Umweltbericht 2015
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<strong>Umweltbericht</strong><br />
<strong>2015</strong>
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 3 <br />
Inhalt<br />
Vorwort ................................................................................................................ 5<br />
Umweltleitlinien ......................................................................................... 7<br />
Fluglärm .............................................................................................................. 11<br />
Basisinformationen .................................................................................................... 11<br />
Lärmbezogene Verkehrsstatistik ............................................................................. 15<br />
Fluglärmmessung ...................................................................................................... 31<br />
Fluglärmberechnung ................................................................................................ 37<br />
Verkehrslärm am Wohnort ...................................................................................... 37<br />
Fluglärmkommunikation ......................................................................................... 40<br />
Schallschutz ............................................................................................................... 43<br />
Flugspuren ................................................................................................................. 46<br />
Luftgüteüberwachung ....................................................................... 51<br />
Luftgütemessstelle ................................................................................................... 52<br />
Biomonitoring ............................................................................................................ 58<br />
Bienenmonitoring ..................................................................................................... 60<br />
Energie, Wasser und Abfall .......................................................... 63<br />
Klima und Energie ..................................................................................................... 63<br />
Klimaschutz ................................................................................................................ 66<br />
Wasser ......................................................................................................................... 70<br />
Abfall ........................................................................................................................... 77<br />
Flughafen-Landschaftspark ........................................................ 81<br />
Ansprechpartner ...................................................................................... 85<br />
Umweltdaten ............................................................................................................. 86<br />
Berichtsprofil ............................................................................................................. 88<br />
Impressum ................................................................................................................. 88
4 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 5<br />
←<br />
Vorwort<br />
Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
die Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH ist sich als Betreiberin der Flughäfen<br />
Schönefeld und Tegel sowie des<br />
künftigen Flughafens BER ihrer Verantwortung<br />
für die Umwelt bewusst.<br />
So leisten wir durch die Einsparung<br />
von Energie und den Austausch alter<br />
durch neue Technik einen Beitrag<br />
zum Klimaschutz. Zudem erzeugen<br />
wir mittlerweile rund die Hälfte der<br />
für die Flughäfen benötigten Energie<br />
in effizienten Erdgas-Blockheizkraftwerken<br />
vor Ort. Der darüber hinaus<br />
benötigte Strom stammt ausschließlich<br />
aus regenerativen Energiequellen.<br />
Um die Energiebilanz weiter zu verbessern,<br />
haben wir mit dem Austausch<br />
alter, energetisch ineffizienter<br />
Pumpen begonnen. Außerdem sanieren<br />
wir die Terminals des Flughafens<br />
Schönefeld energetisch in diesem Jahr,<br />
da sie über die Eröffnung des BER in<br />
Betrieb bleiben müssen, um die Passagierzahlen<br />
zu bewältigen.<br />
Damit auch unsere Mitarbeiter auf<br />
ihrem täglichen Weg von und zur<br />
Arbeit einen Beitrag zum Klimaschutz<br />
leisten können, bieten wir ihnen in<br />
Kooperation mit der BVG ein Firmenticket<br />
für den öffentlichen Nahverkehr<br />
an. Zudem versuchen wir die Kolleginnen<br />
und Kollegen im Rahmen von<br />
Aktionen dafür zu motivieren, auf das<br />
Rad umzusteigen. So treten unsere<br />
Mitarbeiter im Rahmen der „Mehrwert<br />
Berlin“ Initiative in diesem Sommer<br />
gegen Mitarbeiter aus sechs anderen<br />
öffentlichen Berliner Unternehmen<br />
bei der Aktion „Wer radelt am meisten?“<br />
gegeneinander an.<br />
Im letzten Jahr haben wir die Sanierung<br />
der Start- und Landebahn des<br />
Flughafens Schönefeld, der künftigen<br />
BER-Nordbahn, erfolgreich abgeschlossen.<br />
Der Flugbetrieb wurde in dieser<br />
Zeit über die zukünftige Südbahn des<br />
BER abgefertigt. Abgesehen von Starts<br />
bei Ostbetrieb wurden dazu bereits die<br />
zukünftigen An- und Abflugrouten genutzt.<br />
Wir haben die gesamte Zeit die<br />
Lärmbelastung entlang der Flugrouten<br />
ermittelt. Die gemessenen Maximalpegel<br />
lagen teilweise deutlich unter den<br />
vorausberechneten Werten, so dass<br />
wir unseren Nachbarn im Umfeld des<br />
zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg<br />
innerhalb der festgesetzten<br />
Schutzgebiete einen guten und ausreichend<br />
dimensionierten baulichen<br />
Schallschutz bieten. In Kindergärten,<br />
Altenheimen und Krankenhäusern<br />
in der Flughafenregion wurden viele<br />
Maßnahmen bereits umgesetzt.<br />
Mithilfe unseres Biomonitorings und<br />
einer stationären Messstelle zur Luftgüte-Messung<br />
konnten wir nachweisen,<br />
dass die Umwelt rund um den jetzigen<br />
Flughafen Schönefeld nicht stärker<br />
belastet ist als anderswo am Berliner<br />
Stadtrand. Die Ergebnisse kann die<br />
Öffentlichkeit tagesaktuell auf unserer<br />
Webseite abrufen. In diesem Jahr<br />
ergänzen wir unsere stationäre durch<br />
eine mobile Luftgüte-Messstelle. So<br />
können wir noch besser mögliche<br />
Schadstoffquellen auf dem Flughafengelände<br />
und in der Umgebung identifizieren,<br />
analysieren und beseitigen.<br />
Den Weg, den BER in Betrieb zu nehmen,<br />
werden wir weiterhin nachhaltig<br />
und im Dialog mit unseren Nachbar<br />
gestalten.<br />
Ihr<br />
Karsten Mühlenfeld<br />
Vorsitzender der Geschäftsführung<br />
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
6 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 7<br />
←<br />
Die Umweltleitlinien der<br />
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Das dynamische Wachstum des Luftverkehrs<br />
in der deutschen Hauptstadtregion<br />
wollen wir im Hinblick auf den<br />
Schutz von Anwohnern und Mitarbeitern,<br />
Umwelt und Klima verantwortlich<br />
gestalten.<br />
Die Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH (FBB) stellt durch die klare<br />
Regelung von Verantwortlichkeiten<br />
und Prozessen einen hohen Umweltstandard<br />
im Unternehmen sicher. Die<br />
FBB betreibt ein Umwelt- und Energiemanagementsystem,<br />
das zum Ziel hat,<br />
negative Wirkungen der betrieblichen<br />
Tätigkeit auf Umwelt und Klima kontinuierlich<br />
zu mindern und ihre Energieeffizienz<br />
fortlaufend zu verbessern.<br />
Umwelt- und Klimaschutz als Unternehmensziele<br />
Wir verstehen Umwelt- und Klimaschutz<br />
als Querschnittsaufgaben, zu<br />
denen jeder Mitarbeiter in seinem<br />
Handlungs- und Verantwortungsbereich<br />
beiträgt. Die Geschäftsführung<br />
und die Führungskräfte nehmen darüber<br />
hinaus das Engagement für Umwelt-<br />
und Klimaschutz als strategische<br />
Führungsaufgabe wahr. Potenziell<br />
negative Auswirkungen unternehmerischer<br />
Entscheidungen auf Umwelt<br />
und Klima werden bereits in der<br />
Grundlagenermittlung bzw. Vorplanung<br />
berücksichtigt und vermieden.<br />
Die umweltbezogene Rechtsetzung<br />
und behördliche Auflagen sind einzuhalten<br />
und sollen, soweit sinnvoll und<br />
möglich, übertroffen werden.<br />
Kontinuierliche Verbesserung unserer<br />
Umweltleistung und Energieeffizienz<br />
Durch den Einsatz moderner Technik,<br />
eine optimierte Betriebsführung und<br />
ein umweltbewusstes Nutzerverhalten<br />
verringern wir kontinuierlich den<br />
Verbrauch von Energie und Ressourcen.<br />
Wir setzen uns konkrete Ziele<br />
im Hinblick auf die Reduzierung des<br />
Energie- und Ressourcenverbrauchs<br />
sowie negativer Wirkungen auf die<br />
Umwelt. Wir überwachen, bewerten<br />
und dokumentieren kontinuierlich<br />
die sich aus der unternehmerischen<br />
Tätigkeit ergebenden negativen<br />
Umweltwirkungen sowie den Ressourcen-<br />
und Energieverbrauch. Wir<br />
ergreifen rechtzeitig weitere Schritte,<br />
falls das Erreichen der umwelt- und<br />
energiebezogenen Ziele gefährdet ist.<br />
Förderung des Umweltbewusstseins<br />
und Einbeziehung unserer Geschäftspartner<br />
Wir schulen und qualifizieren alle<br />
Mitarbeiter, damit jeder an seinem<br />
Arbeitsplatz einen Beitrag zum Schutz<br />
von Klima und Umwelt leisten kann.<br />
Airlines, Dienstleister und andere Geschäftspartner<br />
beziehen wir in unser<br />
Umwelt- und Energiemanagement ein.<br />
Information und Dialog<br />
Wir suchen einen offenen und sachlichen<br />
Dialog mit den verschiedenen<br />
Anspruchsgruppen der Flughafengesellschaft.<br />
Wir informieren die<br />
Öffentlichkeit regelmäßig über die<br />
Umweltauswirkungen und über unsere<br />
Anstrengungen zum Schutz von<br />
Umwelt und Klima.
8 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 9<br />
←<br />
Ein wirkungsvolles Lärmmanagement<br />
ist eine der zentralen Herausforderungen<br />
der Flughafengesellschaft.
10 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 11<br />
←<br />
Fluglärm<br />
Basisinformationen<br />
Wie kann man Lärm messen und berechnen?<br />
Bei der Empfindung von Geräuschen<br />
spielt es eine Rolle, ob der Hörende<br />
beispielsweise konzentriert arbeiten<br />
will, ein Konzert besucht oder sich<br />
ausruhen möchte. Ob ein Geräusch<br />
als Lärm empfunden wird, ist von der<br />
Situation, der Tätigkeit und persönlichen<br />
Vorlieben abhängig. Unangenehme,<br />
störende oder gar gesundheitsgefährdende<br />
Schallereignisse<br />
werden als Lärm bezeichnet.<br />
Der Mensch nimmt Geräusche durch<br />
vom Schall verursachte Luftdruckschwankungen<br />
am Ohr wahr. Ein<br />
direkter Rückschluss des gemessenen<br />
Schalldruckpegels auf die Geräuschempfindung<br />
ist dennoch nur eingeschränkt<br />
möglich. Grundsätzlich lässt<br />
sich sagen, dass ein Anstieg des Schalldruckpegels<br />
um 10 dB als doppelt so<br />
laut wahrgenommen wird. Das Ohr<br />
kann eine große Spanne von Schalldrücken<br />
verarbeiten. Das menschliche<br />
Hörfeld liegt etwa zwischen 0 und 120<br />
Dezibel.<br />
Die Hörempfindung ist aber nicht nur<br />
vom Schalldruck, sondern auch von<br />
der Frequenz des Schalls abhängig,<br />
weil das Geräusch je nach Frequenz<br />
unterschiedlich stark an das Innenohr<br />
weitergeleitet wird. Um Aussagen über<br />
die Wahrnehmung eines Schallereignisses<br />
treffen zu können, müssen<br />
daher die Frequenzzusammensetzung<br />
sowie weitere Faktoren des Schalls<br />
betrachtet werden. In Abhängigkeit<br />
von der Wahrnehmung bestimmter<br />
Frequenzen werden diese unterschiedlich<br />
gewichtet („bewertet“).<br />
Um den bewerteten Gesamtpegel<br />
zu kennzeichnen, wird der jeweils<br />
verwendete Frequenzfilter hinter der<br />
dB-Angabe in Klammern ergänzt, z. B.<br />
35 dB(A) bei Anwendung des A-Filters.<br />
Je nach Pegel des Gesamtgeräuschs<br />
kommen dabei unterschiedliche Filter<br />
zum Einsatz.<br />
Flugzeuge verursachen im näheren<br />
Umfeld von Flughäfen unregelmäßig<br />
Schallereignisse verschiedener<br />
Intensität. Deshalb sind bei der<br />
Erfassung der Lärmbelastung neben<br />
dem maximalen Pegel als wichtigster<br />
Einflussgröße auch die Dauer der<br />
Schallereignisse und deren Häufigkeit<br />
zu berücksichtigen. Im so genannten<br />
äquivalenten Dauerschallpegel (Leq)<br />
werden diese Faktoren zusammengefasst.<br />
Dabei werden die in einem<br />
bestimmten Zeitraum an einem Ort<br />
gemessenen Lärmereignisse in ein<br />
fiktives Dauergeräusch gleichen Energieinhalts<br />
umgerechnet. Nach dem<br />
Fluglärmgesetz in der Fassung vom<br />
31.10.2007 wird die Jahresbelastung<br />
durch die äquivalenten Dauerschallpegel<br />
(Leq) getrennt nach Tag- und<br />
Nachtzeitraum (6 – 22 Uhr/22 – 6 Uhr)<br />
ausgedrückt. Als Bezugszeit werden<br />
dazu die sechs verkehrsreichsten Monate<br />
des Jahres herangezogen.
→<br />
12 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Lautstärke<br />
Geräusche im Vergleich<br />
100 dB(A)<br />
100 dB(A)<br />
90 dB(A)<br />
90 dB(A)<br />
90 dB(A)<br />
90 dB(A)<br />
90 dB(A)<br />
80 dB(A)<br />
80 dB(A)<br />
80 dB(A)<br />
80 dB(A)<br />
70 dB(A)<br />
70 dB(A)<br />
70 dB(A)<br />
60 dB(A)<br />
60 dB(A)<br />
60 dB(A)<br />
50 dB(A)<br />
30 dB(A)<br />
20 dB(A)<br />
Presslufthammer (in 7 m Entfernung)<br />
Diskothek<br />
Güterzug 100 km/h (in 25 m Entfernung)<br />
schwerer Lkw 75 km/h (in 7,5 m Entfernung)<br />
Flugzeug bei Landung in 50 m Höhe in TXL: Kurt-Schumacher Platz*<br />
Benzinrasenmäher (in 2 m Entfernung)<br />
Motorrad (in 5 m Entfernung)<br />
ICE 250 km/h (in 25 m Entfernung)<br />
Bus 60 km/h (in 25 m Entfernung)<br />
Flugzeug bei Landung in 200 m Höhe<br />
in TXL: Spandauer Neustadt, Schäfersee / in SXF: Mahlow-Waldsiedlung, Bohnsdorf*<br />
Flugzeug bei Start in 400 m Höhe<br />
in TXL: HOKA-Siedlung, Reinickendorf Englisches Viertel / in SXF: Siedlung Hubertus*<br />
Pkw 60 km/h (in 25 m Entfernung)<br />
Flugzeug bei Landung in 700 m Höhe<br />
in TXL: Dallgow-Döberitz, Wartenberg / in SXF: Genshagen, Hessenwinkel*<br />
Flugzeug bei Start in 1.100 m Höhe<br />
in TXL: Falkenhagener Feld, Pankow-Heinersdorf / in SXF: Müggelheim, Diedersdorf*<br />
normales Gespräch (in 1 m Entfernung)<br />
Flugzeug bei Landung in 1.000 m Höhe<br />
in TXL: Wustermark, Altlandsberg / in SXF: Gröben, Grünheide*<br />
Flugzeug bei Start in 3.000 m Höhe<br />
in TXL: Ketzin / in SXF: Gröben, Grünheide*<br />
leises Radio (in 1 m Entfernung)<br />
tickender Wecker (in 1 m Entfernung)<br />
tropfender Wasserhahn (in 1 m Entfernung)<br />
Eine Steigerung des Schallpegels um 10 dB wird<br />
als Verdoppelung der Lautstärke wahrgenommen.<br />
*Ausgewertet wurden die hauptsächlich an den<br />
Flughäfen Tegel und Schönefeld verkehrenden<br />
Flugzeuge (A320-Familie und Boeing 737).<br />
Quelle: BDL, Stand: 2014<br />
(Flugzeuge eigene Auswertung)
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 13<br />
←<br />
Fluglärmmanagement<br />
Wie die FBB misst und berechnet<br />
FBB-Lärmmessstellen<br />
Windmessung<br />
Radar<br />
Verkehrsdaten<br />
FBB-Fluglärm-Server<br />
Prüfung der Messdaten<br />
und -ergebnisse<br />
Fluglärmmessdaten und<br />
Flugbewegungen online<br />
http://travisber.topsonic.aero<br />
Fluglärmberichte (Monats- und Jahresberichte,<br />
Berichte zu mobilen Messungen)<br />
Berechnung von Lärmkonturen<br />
Berechnungen für die Festsetzung<br />
lärmbezogener Start- und Landeentgelte<br />
http://travistxl.topsonic.aero<br />
Bearbeitung von<br />
Fluglärmbeschwerden<br />
http://nachbarn.berlin<br />
-airport.de
14 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 15<br />
←<br />
Lärmbezogene Verkehrsstatistik<br />
Flugbewegungen<br />
Mit 260.612 Starts und Landungen im<br />
Jahr <strong>2015</strong> ist die Zahl der Flugbewegungen<br />
an den Berliner Flughäfen<br />
Schönefeld und Tegel im Vergleich<br />
zum Vorjahr (252.522) um 3,2 Prozent<br />
gestiegen. Während sich die Zahl der<br />
Flugbewegungen am Flughafen Schönefeld<br />
gegenüber dem Vorjahr um<br />
8,3 Prozent steigerte, wurden am Flughafen<br />
Tegel 1,2 Prozent mehr Luftfahrzeuge<br />
abgefertigt.<br />
Betriebsrichtung<br />
Die vorherrschende Windrichtung<br />
<strong>2015</strong> war in Tegel wie in Schönefeld<br />
Westwind. An beiden Flughäfen<br />
starteten und landeten 72 Prozent<br />
der Flüge Richtung Westen und<br />
28 Prozent Richtung Osten. Im Vergleich<br />
zum Vorjahr ergab sich damit<br />
ein um 11 Prozent höherer Westwindanteil.<br />
Von den Starts und Landungen entfielen<br />
71 Prozent (184.457) auf Tegel und<br />
29 Prozent (76.153) auf Schönefeld. Das<br />
Verhältnis Tegel/Schönefeld ist damit<br />
im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich<br />
geblieben.<br />
Flugbewegungen <strong>2015</strong><br />
SXF: 29 % (76.153)<br />
TXL: 71 % (184.457)
→<br />
16 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Flugbewegungen<br />
nach Lärmklassen<br />
Die Zahl eingesetzter Flugzeuge, die<br />
besonders hohe Lärmimmissionen<br />
verursachen, ist in den vergangenen<br />
fünf Jahren an den Flughäfen Tegel<br />
und Schönefeld deutlich zurückgegangen.<br />
So hat sich die Zahl der<br />
Flugbewegungen der Lärmklasse 4<br />
seit 2011 am Flughafen Schönefeld<br />
halbiert. Am Flughafen Tegel ist sie in<br />
den Lärmklassen 4 und 5 auf ca. ein<br />
Drittel des Ausgangswertes gesunken.<br />
hören, am Flughafen Tegel deutlich<br />
zu. Am Flughafen Schönefeld blieb<br />
sie in etwa auf gleichem Niveau. Die<br />
Entwicklung am Flughafen Tegel geht<br />
wohl zur Hälfte darauf zurück, dass<br />
lauteres Fluggerät (Lärmklasse 4)<br />
durch modernere Maschinen (Lärmklasse<br />
3) ersetzt wurde. Die andere<br />
Hälfte des Anstiegs in Lärmklasse 3<br />
ist auf den allgemeinen Anstieg der<br />
Verkehrszahlen zurückzuführen.<br />
Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl<br />
der Flugbewegungen von Maschinen,<br />
die der leiseren Lärmklasse 3 ange-<br />
Am Flughafen Schönefeld ergab sich<br />
hingegen eine leichte Steigerung der<br />
Flugbewegungen der Lärmklasse 5, die<br />
Flugbewegungen nach Lärmklassen – Flughafen Schönefeld<br />
Lärmklasse 2011 2012 2013 **2014 **<strong>2015</strong> <strong>2015</strong><br />
1 (bis 70,9 dB(A)) 9.351 9.485 9.273 10.316 9.531 6.565<br />
2 (71 bis 73,9 dB(A)) 4.446 5.275 5.006 5.224 5.155 7.521<br />
3 (74 bis 76,9 dB(A)) 57.889 55.245 49.468 52.713 60.316 43.908<br />
4 (77 bis 79,9 dB(A)) 1.677 1.580 1.356 1.066 931 17.832<br />
5 (80 bis 84,9 dB(A)) 193 190 185 153 228 335<br />
6 (85 bis 89,9 dB(A)) 8 0 10 8 4 4<br />
7 (ab 90 dB(A)) 14 0 4 6 4 4<br />
Summe Flugbewegungen* 73.578 71.775 65.302 69.486 76.169 76.169<br />
* Aus technischen Gründen können geringfügige Abweichungen von der Verkehrsstatistik auftreten.<br />
** Nach Lärmklasseneinteilung 2011 – 2013
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 17<br />
←<br />
Flugbewegungen nach Lärmklassen<br />
Zahl der lauten Flieger nimmt ab<br />
Lärmklasse<br />
Lärmklasse 1<br />
bis 70,9 dB(A)<br />
Lärmklasse 2<br />
71 bis 73,9 dB(A)<br />
Lärmklasse 3<br />
74 bis 76,9 dB(A)<br />
Flugbewegungen<br />
2011 <strong>2015</strong>*<br />
13.143 14.964<br />
16.774 26.791<br />
188.403 210.857<br />
Lärmklasse 4<br />
77 bis 79,9 dB(A)<br />
22.931 Flugbewegungen 2011<br />
7.294 Flugbewegungen <strong>2015</strong>*<br />
Lärmklasse 5<br />
80 bis 84,9 dB(A)<br />
1.693 Flugbewegungen 2011<br />
716 Flugbewegungen <strong>2015</strong>*<br />
Lärmklasse 6<br />
85 bis 89,9 dB(A)<br />
8 Flugbewegungen 2011<br />
6 Flugbewegungen <strong>2015</strong>*<br />
Lärmklasse 7<br />
ab 90 dB(A)<br />
18 Flugbewegungen 2011<br />
6 Flugbewegungen <strong>2015</strong>*<br />
* Im Jahr 2014 wurden die Lärmklassen neu festgesetzt. Zu Vergleichszwecken<br />
wurde die Anzahl der Flugbewegungen der Lärmklassen im Jahr <strong>2015</strong> anhand<br />
der Lärmklasseneinteilung 2011 – 2013 ermittelt.
→<br />
18 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
fast ausschließlich durch den Einsatz<br />
des Flugzeugmusters McDonnell Douglas<br />
MD-82 bei Charterflügen der Airline<br />
Bulgarian Air Charter bedingt ist.<br />
Die am Flughafen Schönefeld im Jahr<br />
<strong>2015</strong> durchgeführten Hilfsflüge, die zu<br />
vier Flugbewegungen der Lärmklassen<br />
6 und 7 führten, stellen unvermeidliche<br />
Ausnahmen dar.<br />
Mit Blick auf die Entwicklung des<br />
Dauerschallpegels über die Jahre 2011<br />
bis <strong>2015</strong> am Flughafen Tegel lässt sich<br />
feststellen, dass die Verbesserungen<br />
durch den Einsatz leiseren Fluggeräts<br />
durch den Anstieg der Flugbewegungen<br />
wieder aufgezehrt wurden,<br />
sodass die Dauerschallpegel in den<br />
vergangenen Jahren in etwa konstant<br />
geblieben sind.<br />
Im Jahr <strong>2015</strong> wurden die Entgelte für<br />
die Lärmklassen 6 und 7 deutlich erhöht.<br />
Außerdem erfolgte eine Anpassung<br />
der Entgelte der Flughäfen Tegel<br />
und Schönefeld. Bereits im Jahr 2014<br />
erfolgten Neugruppierungen für verschiedene<br />
Flugzeugtypen in höhere<br />
Lärmklassen. Dadurch erhöht sich der<br />
Druck auf die Airlines, speziell in den<br />
Nachtzeiträumen leisere Flugzeuge<br />
einzusetzen. Aus den Anpassungen<br />
resultieren starke Änderungen der<br />
Lärmklassenstatistik, die für die<br />
Jahre 2014 und <strong>2015</strong> zu Vergleichszwecken<br />
auf die Lärmklassen 2011 – 2013<br />
zurück gerechnet wurden. In der<br />
letzten Spalte der voran stehenden Tabellen<br />
"Flugbewegungen nach Lärmklassen"<br />
ist die aktuelle Einteilung der<br />
Lärmklassen angegeben.<br />
Flugbewegungen nach Lärmklassen – Flughafen Tegel<br />
Lärmklasse 2011 2012 2013 **2014 **<strong>2015</strong> <strong>2015</strong><br />
1 (bis 70,9 dB(A)) 3.792 2.696 2.104 1.877 5.433 7.154<br />
2 (71 bis 73,9 dB(A)) 12.328 11.770 11.612 14.966 21.636 22.385<br />
3 (74 bis 76,9 dB(A)) 130.514 141.735 154.467 158.499 150.541 116.181<br />
4 (77 bis 79,9 dB(A)) 21.254 13.947 6.152 6.425 6.363 33.246<br />
5 (80 bis 84,9 dB(A)) 1.500 963 432 416 488 5.491<br />
6 (85 bis 89,9 dB(A)) 0 0 2 2 2 6<br />
7 (ab 90 dB(A)) 4 2 0 0 2 2<br />
Summe Flugbewegungen* 169.392 171.113 174.769 182.185 184.465 184.465<br />
* Aus technischen Gründen können geringfügige Abweichungen von der Verkehrsstatistik auftreten.<br />
** Nach Lärmklasseneinteilung 2011 – 2013
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 19<br />
←<br />
Lärmbezogene<br />
Start- und Landeentgelte <strong>2015</strong><br />
Startentgelt<br />
Lärmklassen<br />
Landeentgelt<br />
bis 70,9 dB(A)<br />
50 € 50 €<br />
71 bis 73,9 dB(A)<br />
62 € 62 €<br />
74 bis 76,9 dB(A)<br />
80 € 80 €<br />
77 bis 79,9 dB(A)<br />
125 € 125 €<br />
515 € 80 bis 84,9 dB(A) 515 €<br />
3.000 € 85 bis 89,9 dB(A)<br />
3.000 €<br />
7.500 € ab 90 dB(A)<br />
7.500 €<br />
Die Lärmentgelte werden in Tegel und Schönefeld in gleicher Höhe fällig.
→<br />
20 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Effizienz im Luftverkehr<br />
an den Flughäfen Schönefeld und Tegel<br />
durchschnittliche Auslastung der in<br />
Tegel abgefertigten Luftfahrzeuge blieb<br />
gegenüber dem Vorjahr konstant (114).<br />
Die Luftfracht spielt in Berlin eine<br />
vergleichsweise untergeordnete<br />
Rolle. So wurden im Jahr <strong>2015</strong> an den<br />
Berliner Flughäfen Schönefeld und<br />
Tegel etwa 43.000 Tonnen Luftfracht<br />
umgeschlagen. Die Zahl bewegt sich<br />
damit auf Vorjahresniveau.<br />
Die Flugzeuge von und nach Berlin sind immer besser ausgelastet<br />
Im Jahr <strong>2015</strong> wurden insgesamt<br />
29.531.464 Passagiere an den Berliner<br />
Flughäfen Schönefeld und Tegel abgefertigt.<br />
Die Auslastung der Luftfahrzeuge<br />
in Schönefeld stieg im Jahr <strong>2015</strong><br />
von 104 auf 112 Passagiere pro Luftfahrzeug<br />
gegenüber dem Vorjahr. Die<br />
Insgesamt hat sich die Effizienz des<br />
Berliner Luftverkehrs in den vergangenen<br />
Jahren deutlich erhöht. Während<br />
das Passagieraufkommen seit 2006 um<br />
60 Prozent zunahm, stieg die Zahl der<br />
Flugbewegungen nur um vier Prozent.<br />
Die Flugzeuge wurden in diesem Zeitraum<br />
größer und leiser, die Auslastung<br />
der einzelnen Flugzeuge stieg.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 21<br />
←<br />
Immer effizienter:<br />
Berlins Luftverkehr<br />
Passagiere<br />
2006<br />
100 %<br />
<strong>2015</strong><br />
160 %<br />
Flugbewegungen<br />
2006<br />
100 %<br />
<strong>2015</strong><br />
104 %
22 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 23<br />
←<br />
Kienitzberg: Eine der 25 stationären Messstellen.<br />
Links: Das FBB Messmobil in Erkner.<br />
Fluglärmmessung<br />
Stationäre Messstellen<br />
Flughäfen sind vom Gesetzgeber dazu<br />
verpflichtet, auf dem Flughafen und<br />
in dessen Umgebung Messstellen<br />
zur Dokumentation des Fluglärms<br />
zu betreiben. Die Flughafen Berlin<br />
Brandenburg GmbH (FBB) hat zu<br />
diesem Zweck in der Umgebung<br />
der Flughäfen Schönefeld und Tegel<br />
insgesamt 25 stationäre Messstellen<br />
installiert (Stand 31.12.<strong>2015</strong>). Anlässlich<br />
der vorübergehenden Inbetriebnahme<br />
der Südbahn des BER wurden <strong>2015</strong> die<br />
Messstellen Waltersdorf, Kiekebusch<br />
und Dahlewitz in Betrieb genommen.<br />
Die Messergebnisse werden monatlich<br />
an die zuständigen Behörden und<br />
die Fluglärmkommission übermittelt<br />
sowie im Internet veröffentlicht.<br />
http://www.berlin-airport.de/de/<br />
nachbarn/fluglaerm-undflugrouten/fluglaerm/index.php<br />
Standorte<br />
Die Standorte der stationären Messstationen<br />
werden in Absprache mit<br />
der Fluglärmkommission festgelegt, in<br />
der die Anrainergemeinden vertreten<br />
sind. Grundsätzlich werden Messstellen<br />
entlang der An- und Abflugrouten<br />
und in Wohngebieten platziert, die<br />
von Fluglärm betroffen sind. Bei der<br />
Auswahl der Standorte werden andere<br />
Lärmquellen wie Hauptverkehrsstraßen<br />
oder Bahnlinien gemieden, die<br />
zu einer Verfälschung der Ergebnisse<br />
führten. Die Messdaten werden einmal<br />
täglich von den Messstellen abgerufen<br />
und den Flugbewegungen auf Basis<br />
der Radardaten der Deutschen Flugsicherung<br />
zugeordnet. Die Zuordnung<br />
der Lärmereignisse zu den Flugbewegungen<br />
erfolgt zunächst automatisch.<br />
Nicht vom Flugverkehr verursachte<br />
Lärmereignisse werden manuell aus<br />
der Statistik entfernt. Hinzugezogen<br />
werden Wetterdaten, um eine Verfälschung<br />
der Messergebnisse, beispielsweise<br />
durch starken Wind, zu vermeiden.<br />
Schließlich werden die Verteilung<br />
der Einzel- und Dauerschallpegel sowie<br />
weitere akustische Kenndaten berechnet.<br />
Durch diese Form der Fluglärmüberwachung<br />
ist die FBB in der Lage,<br />
Auskunft über die Lärmimmissionen<br />
jeder Flugbewegung zu geben und die<br />
Entwicklung der Fluglärmsitua tion<br />
verlässlich und kontinuierlich zu<br />
dokumentieren. Die Daten werden<br />
insbesondere für die Berechnung der<br />
lärmbezogenen Start- und Landeentgelte<br />
sowie für die Bearbeitung von<br />
Beschwerden herangezogen.
→<br />
24 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Messstellen Schönefeld<br />
Tempelhof-Schöneberg<br />
02<br />
Bohnsdorf, Waldstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 76 dB(A), Landungen: 78 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 68 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 700 m<br />
09 Bohnsdorf, Fließstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 74 dB(A), Landungen: 70 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 68 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 300 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 800 m<br />
03<br />
04<br />
05<br />
06<br />
07<br />
08<br />
Waßmannsdorf, Dorfstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 78 dB(A), Landungen: 68 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 200 m, Landungen: ca. 10 m<br />
Selchow, Glasower Straße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 73 dB(A), Landungen: 66 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 67 dB(A), Landungen: 63 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 400 m, Landungen: ca. 60 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 100 m, Landungen: ca. 20 m<br />
Siedlung Hubertus<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 78 dB(A), Landungen: 84 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 67 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 500 m, Landungen: ca. 100 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 600 m<br />
Waltersdorf, Siedlung<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 71 dB(A), Landungen: 63 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 75 dB(A), Landungen: 63 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 750 m, Landungen: ca. 300 m<br />
Blankenfelde, Glasower Damm<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 74 dB(A), Landungen: 71 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 64 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 300 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 500 m<br />
Mahlow, Waldsiedlung<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 76 dB(A), Landungen: 81 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 63 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 300 m<br />
11<br />
12<br />
13<br />
14<br />
15<br />
16<br />
Karolinenhof, Schappachstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 73 dB(A), Landungen: 68 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 71 dB(A), Landungen: 60 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 900 m, Landungen: ca. 400 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 1.100 m, Landungen: ca. 500 m<br />
Karolinenhof, Pretschener Weg<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 67 dB(A), Landungen: 59 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 65 dB(A), Landungen: 72 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 1.000 m, Landungen: ca. 400 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 1.100 m, Landungen: ca. 400 m<br />
Schulzendorf, Waldstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 67 dB(A), Landungen: 57 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 70 dB(A), Landungen: 77 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 300 m<br />
Waltersdorf, Berliner Straße<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 76 dB(A), Landungen: 80 dB(A)<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 500 m, Landungen: ca. 100 m<br />
Blankenfelde, Am Kienitzberg<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 63 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 81 dB(A), Landungen: 84 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 600 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 350 m, Landungen: ca. 60 m<br />
Dahlewitz, Schule<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 77 dB(A), Landungen: 64 dB(A)<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m<br />
17<br />
18<br />
Blankenfelde, Am Bruch<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 64 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 70 dB(A), Landungen: 79 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 900 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 200 m<br />
18<br />
Diedersdorf, Dorfstraße<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 68 dB(A), Landungen: 69 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 1.200 m, Landungen: ca. 500 m<br />
Lichtenra<br />
Bl<br />
M
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 25<br />
←<br />
Neukölln<br />
Köpenick<br />
Rudow<br />
Wendenschloss<br />
Müggelheim<br />
19<br />
Bohnsdorf<br />
de<br />
09<br />
11<br />
ahlow<br />
07<br />
08 04<br />
03<br />
Schönefeld<br />
SXF<br />
BER<br />
21<br />
02<br />
05 06<br />
13<br />
14<br />
Schulzendorf<br />
Karolinenhof<br />
Eichwalde<br />
Zeuthen<br />
12<br />
15<br />
ankenfelde<br />
17<br />
16<br />
Wildau<br />
19<br />
21<br />
Müggelheim, Eppenbrunner Weg<br />
mittlerer Maximalpegel Nordbahn<br />
Starts: 70 dB(A), Landungen: 72 dB(A)<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 69 dB(A), Landungen: 57 dB(A)<br />
Überflughöhen Nordbahn<br />
Starts: ca. 1.100 m, Landungen: ca. 500 m<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 1.200 m, Landungen: ca. 500 m<br />
Kiekebusch<br />
mittlerer Maximalpegel Südbahn<br />
Starts: 66 dB(A), Landungen: 63 dB(A)<br />
Überflughöhen Südbahn<br />
Starts: ca. 300 m, Landungen: ca. 50 m<br />
Karte 1
26 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Messstellen Tegel<br />
42<br />
TXL<br />
45 48<br />
49<br />
47<br />
41<br />
43
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 27<br />
←<br />
41<br />
42<br />
43<br />
Recklinghauser Weg<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 72 dB(A), Landungen: ca. 74 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 60,0 dB(A), Nacht: 51,2 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 900 m, Landungen: ca. 300 m<br />
Wasserwerk, Am Jagen<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 80 dB(A), Landungen: ca. 86 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 66,4 dB(A), Nacht: 58,0 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 400 m, Landungen: ca. 80 m<br />
Lynarstraße<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 76 dB(A), Landungen: ca. 77 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 62,2 dB(A), Nacht: 53,4 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 200 m<br />
45<br />
47<br />
48<br />
49<br />
Seidelstraße<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 64 dB(A), Landungen: ca. 62 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 51,5 dB(A), Nacht: 44,1 dB(A)<br />
Oxforder Straße<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 78 dB(A), Landungen: ca. 66 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 60,6 dB(A), Nacht: 50,1 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 500 m, Landungen: ca. 100 m<br />
Schwartzstraße<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 76 dB(A), Landungen: ca. 77 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 62,7 dB(A), Nacht: 54,1 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 200 m<br />
Meteorstraße<br />
Mittlerer Maximalpegel<br />
Starts: ca. 83 dB(A), Landungen: ca. 91 dB(A)<br />
Dauerschallpegel<br />
Tag: 71,1 dB(A), Nacht: 63,0 dB(A)<br />
Überflughöhen<br />
Starts: ca. 300 m, Landungen: ca. 40 m<br />
Karte 2
→<br />
28 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Mobile Messungen<br />
An Standorten, die keine dauerhafte<br />
Installation einer Messstelle rechtfertigen,<br />
führt die FBB mobile Messungen<br />
durch, bei denen in der Regel über<br />
einen Monat die Fluglärmereignisse<br />
aufgezeichnet werden. Im Hinblick auf<br />
die Lärmmesstechnik entspricht die<br />
Anlage den Anforderungen stationärer<br />
Messstellen. Das Messmobil wird auf<br />
Bitten der Fluglärmkommission oder<br />
der Gemeinden bzw. der Anregung<br />
Betroffener folgend eingesetzt. Durch<br />
wiederholte Messungen an gleichen<br />
Standorten dokumentiert das Unternehmen<br />
die Veränderung der Fluglärmbelastung<br />
über einen längeren<br />
Zeitraum. Auch bei der Festlegung<br />
