Die Jubiläumsausgabe - 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

rmv2014

INTERVIEW I 15 Jahre wmd-brokerchannel.de

Wie kommen Sie denn zu neuen Maklerverbindungen, über Messen?

Karl-Heinz Fahrenholz: Zum einen empfehlen uns viele Makler selbst weiter. Zum anderen

fallen wir regelmäßig mit unseren Spitzenplatzierungen in den gängigen Rankings auf.

Aber natürlich ist auch der persönliche Kontakt zum Makler auf einer Messe ein absolutes

Muss.

Als Vorstand ist das doch besonders schwierig, den Umsatz signifikant zu steigern

ohne Maklerbetreuer?

Karl-Heinz Fahrenholz: Wir haben keine Ziele, die wir unseren Leuten aufdrücken

möchten. Stattdessen geht es für uns darum, mit dem Service so gut zu sein, dass

das Geschäft letztendlich automatisch kommt. Unsere Mitarbeiter sind nicht gezwungen,

schlechtes Geschäft anzunehmen. Sie arbeiten ganz normal nach den Vorgaben, die wir

an dessen Risikofähigkeit stellen.

Aber Sie müssen sich ja irgendwo selber motivieren. Sie müssen sich doch Ziele

setzen was sie verbessern möchten?

Karl-Heinz Fahrenholz: Natürlich setzen wir uns Ziele. Wir müssen ja auch für Solvency II

planen, das nehmen wir sehr ernst. Aber wir üben niemals Druck auf unsere Mitarbeiter aus.

Unser Anspruch ist eine stornobereinigte Nettoproduktion von einer Million Euro pro Monat.

Anhand dessen überprüfen wir die einzelnen Produktionen. Wenn wir sehen, dass in einer

Sparte Nachholbedarf besteht, weil Mitbewerber versuchen, uns in der Produktwelt zu

überholen, reagieren wir. Natürlich funktioniert das nicht im Halbjahrestakt: Wir haben

einen Zyklus von drei bis fünf Jahren, dann kommt wieder ein neues Produkt auf den

Markt, das der Makler wieder guten Gewissens verkaufen kann. Von der Serviceleistung her

wird er in den meisten Fällen ohnehin zur Haftpflichtkasse greifen.

Wichtig ist bei Sachversicherungen, im Schadenfall schnell und kundenfreundlich

zu reagieren. Haben sich in den letzten Jahren bei Ihnen die Schadensfälle und

Kosten erhöht?

Karl-Heinz Fahrenholz: Nein – in den vergangenen zwölf Jahren sehen Sie hier kaum

einen Unterschied.

Vom Rückversicherer bekommen sie keinen Druck, dass Sie sich in der Produktgestaltung

verändern sollten?

Karl-Heinz Fahrenholz: Nein. Wir diskutieren jedes Jahr gemeinsam unsere Produktveränderungen.

Und natürlich kann der Rückversicherer warnen, wenn er ein Risiko sieht.

Dann nehmen wir das ernst und werden – wenn der Markt eine Änderung nicht unbedingt

verlangt – auf den Rat hören.

Sie sind mit der Privathaftpflicht gestartet, bieten jetzt auch Gewerbehaftpflichtversicherungen.

Wo sehen Sie die größten Zuwachsraten in den nächsten Jahren?

Karl-Heinz Fahrenholz: Eigentlich war es genau umgekehrt: Die Haftpflichtkasse

kommt ursprünglich aus dem gewerblichen Bereich, das Privatkundengeschäft hat sich

erst später dazu gesellt. Das größte Potenzial sehen wir derzeit im privaten Haftpflichtgeschäft

von der Privat- über die Tierhalter- bis zur Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Auch aktuell registrieren wir da das größte Wachstum.

Jubiläumsausgabe 2016

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