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NEUE MOBILITÄT 09

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ISSN 2191-5636<br />

Herbstausgabe 2012<br />

OKTOBER 2012<br />

Hessen<br />

Vorbild bei Elektromobilität<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

eCarTec 2012<br />

23. bis 25. Oktober 2012 // Messe München<br />

Erste Flotten<br />

Fuhrparkmanagement, Carsharing<br />

und Mobilitätsanbieter<br />

Leitmarktanspruch<br />

Kommentare, Einschätzungen,<br />

Interviews und Statements<br />

Status Quo<br />

Engagement und Aktionen<br />

für eine Neue Mobilität<br />

Who is Who<br />

Verbände, Initiativen, Organisationen,<br />

die aktiv Zeichen setzen<br />

Neue Mobilität<br />

1


GRUSSWORT<br />

E-Mobility:<br />

The Future is in our hands.<br />

TÜV Rheinland verfügt über langjähriges Know-how und hohe Qualitätsansprüche im Bereich der Elektromobilität.<br />

Zur Akzeptanzsteigerung begleitet TÜV Rheinland die gesamte Wertschöpfungskette der innovativen Mobilität im<br />

Bereich Sicherheit, Zuverlässigkeit, sowie Transparenz. Damit sind wir Ihr Partner für Themen wie der regenerativen<br />

Energieerzeugung, Speichersystemen bis hin zur sicheren und nachhaltigen Nutzung der Mobilität von morgen.<br />

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® TÜV, TUEV und TUV sind eingetragene Marken. Eine Nutzung und Verwendung bedarf der vorherigen Zustimmung. <strong>09</strong>.2012_12289<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl Auf der Automechanika 2012<br />

Alle Jahre wieder<br />

Anfang Oktober lud Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut<br />

Vertreter aus Industrie und Wissenschaft zum Elektromobilitätsgipfel<br />

ins Kanzleramt, um den aktuellen Status Quo bei<br />

der Umsetzung des Regierungsplans Elektromobilität und<br />

die angestrebte Leitmarkt- bzw. Leitanbieter Rolle Deutschlands<br />

in diesem Kontext zu besprechen. Eine Runde, die sich<br />

bereits gut kennt. Alle Jahre wieder vertagen diese Spitzenvertreter<br />

aus Politik, Industrie und Wissenschaft die tatsächliche<br />

Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte in die Zukunft.<br />

So wird das nichts mit der Leitmarktposition.<br />

Offiziell hält Frau Merkel zwar weiterhin am Ziel der eine<br />

Million Elektrofahrzeuge fest, rhetorisch wird aber bereits<br />

damit begonnen, die ursprüngliche Zielmarke langsam und<br />

unbemerkt herunter zu schrauben und durch die Einbeziehung<br />

von Hybridfahrzeugen sukzessive zu verwässern. Die<br />

Nationale Plattform Elektromobilität - und hier insbesondere<br />

die deutsche Automobilindustrie - geht nach dem Treffen im<br />

Kanzleramt von 600.000 elektrisch angetriebenen Fahrzeugen<br />

im Jahr 2020 aus.<br />

Aber warum? An der Fähigkeit alltagsfähige Elektrofahrzeuge<br />

zu bauen, kann es nicht liegen. Citroën, Mitsubishi, Nissan,<br />

Opel, Peugeot und Renault zeigen bereits jetzt, wie es geht.<br />

Aktive Zeichen der Politik und der Automobilindustrie sehen<br />

eindeutig anders aus.<br />

Aber nicht nur die Mitglieder der sich halbjährlich treffenden<br />

Spitzenrunde tragen zur kontraproduktiven Stimmungslage<br />

bei - auch die Medienvertreter sind in beachtlichem Maße<br />

dafür verantwortlich. Die mediale Berichterstattung rund um<br />

das Thema Neue Mobilität war und ist größtenteils schlecht<br />

recherchiert, reißerisch aufgeputscht oder einfach nur falsch.<br />

Insbesondere in der aktuellen Phase der Neuorientierung<br />

bedarf es klarer, konkreter und vor allem konsistenter Aussagen.<br />

Weder der mediale Hype der letzten zwei Jahre noch<br />

die unkritisch übernommenen Pressemitteilungen deutscher<br />

OEMs zum Thema Elektromobilität führen dazu, dass gesellschaftsübergreifend<br />

verstanden wird, vor welchen Herausforderungen<br />

und Chancen wir aktuell stehen.<br />

Wir müssen jetzt gemeinsam den Grundstein für eine emissionsarme<br />

Mobilität legen, um auch künftigen Generationen<br />

Individualmobilität im gewohnten Ausmaß gewährleisten zu<br />

können. Vor diesem Hintergrund stellt sich nicht die Frage,<br />

ob 2020 tatsächlich eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen<br />

Straßen fahren, sondern wie wir damit umgehen,<br />

wenn uns Öl in Zukunft nicht mehr als Treibstoff zur Verfügung<br />

steht. Elektromobilität stellt in diesem Kontext eine<br />

wichtige Alternative dar, die es jetzt gilt nachhaltig innerhalb<br />

der Gesellschaft zu verankern.<br />

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Neue Mobilität<br />

3


INHALTS-<br />

ANGABE<br />

Cover: Hessische Staatskanzlei<br />

Volker Bouffier<br />

Hessischer Ministerpräsident<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>09</strong> »<br />

DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

ausgabe Oktober 2012<br />

BEM<br />

Leitmarkt<br />

eMobilität<br />

status quo<br />

emobilität<br />

Who is Who<br />

der emobilität<br />

Erste<br />

Flotten<br />

3 GruSSwort<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

6 Prima Materia<br />

Editorial, Christian heep<br />

42 Köpfe der Branche<br />

68 ABO neue mobilität<br />

80 eBikes<br />

85 BEM auf der e-miglia 2012<br />

88 Carsharing<br />

122 Buchvorstellungen<br />

124 vorschau<br />

125 BEM-Kalenderformular<br />

126 BEM-Mitgliedschaft<br />

128 Firmenverzeichnis<br />

130 Impressum<br />

Human<br />

Resources<br />

116 Elektromobilität in Lehre<br />

UND Forschung<br />

Uni Stuttgart<br />

117 Auf die Menschen kommt<br />

ES an<br />

Drive-E<br />

118 Mit Sonnenenergie<br />

UM die Welt<br />

HS Bochum<br />

120 Akademische Qualifizierung<br />

Fraunhofer IAO<br />

121 WoRldskills 2013<br />

18 Kein realistisches Ziel ohne<br />

echte Anreize<br />

dr. peter bachmann<br />

christian alexander mayer<br />

20 Wichtiger als Leitmarkt zu<br />

werden, ist es, Leitanbieter<br />

ZU sein<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

22 Illusion oder Realität?<br />

andreas Serra<br />

24 Ja, Deutschland kann<br />

Leitmarkt werden<br />

Johann-Georg Friedrich<br />

26 Deutschland - ein Leitmarkt<br />

für Elektromobilität?<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

28 Es gibt keine Alternative<br />

ZUM Leitmarktanspruch<br />

Matthias Groher<br />

30 Status und Ausblick<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

32 Ausgangssituation ist gut<br />

Heiko Herchet<br />

34 Wird Deutschland Leit-<br />

MARkt für emobilität?<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

36 Die automobile Zukunft<br />

Deutschlands<br />

Eckhard Fahlbusch<br />

Messen &<br />

EVents<br />

8 Automechanika 2012<br />

12 AUTOMECHANIKA - Mosolf<br />

14 eCarTec 2012<br />

64 Clean Tech Media Award 2012<br />

65 Gewinner der Kategorie<br />

Mobilität<br />

MK-Group<br />

84 e-miglia 2012<br />

40 Hessen will bei<br />

emobilität Vorbild sein<br />

Volker Bouffier<br />

44 Schlüsselaspekte Sicherheit<br />

und Zuverlässigkeit<br />

Dekra<br />

46 Die magische Zahl der<br />

eMobilität<br />

TÜV SÜD<br />

48 Legal Corner<br />

Dr. Dietrich kamlah<br />

50 Ich würde ja gerne, aber..<br />

Dr. Achim Korten<br />

52 Die Mobilitätswende<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

54 Den Wandel mitgestalten<br />

Carolina Sachs<br />

56 Vernetzte eFahrzeuge -<br />

VERNETZTER Service<br />

Christian Seiler<br />

58 »Full Power« für<br />

emobilität<br />

Dr. Thomas Lützenrath<br />

60 Zeit für einen<br />

Direktvergleich<br />

Dornier Consulting GmbH<br />

62 Alternative Konzepte für<br />

emobilität finden<br />

Helmut Niemeyer Gmbh<br />

63 Die Zukunft denken -<br />

UND ausprobieren<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

66 Institut Neue Mobilität<br />

70 Einleitung<br />

71 BEM<br />

72 ADAC<br />

73 Deutscher Städtetag<br />

74 ZVEI<br />

75 VCD<br />

76 Bitkom<br />

77 Fraunhofer-Gesellschaft<br />

78 WWF Deutschland<br />

82 Tankst Du noch oder<br />

LÄDST Du schon?<br />

The Mobility house<br />

83 Zweiwege-<br />

Elektro-Rangiergerät<br />

G. Zwiehoff GmbH<br />

86 eMobilität im<br />

Nutzfahrzeugbereich<br />

German e-Cars<br />

87 Neue Anforderungen im<br />

fLOTTENMANAGEMENT<br />

AIT Austrian institute of technology<br />

90 Der elektrisierte Fuhrpark<br />

Ne xt Generation Mobility<br />

92 Einfache Vernetzung von<br />

Mobilitätsanbietern<br />

Aprikose<br />

94 15.000 elektrische Kilometer<br />

Hochschule Heilbronn<br />

96 Smart Traffic<br />

Stadtwerke Osnabrück<br />

98 Moderne IKT<br />

BMWi<br />

100 Strom laden aus<br />

Erneuerbaren Energien<br />

EBG<br />

102 RFID-Reader für Ladesäulen<br />

Elatec<br />

104 PlugFinder App für<br />

Stromtankstellen<br />

Ladefoxx<br />

Hallo & Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />

In der nunmehr neunten Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

wird deutlich, was im Bereich Elektromobilität bereits heute<br />

machbar ist, was aktives Engagement auf verschiedenen<br />

Ebenen bewirken kann und wohin der Weg uns im kommenden<br />

Jahr führen wird. Kongresse, Messen, Symposien und<br />

Fachtagungen zum Thema Elektromobilität - auch 2013 reiht<br />

sich ein Branchenhighlight an das andere. Mit dem BEM-<br />

Kalender 2013 verpassen Sie künftig keines dieser Ereignisse<br />

mehr. Weitere Informationen dazu finden Sie auf S. 125.<br />

In unserer Coverstory erfahren Sie, wie Hessen sich in konkreten<br />

Projekten und Aktionen im Bereich Elektromobilität engagiert<br />

und mit der dabei erzielten Öffentlichkeitswirkung eine<br />

106 26 Tonnen schwer<br />

und flüsterleise<br />

Benteler Engineering Services<br />

108 Erste Flotten in Hamburg<br />

Fleet Factory<br />

110 Die Modellregion Sachsen<br />

im Fokus<br />

Saxmobility II<br />

112 Die Pizza kommt elektrisch<br />

Karabag<br />

114 BMW Welt als<br />

Kongress-Tagungsort<br />

Modellbau Kongress<br />

Vorbildfunktion für andere Regionen Deutschlands einnimmt.<br />

In unserer neuen Rubrik »Who is Who der Elektromobilität«<br />

stellen wir außerdem künftig die Initiativen, Verbände und<br />

Organisationen vor, die sich für nachhaltige und zukunftsweisende<br />

Mobilitätslösungen einsetzen und damit deutlich<br />

aktive Zeichen setzen. Die BEM-Beiräte diskutieren in einem<br />

eigenen Schwerpunktthema die Frage, ob Deutschland tatsächlich<br />

Leitmarkt bzw. Leitanbieter werden kann und welche<br />

konkreten Maßnahmen jetzt eingeleitet werden müssen,<br />

um Elektrofahrzeuge in großen Stückzahlen auf die Straße<br />

zu bringen. Wie immer sehr lesenswert..!<br />

Juliane Girke, Redaktionsleiterin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>


Editorial - Christian Heep<br />

Editorial - Christian Heep<br />

Prima Materia<br />

Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />

Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Die globale Herausforderung einer emissionsarmen Neuen Mobilität muss in den nächsten Jahren maßgeblich auf den Weg<br />

gebracht werden und ich glaube fest daran, dass wir mit unserem Engagement einen Beitrag leisten können, um diesem<br />

gemeinsamen Ziel sauber, leise und nachhaltig entgegen zu fahren. Die lösungsorientierten und pragmatischen Aktivitäten<br />

unserer Mitgliedsunternehmen zeigen, dass wir eine realistische Chance auf eine weitere positive Entwicklung haben.<br />

Eine prima Sache, könnte man meinen. Gemeint ist hier<br />

aber das entliehene, eher aristotelische Verständnis vom<br />

Substrat des Werdens. Die vielfältigen Möglichkeiten der<br />

intelligenten Nutzung innovativer, zukunftsweisender und<br />

nachhaltiger Technologie sind abhängig von dem Willen,<br />

diese Potenziale auch nutzen zu wollen. Der Titel soll hier<br />

sinnbildlich aufzeigen, dass wir tendenziell über einen fortschrittlichen<br />

Geist verfügen, diesen aber in metaphysischem<br />

Sinn um Fundament, Struktur, Prinzip und Perspektive erweitern<br />

müssen. Sinn und Zweck, der sich hinter den beiden<br />

Schlüsseltechnologien Erneuerbare Energie und Elektromobilität<br />

versteckt, muss von den relevanten Akteuren verstanden<br />

und insbesondere gewollt werden.<br />

Es handelt sich bei den hier angesprochenen Technologien<br />

nicht um irgendeine neue Produkteinführung, sondern um<br />

einen Systemwechsel - ein relevantes Ereignis mit durchaus<br />

historischer und industriepolitischer Bedeutung. Der weitere<br />

Verlauf der Geschichte kann in einem besonderen Maß<br />

positiv für uns und nachfolgende Generationen beeinflusst<br />

werden. Die damit einhergehende Verantwortung sollte uns<br />

klar sein. Die Inklusion von Wertschöpfung auch.<br />

In diesem Kontext ist es nicht zielführend, halbherzig oder<br />

mit verwirrenden Aussagen eine Entwicklung zu behindern,<br />

die grundsätzlich auf einem guten Weg ist. So hat erst jüngst<br />

die Presse beunruhigende Meldungen verkündet, nach denen<br />

man den Eindruck gewinnen konnte, die Ambition Elektromobilität<br />

würde an politschem Interesse verlieren. Dass dies<br />

auf dem NPE-Gipfeltreffen dann glücklicherweise relativiert,<br />

bzw. tatsächlich ganz anders präsentiert worden ist, ändert<br />

nichts an den Meldungen, die bereits das Meinungsbild vieler<br />

in der Bevölkerung erreicht haben. Zudem sind das strategische<br />

Kalkül, das dem genauen Beobachter die versteckten<br />

Hintertüren aufzeigt, und die politische Gleichgültigkeit, die<br />

man vermuten kann, nicht länger akzeptabel. Hier muss ein<br />

Wechsel zumindest in der Intention stattfinden. Idealerweise<br />

sollten ernsthafte Maßnahmen auch bereits vor der nächsten<br />

Wahl verbindlich eingeleitet und umgesetzt werden.<br />

Politik, Industrie, Wirtschaft, Forschung und die beteiligten<br />

Branchenverbände sind in wechselseitigem Austausch und<br />

konkreter Initialisierung aufgefordert, bereits vorhandene<br />

Potenziale im Modus Chefsache anzugehen. Damit ist eine<br />

strukturierte Herangehensweise gemeint, die vordergründig<br />

die Zieldefinition fokussiert und sich mit einem Selbstverständnis<br />

auf den Weg macht, das glaubhaft erkennen lässt,<br />

dass man dieses Ziel auch zeitnah erreichen will:<br />

Leitmarkt und Leitanbieter für eine emissionsarme Neue<br />

Mobilität auf Basis Erneuerbarer Energien. Damit sind wir<br />

in der Lage eine europäische Führungsrolle auf international<br />

sichtbarem Niveau zu erreichen. Mit diesem Engagement<br />

sind im übrigen keine weiteren Kongress-Schleifen und Symposien<br />

gemeint. Natürlich ist die Vermittlung neuer Erkenntnisse,<br />

weitere Forschung und ein branchenübergreifender<br />

Austausch enorm wichtig. Derzeit ist aber einerseits kein<br />

grosser Erkenntnisgewinn mehr zu verzeichnen und andererseits<br />

lassen einige der ewig gleichen Redner nicht vermuten,<br />

dass sie selbst von der notwendigen Überzeugung begleitet<br />

werden, die Grundvoraussetzung wäre, um den Stellenwert<br />

und die nachhaltige Perspektive für die Gemeinschaft zu erkennen.<br />

Das Problem liegt nicht in mangelndem Vertrauen in<br />

die Innovationskraft unserer Automobilindustrie oder einem<br />

möglichen Hemmnisverdacht im politischen Beziehungsgeflecht<br />

widersprüchlicher Industrieinteressen. Das Problem<br />

liegt größtenteils im Faktor Zeit.<br />

Wir sollten anfangen in Betracht zu ziehen, dass die Zeitspanne,<br />

die uns bleibt, um unsere Rolle im globalen Marktumfeld<br />

zukünftiger Mobilität zu sichern, eine weitere Nullrunde<br />

mit dem Verlust von Wertschöpfung quittiert.<br />

Ich bin es sprichwörtlich leid mir immer und immer wieder<br />

anhören zu müssen, warum, was, wieso gerade noch nicht<br />

geht, welche Hürden welche Maßnahme gerade verzögern,<br />

dass man noch Zeit bräuchte oder auch die sich wiederholende<br />

Aussage man wäre ja bereits mitten drin und müsse<br />

halt noch etwas Geduld haben. Ein dehnbarer Begriff.<br />

Es müsste doch eigentlich schneller gehen mit der Energiewende<br />

und der eMobilität. Das sollte doch machbar sein. Ja.<br />

Ist es auch, aber nur, wenn das alle auch wirklich wollen.<br />

In diesem Szenario würden die relevanten Player naturgemäß<br />

eine ganz andere Geschwindigkeit vorgeben und hätten<br />

mit Sicherheit, schon sogar bereits verkündete Maßnahmen<br />

wie das Problem mit der Dienstwagenbesteuerung, umgesetzt.<br />

Das wird derzeit aber immer noch beraten.<br />

Die Legislative hat über ihre Möglichkeit der Gesetzgebung<br />

und der Schaffung von politischen Rahmenbedingungen<br />

eine Steuerungsfunktion. Sie hat gleichzeitig aber auch die<br />

Aufgabe sich auf ethische und moralische Werte zu verpflichten,<br />

die grundsätzlich dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen.<br />

Wenn wir das in der Mehrheit unserer Entscheidungen nicht<br />

schaffen, sehe ich auch weiterhin schwarz. Oder rot. Wie Sie<br />

wollen. Am Ende haben wir alle eine Wahl.<br />

Es gilt zu begeistern, zu überzeugen, aufzuklären und über<br />

tradierte Verhaltensmuster erneut nachzudenken, um einen<br />

insgesamt nachhaltigeren Weg einschlagen zu können.<br />

Dies muss nicht zuletzt auch von Politik und Wirtschaft gewollt<br />

sein, sonst kann dieser Wechsel nicht gelingen.<br />

Christian Heep // christian.heep@bem-ev.de<br />

6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7


Automechanika 2012 Automechanika 2012<br />

Automechanika 2012<br />

BEM und Messe Frankfurt haben umfassendes Bild zukunftsfähiger<br />

Mobilitätskonzepte gezeigt<br />

700qm BEM-Gemeinschaftsstand auf der Automechanika 2012 / Messe Frankfurt<br />

Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Rainer Bomba gemeinsam mit BEM-Präsident Kurt<br />

Sigl beim politischen Messerundgang<br />

Elektromobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen<br />

der Automobilbranche. Aus diesem Grund hat sich die Automechanika<br />

in Frankfurt, die mit rund 4.500 Ausstellern und<br />

mehr als 155.000 Besuchern zu den führenden internationalen<br />

Branchentreffpunkten der Automobilindustrie zählt, in<br />

diesem Jahr als Leitmesse für Elektromobilität positioniert.<br />

Gemeinsam mit dem Bundesverband eMobilität wurde vom<br />

11. bis 16. September auf einer Fläche von über 700 qm und<br />

auf 1.500 qm im Außenbereich erfolgreich ein umfassendes<br />

Bild zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte gezeigt.<br />

Zu den ausstellenden BEM-Mitgliedsunternehmen und Partnern<br />

gehörten unter anderen Adam Opel mit dem Ampera,<br />

EDAG mit dem innovativen Light Car Sharing Konzept, EnBW<br />

mit dem neuen »Elektronauten-Ladekarte«-System, der<br />

Elektrobus-Vertrieb Midea, German E-Cars mit dem elektrischen<br />

Transporter PLANTOS, Helmut Niemeyer mit dem<br />

Elektro-Roller EGRET One, kom enterprise/BRAMMO Europe<br />

mit ihrem Elektromotorrad, der Systemdienstleister Mosolf,<br />

das NRW-Kompetenzzentrum Elektromobilität, Raleigh mit<br />

verschiedenen Pedelecs zum Probefahren, TÜV SÜD sowie<br />

WTi Frankfurt. Daneben haben auch verschiedene Regionen<br />

ihre Produkte und Ambitionen im Bereich Elektromobilität<br />

präsentiert - unter anderem das Land Hessen, die Modellregion<br />

E-Wald und die Berliner Agentur für Elektromobilität<br />

eMO. Neben Ladeinfrastruktur der Schletter GmbH und<br />

einem Solar-Carport der E4You GmbH standen im Außenbereich<br />

verschiedene Elektrofahrzeuge - vom Elektroroller<br />

über eBikes und Pedelecs bis hin zu Elektroautos - für Testfahrten<br />

zur Verfügung.<br />

Wie bei vergangenen Messeauftritten wurden auch auf der<br />

Automechanika interessante Gäste und Gesprächspartner<br />

aus Politik und Wirtschaft auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

zu Pressegesprächen und Messerundgängen begrüßt.<br />

Unter anderen kamen der Hessische Ministerpräsident<br />

Volker Bouffier, der Hessische Staatsminister und Chef<br />

der Staatskanzlei Axel Wintermeyer sowie Staatssekretär<br />

im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<br />

Rainer Bomba zu einem politischen Messerundgang<br />

mit BEM-Präsident Kurt Sigl vorbei.<br />

»Aufgrund seiner zentralen Lage hat das Thema Mobilität für<br />

Hessen eine große Bedeutung. Mit Blick auf die zukünftige<br />

Entwicklung und die Sicherung wirtschaftlicher Grundlagen<br />

des Landes ist es für die Hessische Landesregierung selbstverständlich,<br />

schon heute die Voraussetzungen für die Mobilitätsform<br />

der Zukunft - die Elektromobilität - zu schaffen.<br />

Im Rahmen der 2. Phase der Modellregionen Elektromobilität<br />

sollen Projekte in Hessen mit einem Gesamtvolumen von<br />

ca. 17 Mio. Euro umgesetzt werden. Darüber hinaus stellt<br />

die Landesregierung 7,5 Mio. Euro für die Förderung von<br />

elektromobilen Projekten bis 2015 zur Verfügung«, so der<br />

Hessische Staatsminister und Chef der Staatskanzlei Axel<br />

Wintermeyer, der den Gemeinschaftsstand des Bundesverbands<br />

eMobilität auf der diesjährigen Automechanika in<br />

Frankfurt am Main besuchte, um sich gemeinsam mit BEM-<br />

Präsident Kurt Sigl über die Mobilität der Zukunft auszutauschen.<br />

Im Rahmen eines politischen Messerundgangs<br />

haben beide über den Status Quo der Elektromobilität in<br />

Hessen gesprochen und sich die innovativen Projekte und<br />

Konzepte verschiedener BEM-Mitgliedsunternehmen demonstrieren<br />

lassen.<br />

»Ich bin sehr froh, dass die zahlreichen Ideen und Projekte,<br />

die im Rahmen der Schaufensterbewerbung entstanden<br />

sind, trotz des negativen Bescheids weiter geführt werden.<br />

Denn wir brauchen Akteure, die aktiv Zeichen setzen«, betonte<br />

BEM-Präsident Sigl während des Messerundgangs<br />

mit dem Hessischen Staatsminister. »Das sieht man exemplarisch<br />

an unseren Hessischen Mitgliedsunternehmen, die<br />

sich in diesem Jahr mit uns auf der Automechanika präsentieren.<br />

Dazu gehören nicht nur die Fahrzeughersteller Opel<br />

und German E-Cars, sondern auch der Systemzulieferer<br />

EDAG. Alle drei Unternehmen - ob Großkonzern oder Mittelständler<br />

- demonstrieren eindrucksvoll, was bereits heute<br />

in Hessen im Bereich der Neuen Mobilität machbar ist«, erklärte<br />

Sigl sichtbar stolz.<br />

»Dank der Initiative des BEM wird auf der Automechanika<br />

eine Plattform geboten, welche die gesamte Breite des<br />

Themas darstellt. Besonders erfreut bin ich über die Möglichkeit<br />

der Probefahrten. Denn nur über das eigene Erleben<br />

können wir eine Begeisterung für Elektromobilität in<br />

der breiten Öffentlichkeit entfachen«, so der Staatsminister.<br />

»Unsere enge Kooperation mit der Messe Frankfurt ermöglicht<br />

uns in diesem Jahr eine wirkliche Erlebniswelt Elektromobilität<br />

darzustellen. Mein persönliches Highlight ist die<br />

Möglichkeit, direkt mit den verschiedenen Elektrofahrzeugen<br />

vom BEM-Gemeinschaftsstand im Innenbereich auf die<br />

zwei Testparcours im Außenbereich fahren zu können«, betonte<br />

Sigl kurz vor der Testfahrt von Staatsminister Wintermeyer<br />

im Fisker Karma.<br />

»In der Hessischen Staatskanzlei verfügen wir bereits seit<br />

einiger Zeit über Dienstwagen mit Elektroantrieb - ein Wasserstoff-Fahrzeug,<br />

einen Stromos und einen Opel Ampera,<br />

die ich auch für Termine in der Rhein-Main Region nutze.<br />

Der Fisker Karma war der Zuschauermagnet auf unserem<br />

Stand zur Elektromobilität auf dem diesjährigen Hessentag.<br />

Er beweist, dass eAutos keine reinen Vernunftautos sind,<br />

sondern auch die Emotionalität der Fahrer ansprechen können<br />

und müssen«, so der Staatsminister abschließend.<br />

8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9


Automechanika 2012<br />

anschaulich und informativ dargestellt. Für Besucher war es natürlich besonders<br />

interessant, verschiedene der ausgestellten Elektrofahrzeuge selbst<br />

ausprobieren zu können. Die Zukunft für die Messe und die Elektromobilität<br />

ist positiv - wir müssen den Weg nur konsequent weiter gehen.«<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg, Kompetenzzentrum für interoperable Elektromobilität,<br />

Infrastruktur und Netze, TU Dortmund<br />

»Interessante Kontakte, hervorragende Gespräche, aussichtsreiche Projektideen!<br />

Wir kommen wieder!«<br />

Bereit für<br />

Elektromobilität<br />

Besuchen Sie uns auf der<br />

eCarTec, München<br />

23. - 25. Oktober 2012<br />

Halle B1, Stand 412<br />

Klaus Mairhöfer, Geschäftsführer E-WALD GmbH<br />

»Die Idee des Bundesverbands eMobilität, Elektrofahrzeuge direkt am Stand<br />

zu testen und so die Besucher unmittelbar mit dem Thema Elektromobilität<br />

in enge Verbindung zu bringen, war hervorragend. Viele unserer Besucher<br />

haben großen Gefallen daran gefunden. Auch die thematische Einbindung<br />

der struktur-demografischen Themen von E-WALD in den Gesamtkomplex<br />

hat ausgezeichnet funktioniert. Wir danken auch dem kompletten BEM-Team<br />

für ihren Einsatz, der zu einem guten Gelingen des Messeauftritts während<br />

der Automechanika 2012 beigetragen hat.«<br />

Automechanika 2012<br />

Stimmen zum BEM-Gemeinschaftsstand<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl im Gespräch mit dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf der Automechanika 2012<br />

Frank Laaber, Geschäftsführer German E-Cars GmbH<br />

»Vielfalt, Bandbreite und Internationalität zeichnen die<br />

Automechanika, aber auch die German E-Cars GmbH aus.<br />

Durch unsere breite Fahrzeugpalette und unser Leistungsspektrum<br />

haben wir den Messebesuchern die Thematik<br />

Elektromobilität in der Theorie und Praxis näher bringen<br />

können. Ich bin davon überzeugt, dass die Einbindung der<br />

Elektromobilität in das Messekonzept, eine Bereicherung<br />

für die Automechanika ist.«<br />

Alexander Hülsmann, Junior Brandmanager Raleigh<br />

»Wir haben uns sehr über die grosse Resonanz am Raleigh<br />

eBike-Teststand gefreut und die vielen strahlenden Gesichter<br />

nach den Probefahrten. Raleigh eBikes überzeugen<br />

schon heute durch ihre Alltagstauglichkeit und zeigen den<br />

hohen Stellenwert der Elektromobilität in Zukunft.«<br />

Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei<br />

»Ich freue mich, dass der BEM in diesem Jahr mit einem<br />

innovativen Standkonzept auf der Automechanika in Frankfurt,<br />

an einem der besten Messestandorte der Republik,<br />

vertreten war. Besonders beeindruckend war die hier dargebotene<br />

Vielfalt an elektromobiler Mobilität, die auch<br />

praktisch erfahr- und erlebbar war. Dies ist auch der Ansatz,<br />

der der Hessischen Landesregierung bei der Umsetzung<br />

ihrer weiteren elektromobilen Projekte besonders wichtig<br />

ist: Elektromobilität muss für breite Personengruppen<br />

praktisch erlebbar werden, damit wir der Elektromobilität<br />

zum Durchbruch verhelfen können.«<br />

Gernot Lobenberg,<br />

Leiter Berliner Agentur für Elektromobilität eMO<br />

»Für uns als Berliner Agentur für Elektromobilität war die<br />

Automechanika Neuland; da war das Premierenfieber trotz<br />

unserer umfangreichen Messeerfahrungen entsprechend<br />

groß. Mit dem Verlauf der Messe und den Aktivitäten am<br />

BEM-Gemeinschaftsstand sind wir sehr zufrieden. Zahlreiche<br />

Besucher an unserem Stand informierten sich über<br />

das internationale Schaufenster Elektromobilität Berlin-<br />

Brandenburg. Wir hatten so die Möglichkeit, viele interessante<br />

Gespräche zu führen, neue Kontakte zu knüpfen und<br />

für unser Schaufenster zu werben. Hierzu bot insbesondere<br />

die Kaffeebar des BEM-Gemeinschaftsstandes das ideale<br />

Ambiente.«<br />

Rolf Richter, Hessische Staatskanzlei<br />

»Eine tolle Initiative des BEM und der Automechanika, um<br />

die Präsentationsplattform von Elektromobilität auszuweiten<br />

und mit den Fachbesuchern der Automechanika ein<br />

breiteres Publikum anzusprechen. Elektromobilität wurde<br />

David Bordeaux, Leiter Marketing und Vertrieb TÜV SÜD Automotive<br />

»Die Automechanika ist seit vielen Jahren eine wichtige Messe für uns. Durch<br />

unsere Präsenz auf dem Gemeinschaftsstand des BEM konnten wir unsere<br />

ausgewiesene Kompetenz im Bereich der Elektromobilität optimal vermarkten.<br />

Neben der Zulassung von Elektrofahrzeugen und funktionaler Sicherheit<br />

waren auch Ladesicherheit und Hochvoltschulungen Thema zahlreicher<br />

interessanter Kundengespräche. Ein Fokus liegt insbesondere auf der Batteriesicherheit,<br />

die wir im eigenen Batterielabor überprüfen. Somit war der<br />

Gemeinschaftsstand des BEM eine geeignete Plattform für unseren Auftritt<br />

auf der Automechanika.«<br />

Christian Heep, Vorstand Marketing Bundesverband eMobilität<br />

»Die überaus positive Resonanz unserer Aussteller und eine hohe Besucherzufriedenheit,<br />

verbunden mit interessanten neuen Kontakten im nationalen<br />

und internationalen Umfeld, zeigt deutlich den Erfolg unserer Kooperation<br />

mit der Automechanika. Unsere Sonder-Ausstellung »Mobilität der Zukunft«<br />

hat gezeigt, dass die Elektromobilität in Frankfurt und im realen Leben angekommen<br />

ist. Für die sehr freundschaftliche und unkomplizierte Zusammenarbeit<br />

mit dem Team der Messe Frankfurt möchte ich mich ausdrücklich<br />

im Namen des Vorstands und des gesamten BEM-Teams herzlich bedanken<br />

und freue mich auf die Automechanika Shanghai im Dezember 2012 und die<br />

nächste Automechanika in Frankfurt 2014.«<br />

<br />

<br />

<br />

Aussteller & Partner auf dem BEM-Gemeinschaftsstand / Automechanika 2012<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

F r a n k f u r t<br />

Mehr elektrische Sicherheit…<br />

…im Fahrzeug:<br />

Kontinuierliches Überwachen hoch ohmiger<br />

Isolationsfehler im Hochvolt-Antriebsstrang<br />

durch Automotive-zertifizierte IMD-Technik.<br />

…beim Laden:<br />

IEC und UL konforme Überwachung des<br />

Ladestromkreises in AC- oder DC-Ladeeinrichtungen<br />

durch IMD- und RCM-Technik.<br />

…bei DC 6 mA Fehlerstromerkennung:<br />

Funktionserhalt der Fehlerstromschutzschalter<br />

(RCD; FI) bei AC-Ladung durch<br />

Ermittlung von Gleichfehlerströmen mit<br />

RCM-Technik.<br />

Wir haben die passenden Lösungen.<br />

Sprechen Sie uns an.<br />

Mehr unter<br />

www.bender-emobility.com<br />

10 Neue Mobilität BENDER Group Neue Mit Mobilität Sicherheit Spannung 11


Rückblick Automechanika - Mosolf<br />

Unterwegs zum Energie-Musterland<br />

We make eMobility happen<br />

MOSOLF ist für die speziellen Herausforderungen der Kunden gerüstet<br />

Ladestationen so<br />

weit das Auge reicht<br />

Die fortschreitende Technik und zunehmende Individualisierung<br />

stellen die produzierende Automobilindustrie und<br />

die dazugehörige Logistik- und Dienstleistungsbranche vor<br />

neue Herausforderungen.<br />

In Ergänzung zu den klassischen Kerngeschäftsfeldern Spedition,<br />

Transport und Logistik hat Mosolf daher vor bald zwei<br />

Jahren Automotive Service Solutions etabliert. Dieser Geschäftsbereich<br />

bearbeitet vorrangig das technische Dienstleistungsportfolio<br />

und geht damit einen wichtigen Schritt<br />

in den Ausbau und die Weiterentwicklung der technischen<br />

Dienstleistungsumfänge für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge.<br />

Das modular aufgebaute Angebot an Systemdienstleistungen<br />

lässt sich dabei vier strategischen Kerngeschäftsfeldern<br />

zuordnen: Werkstattdienstleistungen, Sonderfahrzeugbauten,<br />

Industrielackierungen und Mobilitätsdienstleistungen.<br />

Unter dem Kerngeschäftsfeld Werkstattdienstleistungen<br />

werden Tätigkeiten wie Inspektions- und Wartungsarbeiten,<br />

Mechanik-, Karosserie- und Lackarbeiten aber auch Fahrzeugbewertung<br />

und der Einbau von Zusatzausstattungen<br />

abgedeckt. Das Geschäftsfeld Sonderfahrzeugbauten ergänzt<br />

diesen Bereich um den Aus- und Umbau von Sonderserien<br />

wie beispielsweise Behördenfahrzeuge oder die<br />

Umrüstung auf alternative Antriebe. Das Kerngeschäftsfeld<br />

Industrielackierung beinhaltet die Lackierung von Kleinteilen<br />

bis hin zu Fahrzeugkarossen für Einzel-, Klein- und Serienfertigungen<br />

oder zur Lösung von Kapazitätsengpässen. Die<br />

Eingliederung der Lackiervorgänge in ganzheitliche logistische<br />

Prozessketten bis hin zu Just-in-sequence Anlieferungen<br />

an Produktions- und Montagelinien gehören hier zum<br />

Leistungsumfang.<br />

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Geschäftsfeld der<br />

Mobilitätsdienstleistungen, in dem neue Konzepte durch die<br />

Verknüpfung technischer Dienstleistungen mit innovativen<br />

Ansätzen entstehen.<br />

12 Neue Mobilität<br />

So kommen hier beispielweise Carsharing-Anbieter als Kunden<br />

infrage. Durch dieses Dienstleistungsangebot soll individuelle<br />

Mobilität und eine reibungslose Nutzung ermöglicht<br />

werden, wo kein eigenes Auto zur Verfügung steht.<br />

Wie auch auf der diesjährigen Automechanika gezeigt,<br />

wurde die Unternehmensorganisation auf die speziellen<br />

Herausforderungen der Elektromobilität ausgerichtet und<br />

sensibilisiert. So beschreibt Mosolf anhand eines Exponats<br />

(Elektrofahrzeug) die Fertigung einer elektrobasierten Kleinund<br />

Sonderserie in Funktion einer verlängerten Werkbank<br />

am Beispiel eines Kunden- und Referenzprojektes.<br />

Zudem hat sich der Automobildienstleister mit umfangreichen<br />

Schulungen und Workshops ein eigenes Team von Spezialisten<br />

aus den Fachabteilungen (Fahrzeug-) Sonderbau,<br />

Mechanik, Karosserie und Bewertung für Arbeiten an Hochvoltsystemen<br />

qualifiziert. Zuletzt integrierte Mosolf unterschiedliche<br />

batterieelektrische Fahrzeuge im eigenen Unternehmensfuhrpark,<br />

welche nun den Mitarbeitern sowie auch<br />

dem Terminalbetrieb zur Verfügung stehen. Dadurch werden<br />

wichtige Erfahrungs- und Erprobungswerte gewonnen.<br />

Auf diesem Weg erfährt auch der Leittitel von Mosolf »We<br />

make eMobility happen« seine praktische Anwendung. Im<br />

Spannungsfeld zwischen den Fahrzeugherstellern und den<br />

(End-)Nutzern fungiert Mosolf als Umsetzungs- und Dienstleistungspartner,<br />

der die Elektromobilität nutzungsfähig<br />

macht und diese sprichwörtlich auf die Straße bringt.<br />

Sabrina Beirle // Christoph Wolf<br />

Horst Mosolf GmbH & Co. KG<br />

www.mosolf.de<br />

Wir machen Baden-Württemberg e-mobil!<br />

Gemeinsam mit Partnern aus der Region bauen und<br />

erforschen wir im Raum Stuttgart die öffentliche<br />

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.<br />

Für Sie heißt das:<br />

Laden an 500 Ladepunkten und emissionsfrei fahren.<br />

Und wann werden Sie e-mobil?<br />

Mehr über das Projekt „Aufbau Ladeinfrastruktur Stuttgart<br />

und Region“ im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität<br />

„LivingLab BW e mobil“ erfahren Sie unter:<br />

www.enbw.com/schaufenster-emobilitaet


eCarTec 2012 eCarTec 2012<br />

eCarTec 2012<br />

Interview mit Dr. Peter Ramsauer, Martin Zeil und Dr. Angelika Niebler<br />

Impressionen der eCarTec 2011 in München<br />

Die 4. Internationale Leitmesse für Elektro- und Hybrid-<br />

Mobilität, die eCarTec findet vom 23. bis 25. Oktober 2012<br />

auf dem Gelände der Messe München statt. Neben Elektrofahrzeugen,<br />

Speichertechnologien, Antriebs- und Motorentechnik<br />

beschäftigt sich die Messe zusätzlich mit den Themen<br />

Energie, Infrastruktur und Finanzierung. Ein Testgelände<br />

(eCarLiveDrive), auf dem Endverbraucher die neusten<br />

Elektrofahrzeuge testen und sich mit der Technologie vertraut<br />

machen können, ist ebenfalls integriert. Angesprochen<br />

werden sollen Entwickler, Konstrukteure, Designer,<br />

Manager, Händler, Fuhrpark-Verantwortliche, Private Fahrzeugkäufer<br />

sowie Entscheider aus Politik und öffentlicher<br />

Hand. Ein Fachkongress zum Thema Elektromobilität rundet<br />

die Veranstaltung ab.<br />

Im Interview äußern sich die Schirmherren der diesjährigen<br />

eCarTec - Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr,<br />

Bau und Stadtentwicklung, Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister<br />

für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie<br />

und Dr. Angelika Niebler, Mitglied des Europäischen<br />

Parlaments zum Thema Elektromobilität.<br />

Wie schätzen Sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche<br />

Potenzial der Elektromobilität ein?<br />

Ramsauer: Das lässt sich in der Tat nicht voneinander trennen.<br />

Das wirtschaftliche Potenzial ist in den kommenden<br />

Jahren und Jahrzehnten immens groß und wird mit jeder<br />

technischen Weiterentwicklung weiter wachsen. Die grundsätzliche<br />

gesellschaftliche Akzeptanz ist schon heute enorm<br />

und das Interesse in der Bevölkerung ist nach wie vor groß,<br />

vor allem weil Elektrofahrzeuge leise, effizient und ohne lokale<br />

Emissionen arbeiten.<br />

Niebler: Ich glaube, dass es durchaus ein Potenzial für Elektroautos<br />

geben kann, insbesondere für den Stadtverkehr, d.h.<br />

kürzere Fahrten. Genauere Prognosen lassen sich erst anstellen,<br />

wenn mehr Erfahrungen in den schon etablierten<br />

Modellregionen für eFahrzeuge gewonnen werden konnten.<br />

Zeil: Die individuelle Mobilität mit dem eigenen, jederzeit<br />

verfügbaren Auto ist für viele ein selbstverständlicher und<br />

wichtiger Bestandteil des Lebens. Weil die fossilen Energieträger<br />

endlich sind, müssen wir es schaffen, in naher Zukunft<br />

eine umweltverträgliche, bezahlbare Alternative zu etablieren.<br />

Wir sollten dabei für verschiedene Technologien aufgeschlossen<br />

sein. Auch wenn derzeit die Elektromobilität in aller<br />

Munde ist und ich diese ebenfalls als eine wichtige Säule<br />

zukünftiger Mobilität sehe, wird diese allein kein Allheilmittel<br />

sein. Ich bin überzeugt davon, dass wir in den nächsten Jahren<br />

viele innovative, für die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen<br />

optimierte Antriebsarten und -kombinationen<br />

erleben werden.<br />

Welche Chancen für die Automobilindustrie und die Zulieferer<br />

bietet die Elektromobilität?<br />

Ramsauer: Ich bin mir sicher: Elektromobilität birgt enorme<br />

wirtschaftliche Chancen für alle, die zukunftsweisende Lösungen<br />

entwickeln. Deswegen verfolgen wir das Ziel, Deutschland<br />

zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln.<br />

Zeil: Die Elektromobilität bietet nicht nur der Automobilbranche,<br />

sondern auch vielen anderen Industrie- und Wirtschaftszweigen<br />

ein attraktives neues Geschäftsfeld. Natürlich<br />

kommt einem da als Erstes die Produktion von eFahrzeugen<br />

in den Sinn, die unglaublich viele Innovationspotenziale<br />

birgt. Aber es geht weitaus tiefer. Viele Technologien, die für<br />

die Produktion von Batterien und Elektromotoren essentiell<br />

sind und die in Deutschland bereits produziert werden,<br />

müssen auf die Anforderungen der Automobilproduktion<br />

adaptiert werden. Dies kann insbesondere für die Zulieferindustrie<br />

aus unterschiedlichsten Branchen interessante<br />

Marktchancen eröffnen. Durch Innovationen wie den zunehmenden<br />

Einsatz von neuen Werkstoffen im Leichtbau können<br />

ebenfalls völlig neue Wertschöpfungspotenziale erzeugt<br />

werden. Ich bin davon überzeugt, dass die bayerische und<br />

deutsche Automobil- und Zulieferindustrie hier auch weltweit<br />

starke innovative Impulse setzen kann und wird.<br />

Niebler: Die Automobilbranche ist eine Schlüsselindustrie<br />

in Deutschland. Sie darf keinen Zukunftstrend verschlafen.<br />

Welche Antriebstechnologien sich langfristig durchsetzen<br />

werden - Verbrennungsmotoren, Hybridsysteme, Brennstoffzellen<br />

oder eFahrzeuge - ist noch offen. Energieeffizienz,<br />

weniger CO 2 -Emissionen und steigende Rohstoffpreise sprechen<br />

jedoch für Elektroautos.<br />

Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht ohne Kaufprämien keine<br />

Chance für den Aufbau eines Leitmarktes in Deutschland.<br />

Im Jahr 20<strong>09</strong> wurde die Abwrackprämie aus öffentlichen<br />

Mitteln initiiert. Sollte es nicht auch eine einheitliche - am<br />

besten europäische - Kaufprämie für Elektroautos geben?<br />

Niebler: Manche Mitgliedstaaten fördern Forschung und<br />

Entwicklung, andere Mitgliedstaaten, wie z.B. Frankreich,<br />

haben Absatzprämien eingeführt. Eine Harmonisierung auf<br />

europäischer Ebene wäre überlegenswert, um Wettbewerbsverzerrungen<br />

im europäischen Binnenmarkt zu vermeiden.<br />

Ramsauer: Ich glaube nicht, dass man das jetzt abschließend<br />

sagen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich eine<br />

Kaufprämie jedenfalls noch nicht für zielführend - und schon<br />

erst recht keine europäische.<br />

Zeil: Wir haben in Deutschland ein klares Ziel: wir wollen<br />

Leitanbieter sein. Bayern hat dafür bereits Einiges getan.<br />

Ich nenne nur den Ausbau der Forschungslandschaft sowie<br />

unsere drei bayerischen Modellinitiativen, die wir als Bayerische<br />

Staatsregierung im Rahmen unserer Zukunftsinitiative<br />

»Aufbruch Bayern« fördern. Mit solchen Maßnahmen<br />

können wir unseren Teil dazu beitragen, der Elektromobilität<br />

zum Durchbruch zu verhelfen. Bei der konkreten Markteinführung<br />

ist aber vor allem die Wirtschaft gefragt, der Staat<br />

kann hier allenfalls unterstützend wirken. Hierzu hat der<br />

Bund am 24. Mai 2012 beschlossen, Elektroautos künftig<br />

zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer zu befreien.<br />

Zusätzlich ist ab dem Jahr 2013 ein Nachteilsausgleich für<br />

eFahrzeuge bei der Besteuerung von Dienstwagen vorgesehen.<br />

Diese Maßnahmen halte ich für weitaus sinnvoller<br />

als eine Kaufprämie, die den langfristigen Erfolg durch eine<br />

Verzerrung von Marktprozessen eher gefährden anstatt unterstützen<br />

würde.<br />

Welche weiteren Arten der Förderung braucht Ihrer Meinung<br />

nach der Umstieg auf Elektromobilität?<br />

Ramsauer: Ich denke, dass wir im Moment mit der Forschungsförderung<br />

sowie mit der Förderung der konkreten<br />

Anwendung in den Schaufensterregionen genau richtig<br />

liegen. Uns muss es jetzt vor allem um die Demonstration<br />

alltagstauglicher Elektrofahrzeuge gehen. Was in den kommenden<br />

Jahren nötig sein wird, lässt sich noch nicht sagen.<br />

Das hängt auch davon ab, welche Technologien die besten<br />

Chancen haben, sich durchzusetzen. Deswegen fördern wir<br />

auch nach wie vor die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.<br />

Zeil: Bayern hat bereits 2008 die Zukunftsoffensive Elektromobilität<br />

gestartet und eine 5-Punkte-Strategie zur Förderung<br />

der Elektromobilität verabschiedet. Dabei hat der<br />

Ausbau der Forschungslandschaft höchste Priorität. Die<br />

Bayerische Staatsregierung hat die bayerischen Modellregionen<br />

Bad Neustadt an der Saale, Garmisch-Partenkirchen und<br />

E-Wald im Ländlichen Raum ausgewählt, die durch den Freistaat<br />

gefördert werden. Zudem wird die Elektromobilität im<br />

Rahmen der Clusterstrategie verstärkt. Das bayerisch-sächsische<br />

Leuchtturm-Projekt »Elektromobilität verbindet« wird<br />

als eines von vier bundesweiten Schaufenstervorhaben die<br />

Rahmenbedingungen für die Markteinführung von Elektroautos<br />

verbessern. Das ist die Art der Förderung, die der<br />

Umstieg auf Elektromobilität meiner Meinung nach braucht.<br />

Niebler: Wir brauchen innovative städtische Infrastrukturund<br />

Mobilitätskonzepte. Zum Beispiel könnten in Innenstädten<br />

die attraktivsten Parkplätze gleichzeitig als Ladestationen<br />

für Elektroautos genutzt werden.<br />

Marco Ebner<br />

MunichExpo Veranstaltungs GmbH<br />

www.ecartec.de<br />

14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15


»Nicht durch große Reden werden wir den<br />

Verkehr zunehmend elektrifizieren, sondern<br />

durch konkrete Maßnahmen.«<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

LEITMARKT<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store<br />

Bundesverband eMobilität<br />

Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />

so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />

www.bem-ev.de<br />

Statements, Einschätzungen, Kommentare und Interviews.<br />

16 Neue Mobilität


Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Peter Bachmann & Christian alexander Mayer<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Peter Bachmann & Christian alexander Mayer<br />

Leitmarkt - kein realistisches<br />

Ziel ohne echte Anreize<br />

Dr. Peter Bachmann und Christian Alexander Mayer<br />

Die Marktvorbereitungsphase zur Einführung der Elektromobilität<br />

läuft dem Vernehmen nach auf Hochtouren. Der<br />

dritte Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität<br />

(NPE) vom Juni 2012 berichtet, dass die deutsche<br />

Industrie während dieser Phase 17 Milliarden Euro in die<br />

Forschung und Entwicklung von Elektromobilität investieren<br />

wird. Doch damit diese gewaltigen Summen mehr als<br />

nur Konzepte und Studien für die großen Messen hervorbringen,<br />

bedarf es dringend einer konsequenten Umsetzung<br />

von monetären und nicht-monetären Anreizmechanismen.<br />

Nur das Zusammenspiel von wettbewerbsgetriebener Innovationsforschung<br />

und Anreizmechanismen, bestenfalls in<br />

Gestalt ausdifferenzierter gesetzlicher Rahmenbedingungen<br />

für Elektromobilität, bieten die notwendige Basis, damit<br />

Deutschland die Chance erhält, seine hochgesteckten Ziele<br />

zu erreichen.<br />

Monetäre Anreizmechanismen<br />

Um die Kaufentscheidung für ein Elektroauto zu erleichtern,<br />

werden von Politik und Gesetzgeber verschiedene Anreizmechanismen<br />

diskutiert. Diese lassen sich grob in monetäre,<br />

also finanzielle Anreize und nicht-monetäre Anreize unterteilen.<br />

Den monetären Anreizmechanismen unterfallen klassischerweise<br />

Instrumentarien wie Steuerbegünstigungen<br />

und die vieldiskutierte Kauf- bzw. Abwrackprämie.<br />

Das Kraftfahrzeugsteuergesetz normiert heute für reine<br />

eAutos in den ersten fünf Jahren ab dem erstmaligen Tag<br />

der Zulassung eine vollständige Steuerbefreiung mit einer<br />

anschließend nur anteiligen Steuerzahlungspflicht (50%).<br />

Der Regierungsentwurf eines Verkehrssteueränderungsgesetzes<br />

vom 23.05.2012 sieht nun eine Ausdehnung der Kraftfahrzeugsteuerbefreiung<br />

bei Fahrzeugen mit Erstzulassung<br />

bis 31.12.2015 auf zehn Jahre vor. Bei einer Erstzulassung im<br />

Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2020 soll immerhin noch eine<br />

fünfjährige Steuerbefreiung gelten.<br />

Außerdem plante die Bundesregierung bereits seit Längerem<br />

eine Anpassung der Dienstwagenbesteuerung. Da der Listenpreis<br />

des Kraftfahrzeugs als Besteuerungsgrundlage für<br />

seine private Nutzung als Dienstwagen dient, sind die gegenüber<br />

konventionellen Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />

kostenintensiveren Elektroautos klar benachteiligt. Diesen<br />

Nachteil will die Bundesregierung mit ihrem Beschluss<br />

zum Jahressteuergesetz vom 23. Mai 2012 ausgleichen. Zukünftig<br />

soll der Listenpreis des Elektroautos um die (fiktiven)<br />

Kosten der Batterie gekürzt werden.<br />

siehe auch S. 54 bis 57 in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>07<br />

