Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

INTERVIEW I 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

zwei solvente Kaufinteressenten für die GVM Gorr und Partner GmbH präsentiert. Für

beide Kaufinteressenten waren die Kundenqualität und der hohe Bestand an PKV-Vollversicherungen

sowie die umfassende Beratungsdokumentation mit der PremiumSoftware

entscheidend für ihr Angebot. An einen habe ich dann verkauft. Auch hier hat sich

Qualität und Transparenz bezahlt gemacht.

Derzeit werden in der Branche häufig Kaufpreise in Höhe der 1,5 bis 2-fachen

Jahrescourtage erzielt. Früher gab es deutlich mehr. Macht es bei diesen Kaufpreisen

nicht mehr Sinn, man lässt die Firma weiterlaufen und setzt einen anderen

Geschäftsführer ein? Wäre das für Sie keine akzeptable Lösung gewesen?

Claus-Dieter Gorr: Das kommt darauf an, welche Risiken man für seine Erträge eingehen

möchte, wieviel man noch investieren will und in welchen Kundensegmenten der

Betrieb positioniert ist. In den schwächeren Einkommensschichten bricht die Nachfrage

mangels wirtschaftlicher Ressourcen weg und bei den höheren Einkommensschichten

richtet sich das Forderungsmanagement in abgelehnten Leistungsfällen direkt an den

Versicherungsmakler. Fakt ist, die Marktsituation verändert sich in der Assekuranz auf

allen Ebenen rasant. Die Versicherungswirtschaft kommt aus der Steinzeit und wird

gerade über Nacht ungewollt in die Moderne gebeamt. Durch die zunehmende Transparenz

der Versicherungsprodukte und die sich entwickelnde APP-Welt ändert sich auch

das Kauf- und Treueverhalten der Kunden sowie die Betreuungs-und Kommunikationsnachfrage.

Wer da heute als Vermittler auf allen Ebenen nicht gut aufgestellt ist und

schnellstens reagieren kann, ist seinen Unternehmenswert morgen schneller los als er

heute glaubt. Für mich war klar: Entweder ich engagiere mich wieder selbst, oder ich

verkaufe. Jetzt.

Würden Sie den Weg, so wie es gelaufen ist, noch einmal gehen?

Claus-Dieter Gorr: Ich weiß es nicht. Aus rein wirtschaftlicher Sicht ein klares ja, aus der

Makrosicht betrachtet eher nein. Die Versicherungsbranche hat in der Biometrie aktuell

nur rudimentär transparente und ehrliche Produkte. Wer heute in die Branche geht, hat

es insgesamt sehr schwer. Man muss vier Kernkompetenzen abdecken: Fachliche, vertriebliche,

persönliche und unternehmerische Kompetenz. Das bedeutet, dass er sich auf

ein Beratungssegment fokussieren, spezialisieren und dazu ein pfiffiges Vertriebsmodell

zu seiner eigenen Vermarktung und der Produktvermarktung entwickeln muss. Das wäre

bei der PKV aktuell gegeben, bei den Produkten zur Arbeitskraftabsicherung zurzeit leider

nicht. Ich bin überzeugt davon, dass man es heute insgesamt nur in einem größeren Team

mit sich ergänzenden Kompetenzen schaffen kann. Alleine ist es so gut wie unmöglich.

Welche Geschäftsfelder decken Sie heute mit PremiumCircle ab?

Claus-Dieter Gorr: PremiumCircle ist ein klassischer Informationsdienstleister für die

Versicherungs- und Gesundheitswirtschaft. Den Kern unserer Dienstleistungen bilden die

Produktanalysen biometrischer Versicherungsprodukte, die in unserer AVB-Analysesoftware

PremiumSoftware strukturiert abgebildet werden. Hierauf greifen wir in unseren

Beratungsprojekten für Versicherer, Pharmaunternehmen, Gesetzliche Krankenkassen,

Politik oder Medien entsprechend zurück. Hinzu kommt, dass wir seit unserem Markteintritt

einen exklusiven Kreis von Versicherungsmaklern im Maklernetzwerk des Premium-

Circle mit fachlichen, vertrieblichen, juristischen und medizinischen Workshops, Präsentationen

und Strategien servicieren.

Jubiläumsausgabe 2016

43

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine