 2013<br />
Anspruchsvolles Ziel der WorldSkills 2013 ist die Darstellung<br />
neuer Berufsgruppen aus dem Bereich Grüne Technologien<br />
für nachhaltige Entwicklung. Dabei spielen die Themen Wasser/Abwasser,<br />
Elektromobilität und Erneuerbare Energien<br />
die Hauptrolle. Als siebentes Cluster im Haus der Wettbewerbe<br />
werden in Form von Präsentationswettbewerben die<br />
Herausforderungen an die Berufsausbildung der Zukunft<br />
dargestellt. Aus dieser Präsentation werden für die nachfolgenden<br />
nationalen und internationalen Wettbewerbe Wettkämpfe<br />
entwickelt, die dem Standard der WS entsprechen.<br />
www.worldskillsleipzig2013.com<br />
Batteriesysteme<br />
Brennstoffzellentechnologie<br />
Design<br />
Elektrochemie<br />
Energiesysteme<br />
Fahrzeuginformationssysteme<br />
Gesamtfahrzeugkonzepte/-integration<br />
Informations- & Kommunikationstechnologie<br />
Lademanagement<br />
Leichtbau<br />
Planung / Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />
Recycling<br />
Rohstoff & Werkstoffkunde<br />
Softwareentwicklung<br />
Stadt & Verkehrsplanung<br />
Umweltmanagement<br />
Umweltrecht / Umwelt-Compliance<br />
Verkehrsmanagement<br />
Sehr wichtig<br />
Weniger wichtig<br />
wichtig<br />
keine Angabe<br />
0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 %<br />
Hier zählen die elegantesten Schweißnähte und die exaktesten<br />
Spaltmaße: Vom 02. bis 07. Juli 2013 findet die WM der<br />
Berufe in Leipzig statt. Bei der ersten Weltmeisterschaft in<br />
Deutschland seit 40 Jahren ringen die besten Nachwuchskräfte<br />
in 46 Disziplinen um die Medaillen. Über 1.000 Wettkämpfer<br />
machen die WorldSkills 2013 zum größten internationalen<br />
Berufewettbewerb aller Zeiten.<br />
In Leipzig erwartet die Besucher ein Fest der beruflichen Bildung:<br />
Für Jugendliche ist es eine einzigartige Möglichkeit,<br />
sich selbst an Werkbank oder Computer zu versuchen. Außerdem<br />
können sie sich zur Berufswahl beraten lassen und<br />
ihre Karriere planen. Und auch für das Fachpublikum gibt<br />
es ein einzigartiges Angebot: Bei Konferenzen, Seminaren<br />
und Fachtagungen debattieren Experten über die Zukunft<br />
der beruflichen Bildung, während Unternehmen den Wirtschaftstreff<br />
nutzen, um ihr Know-how zu präsentieren und<br />
Geschäftskontakte zu knüpfen.<br />
Als Veranstaltungspartner bietet der BEM / Bundesverband<br />
eMobilität über die Landesvertretung Mitteldeutschland<br />
seinen Mitgliedsunternehmen die einmalige Möglichkeit<br />
des Einstiegs in ein Zukunftsevent.<br />
Präsentieren Sie in Leipzig Ihre Kompetenzen im dualen<br />
Ausbildungssystem und profitieren Sie von der Möglichkeit<br />
internationaler Kontakte und weltweiter medialer Aufmerksamkeit.<br />
Kontaktieren Sie bei Interesse direkt BEM-Landesvertreter<br />
Christian Grötsch.<br />
christian.groetsch@bem-ev.de<br />
Zukünftige Nachfrage der Unternehmen nach Qualifikationen für den weiteren Ausbau von Nachhaltiger Mobilität (n=111)<br />
120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Buchvorstellungen<br />
Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />
können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />
bestellen. www.bem-ev.de<br />
Denys Benjamin Alt<br />
Der eRADgeber<br />
Verlagshaus Mainz,<br />
Aachen 2012<br />
Preis: 9,80 Euro<br />
Hans-Werner Sinn<br />
Das Grüne Paradoxon<br />
Ullstein Taschenbuch,<br />
Berlin 2012<br />
Preis: 17,90 Euro<br />
Hannes Koch, Bernhard Pötter,<br />
Peter Unfried<br />
Stromwechsel<br />
Westend Verlag,<br />
Frankfurt am Main 2012<br />
Preis: 12,99 Euro<br />
Markus Lienkamp<br />
Elektromobilität -<br />
Hype oder Revolution?<br />
Springer Vieweg,<br />
Berlin/Heidelberg 2012<br />
Preis: 29,90 Euro<br />
eRADgeber für Einsteiger<br />
Der Elektrofahrradmarkt boomt. Als Verbraucher kann man<br />
bei der Kaufentscheidung für ein neues Elektrofahrrad<br />
schnell den Überblick verlieren. Reicht das preisgünstige<br />
Modell vom Discounter oder sollte es doch besser das<br />
hochwertige Markenprodukt vom Fachhandel sein? Und<br />
stetig kommen neue Modelle hinzu. In diesem Dschungel<br />
kommt der eRADgeber von Denys Benjamin Alt gerade<br />
recht. Der Autor ist selbst begeisterter Pedelec-Fahrer und<br />
hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 20.000 Kilometer<br />
auf neun verschiedenen Pedelecs zurückgelegt. Zudem<br />
berät er verschiedene Organisationen im Bereich Elektrofahrräder<br />
und hält öffentliche Vorträge zum Thema. Seine<br />
vielseitigen Erfahrungen gibt er mit diesem Buch nun an<br />
den Leser weiter. Kurz und knackig informiert er über die<br />
wichtigsten Kauffaktoren und technische Unterschiede:<br />
Vom richtigen Motor, über die Steuerung und die Akkumulatoren<br />
bis hin zu Nachrüst-Kits für die Elektrifizierung<br />
des eigenen Drahtesels werden die verschiedenen Bauteile<br />
thematisiert. Ein praktischer Ratgeber für Neulinge in der<br />
Welt der elektrischen Zweiräder.<br />
Klimapolitische Konstruktionsfehler<br />
Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung,<br />
gilt als einer der renommiertesten deutschen<br />
Ökonomen. Zweifelsohne gehört er zu jenen, die sich durch<br />
polarisierende Aussagen regelmäßig politisches Gehör verschaffen.<br />
Bereits 2008 erschien sein Werk »Das grüne Paradoxon«,<br />
das nun vollständig überarbeitet auf den Markt<br />
kommt. Sinn positioniert sich als scharfzüngiger Kritiker<br />
deutscher und europäischer Klimapolitik, weil diese allein<br />
auf die Verminderung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen<br />
abziele. Unter »grünes Paradoxon« versteht er die daraus<br />
resultierende Gefahr, dass die Rohstoff-Eigner bei abnehmender<br />
Nachfrage und kontinuierlich fallenden Preisen die<br />
Förderung einfach vorziehen und dadurch den Klimawandel<br />
sogar noch beschleunigen könnten. Die einzige Lösung sieht<br />
er deshalb in der Einführung eines weltweiten Emissionsrechtehandels<br />
und einer Quellensteuer auf die Erträge der<br />
Ressourcenbesitzer. Auch wenn Sinn des Öfteren zur Polemik<br />
neigt, versteht er es wie nur wenige, den Finger in die<br />
Wunde zu legen und politische Konstruktionsfehler schonungslos<br />
zu offenbaren. Unbequem und sehr lesenswert..!<br />
Operation am offenen Herzen eines Wohlstandslandes<br />
Das deutsche Projekt »Energiewende« ist eine für ein Industrieland<br />
bislang einmalige Aufgabe. Viele Staaten beobachten<br />
neugierig, wie die Bundesrepublik die Umstellung von<br />
Atomstrom und fossilen Energieträgern auf Erneuerbare<br />
Energien meistern wird. »Stromwechsel« ist der gelungene<br />
Versuch, dieses ehrgeizige Projekt mit seinen vielen Facetten<br />
zu beleuchten. Von der intelligenten Stromverteilung,<br />
dem Netzausbau, der Frage der Energiespeicherung bis zur<br />
Zukunft der großen Energieversorger werden die wichtigsten<br />
Aspekte thematisiert. Exemplarisch portraitieren die<br />
Autoren die Akteure der Energiewende und verdeutlichen,<br />
dass die Branche von sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten<br />
bestimmt wird. Da ist zum Beispiel der Chef eines<br />
führenden Photovoltaik-Unternehmens, der früher mal Kommunist<br />
war, aber heute in einem Schloss wohnt und Maserati<br />
fährt. Andererseits der bescheidene Windrad-Bauer,<br />
der sein Geld lieber in die Firma steckt. Die Autoren sind<br />
allesamt Journalisten. Das merkt man dem Buch an. Technische<br />
Details oder Zahlenwüsten werden weitestgehend<br />
gemieden und ermöglichen eine unterhaltsame Lektüre.<br />
Ansichten eines Insiders<br />
Elektromobilität - Hype oder Revolution? Mit dieser Frage<br />
beschäftigt sich Markus Lienkamp in seinem aktuellen Buch<br />
auf 72 pointierten Seiten. Der Autor ist Kenner der deutschen<br />
Automobilindustrie und war lange Zeit beim VW-Konzern beschäftigt,<br />
bevor er 20<strong>09</strong> an der TU München die Leitung des<br />
Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik übernahm. Ausgehend von<br />
der bevorstehenden Erdölknappheit zeichnet Lienkamp seine<br />
Vision von einer intermodalen Mobilität der Zukunft, in<br />
der verschiedene Mobilitätsformen und Antriebstechniken<br />
nebeneinander existieren und Smartphones dem Nutzer mit<br />
einem Klick die für ihn beste Mobilitäts-Alternative sofort<br />
anzeigen und buchbar machen. In diesem Szenario spielt<br />
das Elektroauto seine Stärken vor allem im Kurzstreckenbereich<br />
aus. Besonders interessant sind die Insider-Einblicke<br />
aus der Automobilbranche. Plausibel verdeutlicht er, warum<br />
die großen Autobauer die Elektromobilität fürchten, aber<br />
trotzdem als Chance begreifen sollten. Spannend ist auch<br />
die Rangfolge, in der Lienkamp erörtert, welche Automobilhersteller<br />
und Zulieferer aktuell am besten für die Zukunft<br />
der Mobilität gerüstet sind.<br />
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Transportlösungen und werden Sie ein Wegbereiter<br />
nachhaltiger Mobilität!<br />
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Das erwartet Sie in der<br />
<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 10<br />
BEM 2013<br />
KALENDER<br />
Vorschau<br />
Bestellung<br />
Fax an 030 8638 0866<br />
oder per email an<br />
Kalender@bem-ev.de<br />
Ladeinfrastruktur<br />
• Interoperabilität<br />
• Sicherheit durch<br />
verfahrbare Steckdosen<br />
• Autorisierung per<br />
Mobiltelefon oder RFID<br />
• Vandalismusgeschützte<br />
Bauweise<br />
• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />
Kunststoffgehäuse<br />
