Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

15 Jahre wmd-brokerchannel.de I INTERVIEW

„Man muss intuitiv bewusst zu dem

stehen können was man tut.

Moralisch und ethisch.“

I N T E R V I E W

Herr Gorr, Sie waren vor 15 Jahren schon als erfolgreicher Versicherungsmakler

tätig und haben damals zusätzlich den PremiumCircle auf den

Markt gebracht. Was hat sie dazu bewogen, sich auf zwei Geschäftsfeldern

zu positionieren?

Claus-Dieter Gorr: Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe - einen rationalen

und einen emotionalen. Ende der 90er / Anfang der 2000er Jahre hatte man

als Versicherungsmakler in der PKV-Vollversicherung unter Berücksichtigung

der in den AVB geregelten Vertragsinhalte bei der Auswahl eines einigermaßen

konsistenten und umfangreichen Versicherungsschutzes eigentlich

nur die Wahl zwischen der uniVersa und der UniVersa. Das wollte ich mit

meinen Branchenkenntnissen und meinem Fach-Knowhow ändern und für

qualitativ umfangreichere Alternativen sorgen.

Hinzu kam, dass es mich damals bereits geärgert hat Teil einer Branche

zu sein, in der Universaldilettantismus die Regel, aber Professionalität,

Transparenz und Qualität die Ausnahme waren. Ich wollte den Akteuren

der Versicherungsbranche - im Wesentlichen den Versichern, aber auch den

Vermittlern - den Spiegel vorzuhalten und mein persönliches qualitatives

Anforderungsprofil an konsistente Versicherungsprodukte zum Nutzen der

Kunden breitflächig implementieren. Ich habe nicht verstanden, warum es

in dieser Branche scheinbar niemanden gibt, der liest was er verkauft und

den Mut hat bestehendes zu ändern. Das gab den Ausschlag zur Gründung

von PremiumCircle. Ein Geschäftsmodell gab es damals nicht - es ergab sich

im Laufe der Zeit.

Herr Gorr, es gab kein Geschäftsmodell und keinen Businessplan?

Claus-Dieter Gorr: Nein. Ich hatte bei all meinen geschäftlichen Aktivitäten

zum Start nie eine Geschäftsmodell oder einen Businessplan. Wenn ich von

einer Idee überzeugt bin, sie nutzbringend und sinnvoll in der Umsetzung ist

und mir operativ Spaß macht, dann fange ich einfach an. Businessmodelle

braucht man dann, wenn man mit dem Strom schwimmt und vorhandene

Produkt- oder Vertriebsparameter nur perfektioniert. Wer Neues entwickeln

und implementieren will, schwimmt in der Regel gegen den Strom. Man

weiß dabei nie wieviel Kraft und Aufwand nötig sind, um voran zu kommen.

Das lässt sich selten planen, schon mal gar nicht in der antiquierten und

trägen Produkt- und Vertriebswelt der Versicherungswirtschaft. Ich hatte

einfach Lust drauf.

Wie meinen Sie das mit der antiquierten und trägen Versicherungswirtschaft

denn konkret?

Claus-Dieter Gorr: Die Branche hat über Jahrzehnte in der Vermarktung

von biometrischen Versicherungsprodukten ausschließlich vom "Vertriebsmodell

Vertrauen" gelebt. Das fing bei den Produktinhalten an und hörte bei

38 Jubiläumsausgabe 2016

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