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Facetten Mai 2014

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Ausgabe 26 • Mai 2014

Sozialgruppe Kassel

Kasseler Werkstatt · Kindertagesstätte Georg-Wündisch-Haus · Seniorenzentrum Unterneustadt · Tagespflege am Holzmarkt · Pro Dokument

Mai 2014 | Facetten 26 1


Ihr Dienstleistungsunternehmen

für die Beförderung von

Menschen mit Behinderungen

wünscht stets

eine gute, angenehme

und vor allem sichere Mitfahrt.

dienstags/freitags 9–14 Uhr


Gastbeitrag

Unverzichtbar für die Region

Sozialgruppe Kassel: geschätzter und wertvoller Partner

Es ist in Kassel gute Tradition, dass die Leitung

des Gesundheitsamtes im Vorstand des

Vereins Sozialgruppe Kassel e. V. Mitglied ist.

Ich habe daher diese Funktion von meinem

Vorgänger im Amt, Dr. Albrecht Letz, sehr

gern und bewusst übernommen, um das

gute Verhältnis zwischen der Sozialgruppe

Kassel und dem Gesundheitsamt zu pflegen

und fortzuentwickeln.

Warum ich die Sozialgruppe Kassel für

unverzichtbar halte? Das ist leicht zu erklären.

Als Leiterin des Gesundheitsamtes

Region Kassel bin ich dafür zuständig,

dass für alle Bürgerinnen und Bürger gesundheitsförderliche

Lebensbedingungen

unterstützt, gefördert und erhalten werden.

Dabei konzentrieren wir uns naturgemäß

auf benachteiligte Bevölkerungsgruppen,

denn sie bedürfen am meisten der Ermutigung

und Unterstützung. Und genau dabei

ist uns der Verein Sozialgruppe Kassel seit

Jahrzehnten ein geschätzter und wertvoller

Partner.

Durch ihre vielfältigen Einrichtungen bietet

die Sozialgruppe Kassel insbesondere behinderten

Menschen Entwicklungs-, Arbeitsund

Lebensbedingungen, die geeignet sind,

das Selbstbewusstsein, das Ansehen und auch

die Teilhabe Benachteiligter, auch im Produktionsprozess,

sowie die

Sinnfindung und das

Eingebundensein in die

Gesellschaft zu fördern.

Diese Arbeit der Sozialgruppe

Kassel erachte

ich als engagierte

Bürgerin wie auch in

meiner Funktion als

leitende Ärztin des Gesundheitsamtes

Region

Kassel als sehr wertvoll.

Die Einrichtungen der

Sozialgruppe Kassel, sei

es die Werkstatt, die Tagespflege,

die stationäre

Altenpflege und andere,

leisten einen bedeutenden

Beitrag zur Integration und Teilhabe von

Menschen, die dabei besonderer Unterstützung

bedürfen.

Dabei gestaltet sich die Zusammenarbeit

der Sozialgruppe Kassel mit dem Gesundheitsamt

Region Kassel direkt, unkompliziert

und zielorientiert. Deshalb bleibe ich dabei:

Die Sozialgruppe Kassel e. V. – unverzichtbar

für die Region!

Dr. Karin Müller

(Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel)

Intro

Liebe Leserinnen und Leser,

die vergangen zwei Jahre waren durch den Neubau des Seniorenzentrums Unterneustadt und den Umzug

aus dem Renthof dorthin sowie durch die Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag des Vereins geprägt –

und zeitweise sehr anstrengend. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihren engagierten und auch

erfolgreichen Einsatz.

In dieser Ausgabe der Facetten kommen viele Menschen zu Wort, die die Sozialgruppe Kassel e. V. ausmachen.

Menschen, die sich einbringen und alle einen wichtigen Beitrag leisten zur gesellschaftlichen

Teilhabe von Menschen mit Behinderung, zur Gestaltung eines würdigen, lebenswerten Lebens. Ich

wünsche Ihnen viel Freude bei der (lesenden) Begegnung mit diesen Menschen.

Gerald Reißmann (Vorstandsvorsitzender Sozialgruppe Kassel)

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Sozialgruppe Kassel

So etwas wie die Innenministerin

Vorstandsmitglied Claudia Benz

Claudia Benz ist eine Frau der ersten Stunde,

die die Sozialgruppe Kassel (SGK) bis in

die feinsten Verästelungen kennt. Vor 37 Jahren

hat das heutige Vorstandsmitglied und

die Stellvertreterin von Vorstandschef und

Geschäftsführer Gerald Reißmann als gerade

einmal 20-jährige Buchhalterin beim damaligen

Verein für Volkswohl angefangen,

war eher zufällig in die soziale Einrichtung

gerutscht. Und ist geblieben.

Dabei bildet der Vorstandsposten, den

Claudia Benz seit vier Jahren bekleidet, nur

den kleineren Teil ihrer Arbeit ab. Die meiste

Energie steckt sie als Chefin der Finanzbuchhaltung

ins ,liebe Geld’. Gut 20 Millionen

Euro bewegt sie jährlich zusammen mit ihren

Kolleginnen Manuela Jäger und Bianca

Meerländer. Das Trio sorgt unter anderem

dafür, dass die rund 260 Beschäftigten der

SGK pünktlich ihren Lohn bekommen, dass

die Rechnungen der Einrichtungen bezahlt

werden und die Leistungen der über 800 betreuten

Menschen abgerechnet werden. „Uns

wird nicht langweilig“, sagt Claudia Benz

und zeigt ein sympathisches Lachen.

Im Vorstand arbeiten die beiden Hauptamtlichen

zusammen, vertreten einander im Urlaub

und haben doch ihre speziellen Aufgabengebiete.

Claudia Benz augenzwinkernd:

„Wenn Gerald Reißmann unser Außenminister

ist, dann bin ich die Innenministerin.“

Die Personalpolitik gehört zu ihrem Aufgabenfeld,

Einstellungen, Entlassungen und

eine Unmenge an Kleinigkeiten, die in den

Einrichtungen zu klären und zu entscheiden

sind.

Das ist immer fordernd, manchmal anstrengend

und selten einfach. „Man muss Prioritäten

setzen können, was sofort erledigt werden

muss und was etwas Zeit hat. Aber ich mache

das alles auch nach 32 Jahren in einer Führungsposition

immer noch sehr, sehr gern.“

Mit der Eröffnung des Seniorenzentrums

Unterneustadt ist die größte Aufgabe der vergangenen

Jahre abgeschlossen. Aber neue

stehen schon vor der Tür, etwa der mögliche

Neubau für die Pro Dokument gGmbH. Doch

wenn der kommt, wird Claudia Benz den Job

mit gewohntem Optimismus angehen: „Ich

habe schon so viel gebaut, das klappt schon.“

Der Liebe wegen war die gebürtige Heidelbergerin

1977 nach Kassel gekommen, mit

ihrem Mann, einem Elektroingenieur, hat sie

einen 29-jährigen Sohn, der als Informatiker

arbeitet. Gemeinsam mit ihrem Mann treibt

es sie immer wieder in die Ferne, etwa nach

Mexiko oder aufs Kreuzfahrtschiff. Mit Joggen

und Fitness-Studio hält sie sich körperlich

fit, mit Lesen und Musikhören bewahrt

sich Claudia Benz die geistige Beweglichkeit,

mit der sie ihren Führungsjob noch einige

Jahre ausfüllen möchte.

tst

Die Finanzbuchhaltung der Sozialgruppe (v. l.):

Manuela Jäger, Claudia Benz, Bianca Meerländer.

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Seniorenzentrum Unterneustadt

Freundliches, würdiges Zuhause

Seniorenzentrum Unterneustadt feierlich eröffnet

Über hundert geladene Gäste haben sich

am 11. Dezember mitten in den Weihnachtsvorbereitungen

Zeit genommen, um an

der Eröffnung des neuen Seniorenzentrums

Unterneustadt teilzunehmen. „Nun ist der

Renthof Geschichte“, sagte Verwaltungsratsvorsitzende

Ilona Caroli. Ein mehrjähriger

Marathon- und Hindernislauf sei erfolgreich

und innerhalb des Kostenrahmens von

9,5 Mio. Euro beendet worden. Besonderer

Dank gebühre dem spiritus rector Gerald

Reißmann (Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer

der Sozialgruppe Kassel). Im

Juli 2013 bereits haben 80 BewohnerInnen

ihr neues freundliches und würdiges Zuhause

bezogen (siehe Berichte in Facetten 25).

Sozialdezernent und Stadtkämmerer Dr. Jürgen

Barthel betonte die hervorragenden Bedingungen

am neuen Platz, der den hohen

Anforderungen einer demografisch sich wandelnden

Gesellschaft gerecht würde sowie

modernen Pflegestandards und dem Leben in

einer Gemeinschaft Basis böte. Mitten in der

bunten Lebenswelt der Unterneustadt habe

die Sozialgruppe einem Raum geschaffen, der

offen sei für ein Konzept im Fluss.

Brigitte Mandt von der ARP Architektenpartnerschaft

Stuttgart übergab Schlüssel

und Verantwortung an die alte und neue

Einrichtungsleiterin Martina Dittel, die sich

ihrerseits für das in sie gesetzte Vertrauen bedankte:

Sie sei von der Grundstückswahl bis

zur Möblierung in alle Entscheidungen involviert

gewesen.

Im Seniorenzentrum Unterneustadt leben

80 SeniorInnen in acht Hausgemeinschaften

auf vier Etagen, die jeweils anders möbliert

sind. Fünf Wohnungen sind frei vermietet,

es gibt eine Bäckerei, eine Kindertagesstätte,

eine Kneipe – und viel Raum für ein die Generationengrenzen

sprengendes Leben.

Kirsten Alers

Übergabe des Schlüssels und der Verantwortung an Martina Dittel, Heimleiterin Seniorenzentrum

Unterneustadt (links), und Gerald Reißmann, Vorstandsvorsitzender Sozialgruppe Kassel e. V. (rechts)

durch Burghardt Illig und Brigitte Mandt, ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart.

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Seniorenzentrum Unterneustadt

Un nu – als zu, ne wohr?

Eine besondere Stadtrundfahrt

Eine Stadtrundfahrt in Kasseler Mundart

– die BewohnerInnen des Seniorenzentrums

Unterneustadt waren von der Idee begeistert.

Alles war gut geplant und organisiert. Aufgeregt

und sehr neugierig machte man sich

am 19. Februar auf den Weg.

Der Veranstalter, das Reiseunternehmen

Fredrich, setzte für diese Fahrt seinen neuen

Behindertenbus ein, so dass auch RollstuhlfahrerInnen

an der Tour teilnehmen konnten.

An alles war gedacht. Auch an Proviant

und Getränke, selbstverständlich passend

zum Anlass typisches Kasselänerisches wie

Ahle Worscht.

Die BewohnerInnen ließen sich vom Reiseführer

in Kasseläner Mundart bekannte und

unbekannte Ecken unserer schönen Stadt

zeigen und erklären, wobei natürlich auch

der Herkules nicht fehlen durfte. Oben auf

dem Herkules angekommen, genossen wir

die schöne Aussicht und ließen uns den kleinen

Imbiss mit Ahler Worscht, Schmalzbrot

und saurer Gurke, Kaffee und diversen Erfrischungsgetränken

gut schmecken.

Die BewohnerInnen waren sehr interessiert

und haben die Beiträge zu den einzelnen

Sehenswürdigkeiten eifrig kommentiert.

Kleine Anekdoten wurden erzählt, es wurde

natürlich geschnuddelt und viel gelacht. Zurück

im Haus waren alle guter Laune und

äußerten: ,,Das war ja wirklich eine besondere

Stadtrundfahrt.“

Erika Thurau (Betreuungskraft)

Die Drei von der Putzstelle

Betriebsintegrierte Beschäftigungplätze in der Sozialgruppe Kassel

Wenn es im Seniorenzentrum in der Unterneustadt

auf Flur und Zimmern vor Sauberkeit

blitzt, die Toiletten mit den Badezimmern

um die Wette glänzen und die blitzblanken

Fenster ungetrübte Blicke auf Kassel gewähren,

dann haben die drei von der Putzstelle

wieder einen guten Job gemacht.

Nils Caßelmann (25)*, Masood Anwar (30)

und Lukasz Maczkowski (26) sind drei Raumpfleger

der Kasseler Werkstatt (KSW), die seit

Juli vergangenen Jahres im Seniorenzentrum

arbeiten und seit 1. September dort fest und

unbefristet angestellt sind. Sie bekleiden betriebsintegrierte

Beschäftigungsplätze innerhalb

der Sozialgruppe Kassel (siehe auch Text

zur Bäckerei Apel).

Pflegedienstleiterin Regina Scarbrough hat

die drei jungen Männer problemlos ins zuvor

sechsköpfige Reinigungsteam integriert und

ist sehr zufrieden mit ihrem Arbeitseinsatz.

Genug zu tun gibt es für die neun PflegespezialistInnen:

Immerhin sind 80 Zimmer und

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Seniorenzentrum Unterneustadt

gut 6.000 qm Fläche in Schuss zu halten.

Und dieser Aufgabe widmet sich das Trio

mit Feuereifer: „Hier bin ich wie zuhause!“

Der wortgewandte Nils Caßelmann strahlt;

er hat schon beim Umzug vom früheren

Heim-Standort Renthof in die Unterneustadt

mit angepackt und einfach Freude am Umgang

mit den alten Menschen. „Ich werde

immer freundlich begrüßt, wenn ich in die

Zimmer komme.“

Auch Masood Anwar sagt: „Ich fühle mich

hier wohl, auch wenn das Putzen ein harter

Job ist. Aber alles muss ja sauber sein.“

Lukasz Maczkowski kämpft manchmal

mit dem frühen Arbeitsbeginn um 7.30 Uhr,

doch wenn er erst mal in Schwung ist, gefällt

ihm die Arbeit: „Die Leute sind sehr nett und

ich weiß, was ich machen muss.“

Von den 50 MitarbeiterInnen des Heimes

seien die drei Raumpfleger freundlich aufgenommen

worden, berichtet Regina Scarbrough,

sie gehörten wie selbstverständlich

dazu. „Wir haben sehr gute Erfahrung mit

der Integration unserer KSW-Mitarbeiter“, so

die Pflegedienstleiterin.

Zum ersten Mal hat die Sozialgruppe selbst

betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze nach

dem Hessischen Übergangspapier für KSW-

Mitarbeiter geschaffen und gibt so drei Menschen

mit Behinderung die Möglichkeit, sich

Betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze in der

Sozialgruppe Kassel haben (von links): Masood

Anwar, Lukasz Maczkowski, Nils Caßelmann.

auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren

(siehe Kasten Seite 9).

Schwere Momente gibt es auch, etwa wenn

eine betagter Bewohner stirbt. „Das ist traurig,

aber in einem Altenheim gehört das

dazu. Es ist hart, aber wir wissen, dass das

Leben irgendwann zu Ende geht“, sagt Nils

Caßelmann. Um mit dem Tod besser umgehen

zu können, haben die jungen Männer

extra einen Kurs besucht.

Wer im Zwei-Schicht-Betrieb arbeitet, der

muss sich auch erholen können. Nils Caßelmann,

gebürtiger Kasselaner und seit 2005

KSW-Mitarbeiter, kocht gern und trommelt

afrikanische Rhythmen. Masood Anwar

wurde in Dortmund geboren und nennt grinsend

„Einkaufen“ als Hobby. Und Lukasz Maczkowski,

der vor 16 Jahren aus Polen nach

Kassel kam, zeichnet gern und sprüht Graffiti.

Und macht gern, was auch seine beiden

Arbeitskollegen gern machen: mit Kumpeln

abhängen.

tst

* Vorübergehend arbeitet Nils Caßelmann im

Moment wieder in der KSW.

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Kasseler Werkstatt

„Die drei gehören zu uns“

Betriebsintegrierte Beschäftigungplätze in der Bäckerei Apel

Ekatharina Frescher (links), Aydan Uslu (vorne)

und Alexandra Baldus (rechts) arbeiten auf betriebsintegrierten

Beschäftigungsplätzen in der

Bäckerei Apel in Niestetal. Integriert werden sie

von Betriebschefin Katja Thiele-Hann und betreut

von Integrationsfachkraft Andreas Schuller.

Das ist ein ordentlicher Berg Arbeit für drei

Frauen: Täglich sind gut 2.000 Kunststoff-

Brotkörbe zu waschen und zu trocken, dazu

eine große Zahl Backbleche, die von der Bäckerei

Apel in Niestetal jeden Tag mit leckeren

Kuchen belegt werden. Doch in der Einschätzung

ihres Jobs sind sich die drei einig:

„Die Arbeit ist richtig schön!“

Weil es Ekatharina Frescher (23), Aydan

Uslu (22) und Alexandra Baldus (42) keinen

rechten Spaß machte, in der Kasseler Werkstatt

(KSW) zu arbeiten, hat sich Andreas

Schuller ordentlich ins Zeug gelegt, um dem

Trio betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze

zu besorgen. Bei Katja Thiele-Hann und

ihrem Mann Michael Hann stieß Schuller,

Fachkraft für berufliche Integration in der

KSW, auf offene Ohren.

Seit einigen Monaten verstärkt das fröhliche

Frauen-Trio die rund 60 Köpfe starke Belegschaft

in der Produktion der Großbäckerei,

von der aus 47 Filialen im nördlichen Hessen

mit Backwaren versorgt werden. „Die drei gehören

zu uns, wir empfinden sie als Bereicherung“,

sagt Thiele-Hann, die auch schon früher

KSW-MitarbeiterInnen beschäftigt hat.

Die drei Frauen seien von Anfang an akzeptiert

und aufgenommen worden. „Es gibt

keine Ausgrenzung und keine Diskriminierung.

Wenn es anders wäre, hätte derjenige

auch ein Problem mit mir.“

Dabei plant die Unternehmerin auch langfristig

mit ihren neuen Mitarbeiterinnen: Eine

neue Korbwaschanlage soll angeschafft werden,

die genau auf die Bedürfnisse der drei

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Kasseler Werkstatt

Frauen ausgelegt ist. Immerhin müssen die

täglich von 7 bis 14 Uhr die Körbe säubern – und

das Arbeitsverhältnis ist auf Dauer angelegt.

Entscheidend dafür, dass hier die Integration

von KSW-MitarbeiterInnen in den ersten

Arbeitsmarkt offenbar vorbildlich funktioniert,

ist die Zusammenarbeit zwischen

Thiele-Hann und Schuller. „Ohne Andreas

Schuller wäre das nicht möglich“, sagt die Unternehmerin.

Er suche die richtigen MitarbeiterInnen

aus, halte engen Kontakt zum Unternehmen

und setze die Frauen auch schon

mal auf die richtige Spur, wenn Schnuddelei

und Ablenkung einmal Überhand nehmen.

An der Motivation des Trios gibt es aber

nichts zu bekritteln. Als kürzlich die KVG-

Fahrer streikten und keine Bahnen und Busse

fuhren, organisierten sich die Frauen selbst

den Weg nach Niestetal und waren pünktlich

zur Stelle. Ekatharina Frescher: „Wir treten uns

selbst in den Hintern, wenn wir mal keine Lust

haben oder uns was wehtut.“ Entsprechend

tendiert die Krankheitsquote gegen Null, wie

Thiele-Hann festgestellt hat. So bereiten die

drei Frauen mit guter Arbeit den Boden für

die Beschäftigung von noch mehr KSW-MitarbeiterInnen

in der Bäckerei Apel, etwa in

der bevorstehenden Erdbeer-Saison. Thiele-

Hann würde sogar gern die Ausbildung in

einem Backberuf übernehmen. Aber das, bedauert

sie, habe bislang leider nicht geklappt.

tst

Herzlichen Glückwunsch

Hessisches Übergangspapier (HÜP)

Das HÜP soll WerkstattmitarbeiterInnen den Weg in den

ersten Arbeitsmarkt ebnen und zu betriebsintegrierten

Beschäftigungsverhältnissen führen. Bis zum Jahr 2016

sollen es 1.200 Plätze in Hessen sein. Andreas Schuller,

Integrationsfachkraft der KSW: „Wir haben bereits heute

die geforderten Zahlen für 2016, nämlich 30 sogenannte

betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze zu vermitteln,

erreicht. Dass wir diesen Erfolg verbuchen können,

liegt an der sehr guten Arbeit der Gruppenleitungen, die

jeden Tag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern

und fordern, so dass ich sie auch vermitteln kann. Und

auch ohne die Unterstützung von Seiten der Geschäftsführung

sähen die Zahlen zum heutigen Tag anders

aus.“

zum 50. Geburtstag:

Roland Böhles 1. 1.

Ralf Schimmeyer 10. 2.

Ingeborg Perz 15. 4.

Peter Frankreiter 23. 5.

Frank Schmiedel 7. 6.

zum 25-jährigen

Werkstatt jubiläum

zur Hochzeit

am 25. 4. 2014

Ulli Aretz 29. 5.

Holger Fehr 1. 6.

Gabi und Jörg Schreiber

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Kasseler Werkstatt

Kasseler Werkstatt vorn dabei

Neue Bildungs-Systematik für Werkstätten

Die von der Agentur für Arbeit und der

AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung

Arbeitsförderung) geforderte Neuausrichtung

der beruflichen Bildungsarbeit

in den Werkstätten haben zehn Werkstätten

unterschiedlicher Träger aus mehreren Bundesländern

zum Anlass genommen, ein gemeinsames

Projekt zu initiieren und in ihren

Einrichtungen umzusetzen.

In zwei Jahren Projektlaufzeit entstehen in

zehn Berufsfeldern aus der Werkstatt-Praxis

400 berufliche Qualifizierungs-Einheiten

(QE), die von den Fachkräften vor Ort passgenau

und binnendifferenziert umgesetzt

werden können.

Durch die gemeinsame Verständigung auf

fachlich fundierte, übergreifende Standards

beruflicher Bildung sowie eine einheitliche

Systematik in der Erstellung und Überprüfung

der QE ist ein praxistaugliches Bildungs-

Angebot entwickelt worden.

Den Teilnehmer genau dort abzuholen, wo

er sich im Hinblick auf seine beruflichen Interessen

und persönlichen Fähigkeiten befindet,

war lange Zeit Ziel vieler politischer Initiativen

und gesetzlicher Bemühungen. Dies

ist jetzt mit der ,Neuen Bildungs-Systematik

WfbM’ möglich geworden.

Für folgende Berufsfelder werden QEs entwickelt:

Büroservice/Lettershop, Garten- und

Landschaftsbau, Hauswirtschaft Küche/

House keeping, Hauswirtschaft/Textilpflege,

Holz, Lager/Logistik, Metall, Montage, Verpackung

und Berufsvorbereitende Tätigkeiten.

„Diese QEs sind wichtig, weil berufliche Bildung

in der Kasseler Werkstatt in Zukunft systematisch

sein muss“, sagt Markus Grote, Leiter

des Zentralen Bildungsreferats. „Es muss

klar sein, wer was warum und wie lernen wird.

Durch die Teilnahme an diesem Projekt erfüllen

wir die neuesten Anforderungen, die es für

Werkstätten im Bereich Bildung gibt. Allein

hätten wir dafür viele Jahre gebraucht.“

Das Verbundprojekt hat im Juni 2012 begonnen

und findet Ende Mai 2014 seinen

Abschluss. Die zehn beteiligten Werkstätten

am Verbundprojekt sind: Kasseler Werkstatt,

Caritas Werkstätten Köln, WfbM Aurich-Wittmund

gGmbH, WfbM der Lebenshilfe Halle

e. V., WfbM der Lebenshilfe Hamm e. V., Wittekindshof

– Werkstatt der Diakonischen Stiftung

Wittekindshof, AWO Werkstattverbund Unterbezirk

Ennepe-Ruhr, Caritas-Emstor-Werkstätten

Rheine, Caritaswerkstätten Gladbeck und

Evangelisches Johanneswerk Lüdenscheid.

Volker Alberding

(stell. Leitung Zentrales Bildungsreferat)

Auf den beiden nächsten Abbildungen sind

Ausschnitte aus der QE „Handhabung von

Spanngurten mit Ratsche“ zu sehen. Die gesamte

QE besteht aus 24 Folien, auf denen Schritt für

Schritt der richtige Einsatz dieser Spanngurte bebildert

und mit kurzem Text versehen dargestellt

wird. Mit Hilfe dieser QE können sich erfahrene

MitarbeiterInnen die Handhabung selber erarbeiten

und nicht so erfahrene mit Hilfe der Gruppenfachkraft.

10 Facetten 26 | Mai 2014


Kasseler Werkstatt

Die erste Abbildung gehört zur QE „Anheben,

Tragen und Absetzen von (schweren) Lasten“. Als

weiteres Beispiel zu sehen ist ein Ausschnitt aus

der QE „Differenzierung von Pflanzengruppen“,

entwickelt von Andreas Kropat (Gruppenfachkraft

im Gartenbau).

Wir haben gewählt!

Der neue Werkstattrat seit November 2013

Der Werkstattrat vertritt die Interessen der

Mitarbeiter in einer Werkstatt. Der Werkstattrat

wird von den Mitarbeitern gewählt, das

Personal darf an dieser Wahl nicht teilnehmen.

Alle vier Jahre wird er neu gewählt,

2013 war es wieder so weit: Neue Wahlen

standen an.

Die Wahl des Werkstattrates hat vom

11. bis 13. November 2013 stattgefunden. Es

wurde in allen drei Liegenschaften der Kasseler

Werkstatt gewählt. Die Wahlbeteiligung

lag bei knapp 68 Prozent.

Der neu gewählte Werkstattrat setzt sich

wie folgt zusammen: Anja Burghardt, Sandra

Di Lorenzo, Petra Groß (2. Vorsitzende),

Olaf Haarbusch (1. Vorsitzender), Katja Hohmann

(Schriftführerin), Tanja Kissel, Jennifer

Wenzel. Vertrauensperson ist Heike Klöckl

(Leitung Sozialer Dienst).

Da es im Gartenbau keinen direkten Ansprechpartner

vor Ort gibt, hat der Werkstattrat

beschlossen, den Posten einer Vermittlungsperson

zu vergeben. Diese Aufgabe hat Alexander

Gebbert übernommen. Der Vorsitzende

des Werkstattrates ist nicht direkt von den

Mitarbeitern gewählt worden, sondern in der

ersten gemeinsamen Sitzung des neu gewählten

Werkstattrates von dessen Mitgliedern.

Momentan plant der Werkstattrat, intern

den Posten einer Frauenbeauftragen zu besetzen.

Das erste gemeinsame Projekt war

2014 die Planung der Karnevalsveranstaltung

in der Kasseler Werkstatt.

Tatjana Kissel

Der 2013 neu gewählte Werkstattrat: (vordere

Reihe von links nach rechts) Katja Hohmann,

Tatjana Kissel, Jennifer Wenzel, Sandra Di Lorenzo;

(hintere Reihe von links nach rechts) Petra

Groß, Alexander Gebbert (beratend ohne Stimmrecht),

Anja Burghardt, Olaf Haarbusch.

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Kasseler Werkstatt

Malen, Spielen, Theater

Kreativ-Woche für WerkstattmitarbeiterInnen

Vom 11. bis 15. November 2013 fand eine

Kreativ-Woche in der Akademie Waldschlösschen

in Reinhausen bei Göttingen statt. Fünf Mitarbeiterinnen

der Kasseler Werkstatt haben neben

MitarbeiterInnen aus anderen Werkstätten daran

teilgenommen. Eine der Teilnehmerinnen, Angelika

Kepper, berichtet:

Wir sind gut empfangen worden. Es gab

Zweibettzimmer und Einzelzimmer mit Dusche

und Toilette. Frühstück war um 8.30

Uhr, um 11 Uhr gab es eine Pause von 20 Minuten,

Mittagspause war um 13 Uhr, um 15

Uhr war Kaffeepause, Abendbrot um 18.30

Uhr. Das Essen schmeckte gut. Einmal haben

wir einen Spaziergang gemacht. Nach dem

Frühstück haben wir uns jeden Tag im Tagesraum

getroffen, um zu erfahren, wie der

Tagesablauf ist. Wir wurden gefragt, ob es

uns im Waldschlösschen gefällt, dann haben

wir mit dem Rollenspiel für das Theaterstück

begonnen. Wir haben im Kreativraum selber

Gesichtsmasken und Gipshände gemacht.

Wir haben selber ein Bühnenbild hergestellt

und aufgebaut, das Material wurde uns gestellt:

Farben, Pinsel, Leinwand zum Malen.

Man konnte ein Fantasiebild selber malen.

Die Weihnachtsbäume wurden aus Papier

zugeschnitten, danach mit grüner Farbe bemalt.

Das Stück hieß „Der Christbaumständer“.

Bei dem Theaterstück handelt es sich

um eine Familie: Mutter, Vater, Großmutter,

die Kinder, der Hund namens Dackel, der

Rauscheengel, der Weihnachtsbaumverkäufer,

alle wurden von uns dargestellt. Vor allem

der Weihnachtsbaum war mit Lichterketten

und Weihnachtskugeln als Mensch

verkleidet, er hat sich immer im Raum gedreht,

wenn der Chor gesungen hat: das Lied

„Oh, du fröhliche“. Um 20 Uhr war immer

Spieleabend, und wir haben „Mensch ärger

dich nicht“ oder Karten gespielt. Am letzten

Abend haben wir Musik gehört und dazu getanzt

und Spiele gemacht wie „Die Reise nach

Jerusalem“ und so weiter. Am letzten Tag hat

jeder sich einen Wichtel gebastelt für Zuhause.

Danach haben wir uns den Videofilm

angeschaut von unserem Theaterstück, wir

hatten viel zu lachen und hatten viel Spaß

gehabt. Drei Personen haben uns betreut im

Waldschlösschen, als Dankeschön haben wir

selber Karten gebastelt mit einem geschriebenen

Text für das Küchenpersonal. Als Teilnehmer

waren dabei von der Kasseler Werkstatt:

Angelika Kepper, Petra Deutsch, Regina D.,

Regina Klein und Nicole Heinzemann.

Angelika Kepper (Mitarbeiterin im AB 2)

12 Facetten 26 | Mai 2014


Kasseler Werkstatt

Von moderner Musik inspiriert

Die Tanzmäuse-Powerladies

Wir sind die Tanzmäuse. Manchmal nennen

wir uns auch die Powerladies. Wir existieren

bereits seit vier Jahren und sind eine

weibliche Tanzgruppe. Zurzeit bestehen wir

aus 13 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren.

Unsere Betreuerinnen, Jolanda Czekala-

Mnich und Sarah Ibl, führen uns ein in die

Welt der Tanzchoreografie und Musik, durch

Bewegung und Tanzübungen, die auf unsere

Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnitten

sind. Unsere regelmäßigen Treffen ermöglichen

es uns, unsere Emotionen auszudrücken,

unsere Balance zu entwickeln und zu

stabilisieren, und fördern die Koordinationsfähigkeit

des ganzen Körpers. Wir lernen

dabei ebenfalls, auf die anderen Mitglieder

der Tanzgruppe Rücksicht zu nehmen, sie zu

tolerieren, zu akzeptieren und uns gegenseitigen

Respekt zu erweisen.

