Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

INTERVIEW I 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

kaum existiert. An der schwachen Marktdurchdringung sieht man, dass das Bewusstsein

für private Vorsorge gegen das Risiko Pflegebedürftigkeit noch nicht ausgeprägt genug ist

– trotz steigender Zahlen Pflegebedürftiger und mit Händen zu greifender Finanzierungslücken

angesichts einer unzureichenden Pflichtversicherung. Mit der ungünstigen demografischen

Entwicklung wird das Risiko in der Bevölkerung künftig aber wesentlich bewusster wahrgenommen

werden und der Markt sich entsprechend öffnen.

Wie stehen Sie zu Assistance-Leistungen für neue Pflegeversicherungsprodukte?

Es wäre doch beispielsweise für Versicherte ein gutes Gefühl zu wissen, dass der

Versicherer auch einen Pflegeplatz in einem Pflegeheim, das er selbst betreibt,

für einen bereit hält oder anbietet?

Michael Stille: Assistance-Leistungen werden wichtiger werden; unser Pflegeprodukt enthält

schon heute ein ganzes Bündel derartiger Leistungen. Das selbständige Betreiben einer

Pflegeeinrichtung durch einen Versicherer hat viel für sich. Man kann die Preise kontrollieren

und ist ebenso wie der Kunde nicht auf externe Anbieter angewiesen. Das sind viele Vorteile.

Assistance-Leistungen und das Betreiben einer eigenen Pflegeeinrichtung stellen

Alleinstellungsmerkmale dar, mit denen man sich heute noch vom Markt abgrenzt. Noch

besser als die Absicherung der Pflegekosten ist die Vorsorge gegen Pflegebedürftigkeit.

In der Lebensversicherung haben wir jetzt das Vitality-Konzept eingeführt. Es ist ein Zusatzbaustein,

der bewusstes gesundes Verhalten belohnt. Dieser kam für die Ausschließlichkeitsorganisation

am 1. Juli in den deutschen Markt und setzt sich aus verschiedenen

Komponenten zusammen. Je nachdem, wie man sich verhält, ob man zu Checks

regelmäßig zum Arzt geht, sich sportlich betätigt oder gesund ernährt, erhält man eine

gewisse Anzahl von Punkten. Je nach Punktestand ist man dann in unterschiedlichen

Kategorien von Bronze, Gold bis Platin eingestuft und erreicht entsprechende Rabatte

auf die Versicherungsprämie. Ab 1. Januar nächsten Jahres wird dieser Tarif auch für das

Maklersegment zur Verfügung stehen, also auch von der Dialog angeboten werden.

Herr Stille, wenn Sie ein paar Jahre in die Zukunft blicken könnten, wo steht

denn dann die Dialog und heißt sie noch so?

Michael Stille: Das Konzept mit unterschiedlichen Marken hat sich bei der Generali in

Deutschland bewährt. Ich meine, es wäre falsch, die etablierten Marken umzubenennen,

da beispielsweise die Dialog im Maklermarkt oder die Cosmos im Endkundenmarkt

eine sehr hohe Markenreputation haben. Die Marke für sich hat einen gewissen Wert,

und wenn ich sie ändern wollte, müsste ich

viel Geld in die Hand nehmen, um den neuen

Namen zu bewerben und daraus einen anderen

Brand zu machen. Das ist nicht unsere

Absicht, derzeit ist die Markenvielfalt gesetzt.

Also: Die etablierte und reputationsstarke

Firmierung „Dialog“ wird bleiben. Ob sie

künftig ergänzt wird, zum Beispiel durch den

Zusatz „der Maklerversicherer der Generali in

Deutschland“, steht zurzeit dahin.

Vielen Dank für das Gespräch.

Michael Stille: Sehr gerne.

Jubiläumsausgabe 2016

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