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aerokurier 10/2016

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<strong>10</strong>/<strong>2016</strong> Deutschland € 5,50 / Schweiz sfr <strong>10</strong> / Österreich € 6,30 / Benelux € 6,40 / Finnland € 8,30 www.<strong>aerokurier</strong>.de / 60. Jahrgang<br />

<strong>aerokurier</strong><br />

DAS MAGAZIN FÜR PILOTEN<br />

Hahnweide<br />

Oldtimer am<br />

Fuße der Teck<br />

de Havilland Dove<br />

Zeitreise in die<br />

50er Jahre<br />

plus 32 Seiten Special<br />

Business<br />

Aviation<br />

FAYENCE UND<br />

DIE „GRANDS VOLS“<br />

Red Bull Air Race<br />

RENNEN<br />

AM RING<br />

VGC Glider Rally<br />

Über Finnlands Weiten<br />

Class Rating Instructor<br />

Kein Fluglehrer<br />

zweiter Klasse<br />

TrixyFormer<br />

Tragschrauber<br />

und Motorrad


digital<br />

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[ EDITORIAL Oktober ]<br />

DIE VIELFALT ERLEBEN<br />

Ob Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide oder Red Bull Air Race –<br />

die Luftfahrt bietet für jeden Geschmack etwas. Wenn wir solche Events als<br />

Eigenwerbung für die General Aviation verstehen, bieten sie große Chancen.<br />

Lars Reinhold,<br />

Redaktionsleiter <strong>aerokurier</strong><br />

Die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Hier eine professionelle Motorsportarena<br />

und der Milliardenkonzern Red Bull als Veranstalter, dort ein kleiner Sonderlandeplatz am Rande der<br />

Schwäbischen Alb und ein enthusiastischer Luftsportverein, der die Fäden in der Hand hält. Was die<br />

beiden Veranstaltungen allerdings gemein haben, ist die Tatsache, dass sie ihre Besucher bei der<br />

Leidenschaft für die Fliegerei packen. Mag es vielleicht beim Air Race mehr um die Action und das<br />

Drumherum gehen, und mag ein Oldtimertreffen wie das auf der Hahnweide mehr jene Freaks erreichen,<br />

die drei Sorten Luftfahrtöl am Verbrennungsgeruch erkennen können, so hat doch beides seine<br />

Berechtigung. Air Race und Oldtimertreffen zeigen als Enden einer Skala zwischen Historie und<br />

Hightech, dass die Luftfahrt für jeden etwas bietet. Flugschauen, egal wie groß, egal mit welchem<br />

Programm und egal, ob professionell oder ehrenamtlich organisiert, sind die beste Eigenwerbung für<br />

die Allgemeine Luftfahrt. Hier entstehen Dialoge zwischen den aktiven Fliegern und den Enthusiasten<br />

ohne Lizenz; und jene Besucher, die einmal einen tollen Flugtag erlebt haben, sind ganz sicher<br />

viel eher bereit, luftfahrtfreundliche Positionen zu unterstützen, wenn wieder einmal über Verbote<br />

diskutiert wird.<br />

Dass es der General Aviation in Deutschland alles andere als leicht gemacht wird, zeigen die<br />

Einschränkungen des Kunstfluges durch die Anwendung der Ruhezeiten aus der Landeplatz-Lärmschutzverordnung.<br />

Mit dem AIC 04/16 ist die DFS auf Anweisung des Verkehrsministeriums komplett<br />

übers Ziel hinausgeschossen. Mit einer Dehnung der Verordnungen bis an die Schmerzgrenze soll<br />

hier ein Problem beseitigt werden, das es in der Fläche so gar nicht geben dürfte. Vielerorts erlegen<br />

sich Kunstflieger selbst Einschränkungen auf, um die Nachbarschaft nicht unnötig zu stören. Sie<br />

aufgrund eines lokalen Rechtsstreits in Sippenhaft zu nehmen, ist absurd. Dass das Ministerium auf<br />

Anfrage in der Sache keine Antwort gibt, ist ein Armutszeugnis für Dobrindt und seine Mitarbeiter.<br />

Bleibt zu hoffen, dass die AOPA und der DAeC mit den in der Causa angestrebten Verfahren erfolgreich<br />

sind und die Gerichte klarstellen, dass Paragraf 1 des Luftverkehrsgesetzes, nach dem die<br />

Nutzung des Luftraums frei ist, nicht einfach ausgehebelt werden kann.<br />

Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns über eine E-Mail (redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de), ein Fax (+49 711 182-1781)<br />

oder einen Brief (Redaktion <strong>aerokurier</strong>, Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart) für unser Leserforum. Bitte vergessen<br />

Sie nicht, Ihre Adresse und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen anzugeben.<br />

Fotos: Frank Martini, mps-Fotostudio, Stefan Schmoll<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 3


<strong>10</strong>4<br />

Vater<br />

des Kiebitz<br />

Michael Platzer über<br />

sein Lebenswerk<br />

Motorfliegen<br />

6 Red Bull Air Race<br />

Alte Hasen und junge Wilde<br />

kämpfen über dem Lausitzring<br />

um Sekunden und Punkte<br />

16 de Havilland Dove<br />

Luftreisen wie in den 50er<br />

Jahren – eine hübsch restaurierte<br />

Zweimot bietet genau<br />

dieses Gefühl<br />

26 Historie auf der Hahnweide<br />

Luftfahrtgeschichte zum<br />

Anfassen gab es beim<br />

18. Flieger-Oldtimertreffen<br />

am Fuße der Burg Teck<br />

Magazin<br />

22 Tipps für Trips<br />

Zwischen Barock und Moderne,<br />

bietet sich Donaueschingen für<br />

einen Besuch per Flugzeug an<br />

25 Buchtipp<br />

Waren die Wrights die ersten<br />

Flieger? Ein Buch äußert Zweifel<br />

UL/LSA<br />

30 Pilot Report TrixyFormer<br />

Tragschrauber und Elektromotorrad<br />

in einem – der <strong>aerokurier</strong><br />

testet den TrixyFormer<br />

Inhalt Nr. <strong>10</strong> <br />

Oktober <strong>2016</strong> I 60. Jahrgang<br />

16<br />

4 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong><br />

<strong>aerokurier</strong> gibt es auch als E-Paper.<br />

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<strong>10</strong>4 Porträt<br />

Michael Platzer hat mit seinem<br />

Kiebitz ein legendäres<br />

Selbstbau-Flugzeug geschaffen<br />

Praxis<br />

35 CRI statt Fluglehrer<br />

Der Class Rating Instructor<br />

ist nicht nur ein Fluglehrer<br />

zweiter Klasse<br />

38 Expertentipp<br />

Wie man sich vor Kohlenmonoxid<br />

im Cockpit schützen kann<br />

71 Recht zu Passagierflügen<br />

Was Privatpiloten mit welcher<br />

Lizenz dürfen<br />

Segelfliegen<br />

72 „Stage Grands Vols“<br />

in Fayence<br />

Mit Baptiste Innocent auf der<br />

Jagd nach den großen Strecken<br />

78 Weltmeisterschaften<br />

in Litauen<br />

Das deutsche Team holt bei<br />

schwierigen Bedingungen<br />

zwei Medaillen<br />

80 Vintage Glider Rally<br />

Mit historischem Geflügel über<br />

den Weiten Finnlands<br />

86 Grand Prix Germany<br />

Matthias Sturm gewinnt Startplatz<br />

für das Finalrennen<br />

Rubriken<br />

3 Editorial<br />

13 News<br />

14 Leserforum<br />

87 <strong>aerokurier</strong>-Markt<br />

96 Jobbörse<br />

<strong>10</strong>3 Termine<br />

<strong>10</strong>3 Impressum<br />

<strong>10</strong>6 Vorschau<br />

Titelthemen<br />

im Abo<br />

Coupons S. 21 und Special S. 31<br />

26<br />

30<br />

Business Aviation Special<br />

4 HondaJet<br />

Als erstes deutschsprachiges Magazin testet<br />

der <strong>aerokurier</strong> den Newcomer<br />

12 Kolumne<br />

Dr. Spornrad sieht in neuen EASA-Verordnungen<br />

den nächsten Sargnagel für die GA<br />

14 One Aviation Eclipse<br />

Mit Jet Lounge hat der kleine Jet jetzt einen<br />

weiteren Vertrieb in Europa<br />

20 Cessna Denali und das GE ATP<br />

GE baut ein völlig neues Turboprop-<br />

Triebwerk – Cessna liefert<br />

das Flugzeug dazu<br />

24 Branchenguide<br />

<strong>2016</strong>/17<br />

Die Executive-Charter-<br />

Unternehmen in Deutschland,<br />

Österreich und der<br />

Schweiz<br />

72<br />

Titelfotos: Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, Toni Ganzmann, Alexander Gilles<br />

Fotos: Andrea Abt, Wilfried Birkholz, Toni Ganzmann, Philipp Prinzing, Textron Aviation, Lars Reinhold<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 5


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

6 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Red Bull Air Race<br />

HEIMSPIEL<br />

IN DER LAUSITZ<br />

Mit dem zweiten Platz in der Finalrunde<br />

am EuroSpeedway in Klettwitz ist Matthias<br />

Dolderer dem Weltmeistertitel in der Red<br />

Bull Master Class ein gutes Stück näher<br />

gekommen. Auch bei den Challengers<br />

gab’s einen deutschen Erfolg.<br />

AUTOR: Frank Martini<br />

Foto: Red Bull Content Pool (Marc Müller)<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 7


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

[ 1 ] Martin Sonka im Messerflug vor den<br />

Zuschauerrängen des EuroSpeedway.<br />

[ 2 ] Nigel Lamb kurz vor dem Start. [ 3 ] Blick<br />

aus Dolderers Parkposition auf den Parcours.<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

JEDE EINZELNE STATION DES RED BULL AIR RACE-ZIRKUS IST FÜR ÜBERRASCHU<br />

8 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


N GE N GUT<br />

[ 4 ]<br />

Dass jede einzelne der jährlich<br />

acht Stationen im Red<br />

Bull Air Race für Überraschungen<br />

gut ist, hat auch<br />

der sechste Lauf am ersten Septemberwochenende<br />

wieder gezeigt. In<br />

der Qualifikationsrunde, dem ersten<br />

der vier Läufe in der Master Class,<br />

ging der Engländer Nigel Lamb nach<br />

nur gut 53 Sekunden noch als Schnellster<br />

durch die Zielpylone. Matthias<br />

Dolderer, der in dieser Runde nur um<br />

etwa eine halbe Sekunde hinter ihm<br />

her flog, landete mit zwei Zeitstrafen<br />

aber um insgesamt dreieinhalb Sekunden<br />

hinter dem Briten, was gerade<br />

für einen siebten Rang reichte.<br />

Doch in der Finalrunde, vor der Lamb<br />

bereits ausgeschieden war, flog der<br />

Deutsche schnell und fehlerfrei hinter<br />

Matt Hall auf Platz zwei. Die zwölf<br />

WM-Punkte dafür reichten, seine<br />

Führung in der Gesamtwertung zu<br />

halten, der Australier arbeitete sich<br />

mit seinem Sieg auf Rang zwei im<br />

Gesamtklassement vor. Den dritten<br />

Platz in der Lausitz holte sich der<br />

Kanadier Pete McLeod, Martin Sonka<br />

aus Tschechien komplettierte das<br />

Führungsquartett.<br />

Dolderer geht im nächsten Rennen<br />

in Indianapolis, USA, mit 65,25 Gesamtpunkten<br />

an den Start, Hall mit<br />

48,75. Weit dahinter folgt Kirby Chambliss<br />

mit 30,25 WM-Punkten auf Platz<br />

vier. Auch wenn die beiden letzten<br />

Rennen ein Heimspiel für den Amerikaner<br />

werden, bleibt ihm höchstens<br />

noch die Chance auf einen Medaillenrang.<br />

Der Österreicher Hannes<br />

Arch hatte sich in der ganzen Saison<br />

mit soliden Leistungen in Schlagdistanz<br />

zur Spitze gehalten, nach dem<br />

Lausitzrennen hätte er mit Rang drei<br />

noch Chancen auf den Vize- oder gar<br />

Weltmeistertitel gehabt. Durch seinen<br />

tragischen Tod eine Woche nach dem<br />

Rennen bei einem Hubschrauberabsturz<br />

allerdings werden es wohl Dolderer<br />

und Hall unter sich ausmachen.<br />

Spannende Rennen gab es aber<br />

nicht nur in der Master Class. Denn<br />

in der Nachwuchsformel Challenger<br />

Class liegen sechs der acht Piloten<br />

mit 18 bis 29 Punkten so eng beieinander,<br />

dass jeder die Chance auf<br />

den Titel und damit zum Aufstieg in<br />

die Master Class hat. Erstmals ist in<br />

diesem Jahr auch eine Frau dabei.<br />

Mélanie Astles aus Frankreich hat<br />

vom Start weg gegenüber ihren sieben<br />

männlichen Mitstreitern die wohl<br />

konstanteste Entwicklung gezeigt.<br />

Hatte es in Abu Dhabi im März noch<br />

[ 4 ] Schattenspiel: zwei Pylone, ein Flugzeug und eine satte<br />

Rauchfahne. [ 5 ] Nigel Lamb durchquert mit seiner auffällig in<br />

Gelb und Schwarz lackierten Maschine das Start-Ziel-Tor. Bei der<br />

Bank sind nur <strong>10</strong> Grad Abweichung zur Horizontalen erlaubt.<br />

[ 5 ]<br />

[ 6 ]<br />

[ 7 ]<br />

[ 6 ] Das Flugzeug des Österreichers Hannes Arch wird durch die<br />

Hangargasse gerollt. Niemand ahnt, dass es sein letztes Air Race<br />

sein wird. [ 7 ] Der Lausitzring aus der Luft.<br />

Fotos: Frank Martini, Red Bull Content Pool (Daniel Grund, Pedrag Vuckovic, Andreas Schaad, Marc Müller, Jörg Mitter)<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 9


[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

[ 1 ] Mélanie Astles, Frankreichs Air-Race-<br />

Hoffnung. [ 2 ] Stuntbiker im Rahmenprogramm.<br />

[ 3 ] Einsatzkommando: Ein<br />

angerissener Pylon muss geflickt werden.<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

ZU HOCH, ZU TIEF ODER NICHT HORIZONTAL – JEDER FEHLER BRINGT BITTERE<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

[ 4 ] Blick ins Cockpit: Weniger ist manchmal<br />

mehr als genug. [ 5 ] Mit Tape bekommt die<br />

Aerodynamik den letzten Schliff.<br />

<strong>10</strong> <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


STRA FSEKUNDEN<br />

[ 6 ]<br />

nicht gereicht, sich unter die ersten<br />

sechs zu schieben, schaffte sie diesen<br />

Sprung bereits einen Monat später<br />

in Spielberg. Ihr sechster Platz dort<br />

brachte zwar noch keinen WM-Punkt,<br />

den dazu nötigen fünften Rang verfehlte<br />

sie aber nur um Haaresbreite<br />

aufgrund einer Strafsekunde zu viel<br />

gegenüber dem Brasilianer Francis<br />

Barros. Doch schon im Folgerennen<br />

in Chiba konnte die 34-Jährige den<br />

dort sechstplatzierten Brasilianer<br />

gleich um zwei Ränge überflügeln.<br />

Diesen vierten Platz konnte sie in<br />

Ascot halten, ehe sie am Lausitzring<br />

einen kleinen Rückschlag wegstecken<br />

musste.<br />

Wegen schlechten Wetters Mitte<br />

Juli in Ungarn hatte die Challenger<br />

Class in der Lausitz gleich zwei Rennen<br />

zu absolvieren: Am Samstag<br />

wurde der Budapester Wettstreit<br />

nachgeholt, ehe sie tags darauf um<br />

ihre Lausitz-Cup-Punkte kämpfte. War<br />

die junge Frau vor den Rennläufen<br />

noch optimistisch, sich mit jedem Flug<br />

weiter zu steigern, lief ihr Nachholrennen<br />

etwas aus dem Ruder. Mal<br />

war sie zu hoch durch ein Gate, mal<br />

nicht horizontal – mehr als zehn Grad<br />

Bank zwischen den Toren bringen<br />

eine Zeitstrafe –, mal riss sie gar einen<br />

der Pylone um. Mit insgesamt sieben<br />

Strafsekunden musste sie ihren aus<br />

Ascot mitgebrachten vierten Platz an<br />

Florian Berger abtreten. Doch auch<br />

ihm passierte in der Lausitz ein Fehler,<br />

der ihn von seiner Ascot-Platzierung<br />

zunächst gleich zwei Ränge nach<br />

unten rutschen ließ. Tags darauf<br />

konnten beide aber wieder triumphieren.<br />

Im Lausitz-Cup nutzte das deutsche<br />

Nachwuchstalent seinen Heimvorteil,<br />

um seinen nun vierten Platz<br />

mit Daniel Ryfa, dem Sieger des<br />

Vortag-Rennens aus Schweden, zu<br />

tauschen. Mélanie Astles bestätigte<br />

ihre Zeit vom Vortag bis auf wenige<br />

zehntel Sekunden genau – diesmal<br />

aber fehlerfrei. Zur Rückeroberung<br />

des vierten Platzes indes fehlten ihr<br />

nur wenige Zehntel auf Ryfa.<br />

Der könnte mit nur zwei Punkten<br />

Rückstand Berger noch gefährlich<br />

werden, aber auch die Französin<br />

Astles sollten Air-Race-Fans im Auge<br />

behalten. Zwar steht sie nach den<br />

Lausitzrennen auf Gesamtplatz sieben,<br />

aber sie ist ehrgeizig und gut genug,<br />

das Feld ihrer Konkurrenten nach und<br />

nach von hinten aufzurollen; auch<br />

wenn das in diesem Jahr für eine<br />

Medaille nicht mehr reichen wird. Auf<br />

die, wenn nicht auf mehr, hat Florian<br />

[ 6 ] Mélanie Astles auf der Jagd nach der Bestzeit. [ 7 ] Das<br />

fliegende Auge: Dank Kamera im Seitenleitwerk und „Oculus Rift“<br />

[ 8 ] können auch „Fußgänger“ die Hatz nach den Sekunden<br />

miterleben.<br />

[ 7 ]<br />

[ 8 ]<br />

[ 9 ]<br />

[ 9 ] Der tschechische Pilot Petr Kopfstein beim Start.<br />

Seine Zivko Edge 540 V3 hat die wohl auffälligste Bemalung<br />

aller teilnehmenden Flugzeuge.<br />

Fotos: Frank Martini, Red Bull Content Pool (Marc Müller, Daniel Grund)<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 11


Fotos: Frank Martini, Red Bull Content Pool (Andreas Schaad, Pedrag Vuckovic, Jörg Mitter, Markus Berger)<br />

[ MOTORFLIEGEN Reportage ]<br />

[ 1 ] Action im Pylonenparcours. [ 2 ] Werkstattarbeit: Oft optimieren<br />

die Techniker die Flugzeuge noch bis kurz vor dem Start, um<br />

ihren Piloten die beste Performance zu ermöglichen.<br />

Berger aber noch alle Chancen, da<br />

er knapp vor den punktgleichen Ryfa<br />

und Coleman liegt. Dem fällt zwar<br />

beim nächsten Rennen der Heimvorteil<br />

zu, sodass Indianapolis richtig<br />

spannend wird. Spätestens dort wird<br />

die Titelaussicht ein reines Rechenexempel,<br />

denn die Punktvergabe ist<br />

so einfach wie die Regeln selbst.<br />

Bei den Masters treten nach einer<br />

Qualifikationsrunde jeweils Sieger<br />

und Verlierer in zwei K.o.-Runden<br />

gegeneinander an, zunächst der Qualifikationssieger<br />

gegen den Letztplatzierten,<br />

der Zweite gegen den Vorletzten<br />

etc., bis am Ende die vier<br />

Besten im Finale um die Podestplätze<br />

streiten. Außerdem sammeln die<br />

besten Zehn WM-Punkte. Beginnend<br />

bei eins kommt für jeden Rang bis<br />

zum vierten Platz je ein Punkt hinzu.<br />

An der Spitze wird es progressiv: Der<br />

Drittplatzierte erhält zwei Punkte<br />

mehr gegenüber dem Vierten und<br />

kommt so auf neun Zähler. Für die<br />

beiden Bestplatzierten kommen je<br />

WIRD ES AM ENDE EIN DEUTSCHER DOPPELSIEG?<br />

[ 3 ] Gut gelaunter Zweitplatzierter: Im Finalduell musste sich<br />

Lokalmatador Matthias Dolderer dem Australier Matt Hall<br />

geschlagen geben. Im Gesamtklassement bleibt er aber vorn.<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

noch einmal drei Punkte obendrauf.<br />

Weltmeister wird, wer am Ende die<br />

höchste Punktzahl hat. Weil in der<br />

Challenger Class von den acht angetretenen<br />

Piloten nur fünf WM-Punkte<br />

erhalten, ist es da einfacher: Von<br />

zwei Rennläufen wird die jeweils<br />

bessere Zeit genommen, um die sechs<br />

Besten zu ermitteln. Der Letzte bleibt<br />

ohne Punkte, von da an bringt jeder<br />

Rang zwei Punkte ein, sodass der<br />

Sieger auf zehn WM-Zähler kommt.<br />

Auf die Zeiten der einzelnen Läufe<br />

werden für Fehler Strafsekunden<br />

aufgeschlagen. Tore müssen annähernd<br />

in Horizontallage passiert, Turns<br />

annähernd im Messerflug absolviert<br />

werden. Regelverstöße kosten Zeit<br />

– die Höchststrafe, das Umreißen<br />

eines Pylons, bringt drei Sekunden<br />

Aufschlag. Ärgerlich, aber ungefährlich:<br />

Die Teile bestehen aus konischen,<br />

aneinandergezippten Ringelementen<br />

aus dünner Kunstfaser. Schon eine<br />

leichte Berührung reicht zum Aufreißen<br />

der nächsten Verbindung aus – der<br />

von einem Gebläse am Basisrand<br />

aufgerichtete Kegel fällt in sich zusammen,<br />

ohne dass der eingerissene<br />

Teil vom Luftstrom aufgeweht werden<br />

könnte. Vor solchem Ungemach blieb<br />

Matthias Dolderer in der Lausitz gefeit,<br />

auch die vorangegangenen Rennen<br />

überstand er in fast allen Runden<br />

fehlerfrei. Lediglich in Abu Dhabi und<br />

in Budapest war er in der ersten Ausscheidungsrunde<br />

mal zu hoch oder<br />

mit zu viel Bank unterwegs. Und auch<br />

Florian Berger hat die Saison weitgehend<br />

fehlerfrei absolviert. Wie<br />

Dolderer war er schon mal mit zu viel<br />

Bank durch die Tore, einmal in Ascot<br />

und zuletzt im Nachholrennen in der<br />

Lausitz.<br />

Wenn also in den letzten beiden<br />

Läufen in den USA die Überraschungen<br />

ausnahmsweise ausbleiben, gibt<br />

es in diesem Jahr vielleicht sogar<br />

einen deutschen Doppelsieg. ae<br />

Masters Challengers (Nachholrennen Budapest) Challengers<br />

1. Matt Hall Daniel Ryfa Florian Berger<br />

2. Matthias Dolderer Ben Murphy Luke Czepiela<br />

3. Pete McLeod Luke Czepiela Ben Murphy<br />

4. Martin Sonka Florian Berger Daniel Ryfa<br />

5. - / - Mélanie Astles Mélanie Astles<br />

6. - / - Christian Bolton Kevin Coleman<br />

In memoriam Hannes Arch – Pilot, Extremsportler, Abenteurer, Unternehmer<br />

Geboren am 22. September 1967 in der Steiermark, absolviert Arch eine Drachenfliegerausbildung<br />

und fliegt sich im Alter von 15 Jahren frei. Ab 1995 ist er Mitglied des Red-Bull-Acro-<br />

Teams, den Pionieren der Free-Fly-Szene, und nimmt erfolgreich an Gleitschirm-Kunstflugwettbewerben<br />

teil. Im Jahr 2000 wagt Arch einen Base-Jump von der Eiger-Nordwand, drei<br />

Jahre später vom Matterhorn und schlägt damit die Brücke zu seiner zweiten Leidenschaft,<br />

dem Felsklettern – mehrere schwierige Routen, u.a. in den USA und Alaska, hat er bezwungen.<br />

Ebenfalls 2003 ist er an der Konzeption der Red Bull X-Alps beteiligt, dem härtesten Wettbewerb<br />

für Gleitschirmpiloten, die dabei von Salzburg bis nach Monaco kommen müssen – per<br />

Gleitschirm oder zu Fuß. Beim Red Bull Air Race ist der inzwischen erfolgreiche Kunstflugpilot<br />

zunächst Renndirektor und startet 2007 erstmals als Pilot, nur ein Jahr später wird er Weltmeister.<br />

Seine Air-Race-Bilanz: neun Siege, ein WM- und zwei Vize-WM-Titel.<br />

Hannes Arch starb am 8. September <strong>2016</strong> bei einem Hubschrauberabsturz in Kärnten.<br />

12 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Flight Design<br />

ZWEI NEUE INVESTOREN<br />

Ist das die Rettung für den Kamenzer UL-Hersteller? Laut Insolvenzverwalter sind die Lindig-<br />

Gruppe aus Eisenach und AeroJones aus dem Taiwanesischen Taichung eingestiegen. Die Aufhebung<br />

des seit Februar laufenden Insolvenzverfahrens ist für Herbst <strong>2016</strong> geplant. Die Lindig-Gruppe wird<br />

Flight Design im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens oder eines Asset-Deals übernehmen, Aero<br />

Jones im Rahmen eines Asset Deals das Projekt C4 und das Geschäft mit der CT, heißt es in einer<br />

Pressemitteilung. Die Ersatzteilversorgung und der Support für sämtliche Modelle seien somit sichergestellt.<br />

Flight Design hatte Mitte Februar <strong>2016</strong> Insolvenzantrag gestellt, nachdem ein internationaler<br />

Kunde bis heute eine Forderung im siebenstelligen Bereich nicht beglichen hatte. Dies hatte im<br />

Unternehmen zu einem Liquiditätsengpass geführt. Es war nicht gelungen, alternative Finanzierungswege<br />

aufzutun, um die Zeit bis zum Eingang der ausstehenden Zahlung zu überbrücken.<br />

Neue Messe<br />

AVIEUR HEBT AB<br />

Die erste Auflage der Gebrauchtflugzeugmesse<br />

in Eisenach am<br />

ersten Septemberwochenende<br />

wertet der Veranstalter Avieur als<br />

Erfolg. Tatsächlich konnten Besucher<br />

den Eindruck haben, Organisator<br />

Sven Schlothauer ist ein<br />

echtes Revival der einst so erfolgreichen<br />

Gebrauchtflugzeugmesse<br />

in Baden-Baden gelungen. Gut<br />

<strong>10</strong>0 Besucherflugzeuge kamen<br />

nach Eisenach, ein gutes Dutzend<br />

davon stand zum Verkauf. Piloten<br />

und Cos wurden vor Ort bestens<br />

hofiert und betreut. Die erste<br />

Maschine, eine C172SP Baujahr<br />

2000, wurde bereits am Tag vor<br />

der Messe verkauft. Neben gebrauchten<br />

Maschinen von Cessna,<br />

Cirrus, Beech und Luftsportgeräten<br />

waren auch fast alle namhaften<br />

Neuflugzeughersteller mit<br />

ihren aktuellen Modellen vertreten,<br />

sogar die europäischen Verkaufsleiter<br />

von Cessna und Cirrus<br />

gaben sich die Ehre.<br />

Neuauflage bei Gomolzig<br />

AS202 TRAINER<br />

Das Schweizer Schulflugzeug AS202 erlebt eine Renaissance.<br />

Gomolzig Flugzeug- und Maschinenbau bietet 19 aus der Insolvenzmasse<br />

des Schweizer Unternehmens FFA Bravo übernommene AS<br />

Bravo AS202 an. Den Vertrieb übernimmt FanJet Aviation in Schorndorf.<br />

Gomolzig hat die 19 Exemplare als Halbfertig- und Gebrauchtflugzeuge<br />

übernommen und kann daraus 14 Neuflugzeuge herstellen,<br />

die anderen als Gebrauchtflugzeuge anbieten. Die Anfänge des zweisitzigen,<br />

kunstflugtauglichen Ganzmetall-Tiefdeckers mit starrem<br />

Dreibeinfahrwerk gehen bis in die 1960er Jahre zurück. Das erste<br />

Serienflugzeug flog im Dezember 1971. Der Großteil der Flugzeuge<br />

wurde mit dem 180 PS starken O-360 von Lycoming motorisiert.<br />

[ NEWS ]<br />

Kunstflug<br />

RECHTSWEG MIT<br />

DAEC UND AOPA<br />

Das AIC VFR 04/16 sorgt seit<br />

Juni unter Kunstfliegern für<br />

Ärger. Mit der Veröffentlichung<br />

hat die Deutsche Flugsicherung<br />

die Ruhezeiten<br />

aus der Landeplatz-Lärmschutzverordnung<br />

auf genehmigungspflichtigen<br />

Kunstflug<br />

im kontrollierten Luftraum<br />

ausgedehnt und damit für<br />

viele Luftsportler und Flugschulen<br />

die Möglichkeit zum<br />

Trainieren und Ausbilden<br />

massiv eingeschränkt. Ausgangspunkt<br />

war ein Rechtsstreit,<br />

in dem das OVG Koblenz<br />

Kunstflug nur außerhalb<br />

der Ruhezeiten der Verordnung<br />

als rechtmäßig ansah.<br />

Auf eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium,<br />

in<br />

der der <strong>aerokurier</strong> unter anderem<br />

wissen wollte, warum<br />

auf Grundlage eines lokalen<br />

Urteils der Kunstflug in ganz<br />

Deutschland eingeschränkt<br />

wurde, gab es nur eine formale<br />

Antwort ohne inhaltliche<br />

Aussagen.<br />

DAeC und AOPA streben<br />

gemeinsam mit zwei Klägern<br />

Präzedenzverfahren an, um<br />

die Allgemeingültigkeit des<br />

AIC anzufechten. Beide Verbände<br />

hätten Gespräche mit<br />

den Behörden wie Ministerium,<br />

der DFS und dem<br />

Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit<br />

geführt, allerdings<br />

sei man zu keinem befriedigenden<br />

Ergebnis gekommen,<br />

hieß es. Eine Petition gegen<br />

das AIC hatte nur gut 2000<br />

Unterstützer gefunden.<br />

Fotos: Flight Design USA, Gomolzig, Erwino Nitz<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 13


Leserforum<br />

<strong>aerokurier</strong> 09/<strong>2016</strong><br />

Magazin: Rotax mit Hybrid<br />

Hybridantrieb ohne<br />

teure Flugmotoren<br />

Ihr Bericht zeigt einmal mehr die Innovationskraft<br />

der UL-Szene. Dennoch kann<br />

eine Erhöhung des Leergewichtes um<br />

43,9 kg nicht einfach hingenommen werden.<br />

Aber die Tendenz ist richtig. Der E-<br />

Flugmotor ist aufgrund seines konstanten<br />

Drehmomentes unabhängig von Dichtehöhe<br />

und Drehzahl ideal geeignet, um<br />

den erforderlichen Propellerschub konsequent<br />

zu erbringen. Also sollte die Hybrid-Entwicklung<br />

dahin gehen, einen rein<br />

elektrischen Propellerantrieb nebst Regler<br />

und Akkupack als Antriebseinheit zu verwirklichen<br />

und den klassischen Verbrenner<br />

nur noch als Baueinheit zum Nachladen<br />

der Akkus während des Fluges zu<br />

nutzen. Dies müsste dann kein Flugmotor<br />

mehr sein, sondern könnte von Herstellern<br />

außerhalb der Luftfahrt bezogen werden.<br />

Wenn Start und Landung mit dem<br />

Antrieb für vielleicht zehn Minuten rein<br />

elektrisch machbar sind, kommt es auf die<br />

Zuverlässigkeit und den Preis eines Flugmotors<br />

nicht mehr an und man könnte<br />

billigste Massenprodukte wählen.<br />

Bernd Juhrig, Langenhagen<br />

<strong>aerokurier</strong> 09/<strong>2016</strong><br />

Editorial<br />

Nur ein starker Verband<br />

kann die GA retten<br />

Einspruch, Herr Marzinzik! Ihre<br />

Schlussfolgerung, dass „getrenntes Vorgehen<br />

durchaus von Nutzen für alle sein<br />

kann“, gilt nicht. Kennen Sie den Spruch<br />

„Divide et impera – Teile und herrsche“<br />

nicht? Schon gar nicht gilt Ihre Erkenntnis<br />

für die aktuelle Situation des Luftsports<br />

und der GA in Deutschland. Seit Jahren<br />

stehen wir Luftfahrer unter Beschuss, von<br />

der Fluglärm-Bürgerinitiative vor Ort bis<br />

hin zur EASA, von der Windradlobby bis<br />

hin zu den Amazons, DHLs usw. Leider<br />

hat es der DAeC mit seiner verunglückten<br />

Reform und wegen interner Mängel nicht<br />

geschafft, sich hinreichend als Interessenverband<br />

zu etablieren und sich Gehör zu<br />

verschaffen. Unsere Gegner freuen sich.<br />

Selbst wenn es gelingt, zwischen den<br />

Sparten Positionen zu aktuellen Fragen<br />

abzustimmen: Wie lange dauert das<br />

denn? Bis dahin haben wir keine Einflussmöglichkeit<br />

mehr und die Argumente<br />

sind verloren. Retten kann den Luftsport<br />

und die Allgemeine Luftfahrt nur eine<br />

starke gemeinsame Vertretung aller Luftfahrer,<br />

vom Modellflieger über die Fallschirmspringer<br />

bis zu den Flächenfliegern!<br />

Unbestritten hat der DAeC in seiner<br />

Struktur gravierende Mängel. Die lassen<br />

sich aber nicht durch neue Einzelverbände<br />

beheben, die nur noch (vorrangig finanzielle)<br />

Einzelinteressen vertreten, wie<br />

der DSV, der DFSV, der DMV usw.! Und<br />

den Luftsportlern muss endlich klar werden,<br />

dass ohne ausreichende finanzielle<br />

Verbandsausstattung nichts zu schaffen<br />

ist. Schaut Euch mal die Finanzkraft anderer<br />

Interessenverbände an!<br />

Christian Schulz, Backnang<br />

<strong>aerokurier</strong> 07/<strong>2016</strong><br />

Recht: UL zu schwer<br />

Hersteller und Verbände<br />

sind in der Pflicht<br />

Schreiben lohnt sich!<br />

Unter allen Leserbrief-Autoren des vergangenen<br />

Monats hat die Redaktion das Buch „Piper Cub“ von<br />

Hellmut Penner und Frank Herzog verlost. Neben der<br />

Geschichte des Musters finden Fans hier praktische<br />

Tipps zum Flugbetrieb und allerlei Geschichten von<br />

Flugzeugen und ihren Piloten. Als Gewinner des<br />

Piper-Cub-Buchs wurde Armin Sendner aus<br />

Erlangen gezogen.<br />

Mit Erstaunen habe ich den Artikel<br />

gelesen, in dem der Flugzeugkäufer als<br />

Schuldiger hingestellt wird. ULs werden<br />

nach dem Regelwerk LTF-UL 2003 von<br />

einem der beiden Verbände zugelassen.<br />

In der LTF-UL 25 ist zu lesen, dass ein UL<br />

in Grundausstattung bei der Musterzulassung<br />

170 kg + 1/2 h Sprit bei Dauerleistung<br />

als Zuladung zur Verfügung haben<br />

muss, also rund 177 kg Zuladung und damit<br />

ein Leergewicht von knapp unter 300<br />

kg. Allein deswegen hinkt schon die Aussage,<br />

in der Grundversion mit einem Insassengewicht<br />

von 170 kg die 472,5 kg zu<br />

erfüllen – denn hier fehlt der Sprit, den<br />

man zum Fliegen benötigt. Jetzt soll das<br />

fertige UL ganze 44,5 kg (!) mehr gegenüber<br />

der Grundausstattung auf die Waage<br />

bringen. Das ist nicht nachvollziehbar.<br />

Ein großes EFIS geht mit 3 bis 4 kg in die<br />

Rechnung ein, ein Transponder oder ELT<br />

mit jeweils 1 kg, die Schleppklinke wiegt<br />

auch nur 2 bis 3 kg. Was aber kräftig zu<br />

Buche schlägt, sind strukturelle Änderungen<br />

wie ein Bugfahrwerk. Vielleicht gibt<br />

es auch bei der besagten Maschine Gewichtstreiber<br />

im Verborgenen? Bei vielen<br />

ULs ist die Hauptfahrwerksschwinge zu<br />

schwach ausgelegt und neigt bei häufigem<br />

Betrieb auf Gras zur Rissbildung.<br />

Mir stellt sich die Frage, wie sehr die<br />

Maschine aus dem Artikel – ich nehme an<br />

die TL96 auf dem Bild – in der Grundversion<br />

abgespeckt wird, um das LTF-Gewichtslimit<br />

für die Zulassung zu erfüllen.<br />

Eine Maschine muss gewisse Komponenten<br />

für den sicheren und praktikablen Betrieb<br />

haben. Wenn man bereits an einem<br />

Doppelsteuer und der Bremse spart, leichtere<br />

Sackkarrenreifen verbaut oder die<br />

Struktur derart reduziert, nur um die Zulassung<br />

zu bekommen und dann am Ende<br />

alles wieder als teure und schwere Zusatzausstattung<br />

zu verkaufen, dann ist<br />

nicht der Kunde der Schuldige, sondern<br />

Die in Leserbriefen geäußerte Meinung muss nicht mit der Redaktionsmeinung übereinstimmen.<br />

Wir behalten uns die Kürzung von Leserbriefen aus redaktionellen Gründen vor.<br />