Informations- &<br />
Kommunikationstechnik<br />
• Einbindung in<br />
Smart-Grid-Konzepte<br />
• Vernetzung via Internet<br />
mit Backend-System<br />
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mit dem Fahrzeug<br />
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EBG compleo GmbH info@ebg-compleo.de<br />
An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 06 - 923-3<br />
D-44536 Lünen fax +49 (0) 23 06 - 29 20<br />
artwork: www.exprim.de<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />
eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />
Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />
Mitglieder und über relevante News im Bereich der Neuen<br />
Mobilität.<br />
In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />
wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />
geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />
interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />
Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />
regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />
Innovationen und relevante Termine.<br />
In unserer Neujahrsausgabe liefern wir Ihnen im Rahmen<br />
unseres Themenschwerpunktes »Ladeinfrastruktur« einen<br />
Überblick über Standardisierungen, technische und<br />
rechtliche Voraussetzungen, Ladesäulentypen und innovative<br />
Lösungen in diesem Bereich. Wichtig bleiben vor<br />
diesem Hintergrund selbstverständlich auch die smarten<br />
Technologien im Bereich Erneuerbare Energien, Smart<br />
Grid, IKT u.ä., mit denen wir uns in der nächsten Ausgabe<br />
näher beschäftigen werden.<br />
Im Fokus der Januar-Ausgabe stehen außerdem die ersten<br />
Aktionen und Projekte der verschiedenen Schaufensterregionen.<br />
Vor diesem Hintergrund werden insbesondere die<br />
Aktivitäten beleuchtet, die das Thema Elektromobilität gesellschaftsübergreifend<br />
sichtbar und erfahrbar machen.<br />
Im Rahmen unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is<br />
Who der Elektromobilität« stellen wir außerdem weitere<br />
Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die sich<br />
aktiv für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />
einsetzen.<br />
Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />
Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />
über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Kongresse, Messen, Symposien und Fachtagungen zum Thema Elektromobilität -<br />
auch 2013 reiht sich ein Branchenhighlight an das andere. Mit dem BEM-Kalender<br />
verpassen Sie künftig keines dieser Ereignisse mehr..<br />
Bestellung BEM-Kalender 2013<br />
1 Kalender (32,00 €) 5 Kalender (140,00 €) 10 Kalender(225,00 €)<br />
inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
Der BEM-Kalender 2012 zeigt neben dem klassischen Kalendarium die relevanten<br />
Termine der elektromobilen Branche, sowie politisch interessante Termine,<br />
wie z.B. die Sitzungswochen des Deutschen Bundestags.<br />
Bei Interesse an einer Einbindung als Sponsorpartner für ein Monatsblatt im BEM-<br />
Kalender 2013 wenden Sie sich bitte bis zum 8.November an Sandrine Frideres.<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 5,75 €, Europa außerhalb EU zzgl. 13,25 €, restliche Welt zzgl. 26,50 € . Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim<br />
Bundesverband eMobilität, Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />
liefer- und Rechnungsadresse<br />
Unternehmen<br />
Vorname, name<br />
straSSe, nr.<br />
PLZ, Ort<br />
email<br />
Einzugsermächtigung<br />
Name der Bank<br />
BLZ<br />
Kontoinhaber<br />
Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Kalender-Kaufpreis einmalig im Voraus zu Lasten<br />
meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen.<br />
Ort, Datum,<br />
Stempel, Unterschrift<br />
*nur im Inland möglich<br />
Kontonr.<br />
Fon<br />
Hiermit bestelle ich verbindlich den oben ausgewählten Kalender.<br />
Neue Mobilität<br />
125
ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />
BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Der Bundesverband eMobilität e.V. vernetzt die Akteure aus<br />
Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />
miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung der<br />
Neuen Mobilität und unterstützt bei der Verbesserung der<br />
gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der<br />
Elektromobilität als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />
Mobilitätskonzept. »Die Einbindung unserer Mitglieder in<br />
die verschiedensten Aktionen, Veranstaltungen, Publikationen<br />
und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten<br />
Aufgaben im tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus<br />
sorgen wir dafür, dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander<br />