Weitere direkte finanzielle Anreizmechanismen stellen staatliche<br />

Zuschüsse und Kreditprogramme für den Erwerb von<br />

Fahrzeugen dar, wobei nur das Letztere für die Bundesregierung<br />

in Betracht kommt. Schließlich sollen weitere Steuerbegünstigungen<br />

und Sonderabschreibungsmöglichkeiten<br />

für Unternehmen die monetären Anreize abrunden.<br />

Nicht-monetäre Anreizmechanismen<br />

Häufig unterschätzt, aber nicht weniger einflussreich auf die<br />

Kaufentscheidung sind nicht-monetäre Anreize. Diese zielen<br />

darauf ab, die Nutzer von Elektrofahrzeugen im Alltag zu<br />

begünstigen. Diskutiert werden hier beispielsweise Sonderparkflächen<br />

für Elektrofahrzeuge und die Einrichtung sog.<br />

»0-Emissions-Zonen«, die nur mit Elektroautos befahren<br />

werden dürfen. Das Regierungsprogramm Elektromobilität<br />

schlägt in diesem Zusammenhang die Aufhebung von Zufahrtsverboten<br />

für Elektroautos vor. Betroffen sind hiervon<br />

gegenwärtig konventionell betriebene Fahrzeuge aufgrund<br />

des von ihnen ausgehenden erhöhten Lärmaufkommens<br />

bzw. den einhergehenden Abgasbelästigungen. Auch die<br />

Freigabe von Busspuren für Elektrofahrzeuge wird diskutiert.<br />

Ebenso werden Sonderfahrspuren bzw. Ladespuren<br />

für Elektrofahrzeuge angedacht. Eine Erprobung im Rahmen<br />

der Schaufensterprojekte soll zeigen, ob von diesem Ansatz<br />

eine Anreizwirkung für die Zukunft ausgeht.<br />

Vervollständigt werden sollen diese nutzerbezogenen nichtmonetären<br />

Anreizmechanismen durch regulatorische Vorgaben.<br />

Hier setzt der Staat ordnungspolitische Rahmenbedingungen,<br />

die sich auf den Elektromobilitäts-Markt förderlich<br />

auswirken sollen. Als solche sind etwa die Einführung bzw.<br />

Ausweitung von Umweltzonen, die Einführung einer schadstoffabhängigen<br />

Citymaut sowie die Festsetzung bestimmter<br />

Flottenverbrauchsgrenzwerte anzusehen. Letztere zielt<br />

darauf ab, die CO 2 -Emissionen des Straßenverkehrs durch<br />

verbindliche Vorgaben von Flottenverbrauchsgrenzwerten<br />

merklich einzudämmen. Abgerundet werden die benannten<br />

nicht-monetäre Anreizmechanismen durch die Anpassung<br />

allgemeiner gesetzlicher Rahmenbedingungen (Stichwort<br />

Kennzeichnungsbedarf »Emissionsfreies Fahrzeug«) sowie<br />

Maßnahmen, die den Aufbau der Infrastruktur begünstigen<br />

sollen (z.B. Festsetzungen zur Ladeinfrastruktur in Bebauungsplänen).<br />

Immer wieder wird dabei die grundsätzliche Zulässigkeit<br />

dieser privilegierenden Anreize diskutiert. Es stellt sich die<br />

Frage, ob derartige Anreize mit dem Verfassungsrecht, insbesondere<br />

mit dem Gleichheitsgrundsatz, im Einklang sind.<br />

Es ist aber zu berücksichtigen, dass nicht jeder Eingriff in ein<br />

Grundrecht zwingend einen Verstoß gegen das Grundgesetz<br />

darstellt. Auch Eingriffe in Grundrechte können gerechtfertigt<br />

sein. Mit Blick auf den intendierten Klima- und Gesundheitsschutz<br />

lassen sich viele Privilegien für Elektroautos gut<br />

rechtfertigen, weshalb grundsätzliche verfassungsrechtliche<br />

Bedenken nicht bestehen.<br />

Handlungsempfehlungen der NPE<br />

Damit die Marktentwicklung der Elektromobilität auch in der<br />

Zukunft erfolgreich voranschreiten kann, hat die NPE gleichzeitig<br />

mit ihrem dritten Fortschrittsbericht Handlungsempfehlungen<br />

an die Bundesregierung übergeben. Unterteilt in<br />

sechs Kernbotschaften und Empfehlungen betont sie insbesondere<br />

die Beibehaltung des Schwerpunktes auf Forschung<br />

und Entwicklung. In seiner Kernbotschaft F&E-Leuchttürme<br />

fordert die NPE daher eine zügige und konsequente Umsetzung<br />

der geplanten Projekte in den Bereichen Forschung und<br />

Entwicklung sowie deren Verstetigung. Weiterhin fordert<br />

sie die Weiterbildung und Qualifizierung der erforderlichen<br />

Fach- und Führungskräfte. Dazu ist nach der Kernbotschaft<br />

Leitanbieterschaft die zeitnahe Umsetzung der Kompetenz-<br />

Roadmap erforderlich. Diese hat das Ziel, akademische und<br />

berufliche Aus- und Weiterbildung auf das Ziel Deutschlands<br />

zur Leitanbieterschaft auszurichten. Bestandteil dieser Kernbotschaft<br />

ist ebenfalls die kontinuierliche Fortentwicklung<br />

und Umsetzung der Normungs-Roadmap zur verstärkten nationalen<br />

wie internationalen Zusammenarbeit. Betont wird<br />

auch eine Fokussierung auf die Nutzerperspektive. Die Kernbotschaft<br />

Systemischer Ansatz zielt daher auf die Gewinnung<br />

von Kundenakzeptanz durch branchenübergreifende<br />

Zusammenarbeit in den Schaufenstern und F&E-Leuchttürmen<br />

ab. Ergänzt werden diese Ansätze durch die Kernbotschaft<br />

Leitmarkt, Schaufenster, Leitanbieterschaft und Leitmarkt.<br />

Diese plädieren u.a. für den Abbau von Hürden für die<br />

Marktentwicklung der Elektromobilität, die verstärkte Untersuchung<br />

potenzieller neuer Ladelösungen im Fahrzeug- und<br />

Batteriebereich, spezifische Schwerpunktsetzungen in den<br />

vier Schaufensterprojekten zur Verifikation der NPE-Annahmen<br />

und Modelle sowie die Beauftragung einer neutralen<br />

wissenschaftlichen Institution, die mit der Fortschreibung<br />

des TCO-Modells beauftragt wird.<br />

Fazit<br />

Das Expertengremium der NPE hält die anvisierte Leitanbieterposition<br />

Deutschlands weiterhin für ein realistisches Ziel.<br />

Neben den benannten Kernbotschaften hält das Gremium<br />

die Fokussierung auf die Nutzerakzeptanz für eine der wesentlichen<br />

Voraussetzungen hierfür. Auch aus unserer Sicht<br />

ist es dringend erforderlich, dass möglichst viele der bisher<br />

angedachten Anreizmechanismen tatsächlich umgesetzt<br />

werden. Denn nicht nur durch Kaufprämien und Steuervergünstigungen<br />

sondern insbesondere auch durch eine<br />

attraktive Gestaltung der Nutzung von Elektrofahrzeugen<br />

kann eine erfolgreiche und zukunftsfähige Markteinführung<br />

der Elektromobilität gelingen. Deshalb kommt unserer<br />

Ansicht nach den nicht-monetären Anreizen eine Schlüsselrolle<br />

bei der Marktentwicklung zu. Hier besteht aber noch<br />

erheblicher Handlungsbedarf. Ob bzw. in welchem Umfang<br />

künftig Elektroautos im Straßenverkehr privilegiert werden,<br />

wird zeigen, wie ernst es den politisch Verantwortlichen tatsächlich<br />

ist mit ihren ambitionierten Zielen.<br />

Dr. Peter Bachmann & Christian Alexander Mayer<br />

Rechtsanwälte<br />

Noerr LLP<br />

www.noerr.com<br />

18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19


Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Gregor Matthies<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Gregor Matthies<br />

Wichtiger als Leitmarkt zu werden,<br />

ist es, Leitanbieter zu sein<br />

Interview mit Dr. Gregor Matthies, BEM-Beirat und Senior Advisor bei<br />

Bain & Company<br />

Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />

Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />

werden, erreichen?<br />

Rund 70% der jährlich in Deutschland gefahrenen etwa 550<br />

Milliarden Pkw-Kilometer könnten bereits heute elektrisch<br />

zurückgelegt werden, wenn es die entsprechenden Produkte<br />

gäbe. Volkswirtschaftlich wäre das ein enormer Schritt,<br />

denn Deutschland müsste rund 40% weniger Erdöl importieren,<br />

was einem Wert von 21 Milliarden Euro zu heutigen<br />

Preisen entspräche. Tatsächlich wurden in Deutschland im<br />

letzten Jahr »nur« etwa 2.100 Elektrofahrzeuge zugelassen.<br />

Davon waren die Hälfte Prototypen, also keine wirklichen<br />

Serienautos. Von daher stehen wir erst am Anfang des Elektromobilitätszeitalters.<br />

Zudem gilt es zu bedenken, dass Elektromobilität nicht die<br />

einzige Mobilitätsalternative zum klassischen Verbrennungsmotor<br />

ist, an der die deutschen Autobauer gegenwärtig arbeiten.<br />

Bei Bain & Company gehen wir aktuell davon aus,<br />

dass in den nächsten 15 bis 20 Jahren drei Antriebstypen,<br />

Batterie-elektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellen-Fahrzeuge<br />

und Plug-in-Hybride inklusive sogenannter Range-Extender,<br />

einen ganz wesentlichen Anteil der Mobilität in Deutschland<br />

ausmachen werden. Wir rechnen hier mit mehr als 20% bei<br />

den Neuzulassungen.<br />

Wichtiger als Leitmarkt zu werden, ist es aber, bei dieser<br />

Technologie Leitanbieter zu sein. Hier muss die bei den Verbrennungsmotoren<br />

führende deutsche Autoindustrie - und<br />

zwar Hersteller wie Zulieferer - aufpassen, dass sie den Anschluss<br />

an den internationalen Wettbewerb nicht verliert.<br />

Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />

aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />

bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />

Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />

Um es plakativ zu sagen: Wir könnten in Deutschland deutlich<br />

mehr Elektroautos verkaufen, wenn es mehr von ihnen<br />

zu kaufen gäbe. Es gibt aktuell jedenfalls kein elektrisches<br />

Serienfahrzeug von einem der deutschen Premiumhersteller<br />

außer seit ein paar Wochen den zweisitzigen smart. Hinzu<br />

kommt, dass ein Elektroauto nur marginal teurer sein darf,<br />

als eines mit Verbrennungsmotor. Nur so kann ein Verkäufer<br />

dem Kunden erklären, dass er den etwas höheren Anschaffungspreis<br />

eines Elektrofahrzeugs über die niedrigeren Kosten<br />

im Betrieb ausgleichen kann.<br />

In puncto Infrastruktur für Elektromobilität ist Deutschland<br />

bereits gut gerüstet: Wir haben stabile Netze und es gibt flächendeckend<br />

viele hundert Millionen Steckdosen. Verbesserungspotenzial<br />

liegt hier etwa noch im Ausbau von Schnell-<br />

Ladestationen, den sogenannten Wall Boxes, zu Hause, am<br />

Arbeitsplatz und an sogenannten »Hot-Spots« wie Flughäfen,<br />

Einkaufszentren oder Tankstellen. Einer großflächig installierten<br />

Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum bedarf es<br />

dagegen nicht.<br />

Zugegeben: Die Herausforderungen, vor denen die Automobilindustrie<br />

steht, sind enorm: Wann muss ein Hersteller ein<br />

Elektroauto - mit oder ohne Reichweitenverlängerer - wann<br />

ein Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt bringen? Das<br />

Kaufverhalten der Kunden und die Geschwindigkeit, mit der<br />

es sich ändert, ist schwer vorherzusagen. Die Hersteller und<br />

ihre Zulieferer müssen daher mehrgleisig fahren. Das bedeutet,<br />

ihre Verbrennungsmotoren effizienter machen, rein<br />

elektrisches Fahren inklusive Brennstoffzelle forcieren und<br />

gleichzeitig mit echten Hybriden als Übergangstechnologien<br />

im Angebot aufwarten.<br />

Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />

Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />

aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />

langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />

zu etablieren?<br />

Ich denke, notwendig wäre jetzt ein Zusammenspiel aller Interessengruppen.<br />

Eine tragende Rolle dürfte allerdings mit<br />

zielgerichteter Technologieförderung durchaus die Politik<br />

spielen. Auch in der Vergangenheit war bei jeder bedeutenden<br />

Systemeinführung der Staat beteiligt. So wurde die heutige<br />

individuelle Mobilität nur möglich, weil der Staat massiv<br />

für Straßen und sonstige Infrastruktur gesorgt hat. Es wäre<br />

daher kaum zu rechtfertigen, wenn die ersten eAuto-Käufer<br />

die zunächst noch sehr teuren Batterien allein finanzieren<br />

müssten. Erst wenn genügend Batterien produziert und abgenommen<br />

werden, sinken die Produktionskosten und kann<br />

der Entwicklungsaufwand entsprechend über hohe Stückzahlen<br />

amortisiert werden.<br />

Die europäischen und hier vor allem die deutschen Automobilhersteller<br />

sind aktuell unter starkem Zugzwang, neben<br />

ihren Flottenversuchen und Pilotserien wirklich attraktive<br />

und erschwingliche Serienfahrzeuge auf die Straße zu bringen.<br />

Dazu wird es stärker notwendig sein, in bestimmten<br />

Technologien wie den Batterien, auch herstellerübergreifend<br />

zu kooperieren, um schnell die nötigen Skaleneffekte<br />

zu erzielen und gleichzeitig die Investitionen in Entwicklung<br />

und Produktion wirtschaftlich zu gestalten.<br />

In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />

- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />

Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />

Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />

gehen?<br />

Es ist richtig, dass einige Regierungen heute mehr tun, um<br />

den Systemwechsel Elektromobilität zu forcieren. Sowohl<br />

Japan, China als auch die USA haben sich auf die Fahnen<br />

geschrieben, die heimische Automobilindustrie bei der Entwicklung<br />

elektrischer Antriebe zu unterstützen und den Kauf<br />

von eAutos massiv mit Steuermitteln zu fördern. In China<br />

und den USA geschieht dies auch aus der Erkenntnis heraus,<br />

dass im bestehenden globalen Wettbewerb ihre lokalen Automobilbauer<br />

mit heutigen Fahrzeugen kaum Chancen auf<br />

den Weltmärkten haben. Also investieren sie stark in neue<br />

Technologien. Erklärtes Ziel ist es, schnellstmöglich serientaugliche<br />

eAutos zu entwickeln und zu vermarkten.<br />

Akademie &<br />

Consulting<br />

www.institut-nm.de<br />

In Europa hat von den großen Ländern lediglich Frankreich<br />

bisher Zeichen gesetzt - auch vor dem Hintergrund der<br />

Situation der eigenen Automobilindustrie.<br />

Jeder Kunde erhält zur Zeit 5.000 Euro, künftig sogar 7.000<br />

Euro staatliche Subvention pro Fahrzeug mit Emissionen<br />

kleiner 60g CO 2 /km und die Hersteller PSA und Renault werden<br />

großzügig mit Fördermitteln versorgt. Insofern könnte<br />

auch die deutsche Politik mit gezielten Subventionen einen<br />

derartigen System- bzw. Technologiewechsel durchaus beschleunigen.<br />

Letztlich müssen und werden sich die deutschen<br />

Hersteller aber auf den Exportmärkten behaupten<br />

- und dabei spielen Kaufprämien in Deutschland nur eine<br />

marginale Rolle.<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

BEM-Beirat<br />

Bain & Company Germany<br />

gregor.matthies@bain.com<br />

Letztlich geht es für die gesamte Branche darum,<br />

erfolgreiche Geschäftsmodelle in einem expansiven<br />

Marktumfeld zu positionieren.<br />

INSTITUT<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

20 Neue Mobilität Neue Mobilität 21


Leitmarkt Elektromobilität - Andreas Serra<br />

Leitmarkt Elektromobilität - AndrEaS Serra<br />

Deutschland wird Leitmarkt<br />

für Elektromobilität -<br />

Illusion oder Realität?<br />

»Wir befinden uns in einem weltweiten Veränderungsprozess<br />

und Deutschland nimmt hier eine Spitzenposition<br />

ein. Ob wir Leitmarkt oder »Follower« werden, wird sich in<br />

den nächsten 36 Monaten entscheiden. «<br />

Eine Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 und Deutschland<br />

als Leitmarkt für Elektromobilität, das wünscht sich<br />

Kanzlerin Angela Merkel. Eine riesige Erwartungshaltung<br />

erreichte die deutsche Bevölkerung und vor allem den deutschen<br />

Automobilhandel. Ernüchternd dagegen die Realität:<br />

Gerade einmal 2.400 dieser Fahrzeuge wurden von Januar<br />

bis Juni 2012 in Deutschland neu zugelassen. Aktuelle Hochrechnungen<br />

gehen im Moment davon aus, dass wir ca. 5.100<br />

Fahrzeuge bis zum Jahresende in die Zulassung bringen. Die<br />

Deutschen misstrauen den Elektroautos, sie scheuen die<br />

langen Ladezeiten, fürchten, mit leerem Akku liegen zu bleiben<br />

und ärgern sich über die hohen Preise und den drohenden<br />

Wertverlust.<br />

Um aber Leitmarkt zu werden, muss ein lokaler Markt mit zugelassenen<br />

Fahrzeugen und einer geeigneten Infrastruktur<br />

vorhanden sein. Ist die Leitmarkt-Idee, dieses für unsere wirtschaftliche<br />

Zukunft wichtige Vorhaben, noch realisierbar?<br />

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da sich das<br />

Thema Elektromobilität noch in den »Kinderschuhen« befindet.<br />

Was also könnte dafür sprechen?<br />

• Deutschland hat weltweit die stärksten und innovativsten<br />

Autohersteller und Marken. Diese sind noch nicht auf dem<br />

Markt Elektromobilität vertreten. Aber Smart, VW und BMW<br />

werden 2013 und 2014 Elektrofahrzeuge auf den Markt<br />

bringen.<br />

• Wir haben aktuell ein sehr großes Potenzial in den gewerblichen<br />

Zulassungen. Über 90% aller Zulassungen<br />

sind gewerblich, Privatnutzer sind die Ausnahme.<br />

• Die Investitionen deutscher Unternehmen in Technologie<br />

und Produkt gehen in die Milliarden Euro. Es darf angenommen<br />

werden, dass die meisten Unternehmer sinnvoll<br />

und strategisch planen und investieren.<br />

• Deutsche Ingenieure gehören zu den angesehensten und<br />

besten in der Welt.<br />

• Elektromobilität ist ein weltweites Thema, insbesondere<br />

für die Megacities dieser Welt. Das sind starke wirtschaft-<br />

liche Impulse für die Exportnation Deutschland.<br />

• In einer global agierenden Weltwirtschaft ist ökologisches<br />

Bewusstsein ein Muss!<br />

• Die Ölressourcen gehen zu Ende. Weltweite Mobilität muss<br />

in Zukunft auch ohne Erdöl möglich sein.<br />

Was spricht zum jetzigen Zeitpunkt gegen reine eFahrzeuge?<br />

• TCO (total cost of ownership), also das, was ein Elektrofahrzeug<br />

Privat- und Gewerbekunden während der Nutzung<br />

kostet. Im Gegensatz zu anderen Antriebsarten lohnt<br />

sich der Erwerb rein finanziell betrachtet nicht. Die Fahrzeuge<br />

sind zu teuer, die Restwerte zu niedrig.<br />

• Eine nutzbare Ladeinfrastruktur gibt es faktisch nur für<br />

Einfamilienhäuser an der heimischen Steckdose. Hier sei<br />

der Ausflug zu anderen alternativen Antrieben erlaubt, die<br />

sich in Deutschland trotz massivem Preisvorteil und einfacher<br />

Technologie nicht durchgesetzt haben. Erdgasfahrzeuge<br />

sind an der Infrastruktur gescheitert. Wo tanke ich?<br />

Das ist auch für Elektromobilität die bestimmende Frage.<br />

Hier fehlt dem Interessenten ein erlebbares praktisches<br />

Konzept.<br />

• Mangelnde Informationen zur Haltbarkeit der Akkus. Hier<br />

fehlt jede für den Endkunden nachvollziehbare und glaubhafte<br />

Information.<br />

• Aber auch die Fahrzeughersteller tun das ihrige zur Kaufzurückhaltung.<br />

Verkäufer sind schlecht geschult und bevorzugen<br />

auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten<br />

andere Antriebsformen.<br />

• Die Begeisterung eines Elektroautos kann von Interessenten<br />

nicht genügend erlebt werden.<br />

• Die Wahrnehmbarkeit von Elektroautos im Markt fehlt.<br />

In der Automobilbranche spricht man von visibility. Damit<br />

ist der Punkt gemeint an dem der Kunde ein Fahrzeug auf<br />

der Straße wahrnimmt. Dies ist bei 1% Marktanteil pro Jahr<br />

erreicht. Also bei rund 34.000 Zulassungen. Elektroautos<br />

gibt es für den Kunden in der Wahrnehmung nicht<br />

Davon abgesehen sind diese auch nicht erkennbar. Also<br />

zu wenig Design- und Sound-Unterschiede.<br />

International ist Deutschland bezüglich der Zulassungen<br />

und der Marktentwicklung nicht führend. Hier können wir<br />

sicher von den Chinesen lernen, die das Thema aktiv angehen<br />

und bei den Zulassungen und der Erlebbarkeit ansetzen.<br />

Aber auch andere internationale Förderprogramme für emissionsarme<br />

Fahrzeuge sind für den Leitmarkt Deutschland<br />

bedrohlich.<br />

Zusammenfassend ist zu sagen: Wir brauchen starke Kaufimpulse,<br />

um einen Anfangsbestand zu realisieren. Es fehlen<br />

massiv Fahrzeuge auf den Straßen, um das Ziel von einer<br />

Million Elektroautos zu erreichen. Die Ängste der möglichen<br />

Kunden sind hoch und münden in Kaufzurückhaltung.<br />

Die Ideen der Nationalen Plattform Elektromobilität und<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

Aktuelle eAuto-Zulassungszahlen in Deutschland<br />

585<br />

Opel Ampera<br />

560<br />

Renault Kangoo Z.E.<br />

261<br />

Quelle: KBA, Promotor<br />

Renault Fluence<br />

249<br />

Zulassungen 1. HJ 2012<br />

Nissan Leaf<br />

247<br />

Citroen C-Zero<br />

134<br />

Peugeot iOn<br />

des Bundesverbands eMobilität, den Flottenmarkt stark zu<br />

beleben, werden bis dato noch nicht umgesetzt.<br />

Aber, wir sind erst am Anfang eines neuen und revolutionären<br />

Mobilitätszeitalters. Wir befinden uns in einem weltweiten<br />

Veränderungsprozess und Deutschland nimmt hier eine Spitzenposition<br />

ein. Ob wir Leitmarkt oder »Follower« werden,<br />

wird sich in den nächsten 36 Monaten entscheiden.<br />

Andreas Serra<br />

BEM-Beirat<br />

promotor Gesellschaft für Absatzförderung mbH<br />

andreas.serra@promotor.de<br />

Karabag New 500E<br />

118<br />

43<br />

Mitsubishi i-Miev<br />

18<br />

Chevrolet Volt<br />

210<br />

Gesamtzulassungen in Deutschland 1. HJ 2012: 2.425<br />

Sonstige<br />

Zulassungen<br />

Sonstige:<br />

• Mia<br />

• E-Wolf<br />

• PG Electrus<br />

• German E Cars<br />

• Tesla<br />

• Smart II<br />

• Golf (Testflotte)<br />

22 Neue Mobilität Neue Mobilität 23


Leitmarkt Elektromobilität - Johann-Georg Friedrich<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Johann-Georg Friedrich<br />

Ja, Deutschland kann<br />

Leitmarkt werden<br />

BEM-Beirat Johann-Georg Friedrich spricht im Interview über Alternativen der<br />

Energieübertragung<br />

Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />

Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />

werden, erreichen?<br />

Deutschland kann Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität<br />

werden, wenn die transportleistungsbezogenen<br />

Energiekosten von Elektrofahrzeugen unter jene von Straßenfahrzeugen<br />

gesenkt werden. Transportleistungsbezogene<br />

Energiekosten sind die Kosten für die Bereitstellung<br />

jener Energiemenge, die z.B. für den Transport einer Tonne<br />

Nutzlast über einen Kilometer erforderlich ist. Bei Elektrofahrzeugen<br />

ist es die Summe der Gestehungskosten für den<br />

erforderlichen Strom und der Kosten für seine Speicherung<br />

(Speicherdurchlaufkosten).<br />

Das Gewicht der für eine bestimmte Transportstrecke benötigten<br />

Batterien steigt proportional mit dieser an und die<br />

transportierbare Nutzlast als Differenz zwischen Fahrzeuggewicht<br />

und Batteriegewicht sinkt mit zunehmender Strecke<br />

rasch auf Null. Damit steigen die Energiekosten für ihren<br />

Transport entsprechend schnell bis ins Unendliche.<br />

Kosten und Gewicht der Batterien eines Elektrofahrzeugs<br />

dürfen einen bestimmten Betrag nicht überschreiten, wenn<br />

seine transportleistungsbezogenen Energiekosten unter jenen<br />

von Straßenfahrzeugen liegen sollen. Dies ist nur mit<br />

sehr kleinen Speicherkapazitäten möglich. Daraus resultiert<br />

zwangsläufig eine entsprechende Reichweitenbegrenzung,<br />

die aufgehoben werden muss.<br />

Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />

aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />

bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />

Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />

Gegenwärtig wird die zweite Phase des »Nationalen Entwicklungsplanes<br />

Elektromobilität« umgesetzt - u.a. durch<br />

die Erprobung der Anbindung von Elektrofahrzeugen an die<br />

Infrastrukturen der Energieversorgung und des Verkehrs in<br />

den Schaufenstern für Elektromobilität. Aktuell sind alle<br />

großen Automobilhersteller in der Lage, batteriegespeiste<br />

Elektrofahrzeuge herzustellen, bei denen die transportleistungsbezogenen<br />

Energiekosten bis zu relativ kurzen Streckenlängen<br />

unter jenen von Straßenfahrzeugen liegen. Auf darüber<br />

hinaus gehenden Streckenlängen ist ihr Einsatz unwirtschaftlich<br />

und die Nachfrage nach reinen batteriegespeisten<br />

Elektrofahrzeugen hält sich in Grenzen.<br />

Um dies zu ändern, muss in einer dritten Phase ein möglichst<br />

flächendeckendes Wegenetz zur Verfügung gestellt werden,<br />

auf dem Elektrofahrzeuge mit Fahrstrom versorgt werden<br />

können. Voraussetzung dafür ist u.a. eine Standardisierung<br />

der Energieübertragung und der Trassenquerschnitte damit<br />

geeignete Elektrofahrzeuge entwickelt und produziert werden<br />

können.<br />

Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />

Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />

aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />

langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />

zu etablieren?<br />

Die Politik muss jetzt durch Vergabe einer Systemstudie, in<br />

der u.a. die verschiedenen Alternativen der Energieübertragung<br />

hinsichtlich ihrer Effizienz und die für die Elektromobilität<br />

zur Verfügung stehenden Trassen hinsichtlich ihrer<br />

Nutzbarkeit und Kosten beurteilt werden, aktiv ein Signal für<br />

die dritte Phase setzen.<br />

Bei der folgenden Systementscheidung kommt es darauf<br />

an, die Gesamt-Systemkosten zu minimieren und den Nutzen<br />

der Elektromobilität zu maximieren. Je größer die Flotte<br />

von Elektrofahrzeugen sein soll, desto sinnvoller ist es, in<br />

das Wegenetz zu investieren statt in millionenfache bordseitige<br />

Fahrzeug-Ausrüstungen. Abschätzungen haben ergeben,<br />

dass ein betriebswirtschaftliches Optimum mit einem<br />

Wegenetz von ca. 10.000 Kilometern erreicht werden kann<br />

und ein volkswirtschaftliches Optimum mit einem Wegenetz<br />

von 100.000 Kilometern.<br />

Die Länge des Schienennetzes der Bahn beträgt ca. 35.000<br />

km. Es liegt daher nahe, in der vorgeschlagenen Systemstudie<br />

auch zu prüfen, inwieweit dieses für die Elektromobilität<br />

nutzbar gemacht werden kann. Dabei ergäben sich<br />

mehrere Vorteile: Der Rollwiderstand auf der Schiene beträgt<br />

nur einen Bruchteil des Rollwiderstandes auf der Straße.<br />

Deshalb wird für Fahrten auf der Schiene im Allgemeinen<br />

nur etwa die Hälfte der auf der Straße erforderlichen Energie<br />

benötigt. Ein Großteil des Schienennetzes ist elektrifiziert.<br />

Die Nutzung von Bahnstrom ist effizienter als die Nutzung<br />

von Haushaltsstrom, er kostet nur die Hälfte. Damit können<br />

die Energiekosten insgesamt auf ein Viertel der Kosten bei<br />

Fahrten auf der Straße gesenkt werden.<br />

Die Speicherdurchlaufkosten kleiner mobiler Batterien sind<br />

erheblich höher als die großer stationärer Energiespeicher.<br />

Wenn Strom aus erneuerbaren Quellen in stationären Energiespeichern<br />

zwischengespeichert und dann über ein Fahrstromnetz<br />

bereitgestellt wird, können die Kosten für die<br />

Nutzung Erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich deutlich<br />

gesenkt werden. Eine verbesserte Nutzung unseres Schienennetzes<br />

entlastet zudem das Fernstraßennetz, verringert<br />

energie- und zeitaufwändige Staus sowie die volkswirtschaftlichen<br />

Kosten des Verkehrs, erhöht die Verkehrssicherheit<br />

und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die Nutzung von<br />

Schienen-Netzen durch autonome Elektrofahrzeuge im<br />

Mischbetrieb mit klassischen Schienenfahrzeugen erfordert<br />

jedoch noch entsprechende F&E-Leistungen in den Bereichen:<br />

Energieversorgung, Fahrzeug, Trasse und Verkehrssicherung.<br />

In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />

- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />

Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />

Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />

gehen?<br />

Mit Kaufanreizen kann sicherlich der Absatz von Elektrofahrzeugen<br />

gesteigert werden, dies lenkt jedoch von der Lösung<br />

der eigentlichen Probleme ab. Eine Absatz-Förderung unter<br />

dem Mehrwertsteuersatz würde zudem nur das Steueraufkommen<br />

erhöhen.<br />

Johann-Georg Friedrich<br />

BEM-Beirat<br />

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24 Neue Mobilität Neue Mobilität 25


Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Dr. reinhard Löser<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Dr. Dr. reinhard Löser<br />

Deutschland - ein Leitmarkt<br />

für Elektromobilität?<br />

»Deutschland befindet sich immer noch auf Aufholjagd.«<br />

Ein Kommentar von BEM-Beirat Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Wer den dritten Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform<br />

Elektromobilität (NPE) richtig liest, erkennt neben zu erwartenden<br />

Fortschritten in Forschung und Entwicklung (FuE)<br />

und bei den Schaufenstern Elektromobilität deutliches Unbehagen:<br />

Setzt die Politik die seit 20<strong>09</strong> erreichten Ergebnisse<br />

auch um? Wird sie den bisherigen Drive aufrechterhalten?<br />

Denn »eine Abweichung von den vorgeschlagenen Fördermaßnahmen<br />

zur Marktentwicklung oder deren Verzögerung<br />

könnte sich direkt in der Reduktion einer erreichbaren Absatzentwicklung<br />

in Deutschland niederschlagen.« Zu »eng<br />

gefasste Bemessungskriterien« und »weitere Hürden« würden<br />

die Fahrzeuganzahl weiter reduzieren, fürchtet die NPE.<br />

Kurz: Sie hält ohne zusätzliche Förderung (»monetärer und<br />

nicht-monetärer Anreize«) das Ziel von einer Million eAutos<br />

bis 2020 für aussichtslos.<br />

In anderen Ländern werden Anschaffung und Akzeptanz von<br />

Elektrofahrzeugen direkt durch Preisabschläge oder durch<br />

Steuervergünstigungen gesponsert bzw. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor<br />

mit Sanktionen belegt. Deutschland wird<br />

deshalb ohne kräftige staatliche Förderung und Lenkung<br />

wohl kaum Leitmarkt. Doch die Regierung drückt sich davor,<br />

weil der Staat drastisch sparen muss und die Abwrackprämie<br />

schon einmal nach hinten losging. Vor allem ausländische<br />

Kleinwagenproduzenten profitierten damals vom Geldregen,<br />

nicht die deutschen Autoschmieden und schon gar<br />

nicht das Kfz-Gewerbe.<br />

Anschaffungskosten in Deutschland zu hoch<br />

Wenn nicht grundsätzlich etwas passiert, bleiben Elektroautos<br />

für die Kunden zu teuer. Unter Berücksichtigung der<br />

hohen Anschaffungskosten liegen die Gesamtkosten (TCO<br />

- Total Cost of Ownership) für die ersten Jahre um mehrere<br />

tausend Euro über denen eines vergleichbaren Pkw mit Verbrennungsmotor<br />

(TCO-Lücke). Auch wenn der Betrieb eines<br />

Elektrofahrzeugs zum heutigen Strompreis im Vergleich mit<br />

einem konventionellen Pkw mit seinem Kraftstoffverbrauch<br />

und -preis deutlich günstiger ist. Das gilt auch, wenn nur eine<br />

Karosserie gekauft und die Batterie geleast wird, wie das<br />

Renault oder Mercedes ihren Kunden anbieten. Der Smart<br />

ed ist mit knapp 19.000 Euro plus 65 Euro für das Batterieleasing<br />

immer noch fast doppelt so teuer, wie die klassische<br />

Version mit Benzinmotor.<br />

Zwar ist das derzeitige Angebot an Stromern nicht gerade<br />

üppig, aber bei akzeptablen Anschaffungspreisen könnten in<br />

Deutschland mehr Pkw mit Elektromotor abgesetzt werden,<br />

als die gerade mal 2.154 Stück, die 2011 einen Interessenten<br />

fanden. Das Zeitalter der Elektromobilität lässt sich vor diesem<br />

Hintergrund in Deutschland noch nicht ausmachen: Die<br />

rund 5.000 zugelassenen Elektrofahrzeuge verlieren sich<br />

im Gesamtbestand der 43 Millionen Autos.<br />

Elektromobilität als Lifestyle<br />

Neben monetären Kaufanreizen könnte auch eine bessere<br />

PR für die umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität werben,<br />

so wie das der Bundesverband eMobilität seit Jahren<br />

fordert und selbst praktiziert.<br />

Endlich hat auch das CAR Center Automotive Research der<br />

Universität Duisburg-Essen bei einer Studie mit »normalen<br />

Autofahrern« herausgefunden, dass jemand, der einmal<br />

selbst elektrisch gefahren ist, davon begeistert ist und das<br />

gern wiederholen möchte - auch wenn es etwas teurer ist.<br />

Doch die gängigen Autozeitungen bleiben bei ihrer antiquierten<br />

Gigantomanie mit Hubraum, PS, Drehzahl oder<br />

Reichweite. In ihren Redaktionen herrscht intellektueller<br />

Blackout, wenn beispielsweise ein röhrender Porsche oder<br />

SLS bejubelt wird (vor allem dann, wenn man die teuren<br />

Autos selbst mal eine Woche zum Test hatte). Verbrauch,<br />

Kohlendioxidemission und Nachhaltigkeit fristen bei den<br />

von der Automobilindustrie verhätschelten Journalisten ein<br />

Schattendasein. Dabei hat ein Elektroauto gar nichts mit Verzicht<br />

zu tun. Es könnte in der öffentlichen Aufmerksamkeit<br />

viel deutlicher ein Ausdruck modernen Lebensgefühls sein.<br />

Miet- und Dienstwagenflotten oder Carsharing-Firmen könnten<br />

dabei eine bedeutende Vermittlerrolle übernehmen.<br />

Deutschland als Leitanbieter?<br />

Obwohl die deutsche Industrie in den kommenden drei bis<br />

vier Jahren branchenübergreifend bis zu 17 Milliarden Euro<br />

in die Elektromobilität investieren wird, darunter 10 bis 12<br />

Milliarden Euro allein im Automobilbau, dominiert hierzulande<br />

der klassische Verbrennungsmotor. Noch ist die Nachfrage<br />

nach Zwölfzylindern und Geländewagen Made in Germany<br />

in China und anderswo ungebrochen.<br />

Das hindert die deutschen OEMs am grundsätzlichen Umbau<br />

ihrer Produktion - weg von der Mechanik hin zu Elektrik<br />

und Elektronik. Lediglich 40% aller FuE-Aufwendungen für<br />

Antriebstechnik dienen der Entwicklung alternativer Antriebe.<br />

Solange man Investitionen in Verbrennungsmotorbau,<br />

Presswerke und Montagestraßen ohne Aufwand weiter<br />

nutzen kann, gibt es eben keinen zwingenden Grund, sich<br />

schnell und mit hohem Risiko auf das bisher unbekannte<br />

Terrain elektrischer Antriebe zu wagen.<br />

Doch das wird so nicht weitergehen. Zwar belegt der Bericht<br />

gewisse Fortschritte, doch Deutschland befindet sich<br />

immer noch auf Aufholjagd. Es darf bezweifelt werden, dass<br />

die deutsche Wissenschaft und Forschung den Abstand von<br />

über 10 Jahren in Batterie- und eAntriebstechnik gegenüber<br />

Japan, Korea, China und den USA aufgeholt hat.<br />

Allein in den USA vervierfachte sich der Absatz des Toyota-<br />

Hybridmodells Prius im Juni 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat<br />

von 4.340 Einheiten auf 19.150 Modelle. Davon können<br />

deutsche Hersteller nur träumen. Erst »bis 2014 werden<br />

die deutschen Hersteller 15 neue elektrifizierte Modelle auf<br />

den Markt bringen«, darunter auch den BMW i3 und Elektromodelle<br />

von Audi, VW, Porsche und anderen Herstellern.<br />

Politik wird Flop nicht zugeben<br />

Technologisch im Hintertreffen sind die Deutschen immer<br />

noch in der Batterietechnik. Sie ist immer noch der Hauptgrund<br />

für die hohen Anschaffungs- und TCO-Kosten - auch<br />

wenn in Dresden, München, Münster und Ulm Kompetenzzentren<br />

für die Batterieentwicklung entstehen sollen. Von<br />

einer Milliarde Euro, mit der die Regierung die Entwicklung<br />

von Batteriematerialien und -systemen fördern wollte, kann<br />

die Hälfte nicht ausgegeben werden, weil das kompetente<br />

Personal fehlt oder die Beteiligten ihr Wissen nicht teilen<br />

wollen.<br />

Doch es wäre die erste Bundesregierung, die einen Flop zugäbe,<br />

wenn sie ihr selbst gestecktes Ziel verfehlen sollte.<br />

Also wird wohl alles, was einen Elektromotor an Bord hat, als<br />

»Elektrofahrzeug« hochgerechnet werden. Von vier Rädern<br />

und fünf Passagieren war ja nie die Rede! Also zählen wir<br />

doch flugs alle Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge, alle<br />

Busse, Lkw, Pedelecs, Elektroroller und Golfcaddys dazu und<br />

überbieten so die Zielmarke!<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

BEM-Beirat<br />

reinhard.loeser@t-online.de<br />

26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27


Leitmarkt Elektromobilität - Matthias Groher<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Matthias Groher<br />

Es gibt keine Alternative<br />

zum Leitmarktanspruch<br />

Interview mit BEM-Beirat Matthias Groher<br />

gemeinsam mit regionalen Unternehmen vor Ort klare Aktivitäten<br />

starten. Getreu unserem Instituts-Motto: »Der Erfolg<br />

hat 3 Buchstaben: TUN!« Impulsgeber müssen hier die<br />

regionalen Partner sein. Dann werden diese Konzepte, Produkte<br />

und Lösungen auch angenommen. Das BEM-Mitglied<br />

midea Elektrobus positioniert sich hierbei hervorragend als<br />

Marktführer in diesem Segment. Das größte Potenzial für<br />

eine nachhaltige CO 2 -Reduzierung liegt im ÖPNV. Wenn die<br />

Kommunen hier konsequent auf ganzheitliche Lösungen setzen,<br />

wird das eine enorme Außenwirkung erzielen. Gefragt<br />

sind nachhaltige Gesamtkonzepte in Verbindung mit dem<br />

ÖPNV, kommunalen Fuhrparks und erneuerbarer Energieerzeugung.<br />

Kommunen schlagen damit gleich zwei Fliegen mit<br />

einer Klappe - auch die strategischen Ziele der Rekommunalisierung<br />

und Dezentralisierung können so erreicht werden.<br />

Die Zeit ist reif für die Elektrifizierung des ÖPNV. Denn die<br />

dort eingesetzten Fahrzeuge laufen 10 Jahre und mehr, das<br />

heißt, was 2013 beschafft wird, läuft bis 2023 und länger.<br />

In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />

- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />

Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung Ihrer<br />

Meinung nach dasselbe tun oder andere Wege gehen?<br />

Ganz klar ein Nein für monetäre Anreize. Warum? Kurzfristige<br />

direkte Kaufanreize verzerren nur das Bild und werden<br />

schon nach kurzer Zeit wieder verpuffen. Wenn Elektromobilität<br />

nur auf Basis monetärer Anreize erfolgreich wäre, müsste<br />

Dänemark mit einer Maximalförderung von 17.500 Euro<br />

ein Elektromobilitäts-Vorreiter sein, hatte aber 2011 tatsächlich<br />

auch nur 417 Neuzulassungen. Die sehr viel interessantere<br />

Alternative sind langfristig angelegte, integrierte Ansätze.<br />

Beispiele hierfür sind u.a. Vorteile bei der Besteuerung,<br />

bevorzugter - eventuell sogar kostenloser - Parkraum oder<br />

die kostenlose Nutzung des ÖPNV als Elektrofahrzeughalter.<br />

Verschiedene Studien, die wir im Institut durchgeführt haben,<br />

zeigen, dass vor allem die indirekten Anreize oftmals<br />

die wirkungsvolleren sind. Eine Besonderheit stellt jedoch<br />

die Beschaffung von Elektrofahrzeugen im kommunalen<br />

Umfeld dar. Hier haben wir heute in vielen Bundesländern<br />

die absurde Situation, dass die Beschaffung von alternativ<br />

angetriebenen Bussen im ÖPNV zwar grundsätzlich<br />

gefördert wird, mit Ausnahme jedoch von Elektrobussen.<br />

Mit der Begründung, dass diese nicht serienreif seien. Ein<br />

Umstand, der so schnell wie möglich auf legislativer Ebene<br />

angepasst werden sollte.<br />

Matthias Groher // BEM-Beirat<br />

BayTech - Institut für strategisches Marketing<br />

www.ism.baytech.de<br />

Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />

Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />

werden, erreichen?<br />

Die Frage darf gar nicht aufkommen, weil wir sonst endgültig<br />

global überholt werden. Beispielsweise in einer Umfrage<br />

des TÜV Rheinland wurde deutlich, dass Hersteller wie<br />

Toyota und Honda deutlich vor unseren Herstellern liegen,<br />

wenn es um die Frage geht, von wem die Kunden ein Elektroauto<br />

kaufen würden. Andererseits haben wir nach Japan immerhin<br />

aber - noch - die höchste Innovationskraft. Ganz nach<br />

dem Motto: »China fährt, Österreich denkt, Deutschland ist<br />

zumindest gut aufgestellt«. Die Frage darf also nicht lauten,<br />

ob das grundsätzlich machbar ist. Sie muss vielmehr heißen:<br />

Was ist ab jetzt zu tun, um den Rückstand aufzuholen<br />

und die - ja selbstgesteckten - Ziele zu erreichen! Elektromobilität<br />

wird weltweit ein enormer Zukunfts- und Wachstumsmarkt<br />

werden. Wir können uns volkswirtschaftlich gar<br />

nicht leisten, da nicht aktiv mitzuwirken. Daher meine klare<br />

Antwort: Ja, Deutschland kann Leitmarkt bzw. Leitanbieter<br />

für Elektromobilität werden.<br />

Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />

aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />

bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />

Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />

Aktuell sind wir vorsichtig gesagt, sicherlich nicht ganz vorne<br />

dabei. Letztes Jahr wurden in Deutschland gerade einmal<br />

rund 2.000 Elektroautos verkauft und davon nur ca. 100 an<br />

Privatkunden. Innerhalb Deutschlands gibt es hier sicher<br />

auch nochmals Unterschiede. Ich erlebe recht unterschiedliche<br />

Situationen vor Ort in den Ländern, Kommunen und<br />

Regionen. Insbesondere einfache, verständliche, sichtbare<br />

und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Projekte sind<br />

am Ende des Tages am erfolgreichsten. Es nutzt nichts, nur<br />

zu forschen und die hundertste Studie zu den immer gleichen<br />

Themen zu publizieren. Wichtig ist, die Fahrzeuge endlich<br />

auf die Straße zu bringen. Zwei aktuelle Projekte, die<br />

mich hier überzeugen, ist E-Wald in Bayern und inmod in<br />

Mecklenburg. Diese beiden Projekte zeigen eben auch, dass<br />

eMobilität sich nicht nur im Ballungsraum abspielen muss,<br />

sondern sehr wohl für die Fläche geeignet ist. Dort werden<br />

auch langfristig die Erfolge liegen.<br />

Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />

Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />

aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />

langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />

zu etablieren?<br />

Wie immer im Leben sind hier letztendlich natürlich alle Beteiligten<br />

gefordert. Ich persönlich sehe den Schwerpunkt aber<br />

in den Kommunen. Dort können mutige Entscheider der Politik<br />

(Landräte, Bürgermeister, Stadträte, Wirtschaftsförderer)<br />

Schalten Sie um auf intelligente<br />

Energie – auf der eCarTec München.<br />

Fahrzeuge, Ladetechnik und Energieprodukte ermöglichen flächendeckend funktionierende<br />

Mobilität und vernetzen sich zunehmend. Besuchen Sie uns vom 23. bis 25. Oktober auf<br />

der eCarTec in München in Halle B2, Stand 502.<br />

Unter allen Messebesuchern verlosen wir eine RWE eBox solar. Informationen und<br />

Teilnahmebedingungen finden Sie unter rwe-emobility.com/ecartec<br />

28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29


Leitmarkt Elektromobilität - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Leitmarkt Elektromobilität<br />

Status und Ausblick<br />

Ein Kommentar von Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, Leitmarkt im Bereich<br />

Elektromobilität zu werden. Zur langfristigen Absicherung<br />

der heute global sehr starken und volkswirtschaftlich immens<br />

wichtigen deutschen Automobilindustrie ist es nach<br />

Meinung von Politik und Industrie von entscheidender Bedeutung,<br />

dass in Deutschland ein nachhaltiger Markt für<br />

Elektroautos und deren Komponenten entsteht.<br />

Ein »Leitmarkt« ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen,<br />

dass sich sowohl Angebot als auch Nachfrage schneller<br />

als in vergleichbaren Märkten entwickeln, so dass diese<br />

Entwicklung als Vorbild für andere Märkte gelten und sich<br />

gleichzeitig für alle deutschen Marktteilnehmer ein nachhaltiger<br />

globaler Wettbewerbsvorteil entwickeln kann.<br />

Die Entwicklung hin zum Leitmarkt wird demnach von drei<br />

wesentlichen Faktoren geprägt. Dem Angebot seitens der<br />

Industrie, der Nachfrage seitens der Kunden und den politischen<br />

Rahmenbedingungen. Alle drei Elemente sind dabei direkt<br />

miteinander verzahnt und beeinflussen sich gegenseitig.<br />

Die Angebote der deutschen Automobilindustrie an Elektround<br />

Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen aus Großserienproduktionen<br />

sind derzeit (quasi) noch nicht vorhanden. Lediglich Daimler<br />

hat ab September 2012 den smart ed im Angebot. Zählt man<br />

den Opel Ampera ebenfalls zu den deutschen eFahrzeugen<br />

(dieser wurde allerdings in den USA entwickelt und wird dort<br />

auch produziert), so befindet sich das deutsche Produktangebot<br />

derzeit noch nicht auf dem Niveau eines Leitmarktes.<br />

bei diesen Fahrzeugen weder spezifisches deutsches Knowhow<br />

aufgebaut wird, noch die deutschen Zulieferer davon<br />

profitieren können. Sechs weitere Fahrzeuge sind der Kategorie<br />

»Supersportwagen jenseits der 200.000 Euro« (Porsche<br />

918 spyder PEHV, Audi R8 etron, BMW i8, Mercedes<br />

E-SLS) bzw. Kleinstserie (VW XL1, Mercedes B-Klasse Fuel-<br />

Cell) zuzuordnen und sicher nicht geeignet, einen Leitmarkt<br />

von der Angebotsseite her zu entwickeln. Sechs weitere<br />

eFahrzeuge sind Derivate vorhandener Fahrzeugmodelle<br />

(smart ed, Audi Q7/A3 etron, Mercedes S500 PHEV, VW E-<br />

up!/E-Golf ), bei denen die Hersteller Kompromisse bezüglich<br />

ihrer vollständigen Eignung als eFahrzeuge eingehen<br />

müssen. Es ist davon auszugehen, dass solche Autos im<br />

Vergleich zu den Diesel- bzw. Benzinvarianten recht teuer<br />

werden und somit wahrscheinlich leider nur eine begrenzte<br />

Nachfrage erzeugen können. Lediglich BMW hat vergleichsweise<br />

sehr große Anstrengungen unternommen, mit dem<br />

i3 ein vollständig neues und grundlegend innovatives eAuto<br />

ab Ende 2013 auf den Markt zu bringen, welches im Gegensatz<br />

zum i8 auch preislich attraktiv sein dürfte.<br />

Wenn man nun diese Analyse mit dem eigentlichen technologischen<br />

Potenzial der deutschen Autoindustrie vergleicht,<br />

so kann bislang wahrlich nicht von besonderen Anstrengungen<br />

für die Schaffung eines Leitmarktes Elektromobilität<br />

gesprochen werden. Alleine Daimler, BMW, VW und Audi<br />

werden nämlich bis Ende 2014 deutlich mehr als 100 neue<br />

Modelle bzw. neue Derivate mit konventioneller Technologie<br />

auf den Markt bringen.<br />

lungsplänen und Änderungswünschen deutscher Hersteller<br />

dabei auch eher kontraproduktiv wirkt.<br />

Auch die Nachfrageseite entwickelt sich in Deutschland<br />

leider nicht sehr viel versprechend. Hier führt die Analyse<br />

schnell zu zwei gravierenden Gründen:<br />

Die deutschen Autokäufer vertrauen am meisten den deutschen<br />

Automarken. So kamen laut KBA im Juli 2012 von den<br />

rund 250.000 neu zugelassenen Fahrzeugen 65,6% aus<br />

Deutschland. Lediglich 9,3% betrug der Anteil aus Frankreich<br />

bzw. 8,3% aus Japan, also zwei Ländern, in denen bereits<br />

eAutos in Serie produziert werden. Somit haben die derzeit<br />

kaufbaren Elektroautos von Renault, Nissan und Mitsubishi<br />

gleich zwei Hürden zu nehmen: Sie müssen einerseits das<br />

sicherlich komplizierter zu verkaufende Elektroauto in den<br />

komplizierten und sehr deutsch geprägten Markt einführen.<br />

Andererseits gehören die ca. 100.000 potenziellen so genannten<br />

»Early Adopter« für Plug-In Autos in Deutschland<br />

eher zu den Premium Kunden, bei denen die Präferenz für<br />

deutsche Marken noch mal besonders ausgeprägt ist.<br />

Darüber hinaus müssen deutsche eAuto-Käufer vergleichbar<br />

deutlich höhere Preise für Elektroautos bezahlen. So wird<br />

z.B. der mit dem Opel Ampera baugleiche Chevrolet Volt in<br />

den USA unabhängig von staatlichen/lokalen Subventionen<br />

für umgerechnet rund 34.000 Euro (inkl. z.B. California Tax)<br />

verkauft. In Deutschland kostet der Opel Ampera mindestens<br />

46.000 Euro, also 12.000 Euro mehr. Auch der Toyota<br />

Plug-In Prius wird den Kunden in Deutschland rund 5.000<br />

Euro teurer als in den USA angeboten. Zusätzlich profitieren<br />

amerikanische Kunden von Subventionen, die z.B. in Kalifornien<br />

noch mal um bis zu 10.000 Euro betragen können.<br />

In der deutschen Öffentlichkeit werden eAutos derzeit eher<br />

als »zu teuer« und »nicht lohnend« dargestellt, was es deutschen<br />

Kunden nicht unbedingt einfacher macht, sich für<br />

einen solchen Systemwechsel zu entscheiden. Wobei »teuer«<br />

gerade im deutschen Automarkt eine sehr relative und<br />

irrationale Größe ist. Denn ginge es nur um den absoluten<br />

Preis, würden mehr Deutsche einen Dacia Logan bestellen<br />

und nicht einen dreimal so teuren VW Golf. Am Beispiel des<br />

Diesel zeigt sich, dass Kunden trotz erheblicher Mehrkosten<br />

teilweise irrationale Entscheidungen treffen, da natürlich an<br />

der Tankstelle Diesel (noch) preiswerter ist, allerdings dieser<br />

Preisunterschied für einen Großteil der Kunden über den<br />

Lebenszyklus des Autos nicht zurückverdient werden kann.<br />

die geplanten Steuervorteile für Halter von Plug-In Fahrzeugen<br />

deuten in die richtige Richtung, wenn sie denn nun auch<br />

zügig umgesetzt würden.<br />

Allerdings wird von entscheidender Bedeutung sein, dass<br />

die nun geplante Absenkung der CO 2 -Flottenziele für 2020<br />

auf 95 g/km unbedingt gegenüber der Industrie politisch<br />

durchgesetzt werden muss. Dieses Ziel - da ist man sich in<br />

allen Unternehmen einig - ist nur noch mit einer stärkeren<br />

Elektrifizierung, insbesondere der deutschen Premium Autos,<br />

erreichbar. Sollte hier die Politik nachgeben und dieses<br />

Ziel aufweichen, würde gleichzeitig auch der »Leitmarkt<br />

Elektromobilität Deutschland« endgültig aufgegeben. Bereits<br />

die bloße Andeutung einer möglichen »Verhandlungsbereitschaft«<br />

seitens des Gesetzgebers würde sofort zur<br />

Verschiebung entsprechender Entwicklungspläne der Industrie<br />

führen.<br />

Lediglich bei den politisch in Deutschland nicht durchsetzbaren<br />

direkten Subventionen für die Käufer von Plug-Ins gibt es<br />

große Unterschiede zu anderen Märkten. Allerdings könnte<br />

dieser vermeintliche Nachteil durch überlegene Produkte<br />

aus deutscher Produktion leicht ausgeglichen werden. Hier<br />

ruft der Gesetzgeber zu Recht die sehr innovative und extrem<br />

erfolgreiche deutsche Autoindustrie zum eigenen Handeln<br />

auf und fördert richtigerweise direkt die Forschung und<br />

Entwicklung, wenn auch mit einem deutlich kleineren Betrag<br />

als das andere Regierungen in anderen Ländern tun. Ansonsten<br />

würde eine direkte Kaufförderung aus Steuergeldern sowieso<br />

derzeit fast ausschließlich den eAuto-Importeuren zu<br />

Gute kommen.<br />

In Summe sind die Voraussetzungen für einen nachhaltigen<br />

Leitmarkt Elektromobilität in Deutschland momentan nicht<br />

besonders positiv. Analysiert man die Gründe, so müsste insbesondere<br />

die deutsche Autoindustrie deutlich mutiger und<br />

ihrem eigentlichen Potenzial gerechter werdend agieren. Bedenkt<br />

man weiterhin, dass die Elektrifizierung des Antriebs<br />

und damit die schrittweise Abkehr vom Öl unbestritten die<br />

einzige langfristige Zukunft für die Autoindustrie darstellt,<br />

so wäre ein beherzteres Vorgehen umso mehr geboten.<br />

Leider wird diese Situation auch in den nächsten Jahren so<br />

bleiben. Im Rahmen der dritten Präsentation der »Nationalen<br />

Plattform Elektromobilität« im Mai 2012 in Berlin, hat der<br />

VDA eine Liste von »bis zu 16 Plug-In Fahrzeugen aus deutscher<br />

(Großserien)-Produktion, die bis Ende 2014 auf den<br />

Markt kommen« veröffentlicht. Analysiert man die Liste allerdings<br />

im Detail, so kommt doch ein wenig Ernüchterung auf:<br />

Drei Fahrzeuge auf dieser Liste (Ford Focus/C-Max und<br />

Opel Ampera) sind nicht aus deutscher Produktion, sodass<br />

Dadurch verhindert die deutsche Autoindustrie aber leider<br />

auch die so wichtigen Kostensenkungen bei den Traktionsbatterien<br />

durch Investitionen in lokale Produktionen. Vergleicht<br />

man hier die Investitionen, die z.B. in Japan, Korea<br />

und den USA getätigt werden, so investiert die deutsche<br />

Industrie nur Bruchteile in Produktionsverfahren und überlässt<br />

das Feld dadurch den Asiaten. Aus der deutschen Zulieferindustrie<br />

ist zu hören, dass das mangelnde Engagement<br />

in Verbindung mit sich ständig verschiebenden Entwick-<br />

Wenn man zuletzt die politischen Rahmenbedingungen für<br />

eAutos in Deutschland betrachtet, so ist die Situation besser<br />

als landläufig kolportiert. Die Steuern auf Benzin und Diesel<br />

sind mit die höchsten auf der ganzen Welt. So hat ein eAuto<br />

in Deutschland einen doppelt so hohen Kostenvorteil bei<br />

den Verbrauchskosten wie z.B. in den USA. Auch die CO 2 -Gesetzgebung<br />

ist deutlich aggressiver als z.B. in den USA oder<br />

China, was Hersteller stärker als sonst wo ermuntern sollte,<br />

in die (Teil-)Elektrifizierung der Flotten zu investieren. Auch<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

BEM-Bereitsvorsitzender<br />

www.venturecheck.com<br />

30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31


Leitmarkt Elektromobilität - Heiko Herchet<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Heiko Herchet<br />

Die Ausgangssituation ist gut<br />

Interview mit BEM-Beirat Heiko Herchet<br />

»Deutschland befindet sich im elektromobilen Umbruch.<br />

Die letzten zwei Jahre standen im Zeichen der Technologieentwicklung,<br />

Marktvorbereitung und begleitenden Standardisierung.«<br />

Kann Deutschland Ihrer Meinung nach das selbstgesteckte<br />

Ziel, Leitmarkt bzw. Leitanbieter für Elektromobilität zu<br />

werden, erreichen?<br />

Ich bin überzeugt, dass sich Deutschland für dieses Ziel in einer<br />

sehr guten Ausgangssituation befindet. Neben dem hohen<br />

Stand der Technik und tiefgehenden Expertise in Energiewirtschaft,<br />

Maschinenbau und Automobilindustrie und dort<br />

besonders in der Kompetenz bei Effizienz- und Leichtbautechnologien,<br />

ist Deutschland prädestiniert zur Einführung<br />

der Elektromobilität. Die nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität<br />

manifestiert die Bundesregierung durch den Anspruch<br />

sowohl Leitmarkt als auch Leitanbieter also Technologieführer<br />

in diesem neuen Gebiet zu werden. Insbesondere<br />

durch den konsequenten Ausbau der Infrastruktur für<br />

Elektromobilität und die Schaffung von politischen Rahmenbedingungen<br />

wird die Etablierung eines Leitmarktes flankiert.<br />

Kaufanreize beschränken sich auf Steuerbegünstigungen.<br />

Die Leitanbieterschaft steht derzeit im Fokus und<br />

wird durch konsequente und industriegestützte Förderung<br />

der Technologie vorangetrieben und hat gerade im letzten<br />

Jahr zu erheblichen Erfolgen bei der Weiterentwicklung und<br />

dem Ausbau der Konkurrenzfähigkeit geführt. Damit sind wir<br />

bei der Technologieentwicklung in der Pole Position. Wenngleich<br />

man die Aufwendungen, die man benötigt, um diese<br />

Technologie in die Serie zu überführen nicht vernachlässigen<br />

darf. Die gezielte Förderung der Forschung und Entwicklung<br />

in Deutschland durch die Bundesregierung birgt ein hohes<br />

Potenzial für Kostendegression in einem anstehenden Massenmarkt<br />

und macht die neue Technik bezahlbarer für den<br />

Endkunden. Damit wird dann zeitlich versetzt auch die Entwicklung<br />

des Marktes positiv beeinflusst.<br />

Lassen Sie uns ein Zwischenfazit ziehen. Wo steht Deutschland<br />

aktuell? Welche Maßnahmen waren bis dato erfolgreich<br />

bzw. werden langfristig Erfolg zeigen? Und an welchen<br />

Punkten muss noch gearbeitet werden?<br />

Deutschland befindet sich im elektromobilen Umbruch. Die<br />

letzten zwei Jahre standen im Zeichen der Technologieentwicklung,<br />

Marktvorbereitung und begleitenden Standardisierung.<br />

Ich denke, dass wir uns gerade in diesem Umfeld<br />

gut positioniert haben. Gerade die angestoßenen Standardisierungsaktivitäten<br />

wirken in der weiteren Entwicklung als<br />

nachhaltiger Katalysator für die Elektromobilität. Ebenfalls<br />

sind Fortschritte bei der konsequenten Vernetzung zwischen<br />

Fahrzeug und Infrastruktur zu verzeichnen, die ein Weiterdenken<br />

des Smart Grids Richtung Fahrzeug zukünftig ermöglichen.<br />

Gerade dieser Aspekt ist sehr wichtig, wenn es<br />

darum geht auch zukünftig die Elektrofahrzeuge nachhaltig<br />

mit Erneuerbaren Energien zu versorgen und die Vorteile des<br />

Elektrofahrzeugs als gezielter Energiespeicher der Energiewirtschaft<br />

zu etablieren. Erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge<br />

gehören zusammen und diese Verbindung ist bereits<br />

heute etabliert.<br />

In Zukunft gilt es, die konsequente Technologieentwicklung<br />

insbesondere im Bereich des Energiespeichers, aber auch<br />

der Effizienztechnologien weiter voranzutreiben. Immer<br />

mehr Endkunden fangen an, sich Gedanken über ihre Mobilität<br />

zu machen und stellen sich insbesondere die Frage: Wie viel<br />

Reichweite benötige ich wirklich und wie viel Geld bin ich bereit<br />

dafür in Anschaffung und Betrieb zu investieren? Oder<br />

auch: Benötige ich überhaupt ein eigenes Fahrzeug? Und:<br />

Wie nachhaltig ist die Energiebilanz meines Fortbewegungsmittels?<br />

Aus diesem Grund wachsen seit einiger Zeit die Nutzer-<br />

und damit auch die Anzahl von Carsharing-Angeboten<br />

sehr schnell an. Intermodale Ansätze zwischen öffentlichen<br />

Nahverkehr und Individualverkehr sind an der Tagesordnung.<br />

Elektromobilität ist für diese Anwendung prädestiniert. Die<br />

größte Herausforderung sehe ich technologisch nach wie<br />

vor im Bereich der Batterie, wenngleich wir im vergangenen<br />

Jahr hier entscheidende Fortschritte gemacht haben.<br />

Politik, OEM, KMU oder Forschungsinstitute. Wer muss Ihrer<br />

Meinung nach jetzt aktiv Zeichen setzen? Von wo müssen<br />

aktuell die notwendigen Impulse ausgehen, um Elektromobilität<br />

langfristig in Deutschland als realistische Mobilitätsalternative<br />

zu etablieren?<br />

Da sind alle gefragt. Der Anspannungsgrad der unterschiedlichen<br />

Begleiter der Elektromobilität muss ohne Frage auf<br />

hohem Niveau gehalten werden. Die Fahrzeughersteller stehen<br />

vor der Markteinführung ihrer elektromobilen Produkte<br />

und müssen sich nun nicht zuletzt durch eine attraktive<br />

Preisgestaltung im Markt behaupten. Die Politik muss insbesondere<br />

durch die Reduzierung der Barrieren beispielsweise<br />

im Infrastrukturbereich diese Markteinführung flankieren.<br />

Auch die ungetrübte Innovationskraft insbesondere des<br />

deutschen Mittelstandes wird weiter benötigt. Insofern wir<br />

einen neuen Exportschlager »Elektromobilität« etablieren<br />

wollen, müssen die Forschungsinstitute daran festhalten,<br />

die nächste und übernächste Generation von Komponenten<br />

für Elektromobilität interdisziplinär weiter zu verfolgen. Im<br />

Bereich der Batterietechnik steht Deutschland einigen Ländern<br />

nach. Dieser Mangel muss schnell aufgeholt werden.<br />

Gerade durch Bildung von Kompetenzzentren wie KLiB oder<br />

MEET, die das Know-how der Forschungsinstitute mit der<br />

Industrie koppeln, werden der Wissensaustausch und die<br />

schnelle Industrialisierung der Produkte stattfinden.<br />

In anderen Ländern wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen<br />

- im Gegensatz zu Deutschland - durch monetäre<br />

Kaufanreize unterstützt. Sollte die deutsche Regierung<br />

Ihrer Meinung nach dasselbe tun oder aber andere Wege<br />

gehen?<br />

Natürlich kann eine gezielte Absatzförderung einen Aufschwung<br />

für ein Thema bedeuten, allerdings sieht man gerade<br />

in der letzten Zeit, dass selbst in Ländern mit starker Absatzförderung<br />

die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen<br />

stagnieren. Bei aller Euphorie für das neue Thema »Elektromobilität«<br />

muss langfristig die Attraktivität des Produktes<br />

im Vordergrund stehen, um am Markt bestehen zu können.<br />

Auch der Blick in benachbarte Industriezweige, zum Beispiel<br />

der Photovoltaik, lehrt uns, dass sich nur attraktive und<br />

technologisch fortschrittliche Produkte langfristig am Markt<br />

behaupten können. Ein besonderer Mehrwert der Elektromobilität<br />

ist die Betrachtung der Kosten über die gesamte<br />

Nutzungsdauer. Ich bin mir sicher, dass mit einer attraktiven,<br />

möglichst transparenten Gestaltung der Preisstruktur auch<br />

heute schon ein positiver Effekt für die Elektromobilität beim<br />

Endkunden gezeigt werden kann. Erste Modelle rund um<br />

Batterieleasing zeigen dies. Die Endkunden haben sich daran<br />

gewöhnt, die sogenannte TCO-Betrachtung (Total Cost<br />

of Ownership), also die Betrachtung aller Kosten für die Verwendung<br />

einer Sache über einen Zeitraum hinweg, zuzulassen.<br />

Die stetig steigenden Benzin- und Dieselpreise spielen<br />

dabei der Elektromobilität in die Karten.<br />

EDAG Light CAR<br />

Heiko Herchet<br />

BEM-Beirat<br />

Leiter Kompetenzzentrum Elektromobilität EDAG<br />

www.edag.de<br />

Photo: Edag Group<br />

32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33


Leitmarkt Elektromobilität - DR. JAN PETER KORTHALS<br />

Wird Deutschland Leitmarkt<br />

für Elektromobilität?<br />

Ein Kommentar von BEM-Beirat Dr. Jan Peter Korthals<br />

Stattdessen scheint ein Sinneswandel eingetreten zu sein: »Leitanbieter statt<br />

Leitmarkt« lautet die neue Zauberformel. Deutsche Anbieter sollen im Ausland<br />

- dort, wo die großen Märkte für Elektromobilität entstehen - das große<br />

Geld machen und sich mit technisch ausgereiften Lösungen global zu einem<br />

führenden Anbieter von eFahrzeugen aufschwingen. Dass Deutschland hierzu<br />

sehr gut positioniert ist, gilt als unbestritten und lässt sich u.a. im NPE-<br />

Bericht nachlesen.<br />

Dieser Ansatz erscheint zunächst - insbesondere vor dem Hintergrund der<br />

aktuellen Finanzkrise und leerer Staatskassen - vernünftig. Er ist jedoch auch<br />

nicht ganz unproblematisch. Denn es ist zumindest fragwürdig, ob und inwieweit<br />

deutsche Anbieter eine globale Leitanbieter-Position erreichen können,<br />

ohne einen starken Heimatmarkt zu haben, indem sie neue Lösungen und<br />

Geschäftsmodelle entwickeln, ausprobieren und großflächig verifizieren können.<br />

Schließlich geht es in der Elektromobilität nicht nur um das reine Verkaufen<br />

von eFahrzeugen oder -Antrieben, sondern um das Entwickeln gänzlich neuer<br />

Geschäftsmodelle, Dienstleistungen und Services. So mag es vielleicht den<br />

bereits global aufgestellten deutschen Automobilherstellern gelingen, globale<br />

Erfolge mit dem Verkauf von eFahrzeugmodellen zu erzielen. Dass sich ein<br />

deutsches Start-Up-Unternehmen ohne einen starken Heimatmarkt und entsprechende<br />

Erfahrungen zu globalen Erfolgen aufschwingt, scheint aber eher<br />

unwahrscheinlich, zumal das mangelnde Commitment der Bundesregierung<br />

in Verbindung mit der enttäuschenden Marktentwicklung zwangsläufig dazu<br />

führt, dass sich dafür notwendige Investoren von Deutschland abwenden.<br />

Konzepte für die Mobilität von Morgen<br />

Concepts for future mobility<br />

22. bis 24.10.2012<br />

Intelligente Konzepte<br />

für die Mobilität<br />

von morgen<br />

Mit großer Euphorie und Begeisterung wurde im August<br />

20<strong>09</strong> der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität vorgestellt,<br />

in der sich die Bundesregierung das Ziel setzte,<br />

Deutschland mit einer Million eFahrzeuge bis 2020 zu einem<br />

weltweit führenden Leitmarkt für Elektromobilität zu<br />

machen.<br />

Drei Jahre später ist in der deutschen Elektromobilitätsszene<br />

jedoch eine gewisse Ernüchterung eingetreten, denn der<br />

Markt läuft nur schleppend an. So wurden laut Kraftfahrzeugbundesamt<br />

(KBA) 2011 in Deutschland nur 2.154 eFahrzeuge<br />

zugelassen, was einem Marktanteil von unter 0,1%<br />

entspricht. Und auch im ersten Halbjahr 2012 wurden gerade<br />

einmal 1.419 eAutos neu zugelassen, obwohl in der Zwischenzeit<br />

wichtige Modelle wie der Opel Ampera, der Renault<br />

Fluence oder der Nissan Leaf auf den Markt gekommen<br />

sind. Insbesondere die Verkaufszahlen des Opel Ampera<br />

(629 Fahrzeuge von Januar bis Juli 2012) sind dabei besonders<br />

enttäuschend, verbanden doch viele große Hoffnungen<br />

mit diesem Fahrzeug.<br />

Das Ziel der Bundesregierung, Deutschland bis 2020 mit<br />

einer Million eFahrzeuge zu einem weltweit führenden Leitmarkt<br />

für Elektroautos zu machen, ist somit in weite Ferne<br />

gerückt. So ist es auch in dem dritten Bericht der Nationalen<br />

Plattform Elektromobilität (NPE) nachzulesen, der im<br />

Juni vorgelegt wurde. Dort wird davon ausgegangen, dass<br />

bis 2020 ca. 600.000 Fahrzeuge erreichbar sind. Doch auch<br />

diese Zahl gilt unter vielen Experten als zu optimistisch. So<br />

geht die Unternehmensberatung McKinsey & Company bei<br />

der Berechnung des Elektromobilitätsindexes EVI, der vierteljährlich<br />

in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche veröffentlicht<br />

wird, aktuell von einem Marktanteil in 2017 von<br />

0,7% aus, was ca. 20.000 neuzugelassenen eFahrzeugen<br />

im Jahr 2017 entsprechen würde. Für andere Länder ist man<br />

übrigens deutlich optimistischer: In Japan wird der Anteil<br />

von eFahrzeugen an den neu zugelassenen Fahrzeugen 2017<br />

zehn Mal größer eingeschätzt als in Deutschland, in den USA<br />

soll er immerhin vier Mal größer sein.<br />

Diese Zahlen machen deutlich, dass das Ziel des globalen<br />

Leitmarktes Elektromobilität in Deutschland trotz aller bisherigen<br />

Bemühungen ohne weitere Investitionen und Förderprogramme<br />

wahrscheinlich nicht erreicht werden kann.<br />

Doch derzeit lässt sich nicht erkennen, dass die Bundesregierung<br />

entschlossen ist, durch entsprechende Investitionen<br />

und Förderprogramme der aktuellen Entwicklung entgegenzusteuern.<br />

So werden z.B. die in anderen Ländern üblichen<br />

Kaufprämien weiterhin kategorisch abgelehnt, wie der Wirtschaftsminister<br />

erst kürzlich wieder bekräftigte.<br />

Aber es geht bei der Elektromobilität ja nicht nur um wirtschaftliche Interessen<br />

und Industriepolitik, sondern vor allem auch um den möglichst schnellen<br />

Wandel zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Mobilität auf Basis<br />

Erneuerbarer Energien. So wie es derzeit aussieht, wird man in Deutschland<br />

auf diesen Wandel voraussichtlich etwas länger warten müssen, als<br />

man noch 20<strong>09</strong> gehofft hat. Aber auch wenn sich der Prozess in Deutschland<br />

aktuell langsamer vollzieht als gewünscht, so lässt sich ebenso erkennen,<br />

dass er nicht mehr umkehrbar ist.<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

BEM-Beirat<br />

jp@korthals.de<br />

Schwerpunktthemen im Fachforum:<br />

Modellregionen und Schaufenster<br />

Konzepte und Strategien<br />

Nutzungskonkurrenzen und<br />

Lösungskonzepte<br />

Neue Technologien und neue Player<br />

parallel<br />

www.new-mobility-leipzig.de<br />

34 Neue Mobilität<br />

Leipziger Messe GmbH<br />

Projektteam new mobility PF 10 07 20, 04007 Leipzig / Germany


Leitmarkt Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />

Leitmarkt Elektromobilität - Eckhard Fahlbusch<br />

Die automobile Zukunft<br />

Deutschlands<br />

»Ich hoffe für uns alle, dass die Wirtschaftlichkeit der<br />

neuen Technologien eher erreicht wird, als das fossile<br />

Zeitalter zu Ende geht.«<br />

Ein Kommentar von BEM-Beirat Eckhard Fahlbusch<br />

Von analog zu digital, von der Röhre zum Flachbild oder von<br />

der Sonne in die Zelle. Am Anfang dieser Systemwechsel<br />

konnten sich das neue Fotografieren, Fernsehen und Energiegewinnen<br />

nur wenige leisten. Und heute sind die neuen<br />

Technologien millionenfach im Einsatz - ausgelöst durch den<br />

globalen Wettbewerb sowie die damit verbundene Massenfertigung<br />

und geeignete Fördersysteme.<br />

Eine vergleichbare Entwicklung werden wir nun auch bei der<br />

eMobilität erleben. Die von der Bundesregierung angestrebte<br />

Anzahl von 1 Mio. eFahrzeugen bis 2020 wird nicht nur erreicht<br />

sondern deutlich überschritten. Das liegt auch daran,<br />

dass Plug-In-Hybridfahrzeuge in die Rechnung einbezogen<br />

werden. Dies wird in der negativen medialen Berichterstattung<br />

oft übersehen oder verschwiegen.<br />

Die absehbare Marktzündung in den mit Kaufanreizen geförderten<br />

Ländern wie China, USA, Japan, Frankreich etc. werden<br />

wir in Deutschland nicht verschlafen. Die Bundesregierung<br />

wird hierzu nach der Bundestagswahl 2013 gemeinsam mit<br />

der Autoindustrie geeignete Förderprogramme und zeitweilige<br />

Kaufanreizsysteme auflegen, da ab 2013/2014 auch die<br />

deutschen Autohersteller marktbereit sind. Des Weiteren<br />

werden die vergleichsweise wesentlich höheren Kosten eines<br />

eFahrzeugs durch intelligente Finanzierungsmodelle wie das<br />

Batterieleasing kompensiert. Die Batterie-Leasingkosten<br />

von 50 bis 100 Euro pro Monat werden durch den Wegfall der<br />

hohen Benzin- und Dieselkosten mehr als ausgeglichen.<br />

Die derzeit noch sehr hohen Batteriekosten werden in den<br />

kommenden Jahren durch den Wettbewerb und die Serienfertigung<br />

erheblich reduziert. Hierdurch wird eMobilität<br />

summa summarum kundenfreundlich und wirtschaftlich.<br />

Der Marktdurchbruch wird nicht daran scheitern, dass es noch<br />

nicht möglich ist, von Hamburg bis München rein elektrisch<br />

zu fahren. Vielmehr werden Plug-In-Hybridfahrzeuge mit<br />

Reichweiten zwischen 50 und 150 Kilometern und mehr den<br />

Markt dominieren. 70 bis 80% aller Autofahrten liegen in<br />

Deutschland unter 17 bis 25 Kilometern und können damit CO 2 -<br />

frei gemeistert werden - vorausgesetzt der Ladestrom ist grün.<br />

Das heißt, nach Fukushima und der daraus resultierenden gesellschaftlich<br />

gewollten Energiewende ist die Nachhaltigkeit<br />

der eMobilität in Deutschland untrennbar mit der Energiegewinnung<br />

aus Erneuerbaren Ressourcen gekoppelt. Diesbezüglich<br />

schaut die Welt auf Deutschland und auf deutsche<br />

Lösungen mit globalem Vermarktungspotenzial. Diese müssen<br />

und werden wir liefern. Dies ist auch für die Wertschöpfung<br />

insgesamt im Vergleich zur Abhängigkeit vom importierten<br />

Öl und Gas sehr attraktiv.<br />

Die vorübergehende Förderung von eMobilität und Erneuerbaren<br />

Energien bis zu ihrer Wirtschaftlichkeit ist zielführend<br />

und im Vergleich mehr als gerecht. So ist die Verstromung<br />

von Kohle und Uran in Deutschland zwischen 1970 und 2010<br />

mit 400 Mrd. Euro gefördert worden. Bei den Erneuerbaren<br />

Energien beträgt die Förderung über den Strompreis bisher<br />

»nur« 55 Mrd. Euro. Bei der auf 20 Jahre gesetzlich geregelten<br />

Förderung der Erneuerbaren Energien werden es über<br />

150 Mrd. Euro sein.<br />

Für die Dringlichkeit der Realisierung von eMobilität und<br />

Erneuerbaren Energien sprechen auch die unkalkulierbaren<br />

Kosten resultierend aus der Öl- und Kohleverbrennung sowie<br />

dem zivilen Atomzeitalter. Dies gilt insbesondere für die<br />

nicht absehbaren Auswirkungen des Klimawandels durch<br />

den CO 2 -Anstieg und dem nicht sicher beherrschbaren Umgang<br />

mit der Atomenergie. Bei der fiskalischen Argumentation<br />

pro eMobilität und Erneuerbare Energien müssen<br />

die Kosten der Atomunfälle, der Atommüllendlagerung und<br />

dem Rückbau der Atomkraftwerke eingepreist werden. Das<br />

gleiche gilt für die Schäden und Verluste, die durch die vom<br />

Menschen verursachten Naturkatastrophen entstehen.<br />

Ich hoffe für uns alle, dass die Wirtschaftlichkeit der neuen<br />

Technologien eher erreicht wird, als das fossile Zeitalter zu<br />

Ende geht. Auch weil wir Erdölerzeugnisse noch für nachhaltige<br />

Anwendungen mit Kreislaufführung (z.B. in der Pharmaund<br />

Chemieindustrie) benötigen und diesbezüglich nicht<br />

alle Bestände unwiederbringlich verbrennen dürfen.<br />

Realistische Ausblicke zeigen, dass die weltweit immer<br />

weiter wachsende Automobilität und Industrialisierung zu<br />

einem enormen Energiebedarf führt, der nur durch Technologievielfalt<br />

und Ressourcenverfügbarkeit gestillt werden<br />

kann. 2011 wurden weltweit mehr als 60 Mio. Neufahrzeuge<br />

pro Jahr in Verkehr gebracht. Bis 2020 soll die Anzahl auf 100<br />

Mio. steigen und bis 2050 sollen es sogar 200 bis 250 Mio.<br />

Neufahrzeuge pro Jahr sein.<br />

So ist in der automobilen Zukunft insgesamt ein sich ständig<br />

optimierender Mix aus unterschiedlichen Antriebs- und<br />

Batterietechnologien zu erwarten, deren Anwendung auch<br />

zu einer erheblichen Reduzierung von Treibhausgasen führen<br />

wird. Das heißt, der Wettbewerb unter den Konkurrenten<br />

zum Beispiel Elektromotor gegen Diesel- bzw. Ottomotor,<br />

Antriebsbatterie gegen Brennstoffzelle bzw. Wasserstoffantrieb<br />

oder Bleibatterie gegen Lithiumbatterie wird für einen<br />

längeren Zeitraum (voraussichtlich mehrere Jahrzehnte) deren<br />

Existenz nebeneinander ermöglichen und damit auch in<br />

diesem Bereich die jeweilige Qualität zum Wohl aller verbessern.<br />

Diesen Wettbewerb werden wir auch über einen langen<br />

Zeitraum zwischen den fossilen und erneuerbaren Energieträgern<br />

und Energiespeichern sehen.<br />

Eckhard Fahlbusch // BEM-Beirat<br />

e.fahlbusch@fahlbusch-consulting.de // www.efa-batt.de<br />

36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37


Future eMobility<br />

Mobilität erfordert<br />

neue Wege<br />

><br />

Patente<br />

><br />

Ladeinfrastruktur<br />

><br />

Carsharing<br />

><br />

Vertriebsmodelle<br />

STATUS<br />

QUO<br />

><br />

Kooperation<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

><br />

Wir<br />

begleiten Sie<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:<br />

Dr. Lilian Klewitz-Haas – l.klewitz-haas@taylorwessing.com | Dr. Andreas Schrettl – a.schrettl@taylorwessing.com<br />

Europe > Middle East > Asia<br />

www.taylorwessing.com<br />

Herausforderungen und Chancen der Neuen Mobilität.<br />

Neue Mobilität<br />

39


Status QUo der Elektromobilität - Coverstory<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Coverstory<br />

Hessen will bei<br />

Elektromobilität Vorbild sein<br />

Ministerpräsident Bouffier vor dem HydroGen4<br />

Hessen und insbesondere das Rhein-Main-Gebiet ist nicht<br />

nur eine der wirtschaftsstärksten deutschen, sondern auch<br />

eine der dynamischsten Regionen in Europa. Grundlage<br />

dieser Wirtschaftskraft und dieses Wohlstandes ist die gute<br />

Erreichbarkeit und die zentrale Lage in Deutschland und<br />

Europa. Seit Jahrhunderten kreuzen sich wichtige Verkehrsadern<br />

im Rhein-Main-Gebiet. Dadurch ist diese Region schon<br />

immer ein Drehkreuz für Waren-, Personen- und Informationsströme<br />

gewesen.<br />

In keiner Region Europas finden sich auf so engem Raum so<br />

bedeutende Schnittpunkte aller bekannten Verkehrsträger<br />

wie im Rhein-Main-Gebiet mit seinem Zentrum Frankfurt am<br />

Main. Im Umkreis von fünf Kilometern befinden sich das von<br />

rund 330.000 Autos täglich passierte Frankfurter Kreuz, der<br />

Frankfurter Hauptbahnhof, auf dem für 350.000 Menschen<br />

täglich eine Reise beginnt oder endet, sowie der Frankfurter<br />

Flughafen mit seinen über 50 Millionen Passagieren im Jahr.<br />

Da die Mobilität für Hessen von grundlegender Bedeutung<br />

ist, bildet ihre Sicherstellung auch einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt<br />

der Landesregierung. Dabei geht es nicht nur<br />

um die Sicherung des Status Quo, sondern auch um die<br />

Vorbereitung Hessens auf die »Mobilität der Zukunft«. In<br />

diesem Zusammenhang liegt der Fokus der hessischen Aktivitäten<br />

auf dem Bereich der Elektromobilität. Klar ist dabei<br />

auch, dass die Vorteile der Elektromobilität nur dann voll<br />

zum Tragen kommen, wenn die erneuerbaren Energiequellen<br />

in ausreichendem Maße Strom für die Elektromobilität zur<br />

Verfügung stellen. Sie sind korrespondierende Ziele, die einander<br />

bedingen und befördern.<br />

Konkret unterstützt die Hessische Landesregierung in unterschiedlicher<br />

Art und Weise Umsetzungsprojekte im Bereich<br />

der Elektromobilität. In diesem Zusammenhang ist es der<br />

Hessischen Landesregierung besonders wichtig, die Alltagstauglichkeit<br />

zu erproben sowie die Erfahrbarkeit für viele<br />

Personen sicherzustellen. Darüber hinaus sollen die eFahrzeuge<br />

in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Dafür<br />

wird die Hessische Landesregierung in den kommenden drei<br />

Jahren insgesamt 7,5 Millionen Euro bereitstellen. Damit<br />

wollen wir insbesondere Projekte innerhalb der Landesregierung<br />

umsetzen, um so unserer Vorbildfunktion gerecht zu<br />

werden.<br />

Ein konkretes Beispiel ist der Start einer Beschaffungsinitiative<br />

für Elektro-Dienstfahrzeuge, durch die wir die Landesverwaltung<br />

ermuntern wollen, eFahrzeuge als Dienstwagen<br />

anzuschaffen. Größter Nutzer dieses Programms ist zum jetzigen<br />

Zeitpunkt das Hessische Immobilienmanagement (HI),<br />

der Dienstleister des Landes für alle Immobilien, in denen<br />

Dienststellen der Landesverwaltung untergebracht sind.<br />

Das HI plant - vor dem Hintergrund seines selbstgesteckten<br />

ehrgeizigen Ziels zur Reduktion des durchschnittlichen CO 2 -<br />

Ausstoßes seiner Fuhrparkflotte um 35% bis 2016 - in einem<br />

ersten Schritt zwischen 2012 und 2014 insgesamt 39 Elektrofahrzeuge<br />

anzuschaffen. Diese ersetzen Dienstfahrzeuge<br />

mit herkömmlichem Antrieb und sollen im ganz normalen<br />

Dienstbetrieb genutzt werden.<br />

Das Hessische Immobilienmanagement wird Elektrofahrzeuge<br />

einsetzen und zugleich die verschiedenen Möglichkeiten der<br />

Ladeinfrastruktur an Standorten des HI schaffen sowie diese<br />

ausgiebig testen. Dadurch sammelt dieser Dienstleister der<br />

Landesverwaltung das notwendige fachliche Know-how, um<br />

die Dienststellen des Landes, die später auch eFahrzeuge<br />

nutzen wollen, bei der Installation und dem Betrieb der Ladeinfrastruktur<br />

fachlich fundiert beraten zu können.<br />

Die Landesregierung bemüht sich intensiv, die bereits heute<br />

vorhandenen Möglichkeiten der Elektromobilität zu erproben<br />

und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.<br />

Vor dem Hintergrund der Endlichkeit der weltweiten Ölvorkommen<br />

tun wir gut daran, uns frühzeitig mit der Elektromobilität<br />

- der Mobilitätsform der Zukunft - zu befassen.<br />

Wir betreiben auch eine intensive Informationsarbeit über<br />

unsere Aktivitäten. Dazu gehört, dass wir ein hessisches<br />

Netzwerk von Partnern der Elektromobilität aufgebaut haben,<br />

die den Austausch der Unternehmen und Institutionen<br />

im Bereich der Elektromobilität branchenübergreifend<br />

ermöglicht und fördert. Für unsere Partner haben wir eine<br />

Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die an wechselnden<br />

Standorten in Hessen zweimal jährlich zu unterschiedlichen<br />

Themen ausgerichtet wird. Die Partner erhalten darüber hinaus<br />

einen Newsletter mit den neuesten Entwicklungen und<br />

interessanten Informationen aus und über das Partnernetzwerk.<br />

Außerdem beteiligt sich die Landesregierung mit einem<br />

eigenen Stand an den großen Elektromobilitätsmessen.<br />

So wird sie im Oktober 2012 auf der eCarTec vertreten sein<br />

und im kommenden Jahr werden wir uns auch wieder auf der<br />

Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt<br />

präsentieren.<br />

Volker Bouffier<br />

Hessischer Ministerpräsident<br />

www.stk.hessen.de<br />

40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41


Köpfe der Branche<br />

Köpfe der Branche<br />

Köpfe der Branche<br />

Auf ein Wort mit den relevanten Akteuren im Bereich der Neuen Mobilität<br />

Christoph B. Rößner<br />

EIGHT GmbH & Co. KG<br />

Uwe Hahner<br />

Swarco Traffic Systems AG<br />

Manfred Hiemer<br />

e-mocom AG<br />

Thomas Hanswillemenke<br />

Santander Consumer Bank AG<br />

Jörg Heynkes<br />

VillaMedia<br />

Mario Haas<br />

Energiebau Solarstromsysteme GmbH<br />

Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter der<br />

EIGHT GmbH & Co. KG<br />

»Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen ist<br />

eine Kombination aus Emotionen und rationalen Argumenten<br />

gefragt. Viele Vorbehalte lassen sich durch Zahlen und<br />

Fakten entkräften. Neben der Aufklärung geht es aber vor<br />

allem darum Begeisterung zu wecken, denn individuelle Mobilität<br />

ist eine hochemotionale Angelegenheit. Die Produkte<br />

und Services - Fahrzeuge, Nutzungskonzepte, Ladestationen<br />

- müssen eine positive Ausstrahlung haben, dem Zeitgeist<br />

entsprechen und als Imageträger fungieren.<br />

Es ist an der Zeit, dass Elektromobilität nicht mehr mit Verzicht<br />

sondern mit all den positiven Attributen gleichgesetzt<br />

wird und somit eine neue Form der sozialen Anerkennung<br />

ermöglicht.<br />

Um adäquate Lösungen zu entwickeln und einzuführen<br />

sind interdisziplinäres Arbeiten und Networking gefragt.<br />

Hier leistet der BEM großartige Arbeit, indem er zahlreiche<br />

Akteure immer wider erfolgreich zusammenführt.«<br />

www.eight.eu<br />

Uwe Hahner, General Manager Parking und E-Mobility<br />

Swarco Traffic Systems AG<br />

»Als Verkehrstelematik-Spezialist denken wir darüber nach,<br />

wie sich eMobilität in bestehende und neue Verkehrs- und<br />

Infrastruktursysteme integrieren lässt. Wir sind überzeugt,<br />

dass wirklich nachhaltiger Verkehr nur im Zusammenspiel<br />

aus verschiedenen Verkehrsträgern, entsprechender Infrastruktur<br />

sowie innovativen Verkehrssteuerungssystemen<br />

entstehen kann. Wie das aussehen sollte, erörtern wir auch<br />

mit den Mitgliedern des Bundesverbands eMobilität: So<br />

gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für unsere Arbeit. Gemeinsam<br />

mit dem BEM lassen wir eMobilität und nachhaltigen<br />

Verkehr Wirklichkeit werden!«<br />

www.swarco.com/STS<br />

Manfred Hiemer, Gründer der e-mocom AG und<br />

BEM-Landesvertreter Bayern<br />

»Mir liegt am Herzen, Elektromobilität dort zu platzieren,<br />

wo sie hingehört: im modernen Lifestyle einer neuen Generation,<br />

die Nachhaltigkeit und Spaß an der Mobilität auf<br />

natürliche Weise vereinigt. Damit dies gelingt, und die entsprechenden<br />

Maßnahmen und Rahmenstrukturen für den<br />

erfolgreichen Wandel geschaffen werden, ist es unverzichtbar,<br />

dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen:<br />

Wirtschaft, Industrie, Politik. Und genau hier ist die Arbeit<br />

des BEM so enorm wichtig, der sich genau dafür einsetzt.<br />

Ich bin überzeugt: wer sich heute für Elektromobilität entscheidet,<br />

der entscheidet sich für einen Schritt zum Systemwechsel<br />

in eine nachhaltige Zukunft, in der der Spaß an<br />

Mobilität nicht zu kurz kommt.«<br />

www.e-mocom.com<br />

Thomas Hanswillemenke, Vorstand Kfz<br />

Santander Consumer Bank AG<br />

»Die Elektromobilität hält mehr und mehr Einzug auf deutschen<br />

Straßen. Neben den aktuell verfügbaren Modellen<br />

werden die für 2013 angekündigten Fahrzeuge sicherlich<br />

zusätzliche Aufmerksamkeit erzielen und die weitere Etablierung<br />

unterstützen. Die Santander Consumer Bank hat<br />

sich sehr frühzeitig mit dem Thema Elektromobilität auseinandergesetzt<br />

und entsprechend positioniert. Wir unterstützen<br />

unsere Handelspartner bereits seit 2011 mit innovativen<br />

Finanzdienstleistungen speziell für eFahrzeuge und die dazu<br />

empfohlene Ladeinfrastruktur.<br />

Der BEM ist dabei ein idealer Partner, um den Austausch<br />

unter den Marktteilnehmern zu fördern und deren Interessen<br />

zielgerichtet darzustellen.«<br />

www.santander.de<br />

Jörg Heynkes, Geschäftsführer der VillaMedia -<br />

Eventlocation in Wuppertal<br />

»Mit unserem Projekt »W-EMOBIL 100« wollten wir zeigen,<br />

dass es an der Zeit ist, endlich keine Showrooms, Pilotprojekte<br />

oder sonstige Förderprojekte zu installieren, sondern<br />

Elektromobilität einfach täglich zu nutzen, indem man die<br />

bereits jetzt vorhandenen Elektrofahrzeuge kauft und fährt.<br />

Elektromobilität ist konkurrenzfähig, teilweise überlegen<br />

und vor allem sexy. Mit unserem Projekt wollten wir viele<br />

Akteure in unserer Region aufwecken und Wuppertal zur<br />

Hauptstadt der Elektromobilität machen. Das ist uns gelungen.<br />

Ausschließlich durch privates Engagement von Bürgern<br />

und Unternehmern in unserer Region. Das ist beispielgebend<br />

und herausragend. Der BEM hat uns hierbei dankenswerter<br />

Weise begleitet und so manche Tür geöffnet.«<br />

www.w-emobil100.de<br />

Mario Haas, Leitung Produktmanagement & Einkauf<br />

Energiebau Solarstromsysteme GmbH<br />

»eMobilität ist ein bedeutsamer Schritt für moderne Mobilitätskonzepte:<br />

Allerdings erst dann, wenn ausschließlich<br />

nachhaltige Energieträger verwendet werden. Energiebau<br />

ist, als Solarstrom-Pionier, bei dieser Entwicklung frühzeitig<br />

dabei. Denn wir entwickeln Solare Mobilität, also eMobilität<br />

mit reiner Solarstrom-Versorgung.<br />

Dazu arbeiten wir mit vielen spannenden Kooperationspartnern<br />

aus anderen Wissensgebieten und Industriezweigen<br />

zusammen. Der BEM ist bei dieser Aufgabe eine wichtige<br />

Plattform für uns, welche aus den vielen Beteiligten eine<br />

gemeinsame Bewegung bündelt.«<br />

www.energiebau.de<br />

42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43


Status QUo der Elektromobilität - DEKRA<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - DEKRA<br />

Schlüsselaspekte Sicherheit<br />

und Zuverlässigkeit<br />

Konsortium erforscht effiziente und zuverlässige Diagnosemöglichkeiten und<br />

Reparaturkonzepte für Elektrofahrzeuge<br />

Um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es effiziente und zuverlässige Diagnose- und Reparaturkonzepte<br />

Im Projekt DINA erforscht das Konsortium die Anforderungen an die Diagnosefunktionen von Elektrofahrzeugen<br />

Deutschland will nicht nur Leitanbieter für Elektromobilität<br />

werden, sondern auch Leitmarkt. Dieses klare Ziel hat die<br />

Bundesregierung ausgegeben. Bis 2020 sollen eine Million<br />

Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein, bis<br />

2030 sollen es schon sechs Millionen sein, so der Fahrplan<br />

der Regierung.<br />

Den Weg zum Leitanbieter treiben die deutschen Autohersteller<br />

mit großen Investitionen voran: Bis zu 40% ihrer<br />

Forschungs- und Entwicklungsausgaben will die deutsche<br />

Automobilindustrie in den kommenden vier Jahren für die<br />

Erforschung der Antriebe von Elektromobilen investieren.<br />

Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum bis zu 12 Milliarden<br />

Euro für die Entwicklung von Elektroantrieben ausgegeben<br />

werden. Dieses Engagement sei in Anspruch und Inhalt derzeit<br />

einmalig in Europa, so das Bundesverkehrsministerium.<br />

Um tatsächlich auch Leitmarkt für Elektromobilität zu werden,<br />

um also die deutschen Autofahrer nachhaltig davon zu<br />

überzeugen, dass das elektrische Fahren die Mobilität der<br />

Zukunft ist, heißen die Schlüsselaspekte Sicherheit und Zuverlässigkeit.<br />

Kundenakzeptanz auf breiter Basis kann nur<br />

entstehen, wenn beispielsweise das Hochvoltsystem eines<br />

Elektrofahrzeugs zuverlässig, sicher und kosteneffizient<br />

funktioniert und gewartet werden kann. Die Kunden wollen<br />

die Sicherheit und den Komfort, die sie heute von Fahrzeugen<br />

mit Verbrennungsmotoren gewohnt sind. Dazu gehören<br />

auch Instandsetzungskonzepte im After-Sales-Bereich, die<br />

sich hier als wettbewerbsfähig erweisen müssen. Das ist ein<br />

entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Durchbruch<br />

von Elektrofahrzeugen.<br />

Wenn elektrisch betriebene Fahrzeuge - wie von der Bundesregierung<br />

angestrebt - in größerer Stückzahl in Deutschland<br />

eingesetzt werden, stellt das ganz neue Anforderungen an<br />

Zulieferer, Automobilhersteller, Werkstätten und Prüforganisationen.<br />

Dabei geht es in erster Linie darum, Mängel und<br />

Fehler - insbesondere im Hochvoltsystem - sicher und eindeutig<br />

zu identifizieren und genauso sicher zu beheben.<br />

Voraussetzung dafür sind effiziente und zuverlässige Diagnosemöglichkeiten<br />

und Reparaturkonzepte, mit denen sich das<br />

Ende Juli gestartete gemeinsame Verbundforschungsprojekt<br />

DINA (Diagnose und Instandsetzung für Elektrofahrzeuge)<br />

beschäftigt, bei dem die Robert Bosch GmbH, die DEKRA<br />

Automobil GmbH, das Fraunhofer Ernst-Mach-Institut und<br />

das FKFS Stuttgart beteiligt sind.<br />

Das Projekt, welches das Bundesministerium für Forschung<br />

und Bildung im Rahmen des Spitzenclusters »Elektromobilität<br />

Süd-West« über drei Jahre fördert, wird Anforderungen an<br />

die Diagnosefunktionen von Elektrofahrzeugen erforschen.<br />

Schwerpunkte sind insbesondere die übergreifenden Diagnosemöglichkeiten,<br />

so dass unabhängig von Fahrzeug, Werkstatt<br />

oder Prüforganisation eine hohe Servicequalität dargestellt<br />

werden kann. Dazu werden benötigte Messtechnik und<br />

Schutzeinrichtungen spezifiziert und neue symptombasierte<br />

Diagnoseverfahren entwickelt. Die Ergebnisse werden Herstellern<br />

und Zulieferern bei der Entwicklung neuer, innovativer<br />

und sicherer Systeme sowie den Prüforganisationen bei<br />

der eindeutigen Beurteilung des Zustands von Elektrofahrzeugen<br />

zugute kommen.<br />

Bisher existiert kein ganzheitlicher Ansatz für ein Diagnoseund<br />

Instandsetzungskonzept für Elektrofahrzeuge, der alle<br />

wichtigen Aspekte abdeckt. Mit zunehmendem Marktvolumen<br />

wird dieser Ansatz aber zwingend notwendig: Zuverlässige<br />

Prozesse zur Diagnose und Instandsetzung von Elektrofahrzeugen<br />

werden in den kommenden Jahren gebraucht,<br />

so wie sie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren längst<br />

existieren.<br />

Bei Otto- und Dieselmotoren werden die komplexen Regelsysteme<br />

durch die ständige Eigendiagnose während des Betriebs<br />

permanent überwacht. In kritischen Fehlerfällen wird<br />

der Fahrer - zum Beispiel durch eine Warnlampe - informiert<br />

und der Fehler abgespeichert. Über eine genormte Schnittstelle<br />

erfolgt der Zugriff auf die abgelegten Diagnosedaten,<br />

so dass anschließend die Fehler bei der Instandsetzung ermittelt<br />

und behoben werden können.<br />

Ziel des Forschungsprojektes DINA ist es, auch für Elektrofahrzeuge<br />

einen standardisierten Prozess der Diagnose und<br />

Instandsetzung zu etablieren.<br />

Andreas Richter<br />

DEKRA Competence Center Elektromobilität<br />

www.dekra.com<br />

44 Neue Mobilität Neue Mobilität 45


Status QUo der Elektromobilität - TÜV SÜD<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - TÜV SÜD<br />

Die magische Zahl der<br />

Elektromobilität<br />

»Prognosen sind immer dann schwierig,<br />

wenn die Rahmenbedingungen sich, so<br />

wie jetzt, massiv ändern.«<br />

Eine Zahl in den Raum zu stellen, ist immer so eine Sache.<br />

Über kurz oder lang wird man daran gemessen werden, ob<br />

deren Erreichen in Sichtweite ist. Schafft man nur die Hälfte,<br />

ist es ein Misserfolg. Nun hat die Nationale Plattform für<br />

Elektromobilität (NPE), unter der Mitarbeit vieler Akteure<br />

aus Industrie, Politik und Wissenschaft genau dies getan:<br />

Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2020 auf Deutschlands<br />

Straßen rollen. Die Politik hat daraus ein nationales<br />

Ziel proklamiert, die Medien haben es gerne aufgegriffen<br />

und in der Öffentlichkeit verbreitet. Es ist ein anspruchsvolles<br />

Ziel, das verdeutlichen soll: Deutschland meint es ernst<br />

mit der Elektromobilität. Aber es ist auch ein Ziel, das Skeptiker<br />

auf den Plan ruft. Derzeit mehren sich die Versuche die<br />

aktuellen Verkaufszahlen auf das Jahr 2020 zu extrapolieren.<br />

Und wie man es auch dreht und wendet, daran gemessen ist<br />

die Elektromobilität heute schon gescheitert. Keine der Prognosen<br />

führt zur magischen Zahl. Acht Jahre vor dem Zieldatum<br />

wird öffentlich über eine Reduktion der Zielvorgaben<br />

nachgedacht.<br />

Ich möchte hier ganz offiziell dafür plädieren, die Zahl wie sie<br />

ist zu belassen und den Vorhersagen der akribischen Rechner<br />

mit etwas mehr Gelassenheit zu begegnen. Ein bisschen<br />

»schaun wir mal« täte der Diskussion gut. Dies natürlich<br />

ohne in den Anstrengungen nachzulassen. Wer einen Blick<br />

auf die momentanen Aktivitäten in der Industrie wirft, bekommt<br />

ohnehin einen ganz anderen Eindruck. Da wir als TÜV<br />

SÜD in viele Entwicklungen - speziell in neuen Technologiefeldern<br />

- früh eingebunden sind, haben wir eine recht gute<br />

Übersicht. Während in den letzten 12 Monaten bei vielen<br />

Automobilherstellern, Zulieferern und Komponentenentwicklern<br />

erst einmal der Aufbau von Kompetenzteams im Vordergrund<br />

stand, entwickeln sich jetzt zunehmend erste Produkte<br />

in Richtung Marktreife. Die Betonung liegt bewusst auf »erste«<br />

Produkte, denn in den jeweiligen Häusern wird längst weiter<br />

gedacht. Die gleiche Intensität beobachten wir nicht nur bei<br />

den Fahrzeugen selbst. Derzeit prüfen wir vor allem Ladeinfrastruktur<br />

und Antriebskomponenten hinsichtlich der verschiedenen<br />

Zulassungen und Typgenehmigungen. Außerdem<br />

verlangen viele Kunden, die bisher vornehmlich für den<br />

deutschen Markt entwickelt haben, inzwischen eine viel internationalere<br />

Ausrichtung für die Zertifizierung ihrer Produkte.<br />

Anfragen für Zulassungen in einhundert Ländern und mehr<br />

sind inzwischen mehr die Regel denn die Ausnahme. Das<br />

stellt auch uns logistisch vor große Herausforderungen.<br />

Neben den internationalen Standards - die teils noch in der<br />

Entwicklung sind und zu deren Entstehung wir auch aktiv<br />

beitragen - gilt es viele nationale Eigenheiten zu berücksichtigen.<br />

Insbesondere in Asien gibt es wenig harmonisierte<br />

Standards. Die Anforderungen in Singapur zum Beispiel sind<br />

andere als in Malaysia, Taiwan, Hongkong oder China. So<br />

wie die Industrie sich auf den weltweiten Roll-out ihrer Produkte<br />

vorbereitet, Verkaufspersonal und Werkstätten schult,<br />

so optimieren (und harmonisieren) auch wir als Prüfdienstleister<br />

unsere Produkte in der Elektromobilität inzwischen<br />

an allen Standorten weltweit.<br />

Mit der Einführung einer neuen Antriebstechnologie ist weit<br />

mehr verbunden als es auf den ersten Blick scheinen mag.<br />

Speziell die Kunden deutscher Produkte haben eine extreme<br />

Qualitätserwartung. Und die gilt dann nicht nur für das Fahrzeug,<br />

sondern auch für die Ladeinfrastruktur, für den Dienstleister,<br />

der diese beim Kunden installiert und den Kundenservice<br />

in den Markenwerkstätten. TÜV SÜD schult bereits<br />

seit einiger Zeit vermehrt auch das After-Sales-Personal verschiedener<br />

Fahrzeughersteller weltweit, denn insbesondere<br />

im außereuropäischen Umfeld ist die Ausbildungsqualität<br />

beispielsweise von Kfz-Mechatronikern sehr unterschiedlich,<br />

ebenso das Wissen um Hochvoltkomponenten. Viele<br />

Akteure legen daher die deutschen Arbeitsschutzrichtlinien<br />

und Unfallverhütungsvorschriften auch im Ausland als Maßstab<br />

an. Unsere Trainer sind deshalb derzeit viel unterwegs.<br />

Wir schulen u.a. in Indien, China, Taiwan, Korea und Japan,<br />

wenn möglich in der jeweiligen Landessprache. Nicht zu vergessen<br />

jenes Personal, welches die Elektrofahrzeuge und<br />

Komponenten fertigt. Auch hier ist der Produktionsprozess<br />

längst ein Zusammenspiel internationaler Akteure und Arbeitssicherheit<br />

ein globales Thema.<br />

Dies war nur ein kurzer Einblick in die Welt der »Macher«<br />

der Elektromobilität. Ähnlich dynamisch zeigt sich auch<br />

der Bereich der Batterien. Die Leistungsfähigkeit der Zellen<br />

steigt beinahe monatlich. Und immer wieder tauchen neue<br />

Hersteller auf.<br />

Ist es also reell, wenn wir momentane Verkaufszahlen bis<br />

2020 extrapolieren und schon heute die Nichterreichung der<br />

magischen Zahl feststellen? Die Antwort kann nur ganz klar<br />

»Nein« lauten. Denn Prognosen sind immer dann schwierig,<br />

wenn die Rahmenbedingungen sich, so wie jetzt, massiv<br />

ändern. Und die Welt ist im Wandel. Ressourcenverknappung<br />

und Klimaschutz geben die Richtung vor. Vor diesem<br />

Hintergrund sind acht Jahre doch wieder ein recht langer<br />

Zeitraum, in dem sich vieles ändern kann und auch sollte!<br />

Volker Blandow<br />

TÜV SÜD<br />

volker.blandow@tuev-sued.de<br />

www.tuev-sued.de<br />

46 Neue Mobilität Neue Mobilität 47


Status QUo der Elektromobilität - Legal Corner<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Legal Corner<br />

Die Verwertung von<br />

Entwicklungsergebnissen aus<br />

Förderprojekten<br />

»Neben dem bürokratischen Aufwand, den die Antragstellung<br />

und die Abrechnung der Fördermittel in einem Projekt<br />

mit sich bringen können, sollten auch die rechtlichen Konsequenzen<br />

für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />

bedacht werden.«<br />

Auf fast allen staatlichen Ebenen gibt es Förderangebote für<br />

Forschung im Bereich Elektromobilität. Besonders Verbundprojekte<br />

mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen<br />

(KMUs), Universitäten oder anderen öffentlichen Instituten<br />

haben gute Aussichten, von Land, Bund oder EU gefördert<br />

zu werden. Kooperationsprojekte bieten nicht nur finanzielle<br />

Förderung, sondern auch die Möglichkeit, sich mit anderen<br />

Unternehmen fachlich auszutauschen und Kontakte zu<br />

potenziellen Kunden zu knüpfen. Es verwundert daher nicht,<br />

dass sich viele Unternehmen an öffentlich geförderten Verbundprojekten<br />

beteiligen.<br />

Neben dem bürokratischen Aufwand, den die Antragstellung<br />

und die Abrechnung der Fördermittel in einem Projekt<br />

mit sich bringen können, sollten aber auch die rechtlichen<br />

Konsequenzen für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />

bedacht werden, bevor öffentliche Förderung in<br />

Anspruch genommen wird. Die Förderbescheide und Förderverträge<br />

der öffentlichen Stellen sind mit Bedingungen<br />

und Auflagen verbunden. In Verbundprojekten müssen die<br />

Partner zudem untereinander einen Konsortialvertrag abschließen,<br />

für den es wiederum Vorgaben in den Förderbedingungen<br />

geben kann. Einschlägig sind auf nationaler Ebene<br />

zumeist die Standard-Nebenbestimmungen NKBF 98 des<br />

Bundes und auf europäischer Ebene die Bestimmungen des<br />

7. EU-Forschungsrahmenprogramms (Verordnung (EG) Nr.<br />

1906/2006), unter dem zum Beispiel die European Green<br />

Cars Initiative aufgehängt ist. Aus diesen Bestimmungen ergeben<br />

sich Regeln für die spätere Verwertung der Entwicklungsergebnisse,<br />

die vorab bedacht werden sollten.<br />

Sowohl der Bund, als auch die EU sehen die Veröffentlichung<br />

der Ergebnisse aus Förderprojekten und deren kostenfreie<br />

Bereitstellung für Forschungszwecke vor (NKBF 98, Ziff. 11.4<br />

und 13.1; VO (EG) Nr. 1906/2006, Art. 46 (2) und 51 (1)). Universitäten<br />

und öffentliche Forschungsinstitute sind grundsätzlich<br />

verpflichtet, ihren Angehörigen wissenschaftliche<br />

Veröffentlichungen zu ermöglichen und behalten sich daher<br />

entsprechende Rechte in Konsortialverträgen vor, wenn sie<br />

an einem Kooperationsprojekt beteiligt sind. In der Praxis finden<br />

sich zwar meist Möglichkeiten, Veröffentlichungen so zu<br />

gestalten, dass sie wissenschaftlich relevant sind, ohne zu<br />

viel industriell verwertbares Know-how preiszugeben. Ganz<br />

verheimlichen lässt sich der Gegenstand der Entwicklungsarbeit<br />

in einem Förderprojekt aber nicht. Viele Unternehmen<br />

stören sich daran nicht, da sie die Veröffentlichung aus<br />

Imagegründen sogar wünschen. Besonders geheimhaltungsbedürftige<br />

Forschung in einem frühen Stadium eignet sich<br />

wegen der Veröffentlichungspflichten aber nicht unbedingt<br />

für ein Förderprojekt.<br />

Wer an öffentlicher Förderung in einem Verbundprojekt partizipiert,<br />

ist überdies verpflichtet, den anderen Partnern die<br />

Entwicklungsergebnisse für eine anschließende kommerzielle<br />

Verwertung zur Verfügung zu stellen. In den Standard-<br />

Konsortialverträgen werden dazu meist Lizenzen geregelt,<br />

die allen Kooperationspartnern eine eigenständige Nutzung<br />

der Ergebnisse ermöglichen. Manchmal ist das gar nicht gewünscht.<br />

Bringt beispielsweise ein Zulieferer eine Komponente<br />

in ein komplexes neues System ein, ist er eher daran<br />

interessiert, die eingebrachte Komponente später selbst zu<br />

liefern und nicht den Nachbau der Komponente durch die<br />

anderen Kooperationspartner gegen Lizenzgebühren gestatten<br />

zu müssen. In solchen Fällen muss eine abweichende<br />

Regelung im Kooperationsvertrag getroffen werden, was die<br />

Förderbedingungen aber nicht immer zulassen. So ist auf<br />

europäischer Ebene allen Projektpartnern Zugang zu den<br />

Entwicklungsergebnissen zu gewähren, soweit sie darauf zur<br />

Verwertung ihrer eigenen Entwicklungen angewiesen sind<br />

(VO (EG) Nr. 1906/2006, Art. 50 (1)).<br />

Öffentliche Förderprojekte können auch den Zugriff auf bestehende<br />

gewerbliche Schutzrechte (z.B. Patente) oder<br />

Know-How eines Kooperationspartners ermöglichen. Erfor-<br />

dert die Verwertung der Forschungsergebnisse die Nutzung<br />

vorbestehender gewerblicher Schutzrechte eines Kooperationspartners,<br />

muss dieser die Nutzung zumindest gegen<br />

angemessenes Entgelt gestatten (VO (EG) Nr. 1906/2006,<br />

Art. 50 (2)). Ansonsten hätte es ein Kooperationspartner in<br />

der Hand, die Verwertung der gemeinsamen Entwicklungsleistungen<br />

zu blockieren. Gerade bei Projekten im Bereich<br />

Elektromobilität kooperieren nicht selten Unternehmen, die<br />

aus unterschiedlichen Branchen stammen und vollkommen<br />

verschiedene Vorstellungen davon haben, inwieweit Dritten<br />

der Zugriff auf eigene Schutzrechte gewährt werden sollte.<br />

Während gegenseitige Lizenzen in der Automobilindustrie<br />

nicht unüblich sind, kommt für Softwarefirmen die Lizenzierung<br />

ihrer Rechte im Rahmen eines Verbundprojekts oft gar<br />

nicht in Betracht, da sie die Kontrolle über die Lizenzierung<br />

ihrer Software uneingeschränkt behalten wollen.<br />

Bei Förderprojekten auf Landes- und Bundesebene kommen<br />

weitere Einschränkungen bei der Verwertung der Forschungsergebnisse<br />

hinzu. So ist in den Förderbedingungen<br />

des Bundes geregelt, dass die Verwertung der Entwicklungsergebnisse<br />

in der europäischen Union zu erfolgen hat. Sollen<br />

die Rechte an den Entwicklungsergebnissen außerhalb<br />

der europäischen Union übertragen oder lizenziert werden,<br />

bedarf dies der vorherigen schriftlichen Zustimmung des<br />

Zuwendungsgebers (NKBF 98, Ziffer 16.2). Auch auf europäischer<br />

Ebene ist der Zugriff auf Ergebnisse aus Förderprojekten<br />

teilweise auf Unternehmen mit Sitz in der EU beschränkt<br />

(z.B. VO (EG) Nr. 1906/2006, Art.50 (3) und Art. 51 (2)). Das<br />

kann zum Problem werden, wenn ein öffentlich gefördertes<br />

Unternehmen einen ausländischen Investor an Bord holen<br />

will, oder wenn Schutzrechte in Konzernen auf ausländische<br />

Konzerngesellschaften übertragen werden sollen. Sind derartige<br />

Konstellationen bereits vor Beginn des Förderprojekts<br />

absehbar, sollten sie im Förderantrag (Verwertungsplan)<br />

offengelegt und im Konsortialvertrag geregelt werden. Geschieht<br />

dies nicht, ist die vollständige Rückzahlung der Fördermittel<br />

§<br />

manchmal die einzige Möglichkeit, sich zumindest<br />

von Beschränkungen für die Verwertung eigener Entwicklungen<br />

zu befreien.<br />

Trotz dieser Beschränkungen ist und bleibt die öffentliche<br />

Förderung eine attraktive Möglichkeit, aufwendige Forschungs-<br />

und Entwicklungsarbeiten zu finanzieren. Bei der<br />

Entscheidung für die Inanspruchnahme der Förderung sollten<br />

aber auch die langfristigen rechtlichen Verpflichtungen<br />

bedacht werden, die damit einhergehen.<br />

Dr. Dietrich Kamlah<br />

Rechtsanwalt<br />

Taylor Wessing Partnerschaftsgesellschaft<br />

www.taylorwessing.com<br />

48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49


Status QUo der Elektromobilität - Dr. Achim Korten<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Achim Korten<br />

Ich würde ja gerne, aber..<br />

Ein Erfahrungsbericht der anderen Art von BEM-Mitglied Dr. Achim Korten<br />

»Zum Betrieb eines Elektroautos werden ein Auto, eine<br />

Steckdose und natürlich ein Stromkabel zum Verbinden von<br />

Fahrzeug und Steckdose benötigt. Auto? Lösbar. Stromkabel?<br />

Kein Problem. Steckdose? Tja, die Steckdose..«<br />

Herr K., wohnhaft in München, möchte ein Elektroauto und<br />

eine Lademöglichkeit auf seinem Tiefgaragenstellplatz. Seit<br />

über einem halben Jahr versucht er, diesen Wunsch Realität<br />

werden zu lassen. Nein - es liegt nicht am fehlenden Fahrzeugangebot.<br />

Es gibt ja schon eine Reihe von Fahrzeugen zu<br />

kaufen. Die Herausforderung ist eine ganz andere, eine, die<br />

so einfach zu lösen scheint. Zum Betrieb eines Elektroautos<br />

werden ein Auto, eine Steckdose und natürlich ein Stromkabel<br />

zum Verbinden von Fahrzeug und Steckdose benötigt.<br />

Auto? Lösbar. Stromkabel? Kein Problem. Steckdose? Tja,<br />

die Steckdose..<br />

Das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz sollen ja die<br />

Schwerpunkte des Ladens der Fahrzeugbatterien sein. Laden<br />

am Arbeitsplatz? Nun, Herr K. ist Freiberufler und arbeitet in<br />

der Regel in seinem Home Office. Praktisch. Herr K. wohnt in<br />

einer größeren Wohnanlage mit über 50 Wohneinheiten und<br />

ebenso vielen Tiefgaragenstellplätzen. Eine in Großstädten<br />

durchaus übliche Wohnsituation. Auch wenn die Anlage erst<br />

vor circa fünf Jahren gebaut wurde - Steckdosen in der Tiefgarage<br />

sind Mangelware. Das sollte einfach zu lösen sein.<br />

Bestimmt kennt die Hausverwaltung einen Elektriker, der das<br />

schnell erledigt. Doch halt - der Elektriker muss ja ein Loch<br />

bohren, um die Steckdose an der Wand zu befestigen. Geht<br />

das so einfach? Ein befreundeter Anwalt bestätigt Herrn K.,<br />

dass die Miteigentümer der Wohnanlage in so einem Fall zustimmen<br />

müssen. Praktischerweise steht die nächste Eigentümerversammlung<br />

kurz bevor, so dass die Hausverwaltung<br />

das bestimmt noch mit in die Agenda aufnehmen kann.<br />

Wenige Tage später kommt die Einladung, und siehe da, Herr<br />

K. und seine Steckdose zum Laden eines Elektroautos sind<br />

Tagesordnungspunkt. Die Hausverwaltung möchte auch<br />

gleich das Mandat zur Beauftragung eines Handwerkers haben.<br />

Und - per Mail meldet sich auch der Verwaltungsbeirat.<br />

Der ist so begeistert von der Idee, dass er gleich um ein Gesamtkonzept<br />

für die Tiefgarage bittet. Herr K. ist angenehm<br />

überrascht, mit solch einer Resonanz hat er nicht gerechnet.<br />

Erste Vorgespräche mit diversen renommierten und in der<br />

Elektromobilität engagierten Unternehmen sind vielversprechend.<br />

Die lokalen Stadtwerke sind für das Anbringen von<br />

Steckdosen in Tiefgaragen zwar nicht zuständig, doch sie<br />

können einen Elektriker empfehlen, der bereits Erfahrung<br />

damit hat. Geschätzte Kosten: circa 1.000 Euro. Ein anderes<br />

Unternehmen hat sogar über ein mögliches (Teil-)Sponsoring<br />

der Kosten nachgedacht, für Werbezwecke. Ein Anbieter<br />

von Ladestationen konnte sich schnell für die Idee begeistern,<br />

eine Tiefgarage mit über 50 Stellplätzen komplett für<br />

die »Verstromung« vorzubereiten. Sogar der Vertriebschef<br />

Süddeutschland wollte seine Aufwartung für eine Vor-Ort-<br />

Besichtigung machen. Erneut ist Herr K. begeistert.<br />

Leider kam der Termin mit dem Vertriebsleiter dann doch nicht<br />

zustande. Und das Sponsoring? Die interne Rücksprache ergab,<br />

dass das »Werbebudget Elektromobilität« bereits vollständig<br />

anderweitig verplant war. Die Eigentümerversammlung<br />

rückte näher, doch Herr K. hatte weder Gesamtkonzept<br />

noch konkrete Angebote beisammen. Vielleicht ließe sich<br />

etwas über einen anderen Anbieter von Ladeinfrastruktur<br />

erreichen. Auch hier war - nach Schilderung der Situation<br />

an der Kundenhotline - schnell ein Vertriebschef am Telefon.<br />

Doch die Auskünfte verhießen nichts Gutes - circa 2.500 bis<br />

3.000 Euro für das Einrichten eines Heimladeplatzes in der<br />

Tiefgarage. Herr K. war ernüchtert und beschloss, nun doch<br />

den Kontakt zu kleineren Elektrobetrieben zu suchen. Neben<br />

den Kosten hatte Herr K. noch eine Reihe anderer Fragen wie<br />

zum Beispiel: Geht Schnellladen auch zu Hause? Was bedeutet<br />

das (Schnell-)Laden eines Elektroautos in der Tiefgarage<br />

für die Stromversorgung der übrigen Hausbewohner?<br />

Wie steht es um zusätzliche Brandschutzmaßnahmen? Und,<br />

und, und. Doch leider fand sich kein Elektriker, der diese<br />

Fragen beantworten konnte oder wollte.<br />

Auf der Eigentümerversammlung entfachte der Tagesordnungspunkt<br />

von Herrn K. eine kurze, und doch intensive Diskussion.<br />

Vor allem ältere Mitbewohner stellten die Ernsthaftigkeit<br />

des Themas Elektromobilität grundsätzlich in Frage.<br />

Einer bezweifelte sogar lauthals, dass sich deutsche Hersteller<br />

ernsthaft mit dem Thema Elektroauto auseinandersetzen.<br />

Ein anderer verwies auf eine Studie, die sowohl den<br />

technischen als auch den ökologischen Sinn von Elektroautos<br />

vehement in Frage stellen würde. Auch die Sorge um<br />

die Sicherheit des Fahrzeugladens wurde ins Feld geführt,<br />

um das Schaffen einer Lademöglichkeit in der Tiefgarage<br />

zu verhindern. Jüngere Miteigentümer zeigten sich dagegen<br />

sehr aufgeschlossen und interessiert für das Thema. Einer<br />

davon bekannte sogar, ebenfalls mit dem Gedanken zu spielen,<br />

sich ein Elektroauto anzuschaffen.<br />

Letzten Endes war es wohl ein Sieg von »Jung« gegen »Alt«<br />

- mit knapper Mehrheit bekam Herr K. die Genehmigung der<br />

Miteigentümer, seinen eigenen Tiefgaragenstellplatz zu »verstromen«.<br />

Gleichwohl mit diversen Auflagen, unter anderem<br />

was die Auswahl des durchführenden Handwerkers und die<br />

Sicherheitsvorkehrungen beim Laden betrifft.<br />

Das Thema Gesamtkonzept fand kein Interesse, nicht zuletzt<br />

aus Kostengründen.<br />

Nach der Eigentümerversammlung machte sich Herr K. wieder<br />

auf die Suche nach einem Elektriker. Bei Veranstaltungen<br />

sprach Herr K. Vertreter der örtlichen Industrie- und<br />

Handwerkskammer und des Landesinnungsverbandes für<br />

das Bayerische Elektrohandwerk an und bat um einen Tipp.<br />

Im Ergebnis landete Herr K. bei dem eMobilitäts-Sonderbeauftragten<br />

des Landesinnungsverbands für das Bayerische<br />

Elektrohandwerk. Umgehend nahm Herr K. Kontakt zu ihm<br />

auf; und schon bald gab es einen gemeinsamen vor Ort-<br />

Termin. Herr K. bekam seine Fragen umfänglich beantwortet<br />

und gemeinsam mit einem Start-up-Unternehmen, das unter<br />

anderem einfache Heimladestationen anbietet, wird sein<br />

Wunsch nach einer Heimlademöglichkeit nun Wirklichkeit.<br />

Wenn es jedem anderen Interessenten mit vergleichbarer<br />

Wohnsituation so ergeht, wie Herrn K., kann das mit dem<br />

Massenmarkt Elektromobilität wohl noch eine Weile dauern.<br />

Dr. Achim Korten<br />

Wirtschaftsprüfer<br />

akorten@wp-korten.de<br />

50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51


Status QUo der Elektromobilität - Hans-Jürgen Esch<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Hans-Jürgen Esch<br />

Die Mobilitätswende<br />

Merkmale einer neuen Fahrzeuggeneration<br />

Gut 100 Jahre prägt das Auto unsere Städte, ohne sich ihnen<br />

anzupassen. Es gilt noch als Freiheitsversprechung: schnell,<br />

hohe Reichweite, geräumig, für alle Mobilitätswünsche gerüstet.<br />

Die Realität sieht so aus: Verkehrslärm, Emissionen, verstopfte<br />

Verkehrswege. Drohender Verkehrsinfarkt statt freie<br />

Fahrt. Durchschnittlich verbringen wir jährlich 58 Stunden<br />

im Stau, Fahrt und Parkplatzsuche sind Stress. Die Autoindustrie<br />

steht angesichts erforderlicher Veränderungen vor<br />

großen Herausforderungen. Für den »Ausstieg aus der Fossilenergie«<br />

fehlt ihr nicht zuletzt wegen der guten Geschäftslage<br />

die Motivation. Auch die Politik zögert noch, der Mobilitätswende<br />

den Weg zu ebnen. Ein Grund mag im befürchteten<br />

Absinken der Mineralölsteuereinnahmen liegen, mit über<br />

40 Milliarden Euro drittgrößter Steuerhappen, ein Anderer<br />

die Angst um Arbeitsplätze in Deutschlands Autoindustrie.<br />

Die Mobilitätswende wäre jedoch ebenso wichtig, wie die<br />

Energiewende. So schmerzlich der zu fordernde Abschied<br />

von der fossilen »Rennreiselimousine« auch sein mag: Wir<br />

gewännen Lebensqualität. Mobilität, auch in Form individueller<br />

Mobilität, bliebe erhalten und bezahlbar.<br />

Mit dem Projekt »EQ - Ultraleichtfahrzeug für den urbanen<br />

Raum« will ich zusammen mit Berliner und Brandenburger<br />

Firmen und dem Netzwerkmanagement des automotive<br />

BerlinBrandenburg e.V. meinen Beitrag zu dieser Mobilitätswende<br />

leisten. Das Projekt wurde Teil der Berliner Schaufensterbewerbung<br />

Elektromobilität. Eine erste Förderung<br />

des BMWi ist bewilligt.<br />

Anhand der bereits erprobten EQ-Technik möchte ich exemplarisch<br />

das Verständnis für Merkmale einer neuen, effizienten<br />

Fahrzeuggeneration vertiefen, die sich an städtische Bedingungen<br />

anpasst, für multimodale Systeme prädestiniert<br />

ist, eine Größenordnung weniger Ressourcen und Energie<br />

verbraucht und nur ein Viertel der Verkehrsfläche beansprucht.<br />

Der EQ ist ein Vertreter kompakter »Metro-Style«-<br />

Fahrzeuge, die sich ebenso fundamental von klassischen<br />

Autos unterscheiden, wie vom Konversions-Elektroauto und<br />

die zu einem harmonischen Miteinander urbaner Verkehrsteilnehmer<br />

beitragen können.<br />

Eine Orientierung an PS-Leistung (der heute hierzulande<br />

verkaufte Pkw besitzt bereits durchschnittlich 138 PS), an<br />

Höchstgeschwindigkeit und Reichweite statt an einsatzgerechten<br />

Eigenschaften verhinderte bislang ein tieferes Verständnis<br />

für die Implikationen Neuer Mobilität und verstellt<br />

den Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten intelligenter Verbundsysteme.<br />

Die Batterie - ungenügend ist gut<br />

Haupthemmnis für den Elektroantrieb klassischer Pkw ist<br />

die geringe Energiedichte und der hohe Preis heutiger Batterien.<br />

15 - 30 kW/100 km Energieverbrauch führt zu mehreren<br />

100 kg schweren Batterie-Monstern zum Preis eines Kleinwagens.<br />

Tatsächlich sind die Batterien für diesen Einsatz<br />

noch ungenügend. Spornen uns die verfügbaren Batterien<br />

an, leichtere und effizientere Fahrzeuge zu bauen, so hat<br />

dieses »Ungenügend« viel Gutes und hilft uns, das Auto<br />

neu zu erfinden. Nebenbei substituieren wir nicht nur Benzin<br />

durch Strom, sondern gewännen ein gewisses Maß an<br />

Unabhängigkeit von den vier beherrschenden Stromlieferanten:<br />

Fahrstrom ließe sich regenerativ lokal oder gar selbst<br />

erzeugen. Benötigt ein Fahrzeug nur wenige kW, wird die<br />

Batterie bezahlbar, ja sogar tragbar und an jeder Steckdose<br />

aufladbar (Beispiel EQ: 2 kW/100 km, Batteriekoffer 12 kg).<br />

Die teure öffentliche Ladeinfrastruktur mit ihren vielen ungeklärten<br />

Fragen verlöre an Bedeutung.<br />

Der Antrieb - klassisch oder modern<br />

Bis heute werden Autos um den Antriebsstrang herum gebaut<br />

- ein Grund für hohes Gewicht und vertraute Optik.<br />

Natürlich liegt es nahe, den Verbrennungsmotor durch einen<br />

zentralen Elektromotor zu ersetzen. Der Antriebsstrang<br />

und das Fahrwerk blieben weitgehend unverändert und es<br />

entstehen Modellvarianten mit alternativem Antrieb. Die<br />

Vorzüge des Elektroantriebs werden so jedoch nicht annähernd<br />

ausgeschöpft. Wandert der Antrieb in die Räder, entfallen<br />

Gelenkwellen, Differential und Getriebe. Das Fahrwerk<br />

fällt einfacher aus und die kompaktere Karosserie erfüllt nur<br />

noch Halte- und Schutzfunktion. Häufig wird gegen dieses<br />

eigentlich naheliegende Konzept eingewendet, dass schwere<br />

Räder und hohe ungefederte Masse die Fahreigenschaften<br />

verschlechtern (immerhin wird dabei mal das Gewicht<br />

hinterfragt). Dass es auch anders geht, zeigt der EQ: ein<br />

radintegrierter Direktantrieb erhöht durch eine neuartige<br />

schwingfähige Konstruktion das Radgewicht nur um ca. 4 kg<br />

(Schutzrechte beim Autor).<br />

Elektrotechnik und Elektronik<br />

Ein Leichtfahrzeug benötigt für gute Fahrleistungen lichtmaschinengroße<br />

Elektromotoren im kW-Bereich. Der Einsatz<br />

seltener Erden (Neodymium u.a.) im Magnetsystem ist in<br />

dieser Motorenklasse vertretbar. Werden Elektromotoren der<br />

100 kW-Klasse damit ausgerüstet, führt dies ebenso zu einem<br />

Raubbau an Bodenschätzen, wie die Erdölförderung. Moderne<br />

Elektromotorkonzepte, vor allem hocheffiziente Synchronmaschinen,<br />

benötigen eine robuste Steuerelektronik.<br />

Mit steigender Motorleistung sind höhere Spannungen und<br />

Ströme zu managen - teurere und voluminösere Leistungsbauteile<br />

sind die Konsequenz. Die Motor-Elektronik für Konversionsfahrzeuge<br />

fällt deswegen mindestens aktenkoffergroß<br />

und schwer aus. Leichtfahrzeuge hingegen kommen mit<br />

handtellergroßen Steuergeräten aus und benötigen nicht den<br />

umfassenden Hochvoltschutz. Das Ressourcen- und Energiethema<br />

zieht sich so durch die gesamte Technik der Fahrzeuge<br />

und bestimmt auch den CO 2 -Ausstoß in der Fertigung.<br />

Gewicht und Größe - eine Frage der Sicherheit?<br />

Mangelnde Sicherheit ist das Argument gegen Leichtfahrzeuge,<br />

das ich stets höre. Einige Denkanstöße: Cityfahrzeuge<br />

benötigen andere Sicherheitskonzepte, als schnelle<br />

Langstreckenautos. U.a. geht es in der City um Passantenund<br />

Radfahrerschutz, der auf Autobahnen entfällt. Auch ist<br />

längst bewiesen, dass Sicherheit anders als durch Stahl und<br />

üppige Knautschzonen erreichbar ist, etwa durch zähelastische<br />

Verbundstoffe, Sandwichelemente, andere Geometrien<br />

und Chassiskonzepte. Ein Beispiel hierfür sind die Formel<br />

Charakteristik Hemmnisse Gewinn<br />

Mobilitätswende<br />

• besserer Umgang mit Ressourcen und Energie<br />

• bezahlbare, nachhaltige Mobilität<br />

• steigende Lebensqualität in den Städten<br />

• geringe Akzeptanz für neue Fahrzeugkonzepte<br />

• zu wenig multimodale Angebote, Informationsmangel<br />

• übergangweise Nebeneinander ungleicher Fahrzeuge<br />

• neuartige elektrische »Metro-Style« Fahrzeuge<br />

• preisgünstige, nutzungsangepasste Fahrzeuge<br />

• einfach, unkompliziert, ressourcensparend<br />

• eigenes Fahrzeug als mobile Grundabdeckung<br />

• hohe Affinität bei Menschen unter 40 Jahren<br />

• einfache, vorhandene Ladeinfrastruktur<br />

1-Boliden, die höchstes Sicherheitsniveau erreichen und die<br />

Hälfte eines aktuellen Kleinwagens wiegen. Die Sicherheit<br />

eines kompakten Innenraumes für ein bis zwei Personen,<br />

intelligent konstruiert, ist einfacher zu realisieren, als der<br />

Schutz von vier oder fünf Insassen. Außerdem sind die Bewertungskriterien<br />

für Sicherheit zu hinterfragen; die NCAP-<br />

Tests sind teils praxisfern. Es könnte bei Cityfahrzeugen auch<br />

um eine Robustheit gehen, die Reparaturen kleinerer Unfallfolgen<br />

nicht Tausende kosten ließe, etwa durch Polycarbonatverkleidungen<br />

- auch eine Form von Ressourcenschutz.<br />

Die zu fordernde Mobilitätswende wäre eine radikale Umkehr<br />

und ist zunächst als Extremszenario zu verstehen. Dagegen<br />

steht der evolutionäre Weg einer allmählichen und<br />

teilweisen Substitution des fossilen Antriebs. In der Praxis<br />

wird sich ein Mittelweg ergeben. Sie mögen sich selbst eine<br />

Meinung bilden, welche Richtung zukunftsweisend ist, oder<br />

eigene Szenarien erdenken.<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

Erfinder, Entwickler, Konstrukteur und Berater im Bereich<br />

Elektromobilität<br />

Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung Berlin<br />

office@esch-pro.com<br />

www.esch.pro.com<br />

Substitution<br />

• Stabilität in der Autoindustrie, mehr Zeit zum Lernen<br />

• geringere Tragweite von Entscheidungen<br />

• Übergangslösungen möglich (Hybridantrieb..)<br />

• fehlende Ladeinfrastruktur<br />

• hohe Fahrzeugkosten durch teure Batterien<br />

• hohe Kosten für Seltene Erden, Batterierecycling unklar<br />

• zunehmendes Angebot an Konversionsfahrzeugen<br />

• Fahrzeuge mit aufwendigen Hybridantrieben<br />

• Elektrifizierung vom High-End aus (eSportwagen)<br />

• eigenes Fahrzeug für möglichst alle Mobilitätsbelange<br />

• präferiert vom heutigen Autokäufer (im Mittel 50,8 Jahre)<br />

• Abhängigkeit von wenigen großen Energielieferanten<br />

52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53


Status QUo der Elektromobilität - Carolina Sachs<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Carolina Sachs<br />

Verschiebung in der Wertschöpfungskette<br />

IKT<br />

Energieversorger<br />

Mobilitätsanbieter<br />

Tier *<br />

2/3<br />

Tier *<br />

1<br />

OEM<br />

End-<br />

Kunde<br />

Neue<br />

Player<br />

Stadt<br />

Den Wandel mitgestalten<br />

Automobile Wertschöpfungskette von morgen<br />

* Der Begriff »Tier« (engl. für Rang) bezeichnet die Stellung eines Automobilzulieferers, z.B. Tier-1 oder First Tier, in der<br />

Wertschöpfungskette<br />

Betrachtung der Elektromobilität entlang der Wertschöpfungskette<br />

Elektrofahrzeuge haben in Zeiten von Ressourcenknappheit<br />

Vorfahrt. Die Automobilhersteller - kurz OEM für »Original<br />

Equipment Manufacturer« - müssen sich zunehmend auf die<br />

umweltfreundliche Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />

einstellen. OEMs und deren Zulieferer müssen<br />

Antworten und Strategien auf vielfältige neue Fragestellungen<br />

finden: Wie positioniere ich neue Fahrzeugmodelle mit<br />

unterschiedlichen Eigenschaften im Vergleich zu konventionellen<br />

Pkw? Welche Veränderungsprozesse zieht die Entwicklung<br />

und Herstellung neuer Komponenten nach sich?<br />

Mit welchen modernen Produktionstechnologien kann die<br />

Umstellung gelingen? Welche Fachkräfte sind für die neuen<br />

Aufgaben geeignet und wo finde ich diese?<br />

Ganz neu ist das elektrische Auto jedoch nicht - die »offizielle«<br />

Geburt des Elektroautos war im Jahr 1881. Eine flächendeckende<br />

Verbreitung mit den heute zur Verfügung<br />

stehenden Technologien hat jedoch tief greifenden Einfluss<br />

auf das gesamte Konzept der Elektromobilität. Die automobile<br />

Wertschöpfungskette beschäftigt daher nicht nur die<br />

Akteure dieser Industrie, sondern auch verwandte Branchen,<br />

Regierungen, Forschungseinrichtungen und die Gesellschaft<br />

im allgemeinen.<br />

Viele neue Wege führen zum Ziel<br />

Die Verbreitung von Fahrzeugen, die zum Teil oder hundertprozentig<br />

elektrisch angetrieben werden, erfordert eine Umstrukturierung<br />

der gesamten Wertschöpfungskette. Je nach<br />

Grad und Art der Antriebselektrifizierung unterscheiden<br />

sich die verbauten Komponenten im Antriebsstrang stark.<br />

Dies kann zur Folge haben, dass konventionelle Fahrzeugkomponenten<br />

obsolet werden, während andere modifiziert<br />

oder ganz neu gestaltet werden müssen. Die Zukunft des<br />

Verbrennungsmotors und von ihm abhängigen Systemen<br />

(bspw. Kraftstofftank, Einspritz- und Abgassysteme) scheint<br />

ungewiss; hier öffnen sich momentan neue Wege durch umweltfreundliche<br />

Alternativen:<br />

Effizienztechnologien ermöglichen beispielsweise Motor-<br />

Downsizing oder Zylinderabschaltung. Auch für das Getriebe,<br />

die Lenkung und die Fahrzeugklimatisierung sind starke<br />

Modifizierungen zu erwarten. Zu den neuen Komponenten<br />

und wichtigsten Wertschöpfungsträgern zählen vor allem<br />

die Batterie, die elektrische Maschine und die Leistungselektronik.<br />

Wertschöpfung im Wandel<br />

Das breite Komponentenspektrum, das aus der Parallelität<br />

mehrerer Antriebskonzepte entsteht, macht eine Verschiebung<br />

der Wertschöpfung unabdingbar. OEM und ihre Zulieferer<br />

müssen für die Entwicklung und Herstellung bestimmter<br />

Komponenten und Systeme zukünftig untereinander klären:<br />

Wer macht was? Bisher stellt der Verbrennungsmotor eine<br />

der Kernkompetenzen der OEM dar, insbesondere, wenn es<br />

sich um Premiumfahrzeuge handelt. Kann die elektrische<br />

Maschine stattdessen die neue Kernkompetenz werden?<br />

Und wer soll die äußerst wichtige und kostspielige Batterie<br />

liefern? Die Antwort darauf muss lauten: Der, der sich die<br />

erforderlichen Kompetenzen und Technologien aneignet.<br />

Neue Kooperationsformen bieten neue Chancen<br />

Die Ära der Elektromobilität ist geprägt von einer Vielzahl an<br />

Kooperationen verschiedener Arten, sei es zwischen mehreren<br />

OEMs, Zulieferern oder in Form einer speziellen Hersteller-Zulieferer-Beziehung.<br />

Diese Art der Zusammenarbeit<br />

macht es möglich, einen Mangel an Technologien und Kompetenzen<br />

wirtschaftlich zu kompensieren und das Produktportfolio<br />

entsprechend der Marktentwicklung zu erweitern.<br />

Von diesem aktuellen Muster in der Automobilindustrie können<br />

besonders Unternehmen profitieren, für die der Automobilmarkt<br />

Neuland ist. Sie haben die Chance, sich schnell<br />

in dieser Branche zu etablieren, ihre Erfahrung in anderen<br />

Feldern zu ihrem Vorteil zu nutzen und im besten Fall durch<br />

die Verwendung von Plattformen oder Baukastensystemen<br />

Skaleneffekte zu erzielen.<br />

Offen ist noch, ob diese Kooperationen langfristig angestrebt<br />

sind oder ob ab einem gewissen Zeitpunkt die Automobilhersteller<br />

Markenimage-relevante Produktumfänge<br />

komplett zurücknehmen.<br />

Innovationsnetzwerk »FutureCar«<br />

Bis die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, haben Automobilzulieferer<br />

und -dienstleister Zeit, sich wesentliche Wertschöpfungspotenziale<br />

zu sichern. Denn eins ist klar:<br />

Wer bereits heute eine solide Wissensbasis schafft, kann<br />

einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern<br />

erreichen. Hilfe dabei bietet das Innovationsnetzwerk<br />

»FutureCar« unter der Leitung des Fraunhofer IAO. Seit 20<strong>09</strong><br />

fungiert dieser Verbund als Plattform zur Vernetzung von<br />

Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen, um<br />

relevante, technologisch orientierte Fragestellungen rund<br />

um die Elektromobilität zu bearbeiten. Die Zusammenarbeit<br />

im Netzwerk hat klare Vorteile für ihre Mitglieder:<br />

Sie gewinnen ein Verständnis für zukünftig erforderliche<br />

Kompetenzen im Hinblick auf die Elektromobilität, sie identifizieren<br />

die Anforderungen für eine erfolgversprechende<br />

Positionierung auf dem Markt und sie finden Partner für die<br />

Zusammenstellung von Projektkonsortien und die Initiierung<br />

von geförderten Forschungsprojekten.<br />

Carolina Sachs<br />

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und<br />

Organisation IAO<br />

Competence Center Mobility Technologies<br />

www.mobilityinnovation.iao.fraunhofer.de<br />

54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55


Status QUo der Elektromobilität - CHristian Seiler<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Christian Seiler<br />

Vernetzte eFahrzeuge -<br />

vernetzter Service<br />

Die Herausforderungen und Chancen vernetzter Elektromobilität für die<br />

Service- und Betriebsprozesse<br />

Störungsursache. Die in der Automotive-Branche etablierten<br />

Datenstandards zur Modellierung von Diagnoseinformationen<br />

(ISO 22901-1/ODX) und Prüfabläufen (ISO 132<strong>09</strong>/OTX)<br />

bieten sich als Basis für die Festlegung der Informationen<br />

an, die über die Plattform transportiert werden.<br />

Gute Servicequalität nur durch qualifiziertes und informiertes<br />

Servicepersonal möglich<br />

Es reicht nicht aus, nur den Datenaustausch von technischen<br />

Systemen zu ermöglichen, um den Anforderungen an<br />

den Service vernetzter eFahrzeuge gerecht zu werden. Zusätzlich<br />

zum Wissen über die Fahrzeugsysteme an sich ist es<br />

notwendig, dass ein Gesamtverständnis für die vernetzten<br />

Funktionen durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen vermittelt<br />

wird. Die zunehmende Komplexität führt dazu, dass<br />

die Servicemitarbeiter immer wieder mit neuen, bisher unbekannten<br />

Problemstellungen konfrontiert werden, die sie<br />

in möglichst kurzer Zeit beheben müssen. Deshalb ist es<br />

unabdingbar, dass ein verstärkter Erfahrungsaustausch unter<br />

den Servicemitarbeitern gefördert wird, z.B. durch den<br />

Einsatz von Social Media Plattformen (erste Erfahrungen mit<br />

der XING-Gruppe Fahrzeugdiagnose oder mit der BOSCH<br />

Open Innovation Plattform bestätigen dies). Werden diese<br />

Erfahrungswerte von den Herstellern und Diagnoseexperten<br />

aufgegriffen und wird ein konstruktiver Dialog mit den Kollegen<br />

aus der Praxis geführt, so kann die Optimierung der Servicequalität<br />

von vernetzten eFahrzeugen durch aktiv gelebte<br />

»Schwarmintelligenz« gelingen.<br />

Die nächste Stufe:<br />

das Fahrzeug als »Managed Networked Device«<br />

Wenn die Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet so<br />

weit fortgeschritten ist, dass eine Datenverbindung immer<br />

verfügbar ist (das Fahrzeug ist Always-On), ermöglicht dies<br />

eine ganz neue Dimension von Betriebs- und Serviceprozessen<br />

durch den Einsatz von Telediagnosefunktionen. Hierbei<br />

kann die aus der IT-Industrie bekannte IT Infrastructure Library<br />

(ITIL) als Vorbild für die Gestaltung solcher Prozesse<br />

dienen. Sie ist eine Sammlung von Best Practices zur Umsetzung<br />

eines IT-Servicemanagements.<br />

Somit wird es möglich, dem Kunden die gesamte Bandbreite<br />

von Serviceprodukten anzubieten: vom reaktiven,<br />

klassischen Servicefall, wie er heute Standard ist, bis zu<br />

einer Full-Service 24/7-Betriebsüberwachung mit Incident<br />

Management System und definierten Service Level Agreements<br />

(SLA). Das Szenario könnte bis zu einer tatsächlich<br />

umgesetzten Mobilitätsgarantie ausgebaut werden, wobei<br />

bei einem Totalausfall des Fahrzeugs mit definierten, situationsabhängigen<br />

Fallbacklösungen (Ersatzfahrzeug, intermodaler<br />

Transport etc.) die Fortsetzung der Reise sichergestellt<br />

wäre.<br />

Christian Seiler // GIGATRONIK Stuttgart GmbH<br />

Christian.Seiler@gigatronik.com<br />

www.xing.com/net/fahrzeugdiagnose<br />

https://auto-repair-ideas.bosch.com<br />

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie fahren mit Ihrem<br />

eFahrzeug des Herstellers A an eine Ladesäule, die von den<br />

Stadtwerken B betrieben wird. Sie haben einen Vertrag mit<br />

Ihrem eMobility-Provider C, und über diesen wird der nun<br />

beginnende Ladevorgang abgerechnet. Nach zwei Stunden<br />

Ladezeit möchten Sie weiterfahren, stellen jedoch fest, dass<br />

die tatsächlich aufgenommene Strommenge nur einer Ladedauer<br />

von ca. einer Stunde entspricht. Wo ist die Ursache des<br />

Problems zu finden und wer kümmert sich darum? Als erstes<br />

fahren Sie zum Servicepartner Ihres Fahrzeugherstellers A<br />

und berichten dem Servicemitarbeiter von Ihrem Problem. Er<br />

unterzieht Ihr Fahrzeug einer gründlichen Untersuchung und<br />

kommt zum Ergebnis: kein Befund. Er rät Ihnen, es einfach<br />

nochmal an einer anderen Ladesäule zu probieren.<br />

Solch ein Szenario könnte in naher Zukunft Realität werden<br />

- und sicherlich würden Sie dies so nicht akzeptieren.<br />

Die Diagnosesysteme müssen vernetzt werden<br />

Heutige Diagnosesysteme betrachten das Fahrzeug als abgeschlossenes<br />

System - alle darin behandelten Fehlerursachen<br />

sind im Fahrzeug selbst zu finden. Meist reicht es aus, die<br />

als Störquelle identifizierte Komponente zu benennen und<br />

die Reparatur bzw. den Austausch anzuweisen. Dies ist bei<br />

vernetzten Funktionen, die wie in dem Ladeszenario oben<br />

eine Datenkommunikation zwischen mehreren Beteiligten<br />

benötigen, nicht mehr ausreichend. Werden die Funktionen<br />

zunehmend vernetzt, so müssen auch Diagnosemöglichkeiten<br />

entwickelt werden, die Informationen über alle Teilsysteme<br />

einholen und plausibilisieren können. Dies bedingt, dass<br />

gemeinsam genutzte, offene Schnittstellen zum Datenaustausch<br />

etabliert werden. Und es bedingt die gegenseitige<br />

Öffnung des Zugangs zu betriebsrelevanten Informationen<br />

der beteiligten Systemkomponenten.<br />

Einen sehr guten Lösungsansatz zur vernetzten eMobilität verfolgt<br />

die Firma Hubject GmbH: Es handelt sich dabei um eine<br />

Entwicklungskooperation marktführender Unternehmen der<br />

Energiewirtschaft, Elektroindustrie sowie der Automobilindustrie.<br />

Hubject entwickelt eine eMobility-ServicePlattform, die<br />

deutschlandweit das Angebot an Ladesäulen sowie die entsprechende<br />

Verrechnung über ein offenes System bündelt.<br />

Serviceplattform zum Austausch von diagnoserelevanten<br />

Informationen nutzen<br />

Diese Serviceplattform könnte auch als Austauschplattform<br />

für diagnoserelevante Informationen dienen. Zusammen mit<br />

den Informationen aus dem Fahrzeug, den Prüfungsergebnissen<br />

der Fahrzeugkomponenten und der Kundenbeanstandung<br />

könnte der Servicemitarbeiter über sein Diagnosesystem<br />

eine Anfrage an die eMobility-Serviceplattform senden,<br />

um das Fehlerbild zu plausibilisieren. Idealerweise liefert die<br />

Plattform auch direkt die Erläuterung über die Hintergründe<br />

der Störung und meldet den Zeitpunkt der Behebung der<br />

Die Schnittstellen der eMobilitäts-Serviceplattform von Hubject<br />

Backend<br />

Ladesäulenbetreiber<br />

Backend<br />

Ladesäulenbetreiber<br />

Ladesäule<br />

Hubject<br />

Internet<br />

Energie<br />

Mobiles Endgerät/<br />

RFID<br />

Onboard Unit<br />

Energiemanagement<br />

Backend<br />

eMobility Provider<br />

Mobilfunknetz<br />

Onboard<br />

Unit<br />

56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57


Status QUo der Elektromobilität - Dr. Thomas Lützenrath<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Thomas Lützenrath<br />

»Full Power« für<br />

Elektromobilität<br />

Deutsche Telekom und Castellan AG kooperieren beim Vertrieb innovativer Ladestationen<br />

über die Telekom Sales Factory<br />

Weltneuheit: erster Elektro-Frauenparkplatz<br />

Toyota Crew<br />

Der weltweit überproportional wachsende Energiebedarf<br />

bei zugleich begrenzten fossilen Ressourcen und bedeutende<br />

Klimaschutzanforderungen lassen nur eine Schlussfolgerung<br />

zu - an Elektromobilität und intelligenter Energienutzung<br />

führt kein Weg vorbei. Doch bis zur Umsetzung<br />

der anvisierten Ziele - Stichwort: 1 Million Elektroautos bis<br />

2020 - ist es noch ein weiter Weg. Einerseits gibt es herstellerübergreifend<br />

immer noch keine einheitlichen Standards<br />

zur Übertragung (Steckertypen und Lademodi) und Speicherung<br />

(Batterien) der Energie, andererseits müssen die<br />

Ladestationen maximal kompatibel sein. Dem Ausbau einer<br />

flächendeckenden Infrastruktur zum Laden der Elektrofahrzeuge<br />

kommt das nicht unbedingt entgegen, obwohl Akzeptanz<br />

und weitere Verbreitung elektrisch angetriebener<br />

Fahrzeuge maßgeblich von nutzerfreundlichen und verfügbaren<br />

Lademöglichkeiten abhängen.<br />

Die Castellan AG hat diese Herausforderung angenommen<br />

und unter der Marke Full Power innovative Ladestationen für<br />

Elektrofahrzeuge entwickelt. In Abhängigkeit von Einsatzort,<br />

Anwendung, Stromstärke und vorhandenen Anschlussmöglichkeiten<br />

stehen Stand- oder Wandladesysteme zur<br />

Verfügung, die individuell konfiguriert und gestaltet werden<br />

können. Ihre Vorreiterrolle hinsichtlich technologischer<br />

Entwicklungen und Systemlösungen zur eMobilität hat die<br />

Castellan AG daher jüngst durch eine Vertriebskooperation<br />

mit der M2M Sales Factory der Deutschen Telekom, dem Vertriebszweig<br />

M2M-Karten, untermauert.<br />

»Besonders dort, wo mehrere Ladestationen miteinander<br />

verknüpft werden, müssen Datentransfer und individuelle<br />

Abrechnungsmöglichkeiten gewährleistet sein«, erklärt<br />

Hans-Georg Castellan, Gründer und Mehrheitsaktionär der<br />

Castellan AG. »Dies gilt als Systemlösung für Parkraumbetriebe<br />

genauso wie für Einzelstationen in der Industrie, bei<br />

Autohäusern, Hotels oder Handelsketten - und in Zukunft<br />

auch bei der Home-Ladung. In Kombination mit intelligenten<br />

Zugangssystemen wie RFID oder Handy-Identifikation wird<br />

sichergestellt, dass der jeweilige Nutzer auch nur für seine<br />

individuelle Ladung bezahlt. Zahlsysteme integriert in Parkraumbewirtschaftungssysteme<br />

sind dabei genauso möglich<br />

wie eine Belastung z.B. über die Mobilfunkrechnung.«<br />

Herzstück der Systemkommunikation ist eine M2M-Karte,<br />

die alle relevanten Daten der Ladung, aber auch verschiedene<br />

automatische Funktions- und Sicherheitstests über<br />

das M2M-Netz an die jeweiligen Überwachungsserver beim<br />

Kunden oder bei der Castellan AG sendet. Die eigentliche<br />

Steuerungselektronik der Ladestation übernimmt dann die<br />

individuelle Ladung für die unterschiedlichsten Elektromobile,<br />

von der Schnellladung mit bis zu 63 A (43,5 kW) bis hin<br />

zum eFahrrad, in vielen Fällen auch in Kombination.<br />

»Unser Anliegen ist es, zukunfts- und ausbaufähige Systeme<br />

mit hohem Bedienkomfort zu entwickeln. Daher passen sich<br />

unsere Full Power-Ladestationen nicht nur hinsichtlich ihrer<br />

Funktionen, sondern auch im individuellen Design komplett<br />

an die Anforderungen unserer Kunden an. Beispielsweise<br />

wurden die Ladesäulen für die Händler der Toyota Deutschland<br />

GmbH mit Monitoren ausgestattet, über die Produktinformationen,<br />

Werbespots und andere multimediale Inhalte<br />

eingebunden werden können«, so Castellan.<br />

»Die Castellan AG wird durch die Vertriebskooperation mit<br />

der M2M Sales Factory der Deutschen Telekom einen breiteren<br />

Kundenkreis erreichen«, verdeutlicht Dr. Thomas Lützenrath,<br />

der als Vorstand Business Development der Castellan<br />

AG verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung<br />

bedeutsamer Geschäftsfelder ist. »Gemeinsame Kommunikationsmaßnahmen<br />

der Castellan AG und Telekom werden<br />

unseren innovativen Produktlösungen zur eMobilität eine<br />

breitere Öffentlichkeit verschaffen. Aber auch die Telekom<br />

stellt mit unserer exklusiven Zusammenarbeit ihre Leistungsfähigkeit<br />

in der M2M-Datenübertragung unter Beweis.«<br />

Die Castellan AG mit Sitz in Kreuztal bei Siegen ist Entwickler<br />

und Hersteller innovativer Infrastruktur-Systemlösungen.<br />

Das Produktportfolio umfasst Notfallsysteme zur Unterstützung<br />

medizinischer Erstversorgung (darunter der Notfallmanager<br />

LifeGuide mit automatischer Freisprechverbindung<br />

zur Notrufleitstelle über das M2M-Netz der Telekom), Informationssysteme<br />

für öffentliche Plätze und im Bereich der<br />

Elektromobilität funktionsreiche elektrische Ladesysteme<br />

(Full Power). Letztere sind auch in Form von E-Safes zur sicheren<br />

und schnellen Aufladung von elektronischen Geräten<br />

an öffentlichen Plätzen verfügbar. Alle Produkte sind miteinander<br />

kombinierbar. Dass die Castellan AG mit ihren innovativen<br />

Entwicklungen zu den Markt- und Technologieführern<br />

zählt, verdeutlichen weitere Kooperationen mit Siemens und<br />

Fraunhofer IPK sowie Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen.<br />

Schon jetzt vertrauen Toyota Deutschland, das Berliner<br />

Fraunhofer-Institut, die Berliner Verkehrsbetriebe und<br />

namhafte Parkhausbetreiber in ganz Deutschland auf Full<br />

Power.<br />

Dr. Thomas Lützenrath<br />

Castellan AG<br />

info@castellan-ag.com<br />

58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59


Status QUo der Elektromobilität - Dornier Consulting GmbH<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dornier Consulting GmbH<br />

Zeit für einen Direktvergleich<br />

Wasserstoff- und batteriebasierte Elektromobilität<br />

Die Fachwelt ist sich einig: Wasserstoff- und batteriebasierte<br />

Elektromobilität werden beide für die Neue Mobilität der<br />

Zukunft nebeneinander existieren und sich gegenseitig<br />

ergänzen - Batteriefahrzeuge (BEVs) für Kurzstrecken mit<br />

Kleinfahrzeugen und Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEVs) für<br />

längere Fahrten mit größeren Fahrzeugtypen. Bezeichnend<br />

ist, dass 50% aller Autos in dieses Segment fallen, aber<br />

75% der Pkw-bedingten CO 2 -Emissionen ausmachen.<br />

Ziel der Bundesregierung ist es im Jahr 2020 eine Million BEVs<br />

auf die Straßen zu bringen und Deutschland als Leitmarkt und<br />

-anbieter für Elektromobilität zu etablieren. Hinzukommen<br />

sollen zusätzlich auch 500.000 FCEVs, was durch die starke<br />

mediale Aufmerksamkeit für die batteriebasierte Elektromobilität<br />

in der öffentlichen Diskussion oftmals untergeht.<br />

Quasi im demonstrativen Gleichschritt wurden am 20. Juni<br />

2012 für beide elektromobilen Teilmärkte der weitere Fahrplan<br />

vorgestellt. So wurde einerseits im Bundesministerium<br />

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durch Minister Ramsauer<br />

und verschiedenen Industrievertretern eine Absichtserklärung<br />

unterschrieben, die beinhaltet, bis zum Jahr 2015 ein<br />

Netz von mindestens 50 öffentlichen Wasserstofftankstellen<br />

aufzubauen und zu betreiben. Laut Aussage von Experten<br />

werden für ein flächendeckendes Netz ca. 1.000 H 2 -Tankstellen<br />

benötigt.<br />

Andererseits wurde im Haus der Bundespressekonferenz in<br />

Berlin der 3. Entwicklungsbericht der Nationalen Plattform<br />

Elektromobilität (NPE) vorgestellt. Dieser sieht bis Ende 2013<br />

die Marktvorbereitungsphase mit Grundlagenforschung vor,<br />

bevor ab 2014 der Markthochlauf erfolgt.<br />

Höchste Zeit für die Frage: »Wie gut sind die notwendigen<br />

Stellhebel für die termingerechte Entwicklung der beiden<br />

elektromobilen Teilmärkte tatsächlich eingestellt?« Ein genauerer<br />

Blick auf fünf zentrale Fokusfelder soll helfen, eine<br />

Antwort zu liefern.<br />

Fokusfeld 1<br />

Politik- und industrieübergreifende Zusammenarbeit<br />

Die Einführung innovativer Technologien muss aufgrund der<br />

hohen Entwicklungskosten und Nachfragerisiken von politischen<br />

Maßnahmen und Verantwortlichen flankiert werden.<br />

Hierbei ist eine gemeinsame Zusammenarbeit von verschiedenen<br />

Industrieakteuren entscheidend. Im wasserstoffmobilen<br />

Teilmarkt sind zwei Industrieinitiativen hervorzuheben:<br />

Die Clean Energy Partnership (CEP) als strategisches Organ<br />

und die H2-Mobility-Initiative als marktnahes operatives Organ.<br />

Bis 2016 testet die CEP sowohl fahrzeug- als auch infrastrukturseitig<br />

die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als<br />

Kraftstoffoption. Die H2-Mobility-Initiative sieht zwei Phasen<br />

vor: In Phase I erfolgt eine Businessplanung, die im positiven<br />

Falle in Phase II umgesetzt wird. Ziel ist der Aufbau eines<br />

flächendeckenden H2-Tankstellennetzes ab 2015. Mit der<br />

Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie<br />

(NOW) hat der sich entwickelnde Wasserstoffmobilitätsmarkt<br />

einen Interessensvertreter, der stellvertretend<br />

für die Bundesregierung die politischen Zielsetzungen<br />

sowie die Industriebelange in Einklang bringt. Vergleichbares<br />

gibt es in der batterieelektrischen Welt auf Bundesebene nur<br />

im Rahmen der Arbeit der NPE.<br />

Fokusfeld 2<br />

Integration erneuerbarer Energieträger<br />

Eine global umweltfreundliche Gesellschaft ist nur mit dem<br />

Einsatz von erneuerbaren Energiequellen möglich. Voraussetzung<br />

für ein Angebot an CO 2 -freien bzw. -armen Kraftstoffen ist<br />

die Integration von erneuerbaren Energiequellen in die Versorgungskette.<br />

BEVs und FCEVs fahren zwar »lokal« emissionsfrei,<br />

sind aber in der gesamten Kette »global« durchaus emissionsbehaftet.<br />

Wird die Kraftstofferzeugung für Strom oder<br />

Wasserstoff mit konventionellen Kraftwerken bedient, ist die<br />

CO 2 -Bilanz nicht unbedingt besser als bei einem Verbrenner.<br />

Für beide elektromobilen Teilmärkte hat die verstärkte Integration<br />

von erneuerbaren Energieträgern eine große Wirkung.<br />

Fokusfeld 3<br />

Standardisierung im Markt<br />

Eine frühe Vereinheitlichung von Marktmechanismen beschleunigt<br />

den Reifeprozess eines sich neu entwickelnden<br />

Marktes. Unabdingbar sind Klarheit über Produkte, Dienstleistungen<br />

und Technologien. Für den wasserstoffmobilen<br />

Teilmarkt hat man sich auf einheitliche Spezifikationen für<br />

die zukünftigen H2-Tankstellen geeinigt. Diese dienen für<br />

die Kommerzialisierung als zuverlässige Basis für die Marktteilnehmer.<br />

Auch die Schnittstelle zu den Fahrzeugen ist hier<br />

detailliert behandelt. Die Automobilhersteller haben bereits<br />

nahezu serienreife FCEVs entwickelt. Dazu gehören bspw. der<br />

F-Cell von DAIMLER oder der HydroGen4 von Opel/GM, die in<br />

den kommenden Jahren für den Massenmarkt bereitstehen.<br />

Noch offen dagegen ist das Thema der standardisierten Genehmigung<br />

der H2-Tankstellen. Hier arbeitet derzeit die Dornier<br />

Consulting GmbH mit der NOW und der Wirtschaftsregion<br />

Stuttgart (WRS) an einem einheitlichen Konzept. Im batterieelektrischen<br />

Umfeld gibt es lediglich eine Standardisierung<br />

auf noch sehr abstrakter Ebene für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur,<br />

Schnittstellen, Abrechnungssysteme, Recyclingverfahren<br />

(Stichwort: Normungs-Roadmap Elektromobilität). Bislang<br />

werden BEVs von vereinzelten Automobilherstellern nur in<br />

Kleinstserien gebaut (z.B. Smart ed, Citroën C-Zero etc.). Auch<br />

spezielle Themen wie ein normiertes, zuverlässiges Messverfahren<br />

für State of Charge/Reichweitenvorhersage werden<br />

behandelt.<br />

Fokusfeld 4<br />

Sichtbarkeit im Markt<br />

Für den erfolgreichen Aufbau neuer Märkte sind Vertrauen in<br />

die angebotenen Produkte und Dienstleistungen essentiell.<br />

Hierzu trägt die Sichtbarkeit im Markt entscheidend bei. Zu<br />

bemängeln ist der doch noch starke punktuelle Demonstrationscharakter<br />

der Angebote. Für die Wasserstoffmobilität<br />

existieren gegenwärtig ca. 15 öffentliche, deutschlandweitverstreute<br />

Tankstellen, die in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit<br />

eher untergehen. Im Gegensatz zu den FCEVs haben BEVs<br />

den Vorteil, auch zu Hause »betankt« werden zu können, d.h.<br />

öffentliche Ladestationen sind nicht zwingend erforderlich.<br />

Auch wenn die Schaufensterprojekte für die batteriebasierte<br />

Elektromobilität sich auf vier Regionen beschränken, haben<br />

die insgesamt über 600 Partner in 230 Einzelprojekten die Aufgabe,<br />

die Sichtbarkeit national und international zu erhöhen.<br />

Fokusfeld 5<br />

Investorenattraktivität<br />

Marktkommerzialisierungen bedingen die Bereitschaft notwendige<br />

Startinvestitionen sowie die Kompensation anfänglicher<br />

Mindereinnahmen bzw. Mehrbetriebskosten zu übernehmen.<br />

Derzeit sind die Anschaffungskosten von BEVs und<br />

FCEVs noch immer höher als für vergleichbare Verbrenner.<br />

Außerdem zeigt ein Vergleich der spezifischen Kraftstoffverkaufspreise<br />

(Preis pro kWh), dass im traditionellen Tankstellengeschäft<br />

noch keine Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist.<br />

Gemäß eigenen Berechnungen ist folgender Preisvergleich<br />

heute zutreffend: Benzin: 0,15 Euro/kWh; Diesel: 0,11 Euro/<br />

kWh; Erdgas: 0,07 Euro/kWh; Flüssiggas: 0,<strong>09</strong> Euro/kWh;<br />

Strom: 0,23 Euro/kWh; Wasserstoff: 0,29 Euro/kWh. Auch die<br />

Mehrkosten für die Bereitstellung der Betankungsinfrastruktur<br />

sind für die späteren Betreiber erheblich. Noch fehlen in<br />

beiden Teilmärkten tragfähige Geschäftsmodelle, welche die<br />

Übernahme der bestehenden Kostenstrukturen rechtfertigen<br />

könnten. Die Aufgabe potentieller Marktteilnehmer ist es, ein<br />

umsetzbares Geschäftsmodell zu liefern, das die betrieblichen<br />

Chancen und Risiken klar beziffert.<br />

Fazit<br />

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sowohl der<br />

Wasserstoff- als auch der Batteriesektor die Markteinführungszeitpunkte<br />

zwar klar im Blick haben, jedoch noch einige<br />

Anstrengungen unternommen werden müssen, um die<br />

Stellhebel in eine optimale Position zu bringen. Vor allem im<br />

batterieelektrischen Bereich ist eine Gemeinschaftsleistung<br />

durch politische Unterstützung und industrieübergreifende<br />

Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. Ideen zur Bildung<br />

spezifischer öffentlich-privater Partnerschaftsmodelle werden<br />

gegenwärtig näher betrachtet, um den Zeitraum bis zur vollständigen<br />

Attraktivität der elektromobilen Teilmärkte für die<br />

Privatwirtschaft zu überbrücken. Für beide Teilmärkte ist im<br />

Sinne einer wirklich nachhaltigen Entwicklung der Einsatz von<br />

erneuerbaren Energiequellen unerlässlich, um das höchste<br />

Wirkungspotential zu erreichen. Hier ist noch einiges zu tun.<br />

Das Ziel, durch eine Standardisierung von Produkten und<br />

Prozessen Kosten und Komplexität zu reduzieren, ist durch<br />

die vorhandenen Fachgremien in Arbeit, gestaltet sich jedoch<br />

im batterieelektrischen Umfeld bspw. für Ladeverfahren u.a.<br />

durch eine größere Anzahl von Playern schwierig.<br />

Eine erhöhte Sichtbarkeit im Markt über punktuelle, zeitlich<br />

befristete Demonstrationsprojekte hinaus muss eindeutige<br />

Signale innerhalb der Gesellschaft setzen, um weiter am<br />

Ball zu bleiben. Schlussendlich müssen alle Beteiligten es<br />

schaffen, dass BEVs und FCEVs sowie deren Betankungsinfrastruktur<br />

wettbewerblich mit den Verbrennern gleichziehen<br />

können.<br />

Dauaride Empere<br />

Dornier Consulting GmbH<br />

www.dornier-consulting.com<br />

60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Helmut Niemeyer GmbH<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Jan Fritz Rettberg<br />

Alternative Konzepte für<br />

Elektromobilität finden<br />

Dirk Niemeyer, Geschäftsführer der Helmut Niemeyer GmbH, die die Marken EGRET<br />

One und Tante Paula führt und Florian Walberg, Entwickler und Projektmanager für<br />

EGRET One, erklären im Interview, wie Elektromobilität die Straßen erobern kann.<br />

Die Zukunft denken -<br />

und ausprobieren<br />

Ein Tag im Zeichen der Elektromobilität und der Energieversorgung der Zukunft an<br />

der Technischen Universität Dortmund<br />

Elektromobilität ist im Kommen. Würden Sie sagen, sie ist<br />

auch angekommen?<br />

Florian Walberg: Sie ist im Kommen, aber »Angekommen«<br />

setze ich mit »Selbstverständlich« gleich und bis es so weit<br />

ist, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Aber: Es gibt<br />

die ersten Konzepte, die von ihrem Sex-Appeal über den<br />

Charme einer Gehhilfe hinaus gehen und auch die trendsetzenden<br />

Zielgruppen erreichen können.<br />

Welche Aufgaben sehen Sie bei den Entwicklern?<br />

Dirk Niemeyer: Man sollte Fahrzeuge entwickeln, die den<br />

Bedürfnissen des Alltags entsprechen und dabei auch einen<br />

visuellen und haptischen Anspruch haben. Es stellt sich<br />

auch die Frage, ob man unbedingt mit jeder Entwicklung die<br />

Benziner angreifen will oder lieber ergänzend denken möchte.<br />

So haben wir es mit dem EGRET One geschafft. Bevor die<br />

Kosteneinsparung als Argument funktioniert, ist ein anderer<br />

Fokus in der Kommunikation und Entwicklung sinnvoll. Wir<br />

sehen die Chance der eMobilität zunächst in der Praktikabilität<br />

und Kompaktheit dieser Technologie. Ein elektrischer<br />

Antrieb ermöglicht kompakte Designs, so wie sie mit einem<br />

Benziner nie denkbar waren.<br />

Was müssen Hersteller noch leisten, damit die Produkte<br />

nachgefragt werden?<br />

Florian Walberg: Von der Produktseite wird eigentlich schon<br />

relativ viel geleistet. Bezüglich der Marken und Produkt-<br />

Kommunikation sehe ich allerdings noch Potenzial. Die<br />

Branche sprudelt nur so vor Innovation und Zukunft, aber<br />

leider wird noch relativ konservativ kommuniziert. Ich finde<br />

das Thema »Vernunft« ungefähr so sexy wie ein trockenes<br />

Dinkel-Brötchen.<br />

Dirk Niemeyer: Die Konsumenten wollen nicht mit erhobenem<br />

Zeigefinger angesprochen werden. Um die jungen,<br />

trendsetzenden Zielgruppen zu erreichen, müssen wir sehen,<br />

wie man mit einem eMobilitätsprodukt provozieren und<br />

angeben kann.<br />

Wo liegen aktuell die Hürden?<br />

Dirk Niemeyer: Die Gesetzgebung kommt der Innovationsgeschwindigkeit<br />

der Branche nicht schnell genug nach. Wir<br />

sind froh, dass der BEM die entsprechenden Brücken baut.<br />

Florian Walberg: Gerade für die kleinen, mutigen Hersteller<br />

sollte es leichter werden, die Regelungen im Markt zu verstehen.<br />

Wo sollen sonst die innovativen Produkte herkommen?<br />

Wenn dazu eine gesunde Balance aus Förderung der Unternehmen<br />

und einer Kompromisslösung bei der Zulassung für<br />

Fahrzeuge bis 25 km/h kommt, werden eFahrzeuge an jeder<br />

Straßenecke auftauchen.<br />

Florian Walberg auf dem EGRET One: »Alternative Konzepte für<br />

den Einsatz von eMobilen finden«<br />

PHoto: gromatzki.com<br />

Helmut Niemeyer GmbH<br />

www.heni.de<br />

»Die Zukunft denken - das ist das Motto des Kompetenzzentrums.<br />

In dieser Laborhalle der Elektromobilität kann<br />

die Zukunft sogar ausprobiert werden.« Mit diesen Worten<br />

eröffnete Professor Andrzej Górak, Prorektor Forschung<br />

der Technischen Universität Dortmund, am 05. September<br />

2012 die neue Technologieplattform für Elektromobilität<br />

im NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität, Infrastruktur<br />

und Netze. Mit dieser Plattform entsteht ein Testumfeld, in<br />

dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen<br />

zukünftig ihre Entwicklungen und Innovationen<br />

im Bereich Elektromobilität prüfen können.<br />

Die feierliche Eröffnung der Technologieplattform in der Laborhalle<br />

im Technologiezentrum Dortmund war zugleich der<br />

Auftakt für zwei weitere Veranstaltungen rund um die Themen<br />

Elektromobilität und Energieversorgung der Zukunft:<br />

Parallel fanden auch der Tag der offenen Tür des Kompetenzzentrums<br />

sowie der NRW-Kongress Infrastruktur und Netze<br />

statt. Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Besucherinnen<br />

und Besucher im Rahmen einer Posterausstellung einen<br />

Eindruck vom NRW Kompetenzzentrum Elektromobilität,<br />

Infrastruktur und Netze verschaffen.<br />

Im Rahmen dieses Projektes arbeiten und forschen sechs<br />

Lehrstühle der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik<br />

gemeinsam mit sechs Unternehmen an Fragestellungen<br />

der Elektromobilität.<br />

Zu den Partnern zählen die AKUVIB Engineering and Testing<br />

GmbH, EMC Test NRW GmbH, LTi DRiVES GmbH, RWE<br />

Deutschland AG, TÜV Informationstechnik GmbH und TechnologieZentrumDortmund<br />