Foto: Motor Buch Verlag<br />

14 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


der Hersteller. Und auch der Verband der<br />

hier seine Aufsichtspflicht nicht erfüllt.<br />

Von einem Fachmagazin hätte ich mir<br />

gewünscht, für die Piloten eine Lanze zu<br />

brechen, anstatt sie als Buhmann nach<br />

dem Motto „verrechnet“ als dumm hinzustellen.<br />

Der Halter und Eigentümer ist in<br />

meinen Augen nicht zur Verantwortung<br />

zu ziehen, wenn er sich rein aus dem Zubehörkatalog<br />

des Herstellers bedient und<br />

nicht etwa selbst gewichtige Installationen<br />

vornimmt, nur um einen halbwegs<br />

gangbaren und sicheren Flieger zu bekommen,<br />

der wohlgemerkt weder strukturell<br />

und auch nicht von der Flugleistung<br />

bei dem willkürlichen Limit von 472,5 kg<br />

seine Grenze findet.<br />

Christian Böhm, Wetzlar<br />

Antwort der Redaktion: Der Artikel ist keine<br />

Diffamierung der betroffenen Piloten bzw. Flugzeughalter.<br />

Der Autor, Rechtsanwalt Frank Peter Dörner, hat<br />

lediglich ein Gerichtsurteil in einem konkreten Fall<br />

dargestellt und kommentiert, um auf mögliche<br />

Rechtsstreitigkeiten in solchen Fällen hinzuweisen.<br />

Abschließend mahnt er an, dass Händler in Prospekten<br />

und Preislisten klarer auf Gewichtssteigerungen durch<br />

Zusatzausstattung hinweisen sollten.<br />

<strong>aerokurier</strong> 08/<strong>2016</strong><br />

Magazin: Extra 330 LE<br />

Elektroantrieb ist<br />

der richtige Weg<br />

Der Elektroantrieb für Verkehrsflugzeuge<br />

ist zwar noch Zukunftsmusik, aber<br />

deutsche Unternehmen sind gut beraten,<br />

sich frühzeitig mit den technischen Möglichkeiten<br />

auseinanderzusetzen, um nicht<br />

wieder innovativeren Wettbewerbern hinterherlaufen<br />

zu müssen. Als erstes Entwicklungsziel<br />

könnte man sich beispielsweise<br />

die Implementierung von E-Motor<br />

und Generator auf Turbinen- oder Prop-<br />

Welle zur (leiseren) Startunterstützung inklusive<br />

Bord-Stromversorgung vorstellen.<br />

Die Realisierung der E-Aero-Mobilität<br />

rückt schon etwas näher, wenn man nicht<br />

– wie im Leserbeitrag im September-<strong>aerokurier</strong><br />

– den Energieinhalt von Kerosin in<br />

Kilowattstunden mit den in einem Akku<br />

gespeicherten „echten“ Strom-Kilowattstunden<br />

gleichsetzt. Der Verbrennungs-<br />

Wärmeinhalt von Kerosin kann in Motor<br />

oder Turbine nur zu rund 25 Prozent in<br />

Arbeit und Vortrieb umgesetzt werden,<br />

der Rest ist Abwärme. Die im Akku gespeicherten<br />

Kilowattstunden sind praktisch<br />

voll nutzbar. Auch die gewichts- und<br />

volumenspezifische Energiedichte der Akkus<br />

wird laufend verbessert, so dass der<br />

zitierte Entwicklungschef von Siemens<br />

doch mit dem E-Motor nicht ganz falsch<br />

liegt. Dass Propellerflugzeuge langsamer<br />

fliegen hat den Vorteil des geringeren<br />

Energieverbrauchs, da der Luftwiderstand<br />

mit dem Quadrat der Geschwindigkeit<br />

und die erforderliche Antriebleistung<br />

mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit<br />

wächst, unterschiedliche Luftdichten<br />

einmal unberücksichtigt.<br />

Lothar Sesterhenn, Dormagen<br />

<strong>aerokurier</strong> 06/<strong>2016</strong><br />

Avionik-Special: 8,33 kHz<br />

CAA erwirkt Zuschuss<br />

für neue Geräte<br />

Das U.K. CAA (britisches Pendant zum<br />

LBA) hat mit der EU-Behörde eine Vereinbarung<br />

geschlossen, dass 4,3 Millionen<br />

Euro von der EU zur Verfügung gestellt<br />

werden, um die Betreiber und Eigentümer<br />

von GA-Flugzeugen mit 20 Prozent der<br />

Anschaffungskosten neuer Funkgeräte zu<br />

bezuschussen. Mir teilte der DAeC mit,<br />

dass die entsprechenden Verhandlungen<br />

im Frühjahr <strong>2016</strong> gescheitert seien mangels<br />

Beteiligung der Mitgliedsländer.<br />

Gunther H. Butterweck, Bornheim<br />

<strong>aerokurier</strong> 08/<strong>2016</strong><br />

Magazin: Drohnen<br />

Wichtige Infos<br />

auf den Beipackzettel!<br />

Seit 25 Jahren habe ich den PPL und<br />

seit knapp zwei Jahren eine Drohne, um<br />

schöne Bilder und Videos aus der Luft zu<br />

machen. Als Pilot habe ich den Vorteil,<br />

dass ich mich mit Lufträumen auskenne,<br />

und weiß, wo ich nach Bestimmungen suchen<br />

muss. Ein Unbedarfter kauft sich die<br />

Gerne veröffentlichen<br />

wir Ihre Meinung. Schicken<br />

Sie uns Ihren Leserbrief<br />

(für Rückfragen bitte<br />

unbedingt mit Adresse<br />

und Telefonnummer) an<br />

E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Fax: +49 711 182-1781<br />

Drohne und liest allerhöchstens den Satz,<br />

dass er die Gesetze einhalten muss. Näheres<br />

Wissen bekommt er beim Kauf nicht<br />

vermittelt. Jeder Hersteller sollte die für<br />

das jeweilige Land aktuellen Bestimmungen<br />

mit Links zum Internet beipacken<br />

müssen, denn viel ungesetzliches Handeln<br />

passiert nicht aus Absicht sondern<br />

aus Unwissenheit. Ein Bekannter kaufte<br />

sich eine Drohne und hatte keine Ahnung,<br />

was er damit darf. Nachdem ich ihm alles<br />

über Versicherungen, Lufträume, Aufstiegsgenehmigungen<br />

und Persönlichkeitsrechte<br />

erzählt hatte, war er dankbar,<br />

denn er hätte das nur schwer von sich<br />

aus in Erfahrung bringen können. Die vorhandenen<br />

gesetzlichen Bestimmungen<br />

reichen aus, dieses Wissen muss nur an<br />

den Drohnenpiloten gebracht werden.<br />

Armin Sendner, Erlangen<br />

Kleiner Pilotenschein<br />

für Drohnenflieger<br />

Wie beim Auto ist auch beim Betrieb<br />

von Drohnen ein Führerschein und ein Zulassungsschein<br />

erforderlich. Beim Fliegen<br />

mit unbemannten Luftfahrzeugen ist dies<br />

in Österreich der „kleine Pilotenschein“<br />

in Form einer Luftrechtsprüfung durch<br />

die Austro Control, sowie eine Kennzeichnung<br />

beziehungsweise Registrierung, in<br />

manchen Fällen eine Zulassung der Drohne.<br />

In kurzfristiger Vorbereitung durch<br />

die Austro Control sind künftig auch praktische<br />

Flugprüfungen angedacht. Das<br />

Auswendiglernen von irgendwelchen<br />

Prüfungsfragen ist sinnlos, da die rechtlichen<br />

Grundlagen für einen Laien schwer<br />

durchschaubar sind und im höchst eigenen<br />

Interesse verstanden werden müssen.<br />

Gustav Z. Holdosi, Motorflugunion<br />

Klosterneuburg, Österreich<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 15


[ MOTORFLIEGEN Flugzeugreport ]<br />

de Havilland D.H.<strong>10</strong>4 Dove<br />

DOVE<br />

IS IN THE AIR<br />

16 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Diese klassische Twin erregt auf jedem<br />

deutschen Flugplatz Aufsehen: Eine seltene<br />

de Havilland Dove dient einer Airline als<br />

nostalgischer Werbeträger – und erlaubt<br />

fliegerische Zeitreisen in die 1950er Jahre.<br />

AUTOR: Jürgen Schelling<br />

Foto: Wilfried Birkholz<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 17


[ MOTORFLIEGEN Flugzeugreport ]<br />

Die eigenwillige Optik<br />

zeigt die Dove auch<br />

von vorn und wirkt ein<br />

bisschen wie ein<br />

Mini-Jumbo.<br />

Die vier Stufen der<br />

Einstiegsleiter führen<br />

in eine andere Zeit der<br />

Verkehrsluftfahrt.<br />

Die de Havilland D.H.<strong>10</strong>4<br />

Dove hat ein Designmerkmal,<br />

das sie absolut unverwechselbar<br />

macht: ihre<br />

buckelförmige Cockpitausbuchtung<br />

auf dem Rumpf. Die beiden Piloten<br />

sitzen leicht versetzt oberhalb der<br />

gerade mal neun Passagiere. Von ihrer<br />

britisch-skurrilen Optik einmal<br />

abgesehen, ermöglicht die Dove (dt.:<br />

Taube) eine wunderbare aviatische<br />

Zeitreise, denn sie verspricht unverfälschtes<br />

Fünfzigerjahre-Feeling.<br />

So lässt die Kabine mit vielen verspielten<br />

Details die Wirtschaftswunderzeit<br />

wieder aufleben. Jeder Gast<br />

hat einen opulenten Blick durch riesige<br />

Panoramascheiben nach draußen,<br />

da hier noch keine Druckkabine die<br />

Fenstergröße limitiert hat. Für die<br />

Bordunterhaltung sorgen allein die<br />

Piloten: Es gibt keine Cockpittür,<br />

jeder ihrer Handgriffe kann von den<br />

Passagieren gut beobachtet werden.<br />

Das ist unterhaltsamer als jedes noch<br />

so aufwendige Filmangebot in modernen<br />

Airlinern.<br />

Der Erstflug des britischen Eindeckers<br />

fand im September 1945 statt.<br />

Seine Konstruktion war das Ergebnis<br />

einer Ausschreibung, die eine britische<br />

Kommission bereits zwei Jahre zuvor<br />

auf den Weg gebracht hatte: Ein ziviles<br />

Kurzstrecken-Zubringerflugzeug<br />

mit Kolbenmotoren wurde von der<br />

britischen Luftfahrtindustrie für die<br />

Zeit nach dem Krieg gefordert. Der<br />

einheimische Hersteller de Havilland<br />

traf mit dem fortschrittlichen Konzept<br />

der Dove genau ins Schwarze, zumal<br />

ihr Vorgänger der zu dieser Zeit bereits<br />

antiquierte Doppeldecker aus eigenem<br />

Hause war, die Dragon Rapide.<br />

So wurden von 1945 bis 1964 insgesamt<br />

528 Maschinen in acht unterschiedlichen<br />

Modellreihen gebaut,<br />

zunächst mit nur 330 PS starken<br />

Triebwerken, später wuchs die Leistung<br />

jedes Motors auf bis zu 400 PS.<br />

388 Doves gingen an private Betreiber,<br />

127 Militärversionen wurden<br />

unter der Bezeichnung Devon und<br />

weitere 13 als Sea Devon produziert.<br />

Heute fliegt noch etwa ein Dutzend<br />

Exemplare, zwei davon in Deutschland.<br />

Die am Flugplatz Essen-Mülheim<br />

stationierte Dove der deutschen Fluggesellschaft<br />

Luft Transport Union,<br />

kurz LTU, ist so etwas wie ein fliegender<br />

Sympathieträger. Ähnlich wie<br />

die Lufthansa mit ihrer Junkers Ju<br />

52 wies auch die 2009 in der Air Berlin<br />

aufgegangene LTU mit ihrer Dove<br />

stolz auf eine mehr als 50-jährige<br />

Tradition als Airline hin. Zwar flog<br />

das jetzt restaurierte Flugzeug damals<br />

nicht bei der LTU, zumindest war aber<br />

eine Maschine gleichen Typs Bestandteil<br />

ihrer Flotte. Die LTU hatte 1957<br />

eine DH <strong>10</strong>4 erworben und sie auf<br />

den Namen „Augsburg“ getauft.<br />

Diese Maschine flog als D-INKA gut<br />

ein Jahr für die Airline vor allem im<br />

Auftrag des Shell-Konzerns, bevor sie<br />

1958 an einen belgischen Kunden<br />

weiterverkauft wurde.<br />

George Michahelles ist einer von<br />

vier Piloten, die den Klassiker fliegen.<br />

In seinem beruflichen Alltag ist er in<br />

einem modernen Airliner einer deutschen<br />

Fluggesellschaft mit Steuerung<br />

per Sidestick, unzähligen elektronischen<br />

Helferlein und hochpräzisen<br />

Displays im Cockpit unterwegs. Die<br />

Dove ist im Vergleich dazu ein regelrechter<br />

aviatischer Kulturschock:<br />

Winzige „Uhren“, die typisch britisch<br />

relativ unkoordiniert quer über das<br />

Panel verteilt sind, erfordern einen<br />

aufmerksamen Blick beim Scannen<br />

18 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 1 ]<br />

[ 1 ] Tag der offenen Tür – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Fluggäste genießen wahlweise den direkten<br />

Blick ins Cockpit oder durch die Panoramafenster nach draußen. [ 2 ] Die Piloten der Dove sitzen eine Ebene<br />

über den Passagieren. Die Ausbuchtung über dem Cockpit verschafft ihnen die notwendige Kopffreiheit.<br />

[2 ]<br />

der Instrumente. Immerhin ist mittlerweile<br />

moderne GPS-Technik an<br />

Bord. Am massiven Steuerhorn wird<br />

ausschließlich mit Muskelkraft gezogen<br />

oder gedrückt. Michahelles fühlt<br />

sich dennoch absolut wohl im Oldie-<br />

Cockpit und findet die Dove-Technik<br />

für ihre Zeit sogar vergleichsweise<br />

fortschrittlich – etwa weil bereits<br />

damals eine Umlenkung der Triebwerks-Ansaugluft<br />

speziell für staubige<br />

Wüstenpisten möglich war.<br />

Da der maximal 4140 Kilogramm<br />

schwere Klassiker keinen Autopiloten<br />

hat, darf er im Passagiertransport<br />

nicht von einem Flugzeugführer alleine,<br />

sondern muss von einer Zweier-Crew<br />

gesteuert werden, die mindestens<br />

über einen CPL verfügt. Im<br />

privaten Betrieb würde aber ein PPL<br />

mit Multi-Engine Rating reichen, und<br />

ohne Paxe an Bord darf man die Twin<br />

auch Single Hand fliegen. Die Dove<br />

wird normalerweise nicht IFR geflogen,<br />

ist aber dafür ausgerüstet. Das<br />

ist beruhigend bei grenzwertigen<br />

Wetterlagen.<br />

Michahelles fliegt nicht schneller<br />

als 140 Knoten, um die betagten Motoren<br />

zu schonen. Diese Geschwindigkeit<br />

liegt weit unter der V NE von<br />

206 Knoten. Im Landeanflug sollten<br />

etwa <strong>10</strong>0 Knoten anliegen, über der<br />

Schwelle dann knapp unter 90. Das<br />

ist etwas über der Blueline Speed.<br />

Die beträgt 84 Knoten und gilt beim<br />

Ausfall eines Triebwerks als die Geschwindigkeit<br />

für bestes Steigen oder<br />

wohl eher geringstes Sinken beim<br />

Single-Engine-Betrieb der Dove. Die<br />

V MC , unter der die Maschine im Einmotorenbetrieb<br />

nicht mehr kontrollierbar<br />

wäre, liegt deutlich darunter<br />

bei 65 Knoten.<br />

Setzt der Pilot im Final volle Klappen,<br />

fällt die Dove quasi wie ein Stein:<br />

Die Flaps können auf 60 Grad ausgefahren<br />

werden und reichen über zwei<br />

Drittel der Flügelspannweite. Allerdings<br />

sollte der Pilot dann auch etwas<br />

Gas stehen lassen, um den enormen<br />

Widerstand zu überwinden, falls er<br />

sich verschätzt. 700 Meter reichen<br />

für Start und Landung aus, selbst<br />

Graspisten sind zugelassen. George<br />

Michahelles empfindet das Flugverhalten<br />

der Dove jedenfalls als ziemlich<br />

gutmütig. Beim jährlichen Flugtraining<br />

werden deshalb auch mal echte Stalls<br />

geflogen, die clean bei etwa 55 Knoten<br />

passieren. Trainiert wird aber vor<br />

allem der Single-Engine-Betrieb. Das<br />

zweite Triebwerk wird dabei nicht<br />

abgestellt, sondern dreht im Leerlauf<br />

GEMÜTLICHES CRUISEN BEI 140 KNOTEN. DAS<br />

SCHONT VOR ALLEM DIE BETAGTEN MOTOREN<br />

Fotos: Wilfried Birkholz, Jürgen Schelling<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 19


[ MOTORFLIEGEN Flugzeugreport ]<br />

Daten de Havilland D.H.<strong>10</strong>4 Dove<br />

Hersteller: de Havilland Aircraft Company Zulassung: Passagierflugzeug Sitzplätze: 9+2 Piloten Bauweise: Metall<br />

Antrieb<br />

Hersteller<br />

de Havilland<br />

ArtSechszylinder-Reihenmotor<br />

Typ Gipsy Queen Mk 3<br />

maximale Leistung 400 PS/296 kW<br />

Propeller<br />

Hersteller<br />

de Havilland<br />

TypDreiblatt-Metall-Verstellpropeller<br />

Abmessungen<br />

Länge<br />

11,96 m<br />

Spannweite<br />

17,37 m<br />

Flügelfläche 31,20 m²<br />

Massen und Mengen<br />

Leermasse<br />

2700 kg<br />

Nutzlast<br />

1440 kg<br />

Maximalmasse<br />

4140 kg<br />

Flugleistungen<br />

bestes Steigen<br />

Reisegeschwindigkeit<br />

V NE <br />

1335 ft/min<br />

183 KIAS<br />

206 KIAS<br />

Fotos: Wilfried Birkholz, Jürgen Schelling<br />

In kaum einem anderen<br />

Flugzeug genießen die<br />

Passagiere einen so tollen<br />

Ausblick wie in der Dove.<br />

Passenger Experience:<br />

Stilechte rote Ledersessel<br />

sorgen für ein Feeling<br />

wie in den 50er Jahren.<br />

mit. Auch über den toten Motor zu<br />

kurven ist mit der Dove laut Michahelles<br />

problemlos möglich. Bei einer<br />

Single-Engine-Landung im Ernstfall<br />

dürften die Flaps anders als im Normalbetrieb<br />

nicht mehr als 20 Grad<br />

ausgefahren werden. Und um als<br />

Pilot das Flugzeug gewerblich fliegen<br />

zu dürfen, verlangt die Versicherung<br />

vom Kandidaten neben dem CPL als<br />

Minimum 3000 Flugstunden, davon<br />

müssen mindestens 500 Multi-Engine-Time<br />

sein.<br />

Die passend zum Jubiläum erworbene<br />

LTU-Dove wurde im Rahmen<br />

ihres Wiederaufbaus genau so lackiert<br />

wie ihr historisches Vorbild. Natürlich<br />

präsentierte die Fluggesellschaft ihr<br />

nostalgisches Aushängeschild voller<br />

Stolz zum 50. Geburtstag im Sommer<br />

2005 auf dem Airport Düsseldorf.<br />

Besonders glücklich war der ehemalige<br />

LTU-Flugkapitän und Initiator<br />

der Restaurierung, Ingo Presser. Er<br />

hatte bereits 1966 als junger Kapitän<br />

bei der arabischen Gulf Air eine derartige<br />

Maschine geflogen und sie<br />

sofort ins Herz geschlossen.<br />

Wie aber kam es zu diesem Comeback?<br />

Im Jahr 2000 veranstaltete die<br />

Gulf Air eine Jubiläumsfeier zum 50.<br />

Geburtstag der Airline, an der Presser<br />

teilnahm. Dabei lief ein Film mit<br />

Aufnahmen der Dove aus den 50er<br />

Jahren. Urplötzlich flammte bei ihm<br />

die alte Liebe zu diesem Flugzeug<br />

wieder auf. Presser entdeckte eine<br />

in Teilen zerlegte D.H. <strong>10</strong>4 in den<br />

Niederlanden. Obwohl die Maschine<br />

länger eingelagert war, hatte sie die<br />

Zeit dank guter Konservierung ohne<br />

Korrosion überstanden. Rasch einigten<br />

sich Presser und der Besitzer über<br />

einen Verkauf des 1949 gebauten<br />

Veteranen an die LTU.<br />

Beim LTB Gehling in Stadtlohn<br />

wurde das Flugzeug zuerst entlackt,<br />

gesäubert und alle wichtigen Komponenten<br />

restauriert. Parallel dazu<br />

überholte ein Spezialist die je 400 PS<br />

starken Sechszylinder-Reihenmotoren<br />

vom Typ Gipsy Queen 7 Mk 3.<br />

Passenderweise erhielt die so auferstandene<br />

Dove das gleiche Kennzeichen<br />

wie ihr Schwestermodell, das<br />

1957/58 für die LTU flog: D-INKA.<br />

Seither startet der Oldie zu Rund- und<br />

Nostalgieflügen. Betrieben wurde der<br />

Oldtimer die ersten Jahre nach seinem<br />

Comeback 2005 unter der Bezeichnung<br />

LTU-Classic von der deutschen Fluggesellschaft<br />

LTU.<br />

Im Jahr 20<strong>10</strong> kaufte die von Christian<br />

Käufer geführte TFC Flugbetrieb<br />

und -technik Beratungsgesellschaft<br />

am Flugplatz Essen-Mülheim den<br />

Klassiker und betreibt ihn seither.<br />

Auch Ex-Kapitän Ingo Presser unterstützt<br />

das TFC-Team beim Flugbetrieb<br />

und der Ausbildung der Dove-<br />

Piloten.<br />

Gerade das gemächliche Dahingleiten<br />

in relativ geringer Höhe bietet<br />

eine ungeheure Faszination: Beim<br />

Blick auf die langsam hinwegziehende<br />

Landschaft kommt zumindest bei<br />

älteren Gästen an Bord ein Déja-vu-<br />

Gefühl auf: Ja, genau so waren Flugreisen<br />

damals in den Fünfzigern. Dass<br />

dieses angenehme Ambiente einst<br />

auch gekrönte Häupter faszinierte,<br />

wundert nicht: Queen Elizabeth von<br />

England gönnte sich 1955 eine militärische<br />

Devon-Version der Dove für<br />

ihre Queen‘s-Flight-Flotte, der jordanische<br />

König besaß ebenfalls eine<br />

Maschine dieses Typs.<br />

Zwar taugt die Zweimot wegen<br />

ihrer überschaubaren Reichweite und<br />

der fehlenden Druckkabine nicht für<br />

20 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


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[ 1 ] Alt und neu: Zu den klassischen Rundinstrumenten gesellt sich<br />

ein modernes GPS. [ 2 ] Selbst ist der Mann: Pilot George Michahelles<br />

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Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart. Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer: Dr. Volker Breid,<br />

Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung, Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp<br />

(Vorsitz), Christina Dohmann, Dr. Michael Rathje, Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg, als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.<br />

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längere Strecken, dafür gibt sie sich<br />

aber mit kurzen Runways auf winzigen<br />

Flugplätzen zufrieden.<br />

Das einzige Manko ist allenfalls<br />

die fehlende Enteisung der D-INKA.<br />

Deshalb sind Flüge im Winter eingeschränkt<br />

beziehungsweise in Vereisungsbedingungen<br />

nicht mehr möglich.<br />

Das lässt sich allerdings ganz<br />

gut verschmerzen, ist das Flugzeug<br />

heute doch vor allem auf Flugschauen<br />

und zu besonderen Anlässen unterwegs<br />

– und nicht mehr darauf<br />

angewiesen, dem engen Korsett<br />

kommerzieller Flugpläne im Liniendienst<br />

zu folgen.<br />

ae<br />

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Name, Vorname Geburtsdatum<br />

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PLZ Wohnort<br />

E-Mail<br />

Telefon<br />

Ja, ich möchte auch von weiteren Inhalten, Vorabnachrichten, Themen und Vorteilen profitieren. Deshalb bin ich damit einverstanden, dass<br />

mich Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG und ihr zur Verlagsgruppe gehörendes Unternehmen, Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft<br />

mit ihren Titeln künftig auch per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informieren. Dieses Einverständnis<br />

kann ich jederzeit per E-Mail an widerruf@dpv.de widerrufen.<br />

Ich bezahle per Bankeinzug und erhalte zusätzlich eine Gratis-Ausgabe.<br />

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SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg, Gläubiger-Identifikationsnummer<br />

DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut<br />

an, die von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die Mandatsreferenz wird mir<br />

separat mitgeteilt. – Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten<br />

Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />

Ich bezahle per Rechnung.<br />

Widerrufsrecht Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem<br />

Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2<br />

Nr. 1 EGBGB. Zur Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die Bestellung zu widerrufen.<br />

Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: <strong>aerokurier</strong> Aboservice, Postfach,<br />

70138 Stuttgart, Telefon: + 49 (0)711 3206-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />

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[ MAGAZIN ]<br />

Neben regelmäßigen hochkarätigen<br />

Veranstaltungen bietet die<br />

Residenzstadt Donaueschingen<br />

auch viele bauliche Besonderheiten.<br />

Der stadtnahe Flugplatz mit<br />

dem Hotel Concorde<br />

gehört dazu.<br />

Tipps für Trips:<br />

Donaueschingen<br />

Donaueschingen<br />

(EDTD)<br />

Lage: etwa 2 km nordöstlich<br />

Donaueschingen<br />

Info: 124.250 MHz<br />

Pisten: 18/36, 1290 x 30 m<br />

Asphalt<br />

Treibstoff: Avgas <strong>10</strong>0LL,<br />

Jet Fuel A-1<br />

Öffnungszeiten: sommers<br />

06.00 – 18.30 UTC,<br />

winters 07.00 UTC – Sunset<br />

Telefon: 0771/2585<br />

Web: www.flugplatz-donaueschingen.de<br />

Hinweis: Abseits genannter<br />

Öffnungszeiten auch PPR für<br />

Geschäftsflüge nach IFR<br />

Zwischen Barock<br />

und Jugendstil<br />

Direkt aus dem Cockpit an<br />

die Hotelrezeption – es gibt<br />

nicht allzu viele lukrative<br />

fliegerische Reiseziele, die das bieten.<br />

Die Stadt Donaueschingen ist<br />

hier sicher mit an erster Stelle zu<br />

nennen. Durch ihre Lage zwischen<br />

Schwarzwald und Schwäbischer<br />

Alb eröffnen sich bereits beim Anflug<br />

imposante Eindrücke. Aber<br />

auch nach der Landung bietet die<br />

Stadt höchst vielfältige Freizeitangebote<br />

auf kürzesten Wegen,<br />

was sie für einen Kurztrip attraktiv<br />

macht.<br />

Das fängt schon bei der Unterbringung<br />

an. Wer hier aus dem<br />

Flugzeug steigt, um am Tower die<br />

Landegebühr zu entrichten, kommt<br />

direkt am Eingang zum Hotel Concorde<br />

vorbei. Das Hotel ist beileibe<br />

keine Notabsteige für verirrte<br />

Piloten, denn es wird dank seiner<br />

Nähe zum Zentrum und der guten<br />

Anbindung über die Bundesstraße<br />

27 und die Autobahn 864 an die<br />

A 81 auch von Nicht-Fliegern intensiv<br />

genutzt. Modern ausgestattete<br />

Tagungsräume sowie die<br />

exzellente Küche haben das Concorde<br />

auch für geschäftliche Zwecke<br />

zu einer gut frequentierten<br />

Adresse in der Region gemacht.<br />

Schließlich sind hier reichlich Parkplätze<br />

zu finden – für Kleinflugzeuge<br />

ebenso wie für Autos.<br />

Das stark von Jugendstil- und<br />

Barockbauten geprägte Zentrum<br />

der Fürstenbergischen Residenzstadt<br />

liegt nicht mal dreieinhalb<br />

Kilometer vom Flugplatz entfernt.<br />

Wer den Grünstreifen auf der Zubringerbrücke<br />

über die Bundes-<br />

Blick auf die Residenzstadt<br />

mit lärmsensiblen Gebieten<br />

nahe der Platzrunde.<br />

Zugang zur Hotelrezeption unmittelbar neben dem Turm. Bequemer<br />

können Aus-Flüge mit Übernachtung nicht sein.<br />

Fotos: Frank Martini<br />

22 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Gegenanflug auf die Piste 18<br />

des Platzes Donaueschingen.<br />

Mittig in der Gebäudereihe<br />

liegt das Hotel Concorde.<br />

setzen, und im Sinne der Lizenzsicherheit<br />

eine Besichtigung der<br />

historischen Fürstenberg-Brauerei<br />

vielleicht auf die Zeit nach Rückgabe<br />

des Zweirades terminieren.<br />

Radeln und<br />

Lustwandeln<br />

straße nicht scheut, kann in wenigen<br />

Minuten sogar zu Fuß vom<br />

Flugplatz in die Stadt gelangen<br />

– zum Beispiel, um sich an der<br />

Touristeninformation in der Karlstraße<br />

ein Elektrofahrrad auszuleihen.<br />

Das ergibt Sinn, denn die Stadt<br />

liegt direkt am Donau-Radwanderweg,<br />

der an das Radwegenetz der<br />

Landkreise Rottweil und Schwarzwald-Baar,<br />

auf dem mehr als 30<br />

Routen ausgewiesen sind, angebunden<br />

ist.<br />

Und wer die Gegend nicht nur<br />

aus der Luft, sondern auch zu Lande<br />

erkunden will, wird sich angesichts<br />

mancher Steigung über die<br />

motorunterstützten Drahtesel<br />

freuen. Damit der eigene Energiehaushalt<br />

derweil nicht in die Knie<br />

geht, versorgt das Concorde seine<br />

radfreudigen Gäste, denen es auch<br />

günstige Arrangements anbietet,<br />

mit Lunchpaketen für eine Tagestour.<br />

Auch wer in der Stadt bleiben<br />

und nicht alles auf Schusters Rappen<br />

erkunden will, wird bedient.<br />

Die E-Bikes werden sowohl tageals<br />

auch halbtagsweise zu Preisen<br />

von 15 und 25 Euro vermietet.<br />

Allerdings sollte sich, wer das in<br />

Anspruch nehmen will, zuvor mit<br />

dem Tourismusbüro in Verbindung<br />

Zuvor bietet sich eine Besichtigung<br />

des Residenzschlosses an.<br />

Das an den Barock angelehnte<br />

Palais liegt inmitten eines großen<br />

Parks, der in Teilen zum Donau-<br />

Radwanderweg gehört. Man darf<br />

also, muss aber keineswegs dort<br />

absteigen. Das bietet sich allerdings<br />

an, zum Beispiel am Zusammenfluss<br />

von Brigach und Breg, die sich<br />

mitten im Park zur jungen Donau<br />

vereinen.<br />

Nur unweit dieser Stelle zwischen<br />

Schloss und der im böhmischen<br />

Barock erbauten Stadtkirche<br />

St. Johann Baptist, befindet sich<br />

die Quelle des Donaubachs. Es<br />

handelt sich bei ihr um eine sogenannte<br />

Karstaufstoßquelle. Was<br />

es damit auf sich hat, kann man<br />

auf den Erlebnistouren erfahren,<br />

die von April bis Oktober während<br />

der Öffnungszeiten bis 21 Uhr an-<br />

VFRiCharts *<br />

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[ MAGAZIN ]<br />

Im Böhmischen Barock erbaut: die<br />

Stadtkirche St. Johann Baptist.<br />

Bei einer Führung am frisch restaurierten Quelltopf erfährt der Besucher<br />

interessantes Hintergrundwissen zur Donauquelle .<br />

Fotos: Stadt Donaueschingen/Tobias Raphel Ackermann/Roland Sigwart<br />

geboten werden. Spätestens dann<br />

wäre es ohnehin Zeit für ein gepflegtes<br />

Bierchen im „Bräustüble“,<br />

das direkt am Quelltopf vis-a-vis<br />

der Brauerei liegt.<br />

Die gibt es bereits seit dem 13.<br />

Jahrhundert, denn Bier brauen<br />

gehörte zu jenen Rechten, mit denen<br />

der habsburgische König Rudolf<br />

I. im Januar 1283 den Grafen<br />

Heinrich I. von Fürstenberg belehnte.<br />

Seither spielt das Adelsgeschlecht<br />

auch international die<br />

erste Geige bei den kulturellen<br />

Attraktionen der Stadt. Zeugnis<br />

dieses Mäzenatentums sind nicht<br />

nur die Fürstlich Fürstenbergischen<br />

Sammlungen, die vom Reiseurinal<br />

Napoleons bis zu naturkundlichen<br />

Sammlungen mit exotischen Tierpräparaten<br />

und selbst moderner<br />

Kunst ein weites Spektrum umfassen.<br />

Auch die Donaueschinger Kammermusikaufführungen<br />

zur Förderung<br />

zeitgenössischer Tonkunst<br />

– heute besser bekannt als Donaueschinger<br />

Musiktage – wurden<br />

unter der Protektion von Max Egon<br />

II. von Fürstenberg von dessen<br />

Musikdirektor Heinrich Burkhard<br />

1921 gegründet.<br />

Faustus, Pferde<br />

und Musik<br />

Welch internationale Bedeutung<br />

diese Veranstaltung bereits ein<br />

knappes Vierteljahrhundert später<br />

hatte, ist auch in einer literarischen<br />

Reminiszenz bezeugt. Dem tonsetzenden<br />

Protagonisten in Thomas<br />

Manns „Doktor Faustus“, Adrian<br />

Leverkühn, gelingt es, als Begründer<br />

der Zwölftonkunst seine Gesta<br />

mithilfe einer Gönnerin in Donaueschingen<br />

zur Aufführung zu<br />

bringen. Freilich nur in der Fiktion<br />

des Mann’schen Romans, der zum<br />

Zerwürfnis des Literaten mit dem<br />

wirklichen Urheber dieser Technik,<br />

Arnold Schönberg, führte. Dass<br />

außer dessen auch die Werke Hindemiths,<br />

Strawinskys oder auch<br />

jüngerer Komponisten wie Karlheinz<br />

Stockhausen dort Bekanntheit erlangten,<br />

zeigt, welche Stellung den<br />

Musiktagen bis heute zufällt.<br />

Wer aus musikalischem Interesse<br />

einen Ausflug in die Residenzstadt<br />

erwägt, muss allerdings<br />

auf das Flugwetter Mitte Oktober<br />

spekulieren. Vom 14. bis 16. Oktober<br />

finden sie in den Donauhallen<br />

und an anderen Orten statt.<br />

Auch für Pferdefreunde ist Donaueschingen<br />

durchaus einen Besuch<br />

wert, findet doch hier im September<br />

jährlich das „Fürst Joachim zu<br />

Fürstenberg Gedächtnisturnier“<br />

statt, bei dem sich internationale<br />

Größen im Springreiten, der Dressur<br />

sowie dem Gespannfahren ihr<br />

traditionelles Stelldichein geben.<br />

Zum Seele-baumeln-Lassen ist<br />

ein Ausflug nach Donaueschingen<br />

mit Check-in im Concorde eine<br />

Option. Für Paare bietet das Hotel<br />

ganzjährig ein All-Inclusive-Arrangement<br />

einschließlich Candlelight-<br />

Menü, Shuttleservice und Tickets<br />

für die Solemar-Therme im benachbarten<br />

Bad Dürrheim an. Wer allein<br />

fliegerischer Ambitionen wegen<br />

nach Donaueschingen reisen möchte,<br />

sollte das kommende Frühjahr<br />

vormerken – von Ende April bis<br />

Anfang Mai veranstaltet die Schweizer<br />

Präzisionsfliegervereinigung<br />

dort ihr alljährliches Training für<br />

exaktes Fliegen.<br />

ae<br />

<br />

Frank Martini<br />

Reminiszenz an die Baukunst des Barock: das<br />

Fürstenbergische Schloss.<br />

Auch die Hindernisgestaltung des fürstlichen<br />

Springreitturniers lehnt sich der Stadtarchitektur an.<br />

Beliebtes Ausflugsziel für Familien:<br />

der Donauradwanderweg.<br />

24 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ MAGAZIN ]<br />

Neues Buch mit Antworten<br />

Wer flog wirklich zuerst?<br />

Gemeinhin wird die Frage mit „Orville<br />

Wright“ beantwortet. Bis heute gelten er<br />

und sein Bruder Wilbur auch in Deutschland<br />

als die Pioniere des Motorflugs.<br />

Mit dem im Juli nach jahrelangen<br />

Recherchen veröffentlichten<br />

Buch des in<br />

Deutschland lebenden Australiers<br />

John Brown könnte sich das allmählich<br />

ändern. Schon öfter wurde<br />

die Leistung der Brüder aus Indiana<br />

in Frage gestellt, andere Namen<br />

ins Spiel gebracht: Samuel<br />

Pierpoint Langley etwa oder Clément<br />

Ader, Augustus M. Herring<br />

oder Gustav Weißkopf. Der Streit<br />

um den motorisierten Erstflug war<br />

immer auch einer um Definitionen,<br />

wie Brown in seinem Buch zu Beginn<br />

darlegt. Auch, wie die Wrights<br />

zur Zementierung ihres Anspruchs<br />

auf den ersten Motorflug der Welt<br />

Verhandlungen mit dem Smithsonian<br />

Institute über ihren Nachlass<br />

führten, schildert der Autor ausführlich<br />

– und wie die US-amerikanische<br />

Bildungs- und Forschungseinrichtung<br />

vor dem Ansinnen der<br />

Flugpioniere einknickte und deren<br />

Weltruhm damit festigte. Doch nicht<br />

nur in den USA sind längst Zweifel<br />

an der Geschichte von Orville<br />

und Wilbur Wright aufgekommen.<br />

Dazu haben, wie Brown ebenfalls<br />

darstellt, auch moderne Computersimulationen<br />

beigetragen.<br />

Mit dem Ergebnis, dass der US-<br />

Bundesstaat Connecticut bereits<br />

im Juni 2013 die Gebrüder Wright<br />

als erste Motorflieger ab- und den<br />

Exilfranken Gustav Weißkopf stattdessen<br />

anerkannte.<br />

Die Fakten zu dem Streit um<br />

den berechtigten Anspruch auf<br />

den ersten Motorflug hat John<br />

Brown nun erstmals in einem Buch<br />

in deutscher Sprache auf fast 600<br />

Seiten mit zahlreichen Dokumenten,<br />

Skizzen, Fotos und Zeugenberichten<br />

zusammengetragen.<br />

Darin werden sowohl die gescheiterten<br />

Versuche Weißkopfs im Jahr<br />

1899 als auch seine Erfolge in den<br />

Jahren 1901 bis 1903 mit umfang-<br />

Fotos: Frank Martini<br />

Info: John Brown<br />

Der gebürtige Australier wurde<br />

in Australien, Ostasien und<br />

den USA zum Berufspiloten<br />

ausgebildet, bevor er in den<br />

deutschsprachigen Raum zog.<br />

Heute hat er eine Führungsposition<br />

bei einem norddeutschen<br />

Flugzeughersteller inne<br />

und ist Mitglied des Verbandes<br />

der Luftfahrtsachverständigen.<br />

Seit 1996 ist er im<br />

Nebenberuf Luftfahrthistoriker.<br />

reichen Belegen dargestellt. Das<br />

Buch, das sich in Teilen wie ein<br />

Krimi liest, könnte auch in Deutschland<br />

zu einem Umdenken führen.<br />

Noch werden im Deutschen Museum<br />

in München die Amerikaner<br />

als erste Motorflieger gefeiert.<br />

Dank seiner Recherchen ist<br />

Brown inzwischen ein international<br />

gefragter Vortragsredner. Das<br />

Smithsonian Institute hat, im Interesse<br />

einer korrekten Geschichtsschreibung,<br />

den Luftfahrthistoriker<br />

kürzlich eingeladen, und auch in<br />

Bayern bewegt sich was. Im Oktober<br />

veranstaltet das Deutsche<br />

Museum ein Symposium über<br />

Gustav Weißkopf, zu dem neben<br />

dem Autor und anderen deutschen<br />

Luftfahrtexperten auch der Luftfahrtkurator<br />

des Smithsonian Institute<br />

anreisen soll. Wer am 19.<br />

Oktober in München dabei sein<br />

will, sollte das Buch bis dahin unbedingt<br />

gelesen haben.<br />

John Brown: Gustav Weißkopf<br />

und die Gebrüder Wright. Wer flog<br />

zuerst? Paperback-Einband, 547<br />

Seiten mit vielen SW-Abbildungen,<br />

ISBN 978-1533605689. Charleston,<br />

Create Space. 38,41 Euro ae<br />

Frank Martini<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 25


[ MOTORFLIEGEN Flying ]<br />

FLIEGER<br />

Fotos: Philipp Prinzing (1), Stefan Schmoll (5)<br />

26 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Oldtimertreffen Hahnweide<br />