von Flugrouten dienen Mehrfachmessungen<br />
mit der mobilen Messstelle der<br />
Dokumentation von Veränderungen.<br />
Aufgrund der Sanierung der Nordbahn<br />
wurde <strong>2015</strong> rund sechs Monate<br />
lang die Südbahn des BER in Betrieb<br />
genommen. Neben stationären Messungen<br />
in Verlängerung der Südbahn<br />
wurde auch an 12 Standorten entlang<br />
den Flugstrecken der Südbahn mobil<br />
gemessen. In der Karte sind die BER-<br />
Flugrouten eingezeichnet.<br />
Im Zusammenhang mit der diskutierten<br />
„Nordumfliegung“ von Mahlow<br />
in den Nachtstunden erfolgte eine so<br />
genannte Nullmessung in Mahlow-<br />
Nord (Roter Dudel), um die Vorbelastung<br />
des Gebiets ohne Fluglärm zu<br />
dokumentieren. Im Anflugbereich des<br />
Flughafens Tegel wurde <strong>2015</strong> das Fluglärmmobil<br />
in Pankow eingesetzt.<br />
Die detaillierten Berichte der mobilen<br />
Messungen sind online veröffentlicht.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 29<br />
←<br />
Karte 3<br />
01<br />
Roter Dudel<br />
06<br />
Pankow<br />
11<br />
Grünheide<br />
2010<br />
02<br />
Eichwalde<br />
07<br />
Wietstock<br />
12<br />
Groß Kienitz<br />
2011<br />
03<br />
Jühnsdorf<br />
08<br />
Ludwigsfelde-Süd<br />
13<br />
Rotberg<br />
2012<br />
04<br />
Erkner-Süd<br />
09<br />
Gosen<br />
14<br />
Rangsdorf<br />
2013<br />
05<br />
Groß Schulzendorf<br />
10<br />
Selchow-Süd<br />
Flugrouten BER<br />
2014<br />
<strong>2015</strong>
30 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 31<br />
←<br />
Fluglärmmessung<br />
Schönefeld<br />
In Schönefeld wurden im Jahr <strong>2015</strong><br />
5.828 Luftfahrzeuge mehr abgefertigt<br />
als im Vorjahr. Damit näherten sich<br />
die Verkehrszahlen dem Wert des<br />
Jahres 2010. Die Zunahme der Flugbewegungen<br />
erfolgte ausschließlich im<br />
Tagzeitraum.<br />
Eine Entwicklung des Jahres-Dauerschallpegels<br />
kann für das Jahr<br />
<strong>2015</strong> nicht ausgewiesen werden, da<br />
aufgrund der Sanierung der Nordbahn<br />
der Verkehr im Zeitraum vom<br />
2. Mai bis 23.Oktober auf der Südbahn<br />
abgewickelt wurde. Die für den Jahres-<br />
Dauerschallpegel heranzuziehenden<br />
verkehrsreichsten sechs Monate verteilen<br />
sich im Jahr <strong>2015</strong> auf beide Bahnen.<br />
Diese von der Lärmbelastung her<br />
gemischten Pegel sind nicht mit den<br />
Vorjahren vergleichbar. Aus diesem<br />
Grund sind in den Tabellen im Datenteil<br />
des Fluglärmberichtes neben dem<br />
Ganzjahres-Dauerschallpegel auch die<br />
Dauerschallpegel für den Zeitraum<br />
der Nordbahnnutzung und Südbahnnutzung<br />
separat ausgewiesen.<br />
Entwicklung der Verkehrszahlen Schönefeld 2011 – <strong>2015</strong><br />
70.000<br />
68.000<br />
Verkehr Tagzeitraum Verkehr Nachtzeitraum<br />
66.000<br />
64.000<br />
62.000<br />
60.000<br />
58.000<br />
56.000<br />
54.000<br />
52.000<br />
50.000<br />
…<br />
9.000<br />
8.800<br />
8.600<br />
8.400<br />
8.200<br />
8.000<br />
7.800<br />
7.600<br />
7.400<br />
7.200<br />
7.000<br />
2011 2012<br />
2013 2014<br />
<strong>2015</strong><br />
Nächtliche Flugbewegungen Schönefeld<br />
1200<br />
1000<br />
800<br />
600<br />
400<br />
200<br />
0<br />
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov<br />
<strong>2015</strong> 2014 2013 2012 2011<br />
Dez
→<br />
32 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Nordbahnsanierung verändert Fluglärmkonturen<br />
Südbahnbetrieb: Veränderte Fluglärmbelastung bei<br />
Flugrichtung Ost. Dargestellt ist die Differenz der<br />
berechneten Tages-Dauerschallpegel.<br />
Karte 4<br />
5 dB<br />
Südbahnbetrieb: Veränderte Fluglärmbelastung bei<br />
Flugrichtung West. Dargestellt ist die Differenz der<br />
berechneten Tages-Dauerschallpegel.<br />
Karte 5<br />
5 dB<br />
Südbahnbetrieb<br />
Schönefeld<br />
Aufgrund der Sanierung und der daraus<br />
folgenden Schließung der Nordbahn<br />
wurde vom 2. Mai bis zum<br />
23. Oktober am Flughafen Schönefeld<br />
die Südbahn des BER genutzt. Da die<br />
Südbahn in einem Abstand von<br />
1900 Metern zur Nordbahn liegt, ergaben<br />
sich im Nahbereich des Flughafens<br />
Schönefeld im Hinblick auf den<br />
Fluglärm Veränderungen der Be- und<br />
Entlastung verschiedener Bereiche. Im<br />
Zeitraum der Südbahnnutzung wurden<br />
mit Ausnahme der Starts in Richtung<br />
Osten bereits die Flugstrecken<br />
des BER genutzt. Die Flugstrecken in<br />
Richtung Osten wurden durch einen<br />
Linksschwenk direkt nach dem Start<br />
auf die bestehenden Flugstrecken der<br />
Nordbahn geführt, so dass ab Karolinenhof<br />
wie bislang geflogen wurde.<br />
Die Flugstrecken beider Bahnen und<br />
die berechnete Differenz der Fluglärmbelastung<br />
(Dauerschallpegel) sind für<br />
beide Betriebsrichtungen getrennt<br />
in den Karten 4 und 5 dargestellt. Die<br />
Isophonen sind hierbei in Differenzen<br />
von 5dB dargestellt, wobei der Bereich<br />
von -5 bis 5 dB keine Färbung hat.<br />
Durch die bei Westbetrieb erfolgte Abkurvung<br />
in Richtung Süden ergeben<br />
sich hier die größeren Differenzen.<br />
Im Nahbereich der Start- und Landebahnen<br />
ergeben sich Differenzen bis<br />
zu 20 dB. Bei Ostbetrieb ergibt sich für<br />
den Bereich westlich von Schulzendorf<br />
und Bohnsdorf ein ähnliches Bild.<br />
Östlich dieser Linie ist die Fluglärmbelastung<br />
von der Bahnnutzung unabhängig.<br />
In den Karten 4 und 5 sind zusätzlich<br />
die festen Messstellen der Fluglärmüberwachungsanlage<br />
des Flugha-
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 33<br />
←<br />
Tages-Dauerschallpegel<br />
65<br />
<strong>2015</strong> Nordbahn 2014 <strong>2015</strong> Südbahn<br />
Leq [dB(A)]<br />
60<br />
55<br />
50<br />
45<br />
40<br />
35<br />
30<br />
Waßmannsdorf<br />
Diedersdorf<br />
Bohnsdorf/<br />
Waldstraße<br />
Bohnsdorf/<br />
Fließstraße<br />
Siedlung<br />
Hubertus<br />
Blankenfelde/<br />
Glasower Damm<br />
Mahlow/<br />
Waldsiedlung<br />
Müggelheim<br />
Selchow<br />
Siedlung<br />
Waltersdorf<br />
Karolinenhof Süd<br />
Schulzendorf<br />
Waltersdorf<br />
Kienitzberg<br />
Dahlewitz<br />
Blankenfelde Süd<br />
Kiekebusch<br />
Nacht-Dauerschallpegel<br />
65<br />
<strong>2015</strong> Nordbahn 2014 <strong>2015</strong> Südbahn<br />
Leq [dB(A)]<br />
60<br />
55<br />
50<br />
45<br />
40<br />
35<br />
30<br />
Waßmannsdorf<br />
Diedersdorf<br />
Bohnsdorf/<br />
Waldstraße<br />
Bohnsdorf/<br />
Fließstraße<br />
Siedlung<br />
Hubertus<br />
Blankenfelde/<br />
Glasower Damm<br />
Mahlow/<br />
Waldsiedlung<br />
Müggelheim<br />
Selchow<br />
Siedlung<br />
Waltersdorf<br />
Karolinenhof Süd<br />
Schulzendorf<br />
Waltersdorf<br />
Kienitzberg<br />
Dahlewitz<br />
Blankenfelde Süd<br />
Kiekebusch<br />
Karolinenhof Nord<br />
Messstellen Hauptbelastung bei Nordbahnbetrieb<br />
Messstellen Hauptbelastung bei Südbahnbetrieb<br />
Karolinenhof Nord<br />
Messstellen Hauptbelastung bei Nordbahnbetrieb<br />
Messstellen Hauptbelastung bei Südbahnbetrieb<br />
fens Schönefeld eingezeichnet. Mit<br />
Ausnahme der Messstellen 4, 6 und 11<br />
lassen sich sie Fluglärmereignisse aller<br />
Messstellen eindeutig einer Start-/<br />
Landebahn zuordnen. Die Messstellen<br />
Waßmannsdorf und Diedersdorf<br />
erfassen keinen Fluglärm der Südbahn<br />
und wurden während des Südbahnbetriebs<br />
abgeschaltet. Die Messstellen<br />
Waltersdorf, Kiekebusch und Dahlewitz<br />
im An-/Abflug der Südbahn<br />
wurden nur während des Südbahnbetriebs<br />
betrieben.<br />
Die Dauerschallpegel der Zeiträume<br />
Nordbahnbetrieb und Südbahnbetrieb<br />
sind in den oben dargestellten Diagrammen<br />
mit den Jahres-Dauerschallpegeln<br />
aus dem Jahr 2014 verglichen.<br />
Hierbei sind die Messstellen nach<br />
Bahnbezug sortiert. Die Messungen<br />
stimmen mit den berechneten Differenzen<br />
überein. So liegt der Dauerschallpegel<br />
von 62,6 dB(A) an der<br />
Messstelle Kienitzberg bei Nutzung<br />
der Südbahn um 16,4 dB höher als bei<br />
Nordbahnbetrieb. Umgekehrt liegt an<br />
der Messstelle Mahlow/Waldsiedlung<br />
mit 17,5 dB die höchste Differenz der<br />
Messstellen bei Nordbahnnutzung vor.<br />
Bei den nächtlichen Dauerschallpegeln<br />
ergibt sich ein ähnliches Bild.
→<br />
34 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
An den Messstellen der Nordbahn<br />
ergibt sich bei Nordbahnbetrieb eine<br />
leichte Steigerung der Dauerschallpegel<br />
im Vergleich zum Jahr 2014. Die<br />
Steigerung ist hauptsächlich auf das<br />
starke Verkehrswachstum in den Monaten<br />
November und Dezember zurückzuführen.<br />
Für den Nachtzeitraum<br />
gilt das Gegenteil, da die nächtlichen<br />
Flugbewegungen im Jahr <strong>2015</strong> gleich<br />
geblieben sind, hier jedoch nicht die<br />
sechs verkehrsreichsten Monate betrachtet<br />
werden.<br />
Tages-Dauerschallpegel Karolinenhof Nord<br />
Leq [dB(A)]<br />
55<br />
54<br />
53<br />
52<br />
51<br />
50<br />
49<br />
48<br />
47<br />
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov<br />
Dez<br />
8.000<br />
7.000<br />
6.000<br />
5.000<br />
4.000<br />
3.000<br />
2.000<br />
1.000<br />
0<br />
Flugbewegungen<br />
Die Messstelle 11 in Karolinenhof ist<br />
durch den Flugbetrieb auf beiden Bahnen<br />
betroffen. Unterschiede ergeben<br />
sich jedoch nur bei Westbetrieb, da<br />
die in östlicher Richtung startenden<br />
Flugzeuge in Karolinenhof bereits<br />
die gleiche Route nutzen. Dies kann<br />
relativ gut an den im Diagramm rechts<br />
oben dargestellten Monats-Dauerschallpegeln<br />
nachvollzogen werden.<br />
Für das Jahr 2014 (grau) schwanken<br />
die Dauerschallpegel zwischen 50,4<br />
und 52,9 dB(A), je nachdem, welche<br />
Betriebsrichtung überwiegt. In den<br />
Monaten Mai bis Oktober (Südbahnbetrieb)<br />
ist diese Schwankung deutlich<br />
größer (47,5-52,8 dB(A)). Der Verkehrszuwachs<br />
zum Jahresende ist am<br />
erhöhten Dauerschallpegel abzulesen,<br />
der im Dezember 53,4 dB(A) erreicht.<br />
2014 <strong>2015</strong><br />
Südbahnbetrieb
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 35<br />
←<br />
Dauerschall pegel Tegel<br />
Der mittlere äquivalente Dauerschallpegel<br />
an den Messstellen in der Umgebung<br />
des Flughafens Tegel ist in den<br />
vergangenen fünf Jahren im Mittel<br />
annähernd gleich geblieben (Dauerschallpegel<br />
-0,2 dB(A)). Während der<br />
verkehrsreichsten sechs Monate war<br />
am Flughafen Tegel eine Verkehrssteigerung<br />
in Höhe von ca. einem Prozent<br />
gegenüber 2014 zu verzeichnen.<br />
Nachtflüge Tegel<br />
Dauerschallpegel tagsüber Tegel*<br />
L eq, tag/dB(A)<br />
68,0<br />
Tages-Flugbewegungen/Jahr<br />
67,0<br />
66,0<br />
65,4<br />
65,3<br />
65,4<br />
65,1<br />
65,2<br />
65,0<br />
64,0<br />
63,0<br />
62,0<br />
61,0<br />
60,0<br />
59,0<br />
58,0<br />
2011<br />
2012<br />
2013<br />
2014<br />
<strong>2015</strong><br />
175.000<br />
160.000<br />
145.000<br />
130.000<br />
Flugbewegungen<br />
In Tegel gilt von 23 bis 6 Uhr ein Nachtflugverbot.<br />
Für unvermeidbar verspätete<br />
Landungen wird eine Toleranz von<br />
einer Stunde berücksichtigt. Ausgenommen<br />
von dieser Regelung sind<br />
Nachtpostflüge, Rettungsflüge und genehmigungspflichtige<br />
Sonderflüge. Die<br />
nächtlichen Flugbewegungen stiegen<br />
im Jahr <strong>2015</strong> um ca. 12 Prozent an und<br />
damit in deutlich höherem Umfang als<br />
die Gesamtflugbewegungen. Die Steigerung<br />
erfolgte fast ausschließlich in der<br />
ersten Nachtstunde bis 23 Uhr durch<br />
auf spätere Zeitpunkte verschobene<br />
geplante Landezeiten und neu koordinierte<br />
Flüge. In den für die Berechnung<br />
des Dauerschallpegels zugrunde liegenden<br />
sechs verkehrsreichsten Monaten<br />
(Mai – Oktober) ergab sich ein Anstieg<br />
der nächtlichen Flugbewegungen um<br />
8,8 Prozent. Trotz der gestiegenen<br />
Verkehrszahlen blieb der nächtliche<br />
Dauerschallpegel annähernd gleich.<br />
Dauerschallpegel nachts Tegel*<br />
L eq, nacht/dB(A)<br />
59,0<br />
58,0<br />
57,0<br />
56,0<br />
55,0<br />
54,0<br />
53,0<br />
52,0<br />
51,0<br />
50,0<br />
49,0<br />
Nächtliche Flugbewegungen Tegel<br />
1200<br />
1000<br />
800<br />
600<br />
55,3<br />
2011<br />
56,4<br />
2012<br />
56,0<br />
2013<br />
nächtl. Flugbewegungen/Jahr<br />
* Aus Gründen der Vergleichbarkeit erfolgte die Berechnung des mittleren äquivalenten Dauerschallpegels<br />
für die Jahre 2011 bis <strong>2015</strong> ohne die Messstellen 44 und 46 (Außerbetriebnahme in 2012/2013).<br />
56,6<br />
2014<br />
56,8<br />
<strong>2015</strong><br />
9.000<br />
8.500<br />
8.000<br />
7.500<br />
7.000<br />
6.500<br />
6.000<br />
5.500<br />
5.000<br />
Flugbewegungen<br />
Die Zahl der nächtlichen Flugbewe-<br />
400<br />
gungen stieg in Tegel von 2011 mit<br />
6.817 auf 8.863 Flugbewegungen im<br />
Jahr <strong>2015</strong> an. Der Dauerschallpegel für<br />
den Nachtzeitraum stieg im gleichen<br />
Zeitraum von 55,3 auf 56,8 dB(A).<br />
200<br />
0<br />
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov<br />
<strong>2015</strong><br />
2014 2013 2012 2011<br />
Dez
36 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 37<br />
←<br />
Fluglärmberechnung<br />
Verkehrslärm am Wohnort<br />
Im Gegensatz zu Fluglärmmessungen, die immer auf einen Messort bezogen sind, lassen sich<br />
durch Fluglärmberechnungen größere Gebiete beurteilen. Solche mittels Fluglärmberechnung<br />
ermittelten Fluglärmkonturen werden zum Beispiel im Rahmen der Festlegung von<br />
Lärmschutzbereichen des Schallschutzprogramms oder bei der Lärmaktionsplanung erstellt.<br />
Belastung durch Lärm<br />
nach Verkehrsträgern<br />
Je nach Wohnort tragen Straßen-,<br />
Schienen- und Luftverkehr in unterschiedlichem<br />
Maße zur Gesamtlärmbelastung<br />
bei. Für den Großraum<br />
Berlin-Potsdam und die angrenzenden<br />
Städte und Gemeinden* lässt<br />
sich feststellen, dass der Straßenverkehr<br />
die mit weitem Abstand dominierende<br />
Lärmquelle ist. Während<br />
die Belastung für den 24 Stunden<br />
umfassenden Bezugszeitraum (L DEN )<br />
bei Schiene und Luftverkehr in etwa<br />
gleich ist (oberes Diagramm), ist die<br />
nächtliche Lärmbelastung durch<br />
den Schienenverkehr für wesentlich<br />
mehr Einwohner gravierend (unteres<br />
Diagramm).<br />
Verkehrslärm am Wohnort über 24 Stunden<br />
Berlin/Potsdam und Umland*<br />
Zahl belasteter Einwohner 1<br />
800.000<br />
700.000<br />
600.000<br />
500.000<br />
400.000<br />
300.000<br />
200.000<br />
100.000<br />
0<br />
> 55 dB(A)<br />
> 60 dB(A)<br />
L DEN<br />
2<br />
> 65 dB(A)<br />
Straßenverkehr Schienenverkehr Luftverkehr<br />
Verkehrslärm am Wohnort nachts<br />
Berlin/Potsdam und Umland*<br />
600.000<br />
> 70 dB(A)<br />
1<br />
Anzahl der durch Umgebungslärm belasteten Einwohner<br />
aufgeteilt nach Verkehrsträgern und Intensität der Belastung.<br />
Es wurden jeweils die aktuellsten verfügbaren Zahlen<br />
verwendet. (Straßenverkehr und Schienenverkehr 2012,<br />
Luftverkehr <strong>2015</strong>)<br />
2<br />
Beurteilungsgröße ist der über 24 Stunden ermittelte<br />
Dauerschallpegel LDEN (Day-Evening-Night). Dies ist ein<br />
Beurteilungspegel, bei dem die Abendstunden und die<br />
Nachtzeit mit Zuschlägen von 5 bzw. 10 dB in die Berechnung<br />
eingehen.<br />
3<br />
Beurteilungsgröße ist der nächtliche Dauerschallpegel LN.<br />
Zahl belasteter Einwohner 1<br />
500.000<br />
400.000<br />
300.000<br />
200.000<br />
100.000<br />
0<br />
> 55 dB(A)<br />
> 60 dB(A)<br />
> 65 dB(A)<br />
> 70 dB(A)<br />
* Nach der Definition der Gemeinsamen Landesplanung<br />
Berlin-Brandenburg der Bereich Stadt-Umland-Zusammenhang<br />
von Berlin und Potsdam.<br />
Straßenverkehr Schienenverkehr Luftverkehr<br />
L N<br />
3
→<br />
38 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Lärmkonturen für Straße, Bahn und Luftverkehr Tag-Abend-Nacht<br />
Karte 6 Äquivalenter Dauerschallpegel L DEN<br />
75 dB(A) 70 dB(A) 65 dB(A) 60 dB(A) 55 dB(A)<br />
Lärmkonturen für Straße, Bahn und Luftverkehr nachts<br />
Karte 7 Äquivalenter Dauerschallpegel L N<br />
65 dB(A) 60 dB(A) 55 dB(A) 50 dB(A) 45 dB(A)<br />
Die Berechnung der dargestellten Konturen erfolgte nach der vorläufigen Berechnungsmethode<br />
für den Umgebungslärm an Flugplätzen. Des Weiteren sind in der<br />
Karte die Ergebnisse der Lärmkartierung des Jahres 2012 für Straßen und Schienenwege<br />
abgebildet.<br />
Für Straßen, U- und Straßenbahn liegen nachts in Berlin nur Schallpegel ab 50 dB(A)<br />
vor. Datengrundlage Karten 6 und 7: Schienenverkehr: Eisenbahn-Bundesamt über<br />
WFS-Service (http://www.eba.bund.de); Brandenburg (Straßen- und Schienenverkehr):<br />
Landesamt für Umwelt Brandenburg; Berlin (U-Bahn, Straßenbahn und<br />
Straßenverkehr): Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz.<br />
Der Tag-Abend-Nacht-Pegel LDEN (day/evening/night) ist ein in der EU-Richtlinie<br />
vom 25.6.2002 über die „Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“<br />
verwendeter Lärmindex. Dabei werden die Abendstunden (18 – 22 Uhr) mit einem<br />
Zuschlag von 5 dB und die Nachtstunden (22 – 6 Uhr) mit einem Zuschlag von 10 dB<br />
gewichtet.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 39<br />
←<br />
Verkehrslärm<br />
am Wohnort<br />
Anzahl der belasteten Einwohner in Berlin, Potsdam und Umland* nachts<br />
bei einer Belastung größer 55 dB(A) durch Straßen- (2012), Schienen- (2012) und Luftverkehr (<strong>2015</strong>).<br />
Straßenverkehr<br />
ca. 552.000 belastete Einwohner<br />
Schienenverkehr<br />
ca. 85.000 belastete Einwohner<br />
ca. 13.000 belastete Einwohner<br />
Luftverkehr
→<br />
40 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
TRAVIS Flughafen Tegel. Anzeige von Flugspuren und Lärmmesswerten im Internet.<br />
Fluglärmkommunikation<br />
Gut informiert<br />
Die Flughafengesellschaft bietet online<br />
zahlreiche Angebote, mit denen sich<br />
Anwohner über den aktuellen Flugbetrieb<br />
und den zu erwartenden Fluglärm<br />
informieren können. Auch eine<br />
Prognose des Fluglärms im Umfeld des<br />
BER nach dessen Eröffnung kann bei<br />
der FBB online abgerufen werden.<br />
Flugbewegungen live<br />
Mit dem Informationstool Travis sind<br />
für Schönefeld und Tegel die aktuellen<br />
Flugbewegungen mit wenigen Minuten<br />
Verzögerung über die Website der<br />
FBB abrufbar. Interessierte erfahren<br />
mit wenigen Klicks, um welchen<br />
Flugzeugtyp und welche Airline es<br />
sich gehandelt hat, Start bzw. Ziel, die<br />
Flughöhe, die Geschwindigkeit sowie<br />
Anflug- bzw. Steigwinkel. Der Nutzer<br />
kann an beliebiger Stelle ein Häuschen<br />
auf der Karte platzieren und sich<br />
anzeigen lassen, in welcher Höhe ein<br />
Flugzeug das Haus überfliegt oder welchen<br />
seitlichen Abstand das Haus zur<br />
An- bzw. Abfluggrundlinie hat. Auch<br />
die Daten der Fluglärmmessstellen<br />
werden angezeigt. Mit einem Klick auf<br />
die Messstelle können weitere Daten<br />
abgerufen werden.<br />
TXL: http://travistxl.topsonic.aero/<br />
SXF: http://travisber.topsonic.aero/<br />
Betriebsrichtungsprognose<br />
Die FBB bietet online auch eine<br />
Vorhersage an, in welche Richtung<br />
die Flugzeuge voraussichtlich starten<br />
werden. Mit einem Schieberegler kann<br />
der Zeitraum der Prognose verändert<br />
werden. Für die kommenden zwei<br />
Tage besitzt die Prognose, ähnlich wie<br />
ein Wetterbericht, eine hohe Verlässlichkeit.<br />
Hilfreich ist diese Information<br />
für Anwohner, die nicht direkt unter<br />
den An- und Abflugstrecken wohnen,<br />
sondern nördlich und südlich<br />
versetzt. In diesen Gegenden werden<br />
Landungen in der Regel deutlich leiser<br />
wahrgenommen als Starts.<br />
http://nachbarn.berlin-airport.de
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 41<br />
←<br />
BER Fluglärmprognose: Zu erwartende Fluglärmbelastung mit Inbetriebnahme des<br />
Flughafens Berlin Brandenburg.<br />
Fluglärmprognose BER<br />
Mit der „Fluglärmprognose BER“<br />
informiert die Flughafengesellschaft<br />
online über die prognostizierte Fluglärmbelastung<br />
nach Inbetriebnahme<br />
des neuen Flughafens. Bei der Fluglärmprognose<br />
können Anwohner des<br />
Flughafens ihre Adresse eingeben, um<br />
sich zu informieren, in welcher Höhe<br />
das Haus überflogen wird und welche<br />
Maximalpegel auftreten werden. Auch<br />
der errechnete Dauerschallpegel wird<br />
für jede eingegebene Adresse für<br />
den Tag- und Nachtzeitraum separat<br />
ermittelt. Bei dieser Methode wird<br />
aus den einzelnen Schallereignissen<br />
und den Lärmpausen ein Dauergeräusch<br />
errechnet. Mit einem Klick auf<br />
„Ostabflüge“ oder „Westabflüge“ kann<br />
die Lärmbelastung für die jeweilige<br />
Richtung ermittelt werden, in die<br />
die Flugzeuge starten bzw. landen.<br />
Innerhalb des Onlineangebots können<br />
auch die FBB-Fluglärmmessstellen<br />
angeklickt werden, um aktuelle sowie<br />
längerfristige Messdaten zum Fluglärm<br />
einzusehen. Im näheren Flughafenumfeld<br />
sind in der Onlineanwendung<br />
auch die vom Bundesaufsichtsamt für<br />
Flugsicherung festgesetzten An- und Abflugrouten<br />
für den BER eingezeichnet.<br />
www.berlin-airport.de/de/nachbarn/<br />
fluglaermprognose-ber/index.php
42 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 43<br />
←<br />
Schallschutz<br />
Im Dialog mit unseren Nachbarn<br />
Schallschutzprogramm BER<br />
Im Flughafenumfeld haben rund<br />
25.500 Haushalte auf einer Fläche<br />
von insgesamt 137 km² Anspruch auf<br />
Schallschutzmaßnahmen. Dabei liegen<br />
14.000 Haushalte im Tagschutzgebiet,<br />
in welchem die Flughafengesellschaft<br />
den Anwohnern umfangreiche Schallschutzmaßnahmen<br />
bietet. 11.500 Haushalte<br />
liegen im Nachtschutzgebiet, in<br />
dem der Schutz von Schlafräumen<br />
im Mittelpunkt steht. Innerhalb eines<br />
festgesetzten Entschädigungsgebiets<br />
erhalten Eigentümer eine pauschale<br />
Entschädigung, deren Terrassen,<br />
Balkone und dauerhaft genutzte<br />
Kleingärten aufgrund des Fluglärms<br />
für die Erholung nur noch eingeschränkt<br />
nutzbar sind. Neben den<br />
Privathaushalten erhalten außerdem<br />
insgesamt rund 50 Einrichtungen wie<br />
Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser<br />
und Altenheime im Flughafenumfeld<br />
baulichen Schallschutz.<br />
Vom Antrag zur<br />
Kostenerstattung<br />
Der erste Schritt auf dem Weg zum<br />
Schallschutz ist die Antragstellung<br />
→<br />
Anwohnertelefon<br />
Schallschutz<br />
Tel. + 49 30 | 6091-73500<br />
Fax + 49 30 | 6091-73499<br />
schallschutz@berlin-airport.de<br />
dienstags bis donnerstags 9.00 bis 16.00 Uhr<br />
durch den Eigentümer. Die FBB prüft<br />
diesen Antrag und stellt fest, ob ein<br />
Anspruch auf die Erstattung von<br />
Schallschutzmaßnahmen besteht. Ist<br />
dies der Fall, ermittelt ein von der FBB<br />
beauftragtes Ingenieurbüro für jedes<br />
Objekt individuell, welche baulichen<br />
Maßnahmen erforderlich sind, um das<br />
so genannte Schutzziel zu erreichen.<br />
Maßgeblich sind Lage und Zustand des<br />
Hauses und die Berechnung der am<br />
Standort zu erwartenden Maximalschallpegel.<br />
Die Schutzziele unterscheiden<br />
sich für das Tag- und Nachtschutzgebiet<br />
und geben vor, welche<br />
maximalen Pegel in den jeweiligen<br />
Räumen einzuhalten sind. Innerhalb<br />
des Nachtschutzgebietes darf in bei<br />
Nacht genutzten Räumen (z.B. Schlafund<br />
Kinderzimmer) ein Geräuschpegel
→<br />
44 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
von 55 Dezibel bei geschlossenem<br />
Fenster maximal sechs Mal überschritten<br />
werden. In tagsüber genutzten<br />
Räumen innerhalb des Tagschutzgebietes<br />
dürfen 55 Dezibel weniger als<br />
ein Mal in den 180 verkehrsreichsten<br />
Tagen überschritten werden. Durch<br />
dieses sehr ambitionierte Schutzziel<br />
im Tagschutzgebiet sind zum Teil sehr<br />
umfangreiche Schallschutzmaßnahmen<br />
erforderlich, die zu hohen Kosten<br />
führen. Dies hat zur Folge, dass viele<br />
Eigentümer keine baulichen Schallschutzmaßnahmen,<br />
sondern eine<br />
reine Entschädigung erhalten. Eine<br />
reine Entschädigung wird ausgezahlt,<br />
sobald die Kosten für die Schallschutzmaßnahmen<br />
mehr als 30 Prozent<br />
des Verkehrswertes von Grundstück<br />
und Gebäuden mit zu schützenden<br />
Räumen betragen. Gemäß aktuellem<br />
Bearbeitungsstand ist dies bei knapp<br />
50 Prozent der Anträge im Tagschutzgebiet<br />
der Fall. Um festzustellen, ob<br />
die Kosten mehr als 30 Prozent des<br />
schallschutzbezogenen Verkehrswertes<br />
betragen, ist für zahlreiche<br />
Objekte eine schallschutzbezogene<br />
Verkehrswertermittlung notwendig.<br />
Das Ergebnis der schalltechnischen<br />
Berechnungen des Ingenieurbüros<br />
und ggf. einer Verkehrswertermittlung<br />
wird dem Eigentümer in einer<br />
individuellen Anspruchsermittlung<br />
Schutzgebiete Flughafen Berlin Brandenburg<br />
Tagschutzgebiet Nachtschutzgebiet Flugrouten BER
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 45<br />
←<br />
mitgeteilt. Daraus geht hervor, ob<br />
Schallschutzmaßnahmen baulich<br />
umgesetzt werden können oder die<br />
FBB eine Entschädigung auszahlt.<br />
Können die baulichen Maßnahmen<br />
umgesetzt werden, entscheidet der<br />
Eigentümer, ob, wann und durch wen<br />
er die Maßnahmen umsetzen lässt.<br />
Nachdem die Umsetzung der in der<br />
Anspruchsermittlung (ASE) beschriebenen<br />
Maßnahmen abgenommen und<br />
die Verwendung der Mittel geprüft<br />
wurde, werden die Kosten erstattet.<br />
Die FBB empfiehlt auch all jenen<br />
Anwohnern, die eine Entschädigungszahlung<br />
erhalten, das Geld für den<br />
baulichen Schallschutz einzusetzen.<br />
Zu den Möglichkeiten können sich die<br />
Eigentümer von einem unabhängigen<br />
Ingenieurbüro beraten lassen, das die<br />
FBB kostenfrei zur Verfügung stellt.<br />
In Bearbeitung<br />
Im Zuge der Bearbeitung von Anträgen<br />
kommt es recht häufig vor, dass<br />
eingegangene Anträge von der FBB<br />
nicht weiter bearbeitet werden können.<br />
Dies ist z.B. dann der Fall, wenn<br />
Eigentümer nicht erreichbar sind,<br />
Der Ablauf<br />
Von der Antragstellung bis zur Bezahlung der Rechnung<br />
01 Antragstellung<br />
02 Bestandsaufnahme und Berechnung<br />
02.1 ggf. Verkehrswertgutachten<br />
03 Anspruchsermittlung<br />
04 Beauftragung der Fachfirma<br />
05 Umsetzung der Baumaßnahmen<br />
06 Abnahme der Baumaßnahmen und Prüfung der Mittelverwendung<br />
07 Rechnungsabwicklung<br />
08 Bezahlung der Rechnung<br />
Anträge zurückgestellt haben oder<br />
keine Termine zur Verkehrswertermittlung<br />
vereinbart werden konnten.<br />
Die Eigentümer verlieren ihren Anspruch<br />
auf Schallschutzmaßnahmen<br />
dadurch aber nicht. Vielmehr werden<br />
die Anträge abgearbeitet, sobald eine<br />
Bearbeitung wieder möglich ist.<br />
Im Praxistest<br />
Die temporäre Nutzung der Südbahn<br />
hat <strong>2015</strong> gezeigt, dass die gemessenen<br />
Maximalschallpegel deutlich geringer<br />
ausgefallen sind, als bei der Berech-<br />
nung der Schallschutzmaßnahmen<br />
angenommen. Die Maximalpegel lagen<br />
je nach Messstelle sechs bis elf Dezibel<br />
unter den für die Berechnung der<br />
Schallschutzmaßnahmen angenommenen<br />
Werten. Dabei ausgenommen<br />
ist Sonderverkehr (z.B. Hilfsflüge des<br />
DRK), der gemäß Planfeststellungsbeschluss<br />
keine Berücksichtigung findet.<br />
Die FBB sieht sich daher bestätigt, dass<br />
die Schallschutzmaßnahmen ausreichend<br />
dimensioniert sind.<br />
Projektstand Schallschutzprogramm zum 31. Dezember <strong>2015</strong><br />
Bearbeitungsstand Tagschutz gebiet Nachtschutzgebiet Schulen, Kitas,<br />
Altenheime etc.<br />
Außenwohnbereich<br />
(Terrassen, Gärten etc.)<br />
Anspruchsberechtigte ca. 14.000 WE Ca. 11.500 WE ca. 50 Objekte ca. 10.000 Objekte<br />
Eingegangene Anträge 12.117 WE 7.681 WE 44 Objekte 5.013 Objekte<br />
Abgearbeitete Anträge 8.160 WE 7.317 WE 29 Objekte 3.576 Objekte<br />
Maßnahmen umgesetzt 2.750 WE 1.612 WE 29 Objekte 3.576 Objekte<br />
Angabe der Wohneinheiten (WE)
→<br />
46 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Flugspuren<br />
Region Berlin-Brandenburg<br />
An- und Abflüge TXL und SXF am 09.10.<strong>2015</strong><br />
Windrichtung Ost<br />
Flughöhe (ft)<br />
0 (ft) 2.000 (ft) 4.000 (ft) 6.000 (ft) 8.000 (ft)<br />
10.000 (ft) 12.000 (ft) 14.000 (ft) 16.000 (ft) 18.000 (ft)
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 47<br />
←<br />
Dargestellt sind die Flugspuren am<br />
09.10.<strong>2015</strong>. Dies war <strong>2015</strong> der verkehrsreichste<br />
Tag am Flughafen Tegel<br />
bei Ostwind. Flugzeuge starten und<br />
landen stets gegen den Wind. Mit<br />
Ausnahme von Charlottenburg, Mitte<br />
und Teilen Pankows wird das gesamte<br />
Berliner Stadtgebiet überflogen. Von<br />
zahlreichen Überflügen sind auch<br />
Potsdam, Kleinmachnow, Teltow,<br />
Stahnsdorf, die Region Havelseen,<br />
Erkner, Gosen und Königs Wusterhausen<br />
betroffen. Der in Schönefeld<br />
vorliegende Südbahnbetrieb führt<br />
nur im Westbereich des Flughafens<br />
zu einer deutlichen Änderung der<br />
Lage der Flugspuren im Vergleich zu<br />
den Vorjahren.
→<br />
48 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Flugspuren<br />
Region Berlin-Brandenburg<br />
An- und Abflüge TXL und SXF am 23.10.<strong>2015</strong><br />
Windrichtung West<br />
Flughöhe (ft)<br />
0 (ft) 2.000 (ft) 4.000 (ft) 6.000 (ft) 8.000 (ft)<br />
10.000 (ft) 12.000 (ft) 14.000 (ft) 16.000 (ft) 18.000 (ft)
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 49<br />
←<br />
Dargestellt sind die Flugspuren der<br />
Flughäfen Schönefeld und Tegel<br />
am 23.10.<strong>2015</strong>. Dies war ohne Berücksichtigung<br />
der Verkehre zum<br />
Champions-League-Finale am 7.6.<strong>2015</strong><br />
der verkehrsreichste Tag des Jahres<br />
<strong>2015</strong> mit Westwind. Überflüge in<br />
relativ niedriger Höhe ergeben sich für<br />
den Ostteil Berlins und den Bereich<br />
Königs Wusterhausen, Gosen, Erkner<br />
und die Müggelseeregion. Die in<br />
Zeiten hohen Verkehrsaufkommens<br />
geflogenen Radarführungs strecken<br />
(Transitions) des Flughafens Tegel mit<br />
der Einkurvung auf den Gegenanflug<br />
kurz vor Kreuzberg/Friedrichshain<br />
sind gut erkennbar. Steglitz-Zehlendorf<br />
und Tempelhof sind hauptsächlich<br />
durch Abflüge am Flughafen Tegel<br />
betroffen. Der Betrieb der Südbahn in<br />
Schönefeld am 23.10. führt speziell in<br />
Blankenfelde-Mahlow, Ludwigsfelde,<br />
Bohnsdorf, Schulzendorf, Waltersdorf,<br />
Eichwalde sowie Erkner zu einer deutlichen<br />
Verlagerung der Flug spuren im<br />
Vergleich zu den Vorjahren.
