Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

15 Jahre wmd-brokerchannel.de I INTERVIEW

bezeichnen. Zur damaligen Zeit diskutierte die EU über eine Vermittlerrichtlinie, aber es

hat noch lange gedauert, bis das in die gesetzlichen Grundlagen eingegangen ist. Wir

haben also praktisch vorsorglich dafür eine Beratungstechnologie entwickelt. Ich kann

heute sagen, dass wir dabei wertvolle Erfahrung gesammelt haben, aber rein wirtschaftlich

gesehen wäre es einfacher gewesen, damit noch zu warten. Dennoch war das kein

Fehlinvestment. Wir haben mit genügend Ausdauer jeden Bereich, auch die Softwaretechnologie,

wirtschaftlich ins Laufen gebracht.

Nach welchen Kriterien gehen Sie vor wenn Sie neue Produktbereiche planen?

Michael Franke: Einige Bereiche haben wir auf eigene Faust angepackt, vielfach haben wir

auch auf Nachfrage reagiert, z.B. bei Komposit-Versicherungen. Unser Vorgehensmodell ist

spartenunabhängig. Wir entwickeln Bewertungsverfahren nach strikten Prinzipien, wobei

wir uns darauf konzentrieren, die Produkte so zu kategorisieren, dass eine Höchstbewertung

nur für Produkte ohne „Stolpersteine“ vergeben wird. Wir haben aber auch

gelernt, dass Makler je nach Sparte ganz unterschiedlich denken. Dieselben Makler, die

bei der BU auf die Bedingungen achten, gehen bei anderen Sparten längst nicht mit

derselben Akribie vor. Am stärksten haben wir das im Kompositbereich festgestellt. Hier

haben wir einige Zeit gebraucht um deutlich zu machen, dass die Produktunterschiede in

den Bedingungen genauso relevant sind.

Warum decken Sie zum Beispiel den Bereich Pflege nicht ab?

Michael Franke: Die Pflegeversicherungen bewerten wir seit einigen Jahren und stellen

auch hinreichend Unterschiede in den Bedingungen fest. Aber der Markt ist noch sehr

klein und entwickelt sich erst langsam. Für eine Komplettintegration in die Beratungssoftware

müssen wir den gleichen Aufwand leisten, wie in den Sparten mit großen

Volumina. Deshalb bieten wir aktuell „nur“ einen umfassenden Bedingungsvergleich

für Pflegeversicherungen an und beobachten wie sich der Markt weiter entwickelt.

Manchmal ist es schwierig für Geschäftspartner über viele Jahre erfolgreich zusammenarbeiten.

Bei Ihnen und Frau Bornberg läuft das anders. Was sind Ihre

Erfolgsrezepte?

Michael Franke: Wir sind von den Stärken her sehr unterschiedlich aufgestellt und ergänzen

uns sehr gut. Somit haben wir eine entsprechende Aufgabenteilung, wo keiner dem anderen

sein Revier streitig macht. Es gibt Themen, die mir gar nicht liegen, wie zum Beispiel der

Betrieb oder die Organisation. Da ist eine Stärke von Frau Bornberg, die auch sehr nah

an den Teams dran ist und zudem die Technik in ihrem Ressort hat. Ich bin stärker bei

den analytischen Themen, im Marketing / Vertriebsbereich und in der Pressearbeit. Also

die Themen mit Außenwirkung und projektmäßigen Charakter, wenn es beispielsweise

darum geht ein neues Bewertungsverfahren zu entwickeln oder eines zu überarbeiten.

Die Claims sind also recht gut abgegrenzt. Wir haben auch selten den Fall, dass wir

einmal völlig anderer Einschätzung sind, meistens kommen wir relativ schnell auf einen

Konsens. Obwohl wir beide Ideen- oder Inputgeber sind.

Wo sehen sie im deutschen Markt noch Entwicklungschancen für Franke und

Bornberg?

Michael Franke: Der Gewerbebereich ist sicher eine interessante Herausforderung mit

einer komplexen Produktstruktur. Also ein Thema das uns schon allein deswegen reizt.

Ansonsten ist die Herausforderung im Moment auch sehr stark technischer Natur. Wir

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