FEST<br />

[<br />

Mit gut 300 Flugzeugen und rund<br />

30 000 Besuchern war das 18. Oldtimertreffen<br />

auf der Hahnweide eine gelungene<br />

Neuauflage. Der Generationswechsel bei<br />

den Organisatoren scheint geglückt.<br />

1 ]<br />

AUTOR: Lars Reinhold<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 1 ] Rundflüge mit der<br />

Schweizer Ju-Air entführten<br />

Besucher in die 30er Jahre.<br />

[ 2 ] Mustang und Jak-11 im<br />

Formationsflug. [ 3 ] Hightech<br />

im Propeller: Dank LEDs<br />

und Prozessorsteuerung<br />

prangte das BMW-Logo an<br />

dieser Klemm 25. [ 4 ] Toni<br />

Eichhorn putzt seine T-28.<br />

[ 5 ] Christoph Zahn zeigte<br />

mit seinem DFS Habicht<br />

mehrere tolle Kunstflugprogramme.<br />

[ 5 ]<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 27


[ MOTORFLIEGEN Flying ]<br />

[ 1 ]<br />

Zwei alte tschechische Segelflugzeuge<br />

schaffen das schier<br />

Unmögliche: Als das Blanix-<br />

Team mit rotem Rauch ein<br />

Herz in den Himmel malt, ist es dort,<br />

wo den ganzen Tag Motoren, Musik<br />

und Applaus um die Wette dröhnten,<br />

totenstill. Tausende Augenpaare<br />

folgen gebannt der Formation der<br />

Segler, einer im Normal-, einer im Rückenflug,<br />

vielleicht eine halbe Spannweite<br />

voneinander entfernt. Es ist ein<br />

würdiger Abschluss der ersten beiden<br />

Programmtage des 18. Oldtimer-<br />

Fliegertreffens auf der Hahnweide.<br />

Ursprünglich in jedem ungeraden<br />

Jahr ausgerichtet, hat sich die Fliegergruppe<br />

Wolf Hirth mit der 18.<br />

Auflage ein Jahr mehr Vorlauf gegeben<br />

und die Organisation neu aufgestellt.<br />

Im Laufe der Zeit waren die<br />

Ehrenamtler von ihrem eigenen Erfolg<br />

überrollt worden, kamen doch immer<br />

mehr Flugzeuge, Piloten und Besucher<br />

auf den Flugplatz unterhalb der Burg<br />

Teck. Von Treffen zu Treffen wurde<br />

Die heimlichen Stars:<br />

Als die Blanix am<br />

Himmel erscheinen,<br />

ist es totenstill auf der<br />

Hahnweide.<br />

[ 2 ]<br />

[ 1 ] Diese Klemm 35 Spezial<br />

wurde von Wolf Hirth auf<br />

einen Sechszylindermotor<br />

umgebaut. Im Hintergrund<br />

die Burg Teck. [ 2 ] Blick in<br />

die Flightline. [ 3 ] Mit Baujahr<br />

19<strong>10</strong> war diese Blériot XI das<br />

älteste Flugzeug am Platz.<br />

[ 4 ] Fachsimpelei gehört<br />

dazu. [ 5 ] Die Fouga Magister<br />

gab sich nur kurz die Ehre.<br />

[ 3 ]<br />

Fotos: Marion Hoffmann (1), Philipp Prinzing (3), Stefan Schmoll (4)<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

28 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Kunstflug-Könner:<br />

Die Blanix, das Franken-<br />

Team und Christoph<br />

Zahn mit dem Habicht.<br />

es schwieriger, den Zustrom und die<br />

damit verbundene Logistik zu bewältigen.<br />

Im Kern sind sich die Kirchheimer<br />

treu geblieben: Den Hut hat nach<br />

wie vor die Fliegergruppe Wolf Hirth<br />

auf, unterstützt wird sie von den anderen<br />

Vereinen, der Motorflugschule<br />

des BWLV und externen Freiwilligen.<br />

In der Summe sorgen mehr als 300<br />

Helfer für eine reibungslose Organisation<br />

und ein tolles Event für Piloten<br />

und Flugzeugfans.<br />

Und natürlich gab es neben den<br />

„Blanix“ noch allerhand andere flie-<br />

gerische Leckerbissen. Ob Walter und<br />

Toni Eichhorn auf T-6 und T-28,<br />

Jagdflugzeug-Legenden wie Spitfire,<br />

Hurricane, Mustang, Jak-3 und Me<br />

262 oder Urahnen des ewigen Traums<br />

vom Fliegen wie eine originale Blériot<br />

XI und ein Nachbau der Fokker<br />

Dr I – an fliegender Historie hat es<br />

auf der Hahnweide ganz sicher nicht<br />

gemangelt. Mitunter kritisierte Längen<br />

und fehlende Action im Flugprogramm<br />

verblassen vor dem Hintergrund<br />

der rein ehrenamtlichen<br />

Organisation und den immer restriktiver<br />

werdenden rechtlichen Bestimmungen<br />

für Flugschauen. Der allergrößte<br />

Teil der Piloten und Zuschauer<br />

hat ganz offensichtlich einen<br />

Riesenspaß gehabt – nicht zuletzt der<br />

Airbus-Pilot, der sich am Sonntagabend<br />

in die Platzrunde einreihte und mit<br />

wackelnden Flächen im Überflug<br />

einen Gruß gen Boden schickte. Diese<br />

Lockerheit ist eben auch Hahnweide,<br />

und es bleibt zu hoffen, dass<br />

die Fliegergruppe Wolf Hirth in zwei<br />

Jahren wieder den Mut aufbringt, an<br />

die Teck einzuladen.<br />

ae<br />

Doppelte Turboprop-<br />

Power lieferte die<br />

Rockwell OV-<strong>10</strong> Bronco.


[ UL/LSA Pilot Report ]<br />

Trixy Aviation TrixyFormer<br />

DER TRANSFOR<br />

Ein Tragschrauber, der seinen Piloten nach der Landung bis in die<br />

Innenstadt bringt – das klingt schwer nach einem Werk Daniel<br />

Düsentriebs. Rainer Farrag hat diese Vision mit dem<br />

TrixyFormer Wirklichkeit werden lassen.<br />

TEXT UND FOTOS: Toni Ganzmann<br />

Auf den ersten Blick<br />

könnte man den<br />

TrixyFormer für einen<br />

ganz normalen<br />

Tragschrauber halten.<br />

Dieser Tragschrauber sieht<br />

ungewöhnlich aus, sein Name<br />

ist ungewöhnlich, er ist<br />

ungewöhnlich: der Trixy-<br />

Former. Rainer Farrag, Chef des österreichischen<br />

Unternehmens Trixy<br />

Aviation und begeisterter Pilot, erklärt<br />

mir das so: „Mein Traum war<br />

schon immer ein fliegendes Motorrad,<br />

denn es ist einfach nervig, an<br />

Flugplätzen nach Fahrgelegenheiten<br />

suchen zu müssen, wenn man zum<br />

Beispiel in die Stadt möchte.“ Vor<br />

sechs Jahren gründete Farrag Trixy<br />

Aviation mit dem Ziel, Tragschrauber<br />

zu entwickeln, die nicht nur fliegen,<br />

sondern auch zu Land und auf dem<br />

Wasser eingesetzt werden können.<br />

Die fliegerische Komponente des Gerätes<br />

sollte mit einem Motorrad oder<br />

einem Boot verbunden sein und von<br />

einer Person schnell und ohne fremde<br />

Hilfe an- oder abgekoppelt werden<br />

können. Im August <strong>2016</strong> steht<br />

30 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Firmenporträt Trixy Aviation<br />

MER<br />

Visionen realisieren. Er ist 62 Jahre alt, hat Luftund<br />

Raumfahrt studiert, war Militär- und Linienpilot<br />

und ist seit 25 Jahren ein erfolgreicher Unternehmer,<br />

der Maschinen für die Kunststoffindustrie entwickelt<br />

und mittlerweile Niederlassungen auf drei Kontinenten<br />

unterhält: Rainer Farrag, Inhaber von Trixy Aviation.<br />

Der begeisterte Privatpilot mit eigener Zweimot erklärt<br />

die Gründung seines neuen Firmenzweiges Ende<br />

20<strong>10</strong> so: „Fliegen ist schon immer ein wichtiger Teil<br />

meines Lebens, und mein Jugendtraum war, ein Motorrad<br />

zu bauen, das auch fliegen kann.“<br />

Detaillierte Pläne dazu hatte er natürlich schon lange in<br />

der Schublade liegen. „Du kannst noch so tolle Ideen<br />

haben“, resümiert er, „aber ohne ein eingeschworenes<br />

Mitarbeiterteam geht gar nichts.“ In Slowenien, am<br />

Flugplatz Slovenske Konjice, fand er die idealen Voraussetzungen:<br />

25 hochmotivierte und qualifizierte<br />

Fachkräfte und eine positive Einstellung in der Region<br />

gegenüber einem Luftfahrtbetrieb.<br />

In fünf Monaten zum ersten Trixy<br />

Begonnen hat alles mit der Entwicklung und Erprobung<br />

von tragschraubertypischen Komponenten. Um<br />

einen besonders hohen Sicherheitsstandard zu erreichen,<br />

sollten überall luftfahrtzertifizierte Materialien und<br />

Baugruppen zum Einsatz kommen, die Zelle als energieabsorbierendes<br />

Monocoque komplett aus Karbon<br />

aufgebaut und der Tank explosionssicher sein. Es<br />

dauerte nur unglaubliche fünf Monate, bis der Trixy<br />

G 4-2 R für die AERO 2011 ausstellungsreif war, und<br />

schon im Januar 2012 bekam er seine Musterzulassung.<br />

Während die ersten Geräte in Einzelfertigung<br />

hergestellt wurden, arbeitete man bei Trixy Aviation<br />

bereits an einer robusteren Ausführung für den kommerziellen<br />

Einsatz. Verstärkungen an der Zelle und am<br />

Rahmen und als Antrieb der hauseigene Motor mit<br />

154 PS kennzeichnen den TrixyEye, einen Gyrokopter<br />

konzipiert als Plattform für Kamera- und Überwachungssysteme.<br />

Obwohl bisher 120 Trixys verkauft worden sind, legt<br />

Rainer Farrag Wert auf den Hinweis, dass nicht die<br />

Serienproduktion das Unternehmensziel ist, sondern<br />

die Entwicklung. Nach Erreichen eines definierten<br />

der TrixyFormer <strong>aerokurier</strong>-Autor<br />

Toni Ganzmann für Testflüge und –<br />

ungewöhnlich für ein Pilotenmagazin<br />

– für Testfahrten zur Verfügung.<br />

Gespannt besuche ich den Betrieb<br />

am Flugplatz Slovenske Konjice in<br />

Slowenien. Mein Testobjekt mit der<br />

Kennung D-MBTR steht schon auf der<br />

Platte vor der Halle und wartet auf<br />

einen ersten Rundgang. Aus der Ferne<br />

sieht er wie ein offener Tragschrauber<br />

mit Tandemsitzanordnung aus,<br />

bei dem die Steuerelemente außerhalb<br />

liegen. Näher betrachtet, fällt der<br />

Lenker mit den beiden Hebeln für die<br />

hydraulischen Scheibenbremsen,<br />

Der TrixyEye ist als kostengünstige Plattform für<br />

Kamerasysteme konzipiert.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 31


[ UL/LSA Pilot Report ]<br />

[ 1 ]<br />

Blinker, Lichtschalter und dem großen<br />

Display in der Mitte auf. Vom restlichen<br />

Motorrad ist kaum etwas zu<br />

sehen, denn das Hinterrad liegt mittig<br />

unter dem hinteren Sitz und wird<br />

von Hauptfahrwerk und Tank der<br />

Tragschraubereinheit verdeckt. Die<br />

Antriebseinheit, ein wassergekühlter<br />

Vierzylinder Boxermotor mit 130 PS<br />

Dauerleistung, das 8,60 Meter lange<br />

Rotorsystem aus Luftfahrtaluminium<br />

und das Leitwerk aus Carbonwerkstoff<br />

sind bekannte Komponenten der<br />

Trixy-Tragschrauberentwicklung.<br />

Ich nehme also vorne Platz und<br />

stelle eine erstaunlich bequeme, leicht<br />

nach hinten geneigte Sitzposition fest,<br />

von der aus der Lenker, aber auch<br />

alle fliegerischen Steuerorgane wie<br />

Steuerknüppel, Seitenruderpedale<br />

und Gashebel problemlos zu erreichen<br />

sind. Im großen Zentraldisplay können<br />

unter anderem Flugbetriebsanzeigen<br />

und Luftfahrtkarten dargestellt werden,<br />

im Fahrmodus dient es hauptsächlich<br />

als Navi und Tacho. Links<br />

außerhalb liegt noch ein weiteres<br />

Panel für Funkgeräte, Schalter und<br />

Sicherungen.<br />

Vor dem ersten Flug erhalte ich<br />

ein ausführliches Briefing von Dr.<br />

Michael Ullrich, dem Werkspiloten.<br />

Dann – der Motor hat seine Betriebstemperatur<br />

erreicht – rolle ich zum<br />

Start. Dabei stelle ich fest, dass das<br />

RICHTIG INTERESSANT WIRD ES NACH DER LANDUNG,<br />

JETZT STEHT DIE VERWANDLUNG ZUM MOTORRAD AN<br />

Lenken des Vorderrades über die<br />

relativ hoch liegenden Pedale präzise<br />

und ohne großen Kraftaufwand<br />

möglich ist. Da ich die linke Hand am<br />

Kombihebel für Gas und Bremse habe<br />

und die rechte am Steuerknüppel,<br />

bewegt sich der Lenker vor mir beim<br />

Rollen zwar mit, aber ich benötige<br />

ihn nicht – auch später in der Luft<br />

nicht. Das ist anfangs ein wenig irritierend.<br />

Am Startpunkt wird der Rotor bis<br />

auf ungefähr 200 U/min vorrotiert,<br />

dann die Bremse des Hauptfahrwerks<br />

gelöst und Vollgas gegeben. Beim<br />

Startlauf auf der Grasbahn fällt das<br />

gefederte Vorderrad angenehm auf.<br />

Weiterhin ist trotz Volllast nur sehr<br />

wenig Drehmoment auszugleichen.<br />

Nach 180 Metern ist der TrixyFormer<br />

– betankt mit 60 Litern Sprit und mit<br />

zwei Piloten besetzt – bereits mit 3,5<br />

m/s im Steigflug. Der Motor dreht mit<br />

5800 Touren und schiebt uns bei 95<br />

km/h mit dem besten Steigen in den<br />

Himmel. Für den Reiseflug mit 120<br />

km/h kann die Drehzahl um 600<br />

U/min reduziert werden.<br />

Jetzt ist es Zeit, das Verhalten des<br />

Geräts in Kurven zu testen. Ich fliege<br />

einige Vollkreise mit unterschiedlichen<br />

Schräglagen und stelle fest,<br />

dass der TrixyFormer sehr stabil um<br />

die Hochachse ist und mit ganz wenig<br />

Seitenrudereingabe auskommt,<br />

um koordiniert zu bleiben. Beim Fliegen<br />

von Achten ist allerdings etwas<br />

mehr Kraftaufwand am Steuerknüppel<br />

erforderlich – wie immer, wenn<br />

Push-Pull-Kabel statt Steuerstangen<br />

eingesetzt werden. Der große Sidestick<br />

gleicht diesen Nachteil aber fast<br />

wieder aus. Wichtig ist jedoch in<br />

jeder Fluglage, dass der Tragschrauber<br />

optimal ausgetrimmt ist. Die<br />

elektrische Trimmung per Steuerknüppel<br />

wirkt direkt auf den Rotorkopf<br />

und ist sehr effektiv. Die Rundumsicht<br />

32 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 1 ] Die Verwandlung: Nach dem Abkoppeln<br />

der Tragschraubereinheit bleibt ein Elektromotorrad<br />

mit einer Reichweite von maximal<br />

150 Kilometern. [ 2 ] Ungewohnt für Tragschrauberpiloten<br />

mag der Blick auf den<br />

Motorradlenker sein. Der Steuerknüppel liegt<br />

recht weit außen, was etwas Gewöhnung<br />

erfordert. [ 3 ] Ein kleines Display gibt Aus -<br />

kunft über den Zustand des Akkus, wenn der<br />

TrixyFormer als E-Motorrad unterwegs ist.<br />

ist hervorragend und erzeugt tatsächlich<br />

eine Art Motorradfeeling. Die<br />

Frontscheibe, die über den Kopf bis<br />

nach hinten reicht, hält den Fahrtwind<br />

inklusive Kleinteilen gut ab. Der Seitenwind<br />

kann natürlich voll durchblasen,<br />

und man merkt sofort, wenn<br />

der rote Faden nicht in der Mitte steht.<br />

Der Landeanflug unterscheidet sich<br />

nicht von dem mit geschlossenen<br />

Tragschraubern. Das von Trixy-Geräten<br />

bekannte gute Flareverhalten<br />

im bodennahen Bereich zeigt auch<br />

der TrixyFormer. Lediglich an die<br />

etwas größeren Steuerwege des relativ<br />

weit rechts außen liegenden<br />

Knüppels muss man sich in dieser<br />

Phase gewöhnen.<br />

Im Gegensatz zu vielen anderen<br />

Gyro-Testflügen kommt für mich das<br />

wirklich Interessante nach der Landung:<br />

die Trennung von TrixyGyro<br />

und TrixyCycle. „Die Bestzeit liegt<br />

bei 35 Sekunden“, sagt Produktmanager<br />

Mitja Mastnak und erklärt mir<br />

die einzelnen Schritte: elektrische<br />

Steckverbindung lösen, beidseitige<br />

Halterung am Rahmen öffnen, zwei<br />

Bolzen unter dem hinteren Sitz herausdrehen<br />

und den Verbindungshaken<br />

im Dachbereich öffnen. Und schon<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

steht die Flugeinheit alleine auf ihren<br />

beiden Rädern, und das E-Bike ist<br />

fahrbereit, sobald der Hauptschalter<br />

eingeschaltet ist. Das Strommanagement<br />

zwischen Batterie und Elektromotor,<br />

bei dem mehr als <strong>10</strong>0 Ampere<br />

fließen können, übernimmt ein elektronisches<br />

Steuergerät. In Verbindung<br />

mit verschiedenen Sensoren zeigt ein<br />

Kombiinstrument wichtige Daten wie<br />

Ladezustand, Leistungsaufnahme,<br />

Temperaturen und Motordrehzahl an.<br />

Der 17 Kilogramm schwere Akku der<br />

Firma LZ-Design aus Slowenien besitzt<br />

14 Zellen und eine Betriebsspannung<br />

von 57 Volt. Seine Kapazität reicht<br />

für ungefähr 150 Kilometer im kombinierten<br />

Stadt-/Überlandverkehr, bei<br />

dem man mit bis zu 70 km/h recht<br />

zügig unterwegs sein kann. Ein integrierter<br />

Mikroprozessor mit Kühlsystem<br />

sorgt dafür, dass jede Zelle<br />

optimal ent- und geladen wird.<br />

Während ich aufsitze und das<br />

Zweirad vom Hauptständer nehme,<br />

weist mich Mitja eindringlich darauf<br />

hin, dass das Gas derzeit noch sehr<br />

sensibel eingestellt sei. Also drehe<br />

ich nur einen gefühlten Millimeter<br />

auf, aber das reicht schon, die Maschine<br />

losschießen zu lassen, sodass<br />

Endzustandes soll das investierte Kapital durch den<br />

Verkauf von Produktionslizenzen wieder zurückfließen.<br />

Ein solches Geschäft mit einem chinesischen Hersteller<br />

ist bereits besiegelt, Verhandlungen auf anderen<br />

Kontinenten laufen.<br />

„Das fliegende<br />

Motorrad haben<br />

wir natürlich nicht<br />

aus den Augen<br />

verloren“, sagt<br />

Farrag und verweist<br />

auf den Zero.<br />

Das war ein Projekt,<br />

mit dem<br />

überprüft werden<br />

sollte, ob man in<br />

einer Motorradsitzanordnung<br />

einen<br />

Tragschrauber<br />

Der Zero war ein Erprobungsträger,<br />

der Erkenntnisse für den<br />

TrixyFormer liefern sollte.<br />

sicher beherrschen kann. 35 Stunden flog der Zero<br />

mit vorläufiger Verkehrszulassung, angetrieben von<br />

einem 1,2-Liter-Boxermotor, basierend auf BMW-<br />

Technik. Dann waren ausreichend Erkenntnisse gesammelt<br />

für den TrixyFormer.<br />

Zu Wasser, zu Lande und natürlich in der Luft<br />

Schon bei der Namenswahl für seine Firma hatte<br />

Rainer Farrag das große Ziel vor Augen. Der Name<br />

Trixy leitet sich von der Zahl drei ab, und damit wollte<br />

er seine Vision von der Mobilität zu Wasser, an Land<br />

und in der Luft unterstreichen. Soll heißen: ein Gerät,<br />

das fliegen kann, straßentauglich ist und auch über<br />

Amphibieneigenschaften verfügt. Nach Farrags Vision<br />

sollte ein Motorrad oder ein Boot mit einer autarken<br />

fliegerischen Tragschraubereinheit koppelbar sein. Mit<br />

dem TrixyFormer scheint sein großes Ziel erreicht.<br />

Patente für so ein „einspuriges Landfahrzeug, das mit<br />

einem beliebigen Fluggerät gekoppelt ist“, wie es im<br />

offiziellen Text heißt, sind schon in Europa, den USA<br />

und Australien erteilt, und die Fahrzeugindustrie hat<br />

bereits Interesse an Produktionslizenzen signalisiert.<br />

Doch Rainer Farrag wäre nicht Rainer Farrag, stünden<br />

nicht schon weitere innovative Ideen vor der Realisierung.<br />

„Der Markt verlangt nach einem in Anschaffung<br />

Der Flexible: Das Modell TrixyLiberty kann mit offener<br />

und geschlossener Kabine geflogen werden.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 33


[ UL/LSA Pilot Report ]<br />

und Unterhalt preiswerten Spaßflieger“, stellt er fest.<br />

Da sich mittlerweile alle auf dem Markt befindlichen<br />

Tragschrauber sehr stark ähneln, war für den Tüftler<br />

von vornherein klar, dass Trixy Aviation sich hier nicht<br />

einfach einreiht. „Der Neue wird ein offener Zweisitzer<br />

in Side-by-Side-Anordnung sein, den ein 1,2-Liter-<br />

Boxermotor antreibt“, gibt Farrag preis. Diese Weltneuheit<br />

soll noch in diesem Herbst in die Erprobung<br />

gehen, und der<br />

<strong>aerokurier</strong> wird<br />

exklusiv darüber<br />

berichten.<br />

Auf die Frage, ob<br />

es denn auch<br />

Projekte für die<br />

fernere Zukunft<br />

gibt, nickt der<br />

Trixys nächster Streich: Die<br />

Form des offenen Side-by-Side-<br />

Zweisitzers ist schon fertig.<br />

Visionär und sagt:<br />

„Nicht fernere<br />

Zukunft. Wir haben<br />

bereits den<br />

Antrag auf Musterzulassung<br />

für einen senkrechtstartfähigen Tragschrauber<br />

gestellt.“ Da das Entwicklungsteam mittlerweile<br />

viele erprobte Baugruppen wie Rotorsystem,<br />

Steuerung und Antriebseinheit im Regal liegen hat,<br />

kann es jederzeit darauf zurückgreifen und bei neuen<br />

Projekten außergewöhnlich schnell vorankommen.<br />

Geheimnisvoll lächelnd verrät der Chef eine weitere<br />

Vision: „Zum Hubschrauber ist es jetzt nur noch ein<br />

kleiner Schritt ...“<br />

Die durchgehende Frontscheibe und das Tandemcockpit mit erhöhtem hinteren<br />

Sitzplatz vermitteln ein ganz kleines bisschen Kampfhubschrauber-Feeling.<br />

ich sofort die Bremsen ausprobieren<br />

muss. Mit beiden Beinen am Boden<br />

versuche ich es erneut. Auf der langen<br />

Startbahn bekomme ich langsam<br />

Gefühl für das Motorrad und nehme<br />

schließlich beide Füße auf die Rasten.<br />

Da diese aber am Vorderrad montiert<br />

sind, spürt man jede Lenkerbewegung<br />

auch in den Beinen, und das ist anfangs<br />

erst einmal gewöhnungsbedürftig.<br />

Ähnlich wie auf einem Chopper<br />

sitze ich in leichter Rückenlage,<br />

habe aber die Füße auf Höhe der<br />

Sitzfläche. Das erfordert mehr Balance.<br />

Da sich aber das gesamte Gerät<br />

noch in der Erprobungsphase<br />

befindet, werden sicherlich auch hier<br />

noch Änderungen einfließen. ae<br />

Auf sein Team lässt<br />

Rainer Farrag (im roten<br />

T-Shirt) nichts kommen.<br />

„Es geht nur mit hochmotivierten<br />

Mitarbeitern“,<br />

stellt er klar.<br />

34 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Praxis<br />

Know-how<br />

Oktober <strong>2016</strong><br />

für<br />

Einsteiger und<br />

Fortgeschrittene<br />

Trockenschulung am Boden: Der CRI kann seinem Schüler<br />

die wichtigsten Eigenheiten neuer Muster vermitteln.<br />

Foto: Philipp Prinzing<br />

Class Rating Instructor: Ausbilden mit wenig Aufwand<br />

Kein Fluglehrer zweiter Klasse<br />

Das eigene Wissen weiterzugeben ist das Ziel nicht weniger Piloten, doch um Flug lehrer (FI) zu<br />

werden, muss man einiges auf sich nehmen. Wer mit weniger Aufwand lehren will, kann sich zum<br />

Class Rating Instructor (CRI) ausbilden lassen.<br />

Eines gleich vorweg: Der CRI ist entgegen<br />

vieler Vorbehalte kein Fluglehrer<br />

zweiter Klasse. In den einschlägigen<br />

Gesetzestexten wird er als Lehrberechtigter<br />

oder Fluglehrer synonym mit dem Flight Instructor<br />

(FI) genannt. Der größte Unterschied<br />

besteht, einfach formuliert, darin, dass der<br />

CRI keine „Fußgänger“ ausbilden darf – die<br />

Schulung für den Ersterwerb einer Lizenz<br />

bleibt dem FI vorbehalten. Deshalb sind die<br />

Hürden auf dem Weg zum Fluglehrer entsprechend<br />

hoch: CPL-Kenntnisse, Präsenzlehrgang,<br />

etliche Flugstunden und nicht zuletzt ein ordentlicher<br />

Batzen Geld werden verlangt.<br />

Die Voraussetzungen für den CRI sind deutlich<br />

geringer, die Tätigkeit eignet sich deshalb<br />

bestens zum Einstieg in die Welt der Ausbildung.<br />

Für Vereine oder Flugschulen, denen<br />

der Fluglehrernachwuchs fehlt, ist der CRI<br />

eine Bereicherung, denn er kann einen Großteil<br />

des Tagesgeschäfts wie Stundenflüge oder<br />

Differenzschulungen übernehmen.<br />

In Zeiten nationaler Luftfahrtgesetzgebung<br />

gab es den Einweisungsberechtigten, die-<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 35


[ PRAXIS Oktober <strong>2016</strong> ]<br />

Unterschiede zwischen CRI(A) SEP und FI(A) SEP<br />

Class Rating Instructor (A) SEP<br />

Flight Instructor (A) SEP<br />

Mindestvoraussetzungen<br />

• PPL(A)<br />

• 300 h als Pilot auf Flugzeugen,<br />

30 h als PIC auf SEP<br />

• CPL(A) oder<br />

• PPL(A) mit CPL-Theorie kenntnissen<br />

und 200 h als Pilot auf Flugzeugen<br />

oder TMG, davon 150 h als PIC<br />

• 30 h als PIC auf SEP<br />

• <strong>10</strong> h Instrumentenflugausbildung<br />

• 20 h VFR-Überlandflug als PIC<br />

• 300-NM-Überlandflug<br />

• Vorprüfung<br />

Ausbildung<br />

• 35 h Theorie<br />

• 3 h Praxis<br />

• Kompetenzbeurteilung<br />

• 125 h Theorie<br />

• 30 h Praxis<br />

• Kompetenzbeurteilung<br />

Befugnisse<br />

• Ausbildung zur Klassenberechtigung<br />

SEP<br />

• Auffrischungsschulung<br />

• Differenzschulung<br />

• Ausbildung zur Schlepp-/<br />

Kunstflugberechtigung<br />

• wie CRI, zusätzlich:<br />

• Grundausbildung zum PPL/LAPL(A)<br />

• Ausbildung zu weiteren Berechtigungen<br />

(Nachtflug, Gebirgsflug,<br />

Instrumentenflug, CPL, etc.)<br />

Auch Auffrischungsflüge<br />

kann der CRI<br />

übernehmen.<br />

Vorschriften unterschiedlich auslegen; im<br />

Zweifelsfall empfiehlt sich eine vorherige<br />

Rücksprache, damit die Schulungsflüge nicht<br />

vergeblich sind.<br />

Die Voraussetzungen, um Class Rating<br />

Instructor zu werden, sind überschaubar: 300<br />

Stunden Flugerfahrung als Pilot (nicht PIC)<br />

auf Flugzeugen, davon 30 Stunden PIC-Zeit<br />

auf der Flugzeugkategorie, auf der ausgebildet<br />

werden soll. Im Gegensatz zum FI, dessen<br />

Ausbildung CPL-Theoriekenntnisse verlangt,<br />

ist für den CRI nichts dergleichen vorgeschrieben.<br />

Wer CRI auf mehrmotorigen Flugzeugen<br />

werden will, muss 500 Gesamtflugstunden<br />

mitbringen.<br />

Mit überschaubarem Aufwand<br />

zur Ausbilderlizenz<br />

ser wurde mit Einführung der JAR-FCL zum<br />

CRI und darf mittlerweile weit mehr als einweisen.<br />

Als Class Rating Instructor ist man<br />

befugt, lizenzierte Piloten zum Erwerb von<br />

Klassenberechtigungen in den Klassen zu<br />

schulen, die man selbst besitzt. Man dürfte<br />

also beispielsweise als CRI(A) SEP einen<br />

ATPL-Piloten, der in seiner Freizeit eine Einmot<br />

fliegen will, für die SEP-Klassenberechtigung<br />

ausbilden. Auch einen LAPL(A)-Piloten<br />

mit TMG-Rating dürfte man zum Erwerb der<br />

Einmot-Klassenberechtigung bringen.<br />

Darüber hinaus darf der CRI die regelmäßigen<br />

einstündigen Schulungsflüge beziehungsweise<br />

Auffrischungsschulungen abhalten und<br />

seit kurzem auch wieder handschriftlich das<br />

entsprechende Rating verlängern. Dafür ist<br />

übrigens keine Ausbildungseinrichtung (ATO)<br />

notwendig. Für Überprüfungsflüge im Verein,<br />

Differenztraining und natürlich immer dann,<br />

wenn ein Pilot auf den Beistand eines Ausbilders<br />

nicht verzichten will, ist der CRI genauso<br />

einsetzbar wie ein FI.<br />

Auch für den Erwerb zusätzlicher Berechtigungen<br />

kann man auf einen CRI zurückgreifen,<br />

denn er darf auch (allerdings nur mit<br />

einer ATO) die Ausbildung zur Schlepp- und<br />

Kunstflugberechtigung durchführen. Seit<br />

Inkrafttreten der EU-Verordnung 1178/2011<br />

haben sich hierfür allerdings die Voraussetzungen<br />

für den Ausbilder geändert: Es genügt<br />

jetzt nicht einfach der Besitz einer<br />

Kunstflug- oder Schleppberechtigung, sondern<br />

die Befähigung zur entsprechenden Ausbildung<br />

muss einem Fluglehrer-Prüfer nachgewiesen<br />

und explizit in die Lizenz eingetragen<br />

werden.<br />

Wie in vielen Bereichen des Lizenzwesens<br />

gilt jedoch auch im Bereich der Ausbildung,<br />

dass manche Landesluftfahrtbehörden die<br />

Während der Aufwand zum Erwerb der vollständigen<br />

Lehrberechtigung mit 125 Stunden<br />

ziemlich aufwendig ist, muss der CRI vergleichsweise<br />

wenig ausgebildet werden: 35<br />

Stunden Theorie, unterteilt in die Fächer<br />

„Lehren und Lernen“ (25 Stunden) und Fachunterricht<br />

(<strong>10</strong> Stunden) sowie drei Stunden<br />

Flugausbildung (5 Stunden für mehrmotorige<br />

Flugzeuge) zuzüglich Prüfung werden gefordert.<br />

In der Theorie geht es dabei vor allem<br />

um das erfolgreiche Vermitteln von Lerninhalten<br />

und das Erarbeiten von Übungen und<br />

Trainingsprogrammen. In der Praxisausbildung<br />

muss der CRI-Anwärter zeigen, dass er ein<br />

Flugzeug auch vom Sitz des Ausbilders aus<br />

beherrscht und in der Lage ist, dem Flugschüler<br />

Übungen zu erklären, zu demonstrieren,<br />

notfalls auch einzugreifen und die Kontrolle<br />

zu übernehmen. Dies wird im abschließenden<br />

Checkflug geprüft.<br />

36 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Welche Handgriffe beim Check eines neuen<br />

Musters nötig sind, auch das weiß der CRI.<br />

Dank seiner Ausbildung kann der CRI<br />

meist auch bei Theoriefragen helfen.<br />

Fotos: Patrick Holland-Moritz, Philipp Prinzing, Lars Reinhold, Helge Zembold<br />

Das Angebot an Lehrgängen für potenzielle<br />

Class-Rating-Instruktoren ist in Deutschland<br />

relativ übersichtlich, viele Flugschulen bieten<br />

Kurse nur auf Anfrage an. In Österreich gibt<br />

es mehr Möglichkeiten. Dabei ist die CRI-<br />

Berechtigung der einfachste und vor allem<br />

ein günstiger Weg in die Welt der Pilotenausbildung<br />

im Motorflug: Die Lehrgänge, die<br />

in Kompakt- oder Modulform angeboten werden<br />

und in der Regel nicht mehr als sieben<br />

Tage beanspruchen, schlagen in etwa mit 1500<br />

Euro bis 2500 Euro zu Buche.<br />

Verlängert wird die Lehrberechtigung alle drei<br />

Jahre. Dazu müssen zwei der folgenden drei<br />

Bedingungen erfüllt sein: zehn Stunden Ausbildungszeit<br />

in den vergangenen zwölf Mo-<br />

naten, Teilnahme an einem Refresherlehrgang<br />

an einer Ausbildungseinrichtung, Bestehen<br />

einer Kompetenzbeurteilung.<br />

Das Einsatzspektrum des CRI lässt sich allerdings<br />

nur bedingt erweitern, denn bereits für<br />

die Tätigkeit des Prüfers (Class Rating Examiner)<br />

wird mindestens CPL-Erfahrung vorausgesetzt.<br />

Immerhin kann man die CRI-<br />

Berechtigung auf weitere Flugzeugklassen<br />

erweitern: Wer etwa zusätzlich zur Einmot<br />

auch auf Reisemotorseglern ausbilden will,<br />

benötigt 15 Stunden PIC-Zeit auf TMG in den<br />

letzten zwölf Monaten. Bei einem Schulungsflug<br />

auf dem rechten Sitz unter der Aufsicht<br />

eines anderen CRI oder FI, der für diese Klasse<br />

qualifiziert ist, werden dann die Lehrfähigkeiten<br />

demonstriert. Alle weiterführenden<br />

Ausbildungsbereiche bleiben letztlich den FIs<br />

vorbehalten, aber wer später den Schritt vom<br />

CRI zum FI wagt, kann sich immerhin die<br />

theoretische Ausbildung anrechnen lassen.<br />

[ Autor Helge Zembold<br />

... fliegt hauptberuflich<br />

als Copilot im Airbus<br />

A320 durch Europa. In<br />

seiner Freizeit ist er zumeist<br />

als Segelflieger<br />

oder im Schleppflugzeug<br />

unterwegs. Weiterhin ist<br />

er Autor des Buches<br />

„IFR-Sprechfunk“.<br />

Praxis-Quiz Testen Sie Ihr Wissen!<br />

1. 2. 3.<br />

Wer ist der verantwortliche Pilot,<br />

wenn mehrere zur Führung des<br />

Luftfahrzeugs berechtigte Personen<br />

an Bord sind?<br />

a) wer die höherwertige Lizenz besitzt<br />

b) wer vom Halter dazu bestimmt wurde<br />

c) wer das Luftfahrzeug tatsächlich führt<br />

d) der Charterer<br />

Der Inhaber eines gültigen PPL(A)<br />

führt nach der Winterpause einen<br />

Flug zur Inübunghaltung mit einem<br />

erfahrenen Piloten durch. Wer ist der<br />

verantwortliche Pilot?<br />

a) der erfahrene Pilot<br />

b) der Inhaber der gültigen Lizenz<br />

c) keiner<br />

d) beide<br />

Ein Pilot führt einen Gastflug durch,<br />

bei dem die reinen Betriebskosten<br />

umgelegt werden. Mit dem Fluggast<br />

vereinbart er, dass Haftungsansprüche<br />

ausgeschlossen werden.<br />

Diese Vereinbarung ...<br />

a) bedarf einer Genehmigung durch<br />

die Luftfahrtbehörde<br />

b) kann nur ein Luftfahrtunternehmen<br />

abschließen<br />

c) ist nichtig<br />

Die Lösungen finden Sie auf Seite 94.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 37