Das Tanzen macht uns sehr viel Spaß. Wir

erstellen zusammen mit Jolanda Czekala-

Mnich und Sarah Ibl eine Tanzchoreografie,

die von moderner Musik inspiriert ist.

Die zusammengeschweißten Komponenten

von Bewegung und Musik üben wir fleißig.

Das Ergebnis, unseren Tanz, präsentieren wir

auch gerne vor Publikum, wenn wir so weit

sind. Wir haben schon mehrere Auftritte hinter

uns. Natürlich begleitet uns stets das Lampenfieber,

mit dem wir lernen umzugehen.

Am 24. Oktober 2013 wurden wir zum

Tanzfest nach Schwalmstadt-Treysa eingeladen.

Dort konnten wir erleben, was Kampfgeist

und Konkurrenz bedeutet. 17 Tanzgruppen,

die aus ganz Hessen angereist sind (250

Menschen aus hessischen Werkstätten für

Behinderte), haben ihr Bestes gegeben. Das

breite Spektrum der Darbietungen reichte von

internationalen Volkstänzen bis hin zur Rockund-Pop-Choreografie.

Vielfältig waren dabei

nicht nur die verschiedenen Tänze, auch die

bunten Outfits von orientalischen Bauchtänzerinnen,

Cowboys, Indianern und märchenhaften

Zwergen brachten uns zum Staunen.

Wir, die Tanzmäuse-Powerladies, durften

auch zeigen, was wir bereits gelernt haben.

Dabei stellten wir fest, dass unsere Tanzgruppe

gar nicht mal so schlecht ist. Während unseres

Auftritts hat das Publikum wiederholt

applaudiert und klatschte begeistert mit. Alle

Tanzmitglieder wurden für ihre Leistung mit

einer Medaille und einer Urkunde belohnt. Es

war ein wirklich tolles Erlebnis für uns.

Die Tanzmäuse-Powerladies,

aufgeschrieben von: Jolanda Czekala-Mnich

(Gruppenleiterin im AB 2)

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Kasseler Werkstatt

Was kann man dagegen tun?*

Bildungsangebot: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Das Bildungsangebot „Sexuelle Belästigung am

Arbeitsplatz – Was kann man dagegen tun?“ von

Sozialpädagogin Angelika Wohlrab war ein Kurs

mit zehn Sitzungen, an dem sieben Mitarbeiterinnen

teilgenommen haben. Im Herbst 2013 fand

er bereits zum vierten Mal statt.

Warum konnten nur wenige Personen

teilnehmen?

Da wir sehr persönliche Sachen besprechen,

ist die Teilnehmerinnenzahl ausreichend.

Machen auch Männer mit?

Nein. Wenn Männer und Frauen zusammen

im Kurs sind, können in der Regel nicht so

offene Gespräche entstehen.

Ist der Kurs anstrengend für die Teilnehmerinnen?

Die Teilnehmerinnen sagen oft, dass sie sich

im Anschluss an unsere Treffen noch viele

Gedanken machen. Da die Frauen auch sehr

viele Informationen erhalten, wiederholen

wir das Gelernte oft. Aber zu Beginn eines jeden

Treffens frage ich die Teilnehmerinnen,

ob etwas Aktuelles vorliegt, was sie belastet.

Persönliche Probleme haben Vorrang.

Ab wann spricht man von sexueller Belästigung?

Das lässt sich nicht mit einem Wort oder Satz

sagen. Das kann ein schmutziger, also sexistischer

Witz sein oder auch das Zeigen von

Nacktfotos. Es muss nicht immer der Klaps

auf den Po sein, an den vielleicht viele

denken. Wichtig ist noch zu sagen:

Es wird dann von sexueller Belästigung

gesprochen, wenn

eine Person sexuelle Dinge

mit Absicht tut, die eine

Frau nicht will.

Werden nur Frauen

belästigt?

Nein, auch Männer

können belästigt werden.

Von Frauen

oder von Männern.

Genauso können auch

Frauen von Frauen belästigt werden.

Alter, Aussehen oder Geschlecht spielen

keine Rolle.

Spielt ihr Vorfälle nach, wie man jemanden

sexuell belästigt?

Nein. Das würde viele zu sehr aufwühlen

und beängstigen. Aber wir besprechen ausgedachte

Fälle. Wir schauen uns an, wie die

betroffenen Personen handeln und was sie

hätten besser machen können. Natürlich

üben wir auch, was man selbst als betroffene

Person machen kann oder wie man Anderen

helfen kann.

Was mache ich, wenn jemand sexuell

belästigt wird?

Du kannst die Person unter vier Augen darauf

vorsichtig ansprechen, ihr anbieten, gemeinsam

zum Gruppenleiter oder zur Gruppenleiterin

zu gehen. Aber auch beim Sozialen

Dienst oder beim Werkstattrat findet man in

der Werkstatt Hilfe. Für denjenigen, der sexuell

belästigt wird, ist es wichtig zu wissen,

dass er oder sie nichts falsch gemacht hat.

Dafür muss man sich nicht schämen. Auch

wenn man es ekelhaft findet. Man kann

nichts dafür!

Mit welchen Konsequenzen muss der

Täter rechnen?

Das kommt auf die Schwere der Belästigung

an. Er kann zum Beispiel ermahnt oder auch

abgemahnt werden. Die Gruppenleitung

wird ihn sicher gut beobachten bei allem,

was er tut, gegebenenfalls muss er die Gruppe

wechseln. Macht er etwas besonders Schlimmes,

dann verliert er seinen Arbeitsplatz.

Ist es in Ordnung, sofort die Polizei zu

informieren, wenn jemand ein Gerücht

hört – zur Sicherheit?

Nein, natürlich nicht. Man kann vorsichtig

bei der betroffenen Person nachfragen, oder

man wendet sich an das Personal.

Was passiert, wenn jemand zu Unrecht

beschuldigt wird?

Das kommt drauf an, ob man es mit Absicht

gemacht hat oder nicht. Ich gehe mal davon

aus, dass so etwas Gemeines keiner hier

macht. Denn das ist verboten! Daher sollte

14 Facetten 26 | Mai 2014


Kasseler Werkstatt

man immer vorsichtig sein, wenn man ein

Gerücht hört. Das habe ich ja schon in der

Frage zuvor erklärt.

Warum tun Männer das?

Oh, das ist nicht eindeutig zu beantworten. Dafür

gibt es viele Gründe. Manche hätten gerne

eine Freundin und haben vielleicht Probleme,

eine zu finden, und fassen deshalb einfach

Frauen an. Manche wissen vielleicht nicht,

dass es verboten ist, so etwas zu tun. Wiederum

andere möchten vor ihren Freunden cool

wirken. Aber egal aus welchem Grund sexuell

belästigt wird – es ist und bleibt verboten!

Das Interview führte Nebile Güdek (Mitarbeiterin

im Berufsbildungsbereich Hauswirtschaft)

*Der Text entstand ursprünglich für die Zeitung

der MitarbeiterInnen zum 50. Geburtstag der KSW.

Draisinenfahrt in Thüringen

Betriebsausflug des Fachbereichs Gartenbau

Mitte Juni 2013 hatten wir eine Fahrt nach

Lengenfeld (Thüringen). Das Wetter war sonnig.

Abfahrt in der Gärtnerei war um 8 Uhr.

Wir waren gute zwei Stunden mit 40 Personen

im Reisebus unterwegs. Dort angekommen,

hatten alle erst einmal Frühstück gemacht.

Anschließend sind wir in Gruppen

eingeteilt worden. Es gab Draisinen, die mit

zwei bis vier Personen, mit zwei bis fünf Personen

und mit drei bis sieben Personen gefahren

werden konnten.

Die Draisinen fahren auf einer ehemaligen

Eisenbahnstrecke, die über die große Talbrücke

bei Lengenfeld führt. Bergauf musste man

viel strampeln, wie beim Fahrrad. Diese Strecke

führt durch mehrere Tunnel, die bis zu

zwei Kilometer lang sind. Im Tunnel gab es

Dank der Beleuchtung an den Draisinen Licht.

Nach dem Wenden ging es zurück ins Tal.

Bergab musste man bremsen. Die Strecke ist

ca. elf Kilometer lang gewesen.

Mittagspause war gegen 13 Uhr. Anschließend

ging es wieder zurück in die Gärtnerei.

Der Tag war sehr schön. Alle hatten viel Spaß!

Jens Lück (Mitarbeiter im FB Gartenbau),

unterstützt von: Heinz-Richard Klose

(Leiter FB Gartenbau)

Mai 2014 | Facetten 26 15


Georg-Wündisch-Haus

Laterne, Laterne ...

Die kleinen Leute feierten riesengroß

Drei Tage lang hieß es: „Laterne, Laterne,

Sonne, Mond und Sterne“. Das Georg-Wündisch-Haus

feierte im Herbst 2013 ganz groß

das Sankt Martins-Fest, was durchaus auch

das „fröhliche Lichterfest“ genannt werden

könnte. In erster Linie war es den ErzieherInnen

zu verdanken, da sie die Idee hatten, aus

dem traditionellen Laternenfest ein ganz besonderes

Erlebnis für Groß und Klein zu machen.

Die Eltern, vor allem die Elternvertretergruppe,

angesteckt von der Idee, half bei

den Vorbereitungen und der Durchführung

begeistert mit.

Auf drei Nachmittage verteilt, feierten die

Gruppen lustig und farbenfroh das Fest: die

Elefanten mit den Fröschen, die Pinguine mit

den Nilpferden und die Bären. Auch gab es in

diesem Jahr die Möglichkeit, sein Gedächtnis

aufzufrischen oder ganz neu die Laternenlieder

im Vorfeld zu erlernen, damit auch jeder

kräftig mitsingen konnte.

Neben den unzähligen und liebevoll gebastelten

Laternen, seien es die vielen gestiefelten

Kater, die bunten Kürbisse oder die leuchtenden

Bärchen, alle Lichtlein tummelten sich

unter lautstarkem Gesang in den Gruppenbereichen

des Hauses, und während oben der

dunkle Herbsthimmel sonnen-, mond- und

sternenfrei war, leuchteten Sonne, Mond und

Sterne unten auf dem Gelände des Georg-

Wündisch-Hauses um so heller.

Für das leibliche Wohl sorgten tatkräftig

einige Eltern, fleißig belegten sie leckere

Brote und brauten süßen Kinderpunsch.

Ganz traditionell, aber anders als in den

Jahren zuvor, fand der Laternenumzug auf

dem sicheren Außenbereich der Kindertagesstätte

statt. Entspannt und gestärkt wanderten

alle von einem schön beleuchteten und

dekorierten Platz zum nächsten, um gemeinsam

zu singen und das Martinsspiel der Kinder

zu genießen. Dank der guten Organisation

der ErzieherInnen, der vielen helfenden

Elternhände und des Spaßes aller kleinen

und großen Kinder und Gäste wurde es ein

rundum gelungenes Fest. Am Ende freuten

sich alle schon auf das Laternenfest 2014.

Text: Halil Edeer Cetin (Mutter von Yusuf),

Yvonne Cheshire (Mutter von Luka und Liam);

Fotos: Vincent Cheshire (Vater von Luka und

Liam)

16 Facetten 26 | Mai 2014


Georg-Wündisch-Haus

Der Gestiefelte Kater ...

... zu Besuch im Georg-Wündisch-Haus

Wie gespannt waren Kinder, Eltern und ErzieherInnen

am Tag des Laternenfestes in der

Nilpferdgruppe. Nun war es so weit: Premierenaufführung

des Theaterstückes Der gestiefelte

Kater!

Vor Wochen schon wurden Requisiten und

Kostüme organisiert und seither wurde regelmäßig

geprobt. Fleißig wurden von einigen

Eltern die farbenfrohen Kulissen gemalt, um

den Turnraum für die Aufführung in eine

Theaterbühne zu verwandeln.

Voller Vorfreude trafen sich alle Kinder um

15 Uhr, zogen ihre fantasievollen Kostüme

an und ließen sich von Gruppenleiterin Kristina

Lang schminken.

Und dann gingen der Müllerssohn, zwei gestiefelte

Kater, Bauer, Zauberer, Löwe, König

und Prinzessin auf die Bühne. Die Gruppenleiterin

Ivonne Scheffer las begleitend die Geschichte

zum Schauspiel der Kinder vor. Dies

half den Kindern beim Spiel und Umsetzen

ihrer Rolle. Darüber hinaus halfen die Gruppenleiterinnen

den jüngeren Kindern bei ihrem

Einsatz und Text.

Es war ein entzückendes Theaterstück und

zauberte uns ein Lächeln ins Gesicht. Toll,

was die Kleinen schon können. Und danke

an die Großen, ohne die das nicht möglich

gewesen wäre: Emina Stulanovic für die Kulissengestaltung,

Vincent Cheshire für die Fotos,

Olga Krasniqi für die Hutleihgabe und

allen anderen Eltern für die Unterstützung.

Danach feierten alle gemeinsam das Laternenfest,

natürlich mit den passenden Laternen,

in Form vom gestiefelten Kater.

Yvonne Cheshire (Mutter von Luka und Liam)

Mai 2014 | Facetten 26 17


Tagespflege am Holzmarkt

Männlicher Zuwachs

Die neue Pflegedienstleitung in der Tagespflege

Seit Juli 2013 bin ich – Andreas Hesse – als

Pflegedienstleitung in der Tagespflege am

Holzmarkt tätig. Nach einem Freiwilligen Sozialen

Jahr und der Ausbildung zum examinierten

Altenpfleger habe ich weitere vier Jahre

in einer Hausgemeinschaft zur Betreuung

an Demenz erkrankter Menschen als Pflegefachkraft

gearbeitet und mich anschließend

zur Pflegedienstleitung weitergebildet.

Die Stelle in der Tagespflege am Holzmarkt

habe ich angenommen, um ungeachtet einer

leitenden Position noch immer mit älteren

Menschen im Kontakt zu sein und auf deren

Wünsche und Bedürfnisse eingehen zu können.

Dies ist in dieser Position in vielen Einrichtungen

nicht möglich.

Des Weiteren möchte ich mit Hilfe meiner

Arbeit ein Stück Lebensqualität erhalten,

pflegenden Angehörigen eine helfende Hand

reichen und dafür Sorge tragen, dass pflegebedürftige

Menschen so lange wie möglich

zu Hause leben können.

Die Tagespflege bietet den Besucherinnen

und auch dem zunehmenden Anteil männlicher

Besucher ein abwechslungsreiches Spektrum

in der Tagegestaltung an. Dazu gehören

u. a. Singen, Tanzen, Kegeln, kreatives

Gestalten, Quizrunden und basale Stimulation.

Gern betätige ich mich mit den Männern

z. B. in der Holzwerkstatt. Als einziger männlicher

Mitarbeiter bin ich zudem beliebter Gesprächspartner

für die männlichen Besucher.

Schließlich gibt es Themen, die man(n) nicht

mit Frau besprechen will.

Meine Schwerpunkte in der Betreuung liegen

in der Förderung der geistigen und sozialen

Fähigkeiten, der Mobilität sowie der

Kompetenz des Erinnerns.