vernetzen, um über Branchengrenzen hinaus<br />
neue Kooperations- und Geschaftsmodelle für eine zeitnahe,<br />
sichtbare Neue Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl,<br />
BEM-Präsident.<br />
www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />
eMobilityProvider<br />
Agentur für elektromobile Lösungen<br />
Castellan AG<br />
Innovation@Work<br />
TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />
Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />
starken Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar,<br />
sich gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen<br />
der Elektromobilität zu stellen, um einen nachhaltigen<br />
Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese<br />
Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme der innovativsten<br />
Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten und<br />
das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten Akteure,<br />
sowie das Engagement jedes einzelnen Bürgers. Eine<br />
BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische und<br />
ökologische Herausforderung mit den Chancen der eMobilität<br />
und des Sustainability Developments und verankert diese<br />
nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />
Unterstützung notwendig..!<br />
ComInMarket<br />
CPM<br />
Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Allgemein<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
mit den relevanten Playern der Branche<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />
Forschungseinrichtungen und Instituten<br />
• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />
Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />
Symposien u.a.<br />
• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />
und aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />
• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />
kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />
für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />
• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />
• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />
Bayern, Hessen, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg,<br />
NRW und Norddeutschland<br />
• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />
beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />
• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />
den Bundestag«<br />
Mediale Einbindung<br />
• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />
• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />
Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />
• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />
• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />
BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />
eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />
Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />
über die Medienkooperationen vom BEM<br />
Politisches Netzwerk<br />
• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />
• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />
Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel<br />
• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />
• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />
Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />
• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />
IPM SYSTEM<br />
Effizienz durch Intelligenz<br />
KLEINER<br />
Wir denken Lösungen<br />
Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />
Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich,<br />
Lebenswelt Elektromobilität, Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufenster, etc.<br />
Unsere Energie für Sie.<br />
C E T R A e - m o b i l i t y<br />
Mitgliedsbetreuung<br />
BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />
Jetzt im App-Store.<br />
Fon 030 8638 1874<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
www.bem-ev.de<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127
firmen-<br />
VERZEICHNIS<br />
Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />
an Sandrine Frideres vom BEM<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
BEM-Landesvertretungen<br />
EnBW Energie Baden-Württemberg AG<br />
Durlacher Allee 93 / 76131 Karlsruhe<br />
Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />
s.wunnerlich@enbw.com / www.enbw.com<br />
Baden-Württemberg Monika Lauer & Reinhard Stück 4L - Beratung für KMU<br />
Mitteldeutschland Christian Grötsch, Torsten Hahmann & Christoph von Radowitz eContact<br />
Bayern Chaya Chatterjee & Manfred Hiemer e-mocom / NRW Sabine Hannert e-WOLF<br />
Hessen Susanne Weiß / Norddeutschland Florian Hempel & Bernd Repenning E-COLLECTiON<br />
Wir bewegen..<br />
Part of the<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Jetzt im App-Store.<br />