[ PRAXIS Oktober <strong>2016</strong> ]<br />

Ein Riss im Schalldämpfer reicht aus, und Kohlenmonoxid<br />

kann über die Lüftung ins Cockpit strömen.<br />

DER<br />

EXPERTEN-<br />

TIPP<br />

CO im Cockpit<br />

Ingo Fuhrmeister<br />

Der Kolbenmotor ist nach wie vor die<br />

wichtigste Antriebsquelle in Flugzeugen<br />

der General Aviation. Allerdings<br />

birgt dieser Antrieb vor allem bei älteren und<br />

schlecht gewarteten Flugzeugen eine tödliche<br />

Gefahr – über die Heizung der Flugzeugkabinenluft.<br />

Diese erfolgt zumeist nicht wie bei<br />

Autos über einen Kühlwasser-Wärmetauscher,<br />

sondern einen Abgas-Wärmetauscher. Dieser<br />

ist so aufgebaut, dass die zu erwärmende<br />

Luft in einer Art Manschette um den heißen<br />

Auspuff herumgeführt und dort aufgeheizt<br />

wird. Entstehen durch mechanische oder<br />

thermische Belastung Risse in der Auspuffanlage,<br />

so besteht die Gefahr, dass sich Abgase<br />

in die Kabinenluft mischen. So steigt<br />

der Gehalt an Schadstoffen im Cockpit an.<br />

Die größte Gefahr geht dabei von Kohlenmonoxid<br />

aus, kurz CO. Dieses farb- und geruchlose<br />

Gas entsteht bei der unvollständigen<br />

Verbrennung von Kraftstoffen und führt innerhalb<br />

kürzester Zeit zu Vergiftungen, da es<br />

sich, über die Lunge aufgenommen, ans Hämoglobin<br />

bindet und den Sauerstofftransport<br />

im Blut behindert. Der maximale Arbeitsplatzgrenzwert<br />

für Kohlenmonoxid liegt bei 30 ppm<br />

(parts per million), das entspricht einem CO-<br />

Gehalt von 0,0035 Prozent in der Atemluft.<br />

Ab <strong>10</strong>0 ppm (0,01 Prozent) kommt es innerhalb<br />

weniger Stunden zu Kopfschmerzen, die doppelte<br />

Dosis kann bereits zum Verlust des<br />

Urteilsvermögens führen. Ab einer CO-Konzentration<br />

von 0,6 Prozent in der Atemluft<br />

wirkt das Gas bereits nach weniger als 20<br />

Minuten tödlich.<br />

Einfacher<br />

Helfer: eine<br />

Plakette als<br />

CO-Detektor,<br />

die die<br />

Konzentration<br />

durch<br />

Verfärbung<br />

kenntlich<br />

macht.<br />

<strong>10</strong><br />

Eine defekte Auspuffanlage kann länger<br />

unbemerkt bleiben und damit CO ins Cockpit<br />

gelangen, wenn kein Detektor (oben) warnt.<br />

Als der bekannte deutsche Kunstflieger und<br />

Flugzeugkonstrukteur Wolfgang Dallach im<br />

Januar 2015 abstürzte, war mutmaßlich eine<br />

CO-Vergiftung die Ursache. Bei Dallach und<br />

seiner Mitfliegerin stellten Rechtsmediziner<br />

eine hohe Konzentration von Kohlenmonoxid<br />

im Blut fest, die Unfallermittler der BFU fanden<br />

im Bereich des Wärmetauschers für die<br />

Kabinenheizung einen Riss im Schalldämpfer.<br />

Tückisches Gift: CO-Nachweis<br />

nur mit Detektoren möglich<br />

Hätte das Unglück verhindert werden können?<br />

Tatsächlich ist es ohne Hilfsmittel für Menschen<br />

unmöglich, Kohlenmonoxid zu erkennen.<br />

Allerdings gibt es Warneinrichtungen, die<br />

einen zu hohen CO-Wert in der Luft anzeigen.<br />

Einfachstes Hilfsmittel ist eine CO-Detektorplakette,<br />

die es in den gängigen Luftfahrtshops<br />

für fünf bis zehn Euro gibt. Steigt der Wert in<br />

der Luft an, verfärbt sich der Indikatorpunkt.<br />

Allerdings muss die Plakette regelmäßig ersetzt<br />

werden, außerdem besteht die Gefahr, dass<br />

eine Verfärbung übersehen wird. Letzteres<br />

gilt für elektronische Messgeräte, die einen<br />

Anstieg des CO-Wertes lediglich über eine<br />

Displayanzeige oder Warnlampen signalisieren.<br />

Denn eine Kohlenmonoxidvergiftung sorgt<br />

unter anderem für verzögerte Wahrnehmung.<br />

Auch eine akustische Warnung über einen<br />

Summer oder Piepton ist fragwürdig – herrschen<br />

in Cockpits von Motorflugzeugen doch<br />

häufig hohe Lärmpegel. Zudem tragen die<br />

meisten Piloten ein Headset, um ihr Gehör<br />

vor dem Triebwerksgeräusch zu schützen.<br />

Dadurch sind aber auch eventuelle Warntöne<br />

schwerer wahrzunehmen. GasAlert oder RAE<br />

Systems bieten CO-Detektoren als Handgeräte<br />

an; sie sind im Pilotenbedarf ab etwa<br />

150 Euro zu haben. Für den Festeinbau ins<br />

Panel haben Guardian Avionics oder Aircraft<br />

Spruce entsprechende Geräte im Sortiment,<br />

die ab etwa 280 Euro den Besitzer wechseln.<br />

Bei Handgeräten ist es allerdings wichtig, sie<br />

nicht im Pilotenkoffer liegen zu lassen, sondern<br />

in Griff- und Hörweite zu haben. Festeinbauten<br />

sollten gut sichtbar installiert werden.<br />

Der Autor hat sich mit der Causa CO im Cockpit<br />

intensiv auseinandergesetzt und hat drei<br />

Lösungen für die Problematik der möglichen<br />

Nicht-Wahrnehmung von Warntönen entwickelt.<br />

Seine Firma BAC bietet mit dem BAC<br />

CO-Patrol ein EASA-zugelassenes Einbaugerät,<br />

das auf die Audiosysteme des Flugzeugs<br />

und die Headset-Buchsen direkt aufgeschaltet<br />

werden kann. Wer den Einbau scheut,<br />

findet ein mobiles Messgerät, das einfach<br />

zwischen Buchse und Headset gesteckt wird<br />

und in etwa so groß ist wie das Bedienteil<br />

eines Aktiv-Headsets. Schließlich hat BAC ein<br />

ANR-Headset im Programm, in dem neben<br />

den Komponenten zur aktiven Geräuschreduktion<br />

auch die Messtechnik des CO-<br />

Detektors integriert ist. Alle drei Geräte bringen<br />

den Warnton im Fall der Fälle direkt ans<br />

Ohr des Piloten.<br />

Für welches Gerät auch immer man sich entscheidet:<br />

Wichtig ist, dass man während des<br />

Fluges stets darauf achtet. Denn ein Riss im<br />

Auspuff kann jederzeit entstehen – auch bei<br />

gut gewarteten Maschinen.<br />

[ Autor Ingo Fuhrmeister ...<br />

... ist Inhaber der Firma<br />

BAC Digital Avionics,<br />

die seit 25 Jahren mit<br />

Motorüberwachungsgeräten<br />

von JPI und<br />

eigenen Entwicklungen<br />

wie Timescannern,<br />

Durchflussmessern<br />

und seit einiger Zeit auch CO-Warngeräten<br />

am Markt ist.<br />

38 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong><br />

Fotos: BFU, Design4Pilots, Ingo Fuhrmeister


Das Original seit 1993<br />

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[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

DIE JUNGEN WILDEN<br />

Es geht rund in der Welt der Business Aviation. Die Zeiten, in<br />

denen Platzhirsche wie Bombardier, Learjet und Gulfstream sich<br />

ihrer Marktanteile sicher sein konnten, dürften vorbei sein. Mit<br />

HondaJet, Eclipse und Cessna Denali wächst Konkurrenz nach.<br />

Lars Reinhold,<br />

Redaktionsleiter<br />

<strong>aerokurier</strong><br />

Den größten Paukenschlag liefert aber nicht ein Flugzeughersteller,<br />

sondern General Electric. Die US-Triebwerksschmiede<br />

will mit dem Advanced Turboprop, einer neuen Propellerturbine,<br />

Pratt & Whitneys Klassiker PT6 im Segment der Geschäftsreiseflugzeuge<br />

vom Thron stoßen. Mehr Leistung, mehr Komfort,<br />

weniger Verbrauch sind angestrebt. Und Cessna baut mit der<br />

Denali gleich das passende Flugzeug dazu. Ob der Coup aufgeht<br />

und die Kunden das Paket annehmen, bleibt abzuwarten.<br />

Auch bei den leichten Jets ist der Markt in Bewegung. Honda<br />

Aircraft hat mit seinem HondaJet gezeigt, dass man es in Japan<br />

versteht, konzentriert auf ein Ziel hinzuarbeiten und die Vision<br />

des leichten Jets zu verwirklichen, ohne dabei einfach bei der<br />

Konkurrenz abzukupfern. Technische Finessen, ungewöhnliche<br />

Triebwerksanordnung und überzeugende Leistung sind ein<br />

Beleg für die Fähigkeiten der Honda-Ingenieure. Der <strong>aerokurier</strong><br />

hatte das Privileg, als erstes deutschsprachiges Magazin den<br />

HondaJet zu testen. Steffen Gemsa, Test pilot beim DLR, war<br />

dann auch ganz angetan von dem, was der Japaner so zeigte.<br />

Die Eclipse 550 – nur unwesentlich kleiner als der HondaJet –<br />

fliegt bereits seit 2013, und mit Jet Lounge kümmert sich seit<br />

gut einem Jahr ein deutsches Unternehmen um den Vertrieb in<br />

den nicht-französischsprachigen Ländern Europas. Grund genug<br />

für einen Besuch in Schönhagen.<br />

Schließlich bietet unser Special wie gewohnt mit dem Branchenspiegel<br />

einen Überblick über die Unternehmen, die in der Business<br />

Aviation als Air Operator zertifiziert sind.<br />

Inhalt<br />

Mit dem Advanced<br />

Turboprop greift General<br />

Electric das PT6 an.<br />

4 HondaJet<br />

Der <strong>aerokurier</strong> testet den<br />

Newcomer<br />

12 Kolumne<br />

Dr. Spornrad über den<br />

nächsten Sargnagel der GA<br />

14 Eclipse und Jet Lounge<br />

Mit Jet Lounge hat die Eclipse<br />

von One Aviation jetzt einen<br />

Vertrieb in Europa.<br />

20 Eine Cessna für das ATP<br />

GE ent wickelt mit dem<br />

Advanced Turboprop ein<br />

komplett neues Triebwerk.<br />

Cessna baut mit der Denali<br />

das passende Flugzeug.<br />

24 Branchenguide <strong>2016</strong>/17<br />

Die Executive-Charter-Unternehmen<br />

in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz<br />

Titelfotos: Jet Lounge, Honda Aircraft<br />

Fotos: GE Aviation, mps-Fotostudio<br />

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[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Die sehr glatte<br />

Außenhaut mindert<br />

den Widerstand.<br />

4 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


HondaJet HA-420<br />

SCHNELL UND SICHER<br />

Markante Optik, die Triebwerke auf den Tragflächen und reichlich technische<br />

Finessen unterm Blechkleid: Der HondaJet soll die Szene der leichten Business<br />

Jets aufmischen. Aber wie fliegt sich der Newcomer? DLR-Testpilot Steffen<br />

Gemsa hat den HondaJet für den <strong>aerokurier</strong> getestet.<br />

AUTOR: Steffen Gemsa<br />

Foto: Honda Aircraft<br />

Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 5


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Die Triebwerksanordnung<br />

reduziert den Einfluss des<br />

Schubs auf die Lastigkeit.<br />

Fotos: Honda Aircraft, Steffen Gemsa<br />

Die Schubhebel verfügen<br />

über die Rasten TO (Start),<br />

MCT (maximale Dauerleistung)<br />

und Idle (Leerlauf).<br />

Ein kleiner und in jeder Hinsicht<br />

ungewöhnlicher Jet<br />

absolvierte im Jahr 2003 seinen<br />

Erstflug und überraschte<br />

damit sogar die Fachwelt: der HondaJet,<br />

ein knapp fünf Tonnen schwerer<br />

Geschäftsreiseflieger, dessen markantestes<br />

Merkmal die auf der<br />

Oberseite der Tragfläche montierten<br />

Triebwerke sind. Hinter dem Projekt<br />

steht kein Geringerer als der Technologieriese<br />

Honda, vor allem bekannt<br />

für Motorräder und Automobile. Doch<br />

haben die Japaner nicht nur aus dem<br />

Stand ein Flugzeug konstruiert, auch<br />

das Triebwerk wird von Honda selbst<br />

entwickelt und gebaut und soll dem<br />

Jet dazu verhelfen, bei der Wirtschaftlichkeit<br />

Meilensteine zu setzen.<br />

Honda hat in den Jahren seit dem<br />

Erstflug ein zugelassenes Flugzeug<br />

und die dazugehörige Infrastruktur<br />

geschaffen. Dabei sei die eigens aufgebaute<br />

Fertigungslinie samt Schulungseinrichtung<br />

der Flight Safety in<br />

Greensboro im US-Bundesstaat South<br />

Carolina erwähnt. Kurzfristige<br />

Gewinne scheinen hier ganz offensichtlich<br />

nicht die treibende Kraft<br />

gewesen zu sein, sondern eher langfristiges<br />

Denken und nachhaltiges<br />

Handeln.<br />

Um die hochgesteckten Ziele zu<br />

erreichen, hat Honda tief in die Innovationskiste<br />

gegriffen. Die beiden<br />

Triebwerkspylonen auf den Tragflächen<br />

sind stark nach hinten gepfeilt.<br />

Von dieser eigenwilligen Anordnung<br />

verspricht man sich zum einen eine<br />

Gewichtsersparnis durch weniger<br />

Strukturelemente im Heck des Flugzeuges,<br />

zum anderen soll der Interferenzwiderstand<br />

reduziert sein.<br />

Weiterhin konnte der Innenraum laut<br />

Honda um 36 Zentimeter großzügiger<br />

gestaltet werden als bei einem Flugzeug<br />

gleicher Abmessungen im konventionellen<br />

Design.<br />

Im Cockpit fühlt man<br />

sich auf Anhieb wohl<br />

Für den Flug stellt mir Honda den<br />

16. Serienflieger mit dem Kennzeichen<br />

N420EA zur Verfügung. Der Ölstand<br />

der Triebwerke darf legal über die<br />

Cockpitanzeigen geprüft werden –<br />

das verkürzt die Vorflugkontrolle.<br />

Beim Walkaround fällt die hervorragende<br />

Oberflächengüte des gesamten<br />

Flugzeuges ins Auge – nicht nur des<br />

Kohlefaserrumpfs. Die Tragflügelschalen<br />

wurden jeweils aus einem<br />

Block Aluminium herausgefräst. Dadurch<br />

sind laut Aussage der Ingenieure<br />

nahezu die Hälfte der Tragfläche<br />

sowie die Cockpitsektion widerstandsarm<br />

laminar umströmt. Der Einstieg<br />

in den Pilotensitz des kompakten<br />

Cockpits ist angenehm, solide Haltegriffe<br />

an der Decke helfen. Hat man<br />

einmal Platz genommen, so findet<br />

man durch zahlreiche Einstellmöglichkeiten<br />

schnell seine Wohlfühlposition,<br />

eine Anzeige für die Augenreferenz<br />

ist aber nicht vorhanden. Die<br />

Cockpitscheiben bieten eine gute<br />

Sicht nach draußen. Es gibt kein Overhead<br />

Panel, wodurch das Cockpit sehr<br />

aufgeräumt und konzentriert wirkt.<br />

Das bewährte Garmin G3000 gibt<br />

Aufschluss über die relevanten Parameter<br />

und Systeme. Praktisch alle<br />

benötigen im Normalbetrieb keinerlei<br />

Aufmerksamkeit. Honda hat viel<br />

Zeit darauf verwendet, das Cockpit<br />

möglichst einfach und intuitiv zu<br />

gestalten. Zeigt ein Schalter das Label<br />

NORM, so kümmert sich das<br />

zugehörige System um sich selbst,<br />

der Pilot muss nicht aktiv werden.<br />

Selbst im Notbetrieb laufen viele<br />

Prozesse automatisch ab, damit sich<br />

der Pilot auf das Wichtigste konzentrieren<br />

kann: das Flugzeug zu fliegen<br />

und sicher zu landen.<br />

6 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 1 ]<br />

[ 1 ] Die Kabine ist ausreichend geräumig und wirkt durch die großen Fenster und<br />

die Beleuchtungsanlage luftig und hell. Die Beinfreiheit in der Clubanordnung ist<br />

ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Im Heck des Flugzeugs befindet sich eine<br />

abgetrennte Toilette, die durch „Skylight Windows“ in der Decke mit Licht geflutet ist.<br />

[ 2 ] Die eigenwillige Triebwerksanordnung reduziert das Biegemoment der Tragflächen,<br />

wodurch sich deren Strukturelemente reduzieren lassen.<br />

[ 2 ]<br />

Die Schubhebel besitzen die Rasten<br />

TO (Startschub), MCT (Maximum<br />

Continuous Thrust, also maximaler<br />

Dauerschub) und einen Anschlag bei<br />

Leerlaufschub. Hinter der Leerlaufstellung<br />

kann man durch eine Sicherung<br />

am Gashebel eine weitere<br />

Raste anwählen, die das Triebwerk<br />

abstellt. Die Flugsteuerung ist konventionell<br />

ausgeführt. Stangen und<br />

Kabel übertragen die Eingaben am<br />

Steuerhorn an die entsprechenden<br />

Ruderflächen. Die elektrisch betriebenen<br />

Flügelklappen verfügen über<br />

die drei Stufen Up, Takeoff/Approach<br />

und Landing.<br />

Der Batterieschalter erweckt das<br />

Flugzeug zum Leben. Die Touchscreen<br />

Controller sind, der Garmin-Logik<br />

folgend, intuitiv zu bedienen, und<br />

mit nur sehr wenig Unterstützung<br />

programmiere ich den Flugplan, der<br />

uns etwa 1<strong>10</strong> Meilen nach Westen<br />

und auf FL 330 führen wird. Mit einer<br />

Abflugmasse von 4413 Kilogramm<br />

ergeben sich sich laut Handbuch<br />

eine Abhebegeschwindigkeit von 120<br />

Knoten und eine Startstrecke von<br />

1250 Metern. Die Checklisten wirken<br />

sehr gut auf die jeweilige Flugphase<br />

abgestimmt.<br />

Zunächst stehen Rollversuche auf<br />

dem Honda-Vorfeld an. In Vollkreisen<br />

taste ich mich an das in dieser Klasse<br />

einzigartige Steer-by-Wire heran.<br />

Anfangs wirkt das System etwas zu<br />

empfindlich, aber nach erstaunlich<br />

kurzer Zeit ist jede Tendenz zum<br />

Übersteuern verschwunden. Die


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Die unteren Displays des<br />

Garmin G3000 verfügen<br />

über eine Touch-Funktion.<br />

Fotos: Honda Aircraft, Steffen Gemsa<br />

Daten HondaJet HA-420<br />

Hersteller: Honda Aircraft Zulassung: FAR Part 23 Sitzplätze: 7 Bau -<br />

weise: Verbundwerkstoff Verwendung: zweimotoriges Geschäftsreiseflugzeug<br />

Antrieb<br />

Hersteller<br />

GE Honda<br />

ArtTurbofan<br />

TypHF120<br />

maximale Leistung 2 x 9,1 kN<br />

Durchmesser <br />

54 cm<br />

Nebenstromverhältnis 2,9<br />

Abmessungen<br />

Länge<br />

Spannweite<br />

Höhe<br />

Innenlänge<br />

Innenbreite<br />

Innenhöhe<br />

12,99 m<br />

12,12 m<br />

4,54 m<br />

5,43 m<br />

1,52 m<br />

1,47 m<br />

Massen und Mengen<br />

Leermasse<br />

Zuladung mit vollen Tanks<br />

maximale Startmasse<br />

Tankinhalt<br />

3267 kg<br />

251 kg<br />

4808 kg<br />

1290 kg<br />

Flugleistungen<br />

Startstrecke<br />

1220 m<br />

Landestrecke<br />

930 m<br />

maximale Steigrate 3990 ft/min<br />

Reisegeschwindigkeit 368 kts<br />

Höchstgeschwindigkeit 422 kt s<br />

Dienstgipfelhöhe 43 000 ft<br />

Kabinenhöhe<br />

8000 ft<br />

Reichweite 1206 NM (2234 km)<br />

Bremsen sind zudem sehr angenehm<br />

zu dosieren, packen aber auch kräftig<br />

zu. Das Flugzeug lässt sich nach der<br />

kurzen Eingewöhnung sehr präzise<br />

und sicher zur Startbahn 23L bewegen.<br />

Dort angekommen, fühle ich mich<br />

bereits wohl und vertraut im Cockpit.<br />

Auf der Piste halte ich die HA-420<br />

in den Bremsen, schiebe die Gashebel<br />

in die Raste TO. Zügig beschleunigen<br />

wir und heben mit erstaunlich<br />

wenig Steuereingabe im Höhenruder<br />

ab. Mit eingefahrenem Fahrwerk und<br />

Klappen erreichen wir 2<strong>10</strong> Knoten,<br />

die geplante Steiggeschwindigkeit.<br />

Mit Hilfe des Flight Director fliege<br />

ich die Abflugroute ab, und schon<br />

nach der ersten Kurve ist die Eingewöhnungszeit<br />

auf die Eigenheiten<br />

des Flugzeuges vorbei: Der HondaJet<br />

fliegt sich wie die „Großen“, ist aber<br />

dennoch präzise und beweglich. 5000<br />

Fuß passieren wir mit einer Steigrate<br />

von 3450 ft/min, in 20 000 Fuß lese<br />

ich noch über 2000 ft/min am Variometer<br />

ab. So dauert der Steigflug auf<br />

FL 330 keine 20 Minuten.<br />

Laut unserem Performance Manual<br />

müsste jetzt bei den vorherrschenden<br />

Bedingungen die Leistungseinstellung<br />

Long Range Cruise, also<br />

Langstrecken-Reiseflug, eine Geschwindigkeit<br />

von 337 Knoten TAS<br />

und einen Verbrauch von 288 kg/h<br />

liefern. Wir lesen 339 Knoten TAS und<br />

272 kg/h Fuel Flow ab. Einen weiteren<br />

Datenpunkt erfliegen wir im<br />

Hochgeschwindigkeits-Reiseflug, der<br />

High Speed Cruise. Wir notieren 4<strong>10</strong><br />

Knoten TAS und 408 kg/h. Vor allem<br />

der Wert für die Long Range Cruise<br />

ist eine Zahl, für die sich der Honda-<br />

Jet vor der Konkurrenz nicht zu verstecken<br />

braucht.<br />

Die Systeme halten sich<br />

im Hintergrund<br />

In FL 330 untersuchen wir eine<br />

interessante Besonderheit: Hat man<br />

eine passende Reiseflugeinstellung<br />

gefunden und drückt am Autopiloten-<br />

Panel die Taste CSC (Cruise Speed<br />

Control), so hält das Flugzeug die<br />

Geschwindigkeit mithilfe der dem<br />

FADEC zur Verfügung stehenden<br />

Leistungsänderungen zur Synchronisierung<br />

der Triebwerke. Das reicht<br />

aus, um von einer Art Auto Throttle<br />

sprechen zu können, wenn auch nur<br />

im stabilisierten Reiseflug. Alle anderen<br />

Funktionen des Autopiloten<br />

sind einem modernen Flugzeug angemessen.<br />

8 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 3 ]<br />

[ 1 ]<br />

[ 2 ]<br />

[ 1 ] Auf das Primary Flight Display lassen sich diverse<br />

ergänzende Elemente einspielen, von Triebwerksparametern<br />

bis hin zu eingespeicherten Jeppesen-Karten. [ 2 ] Die<br />

Cockpitsitze verfügen über zahlreiche Einstellfunktionen,<br />

die teilweise elektrisch gesteuert werden. [ 3 ] Der vordere<br />

Gepäckraum bietet 250 Liter Stauraum, kleinere Taschen<br />

finden hier Platz. [ 4 ] Aufgrund der fehlenden Triebwerksauf<br />

nahme bietet der hintere Gepäckraum mit 1600 Litern<br />

deutlich mehr Volumen als vergleichbare Muster.<br />

[ 4 ]<br />

Aber wie verhält sich der Honda-<br />

Jet bei Ausfall eines Triebwerks? Der<br />

geringe Restschub in FL 330 und das<br />

unterstützende Rudder-Bias-System<br />

machen diese Übung zum Kinderspiel.<br />

Das Flugzeug fliegt minimal schiebend<br />

weiter. Fast schon nebenher<br />

schalten wir einen Generator aus,<br />

um zu sehen, wie das System darauf<br />

reagiert: Kein Flackern eines Bildschirms,<br />

nur eine Meldung weist<br />

eindeutig aber unspektakulär auf<br />

den Verlust des Generators hin.<br />

Den Sinkflug fliegen wir mit 260<br />

Knoten und ausgefahrener Luftbremse.<br />

9000 ft/min Sinkrate lese ich ab,<br />

die Luftbremsen im Heck des Flugzeuges<br />

arbeiten praktisch vibrationsfrei,<br />

eine Lastigkeitsänderung bei<br />

Ausfahren ist nur mit viel Aufmerksamkeit<br />

zu erkennen.<br />

Steilkurven mit 45 Grad Querneigung<br />

fliegen sich mit 200 Knoten sehr<br />

präzise, ich muss aber bei 1,4 g deutlich<br />

am Höhenruder ziehen, um die<br />

Höhe zu halten. Hat man sich daran<br />

tost_anz_dt_allgemein_215x78_0415_Layout 1 09.04.15 16:15 Seite 1<br />

gewöhnt, fliegt sich das Manöver sehr<br />

stabil, und erneut bekommt man das<br />

Gefühl in einem größeren Flugzeug<br />

zu sitzen. In Reiseflugkonfiguration<br />

provozieren wir einen Strömungsabriss.<br />

Bei <strong>10</strong>9 Knoten setzt der Stick<br />

Shaker ein. Wir wiederholen die Übung<br />

in Landekonfiguration und lesen 96<br />

Knoten ab. Die Recovery ist denkbar<br />

einfach: Vollgas und die Nase leicht<br />

unter den Horizont, um den Anstellwinkel<br />

zu reduzieren, das Flugzeug<br />

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[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

In Greensboro werden die<br />

HondaJets auf einer<br />

Endmontagelinie gefertigt.<br />

Fotos: Honda Aircraft, Steffen Gemsa<br />

Firmenhistorie Honda Aircraft<br />

1986 begann Honda erstmals mit den Arbeiten an einem<br />

kleinen Business Jet, der durch laminar umströmte Flügel und<br />

seine Auslegung sehr effizient sein sollte.<br />

1993 absolvierte das Testflugzeug MH02 mit auf dem Rumpf<br />

montierten Triebwerken seinen Erstflug.<br />

Von 1997 bis 1999 entstand bei Honda in Japan das<br />

Design des heutigen HondaJets.<br />

2003 flog ein Versuchsflugzeug des HondaJets erstmals.<br />

2005 stellte Honda den Jet der Öffentlichkeit vor.<br />

2015 erhielt der HondaJet die Zulassung durch die FAA.<br />

<strong>2016</strong> folgte die europäische Zulassung durch die EASA.<br />

onen schnell in den sicheren Bereich.<br />

Die Triebwerksanordnung scheint<br />

die Schubänderung ohne Lastigkeitsänderung<br />

ins Flugzeug zu übertragen.<br />

Die Rückkehr planen wir als ILS-<br />

Anflug auf die Piste 23L in Greensboro.<br />

Die Referenzgeschwindigkeit<br />

berechnen wir mit <strong>10</strong>8 Knoten, daraus<br />

ergibt sich die Anfluggeschwindigkeit<br />

von 113 Knoten. Die Wetterbedingungen<br />

sind gut, der Wind weht<br />

mit drei Knoten direkt in Landerichtung.<br />

Bei 180 Knoten fahren wir die<br />

Klappen in die Anflugposition, Fahrwerk<br />

und die nächste Klappenstellung<br />

folgen auf dem Gleitweg. Gewohnt<br />

präzise folgt das Flugzeug dem ILS.<br />

Lediglich das Einhalten der Anfluggeschwindigkeit<br />

gelingt mir zu Beginn<br />

nicht so genau. Die kleinen<br />

Triebwerke mit minimaler Massenträgheit<br />

reagieren auf jede Veränderung<br />

der Gashebelstellung mit<br />

einer schnellen Schubänderung. Der<br />

zweite Teil des Anfluges ist dann<br />

stabiler und erfolgt mit konstanter<br />

Geschwindigkeit.<br />

In 50 Fuß gehen die Gashebel in<br />

den Leerlauf, und mit wenig Steuereingabe<br />

wird der HondaJet abgefangen.<br />

Der niedrige Flügel produziert<br />

einen ausgeprägten Bodeneffekt.<br />

Außerdem muss man sich die niedrige<br />

Sitzposition vor Augen halten,<br />

um nicht zu hoch mit dem Abfangen<br />

zu beginnen. So gelingt die Landung<br />

problemlos. Das geschleppte Fahrwerk<br />

verzeiht meine minimale Tendenz<br />

zum zu frühen Abfangen, das Abbremsen<br />

auf der Bahn gelingt auf der<br />

Mittellinie und mit wunderbar dosierbarer<br />

Verzögerung. Daran, dass ich<br />

den Flieger gerade erst zum zweiten<br />

Mal rolle, verschwende ich keinen<br />

Gedanken, so einfach und intuitiv<br />

erscheint mir der Umgang mit dem<br />

Flugzeug nach diesem ersten Flug.<br />

Eine Flugzeit von 59 Minuten hat fast<br />

genau 362 Kilogramm Kerosin gekostet.<br />

Kein schlechter Wert für unser<br />

ungewöhnliches Flugprofil.<br />

Das Fazit ist durchweg positiv:<br />

Der HondaJet ist ein ideales Reiseflugzeug<br />

für Kunden, die keinen<br />

großen Wert auf Kurzstarteigenschaften<br />

legen. Er ist schnell, sparsam,<br />

überraschend geräumig, beeindruckend<br />

einfach zu bedienen und deshalb<br />

sehr sicher. Die HA-420 beweist,<br />

dass ein ungewöhnliches Design,<br />

konsequent zu Ende entwickelt, selbst<br />

gegen starke Konkurrenz bestehen<br />

kann.<br />

ae<br />

[<br />

Autor Steffen Gemsa<br />

... ist Testpilot<br />

beim Deutschen<br />

Zentrum für Luftund<br />

Raumfahrt.<br />

Regelmäßig<br />

startet er zu Forschungsflügen<br />

mit verschiedensten Flugzeugmustern.<br />

Gemeinsam mit Roland Welser flog er<br />

20<strong>10</strong> für Analysen in die Aschewolken<br />

des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island.<br />

<strong>10</strong> Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Anzeige<br />

Komplettlösung für Business Jets<br />

Maximaler Service, minimale Standzeit<br />

Zuverlässige Flugzeugwartung, zertifiziertes Know-how, ein individueller Service und ein<br />

breites Spektrum an zusätzlichen Dienstleistungen – alles aus einer Hand und während<br />

einer einzigen Standzeit: Das ist der RUAG-One-Stop-Shop für Business Jets.<br />

Die maximale Verfügbarkeit<br />

seines Jets ist die<br />

oberste Prämisse für jeden<br />

Eigentümer oder Betreiber.<br />

Standzeiten aufgrund von Wartungsarbeiten<br />

lassen sich nicht<br />

vermeiden. Aber sie lassen sich<br />

effektiv nutzen – zum Vorteil des<br />

Kunden. RUAG Aviation weiss<br />

um die Bedeutung der Verfügbarkeit<br />

von Business Jets. Das<br />

zeigt sich im One-Stop-Shop-<br />

Konzept: Geplante Wartungsarbeiten<br />

werden mit zusätzlichen<br />

Leistungen kombiniert, um das<br />

Maximum aus einer einzigen<br />

Standzeit herauszuholen.<br />

Mehr als Flugzeugwartung:<br />

massgeschneiderte<br />

Komplettlösungen<br />

Als erfahrener und auf den perfekten<br />

Service ausgerichte ter<br />

Part ner richtet RUAG Aviation<br />

seine Dienstleistungen ganz auf<br />

die Bedürfnisse und Anforderungen<br />

der Kunden aus. Die One-<br />

Stop-Shop-Lösungen von RUAG<br />

Aviation erlauben dem Kun -<br />

den, alle gewünschten Arbeiten<br />

wäh rend derselben Standzeit<br />

durchzuführen. Diese werden<br />

jeweils der individuellen Terminplanung<br />

des Kunden angepasst.<br />

Dazu gehören Leistungen<br />

wie Flugzeugwartung und eine<br />

breite Palette an komplementären<br />

Dienstleistungen: vom in -<br />

di viduellen Kabinendesign und<br />

der Kompletterneuerung von<br />

Innenausstattungen über Inflight-Entertainment-Systeme<br />

und Satcom-Installationen bis<br />

hin zu umfassenden Systemerneuerungen.<br />

Zu unserem One-<br />

Stop-Service gehören zudem<br />

VIP- Flugzeuglackierungen und<br />

FBO-Dienste. Ziel dieser ergänzenden<br />

Services ist die Wertsteigerung<br />

des Flugzeuges und die<br />

Erhöhung des Komforts für die<br />

Passagiere.<br />

Die Zufriedenheit der Kunden<br />

hat bei der Ausführung aller Services<br />

oberste Priorität. Deshalb<br />

werden die Leistungen im One-<br />

Stop-Shop nicht nur während<br />

einer einzigen Standzeit ausgeführt,<br />

sondern nach einem exakt<br />

auf den persönlichen Terminkalender<br />

des Kunden abgestimmten<br />

Zeitplan. Die Einhaltung vereinbarter<br />

Fristen bei höchster<br />

Qualität ist selbstverständlich.<br />

„Unser One-Stop-Shop-<br />

Konzept ermöglicht es<br />

die Wartungsarbeiten<br />

und alle zusätzlichen<br />

gewünschten Services<br />

innerhalb derselben<br />

Standzeit durchzuführen.“<br />

André Ebach, General Manager<br />

Business Jets, RUAG Aviation.<br />

über die Zulassung als Entwicklungsbetrieb<br />

(DOA) wie auch<br />

ein starkes Lieferantennetzwerk.<br />

Jahr zehntelange Erfahrung<br />

und enge Partnerschaften<br />

mit den Herstellern (OEM) bilden<br />

die Basis für das umfassende<br />

Serviceangebot. RUAG<br />

Aviation feiert gerade sein<br />

35-jähriges Jubiläum als führendes<br />

autorisiertes Service Center<br />

(ASC) von Bombardier in Europa.<br />

Das Unternehmen ist zudem<br />

authorisiertes Service Center<br />

für Business Jets von Dassault,<br />

Embraer sowie Pilatus und für<br />

Triebwerke von Rolls-Royce und<br />

General Electric sowie Service<br />

Center für Gulfstream Jets.<br />

„Die Flugzeugwartung ist<br />

eine unserer Kernkompeten<br />

zen. Wir wissen, wie<br />

wichtig es ist, jederzeit<br />

zuverlässige, termingerechte<br />

und qualitativ hoch<br />

stehende Dienstleistungen<br />

zu erbringen – im Interesse<br />

unserer Kunden und der<br />

OEM‘s.“<br />

Grosse Erfahrung,<br />

zertifiziertes Know-how<br />

RUAG Aviation ist von namhaften<br />

OEM zertifiziert und verfügt<br />

Volker Wallrodt, Senior Vice<br />

President Business Jets,<br />

Dornier 228 & Components,<br />

RUAG Aviation


[ KOLUMNE ]<br />

Als Dr. Spornrad beleuchtet ein Kenner der Szene exklusiv für den <strong>aerokurier</strong> die großen und kleinen Geheimnisse der GA<br />

Business as usual<br />

Die Geschäftsfliegerei – oder cooler: Business Aviation – gehört entgegen vieler Vorurteile<br />

zur Allgemeinen Luftfahrt. Umso erstaunlicher findet es unser Kolumnist, dass Politik und EASA<br />

darauf nun Standards wie in der kommerziellen Luftfahrt anwenden wollen.<br />

Illustrationen: Ralf Athen, Harald Hornig<br />

Wenn ich Business Aviation höre, dann<br />

denke ich sofort an Anzeigen in<br />

Hochglanzmagazinen: Im Vordergrund<br />

der gelackte Manager mit einer langbeinigen<br />

Blondine, daneben die Limousine<br />

und im Hintergrund der Learjet. Die Business<br />

Aviation wirkt nicht nur auf Außenstehende,<br />

sondern auch auf viele Piloten kommerziell.<br />

Dennoch gehört sie ebenso zur Allgemeinen<br />

Luftfahrt wie 172er, UL und Segelflugzeug.<br />

Überhaupt ist das Flugzeug für den Geschäftsmann<br />

viel früher als für den gemeinen<br />

Touristen interessant geworden, gleich nach<br />

dem Ersten Weltkrieg, spätestens aber mit<br />

Einführung der geschlossenen Kabine, in der<br />

Mann und Frau im feinen Zwirn große Entfernungen<br />

viel schneller als an Land zurücklegen<br />

konnten. Und individueller Geschäftsreiseverkehr<br />

mit Flugzeugen hat bis heute nicht an<br />

Charme verloren. Betrieben im eigenen Unternehmen<br />

im Werkverkehr, via Vercharterer<br />

als Anteilseigner oder wie auch immer, fliegt<br />

der moderne Manager heute um die ganze<br />

Welt. Und das ist gut so, sagt die<br />

Branche, spart man doch Zeit.<br />

Und Zeit ist Geld, der Fiskus<br />

sieht das ja auch so.<br />

Alles könnte ganz<br />

einfach funktionieren,<br />

gäbe es nicht<br />

die EASA. Erst die<br />

Umwandlungsorgie im<br />

Bereich FCL, dem Lizenzund<br />

Ausbildungswesen:<br />

Hier rudert sie mit der GA<br />

Roadmap jetzt wieder zurück<br />

und versucht, die Fliegerei<br />

wieder fliegbarer zu machen.<br />

Kaum dass mal endlich jeder<br />

wusste, wie was geht, gibt<br />

es bald eine neue Basic Regulation,<br />

ganz zu schweigen von<br />

der x-ten Änderung der Durchführungsverordnung<br />

1178.<br />

Gleiches Ungemach droht im EU-OPS-Bereich<br />

und damit auch der Business Aviation. Neue<br />

Strukturen braucht man, Begriffe werden erfunden,<br />

und man muss NCOs und Part NCCs<br />

genauso inhalieren wie das zugehörige AMC-<br />

Material. Und es trifft jeden, vom Aviator über<br />

den Behördenmitarbeiter und Flugzeugbetreiber<br />

bis hin zum Zollbeamten. Nicht zu<br />

vergessen auch der Fallschirmspringerabsetzpilot<br />

(uff, was für<br />

ein Wort!) und sogar der eine<br />

oder andere geschäftstüchtige<br />

Vereinskassier.<br />

Warum? Es muss ja auch<br />

wieder an die nationalen<br />

Gesetze gedacht werden<br />

und an so Vieles mehr.<br />

Jeder, der einen Taler verdienen<br />

könnte, muss sich<br />

erklären und die richtige Pappe<br />

dafür haben, natürlich auch<br />

diejenigen, die es bislang gar nicht<br />

interessiert hat. Ein Beispiel: Jemand betreibt<br />

ein Flugzeug, eine King Air, im Werkverkehr.<br />

Bislang hat alles funktioniert; man wusste,<br />

was zu tun war. Nun wird das (eigentlich eindeutig)<br />

komplexe Gerät mal eben schnell per<br />

11. Änderungsverordnung als nicht komplex<br />

deklariert, und der Betreiber muss sich gegenüber<br />

den Landesbehörden via Deklaration<br />

erklären. Egal ob VFR oder IFR. Hmmmm – wie<br />

war das noch mit der competent authority?<br />

„Competent“ bedeutet nicht zwangsläufig<br />

„kompetent“, sondern manchmal einfach nur<br />

„zuständig“. Und wird der Flugbetrieb siche-<br />

rer, wenn ein Behördenmitarbeiter<br />

in den Unterlagen des<br />

Unternehmers rumschnüffelt?<br />

Ach ja, natürlich muss jetzt<br />

auch noch der Business-<br />

Segelflieger erfasst werden.<br />

Dieser braucht nämlich<br />

eine Quasi-Berufspilotenlizenz,<br />

sprich einen Com-<br />

Ops-Eintrag. Nur damit<br />

darf er – so die Aussage<br />

mancher competent authorities<br />

– gegen Entgelt Leute<br />

fliegen. Und die ganzen TMGler,<br />

aufgepasst! Wenn der Motor läuft,<br />

unterliegt man automatisch dem Part NCO,<br />

wenn als Segelflugzeug unterwegs, dann nicht.<br />

Ach herrje – das ist mal ein Ding.<br />

Wie komme ich denn nun drumherum?<br />

Ausflaggen? Nein – geht gar nicht mehr, und<br />

selbst manche Konzernriesen, deren „Düsenjäger“<br />

auf den Cayman Islands registriert sind,<br />

müssen künftig bei der Nutzung des europäischen<br />

Himmels erklären, wie sie<br />

ihre Fliegerchen betreiben. Selbstverständlich<br />

darf dann der EU-<br />

Bürger keine andere ICAO-Lizenz<br />

als die der EASA in der Tasche haben.<br />

Das Ganze fällt ja unter die Standardisierung<br />

des europäischen<br />

Himmels. Also Lilienthal hat<br />

sich das sicherlich so nicht<br />

gedacht, und die ganze notwendige<br />

Standardisierung<br />

für den weltweiten gewerblichen<br />

Linienverkehr jetzt mit<br />

der gleichen Konsequenz über<br />

die Business Aviation in Europa<br />

zu stülpen, entbehrt<br />

wirklich jeder Vernunft.<br />

Mir bleibt der Eindruck, dass<br />

die Herren aus Köln, äh, ich meine<br />

eigentlich mehr die Kommission – und<br />

damit die Politik – der Luftfahrt einen weiteren<br />

Sargnagel setzen wollen. Wo bleibt ein<br />

Lobbyist, der bei der Politik endlich mal diesem<br />

Wahnsinn ein Ende setzt und den Verantwortlichen<br />

klarmacht, dass über hundert Jahre<br />

Luftfahrterfahrung mehr wert sind als<br />

<strong>10</strong>000 von EU-Bürokraten und Schreibtischhengsten<br />

bedruckte Seiten Papier? ae<br />

12 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


NOVEMBER 1–3, <strong>2016</strong><br />

ORLANDO, FL<br />

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[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Die Tanks in den Tragflächenspitzen<br />

tragen<br />

zur ruhigen Fluglage<br />

der Eclipse bei.<br />

Damit ein Siegeszug gelingt,<br />

braucht es mindestens drei<br />

Dinge. Erstens: ein Produkt,<br />

das das Zeug zum Sieger<br />

hat, zweitens: enthusiastische Menschen,<br />

die dafür einstehen, drittens:<br />

eine gute Basis. Für Letzteres ist der<br />

Verkehrslandeplatz Schönhagen südlich<br />

von Berlin mit seiner Infrastruktur<br />

sicher keine schlechte Adresse.<br />

Dass es auch an Enthusiasmus nicht<br />

fehlt, wird jedem Interessenten klar,<br />

der mit Alexandra Knorr oder Dirk<br />

Fabarius spricht. Bliebe noch das Produkt,<br />

und das hat sicher das Zeug<br />

zum Sieger: die Eclipse 550, ein kleiner<br />

Jet, der in der Welt der Großen<br />

seine Nische finden will.<br />

Mit ihrer Firma Jet Lounge möchte<br />

Alexandra Knorr der Eclipse zum<br />

Durchstarten in Europa verhelfen.<br />

Gegründet im Herbst 2015, hält Jet<br />

Lounge die Vertriebslizenz der beiden<br />

aktuellen Eclipse-Modelle 550 und SE<br />

für 17 Länder in Europa. Knorr war<br />

zuvor bei General Enterprises tätig,<br />

der Europavertretung von Cirrus.<br />

Nach dem Zusammenschluss der<br />

Eclipse Aerospace und Kestrel Aircraft<br />

samt deren Projekt einer High-Per-<br />

14 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


One Aviation Eclipse 550<br />

KLEIN<br />

UND FEIN<br />

Nachdem die Eclipse 550 im vergangenen Jahr<br />

die Zulassung durch die EASA erhalten hat, gibt es<br />

nun auch einen neuen Europavertrieb. Wir haben<br />

uns die Eclipse und Jet Lounge vor Ort angesehen.<br />

AUTOR: Max Kühnl<br />

Foto: Jet Lounge<br />

formance-Turboprop zur One Aviation<br />

stieg das Interesse der Amerikaner<br />

am europäischen Markt, sodass<br />

sich hier für Knorr die Chance ergab,<br />

sich selbstständig zu machen und<br />

einen Vertrieb aufzubauen. Mit Dirk<br />

Fabarius, der selbst eine Eclipse fliegt,<br />

fand sie den passenden Partner für<br />

das Marketing. Im eigens eingerichteten<br />

Showroom am Flugplatz im<br />

niederländischen Groningen wird<br />

dem potenziellen Käufer Autohaus-<br />

Feeling geboten: Umrahmt von Plakaten<br />

und Informationsbroschüren<br />

steht eine auf Hochglanz polierte<br />

Eclipse 550, die auf Wunsch auch zu<br />

Demonstrationsflügen abhebt.<br />

Die Eclipse ist über die Jahre zu<br />

einem modernen Jet gereift: Die<br />

Grundversion 500 kam bereits 2006<br />

auf den Markt und verfügte über ein<br />

Garmin-400-System, die charakteristischen<br />

Wingtip-Tanks fehlten allerdings<br />

noch. Bis 2009 wurden weltweit<br />

260 Flugzeuge ausgeliefert. Im Jahr<br />

20<strong>10</strong> ging Eclipse Aviation nach einem<br />

Insolvenzverfahren in die Eclipse<br />

Aerospace über; für die Bestandsflotte<br />

gab es ein Upgrade-Angebot<br />

zur „Total Eclipse“, das Verbesserun-<br />

Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 15


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Der Showroom von Jet Lounge am Flughafen von Groningen<br />

grenzt direkt an das Vorfeld. Geschäftsführerin Alexandra Knorr<br />

gründete das Unternehmen im vergangenen Jahr.<br />

sonen über Distanzen um die 300<br />

Meilen, also gut 500 Kilometer, transportieren,<br />

sei die Eclipse das passende<br />

Flugzeug. Hier kämen häufig Jets<br />

in der Größe einer Cessna Citation<br />

zum Einsatz, die mit dieser Zahl an<br />

Passagieren unwirtschaftlich operierten,<br />

da sie typischerweise für sechs<br />

oder mehr Personen ausgelegt sind.<br />

Im Kleinen spiele die Eclipse mit ihrem<br />

flexiblen Kabinenlayout für bis<br />

zu sechs Passagiere ihre Vorteile aus.<br />

One Aviation bewirbt sie als den „effizientesten<br />

Jet der Welt“. Mit gut 50<br />

Gallonen Fuel Flow in der Stunde<br />

liege sie auf dem Niveau eines Single-Turboprops<br />

vom Typ Daher<br />

TBM900, kann dabei aber mit 375<br />

Knoten Höchstgeschwindigkeit 45<br />

Knoten schneller fliegen und überflügelt<br />

die TBM auch in der Flughöhe<br />

mit 41 000 zu 31 000 Fuß. Hier sehen<br />

die Jet-Lounge-Gründer eine weitere<br />

Nische für die Eclipse: „Neben den<br />

geschäftlichen Nutzern sprechen wir<br />

auch Privatpiloten an, die beispielsweise<br />

von einer Cirrus upgraden<br />

wollen“, sagt Dirk Fabarius. Er geht<br />

langfristig von einem Kundenstamm<br />

aus, der sich zu gleichen Teilen aus<br />

privaten und gewerblichen Nutzern<br />

zusammensetzen wird. Denn in diegen<br />

an Avionik, Klimaanlage und<br />

Fahrwerk umfasste. 2013 kam schließlich<br />

die Eclipse 550 auf den Markt,<br />

deren entscheidende Neuerung das<br />

voll integrierte Avio-FMS-Glascockpit<br />

von IS&S ist.<br />

Heute haben die Kunden die Wahl<br />

zwischen zwei Eclipse-Versionen:<br />

Die fabrikneue 550 kostet in der<br />

Grundversion 2,9 Millionen US-Dollar<br />

(knapp 2,6 Mio. Euro). Sie kann mit<br />

vielen Optionen wie Autothrust, Wetterradar,<br />

ADF/DME und Satellitentelefon<br />

ausgerüstet werden, der Hersteller<br />

gibt fünf Jahre Garantie. Die<br />

Version SE, die im Einstand rund<br />

800 000 Dollar unter ihrer Schwester<br />

liegt, ist ein gebrauchtes Flugzeug<br />

der 500er-Reihe, das vom Hersteller<br />

zurückgekauft und auf den 550er-<br />

Standard gebracht wurde. Die Spezifikationen<br />

sind gleich, auf die SE gibt<br />

es allerdings nur drei Jahre Garantie.<br />

Die Eclipse positioniert<br />

sich auch als Lufttaxi<br />

„Wir sind überzeugt, dass es in<br />

Europa einen großen Bedarf für die<br />

Eclipse gibt“, sagt Alexandra Knorr.<br />

Gerade für Lufttaxi-Unternehmen,<br />

die typischerweise zwei bis drei Per-<br />

16 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Fotos: Max Kühnl<br />

<strong>aerokurier</strong>-Mitarbeiter Max Kühnl (r.) – selbst ausgebildeter Airliner-Pilot – entdeckt im Cockpit der Eclipse viele<br />

Parallelen zu Verkehrsflugzeugen. Das macht den kleinen Jet auch für kommerzielle Nutzer interessant.<br />

Im Eclipse-Showroom<br />

in Schönhagen sollen<br />

sich Kunden von der<br />

Eclipse überzeugen.<br />

sem Segment habe man nicht zwingend<br />

einen eigenen Piloten. Die<br />

Eclipse soll daher auch für Jet-Neulinge<br />

gut zu handhaben sein.<br />

Gut ein Dreivierteljahr nach der<br />

Gründung konnte Jet Lounge auch<br />

schon einen ersten Erfolg feiern: Am<br />

15. März wurde mit der OE-FMO das<br />

erste EASA-registrierte Flugzeug des<br />

Typs an den österreichischen Charteranbieter<br />

Maliair übergeben. Es ist<br />

zugleich die erste rein gewerblich<br />

genutzte Eclipse in Europa. Die restlichen<br />

25 derzeit in Europa beheimateten<br />

Jets, die größtenteils mit November-Registrierung<br />

fliegen, befinden<br />

sich entweder in Privat- oder<br />

Firmenbesitz. So fliegt Liebherr beispielsweise<br />

zwei dieser Business Jets.<br />

Jet Lounge vermarktet das Flugzeug<br />

dabei nicht nur, sondern ist den<br />

Kunden auch bei der Zulassung und<br />

weiteren Modalitäten behilflich: Für<br />

FAA-registrierte Flugzeuge wird das<br />

Type Rating bei SimCom in Orlando<br />

in den USA vermittelt. Da seit der<br />

EASA-Zulassung auch ein europäisches<br />

Type Rating möglich ist, arbeitet<br />

Jet Lounge mit der Ausbildungsorganisation<br />

Yourplane aus Köln zusammen.<br />

Hier beginnen in diesem Jahr<br />

die ersten Initial-Type-Rating-Kurse.<br />

Bei den Wartungspaketen, die Jet<br />

Lounge seinen Kunden beim Kauf mit<br />

anbietet, arbeitet man mit der ebenfalls<br />

in Groningen ansässigen General<br />

Enterprises zusammen. Der ursprünglich<br />

auf Cirrus spezialisierte<br />

Dienstleister bietet nahezu das gesamte<br />

Portfolio an Wartungsarbeiten<br />

für die Eclipse an – bis hin zur Vier-


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Das mittlere Display<br />

bietet zahlreiche<br />

Konfigurationsmöglichkeiten<br />

für die Anzeige.<br />

Daten One Aviation Eclipse<br />

Hersteller: One Aviation Bauweise: Metall Sitzplätze: bis zu 6<br />

Besatzung: 1 - 2 Verwendung: zweistrahliger Business Jet<br />

Antrieb<br />

Hersteller Pratt & Whitney Canada<br />

Art<br />

Turbofan<br />

TypPW6<strong>10</strong>F<br />

Leistung<br />

2 x 4 kN<br />

Fandurchmesser 36,83 cm<br />

Nebenstromverhältnis 1,83<br />

Abmessungen<br />

Länge<br />

Spannweite<br />

Höhe<br />

Innenlänge<br />

Innenhöhe<br />

Innenbreite<br />

<strong>10</strong>,20 m<br />

11,60 m<br />

3,40 m<br />

3,76 m<br />

1,27 m<br />

1,42 m<br />

Massen und Mengen<br />

Leermasse<br />

Nutzlast<br />

maximale Startmasse<br />

maximale Landemasse<br />

Tankinhalt<br />

1648 kg<br />

<strong>10</strong>89 kg<br />

2722 kg<br />

2540 kg<br />

770 kg<br />

Flugleistungen<br />

Startstrecke<br />

742 m<br />

Steigrate<br />

3424 ft/min<br />

max. Reisegeschwindigkeit 375 kts<br />

Höchstgeschwindigkeit Mach 0.64<br />

Dienstgipfelhöhe 41 000 ft<br />

max. Höhe (single engine) 35 000 ft<br />

Reichweite 1300 NM (2408 km)<br />

Jahres-Inspektion. Über Europa verteilt<br />

gibt es noch drei weitere Vertragspartner,<br />

die mit der Wartung der<br />

Eclipse betraut sind.<br />

Auf einem Ferry Flight von Groningen<br />

nach Schönhagen hatte der<br />

<strong>aerokurier</strong> die Chance, die Eclipse<br />

selbst in Aktion zu erleben.<br />

Eine iPad-App erleichtert<br />

die Flugvorbereitung<br />

Bereits beim Einsteigen fällt die<br />

hochwertige Inneneinrichtung ins<br />

Auge: Die weißen Ledersitze sind<br />

sauber verarbeitet, an der Seite schöne<br />

Holzapplikationen. In der Kabine<br />

finden bis zu vier Passagiere Platz,<br />

ein weiterer kann neben dem Piloten<br />

im Cockpit sitzen. Die Passagiersitze<br />

können ähnlich wie bei einem VW-<br />

Bus einzeln ausgebaut und verschoben<br />

werden. Dadurch lässt sich die<br />

Beinfreiheit individuell einstellen.<br />

Sind nur zwei Sitze in der Kabine<br />

montiert, ergibt sich ein großzügiges<br />

Raumgefühl. Im hinteren Bereich ist<br />

genug Platz für Gepäck, die Zuladung<br />

fällt mit 288 Kilogramm allerdings<br />

etwas knapp aus.<br />

Im Cockpit setzt sich der hochwertige<br />

Eindruck fort. Alles ist sauber<br />

verarbeitet, die Sitze lassen sich<br />

großzügig einstellen. Bei den Startvorbereitungen<br />

fällt auf, dass One<br />

Aviation bei der Auslegung der Eclipse<br />

auch auf kommerzielle Betreiber<br />

zielt: So steht mit der QRA-App für<br />

das iPad ein interaktives Tool bereit,<br />

das den Electronic Flight Bags auf<br />

Linienmaschinen schon sehr nahe<br />

kommt. Hier ist beispielsweise das<br />

Flughandbuch inklusive temporären<br />

Revisionen integriert, darüber hinaus<br />

stehen Anwendungen zur Mass-and-<br />

Balance- sowie Performance-Berechnung<br />

zur Verfügung.<br />

Die Avio-Avionik ist übersichtlich<br />

und gut integriert, erinnert dabei an<br />

den Standard in modernen Airlinern<br />

und wirkt ganz und gar nicht wie der<br />

Typ „aufgesetztes Garmin“ in anderen<br />

kleinen Flugzeugen. Über eine<br />

vor dem Piloten ausfahrbare Tastatur<br />

können Wegpunkte und Frequenzen<br />

eingetippt werden. Das Display im<br />

Blickfeld ist ein kombiniertes PFD/<br />

ND, der große Monitor in der Mitte<br />

kann individuell genutzt werden. Im<br />

geviertelten Layout können Triebwerksparameter,<br />

Flugplan, Systeme<br />

wie Zapfluft oder Elektrik, Jeppesen-<br />

Karten oder Moving Map nach Belieben<br />

eingespielt werden.<br />

18 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Fotos: Max Kühnl<br />

Variabel wie ein Multivan: Die bequemen Ledersitze lassen sich verschieben und<br />

ausbauen. Bis zu vier Passagiere können es sich gemütlich machen.<br />

In der klassischen Viererkonfiguration findet das Reisegepäck für<br />

eine Woche Platz im Abteil hinter den Sitzen.<br />

Beim Start macht die Eclipse mit<br />

ihren Pratt & Whitney Canada PW6<strong>10</strong>F-<br />

A ordentlich Druck und steigt zunächst<br />

mit knapp 2000 Fuß pro Minute. Der<br />

Geräuschpegel an Bord ist klassenüblich,<br />

mit Headsets durchaus angenehm.<br />

Das Handling über die mechanischen<br />

Sidesticks ist sehr agil und<br />

dennoch stabil. Ein Stickpusher warnt<br />

vor gefährlichen Fluglagen. Der Autopilot<br />

ist komplett an die Avionik<br />

8066183-83-<strong>10</strong>.QXD_Layout 1 25.08.16 14:04 Seite 1<br />

gekoppelt und verfügt über laterale<br />

und vertikale Navigationsmodi, die<br />

man sonst nur von deutlich größeren<br />

Flugzeugen kennt. Der Autothrust<br />

hält darüber hinaus zuverlässig die<br />

eingestellte Geschwindigkeit. Gerade<br />

im Reiseflug mit etwas mehr als<br />

der Hälfte der Schallgeschwindigkeit<br />

ist es schon beeindruckend, wie ruhig<br />

die Eclipse in der Luft liegt. Keine<br />

Vibrationen, kaum Ansprechen<br />

auf Turbulenzen oder gar Nick- und<br />

Gierbewegungen. Dieser Eindruck<br />

festigt sich noch beim Anflug auf<br />

Schönhagen bei Windböen bis 28<br />

Knoten – auch hier hat man das Gefühl,<br />

in einem deutlich größeren Flugzeug<br />

zu sitzen. So wird man im täglichen<br />

Betrieb selten durchstarten<br />

müssen – auf dem Markt stehen die<br />

Chancen dafür hingegen nicht<br />

schlecht.<br />

ae


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Cessna Denali<br />

Angriff<br />

auf die<br />

PC-12<br />

Fotos: GE Aviation, Textron Aviation<br />

Um seine Vorzüge voll ausspielen zu<br />

können, wurde der neue Turboprop-Antrieb<br />

von GE nicht in<br />

ein bestehendes Flugzeug<br />

hineinadaptiert. Textron liefert<br />

ihm eine maßgeschneiderte Hülle<br />

und will mit dem Paket hoch hinaus.<br />

Cessna setzt gerne auf Bewährtes.<br />

Die viersitzigen<br />

Einmots der 172er-Baureihe<br />

basieren noch immer auf einem<br />

mittlerweile sechzig Jahre alten<br />

Entwurf. Auch bei den Business<br />

Jets lautet die Devise „Evolution<br />

statt Revolution“. Die ursprünglich<br />

als Minijet gestartete Citation-<br />

Familie umfasst mittlerweile unzählige<br />

Modelle, von denen einige<br />

immer noch auf die Citation aus<br />

den 1960er Jahren zurückgehen.<br />

Trotz gleichem Gerüst wurde die<br />

Technik in Cockpit und Kabine<br />

freilich immer wieder aktualisiert.<br />

Daher war die Ankündigung der<br />

Cessna Denali auf der diesjährigen<br />

Business-Aviation-Messe EBACE<br />

in Genf der heimliche Höhepunkt<br />

der Veranstaltung.<br />

Die Muttergesellschaft Textron<br />

Aviation, der neben Cessna noch<br />

Beechcraft und Hawker angehören,<br />

erklärte dem Fachpublikum, dass<br />

man bis 2018 das Programm eines<br />

einmotorigen Flugzeugs mit<br />

Turbinenantrieb lancieren werde,<br />

bis auf Weiteres SETP (Single Engine<br />

Turboprop) genannt. Es ist<br />

ein von Grund auf neu entwickeltes<br />

Flugzeug – nach langen Jahren<br />

der Evolution immerhin die zweite<br />

Neuentwicklung seit der Indienststellung<br />

der TTx vergangenes<br />

Jahr.<br />

Um das neue Triebwerk<br />

herumgebaut<br />

Inzwischen hat das Flugzeug<br />

einen gefälligeren Namen bekommen:<br />

Denali wird Cessnas jüngster<br />

Spross heißen, wie der mit 6190<br />

Metern höchste Berg Alaskas. Hoch<br />

hinaus will auch Cessna mit dem<br />

Geschäftsflieger. Die Amerikaner<br />

versprechen eine der Konkurrenz<br />

in jeder Kategorie überlegene Performance.<br />

Auch wenn Textron-Chef<br />

Dank des hohen<br />

Verdichtungsverhältnisses<br />

läuft das Advanced<br />

Turboprop effizient bei<br />

kompakten Abmessungen.<br />

Scott Ernest Umsteiger<br />

von den kleineren<br />

Kolbenmaschinen des Hauses<br />

im Cockpit der Denali sieht: Die<br />

Außenlänge von gut 14 Metern<br />

und die Kabine mit Platz für acht<br />

in Einzelsitzen untergebrachte<br />

Passagiere lassen erkennen, dass<br />

man die PC-12 von Pilatus im Visier<br />

hat. Von ihr konnten die Schweizer<br />

in den letzten 25 Jahren 1400 Einheiten<br />

verkaufen. Auch das große<br />

Frachttor im Heck der Denali lässt<br />

erahnen, dass wohl nicht jede<br />

Maschine mit einer komfortablen<br />

VIP-Innenausstattung über den<br />

Ladentisch gehen wird. Mit den<br />

sogenannten „Special Mission<br />

Capabilities“ wildert man ebenfalls<br />

im Revier der PC-12.<br />

Im Cockpit kommt moderne<br />

Avionik zum Einsatz: Die 3000er<br />

Reihe von Garmin mit Touchscreens<br />

und integriertem FMS kennt man<br />

auch aus kleinen Jets. Mitgeliefert<br />

20 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Der verstellbare Verdichter<br />

soll auch in dünner Höhenluft<br />

mehr Leistung zur Verfügung<br />

stellen als die Konkurrenz.<br />

werden Wetterradar, Geländekollisionswarner<br />

(TWAS) sowie ADS-<br />

B-Fähigkeit.<br />

Derweil liegt die Dienstgipfelhöhe<br />

mit 31 000 Fuß um <strong>10</strong>00 Fuß<br />

über jener der Schweizer Konkur-<br />

renz, bei der Zuladung versprechen<br />

die Amerikaner mit 499 Kilogramm<br />

ein Plus von fast 50 Kilogramm.<br />

Bei der Topspeed herrscht mit 285<br />

Knoten ein Patt. In Sachen Reichweite<br />

konnte sich Pilatus mit dem<br />

Update zur PC-12NG vor zwei<br />

Jahren an die Spitze retten: Dem<br />

Plus von 550 Kilometern auf 3400<br />

Kilometer kann die Denali mit knapp<br />

3000 Kilometer nicht ganz folgen.<br />

Cessna redet aber auch von<br />

einer gegenüber der Konkurrenz<br />

höheren Effizienz. Möglich wird<br />

dies durch das komplett neue Herz<br />

der Denali, dem Advanced Turboprop<br />

(ATP) von GE Aviation. Damit<br />

will der US-Triebwerkshersteller<br />

seinerseits das PT6 von Pratt &<br />

Whitney Canada vom Thron stoßen,<br />

das bislang den Markt der leichten<br />

Turboprop-Flugzeuge dominiert<br />

und unter anderem auch in der<br />

PC-12 zum Einsatz kommt. „Das<br />

PT6 ist eine legendäre Errungenschaft<br />

für Pratt. Pratt hat es geschafft,<br />

ein großes Portfolio daraus<br />

hervorzubringen. Und wir möchten<br />

das Gleiche tun“, so Brad Mottier,<br />

Vize President Business Aviation


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Daten Cessna Denali<br />

Hersteller: Textron Aviation Sitzplätze: 8 - 11 Bauweise: Metall<br />

Verwendung: Turboprop-Mehrzweckflugzeug<br />

Antrieb<br />

Hersteller<br />

GE Aviation<br />

Art<br />

Turbine<br />

Typ<br />

Advanced Turboprop<br />

maximale Leistung 1240 PS<br />

Propeller<br />

HerstellerMcCauley<br />

Art<br />

Constant Speed<br />

Blätter5<br />

Durchmesser <br />

2,67 m<br />

von GE Aviation, ganz unbescheiden.<br />

Und tatsächlich klingen die<br />

Charakteristika des ATP ziemlich<br />

beeindruckend: Während vergleichbare<br />

Triebwerke ein Gesamtdruckverhältnis<br />

von 8:1 bis <strong>10</strong>:1 haben,<br />

liegt es beim ATP bei 16:1. Dadurch<br />

ist die Leistung auch in Höhen mit<br />

geringerer Luftdichte etwa zehn<br />

Prozent höher. Je nach Anwendung<br />

wird das ATP zwischen 850 und<br />

1650 Wellen-PS liefern, für die Denali<br />

liegt es bei 1300 WPS. Der<br />

spezifische Treibstoffverbrauch<br />

soll 20 Prozent geringer sein als<br />

bei den Wettbewerbern. Gleichzeitig<br />

sollen die Überholungsintervalle<br />

um 30 Prozent auf 4000 bis<br />

6000 Stunden verlängert werden,<br />

was Kosten spart.<br />

Eine FADEC sorgt<br />

für mehr Effizienz<br />

Um das zu erreichen, investiert<br />

GE rund eine Milliarde Dollar (894<br />

Mio. Euro) und greift auf zahlreiche<br />

Technologien zurück, die sich bereits<br />

in den zivilen und militärischen<br />

Sparten bewährt haben. Dazu<br />

zählen verstellbare Leitschaufeln<br />

im Verdichter, mit deren Hilfe die<br />

Abmessungen<br />

Länge<br />

Spannweite<br />

Höhe<br />

14,86 m<br />

16,54 m<br />

4,62 m<br />

Leistungen<br />

Nutzlast <br />

499 kg<br />

Höchstgeschwindigkeit<br />

285kt<br />

(519 km/h)<br />

Reichweite 1600 NM (2963 km)<br />

Dienstgipfelhöhe 31 000 ft (9449 m)<br />

Leistung an die Betriebsbedingungen<br />

angepasst werden kann. „Um<br />

verstellbare Leitschaufeln nutzen<br />

zu können, bedarf es einer digitalen<br />

Triebwerkskontrolle“, erklärt<br />

Paul Corkery, der das ATP-Programm<br />

leitet, gleich die nächste<br />

Neuerung. Das ATP erhält wie<br />

seine großen Brüder aus der kommerziellen<br />

Luftfahrt ein FADEC<br />

(Full Authority Digital Engine Control),<br />

eine digitale Triebwerks- und<br />

Propellerregelung.<br />

Deshalb wird die Denali im<br />

Cockpit nur über einen Gashebel<br />

verfügen, was das Fliegen vereinfacht.<br />

Die Motoren anderer<br />

leichter Turboprops werden über<br />

drei Hebel für Gas, Propellerverstellung<br />

und Gemisch gesteuert.<br />

Außerdem ist hier die individuelle<br />

Anpassung der Verdichterschaufeln<br />

nicht möglich. Von der Analyse<br />

der von der FADEC gesammelten<br />

Daten erhofft sich GE<br />

langfristig zusätzliche Vorteile für<br />

die Wartung. „Im Markt der leichten<br />

Turboprops werden bislang<br />

nur sehr wenige Daten gesammelt.<br />

Wir können damit letztlich die<br />

Maintenance motorspezifisch<br />

steuern“, sagt Mottier. Eine weitere<br />

Neuheit in dieser Turboprop-<br />

Klasse sind gekühlte Schaufeln in<br />

der zweistufigen Hochdruckturbine.<br />

„Das ermöglicht uns höhere<br />

Temperaturen im Triebwerk“,<br />

sagt Corkery.<br />

Bei der Entwicklung des ATP<br />

setzt GE voll auf seine Standorte<br />

in Europa, hauptsächlich in Polen,<br />

Italien und der Tschechischen Republik.<br />

„Es ist das erste rein europäische<br />

GE-Triebwerk“, sagt<br />

Mottier. In Turin kümmert sich Avio<br />

Aero um Leistungsturbinen, Brennkammern<br />

und Getriebe. In Warschau<br />

befindet sich das Engineering<br />

Design Center, wo sich die<br />

Ingenieure besonders auf rotierende<br />

Maschinen spezialisiert haben.<br />

Und in Prag geht es um finale Tests,<br />

Zulassung und Montage. Die Serienproduktion<br />

des ATP wird vermutlich<br />

in einem neuen Werk in<br />

Prag stattfinden. Rund 400 Ingenieure<br />

arbeiten derzeit in Europa<br />

am ATP, denn der Zeitplan für das<br />

neue Turboprop-Triebwerk ist straff.<br />

Die ersten Brennkammertests sind<br />

beendet, Ende 2017 soll ein Testtriebwerk<br />

zum Erstlauf am Boden<br />

starten. „Wir wollen das Triebwerk<br />

bis 2020 zur Zulassung bringen“,<br />

sagt Corkery.<br />

Den Erstflug der Denali plant<br />

Cessna für 2018. Dann wird sich<br />

auch die französische Daher TBM<br />

22 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Update Cessna Citation Longitude<br />

Das große Frachttor liefert<br />

den Beweis: Mit der Denali<br />

hat es Cessna auf die<br />

Pilatus PC-12 abgesehen.<br />

Fotos: GE Aviation, Textron Aviation<br />

Nach dem ersten Triebwerkslauf am Boden befindet<br />

sich die Cessna Citation Longitude auf dem Weg zu ihrem<br />

ersten Flug, der noch in diesem Sommer stattfinden soll.<br />

Der erste Hochlauf der Snecma-Silvercrest-Triebwerke und<br />

der zugehörigen Systeme sei erfolgreich verlaufen. In Dienst<br />

gestellt werden soll das erste Flugzeug Ende 2017. Das<br />

jüngste Mitglied der Citation-Familie ist speziell für Langstrecken<br />

ausgelegt; so soll die Reichweite bei 4000 Meilen<br />

(7408 Kilometer) liegen. Das ermöglicht Direktflüge von<br />

New York nach Paris. Zum Wohlgefühl der acht bis zwölf<br />

Passagiere sollen ein hoher Kabinendruck und moderne<br />

Connectivity-Features beitragen.<br />

900 warm anziehen müssen. Sie<br />

rangiert mit einem um vier Meter<br />

kürzeren Rumpf zwar eine<br />

Klasse darunter, strebt mit Glascockpit<br />

und Einhebel-Schubsteuerung<br />

aber ebenfalls nach<br />

einer zahlungsbereiten Kundschaft.<br />

Mit der PT-6 verfügt sie<br />

allerdings ebenfalls nicht über<br />

den neuesten Antrieb. Deshalb<br />

kann die TBM 900 auch nicht<br />

leugnen, dass sie im Grunde<br />

eine aktualisierte Version der<br />

TBM 700 von 1985 ist. Damit<br />

folgt sie eigentlich dem bisherigen<br />

Erfolgsrezept des Konkurrenten<br />

Cessna.<br />

ae<br />

Ulrike Ebner/Max Kühnl<br />

Die Kabine lässt sich an die unterschiedlichsten Bedürfnisse anpassen. Hier eine komfortable<br />

VIP-Ausführung, die mit weißem Leder und Holzapplikationen den Eindruck eines Minijets suggeriert.


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

BRANCHENGUIDE<br />

<strong>2016</strong>/2017<br />

Die nachfolgend aufgelisteten Unternehmen<br />

verfügen über eine aktive<br />

Betriebsgenehmigung (Air Operator<br />

Certificate/AOC) der entsprechenden<br />

nationalen Institutionen. Stand: August <strong>2016</strong><br />

Deutschland<br />

PLZ 0<br />

OOFlugservice Bautzen<br />

Kornmarkt 34, 02625 Bautzen<br />

Tel.: 03591 211<strong>10</strong>5<br />

E-Mail: flugservice@bautzen.de<br />

www.flugservice-bautzen.de<br />

OOAeroheli International<br />

Am Flugplatz 3<br />

03058 Neuhausen/Spree<br />

Tel.: 035605 429800<br />

E-Mail: info@aeroheli.de<br />

www.aeroheli.de<br />

OOASS Air Service Sachsen<br />

Am Bahndamm 1, 04316 Leipzig<br />

Tel.: 0341 6586648<br />

E-Mail: info@air-service-sachsen.de<br />

www.air-service-sachsen.de<br />

PLZ 1<br />

OOAir Tempelhof<br />

Werner-Voss-Damm 52a,<br />

12<strong>10</strong>1 Berlin<br />

Tel.: 030 7864085<br />

E-Mail: info@airtempelhof.de<br />

www.airtempelhof.de<br />

OOAir Service Berlin<br />

Flughafen Schönefeld,<br />

12529 Schönefeld<br />

Tel.: 030 53215321<br />

E-Mail: info@air-service-berlin.de<br />

www.air-service-berlin.de<br />

OOPeak Air<br />

Flughafen Schönefeld,<br />

Gebäude X013, 12529 Berlin<br />

Tel.: 030 63499-453<br />

E-Mail: info@peakair.de<br />

www.peakair.de<br />

OOPrivate Wings Flugcharter<br />

Georg-Wulf-Str. 2,<br />

12529 Schönefeld<br />

Tel.: 0700 03280328<br />

E-Mail: info@private-wings.de<br />

www.private-wings.de<br />

OOWindrose Air Jetcharter<br />

Georg-Wulf-Str. 3<br />

12529 Schönefeld<br />

Tel.: 030 643170-<strong>10</strong>0<br />

E-Mail: info@windroseair.de<br />

www.windroseair.de<br />

OODHD Heliservice<br />

Am Bahnhof, 14550 Groß Kreutz<br />

Tel.: 033207 32457<br />

E-Mail: dhd-heliservice@t-online.de<br />

www.dhd-heliservice.de<br />

OOSky Heli<br />

Flugplatz, Haus 3,<br />

14959 Trebbin OT Schönhagen<br />

Tel.: 033731 70299-0<br />

E-Mail: info@skyheli.de<br />

www.skyheli.de<br />

OOAerotours<br />

Flugplatz F2, Haus 12,<br />

15344 Strausberg<br />

Tel.: 03341 250008<br />

E-Mail: office@aerotours.de<br />

www.aerotours.de<br />

OOLTS Berlin - Brandenburg,<br />

MiniHansa<br />

Flugplatzstr. F1/20,<br />

24 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


15344 Strausberg<br />

Tel.: 03341 312277<br />

E-Mail: mail@classic-antonow.de<br />

www.lts-lufttaxi.de<br />

OOSpree Flug Luftfahrt<br />

Eisenbahnstr. 12,<br />

15517 Fürstenwalde/Spree<br />

Tel.: 03361 345577<br />

E-Mail: info@spreeeflug.de<br />

www.spreeflug.de<br />

OOFinow Air Service<br />

Am Flugplatz 1, 16227 Eberswalde<br />

Tel.: 03334 352506<br />

E-Mail: info@finow-air-service.de<br />

www.finow-air-service.de<br />

PLZ 2<br />

Foto: Embraer<br />

OOOhlair Charterflug<br />

Am Sandtorkai 77, 20457 Hamburg<br />

Tel.: 040 300959-66<br />

E-Mail: info@ohlair.de<br />

www.ohlair.de<br />

OOHHS Hanseatic,<br />

Helicopter Service<br />

Flughafenstr. 1-3, Gebäude 347A,<br />

22335 Hamburg<br />

Tel.: 040 54802997<br />

E-Mail: office@hanseatic-helicopter.de<br />

www.hanseatic-helicopter.de<br />

OOOne Two Aviation<br />

Willhoop 1, 22453 Hamburg<br />

Tel.: 040 67958270<br />

E-Mail: fly@helitranshamburg.com<br />

www.helitranshamburg.com<br />

OOAir Hamburg<br />

Leverkusenstraße 54,<br />

22761 Hamburg<br />

Tel.: 040 70708890<br />

E-Mail: info@air-hamburg.de<br />

www.hamburg-jets.com<br />

OOAAA Aviation & Aircraft<br />

Assets<br />

Van-der-Smissen-Str. 9,<br />

22767 Hamburg<br />

Tel.: 040 808053588<br />

E-Mail: info@aircraftassets.com<br />

www.aircraftassets.com<br />

OOGFD Gesellschaft für<br />

Flugzieldarstellung<br />

Flugplatz Hohn, 24806 Hohn<br />

Tel.: 04335 9202-0<br />

E-Mail: mail@gfd.de<br />

www.gfd-hohn.de<br />

OOKMN<br />

Koopmann Helicopter<br />

Kamerland 14, 25358 Sommerland<br />

Tel.: 04126 3890-3<br />

E-Mail: info@kmn-helicopter.de<br />

www.kmn-helicopter.de<br />

OOJK Jetkontor<br />

Pinneberger Str. 243,<br />

25488 Hamburg-Holm<br />

Tel.: 040 5075 3321<br />

E-Mail: info@jetkontor.de<br />

www.jetkontor.de<br />

OONordcopters<br />

Bültenkoppel, Flugplatz,<br />

25492 Heist<br />

Tel.: 04122 976178<br />

E-Mail: Info@Nordcopters.com<br />

www.nordcopters.de<br />

OOSylt Air<br />

Flughafen Terminal 2, Zum Fliegerhorst<br />

<strong>10</strong>1, 25980 Sylt/Tinnum<br />

Tel.: 04651 7877<br />

E-Mail: service@syltair.de<br />

www.syltair.eu<br />

OOLuftverkehr<br />

Friesland Harle<br />

Flugplatz Harle 1, 26409 Wittmund<br />

Tel.: 04464 9481-0<br />

E-Mail: info@inselflieger.de<br />

www.inselflieger.de<br />

OOWiking Helikopter Service<br />

JadeWeserAirport,<br />

26452 Sande-Mariensiel<br />

Tel.: 04421 2990<br />

E-Mail: contact@wiking-helikopter.de<br />

www.wiking-helikopter.de<br />

OONorthern Helicopter<br />

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• 2005 Cessna Citation XLS - TT 3.<strong>10</strong>0 hrs<br />

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Ein Unternehmen der Atlas Air Service AG


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

OOS.P. Helicopter Service<br />

Auf der Hohl 2, 53547 Dattenberg<br />

Tel.: 02644 5608-22<br />

E-Mail: info@helicopter-service.de<br />

www.helicopter-service.de<br />

OOAir Lloyd<br />

Richthofenstr. 124,<br />

53757 Sankt Augustin<br />

Tel.: 02241 2307-0<br />

E-Mail: info@airlloyd.de<br />

www.airlloyd.de<br />

Foto: Bombardier<br />

E-Mail: info@northernhelicopter.de<br />

www.northernhelicopter.de<br />

OOOFD<br />

Ostfriesischer-Flug-Dienst<br />

Gorch-Fock-Str. <strong>10</strong>3, 26721 Emden<br />

Tel.: 04921 8992-0<br />

E-Mail: info@fliegofd.de<br />

www.fliegofd.de<br />

OOHeli Service International<br />

Am Luneort 15,<br />

27572 Bremerhaven<br />

Tel.: 0471 95211-0<br />

E-Mail: info@heliservice.de<br />

www.heliservice.de<br />

OOAtlas Air Service<br />

Otto-Lilienthal-Str. 23,<br />

27777 Ganderkesee<br />

Tel.: 04222 45-0<br />

E-Mail: ganderkesee@aas.ag<br />

www.atlas-air-service.de<br />

PLZ 3<br />

OOAerowest<br />

Nordstraße 18, GAT II<br />

30855 Langenhagen<br />

Tel.: 0511 737000<br />

E-Mail: ops@aerowest.aero<br />

www.aerowest.aero<br />

OOBertelsmann Aviation<br />

Carl-Bertelsmann-Str. 270<br />

33335 Gütersloh<br />

Tel.: 05241 802438<br />

E-Mail: info@bertelsmann-aviation.de<br />

www.bertelsmann-aviation.de<br />

OOBusinesswings<br />

Am Kammerberg 90,<br />

34292 Ahnatal<br />

Tel.: 05609 80500<br />

E-Mail: info@businesswings.de<br />

www.businesswings.de<br />

PLZ 4<br />

OOPrivatAir<br />

Peter-Müller-Str. 26,<br />

40468 Düsseldorf (Airport City)<br />

Tel.: 0211 54230300<br />

www.privatair.com<br />

OOJet Executive<br />

Mündelheimer Weg 50<br />

40472 Düsseldorf<br />

Tel.: 0211 6027775<br />

E-Mail: sales@jetexecutive.com<br />

www.jetexecutive.com<br />

OOClassic Wings<br />

Flughafenstr. 48, Hangar 1,<br />

40474 Düsseldorf<br />

Tel.: 0211 45<strong>10</strong>31<br />

E-Mail: info@classicwings.de<br />

www.classicwings.de<br />

OOGerman Private Jet Group<br />

Flugplatz 7-9, 44319 Dortmund<br />

Tel.: 0231 7009900<br />

E-Mail: info@GPJG.ag<br />

www.jetshare.de<br />

OORWL<br />

German Flight Academy<br />

Am Flughafen 20,<br />

4<strong>10</strong>66 Mönchengladbach<br />

Tel.: 02161 68900<br />

E-Mail: info@rwl-flight.de<br />

www.rwl-flight.de<br />

OOHeliJet Charter<br />

Flugplatz 21, 44319 Dortmund<br />

Tel.: 0231 6<strong>10</strong>62<strong>10</strong><br />

E-Mail: info@helijet-charter.de<br />

www.helijet-charter.de<br />

OOStar Wings<br />

Flugplatz 21, 44319 Dortmund<br />

Tel.: 0231 927773<strong>10</strong><br />

E-Mail: sales@star-wings.com<br />

www.star-wings.com<br />

OOAveo Air Service<br />

Brunshofstr. 3,<br />

45470 Mülheim a. d. Ruhr<br />

Tel.: 0208 82142470<br />

E-Mail: info@aveoair.com<br />

www.aveoair.com<br />

OOGer-Pol Air Taxi<br />

Flugplatzstr. 56, 48531 Nordhorn<br />

Tel.: 05921 32203<br />

E-Mail: info@gerpol-air-taxi.de<br />

www.gerpol-air-taxi.de<br />

OOFJS-Helicopter<br />

Benediktstr. 17, 49401 Damme<br />

Tel.: 05491 <strong>10</strong>49<br />

E-Mail: fjs-helicopter@t-online.de<br />

www.fjs-helicopter.de<br />

PLZ 5<br />

OOLifeFlight<br />

Marienburger Str. 44, 50968 Köln<br />

Tel.: 0700 54333544<br />

E-Mail: operations@lifeflight.de<br />

www.lifeflight.de<br />

OOCCF manager airline<br />

Flughafen Köln/Bonn, Hangar 3,<br />

51147 Köln<br />

Tel.: 02203 9528-0<br />

E-Mail: fly@jetcharter.de<br />

www.jetcharter.de<br />

OOJet Aviation Business Jets<br />

Flughafen Köln/Bonn, Hangar 3,<br />

51147 Köln<br />

Tel.: 02203 955555<br />

E-Mail: charter.germany@jetaviation.de<br />

www.jetaviation.com<br />

OOQuick Air Jet Charter<br />

Flughafen Köln/Bonn, Hangar 3,<br />

51147 Köln<br />

Tel.: 0700 95570700<br />

E-Mail: ops@quickair.de<br />

www.quickair.de<br />

OOChallenge Air<br />

Christian-Esch-Str. 2-4,<br />

53844 Troisdorf<br />

Tel.: 02241 987222<br />

E-Mail: operations@challenge-air.de<br />

www.challenge-air.de<br />

OOAirGO Flugservice<br />

Am Finther Wald 5833, 55126 Mainz<br />

Tel.: 06131 696707<br />

E-Mail: sales@airgo.de<br />

www.airgo.de<br />

OOAir Alliance Flight Center<br />

Flughafen Siegerland,<br />

Werfthalle G1, 56479 Liebenscheid<br />

Tel.: 02736 442860<br />

E-Mail: flightcenter@air-alliance.de<br />

www.air-alliance.de<br />

OOAir Alliance Express<br />

Flughafen Siegerland,<br />

Werfthalle G1, 57299 Burbach<br />

Tel.: 02736 4428-0<br />

E-Mail: info@air-alliance.de<br />

www.Air-Alliance.de<br />

OOAvanti Air<br />

Flughafen Siegerland, Flughafenstraße,<br />

57299 Burbach<br />

Tel.: 02736 4443-0<br />

E-Mail: fly@avantiair.com<br />

www.avantiair.com<br />

PLZ 6<br />

OONightexpress<br />

Gebäude 511, Raum 3056,<br />

60549 Frankfurt<br />

Tel.: 069 697179-0<br />

E-Mail: info@nightexpress.de<br />

www.nightexpress.de<br />

OOHeli-Flight<br />

Am Flugplatz,<br />

61203 Reichelsheim<br />

Tel.: 06035 9<strong>10</strong>00<br />

E-Mail: info@heli-flight.de<br />

www.heli-flight.de<br />

OORotorflug<br />

Peter-Geibel-Straße 24,<br />

61381 Friedrichsdorf<br />

Tel.: 06007 914<strong>10</strong><br />

E-Mail: info@rotorflug.de<br />

www.rotorflug.de<br />

OOAir-Taxi Europe<br />

Petzvalstr. 43a,<br />

38<strong>10</strong>4 Braunschweig<br />

Tel.: 0180 2478294<br />

E-Mail: info@air-taxi.aero<br />

www.air-taxi.aero<br />

OOTFC<br />

Flugbetrieb und -technik<br />

Rehmannshof 45, 45257 Essen<br />

Tel.: 0201 848402<br />

E-Mail: avi@tfc-kaeufer.de<br />

www.tfc-kaeufer.de<br />

OOWDL Aviation<br />

Flughafen Köln/Bonn, Hangar 6,<br />

51147 Köln<br />

Tel.: 02203 967<strong>10</strong>0<br />

E-Mail: management@wdl-aviation.de<br />

www.wdl-aviation.de<br />

OOMach Operation<br />

Ludwig-Erhard-Str. 16a,<br />

61440 Oberursel<br />

Tel.: 06171 8980<br />

E-Mail: info@mach.aero<br />

www.mach.aero<br />

26 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


OOKayfly<br />

Jaminstr. 3a,<br />

61476 Kronberg im Taunus<br />

Tel.: 0173 9277722<br />

E-Mail: fliegen@kayfly.aero<br />

www.kayfly.aero<br />

OOHahn Air Lines<br />

An der Trift 65, 63303 Dreieich<br />

Tel.: 06<strong>10</strong>3 7331-169<br />

E-Mail: service@hahnair.com<br />

www.hahnair.com<br />

OOHeli Transair European<br />

Air Services<br />

Flugplatz, 63329 Egelsbach<br />

Tel.: 06<strong>10</strong>3 9415-0<br />

E-Mail: info@helitransair.com<br />

www.helitransair.com<br />

OOArcus Air Logistic<br />

Berliner Allee 11-21,<br />

66482 Zweibrücken<br />

Tel.: 06332 48230<br />

E-Mail: ups@arcus-air.com<br />

www.arcus-air.de<br />

OOSilver Cloud Air<br />

Joachim-Becher-Str. 2,<br />

67346 Speyer<br />

Tel.: 06232 77237<br />

E-Mail: info@silver-cloud-air.com<br />

www.silver-cloud-air.com<br />

OOTransavia<br />

Am Flugplatz, Rheinhäuser Weide,<br />

67346 Speyer<br />

Tel.: 06232 24242<br />

E-Mail: info@transavia.cc<br />

www.transaviaflug.de<br />

OOEagle Aviation<br />

Seckenheimer Landstr. 174,<br />

68163 Mannheim<br />

Tel.: 0621 400470-70<br />

E-Mail: sales@eagle-aviation.de<br />

www.eagle-aviation.de<br />

PLZ 7<br />

OOProAir Aviation<br />

Echterdinger Str. 111,<br />

70794 Filderstadt<br />

Tel.: 0711 70839-0<br />

E-Mail: info@proair.de<br />

www.proair.de<br />

OOMeravo-Luftreederei<br />

Flugplatz, 74229 Oedheim<br />

Tel.: 07136 6051<br />

E-Mail: info@meravo.de<br />

www.meravo.de<br />

OOHelix Fluggesellschaft<br />

Öhringer Str. 12, 74632 Neuenstein<br />

Tel.: 07942 4481<br />

E-Mail: info@helixcopter.de<br />

www.helixcopter.de<br />

OOACM Air Charter<br />

Montreal Avenue D 415,<br />

77836 Rheinmünster<br />

Tel.: 07229 30220<br />

E-Mail: info@acm-air-charter.de<br />

www.acm-air-charter.de<br />

OOBaden Aircraft Operations<br />

Montreal Avenue D 423,<br />

77836 Rheinmünster<br />

Tel.: 07229 18699-0<br />

E-Mail: administration@bao.aero<br />

www.bao.aero<br />

OOReibel Air Service<br />

Montreal Avenue D 425,<br />

77836 Rheinmünster<br />

Tel.: 07229 69900-0<br />

E-Mail: heli@reibelair.de<br />

www.reibelair.de<br />

OOHTC Helicopter Charter<br />

Dürrheimer Str. 80c,<br />

78166 Donaueschingen<br />

Tel.: 0771 162474<br />

E-Mail: info@htc-helicopter.de<br />

www.htc-helicopter.de<br />

OOEuroflug Frenzel<br />

Flughafenstr. 9, 79<strong>10</strong>8 Freiburg<br />

Tel.: 0761 508686<br />

E-Mail: info@euroflug-frenzel.de<br />

www.euroflug-frenzel.de<br />

OOHeron Aviation<br />

Riedstraße 1, 79787 Lauchringen<br />

Tel.: 07741 965695-0<br />

E-Mail: info@heronaviation.de<br />

www.heronaviation.de<br />

PLZ 8<br />

OOaeroways<br />

Clemensstr. 49, 80803 München<br />

Tel.: 0700 404040-02<br />

E-Mail: info@aeroways.com<br />

www.aeroways.com<br />

OOBinAir Aero Service<br />

Maria-Probst-Str. 22,<br />

80939 München<br />

Tel.: 089 3189090<br />

E-Mail: info@binair.eu<br />

www.binair.eu<br />

OOEuro Link<br />

Allgemeine Luftfahrt,<br />

85356 München<br />

Tel.: 089 61372<strong>10</strong>3<br />

E-Mail: info@flyeurolink.de<br />

www.flyeurolink.de<br />

OOMHS Aviation<br />

Raiffeisenallee 5,<br />

82041 Oberhaching<br />

Tel.: 089 9733333<br />

E-Mail: sales@mhs-aviation.com<br />

www.mhs-aviation.com<br />

OOHeliteam Süd<br />

Bürgermeister-Graf-Ring <strong>10</strong>,<br />

82538 Geretsried-Gelting<br />

Tel.: 08171 4199-0<br />

E-Mail: heliteam@heliteam.de<br />

www.heliteam.de<br />

OOFlying Emotions<br />

Südliche Hauptstr. 44,<br />

83708 Kreuth<br />

Tel.: 08029 <strong>10</strong>00<br />

E-Mail: info@flyingemotions.de<br />

www.flyingemotions.de<br />

OOPTL Luftfahrt<br />

Flugplatzstr. 3, 84034 Landshut<br />

Tel.: 08765 920<strong>10</strong>0<br />

E-Mail: info@ptl-luftfahrt.de<br />

www.ptl-luftfahrt.de<br />

OOAir Independence<br />

Allgemeine Luftfahrt 6,<br />

85356 München Airport<br />

Tel.: 089 97597590<br />

E-Mail: office@airindependence.com<br />

www.airindependence.com<br />

OOImperialJet Europe<br />

Lilienthalstr. 17a,<br />

85399 Hallbergmoos<br />

Tel.: 0811 998860<br />

E-Mail: sales@imperial-jet.com<br />

www.imperial-jet.com<br />

OOK5-Aviation<br />

Katharinazell 5,<br />

85408 Gammelsdorf<br />

Tel.: 08754 96999-34<br />

E-Mail: aviation@k5-group.com<br />

www.k5-aviation.com<br />

OOHTM<br />

Helicopter Travel Munich<br />

Willy-Messerschmitt-Str. 1,<br />

85521 Ottobrunn/Taufkirchen<br />

Tel.: 089 60733350<br />

E-Mail: office-muenchen@helitravel.de<br />

www.helitravel.de<br />

OOChallengeLine LS<br />

Business Jets, Flughafenstr. 6,<br />

86169 Augsburg<br />

Tel.: 0821 7476600<br />

E-Mail: info@challengeline.de<br />

www.challengeline.de<br />

OOHeli Aviation<br />

Flughafenstr. 19, 86169 Augsburg<br />

OODC Aviation<br />

Flughafen Stuttgart, 70629 Stuttgart<br />

Tel.: 0711 93306-0<br />

E-Mail: sales@dc-aviation.com<br />

www.dc-aviation.com<br />

OOEisele Flugdienst<br />

General Aviation Terminal,<br />

70629 Stuttgart<br />

Tel.: 0711 997788-0<br />

E-Mail: info@e-aviation.de<br />

www.e-aviation.de<br />

OOHeliSeven<br />

General Aviation Terminal,<br />

70629 Stuttgart<br />

Tel.: 0711 7944777<br />

E-Mail: info@HeliSeven.de<br />

www.heliseven.de<br />

OOStuttgarter Flugdienst<br />

General Aviation Terminal,<br />

70629 Stuttgart<br />

Tel.: 0711 490022-22<br />

E-Mail: info@sfd.eu<br />

www.sfd.eu<br />

Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 27


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

Tel.: 0821 747965-0<br />

E-Mail: info@heli-aviation.de<br />

www.heli-aviation.de<br />

OOBHF Bodensee-Helicopter<br />

Am Flugplatz 64,<br />

88074 Meckenbeuren<br />

Tel.: 07541 304985<br />

E-Mail: info@bodensee-helicopter.de<br />

www.bodensee-helicopter.de<br />

OOAdvanced Aviation<br />

Logistic<br />

Glockeneichweg 135,<br />

88348 Bad Saulgau<br />

Tel.: 0173 3566655<br />

E-Mail: aal-ops@aal-operations.org<br />

www.aal-operations.org<br />

OODonau Air Service<br />

Am Flugplatz, 88512 Mengen<br />

Tel.: 07572 78089<br />

E-Mail: info@donauair.de<br />

www.donauair.de<br />

PLZ 9<br />

OOAero-Dienst<br />

Flughafenstraße <strong>10</strong>0,<br />

90411 Nürnberg<br />

Tel.: 0911 93560<br />

E-Mail: info@aero-dienst.de<br />

www.aero-dienst.de<br />

OOFAI rent-a-jet<br />

Flughafenstr. 124, 90411 Nürnberg<br />

Tel.: 0911 36009-0<br />

E-Mail: info@fai.ag<br />

www.rentajet.de<br />

OOEuroheli<br />

Helicopterdienste<br />

In der Alting 7,<br />

90596 Schwanstetten<br />

Tel.: 09170 97250-0<br />

E-Mail: info@euroheli.de<br />

www.euroheli.de<br />

OOFlair Aviation<br />

Hirschenau 5a,<br />

90607 Rückersdorf<br />

Tel.: 0911 597273-0<br />

E-Mail: mail@flair-aviation.de<br />

www.flair-aviation.de<br />

OOFly Alpha<br />

Flughafenstraße 124,<br />

90411 Nürnberg<br />

Tel.: 0911 9551259-0<br />

E-Mail: info@fly-alpha.de<br />

www.fly-alpha.de<br />

OOFair Air<br />

Flugplatzstr. 1, 95463 Bindlach<br />

Tel.: 09208 657944<br />

E-Mail: info@fair-air-de<br />

www.fair-air.de<br />

OOHelicopter Service<br />

Thüringen<br />

Buttstädter Str. 207a,<br />

996<strong>10</strong> Großbrembach<br />

Der umfangreiche Branchenspiegel aus dem jährlichen<br />

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PLZ 1<br />

Österreich<br />

OOART Aviation<br />

Esslinggasse 2, <strong>10</strong><strong>10</strong> Wien<br />

Tel.: +43 1 5322169<br />

E-Mail: info@artaviation.com<br />

www.artaviation.com<br />

OOBraunegg Lufttaxi<br />

Naglergasse 11, <strong>10</strong><strong>10</strong> Wien<br />

Tel.: +43 1 52642830<br />

E-Mail: peterschmautzer@compuserve.com<br />

OOGlobal Jet Austria<br />

Wasagasse 6, TOP 8,<br />

<strong>10</strong>90 Wien<br />

Tel.: +43 1 306888906<br />

E-Mail: office@globaljetaustria.com<br />

OOTransair Bedarfsflug<br />

Kärntner Ring 4, <strong>10</strong><strong>10</strong> Wien<br />

Tel.: +43 1 5055150<br />

E-Mail: transair@gmx.at<br />

OOX-Jet<br />

Walfischgasse 8/13, <strong>10</strong><strong>10</strong> Wien<br />

Tel.: +43 1 8905734<br />

E-Mail: office@x-jet.at<br />

www.x-jet.at<br />

OOAvcon Jet<br />

Argentinierstr. 29, <strong>10</strong>40 Wien<br />

Tel.: +43 1 5054747-539<br />

E-Mail: office@avconjet.at<br />

www.avconjet.at<br />

OOMagna Air<br />

Technologiestr. 8, 1120 Wien<br />

Tel.: +43 1 8125565 3301<br />

E-Mail: office@magna-air.com<br />

www.magna.com<br />

OOEuro Flight Helicopter<br />

Services<br />

Hermann-Gebauer-Straße 22a,<br />

1220 Wien<br />

Tel.: +43 1 25038-1<strong>10</strong><br />

E-Mail: pm@euro-flight.at<br />

www.euro-flight.at<br />

OOLFU – Peter Gabriel<br />

Firmiangasse 23, 1130 Wien<br />

Tel.: +43 1 8765266<br />

E-Mail: lfu.gabriel@aon.at<br />

www.classicwings.at<br />

OOB.A.C.H. Flugbetrieb<br />

Bachgasse 21/13, 1160 Wien<br />

Tel.: +43 699 12115420<br />

E-Mail: office@bachflug.at<br />

www.bachflug.at<br />

OOPink Aviation Services<br />

Endresstraße 79/4, 1230 Wien<br />

Tel.: +43 1 8898222<br />

E-Mail: office@pink.at<br />

www.pink.at<br />

OOJetpool Network<br />

Office Park 3, Objekt 682,<br />

1300 Wien-Flughafen<br />

Tel.: +43 1 7007 35943<br />

E-Mail: office@jetpool.net<br />

www.jetpool.net<br />

OOSpeedwings Executive Jet<br />

Office Park 3, Top 315,<br />

1300 Wien-Flughafen<br />

Tel.: +43 1 7007 3<strong>10</strong>25<br />

E-Mail: rhelies@speedwings.eu<br />

PLZ 2<br />

OOReidinger Helicopter<br />

Diepolz 45, 2034 Diepolz<br />

Tel.: +43 2526 7381<br />

E-Mail: office@iaerial.at<br />

www.aerial.at<br />

OOInternational<br />

Jet Management<br />

Concorde Business Park 2/F14,<br />

2320 Schwechat<br />

Tel.: +43 1 707 8250-<strong>10</strong><br />

E-Mail: contact@ijm.at<br />

www.ijm.at<br />

OOMJet<br />

Concorde Business Park 1/C3/12,<br />

2320 Schwechat<br />

Tel.: +43 1 7062700<br />

E-Mail: office@mjet.at<br />

www.mjet.eu<br />

OOLaudaMotion<br />

Concorde Business Park 2/F/<strong>10</strong>,<br />

2320 Schwechat<br />

Tel.: +43 1 7007 3<strong>10</strong>16<br />

OOMagna Air<br />

Technologiestr. 8, 1120 Wien<br />

Tel.: +43 1 8125565<br />

E-Mail: office@magna-air.com<br />

www.magna.com<br />

OOHubi Fly<br />

Flugplatzstraße, 2540 Bad Vöslau<br />

Tel.: +43 2252 73555<br />

E-Mail: office@hubifly.at<br />

www.hubifly.at<br />

PLZ 3<br />

OOHeli Line<br />

In den Lehen 2, 3233 Kilb<br />

Tel.: +43 2748 7806<br />

E-Mail: office@heliline.at<br />

www.heliline.at<br />

PLZ 4<br />

OOHubschraubAir<br />

True Colors<br />

Orionstraße 35, 4030 Linz<br />

Tel.: +43 732 77<strong>10</strong>80<br />

E-Mail: office@hubschraub-air.at<br />

www.Hubschraub-air.at<br />

OOCommon Sky A & N<br />

Luftfahrt<br />

Binderlandweg 7, 4030 Linz<br />

Tel.: +43 1 7061570-12<br />

E-Mail: office@commonsky.eu<br />

www.commonsky.eu<br />

28 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


OOGlobeAir<br />

Polytec Straße 1, 4063 Hörsching<br />

Tel.: +43 7221 72740-0<br />

E-Mail: customercare@globeair.com<br />

www.globeair.com<br />

OOJet Fly Airline<br />

Flughafenstr. 1, 4063 Hörsching<br />

Tel.: +43 7221 64746<br />

E-Mail: office@jetfly.at<br />

www.jetfly.at<br />

PLZ 5<br />

OOAir Independence<br />

Innsbrucker Bundesstr. 95,<br />

5020 Salzburg Airport<br />

Tel.: +43 662 85809090<br />

E-Mail: office@airindependence.com<br />

www.airindependence.com<br />

OOAirlink<br />

Innsbrucker Bundesstr. 95,<br />

5020 Salzburg Airport<br />

Tel.: +43 662 850863-0<br />

E-Mail: office@airlink.at<br />

www.airlink.at<br />

OOAvag Air<br />

Innsbrucker Bundesstr. 111,<br />

5020 Salzburg<br />

Tel.: +43 662 852084<br />

E-Mail: office@avagair.at<br />

www.avagair.at<br />

OOBairline<br />

Innsbrucker Bundesstr. 95,<br />

5020 Salzburg<br />

Tel.: +43 662 878335 70<br />

E-Mail: info@bairline.at<br />

www.bairline.at<br />

OOHTM Niederlassung<br />

Österreich<br />

Kröbenfeldstraße 12g,<br />

5020 Salzburg<br />

Tel.: +43 662 829296<br />

E-Mail: ioffice-salzburg@helitravel.at<br />

www.helitravel.at<br />

OOSalzburg Jet Aviation<br />

Innsbrucker Bundesstr. 95,<br />

5020 Salzburg<br />

Tel.: +43 662 85809090<br />

E-Mail: office@sja.at<br />

www.salzburgjetaviation.com<br />

OOVista Jet<br />

Sterneckstr. 35, 5020 Salzburg<br />

Tel.: +43 662 640200-0<br />

E-Mail: office@vistajet.com<br />

www.vistajet.com<br />

OOHeli Austria<br />

Heliport, 5600 St. Johann<br />

Tel.: +43 6462 4200<br />

E-Mail: fly@heli-austria.at<br />

www.heli-austria.at<br />

PLZ 6<br />

OOABC Bedarfsflug<br />

Fürstenweg 176, 6020 Innsbruck<br />

Tel.: +43 512 263040<br />

E-Mail: info@flytyrol.com<br />

www.flytyrol.com<br />

OOWelcome Air<br />

Fürstenweg 180, 6020 Innsbruck<br />

Tel.: +43 512 295296<br />

E-Mail: info@welcomeair.com<br />

www.welcomeair.com<br />

OOTyrol Air Ambulance<br />

Fürstenweg 180, 6026 Innsbruck<br />

Tel.: +43 512 22422<br />

E-Mail: taa@taa.at<br />

www.taa.at<br />

OOTyrolean Jet Service<br />

Fürstenweg 180, 6026 Innsbruck<br />

Tel.: +43 512 22577<br />

E-Mail: tjs@tjs.at<br />

www.tjs.at<br />

OORedair Luftfahrt<br />

Brunnholzstr. 12 a, 6068 Mils<br />

Tel.: +43 5223 52200<br />

E-Mail: info@redair.eu<br />

www.redair.eu<br />

OOWucher Helicopter<br />

Hans-Wucher-Platz 1,<br />

6713 Ludesch<br />

Tel.: +43 5550 38800<br />

E-Mail: helicopter@wucher.at<br />

www.wucher.at<br />

OOSchenk Air<br />

Montafonerstr. 29, 6780 Schruns<br />

Tel.: +43 5522 7<strong>10</strong>03<br />

E-Mail: office@schenkair.at<br />

www.schenkair.com<br />

OOSmartline Luftfahrt<br />

St.-Gebhard-Str. 5a, 6900 Bregenz<br />

Tel.: +43 664 88786223<br />

E-Mail: wolfgang.folie@smartline.aero<br />

www.smartline.aero<br />

OOSkytaxi Luftfahrt<br />

Bahnhofstr. <strong>10</strong>, 6900 Bregenz<br />

Tel.: +43 5574 20722<br />

E-Mail: office@skytaxi.at<br />

www.skytaxi.at<br />

PLZ 8<br />

OOMaliAir Luftverkehr<br />

Reitbach 22, 8763 Möderbrugg<br />

Tel.: +43 664 2065040<br />

E-Mail: info@maliair.com<br />

www.maliair.com<br />

PLZ 9<br />

OOEurop Star Aircraft<br />

Flughafenstr. 60-64,<br />

9020 Klagenfurt<br />

Tel.: +43 463 420268<br />

E-Mail: office@europ-star.com<br />

www.europ-star.com<br />

OOGoldeck Flug<br />

Flughafenstr. 60, 9020 Klagenfurt<br />

Tel.: +43 463 45975<br />

E-Mail: office@goldeckflug.at<br />

www.goldeckflug.at<br />

Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 29


[ BUSINESS AVIATION SPECIAL ]<br />

PLZ 1<br />

Schweiz<br />

OODasnair<br />

Cargo Building 1, P.O. Box <strong>10</strong>23,<br />

1211 Genf<br />

Tel.: +41 22 7178200<br />

E-Mail: contact@dasnair.ch<br />

www.dasnair.ch<br />

OOGAMA Aviation<br />

Chemin des Papillons 18,<br />

1215 Genf Aéroport<br />

Tel.: +41 22 7614443<br />

E-Mail: marketing@gamaaviation.com<br />

www.gamaaviation.com<br />

OOGlobal Jet Concept<br />

Chemin des Papillons 4,<br />

1216 Genf<br />

Tel.: +41 22 9393020<br />

E-Mail: gjc@globaljetconcept.com<br />

www.globaljetconcept.com<br />

OOHeli-Lausanne<br />

Avenue du Grey 119,<br />

<strong>10</strong>18 Lausanne<br />

Tel.: +41 21 6363535<br />

E-Mail: info@heli-lausanne.ch<br />

www.heli-lausanne.ch<br />

OOSwift Copters<br />

Aéroport 15, Case postale 168,<br />

1215 Genf<br />

Tel.: +41 22 7178383<br />

E-Mail: info@swiftcopters.ch<br />

www.swiftcopters.net<br />

OOAir Glaciers<br />

Case postale 27, 1950 Sion<br />

Tel.: +41 27 3291415<br />

E-Mail: info@air-glaciers.ch<br />

www.air-glaciers.ch<br />

OOHéli-Alpes<br />

Route de l’Aéroport, 1950 Sion<br />

Tel.: +41 27 4524000<br />

E-Mail: info@helialps.ch<br />

www.helialps.ch<br />

OOPrivatAir<br />

Chemin des Papillons 18, Case<br />

IMPRESSUM<br />

postale 572, 1215 Genf 15 Aéroport<br />

Tel.: +41 22 9296700<br />

E-Mail: info@privatair.com<br />

www.privatair.com<br />

OOTAG Aviation<br />

Case postale 36, 1215 Genf<br />

Tel.: +41 22 7170000<br />

E-Mail: info@tagaviation.com<br />

www.tagaviation.com<br />

OOAlbinati Aeronautics<br />

Chemin de Riantbosson <strong>10</strong>,<br />

1217 Meyrin<br />

Tel.: +41 22 306<strong>10</strong>60<br />

E-Mail: info@albinati.aero<br />

www.albinati.aero<br />

OOAir-Glacier<br />

Route de l’Aéroport 60, Case<br />

postale 27, 1950 Sion<br />

Tel.: +41 27 3291415<br />

E-Mail: info@air-glacier.ch<br />

www.air-glacier.ch<br />

PLZ 3<br />

OOMountain Flyers 80<br />

Flugplatz, Hangar 7, 3123 Belp<br />

Tel.: +41 31 8196030<br />

E-Mail: info@mountainflyers.ch<br />

www.mountainflyers.ch<br />

OOSkyWork Airlines<br />

Aemmenmattstr. 43, 3123 Belp<br />

Tel.: +41 31 8<strong>10</strong>1818<br />

E-Mail: service@flyskywork.com<br />

www.flyskywork.com<br />

OOAir Zermatt<br />

Heliport Zermatt<br />

3920 Zermatt<br />

Tel.: +41 27 9668686<br />

E-Mail: zermatt@air-zermatt.ch<br />

www.air-zermatt.ch<br />

PLZ 4<br />

ASL Airlines<br />

Baslerstrasse <strong>10</strong>1, 4123 Allschwil<br />

Tel.: +41 61 5603333<br />

E-Mail: commercialch@aslairlines.com<br />

www.aslaviationgroup.com<br />

Das Business Aviation Special ist eine Sonderpublikation von <strong>aerokurier</strong> und FLUG REVUE. Es<br />

liegt der <strong>aerokurier</strong>-Gesamtauflage <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> sowie der Abo-Auflage der FLUG REVUE 11/<strong>2016</strong> bei.<br />

REDAKTION: Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart, Telefon: +49 (0)711 182-2800, Fax: +49 (0)711 182-1781,<br />

E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de, Internet: www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Herausgeber: Michael Pfeiffer Redaktionsleitung (verantw. i. S. d. Presserechts): Lars Reinhold<br />

Stellv. Chefredakteur: Gerhard Marzinzik Redaktion: Maximilian Kühnl, Oliver Schenk (Praktikant)<br />

Produktionsleitung: Marion Hyna Schlussredaktion: Jutta Clever Grafische Konzeption: Harald<br />

Hornig Grafik und Layout: MOTORRAD-Grafik, Tobias Rall, Katrin Sdun Repro: MOTORRAD-<br />

Medienproduktion, Stefan Widmann (Ltg.), Catherine Pröschild (i.V.), Iris Heer, Sabine Heilig-<br />

Schweikert Herstellung: Rainer Jüttner<br />

VERLAG: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG Leitung Geschäftsbereich Luft- und Raumfahrt:<br />

Peter-Paul Pietsch Stellvertretende Verlagsleitung: Eva-Maria Gerst Brandmanagement:<br />

Natalie Lehn<br />

ANZEIGEN: Anzeigenleitung: Reinhard Wittstamm Verantwortlich für den Anzeigenteil: Julia<br />

Ruprecht<br />

DRUCK: Neef + Stumme GmbH & Co. KG, 29378 Wittingen<br />

Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der fotomechanischen, elektronischen<br />

oder digitalen Wiedergabe von Teilen dieser Publikation oder im Ganzen, sind vorbehalten.<br />