50 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Mit dem Umwelt-Untersuchungsprogramm werden die Emissionen aus<br />
dem Luftverkehr überwacht. Alle Ergebnisse werden veröffentlicht.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 51<br />
←<br />
Luftgüteüberwachung<br />
Messen, bewerten, handeln<br />
Mit über 29,5 Millionen Fluggästen<br />
sind die Flughäfen Schönefeld und<br />
Tegel ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur<br />
der Hauptstadtregion<br />
Berlin-Brandenburg. Da sowohl bei<br />
der An- und Abreise, zur Versorgung<br />
des Flughafens als auch im eigentlichen<br />
Flugbetrieb überwiegend fossile<br />
Brennstoffe zum Einsatz kommen,<br />
werden beim Betrieb eines Flughafens<br />
auch Schadstoffe freigesetzt. Hauptquelle<br />
sind neben den Flugzeugturbinen<br />
die Kraftwerke der Flughäfen und<br />
die Stromgeneratoren, die parkende<br />
Flugzeuge mit Strom versorgen. Auch<br />
die An- und Abfahrt von Passagieren<br />
und Mitarbeitern mit dem PKW sind<br />
eine wichtige Schadstoffquelle im<br />
Flughafenumfeld.<br />
Die Luftqualität im Umfeld eines<br />
Flughafens wird jedoch auch durch<br />
den sonstigen Kraftfahrzeugverkehr,<br />
private Heizungsanlagen,<br />
Industrieanlagen, Kraftwerke und<br />
die Landwirtschaft beeinflusst. All<br />
diese Emissionen überlagern sich.<br />
Die meteorologischen Bedingungen<br />
haben zudem starken Einfluss auf<br />
die Konzentration und die chemische<br />
Umwandlung von Luftschadstoffen.<br />
Umwelt-Untersuchungsprogramm<br />
Um die Luftqualität und die Auswirkungen<br />
des Luftverkehrs langfristig zu<br />
untersuchen, hat die FBB im Jahr 2011<br />
mit Blick auf den BER ein Luftgüteund<br />
Umwelt-Untersuchungsprogramm<br />
gestartet. Das Unternehmen betreibt<br />
an der Start- und Landebahn des<br />
Flughafens Schönefeld eine Luftgütemessstelle,<br />
die kontinuierlich die<br />
Konzentration von Schadstoffen in der<br />
Luft misst. In einem Biomonitoring<br />
untersucht die FBB zudem freiwillig<br />
Luftschadstoffanreicherungen mit<br />
Bioindikatorpflanzen als Stellvertreter<br />
für Vegetation und Nahrungsmittel.<br />
So wird die Verbreitung von Luftschadstoffen<br />
und deren Wirkung auf<br />
die Umwelt erfasst. Einen weiteren<br />
freiwilligen Baustein bildet ein Bienenmonitoring,<br />
bei dem Honig, Wabenwachs<br />
und Pollen auf Luftschadstoffrückstände<br />
analysiert werden.<br />
→ Online<br />
Luftgüteüberwachung<br />
http://www.berlin-airport.de/<br />
de/unternehmen/umwelt/luft/<br />
luftguete-messstelle/index.php
→<br />
52 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Luftgütemessstelle<br />
Benzol, Benzo[a]pyren (als Leitsubstanz<br />
der polyzyklischen aromatischen<br />
Kohlenwasserstoffe (PAK), Kohlenwasserstoffe<br />
und Ruß werden über<br />
längere Zeiträume gesammelt und<br />
vom Landeslabor Berlin-Brandenburg<br />
untersucht. Wegen des hohen analytischen<br />
Aufwands werden die Ergebnisse<br />
dieser Proben als Jahresmittelwerte<br />
veröffentlicht.<br />
An der Luftgütemessstelle Schönefeld misst die FBB seit Anfang<br />
2013 freiwillig auch den Ozongehalt.<br />
An der Luftgütemessstelle „Schönefeld<br />
Flughafen“ werden die verkehrstypischen<br />
Luftschadstoffkomponenten<br />
Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide sowie<br />
Feinstaub aus dem Flugbetrieb, dem<br />
Kraftfahrzeugverkehr und der Hintergrundbelastung<br />
kontinuierlich erfasst.<br />
Die Ergebnisse der Immissionsmessungen<br />
werden durch das Landesamt<br />
für Umwelt Brandenburg (LfU) bewertet.<br />
Die Messwerte werden täglich auf<br />
der Internetseite des Landesumweltamts<br />
veröffentlicht: Link zur Website:<br />
https://luftdaten.brandenburg.de/<br />
home/-/bereich/messstationen/BBI-<br />
001<br />
Als Standort der Messstelle wurde in<br />
Abstimmung mit dem LfU der östliche<br />
Kopf der zukünftigen Nordbahn<br />
des BER festgelegt. <strong>2015</strong> wurde der<br />
reguläre Flugbetrieb des Flughafens<br />
Berlin-Schönefeld über die Nordbahn<br />
und im Zeitraum Mai bis Oktober über<br />
die Südbahn abgewickelt.<br />
Zusammengefasste<br />
Ergebnisse<br />
Die Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid-<br />
und Feinstaubkonzentrationen<br />
am Flughafen Schönefeld waren<br />
mit den vorstädtischen Monatsmittelwerten<br />
der Luftgütemessstellen<br />
des LfU in Blankenfelde-Mahlow im<br />
Zeitraum 2012 bis <strong>2015</strong> bzw. Königs<br />
Wusterhausen im Zeitraum 2012 bis<br />
2013 vergleichbar. <strong>2015</strong> kam es beim<br />
Feinstaub am Flughafen Schönefeld<br />
zu drei und in Blankenfelde-Mahlow<br />
zu acht, und im ländlichen Hasenholz<br />
zu sieben von 35 nach dem Bundes-
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 53<br />
←<br />
Immissionsschutzgesetz tolerablen<br />
Überschreitungen, die in einem gesamten<br />
Kalenderjahr auftreten dürfen.<br />
Zum Vergleich: An der stark durch den<br />
Kraftfahrzeugverkehr beeinflussten<br />
Messstelle Potsdam Zeppelinstraße<br />
wurden im gleichen Zeitraum 16 Überschreitungen<br />
gemessen.<br />
Neben der Luftgütemessstelle auf dem<br />
Flughafengelände sind in den nebenstehenden<br />
Diagrammen auch andere<br />
Messstellen des Landes Brandenburg<br />
zu Vergleichszwecken aufgeführt. Der<br />
Standort Potsdam Zeppelinstraße steht<br />
dabei beispielhaft für eine Messstelle<br />
im städtischen Umfeld mit hoher<br />
Belastung durch den Straßenverkehr,<br />
die Messstelle Buckow (OT Hasenholz)<br />
repräsentiert die Hintergrundbelastung<br />
im ländlichen Bereich. Die<br />
Messstellen Blankenfelde-Mahlow<br />
und Königs Wusterhausen geben die<br />
Luftbelastung in vorstädtischen Gebieten<br />
wieder. Letztere wurde Anfang<br />
2014 vom Netz genommen und durch<br />
das LfU an einen neuen Messstandort<br />
verbracht.<br />
Ergebnisse im Detail<br />
Kohlenmonoxid<br />
Gasförmige Kohlenmonoxid (CO)-Immissionen<br />
werden an den Messstellen<br />
Schönefeld Flughafen, Blankenfelde-<br />
Mahlow und Potsdam Zeppelinstraße<br />
erfasst. Die CO-Konzentrationen auf<br />
dem Flughafengelände Schönefeld<br />
und innerorts in Blankenfelde-<br />
Mahlow waren dabei nur etwa halb so<br />
→<br />
Kohlenmonoxid CO (µg/m 3 )<br />
CO-Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
Flughafen<br />
Schönefeld<br />
Blankenfelde-<br />
Mahlow<br />
Potsdam,<br />
Zeppelinstraße<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong> Quelle: FBB/LUGV
→<br />
54 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
→ Tagesaktuelle<br />
Luftgütedaten<br />
vom Flughafen<br />
Schönefeld<br />
unter<br />
http://www.berlin-airport.de/<br />
de/unternehmen/umwelt/luft/<br />
luftguete-messstelle/index.php<br />
hoch wie der durch den Autoverkehr<br />
belastete Messpunkt Potsdam Zeppelinstraße.<br />
An keiner der Messstellen<br />
wurde der Grenzwert für Kohlenmonoxid<br />
erreicht, der zum Schutz von<br />
Mensch und Umwelt auf zehn mg/<br />
m3 (entspricht 10.000 µg/m 3 ) als<br />
Acht-Stunden-Mittelwert eines Tages<br />
festgelegt ist (39. BImSchV).<br />
Stickstoffoxide<br />
Die Immissionen von Stickstoffoxiden<br />
(NO X<br />
) werden üblicherweise als NO 2<br />
berechnet und angegeben, da Stickstoffoxide<br />
überwiegend als Stickstoffmonoxid<br />
(NO) emittiert werden, in der<br />
Atmosphäre aber zu Stickstoffdioxid<br />
(NO 2<br />
) oxidieren. Die gasförmigen<br />
Immissionen von Stickstoffdioxid<br />
(NO 2<br />
) der fünf ausgewählten Luftgütemessstellen<br />
lassen sich miteinander<br />
in Relation setzen. Ebenso wie beim<br />
Kohlenmonoxid lagen die Jahresmittelwerte<br />
der NO 2<br />
-Konzentrationen an<br />
der Messstelle Flughafen Schönefeld,<br />
innerorts in Blankenfelde-Mahlow<br />
und in Königs Wusterhausen gleichauf<br />
– sie waren knapp doppelt so hoch<br />
wie im ländlich geprägten Hasenholz/<br />
Buckow, aber weniger als halb so hoch<br />
wie in der verkehrsexponierten<br />
Zeppelinstraße in Potsdam. Für NO 2<br />
gilt zum Schutz der menschlichen<br />
Gesundheit europaweit ein einheitlicher<br />
Ein-Stunden-Grenzwert von<br />
200 µg/m 3 , der nicht öfter als 18-mal<br />
im Jahr überschritten werden darf<br />
(39. BImSchV). Dieser Grenzwert<br />
wurde <strong>2015</strong> an keiner der Messstellen<br />
überschritten.<br />
Stickstoffdioxid NO 2 (µg/m 3 )<br />
NO 2 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Flughafen<br />
Schönefeld<br />
Blankenfelde-<br />
Mahlow<br />
Königs-<br />
Wusterhausen<br />
Potsdam,<br />
Zeppelinstraße<br />
Hasenholz<br />
(Buckow)<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Quelle: FBB/LUGV
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 55<br />
←<br />
Feinstaub<br />
Die auf dem Schönefelder Flughafengelände<br />
registrierten Konzentrationen<br />
von Partikeln, deren aero-dynamischer<br />
Durchmesser weniger als zehn<br />
Mikrometer beträgt (PM 10<br />
), waren<br />
vergleichbar mit denen anderer Messstellen<br />
mit vorstadttypischer Belastung<br />
(Blankenfelde-Mahlow und<br />
Königs Wusterhausen). Wie im Vorjahr<br />
wurden an der durch Straßenverkehr<br />
belasteten Luftgütemessstelle<br />
in Potsdam deutlich höhere Werte<br />
aufgezeichnet. Die auf dem Flughafengelände,<br />
in Blankenfelde-Mahlow und<br />
in Königs Wusterhausen gemessenen<br />
PM 10<br />
-Jahresmittelwerte lagen nur geringfügig<br />
über oder in vergleichbarer<br />
Größenordnung mit dem ländlichen<br />
Hintergrundbereich (Hasenholz).<br />
Die Partikel stammen hier vermutlich<br />
primär aus dem Ferneintrag und<br />
landwirtschaftlichen Aktivitäten.<br />
Der zulässige PM 10<br />
-Jahres-grenzwert<br />
beträgt 40 µg/m 3 . Der PM 10<br />
-Tagesgrenzwert<br />
zum Schutz der menschlichen<br />
Gesundheit von 50 µg/m 3 darf gemäß<br />
39. Bundes-Immissionsschutzverordnung<br />
nicht öfter als 35-mal im Jahr<br />
überschritten werden. Am Flughafen<br />
Schönefeld wurde <strong>2015</strong> an drei Tagen<br />
ein Tagesmittelwert > 50 µg/m 3 ermittelt.<br />
Seit 2012 wurden auch Konzentrationen<br />
von Partikeln kleiner 2,5 Mikrometer<br />
erfasst (PM 2,5<br />
). Diese weisen<br />
einen ähnlichen Verlauf auf, wobei<br />
die Messwerte <strong>2015</strong> an allen Messstellen<br />
niedriger ausfallen als im Vorjahr.<br />
Feinstaub PM 2,5<br />
(µg/m 3 )<br />
PM 2,5 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Flughafen<br />
Schönefeld<br />
Blankenfelde-<br />
Mahlow<br />
Königs-<br />
Wusterhausen<br />
Potsdam,<br />
Zeppelinstraße<br />
Hasenholz<br />
(Buckow)<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong> Quelle: FBB/LUGV<br />
Feinstaub PM 10<br />
(µg/m 3 )<br />
PM 10 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Flughafen<br />
Schönefeld<br />
Blankenfelde-<br />
Mahlow<br />
Königs-<br />
Wusterhausen<br />
Potsdam,<br />
Zeppelinstraße<br />
Hasenholz<br />
(Buckow)<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong> Quelle: FBB/LUGV
→<br />
56 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Auch Bienen wirken beim Schadstoffmonitoring<br />
in der Flughafenregion mit.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 57
→<br />
58 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
01<br />
Biomonitoring<br />
Die Untersuchung<br />
Beim Biomonitoring steht die tatsächliche<br />
Einwirkung von Immissionen auf<br />
die belebte Umwelt im Flughafenumfeld<br />
im Mittelpunkt. Das Biomonitoring<br />
ermöglicht Aussagen, in welchem<br />
Maße Schadstoffe auf Gras als Futtermittel<br />
und Grünkohl als Lebensmittel<br />
einwirken und welchen Anteil daran<br />
der Luftverkehr hat. Zu diesem Zweck<br />
wurden genormte Grünkohlkulturen<br />
im Herbst 2011 und 2012 bzw. genormte<br />
Graskulturen im Sommer 2012,<br />
2013 und <strong>2015</strong> als Bioindikatoren im<br />
Untersuchungsgebiet aufgestellt. Die<br />
Bioindikatoren wurden unmittelbar<br />
am Flughafen Schönefeld, an der<br />
Autobahn, in und an Siedlungen und<br />
im landwirtschaftlichen Raum platziert.<br />
Zwei Messpunkte wurden in ausreichendem<br />
Abstand zum Flughafen,<br />
zu Siedlungen und Straßen aufgestellt,<br />
um die allgemeine Schadstoffbelastung<br />
in der Region zu messen (Hintergrundbelastung).<br />
Die Grünkohlkulturen<br />
wurden nach acht Wochen geerntet<br />
und im Labor analysiert, bei Graskulturen<br />
erfolgte dies mehrfach nach<br />
jeweils vier Wochen über einen Zeitraum<br />
von drei aufeinander folgenden<br />
Monaten. Durch den Vergleich mit<br />
weiteren aktuellen nationalen Untersuchungen<br />
sowie mittels Beurteilungsund<br />
Prüfwerten für Nahrungsmittel<br />
können die Ergebnisse der Analysen<br />
bewertet werden. Mit Hilfe des Biomonitorings<br />
können auch gesund-<br />
heitliche Risiken für den Menschen<br />
abgeleitet werden.<br />
Begonnen wurde das freiwillige<br />
Programm im Herbst 2011 mit der<br />
Untersuchung von Grünkohl. Die<br />
Region um Schönefeld wurde für die<br />
Untersuchung gewählt, um mögliche<br />
Veränderungen der Umweltwirkungen<br />
nach Inbetriebnahme des BER dokumentieren<br />
zu können. Die Untersuchungen<br />
von 2011 bis <strong>2015</strong> bilden die<br />
Datengrundlage für die Ausgangssituation,<br />
vor Inbetriebnahme des BER. Das<br />
Untersuchungsprogramm wird auch<br />
in den kommenden Jahren fortgesetzt.<br />
Alle Ergebnisse werden jährlich veröffentlicht.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 59<br />
←<br />
Untersuchungsergebnis<br />
Das Biomonitoring seit 2011 zeigt,<br />
dass der Flughafen Schönefeld keinen<br />
relevanten Einfluss (Immissionswirkungen)<br />
auf die Anreicherung der Luft<br />
mit Schadstoffen in der Region besitzt.<br />
Selbst an den flughafennahen Messpunkten<br />
konnten Immissionen aus<br />
Verbrennungsprozessen in keinem<br />
signifikant höheren Maße festgestellt<br />
werden, als an (luft)verkehrs- und<br />
siedlungsfernen Messpunkten.<br />
Die bisherigen Untersuchungen<br />
zeigen: Die Nickel- und Cadmiumergebnisse<br />
waren sehr einheitlich und<br />
unauffällig. Ihr Ursprung lässt sich<br />
keiner Quelle zuordnen. Hinsichtlich<br />
Arsen und Blei zeigten sich mitunter<br />
Abstufungen, allerdings trat kein<br />
Messpunkt signifikant hervor. Antimon-<br />
und Chromimmissionswirkungen<br />
waren unmittelbar an der<br />
Autobahn A113 deutlich über den<br />
Hintergrundbereich erhöht und,<br />
bedingt durch den Kfz-Verkehr, auch<br />
östlich der nicht im Betrieb befindlichen<br />
Start-/Landebahn Süd des BER.<br />
Die untersuchten Metallgehalte der<br />
Graskulturen lagen <strong>2015</strong> gänzlich auf<br />
ländlichem Hintergrundniveau und<br />
unterschritten die herangezogenen<br />
Prüfwerte um ein Vielfaches. Polyzyklische<br />
aromatische Kohlenwasserstoffe<br />
(PAK) entstehen bei der unvollständigen<br />
Verbrennung von organischem<br />
Material, also Kohle, Kraftstoffen, Holz<br />
oder Tabak. Neben Kfz-Verkehr als<br />
potenzieller Quelle kommt der Einfluss<br />
häuslicher Kleinfeuerungsanlagen als<br />
vornehmliche PAK-Ursache in Frage.<br />
Im Jahr 2012 lagen die PAK-Ergebnisse<br />
in Grünkohl im Hintergrundbereich.<br />
Lediglich an der Autobahn A113 und<br />
östlich der nicht im Betrieb befindlichen<br />
Süd-Start-/Landebahn waren sie<br />
darüber erhöht. In 2013 zeigten sich<br />
im Mai vereinzelt höhere PAK-Gehalte<br />
in Graskulturen als in den Folgemonaten<br />
Juni und Juli. Dieser Umstand<br />
konnte der ungewöhnlich kalten<br />
Witterung und dem damit verbundenen<br />
Betrieb von häuslichen Kleinfeuerungsanlagen<br />
(Hausbrand) zugeordnet<br />
werden. Im Juni bis August <strong>2015</strong> lagen<br />
die untersuchten PAK-Gehalte der<br />
Graskulturen gänzlich auf ländlichem<br />
Hintergrundniveau.<br />
02<br />
03<br />
01 Schüler der Grundschule<br />
Schulzendorf ernten das Gras unter<br />
Anleitung von Dr. Monica Wäber<br />
(UMW Umweltmonitoring).<br />
02 Messpunkt an der A 113.<br />
03 Seit 2012 werden auch Graskulturen<br />
untersucht. Gras ist als Futtermittel<br />
Teil der menschlichen Nahrungskette.
→<br />
60 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Bienenmonitoring<br />
Das Bienenmonitoring beantwortet<br />
die Frage, ob der Betrieb eines Flughafens<br />
die Qualität des regional erzeugten<br />
Honigs und die Bienengesundheit<br />
beeinträchtigt. Beim Bienenmonitoring<br />
werden seit 2011 im Umfeld<br />
des zukünftigen Flughafens Berlin<br />
Brandenburg Pollen, Wachs und<br />
Honig auf Rückstände von Schadstoffen<br />
analysiert, die über die Luft und<br />
die Umwelt in die Nahrung gelangen<br />
können. Dazu wurden die Produkte<br />
von Bienenvölkern an drei Standorten<br />
untersucht. Ein Standort auf<br />
dem Betriebsgelände des Flughafens<br />
Schönefeld (seit 2012), ein Standort in<br />
unmittelbarer Flughafennähe, etwa<br />
fünf Kilometer südsüdöstlich (seit<br />
2013). Als Referenzstandort wurde<br />
2012 ein Bienenvolk in der Schorfheide<br />
hinzu genommen, das in einer<br />
von Straßen- und Luftverkehr sowie<br />
Siedlungen weitgehend unbeeinflussten<br />
Landschaft den Nektar sammelt.<br />
Mit dem Monitoring wurde bereits<br />
2011 begonnen, um mögliche Veränderungen<br />
der Rückstandsgehalte nach<br />
Inbetriebnahme des BER dokumentieren<br />
zu können. Es wird folglich über<br />
die Inbetriebnahme des BER hinaus<br />
fortgesetzt.<br />
Das Ergebnis des Bienenmonitorings<br />
<strong>2015</strong> bestätigt die jährlichen Untersuchungen<br />
seit 2011: Der Flughafenbetrieb<br />
hat auf die Qualität des Lebensmittels<br />
Honig aus der Flughafenregion<br />
keinen Einfluss. Die Gehalte der<br />
untersuchten Stoffe in Honig, Pollen<br />
und Wachs sind unbedenklich niedrig.<br />
Die Bienenvölker, flughafennah und<br />
fern, zeigten auch im Jahr <strong>2015</strong> eine<br />
gleichermaßen gute Entwicklung und<br />
Honigproduktion.<br />
Die Pollen, Wachs- und Honigproben<br />
wurden spurenanalytisch auf eine<br />
Auswahl an Schwermetallen und auf<br />
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe<br />
(PAK) analysiert. Die<br />
Metalle sind zum Teil als Spurenmetalle<br />
lebensnotwendig wie Zink, können<br />
aber in höheren Konzentrationen<br />
gesundheitsschädlich wirken, wie<br />
beispielsweise Cadmium. Die Metalluntersuchung<br />
ergab keine systematischen<br />
Unterschiede zwischen Proben<br />
aus dem Nahbereich des aktuellen<br />
Flughafenbetriebs und denen vom<br />
Referenzstandort fernab des Flughafens.<br />
Die Rückstandsanalysen von<br />
akkreditierten Laboren wurden mit<br />
dem höchstmöglichen Empfindlichkeitsgrad<br />
durchgeführt. Die Metalle<br />
konnten aber nur in einem Teil aller<br />
Pollen, Wachs- und Honigproben<br />
gefunden werden, weit unter den<br />
Grenzwerten bestehender Richtlinien<br />
und Verordnungen. In den Honigproben<br />
aus dem Umfeld des Flughafens<br />
wie auch aus dem Biosphärenreservat<br />
Schorfheide wurden lediglich die Spurenelemente<br />
Zink und Kupfer in für<br />
Nahrungsmittel typischen niedrigen<br />
Mengen, nahe ihrer Bestimmungs-<br />
01 02 03
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 61<br />
←<br />
04<br />
grenze nachgewiesen. Auch konnten<br />
nur einzelne PAK in für Nahrungsmittel<br />
üblichen, unbedenklichen<br />
Mengen in den Honigproben gefunden<br />
werden. Die PAK sind Stoffe, die<br />
in Verbrennungsprozessen entstehen,<br />
z.B. als Rückstände aus dem Kerosin,<br />
und teilweise krebserregend sind.<br />
Benzo[a]pyren gilt hierbei als Leitsubstanz.<br />
Die im Honig ermittelten<br />
Benzo[a]pyren-Rückstände lagen unterhalb<br />
der Bestimmungsgrenze und<br />
lagen für Pollen und Wachs, sehr niedrig<br />
und weit unterhalb bestehender<br />
Richtwerte. Das gesamte Programm<br />
und die Untersuchungen werden von<br />
unabhängigen Gutachtern und Laboren<br />
durchgeführt.<br />
Ein Bienenvolk besteht aus etwa<br />
40.000 Bienen. Bei ihren Sammelflügen<br />
überfliegen sie ein Gebiet von<br />
bis zu drei Kilometer Radius und<br />
sammeln Nektar und Blütenpollen.<br />
Mit Pollen und Honig ernähren sie<br />
ihre Brut. Junge Honigbienen sondern<br />
aus Drüsen Bienenwachs ab und<br />
verwenden es zum Bau der Waben im<br />
Bienenstock. Honig gilt als naturrein<br />
und gesund. Die Bienen produzieren<br />
den Honig jedoch heute in einer Umwelt,<br />
die Schadstoffen aus Industrie,<br />
Luftverkehr, Kraftfahrzeugverkehr<br />
und Hausfeuerungsanlagen ausgesetzt<br />
ist. Über den Luftpfad werden die<br />
Stoffe transportiert, teilweise umgewandelt<br />
und in die Umwelt und die<br />
Nahrungskette eingetragen. Auch der<br />
Flughafen Schönefeld stellt regional<br />
eine potenzielle Quelle bestimmter<br />
Luftschadstoffe dar.<br />
01 Der Flughafenhonig.<br />
02 Imker Dirk Trepke betreut den<br />
FBB-Bienenstand.<br />
03 Honig aus der Flughafenregion kann<br />
man bedenkenlos genießen.<br />
04 Die Analyse von Honig, Pollen<br />
und Wachs wird mit dem höchst<br />
möglichen Empfindlichkeitsgrad<br />
durchgeführt.