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www.bem-ev.de<br />
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EBG compleo GmbH<br />
An der Wethmarheide 17<br />
44536 Lünen<br />
info@ebg-compleo.de<br />
www.ebg-compleo.de<br />
www.deutschland-elektrisieren.de<br />
Am Sandtorkai 50<br />
20457 Hamburg<br />
+49 40 - 36 <strong>09</strong> 38 - 61<br />
ahoi@deutschland-elektrisieren.de<br />
eMobility<br />
Provider<br />
www.emobility-provider.de<br />
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Oranienplatz 5<br />
1<strong>09</strong>99 Berlin<br />
Fon 030 616 58 794<br />
info@emobility-provider.de<br />
TÜV SÜD AG<br />
Westendstr. 199<br />
80686 München<br />
info@tuev-sued.de<br />
www.tuev-sued.de<br />
Dr. Peter Bachmann<br />
Leiter des Teams New Mobility<br />
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peter.bachmann@noerr.com<br />
T +49 89 28628277<br />
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Ideen zur eMobilität gibt es in vielen Unternehmen.<br />
Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung.<br />
Rufen Sie uns einfach an.<br />
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IMPRESSUM<br />
Herausgeber<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Fax 030 8638 0866<br />
www.bem-ev.de<br />
magazin@bem-ev.de<br />
Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon 030 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Fon 030 8638 1874<br />
Mitarbeit<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Alexander Böhm<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
CYMAGE MEDIA BERLIN<br />
Oranienplatz 5<br />
1<strong>09</strong>99 Berlin<br />
Fon 030 616 58 511<br />
Fax 030 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Monika Czerminska<br />
Christian Heep<br />
Falk Bege<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
10.000 Stück<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
www.sebastian-knoth.com<br />
Titelbild /Cover<br />
Hessische Staatskanzlei<br />
Volker Bouffier<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>09</strong><br />
zur eCarTec<br />
Erscheinung Oktober 2012<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe Januar 2013<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 10 zur E-World<br />
Anzeigenschluss 20.12.2012<br />
Für Anzeigenschaltungen gilt unsere<br />
Anzeigenpreisliste.<br />
Mediadaten, Stand 11/2012.<br />
www.neue-mobilitaet.info<br />
Parlamentarischer Beirat<br />
MdB Wolfgang Tiefensee, SPD,<br />
Beiratsvorsitzender<br />
MdL Markus Rinderspacher, SPD<br />
MdB Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />
MdB Andreas Jung, CDU/CSU<br />
MdB Werner Simmling, FDP<br />
MdB Dr. Valerie Wilms<br />
Bündnis 90/Die Grünen<br />
ehem. MdA Volker Ratzmann<br />
Bündnis 90/Die Grünen<br />
MdL Ulrike Müller, FREIE WÄHLER<br />
Wissenschaftlicher Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Matthias Groher<br />
Tim Ruhoff<br />
Andreas Serra<br />
Dipl.-Ing. M.S. Tim Baack<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
Markus Emmert<br />
Dr. Mark Steffen Walcher<br />
Josef Maier<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Heiko Herchet<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. G. Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl.-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
Prof. Dr.-Ing. Gunter Schweiger<br />
BEM-Vorstand<br />
Kurt Sigl, Präsident<br />
Michael Hofmann, Finanzen<br />
Christian Heep, Marketing<br />
BEM-Berater<br />
Armin Henning, Politik<br />
Sven Hertel, Strategie<br />
Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />
Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
© 20<strong>09</strong>-2012 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />
liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />
Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />
Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />
schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />
EXCELLENCE<br />
CREATING<br />
VALUE<br />
Gerne senden wir Ihnen unsere Broschüre mit Anregungen<br />
zu allen Rechtsfragen rund um die Mobilität der Zukunft.<br />
Dr. Peter Bachmann, Leiter des Teams New Mobility<br />
peter.bachmann@noerr.com T +49 89 28628277
www.tuev-sued.de<br />
Elektromobilität kommt –<br />
wir machen Zukunft sicher!<br />
TÜV SÜD berät, testet und zertifiziert, damit Elektromobilität sicher<br />
auf die Straße kommt. Schwerpunkte sind die Batteriesicherheit,<br />
die Zulassung von Elektrofahrzeugen und die Prüfung der Ladeinfrastruktur.<br />
Zusätzlich sorgen wir in den Hochvoltschulungen der<br />
TÜV SÜD Akademie für gut ausgebildete Fachkräfte.<br />
Gestalten Sie Zukunft mit uns!<br />
TÜV SÜD AG • Westendstraße 199 • 80686 München • Tel.: 0800 888 4444