OOHelitrans AG<br />

Postfach, 4030 Basel<br />

Tel.: +41 61 3253933<br />

E-Mail: info@helitrans.ch<br />

www.helitrans.ch<br />

PLZ 5<br />

OOFlugschule Eichenberger<br />

Flugplatz, 5632 Buttwil<br />

Tel.: +41 56 6755050<br />

E-Mail: info@flugschule-eichenberger.ch<br />

www.flugschule-eichenberger.ch<br />

OORose Helicopter<br />

Bändlistrasse 6, 5043 Holziken<br />

Tel.: +41 62 7214444<br />

E-Mail: info@roseheli.ch<br />

www.roseheli.ch<br />

PLZ 6<br />

OOAirport Helicopter AHB<br />

Moos 3, 6025 Neudorf<br />

Tel.: +41 41 9300140<br />

E-Mail: bero@airportheli.ch<br />

www.airportheli.ch<br />

OOCHS Central Helicopter<br />

Services<br />

Sentibühlstr. 63, 6045 Meggen<br />

Tel.: +41 41 3780051<br />

E-Mail: mail@centralheli.ch<br />

www.centralheli.ch<br />

OOAlpinlift Helikopter<br />

Baumgarten 3, 6374 Buochs<br />

Tel.: +41 41 6204949<br />

E-Mail: info@alpinlift.ch<br />

www.alpinlift.ch<br />

OOHeliswiss International<br />

Heliport Haltikon,<br />

6403 Küssnacht am Rigi<br />

Tel.: +41 41 8543223<br />

E-Mail: info@heliswiss.com<br />

www.heliswissinternational.com<br />

OOHeli-TV<br />

Centro Aeronautico, 6527 Lodrino<br />

Tel.: +41 91 8734040<br />

E-Mail: info@heli-tv.ch<br />

www.heli-tv.ch<br />

OOKaren<br />

Aeroporto Cantonale di Locarno,<br />

6596 Gordola<br />

Tel.: +41 91 7450918<br />

E-Mail: info@karen-sa.com<br />

www.karen-sa.com<br />

OOHeli Rezia<br />

c.p. 144, 6533 Lumino<br />

Tel.: +41 91 8736666<br />

E-Mail: info@helirezia.ch<br />

www.helirezia.ch<br />

OOTarmac Aviation<br />

Via Aeroporto, 6982 Agno<br />

Tel: +41 91 6053077<br />

E-Mail: info@tarmac-aviation.ch<br />

www.tarmac-aviation.ch<br />

PLZ 7<br />

OOSwiss Helicopter<br />

Hartbertstrasse 11, 7000 Chur<br />

Tel.: +41 81 2526344<br />

E-Mail: chur@swisshelicopter.ch<br />

www.swisshelicopter.ch<br />

OOHeli Bernina<br />

Engadin Airport, 7503 Samedan<br />

Tel.: +41 81 8511818<br />

E-Mail: info@helibernina.ch<br />

www.helibernina.ch<br />

PLZ 8<br />

OOCat Aviation<br />

Postfach 2223, 8060 Zürich<br />

Tel.: +41 44 8140066<br />

E-Mail: info@cat-aviation.com<br />

www.cat-aviation.com<br />

OOExecuJet Europe<br />

Bimenzaeltenstr. 75, 8058 Zürich<br />

Tel.: +41 44 8041616<br />

E-Mail: enquiries@execujet.eu<br />

www.execujet.com<br />

OOHelvetic Airways<br />

Postfach 250, 8058 Zürich<br />

Tel.: +41 44 2708500<br />

www.helvetic.com<br />

OOLions Air<br />

P. O. Box 223, 8058 Zürich<br />

Tel.: +41 44 8288888<br />

E-Mail: info@lionsairgroup.ch<br />

www.lionsairgroup.com<br />

OOPremium Jet<br />

Hagenholzstr. 83b, P. O. Box 6442,<br />

8050 Zürich<br />

Tel.: +41 44 3075060<br />

E-Mail: charter@premiumjet.eu<br />

www.premiumjet.eu<br />

OOSwiss-Jet<br />

Postfach 303, 8058 Zürich<br />

Tel.: +41 44 8169000<br />

E-Mail: operation@swiss-jet.ch<br />

www.swiss-jet.ch<br />

OOskymedia<br />

Postfach 233, 8058 Zürich<br />

Tel.: +41 44/8288888<br />

E-Mail: info@skymedia.ch<br />

www.skymedia.ch<br />

OODC Aviation<br />

Switzerland<br />

Flughofstr. 54, 8152 Glattbrugg<br />

Tel.: +41 44 5554420<br />

E-Mail: sales@dc-aviation.ch<br />

www.dc-aviation.ch<br />

OOZimex Aviation<br />

Cherstr. 4, Postfach<br />

8152 Glattbrugg<br />

Tel.: +41 44 8155353<br />

E-Mail: welcome@zimex.com<br />

www.zimex.com<br />

PLZ 9<br />

OOAltenrhein Luftfahrt<br />

„People‘s Viennaline“<br />

Flughafenstrasse 11,<br />

9423 Altenrhein<br />

Tel.: +41 71 8585160<br />

E-Mail: info@peoples.at<br />

www.peoples.at<br />

30 Business Aviation Special <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Piloten landen hier<br />

Ein Jahr <strong>aerokurier</strong><br />

lesen oder verschenken<br />

und Gratis-Extra sichern!<br />

gratis<br />

zur Wahl<br />

2. FRIEBE Gutschein, Wert: 35 €<br />

Bei friebe.aero finden Piloten eine riesige<br />

Auswahl an Fliegerbedarf. Der Gutschein<br />

ist in Deutschland und Österreich<br />

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1. DESIGN 4 PILOTS Portemonnaie-Set<br />

3 elegante Begleiter: eine Leder-Geldbörse<br />

(ca. <strong>10</strong> x 8,5 cm) mit Fächern für Kreditkarten,<br />

Scheine und Kleingeld, eine Leder-Schlüsseltasche<br />

(ca. <strong>10</strong> x 6 cm ) für 6 Schlüssel sowie<br />

ein Kugelschreiber mit Lederummantelung.<br />

Design: schwarz mit silbernen Nähten und<br />

Metallschwinge, inkl. Geschenkbox.<br />

3. OPINEL Messer No. 09 DIY<br />

Dieses vielseitige Multifunktionsmesser mit<br />

robustem, glasfaserverstärktem Polyamid-Griff<br />

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Alltag. Klappmesser, Schraubendreher, Abisolierer,<br />

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Schrauberbits. Heftlänge ca. 12 cm,<br />

Klinge ca. 8 cm, Gewicht ca. 60 g.<br />

Ihre Vorteile im Abo: • jede Ausgabe pünktlich frei Haus • Online-Kundenservice<br />

• 2 GRATIS-Ausgaben zusätzlich bei Bankeinzug* • exklusiv für Abonnenten: aktuelle Informationen des DAeC<br />

Heftabo einfach digital erweitern: www.<strong>aerokurier</strong>.de/upgrade<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

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99<br />

nur ct<br />

pro Ausgabe zusätzlich<br />

Coupon einsenden an:<br />

<strong>aerokurier</strong> Aboservice<br />

70138 Stuttgart<br />

DIREKTBESTELLUNG:<br />

<strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />

Tel. +49 (0)711 3206-8899<br />

Fax +49 (0)711 182-2550<br />

Bitte Bestell-Nr. angeben<br />

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart.<br />

Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer:<br />

Dr. Volker Breid, Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung, Betreuung<br />

und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH,<br />

Nils Oberschelp (Vorsitz), Christina Dohmann, Dr. Michael Rathje,<br />

Am Sandtorkai 74, 20457 Hamburg,<br />

als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.<br />

Diese und viele weitere<br />

attraktive Aboangebote:<br />

Ja, ich möchte <strong>aerokurier</strong> frei Haus<br />

selbst lesen. Best.-Nr. 1548665 verschenken. Best.-Nr. 1548666<br />

Ich bestelle das Jahresabo (12 Ausgaben) für zzt. nur 66,– € (A: 72,90 €; CH: 115.00 SFr.;<br />

weitere Auslandspreise auf Anfrage) inkl. MwSt. und Versand. Das Gratis-Extra meiner<br />

Wahl erhalte ich nach Zahlungseingang und solange der Vorrat reicht, Ersatzlieferungen<br />

sind vorbehalten. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann ich jederzeit kündigen,<br />

Geschenkabos enden automatisch.<br />

Meine persönlichen Angaben: (bitte unbedingt ausfüllen)<br />

Name, Vorname<br />

Straße, Nr.<br />

PLZ<br />

Telefon<br />

Wohnort<br />

E-Mail<br />

Geburtsdatum<br />

Ja, ich möchte auch von weiteren Inhalten, Vorabnachrichten, Themen und Vorteilen profitieren.<br />

Deshalb bin ich damit einverstanden, dass mich Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG und ihr zur<br />

Verlagsgruppe gehörendes Unternehmen, Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG Verlagsgesellschaft<br />

mit ihren Titeln künftig auch per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informieren.<br />

Dieses Einverständnis kann ich jederzeit per E-Mail an widerruf@dpv.de widerrufen.<br />

Ich bezahle per Bankeinzug und erhalte 2 GRATIS-Ausgaben* zusätzlich:<br />

(*die Gratis-Ausgaben bei Bankeinzug gibt es nur beim Abo zum Selbstlesen dazu)<br />

IBAN<br />

BIC<br />

Geldinstitut<br />

SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Am Sandtorkai 74,<br />

20457 Hamburg, Gläubiger-Identifikationsnummer DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen<br />

von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die<br />

von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.<br />

Die Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen,<br />

beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten<br />

dabei die mit meinem Kredit institut vereinbarten Bedingungen. Ich bezahle per Rechnung.<br />

Ich verschenke <strong>aerokurier</strong> an: (nur bei Geschenkabo ausfüllen)<br />

Name, Vorname<br />

Straße, Nr.<br />

Geburtsdatum<br />

Die Belieferung soll frühestens beginnen am: (optional)<br />

Als Extra wähle ich: (bitte nur ein Kreuz machen)<br />

1. DESIGN 4 PILOTS Portemonnaie-Set 3. OPINEL Messer No. 09 DIY<br />

2. FRIEBE Gutschein, Wert: 35 €<br />

Widerrufsrecht: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.<br />

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Aus gabe erhalten, nicht jedoch vor<br />

Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anfor derungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur<br />

Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses,<br />

die Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a<br />

EGBGB nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: <strong>aerokurier</strong> Aboservice, Postfach, 70138 Stuttgart,<br />

Telefon: + 49 (0)711 3206-8899, Telefax: +49 (0)711 182-2550, E-Mail: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />

Datum<br />

Unterschrift<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de/abo<br />

PLZ<br />

Wohnort


THE GLOBAL SHOW<br />

FOR GENERAL AVIATION<br />

Friedrichshafen | Germany | April 05 – 08, 2017<br />

www.aero-expo.com<br />

EDNY: N 47 40.3 E 009 30.7<br />

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[ PRAXIS Oktober <strong>2016</strong> ]<br />

Fotos: Frank Dörner, Lars Reinhold<br />

Passagierflüge mit Motor- und Segelflugzeugen<br />

Wer darf fliegen?<br />

Welche Lizenz braucht man<br />

für Passagierflüge mit Segelund<br />

Motorflugzeugen?<br />

Anwalt Frank Dörner erklärt<br />

die Rechtslage.<br />

Gastflüge sind eine perfekte Möglichkeit,<br />

Interessierten die Faszination des Fliegens<br />

nahezubringen. Viele Vereine sind<br />

jedoch verunsichert, unter welchen Voraussetzungen<br />

sie durchgeführt werden dürfen.<br />

In Süddeutschland wurden im vergangenen<br />

Jahr sogar Passagierflüge auf Segelflugzeugen<br />

untersagt, weil die Vereinspiloten keinen COM-<br />

OPS-Eintrag in ihrer Lizenz hatten.<br />

Als Pendant zum CPL für den Motorflug verlangt<br />

die VO(EU) 1178/2011 in FCL.205.S SPL,<br />

dass Flüge mit Segelflugzeugen nur ohne<br />

Vergütung im nichtgewerblichen Betrieb<br />

durchgeführt werden dürfen, solange der Pilot<br />

nicht das Alter von 18 Jahren erreicht, nach<br />

Lizenzerteilung 75 Stunden Flugzeit oder 200<br />

Starts als PIC auf Segelflugzeugen oder Motorseglern<br />

und eine Befähigungsüberprüfung<br />

absolviert hat. Dann erhalten sie einen Eintrag<br />

in ihre Lizenz zur Durchführung kommerzieller<br />

Flüge (COM-OPS). Heißt: nur der CPL-<br />

Pilot im Motorflug oder der COM-OPS-lizenzierte<br />

Segelflieger darf Geld mit dem Fliegen<br />

verdienen (Ausnahme: Fluglehrer und Prüfer).<br />

An den typischen Gastflügen eines gemeinnützigen<br />

Luftsportvereins verdient der Pilot<br />

jedoch kein Geld. In der Lizenzverordnung<br />

VO(EU) 1178/2011, Art. 3 wird ausdrücklich<br />

darauf hingewiesen, dass die 2014 in die OPS-<br />

Verordnung VO(EG) 965/2012 aufgenommene<br />

Ausnahmeregelung auch für die lizenzrechtliche<br />

Frage gilt: Inhaber von FCL-Pilotenlizenzen<br />

dürfen, soweit die lizenzrechtlichen<br />

Voraussetzungen für Passagierflüge erfüllt<br />

sind, die in Artikel 6 Absatz 4 Buchstabe a<br />

der Verordnung (EG) Nr. 965/2012 genannten<br />

Flüge durchführen. Artikel 6 VO(EG) 965/2012<br />

„Ausnahmen“ (4a) besagt: Abweichend von<br />

Artikel 5 Absätze 1 und 6 darf folgender Flugbetrieb<br />

mit anderen als technisch komplizierten<br />

motorgetriebenen Flugzeugen und Hubschraubern,<br />

Ballonen und Segelflugzeugen<br />

gemäß Anhang VII durchgeführt werden:<br />

a) Flüge auf Kostenteilungsbasis, bei denen<br />

die direkten Kosten von allen Insassen des<br />

Luftfahrzeugs einschließlich Pilot geteilt werden<br />

und die Anzahl dieser Personen auf sechs<br />

begrenzt ist; b) Wettbewerbsflüge oder Schauflüge<br />

unter der Bedingung, dass das Entgelt<br />

oder geldwerte Gegenleistungen für solche<br />

Flüge beschränkt sind auf die Deckung der<br />

direkten Kosten und einen angemessenen<br />

Beitrag zu den jährlichen Kosten sowie von<br />

Preisen, deren Wert den von der zuständigen<br />

Behörde festgelegten nicht übersteigen darf;<br />

c) Einführungsflüge, Flüge zum Zwecke des<br />

Absetzens von Fallschirmspringern, Flüge<br />

zum Schleppen von Segelflugzeugen oder<br />

Kunstflüge, die entweder von einer Ausbildungsorganisation<br />

mit Hauptgeschäftssitz in<br />

einem Mitgliedstaat und mit einer gemäß der<br />

Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 erteilten Genehmigung<br />

durchgeführt werden oder die von<br />

einer mit dem Ziel der Förderung des Flugsports<br />

oder der Freizeitluftfahrt errichteten Organisation<br />

durchgeführt werden, unter der Bedingung,<br />

dass das Luftfahrzeug von der Organisation<br />

auf der Grundlage von Eigentumsrechten<br />

oder einer Anmietung ohne Besatzung<br />

(Dry Lease) betrieben wird, der Flug keinen<br />

außerhalb der Organisation verteilten Gewinn<br />

erwirtschaftet und solche Flüge bei Beteiligung<br />

von Nichtmitgliedern der Organisation nur<br />

eine unbedeutende Tätigkeit der Organisation<br />

darstellen.<br />

So lange ein Tag der offenen Tür nicht zum<br />

gewerbsmäßigen Rundflugtag mutiert, an dem<br />

auch noch Piloten Geld verdienen (Vorsicht:<br />

auch der geldwerte Vorteil beispielsweise in<br />

der Anrechnung von Arbeitsstunden könnte<br />

Anlass zu Rückfragen bieten!), können Flüge<br />

auf Motormaschinen von PPL-Piloten und auf<br />

Segelflugzeugen ohne COM-OPS-Eintrag<br />

durchgeführt werden. Das gilt auch für LAPL-<br />

Inhaber. Es ist natürlich sinnvoll, erfahrene<br />

Piloten mit viel Flugpraxis einzusetzen. Auch<br />

die 90-Tage-Regel ist unbedingt zu beachten!<br />

Verwiesen sei zudem auf den Leitfaden „Fliegen<br />

gegen Entgelt“. Weiterhin empfehle ich,<br />

die Genehmigungsbehörde vor einer Veranstaltung<br />

über die beabsichtigten Flüge und<br />

die Piloten zu informieren, um die rechtlichen<br />

Grundlagen für die „Einführungsflüge gegen<br />

Entgelt eines Piloten ohne CPL/COM-OPS<br />

innerhalb einer Organisation mit dem Ziel der<br />

Förderung des Flugsports oder der Freizeitluftfahrt“<br />

zu diskutieren.<br />

[ Autor Frank Dörner ...<br />

ist Rechtsanwalt, Fluglehrer<br />

und Luftfahrtsachverständiger.<br />

Seine<br />

Kanzlei air-law.de hat<br />

ihren Schwerpunkt im<br />

Luftverkehrsrecht.<br />

Privat startet Frank<br />

Dörner regelmäßig von den Flugplätzen in<br />

Ohlstadt und Tannheim.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 71


[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />

Gebirgsflugtraining<br />

ALPEN<br />

AUTORIN: Andrea Abt<br />

72 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


ZAUBER<br />

Streckenfliegen in den französischen<br />

Alpen – das ist für viele eine Herausforderung,<br />

der sie sich nur zögerlich annähern. Aber<br />

es gibt ja Alpenflug-Trainingskurse für jeden<br />

Aus bildungsstand. Andrea Abt hat im Juli das<br />

Angebot in Fayence ausprobiert.<br />

Foto: Holger Weitzel<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 73


[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />

[ 1 ]<br />

Die hoch reichende gute<br />

Luftmasse in den Alpen<br />

ermöglicht den Blick auf<br />

Wolken über der Poebene.<br />

Begehrt sind die Trainingslager<br />

„Grands Vols“ („Große<br />

Flüge“) im südfranzösischen<br />

Fayence mit Baptiste<br />

Innocent. Seit sich herumgesprochen<br />

hat, dass die Flüge selten vor der<br />

600-km-Marke enden, sind die Tage<br />

mit ihm meistens schnell ausgebucht.<br />

Baptiste, der als Linienpilot in der Air-<br />

France-Gruppe immer mal wieder<br />

mehrere Tage hintereinander frei hat,<br />

sagt seine Zeiten mit rund vier Wochen<br />

Vorlauf an, und wer sich zuerst<br />

meldet, ist in der Regel mit dabei.<br />

Schon im April hatte ich mir vorgenommen,<br />

Fayence einmal aus der<br />

Sicht von Baptiste kennenzulernen,<br />

fallen seine Flüge über 600, 700, 800<br />

und bis über <strong>10</strong>00 Kilometer doch aus<br />

dem Rahmen, den man generell für<br />

DAS LOCKT: IM LEHRGANG<br />

„GRANDS VOLS“ MAL AN<br />

DER <strong>10</strong>00-KM-MARKE KRATZEN<br />

Fayence steckt. Auch Piloten wie Jean<br />

Pierre Laget, Pierre-Marie d’Auvergne,<br />

Pierre Crozatier, Chefpilot Régis Kuntz<br />

oder die Pilotin Laurence Viard zeigen,<br />

was von Fayence aus möglich ist, aber<br />

Baptistes Flüge sind länger, führen<br />

weiter und sind oft ambitionierter.<br />

Der 30-Jährige ist ein Ziehkind von<br />

Fayence und als Mitglied der franzö-<br />

sischen Junioren-Segelflug-Nationalmannschaft<br />

oft im Trainingslager in<br />

St. Auban geflogen. Er kennt das<br />

Gebiet wie seine Westentasche.<br />

Mitte Juni schickte Régis den Termin,<br />

und glücklicherweise passte er<br />

auch in meinen Kalender: Fünf Tage<br />

„Grands Vols“ – ich war wirklich<br />

gespannt. Nun, zunächst erwartete<br />

mich ganz entgegen der Wettervorhersage<br />

eine Abschirmung. Den ersten<br />

Tag haben wir schnell neutralisiert.<br />

Und dann: drei tolle Tage – es ging<br />

Schlag auf Schlag. „Heute fliegen wir<br />

in die Schweiz“, sagt Baptiste am<br />

Morgen des ersten Tages, als wir um<br />

8:30 Uhr die ASH 25 aus dem Hangar<br />

räumen, „und wir sind um <strong>10</strong>:15 Uhr<br />

abflugbereit.“ Schon oft hatte ich die<br />

F-CHAP um diese Zeit oder auch früher<br />

starten sehen und mich so manches<br />

Mal gefragt, was sie eigentlich<br />

vorhat. Nun, jetzt konnte ich es erleben.<br />

Abflug <strong>10</strong>:15 Uhr, die Pawnee<br />

schleppt uns an den Col de Valferrière,<br />

direkt vor der Barre de Seranon.<br />

Unter Cumulusfetzen steigen wir auf<br />

knapp 1800 Meter, und auf geht’s<br />

nach Norden.<br />

Richtung Barcelonnette stehen<br />

schon Wolken, davor ist es blau. Doch<br />

die Barre de la Foux trägt gut, wir<br />

können direkt Richtung Cordeuil fliegen<br />

und vom Val d’Allos aus weit<br />

östlich in Richtung Bardoneccia. „Alle<br />

fliegen im Tal von Saint-Crépin“,<br />

sagt Baptiste, „doch das ist oft gar<br />

nicht so gut.“ Und tatsächlich: Die<br />

meisten Flüge an diesem Tag gehen<br />

über Saint-Crépin nicht hinaus. Für<br />

mich sehen die Wolken auf Kurs tief<br />

und damit nicht gerade einladend<br />

aus, doch Baptiste meint nur: „Wir<br />

werden sehen, es wird sicher gut!“<br />

Diese Worte sollte ich noch oft hören:<br />

Baptiste, der Optimist bis in die Haarspitzen,<br />

geht an alles mit der Einstellung:<br />

Lass es uns probieren, und dann<br />

sehen wir weiter!<br />

Ruckzuck queren wir das Aostatal<br />

und fliegen am Matterhorn vorbei<br />

Richtung Brig: Höher als 3500 Meter<br />

tragen die Wolken nicht, viel niedriger<br />

ginge es auch nicht. Baptiste warnt<br />

mich vor: „Das wird jetzt ein langer<br />

Ritt bis Brig.“ Wir fliegen über Müns-<br />

74 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 1 ] Am ersten Tag gleich mal bis unter den Furkapass.<br />

Bei 3500 Meter Basis im Wallis muss dann aber der<br />

Weg zurück nach Süden erkämpft werden. [ 2 ] Tag<br />

zwei: Wenn es im Gebirge gewittert, wird eben außen<br />

herum geflogen. [ 3 ] Tag drei: Schauen, was möglich ist.<br />

Ins niedrigere Relief im Südwesten kann immer abge -<br />

glitten werden. [ 4 ] Abendstimmung. Meist ist die Basis<br />

so hoch, dass weite Endanflüge nach Fayence möglich<br />

sind. [ 5 ] In Tuchfühlung mit dem Aletschgletscher.<br />

Wer es von der Côte d‘Azur bis hierher geschafft hat,<br />

hinter dem liegt eine Reihe hoher Pässe.<br />

[ 2 ] [ 3 ]<br />

[ 4 ]<br />

[ 5 ]<br />

Fotos: Andrea Abt<br />

ter hinweg auf eine Wolkenstraße zu,<br />

die bis 3<strong>10</strong>0 Meter trägt; wir passieren<br />

bei grandioser Sicht den Aletschgletscher<br />

und wollen eigentlich bis<br />

zum Furkapass, der liegt jedoch in<br />

einer sichtbar schlechteren Luftmasse.<br />

Wir kehren also um und machen<br />

uns auf den Heimweg. „Wir liegen<br />

gut in der Zeit“, meint Baptiste. Doch<br />

dann brauchen wir gefühlte Ewigkeiten,<br />

um wieder die Höhe für den<br />

Rückflug zu bekommen.<br />

In solchen Momenten zeigt Baptiste<br />

sein wahres Können: Unermüdlich<br />

gräbt er uns aus noch so aussichtslosen<br />

Tiefen heraus. Ich hatte<br />

mich bereits geistig auf eine Übernachtung<br />

in der Schweiz eingerichtet.<br />

So ganz konsequent war ich da nicht:<br />

Während der unerschütterliche Optimist<br />

Baptiste im Gepäck selbst eine<br />

Zahnbürste mitführte, hatte ich mich<br />

nur mit dem Notwendigsten, also<br />

etwas Bargeld, Papieren und Kreditkarte<br />

munitioniert.<br />

Wir fliegen westlich des Matterhorns<br />

zurück und erreichen vor der<br />

Querung des Aostatals mit 3700 Metern<br />

die größte Höhe des Tages. Über<br />

den Lac de Serre-Ponçon sollte es zum<br />

Lac de Sainte-Croix gehen, zurück<br />

zum Caduc und nach Bagnols-en-Forêt.<br />

Zwischendurch am Grand Morgon<br />

von 1750 auf 2300 Meter gestiegen,<br />

die Coupe unterhalb der Hangkante<br />

geschrubbt und den letzten Bart zum<br />

Heimflug mit knapp 2 m/s um 19:30<br />

Uhr mitgenommen. Nach neuneinhalb<br />

Stunden waren es dann angemeldete<br />

850 Kilometer. Was für ein Flug!<br />

Am nächsten Morgen, wieder um<br />

8:30 Uhr, steht quietschfidel der<br />

30-Jährige vor mir, während ich, fast<br />

doppelt so alt und heute gefühlt noch<br />

viel älter, leichte Abnutzungserscheinungen<br />

zeige. „Heute fliegen wir zum<br />

Mont Blanc!“, verkündet Baptiste mit<br />

strahlenden Augen. Für die Berge<br />

sind Gewitter vorhergesagt. Abflugbereit,<br />

wie gehabt, um <strong>10</strong>:15 Uhr, in<br />

die Luft kommen wir um <strong>10</strong>:45 Uhr.<br />

Ausgeklinkt am Valferrière. Die Barre<br />

de Séranon trägt uns im zweiten<br />

Anlauf auf 1700 Meter, wir arbeiten<br />

uns in Richtung Barre de la Foux voran,<br />

die Thermik ist durch Wolken<br />

gezeichnet. Über 2200 bis 2500 Meter<br />

geht es nicht. „C’est bon“, sagt Baptiste.<br />

Ganz so „bon“ hätte ich das<br />

allein nun nicht gefunden, aber ich<br />

Vor dem Frühstart in<br />

Fayence: Andrea Abt und<br />

Baptiste Innocent in der<br />

ASH 25 der Schule.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 75


[ SEGELFLIEGEN Streckenflug ]<br />

[ 1 ]<br />

bin in dieses Abenteuer mit einer<br />

guten Portion Gottvertrauen gestartet:<br />

Bisher hat sich Baptiste nicht<br />

umgebracht, warum soll er es jetzt<br />

ausgerechnet mit mir im Flieger tun.<br />

Schließlich sagt selbst Fliegerkollege<br />

Jean-Pierre Laget, dass Baptiste wie<br />

ein Motor sei – und der springt in der<br />

Regel ja auch an.<br />

Also weiter, Richtung Nordwesten.<br />

Die Wolken tragen gut, wir machen<br />

fast keinen Kreis. Schnell sind wir in<br />

Gap, wo wir nicht direkt queren können,<br />

da Fallschirmspringer in der Luft<br />

sind. Ab geht’s – vorbei am Pic de<br />

Bure in Richtung Hauts-Plâteaux du<br />

Vercors, für die mir Baptiste schon<br />

seit einiger Zeit grandiose Bedingungen<br />

vorhersagt. Und sie treten dann<br />

auch ein: Steigwerte von 2 bis 3 m/s<br />

BAPTISTE WARNT MICH VOR:<br />

„DAS WIRD JETZT EIN LANGER<br />

RITT BIS BRIG IM WALLIS.“<br />

integriert und wunderbare Wolkenstraßen,<br />

unter denen wir einfach nur<br />

entlangbrettern.<br />

Schnell sind wir in Grenoble. „Und<br />

jetzt“, sagt Baptiste, „jetzt wird es<br />

schwierig.“ Challes-les-Eaux im Blick,<br />

arbeiten wir uns Richtung Albertville<br />

vor, den Mont Blanc in Wolken<br />

immer vor Augen. Doch es soll heute<br />

nicht sein, wir schaffen einfach keine<br />

vernünftige Höhe für den Weiterflug,<br />

richten uns gar geistig in 1300 Metern<br />

auf eine Landung in Albertville ein<br />

– und beschließen, auch angesichts<br />

des Europameisterschafts-Endspiels,<br />

am Abend den Rückflug anzutreten<br />

– nicht direkt natürlich, sondern über<br />

Saint-Auban bis fast nach Vinon.<br />

Auf dem Weg dorthin muss Baptiste<br />

mir mal eben zeigen, wie gut<br />

die Glandasse bei diesen Verhältnissen<br />

geht. Nachdem wir mit 2800<br />

Metern die größte Höhe dieses Flugs<br />

erreicht haben, fragt er mich, ob er<br />

die Klappen ziehen darf. Fast reflexhaft<br />

murmele ich ein ergebenes Okay,<br />

und schon geht’s abwärts bis auf 1600<br />

Meter, und ich darf die Glandasse<br />

horizontal neben mir genießen. Glücklicherweise<br />

geht es wie der Teufel.<br />

„Ist das nicht ein toller Berg!“,<br />

schwärmt Baptiste, „und das kann<br />

man noch viel tiefer machen!“ Nun<br />

ja, er vielleicht, ich fürs Erste nicht,<br />

denke ich mir, und weiter geht‘s.<br />

Vor Vinon haben wir in 2400 Metern<br />

dann abgedreht nach Osten schon<br />

„local de Fayence“ und damit also<br />

eine sichere Höhe für den Endanflug<br />

südlich des Sperrgebiets Canjuers.<br />

„Local de“ ist ein Konzept, das<br />

jeder, der in den französischen Alpen<br />

fliegt, beherrschen muss. Immer in<br />

sicherer Gleitflughöhe zu einem der<br />

katalogisierten Außenlandefelder zu<br />

sein, ist hier die Conditio sine qua<br />

non und wird von allen Piloten befolgt.<br />

Gleitzahl 25 ist da auch für eine ASH<br />

25 anzunehmen, das haben sie mir<br />

schon vor 25 Jahren in St. Auban<br />

eingebläut, und das hat sich auch<br />

nicht geändert.<br />

Die Felder am Boden zu besichtigen,<br />

hat auch noch niemandem geschadet.<br />

Da sieht man mit eigenen<br />

Augen, dass präzises, sicheres Ziellanden<br />

zu den überlebenswichtigen<br />

Fertigkeiten in dieser Umgebung zählt.<br />

Und das gilt auch für das scheinbar<br />

sympathischere, weil insgesamt weniger<br />

bergige, nichtsdestotrotz aber<br />

genauso unlandbare Gelände südlich<br />

des Canjuers. Fayence bietet übrigens<br />

regelmäßig an schlechten Tagen an,<br />

die Felder in 50 Kilometer Entfernung<br />

zusammen mit Régis Kuntz mit dem<br />

Auto zu besichtigen.<br />

Landung in Fayence nach siebeneinhalb<br />

Stunden um 18:11 Uhr, rechtzeitig<br />

zum Finale. Nach dem Tag<br />

zuvor kommt einem das schon fast<br />

kurz vor, und doch haben wir mit 615<br />

Kilometern doppelt so viele Kilometer<br />

zurückgelegt wie ich bisher alleine.<br />

Dritter Tag: So langsam gewöhnt<br />

man sich daran: 8:30 Uhr Halle öffnen<br />

und <strong>10</strong>:30 Uhr Startbereitschaft. Top-<br />

Meteo verspricht einen Tag wie den<br />

zuvor, immer noch Südsüdwest-Wind<br />

und stabil südlich des Lachens. Für<br />

uns heißt das wie an den vorigen<br />

76 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


[ 1 ] Blick aus der Maurienne auf den Lac du Mont Cenis<br />

mit dem nach Turin hin auslaufenden Susatal. Hier, im<br />

Einflussbereich der Poebene, beginnt die Wolkenbildung<br />

gleich ein Stockwerk tiefer. [ 2 ] Ritt entlang der<br />

Konvergenz. Im Grenzbereich von Frankreich und<br />

Italien stoßen zwei Wetterwelten aneinander. Die gute<br />

Alpenthermik ermöglicht imposante Ausblicke auf die<br />

Wolkenberge der Poebene. [ 3 ] Auch das Plateau de<br />

Valensole spendet reichlich Thermik. Es erleichtert den<br />

Piloten der Segelflugzentren Vinon und Puimoisson<br />

über den Parcours den Einstieg ins Hochgebirge.<br />

Für die Segelflieger von Fayence geht’s von hier zurück.<br />

[ 2 ]<br />

[ 3 ]<br />

Fotos: Holger Weitzel<br />

Tagen: Schlepp an den Col de Valferrière.<br />

„Es wird wie gestern“, sagt<br />

Baptiste, „wir machen das gleiche.“<br />

Doch zunächst ist erst einmal alles<br />

blau. Ausgeklinkt und an die Barre<br />

de Seranon: nichts. Okay, wir sind<br />

1500 Meter hoch und fliegen in Richtung<br />

Barre de la Foux, da geht’s dann<br />

ein bisschen, aber nicht besonders<br />

hoch. Und die Wolke steht leider dahinter,<br />

nicht davor.<br />

„Local de Soleilhas“, sagt Baptiste<br />

zu mir. Ich hatte das Feld zwar im<br />

April besichtigt, hätte dort aber nicht<br />

unbedingt landen wollen, schon gar<br />

nicht mit einer ASH 25.<br />

Selbst Baptiste gibt zu, dass 1800<br />

Meter hier nicht gerade hoch sind.<br />

Und dass „‚Geht nicht‘ gibt’s nicht“<br />

manchmal halt auch nicht funktioniert,<br />

hatte er gerade eine Woche vorher<br />

bei einer Außenlandung ganz in der<br />

Nähe in Entrevaux gesehen.<br />

An diesem Tag aber geht es – zwar<br />

nicht wie vorhergesagt in Richtung<br />

Westen, sondern nach Norden zum<br />

Col d’Allos.<br />

Für mich scheint die Basis rundum<br />

mit 2400 Metern ziemlich niedrig,<br />

doch Baptiste entdeckt immer wieder<br />

irgendeine Wolke mit höherer Basis,<br />

und so fliegen wir von Barcelonnette<br />

aus ganz ungewöhnlich nach Osten<br />

und halten uns nördlich. Es geht durch<br />

wirklich unwirtliche Gegenden. „Hier<br />

gibt es nichts zum Landen“, sagt<br />

Baptiste, „du musst im Gleitbereich<br />

von Barcelonnette bleiben.“ Es geht<br />

aber auf 3400 Meter. Vorsichtig tasten<br />

wir uns in Richtung Monte Viso vor,<br />

immer an der Konvergenz entlang.<br />

Geradeaus vor uns die schönen Cumuli<br />

auf der französischen Seite, rechts<br />

von uns die tiefen Wolken auf der<br />

italienischen. Am Monte Viso geht<br />

es Richtung Norden nicht mehr weiter.<br />

Im großen Bogen über den Pic de<br />

Rochebrune fliegen wir dann nach<br />

Saint-Crépin, wo eine Abschirmung<br />

auf uns zu zieht.<br />

Die Vorhersage war denn doch zu<br />

optimistisch gewesen. Also nach<br />

Saint-Auban und am Montagne de la<br />

Lure etwas gestiegen, dann können<br />

wir im Osten an den Wolken wieder<br />

Höhe machen. Über Seyne folgen wir<br />

schönen Wolken zurück zum Caduc<br />

auf 2600 Meter und damit wieder<br />

Richtung Fayence. Nach Norden hat<br />

die Abschirmung alle Thermikansätze<br />

vernichtet. „Aus dieser Höhe<br />

kommst du normalerweise ohne Kreis<br />

nach Fayence“, meint Baptiste. „Okay“,<br />

sage ich, „dann lass es uns versuchen!“<br />

So langsam hat er mich angesteckt.<br />

Wir fliegen über den Pic de<br />

Chamatte längs der Crête de Crémon,<br />

springen zum Teillon, schleichen an<br />

seiner Ostflanke entlang und folgen<br />

der Barre de la Foux bis zur Mitte,<br />

um dann über die Barre de Séranon<br />

nach Fayence abzugleiten.<br />

DAS SAHNEHÄUBCHEN:<br />

GEBIRGSEINWEISUNG MIT EINEM<br />

MEISTER DES ALPENFLUGS<br />

1850 Kilometer in den Alpen in 23<br />

Stunden mit drei Flügen, die Bilanz<br />

kann sich sehen lassen – insbesondere<br />

angesichts der nicht herausragenden<br />

Wettervorhersage. Alpenfliegen<br />

aus dieser Perspektive gemeinsam<br />

mit einem Meister seines Fachs<br />

– das ist das Sahnehäubchen!<br />

Werde ich in Zukunft auch so fliegen,<br />

allein, ohne Baptiste, dafür mit<br />

einem Klappmotor an Bord? Unwahrscheinlich.<br />

Werde ich anders fliegen<br />

als bisher? Ich denke ja, denn nur,<br />

wenn man seine Komfortzone ausdehnt,<br />

wird man besser. Und je besser<br />

man ist, desto intensiver ist der<br />

Genuss.<br />

ae<br />

Lehrgänge „Grands Vols“<br />

Die „Grands Vols“-Trainingslager finden in Fayence für jeweils rund eine<br />

Woche in den Monaten März bis August statt. Die Anmeldung erfolgt über<br />

Régis Kuntz. Interessenten sollten eine gewisse Flugerfahrung in den<br />

Bergen haben, körperlich fit sein und mit einem Offene-Klasse-Flugzeug<br />

umgehen können. Die ASH 25 kostet mit Lehrer rund 260 Euro am Tag,<br />

dazu kommt der morgendliche Schlepp für 60 bis <strong>10</strong>0 Euro. Es werden<br />

auch andere Lehr gänge im Duo Discus angeboten. Kommunikation in<br />

Englisch sollte kein Problem sein. Weitere Infos zu Tarifen und Zeiten findet<br />

man auf der Website www.aapca.net.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 77


[ SEGELFLIEGEN Wettbewerb ]<br />

Segelflug-Weltmeisterschaften<br />

Jan Rothhardt holt den Titel<br />

Einmal Gold und einmal Silber, das ist die stolze Bilanz des deutschen Teams bei<br />

den Segelflug-Weltmeisterschaften im August in Litauen. Jan Rothhardt setzte sich in<br />

der Clubklasse durch, Felipe Levin wurde Vizeweltmeister in der Standard-Klasse.<br />