→<br />
62 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Energiezentrale des Flughafens Berlin Brandenburg.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 63<br />
←<br />
Energie, Wasser und Abfall<br />
Sicher, effizient, umweltfreundlich<br />
Klima und Energie<br />
Die Berliner Flughäfen verbrauchen<br />
zusammen jedes Jahr annähernd<br />
so viel Strom wie 35.000 Haushalte<br />
und in etwa die gleiche Menge an<br />
Heizwärme. Ausschlaggebend hierfür<br />
ist in erster Linie eine Vielzahl von<br />
Gebäuden von denen die meisten<br />
aufgrund ihrer Dimensionen und<br />
Funktionen besonders energieintensiv<br />
sind. Bedeutende Verbraucher sind<br />
neben den Terminals die Deutsche<br />
Flugsicherung, Rechenzentren, der<br />
Werftbetrieb sowie weitere betriebliche<br />
Einrichtungen des Unternehmens<br />
und seiner Mieter. Hinzu kommt die<br />
Außenbeleuchtung großer Flächen<br />
einschließlich der Vorfelder, der<br />
Roll- und Taxiwege sowie der Befeuerung<br />
der Start- und Landebahnen.<br />
Da die Airlines in den Nachtstunden<br />
außerdem Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen<br />
an den Flugzeugen<br />
durchführen, ergibt sich auch nachts<br />
ein hoher Energiebedarf.<br />
Seit 2011 wird ein Großteil des Strombedarfs<br />
des BER in vier gasbetriebenen<br />
Blockheizkraftwerken vor<br />
Ort erzeugt. Durch den Einsatz von<br />
hocheffizienter Kraft-Wärme-Kälte-<br />
Kopplung liefern die BHKW neben<br />
Strom gleichzeitig Fernwärme und<br />
Kälte. Der restliche Strombedarf der<br />
Berliner Flughäfen wird vollständig<br />
aus erneuerbaren Energien gedeckt.<br />
Energieverbrauch Flughäfen Schönefeld/BER 1<br />
1<br />
Aufgrund der Bautätigkeit am BER-Terminal ist eine<br />
Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdverbrauch für die<br />
Jahre 2013 und 2014 nicht möglich. Eine Darstellung der<br />
Verbräuche je Verkehrseinheit für die Jahre ab 2012 wäre<br />
aufgrund der intensiven Bautätigkeit irreführend.<br />
Wärme und Kälte 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Wärmeverbrauch MWh 54.020 59.228 62.304 53.686 57.742<br />
davon Eigenverbrauch MWh 23.727 43.966 62.304 40.029 37.705<br />
davon Verbrauch Externe MWh 30.293 15.262 0 13.657 20.037<br />
Fernkälteverbrauch (BER) MWh 304 7.350 10.740 11.015 k. A.<br />
Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 3,3 6,1 9,2 5,4 4,4<br />
Elektroenergie 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Elektroenergiebezug MWh 34.905 78.350 78.643 72.100 70.672<br />
Anteil BHKW (BER) MWh 37.319 42.418 34.269 33.527<br />
Anteil Ökostrom MWh 0 41.031 36.225 37.831 37.145<br />
Eigenverbrauch MWh 16.717 61.144 60.830 72.100 70.672<br />
Verbrauch durch Externe MWh 18.188 17.206 17.813 0 0<br />
Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 2,3 8,5 8,9 9,8 8,5
→<br />
64 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Flughafen Schönefeld/<br />
BER<br />
Herzstück der Energieversorgung<br />
der Flughäfen Schönefeld und BER<br />
ist die durch das Unternehmen E.ON<br />
edis Contracting GmbH errichtete und<br />
betriebene Energiezentrale in der Airport<br />
City. Mit hochmodernen Erzeugungsanlagen<br />
liefert sie Wärme, Kälte,<br />
Strom und Notstrom für den neuen<br />
Hauptstadtflughafen und versorgt den<br />
Flughafen Schönefeld mit Fernwärme.<br />
Neben der effizienten Energieversorgung<br />
ist die kontinuierliche Steigerung<br />
der Energieeffizienz im Betrieb<br />
ein Kernelement für die „Green-Airport-Strategie“<br />
der FBB.<br />
Im Jahr <strong>2015</strong> wurde am Flughafen<br />
Schönefeld aufgrund des Weiterbetriebs<br />
mit dem Einbau neuer, drehzahlgeregelter<br />
Hocheffizienzpumpen<br />
begonnen. Die Motoren der neuen<br />
Pumpen regeln die Leistung stufenlos<br />
elektronisch und können die Leistung<br />
an den tatsächlichen Bedarf anpassen.<br />
So werden durch die im Jahr <strong>2015</strong><br />
ausgetauschten Pumpen jährlich rund<br />
80.000 kWh Strom eingespart. Der<br />
Pumpenaustausch wird 2016 fortgesetzt.<br />
Flughafen Tegel<br />
Die Wärmeversorgung am Standort Tegel<br />
wird durch ein Erdgas betriebenes,<br />
betriebseigenes Heizwerk sichergestellt.<br />
Die Flughafen Energie und<br />
Wasser GmbH versorgt die flughafeneigenen<br />
Gebäude, alle Mieter auf dem<br />
Flughafengelände sowie ein Gebäude<br />
der Bundeswehr. Die Bundes wehr<br />
versorgt flughafeneigene Gebäude in<br />
Tegel-Nord mit Fernwärme aus einem<br />
ebenfalls mit Erdgas betriebenen<br />
Heizwerk.<br />
Energieverbrauch Flughafen Tegel<br />
Wärme 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Erdgas- und Heizölverbrauch zur<br />
Wärmeerzeugung<br />
MWh 44.360 48.916 49.092 41.572 41.572<br />
erzeugte Wärme MWh 40.074 43.768 44.625 38.382 38.382<br />
Fernwärmebezug MWh 1.000 1.109 1.103 917 917<br />
davon Eigenverbrauch MWh 33.236 35.135 35.712 32.946 32.946<br />
davon Verbrauch Externe MWh 7.838 9.742 10.016 6.353 6.353<br />
Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 1,9 1,9 1,8 1,6 1,6<br />
Elektroenergie 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Elektroenergiebezug MWh 41.916 50.839 41.341 41.649 41.590<br />
davon Eigenverbrauch<br />
(inkl. Kälte erzeugung)<br />
MWh 30.901 39.514 30.196 30.504 31.443<br />
davon Verbrauch Externe MWh 11.015 11.325 11.145 11.145 10.147<br />
Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 1,8 2,1 1,5 1,4 1,5
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 65<br />
←<br />
Effizienz im Luftverkehr<br />
Kerosinverbrauch sinkt<br />
Verbrauch in Liter pro Passagier auf 100 km<br />
6,30 l 3,96 l 3,80 l 3,64 l<br />
1990 2010 2012 2014<br />
* Berücksichtigt werden bei der Berechnung alle im Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft (BDL)<br />
organisierten Passagier-Fluggesellschaften inklusive der entsprechenden Tochterunternehmen.<br />
Quelle: BDL auf Grundlage von Unternehmensangaben<br />
Berechnungsgrundlage: www.die-vier-liter-flieger.de/de/die-berechnung
→<br />
66 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Klimaschutz<br />
Im Dezember <strong>2015</strong> haben 195 Staaten<br />
auf der UN-Klimakonferenz in Paris<br />
ein Abkommen zum Schutz des Klimas<br />
unterzeichnet, mit dem das Ziel<br />
verfolgt wird, die Erderwärmung im<br />
Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter<br />
auf weit unter zwei Grad Celsius zu<br />
beschränken. Um dies zu erreichen,<br />
muss sich die Menge der vom Menschen<br />
emittierten Treibhausgase bis<br />
2050 im Vergleich zu 1990 halbieren.<br />
Für die Industrieländer bedeutet das<br />
sogar eine Reduzierung um 80 bis 90<br />
Prozent.<br />
Die drei Gesellschafter der FBB, die<br />
Länder Berlin und Brandenburg und<br />
die Bundesrepublik Deutschland hatten<br />
schon zuvor vergleichbare Reduktionsziele<br />
definiert, um die Treibhausgasemissionen<br />
bis 2050 um 80 bis 95<br />
Prozent zu senken. Als Unternehmen<br />
der öffentlichen Hand sieht sich die<br />
FBB in der Pflicht, ebenfalls einen Beitrag<br />
zum Klimaschutz zu leisten.<br />
Beitrag der Airlines<br />
Seit 1990 haben die deutschen Fluggesellschaften<br />
ihren Treibstoffverbrauch<br />
pro Passagier auf 100 Kilometer um<br />
42 Prozent verringern können. Durch<br />
den starken Zuwachs im Luftverkehr<br />
wurden diese Erfolge jedoch in den<br />
vergangenen Jahren in der Gesamt-<br />
bilanz wieder aufgezehrt. Im Jahr<br />
2009 haben sich Fluggesellschaften,<br />
Flugzeughersteller und Flughäfen<br />
weltweit auf konkrete Klimaschutzziele<br />
geeinigt: Die Treibstoffeffizienz<br />
soll pro Jahr um rund 1,5 Prozent<br />
gesteigert werden, ab 2020 soll das<br />
Wachstum des Luftverkehrs kohlendioxidneutral<br />
erfolgen und bis 2050<br />
sollen gegenüber dem Jahr 2005 die<br />
Netto-CO 2<br />
-Emissionen der Luftfahrt<br />
um 50 Prozent sinken.<br />
Der Weg zur Reduktion der CO 2<br />
-<br />
Emissionen führt über detaillierte<br />
Scope<br />
Emissionsquellen<br />
Scope 01<br />
Scope 02<br />
Scope 03<br />
Kenntnisse der Emissionen sowohl<br />
qualitativ (Emissionsquellen) als<br />
auch quantitativ (Menge). Auf der<br />
Basis eines systematischen Ansatzes<br />
können dann Maßnahmen entwickelt<br />
und umgesetzt werden. Daher stellt<br />
die FBB seit 2007 jährlich die CO 2<br />
-<br />
Emissionen, die durch den Flughafenbetrieb<br />
direkt und indirekt entstehen,<br />
in einem Emissionsinventar dar. Die<br />
Erstellung des Inventars richtet sich<br />
nach dem Greenhouse Gas Protocol<br />
der Vereinten Nationen. Dem Protokoll<br />
folgend werden drei Geltungsbereiche<br />
(Scopes) unterschieden:<br />
Treibhausgase entstehen im Zuge der Geschäftstätigkeit<br />
des Unternehmens aus Quellen, die das Unternehmen<br />
selbst besitzt und/oder betreibt (Bsp. Fahrzeuge,<br />
Feuerungsanlagen etc.)<br />
Treibhausgase entstehen im Rahmen der Erzeugung der<br />
vom Unternehmen konsumierten Energie durch Dritte<br />
(Strom, ggf. aber auch Fernkälte, Fernwärme)<br />
Treibhausgase entstehen in der Lieferkette bzw. im Zuge der<br />
Nutzung der vom Unternehmen verkauften Produkte oder<br />
Dienstleistungen (Bsp. An- u. Abreise von Passagieren und<br />
Mitarbeitern, Transport von Gütern, Nutzung des Flughafens<br />
durch Luftverkehrsgesellschaften)
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 67<br />
←<br />
CO 2 -Emissionsinventar der Flughäfen Schönefeld und Tegel 2011 bis <strong>2015</strong><br />
2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Emissionsquelle Scope CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil<br />
Flugzeug<br />
Starts und Landungen<br />
(LTO-Zyklus)<br />
3 220.426 56,2% 226.061 59,9% 227.297 58,8% 239.787 63,1% 253.771 63,9%<br />
Hilfstriebwerke 3 18.797 4,7% 20.450 5,4% 21.567 5,6% 19.632 5,2% 21.553 5,4%<br />
Summe Flugzeug 239.223 59,9% 246.510 64,9% 248.863 64,4% 259.419 68,2% 275.324 69,4%<br />
Abfertigung<br />
400-Hz-Bodenstromanlagen 3 1.254 0,3% 338 0,1% 524 0,1% 80 0,0% 7 0,0%<br />
Fahrzeugverkehr, luftseitig/GPU<br />
Eigenverbrauch – Super 1 202 0,1% 224 0,1% 198 0,1% 173 0,0% 190 0,0%<br />
Eigenverbrauch – Diesel 1 881 0,2% 1.146 0,3% 1.250 0,3% 1.093 0,3% 1.087 0,3%<br />
Fremdverbrauch – Super 3 207 0,1% 213 0,1% 236 0,1% 226 0,1% 260 0,1%<br />
Fremdverbrauch – Diesel 3 4.088 1,0% 4.467 1,2% 4.451 1,2% 4.180 1,1% 4.557 1,1%<br />
Summe Abfertigung 6.632 1,7% 6.388 1,7% 6.659 1,7% 5.751 1,5% 6.102 1,5%<br />
Infrastruktur<br />
Energieverbrauch<br />
Energieverbrauch – Erdgas 1 8.636 2,2% 9.551 2,5% 9.471 2,4% 8.181 2,2% 9.042 2,3%<br />
Energieverbrauch – Heizöl 1 1.358 0,3% 2.074 0,5% 1.949 0,5% 819 0,2% 592 0,1%<br />
Energieverbrauch – Strom 2 25.317 6,3% 10.877 2,9% 11.779 3,0% 6.488 1,7% 5.465 1,4%<br />
Energieverbrauch – Fernwärme 2 12.021 3,0% 13.205 3,5% 13.819 3,6% 11.901 3,1% 12.790 3,2%<br />
Energieverbrauch – Fernkälte 2 1.456 0,4% 1.392 0,4% 2.035 0,5% 1.838 0,5% 1.795 0,5%<br />
Fremdverbrauch – Strom 3 16.295 4,1% 3.186 0,8% 4.102 1,1% 1.735 0,5% 1.376 0,3%<br />
Fremdverbrauch – Wärme 3 10.044 2,5% 7.619 2,0% 7.303 1,9% 5.564 1,5% 4.453 1,1%<br />
Fremdverbrauch – Fernkälte 3 743 0,2% 105 0,0% 150 0,0% 20 0,0% 0 0,0%<br />
Notstromanlagen<br />
Heizöl (TXL) 1 44 0,0% 45 0,0% 43 0,0% 46 0,0% 44 0,0%<br />
Propangas für Feuerwehrübungen<br />
1 190,6 0,0% 155,9 0,0% 156,6 0,0% 229,5 0,1% 190,6 0,0%<br />
Summe Infrastruktur 76.105 19,1% 48.210 12,7% 50.808 13,1% 36.822 9,7% 35.748 9,0%<br />
Fortsetzung auf Seite 68
→<br />
68 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
CO 2 -Emissionsinventar der Flughäfen Schönefeld und Tegel 2011 bis <strong>2015</strong> Fortsetzung von Seite 67<br />
2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Emissionsquelle Scope CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil CO 2 [t] Anteil<br />
Verkehr<br />
Fahrzeugverkehr, landseitig*<br />
Öffentliche Verkehrsmittel 3 10.976 2,8% 11.547 3,0% 12.106 3,1% 13.353 3,5% 15.755 4,0%<br />
Pkw 3 56.997 14,3% 57.999 15,3% 58.469 15,1% 54.530 14,3% 53.269 13,4%<br />
Lkw 3 6.052 1,5% 6.178 1,6% 6.441 1,7% 6.860 1,8% 7.232 1,8%<br />
Tanklastfahrzeuge 3 3.141 0,8% 3.252 0,9% 3.330 0,9% 3.446 0,9% 3.440 0,9%<br />
Summe Verkehr 77.167 19,3% 78.976 20,8% 80.346 20,8% 78.190 20,6% 79.696 20,1%<br />
Summe Scope 1 11.312 2,8% 13.197 3,5% 13.068 3,4% 10.542 2,8% 11.146 2,8%<br />
Summe Scope 2 38.794 9,7% 25.474 6,7% 27.633 7,1% 20.227 5,3% 20.050 5,1%<br />
Summe Scope 3 349.021 87,4% 341.414 89,8% 345.975 89,5% 349.412 91,9% 365.674 92,1%<br />
Summe gesamtes E.-Inventar 399.127 100,0% 380.084 100,0% 386.676 100,0% 380.182 100,0% 396.870 100,0%
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 69<br />
←<br />
C0 2 -Emissionen der Flughäfen<br />
Schönefeld und Tegel <strong>2015</strong><br />
0,3 % Eigenverbrauch – Diesel<br />
0,1 % Eigenverbrauch – Heizöl<br />
2,3 % Energieverbrauch – Erdgas<br />
2,8 %<br />
Scope 1*<br />
3,2 % Energieverbrauch – Fernwärme<br />
0,5 % Energieverbrauch – Fernkälte<br />
1,4 % Energieverbrauch – Strom<br />
10,8 5,1 %<br />
Scope 2*<br />
0,9 % Tanklastfahrzeuge<br />
1,8 % Lkw<br />
13,4 % PkW<br />
92,1 %<br />
Scope 3*<br />
4,0% Öffentliche Verkehrsmittel<br />
1,1 % Fremdverbrauch – Wärme<br />
0,3 % Fremdverbrauch – Strom<br />
1,1 % Fremdverbrauch – Diesel<br />
0,1 % Fremdverbrauch – Super<br />
5,4 % Hilfstriebwerke<br />
63,9 % Starts und Landungen (LTO-Zyklus)<br />
* Erläuterung zu den Scopes siehe Infokasten Seite 70.
→<br />
70 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Die Wurzelraumkläranlage des Flughafens Schönefeld.<br />
Wasser<br />
Die FBB betreibt an den Standorten<br />
Tegel und Schönefeld sowie am BER<br />
technische Anlagen, in denen wassergefährdende<br />
Stoffe gelagert bzw.<br />
verwendet werden. Dazu zählen zum<br />
Beispiel Tankstellen, Lager für Heizöl<br />
und Betriebsmittel oder Aufzugsanlagen.<br />
Zum Schutz von Boden und<br />
Grundwasser werden diese regelmäßig<br />
kontrolliert und von Sachverständigen<br />
geprüft. Grundlage der<br />
Prüfungen bilden dabei die Vorgaben<br />
des Wasserhaushaltsgesetzes und der<br />
Verordnungen über Anlagen zum<br />
Umgang mit wassergefährdenden<br />
Stoffen und über Fachbetriebe.<br />
Teile der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur<br />
des zukünftigen Flughafens<br />
Berlin Brandenburg werden bereits
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 71<br />
←<br />
seit 2010 für den Bestandsflughafen<br />
Schönefeld genutzt und erhöhen<br />
so den Standard zum Schutz der<br />
Gewässer. Das Schmutzwasser wird<br />
der Kläranlage Waßmannsdorf der<br />
Berliner Wasserbetriebe zugeführt.<br />
Das Regenwasser wird differenziert<br />
behandelt. In der frostfreien Zeit wird<br />
dieses Wasser von Dächern, Straßen<br />
und Rollbahnen, wenn es sauber ist,<br />
entweder direkt vor Ort versickert<br />
oder in modernen Rückhaltebodenfiltern<br />
auf dem Flughafen behandelt.<br />
Ziel des Bodenfilters ist es, die belasteten<br />
Regenwassermengen soweit zu<br />
behandeln, dass sie entweder versickert<br />
oder in den Glasowbach bzw.<br />
den Selchower Flutgraben abgeleitet<br />
werden können. In den Wintermonaten<br />
dienen die Rückhaltebodenfilter<br />
ebenfalls der Behandlung des mit<br />
Enteisungsmitteln belasteten Regenwassers.<br />
Automatische Messstationen<br />
überwachen die Reinigungswirkung<br />
des Bodenfilters. Werden die vorgegebenen<br />
Einleitgrenzwerte für die oben<br />
beschriebene Ableitung nach der<br />
Behandlung in den Retentionsbodenfiltern<br />
überschritten, so besteht die<br />
Möglichkeit, das Niederschlagswasser<br />
zum Klärwerk nach Waßmannsdorf<br />
zu pumpen.<br />
Auslaufbauwerk des Bodenfilters.
→<br />
72 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Entwässerungskonzept<br />
Flughafen Berlin Brandenburg<br />
Unbelastete<br />
Niederschlagswasser<br />
Belastete<br />
Niederschlagswasser<br />
Schmutzwasser<br />
Passage Behandlungsanlage<br />
(Bodenfilter)<br />
Passage der Messstation<br />
Versickerung oder Ableitung<br />
in Vorfluter<br />
Ableitung ins Klärwerk
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 73<br />
←<br />
Trinkwasser<br />
und Abwasser<br />
Der Trinkwasserverbrauch und das<br />
Abwasseraufkommen hängen von<br />
verschiedenen technischen Prozessen<br />
ab. Einer der signifikanten, nicht beeinflussbaren<br />
Punkte für das Abwasseraufkommen<br />
ist das Wetter. So wird<br />
zum Beispiel während des Winterbetriebes<br />
das mit Enteisungsmitteln<br />
belastete Regenwasser in Schönefeld<br />
über eine Wurzelraumkläranlage<br />
geführt bzw. bei zu hoher Schmutzfracht<br />
oder Menge der Kläranlage<br />
zugeleitet. In Tegel werden die mit<br />
Enteisungsmittel belasteten Wässer<br />
bei Einhaltung der Grenzwerte dem<br />
Vorfluter zugeführt, bei Überschreitung<br />
erfolgt die Ableitung zur Kläranlage.<br />
Dies erklärt, warum in manchen<br />
Jahren mehr Abwasser anfällt, als<br />
dem öffentlichen Netz an Trinkwasser<br />
entnommen wird.<br />
Die Verbräuche der Standorte SXF<br />
und BER werden ab 2012 zusammengefasst<br />
ausgewiesen. Die beachtlich<br />
gestiegenen Trinkwasser- und Abwassermengen<br />
des Standortes SXF/BER in<br />
2012 resultieren daraus, dass Gebäude<br />
und Anlagen des BER in Betrieb<br />
gegangen sind. Um Verkeimungen<br />
des BER-Trinkwassernetzes durch<br />
den ruhenden Betrieb vorzubeugen,<br />
müssen in großem Umfang Leitungen<br />
gespült werden.<br />
Wasserverbrauch Flughafen Schönefeld und BER<br />
Wasserverbrauch 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Trinkwasserverbrauch m³ 181.849 272.730 218.070 230.385 228.598<br />
je Verkehrseinheit l/VE 25,2 38,1 32,1 31,3 26,6<br />
Abwasseraufkommen m³ 126.213 177.015 198.851 190.939 204.645<br />
je Verkehrseinheit l/VE 17,5 24,7 29,2 25,9 23,8<br />
Wasserverbrauch Flughafen Tegel<br />
Wasserverbrauch 2011 2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Trinkwasserverbrauch m³ 220.252 257.860 246.613 216.966 273.213<br />
je Verkehrseinheit l/VE 12,8 14,0 12,4 10,3 12,8<br />
Abwasseraufkommen m³ 280.683 270.405 319.677 259.286 1 257.581<br />
je Verkehrseinheit l/VE 16,3 14,6 16,0 12,3 12,0<br />
1<br />
Korrektur Abwasseraufkommen für das Jahr 2014
→<br />
74 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Bei der Flugzeugenteisung müssen Sicherheitsaspekte ganz oben stehen – ohne die Umwelt mehr als notwendig zu belasten.<br />
Enteisung<br />
Der Winter stellt im Hinblick auf die<br />
Sicherheit hohe Anforderungen an die<br />
Flughafenbetreiber. Zum einen müssen<br />
innerhalb kurzer Zeit alle Flächen,<br />
auf denen sich Flugzeuge und Servicefahrzeuge<br />
bewegen, von Schnee und<br />
Eis befreit werden. Zum anderen sind<br />
die Flugzeuge zu enteisen und vor erneutem<br />
Wiedervereisen zu schützen.<br />
Ziel des Winterdienstes ist es, sichere<br />
Starts und Landungen zu gewährleisten<br />
und dabei das von den Flächen<br />
abfließende Wasser in möglichst geringem<br />
Umfang mit Enteisungsmitteln<br />
zu belasten. Umweltrelevante Aspekte<br />
sind deshalb auch fester Bestandteil<br />
des Flugplatzhandbuches, das u. a. die<br />
Praxis des betrieblichen Winterdienstes<br />
verbindlich regelt.<br />
Zur Enteisung der Start- und Landebahnen,<br />
der Taxiways und des<br />
Vorfeldes kommen Natrium- und<br />
Kaliumformiate zum Einsatz. Dabei<br />
handelt es sich um Salze der Ameisensäure,<br />
die gut biologisch abbaubar sind<br />
und nach deutschem Wasserrecht als<br />
schwach wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse<br />
1) gelten. Der<br />
Zustand der Start- und Landebahnen<br />
wird permanent überwacht und mit<br />
speziellen Messfahrzeugen kontrolliert.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 75<br />
←<br />
Ist der Einsatz von Enteisungsmitteln<br />
erforderlich, werden diese mit modernen<br />
Streufahrzeugen gezielt und<br />
sparsam nach tatsächlichem Bedarf<br />
ausgebracht. Grundsätzlich wird die<br />
mechanische Schneeräumung der<br />
chemischen Behandlung der Flächen<br />
vorgezogen. Das Aufbringen von<br />
Enteisungsmitteln auf nicht zuvor<br />
mechanisch geräumten Flächen wird<br />
vermieden. Jeder Enteisungsmitteleinsatz<br />
wird genau dokumentiert.<br />
Im Winter <strong>2015</strong>/2016 wurde am<br />
Standort Schönefeld ein GPS-basiertes<br />
System zur Einsatzdatenerfassung<br />
getestet. Es handelt sich dabei um<br />
eine Pilotlösung in einem Großflächenstreufahrzeug<br />
mit webbasierter<br />
Auswertemöglichkeit am PC. Der Einsatz<br />
unter Praxisbedingungen verlief<br />
erfolgreich und lässt u.a. eine weitere<br />
Optimierung des Enteisungsmitteleinsatzes<br />
erwarten. Für die kommenden<br />
Jahre ist die Ausrüstung weiterer Winterdienstfahrzeuge<br />
mit dieser neuen<br />
Technik geplant.<br />
Im Vergleich zur strengen Winterperiode<br />
2012/2013, die bezüglich der Menge<br />
an eingesetzten Flächenenteisungsmitteln<br />
die absoluten Maximalwerte in<br />
der Langzeitstatistik beider Flughäfen<br />
markiert, handelte es sich bei der<br />
vergangenen Winterperiode um einen wasser. Die biologisch abbaubaren<br />
Durchschnittswinter. Demzufolge war Enteisungsmittel-Wasser-Gemische<br />
es möglich, mit deutlich reduziertem werden Kläranlagen der Berliner Wasserbetriebe<br />
und der betriebseigenen<br />
Enteisungsmitteleinsatz den sicheren<br />
Flugbetrieb zu gewährleisten.<br />
Wurzelraumkläranlage in Schönefeld<br />
zugeführt.<br />
Als Luftfahrzeugenteisungsmittel<br />
kommen Propylenglykole zum Einsatz, Auch in der Langzeitstatistik der<br />
die der Wassergefährdungsklasse 1 Luftfahrzeugenteisung steht die<br />
(schwach wassergefährdend) zugeordnet<br />
sind. Diese werden mit Hilfe von strengen Winter. Im Vergleich mussten<br />
Winterperiode 2012/2013 für einen<br />
Spezialfahrzeugen in genau definierten in den drei anderen Winterperioden<br />
Mischungsverhältnissen heiß auf das deutlich weniger Luftfahrzeuge mit<br />
Flugzeug gesprüht. Die Einsatzmenge Enteisungsmitteln behandelt werden.<br />
hängt dabei wesentlich von den vorherrschenden<br />
Witterungsbedingungen pro Enteisungsvorgang erforderliche<br />
Zudem war auch die durchschnittlich<br />
sowie der Größe des zu enteisenden Einsatzmenge geringer als in der<br />
Flugzeugs ab. Überschüssiges Enteisungsmittel<br />
tropft ab und mischt sich zu den insgesamt niedrigeren Verbräu-<br />
Winterperiode 2012/2013, was letztlich<br />
mit dem abfließenden Niederschlagschen<br />
führt.<br />
Enteisung Flugbetriebsflächen<br />
2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / <strong>2015</strong> <strong>2015</strong> / 2016<br />
SXF<br />
Flüssigenteiser t 819 295 355 394<br />
Feststoffenteiser t 517 166 200 208<br />
TXL<br />
Flüssigenteiser t 1.202 425 397 578<br />
Feststoffenteiser t 695 210 222 271<br />
Enteisung Luftfahrzeuge<br />
2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / <strong>2015</strong> <strong>2015</strong> / 2016<br />
SXF<br />
Flüssigenteiser Typ I l 510.284 156.415 171.541 194.691<br />
Flüssigenteiser Typ II l 514.305 107.276 70.477 85.125<br />
TXL<br />
Flüssigenteiser Typ I l 1.153.613 326.567 328.972 315.397<br />
Flüssigenteiser Typ II l 1.029.291 253.714 163.216 196.225
→<br />
76 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Entwicklung des Abfallaufkommens<br />
in Schönefeld und Tegel<br />
Schönefeld<br />
4.076 Tonnen<br />
3.621 Tonnen<br />
1.671 Tonnen<br />
137.273 Tonnen<br />
2012<br />
2013<br />
2014<br />
<strong>2015</strong><br />
Tegel<br />
17.453 Tonnen<br />
3.245 Tonnen<br />
3.039 Tonnen<br />
3.066 Tonnen<br />
2012<br />
2013<br />
2014<br />
<strong>2015</strong>
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 77<br />
←<br />
Abfall<br />
Der Bilanz der Flughafengesellschaft<br />
zuzurechnende Abfälle entstehen im<br />
Fluggastbereich, bei der Instandhaltung<br />
und Reparatur von Flugbetriebsflächen,<br />
Gebäuden und technischen<br />
Anlagen sowie in vom Unternehmen<br />
genutzten Büros und Werkstätten. Bei<br />
der Entsorgung wird gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz<br />
zwischen gefährlichen<br />
Abfällen (z.B. Schlämme aus Öl-/<br />
Wasserabscheidern, Leuchtstofflampen<br />
oder Bauabfälle mit gefährlichen<br />
Inhaltsstoffen) und nicht gefährlichen<br />
Abfällen (z.B. Siedlungsabfall, Straßenkehricht<br />
oder unbelasteter Beton) unterschieden.<br />
Zum Teil unterliegen die<br />
Abfallmengen im Vergleich mehrerer<br />
Berichtsjahre starken Schwankungen.<br />
Diese ergeben sich beispielsweise aus<br />
Rückbauarbeiten- und Sanierungsmaßnahmen<br />
oder aus der bedarfsgerechten<br />
Entsorgung von Abfällen aus<br />
Öl-/Wasserabscheidern.<br />
Am Flughafen Berlin-Schönefeld stehen<br />
die Jahre 2011 bis 2014 bezüglich<br />
der Gesamtabfallmenge für Durchschnittsjahre<br />
ohne relevante Rückbau-<br />
und Sanierungsmaßnahmen.<br />
Die Mengenschwankungen bei den<br />
gefährlichen Abfällen resultieren im<br />
Wesentlichen aus dem Zyklus der Abscheiderentsorgung<br />
und zusätzlichen<br />
Reinigungsmaßnahmen im Kanalnetz. oder wurden verwertet. Beispiele<br />
Für diese Abfallstoffe besteht derzeit dafür sind der Einsatz als Zuschlagstoff<br />
keine Verwertungsmöglichkeit. in der Asphaltproduktion, die Verwendung<br />
im Straßen- und Wegebau<br />
Im Jahr <strong>2015</strong> erfolgte die Sanierung der<br />
3.600 m langen Start- und Landebahn oder die Nutzung als Baumaterial zur<br />
Nord. Bei dieser Baumaßnahme fielen Deponieprofilierung. Lässt man diese<br />
insgesamt 134.018 t Abfälle an. Lediglich<br />
37 t gefährlicher Abfall musste sich das Gesamtabfallaufkommen mit<br />
Sondermaßnahme außer Acht, bewegt<br />
der Beseitigung zugeführt werden. Es 3.255 t im Rahmen der Schwankungsbreite<br />
der Vorjahre.<br />
handelt sich dabei um Gummiabrieb,<br />
der beim Aufsetzvorgang der Flugzeuge<br />
zum Teil auf dem rauen Antiskidbelag<br />
verbleibt. Die mit gefährlichen TXL bewegte sich im Jahr <strong>2015</strong> auf dem<br />
Das Abfallaufkommen am Flughafen<br />
Stoffen belasteten Rückstände wurden Niveau der Vergleichsjahre 2012 und<br />
durch Spezialfahrzeuge mittels Hochdruckreinigung<br />
gelöst, aufgesaugt, im Jahr 2013 - resultierte überwiegend<br />
2014. Das erhöhte Abfallaufkommen<br />
entwässert und der entstandene aus dem Rückbau versiegelter Flächen<br />
bzw. der Bauvorbereitung von<br />
Schlamm entsorgt. Die verbleibenden<br />
Abfälle, im Wesentlichen die drei Flächen. Die bei diesen Maßnahmen<br />
großen Fraktionen Boden und Steine, angefallenen Abfälle konnten zu großen<br />
Teilen der Verwertung zugeführt<br />
Bitumengemische und Beton konnten<br />
zum Teil wiederverwendet werden werden.<br />
Abfallaufkommen<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
SXF*<br />
Abfallaufkommen, gesamt t 4.076 3.621 1.671 137.273<br />
gefährliche Abfalle t 2.734 1.495 192 1.637<br />
nicht gefährliche Abfälle t 1.342 2.126 1.479 135.636<br />
TXL<br />
Abfallaufkommen, gesamt t 3.245 17.453 3.039 3.066<br />
gefährliche Abfalle t 848 2.154 456 723<br />
nicht gefährliche Abfälle t 2.397 15.299 2.583 2.343<br />
* Angaben SXF ohne Baustelle BER
→<br />
78 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
EXXXXX XXXXX
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 79<br />
←<br />
Auf den vielfach mageren Flughafenböden<br />
hat sich eine reiche Pflanzenwelt angesiedelt.
80 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Das Mähboot schont die empfindliche Tierund<br />
Pflanzenwelt an den Gewässerrändern
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 81<br />
←<br />
Der Flughafen-Landschaftspark<br />
Das grüne Band um den BER<br />
Erholung und<br />
Naturschutz<br />
Die Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH sorgt mit zahlreichen Projekten<br />
dafür, dass die unvermeidbaren<br />
Veränderungen der Landschaft<br />
durch den Ausbau des Flughafens<br />
ökologisch ausgeglichen werden. Die<br />
Erfüllung dieser Auflagen aus der<br />
Planfeststellung ist dem Unternehmen<br />
nicht Pflicht, sondern Herzensangelegenheit.<br />
Wo Lebensräume für Tiere<br />
und Pflanzen verloren gingen, wurde<br />
daher an anderer Stelle hochwertiger<br />
Ersatz geschaffen. Ein „grünes Band“<br />
rund um den BER mit attraktiven<br />
Erholungsorten für Anwohner und<br />
Besucher wertet die Landschaft auf.<br />
Tiere und Pflanzen finden in diesem<br />
vernetzten Landschaftspark einen<br />
Lebensraum.<br />
Zülowniederung<br />
Das größte Einzelprojekt der Ausgleichs-<br />
und Ersatzmaßnahmen ist<br />
die ökologische Aufwertung der<br />
Zülowniederung. Dieser 2.600 Hektar<br />
umfassende Landschaftsraum liegt<br />
rund neun Kilometer südlich vom BER<br />
zwischen Groß Machnow und Mittenwalde.<br />
Die landwirtschaftlich geprägte,<br />
offene Niederungslandschaft wird aus<br />
Mitteln des Flughafens in den kommenden<br />
Jahren gemeinsam mit den<br />
örtlichen Agrarbetrieben gestaltet.<br />
Im Rahmen detaillierter Planungen<br />
wurden die Maßnahmen mit den<br />
Landwirten abgestimmt und für die<br />
Umsetzung vorbereitet. Die Landwirte<br />
werden für Ertragsausfälle entschädigt<br />
bzw. für die Pflege von Flächen<br />
entlohnt.<br />
So entstanden bisher ca. 43 km artenreiche<br />
Blühstreifen entlang der Äcker,<br />
auf denen sich selten gewordene<br />
Insektenarten ansiedeln. Die Streifen<br />
verbinden zudem verschiedene<br />
Lebensräume, so dass ein vernetzter<br />
Lebensraum entsteht. Bis Ende 2014<br />
wurden rund 11 Kilometer Baumreihen,<br />
200 Einzelbäume und Baumgruppen<br />
sowie 40.000 Quadratmeter<br />
Hecken gepflanzt, die das Netz verschiedener<br />
Lebensräume noch weiter<br />
ergänzen. Auf insgesamt 64.000 qm<br />
Fläche mit ökologischem Waldumbau<br />
wurden eher artenarme Kiefernforste<br />
aufgelichtet und mit Laubbäumen<br />
unterpflanzt. Aus artenarmen Forsten,<br />
die primär der Holzproduktion<br />
dienten, entwickeln sich nun Mischwälder,<br />
in denen regional typische<br />
Tier- und Pflanzenarten wieder eine<br />
Heimat finden.<br />
Am Zülowkanal und zahlreichen<br />
Nebengräben, die das Gebiet durchfließen,<br />
werden auf 42 Kilometern<br />
Länge nun die Böschungen mit<br />
Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt<br />
gemäht. An einem Stauwehr des<br />
Zülowkanals wurde eine Fischtreppe<br />
angelegt, die Fischen und Wasserorganismen<br />
wie Krebsen ermöglicht, das<br />
Wehr zu passieren. Vormals isolierte<br />
Lebensräume werden so wieder<br />
verbunden, so dass die Gewässer<br />
wieder Anschluss an den Rangsdorfer<br />
See erhalten. In den Niederungsbereichen<br />
wurden Kleingewässer für<br />
Frösche, Kröten und Molche angelegt<br />
und in einem Teil die Staubauwerke<br />
in den Entwässerungsgräben wiederhergestellt.<br />
Die Feuchtwiesen in den<br />
Niederungsgebieten werden nun wieder<br />
vernässt. Durch eine ökologische<br />
Bewirtschaftung und Beweidung mit<br />
wenigen Tieren der feuchten Wiesen<br />
erhält die Tier- und Pflanzenwelt einen<br />
wertvollen Lebensraum zurück.<br />
Der ökologische Erfolg in der Zülowniederung<br />
wird durch ein 25-jähriges<br />
Monitoring der Tier- und Pflanzenwelt<br />
dokumentiert. Die Auswirkungen<br />
der ökologischen Aufwertung auf die<br />
Landwirtschaft werden kontinuierlich<br />
ausgewertet, um die Wechselwirkungen<br />
zwischen Ökonomie und<br />
Ökologie im Landschaftsraum Zülowniederung<br />
verträglich aussteuern zu<br />
können.<br />
In Zukunft werden so nicht nur die<br />
Lebensbedingungen für Flora und
→<br />
82 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Rund um den Flughafen Berlin<br />
Brandenburg entsteht ein Landschaftspark<br />
mit wertvollen Lebensräumen für Tiere<br />
und Pflanzen.<br />
Eine von der FBB in der Zülowniederung<br />
geschaffene Fischtreppe verhilft wandernden<br />
Fischarten zu ihrem Recht. Ihre<br />
Reise endete bislang an einem unüberwindlichen<br />
Wehr.<br />
Abschlusspräsentation des Internationalen<br />
Workcamps.<br />
Diese Aufweitung des Zülowkanals durch<br />
die FBB lässt die Fließgeschwindigkeit<br />
sinken. So entstehen Lebensräume für<br />
andere Arten.<br />
Fauna verbessert, auch für die Nachbarn<br />
im Umfeld des BER entwickelt<br />
sich der Naturraum Zülowniederung<br />
zu einem attraktiven Erholungsraum.<br />
Umwelt-Workcamp<br />
Mit Unterstützung der FBB findet in<br />
<strong>2015</strong> bereits seit 11 Jahren jährlich ein<br />
internationales Workcamp junger<br />
Menschen statt, die sich rund um die<br />
Gemeinde Rangsdorf für die Naturund<br />
Tierwelt engagieren. Im Sommer<br />
<strong>2015</strong> legten 18 Jugendliche aus 13 Nationen<br />
einen historischen Parkweg an<br />
und wnahmen den Bestand von rund<br />
250 Bäumen mit Hilfe eines Katasters<br />
auf, um sie dann mit Plaketten zu<br />
markieren.<br />
Wertvolle Grünflächen<br />
Darüber hinaus hat die FBB in den<br />
Nach bargemeinden historische Parks<br />
und Grünanlagen instand gesetzt oder<br />
weiter entwickelt. Dabei handelt es sich<br />
um die historischen Gutsparks in Dahlewitz<br />
und Großziethen sowie die neu<br />
angelegten Parkanlagen In den Gehren,<br />
Am Dörferblick und Am Vogelwäldchen<br />
in Schönefeld. Die FBB wird in<br />
den kommenden 25 Jahren sicherstellen,<br />
dass sich diese als Kompensation<br />
für den Flughafenausbau geschaffenen<br />
Grünflächen optimal entwickeln.<br />
Lebensraum für Tiere<br />
und Pflanzen<br />
Für jeden Baum, der auf dem Baufeld<br />
weichen musste, wurden im Umfeld<br />
des Flughafens neue Bäume gepflanzt.<br />
Wertvolle Bäume konnten mit aufwändigen<br />
Verfahren geschützt und<br />
erhalten werden.<br />
Beim Bau des Flughafens Berlin Brandenburg<br />
hat das Unternehmen mit<br />
großem Aufwand besonders geschützte<br />
Tierarten wie Amphibien und Fledermäuse<br />
kartiert, in der Bauplanung<br />
berücksichtigt oder in Ersatzlebensräume<br />
umgesiedelt. Mehrere Tausend<br />
Exemplare besonders gefährdeter und<br />
geschützter Arten wie Knoblauchkröte<br />
und Moorfrosch wurden vor Baubeginn<br />
in ihren angestammten Lebensräumen<br />
eingesammelt und in neu<br />
angelegte Ersatzgewässer umgesiedelt.<br />
Die Entwicklung der Amphibien in<br />
den neuen Gewässern wurde kontinuierlich<br />
von Biologen überwacht. Mittlerweile<br />
ist die dauerhafte Ansiedlung<br />
der Tiere in den neu geschaffenen<br />
Teichen erfolgreich abgeschlossen.<br />
In einigen ungenutzten Gebäuden des<br />
alten Flughafens Schönefeld und in<br />
zahlreichen, im Zuge des Ausbaus zur<br />
Fällung vorgesehenen alten Bäumen<br />
hatten Fledermausarten wie Zwerg-
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 83<br />
←<br />
Mit artenreichen Blühstreifen vernetzt die FBB in der Zülowniederung Lebensräume.<br />
fledermaus und Großer Abendsegler<br />
ihr Sommerquartier. Bevor Gebäude<br />
abgerissen und Bäume gefällt wurden,<br />
ließ das Unternehmen das Baufeld<br />
zum Schutz der seltenen Kleinsäuger<br />
um fassend untersuchen. Bäume, in<br />
denen Fledermäuse saßen, wurden<br />
gekennzeichnet und erst gefällt, nachdem<br />
die Fledermäuse in ihre Winterquartiere<br />
gezogen waren. Der Flughafen<br />
Berlin Brandenburg hat das Rotberger<br />
Becken, ein Regenrück haltebecken<br />
östlich des Flughafen ge län des,<br />
erweitert und ökologisch auf gewertet,<br />
und damit einen neuen Lebens raum<br />
für Fledermäuse geschaffen.<br />
Landschaft<br />
Mehrere landschaftlich reizvolle Gutsparks<br />
im Umfeld des Flughafens wurden<br />
in den vergangenen Jahrzehnten<br />
vernachlässigt oder gärtnerisch verändert.<br />
Im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen<br />
hat die Flughafengesellschaft<br />
diese kulturlandschaftlichen Kleinode<br />
nach historischem Vorbild wiederhergestellt<br />
und ökologisch aufgewertet.<br />
Heute können sich dort die Bürger in<br />
attraktiv gestalteten Grünanlagen erholen.<br />
Zugleich bieten die Parks vielen<br />
Tieren und Pflanzen eine Heimat.<br />
Die Erneuerung des rund 25.000<br />
Quadratmeter großen Gutsparks<br />
Großziethen berücksichtigte die<br />
kultur historische Bedeutung des Geländes<br />
ebenso wie dessen ungenutzte<br />
ökologische Potenziale. In dem Areal<br />
mit einem wertvollen Altbaumbestand<br />
und Relikten der Mitte des 19. Jahrhunderts<br />
angelegten Parkanlage wurden<br />
das ursprüngliche Wegesystem<br />
und die alten Sichtachsen wiederhergestellt.<br />
Darüber hinaus wurde der<br />
Schweinepfuhl entschlammt sowie<br />
Spiel- und Obstwiesen neu angelegt.<br />
Der in den Gutspark integrierte<br />
Kinderbauernhof bietet Kindern<br />
und ihren Eltern eine wohnortnahe<br />
Erholung und Kontakt mit Tieren. So<br />
bildet der von der FBB neu gestaltete<br />
Gutspark heute das attraktive Zentrum<br />
am Dorfanger von Schönefeld-Großziethen.<br />
Auch der jahrzehntelang brachliegende,<br />
gut 73.000 Quadratmeter<br />
große denkmalgeschützte Gutspark<br />
Dahlewitz in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow<br />
wurde im Zuge der<br />
Kompensationsmaßnahmen nach<br />
historischem Vorbild rekonstruiert.<br />
Dabei wurden die historischen Wegbeziehungen<br />
wiederhergestellt, knapp<br />
zwei Kilometer neue Wege angelegt,<br />
das Teich- und Grabensystem wiederbelebt,<br />
vier Brücken gebaut und<br />
Wiesenflächen von über 10.000 Quadratmetern<br />
geschaffen. Die vielfältigen<br />
Lebensräume für Tiere und Pflanzen,<br />
die durch die Verwilderung des Gelän-
→<br />
84 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Rund um den Flughafen Berlin<br />
Brandenburg entsteht ein Landschaftspark<br />
mit wertvollen Lebensräumen für Tiere<br />
und Pflanzen.<br />
Gutspark Großziethen.<br />
Wildpferde beweiden die Ausgleichsflächen<br />
der FBB.<br />
des entstanden waren, blieben weitgehend<br />
erhalten und werden behutsam<br />
weiterentwickelt.<br />
Von einer Anhöhe aus lassen sich in<br />
dem 280.000 Quadratmeter großen<br />
Landschaftspark „In den Gehren“ seit<br />
März <strong>2015</strong> Wildpferde beobachten,<br />
deren Weideflächen von Gehölzen<br />
umgeben sind. Im Landschaftspark<br />
„Am Dörferblick“ können Kinder und<br />
Erwachsene auf 150.000 Quadratmetern<br />
mithilfe unterschiedlicher<br />
Aktionsfelder die Natur entdecken.<br />
Der Park grenzt an den aus Kriegstrümmern<br />
angeschütteten, 86 Meter<br />
hohen Berg „Dörferblick“ auf dem<br />
ein wertvolles Biotop entstand, das<br />
heute zahlreichen seltenen Vogelarten<br />
Lebensraum bietet.<br />
Grünflächen am BER<br />
Auch bei der Gestaltung der neuen<br />
Grünanlagen auf dem Gelände des<br />
Flughafens spielen Landschaftsästhetik<br />
und ökologische Wertigkeit<br />
eine zentrale Rolle. So entstand im<br />
Bereich der Midfield Gardens östlich<br />
des Terminals eine typisch märkische<br />
Landschaft mit Sanddünen und<br />
Kiefern. Die Verbindungsachsen im<br />
repräsentativen Bereich der Airport<br />
City werden durch die für den städtischen<br />
Raum typischen Lindenalleen<br />
gesäumt. Die Lindenalleen umfassen<br />
auch den zentral gelegenen Willy-<br />
Brandt-Platz, der am südlichen Rand<br />
von einem über 100 Meter langen<br />
Wassertisch gefasst wird. Insgesamt<br />
wurden auf dem Gelände des Flughafens<br />
über 1.300 Bäume gepflanzt, die<br />
die Struktur des Areals prägen und<br />
einen wichtigen Beitrag für das Mikroklima<br />
am Flughafen leisten.<br />
Versiegelungsabgabe<br />
Die mit dem Neubau des Flughafens<br />
verbundenen Flächenversiegelungen<br />
gleicht die Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH durch Zahlungen von<br />
35 Millionen Euro an den Naturschutzfonds<br />
des Landes Brandenburg aus.<br />
Mit diesen Mitteln werden Naturschutzprojekte<br />
in den Nachbargemeinden<br />
des Flughafens und anderen<br />
Regionen Brandenburgs finanziert.
<strong>Umweltbericht</strong> Ansprechpartner <strong>2015</strong> | 85 <br />
Ansprechpartner<br />
Bei Fragen rund um das Thema Umwelt<br />
bei der Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH helfen die Mitarbeiter<br />
der FBB gern weiter.<br />
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Flughafen Schönefeld<br />
12521 Berlin<br />
Umwelt: 030 6091 73010<br />
umwelt@berlin-airport.de<br />
Schallschutz: 030 6091 73500<br />
schallschutz@berlin-airport.de<br />
Jochen Heimberg<br />
Abteilungsleiter Umwelt<br />
Umweltmanagement, Umweltkommunikation,<br />
Nachhaltigkeit<br />
Dr. Kai Johannsen<br />
Teamleiter Immissionsschutz<br />
Beauftragter für Lärmschutz<br />
und Luftreinhaltung<br />
Karsten Holtmann<br />
Teamleiter Umweltplanung<br />
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen,<br />
Grünplanung<br />
Jörg Weyden<br />
Energieeffizienz und Klimaschutz<br />
Umweltabteilung<br />
Richard Klauß<br />
Vogelschlag- und Wildtiermanagement<br />
Operations<br />
Stephanie Stenzel<br />
Betriebliches Abfallmanagement<br />
Property Management<br />
Guido Jost<br />
Gewässerschutzbeauftragter<br />
Entwässerungsplanung und -Ausbau<br />
Facility Management<br />
Peter Lehmann<br />
Schallschutzbeauftragter<br />
Abteilung Schallschutz
→<br />
86 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Umweltdaten<br />
Flughafen Schönefeld (ab 2012 inkl. BER)<br />
Flugbetrieb<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Flugbewegungen Anzahl 71.758 65.267 70.325 76.153<br />
Passagiere Anzahl 7.097.274 6.727.306 7.292.517 8.526.268<br />
Luftfracht t 5.206 7.369 7.827 8.128<br />
Luftpost t 1.126 7 7 6<br />
Verkehrseinheiten VE 7.160.592 6.801.062 7.370.863 8.607.612<br />
Mitarbeiter<br />
Mitarbeiter Anzahl 996 1.117 1.251 1.271<br />
Energie<br />
Energieverbrauch, gesamt (Erdgas,<br />
Heizöl, Fernwärme, Elektroenergie)<br />
MWh 145.673 151.687 136.801 128.414<br />
Erdgas MWh 687 0 0 0<br />
Heizöl 1 MWh 58 0 0 0<br />
Fernwärmebezug MWh 59.228 62.304 53.686 57.742<br />
Fernkältebezug MWh 7.350 10.740 11.015<br />
Elektroenergiebezug MWh 78.350 78.643 72.100 70.672<br />
Anteil an Grünstrom MWh 41.031 36.225 37.831 37.145<br />
Energieverbrauch, gesamt pro<br />
Verkehrseinheit<br />
Wasser<br />
kWh/VE 20,3 22,3 18,6 14,9<br />
Trinkwasserverbrauch m³ 272.730 218.070 230.385 228.598<br />
Abwasseraufkommen m³ 177.015 198.851 190.939 204.645<br />
Abfall*<br />
Abfallaufkommen, gesamt t 4.076 3.621 1.671 137.273<br />
gefährliche Abfälle t 2.734 1.495 192 1.637<br />
nicht gefährliche Abfälle t 1.342 2.126 1.479 135.636<br />
Luftfahrzeugenteisung 2012/2013 2013/2014 2014/<strong>2015</strong> <strong>2015</strong>/2016<br />
Flüssigenteiser (Typ I) l 510.284 156.415 171.541 194.691<br />
Flüssigenteiser (Typ II) l 514.305 107.276 70.477 85.125<br />
Flugbetriebsflächenenteisung<br />
Flüssigenteiser (Kaliumformiat) t 819 295 355 394<br />
Feststoffenteiser (Natriumformiat) t 517 166 200 208<br />
* Angaben Abfall ohne Baustelle BER<br />
1<br />
Bis Sept. 2010 erzeugte die FBB Fernwärme in einem eigenen Kraftwerk. Danach erfolgte die Versorgung durch die Blockheizkraftwerke der Eon.edis, deren Verbrauch unter Fernwärme,<br />
Fernkälte und Elektroenergiebezug ausgewiesen wird. Der Erdgasbezug 2012 weist den Verbrauch für die Beheizung der Zentralen Baustelleneinrichtung aus. Die provisorischen Check-in-<br />
Schalter wurden während des Probebetriebs mit Heizöl beheizt.
<strong>Umweltbericht</strong> <strong>2015</strong> | 87<br />
←<br />
Umweltdaten<br />
Flughafen Tegel<br />
2012 2013 2014 <strong>2015</strong><br />
Flugbetrieb<br />
Flugbewegungen Anzahl 171.114 174.763 182.197 184.457<br />
Passagiere Anzahl 18.164.203 19.591.849 20.688.016 21.005.196<br />
Luftfracht t 26.933 27.870 35.560 35.108<br />
Luftpost t 4.226 5.454 5.348 4.522<br />
Verkehrseinheiten VE 18.475.800 19.925.074 21.097.101 21.401.499<br />
Mitarbeiter<br />
Mitarbeiter Anzahl 359 476 489 526<br />
Energie<br />
Energieverbrauch, gesamt (Erdgas,<br />
Heizöl, Fernwärme, Elektroenergie)<br />
MWh 100.864 91.536 84.138 88.128<br />
Erdgas MWh 46.689 46.981 40.580 44.851<br />
Heizöl MWh 2.227 2.111 992 757<br />
Fernwärmebezug MWh 1.109 1.103 917 930<br />
Elektroenergiebezug MWh 50.839 41.341 41.649 41.590<br />
Energieverbrauch, gesamt pro Verkehrseinheit<br />
Wasser<br />
kWh 5,5 4,6 4,0 4,1<br />
Trinkwasserverbrauch m³ 257.860 246.613 216.966 273.213<br />
Abwasseraufkommen m³ 270.405 319.677 259.286 257.581<br />
Abfall<br />
Abfallaufkommen, gesamt t 3.245 17.453 3.039 3.066<br />
gefährliche Abfälle t 848 2.154 456 723<br />
nicht gefährliche Abfälle t 2.397 15.299 2.583 2.343<br />
Luftfahrzeugenteisung 2012/2013 2013/2014 2014/<strong>2015</strong> <strong>2015</strong>/2016<br />
Flüssigenteiser (Typ I) l 1.153.613 326.567 328.972 315.397<br />
Flüssigenteiser (Typ II) l 1.029.291 253.714 163.216 196.225<br />
Flugbetriebsflächenenteisung<br />
Flüssigenteiser (Kaliumformiat) t 1.202 425 397 578<br />
Feststoffenteiser (Natriumformiat) t 695 210 222 271
→<br />
88 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
Berichtsprofil<br />
Impressum<br />
Der vorliegende Bericht richtet sich<br />
an die Anwohner im Flughafenumfeld,<br />
Verbände und Initiativen,<br />
kommunale Mandatsträger und<br />
Behörden sowie unsere Gesellschafter<br />
und die Mitarbeiter des Unternehmens.<br />
Wir wollen einen Überblick<br />
über die wesentlichen Umweltaspekte<br />
und Aktivitäten geben, die in Zusammenhang<br />
mit unseren Tätigkeiten<br />
stehen. Der Bericht erscheint jährlich.<br />
Der letzte Bericht erschien für das<br />
Berichtsjahr 2014. Die Berichtsperiode<br />
des vorliegenden Berichts umfasst<br />
den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis<br />
31. Dezember <strong>2015</strong>.<br />
Die Daten umfassen die drei Standorte<br />
der Flughafen Berlin Brandenburg<br />
GmbH, die Flughäfen Schönefeld,<br />
Tegel sowie den Flughafen Berlin<br />
Brandenburg.<br />
Herausgeber:<br />
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH<br />
12521 Berlin<br />
www.berlin-airport.de<br />
www.facebook.com/berlinairport<br />
www.twitter.com/berlinairport<br />
www.direktzumber.de<br />
Tel. +49 (0)30 | 6091-1150<br />
V.i.S.d.P.: Lars Wagner<br />
Tel. +49 (0)30 | 6091-70100<br />
Fax: +49 (0)30 | 6091-70070<br />
E-Mail: pressestelle@berlin-airport.de<br />
Konzept/Redaktion: Jochen Heimberg<br />
Grundlayout: Scholz & Friends<br />
Gestaltung, Realisation:<br />
andesee Werbeagentur GmbH & Co. KG<br />
Fotos, Abbildungen:<br />
andesee Werbeagentur GmbH & Co. KG: S. 12, 13, 17, 19, 21, 39,<br />
65, 69, 72, 76 und sämtliche Tabellen und Diagramme<br />
Manfred Delpho: Titel<br />
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: S. 22, 23, 24/25, 26/27,<br />
28/29, 32, 38, 40, 41, 44, 46/47, 48/49, 52, 58, 80, 82/83, 84<br />
Holger Hackenberg/HHDigital: S. 56/57<br />
jala/photocase: S. 78/79<br />
Kierok: S. 42<br />
Matt Kunz/istockphoto: S.<br />
naka/fotolia: S. 10<br />
Alexander Obst/Marion Schmieding: S. 3, 20<br />
shutterstock: S. 61<br />
UMW Umweltmonitoring: S. 59<br />
Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg: S. 4, 6, 8, 14,<br />
30, 36, 60, 62, 70, 71, 74, 84, 85<br />
Stand: August 2016
www.berlin-airport.de