Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

15 Jahre wmd-brokerchannel.de I INTERVIEW

Markus Drews: Nein! Unser Vertriebsweg ist und bleibt über den Vermittler. Aber auch

hier trifft uns die Herausforderung der demographischen Entwicklung. Der Anteil der

Kunden, die keinen aktiven Vermittler mehr haben, nimmt zu. Das ist eine Herausforderung

für die Versicherer. Natürlich müssen wir Sorge dafür tragen, diese Kunden bestmöglich

zu betreuen. Also müssen wir nach Wegen suchen, wie wir die Betreuung neu gestalten.

Das ist eine Problemstellung, die fernab vom Direktvertrieb diskutiert werden muss, wir

verfolgen also keinen Direktvertriebsansatz.

Aber Direktgeschäft kann sich doch rentieren? Über TV- und Internet-Werbekampagnen

verkauft z.B. Check24 jährlich eine sehr hohe Anzahl an Versicherungsverträgen.

Markus Drews: Für das KFZ-Geschäft trifft das sicher zu, denn da kommen mehrere

begünstigende Faktoren zusammen. Zum einen ist Check24 eine Plattform für vielerlei

Dienstleister, nicht nur Versicherungen. Zum anderen ist die KFZ-Versicherung keine

schwierige Versicherung. Dazu noch eine Pflichtversicherung und wahrscheinlich die beliebteste

Versicherung der Deutschen. Es scheint auch nach wie vor großer Sport zu sein,

für 30 oder 40 Euro Ersparnis im Jahr den Versicherer zu wechseln. Der durchschnittliche

Deutsche verbringt auch mehr Zeit mit seinem Auto, als sich um seine Finanzen zu kümmern.

Für das Vorsorge-Geschäft kann ich mir nicht vorstellen, dass das vergleichbar

funktioniert. Schon vor zehn Jahren habe ich auf Veranstaltungen gesagt, dass ich mir

gut vorstellen kann, dass eine Maschine Altersvorsorge beraten kann. Damals habe ich

nicht nur Applaus dafür bekommen, aber meine Ergänzung war, dass eine gute Maschine

besser berät als ein schlechter Berater. Also ist die Anforderung an den Berater, um

mitzuhalten, sich immer wieder weiterzubilden, die Produkte zu beherrschen, sich seine

Partner, mit denen er arbeitet, sehr genau auszusuchen und sein Unternehmensmodell

ständig weiter zu entwickeln. Denn er hat den entscheidenden Vorteil: Er ist bei seinen

Kunden vor Ort.

Es werden in Deutschland viel zu wenig BU Versicherungen verkauft. Auch in

der Altersversorgung, besonders bei Selbstständigen mit geringen gesetzlichen

Rentenansprüchen, gibt es eine große Unterdeckung in der Altersabsicherung.

In anderen Bereichen, wie der privaten Pflegeversicherung, haben die Deutschen

ebenfalls einen enormen Abschlussbedarf. Das sind alles ganz elementare

Versicherungsformen, aber wenn man eine aktuelle Umfrage zum Umsatz von

Maklern ansieht, dann stehen KFZ-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen auf

den ersten Plätzen. Haben wir zu wenig gute Makler im Land?

Quelle: © mariakraynova_Fotolia.com

20 Jubiläumsausgabe 2016

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