Der Aufgabenbereich eines Pflegedienstleiters

in der Tagespflege ist umfangreich und

vielfältig. Zum einen sind es Tätigkeiten in

der Betreuung und Pflege, zum anderen die

Führungsaufgaben.

In einem kleinen Team ist es wichtig, dass

alle Abläufe gut koordiniert und abgestimmt

sind und die Arbeit Hand in Hand geht. Dies

funktioniert in der Tagespflege so gut, dass

ich meine Stelle erfolgreich antreten konnte

und mich auch gut eingelebt habe.

Andreas Hesse (Pflegedienstleitung)

18 Facetten 26 | Mai 2014


Tagespflege am Holzmarkt

Bewegtes Leben mit Demenz

Fachtagung und 5. Kasseler Tagespflegetage

Der „Arbeitskreis Tagespflege Region Kassel“,

den die Tagespflege am Holzmarkt mitgründete,

organisiert seine 5. Fachtagung seit

2002. Im Fokus steht dieses Jahr das Thema

Bewegung – im wörtlichen sowie übertragenen

Sinne.

Menschen mit dem Krankheitsbild Demenz

und deren Partner und Familien stehen täglich

vor der Herausforderung, beweglich auf

den sich immer wieder verändernden Alltag

zu reagieren, neue Wege im Umgang mit den

Betroffenen zu finden. Ein starres Schema

gibt es nicht!

Am 9. Juli 2014 findet die Fachtagung „Bewegtes

Leben mit Demenz“ von 9 bis 17 Uhr

im Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330

in Kassel statt. Die Teilnahmegebühr beträgt

65 Euro, Anmeldeschluss ist der 2. Juni.

Vorträge und Workshops für Fachkräfte,

Therapeuten, Mediziner, pflegende Angehörige

und ehrenamtliche Helfer finden u. a.

zu folgenden Themen statt: „Marte Meo

– Menschen mit Demenz erreichen“, „Deeskalierend

handeln“, „Kontaktrelexionen –

Alternative Kommunikationswege“, „Pflege

Deinen Nächsten wie Dich selbst!“, „Kreativität

und Innovation in einer demenzfreundlichen

Kommune“.

Die Fachtagung „Bewegtes Leben mit Demenz“

ist offen für alle Interessierten. Für Rückfragen

steht der Arbeitskreis gerne zur Verfügung!

Kontakt:

www.tagespflege-region-kassel.de

Mai 2014 | Facetten 26 19


Pro Dokument

Wie sicher sind die Daten?

NSA, Heartbleed und Pro Dokument

Die Meldungen überschlagen sich – ständig

liest und hört man neue Schreckensgeschichten

über die Überwachung durch ausländische

Geheimdienste und Sicherheitslücken

im Internet. Inwiefern betrifft es nun die Pro

Dokument und welche Auswirkungen hat

das auf die Produktionsprozesse?

Seit Beginn der Affäre um den Geheimdienst

NSA ist klar: Insbesondere die USA

haben mit riesigen finanziellen, technischen

und organisatorischen Mitteln nahezu die

gesamte Kommunikation im Internet überwacht.

Dann tauchen im März 2014 Berichte

auf, dass die sogenannte SSL-Verschlüsselung

angreifbar ist und sich eine erhebliche

Sicherheitslücke auftut. Damit stellt sich bei

Pro Dokument die Frage nach dem Datenschutz

und der Datensicherheit.

Die Auswirkungen im täglichen Betriebsablauf

sind dabei eher gering. Tatsächlich

hat sich in Bezug auf die NSA-Affäre kein

Kunde bei uns gemeldet und nachgefragt,

ob nun seine Daten unsicher seien. Das Thema

taucht nur am Rande in Gesprächen mit

Neukunden auf. Unseren Kunden haben wir

signalisiert, dass ihre Daten bei Pro Dokument

weiterhin sicher aufgehoben sind.

Der SSL-Software-Fehler Heartbleed war

dann schon bedeutender. Das SSL-Protokoll

dient der Verschlüsselung einzelner Verbindungen

im Internet, z. B. beim Online-Banking,

beim Versand von E-Mails oder auch

beim Abruf von digitalisierten Dokumenten

von unseren Servern bei Pro Dokument.

Der Fehler in einer frei verfügbaren Software

führte dazu, dass plötzlich nahezu jeder

technisch halbwegs versierte Internet-User

dazu in der Lage war, diese Kommunikation

anzugreifen und sich Zugang zu diesen Daten

zu verschaffen. Somit ist der Wirtschaftsspionage

Tür und Tor geöffnet. Glücklicherweise

wurde der Fehler schnell gefunden und

behoben.

Für Pro Dokument bedeutete dies, dass wir

ca. einen Arbeitstag keine Daten für unsere

Kunden zur Verfügung stellen konnten. In

dieser Zeit haben wir ein Sicherheitsupdate

eingespielt und Passwörter für unsere Kunden

zurücksetzen müssen. Damit ist aber

nach derzeitigem Kenntnisstand die aktuelle

Kommunikation wieder für uns und alle

Kunden sicher.

Die Konsequenz ist daher keine neue, wir

müssen täglich überprüfen, ob unsere Systeme

auf dem aktuellen technischen Stand

sind. Dies ist auch der wesentliche Unterschied

zur klassischen Industrie. Hardware

veraltet sehr schnell und insbesondere Software

kann tagtäglich veraltet sein. Hier muss

täglich überwacht und schnell reagiert werden.

Dazu sind wir, die Pro Dokument, personell

und fachlich bestens aufgestellt.

Markus Potthof

(Betriebsleiter Pro Dokument)

Bernd Köhler (Systemadministrator) achtet auf

die Sicherheit unserer Systeme.

20 Facetten 26 | Mai 2014


Sozialgruppe Kassel

Haus Anna

Neuer Mieter im Haus am Holzmarkt

Die Wohngemeinschaft Haus ANNA bietet

eine alternative Möglichkeit für Senioren,

einerseits Sicherheit und Geborgenheit im

Alter zu finden, andererseits diesen Lebensabschnitt

aktiv und in der Gemeinschaft zu

gestalten. Die Mieter sind in stilvollen und

komfortablen Wohnungen verschiedener Typen

untergebracht, die ganz nach den eigenen

Wünschen und Vorstellungen mit eigenen

Möbeln eingerichtet werden können.

Für das leibliche Wohl sorgt im Haus ANNA

die eigene Küche mit einer Kost, die nach dem

jeweiligen Wünschen und gesundheitlichen

Bedürfnissen abgestimmt und gemeinsam

gekocht werden kann.

Die Mieter genießen zahlreiche Serviceleistungen,

die den Alltag erleichtern und für ein

wenig Luxus sorgen. Damit sie wieder Spaß

an Haushaltstätigkeiten wie Reinigen, Kochen

und Einkaufen bekommen, unterstützen

wir sie gerne. Wir helfen bei den Haushaltstätigkeiten,

sodass mehr Zeit bleibt, die

Freizeit und die Ruhe im eigenen Reich zu

genießen. Gleichzeitig sorgen die Mitarbeiter

des Mobile Pflegedienst Anna Shuk für eine

fachkundige Betreuung.

In der Wohngemeinschaft Haus ANNA finden

vielfältige Veranstaltungen statt: Tanzen,

Kartenspielen, Gedächtnistraining, Gesprächskreise,

diverse Ausflüge und Reisen.

Diese Veranstaltungen stärken die Aktivität

und Fitness der Bewohnerinnen und Bewohner.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben,

dann vereinbaren Sie mit uns einen Termin

und besuchen Sie uns persönlich, um sich

einen eigenen Eindruck von Haus ANNA zu

machen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Kontakt: annashuk@arcor.de

Ein herzliches Willkommen

an unsere Mieter

Soziale Einrichtungen sind für die Stadt Kassel bzw.

für ihre Stadtteile unverzichtbar. Dort, wo Menschen

mit einander und füreinander leben, arbeiten und ihr

soziales Umfeld haben, wächst Teilhabe an der Gesellschaft,

auf die alle ein Recht haben. Deshalb öffnen

sich soziale Träger über ihre eigentliche Aufgabenstellung

hinaus im Quartier.

Ein Teil dieser Öffnung ist, dass wir, die Sozialgruppe

Kassel, Räumlichkeiten vermieten. Das sind fünf Mietparteien

in fünf Appartements, die Kindertagesstätte

der Waisenhausstiftung und ein Backshop im neuen

Seniorenzentrum Unterneustadt sowie ein Frisörsalon

und der Mobile Pflegedienst, Anna Shuk, im Haus am

Holzmarkt. Allen ein herz liches Willkommen.

Stellvertretend berichten Mobile Pflegedienst, Anna

Shuk, und das Ehepaar Wille.

Gerald Reißmann

Mai 2014 | Facetten 26 21


Sozialgruppe Kassel

Was wird einmal aus uns ...

Hans-Bernd und Gisela Wille: Mieter im Seniorenzentrum

Umzug im Alter! Warum, wieso, wohin?

Durch das Wohnen unserer Mutter im Renthof

hatten wir Kontakt zur Heimleitung und

erfuhren so recht früh von den Plänen der

Sozialgruppe Kassel e. V., ein neues Seniorenheim

in der Unterneustadt zu bauen. Das ging

uns eigentlich ja nichts an, da unsere Mutter

mit 94 Jahren im Renthof ruhig eingeschlafen

war. Aber ein Gedanke umkreiste uns immer

öfter: Was wird einmal aus uns, wenn wir

noch älter werden? Können wir dann noch

Treppen steigen oder einkaufen, auch ohne

Auto leben? Von wem werden wir betreut?

Viele solcher Gedanken gingen durch unsere

Köpfe. Aber auch, ob wir nach über 50 Jahren

unsere Wohnung aufgeben sollten. Man

kannte alle Mitbewohner, Arbeitskollegen,

Freunde und Bekannte im Umkreis. Aber wir

wagten es. Wir sind im Juni 2013 umgezogen

und wohnen nun im 5. Stock des Seniorenzentrums

Unterneustadt am Unterneustädter

Kirchplatz mit vier anderen Mietern. Es hat

sich eine gute Gemeinschaft gebildet. Jeder

hilft dem Anderen, wenn nötig.

Im Haus gibt es zudem acht betreute Hausgemeinschaften

zu je zehn Personen. Wir sehen

das Älterwerden in allen Phasen des Lebens,

können zusammen lachen, reden und

auch mal nur zuhören! Im Haus ist immer

etwas los.

Viele Veranstaltungen vom Gottesdienst

über Karneval bis hin zum Schlachteschüssel-Essen

– wir als Mieter sind immer willkommen.

So wohnen wir nun im Seniorenzentrum

und haben nette Freunde gefunden

und können mit all unseren Wünschen bei

der Heimleitung ankommen.

Wir können im 5. Stock auch die Kneipe

nutzen, eine Bäckerei mit Kaffee und Kuchen

ist auch im Haus, ja sogar eine KiTa ist vorhanden.

In diesem Sinne wünschen wir allen Patienten,

Mitbewohnern, Heinleitung, Hausmeister,

Reinigungspersonal, besonders den

Pflegekräften viel Kraft, Gesundheit und Lebensfreude.

Hans-Bernd und Gisela Wille

22 Facetten 26 | Mai 2014


Beratung · Planung · Kundendienst · Ausführung

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Rauch- und Feuermelder ●

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Gute Ware,

nette Bedienung

Tag der Offenen Tür im Gartenbau

Bereits um 10 Uhr hat sich an der Kasse eine Schlange

gebildet. Menschen mit Kisten voller junger Gemüsepflänzchen

und bunter Frühlingsblumen wollen schnell heim, um

ihre Beete zuhause zu bepflanzen. „Wir kommen einmal im

Jahr hierher, es gibt gute Ware und wir werden nett bedient“,

sagt André Momberg, der mit Frau und Sohn aus Kaufungen

zum Tag der Offenen Tür des Fachbereichs Gartenbau der

Kasseler Werkstatt nach Kassel-Oberzwehren gekommen ist.

Einladend zeigt sich der Eingangsbereich, besonders fallen

die kleine Hofladenhütte mit der großen Staudenausstellung

davor auf: Schwarzäugige Susanne lese ich, Hummelblume

und Ostfriesland-Blüten-Salbei – Gartenliebhaber werden

freundlich beraten von stolzen GärtnerInnen. Im Gartenbau

arbeiten rund 40 MitarbeiterInnen der Werkstatt, die

die ausgedehnten Flächen in den Gewächshäusern und

draußen bewirtschaften.

Und Bratwurst gibt es auch, wie immer, wenn die KSW

einlädt. Ich halte einen Schwatz hier, treffe Bekannte dort

und gehe mit einer Kiste Fleißiger Lieschen und Polarsterne

nach Hause.

Kirsten Alers

Hofladen-Öffnungszeiten: dienstags/freitags 9–14 Uhr

Adressen

Einrichtungen der Sozialgruppe Kassel e. V.

n Kasseler Werkstatt 1

Mündener Straße 45, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 9 52 34-0, Fax 9 52 34-34

email: info@kasseler-werkstatt.de

www.kasseler-werkstatt.de

n Kasseler Werkstatt 2

Werner-Heisenberg-Straße 18, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 58 06-0, Fax 58 06-100

n Kasseler Werkstatt Gartenbau

Oberzwehrener Straße 105, 34132 Kassel

Tel. (05 61) 51 22 21, Fax 51 71 00

n Georg-Wündisch-Haus

Kinder tagesstätte mit Integrationsplätzen

Bei den vier Äckern 11, 34125 Kassel

Tel. (05 61) 87 77 84

n Seniorenzentrum Unterneustadt

Unterneustädter Kirchplatz 4, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 7 09 93-16, Fax 7 09 93-28

Internet: www.renthof.de

n Tagespflege am Holzmarkt

Holzmarkt 1, 34125 Kassel

Tel. (05 61) 97 01 00-25/26, Fax 97 01 00-23

n Pro Dokument gGmbH

Mündener Str. 45, 34123 Kassel

Tel. (05 61) 22 07 99-00, Fax 52 99 07-41

email: info@pro-dokument.de

www.pro-dokument.de

Impressum Facetten

n Zeitung für MitarbeiterInnen, Personal,

Eltern, Vereinsmitglieder, FreundInnen und

interessierte Öffentlichkeit von: Kasseler

Werkstatt, Georg-Wündisch-Haus, Seniorenzentrum

Renthof, Tagespflege am Holzmarkt

und ProDokument

n Nummer 26, Mai 2014, Auflage: 2000

Herausgeber: Sozialgruppe Kassel e. V.,

Holzmarkt 1, 34125 Kassel,

Tel. (05 61) 97 01 00-0, Fax 97 01 00-21

www.sozialgruppe-kassel.de

n Redaktion/Lektorat: Kirsten Alers/Wortwechsel,

Gestaltung/Gesamtherstellung:

Ulrich Ahrend/Satzmanufaktur

Raiffeisenstraße 15, 34260 Kaufungen,

Tel. (0 56 05) 92 62 71, Fax 92 62 73,

www.satzmanufaktur.net

n AnsprechpartnerInnen in den Einrichtungen:

Christian Lehnert, Lieselotte Schramm

(Kasseler Werkstatt), Regina Loh (Georg-Wündisch-Haus),

Martina Dittel (Seniorenzentrum

Unterneustadt), Gunda Hoßbach (Tagespflege),

Markus Potthof (Pro Dokument)

n V.i.S.d.P.: Ilona Caroli, Gerald Reißmann

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben

nicht unbedingt die Meinung des Vereins oder

der Redaktion wieder.

S p e n d e n k o n t o

Sozialgruppe Kassel e. V.

IBAN DE13 5205 0353 0002 0628 97

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