GmbH. Aufbauend auf der bestehenden<br />

Infrastruktur wird an der technischen Weiterentwicklung<br />

verschiedener Komponenten, der Ladeinfrastruktur<br />

sowie der intelligenten Netzintegration von Elektrofahrzeugen<br />

gearbeitet. Die Gäste konnten außerdem Komponenten<br />

der neu eröffneten Technologieplattform sowie eine große<br />

Auswahl an Elektrofahrzeugen und der zugehörigen Ladetechnologie<br />

entdecken und ausprobieren.<br />

Mehr als 100 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik<br />

diskutierten zeitgleich auf dem ersten NRW-Kongress Infrastruktur<br />

und Netze über die Themen Elektromobilität, Verteilnetze,<br />

Transportnetze und die Energieversorgung der Zukunft.<br />

Veranstaltet wurde der Kongress vom ie 3 Institut für Energiesysteme,<br />

Energieeffizienz und Energiewirtschaft gemeinsam<br />

mit der EnergieAgentur.NRW und Elektromobilität.NRW.<br />

»Wir müssen Energiewende und Elektromobilität als die großen<br />

Chancen begreifen, die sie sind«, sagte Professor Christian<br />

Rehtanz vom ie 3 bei der Begrüßung. Oberbürgermeister<br />

Ullrich Sierau zeigte sich erfreut darüber, dass das Institut<br />

von Professor Rehtanz diesen zukunftsweisenden Kongress<br />

nach Dortmund holen konnte. Mit dem Masterplan Energiewende,<br />

dem Lenkungskreis Elektromobilität, dem Konsultationskreis<br />

Elektromobilität und Klimaschutz sowie Projekten<br />

wie TIE-IN, metropol-E oder ELMO nehme Dortmund eine<br />

Vorreiterrolle ein. »Und diese wollen wir weiter ausbauen«,<br />

so Sierau.<br />

Dr. Jan Fritz Rettberg // NRW Kompetenzzentrum<br />

Elektromobilität, Infrastruktur und Netze<br />

fritz.rettberg@tu-dortmund.de<br />

www.kompetenzzentrum-elektromobilitaet.de<br />

Ausschnitt aus der IKT-Testumgebung für Elektromobilität<br />

62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63


Status QUo der Elektromobilität - Clean Tech Media Award 2012<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - mk-group<br />

Clean Tech Media Award 2012<br />

Elektromobilität war eines der Themen des Abends<br />

Gewinner der Kategorie<br />

Mobilität<br />

mk-group gewinnt Clean Tech Media Award 2012<br />

Musiker Morten Harket (a-ha) setzt sich für Elektromobilität ein<br />

BEM-Mitglied mk-group Holding gewinnt in der Kategorie Mobilität, CEO Martin Kristek<br />

Eine grüne Bühne für Elektromobilität bot der Deutsche<br />

Umwelt- und Medienpreis, Clean Tech Media Award, in<br />

diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes. Auf einer Bühne<br />

aus Echtrasen wurden kürzlich umweltfreundliche und<br />

zukunftsweisende Ideen in den sieben Kategorien Nachwuchs,<br />

Kommunikation, Mobilität, Lebensstil, Energie, Luftfahrt<br />

und Musik ausgezeichnet. Die Gewinner wurden von<br />

der Jury wegen ihrer besonderen Innovationskraft, Marktrelevanz<br />

und vor allem Nachhaltigkeit aus den 89 Projekten<br />

ausgewählt, die sich in diesem Jahr beworben hatten. 1.000<br />

geladene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur<br />

und Medien waren dabei.<br />

In der Kategorie Mobilität konnte sich die mk-group Holding<br />

über den renommierten Umweltpreis freuen. Mit ihrem Projekt<br />

»Care-Load«, einer diskriminierungsfreien Ladesäule für<br />

Elektromobile, hatte sie zunächst in der Online-Abstimmung<br />

die Nase vorn und setzte sich letztendlich in ihrer Kategorie<br />

durch. Nominiert war außerdem CPM Compact Power Motors,<br />

die mit der Entwicklung hocheffizienter, leichter Elektromotoren<br />

Emissionen verringern können. Auch der dritte Nominierte<br />

der Kategorie Mobilität, Proton Motor Fuel Cell, widmet<br />

sich der Weiterentwicklung von Elektromobilität. Mit wasserstoffbasierten<br />

Brennstoffzellen kann die Reichweite von<br />

elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen erweitert werden.<br />

Der Green Music Award wurde 2012 erstmalig im Rahmen<br />

des Clean Tech Media Award verliehen. Der Preisträger,<br />

Morten Harket, ehemaliger Sänger der Band a-ha, hat die<br />

Auszeichnung für sein über 25-jähriges Engagement für die<br />

Umwelt entgegengenommen. Was kaum jemand weiß:<br />

Gemeinsam mit einem Freund überführte Morten Harket das<br />

erste Elektrofahrzeug, einen Fiat Panda, in sein Heimatland<br />

Norwegen. In den 80er Jahren zählte der Musiker damit zu<br />

den ersten Aktivisten im Einsatz für die Verbreitung von<br />

Elektromobilität.<br />

Morten Harket war einer von über hundert prominenten Gästen<br />

des Clean Tech Media Award in diesem Jahr. Von ihnen<br />

engagieren sich viele auch als Botschafter der Veranstaltung,<br />

wie z.B. die Schauspieler Christiane Paul, Hannes Jaenicke<br />

oder Nora Tschirner. Sie unterstützten den Clean Tech Media<br />

Award als Vorbilder und Multiplikatoren in Sachen Umweltengagement.<br />

So kamen Ruth Moschner und Jan Hahn, die<br />

Moderatoren des Abends mit einem Elektro-Smart des<br />

Carsharing-Anbieters car2go auf die Bühne gefahren. Diese<br />

Verbindung von Umwelttechnologien mit Glamour macht<br />

den Clean Tech Media Award einzigartig.<br />

www.cleantech-award.de<br />

Nach der Auszeichnung 2011 beim Wettbewerb Deutschland -<br />

»Land der Ideen« wurde die mk-group Holding GmbH im<br />

September erneut für ihr innovatives Ladesäulenkonzept geehrt.<br />

Beim wohl bekanntesten und aussagekräftigsten Preis<br />

der Branche - dem Clean Tech Media Award 2012 - wurde die<br />

begehrte Trophäe in der Kategorie »Mobilität« an den Inhaber<br />

und Geschäftsführer Martin Richard Kristek übergeben.<br />

Kristek: »Ich bin stolz und es freut mich, dass unsere Arbeit<br />

wahrgenommen und ausgezeichnet wird. Elektromobilität<br />

ist ein Antriebskonzept der urbanen Zukunft. Wir entwickeln<br />

unter unserer Marke »Care-Energy« umfassende Konzepte<br />

für Fahrzeuge und Ladeinfrastrukturen.<br />

Unser Ladesäulenkonzept wird die Infrastruktur der Elektromobilität<br />

nachhaltig verändern. Wir bieten jedem Kunden<br />

seinen eigenen Hausstromtarif und akzeptieren jeden Stromanbieter.<br />

Der Kunde zahlt bequem am Monatsende über seine<br />

Stromrechnung das Aufladen des Fahrzeugs zu seinem<br />

Hausstromtarif.<br />

Wir können mit unserem System in Deutschland ein engmaschiges<br />

Versorgungsnetz für die Elektromobilität ohne<br />

Subventionen schaffen. Zudem können wir verhindern, dass<br />

alle 1.300 Energieversorgungsunternehmen mit eigenen Ladesäulen<br />

ins Stadtbild drängen.«<br />

Passend zur Preisverleihung wurde zwei Wochen später die<br />

erste Ladesäule der mk-group in Kooperation mit der ECE<br />

eingeweiht. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch ließ<br />

es sich nicht nehmen, sich von dem Projekt und der Funktionalität<br />

vor Ort selbst zu überzeugen. »Der Ausbau der<br />

Elektromobilität in Hamburg erfordert einen Ausbau der Infrastruktur.<br />

Die Möglichkeit sein Auto aufzuladen muss zur<br />

Selbstverständlichkeit in der ganzen Stadt werden.«<br />

Peter Lindlahr, Geschäftsführer der Projektleitstelle für die<br />

Modellregion Elektromobilität Hamburg, hySOLUTIONS<br />

GmbH: »Eine praxisorientierte Planung und Umsetzung der<br />

Konzepte zum innerstädtischen Aufbau von Ladesäulen für<br />

Elektroautos ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die generelle<br />

Akzeptanz des Themas Elektromobilität in der Bevölkerung.<br />

Nur mit einer breiten öffentlichen Akzeptanz werden wir die<br />

ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen<br />

eFahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, auch tatsächlich<br />

erreichen.« Die mk-group und ECE werden, neben<br />

Hamburg zeitnah weitere Ladsäulen in Berlin und Hannover<br />

in Betrieb nehmen.<br />

Timo Heinemann<br />

MK-Group Holding GmbH<br />

timo.heinemann@care-energy.de<br />

64 Neue Mobilität Neue Mobilität 65


Status QUo der Elektromobilität - Institut Neue mobilität<br />

Institut <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Erfolgreiche Geschäfte im Wachstumsmarkt Elektromobilität<br />

Der Bundesverband eMobilität möchte seine Mitglieder künftig<br />

über die reine Verbandsarbeit hinaus in konkrete Projekte<br />

und Geschäftsmodelle integrieren. Vor diesem Hintergrund<br />

nimmt das Institut Neue Mobilität in Kooperation und enger<br />

Partnerschaft mit dem BEM ab Januar 2013 seine Arbeit auf.<br />

Ziel ist es, insbesondere den Mittelstand in der aktuellen<br />

Phase der Neuorientierung zu begleiten, um im Wachstumsbereich<br />

Elektromobilität erfolgreich Geschäfte zu generieren.<br />

Der duale Netzwerkcharakter des Instituts bietet<br />

die Möglichkeit, branchenübergreifend auf das vielfältige<br />

Know-how der BEM-Mitgliedsunternehmen, der wissenschaftlichen<br />

Beiräte und dem vorhandenen Expertennetzwerk<br />

zurück zu greifen - vom Großkonzern bis hin zu den<br />

innovativen klein- und mittelständischen Unternehmen.<br />

Die Tätigkeitsschwerpunkte des Instituts liegen sowohl in<br />

der Durchführung qualitativ hochwertiger Schulungen und<br />

Seminare im Bereich eMobilität, als auch in der strategischen<br />

Beratung und Konzeption bei der Entwicklung neuer<br />

Geschäftsfelder. Das Institut berät Unternehmen entlang der<br />

gesamten Wertschöpfungskette der Neuen Mobilität und<br />

setzt auf eine ganzheitliche Beratung, die die Wettbewerbsfähigkeit<br />

seiner Kunden steigert und die Wirtschaftlichkeit<br />

der Unternehmen optimiert. Das Institut betreut Unternehmen<br />

bei ihren Veränderungsprozessen von der Konzeption<br />

bis hin zur technischen, operativen und medialen Umsetzung.<br />

Fundierte Fach- und Branchenkenntnisse sind die Grundlage<br />

einer erfolgreichen Beratungsdienstleistung. Aus der<br />

Expertise und dem Erfahrungsaustausch der Vielzahl an<br />

Branchenexperten aus dem Pool des Instituts entstehen<br />

deshalb innovative Strategiekonzepte, nachhaltige Lösungen<br />

und insbesondere erfolgreiche Ergebnisse.<br />

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die themenübergreifende<br />

Bündelung von Fachwissen. Vor diesem Hintergrund agieren<br />

die Akteure und Berater aus unterschiedlichen Branchen in<br />

Expertengruppen zusammen, um das vorhandene Know-how<br />

optimal zu nutzen: Elektrofahrzeughersteller, Batteriehersteller,<br />

Systemzulieferer, Erneuerbare Energien, Energieversorger,<br />

Elektrofahrzeughändler, Prüfgesellschaften, Taxiunternehmer,<br />

Ladeinfrastruktur-Hersteller, IT-Unternehmen,<br />

PR- und Marketingagenturen, Unternehmensberatungen,<br />

Anwaltskanzleien, Ingenieurbüros, Versicherungen, Versicherungsmakler<br />

und Telekommunikationsunternehmen.<br />

Das Institut Neue Mobilität unterstützt seine Kunden darin,<br />

vorteilhafte Wettbewerbspositionen auszubauen und sich<br />

erfolgreich im Umfeld seiner Mitbewerber zu platzieren.<br />

Letztlich geht es für die gesamte Branche darum, erfolgreiche<br />

Geschäftsmodelle in einem expansiven Marktumfeld zu<br />

positionieren.<br />

Ansprechpartner Matthias Groher // www.institut-nm.de<br />

Florian Fritsch – Allianz Kunde seit 2004<br />

Bei der Allianz hat Fortschritt Tradition. Schon seit über 100 Jahren versichern wir als kompetenter Partner zuverlässig den<br />

Bereich Mobilität. Heute bieten wir als einer der ersten Anbieter in Deutschland den Pionieren der Elektromobilität passenden<br />

Schutz. So können auch in Zukunft alle Autofahrer mit uns als starkem Begleiter rechnen. Das Allianz Zentrum für Technik<br />

beschäftigt sich ebenfalls mit alternativen Antrieben. Beispielsweise wird hier die Reparaturfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen<br />

bei typischen Stadtunfällen untersucht. Mehr zum Thema unter www.allianz.de/elektro<br />

Hoffentlich Allianz versichert.<br />

66 Neue Mobilität<br />

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<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Abonnement Fax an 030 8638 0866<br />

JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 29,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 20,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />

Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />

Förder-abo / 4 Ausgaben<br />

Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />

eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 48,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />

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Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />

Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

5 Stück (90,00 €) 10 Stück (155,00 €) 20 Stück (285,00 €)<br />

oder per email an<br />

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Unser Fachmagazin informiert Sie viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />

und Projekte der eMobilitätsbranche. Mit einem Abo unterstützen Sie aktiv unsere Arbeit..!<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung<br />

der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um ein weiteres Jahr. Bei einer evtl.<br />

Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2013 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband<br />

eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail. Stand Januar 2012<br />

liefer- und Rechnungsadresse<br />

Unternehmen<br />

Vorname, name<br />

straSSe, nr.<br />

PLZ, Ort<br />

email<br />

USt-IdNr.<br />

Fon<br />

Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />

Rechnung zusätzlich per Post.<br />

WHO<br />

Who<br />

DER<br />

IS<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Einzugsermächtigung<br />

Name der Bank<br />

BLZ<br />

Kontoinhaber<br />

*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />

Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />

Ort, Datum,<br />

Stempel, Unterschrift<br />

Hiermit bestelle ich verbindlich das oben ausgewählte Abonnement.<br />

Verbände, Initiativen, Organisationen, die aktiv Zeichen setzen.<br />

68 Neue Mobilität


Who is Who der elektromobilität<br />

Who is Who der Elektromobilität - BEM<br />

Who is Who der<br />

Elektromobilität<br />

BEM<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Die Bundesregierung verfolgt auch nach dem letzten Elektromobilitätsgipfel im Kanzleramt am<br />

01. Oktober 2012 das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu<br />

bringen. Klar ist, dass dieses Ziel nur branchenübergreifend und gesamtgesellschaftlich erreicht<br />

werden kann. Nur durch aktive Zeichen und nachhaltiges Engagement aller beteiligten Akteure<br />

von der Politik über die Industrie, Wirtschaft und Forschung bis hin zu den verschiedenen<br />

Branchenverbänden kann Deutschland tatsächlich wie gewünscht Leitmarkt und Leitanbieter für<br />

eine Neue Mobilität werden.<br />

Doch was wird zur Erreichung dieses Ziels konkret unternommen?<br />

Und vor allem von wem? Denn am Ende des Tages<br />

geht es nicht nur um unsere fachliche Kompetenz, eloquente<br />

Reden und große Pläne sondern um praktische Lösungen,<br />

zielführende Initiativen und konkrete Maßnahmen, die innerhalb<br />

der Gesellschaft deutlich sichtbar werden.<br />

Je mehr Player sich an der Diskussion über eine emissionsarme<br />

Mobilität der Zukunft beteiligen, desto mehr Dynamik<br />

entsteht in diesem Zukunftsbereich. Mit einer Vielzahl an<br />

Akteuren, die sich aus den verschiedenen involvierten Branchen<br />

einbringen, erhält die gesamte Diskussion über eine<br />

nachhaltige und zukunftsfähige Verkehrsbewältigung einen<br />

enormen Stellenwert in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.<br />

Denn je häufiger die Vor- und Nachteile, Hintergründe, Herausforderungen<br />

und die Bedeutung der Neuen Mobilität für<br />

Klima- und Umweltschutz, Resourcenschonung, Wertschöpfung,<br />

Arbeitsplätze und die mit all dem verbundenen Chancen<br />

für unseren Wirtschaftsstandort thematisiert werden, desto<br />

größer wird die öffentliche Wahrnehmung, die Akzeptanz<br />

und das Verständnis für den notwendigen Systemwechsel.<br />

Diese Aufgabe kann nur eine gesamtgesellschaftliche sein<br />

und erfordert die aktive Teilnahme der innovativsten Netzwerke<br />

Deutschlands, vorausschauender Persönlichkeiten<br />

und das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten<br />

Akteure, bis hin zum Engagement eines jeden Bürgers.<br />

Es ist schön zu sehen, dass das Bewußtsein für eMobilität,<br />

Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit zunehmender<br />

Häufigkeit und aus vielen verschiedenen Richtungen in den<br />

Medien und damit im Alltag der Menschen ankommt. Diese<br />

Tatsache ist all jenen zu verdanken, die erkannt haben, dass<br />

die Wissensvermittlung, Aufklärung und konstruktive Auseinandersetzung<br />

für ihre Mitglieder und Interessenten eine<br />

entsprechende thematische Relevanz darstellt. Vor diesem<br />

Hintergrund haben wir uns die Frage gestellt, welche NGOs<br />

sich bereits heute aktiv mit dieser Zielsetzung beschäftigen.<br />

In der neuen Rubrik »Who is Who der Elektromobilität« stellen<br />

wir deshalb künftig die Verbände, Initiativen und Organisationen<br />

vor, die sich für nachhaltige und zukunftsweisende<br />

Mobilitätslösungen einsetzen.<br />

Auf je einer Seite wollen wir diesen Unterstützern eine Plattform<br />

geben, um unserem Fachpublikum ihr Engagement für<br />

eine Neue Mobilität vorzustellen. Auf diese Weise möchten<br />

wir Gemeinsamkeiten und Standpunkte darstellen und verdeutlichen,<br />

welchen unterschiedlichen Fokus sie in diesem<br />

Bereich setzen und welche konkreten Positionen sie dabei<br />

vertreten.<br />

Die Reihenfolge der fortlaufenden Serie ist zufällig gewählt<br />

und stellt keine Wertung dar. Sie vermissen einen konkreten<br />

Akteur oder sollten selbst aufgeführt werden? Kein Problem.<br />

Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Redaktionsleiterin:<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Der Bundesverband eMobilität fördert einen branchenübergreifenden<br />

Austausch, um Elektromobilität auch langfristig als realistische<br />

Mobilitätsalternative zu etablieren. Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder<br />

dabei? Welche Maßnahmen müssen zeitnah initiiert werden, um<br />

dem Ziel Leitmarkt Elektromobilität näher zu kommen?<br />

Der Kern der täglichen Bemühungen des Bundesverbands eMobilität<br />

liegt in der erfolgreichen Vernetzung seiner Mitglieder und Partner, um<br />

nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle im Bereich der Neuen Mobilität<br />

zu generieren und starke Netzwerke zur Durchsetzung politischer<br />

Forderungen zu etablieren. Auf diesem Wachstumsmarkt agieren zahlreiche<br />

Akteure aus sehr unterschiedlichen Branchen, die bis dato keine<br />

oder nur sehr wenige gemeinsame Anknüpfungspunkte haben und<br />

deshalb die Hilfestellung bei der Initiierung gemeinsamer Projekte gern<br />

annehmen. Als Sprachrohr der Branche kommuniziert der BEM mit und<br />

für seine Mitglieder.<br />

Gemeinsam mit seinen Mitgliedern setzt der BEM aktiv Zeichen für eine<br />

Neue Mobilität, um eine repräsentative Anzahl an elektrischen Fahrzeugen<br />

auf unsere Straßen zu bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei praktische<br />

Lösungen, die im Alltag großflächig zum Einsatz kommen. Und das<br />

nicht erst 2020 sonder bestmöglich morgen. In einem ersten Schritt bedeutet<br />

das, die Flotten öffentlicher Körperschaften und kommunalnaher<br />

Unternehmen sukzessive mit Elektrofahrzeugen zu bestücken, um<br />

die Sichtbarkeit der Neuen Mobilität innerhalb der Gesellschaft deutlich<br />

zu erhöhen. Nur wenn wir die Menschen mitnehmen, kann sich ein<br />

entsprechender Markt für Elektrofahrzeuge aller Art etablieren.<br />

Die gewünschte Leitanbieterposition werden wir nur im globalen Kontext<br />

erlangen. Wir müssen jetzt auch international Zeichen setzen.<br />

Und glauben Sie mir, wir haben etwas zu zeigen. Deutsche Ingenieure,<br />

innovative Mittelständler und engagierte Unternehmen mit eigenen<br />

Forschungsabteilungen leisten Großartiges auf dem Gebiet der Neuen<br />

Mobilität. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern zeigen wir<br />

deshalb auch auf internationalen Messen, wie der diesjährigen Automechanika<br />

in Frankfurt und Shanghai, was bereits heute im Bereich der<br />

Neuen Mobilität in Deutschland realisiert wird und welche technischen<br />

Innovationen künftig aus unseren Reihen zu erwarten sind.<br />

Präsident Kurt Sigl<br />

Vorstand Finanzen Michael Hofmann<br />

Vorstand Marketing Christian Heep<br />

Gründungsjahr<br />

20<strong>09</strong><br />

Schwerpunkt<br />

Elektromobilität, Neue Mobilität<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Der Bundesverband eMobilität setzt sich<br />

dafür ein, die Mobilität in Deutschland<br />

mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien<br />

auf Elektromobilität umzustellen. Zu den<br />

Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung<br />

der gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />

für den Ausbau der eMobilität<br />

als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />

Mobilitätskonzept und die Durchsetzung<br />

einer Chancengleichheit bei der Umstellung<br />

auf Elektromobilität. Um diese<br />

Ziele zu erreichen, vernetzt der BEM die<br />

Akteure aus Wirtschaft, Politik und Medien<br />

miteinander, fördert die öffentliche<br />

Wahrnehmung für eine Neue Mobilität<br />

und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />

Veränderungen ein.<br />

Ansprechpartner eMobilität & Politik<br />

Klaus Bergerfurth<br />

klaus.bergerfurth@bem-ev.de<br />

www.bem-ev.de<br />

70 Neue Mobilität Neue Mobilität 71


Who is Who der Elektromobilität - ADAC<br />

Who is Who der Elektromobilität - Deutscher Städtetag<br />

ADAC<br />

Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V.<br />

Deutscher<br />

Städtetag<br />

Präsident<br />

Peter Meyer<br />

Gründungsjahr<br />

1903<br />

Schwerpunkt<br />

Pannenhilfe, Luftrettung, Verbraucherschutz,<br />

Versicherungen, etc.<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Bis Ende 2012 stellt der ADAC kostenfrei<br />

Strom für Elektromobilisten zur Verfügung<br />

(an Geschäftsstellen und teilweise<br />

Fahrsicherheitszentren etc.).<br />

Erster Crashtest eines Elektrofahrzeugs<br />

in Deutschland, das auch käuflich zu erwerben<br />

ist (iMiEV von Mitsubishi).<br />

Informationsvermittlung von Vor- und<br />

Nachteilen der eMobilität an die Mitglieder<br />

über die ADAC Motorwelt.<br />

Tests von eRollern und Pedelecs, diverse<br />

Roadshows sowie Messebeteiligung und<br />

Redetätigkeiten zur eMobilität, Reichweitentests,<br />

ADAC eRallye Südtirol 2012.<br />

Verschärfung des ADAC EcoTest, um auch<br />

eAutos nach Energieverbrauch messen<br />

zu können.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

ADAC Technik Zentrum<br />

Landsberg am Lech<br />

www.adac.de<br />

Der ADAC ist mit über 18 Millionen Mitgliedern der größte Automobilclub<br />

in Deutschland und erreicht damit einen großen Teil der deutschen<br />

Autofahrer. Wie bereiten Sie Ihre Mitglieder auf den Systemwechsel<br />

hin zu einer Neuen Mobilität vor und wie positioniert sich der ADAC in<br />

Bezug auf eine mögliche CO 2 -abhängige Anpassung der Kfz-Steuer?<br />

Was muss getan werden, um eine Neue Mobilität als realistische<br />

Mobilitätsalternative in der Gesellschaft zu integrieren?<br />

Vor dem Hintergrund der weltweiten Problematik der CO 2 -Emissionen<br />

kann eine entsprechend ausgestaltete Kfz-Steuer als sehr wirksames<br />

umweltpolitisches Lenkungsinstrument eingesetzt werden, da sie Anreize<br />

zur Anschaffung verbrauchsreduzierter Fahrzeuge setzt. Bereits<br />

im Jahre 2004 hat der ADAC ein detailliertes Konzept vorgestellt, wie<br />

die Kfz-Steuer auf Basis der CO 2 -Emissionen neu ausgerichtet werden<br />

kann. Vor drei Jahren ist schließlich eine Reform der Kfz-Steuer in Kraft<br />

getreten, die in zentralen Punkten dem Konzept des ADAC folgt.<br />

Die im Mai ausgeweitete Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge auf<br />

zehn Jahre unterstützt der ADAC, allerdings setzt er sich im Sinne der<br />

Verbraucher nicht nur für eine bestimmte Technologie bei alternativen<br />

Antrieben ein. Daher sieht der ADAC die von der Automobilindustrie<br />

geforderten hohen Fördersummen für den Kauf von Elektrofahrzeugen<br />

kritisch. Es zeigt sich z.B. in Frankreich, dass auch ein hoher - mittlerweile<br />

nochmals auf 7.000 Euro pro Fahrzeug aufgestockter - Förderbetrag<br />

die Kaufentscheidungen nicht ausreichend stimulieren kann. In<br />

die richtige Richtung gehen die von der Bundesregierung geförderten<br />

Schaufenster für Elektromobilität. Der ADAC hat sich im Rahmen seiner<br />

Mitwirkung an der Nationalen Plattform Elektromobilität dafür eingesetzt,<br />

dass diese Schaufenster die Elektromobilität für den Verbraucher<br />

konkret erfahrbar machen: Nur wenn er bereits in der ersten Lebensphase<br />

der Elektromobilität mitgenommen wird, kann diese Technologie<br />

sich positiv entwickeln und in der Gesellschaft grundlegend Fuß fassen.<br />

Die individuelle Mobilität zu sichern und gleichzeitig den CO 2 -Ausstoß<br />

zu begrenzen, die fossilen Energieressourcen zu schonen sowie Luftschadstoffemissionen<br />

zu reduzieren sind zentrale Herausforderungen<br />

unserer Zeit. Elektromobilität - in Form von Batterie-, Hybrid- oder<br />

Brennstoffzellenfahrzeugen - hat nach Ansicht des ADAC das Potenzial,<br />

einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser Aufgaben zu leisten.<br />

Kommunalen Flotten kommt nach Ansicht vieler Experten beim Systemwechsel<br />

auf eine CO 2 -neutrale Mobilität eine große Bedeutung<br />

zu. Welche Maßnahmen unternimmt der Deutsche Städtetag, um eine<br />

nachhaltige Mobilität zu fördern? Welche politischen Rahmenbedingungen<br />

sind notwendig, um kommunale Flotten sichtbar auf die Straße<br />

zu bringen?<br />

Der Deutsche Städtetag setzt sich zusammen mit seinen Mitgliedsstädten<br />

für eine nachhaltige Mobilität und eine zukunftsgerechte Verkehrspolitik<br />

ein. Neben der Unterstützung der Bürger bei der Wahl umweltfreundlicher<br />

Verkehrsmittel kommt dem weiteren Ausbau und der<br />

Förderung der Elektromobilität eine wichtige Rolle zu. Schienengebundene<br />

Verkehre im ÖPNV sind schon heute gelungene Umsetzungsbeispiele<br />

für Elektromobilität. Die eigenwirtschaftliche Verbreitung von eBikes<br />

unterstützt die Zielsetzungen der städtischen Nahmobilität. Städtische<br />

Verkehrsunternehmen erproben darüber hinaus neue Hybridtechnologien<br />

in der Busflotte. In den Städten gibt es Einsatzmöglichkeiten, für<br />

die sich eFahrzeuge besonders eignen: Dazu zählen der eKleintransporter<br />

auf Friedhofs- und Grünflächen ebenso wie speziell für Kontroll- und<br />

Prüftätigkeit im Stadtgebiet vorgesehene eFahrzeuge. Die fortlaufende<br />

Umrüstung von großen kommunalen Fahrzeugsparks, z.B. bei der Müllabfuhr,<br />

stellt heute bereits eine besondere Herausforderung dar, um<br />

den aktuellen Anforderungen an Technik und Umweltschutz Rechnung<br />

zu tragen. Zusammen mit den Energieversorgern halten die Städte an<br />

prominenten Standorten Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge vor. Mit dem<br />

pilothaften Einsatz von Elektrofahrzeugen nehmen sie darüber hinaus<br />

engagiert eine Vorbildfunktion der öffentlichen Hand wahr. Die Städte<br />

sind dabei nicht zuletzt entscheidende Player in den Projekten zum<br />

Nationalen Schaufenster Elektromobilität und den verschiedenen Länderprogrammen.<br />

Der deutsche Städtetag unterstützt ferner die Bestrebungen<br />

der Bundesregierung, durch eine engagierte Mobilitäts- und<br />

Kraftstoffstrategie auf die zügige Umrüstung der Fahrzeugflotten in ein<br />

postfossiles Zeitalter hinzuwirken. Dabei stellt sich angesichts knapper<br />

kommunaler Haushaltsmittel auch die Frage, wie die Ersteinführung<br />

von Elektrofahrzeugen staatlich gefördert und das preisliche Delta bis<br />

zur vollständigen Marktdurchdringung überbrückt werden kann, damit<br />

die Anforderungen an die Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit bei der<br />

kommunalen Beschaffung nicht zum Hemmschuh für die eingeleitete<br />

und vorgezeichnete Entwicklung werden.<br />

Präsident<br />

Christian Ude<br />

Gründungsjahr<br />

1905<br />

Schwerpunkt<br />

Kommunaler Spitzenverband dt. Städte<br />

Engagement<br />

Der Deutsche Städtetag ist die Stimme<br />

der Städte und der kommunale Spitzenverband<br />

der kreisfreien sowie der meisten<br />

kreisangehörigen Städte in Deutschland.<br />

Als Solidargemeinschaft der Städte vertritt<br />

er die Idee der kommunalen Selbstverwaltung<br />

gegenüber Bund, Ländern,<br />

Europäischer Union, staatlichen und<br />

nichtstaatlichen Institutionen sowie Verbänden.<br />

Seine Arbeit und Dienstleistungen<br />

orientiert der Deutsche Städtetag<br />

vor allem an den Anforderungen und<br />

Interessen der unmittelbaren Mitgliedsstädte<br />

sowie ihrer Bürgerinnen und Bürger.<br />

Der Deutsche Städtetag berät seine<br />

Mitgliedsstädte und informiert sie über<br />

alle kommunal bedeutsamen Vorgänge<br />

und Entwicklungen.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Thomas Kiel, Dezernat für Stadtentwicklung,<br />

Bauen, Wohnen und Verkehr<br />

post@staedtetag.de<br />

www.staedtetag.de<br />

72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73


Who is Who der Elektromobilität - ZVEI<br />

Who is Who der Elektromobilität - VCD<br />

ZVEI<br />

VCD<br />

Zentralverband Elektrotechnik- und<br />

Elektronikindustrie e. V.<br />

Verkehrsclub Deutschland e.V.<br />

Präsident<br />

Friedhelm Loh<br />

Vorsitzender der Geschäftsführung<br />

Dr. Klaus Mittelbach<br />

Gründungsjahr<br />

1918<br />

Schwerpunkt<br />

Elektrotechnik- und Elektronikindustrie<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Der ZVEI fördert die Einführung von<br />

Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben.<br />

Im Kompetenzzentrum Elektromobilität<br />

bündelt er das Wissen und die Erfahrung<br />

des Verbands und seiner Mitgliedsunternehmen.<br />

Insbesondere tritt der ZVEI für<br />

einen ganzheitlichen Ansatz ein: Elektroauto<br />

und Energie-Infrastruktur müssen<br />

jeweils Teil eines neuen Energiesystems<br />

sein. Die Elektromobilität als Initiator<br />

neuer Lösungen und Geschäftsmodelle<br />

bei Speicher- und Fahrzeugtechnik, Infrastruktur<br />

und Fertigungsindustrie sichert<br />

so die weltweite Führungsrolle des Innovationsstandortes<br />

Deutschland.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Herbert Zimmermann<br />

zimmermann@zvei.org<br />

www.zvei.org<br />

Der ZVEI fordert einen industrieübergreifenden Ansatz zum Aufbau<br />

eines Leitmarktes Elektromobilität. Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder<br />

bei der großen Herausforderung des Systemwechsels hin zu einer<br />

CO 2 -neutralen Mobilität? Welche unterstützenden Maßnahmen müssen<br />

von Seiten der Bundesregierung initiiert werden, um Wertschöpfung<br />

und Wohlstand im deutschen Mittelstand zu sichern?<br />

Mitglieder des ZVEI arbeiten mit in der Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />

In den bisherigen Fortschrittsberichten hat sie deutlich<br />

gemacht, in welcher bisher nicht bekannten Breite interdisziplinäre<br />

Zusammenarbeit erforderlich ist. So spielt Elektromobilität ihren Vorteil<br />

als abgasfreier, klimaneutraler Mobilitätsfaktor nur auf der Basis<br />

Erneuerbarer Energien aus. Volatile dezentrale Energieeinspeisung auf<br />

der einen und hunderttausende Ladevorgänge auf der anderen Seite<br />

brauchen jedoch ein intelligentes Stromnetz - das Smart Grid. Wer also<br />

nur das Auto und die Automobilindustrie im Blick hat, springt zu kurz.<br />

Das Smart Grid und eMobilität als Symbiose zu realisieren, ist eine gesellschaftliche<br />

Herausforderung für die Bürger, die Wirtschaft, die Wissenschaft<br />

und die Politik. Der ZVEI verlangt daher einen Masterplan für<br />

die nächsten Jahrzehnte - jenseits mancher tradierter Vorstellungen.<br />

Als fachkundiger Ansprechpartner für Entscheidungsträger in Politik,<br />

Wissenschaft und Wirtschaft steht der ZVEI mit seinem Kompetenzzentrum<br />

Elektromobilität zur Verfügung. In sieben Arbeitsgruppen wird<br />

hier definiert, was erforderlich ist, um tragfähige Konzepte für die Mobilität<br />

der Zukunft zu entwickeln, um Deutschland zu einem Leitmarkt und<br />

international zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen.<br />

Aus Sicht des ZVEI soll staatliches Geld vornehmlich in die Forschung<br />

und Entwicklung fließen - mit einem Schwerpunkt auf der Batterietechnologie,<br />

um verlorenes Terrain wieder gut zu machen und einen technologischen<br />

Vorsprung zu gewinnen. Subventionen beim Fahrzeugkauf<br />

stehen für den ZVEI nicht im Vordergrund. Jedoch würden steuerliche<br />

Begünstigungen dienstlicher eAutos den Absatz fördern. Der ZVEI<br />

schlägt vor, auch mit nicht-monetären Anreizen Elektroautos attraktiv<br />

zu machen, z.B. durch Bevorzugung bei innerstädtischem Parkraum<br />

oder das Mitbenutzen von Busspuren. Eine Aufgabe der Politik sieht er<br />

in der Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen, z.B. Lithium für Batterien.<br />

Wie sieht aus Sicht des VCD die Mobilität der Zukunft aus und welche<br />

Maßnahmen sind geeignet, um eine zunehmende intermodale Mobilität<br />

zu fördern?<br />

Die Mobilität der Zukunft wird sich gravierend verändern. Die Dominanz<br />

des Autos wird abnehmen, alternative Verkehrsmittel werden an<br />

Attraktivität gewinnen. Der Verkehr wird multimodal, d.h. mehr Wege<br />

werden mit Rad, Bahn oder zu Fuß zurückgelegt. Schon heute ist diese<br />

Veränderung in Städten zu beobachten. Die Landbewohner werden<br />

folgen, wenn ihre Problemwahrnehmung durch dauerhaft steigende<br />

Spritpreise zunimmt.<br />

Das Auto verliert seinen Stellenwert, besonders bei jungen Menschen.<br />

Die jungen Eliten sind zwar extrem mobil, doch: Nutzen statt besitzen,<br />

das ist die Zukunft des Automobils. Seine Bedeutung steigert das Auto<br />

als öffentliches Fahrzeug, als Taxi sowie Carsharing-Auto. In solchen<br />

Flotten spielt auch das Elektroauto eine große Rolle. Hier kann es ausprobiert<br />

und effektiv genutzt werden.<br />

Doch während die Politik recht einseitig auf die Elektromobilität des<br />

Autos setzt, besteht die Gefahr, dass sie den Anschluss bei anderen<br />

Entwicklungen, zum Beispiel im Radverkehr verpasst. Immer mehr<br />

Menschen steigen auf zwei Räder um, das gilt für das klassische Fahrrad<br />

genauso wie für das Elektrofahrrad. Auf Strecken bis zu zehn Kilometer<br />

werden Elektrofahrräder weiter an Bedeutung gewinnen und die<br />

Mobilität von Morgen maßgeblich mitbestimmen. Dafür gilt es heute<br />

das Radverkehrsnetz auszubauen, Verleihangebote zu schaffen sowie<br />

in Aufklärungskampagnen zur Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu<br />

investieren.<br />

Auch für den öffentlichen Verkehr wächst die Akzeptanz. Aufgrund steigender<br />

Benzinpreise werden Bus und Bahn zukünftig immer mehr eine<br />

Alternative zum Pkw. Wie im Fahrradbereich, müssen auch hier entsprechend<br />

gute Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört ein gut<br />

durchschaubares Tarifsystem, faire Preise und hohe Qualität. Nur dann<br />

werden die Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.<br />

Generell gilt, der öffentliche Raum wird zurückerobert. Menschen wollen<br />

nicht länger abgeschottet sein in einem Pkw, sondern mit Rad, S-Bahn<br />

oder zu Fuß ihre Umgebung erleben. Dafür nutzen sie die Verkehrsmittel<br />

situativer, die Qualität der Ortsveränderung rückt mehr in den Fokus.<br />

Die Abhängigkeit vom eigenen Auto nimmt ab, die Freiheit nimmt zu.<br />

Bundesvorsitzender<br />

Michael Ziesak<br />

Gründungsjahr<br />

1986<br />

Schwerpunkt<br />

Verkehrs- und Umweltpolitik<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Als gemeinnützige Organisation setzt<br />

sich der VCD für eine zukunftsfähige<br />

Verkehrspolitik ein. Der VCD macht sich<br />

stark für eine umwelt- u. sozialverträgliche,<br />

sichere und gesunde Mobilität.<br />

Zukunftsfähige Verkehrspolitik setzt auf<br />

eine intelligente Kombination aller Arten<br />

von Mobilität. Elektromobilität bedeutet<br />

mehr als die Förderung von eAutos.<br />

Elektrisch mobil sein - auch mit Rad und<br />

Bahn. Neben der kritischen Betrachtung<br />

von eAutos in der VCD Auto-Umweltliste<br />

berät der VCD im Projekt »Besser E-Rad<br />

kaufen« zu Kauf u. Nutzung von Elektrorädern.<br />

Um die Bahn attraktiver zu machen,<br />

werden u.a. jährlich Qualität und<br />

Service getestet und konkrete Verbesserungshinweise<br />

gegeben.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Gerd Lottsiepen<br />

gerd.lottsiepen@vcd.org<br />

www.vcd.org<br />

74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75


Who is Who der Elektromobilität - BITKOM<br />

Who is Who der Elektromobilität - Fraunhofer-Gesellschaft<br />

BITKOM<br />

Bundesverband Informationswirtschaft,<br />

Telekommunikation und neue Medien e.V.<br />

Fraunhofer-<br />

Gesellschaft<br />

Präsident<br />

Prof. Dieter Kempf<br />

Gründungsjahr<br />

1999<br />

Schwerpunkt<br />

Informationswirtschaft,<br />

Telekommunikation und neue Medien<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

BITKOM entwickelt in enger Kooperation<br />

mit den verschiedenen Akteuren der<br />

Energiewirtschaft, Automobilherstellern<br />

und IT-Unternehmen eine gemeinsame<br />

Systemarchitektur für Elektromobilität.<br />

Dafür werden Verbands- und fachübergreifend<br />

Plattformen zur Vernetzung<br />

bereitgestellt, die von BITKOM eigenen<br />

Koordinierungskreisen, über internationale<br />

Kongresse bis hin zu lokalen Projektpartnerschaften<br />

reichen.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Bernd Klusmann<br />

b.klusmann@bitkom.org<br />

www.bitkom.org<br />

Als Verband vertritt BITKOM die IT-, Telekommunikations- und Neue-<br />

Medien-Branche. Inwiefern betrifft der Systemwechsel hin zu einer<br />

CO 2 -freien Mobilität auch Ihre Mitglieder? Auf welche Weise unterstützen<br />

Sie Ihre Mitglieder?<br />

BITKOM begrüßt grundsätzlich die Förderung von Elektromobilität in<br />

Deutschland, fordert allerdings einen ganzheitlicheren Ansatz. Im Fokus<br />

der Entwicklung sollte nicht nur das Elektroauto stehen, sondern das<br />

System Elektromobilität als Kern eines künftigen intelligenten Verkehrssystems<br />

sowie als möglicher wichtiger Bestandteil eines intelligenten<br />

Energiesystems der Zukunft. Dieses umweltfreundliche, dezentrale und<br />

intelligente Stromnetz besteht aus vielen einspeisenden Energiequellen<br />

mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energien. Um das neue Netz zu<br />

steuern, bedarf es moderner IT-Technologie. Die ITK-Branche hat also<br />

- ähnlich wie der Motor im Auto der Zukunft - eine Schlüsselstellung.<br />

Im Rahmen der Neuen Mobilität stellt sich diese wie folgt dar: Die IT-<br />

Technik regelt den Informationsaustausch zwischen den einzelnen<br />

Netzelementen wie Fahrzeug, Ladestation und Netzbetreiber. So lässt<br />

sich beispielsweise die Ladeinfrastruktur kommunikativ an die Abrechnungsprozesse<br />

der Energieproduzenten anbinden. Der einzelne Kunde<br />

kann analog zur SIM-Karte im Handy nicht nur den Preis, sondern auch<br />

die Herkunft des Stroms nachvollziehen. Zudem besteht ein Informationsaustausch<br />

des Fahrzeugs mit der Umgebung. Die Frage, wann und<br />

wo die richtigen Tank- bzw. Ladestellen zu finden sind, ist dann nur<br />

noch eine Frage des Knopfdrucks.<br />

Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, dass die verschiedenen<br />

Akteure aus Energiewirtschaft, Automobilherstellern und IT-Unternehmen<br />

gemeinsam eine Systemarchitektur für Elektromobilität<br />

entwickeln. Dafür stellt BITKOM eine Plattform zur fachlichen Vernetzung<br />

sowie den Kontakt mit wichtigen Kunden und Systemlieferanten<br />

bereit. Im BITKOM-Koordinierungskreis Telematik und Navigation<br />

wird entsprechend branchenübergreifend auch mit BITKOM-Nichtmitgliedern<br />

der wissenschaftliche und technische Austausch gepflegt.<br />

Über die Verbandsgrenzen hinweg kooperiert BITKOM mit BDI, VDA,<br />

regionalen und internationalen ITS-Verbänden (ITS - Intelligente Transport<br />

Systeme). Gemeinsam mit diesen organisiert BITKOM jährlich verschiedene<br />

Fachkongresse, die die Leitanbieter aller beteiligten Industrien<br />

zusammenbringen. Außerdem ist BITKOM Netzwerk-Partner von<br />

Projekten wie der Berliner Agentur für Elektromobilität.<br />

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation für anwendungsorientierte<br />

Forschung in Europa. Sie sind im Bereich der Elektromobilität<br />

gut aufgestellt und leisten mit dem Forum Elektromobilität<br />

auch einen wertvollen politischen Beitrag für eine Neue Mobilität.<br />

Welche politischen Maßnahmen müssen von Seiten der Bundesregierung<br />

umgesetzt werden, um Deutschland zukünftig als Leitmarkt zu<br />

positionieren?<br />

Die Bundesregierung hat mit dem Nationalen Entwicklungsplan, den<br />

Aktivitäten im Umfeld der Nationalen Plattform Elektromobilität, mit<br />

den Modellregionen, den Schaufenstern und den Leuchttürmen ein<br />

ganzes Bündel von Maßnahmen umgesetzt. Eine dieser Maßnahmen<br />

war die Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität. Mit den gesammelten<br />

Erfahrungen wissen wir bei Fraunhofer heute, wo die Potenziale<br />

liegen und wie diese erschlossen werden können.<br />

Elektroautos können einen großen Teil der individuellen Mobilitätsbedürfnisse<br />

auch in zukünftigen Dekaden nachhaltig und bezahlbar befriedigen.<br />

Zwar werden sie nicht alle Mobilitätsprobleme lösen, aber sie<br />

werden integraler Bestandteil der zukünftigen Mobilität sein. Die wesentliche<br />

Frage ist nicht nur, wie Deutschland Leitmarkt wird, sondern<br />

wie das Produkt Elektromobilität den deutschen und die internationalen<br />

Märkte erobert. Dazu sind Produkte und Dienstleistungen nötig, die den<br />

Wünschen des Kunden entsprechen. Im Bereich der Mobilität sind das<br />

vor allem Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort und natürlich müssen<br />

sich die Kosten daran orientieren, was der Kunde bereit ist zu zahlen.<br />

In der Markthochlaufphase können staatliche Anreize monetärer und<br />

nichtmonetärer Art Elektromobilität im Allgemeinen befördern. Hier<br />

sind neben der Bundesregierung vor allem die Landesregierungen<br />

und die Kommunen gefordert, kreativ den Rechtsrahmen auszuschöpfen<br />

und mögliche Hemmnisse zu beseitigen. Bei der Entwicklung und<br />

Durchsetzung international einheitlicher Standards und Vorschriften<br />

muss die Bundesregierung auf Technologieoffenheit achten, damit der<br />

technologische Fortschritt nicht ausgebremst wird. Wir müssen uns<br />

aber dessen bewusst sein, dass Elektromobilität nur dann am freien<br />

Markt bestehen wird, wenn es das bessere Produkt ist.<br />

Der interdisziplinäre Dialog zwischen Branchen, die bisher nur geringe<br />

Schnittmengen hatten, muss fortgesetzt und intensiviert werden.<br />

Durch die Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität haben wir gelernt,<br />

genau diese Schnittstellen zu bedienen.<br />

Präsident<br />

Prof. Reimund Neugebauer<br />

Gründungsjahr<br />

1949<br />

Schwerpunkt<br />

angewandte Forschung<br />

Engagement im Bereich eMobilität<br />

Mit der »Systemforschung Elektromobilität«<br />

verfolgt die Fraunhofer-Gesellschaft<br />

das Ziel, den Wandel zu einer nachhaltigen<br />

»All-electric Economy« wirkungsvoll<br />

zu unterstützen. Die Besonderheit des<br />

Ansatzes ist es, alle Wertschöpfungsstufen<br />

der Elektromobilität zu betrachten<br />

und aufeinander abgestimmt zu<br />

erforschen - von der Energieerzeugung,<br />

über den Transport und die Verteilung<br />

der Energie durch die Stromnetze, die<br />

Schnittstellen zwischen Stromnetz und<br />

Fahrzeug, die Energiespeicherung bis<br />

hin zu neuen Fahrzeugkonzepten mit einer<br />

neuen Infrastruktur sowie Nutzungsund<br />

Abrechnungskonzepten.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Prof. Holger Hanselka<br />

Hauptkoordinator Systemforschung<br />

Elektromobilität und Leiter des Fraunhofer-Instituts<br />

für Betriebsfestigkeit<br />

und Systemzuverlässigkeit LBF<br />

www.fraunhofer.de<br />

76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77


Who is Who der Elektromobilität - WWF<br />

WWF Deutschland<br />

World Wide Fund For Nature Germany<br />

ERSTE<br />

Präsident<br />

Prof. Dr. Detlev Drenckhahn<br />

Gründungsjahr<br />

1963<br />

Schwerpunkt<br />

Nichtregierungsorganisation<br />

Engagement<br />

Stopp der weltweiten Naturzerstörung<br />

und Senkung des ökologischen Fußabdrucks<br />

der Menschheit. Zu den Arbeitsschwerpunkten<br />

zählen Natur und<br />

Artenschutz, Klima-, Energie- und Agrarpolitik.<br />

Mitglied im Redaktionsteam der<br />

Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />

Ansprechpartner Elektromobilität<br />

Viviane Raddatz<br />

viviane.raddatz@wwf.de<br />

www.wwf.de<br />

Der WWF Deutschland hat sich im Rahmen der Nationalen Plattform<br />

Elektromobilität mehrfach kritisch gegenüber den Subventionsforderungen<br />

der deutschen Automobilindustrie geäußert. Welche Maßnahmen<br />

schlägt der WWF stattdessen vor, um bis 2020 die Zielmarke der<br />

Bundesregierung zu erreichen, eine Millionen Elektrofahrzeuge auf<br />

Deutschlands Straßen zu bringen?<br />

Der WWF Deutschland unterstützt grundsätzlich das 1-Million-Ziel der<br />

Bundesregierung. Aber wir wollen eine nachhaltige Marktentwicklung,<br />

die mit der Energiewende einhergeht und die Stärken der Elektromobilität<br />

betont. Eine finanzielle Förderung von Elektroautos muss transparent<br />

hergeleitet sein und die Einbindung ins Energienetz fördern. Eine<br />

reine Kaufprämie erfüllt diese Kriterien nicht. Im Gegenteil: sie ist kontraproduktiv.<br />

Der Ansatz vieler Hersteller, Verbrennungsmotoren eins<br />

zu eins durch Elektroantriebe zu ersetzen, leitet langfristig in die Irre.<br />

Elektroautos sind geeignet, das Auto auch aus Klimaschutzsicht neu zu<br />

erfinden. Sie sind die ideale Ergänzung für intermodale Mobilitätsketten.<br />

Hohe Reichweiten sind dafür nicht nötig. Elektrofahrzeuge können<br />

Energie speichern und so die Energiewende unterstützen. Sie bieten<br />

die Möglichkeit für neue Autokonzepte und effizienteres Design und<br />

sparen so zusätzlich Energie und Platz in den Städten. Solche Autos<br />

wollen wir unterstützen.<br />

Der WWF hat dazu gemeinsam mit anderen Mitgliedern der NPE ein<br />

eigenes Förderkonzept entwickelt: »Innovationsförderung in Deutschland<br />

für Erneuerbare Elektromobilität: I.D.E.E.«. Das Prinzip ist einfach:<br />

Geld bekommt, wer ein Auto mit einem intelligenten Zähler an Bord<br />

kauft und dieses so oft wie möglich ans Stromnetz anschließt. Je länger<br />

an der Steckdose, desto mehr Förderung. So können wir intelligente<br />

Elektroautos fördern, die ihre wichtige Energiespeicher und -pufferfunktion<br />

ausnutzen und gleichzeitig die Netze schützen.<br />

Darüber hinaus wollen wir Elektroautos durch eine grundlegende Reform<br />

der Dienst- und Firmenwagenbesteuerung fördern, welche die<br />

steuerliche Absetzbarkeit am CO 2 -Ausstoß ausrichtet. Dadurch bekämen<br />

Elektroautos automatisch am meisten steuerliche Förderung und<br />

würden für Firmenflotten besonders attraktiv. Das wichtigste Instrument<br />

für die Förderung von Elektroautos ist ein strenger CO 2 -Grenzwert<br />

für in der EU verkaufte Pkw von 80g CO 2 /km in 2020 und 60g CO 2 /km<br />

in 2025. Damit würden wesentlich mehr Elektroautos auf die Straßen<br />

kommen als durch die derzeit vorgeschlagene Mehrfachanrechnung.<br />

ELEKTRO<br />

FLOTTEN<br />

Lösungen für die Mobilitätsbedürfnisse von heute.<br />

78 Neue Mobilität


Erste Flotten - eBikes<br />

Erste Flotten - eBikes<br />

ezweiräder im Fokus<br />

Wissenswertes runD um eBikes, Pedelecs & Co.<br />

Pedelec<br />

Das Pedelec ist ein Fahrrad, das von einem eMotor unterstützt wird. Der Motor greift jedoch nur dann ein, wenn der Fahrer<br />

in die Pedale tritt. Das Pedelec bietet Unterstützung bis zu 25 km/h, kann durch Muskelkraft aber auch schneller bewegt<br />

werden.<br />

S-Pedelec<br />

Das S-Pedelec entspricht technisch dem Pedelec, unterstützt allerdings bis zu 45 km/h. Rechtlich gesehen handelt es sich<br />

hierbei nicht mehr um ein Fahrrad. Es ist versicherungspflichtig, darf nur mit Führerschein betrieben werden und es besteht<br />

Helmpflicht. Auch Radwege dürfen nicht genutzt werden.<br />

Pedelec mit Anfahrhilfe<br />

Pedelecs und S-Pedelecs gibt es auch mit einer Anfahrhilfe, welche rein elektrisches Fahren ohne Treten der Pedale bis zu<br />

einer bestimmten Geschwindigkeit erlaubt. Hiermit ändert sich allerdings - wie beim S-Pedelec - die rechtliche Bewertung.<br />

eBike<br />

Für eBikes gibt es keine feststehende Definition. Häufig wird der Name als Überbegriff für jegliche Art von Bikes mit eAntrieb<br />

oder eUnterstützung genutzt. Was der Definition eines eBikes am nächsten kommt, ist vielleicht das ELMOTO: Ein Bike ohne<br />

Pedale, das bis zu 45 km/h schnell fährt und über einen »Stromgriff« beschleunigt wird.<br />

Genau wie bei normalen Fahrrädern gibt es eine Vielzahl von Pedelec-Typen.<br />

Bei der Motorenwahl für Pedelecs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt: Ein<br />

Pedelec-Motor leistet bis zu 250 Watt, ein S-Pedelec bis zu 500 Watt. Bei Funbikes darf es auch<br />

mal mehr sein, dann allerdings auf Kosten der Zulassung.<br />

Vorderradmotor<br />

Der Motor sitzt an der Nabe des Vorderrads. Vorteile sind die bessere Gewichtsverteilung, die einfache Montage, sowie die<br />

freie Wahl der Gangschaltung und der Bremse am Hinterrad (z.B. ist so auch eine Rücktrittbremse möglich). Nachteile sind<br />

das trägere Lenkverhalten, schlechtere Traktion und ein allgemein weniger sportliches Fahrverhalten.<br />

Mittelmotor<br />

Der Mittelmotor sitzt direkt am Tretlager und gibt seine Kraft genau wie die Pedale an die Kette ab. Dadurch können eine<br />

optimale Gewichtsverteilung, sowie ein angenehm tiefer Schwerpunkt erreicht werden. Nachteile sind, dass andere Rahmenkonstruktionen<br />

erforderlich sind, da der zusätzliche Platz für den Motor eingeplant sein muss, sowie der höhere Kettenverschleiß,<br />

da diese die Kraft des Fahrers und des Motors übertragen muss.<br />

Hinterradmotor<br />

Der Motor sitzt an der Nabe des Hinterrades. Dadurch ergibt sich eine gute Traktion, da der Großteil des Gewichtes auf das<br />

Antriebsrad drückt. Dies ist bei Nässe und auf losem Untergrund von Vorteil. Andererseits kann diese ungleiche Gewichtsverteilung<br />

auch störend sein. Außerdem lässt der Hinterradantrieb bei der Bremse und auch der Schaltung wenig Spielraum.<br />

Pedelec-Akkus<br />

Akku-Typen<br />

Bei Pedelecs kommen eigentlich nur noch Lithium-Ionen-<br />

Akkus zum Einsatz.<br />

Trekking-/Tourenbikes sind ausgelegt auf lange<br />

Strecken. Sie zeichnen sich durch stabile, sportliche<br />

Rahmen, gute Gepäckträger und Akkus für<br />

hohe Reichweiten aus.<br />

City-/Urbanbikes sind ausgelegt auf den urbanen<br />

Verkehr und auf mittlere Reichweiten. Hier finden<br />

sich viele verschiedene Rahmentypen, von bequemen<br />

Tiefeinsteigern mit besonders aufrechter Sitzposition<br />

bis hin zu stylishen Designerbikes.<br />

Klappräder lassen sich platzsparend zusammenfalten<br />

und sind somit besonders für den Transport in<br />

Bahn und Auto geeignet. Sie sind die Spezialisten<br />

für die sogenannte letzte Meile.<br />

Funbikes sind nicht eindeutig zu definieren, bieten jedoch<br />

meist chicke Optik und viel Power. Beispiele sind<br />

das Blacktrail von PG Bikes oder das Grace One.<br />

Mountainbikes sind inzwischen auch in jeder erdenklichen<br />

Form elektrifiziert, vom Hardtail bis zum Fully.<br />

Mountainbike-Pedelecs sind gedacht für den sportlichen<br />

Einsatz auf Waldwegen und im Gelände. Der elektrische<br />

Rückenwind sorgt dafür, dass wirklich jeder die<br />

Berge hochkommt.<br />

Quelle: www.grace.de<br />

Reichweiten<br />

Die Reichweite eines Pedelecs hängt von mehreren<br />

Quelle: www.pg-bikes.com<br />

Faktoren ab. Die wichtigsten sind Akkukapazität, Gewicht<br />

von Rad und Fahrer, Stärke der Unterstützung<br />

sowie nicht zuletzt das Höhenprofil. Die exakte Reichweite<br />

lässt sich daher nicht angeben. Mit den Topmo-<br />

und S-Pedelecs achten?<br />

Rechtliches - worauf muss man bei Pedelecs<br />

§<br />

dellen einiger Hersteller lassen sich jedoch inzwischen<br />

Reichweiten deutlich jenseits der 100 km erreichen. Bei<br />

Pedelec<br />

Stadträdern sind solche Reichweiten jedoch gar nicht<br />

Rechtlich wird das Pedelec wie ein normales Fahrrad<br />

notwendig.<br />

betrachtet. Es besteht keine Helm- oder Versicherungspflicht,<br />

Radwege dürfen genutzt werden, es gibt kein<br />

Position<br />

Mindestalter.<br />

Der Akku eines Pedelec bringt einiges an Volumen und<br />

Gewicht mit sich, daher ist die Positionierung eine<br />

S-Pedelec und Pedelecs mit Anfahrhilfe<br />

wichtige Frage. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Auf<br />

Anders als Pedelecs sind diese rechtlich gesehen keine<br />

oder unter dem Gepäckträger ist die Befestigung am<br />

Fahrräder. Dadurch ändert sich einiges, was vom Fahrer<br />

leichtesten. Allerdings lastet so das ganze Gewicht auf<br />

beachtet werden muss. Für diese Bikes gilt sowohl<br />

dem Hinterrad und der Schwerpunkt wandert weit nach<br />

Helm-, als auch Versicherungspflicht. Außerdem dürfen<br />

oben. Eleganter ist die Integration an Sattelstütze oder<br />

sie nur von Inhabern eines Mofa-Führerscheins gefahren<br />

Unterrohr. Dies bedeutet jedoch wie bei der Nutzung<br />

werden, woraus sich ein Mindestalter von 15 Jahren ergibt.<br />

Hinzu kommt, dass Radwege nur bei abgeschalte-<br />

eines Mittelmotors, dass ein speziell angepasster Rahmen<br />

benötigt wird. Die Unauffälligste Variante ist das<br />

tem Motor genutzt werden dürfen und Einbahnstraßen<br />

Verstauen des Akkus im Rahmen. Dies ist ebenfalls in<br />

dürfen nicht gegen die Fahrtrichtung befahren werden.<br />

Sattelstütze und Unterrohr möglich. Außerdem gilt wie beim Auto die Promillegrenze von 0,5.<br />

80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81


Erste Flotten - The Mobility House<br />

Erste Flotten - G. Zwiehoff GmbH<br />

Tankst Du noch oder<br />

lädst Du schon?<br />

Zweiwege-<br />

Elektro-Rangiergerät<br />

Mit dem Energiepaket von ElectroDrive Europe ist das Laden sicher<br />

Das Elektro-Rangiergerät ROTRAC E2 im Einsatz<br />

Potenzielle Käufer von Elektroautos sollten künftig wesentlich<br />

besser beraten und über die Erfordernisse bei Ladebedarf<br />

und Installationstechnik in der Elektromobilität aufgeklärt<br />

werden. Denn alle Nutzer von Elektroautos benötigen einen<br />

Stromanschluss, der für das Laden einer Autobatterie auch<br />

tatsächlich ausgelegt ist. Weil es hieran mangelt, sollten<br />

die Hersteller von Elektroautos zunehmend ihr Augenmerk<br />

auf die Aspekte einer erweiterten Produkthaftung legen.<br />

OEMs kümmern sich derzeit vorwiegend um die Entwicklung,<br />

Produktion und Vermarktung von Elektroautos. Im<br />

Hinblick auf die Ladung wird jedoch - trotz anderslautender<br />

Empfehlungen vom TÜV oder des European Committee<br />

for Electronical Standardization (CEN) - oft auf bestehende<br />

Steckdosen verwiesen. Was »kinderleicht« den Einstieg in<br />

das neue eZeitalter erleichtern soll, berücksichtigt die Gegebenheiten<br />

von notwendigen, technischen Voraussetzungen<br />

beim elektrischen Hausanschluss allerdings nicht.<br />

Normierungen für die Elektromobilität werden derzeit erst<br />

ausgearbeitet. Die Steckdose in der heimischen Garage entspricht<br />

dabei keineswegs den künftigen Vorgaben: Endkunden<br />

erfahren gerade, dass das Laden an der Steckdose oft<br />

mit Problemen verbunden ist und das Elektroauto gar nicht<br />

geladen werden kann. Die Gründe liegen meistens in der dahinter<br />

liegenden Installation (Zuleitungslänge und -durchmesser,<br />

Kabeltypen, Verlegungsarten, Absicherungen). Die<br />

Beschwerde beim Autohersteller ist vorprogrammiert.<br />

Der Autohersteller sollte im Rahmen einer erweiterten Produkthaftung<br />

eine Sorgfaltspflicht hinsichtlich einer sicheren<br />

Ladung wahrnehmen. Andernfalls kann dies zu Imageschäden<br />

sowie teuren Rückrufaktionen führen. Einige Autohersteller<br />

weisen bereits auf Sicherheitsrisiken hin und bieten<br />

über den eMobility-Dienstleister The Mobility House den<br />

Service des »sicheren Anschlusses« mit an. Ähnlich verfahren<br />

auch RWE, EDF, DB Energy oder SPX. Ziel ist es, dem<br />

Kunden - auch auf Empfehlung des Händlers - für die nahe<br />

Zukunft Lösungen anbieten zu können, die neben der Ladestation<br />

Bestandteil einer sicheren und leistungsfähigen<br />

Ladevorrichtung sind. Dieser Anschluss ist auch das Tor zu<br />

einer neuen Rolle des Elektroautos als Energiespeicher.<br />

Auch der BEM geht - ganz im Auftrag der Neuen Mobilität<br />

- hier mit gutem Beispiel voran. Ab Ende Oktober lädt Präsident<br />

Kurt Sigl seinen Ampera sicher und schnell an einer<br />

Ladestation von ElectroDrive Europe. Gleichzeitig ist für die<br />

CO 2 -freie Mobilität gesorgt. Denn der verbriefte Fahrstrom<br />

in Höhe von 15.000 km jährlich stammt aus 100% Erneuerbaren<br />

Energien.<br />

Dr. Eva Maria Ritter // The Mobility House<br />

www.mobilityhouse.com // www.electrodrive-europe.com<br />

Klein, kompakt und äußerst leistungsstark. Das ist das<br />

batteriebetriebene Zweiwege-Rangiergerät der G. Zwiehoff<br />

GmbH. Es kann problemlos 250 Tonnen ziehen und dabei<br />

spielend zwischen Schienen- und Straßenbetrieb wechseln.<br />

Der ROTRAC E2 ist überall dort, wo Lokomotiven und Waggons<br />

bewegt werden müssen, äußerst flexibel einsetzbar. Er<br />

kann in Industrie-, Recycling- und Verkehrsbetrieben optimal<br />

genutzt werden, aber auch bei Herstellern oder Reparaturwerken<br />

von Schienenfahrzeugen wertvolle Dienste leisten.<br />

Hinter diesem weltweit einmaligen Fahrzeug steckt eine ausgefeilte<br />

Technologie, die in Zusammenarbeit mit Linde MH<br />

entwickelt und realisiert wurde. Der ROTRAC E2 verfügt über<br />

eine elektronische Allrad-/Starrachslenkung mit hohem<br />

Drehmoment. So kann das robuste Gerät mit seinen vier<br />

elektrischen Radnabenmotoren, die über eine Boostfunktion<br />

verfügen (hohe Anfahrleistung), bis zu 250 t ziehen.<br />

Gleichzeitig hat es bei der Benutzung auf Asphalt durch<br />

seine kompakte Bauweise (LxBxH: 2 m x 1,8 m x 1,2 m) und den<br />

vollsynchronisierten Einzelradantrieb einen extrem kleinen<br />

Wenderadius (0,9 m). Mit Hilfe der benutzerfreundlichen<br />

Funkfernsteuerung kann das Zweiwege-Elektro-Rangiergerät<br />

problemlos auf verschiedenen Spurweiten aufgegleist<br />

werden oder zwischen den Gleisen wechseln.<br />

Für den Antrieb wird eine 48 V- /420 Ah-Traktionsbatterie<br />

verwendet, die sowohl für einen hohen Wirkungsgrad (der<br />

Wechsel-Akku reicht für eine Schicht), als auch für große<br />

Sicherheit sorgt. Zusätzlich wird die Energieeffizienz des<br />

Kraftpakets durch Energierückgewinnung beim Bremsen gesteigert,<br />

so dass es abgasfrei und emissionsarm fährt. Enorme<br />

wirtschaftliche und ökologische Einsparpotenziale sind<br />

also garantiert.<br />

Zu den wirtschaftlichen Vorteilen für Betriebe gehört außerdem<br />

ein umfangreicher Service und hohe Arbeitssicherheit.<br />

Die G. Zwiehoff GmbH hat bei der Entwicklung viel Wert auf<br />

ein wartungsarmes Gesamtkonzept gelegt. Es wurden wenig<br />

unterschiedliche Bauteile, verschleißarme Schienenräder<br />

und eine wartungsfreie AC-Technologie verwendet. Durch<br />

die ausgleichende und nachregelnde Schienenführung ist<br />

höchste Entgleisungssicherheit gewährleistet. Sollten dennoch<br />

Probleme auftreten, verfügt das Rangiergerät über ein<br />

On-Board-Diagnosesystem. Beim ROTRAC E2 wurden außerdem<br />

Serienkomponenten aus der Linde-Antriebstechnik verwendet,<br />

so dass ein weltweites Servicenetz vorhanden ist.<br />

Stephan Zwiehoff<br />

G. Zwiehoff GmbH<br />

stephan.zwiehoff@zwiehoff.com<br />

www.zwiehoff.com<br />

82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83


Erste Flotten - e-miglia 2012<br />

Erste Flotten - BeM bei der e-miglia 2012<br />

e-miglia 2012<br />

Mit Spaß und rund 20.- Euro Verbrauchskosten elektrisch durch vier Alpenländer<br />

Elektrisch in 5 Tagen<br />

durch 4 Länder<br />

Das BEM-Team bei der e-miglia 2012<br />

DAS SPÄTERE SIEGERTEAM HASLREITER / LG SOLAR IM TESLA ROADSTER AM START DER E-MIGLIA 2012<br />

Benjamin Franke, Alexander Böhm und BEM-Präsident Kurt Sigl mit Emilia Elettrica bei der Eröffnungsveranstaltung in München<br />

• Gleichmäßigkeitsrallye durch vier Alpenländer: 817 km<br />

durch D-AUT-I-CH<br />

• Von München über Rosenheim, Salzburg, Bruck, Großglockner<br />

Hochalpenstraße & Bozen nach St. Moritz<br />

• Die Protagonisten: BMW Mini E, Lampo3, Mercedes E-Cell,<br />

Nissan Leaf, Peugeot iOn, Tesla Roadster, TWIKE Active,<br />

Zerotracer, Zero DS<br />

Team Haslreiter / LG Solar gewinnt die e-miglia 2012<br />

Hans Haslreiter und Wolfgang Schöner, unterwegs im Tesla<br />

Roadster, sind die neuen Champions der e-miglia: »Wir sind<br />

überglücklich, aber auch ein bisschen geschafft. Die letzten<br />

Tage waren doch anstrengender als vor dem Start angenommen«,<br />

sagt ein sichtlich erleichterter Wolfgang Schöner.<br />

TÜV SÜD mit zwei Teams auf dem Siegerpodest<br />

Auf Platz 2 folgt das Team von TÜV SÜD II um Volker Blandow<br />

und Stefan Rentsch in einer Mercedes Benz A-Klasse E-Cell.<br />

Die beiden sind erleichtert: »Als wir in die letzte Etappe gestartet<br />

sind, ist uns bewusst geworden, dass wir plötzlich<br />

etwas verlieren können. Wir sind mit dem Ziel gestartet, nur<br />

keine Fehler mehr zu machen und jetzt sind wir über das<br />

Ergebnis einfach glücklich«, resümiert Volker Blandow. Den<br />

Erfolg von TÜV SÜD komplettiert das zweite Team. Bei der<br />

letzten Etappe verteidigten Werner Kraus und Ralph Urbanek<br />

den dritten Platz im BMW Mini E.<br />

Zerotracer-Swisslife Team siegt in Zwei- und Dreiradklasse<br />

Frank Loacker und Marc Kudling im Designwerk Zerotracer<br />

sicherten sich den Sieg in der kombinierten Zwei- und Dreiradklasse<br />

und ließen dabei die Zero DS von m+p e-mobility 1,<br />

sowie die vier wacker kämpfenden Teams TWIKE hinter sich.<br />

Effizienzpreis von St. Moritz - mit umgerechnet 4,7 Liter<br />

Verbrauch auf 800 km<br />

In der Energiestadt St. Moritz, Zielort der e-miglia, setzt man<br />

stark auf Umweltbewusstsein und lobte einen Effizienzpreis<br />

für den geringsten Energieverbrauch aus. Der Preis von 2.000<br />

Schweizer Franken ging nicht ganz unerwartet an das Team<br />

TWIKE young engineers mit Alex und Toni Westermann.<br />

Die e-miglia wird auch im Jahr 2013 durchgeführt<br />

Spannende Neuerungen sind in Planung und werden in Kürze<br />

auf der offiziellen Website veröffentlicht.<br />

www.e-miglia.com<br />

Vom 12. bis 16. August 2012 startete die e-miglia bereits im<br />

dritten Jahr ihre Tour durch vier Alpenländer. Was 2010 noch<br />

als ein großes Abenteuer für Teilnehmer, Partner und Veranstalter<br />

begann, hat sich heute etabliert. In vier Tagesetappen<br />

führte der Weg von München über Österreich nach Italien<br />

und endete im Schweizer Feriendomizil St. Moritz.<br />

Der Bundesverband eMobilität war wie in den vergangenen<br />

Jahren als Medienpartner vor Ort dabei - auch dieses Mal<br />

wieder vollelektrisch. Benjamin Franke und Alexander Böhm<br />

begleiteten die Rallye in einem Mitsubishi i-MiEV, der vom<br />

BEM-Mitgliedsunternehmen Mitsubishi Motors Germany<br />

GmbH zur Verfügung gestellt wurde.<br />

Vor dem offiziellen Startschuss lud BEM-Mitglied TÜV Süd<br />

zur offiziellen Kick-Off Veranstaltung im Deutschen Museum<br />

in München. Fahrzeuge und Teams wurden Medienvertretern<br />

und der Öffentlichkeit vorgestellt.<br />

»Seit einigen Jahren besuche ich unzählige Kongresse und<br />

Symposien, auf denen Fachleute unter sich darüber sprechen,<br />

was möglich ist und was nicht. Aber wir müssen jetzt<br />

Elektromobilität auf die Straße bringen und den Menschen<br />

zeigen, dass es funktioniert. Die e-miglia bietet die Möglichkeit,<br />

dies eindrucksvoll zu demonstrieren«, so BEM-Präsident<br />

Kurt Sigl im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz.<br />

Gleich zu Beginn wartete die wohl größte Herausforderung<br />

der gesamten Rallye: der Großglockner. Die 14,4 Kilometer<br />

lange Passauffahrt galt es im Rahmen einer Sonderprüfung<br />

in 12 Minuten zu absolvieren. Zielpunkt war die Edelweißspitze,<br />

der höchste befahrbare Ort Österreichs auf einer<br />

Höhe von knapp 2.600 Metern. Zur Belohnung gab es ein<br />

spektakuläres Bergpanorama. Dieser schwierige Auftakt<br />

verlangte den Teilnehmern und ihren Fahrzeugen einiges<br />

ab, da neben der Straße auch der Ladestand der Batterien<br />

höchste Aufmerksamkeit forderte. Auf die Überquerung des<br />

Großglocknerpasses folgten noch weitere 70 Kilometer bis<br />

zum heißersehnten nächsten Energieschub. Ein Ziel, welches<br />

das BEM-Presseteam an seine Grenzen brachte. Knapp 5 Kilometer<br />

vor dem Ziel waren sie auf die Hilfsbereitschaft der<br />

Einheimischen angewiesen. »Glücklicherweise war es nicht<br />

schwierig, eine Steckdose zu finden. Endlich im Ziel erfuhren<br />

wir, dass wir mit diesem Schicksal nicht alleine waren.<br />

Auch andere Teilnehmer fielen der anspruchsvollen Streckenführung<br />

zum Opfer«, erklärte BEM-Vorstandsassistent<br />

Benjamin Franke.<br />

Der BEM gratuliert allen Teilnehmern - darunter die BEM-Mitgliedsunternehmen<br />

TÜV SÜD, Energiebau, m+p consulting<br />

sowie Schletter - zur erfolgreichen Überquerung der Alpen.<br />

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr..!<br />

84 Neue Mobilität Neue Mobilität 85


Erste Flotten - German e-Cars<br />

Erste Flotten - AIT Austrian Institute of Technology GmbH<br />

Neue Anforderungen im<br />

Flottenmanagement<br />

eMobilität im<br />

Nutzfahrzeugbereich<br />

German E-Cars mit dem PLANTOS<br />

Elektrotransporter PLANTOS von German E-Cars<br />

Grüne Mobilität in Flotten auf dem Vormarsch<br />

Es steht fest, dass die Elektrofahrzeuge aus dem Hause<br />

German E-Cars den Kinderschuhen entwachsen sind und<br />

sich bereits jetzt als leistungsstarke Konkurrenz zum herkömmlichen<br />

Benzinantrieb auch im Nutzfahrzeugbereich<br />

präsentieren.<br />

PLANTOS: Eine umweltfreundliche Alternative mit vielfältigen<br />

Einsatzmöglichkeiten. Mit maximal 85 kW Leistung<br />

und 230 Nm Drehmoment ist der Elektrotransporter eine<br />

praxistaugliche Mobilitätslösung für Ballungsräume. Er ist<br />

sowohl als Pritschen- oder Kastenwagen als auch als Kombi<br />

mit bis zu neun Sitzplätzen verfügbar. Darüber hinaus elektrifiziert<br />

German E-Cars auch das reine Normalfahrgestell, um<br />

Platz für einen individuellen Aufbau und die Anpassung an<br />

die jeweiligen Kundenbedürfnisse zu ermöglichen. Mit einer<br />

variantenabhängigen Nutzlast von bis zu über zwei Tonnen<br />

und einer stark verringerten Lärmemission können vielfältige<br />

Transportaufträge künftig klima- und emissionsneutral<br />

erledigt werden.<br />

Bei einer maximalen Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern<br />

erzielt der PLANTOS eine Reichweite von bis zu 120<br />

Kilometern mit einer Akku-Ladung. In speziellen Einsatzbereichen,<br />

beispielsweise auf dem Vorfeld von Flughäfen, ermöglicht<br />

eine elektronische Begrenzung der Abgabeleistung<br />

des eAntriebes eine positive Reichweitenverlängerung des<br />

PLANTOS.<br />

Auch in kalten Jahreszeiten lässt der elektrische Transporter<br />

von German E-Cars niemanden im Stich. Mit seiner umweltfreundlichen<br />

Bioethanol-Heizung, die zur Standardausstattung<br />

gehört, sorgt er für optimales Klima - und maximale<br />

Reichweite. Der elektrische Transporter ist das erste bereits<br />

verfügbare Nutzfahrzeug auf dem Markt aus deutscher Produktion.<br />

Die erste Kleinflotte mit elf Fahrzeugen hat bereits<br />

im August diesen Jahres die Produktionshallen in Grebenstein<br />

verlassen.<br />

Individuelle Kundenbetreuung und Flexibilität zeichnen das<br />

BEM-Mitgliedsunternehmen German E-Cars aus. Das Team<br />

von German E-Cars erarbeitet gern gemeinsam mit Ihnen<br />

ein optimales Umsetzungskonzept zur Elektrifizierung Ihrer<br />

Fahrzeugflotte.<br />

Olga Mikulska // German E-Cars GmbH<br />

www.german-e-cars.de<br />

Elektrofahrzeuge gelten als Hoffnungsträger für eine umweltfreundliche<br />

Mobilität der Zukunft. Allerdings bestehen<br />

auf Grund der beschränkten Reichweite derzeit noch<br />

Hemmschwellen zur Nutzung. Im breiten öffentlichen Fokus<br />

steht bisher der Einsatz von Elektrofahrzeugen im privaten<br />

Bereich - für den Transport von Gütern und Personen im<br />

wirtschaftlichen Bereich stellt die Elektromobilität neue Anforderungen<br />

an das Flottenmanagement. Jakob Puchinger,<br />

Projektleiter für Logistik und Intermodalität am Mobility<br />

Department des AIT Austrian Institute of Technology, sieht<br />

die Integration der Elektromobilität in die Logistik als wesentliche<br />

Fragestellung. »Vor allem gemischte Flotten aus<br />

konventionellen Elektro- und Hybridfahrzeugen werden<br />

durch unterschiedliche Tank- bzw. Ladezeiten und Reichweiten<br />

neue Anforderungen im Flottenmanagement mit<br />

sich bringen«, hebt Jakob Puchinger hervor.<br />

Dabei spielen die Entwicklung und rasche Markteinführung<br />

kostengünstiger Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge eine zentrale Rolle,<br />

da durch diese insbesondere die bestehende Reichweitenangst<br />

beim Endkunden genommen und gleichzeitig eine<br />

große Breitenwirkung erzielt werden kann. Zusammen mit<br />

internationalen Industriepartnern untersucht das AIT Mobility<br />

Department in aktuellen Forschungsprojekten gezielt den<br />

Einsatz von Elektrofahrzeugen in größeren gemischten Flotten<br />

für den privaten und öffentlichen Sektor, um den Roll-out der<br />

Elektromobilität zusätzlich zu fördern. Neue Aspekte wie der<br />

Einsatz gemischter Flotten, die intermodale Vernetzung und<br />

Fleet-Sharing werden untersucht, um Unternehmen ein für<br />

ihre Bedürfnisse maßgeschneidertes Flottenkonzept zu bieten.<br />

Dafür werden neuartige Methoden für das strategische,<br />

taktische und operationale Flottenmanagement entwickelt,<br />

wobei die speziellen Anforderungen der Elektromobilität besonders<br />

berücksichtigt werden.<br />

Ziel ist es, Flottenbetreibern mehr Sicherheit und Flexibilität<br />

zu bieten. Am AIT Austrian Institute of Technology wird zur<br />

Lösung der damit verbundenen Herausforderungen ein ausgefeilter<br />

Methodenmix aus Datenerfassung, Datenanalyse,<br />

Modellierung und Optimierung eingesetzt. Das optimierte<br />

Flottenmanagement und die effiziente Tourenplanung schaffen<br />

eine Win-Win-Situation: Sie verringern nicht nur die Belastung<br />

für die Umwelt, sondern bringen auch eine erhebliche<br />

Zeit- und Kostenersparnis.<br />

Jakob Puchinger<br />

AIT Austrian Institute of Technology GmbH<br />

jakob.puchinger@ait.ac.at<br />

www.ait.ac.at/mobility<br />

86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87


Erste erste Flotten flotten - carsharing<br />

erste flotten Erste - carsharing Flotten -<br />

Carsharing<br />

Anbieter, Fahrzeugtypen, Preise und Handling im Überblick<br />

Aktuell sind deutschlandweit rund 130 Carsharing-Anbieter in über 300 Städten aktiv. Sie stellen an 2.700 Leih-Stationen<br />

knapp 5.600 Fahrzeuge zur Verfügung. Hinzu kommen die neuen Angebote der Automobilhersteller, die seit 2011 verstärkt<br />

in das Geschäft mit der Kurzzeitmiete drängen. Im Unterschied zu den bereits etablierten Anbietern zielen sie auf eine neue<br />

Nutzergruppe ab: den spontanen Kurzzeitnutzer, der via Smartphone das nächste freie Auto in unmittelbarer Umgebung<br />

sucht. Auch wenn die einzelnen Angebote ähnlich funktionieren, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Angefangen beim<br />

Abrechnungsmodell, über die Abgabe der Fahrzeuge bis hin zum Einsatz von Elektrofahrzeugen, die wir im Folgenden anhand<br />

der 10 größten Carsharing-Anbieter für Sie aufbereitet haben.<br />

Anzahl Fahrzeuge/<br />

Fahrberechtigte<br />

Geschäftsgebiet Fahrkosten*/Abrechnung Monatsbeitrag<br />

Anmeldegebühr<br />

Reservierung/<br />

Buchung<br />

Zugang zum<br />

Fahrzeug<br />

Fahrzeugrückgabe<br />

eAuto<br />

book-n-drive<br />

book-n-drive.de<br />

Fahrzeuge: 300 eigene<br />

(zudem Kooperation mit<br />

Flinkster)<br />

Fahrberechtige: circa 9.200<br />

Rhein-Main-Gebiet (u.a.<br />

Frankfurt, Mainz, Wiesbaden)<br />

Abrechnung stundenweise<br />

3,00-6,00 Euro/Stunde; zzgl. 2,00 Euro<br />

Grundpreis je Fahrt; zzgl. 0,25-0,37 Euro/<br />

km; 30-60 Festpreis/Tag<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

Nur in Kooperation mit<br />

flinkster. Keine eigenen<br />

eAutos.<br />

cambio CarSharing<br />

cambio-carsharing.de<br />

car2go<br />

car2go.com<br />

Fahrzeuge: 975<br />

Fahrberechtigte: circa<br />

35.000<br />

Fahrzeuge: 2.450 in D.<br />

Berlin: 1.000; Ulm: 300<br />

Hamburg: 500; Düsseldorf:300<br />

Köln: 350;<br />

Fahrberechtigte: circa 70.000<br />

15 Städte, (Aachen, Berlin,<br />

Bielefeld, Bonn, Bremen,<br />

Bremerhaven, Hamburg,<br />

Jülich, Köln, Lüneburg, Oldenburg,<br />

Saarbrücken,<br />

Uelzen, Winsen, Wuppertal)<br />

Berlin, Düsseldorf, Hamburg,<br />

Köln, Ulm<br />

Abrechnung stundenweise<br />

1,70 Euro-4,90 Euro/Stunde (je nach Fahrzeuggröße)<br />

21-49 Festpreis/Tag; Kilometerpreis:<br />

bis km 100 je km inkl. Treibstoff:<br />

0,25-0,38 Euro (je nach Fahrzeuggröße); Ab<br />

km 101 je km inkl. Treibstoff: 0,21-0,27 Euro<br />

(je nach Fahrzeuggröße)<br />

Abrechnung im Minutentakt<br />

Fahren: 0,24 - 0,29 Euro/Minute (je nach<br />

Stadt); ab dem 21. Kilometer zusätzlich<br />

0,24-0,29 Euro/km; Parken: 0,<strong>09</strong> Euro/<br />

Minute; 12,90 Euro/Stunde; 39,00 Festpreis/Tag<br />

Nein Keine Kostenlose Buchung über Internet und<br />

Smartphone App.<br />

Telefonische Buchungen kosten 1,50 Euro<br />

pro Anruf<br />

3-25 Euro/Monat 30 Euro Kostenlose Online-Buchung via Internet<br />

und Smartphone App.<br />

Telefonische Buchungen kosten 0,25<br />

Euro je Anruf.<br />

Nein<br />

9,90 Euro in<br />

Berlin, Köln,<br />

Düsseldorf;<br />

19 Euro in Ulm<br />

und Hamburg<br />

On-Deman-Carsharing:<br />

Spontan-Nutzung ohne vorherige Reservierung<br />

möglich.<br />

Kostenlose Online-Reservierung (Internet<br />

und Smartphone App) bis 15 Minuten vor<br />

Fahrtantritt.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Zündung mittels PIN-Code und Zündschlüssel<br />

im Handschuhfach (Fahrzeuge<br />

mit Bordcomputer). Bei Fahrzeugen<br />

ohne Bordcomputer befindet sich der<br />

Schlüssel im elektronischem Tresor an<br />

der Ausleihstation, zu öffnen mit der<br />

Kundenkarte.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Zündung mit PIN-Code und Zündschlüssel<br />

im Handschuhfach.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

One-Way-Carsharing: Das Fahrzeug kann<br />

überall innerhalb des Geschäftsgebiets<br />

abgestellt werden. Verriegelung des<br />

Fahrzeugs mit dem RFID-Chip. Standortübergreifende<br />

Nutzung geplant (z.B.<br />

Fahrten von Düsseldorf nach Köln, etc.)<br />

Mitsubishi iMiEV in Köln<br />

und Hamburg.<br />

Deutschlandweit bislang<br />

25 elektrisch angetriebene<br />

smart fortwo electric drive<br />

in Ulm. Weltweit sind über<br />

600 smart fortwo electric<br />

drive im Einsatz.<br />

Citroën Multicity<br />

Carsharing<br />

multicity-carsharing.de<br />

seit 05.<strong>09</strong>.2012<br />

Fahrzeuge: 100 in Berlin,<br />

500 geplant (zudem Kooperation<br />

mit flinkster)<br />

Fahrberechtigte: noch keine<br />

Angabe<br />

Berlin<br />

Abrechnung im 10-Minutentakt<br />

Starter-Tarif: 2,50 Euro pro 10 Minuten<br />

Fahrtzeit. Keine Grundgebühr, keine Mindestmietdauer<br />

und auch keine Parkkosten;<br />

Vielnutzer-Tarif: 2,00 Euro pro 10 Minuten<br />

Fahrtzeit und eine monatliche Grundgebühr<br />

von 10 Euro; Tageshöchstpreis: 39 Euro<br />

0-10 Euro ( Starter- oder<br />

Vielnutzer-Tarif)<br />

25 Euro On-Deman-Carsharing:<br />

Spontan-Nutzung ohne vorherige Reservierung<br />

möglich; Kostenlose Online-<br />

Reservierung (Internet und Smartphone<br />

App) bis 15 Minuten vor Fahrtantritt.<br />

Die telefonische Buchung kostet 1,80<br />

Euro pro Anruf.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Zündschlüssel im Handschuhfach<br />

One-Way-Carsharing:<br />

Das Fahrzeug kann überall innerhalb<br />

des Geschäftsgebiets abgestellt werden.<br />

Verriegelung des Fahrzeugs mit der<br />

Kundenkarte.<br />

Ausschließlich Citroën<br />

C-Zero Elektroautos.<br />

Drive-CarSharing<br />

GmbH<br />

drive-carsharing.de<br />

Fahrzeuge: 357 eigene<br />

(zudem Kooperation mit<br />

Flinkster)<br />

Fahrberechtigte: 3.795<br />

27 Städte (u.a. Düsseldorf,<br />

Dortmund, Köln, Bremen,<br />

Hamburg, München, Nürnberg,<br />

Wolfsburg)<br />

Abrechnung stundenweise<br />

3,25-7,25Euro; zzgl. Spritpauschale<br />

0,16-0,20 Euro/km; 25 Freikm/Stunde,<br />

je Mehrkilometer 0,08 Euro; 39-79 Euro<br />

Festpreis/Tag<br />

10 Euro 50 Euro Kostenlose Buchung über Internet und<br />

Smartphone App.<br />

Telefonische Buchungen kosten 1 Euro<br />

pro Anruf<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Zündschlüssel im Handschuhfach.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe<br />

erfolgt an der Station, an der es<br />

ausgeliehen wurde. Verriegelung des<br />

Fahrzeugs mit der Kundenkarte.<br />

Verschiedene eAutos u.a. in<br />

Düsseldorf, Köln, Bremen, Nürnberg<br />

und München; ab Herbst 2012: 32<br />

zusätzliche eAutos in Düsseldorf<br />

(u.a. 12 Opel Ampera); 32 eAutos<br />

in Essen (20 Opel Ampera, 10 smart<br />

fortwo electric drive, 2 Nissan Leaf).<br />

DriveNow<br />

drive-now.com<br />

Fahrzeuge: 1.000 in D.(ab<br />

Oktober 2012 1.250); 500 in<br />

Berlin (600 geplant); 300 in<br />

München; 200 in Düsseldorf;<br />

250 in Köln (ab Oktober 2012)<br />

Fahrberechtigte: circa 47.000<br />

Berlin, München, Düsseldorf,<br />

ab Herbst 2012 in Köln<br />

Abrechnung im Minutentakt<br />

Fahren: 0,29 Euro/Minute<br />

Parken: 0,10 Euro/Minute<br />

Nein 19 Euro On-Deman-Carsharing: Spontan-Nutzung<br />

ohne vorherige Reservierung möglich.<br />

Kostenlose Online-Reservierung bis 15<br />

Minuten vor Fahrtantritt.<br />

Der Zugang zum Fahrzeug erfolgt über<br />

einen RFID-Chip auf dem Führerschein<br />

des Nutzers. Zündung mit PIN-Code.<br />

One-Way-Carsharing:<br />

Rückgabe/Parken überall innerhalb<br />

des Geschäftsgebiets möglich.<br />

Verriegelung des Fahrzeugs mit dem<br />

RFID-Chip.<br />

In Deutschland bisher keine<br />

eAutos. In San Francisco/USA<br />

sind seit Juni 2012 70 BMW<br />

ActiveE im Einsatz.<br />

Flinkster<br />

flinkster.de<br />

Fahrzeuge: 2.500 (im Verbund<br />

mit regionalen Partnern);<br />

Fahrberechtigte: 190.000<br />

(im Verbund mit regionalen<br />

Partnern)<br />

140 Städte Abrechnung stundenweise<br />

Fahren: 2,30-8,00 Euro/Stunde (ja nach<br />

Fahrzeuggröße); 39-70 Euro Festpreis/Tag<br />

Verbrauchspauschale (Strom/Kraftstoff ) je<br />

km 0,18-0,20 Euro<br />

Nein<br />

50 Euro ohne<br />

Bahncard<br />

0 Euro mit<br />

Bahncard<br />

Kostenlose Buchung via Internet und<br />

Smartphone App.<br />

Telefonische Buchungen kosten 1,50 Euro<br />

pro Anruf.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser.<br />

Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach<br />

oder im Schlüssel-Tresor,<br />

der sich ebenfalls mit der Kundenkarte<br />

öffnen lässt.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

100 e-Flinkster u.a. in Berlin,<br />

Hamburg und Frankfurt/Main,<br />

Stuttgart und Saarbrücken.<br />

Greenwheels<br />

greenwheels.com<br />

Fahrzeuge: 270 in D.<br />

Fahrberechtigte: keine<br />

Angaben<br />

22 Städte (u.a. Hamburg,<br />

Rostock, Berlin, Potsdam,<br />

Braunschweig, Dresden, Nürnberg,<br />

München, Ruhrgebiet,<br />

Düsseldorf )<br />

Abrechnung stundenweise<br />

2,00-3,00 Euro/Stunde plus 0,10 -0,15 Euro<br />

pro Kilometer (je nach Fahrzeuggröße)<br />

22-29 Festpreis/Tag<br />

5 Euro/Monat<br />

(im Jahresabo)<br />

25 Euro Kostenlose Buchung über Internet, Smartphone<br />

App und Telefon (automatisiert).<br />

Buchungen über einen CallCenter-Mitarbeiter<br />

kosten 1 Euro je Anruf.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Zündung mittels PIN-Code und Zündschlüssel<br />

im Handschuhfach.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

In Deutschland bisher keine<br />

eAutos, in den Niederlanden<br />

25 RWE-Ladestationen und 25<br />

Peugeot iOn.<br />

Stadtmobil<br />

stadtmobil.de<br />

Fahrzeuge: rund 1.800 eigene<br />

(im Verbund mit regionalen<br />

Partnern 3.000)<br />

Fahrberechtigte: 38.000<br />

74 Städte Abrechnung stundenweise<br />

1 Stunde: 1,80-4,10 Euro (je nach Fahrzeuggröße);<br />

24,50-48,00 Euro Festpreis/Tag;<br />

zusätzlich 0,21-0,25 Euro/km (bis 100km,<br />

je nach Fahrzeuggröße); 0,15-0,25 Euro/km<br />

(ab 100km, je nach Fahrzeuggröße)<br />

Nein 39 Euro Kostenlose Buchung via Internet, Smartphone<br />

App und Telefon.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und<br />

Kartenleser. Zündschlüssel im Handschuhfach.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

1 Karabag 500E in Karlsruhe.<br />

teilAuto<br />

teilauto.net<br />

Fahrzeuge: 400 eigene<br />

(zudem Kooperation mit<br />

Flinkster)<br />

Fahrberechtigte: circa 13.000<br />

15 Städte in Mitteldeutschland<br />

(u.a. Dresden, Erfurt, Halle,<br />

Jena, Leipzig)<br />

Abrechnung stundenweise<br />

2,28-3,84 Euro/Stunde (je nach Fahrzeuggröße);<br />

zzgl. 0,28-0,42 Euro/Kilometer (je<br />

nach Fahrzeuggröße); 22,80-38,40 Euro<br />

Festpreis/Tag (je nach Fahrzeuggröße)<br />

Nein 25 Euro Kostenlose Buchung über Internet und<br />

Smartphone App.<br />

Telefonische Buchungen kosten 1 Euro<br />

pro Anruf.<br />

Zugang mittels Kundenkarte und Kartenleser<br />

hinter der Windschutzscheibe.<br />

Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach,<br />

in Ausnahmefällen im elektronischen<br />

Tresor der Ladestation.<br />

Keine Einwegfahrten. Rückgabe erfolgt<br />

an der Station, an der es ausgeliehen<br />

wurde. Verriegelung des Fahrzeugs mit<br />

der Kundenkarte.<br />

Nur in Kooperation mit flinkster.<br />

Keine eigenen eAutos.<br />

*Bei Anbietern mit unterschiedlichen, tageszeitabhänigigen Tarifen wurde der Tagestarif (7-22 Uhr) als Grundlage gewählt.<br />

88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89


Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />

Erste Flotten - Next Generation Mobility<br />

Der elektrisierte Fuhrpark<br />

mit Corporate Carsharing<br />

»Die Reichweite von Elektrofahrzeugen im Carsharing<br />

muss für jede Nutzungsanfrage im Vorfeld berechnet<br />

werden, damit sich der Nutzer darauf verlassen kann,<br />

noch ans Ziel zu kommen.«<br />

Die eMobilität leitet einen Paradigmenwechsel in der Automobilindustrie<br />

ein. Viele Unternehmen sind bereit, mit der<br />

Einführung von eFahrzeugen auch ihre Mobilitäts-Prozesse<br />

grundlegend zu ändern. »Am liebsten möchten wir uns um<br />

nichts mehr kümmern müssen« ist ein Satz, der im Zusammenhang<br />

mit dem Fuhrpark oft fällt. Dieser Wunsch scheint<br />

in weite Ferne zu rücken, berücksichtigt man, dass eine Ladeinfrastruktur<br />

aufgebaut werden muss und möglichst jedem<br />

Nutzer die Funktionen eines eAutos und insbesondere der<br />

Umgang mit Reichweiten erklärt werden sollte.<br />

eFahrzeuge müssen ausgelastet werden<br />

Mit den bestehenden, technischen Einschränkungen der<br />

eFahrzeuge werden Firmen in den nächsten Jahren noch<br />

leben müssen - darin sind sich Experten einig. Weder die<br />

Reichweite, noch die Ladetechnologie werden eine sprunghafte<br />

Entwicklung erleben, die bezahlbar ist und in den<br />

nächsten Serien verbaut werden wird.<br />

Deshalb sollte die Auslastung von Elektro-, aber auch von<br />

den vorhandenen konventionellen Fahrzeugen maximiert<br />

werden. Dafür scheint Corporate Carsharing eine sinnvolle<br />

Lösung zu sein. Denn beim Corporate Carsharing ist das Ziel<br />

die Auslastung zu erhöhen, indem viele Nutzer wenige Fahrzeuge<br />

teilen.<br />

Die eFahrzeuge können hierbei in erster Linie für Kurzstrecken<br />

eingesetzt werden, auf denen sie ihre Vorteile voll<br />

ausnutzen können. Viele Kurzstrecken pro Tag erfordern<br />

aber eine gute Kommunikation zwischen den Fahrern.<br />

Oft scheitert die Integration von eMobility an einfachen Fragen<br />

Auslastung bedeutet Kommunikation<br />

Mit einer steigenden Auslastung wird auch die notwendige<br />

Kommunikation komplexer. Denn je öfter das Fahrzeug von<br />

unterschiedlichen Nutzern bewegt wird, desto größer wird<br />

der Einfluss einer Verspätung und anderer Zwischenfälle auf<br />

nachfolgende Fahrten. Um diese Kommunikation beim Betrieb<br />

eines Fuhrparks zu beherrschen, benötigen Unternehmen<br />

Unterstützung.<br />

Die Frage, ob ein Nutzer am kommenden Donnerstag von<br />

17.00 Uhr bis 18.00 Uhr 40 Kilometer weit mit einem eFahrzeug<br />

fahren kann, wird schnell zu einer umfangreichen Recherchearbeit.<br />

Bevor er sich bei der Planung seiner Fahrt<br />

sicher sein kann, am Ziel anzukommen, müssen viele Fragen<br />

geklärt sein: Wie viele Mitarbeiter nutzen das eFahrzeug an<br />

dem Tag vor ihm? Wie weit fahren sie? Gibt es externe Einflüsse,<br />

wie schlechtes Wetter oder Kälte, die die Reichweite<br />

verringern? Wie lange lädt das eFahrzeug zwischen den<br />

Fahrten und was bedeutet das in Reichweiten-Kilometern?<br />

Kurzum, ist die restliche Reichweite des Fahrzeugs größer<br />

als 40 Kilometer?<br />

Die Reichweite der eFahrzeuge muss daher für jede Nutzungsanfrage<br />

im Vorfeld berechnet werden, damit sich der<br />

Nutzer darauf verlassen kann, noch ans Ziel zu kommen.<br />

Noch etwas komplexer wird es dann am Tag der Buchung.<br />

Sobald jemand von seinen geplanten Daten abweicht und<br />

Umwege fährt, sollte das dem nachfolgenden Nutzer mitgeteilt<br />

werden. Die Herausforderung dabei ist, dass alle Nutzer<br />

miteinander kommunizieren müssen, um eine Prognose für<br />

Kann ich nächste Woche Donnerstag von<br />

16 - 18 Uhr noch 40km mit dem eAuto fahren?<br />

- 100km<br />

- Reichweite: 44%<br />

- Lädt seit 13:00h<br />

- 40km<br />

- Reichweite: 35%<br />

- Lädt seit 15:15h<br />

nachfolgende Fahrten zu ermöglichen. Dies bedeutet einen<br />

beträchtlichen Zeitaufwand, der die Mitarbeiter von wichtigeren<br />

Arbeiten abhält und sie auch hindert in Zukunft eFahrzeuge<br />

zu buchen.<br />

Als Lösung dient hier eine Software, die die Reichweiten der<br />

Fahrzeuge in Echtzeit unter Berücksichtigung von externen<br />

Einflüsse, wie Wetter und Topographie, berechnet. Bereits<br />

bei der Buchung wird der Nutzer gefragt, wie weit er fahren<br />

möchte. Mit der Angabe der gewünschten Fahrdistanz erfährt<br />

der Nutzer bereits Tage vor dem Fahrtantritt, ob sein<br />

Mobilitätswunsch mit einem eFahrzeug machbar ist oder er<br />

lieber auf ein konventionelles Fahrzeug zurückgreifen sollte.<br />

Alle weiteren Kalkulationen übernimmt das System im Hintergrund<br />

- der Nutzer trifft die Entscheidung nach seiner Präferenz<br />

und ohne eigene Berechnungen anstellen zu müssen.<br />

Technik unterstützt die Kommunikation<br />

Um Live-Daten von der Batterie zu erhalten, wird eine Telematikbox<br />

in das Fahrzeug eingebaut. Diese übermittelt zu<br />

jedem Zeitpunkt die erforderlichen Informationen, wie Ladezustand<br />

der Batterie, Reststrecke und voraussichtliche<br />

Fahrzeit der eFahrzeuge an das System. Dies ermöglicht eine<br />

- 5km<br />

- Reichweite: 25%<br />

- Lädt seit 16:15h<br />

10:00 - 13:30h 14:00 - 15:30h 15:45 - 16:00h 17:00 - 18:00h<br />

Die Kommunikation wird bei geteilten eAutos sehr kompliziert. Die Buchungszeiträume (unten) reichen nicht aus, um heute zu<br />

wissen, ob man in der Zukunft noch an sein Ziel kommt. Restreichweiten und Ladezeiten (oben) müssen durch ein System kommuniziert<br />

und berechnet werden, weil ohne diese Informationen keine Planbarkeit herrscht und die Fahrzeuge wenig genutzt<br />

würden.<br />

Reaktion des Systems in Echtzeit bei Abweichungen von den<br />

prognostizierten Werten. Die Software bucht entweder sofort<br />

ein anderes Fahrzeug im Pool oder schickt dem Nutzer<br />

oder dem Fuhrparkmanager einen Alarm - ganz nach Wunsch<br />

des Kunden. Durch die Telematikbox und eine intelligente<br />

Software wird es möglich, eFahrzeuge sinnvoll in den Fuhrpark<br />

von Unternehmen zu integrieren - d.h. eine möglichst<br />

hohe Auslastung zu erreichen und dem Nutzer die Sicherheit<br />

zu geben mit dem eFahrzeug sicher anzukommen.<br />

eAuto-Test als Grundlage<br />

Gemeinsam mit dem TÜV SÜD testet die Next Generation<br />

Mobility GmbH & Co. KG alle eFahrzeuge am Markt auf ihre<br />

tatsächliche Reichweite, um diese dann für die Mobilitäts-<br />

Software fleetster zu nutzen. Unter www.blog.nextgm.com<br />

finden Sie die Fahrberichte der Fahrzeuge, sowie weitere Informationen<br />

zur Corporate Carsharing Software.<br />

Tim Ruhoff // BEM-Beirat<br />

Geschäftsführender Gesellschafter Next Generation Mobility<br />

GmbH & Co. KG<br />

tim.ruhoff@nextgm.com<br />

90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91


Erste Flotten - APRIKOSE<br />

Erste Flotten - APRIKOSE<br />

Einfache Vernetzung von<br />

Mobilitätsanbietern<br />

Von Christophe Fondrier und Sixten Schockert<br />

»Insbesondere niederschwellige Angebote wie Carsharing<br />

oder Verbundprodukte sind geeignet, um die Bürger einfach<br />

und risikoarm an eMobilität heranzuführen.«<br />

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten und einiger wahrgenommener<br />

Nachteile, wie hohem Preis, geringe Reichweite,<br />

geringe Dichte an Ladesäulen/Lademöglichkeiten etc.<br />

ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Käufer für ein Elektrofahrzeug<br />

entscheiden, aktuell gering (siehe auch die Studie<br />

von Dudenhöffer/Bussmann in der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 07).<br />

Daher ist es notwendig, die Einstiegshürde möglichst niedrig<br />

zu halten, um viele potenzielle Nutzer mit Elektromobilität<br />

in Verbindung zu bringen. Das mit den Schaufenstern<br />

Elektromobilität verfolgte Ziel, nicht nur die Forschung im<br />

Bereich der Elektromobilität voranzubringen, sondern auch<br />

einer möglichst breiten Schicht der bundesdeutschen Bevölkerung<br />

zu direkter Erfahrung mit Elektrofahrzeugen zu<br />

verhelfen, erscheint vor diesem Hintergrund sehr sinnvoll.<br />

Insbesondere scheinen niederschwellige Angebote wie Carsharing<br />

oder Verbundprodukte ratsam, bei denen die Bürger<br />

einfach und risikoarm ein Elektrofahrzeug testen und ihren<br />

konkreten Mobilitätsbedarf optimal abdecken können.<br />

Technische Basis für Koopkurrenznetzwerke bereitstellen<br />

Sowohl Carsharing als auch Verbundprodukte benötigen in<br />

der Regel aber eine nahtlos integrierte Reisekette, die verschiedene<br />

Verkehrsmittel integriert, um Mobilität »von Tür<br />

zu Tür« zu erreichen. Dazu ist in der Regel eine Kooperation<br />

mehrerer Anbieter notwendig, die oftmals gleichzeitig in<br />

Konkurrenz zueinander stehen. Koopkurrenz (engl. Coopetition)<br />

ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Kooperation<br />

und Konkurrenz und bezeichnet das zunehmend häufig<br />

vorkommende Wettbewerbsverhältnis, dass Unternehmen<br />

einerseits Wettbewerber, andererseits Partner sind.<br />

So sind der klassische ÖPNV und Carsharing-Anbieter einerseits<br />

Wettbewerber um den Kunden, der innerstädtisch von<br />

A nach B kommen will; in vielen Fällen könnte deren Kombination<br />

jedoch sinnvoll sein. Wenn der Kunde beispielsweise<br />

mit der S-Bahn zum Standort eines car2go-Fahrzeugs fährt,<br />

um den innerstädtischen Berufsverkehr zu vermeiden, dann<br />

aber umsteigt, um mit dem Auto Besorgungen vor Ort vorzunehmen.<br />

Besonders einfach und damit attraktiv für den<br />

Kunden ist die Nutzung derartiger kombinierter Angebote,<br />

wenn sowohl Auskunft (»Wie komme ich am besten von A<br />

nach B?«), Preisauskunft (»Was kostet mich das?«) als auch<br />

Zugang (»Wie öffne ich das Fahrzeug? Habe ich die richtige<br />

Fahrberechtigung?«) und Abrechnung (»Wie und wo muss<br />

ich bezahlen?«) integriert erfolgen.<br />

Um dies zu ermöglichen, müssen die Anbieter Daten miteinander<br />

austauschen. Da sie im Wettbewerbsverhältnis<br />

bleiben und der Datenschutz gewahrt bleiben muss, soll<br />

ein Datenaustausch aber nur die jeweils notwendigen Daten<br />

umfassen. Diese Daten sicher, zuverlässig und jederzeit<br />

aktuell bereitzustellen, stellt die Anbieter IT-seitig vor<br />

große Herausforderungen - insbesondere kleinere Anbieter<br />

wie örtliche Busunternehmer oder ein als e.V. organisierter<br />

Carsharing-Anbieter.<br />

An dieser Stelle setzt das im Juni 2012 begonnene Forschungsprojekt<br />

Aprikose (Appliance zur Unterstützung von<br />

KMU bei der Erbringung komplexer Mobilitäts-Services) an:<br />

Ziel von Aprikose ist die Entwicklung einer Appliance, also<br />

eines vorinstallierten, vorkonfigurierten und sofort einsetzbaren<br />

IT-Endgeräts. Durch den Einsatz der Appliance und<br />

der im Rahmen des Projekts ebenfalls entwickelten begleitenden<br />

Softwarekomponenten und Dienstleistungen können<br />

KMUs im Bereich von Mobilitäts- sowie komplementärer<br />

Dienstleistungen sich einfach, kostengünstig und sicher vernetzen<br />

(sog. Koopkurrenznetzwerk) und gemeinsam attraktive<br />

Dienstleistungspakete anbieten, die international Vorbildcharakter<br />

haben und die Nutzung umweltfreundlicher<br />

Mobilitätsdienstleistungen vereinfachen.<br />

Im Forschungsprojekt sollen in drei Stufen die Anforderungen<br />

an die Appliance ermittelt und jeweils in einem Prototyp<br />

realisiert werden. Die jeweiligen Prototypen werden bei<br />

ausgewählten assoziierten Projektpartnern im Probebetrieb<br />

getestet und auf Basis gewonnener Erkenntnisse weiterentwickelt.<br />

Integrierte Verbundprodukte ermöglichen<br />

In einer ersten Stufe wird die Kooperation von Unternehmen<br />

des ÖPNV untersucht. Hier steht mit dem e-Ticket Deutschland<br />

ein umfassender Standard zur Verfügung, der einen<br />

großen Teil der benötigten Funktionen und Prozesse spezifiziert.<br />

Auf dieser Basis kann zukünftig beispielsweise der<br />

Inhaber einer Hamburger Jahreskarte bei einem geschäftlichen<br />

Termin in Schwäbisch Hall Bus fahren, indem er beim<br />

Ein- und Aussteigen jeweils ein- und auscheckt. Am Monatsende<br />

erhält er - wie von der Mobilfunkrechnung gewohnt -<br />

eine Abrechnung, auf der sowohl die monatliche Gebühr für<br />

die Jahreskarte als auch die in Schwäbisch Hall gefahrenen<br />

Fahrten abgerechnet sind.<br />

Dieses Szenario wird in der zweiten Stufe um Anbieter neuer<br />

Mobilitätskonzepte wie Carsharing und Leihfahrräder ergänzt,<br />

sodass auch Fahrten mit einem Pedelec im Urlaub im<br />

Schwarzwald auf der genannten monatlichen Abrechnung<br />

seiner ÖPNV-Jahreskarte abgerechnet werden können. In<br />

der dritten Stufe kommen Tourismusdienstleister wie Hotels,<br />

Schwimmbäder oder Museen hinzu, sodass komplexe,<br />

auf die jeweiligen Nutzergruppen abgestimmte Verbundprodukte<br />

angeboten werden können.<br />

Nutzt jeder der Anbieter eine Appliance, so fungiert diese<br />

als Multiadapter für den Datenaustausch, verschlüsselt die<br />

Kommunikation und übernimmt im Falle eines Ausfalls eines<br />

der angeschlossenen Systeme die Zwischenspeicherung.<br />

Somit können die Anbieter ohne große Investitionen in ihre<br />

IT-Infrastruktur neuartige Angebote in ihr Programm aufnehmen,<br />

die den Kunden signifikanten Mehrwert bieten. Insbesondere<br />

Mobilitätsanbieter, die Elektrofahrzeuge nutzen,<br />

können durch geeignete Partnerwahl die Einstiegshürde<br />

deutlich senken, sodass eine große Zahl potenzieller Kunden<br />

die Vorteile elektromobiler Fortbewegung ausprobieren<br />

und »auf den Geschmack kommen« können.<br />

Das Forschungsprojekt Aprikose wird vom BMBF auf Basis<br />

eines Beschlusses des deutschen Bundestags gefördert.<br />

Weitere Informationen unter<br />

www.aprikose.wi.uni-stuttgart.de.<br />

Dreistufiges System:<br />

Stufe 1: Appliance für den Einsatz im ÖPNV<br />

Stufe 2: Appliance für multi-/intermodalen<br />

Verkehr (Elektromobilität, klassische Autovermietung<br />

und neue Mobilitätskonzepte)<br />

Stufe 3: Appliance für mobilitätsnahe,<br />

komplementäre Dienstleistungen (insb.<br />

Tourismusdienstleistungen)<br />

Christophe Fondrier<br />

Leiter Partnermanagement und Marktentwicklung bei der<br />

highQ Computerlösungen GmbH<br />

Sixten Schockert<br />

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik<br />

II<br />

Universität Stuttgart<br />

92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93


Erste Flotten - Hochschule Heilbronn<br />

Erste Flotten - Hochschule Heilbronn<br />

15.000 elektrische Kilometer<br />

Derzeit werden im Projekt unterschiedliche Geschwindigkeits-<br />

und Leistungsanforderungen an das Fahrzeug in den<br />

Fahrzyklen ausgewertet. Ziel ist es, stromsparende Fahrweisen<br />

inklusive Freilauf-Fahrt zu identifizieren und zu<br />

validieren. Parallel dazu erfolgt der Abgleich eines Simulationsmodells<br />

sowohl für die Längsdynamik als auch für<br />

die detaillierte Energiebilanz der Verbraucher im Bordnetz<br />

Fahrgeschwindigkeit und Leistung im 50-Kilometer-Testzyklus<br />

(Licht, Lüftung, Scheibenwischer usw.). Untersuchungen zur<br />

begleitenden Unterstützung des Antriebs und der Reichweite<br />

durch Schwungradspeicher sind gestartet.<br />

Prof. Dr. Andreas Daberkow<br />

Hochschule Heilbronn<br />

andreas.daberkow@hs-heilbronn.de<br />

Hochschule Heilbronn untersucht eMobilität im ländlich-urbanen Raum<br />

Eine wichtige Rolle in Deutschland und Europa spielen<br />

regionale Zentren. Rahmenbedingungen für das batterieelektrische<br />

Autofahren im ländlich-urbanen Raum hat ein<br />

Forschungsprojekt der Hochschule Heilbronn herausgearbeitet.<br />

Dazu wurden jetzt erste Ergebnisse aus über 15.000<br />

Ganzjahreskilometern vorgestellt.<br />

Typisch für die Region Heilbronn-Franken als eine von 12<br />

Regionen in Baden-Württemberg sind eine leicht hügelige<br />

Landschaft, eine ausgeprägte landwirtschaftliche Nutzung<br />

sowie »Global Player« und gleichzeitig innovative kleine und<br />

mittelständische Unternehmen. Die Verkehrsinfrastruktur ist<br />

durch einen hohen Anteil von individualem Pendlerverkehr<br />

mit dem Auto, aber auch durch die Verknüpfung von Stadt und<br />

Region durch eine Zweisystem-Regionalstadtbahn bestimmt.<br />

Elektroauto und Fahrprofile<br />

Ein geeignetes Erprobungsfahrzeug für das Forschungsprojekt<br />

der Hochschule Heilbronn sollte ausreichende Sicherheit,<br />

Reichweite und die Autobahntauglichkeit für den<br />

regionalen Pendlerverkehr aufweisen. Der von der CITYSAX<br />

Mobility GmbH aus Dresden elektrifizierte Chevrolet Matiz<br />

erfüllte diese Anforderungen und nimmt nach dem Umbau<br />

mit dem lokalen Servicepartner Auto NEFF GmbH aus Heilbronn<br />

eine von der Hochschule spezifizierte Messdatenerfassung<br />

auf. 26 Lithium-Eisenphosphatbatterien mit je 160<br />

Ah Kapazität und 3,2 V Nennspannung speisen einen Asynchronmotor<br />

mit einer Spitzenleistung von 26 kW. Circa 13<br />

kWh Batteriekapazität resultieren je nach Fahrprofil in eine<br />

Reichweite von 75 bis 100 Kilometer. Das Umbaufahrzeug<br />

überzeugt in der Praxis mit einem pragmatischen, durchdachten<br />

und sicheren Elektrifizierungskonzept.<br />

Im landesgeförderten ZIP-Projekt wurde entschieden, zunächst<br />

reale Zyklen im ländlich-urbanen Raum anstelle<br />

von standardisierten Fahrzyklen zu untersuchen. Ein typischer<br />

50 Kilometer Pendlerzyklus mit 160 Metern Höhendifferenz<br />

beispielsweise besteht aus 12% Stadtverkehr,<br />

61% Autobahn und 27% Regional- und Zubringerverkehr.<br />

94 Neue Mobilität<br />

Erste Ergebnisse<br />

Das Geschwindigkeitsprofil und den Leistungsbedarf des<br />

Fahrzeugs im 50-Kilometer-Testzyklus zeigt die Abbildung.<br />

Selbst die geringe Spitzenleistung von 26 kW wird im Zyklus<br />

ohne Behinderung des Verkehrsflusses selten abgerufen.<br />

Negative Leistungen kennzeichnen die insbesondere im<br />

hügeligen Bereich mögliche Energierückgewinnung beim<br />

Bremsen (Rekuperation).<br />

Den strengen Winter 2011/2012 hat das Fahrzeug weitgehend<br />

problemlos durchfahren. Entscheidend für das Fahren<br />

bei tiefen Temperaturen ist die elektrische Zusatzheizung<br />

im vorderen und hinteren Traktionsbatteriefach. Diese verhindert<br />

nach kalten Nächten mit schneller Abkühlung ohne<br />

Witterungsschutz eine kritische Unterspannung unter Belastung.<br />

Ein weiterer Schlüssel zum problemlosen Winterbetrieb<br />

des Fahrzeugs ist die von der Traktionsbatterie weitgehend<br />

unabhängige Benzinstandheizung des Innenraums. In der<br />

Praxis wurden Verkehrsstaus mit einer Fahrtdauer von über<br />

2 Stunden problemlos und ohne Reichweiteneinschränkung<br />

überstanden.<br />

Stand der Untersuchungen und nächste Schritte<br />

Nach den über 15.000 Erprobungskilometern ist das Team<br />

überzeugt, dass elektrisches Autofahren für viele Verkehrsteilnehmer<br />

auch im ländlich-urbanen Raum bereits heute<br />

möglich ist.<br />

Kaufanreize oder Förderungen für Elektrofahrzeuge sind in<br />

vielen Ländern Europas in Diskussion. Gerade für den ländlich-urbanen<br />

Raum mit größeren Fahrtstrecken ist ein gesichertes<br />

dezentrales Laden während der Arbeitszeit oder Verweilzeit<br />

bei Besorgungen sehr attraktiv. Als Kaufanreiz wird<br />

daher ein neues Fördermodell »Elektro-Duales Laden« vorgeschlagen.<br />

Dieses fördert für den Erwerber eines Elektrofahrzeuges<br />

die Einrichtung eines Ladepunktes zu Hause und<br />

darüber hinaus die Einrichtung eines Park- und Ladepunktes<br />

an einem zweiten Zielort des Käufers wie z.B. der regelmässigen<br />

Arbeitsstätte.<br />

Vertraut mit der Zukunft<br />

KLEINER Stanztechnik entwickelt und produziert umweltfreundliche<br />

Alternativen zur herkömmlichen Leiterplatte, stanztechnische Lösungen<br />

für Hochstromsteckverbinder, Stromschienen für die Elektromobilität,<br />

Schnappscheiben mit Spotgoldbeschichtung und vieles mehr.<br />

Treffen Sie uns auf<br />

folgenden Messen:<br />

IZB Messe Wolfsburg<br />

10.10.2012 bis 12.10.2012<br />

Halle 4Stand 4/405<br />

eCarTec Messe München<br />

23.10.2012 bis 25.10.2012<br />

Halle B2Stand 419<br />

KLEINER GmbH Stanztechnik75179 Pforzheim<br />

www.kleiner-gmbh.deWir denken Lösungen.<br />

KLEINER


Erste Flotten - Stadtwerke Osnabrück<br />

Erste Flotten - Stadtwerke Osnabrück<br />

Smart Traffic<br />

eCarsharing in Osnabrück<br />

Vorstellung der zehn Elektroautos im Rahmen einer feierlichen Förderbescheidübergabe bei den Stadtwerken Osnabrück<br />

Eröffnung des ersten eCarsharing Stellplatzes an der OsnabrückHalle. Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Verkehr, Stadtwerke<br />

Osnabrück; Sandra Gagliardi, Geschäftsführerin OsnabrückHalle; Christian Kluck, Geschäftsführer StadtTeilAuto, Vorstand<br />

Stattverkehr e.V.; Boris Pistorius, Oberbürgermeister Osnabrück<br />

Osnabrück hat schon früh das Thema Elektromobilität für<br />

sich entdeckt. Im Jahr 2010 installierten die Stadtwerke<br />

Osnabrück die erste Ladeinfrastruktur, einhergehend mit<br />

der flächendeckenden Kampagne »Ich-fahr-Strom«. Gemeinsam<br />

mit den Stadtwerken Aachen und Duisburg sicherten<br />

sich die Stadtwerke Osnabrück ein technologisches<br />

Know How mit der Gründung der Innovationsgesellschaft<br />

smartlab. Diese widmet sich insbesondere dem Produkt<br />

»Ladenetz.de«, welches sich ein barrierefreies Laden und<br />

übergreifendes Roaming zum Ziel gesetzt hat. Diesem Verbund<br />

haben sich mittlerweile 27 Stadtwerke und mehrere<br />

europäische Partner angeschlossen.<br />

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Stadtwerke<br />

Osnabrück, sich zu einem Mobilitätsdienstleister zu entwickeln,<br />

wurde im Jahr 2011, gemeinsam mit dem Verein Stattverkehr<br />

e.V., die heutige Stadtteilauto OS GmbH gegründet.<br />

Übergreifend initiierte man das laufende Projekt Mobilität<br />

2030, mit dem Ziel, durch nachhaltige Mobilität ein lebenswertes<br />

Osnabrück zu schaffen. Passend hierzu sind die<br />

Stadtwerke Osnabrück Teil des Förderprojektes econnect<br />

Germany, welches dem Förderaufruf »IKT für Elektromobilität<br />

II« des BMWi folgte und mittlerweile als Leuchtturmprojekt<br />

der Bundesregierung ausgezeichnet wurde. In Osnabrück<br />

wird sich auf den Bereich Smart Traffic konzentriert.<br />

Auf Basis eines Mobilitätskonzepts ist es Ziel, intermodales<br />

und elektromobiles Reisen zu ermöglichen. Neben der Integration<br />

eines Elektrobusses in das Stadtbusnetz ist daher die<br />

Einführung von zehn Elektrofahrzeugen in das bestehende<br />

Carsharing-Angebot Bestandteil des Feldversuches.<br />

Das Konzept berücksichtigte bereits während der Planungsphase,<br />

dass die Bürger sich an diversen Öffentlichkeitsveranstaltungen<br />

über dieses Thema informieren konnten. Fachlich<br />

fiel die Entscheidung, aufgrund erster Erfahrungen im<br />

Flottenmanagement der Stadtwerke, auf die Fahrzeugtypen<br />

Mitsubishi i-MiEV und Citroën C-Zero. In der Standortfrage<br />

wurden bevorzugt öffentlichkeitswirksame Stellplätze, primär<br />

in Gebieten mit hoher Kundenzahl, ausgewählt. Die bis<br />

heute vorgesehenen Regelungen der StVO für Carsharing-<br />

Stellplätze ließ es dabei nicht zu, öffentlichen Straßenraum<br />

zu nutzen. Findige Ideen der Stadtverwaltung und weiterer<br />

Partner, aber auch Flächen der Stadtwerke selbst, haben<br />

dennoch ein zufriedenstellendes Ergebnis ermöglicht. Teilweise<br />

wurden die Stellflächen zusätzlich auch mit konventionellen<br />

Fahrzeugen bestückt, um so einem Ausfallrisiko<br />

entgegenzuwirken und das Kundenverhalten zu erforschen.<br />

Grundsätzlich wird ebenso darauf geachtet, die aufgestellten<br />

Säulen für private Elektromobile zugänglich zu machen,<br />

wodurch zumeist 2 bis 3 Parkplätze benötigt wurden.<br />

Eine weitere Herausforderung war es, die bestehende Carsharing-Infrastruktur<br />

für die elektromobile Zukunft fit zu<br />

machen. Insbesondere das Buchungs- und Bordrechnersystem<br />

war von zentraler Bedeutung. Nach derzeitigem Stand<br />

werden die Fahrzeuge mit einer sechsstündigen Vorbuchung<br />

belegt, um so eine volle Ladung zu garantieren. Wünscht der<br />

Kunde eine frühere Buchung auf dieses Fahrzeug und wurde<br />

dieses Fahrzeug innerhalb der vorherigen sechs Stunden gebucht,<br />

so entscheidet er anhand von Prognosedaten selbst,<br />

ob er dieses »Risiko« eingehen möchte. Und auch die Ladekabeltechnik<br />

musste genau geplant werden, um Diebstahl<br />

oder Vandalismus vorzubeugen.<br />

Im Vorfeld der Einführung des eCarsharing-Konzeptes galt<br />

es, eine weitere entscheidende Frage zu klären: Das Tarifsystem.<br />

Hat sich im klassischen, stationsbasiertem Carsharing<br />

ein Zeit- und Kilometersystem etabliert, und war dies einmal<br />

beim Kunden gelernt, lag es nahe, dieses analog anzuwenden.<br />

Aufgrund nicht vergleichbarer Anschaffungskosten der<br />

Fahrzeuge, ferner auch der zunächst benötigten weiteren<br />

Infrastruktur, erschien es nicht sinnvoll, eine Vollkostenrechnung<br />

im preissensiblen Carsharing anzusetzen. Im Sinne<br />

eines Forschungsprojektes wurde daher eine visionäre Kalkulation<br />

bevorzugt, gepaart mit einer Sondermitgliedschaft<br />

für Elektroautos.<br />

Erste Ergebnisse unseres Feldversuches zeigen derweil,<br />

dass ein hohes Interesse bei den Bürgern vorherrscht. Einem<br />

anfänglichen »Super-Run« stehen dabei nur wenige Kritiken<br />

gegenüber, welche allerdings durchweg von Verständnis<br />

und aktivem Mitgestalten der Kunden geprägt waren. Nach<br />

der Einführungsphase können wir somit nun behaupten,<br />

dass eFahrzeuge ein fester Bestandteil der Flotte sind und<br />

für viele Kunden ein bevorzugtes Fortbewegungsmittel darstellen.<br />

Verbesserungsthemen und weitere Handlungsfelder<br />

ergeben sich primär aus der IKT. Prognosegenauigkeit,<br />

Schnittstellenverbesserungen, Systemstabilitäten und Kundeninformation<br />

sind hier die Schlagwörter.<br />

Die Strategien des StadtTeilAutos und der Stadtwerke sehen<br />

daher vor, weiter auf Elektromobilität zu setzen. Auch Hybride<br />

sind deshalb bereits über das Forschungsprojekt hinaus<br />

Bestandteile der Flotte, welche künftig mit einem starken<br />

Ladenetz, einer schnellen Kundeninformation und einem einfachen<br />

Zugang, beispielsweise per App, unterstützt werden<br />

sollen.<br />

Christian Reining // Markus Lange-Stuntebeck<br />

Stadtwerke Osnabrück AG<br />

www.stadtwerke-osnabrueck.de<br />

96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97


Erste Flotten - BMWi<br />

Erste Flotten - BMWi<br />

Moderne IKT als Grundlage<br />

für eine funktionierende<br />

Elektromobilität<br />

»Mit dem Förderprojekt wird im Zeitraum 2012 bis 2015 die<br />

Entwicklung und Erprobung von ganzheitlichen Konzepten<br />

der Elektromobilität auf der Grundlage von Informationsund<br />

Kommunikationstechnologien fortgesetzt. «<br />

Start des Förderschwerpunkts<br />

»IKT für Elektromobilität II: Smart Car - Smart Grid - Smart Traffic«<br />

Eine breite Marktdurchdringung kann nur gelingen, wenn<br />

Elektrofahrzeuge als wirkliche Alternative zu herkömmlichen<br />

Fahrzeugen wahrgenommen werden. Dazu bedarf es nicht<br />

nur genügend Elektrofahrzeuge mit ausreichender Reichweite,<br />

sondern auch einer entsprechenden Infrastruktur. Eine<br />

entscheidende Rolle spielt dabei moderne Informationsund<br />

Kommunikationstechnik (IKT). Sie steuert alle wichtigen<br />

Funktionen im Elektrofahrzeug und bildet die Grundlage für<br />

das Zusammenspiel mit zukünftigen intelligenten Energieund<br />

Verkehrssystemen. Um das Potenzial moderner IKT zu<br />

untersuchen, startete das Bundesministerium für Wirtschaft<br />

und Technologie (BMWi) 20<strong>09</strong> den Förderschwerpunkt »IKT<br />

für Elektromobilität«. In fünf Modellprojekten wurden IKTbasierte<br />

Schlüsseltechnologien und Dienste für den Aufbau<br />

einer Elektromobilitäts-Infrastruktur in Deutschland entwickelt<br />

und erprobt. Im Mittelpunkt standen insbesondere<br />

folgende Themen:<br />

• Netzintegration von eFahrzeugen (gesteuertes Laden und<br />

Rückspeisen)<br />

• Reichweitenoptimierung (z.B. durch fortgeschrittene Navigation<br />

und Telematikdienste)<br />

• IKT-basierte Steuerung von Fahrzeugflotten (z.B. durch Car-<br />

PC und Leitwarte)<br />

• Einheitliche Verfahren zur Authentifizierung und<br />

Abrechnung/Roaming<br />

• Geschäftsmodelle<br />

• Normen und Standards<br />

Mit »IKT für Elektromobilität II: Smart Car - Smart Grid -<br />

Smart Traffic« wird im Zeitraum 2012 bis 2015 die Entwicklung<br />

und Erprobung von ganzheitlichen Konzepten der<br />

Elektromobilität auf der Grundlage von Informations- und<br />

Kommunikationstechnologien fortgesetzt. Im Mittelpunkt<br />

steht dabei die Integration der drei Hochtechnologiefelder<br />

Fahrzeugtechnik (Smart Car), Energieversorgung (Smart<br />

Grid) und Verkehrssteuerung (Smart Traffic) durch IKT. Im<br />

Themenschwerpunkt Smart Car soll untersucht werden,<br />

wie die IKT-Architektur im Fahrzeug den Erfordernissen<br />

der Elektromobilität angepasst werden kann. Der Themenschwerpunkt<br />

Smart Grid und Smart Traffic beschäftigt sich<br />

mit der Frage, wie eFahrzeuge, Energie- und Verkehrssysteme<br />

mit Hilfe der IKT zu einem funktionierenden Gesamtsystem<br />

Elektromobilität zusammengeführt werden können.<br />

Zur Umsetzung des neuen Förderschwerpunktes führte das<br />

BMWi 2011 einen Technologiewettbewerb mit zwei Förderrunden<br />

durch. Aus der ersten Förderrunde wurden mit Unterstützung<br />

einer unabhängigen Jury fünf Verbundprojekte mit<br />

einem Gesamtfördervolumen von rd. 40 Mio. Euro für eine<br />

Forschungsförderung ausgewählt:<br />

• econnect Germany: Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung<br />

und Erprobung einer Vielzahl von anwendungsnahen Elektromobilitäts-Lösungen<br />

mit dem Fokus auf die Infrastrukturen<br />

von Stadtwerken. Die Pilotanwendungen in den sieben bundesweiten<br />

Kompetenzschwerpunkten betreffen die Bereiche<br />

Carsharing und Flottenmanagement, Clearing-Haus zum anbieter-<br />

und länderübergreifenden Laden, Tür-zu-Tür-Navigation,<br />

Integration der Elektromobilität in intelligente Haus- und<br />

Bürogebäudesteuerung, Laden beim Arbeitgeber, Gleichstromschnellladen<br />

und gesteuertes Laden mit variablen Tarifen,<br />

Parkhaus der Zukunft und eMobilität in Tourismus und<br />

Landwirtschaft.<br />

• iZEUS: Projektschwerpunkt ist der Privat- und urbane Wirtschaftsverkehr.<br />

Dabei sollen Flottenmanagement-Lösungen<br />

und Verkehrsträger-übergreifende Mobilitätskonzepte mit<br />

bis zu 100 Fahrzeugen entwickelt und erprobt werden. Ein<br />

weiteres Ziel ist die Kombination von stationären Speichern<br />

und Elektrofahrzeugen zur besseren Einbindung Erneuerbarer<br />

Energien.<br />

• RACE: Bei RACE geht es um die Entwicklung und den Test<br />

einer neuartigen IKT-Architektur für Elektrofahrzeuge, die alle<br />

Funktionen auf wenigen zentralen Rechnern mit einem einzigen<br />

Bussystem vereint. Damit können neue Fahrassistenz- und<br />

Sicherheitsfunktionen, aber auch Motor- und Energiemanagementsysteme<br />

überwiegend als Software realisiert werden.<br />

Der Vorteil: Wie bei einem Computer können neue Funktionen<br />

auch nachträglich leicht nachgerüstet werden (Plug and Play).<br />

Zudem soll die neue Architektur die Kommunikation des Fahrzeugs<br />

mit einem künftigen intelligenten Strom- und Verkehrsnetz<br />

ermöglichen.<br />

• O(SC) 2 ar: Ziel des Projekts ist die Erweiterung des Baukastenprinzips<br />

für ein neuartiges Elektrofahrzeug-Konzept<br />

(StreetScooter). Dabei soll eine neue IKT- sowie Elektrik- und<br />

Elektronik-Architektur entwickelt und erprobt werden, die<br />

zum Beispiel eine individualisierte Bereitstellung von Mobilitäts-<br />

und Entertainment-Diensten für den jeweiligen Fahrzeugnutzer<br />

über das Internet (Apps) ermöglicht.<br />

• SecMobil: Im Mittelpunkt von SecMobil steht die Entwicklung<br />

und Erprobung einer standadisierten Sicherheitsarchitektur,<br />

die Automobilherstellern, Energieanbietern, Verkehrsbetrieben<br />

und Diensteanbietern einen vertrauenswürdigen<br />

Austausch von Daten erlaubt.<br />

Weitere sieben Modellprojekte aus der zweiten Förderrunde<br />

des Technologiewettbewerbs »IKT für Elektromobilität II« sollen<br />

bis Ende 2012 bewilligt werden. Dabei geht es insbesondere<br />

um neue Anwendungsgebiete der Elektromobilität, zum<br />

Beispiel in der Logistik (Containerhafen), in der Landwirtschaft,<br />

im Tourismus, in Firmenflotten und im Taxi-Betrieb.<br />

Dr. Frank Otten // Technische Innovationen in der Wirtschaft<br />

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.<br />

Projektträger im DLR // www.pt-dlr.de<br />

98 Neue Mobilität Neue Mobilität 99


Erste Flotten - EBG<br />

Strom laden aus<br />

Erneuerbaren Energien<br />

Mit der Ladesäule von EBG Compleo setzen die Stadtwerke Konstanz in jeder Hinsicht Zeichen<br />

Die Bodenseeregion rund um Konstanz bietet für die Verwendung<br />

Erneuerbarer Energien reiche Möglichkeiten. Das machen<br />

sich auch die Stadtwerke Konstanz auf vielseitige Art<br />

und Weise zunutze: durch Beteiligung an einem Windpark,<br />

Zukauf von Wasserkraft aus der Schweiz oder Förderung von<br />

Solarstromanlagen vor Ort bieten sie Strom aus den drei<br />

Hauptquellen regenerativer Energie an. Das Kundenzentrum<br />

der Stadtwerke Konstanz wurde als »Energiewürfel« konzipiert,<br />

ein Gebäude, das auf Dauer mehr Energie erzeugen als<br />

verbrauchen wird. Es führt praktisch vor, was in dieser Hinsicht<br />

möglich ist - und da darf natürlich auch die Möglichkeit<br />

zum Strom Laden für Elektrofahrzeuge nicht fehlen.<br />

Deshalb befindet sich direkt am Gebäude eine Ladesäule<br />

aus dem Hause EBG. Da die Stadtwerke schon seit zwanzig<br />

Jahren die Kabelverteilerschränke von EBG nutzen, die aus<br />

schlag- und wetterfestem SMC gepresst werden, fiel die Entscheidung<br />

leicht, eine Ladestation mit den gleichen Vorteilen<br />

zu wählen, zumal das Gehäuse in jeder Farbe und mit<br />

jedem gewünschten Design beschichtet werden kann. Wie<br />

an vielen anderen Einsatzorten versorgt die Ladestation die<br />

Nutzer mit Strom aus 100% Erneuerbarer Energie. »Umweltschonende<br />

Fahrzeuge werden in den nächsten Jahren die<br />

Mobilität verändern«, sieht SWK-Geschäftsführer Kuno Werner<br />

kommen. »Die Stadtwerke haben sich bewusst entschieden,<br />

diesen Weg mitzugehen.«<br />

Deshalb gehören nicht nur die Elektrofahrzeuge der SWK-<br />

Flotte zu den regelmäßigen »Aufladern«. Stadtwerke-Kunden<br />

können sich im Kundencenter eine kostenlose RFID-Karte<br />

abholen, um an der complEo ® -Säule zu laden. Wer nicht<br />

Ökostrom-Kunde ist, kann die Ladestation nach Zahlung<br />

einer geringen Verwaltungsgebühr ebenfalls nutzen.<br />

In Konstanz wird - wie bei den meisten Projekten bundesweit<br />

- der Strom kostenlos abgegeben (die Komplettladung eines<br />

Kleinwagens würde etwa 3,60 Euro kosten). Grundsätzlich<br />

sind aber auch diverse Abrechnungsmöglichkeiten über<br />

die Ladesäule machbar. Am komfortabelsten erscheint das<br />

»sms&charge«-Prinzip, das eine zeitbezogene Abrechnung<br />

über die Mobilfunkrechnung anbietet und vom Säulenhersteller<br />

EBG derzeit in einem Feldversuch getestet wird.<br />

Durch die Vernetzung mit dem Portal www.e-mobil-bodensee.de<br />

bieten die Stadtwerke Konstanz allen Nutzern von<br />

Elektromobilen die Möglichkeit, weitere Ladepunkte rund<br />

um den Bodensee zu lokalisieren. Das eröffnet hervorragende<br />

Möglichkeiten, diese Urlaubsregion ebenso umfassend wie<br />

umweltfreundlich zu erkunden.<br />

EBG compleo GmbH<br />

www.ebg-compleo.de<br />

NEUGIERIG?<br />

Lesen Sie die Success Story<br />

der TELEFUNKEN Licht AG.<br />

telefunken.de/successstory<br />

und assoziieren mit der globalen Marke Innovation, Qualität, Design und “State of the Art“-<br />

Technologie.<br />

Nutzen auch Sie den herausragenden Ruf der Marke TELEFUNKEN für Ihre Produkte und<br />

werden Sie als Lizenznehmer Teil eines globalen Netzwerks, dessen Motor Innovation,<br />

Interaktion und stetige Weiterentwicklung sind.<br />

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TELEFUNKEN SE Herrn Voigt unter<br />

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100 Neue Mobilität<br />

TELEFUNKEN SE | Bockenheimer Landstrasse 101 | 60325 Frankfurt am Main


Erste Flotten - Elatec<br />

Erste Flotten - Elatec<br />

RFID-Reader für Ladesäulen<br />

Alltagsbetrieb stellt neue Anforderungen an Ladesäulentechnik<br />

»Die Systemanbieter müssen ihre Ladesäulen für verschiedene<br />

Transpondertypen zukunftssicher und flexibel einsetzbar<br />

machen. Das erfordert eine sorgfältige System- und<br />

Partnerauswahl.«<br />

Ladestellen für Elektrofahrzeuge müssen gegen unberechtigte<br />

Benutzung abgesichert werden. Die Funkidentifikation<br />

hat sich als besonders benutzerfreundlich erwiesen, um den<br />

Anschluss einer Stromtankstelle den berechtigten Kunden<br />

freizugeben. Konnten Ladesäulen in Pilotprojekten mit vergleichsweise<br />

einfachen Readern ausgestattet werden, stellt<br />

der künftige Alltagsbetrieb zusätzliche Anforderungen.<br />

Ladesäulen wurden bisher in kleinen Stückzahlen für meist<br />

kommunale eMobilitäts-Projekte entwickelt und gebaut. Die<br />

Ansprüche an die RFID-Technologie hielten sich in Grenzen:<br />

Für die Identifikation wählte der eMobilitäts-Anbieter eine<br />

Chipkarte für die Teilnehmer des Pilotprojektes aus und der<br />

Lieferant der Stromtankstellen baute ein entsprechendes Lesemodul<br />

ein. Die meisten Ladesäulen dieser ersten Generation<br />

verwendeten den 125-kHz-Standard oder Mifare Classic<br />

13,56 MHz. Auch dort, wo die 13,56-MHz-Technologie bereits<br />

zum Einsatz kam, wurde meist nur die Identifikationsnummer<br />

ausgelesen und nichts zurückgeschrieben. Die Möglichkeiten,<br />

über die reine Identifikation hinaus Informationen zu<br />

übertragen, wurden praktisch nicht genutzt.<br />

Für den Alltagsbetrieb werden sich die Ladesäulentechnologien<br />

verändern müssen. Dabei gilt: Mit der Infrastruktur von<br />

Stromtankstellen lässt sich kein Geld verdienen. Anders als<br />

Tankstellen, die als »Supermärkte mit Zapfsäule« fungieren,<br />

sind Ladesäulen für die Betreiber reine Kostenfaktoren. Die<br />

konkurrierenden Anbieter von Ladesäulen werden versuchen,<br />

über größere Stückzahlen günstiger anbieten zu können.<br />

Speziallösungen für einzelne Anbieter haben wenig Zukunft.<br />

Es gilt, die Ladestelle für alle Verbraucher zu öffnen.<br />

Welche Anforderungen werden dabei an die RFID-Module<br />

gestellt?<br />

Vandalismus<br />

Die Platzierung von Steckdosen im Freien hat immer auch<br />

den Aspekt der Vandalismussicherheit. Was gegen rabiate<br />

Menschen schützt, ist der Funkidentifikation allerdings selten<br />

förderlich. So verschieben Edelstahlgehäuse die Frequenz<br />

der Funkwellen und behindern die Induktion. Aluminium<br />

hat eine dämpfende Wirkung. Oft behilft man sich mit<br />

kleinen Kunststoffflächen, hinter denen Antenne und/oder<br />

Reader platziert werden. Der Aufbau einer Ladesäule und die<br />

Unterbringung des RFID-Lesemoduls ist eine Wissenschaft<br />

für sich. Ohne Systemtests wird es nicht gehen, eine Zusammenarbeit<br />

mit den Reader-Herstellern ist unabdingbar.<br />

Temperatur<br />

Kooperation ist auch in puncto Temperaturbereich gefragt.<br />

Ein erweiterter Temperaturbereich gehört zur Grundspezifikation<br />

für Reader-Module in Ladesäulen. Die Hersteller müssen<br />

garantieren, dass keine empfindlichen Standardbauteile<br />

Einsatz finden und jedes Reader-Modul für Temperaturen<br />

von -25 bis +80 °C ausgelegt ist.<br />

Mittlerweile ist das Thema RFID bei Stromtankstellen stärker<br />

in den Blick gerückt und sie werden zunehmend zu anspruchsvollen<br />

RFID-Anwendungen<br />

Bildquelle: Petair/Fotolia.com<br />

Multistandard-Fähigkeit<br />

Von Betreiberseite gibt es keinen eindeutigen Trend zur<br />

Verwendung eines Standards oder einer Frequenz. Hersteller<br />

von Ladesäulen suchen daher nach Modulen, die für die<br />

verschiedenen Standards identische oder sehr ähnliche<br />

Formfaktoren aufweisen. Allerdings: Jedes Modul muss im<br />

Gesamtsystem getestet werden.<br />

Eleganter und effizienter ist der Einsatz moderner Multistandard-Module.<br />

Elatec RFID Systems hat kürzlich die Reader-<br />

Produktfamilie TWN4 vorgestellt, die erstmals praktisch alle<br />

Transponder der Frequenzen 125 kHz, 134 kHz und 13,56<br />

MHz in einem Reader abdeckt. Produkte wie diese erlauben<br />

es Herstellern, sich ganz auf die Anwendung zu konzentrieren<br />

und sich beim RFID-Standard alle Türen offenzuhalten.<br />

Sogar NFC wird von den Multistandard-Readern unterstützt.<br />

Noch ist diese Technologie bei Ladesäulen kein Thema, aber<br />

es gilt als sicher, dass die Ausbreitung von Smartphones mit<br />

Nahfunkausstattung zum vermehrten Einsatz von NFC-Payment-Systemen<br />

im Bereich eMobilität führen wird.<br />

Absetzbare Antennen, weitere Schnittstellen<br />

Für das Ladesäulen-Design bieten Module mit absetzbaren<br />

Antennen zusätzliche Möglichkeiten. Der Reader-Chip<br />

kann irgendwo im Gehäuse untergebracht werden und der<br />

Bereich für die Transponderannäherung freier gestaltet<br />

werden. Interfaces wie RS232, USB oder CAN sind bei den<br />

Readern wünschenswert. So kann es je nach Abrechnungsszenario<br />

nötig werden, Speicher und ein Bezahlsystem anzuschließen<br />

- etwa bei Offline-Stromtankstellen mit eigener<br />

Micropayment-Einheit.<br />

Das Fazit: eMobilität im Alltag wird die RFID-Komponenten<br />

von Ladesäulen stärker in den Blick rücken. Die Systemanbieter<br />

müssen ihre Ladesäulen für verschiedene Transpondertypen<br />

zukunftssicher und flexibel einsetzbar machen.<br />

Das erfordert eine sorgfältige System- und Partnerauswahl,<br />

wenn sie den steigenden Anforderungen gerecht werden<br />

wollen.<br />

Klaus Nagel<br />

Elatec RFID Systems<br />

info-RFID@elatec.com<br />

www.elatec-rfid.com<br />

Elatec RFID Systems<br />

Elatec entwickelt und vertreibt RFID-Schreib-Lese-Module als Desktop- oder OEM-PCB-Version mit oder ohne integrierte<br />

Antenne. Ergänzt wird das Angebot durch die Entwicklung kundenspezifischer Geräte und leistungsfähiger Skripts zur<br />

Anpassung der Schreib-Lese-Routine im Reader ohne Änderung in der Host-Applikation. Elatec vertreibt auch alle Arten<br />

von Transpondern als Standardprodukt (Karten, Münzen, Etiketten, Schlüsselanhänger etc.) oder in kundenspezifischen<br />

Bauformen. Anwendungsbereiche sind z. B. Zutrittskontrolle, E-Payment, NFC, Authentifizierung, Logistik, Secure Printing.<br />

102 Neue Mobilität Neue Mobilität 103


Erste Flotten - LadefoxX<br />

www.benteler-engineering.com<br />

PlugFinder App für<br />

Stromtankstellen<br />

Die Ladefoxx App im Überblick<br />

Mit der kostenlosen LADEFOXX-Version der PlugFinder App<br />

für Smartphones finden Sie jetzt jederzeit die nächstgelegene<br />

LADEFOXX-Stromtanksäule. Seit Ende August 2012 kann die<br />

Software bei iTunes heruntergeladen werden. Neben detaillierten<br />

Informationen über einen Ladepunkt ist auch eine Navigation<br />

dorthin integriert. Der Nutzer kann vorab die Ladekonstellation<br />

seines Elektrofahrzeugs eingeben, so dass<br />

zum Beispiel nur Schnellladepunkte für Tesla-Fahrzeuge angezeigt<br />

werden. Sofern die ausgewählte Ladesäule nicht allgemein<br />

zugänglich ist, da eine RFID-Karte oder ein spezieller<br />

Schlüssel benötigt wird, gibt es Hilfetexte zur Nutzung.<br />

Künftig werden noch topografische Karten zur Reichweitenbestimmung<br />

sowie regionale Informationen zum Ladepunkt<br />

und der ausgewählten Fahrtroute angezeigt. Gegen eine einmalige<br />

Gebühr kann die kostenlose App zur vollständigen<br />

PlugFinder App mit allen bundesdeutschen Stromladesäulen<br />

erweitert werden.<br />

Die Vorteile auf einen Blick<br />

• Qualitätsüberwachte Datenbank mit Zusatzfunktionen<br />

• Bequeme Suche via GPS<br />

• Einfache Navigation mit TomTom, Navigon & Google Maps<br />

• Immer aktuell mit automatischer Update-Funktion<br />

104 Neue Mobilität<br />

Voraussetzungen<br />

• Kompatibel mit iPhone und iPod touch<br />

• Benötigt iOS 5.0 oder höher<br />

• WiFi, GPRS oder 3G Verbindung zur Aktualisierung<br />

erforderlich<br />

Wie kann ich laden?<br />

Eine einmalige kostenfreie Registrierung auf www.ladefoxx.de<br />

genügt. Anschließend können alle Standorte mit einem Anruf<br />

an die +49 621 820 392 26 freigeschalten werden. Die<br />

Nummer findet sich auf jeder Ladesäule und natürlich direkt<br />

in der App ohne lästiges Abtippen.<br />

Was kostet das Laden?<br />

Derzeit sind alle LADEFOXX-Standorte kostenfrei. An manchen<br />

Standorten können Parkgebühren entstehen.<br />

Wie beende ich den Ladevorgang?<br />

Ein einfacher erneuter Anruf beendet den Ladevorgang wieder<br />

und der Ladestecker wird freigegeben.<br />

Laden Sie jetzt die LADEFOXX App kostenfrei herunter.<br />

Infos und Download finden Sie über<br />

www.plugfinder.de/ladefoxx<br />

Von der Entwicklung bis zur Produktion.<br />

Kundenspezifisch und anwendungsorientiert.<br />

Benteler Engineering Services - Helmond NL<br />

Unsere erfahrenen Spezialisten entwickeln innovative Lösungen für elektrisch<br />

betriebene Fahrzeuge, immer unter Berücksichtigung des geplanten Einsatzspektrums<br />

und der ermittelten Fahrzyklen für ein Optimum an Effizienz. Ob elektrisch-, hybridoder<br />

brennstoffzellenbetriebene Nutz- und Spezialfahrzeuge - Unser Hybrid & Electric<br />

Vehicle Technology Team bietet Ihnen Detail- und Gesamtlösungen vom Prototypen<br />

bis zur zulassungsfähigen Kleinserie.<br />

Kontakt: helmond@benteler-engineering.com


Erste Flotten - Benteler Engineering Services<br />

Erste Flotten - Benteler Engineering Services<br />

26 Tonnen schwer<br />

und flüsterleise<br />

Benteler Engineering Services elektrifiziert den urbanen Nutz- und Schwerlastverkehr<br />

ten Range Extender an Bord, der bei Bedarf über einen Generator<br />

elektrische Energie an die Batterie liefert.<br />

Als Range Extender kommt ein moderner kompakter Pkw-<br />

Dieselmotor zum Einsatz. Im MAN Metropolis sorgt ein V6<br />

TDI-Motor aus dem Volkswagen-Konzern zusammen mit einem<br />

Generator für die effiziente Stromproduktion. Der TDI-<br />

Motor schöpft aus 3 Liter Hubraum eine Leistung von 150 kW<br />

(204 PS). Das Motor-Management-Programm stellt sicher,<br />

dass der Dieselmotor stets im verbrauchseffizientesten Bereich<br />

läuft.<br />

Gemeinsame Forschung der technischen Realisierbarkeit<br />

mit Benteler Engineering Services<br />

Der Metropolis wurde im Rahmen eines Projektkonsortiums<br />

entwickelt und am Standort in Helmond (NL) aufgebaut.<br />

Dort bündelt Benteler Engineering Services seine »eKompetenzen«.<br />

Die Spezialisten des Hybrid & Electric Vehicle<br />

Technology Bereiches entwickeln Lösungen für Nutz- und<br />

Spezialfahrzeuge - sogar bis in den Schwerlastbereich. Für<br />

Detaillösungen, Prototypen oder zulassungsfähige Kleinserien<br />

ist der One-Stop-Shop im Automotive Campus NL bestens<br />

ausgestattet. »Elektrisch betriebene Nutz- und Spezialfahrzeuge<br />

mit anwendungsorientierten Antriebssystemen<br />

sind heute bereits wirtschaftlich einsetzbar - in naher Zukunft<br />

sogar im Schwerlastbereich«, so das Motto von Benteler<br />

Engineering Services.<br />

So entstehen beeindruckende Lösungen, die nicht nur für<br />

die großen Fahrzeughersteller attraktiv sind. Viele urbane<br />

Wirtschafts-, Liefer- und Personenverkehre mit Fahrzeugen<br />

ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht können bereits<br />

als Kleinserie wirtschaftlich abgebildet werden.<br />

Null-Emissionszonen und die Entzerrung des Verkehrs in<br />

Ballungszentren werden eine große Herausforderung und<br />

fordern innovative und nachhaltige Lösungen von allen Beteiligten<br />

- Benteler Engineering Services wird hier als Partner<br />

mit Erfahrung und Kompetenz seinen Beitrag leisten.<br />

Der Metropolis auf der eCarTec<br />

Ausgestattet mit modernsten Technologien für mehr Verkehrssicherheit<br />

im urbanen Raum wird der »sanfte Riese« auf<br />

der diesjährigen eCarTec in Halle B2 / Stand 339 mit Sicherheit<br />

ein Highlight sein.<br />

Die logistische Ver- und Entsorgung von Städten steht vor<br />

neuen Herausforderungen. Es ist absehbar, dass mehr und<br />

mehr Ballungszentren in Zukunft Null-Emissionszonen einführen<br />

werden. Dann werden nur noch solche Fahrzeuge in<br />

diese Zonen einfahren dürfen, die in der Lage sind, eine definierte<br />

Fahrtstrecke emissionsfrei und besonders leise zurückzulegen.<br />

Die Belieferung beispielsweise bei Nacht oder<br />

die Müllentsorgung in den frühen Morgenstunden würde<br />

außerdem zur Entzerrung des Stadtverkehrs beitragen.<br />

In Zusammenarbeit mit Benteler Engineering Services erforscht<br />

MAN die technische Realisierbarkeit eines Fahrzeugkonzepts,<br />

das diese zukünftigen Anforderungen an schwere<br />

Lkw im urbanen Umfeld erfüllt. Dafür geht MAN über die<br />

heute bei schweren Lkw geläufigen Hybrid-Ansätze hinaus<br />

und verwirklicht eine völlig neuartige Antriebsarchitektur.<br />

Der Metropolis ist ein elektrisch angetriebener Lkw auf Basis<br />

eines MAN TGS 6x2-4. Der 203 kW starke Elektromotor<br />

treibt über ein Zweigang-Automatikgetriebe die Hinterräder<br />

des Lkw an. Auch die Nebenaggregate wie Servolenkung,<br />

Luftpresser und Hydraulikpumpe sowie die Klimaanlage<br />

werden elektrisch betrieben und über das Energiemanagement<br />

bedarfsabhängig und damit energiesparend gesteuert.<br />

Ein Farbdisplay im Cockpit informiert den Fahrer über die<br />

aktuellen Energieparameter, beispielsweise Energierückgewinnung,<br />

Batteriezustand und Lademodus. So kann er den<br />

MAN Metropolis besonders effizient und umweltfreundlich<br />

fahren.<br />

Bei allen Ideen und Fahrzeugkonzepten ist die Nutzlastneutralität<br />

ein essentieller wirtschaftlicher Faktor<br />

Die Energie liefert eine modulare Lithium-Ionen Batterie mit<br />

maximal 105 kWh Speichervermögen, die sich dank Plug-In-<br />

Funktion einfach und bequem an der Steckdose aufladen<br />

lässt. Der Energiespeicher ist unter dem Fahrerhaus über<br />

der Vorderachse angeordnet, dort, wo in konventionellen<br />

Lkw der Dieselmotor platziert ist. Das Batteriegewicht liegt<br />

dadurch auf der Vorderachse, die Hinterachsen können wie<br />

bisher das Gewicht von Aufbau und Transport gut tragen. Die<br />

Gewichtseinsparung durch den Entfall von konventionellem<br />

Lkw-Motor und -Getriebe kompensiert das Mehrgewicht des<br />

Hybridsystems, so dass das Fahrzeug eine identische Nutzlast<br />

aufweist wie der serienmäßige 26-Tonner MAN TGS 6x2-4.<br />

Die Energiedichte von Fahrzeugbatterien entwickelt sich<br />

durch neue Technologien stetig weiter, dennoch stellen diese<br />

auf absehbare Zeit einen erheblichen Gewichtsfaktor dar.<br />

Eine Batterie, welche die gesamte erforderliche Energiemenge<br />

für den Betrieb eines schweren Lkw vorhalten müsste,<br />

würde einen erheblichen Teil der Nutzlast eines Lkw aufzehren.<br />

Deshalb hat das Forschungsfahrzeug einen so genann-<br />

Mächtige Simulationstools prüfen die spätere Anwendung<br />

des geplanten Fahrzeugkonzeptes. Anhand der generierten<br />

Daten aus realen Fahrzyklen, Anforderungen, Belastung und<br />

Infrastruktur entsteht die Grundlage eines jeden Antriebsoder<br />

Gesamtkonzeptes. Erst dann kann die technische Realisierbarkeit,<br />

sowie der wirtschaftliche Einsatz betrachtet<br />

werden.<br />

Benteler Engineering Services<br />

Der MAN Metropolis fährt flüsterleise und emissionsfrei<br />

Kai Schönenberg // Benteler Engineering Services<br />

kai.schoenenberg@benteler-engineering.com<br />

www.benteler-engineering.com<br />

Als internationales Engineering-Unternehmen unterstützt Benteler Engineering Services seine Kunden auf den Gebieten<br />

Entwicklung, Konstruktion, Simulation, Prototypenbau, Versuch und Produktion.<br />

Benteler Engineering Services ist seit über 50 Jahren ein innovativer und verlässlicher Partner für viele Unternehmen, von<br />

kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu den OEMs aus den Bereichen Automobiltechnik, öffentlicher Transport, Panzerung<br />

sowie der Industrie.<br />

Insgesamt 700 Mitarbeiter an 13 Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien, Brasilien und<br />

China sind bei Benteler Engineering Services beschäftigt.<br />

Benteler Engineering Services gehört zur Benteler International AG, einem internationalen Konzern mit über 25.850 Mitarbeitern<br />

an 170 Standorten in 38 Ländern.<br />

106 Neue Mobilität Neue Mobilität 107


Erste Flotten - Fleet Factory<br />

Erste Flotten in Hamburg<br />

Elektromobilität hat Zukunft.<br />

Mit Bosch die Lösungen entwickeln.<br />

eMobilität braucht schlüsselfertige Lösungen<br />

Der BLG Autoterminal Hamburg ist ein Kompetenzcenter für Flotten<br />

Die Entscheidung für eMobilität im Flottenbereich bedarf<br />

einer sachkundigen Koordination, so das Fazit des »1. Fleet<br />

& Electric Day« auf dem BLG-Autoterminal in Hamburg.<br />

Die Veranstalter Fleet Factory GmbH und BLG Logistics<br />

Group haben potenziellen Flottenbetreibern verschiedene<br />

Möglichkeiten aufgezeigt, wann und unter welchen Voraussetzungen<br />

eMobilität wirtschaftlich ist.<br />

Die Teilnehmer lobten vor allem die Mischung aus Informationsvermittlung<br />

durch Experten der Hersteller von Elektrofahrzeugen<br />

sowie Dienstleistern wie Leasing- und Fuhrpark-<br />

Managementunternehmen, aber auch die Möglichkeit, über<br />

25 eFahrzeuge live zu testen - vom Kleinstfahrzeug für die<br />

City bis hin zum 100%-elektrischen 12-Tonnen-Lkw.<br />

Eine breite Palette von eFahrzeugen bis hin zu Lkw befindet<br />

sich bereits in den Angebotspaletten vieler Hersteller. Die<br />

Fleet Factory GmbH bietet dazu unter anderem Vollkostenvergleiche<br />

(TCO) zwischen eMobilität und konventionellen<br />

Fahrzeugen einschließlich Ladeinfrastruktur, Leasing und<br />

weiteren Parametern.<br />

Mit dem Projekt »E-FLEET-HAMBURG« wird nun ein dauerhaftes<br />

»Kompetenzcenter für Elektromobilität« auf der Kattwykinsel<br />

installiert. Uwe Wiese, Geschäftsführer des Autoterminal<br />

Hamburg: »Gemeinsam mit der Fleet Factory sind<br />

wir seit Jahren sehr erfolgreich im Bereich Flotte unterwegs.<br />

Die Gespräche aus dem »1. Fleet & Electric Day« haben uns<br />

zu der Erkenntnis gebracht, dass wir unsere Dienstleistung<br />

um die Notwendigkeiten der Elektromobilität erweitern.«<br />

Werner Oltmann, Geschäftsführer der Fleet Factory GmbH<br />

ergänzt: »Es müssen schlüsselfertige Lösungen für Flottenbetreiber<br />

angeboten werden. Nur gebündelte Aktivitäten<br />

und ein Ausblick auf moderne Mobilitätsformen bringen<br />

nachhaltig Fahrzeugmengen auf die Straßen. Das Konzept<br />

»E-FLEET-HAMBURG« wird die Leistungen von Herstellern,<br />

Handel, Flottenbetreibern sowie weiteren Dienstleister bündeln<br />

und potenziellen Elektro-Flotten Betreibern maßgebliche<br />

Hilfestellungen offerieren.«<br />

Auf der Kattwykinsel, dem Gelände des größten europäischen<br />

Fahrzeugspediteurs BLG Logistics, bereiten die beiden<br />

Unternehmen die Fahrzeuge nach individuellen Vorgaben auf.<br />

Einbauten, Umbauten, Beklebung, Erstinspektion, UVV, bundesweite<br />

Zulassung, Servicemappen und Tankkarten - alles<br />

erfolgt an einem Ort ohne zeitaufwändige Umwege. Danach<br />

wird sofort ausgeliefert, entweder auf eigener Achse oder<br />

mit einem der Trailer der BLG. Alte Fahrzeug werden auf Kundenwunsch<br />

wieder mit zurückgenommen. Auf der Internet-<br />

Plattform FleetFactoryOnline werden sämtliche Prozesse von<br />

der Fahrzeugbestellung bis zur Auslieferung minutengenau<br />

abgebildet. Für alle Marken nur ein Mausklick. Das ist einzigartig<br />

in ganz Deutschland.<br />

Werner Oltmann // Fleet Factory GmbH<br />

www.fleet-factory.com<br />

Bei der Entwicklung der elektromobilen Zukunft kommt es auf innovative Partner an.<br />

Bosch bietet schon heute Antriebssysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie<br />

Softwarelösungen für vernetzte Ladestationen. Die Bosch-Technik für Energiegewinnung<br />

aus Wind und Sonne ist ein weiterer Beitrag zu einer klimafreundlichen Elektromobilität.<br />

Als Partner der Industrie, Wissenschaft und Politik setzt sich Bosch dafür ein, mit<br />

wirtschaftlichen Lösungen die Elektromobilität voran zu bringen.<br />

Erfahren Sie mehr unter www.bosch.de<br />

108 Neue Mobilität


Erste Flotten - SAXMobility II<br />

Erste Flotten - SaxMobility II<br />

Sachsen-Anhalt<br />

Die Modellregion Sachsen<br />

im Fokus<br />

Wegbereiter für die Neugestaltung unserer Verkehrswelt<br />

Leipzig<br />

Brandenburg<br />

Dresden<br />

Thüringen<br />

Sachsen<br />

SaxMobility II<br />

Budget<br />

Förderung<br />

ca. 6,6 Mio. Euro<br />

ca. 3,81 Mio. Euro<br />

Besteller Engineering Services elektrifiziert den urbanen Nutz- und Schwerlastverkehr<br />

Bayern<br />

Zeitraum 01.10.11 - 30.<strong>09</strong>.14<br />

Stromos an der Drewag Ladesäule<br />

Laufzeit, Finanzierung und die partner des Projektes SaxMobility II<br />

Die Modellregionen Elektromobilität bestehen seit dem<br />

Jahr 20<strong>09</strong> und sind ein mit 115 Mio. Euro aus dem zweiten<br />

Konjunkturpaket ausgestattetes Förderprogramm des Bundesministeriums<br />

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung<br />

(BMVBS) im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans<br />

Elektromobilität der Bundesregierung. Sachsen ist eine von<br />

acht Modellregionen, in der gemeinsame Projekte und Mobilitätskonzepte<br />

von Herstellern, Forschungseinrichtungen,<br />

Dienstleistern und Infrastrukturbetreibern entwickelt und<br />

umgesetzt werden. Sachsen soll damit innerhalb Deutschlands<br />

eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Elektromobilität<br />

einnehmen.<br />

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH koordiniert<br />

als regionale Projektleitstelle die Modellregion Elektromobilität<br />

Sachsen. Die bundesweite Programmkoordination<br />

übernimmt die NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff-<br />

und Brennstoffzellentechnologie).<br />

SaxMobility I<br />

Zur Umsetzung dieses Zieles wurde am 01. Februar 2010 das<br />

sächsische Verbundprojekt »SaxMobility« ins Leben gerufen.<br />

Die Partner in dem Verbundprojekt, welches am 30. September<br />

2011 endete, waren die Energieunternehmen ENSO<br />

Netz GmbH, DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH und<br />

Stadtwerke Leipzig GmbH, die HTW - Hochschule für Technik<br />

und Wirtschaft Dresden, Hochschule für Telekommunikation<br />

Leipzig (HfTL) sowie die KEMA-IEV GmbH als Projektkoordinator.<br />

Schwerpunkt des Projektes SaxMobility war<br />

der Flottenbetrieb mit Elektrofahrzeugen und das Flottenmanagement<br />

unter dem Aspekt der Elektromobilität in der<br />

Modellregion Sachsen. Dazu wurden von den Partnern 40<br />

elektrisch betriebene Fahrzeuge (29 PKW, 8 eScooter, 3 Pedelecs)<br />

angeschafft, messtechnische Untersuchungen an<br />

den Fahrzeugen durchgeführt, 60 Ladestationen mit 154<br />

Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in Sachsen installiert, die<br />

Auswirkungen des Ladens auf das Stromnetz mithilfe von<br />

Netzberechnungen untersucht, ein Konzept für ein zeitbasiertes<br />

Zugangs- und Abrechnungssystem entwickelt, technische<br />

und wirtschaftliche Analysen zur Ladeinfrastruktur<br />

und zu Elektrofahrzeugen erarbeitet sowie Marktbefragungen<br />

und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt.<br />

Mit dem initialen Projekt SaxMobility I wurden vielfältige<br />

praktische Erfahrungen gesammelt, notwendige Strukturen<br />

geschaffen und die öffentliche Wahrnehmung erhöht.<br />

SaxMobility II<br />

Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten sächsischen<br />

Verbundprojektes »SaxMobility« startete direkt im Anschluss<br />

am 01. Oktober 2011 das Folgeprojekt »SaxMobility<br />

II« unter dem Arbeitstitel »Mobile Endgeräte als Zugangs-<br />

und Abrechnungssystem für Ladeinfrastruktur sowie zur Verknüpfung<br />

mit dem ÖPNV«. Im Projekt wurden zwei weitere<br />

Partner, das Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V.<br />

sowie die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH, aufgenommen.<br />

Neben der Vergrößerung der Fahrzeugflotten der Projektpartner<br />

um weitere ca. 58 Fahrzeuge und dem bedarfsgerechten<br />

Ausbau der Ladeinfrastruktur um bis zu 250 Ladepunkte,<br />

liegt der Schwerpunkt des Folgeprojektes auf der<br />

Entwicklung und Erprobung eines Zugangs- und Abrechnungssystems<br />

für Ladestationen sowie dem Aufbau eines<br />

exemplarischen Verleihsystems von Elektrofahrzeugen für<br />

die Öffentlichkeit. Das Ziel ist es, der Öffentlichkeit die Nutzung<br />

der Elektrofahrzeuge in verschiedenen Ausprägungen<br />

zu ermöglichen. Insbesondere der intermodale Verkehr, d. h.<br />

die Kombination des motorisierten Individualverkehrs (MIV)<br />

und des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), soll gefördert<br />

werden.<br />

Dabei wird auf bereits im ÖPNV etablierte mobile Ticketlösungen<br />

wie HandyTicket Deutschland oder easy.GO zurückgegriffen.<br />

Mit diesen Lösungen können Kunden aktuell in<br />

vielen deutschen Großstädten mit ihrem Smartphone oder<br />

Mobiltelefon beispielsweise per Applikation oder SMS Fahrkarten<br />

für Bus und Bahn erwerben. Zukünftig sollen diese<br />

Lösungen zudem das Stromtanken, also den Zugang zu<br />

Ladestationen und die anschließende Abrechnung, und gegebenenfalls<br />

das Ausleihen von Elektrofahrzeugen (eCarsharing)<br />

ermöglichen.<br />

Ausblick<br />

Die Modellregionen Elektromobilität mit ihren zahlreichen<br />

Projekten sind die Wegbereiter für die Neugestaltung unserer<br />

Verkehrswelt. Die zunehmende Elektrifizierung des (motorisierten<br />

Individual-) Verkehrs hilft insbesondere urbane Gebiete<br />

zu entlasten, indem direkte CO 2 -Emissionen aber auch<br />

Lärmemissionen vermieden oder verringert werden. Zudem<br />

werden im Rahmen der Modellregionen neue Verkehrslösungen<br />

erforscht. In Sachsen wird insbesondere die Verknüpfung<br />

der elektrischen Fahrzeugnutzung mit Carsharing und<br />

dem ÖPNV untersucht. Die Vision liegt in der Schaffung einer<br />

einheitlichen Mobilitätsplattform beispielsweise über mobile<br />

Endgeräte. Mithilfe der Mobilitätsplattform könnten zukünftig<br />

Kunden, neben dem Kauf von Bus- und Bahn-Tickets,<br />

Strom »tanken«, Parktickets erwerben und Fahrzeuge ausleihen.<br />

Durch Nutzung der Smartphone-Technologie können<br />

diese Funktionalitäten um Apps oder mobile Webseiten für<br />

Fahrplanauskünfte, Ladestationsübersichten, Reservieren<br />

von Ladestationen und vieles mehr ergänzt werden.<br />

Oliver Schönherr // Kristian Seidl<br />

DNV KEMA // www.dnvkema.com<br />

110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111


Erste Flotten - Karabag<br />

Erste Flotten - Karabag<br />

Die Pizza kommt elektrisch<br />

Hamburger Besteller Engineering Elektroautopionier Services elektrifiziert Karabag setzt den Joey‘s urbanen Pizza Nutz- unter und Strom Schwerlastverkehr<br />

FiorinoE<br />

Karabag-Sprecher André Schmidt bei der Fahrzeugübergabe mit Kerami Özcelik<br />

Um Lärm- und CO 2 -Emissionen an den jeweiligen Standorten<br />

zu senken, aber auch um Treibstoff- und Wartungskosten<br />

zu reduzieren, testet Deutschlands Pizzaservice Nummer<br />

1 (Quelle: Systemgastronomie in Deutschland 2012<br />

DEHOGA Bundesverband), Joey‘s Pizza, am Standort Hamburg<br />

Valentinskamp verschiedene Elektrofahrzeuge. Dabei<br />

setzt das Unternehmen auch auf eMobilität Made in Hamburg.<br />

Am 31. Juli 2012 wurde für die täglichen Lieferfahrten<br />

ein Karabag new500E übergeben.<br />

»Elektromobilität ist gerade in Bereichen eine gute Lösung,<br />

in denen urban viele kurze Strecken zurückgelegt werden<br />

und das Auto nachts aufgeladen werden kann«, so Sirri Karabag,<br />

Geschäftsführer der Karabag GmbH. »Pflegedienste,<br />

Kurierunternehmen, insbesondere aber auch Lieferdienste<br />

bieten diese Voraussetzungen. Neben den im Vergleich zu<br />

einem Benziner wesentlich günstigeren laufenden Kosten,<br />

gibt es beim eAuto keine CO 2 - oder Lärmemissionen.« Noch<br />

ein Vorteil: Da die Batterie des new500E in der ehemaligen<br />

Reserveradmulde sitzt, bleibt das Kofferraumvolumen voll<br />

erhalten - wichtig für die Warmhaltetaschen, in denen die<br />

Pizza transportiert wird.<br />

Seit rund einem Jahr hat Joey‘s mehrere Elektrofahrzeuge<br />

im Testeinsatz, darunter auch verschiedene eRoller. »Wir<br />

können aus diesem ersten Test in Hamburg ein positives<br />

Resümee ziehen und werden unsere Aktivitäten auf diesem<br />

Gebiet weiter ausweiten«, freut sich Karsten Freigang, Geschäftsführer<br />

Joey‘s Pizza Service.<br />

»Deutsche Fertigungsqualität, italienisches Design und ein<br />

attraktives Preis-Leistungsverhältnis - wir freuen uns über<br />

den Neuzugang in unserem Fuhrpark und sind auf die Erfahrungen<br />

mit diesem eFahrzeug sehr gespannt. Wie alle unsere<br />

Elektrofahrzeuge wird auch der Karabag new500E ausschließlich<br />

mit Ökostrom betankt«, verrät Kerami Özcelik,<br />

Joey’s Franchise-Partner im Valentinskamp, abschließend.<br />

Der Einsatz des Karabag new500E ist für mindestens vier<br />

Jahre geplant. Neben Joey‘s Pizza zeigen bereits seit rund<br />

zwei Jahren viele weitere vornehmlich Hamburger Wirtschaftsbetriebe<br />

großes Interesse an den Elektrofahrzeugen<br />

von Karabag. Bereits im Frühjahr 2011 wurden von Karabag<br />

elektrifizierte Fiat Fiorinos an Hamburger Unternehmen wie<br />

z.B. die Airbus Operations GmbH, das UKE oder die Aurubis<br />

AG ausgeliefert und bewähren sich im Alltag. »Unsere<br />

Fahrzeuge beweisen seit Jahren im harten Dauertest, dass<br />

Elektrofahrzeuge weit mehr sind als nur Spaßmobile. Denn<br />

im Unternehmensbereich zählen vor allen Dingen Zuverlässigkeit<br />

und Wirtschaftlichkeit. Ich freue mich, dass wir den<br />

Vertrauensvorschuss der Industrie durch Zuverlässigkeit<br />

wieder zurückzahlen können«, so Karabag abschließend.<br />

Die Karabag GmbH bietet neben dem Verkauf von Fiat-<br />

Nutzfahrzeugen seit 20<strong>09</strong> auch Elektrofahrzeuge an. Dabei<br />

handelte es sich zunächst von Karabag in Zusammenarbeit<br />

mit dem TÜV Süd homologierte Fahrzeuge aus Modena/<br />

Italien. Seit 2011 baut Karabag Elektrofahrzeuge auch in eigenen<br />

(europäischen) Produktionsstätten. Zusammen mit<br />

verschiedenen Partnerunternehmen entwickelte Karabag<br />

außerdem ein berührungsloses Ladesystem mittels einer Induktionsschleife<br />

und eine CO 2 -neutrale konventionelle Fahrzeugheizung<br />

durch die Verbrennung von Bioethanol (zusammen<br />

mit Eberspächer).<br />

Die Produktpalette der Karabag GmbH umfasst den Fiorino<br />

E, den Doblò E als weiteren, etwas größeren Kleintransporter,<br />

den Scudo E als Vertreter der sogenannten VITO-Klasse<br />

und schließlich den Ducato E in allen Größen und Gewichtsklassen<br />

bis 4 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht als Vertreter<br />

der Sprinterklasse. Als Kleinwagen bietet Karabag den<br />

new 500E auf Basis des Fiat 500 an. Der Fiorino E und die<br />

Transporter-Range erreichen eine Geschwindigkeit von bis<br />

140 km/h. Der new500E fährt bis zu 110 km/h schnell.<br />

Mittlerweile haben Karabag-Elektrofahrzeuge über 18 Millionen<br />

Kilometer auf der Straße zurückgelegt (Stand Juli 2012).<br />

Gemessen an den Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge ist<br />

die Karabag GmbH aktuell Marktführer in Deutschland. Etwa<br />

jedes fünfte Elektroauto, das heute auf deutschen Straßen<br />

unterwegs ist, kommt von Karabag.<br />

DucatoE<br />

André Schmidt<br />

Karabag-Sprecher<br />

www.karabag.de<br />

112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113


Erste Flotten - Modellbau<br />

HUMAN<br />

Resources<br />

BMW Welt als<br />

Kongress-Tagungsort<br />

IM<br />

Bereich<br />

Deutschland ist der Gastgeber des bevorstehenden Internationalen<br />

Modell-, Formen- und Werkzeugbauer Kongresses<br />

im Jahr 2013. Der Bundesverband Modell- und Formenbau<br />

lädt deshalb bereits heute alle Interessierten herzlich zum<br />

12. Internationalen Kongress für den Modell-, Formen- und<br />

Werkzeugbau vom <strong>09</strong>.- 12. Mai 2013 nach München ein.<br />

Mit Rückblick auf das Jahr 2000 und dem damaligen großen<br />

Zuspruch des in Deutschland/München durchgeführten Kongresses,<br />

hat man sich auch für das Jahr 2013 wieder für die<br />

»Weltstadt mit Herz« als Austragungsort entschieden. Die<br />

hervorragende Infrastruktur und als besonderes Highlight<br />

die BMW Welt als Kongress-Tagungsort wird sicherlich viele<br />

Gäste dazu bewegen, die Reise nach München anzutreten.<br />

Über Technik und Zukunft, über technologische Trends und<br />

Entwicklungen des Modell-, Formen- und Werkzeugbaus - im<br />

besonderen im Elektromobilitätsbereich - sind informative<br />

Fachvorträge von kompetenten Referenten unserer Partner<br />

und Berichte der internationalen Verbände, sowie Unternehmens-Besichtigungen<br />

aus dem Modell-, Formen- und Werkzeugbau<br />

geplant.<br />

Verschiedene Events, wie z.B. der Eröffnungs-Abend in<br />

den historischen Räumen des Maximilianeum/Bayerischer<br />

Landtag oder der Gala-Abend mit internationalen Künstlern,<br />

sowie zum Abschluss der Bayerische Abend im Festsaal des<br />

»Königlich bayerischen Hofbräuhauses« runden, neben kulinarischen<br />

Höhepunkten, die Tagung ab.<br />

Bei Begleitpersonen finden organisierte Rahmenprogramme<br />

wie beispielsweise ein Ausflug zum Schloss Neuschwanstein,<br />

ein Besuch der Mozartstadt Salzburg oder eine unvergessliche<br />

Floßfahrt auf der Isar sicherlich Anklang.<br />

Der Bundesverband Modell- und Formenbau freut sich<br />

auf Ihren Besuch und wird als Gastgeber für Sie das Unmögliche<br />

möglich machen! Für nähere Informationen und<br />

zur Online-Anmeldung besuchen Sie die Kongress-Webseite<br />

www.mf-congress.eu und nutzen die Funktion »Anmeldung«.<br />

www.mf-congress.eu<br />

www.MF-Congress.eu<br />

12. INTERNATIONALER KONGRESS<br />

Modell-, Formen- und Werkzeugbau<br />

<strong>09</strong>.-12. Mai 2013 München / Deutschland<br />

Anmeldung ab sofort<br />

online möglich!<br />

e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Fachkräfte, Jobmotor, Aus- und Weiterbildung.<br />

BMW Welt als Kongress-Tagungsort !<br />

114 Neue Mobilität<br />

Deutschland ist der Gastgeber des bevorstehenden Internationalen Modell-, Formen- und Werkzeugbauer<br />

Neue Mobilität 115<br />

Kongresses im Jahr 2013. Der Bundesverband Modell- und Formenbau lädt<br />

deshalb


Human Resources im Bereich eMobilität - Uni Stuttgart<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - Drive-E<br />

Elektromobilität in Lehre<br />

und Forschung<br />

Das Institut für Elektrische Energiewandlung der Uni Stuttgart stellt sich vor<br />

Auf die Menschen kommt es an<br />

Das DRIVE-E-Programm startet in die vierte Runde<br />

Lern- und Forschungsplattform StudKart mit Teammitgliedern<br />

Das Institut für Elektrische Energiewandlung (iew) wurde<br />

im Juni 2011 am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik<br />

der Universität Stuttgart gegründet. Die Forschungsarbeiten<br />

des Instituts fokussieren sich auf zwei<br />

Schwerpunkte: elektrische Maschinen und berührungslose<br />

Energieübertragung.<br />

Beide Gebiete gehören zu den Themenschwerpunkten der<br />

Elektromobilität. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />

am iew erforschen die Konstruktion von Elektromotoren<br />

mit sehr hoher Drehmomentdichte und positioniertoleranten<br />

induktiven Ladesystemen. Ziel ist die Entwicklung<br />

von hocheffizienten Komponenten für Elektrofahrzeuge<br />

der Zukunft.<br />

Elektromotoren eignen sich aufgrund ihrer guten Regelbarkeit,<br />

ihres breiten Einsatzspektrums und ihres - im Vergleich<br />

zu Verbrennungsmotoren schon heute - sehr guten Wirkungsgrads<br />

besonders gut für die Senkung des Primärenergiebedarfs.<br />

Anforderungen aus den Bereichen der Elektromobilität<br />

und der Erneuerbaren Energien haben gezeigt, dass es nicht<br />

ausreicht, die Standard-Technologien an die neuen Einsatzgebiete<br />

zu adaptieren. Für den Einsatz in Elektrofahrzeugen<br />

sind optimierte Antriebe, insbesondere Radnaben- und Direktantriebe,<br />

Gegenstand der Forschung am iew.<br />

Für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen ist die Bereitstellung<br />

einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur unerlässlich.<br />

Induktive Ladesysteme ermöglichen das kabellose Laden<br />

von Elektrofahrzeugen und bieten Vorteile weit über den<br />

höheren Bedienkomfort hinaus. Durch das kabellose Laden<br />

wird die Automatisierung des Ladevorgangs möglich, sodass<br />

der Akku jederzeit beispielsweise auf innerstädtischen<br />

Parkplätzen, vor Ampeln oder auf ausgewählten Straßenabschnitten<br />

automatisch geladen werden kann. Diese Maßnahme<br />

ist maßgeblich dazu geeignet, die Reichweite der<br />

Elektrofahrzeuge zu erhöhen. Am iew werden positioniertolerante<br />

induktive Ladesysteme mit einem Wirkungsgrad von<br />

über 90% entwickelt.<br />

Mit dem Ziel, ein Elektrofahrzeug zu entwickeln, in dem die<br />

neuesten technologischen Entwicklungen integriert sind,<br />

entstand die Lern- und Forschungsplattform StudKart: Ein<br />

durch Studierende aus vier verschiedenen Fachrichtungen und<br />

Forschern von iew entwickelter Elektro-Gokart. Die Fachkräfteausbildung<br />

wird auch durch zahlreiche Lehrveranstaltungen<br />

im Rahmen der Studiengänge Elektrotechnik und Informationstechnik,<br />

Fahrzeug- und Motorentechnik sowie Masterstudiengang<br />

Elektromobilität unterstützt. Zusätzlich trägt<br />

iew im Rahmen von Programmen wie der Kinder Uni »Warum<br />

fährt ein Elektroauto?« und Schüler-Ingenieur-Akademie zur<br />

Nachwuchsförderung auf dem Gebiet der Elektromobilität bei.<br />

www.iew.uni-stuttgart.de<br />

DRIVE-E: Seit 2010 haben über 200 Studierende von 40 Hochschulen an dem von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung initiierten Nachwuchsprogramm teilgenommen<br />

BildQuelle: e-wOLF, Frechen<br />

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Deutschland auch<br />

bei der Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen<br />

seine Führungsrolle behält, sind bestens ausgebildete<br />

Nachwuchswissenschaftler. Deshalb startet das DRIVE-E-<br />

Programm - eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums<br />

für Bildung und Forschung (BMBF) und der Fraunhofer-Gesellschaft<br />

- im kommenden Jahr in seine vierte Runde.<br />

»Als erstes Programm zur Nachwuchsförderung im Zukunftsfeld<br />

der Elektromobilität will DRIVE-E Studierende technischnaturwissenschaftlicher<br />

Fächer für eine Karriere in diesem<br />

Bereich begeistern. Nur mit jungen, kreativen Köpfen kann<br />

Deutschland Leitanbieter für Elektromobilität werden«, erläutert<br />

Dr. Ulrich Katenkamp, Leiter des Referats »Elektroniksysteme;<br />

Elektromobilität« im BMBF, die Motivation der Veranstalter.<br />

Mit dem DRIVE-E-Studienpreis werden herausragende Arbeiten<br />

in Fachrichtungen wie Elektrotechnik, Maschinenbau,<br />

Mechatronik, Physik oder dem Wirtschaftsingenieurwesen<br />

ausgezeichnet. Die Studierenden haben die Chance auf eine<br />

der mit bis zu 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Eingereicht<br />

werden können Projekt-, Studien-, Bachelor-, Masteroder<br />

Diplomarbeiten zu Themen aus der Elektromobilität.<br />

Die DRIVE-E-Akademie 2013 findet vom 04. bis 08. März in<br />

Dresden statt. In Vorträgen, Workshops und bei Exkursionen<br />

stehen aktuelle Entwicklungen in der Elektromobilität im<br />

Mittelpunkt. Auch Diskussionen und die Netzwerkbildung<br />

mit namhaften Vertretern aus Industrie und Forschung kommen<br />

nicht zu kurz. Der Höhepunkt der Veranstaltungswoche<br />

ist die Verleihung der DRIVE-E-Studienpreise am 06. März<br />

2013. Studierende können sich online für die Teilnahme an<br />

der kostenlosen Ferienschule bewerben. Nur die Anreisekosten<br />

sind selbst zu tragen. »Wir freuen uns, dass sich die<br />

Qualität der Veranstaltung offensichtlich herumgesprochen<br />

hat und die Bewerberzahlen ständig steigen«, so Prof. Lothar<br />

Frey, Leiter des Fraunhofer IISB. Bestätigt wird seine<br />

Aussage durch ehemalige Teilnehmer wie Christoph Regler,<br />

der 2012 bei der DRIVE-E-Akademie in Aachen dabei war.<br />

»Sehr abwechslungsreiches Programm - Fahrevents, interessante<br />

Unternehmensbesichtigungen, informative Vorträge,<br />

spannende Workshops und eine super Organisation«, fasst<br />

er seine Erfahrungen zusammen.<br />

Bewerbungsschluss für Akademie und Studienpreis ist der<br />

07. Januar 2013 (nur Online-Bewerbungen unter<br />

www.drive-e.org).<br />

DRIVE-E-Kontaktbüro // Sabrina Brezger<br />

LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH<br />

drive-e@lhlk.de<br />

116 Neue Mobilität Neue Mobilität 117


Human Resources im Bereich eMobilität - HS Bochum<br />

Human Resources im Bereich eMobilität - HS Bochum<br />

Mit Sonnenenergie<br />

um die Welt<br />

SolarWorld GT in den USA: Einsatz in der WÜSTE<br />

© SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />

Der SolarWorld GT im Windkanal bei AUDI<br />

© SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />

Die Hochschule Bochum entwickelt und baut seit über 10<br />

Jahren Solarmobile. Mit dem aktuellen Modell SolarWorld<br />

GT umrundet ein Studierenden-Team derzeit den Globus.<br />

Semesterferien. Die meisten Kommilitonen sind im Urlaub.<br />

Zwanzig Studierende aus den Fachbereichen Elektrotechnik<br />

und Informatik, Mechatronik und Maschinenbau, Wirtschaft<br />

sowie Geodäsie sitzen in einem Seminarraum und hören<br />

dem Teamleiter Melvin Otte zu, der die Planungen für den<br />

Bau des neuen Solarcars erläutert.<br />

Weltweit beschäftigen sich zahlreiche renommierte Universitäten<br />

und Hochschulen schon viele Jahre mit dem Thema<br />

Solarcar. Alle zwei Jahre trifft sich die Szene in Australien zur<br />

Weltmeisterschaft der Solarmobile.<br />

Die Bochumer sind als einzige deutsche Hochschule seit<br />

2003 mit eigenen Fahrzeugen vertreten und fahren die 3.000<br />

Kilometer lange Strecke von Darwin nach Adelaide. Ein Sieg<br />

bei diesem Wettbewerb ist für die Ingenieurstudenten aus<br />

dem Ruhrgebiet Nebensache geworden. Die Regeln dieser<br />

Rennen bevorzugen bisher flache Flundern, die wie Tischtennisplatten<br />

mit Solarzellen aussehen, vom Alltag der Elektromobilität<br />

in vielerlei Hinsicht aber meilenweit entfernt sind.<br />

Die Aerodynamik siegt hier klar über die Ergonomie.<br />

Ganz anders die Bochumer Entwicklungen: Gehörte HansGo!<br />

2003 noch zu den Flachmännern, war schon SolarWorld No.1<br />

im Jahr 2007 ein echtes Raumwunder, wenn auch noch mit<br />

3 Rädern. Der Design Award für den schönsten und konzeptionell<br />

überzeugendsten Sonnenwagen der Welt geht seitdem<br />

nach Bochum. Der BOcruiser von 20<strong>09</strong> ging vierrädrig<br />

an den Start, erstmals mit selbstentwickelten und gewickelten<br />

Radnabenmotoren in den Vorderrädern. Ein Zweisitzer<br />

mit normalen Türen hat im letzten Jahr die Teilnehmer der<br />

WSC überrascht: SolarWorld GT ist straßenzugelassen mit<br />

schwarzem Nummernschild und entsprechender Versicherung,<br />

hat Platz für einen Beifahrer und kann in einer halben<br />

Stunde von Links- auf Rechtslenker umgebaut werden. Ein<br />

Feature, das zwingend notwendig ist, wenn man die Welt<br />

umrunden will und nichts weniger machen die Studierenden<br />

gerade. Zum ersten Mal ist ein Fahrzeug energie-autark mehr<br />

als 30.000 Kilometer um den Globus unterwegs.<br />

Australien, Neuseeland, die USA und Europa sind schon abgehakt,<br />

derzeit fährt SolarWorld GT durch Sibirien bis nach<br />

Wladiwostok - eine anspruchsvolle Strecke, nicht nur für<br />

die Fahrzeugtechnik. Auch logistisch stellt das Unternehmen<br />

SolarCar hohe Anforderungen. Wie wird ein Container<br />

verschifft? Welche Zollformalitäten gelten in welchen Ländern<br />

? Welche Flüge sind preiswert? Alles Fragen, die die<br />

Studierenden selber klären müssen - inklusive der schwierigsten<br />

Problematik von allen: Wo kommt das Geld her, um<br />

einen Sonnenwagen mit einem Materialwert von weit über<br />

300.000 Euro zu bauen? Sponsoring heißt das Zauberwort.<br />

Auch darum kümmern sich die Teammitglieder selbst.<br />

Dieses selbstgesteuerte Lernen hat Methode. Beim PBL -<br />

Problem Based Learning - steht eine konkrete, interessante<br />

und herausfordernde Aufgabenstellung im Mittelpunkt. Die<br />

am Projekt beteiligten Professoren und wissenschaftlichen<br />

Mitarbeiter sind eher Berater als Lehrer. Prof. Dr. Friedbert<br />

Pautzke, Gründer des Projektes SolarCar an der Hochschule<br />

Bochum: »Die Professoren und Mitarbeiter sind Partner, die<br />

sich zurückhalten müssen, auch wenn sie glauben, die bessere<br />

Lösung für die anstehenden Probleme zu kennen.«<br />

Die Last der Verantwortung für den Erfolg liegt auf den<br />

Schultern der Studenten. Einmal in der Woche treffen sich<br />

die studentische Teamleitung und Prof. Pautzke sowie zwei<br />

wissenschaftliche Mitarbeiter, die das Projekt inzwischen<br />

hauptamtlich begleiten. Dabei kommen alle anstehenden<br />

Termine und Fragestellungen auf den Tisch.<br />

Zurzeit hat das Team zwei große Baustellen: Parallel zur<br />

Weltreise mit SolarWorld GT soll bis Mai 2013 auch das neue<br />

Sonnenauto entstehen. Zwei Sitze wie beim Vorgänger, diesmal<br />

aber drei Türen, denn ein Gepäckraum gehört mit zur<br />

Serienausstattung. Erstmals sollen Antriebsmotoren in alle<br />

vier Räder eingebaut werden, die mit sogenannten Elektroband-Kernen<br />

konzipiert werden. Bisher kamen aus Gewichtsgründen<br />

Luftspulenmotoren zum Einsatz, die aber in<br />

ihrer Leistungsdichte begrenzt sind. Elektroautos mit realistischen<br />

Gewichtsdimensionen und Zuladungsmöglichkeiten<br />

lassen sich so nicht antreiben.<br />

Die Hochschule Bochum arbeitet bei der Entwicklung erstmals<br />

mit dem Unternehmen ThyssenKrupp Electrical Steel<br />

zusammen. Das Solarcar stellt eine ideale Plattform dar,<br />

um das Zusammenspiel zwischen Leistungselektronik und<br />

Elektroband als geblechtem Werkstoff für den Elektromotorkern<br />

zu untersuchen und die Einflussgrößen auf die Gesamtperformance<br />

des Fahrzeuges zu bewerten. Der Härtetest für<br />

das neue Modell findet wieder in Australien statt. Bei der<br />

World Solar Challenge 2013 präsentieren die Bochumer Studierenden<br />

»Engineering made in Germany« und hoffen erneut<br />

auf den Design Award für das schönste Solarcar der Welt.<br />

SolarCar-Team Hochschule Bochum<br />

Dipl.-Ing. Stefan Spychalski<br />

Kommunikation - Public Relations<br />

solarcar@hs-bochum.de // www.hs-bochum.de/solarcar<br />

118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119


Human Resources im Bereich eMobilität - Fraunhofer IAO<br />

STATUS QUO DER ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Worldskills<br />

Akademische Qualifizierung<br />

Neue Mobilität beruht auf Innovationskraft. Für Innovationen sind menschliche Kreativität und exzellente Qualifizierung eine<br />

zwingende Voraussetzung. Das Fraunhofer IAO hat gemeinsam mit PricerwaterhouseCoopers eine deutschlandweite Analyse zur<br />

akademischen Qualifizierung im Bereich der Nachhaltigen Mobilität durchgeführt. Das Ziel dieser Untersuchung war zum einen,<br />

eine höhere Transparenz über das Hochschulangebot zum Thema Nachhaltige Mobilität in Deutschland zu erhalten und zum<br />

anderen, die Anforderungen der Unternehmen an die Hochschulen und deren Absolventen in Erfahrung zu bringen.<br />

WorldSkills Leipzig 2013<br />

Das Weltevent der beruflichen Bildung<br />

Die Studie versetzt Unternehmen in die Lage, sich einen<br />

Überblick über das deutschlandweite Hochschulangebot im<br />

Themenfeld der Nachhaltigen Mobilität zu verschaffen. Die<br />

Hochschulen erhalten durch die Untersuchung der Unternehmensanforderungen<br />

neue Hinweise, inwieweit ihre jeweiligen<br />

Angebote noch praxisnäher ausgerichtet werden können.<br />

Die Ergebnisse der Analyse machen deutlich, dass Nachhaltige<br />

Mobilität von Seiten der Unternehmen als klares und langfristig<br />

relevantes Zukunftsthema gesehen wird. Sie sind sich dabei<br />

weitgehend einig, dass in den nächsten Jahren ein erhöhter<br />

Bedarf an akademischen Fachkräften in den Schlüsseldisziplinen<br />

entsteht. Vor allem in den Bereichen Batteriespeicher,<br />

Energiesysteme, Gesamtfahrzeugkonzepte/-integration, Lademanagement<br />

und der Brennstoffzellentechnologie ergeben<br />

sich Schwierigkeiten bei der Suche nach geeignetem Personal.<br />

Über diese spezifischen Fachkenntnisse hinaus wird ein<br />

breiteres Systemverständnis gefordert.<br />

Ein Kernergebnis der Studie ist außerdem, dass ein grundsätzlicher<br />

Mangel an akademischen Qualifizierungsangeboten<br />

(bis auf den Weiterbildungsbereich) für Nachhaltige<br />

Mobilität nicht ersichtlich ist. Es besteht bundesweit ein<br />

hochgradig differenziertes Angebot in der gesamten Hochschullandschaft.<br />

Regionale Ungleichverteilungen innerhalb<br />

dieses Angebotes sind erkennbar. Die räumliche Nähe von<br />

Hochschulen zu Automobilherstellern fördert die Bereitstellung<br />

von Qualifizierungsangeboten sowie studienbegleitende<br />

Kooperationen. Die zentrale Anforderung der Unternehmen<br />

an die Hochschullandschaft ist eine Erhöhung der Transparenz<br />

der Angebote und deren bessere inhaltliche Anpassung<br />

an das Thema Nachhaltige Mobilität.<br />

Zukünftig wird es notwendig sein, Unternehmen und Studierende<br />

bzw. die Hochschulen näher zusammen zu bringen.<br />

Eine themenbezogene Kommunikationsplattform ist dabei<br />

ein vielversprechender Lösungsansatz. Diese würde der<br />

Bildungslandschaft ein neues, zukunftsweisendes Element<br />

hinzufügen.<br />

Hannes Rose // Fraunhofer IAO<br />

hannes.rose@iao.fraunhofer.de<br />

Die vollständige Studie unter www.e-mobilbw.de<br />

Hier werden Weltmeister gemacht: Bei den WorldSkills Leipzig<br />

2013 treten die besten Auszubildenden und jungen Fachkräfte<br />

aus der ganzen Welt an, um Champion zu werden. Alle<br />

zwei Jahre kämpfen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter<br />

23 Jahren bei der WM der Berufe um die Titel. Gastgeber ist<br />

jedes Mal ein anderes Land: 20<strong>09</strong> fanden die WorldSkills in<br />

Kanada, 2011 in Großbritannien statt.<br />

Die spannenden Wettkämpfe machen Lust auf Ausbildung -<br />

ob in traditionellen Berufen oder jungen Disziplinen, ob als<br />

Koch, Mechatroniker, Webdesigner. Bei dem gigantischen<br />

Event treffen sich internationale Fachleute aus Berufsbildung,<br />

Wirtschaft und Politik. Ihr Ziel: Die Standards beruflicher<br />

Bildung immer weiter zu verbessern. Dafür setzen sie<br />

sich ein und tauschen ihre Erfahrungen aus. Hinter der Veranstaltung<br />

steht WorldSkills International mit einem Netzwerk,<br />

dem derzeit 61 Länder und Regionen angehören.<br />

Zwischen Werkbank und WLAN:<br />

Die WM der Berufe in Leipzig<br />

Der BEM ist Partner der WorldSkills 2013<br />

Anspruchsvolles Ziel der WorldSkills 2013 ist die Darstellung<br />

neuer Berufsgruppen aus dem Bereich Grüne Technologien<br />

für nachhaltige Entwicklung. Dabei spielen die Themen Wasser/Abwasser,<br />

Elektromobilität und Erneuerbare Energien<br />

die Hauptrolle. Als siebentes Cluster im Haus der Wettbewerbe<br />

werden in Form von Präsentationswettbewerben die<br />

Herausforderungen an die Berufsausbildung der Zukunft<br />

dargestellt. Aus dieser Präsentation werden für die nachfolgenden<br />

nationalen und internationalen Wettbewerbe Wettkämpfe<br />

entwickelt, die dem Standard der WS entsprechen.<br />

www.worldskillsleipzig2013.com<br />

Batteriesysteme<br />

Brennstoffzellentechnologie<br />

Design<br />

Elektrochemie<br />

Energiesysteme<br />

Fahrzeuginformationssysteme<br />

Gesamtfahrzeugkonzepte/-integration<br />

Informations- & Kommunikationstechnologie<br />

Lademanagement<br />

Leichtbau<br />

Planung / Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />

Recycling<br />

Rohstoff & Werkstoffkunde<br />

Softwareentwicklung<br />

Stadt & Verkehrsplanung<br />

Umweltmanagement<br />

Umweltrecht / Umwelt-Compliance<br />

Verkehrsmanagement<br />

Sehr wichtig<br />

Weniger wichtig<br />

wichtig<br />

keine Angabe<br />

0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 %<br />

Hier zählen die elegantesten Schweißnähte und die exaktesten<br />

Spaltmaße: Vom 02. bis 07. Juli 2013 findet die WM der<br />

Berufe in Leipzig statt. Bei der ersten Weltmeisterschaft in<br />

Deutschland seit 40 Jahren ringen die besten Nachwuchskräfte<br />

in 46 Disziplinen um die Medaillen. Über 1.000 Wettkämpfer<br />

machen die WorldSkills 2013 zum größten internationalen<br />

Berufewettbewerb aller Zeiten.<br />

In Leipzig erwartet die Besucher ein Fest der beruflichen Bildung:<br />

Für Jugendliche ist es eine einzigartige Möglichkeit,<br />

sich selbst an Werkbank oder Computer zu versuchen. Außerdem<br />

können sie sich zur Berufswahl beraten lassen und<br />

ihre Karriere planen. Und auch für das Fachpublikum gibt<br />

es ein einzigartiges Angebot: Bei Konferenzen, Seminaren<br />

und Fachtagungen debattieren Experten über die Zukunft<br />

der beruflichen Bildung, während Unternehmen den Wirtschaftstreff<br />

nutzen, um ihr Know-how zu präsentieren und<br />

Geschäftskontakte zu knüpfen.<br />

Als Veranstaltungspartner bietet der BEM / Bundesverband<br />

eMobilität über die Landesvertretung Mitteldeutschland<br />

seinen Mitgliedsunternehmen die einmalige Möglichkeit<br />

des Einstiegs in ein Zukunftsevent.<br />

Präsentieren Sie in Leipzig Ihre Kompetenzen im dualen<br />

Ausbildungssystem und profitieren Sie von der Möglichkeit<br />

internationaler Kontakte und weltweiter medialer Aufmerksamkeit.<br />

Kontaktieren Sie bei Interesse direkt BEM-Landesvertreter<br />

Christian Grötsch.<br />

christian.groetsch@bem-ev.de<br />

Zukünftige Nachfrage der Unternehmen nach Qualifikationen für den weiteren Ausbau von Nachhaltiger Mobilität (n=111)<br />

120 Neue Mobilität Neue Mobilität 121


Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />

können Sie auf der BEM-Webseite unkompliziert und schnell<br />

bestellen. www.bem-ev.de<br />

Denys Benjamin Alt<br />

Der eRADgeber<br />

Verlagshaus Mainz,<br />

Aachen 2012<br />

Preis: 9,80 Euro<br />

Hans-Werner Sinn<br />

Das Grüne Paradoxon<br />

Ullstein Taschenbuch,<br />

Berlin 2012<br />

Preis: 17,90 Euro<br />

Hannes Koch, Bernhard Pötter,<br />

Peter Unfried<br />

Stromwechsel<br />

Westend Verlag,<br />

Frankfurt am Main 2012<br />

Preis: 12,99 Euro<br />

Markus Lienkamp<br />

Elektromobilität -<br />

Hype oder Revolution?<br />

Springer Vieweg,<br />

Berlin/Heidelberg 2012<br />

Preis: 29,90 Euro<br />

eRADgeber für Einsteiger<br />

Der Elektrofahrradmarkt boomt. Als Verbraucher kann man<br />

bei der Kaufentscheidung für ein neues Elektrofahrrad<br />

schnell den Überblick verlieren. Reicht das preisgünstige<br />

Modell vom Discounter oder sollte es doch besser das<br />

hochwertige Markenprodukt vom Fachhandel sein? Und<br />

stetig kommen neue Modelle hinzu. In diesem Dschungel<br />

kommt der eRADgeber von Denys Benjamin Alt gerade<br />

recht. Der Autor ist selbst begeisterter Pedelec-Fahrer und<br />

hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 20.000 Kilometer<br />

auf neun verschiedenen Pedelecs zurückgelegt. Zudem<br />

berät er verschiedene Organisationen im Bereich Elektrofahrräder<br />

und hält öffentliche Vorträge zum Thema. Seine<br />

vielseitigen Erfahrungen gibt er mit diesem Buch nun an<br />

den Leser weiter. Kurz und knackig informiert er über die<br />

wichtigsten Kauffaktoren und technische Unterschiede:<br />

Vom richtigen Motor, über die Steuerung und die Akkumulatoren<br />

bis hin zu Nachrüst-Kits für die Elektrifizierung<br />

des eigenen Drahtesels werden die verschiedenen Bauteile<br />

thematisiert. Ein praktischer Ratgeber für Neulinge in der<br />

Welt der elektrischen Zweiräder.<br />

Klimapolitische Konstruktionsfehler<br />

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung,<br />

gilt als einer der renommiertesten deutschen<br />

Ökonomen. Zweifelsohne gehört er zu jenen, die sich durch<br />

polarisierende Aussagen regelmäßig politisches Gehör verschaffen.<br />

Bereits 2008 erschien sein Werk »Das grüne Paradoxon«,<br />

das nun vollständig überarbeitet auf den Markt<br />

kommt. Sinn positioniert sich als scharfzüngiger Kritiker<br />

deutscher und europäischer Klimapolitik, weil diese allein<br />

auf die Verminderung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen<br />

abziele. Unter »grünes Paradoxon« versteht er die daraus<br />

resultierende Gefahr, dass die Rohstoff-Eigner bei abnehmender<br />

Nachfrage und kontinuierlich fallenden Preisen die<br />

Förderung einfach vorziehen und dadurch den Klimawandel<br />

sogar noch beschleunigen könnten. Die einzige Lösung sieht<br />

er deshalb in der Einführung eines weltweiten Emissionsrechtehandels<br />

und einer Quellensteuer auf die Erträge der<br />

Ressourcenbesitzer. Auch wenn Sinn des Öfteren zur Polemik<br />

neigt, versteht er es wie nur wenige, den Finger in die<br />

Wunde zu legen und politische Konstruktionsfehler schonungslos<br />

zu offenbaren. Unbequem und sehr lesenswert..!<br />

Operation am offenen Herzen eines Wohlstandslandes<br />

Das deutsche Projekt »Energiewende« ist eine für ein Industrieland<br />

bislang einmalige Aufgabe. Viele Staaten beobachten<br />

neugierig, wie die Bundesrepublik die Umstellung von<br />

Atomstrom und fossilen Energieträgern auf Erneuerbare<br />

Energien meistern wird. »Stromwechsel« ist der gelungene<br />

Versuch, dieses ehrgeizige Projekt mit seinen vielen Facetten<br />

zu beleuchten. Von der intelligenten Stromverteilung,<br />

dem Netzausbau, der Frage der Energiespeicherung bis zur<br />

Zukunft der großen Energieversorger werden die wichtigsten<br />

Aspekte thematisiert. Exemplarisch portraitieren die<br />

Autoren die Akteure der Energiewende und verdeutlichen,<br />

dass die Branche von sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten<br />

bestimmt wird. Da ist zum Beispiel der Chef eines<br />

führenden Photovoltaik-Unternehmens, der früher mal Kommunist<br />

war, aber heute in einem Schloss wohnt und Maserati<br />

fährt. Andererseits der bescheidene Windrad-Bauer,<br />

der sein Geld lieber in die Firma steckt. Die Autoren sind<br />

allesamt Journalisten. Das merkt man dem Buch an. Technische<br />

Details oder Zahlenwüsten werden weitestgehend<br />

gemieden und ermöglichen eine unterhaltsame Lektüre.<br />

Ansichten eines Insiders<br />

Elektromobilität - Hype oder Revolution? Mit dieser Frage<br />

beschäftigt sich Markus Lienkamp in seinem aktuellen Buch<br />

auf 72 pointierten Seiten. Der Autor ist Kenner der deutschen<br />

Automobilindustrie und war lange Zeit beim VW-Konzern beschäftigt,<br />

bevor er 20<strong>09</strong> an der TU München die Leitung des<br />

Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik übernahm. Ausgehend von<br />

der bevorstehenden Erdölknappheit zeichnet Lienkamp seine<br />

Vision von einer intermodalen Mobilität der Zukunft, in<br />

der verschiedene Mobilitätsformen und Antriebstechniken<br />

nebeneinander existieren und Smartphones dem Nutzer mit<br />

einem Klick die für ihn beste Mobilitäts-Alternative sofort<br />

anzeigen und buchbar machen. In diesem Szenario spielt<br />

das Elektroauto seine Stärken vor allem im Kurzstreckenbereich<br />

aus. Besonders interessant sind die Insider-Einblicke<br />

aus der Automobilbranche. Plausibel verdeutlicht er, warum<br />

die großen Autobauer die Elektromobilität fürchten, aber<br />

trotzdem als Chance begreifen sollten. Spannend ist auch<br />

die Rangfolge, in der Lienkamp erörtert, welche Automobilhersteller<br />

und Zulieferer aktuell am besten für die Zukunft<br />

der Mobilität gerüstet sind.<br />

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Transportlösungen und werden Sie ein Wegbereiter<br />

nachhaltiger Mobilität!<br />

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Das erwartet Sie in der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 10<br />

BEM 2013<br />

KALENDER<br />

Vorschau<br />

Bestellung<br />

Fax an 030 8638 0866<br />

oder per email an<br />

Kalender@bem-ev.de<br />

Ladeinfrastruktur<br />

• Interoperabilität<br />

• Sicherheit durch<br />

verfahrbare Steckdosen<br />

• Autorisierung per<br />

Mobiltelefon oder RFID<br />

• Vandalismusgeschützte<br />

Bauweise<br />

• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />

Kunststoffgehäuse<br />

Informations- &<br />

Kommunikationstechnik<br />

• Einbindung in<br />

Smart-Grid-Konzepte<br />

• Vernetzung via Internet<br />

mit Backend-System<br />

• Kommunikation<br />

mit dem Fahrzeug<br />

www.ebg-compleo.de<br />

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EBG compleo GmbH info@ebg-compleo.de<br />

An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 06 - 923-3<br />

D-44536 Lünen fax +49 (0) 23 06 - 29 20<br />

artwork: www.exprim.de<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband<br />

eMobilität, informiert vierteljährlich über Projekte und<br />

Veranstaltungen der emobilen Branche, die Arbeit seiner<br />

Mitglieder und über relevante News im Bereich der Neuen<br />

Mobilität.<br />

In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren<br />

wir Fragen zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem<br />

geben Interviews mit verschiedenen eMobilitätsplayern<br />

interessante Einblicke in die Branche. In wechselnden<br />

Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />

regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte,<br />

Innovationen und relevante Termine.<br />

In unserer Neujahrsausgabe liefern wir Ihnen im Rahmen<br />

unseres Themenschwerpunktes »Ladeinfrastruktur« einen<br />

Überblick über Standardisierungen, technische und<br />

rechtliche Voraussetzungen, Ladesäulentypen und innovative<br />

Lösungen in diesem Bereich. Wichtig bleiben vor<br />

diesem Hintergrund selbstverständlich auch die smarten<br />

Technologien im Bereich Erneuerbare Energien, Smart<br />

Grid, IKT u.ä., mit denen wir uns in der nächsten Ausgabe<br />

näher beschäftigen werden.<br />

Im Fokus der Januar-Ausgabe stehen außerdem die ersten<br />

Aktionen und Projekte der verschiedenen Schaufensterregionen.<br />

Vor diesem Hintergrund werden insbesondere die<br />

Aktivitäten beleuchtet, die das Thema Elektromobilität gesellschaftsübergreifend<br />

sichtbar und erfahrbar machen.<br />

Im Rahmen unserer wiederkehrenden Rubrik »Who is<br />

Who der Elektromobilität« stellen wir außerdem weitere<br />

Verbände, Initiativen und Organisationen vor, die sich<br />

aktiv für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilitätslösungen<br />

einsetzen.<br />

Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion & Abo-Service<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen,<br />

Termine, innovative Projekte, Feedback und natürlich<br />

über allgemeine Ideen und Anregungen freut sich:<br />

Juliane Girke, Redaktionsleitung<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Kongresse, Messen, Symposien und Fachtagungen zum Thema Elektromobilität -<br />

auch 2013 reiht sich ein Branchenhighlight an das andere. Mit dem BEM-Kalender<br />

verpassen Sie künftig keines dieser Ereignisse mehr..<br />

Bestellung BEM-Kalender 2013<br />

1 Kalender (32,00 €) 5 Kalender (140,00 €) 10 Kalender(225,00 €)<br />

inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

Der BEM-Kalender 2012 zeigt neben dem klassischen Kalendarium die relevanten<br />

Termine der elektromobilen Branche, sowie politisch interessante Termine,<br />

wie z.B. die Sitzungswochen des Deutschen Bundestags.<br />

Bei Interesse an einer Einbindung als Sponsorpartner für ein Monatsblatt im BEM-<br />

Kalender 2013 wenden Sie sich bitte bis zum 8.November an Sandrine Frideres.<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 5,75 €, Europa außerhalb EU zzgl. 13,25 €, restliche Welt zzgl. 26,50 € . Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen beim<br />

Bundesverband eMobilität, Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />

liefer- und Rechnungsadresse<br />

Unternehmen<br />

Vorname, name<br />

straSSe, nr.<br />

PLZ, Ort<br />

email<br />

Einzugsermächtigung<br />

Name der Bank<br />

BLZ<br />

Kontoinhaber<br />

Bitte schicken Sie mir alle 2 Wochen den kostenlosen BEM-Newsletter zu.<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Kalender-Kaufpreis einmalig im Voraus zu Lasten<br />

meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen.<br />

Ort, Datum,<br />

Stempel, Unterschrift<br />

*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

Fon<br />

Hiermit bestelle ich verbindlich den oben ausgewählten Kalender.<br />

Neue Mobilität<br />

125


ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />

BEM-<br />

MITGLIEDER<br />

Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />

Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />

Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />

Der Bundesverband eMobilität e.V. vernetzt die Akteure aus<br />

Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Politik und Medien<br />

miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung der<br />

Neuen Mobilität und unterstützt bei der Verbesserung der<br />

gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der<br />

Elektromobilität als nachhaltiges und zukunftsweisendes<br />

Mobilitätskonzept. »Die Einbindung unserer Mitglieder in<br />

die verschiedensten Aktionen, Veranstaltungen, Publikationen<br />

und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten<br />

Aufgaben im tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus<br />

sorgen wir dafür, dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander<br />

vernetzen, um über Branchengrenzen hinaus<br />

neue Kooperations- und Geschaftsmodelle für eine zeitnahe,<br />

sichtbare Neue Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl,<br />

BEM-Präsident.<br />

www.bem-ev.de // www.eMobileTicker.de<br />

eMobilityProvider<br />

Agentur für elektromobile Lösungen<br />

Castellan AG<br />

Innovation@Work<br />

TECHNISCHE LÖSUNGEN<br />

Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />

Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />

starken Wachstumsbranchen gehören. Es ist unverzichtbar,<br />

sich gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen<br />

der Elektromobilität zu stellen, um einen nachhaltigen<br />

Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu sichern. Diese<br />

Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme der innovativsten<br />

Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten und<br />

das kooperative Zusammenwirken aller beteiligten Akteure,<br />

sowie das Engagement jedes einzelnen Bürgers. Eine<br />

BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische und<br />

ökologische Herausforderung mit den Chancen der eMobilität<br />

und des Sustainability Developments und verankert diese<br />

nachhaltig in der Gesellschaft.<br />

Dafür ist Ihr Engagement und Ihre<br />

Unterstützung notwendig..!<br />

ComInMarket<br />

CPM<br />

Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Allgemein<br />

• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />

Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />

• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />

mit den relevanten Playern der Branche<br />

• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, Medien, anderen Verbänden,<br />

Forschungseinrichtungen und Instituten<br />

• Teilnahme an verschiedenen BEM-Veranstaltungen: BEM-<br />

Roundtable, BEM eStammtisch, Galaveranstaltungen, Konferenzen,<br />

Symposien u.a.<br />

• Imagefördernde Positionierung als Vorreiter, Innovationsträger<br />

und aktiver eMobilitätsplayer<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />

• Präsentation auf Veranstaltungen und Konferenzen<br />

• Zugang zu Fachkompetenz im Bereich Elektromobilität:<br />

kompetente Einführung in die Thematik der Neuen Mobilität<br />

für Ihre Kunden und Mitarbeiter<br />

• Zugang zu Partnerverbänden und Kooperationspartnern<br />

• Regionale Vernetzung über unsere Landesvertretungen in<br />

Bayern, Hessen, Mitteldeutschland, Baden-Württemberg,<br />

NRW und Norddeutschland<br />

• Professionelle Beratung, Unterstützung und wertvolle Netzwerkkontakte<br />

beim Aufbau Erster Elektrofahrzeug-Flotten<br />

• Sichtbare Einbindung in BEM eRoadshow und »Wir elektromobilisieren<br />

den Bundestag«<br />

Mediale Einbindung<br />

• Nutzung des Partnerlogos »Mitglied im BEM«<br />

• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />

und der XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Bezug der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> - das BEM-Fachmagazin<br />

• Sonderkonditionen bei Anzeigenschaltung bundesweiter<br />

Printmedien im Rahmen zahlreicher Medienkooperationen<br />

• Einbindung in die vom BEM versandten Pressemitteilungen<br />

• Regelmäßige Einbindung Ihrer Pressemitteilungen in den<br />

BEM-Medien und bundesweite mediale Aufmerksamkeit:<br />

eNewsletter, BEM eMobile-Ticker als iPhone App, BEM-<br />

Homepage, XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, Fachmagazin<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

• Kostenlose Teilnahme an Veranstaltungen und Kongressen<br />

über die Medienkooperationen vom BEM<br />

Politisches Netzwerk<br />

• Aktive Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />

Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität<br />

• Vernetzung mit politischen Entscheidungsträgern auf<br />

Regional-, Bundes- und EU-Ebene / Brüssel<br />

• Zugang zu den Experten im Parlamentarischen Beirat<br />

• Gemeinsame Stellungnahmen zu politischen Entscheidungen,<br />

Projekten und Gesetzgebungsverfahren<br />

• Nähe zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene<br />

IPM SYSTEM<br />

Effizienz durch Intelligenz<br />

KLEINER<br />

Wir denken Lösungen<br />

Politische Kernarbeit im BEM: Bundesparteitage, Ministerien, politische Hintergrundgespräche, Jury IKT II, Lenkungs- und<br />

Arbeitskreise, eMobile Talk, Frühstück bei Tiefensee, Europa-Sektion, EU-Repräsentanz in Brüssel mit Dr. Ingo Friedrich,<br />

Lebenswelt Elektromobilität, Delegationen, elektromobiles Spezialistennetzwerk, Legal Corner, Schaufenster, etc.<br />

Unsere Energie für Sie.<br />

C E T R A e - m o b i l i t y<br />

Mitgliedsbetreuung<br />

BEM eMobile Sandrine Ticker Frideres<br />

Jetzt im App-Store.<br />

Fon 030 8638 1874<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

www.bem-ev.de<br />

Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />

126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127


firmen-<br />

VERZEICHNIS<br />

Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />

an Sandrine Frideres vom BEM<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

BEM-Landesvertretungen<br />

EnBW Energie Baden-Württemberg AG<br />

Durlacher Allee 93 / 76131 Karlsruhe<br />

Tel.: +49 721 63-14476 / Fax: +49 721 63-15073<br />

s.wunnerlich@enbw.com / www.enbw.com<br />

Baden-Württemberg Monika Lauer & Reinhard Stück 4L - Beratung für KMU<br />

Mitteldeutschland Christian Grötsch, Torsten Hahmann & Christoph von Radowitz eContact<br />

Bayern Chaya Chatterjee & Manfred Hiemer e-mocom / NRW Sabine Hannert e-WOLF<br />

Hessen Susanne Weiß / Norddeutschland Florian Hempel & Bernd Repenning E-COLLECTiON<br />

Wir bewegen..<br />

Part of the<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Jetzt im App-Store.<br />

info@bem-ev.de<br />

www.bem-ev.de<br />

ENERGY | LiGHTiNG | MOBiLiTY<br />

EBG compleo GmbH<br />

An der Wethmarheide 17<br />

44536 Lünen<br />

info@ebg-compleo.de<br />

www.ebg-compleo.de<br />

www.deutschland-elektrisieren.de<br />

Am Sandtorkai 50<br />

20457 Hamburg<br />

+49 40 - 36 <strong>09</strong> 38 - 61<br />

ahoi@deutschland-elektrisieren.de<br />

eMobility<br />

Provider<br />

www.emobility-provider.de<br />

eMOBILITYPROVIDER<br />

Oranienplatz 5<br />

1<strong>09</strong>99 Berlin<br />

Fon 030 616 58 794<br />

info@emobility-provider.de<br />

TÜV SÜD AG<br />

Westendstr. 199<br />

80686 München<br />

info@tuev-sued.de<br />

www.tuev-sued.de<br />

Dr. Peter Bachmann<br />

Leiter des Teams New Mobility<br />

Noerr LLP<br />

peter.bachmann@noerr.com<br />

T +49 89 28628277<br />

www.noerr.com<br />

Wir bewegen die Zukunft!<br />

Ideen zur eMobilität gibt es in vielen Unternehmen.<br />

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung.<br />

Rufen Sie uns einfach an.<br />

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Telefon +49 (0)89 / 5 23 31 14<br />

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Ihr Ansprechpartner:<br />

Herr Tayfun Hatipoglu<br />

tayfun.hatipoglu@bridging-it.de<br />

BridgingIT GmbH<br />

Königstrasse 42<br />

70173 Stuttgart<br />

www.bridging-it.de<br />

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<br />

Reinhard Stück / 4L - Beratung für KMU<br />

www.4l-gruppe.de<br />

Lindenbadstraße 14<br />

72622 Nürtingen<br />

T +49 7022 5035 238<br />

M +49 16<strong>09</strong> 6069 978<br />

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128 Neue Mobilität Neue Mobilität 129


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Fax 030 8638 0866<br />

www.bem-ev.de<br />

magazin@bem-ev.de<br />

Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Redaktionsleitung<br />

Juliane Girke<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fon 030 8961 0800<br />

Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />

Sandrine Frideres<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Fon 030 8638 1874<br />

Mitarbeit<br />

Benjamin Carl Franke<br />

Alexander Böhm<br />

Klaus Bergerfurth<br />

Konzept, Layout & Druck<br />

CYMAGE MEDIA BERLIN<br />

Oranienplatz 5<br />

1<strong>09</strong>99 Berlin<br />

Fon 030 616 58 511<br />

Fax 030 616 58 526<br />

www.cymage-media.com<br />

agentur@cymage-media.com<br />

Layout, Satz, DTP, Grafik<br />

Monika Czerminska<br />

Christian Heep<br />

Falk Bege<br />

Druckerei<br />

primeline.print Berlin<br />

Auflage<br />

10.000 Stück<br />

BEM-Photograf<br />

Sebastian Knoth<br />

www.sebastian-knoth.com<br />

Titelbild /Cover<br />

Hessische Staatskanzlei<br />

Volker Bouffier<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>09</strong><br />

zur eCarTec<br />

Erscheinung Oktober 2012<br />

ISSN 2191-5636<br />

Ausgabe Januar 2013<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 10 zur E-World<br />

Anzeigenschluss 20.12.2012<br />

Für Anzeigenschaltungen gilt unsere<br />

Anzeigenpreisliste.<br />

Mediadaten, Stand 11/2012.<br />

www.neue-mobilitaet.info<br />

Parlamentarischer Beirat<br />

MdB Wolfgang Tiefensee, SPD,<br />

Beiratsvorsitzender<br />

MdL Markus Rinderspacher, SPD<br />

MdB Dr. Reinhard Brandl, CSU<br />

MdB Andreas Jung, CDU/CSU<br />

MdB Werner Simmling, FDP<br />

MdB Dr. Valerie Wilms<br />

Bündnis 90/Die Grünen<br />

ehem. MdA Volker Ratzmann<br />

Bündnis 90/Die Grünen<br />

MdL Ulrike Müller, FREIE WÄHLER<br />

Wissenschaftlicher Beirat<br />

Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />

Matthias Groher<br />

Tim Ruhoff<br />

Andreas Serra<br />

Dipl.-Ing. M.S. Tim Baack<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

Markus Emmert<br />

Dr. Mark Steffen Walcher<br />

Josef Maier<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Heiko Herchet<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />

Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. G. Friedrich<br />

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />

Dipl.-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />

Prof. Dr.-Ing. Gunter Schweiger<br />

BEM-Vorstand<br />

Kurt Sigl, Präsident<br />

Michael Hofmann, Finanzen<br />

Christian Heep, Marketing<br />

BEM-Berater<br />

Armin Henning, Politik<br />

Sven Hertel, Strategie<br />

Das BEM-Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> erscheint alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen, Interviews, Termine und Kommentare zum<br />

Themenspektrum Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />

© 20<strong>09</strong>-2012 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen Beiträgen<br />

liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von<br />

Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und Gewährleistung übernehmen.<br />

Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher,<br />

schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />

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