Auch in der Teamwertung<br />

fand das gute Abschneiden<br />

seinen Niederschlag. Nach<br />

der gewohnt starken französischen<br />

Equipe nahm Bundestrainer Wolfgang<br />

Beyer in Pociunai den Preis<br />

in der Nationenwertung entgegen.<br />

Mit zu dieser guten Platzierung<br />

beigetragen haben Robert Schröder<br />

in der Standard-Klasse mit<br />

seinem fünften Platz, noch vor dem<br />

bisherigen Weltmeister Bert Schmelzer,<br />

und in der Clubklasse die<br />

Weltmeisterin im Frauensegelflug,<br />

Sabrina Vogt (7.) . Nicht so gut lief<br />

es in der 49 Piloten starken Clubklasse<br />

für Stefan Delfs, er wurde<br />

27. Als 14. von 22 platzierten sich<br />

Serena und Claus Triebel in der<br />

Doppelsitzerklasse.<br />

So stark die Franzosen sich mit<br />

ihren Teams in allen drei Klassen<br />

zeigten, der Titelverteidiger in der<br />

Clubklasse, Eric Bernard, musste<br />

am Ende doch Jan Rothhardt Platz<br />

eins überlassen. Fast wäre es am<br />

Relaxen vor dem Start:<br />

Serena und Claus Triebel<br />

in der Doppelsitzerklasse.<br />

letzten Tag noch schiefgegangen.<br />

Mit einem 23. Platz zeigte Rothhardt<br />

seine schwächste Leistung dieser<br />

WM, auch wenn er damit noch fast<br />

90 Prozent der maximalen Tagespunkte<br />

erreichte. Nur 42 Punkte<br />

hatte Eric Bernard im Finale auf<br />

Jan Rothhardt aufzuholen, es war<br />

also äußerst knapp. Als Jan Rothhardt<br />

an der vorletzten Wende mit<br />

Bernard zusammentraf, wusste er,<br />

dass der Franzose fünf Minuten<br />

nach ihm abgeflogen war. Nachdem<br />

die beiden Piloten dann fast zeitgleich<br />

die Ziellinie überflogen<br />

hatten, begann das bange Warten<br />

aufs Ergebnis. Letztlich hatte es<br />

Bernard nicht geschafft, an Rothhardt<br />

vorbeizuziehen, er hätte an<br />

diesem Tag noch einmal fünf Minuten<br />

schneller sein müssen.<br />

Mit kontinuierlich guten Leistungen<br />

hat Rothhardt die Tabellenspitze<br />

erobert. Hier hat auch<br />

die Vorbereitung mit Hermann<br />

Trimmel Früchte getragen, der die<br />

Piloten des deutschen Teams darauf<br />

eingestimmt hatte, sich vorzunehmen,<br />

möglichst optimal zu<br />

fliegen – ohne Druck auf eine Platzierung.<br />

Jan Rothhardt, bei der<br />

Junioren-Weltmeisterschaft 2005<br />

in Husband Bosworth Vizeweltmeister:<br />

„Es tut nicht gut, sich<br />

selbst mit Platzierungsvorstellungen<br />

unter Druck zu setzen. Besser<br />

ist es, eher unbefangen in die<br />

Rennen zu gehen.“<br />

Verloren im<br />

Frontenfriedhof<br />

Das Konzept hat getragen, auch<br />

für Sabrina Vogt, die schon im<br />

Vorfeld mit Jan Rothhardt einige<br />

Teamflugerfahrung hatte sammeln<br />

können. Im Infoteam war mitunter<br />

die ganze deutsche Mannschaft<br />

unterwegs. Das kleinräumige Wetter<br />

hatte dazu geführt, dass sich<br />

an vielen Tagen die Streckenführungen<br />

überdeckten. Der Sommer<br />

zeigte sich den WM-Piloten von<br />

einer ganz anderen Seite als während<br />

der ersten Weltmeisterschaft<br />

für die 13,5-m-Klasse im vergangenen<br />

Jahr. Während die Minisegler<br />

2015 bei sehr guten, homogenen<br />

Bedingungen mit irren Schnitten<br />

über durchaus große Distanzen<br />

fegten, galt es in diesem Jahr in<br />

einem Frontenfriedhof zu überleben.<br />

Es gab keinen störungsfreien<br />

Tag. Jan Rothhardt: „Feuchte<br />

Luftschichten in der Nähe der vielen<br />

Fronten machten das Leben<br />

schwer. Regelmäßig galt es, abschirmenden<br />

Wolkenfeldern auszuweichen,<br />

ihre Zugrichtung und<br />

Geschwindigkeit zu bewerten und<br />

etwaige Auflösungs- und Verdichtungstendenzen<br />

abzuschätzen.“<br />

Bundestrainer Wolfgang Beyer<br />

unterstützte vom Boden aus und<br />

war dafür auch als Außenposten<br />

bis nach Polen unterwegs. Bezüglich<br />

der besten Abflugstrategien<br />

coachte Holger Back die Piloten.<br />

Ein suboptimaler Abflug verhagelte<br />

Felipe Levin gleich den ersten<br />

Tag. Mit Robert Schröder hatte<br />

er in der Startgruppe gestanden,<br />

deren Ausklinkraum weit südlich<br />

des Platzes unter einer Abschirmung<br />

lag. Robert Schröder wagte<br />

Ganz oben: Jan Rothhardt<br />

vor dem bisherigen<br />

Weltmeister Bernard (li.).<br />

78 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


es, das Steigen noch weiter südlich<br />

zu suchen – mit dem Risiko, aufwindlos<br />

zu bleiben und dann auch<br />

nicht mehr den Flugplatz für einen<br />

Wiederstart erreichen zu können.<br />

Sein Mut wurde belohnt, er holte<br />

sich gleich den ersten Tagessieg<br />

mit <strong>10</strong>3 km/h Schnittgeschwindigkeit.<br />

Bei Abonnement-Weltmeister<br />

Sebastian Kawa ging diese Rechnung<br />

nicht auf. Bitter die Außenlandung<br />

für den erfolgsgewohnten<br />

Polen: Er blieb punktlos und hatte<br />

damit gleich am ersten Tag<br />

jede Chance auf einen Medaillenplatz<br />

verloren.<br />

Felipe Levin agierte defensiv,<br />

flog zum Platz zurück, rettete sich<br />

dort mühsam vor dem Absaufen<br />

und ging erst mit einer Stunde<br />

Verspätung und dazu noch recht<br />

tief über die Abfluglinie. Mit einer<br />

Schnittgeschwindigkeit von 79 km/h<br />

wurde er 14. Mit sein Glück: Für<br />

die Assigned Area Task über 2,5<br />

Stunden gab es gerade 872 Punkte<br />

für den Tagessieger. Umso besser<br />

lief es dann am zweiten Wertungstag<br />

über die 364 Kilometer<br />

große Racing Task. Mit <strong>10</strong>4 km/h<br />

platzierte sich Felipe Levin mit 53<br />

Punkten Abstand als Fünfter hinter<br />

dem späteren Weltmeister Louis<br />

Bouderlique, der sich mit seinem<br />

Tagessieg (<strong>10</strong>6,9 km/h) in der Gesamtwertung<br />

hinter dem führenden<br />

Robert Schröder einordnete.<br />

Am dritten Tag zeigte Felipe<br />

Levin, dass er auch AATs beherrscht,<br />

er flog in der Zwei-<br />

Stunden-Aufgabe mit 81,26 km/h<br />

zum Tagessieg. Krass erwischte<br />

es Robert Schröder: Er kam mit<br />

Mühe auf 65,45 km/h und Tagesplatz<br />

26. Bouderlique nahm ihm<br />

die Gesamtführung ab und behielt<br />

sie bis zum Schluss. An jenem Tag<br />

verloren sich die beiden deutschen<br />

Standard-Klasse-Piloten, die sich<br />

ohnehin aufgrund ihrer unterschiedlichen<br />

Charaktere, Flug stile<br />

und Flugzeuge (Discus 2a und LS8<br />

neo mit ihren neuen Winglets)<br />

nicht für einen allzu engen Teamflug<br />

verabredet hatten, in einer<br />

schwierigen Situation in einer<br />

größeren Höhendifferenz. Felipe<br />

Levin: „Es war ein Tag mit wenig<br />

Optionen.“<br />

„Schlecht waren wir beide an<br />

dem Außenlandetag“, wertet er<br />

das Abschneiden am vierten Wertungstag,<br />

der fast die Spitzenplatzierungen<br />

gekostet hatte. Dabei<br />

war das deutsche Standard-Klasse-Team<br />

noch mit am weitetesten<br />

gekommen mit 243 und 240 Kilometern.<br />

Das Ziel der 314 Kilometer<br />

großen Racing Task hatte nur der<br />

Belgier Dennis Huybreckx erreicht.<br />

Da der Tagessieg mit <strong>10</strong>00 Punkten<br />

vergütet wurde, brachte ihm das<br />

ein sattes Plus von 240 Punkten<br />

vor dem Tageszweiten Felipe Levin.<br />

In der Gesamtwertung katapultierte<br />

das Huybreckx von Platz<br />

13 auf den vierten noch vor Levin.<br />

Mit seinen weiteren Leistungen,<br />

im Bereich von zehn bis zwölf Prozent<br />

der Maximalwertung, konnte<br />

er den Platz aber nicht halten.<br />

Europarekord<br />

MIT 137 KM/H ÜBER <strong>10</strong>00 KILOMETER<br />

Dem Luxemburger Guy Bechtold ist erneut ein Europarekord gelungen:<br />

Am 26. Juli umrundete er mit seinem Quintus vom Segelflugzentrum<br />

Fuentemilanos aus mit einem <strong>10</strong>00-km-FAI-Dreieck Madrid. Mit der<br />

er zielten Durchschnittsgeschwindigkeit von 137 km/h überbot Guy<br />

Bechtold den im vergangenen Jahr von Alain François Mazalerat mit<br />

einer ASG 29 in Frankreich aufgestellten Rekord gleich um 17 km/h.<br />

Tiefpunkte hatte Guy Bechtold auf seinem Flug keine, und am Ende<br />

blieb noch viel Thermikzeit. Der Rekordpilot der Offenen Klasse:<br />

„Da habe ich noch 200 Kilometer an das Tausender drangehängt!“<br />

Der Außenlandetag war eigentlich<br />

nicht ungewöhnlich, eher<br />

typisch für die Bedingungen während<br />

dieser Weltmeisterschaft. Es<br />

hatten sich immer wieder Wolkenfelder<br />

ausgebreitet, wobei sich die<br />

Schattenflächen und Sonnenflecken<br />

sehr schnell veränderten. So richtig<br />

versteht Felipe Levin im Nachhinein<br />

nicht, dass er und Robert<br />

Schröder vorzeitig zur Landung<br />

gezwungen wurden: „Die Perspektive<br />

war gut, wir waren rund<br />

800 Meter hoch und hatten viele<br />

Optionen in Reichweite.“<br />

In 0,3 m/s Steigen<br />

festgekrallt<br />

Später konnte Dennis Huybreckx<br />

über ihnen wieder steigen. In 380<br />

Metern krallte er sich trotz starkem<br />

Gegenwind in 0,3 m/s Steigen fest.<br />

Das Wichtigste war in der Situation,<br />

oben zu bleiben. Für den<br />

Belgier zahlte es sich aus: Seine<br />

Durchschnittsgeschwindigkeit von<br />

66 km/h ist ein Beleg für diesen<br />

Kampf.<br />

Im Gegensatz zu Huybreckx und<br />

Robert Schröder gelang es Felipe<br />

Levin, sich kontinuierlich zu verbessern.<br />

Vor dem letzten Rennen<br />

lag er bereits seit Tagen hinter dem<br />

gut eingespielten französischen<br />

Team Louis Bouderlique/Guillaume<br />

Girard auf Platz drei. Das Überholmanöver<br />

zum Silbermedaillenplatz<br />

gelang bei der letzten Racing<br />

Task (460 km) – 33 Punkte waren<br />

gutzumachen. Gab es auch Überlegungen<br />

für ein Überholmanöver<br />

zum WM-Titel? Felipe Levin ganz<br />

realistisch: „Louis Bouderlique war<br />

dafür einfach zu weit weg.“<br />

Sukzessive nach oben gearbeitet<br />

hatte sich auch das Gold-Team<br />

der Doppelsitzerklasse, Laurent<br />

Aboulin und Julien Duboc. Am<br />

ersten Tag verloren die Franzosen<br />

auf den Tagessieger 50 Prozent.<br />

Die 400 Punkte verkürzten sie Flug<br />

für Flug und setzten sich mit gutem<br />

Vorsprung als neue Weltmeister<br />

von den Italienern Stefano Ghiorzo<br />

und Federico Mangano ab. Die<br />

Titelverteidiger Steve und Howard<br />

Jones wurden Dritte.<br />

ae<br />

Gerhard Marzinzik<br />

Fotos: Carolin Rothhardt, Holger Weitzel<br />

Das deutsche<br />

WM-Team mit<br />

ihren Medaillenträgern,<br />

vorn<br />

Wolfgang Beyer.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 79


[SEGELFLIEGEN Oldtimertreffen ]<br />

SPERRHOLZ<br />

VGC-Rally in Finnland<br />

80 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


ÜBER SEEN<br />

UND SAUNEN<br />

Zum 44. Treffen des<br />

Vintage Glider Club ging<br />

es an den Rand Europas,<br />

nach Räyskälä in Finnland.<br />

Die lange Anreise<br />

hielt viele ab – sie haben<br />

etwas verpasst.<br />

AUTOR: Peter Ocker<br />

FOTOS: Alexander Gilles<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 81


[SEGELFLIEGEN Oldtimertreffen ]<br />

Die PIK-5b hat – ebenso wie<br />

der Bocian (vorherige Seite)<br />

viel Flugspaß zu bieten.<br />

Für viele Oldtimerfans muss<br />

das Cockpit offen sein.<br />

Bringt Farbe in<br />

die Landschaft: die<br />

PIK-16c Vasama.<br />

PIK-16c Vasama,<br />

finnisches Design vor<br />

Schleicher-Mustern.<br />

82 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Seit vielen Jahren kommen die<br />

finnischen Oldtimerfreunde<br />

mit mindestens einem historischen<br />

Segelflugzeug zum<br />

großen Sommertreffen des Vintage<br />

Glider Club. Grund genug, zum zweiten<br />

Mal in der Geschichte der weltweiten<br />

Vereinigung von Fans alter<br />

Segelflugzeuge das Treffen im europäischen<br />

Norden auszurichten.<br />

Die Finnen waren erst im Jahr 1934<br />

nach einem Besuch von deutschen<br />

Segelfliegern zum motorlosen Flug<br />

gekommen. An den langen Sommertagen<br />

bietet die Landschaft ausgeprägte<br />

Thermik, die früh beginnt und<br />

spät endet – für lange und weite<br />

Flüge natürlich ideal. Nicht umsonst<br />

haben zahlreiche internationale Meisterschaften<br />

schon dort stattgefunden.<br />

Den Organisatoren war klar, dass<br />

nur besonders eingefleischte Oldtimerfreunde<br />

die lange Reise auf sich<br />

nehmen würden. Die Fährlinien rechnen<br />

nach Gespannlänge ab, und die<br />

ist bei Segelflugzeuganhängern enorm.<br />

Einfallsreich, wie Finnen sind, haben<br />

sie daher viele ihrer landesweit verstreuten<br />

Oldtimer-Segelflugzeuge<br />

zusammengezogen und gegen eine<br />

geringe Chartergebühr den VGC-<br />

Piloten angeboten, die ohne eigenes<br />

Flugzeug angereist waren. So standen<br />

mehrere Ein- und Doppelsitzer aus<br />

polnischer, deutscher und finnischer<br />

Produktion zum Fliegen bereit. Eine<br />

tolle Idee – viele Teilnehmer konnten<br />

somit schnell und günstig mit der<br />

Airline anreisen.<br />

Während das Vortreffen, das Rendezvous<br />

in Oripää, nur sehr wenige<br />

Oldtimerfans wahrnahmen, erschienen<br />

zum Haupttreffen in Räyskälä 60<br />

Piloten mit Anhang, und immerhin<br />

waren 16 nicht in Finnland beheimatete<br />

Flugzeuge dabei. Die Trophäe<br />

für die weiteste Anreise mit<br />

Flugzeug(anhänger) wurde Teilnehmern<br />

aus dem Schweizer Jura und<br />

dem fast kilometergleich entfernten<br />

schottischen Hochland zugesprochen.<br />

Ein Teilnehmer aus Dänemark hatte<br />

eine frisch grundüberholte PIK-16<br />

Vasama in ihr Geburtsland zurückgebracht<br />

– wenn auch nur für die<br />

Dauer der Veranstaltung.<br />

Der Flugplatz von Räyskälä ist<br />

ursprünglich vom Militär angelegt,<br />

aber nie genutzt worden. Dort, zwei<br />

Autostunden nordwestlich von Helsinki,<br />

stehen heute für den Luftsport<br />

zwei Asphaltbahnen und genügend<br />

Grasflächen zur Verfügung – mit einem<br />

Luftraum ohne störende Beschränkungen<br />

für den ein oder anderen<br />

loggerlos streckenfliegenden<br />

Oldtimerpiloten.<br />

Nicht zuletzt wegen der geringen<br />

Teilnehmerzahl stellte sich eine entspannte<br />

Atmosphäre ein, denn fast<br />

alle Piloten hingen schnell in der<br />

Sommerthermik, ob mittels Winde<br />

oder Flugzeugschlepp. Gelandet wurde<br />

eigentlich nur zum Pilotenwechsel.<br />

Am Start kam es zu einer interessanten<br />

Vermischung der Oldtimer mit<br />

den neuesten Flugzeugen aus deutscher<br />

Produktion. So reihte sich hinter<br />

einem Bergfalken eine moderne<br />

ASG 32 ein, und neben der Ka 6E im<br />

Flugzeugschlepp erhob sich eine ASH<br />

31Mi im Eigenstart in den Himmel.<br />

Es war ein harmonisches Miteinander<br />

historischer und zeitgemäßer Flugzeugtechnologie.<br />

Nicht minder schön war das Miteinander<br />

der Pilotengenerationen:<br />

Das Alter der Teilnehmer spannte<br />

sich von 13 bis 82 Jahre.<br />

Als Tagesbesucher fiel ein Uniformierter<br />

mit hohem Goldanteil auf der<br />

Schulter auf: der Kommandeur der<br />

finnischen Luftwaffe. Er ließ es sich<br />

nicht nehmen, seinen Segelflugwurzeln<br />

nachzugehen und flog in einer<br />

Schleicher Ka 7 mit.<br />

VIELE THERMIKTAGE. GELANDET WURDE IN<br />

RÄYSKÄLÄ NUR ZUM PILOTENWECHSEL<br />

Dass das Miteinander noch weiter<br />

geht, zeigte ein Samstag: Auf der<br />

Startbahn organisierten US-Autofreunde<br />

ein Beschleunigungsrennen, auf<br />

der anderen Piste fand der Flugbetrieb<br />

statt.<br />

Doch zurück in die Luft: Schon auf<br />

Winden-Ausklinkhöhe von 400 Metern<br />

konnte man den Blick über Wälder<br />

und Seen schweifen lassen. Die Landschaft<br />

beeindruckt. Allerdings gibt<br />

es in dem vielen Grün nur wenige<br />

Außenlandemöglichkeiten, also war<br />

Vorsicht geboten. Aber alle Piloten<br />

fanden immer wieder genügend Aufwind,<br />

sodass es nicht zu einer Außenlandung<br />

mit einem der nicht<br />

gerade mit großen Gleitzahlen gesegneten<br />

Veteranen kam.<br />

Irgendwann fiel auf, dass die finnischen<br />

Gastgeber ab spätestens 20<br />

Uhr verschwunden waren und erst<br />

Segelflugzeuge made in Finnland<br />

Am 26. März 1931 gründeten Studenten der Technischen<br />

Universität Helsinki eine akademische Fliegergruppe, die den<br />

Namen Polyteknikkojen Ilmailukerho (PIK) erhielt. Anhand<br />

von Zeichnungen aus Deutschland und Polen wurde der<br />

Segelflugzeugbau studiert und erste Überlegungen angestellt.<br />

Es kam zu Entwürfen, die nicht über das Reißbrettstadium<br />

hinausgingen, zu Einzelstücken, Kleinserien, Amateurbauten<br />

und Serienproduktionen durch Lizenznehmer. Es entstanden<br />

neben ein- und zweisitzigen Segelflugzeugen auch Leichtflugzeug-Entwürfe<br />

bis hin zur optimalen Schleppmaschine. Die<br />

aktive Zeit von PIK endete in den 1980er Jahren, nachdem der<br />

Studienzweig an eine andere Universität in Finnland abgegeben<br />

worden war.<br />

Bei der VGC-Rally waren einige PIK-Flugzeuge mit dabei:<br />

PIK-3c Kajava: Die Holzkonstruktion wurde zuerst mit 13,<br />

später mit 15 Meter Spannweite in 20 Exemplaren gebaut. In<br />

der Auslegung und ihren angenehmen Flugeigenschaften<br />

gleicht sie der Meise. Das Leichtbau-Flugzeug wiegt nur 135<br />

Kilogramm, macht aber einen sehr stabilen Eindruck. 1958<br />

gab es für die Kajava den OSTIV-Preis.<br />

PIK-5c Vitonen: Immerhin drei der noch fünf in Finnland<br />

fliegenden Schmuckstücke waren in Räyskälä zu bewundern.<br />

Dieses einfache Übungssegelflugzeug war für den Eigenbau in<br />

Vereinen gedacht. Insgesamt entstanden 34 Exemplare. Sie<br />

ähneln dem Cumulus mit Tragflächen vom Grunau Baby und<br />

einem Stahlrohrrumpf.<br />

PIK-16 Vasama: Die Vasama war eines der besten Standard-Klasse-Segelflugzeuge<br />

ihrer Zeit. Der Erstflug erfolgte<br />

1961, damals noch mit V-Leitwerk, später erhielt sie ein klassisches<br />

Kreuzleitwerk. Im Folgejahr wurde sie von der OSTIV<br />

ausgezeichnet. Mehr als 50 Exemplare entstanden von der<br />

PIK-16. In Deutschland fliegen noch zwei. In Räyskälä waren<br />

drei Vasama vertreten. Vergleichen lässt sich die elegante Holzkonstruktion<br />

mit der Siebert Sie-3. Der Aeroclub in Vasama,<br />

daher auch ihr Zuname, hatte die hauptsächliche Konstruktionsarbeit<br />

geleistet.<br />

PIK-20: Die Faserverbundkonstruktion mit 15 Metern Spannweite<br />

wurde in verschiedenen Baureihen produziert und ist<br />

auch heute noch weltweit anzutreffen. Bei der Weltmeisterschaft<br />

1976 in Räyskälä gab es alle drei Medaillenplätze für<br />

PIK-20-Muster. Bis 1981 wurden in Finnland und Frankreich<br />

425 Exemplare gebaut. Eine gelbe PIK-20 ist fest in Räy skälä<br />

stationiert.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 83


[SEGELFLIEGEN Oldtimer-Teffen ]<br />

Vorn eine PIK-3c Kajava,<br />

links eine Ka 6E, dahinter<br />

die rote PIK-16c Vasama<br />

und eine Rhönlerche.<br />

Vintage Glider Club<br />

Seit 1974 gibt es die weltweit aktive Gemeinschaft<br />

der Freunde alter Segelflugzeuge. Sie zählt 868 Mitglieder<br />

in 30 Ländern, davon ist der Löwenanteil mittlerweile in<br />

Deutschland. Sie tauschen sich über eine offene Facebook-<br />

Seite und mit einem dreimal im Jahr erscheinenden Clubmagazin<br />

aus. Neben vielen nationalen Treffen ist der Saisonhöhepunkt<br />

das Sommertreffen, aufgeteilt auf eine<br />

Vorveranstaltung, das Rendezvous, das sich auch an Nichtmitglieder<br />

richtet, und die Rally, die den VGC-Mitgliedern<br />

vorbehalten ist. Nächstes Jahr trifft man sich vom 24. bis<br />

29. Juli in Raná, Tschechien, zum Rendezvous; anschließend,<br />

vom 31. Juli bis <strong>10</strong>. August, geht es zur Rally ins ungarische<br />

Dunaújváros.<br />

Wer den VGC kennenlernen möchte, sollte bei der<br />

AERO in Friedrichshafen die illustre Truppe auf ihrem Stand<br />

besuchen. Weitere Infos gibt es unter vintagegliderclub.org.<br />

Kontakt kann man auch via Facebook aufnehmen.<br />

Aber Vorsicht: Oldtimerfliegen ist virusbehaftet, und die<br />

VGCler gestehen sich selbst ein, dass man ihn fast nicht<br />

mehr losbekommt.<br />

gegen 22 Uhr wieder auftauchten. Sie<br />

hatten ihre kurzfristige Abwesenheit<br />

zuvor zwar den Gästen erklärt, aber<br />

verstanden wurde der Grund erst,<br />

wenn man ihnen nicht von der Seite<br />

wich. Es war der tägliche Pflicht-Gang<br />

in die Sauna. Der ist selbst im Hochsommer<br />

ein absolutes Muss. Der<br />

Leiter des F-Schlepp-Starts entpuppte<br />

sich als passionierter Aufgießer,<br />

der Meteorologe sorgte für den Nachschub<br />

von „Sauna-Bier“.<br />

Während der Rally kam wegen der<br />

bevorstehenden Olympiade in Brasilien<br />

auch das Gespräch über den<br />

Segelflug als olympische Disziplin auf.<br />

Vor 76 Jahren hätte die Olympiade<br />

in Finnland stattfinden sollen, und<br />

der Segelflug wäre am Austragungsort<br />

Jämijärvi erstmals olympisch<br />

gewesen. Beim Besuch des finnischen<br />

Luftfahrtmuseums nahe dem internationalen<br />

Flughafen Helsinki-Vantaa<br />

werden wir daran erinnert. Es ist ein<br />

toller Ort für Freunde alter deutscher<br />

Flugzeuge, denn die ausgestellten<br />

Exemplare sind meist nicht restauriert<br />

und stellen wahre Zeitkapseln dar.<br />

Eine Klemm 25 zeigt neben der finnischen<br />

Bemalung noch immer unberührte<br />

deutsche Beschriftungen<br />

aus dem Klemm-Werk. Neben so<br />

seltenen Segelflugzeugen wie dem<br />

Gleiter Kassel 12 hängt dort eine<br />

Meise, eine Konstruktion von Hans<br />

Jacobs. Dieses Flugzeug mit 15 Metern<br />

Spannweite war einmal als olympisches<br />

Einheitsmuster konstruiert<br />

worden und sollte – weltweit einfach<br />

herzustellen – die Grundlage der<br />

späteren Standard-Klasse bilden.<br />

Schade, dass es nicht mehr geklappt<br />

hat mit Olympia-Medaillen für Segelflieger.<br />

Der Grand-Prix-Gedanke der<br />

heutigen Zeit ist in Anbetracht der<br />

Olympiade da nur ein kleiner Trost.<br />

Eher dem olympischen Gedanken<br />

folgend zeigte sich zur VGC-Rally,<br />

dass man auch mit einem Touring-<br />

Motorsegler weit reisen kann. Werner<br />

Brombacher, der mit seinen 82 Jahren<br />

deutlich älter ist als sein Scheibe-<br />

Falke, besucht jedes Jahr mit diesem<br />

Motorsegler die Rally. Jetzt flog er<br />

bis in den hohen Norden nach Räyskälä.<br />

Die stilechte Anreise gehört<br />

genauso zu seiner Persönlichkeit wie<br />

sein Bodensee-Dialekt.<br />

Nach vielen schönen Flugstunden,<br />

echt finnischen Saunaaufgüssen und<br />

lustigen Abenden ging es wieder<br />

zurück. Wir haben ein Land im Segelflug<br />

kennengelernt, in das wir<br />

ohne die Rally wohl eher nicht gekommen<br />

wären. Ach, und die Stechmücken<br />

haben uns auch nicht allzu<br />

sehr belästigt.<br />

ae<br />

An der Winde wurde während<br />

der Rally auch gestartet, hier<br />

eine Slingsby T.50 Skylark 4.<br />

84 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


Fürs Museum viel<br />

zu schade: Flugzeuge<br />

müssen fliegen!<br />

Im Anflug: die PIK-5b<br />

mit offenem Cockpit.<br />

Zu zweit auf Strecke<br />

über Finnlands<br />

Seenlandschaft.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> 85


[ SEGELFLIEGEN Wettbewerb ]<br />

FAI Grand Prix Germany<br />

Matthias Sturm macht das Rennen<br />

Für den verregneten Sommer <strong>2016</strong> ist das ein Rekord: Sechs spannende Wertungsflüge<br />

lieferten sich die 19 Piloten des Segelflug-Grand-Prix-Germany Mitte August in Musbach.<br />

Piloten aus Frankreich, den<br />

Niederlanden, Tschechien,<br />

Polen, Schweden, Südafrika<br />

und Deutschland standen am Start.<br />

Aber nach den sechs Wertungstagen<br />

war das Siegerpodest fest in<br />

deutscher Hand. Matthias Sturm<br />

(ASG 29) vom LSV Schwarzwald<br />

flog sich mit 50 Gesamtpunkten<br />

an die Spitze. Holger Karow (JS1)<br />

von der Fliegergruppe Wolf Hirth<br />

brachten 49 Punkte Gesamtplatz<br />

zwei ein. Mit 39 Punkten folgte<br />

Mario Kießling, ebenfalls von der<br />

FG Wolf Hirth, mit dem neuen<br />

Ventus 3T auf Platz drei. Die ersten<br />

zwei qualifizierten sich für das<br />

Grand-Prix-Finale in Potchefstroom,<br />

Südafrika, Anfang November.<br />

Nur eine Woche vor dem Grand<br />

Prix hatte Mario Kießling das neue<br />

Flaggschiff von Schempp-Hirth<br />

(allerdings noch ohne Motor) übernommen.<br />

Am Schlusstag holte sich<br />

der mehrfache Vizeweltmeister<br />

und Europameister damit den Tagessieg.<br />

Matthias Sturm beeindruckte<br />

mit zwei Tagessiegen, drei zweiten<br />

Plätzen und einem Tagesplatz<br />

vier. Holger Karow flog nach Tagesplatz<br />

vier und zwei drei Tagessiege<br />

ein und hatte Sturm sogar<br />

zwischenzeitlich überholt.<br />

Die größte Flugstrecke schrieb<br />

Sportleiter Axel Reich für den ersten<br />

Wertungsflug mit 334 Kilometer<br />

aus. Die kürzeste Distanz und<br />

die spannendste Wertung wurde<br />

am dritten Wertungstag über 144<br />

Kilometer geflogen. Erst um 16 Uhr<br />

(Ortszeit) erfolgte der Start in den<br />

Kraichgau mit den Wenden Bretten<br />

und Mühlacker. Viele Piloten wählten<br />

den Weg durchs Murgtal, das<br />

manchem bei geringer Arbeitshöhe<br />

richtig Respekt einflößte.<br />

„Es war ein cooler<br />

Wettbewerb“<br />

Die Strecken der Wettbewerbsflüge<br />

führten an den anderen<br />

Tagen über den Schwarzwald,<br />

die Schwäbische Alb und einmal<br />

rund um Stuttgart herum. Den<br />

schnellsten Schnitt des Grand<br />

Prix erflog Sturm am zweiten Wertungstag<br />

mit 122,3 km/h über 255<br />

Kilometer. „Es war ein cooler Wettbewerb“,<br />

sagte Michael Schlaich<br />

vom LSV Schwarzwald. Für ihn<br />

war sein erster Wettbewerb mit<br />

Regattastart eine tolle Erfahrung.<br />

„Es hat unheimlich Spaß gemacht,<br />

und ich habe manches dazugelernt“,<br />

erklärte der Langstreckenspezialist.<br />

Für Laurens Goudriaan (JS1)<br />

aus Südafrika war der Schwarzwald<br />

fliegerisches Neuland, obgleich er<br />

wohl der erfahrenste Pilot im Teilnehmerfeld<br />

war. Im Januar nimmt<br />

er in Australien an seiner 17. Segelflug-Weltmeisterschaft<br />

teil. Mit<br />

dem besten IGC-Ranking (14. Platz)<br />

war der Tscheche Roman Mracek<br />

(ASG 29E) dabei. Wie sein Landsmann<br />

Petr Svoboda (ASG 29) landete<br />

er zweimal auf Tagesplatz<br />

drei. Auch Laurens Goudriaan<br />

erflog einmal Tagesplatz drei. 17<br />

Piloten hatten zum Ende zumindest<br />

zwei Punkte erreicht.<br />

Geflogen wurde mit Flugzeugen<br />

der 18-m-Klasse. Neun ASG 29<br />

waren dabei, zwei ASH 31Mi, zwei<br />

Ventus 2cT neben dem neuen Ventus<br />

3T und eine Antares 18T.<br />

Die regionale Presse berichtete<br />

ausführlich über den Qualifikations-<br />

Grand-Prix in Freudenstadt/Musbach.<br />

Radio SWR 4 aus Tübingen<br />

berichtete live. Der Landtagsabgeordnete<br />

Norbert Beck, sportpolitischer<br />

Sprecher der CDU, schaute<br />

vorbei und lobte die FG Freudenstadt<br />

für die Organisation und<br />

Außendarstellung.<br />

ae<br />

Lothar Schwark<br />

Matthias Sturm und Holger Karow (li.) sind als Erster und Zweiter für das<br />

Finale qualifiziert. Mario Kießling wurde Dritter.<br />

Fotos: Lothar Schwark<br />

86 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


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perfekt für kurze Graspisten.<br />

Zelle 1295h seit neu (1976). TOP<br />

Zustand, alle Insp. JNP bis 07/16,<br />

Verst.-Prop., Mot.Lycoming O-360<br />

180 PS, 380h s. neu. AUTOPILOT<br />

f. VOR o. Comp. El Ruder Trim/<br />

mech. Pitch Trim. Dig. Fuel-Mgr.<br />

Perf.bei 75%: 5 Std./120 Kts/550<br />

Nm non-stop mit 240 kg Zuladung.<br />

King ILS Avionic 2 COM, 2<br />

NAV, ADF, XPR/S-Mode, Enc.<br />

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Cessna 172, Standort bei Hamburg,<br />

Bj. 1966, TT 3600 Std., 4<br />

Sitzpl., 18.000,– € VB. Reims,<br />

Hangar, 4700 LDG.<br />

Tel. 01577/4466405<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673879<br />

Cessna 182, Standort ETHN, Bj.<br />

1979, TT 418 Std., 4 Sitzpl.,<br />

120.000,– € VB. 740 Land., immer<br />

hangariert, Top Zustand, unfallfrei,<br />

LR Tank, s, zus. Elektr.Horizont.Tel.<br />

07932/8033, helmut.rohn@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665423<br />

Commander Aircraft 114 Turbo<br />

Normalized, Standort LSZG (Grenchen<br />

CH), Bj. 1978, TT 2500 Std.,<br />

4 Sitzpl., 185.000,– €. IFR Zulassung,<br />

max. FL240, Dual Garmin<br />

430 W, Turbo Normalizer.<br />

markus.staub@bluewin.ch<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 672181<br />

Diamond DA40-TDI, Standort<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 671354<br />

Diamond DA40-TDI, Bj. 2005,<br />

TT <strong>10</strong>20 Std., 4 Sitzpl.,<br />

140.000,– €. Neuer Dieselmotor<br />

135 PS 2.0 (115 h), 1.000h-Insp.<br />

erl., nä. LTU 04/2017. Autopilot<br />

mit Höhenhaltung, Garmin GNS<br />

430, Transp. Mode S, VOR mit<br />

GS, ELT 406 MHz, nur von Halter<br />

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alexander.homberg@freenet.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 670954<br />

Mooney M20J 201 US-IFR,<br />

Standort EDSZ, Bj. 1977, TT<br />

2337Std. Lycoming IO-360-A1B6D,<br />

ETSO 457h, McCauley B2D34C212,<br />

PTT 19h, Aspen PFD mit 3-Achs<br />

AP, GNS430W, GNC250, GTX330,<br />

DME TCR451, WX8, ELT, gepflegt,<br />

nur vom Eigentümer gefl., ständig<br />

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Mooney M20R Ovation II,<br />

Standort LSZR (St. Gallen), Bj.<br />

2000, TT 900 Std., 4 Sitzpl., like<br />

new, no damage history, full IFR,<br />

with hangar place, TKS-De-Ice,<br />

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Blade-Hartzell-Prop., Speed-<br />

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Maule MT-7-235, Standort Paderborn,<br />

Bj. 1999, TT 781 Std., 4<br />

Sitzpl., 89.000,– €. STOL, Startstrecke<br />

150 m, ideal für Graspisten,<br />

Longrange-Tanks, Garmin<br />

430, Autopilot, IFR-Ausrüstung,<br />

Lycoming 235 PS, hangariert,<br />

unfallfrei, von Privat, Auskunft<br />

Willy Ader, Paderborn.<br />

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Piper PA-18 Super Cub, Standort<br />

LIDB, Bj. 1957, TT 3853 Std.,<br />

2 Sitzpl., 75.000,– €. Wunderschönes<br />

Flugzeug in perfektem<br />

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Piper PA-28-140, Bj. 1969, TT<br />

3785 Std., 29.000,– €. S/N:<br />

28-26026, Max. TOW: 976 kg,<br />

Noise Level: 72,2 dB, Avionics:<br />

GNS 430 COM/NAV - 8,33 KHz!,<br />

Mode "S" Transponder TRIG TT 31,<br />

Encoder ACK A 30, ELT KANNAD<br />

406 AF, Piper Autoc. III Autopilot,<br />

Flarm, TTSN: 3785:00 hours as of<br />

30.05.<strong>2016</strong>, LDGS: 6035 as of<br />

30.05.<strong>2016</strong>, Engine: Lycoming<br />

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Cirrus SR20, Standort LSZF, Bj.<br />

2003, TT 1580 Std., 4 Sitzpl.,<br />

9200,– € VB. 1/11 Halteranteil an<br />

schöner, gepflegter SR20 am<br />

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Falco F8L, Standort EDTN, Bj.<br />

1962, TT 1971 Std., 2 Sitzpl.,<br />

49.000,– € VB. Werk.Nr. 226 / Jahresnachprüfung<br />

und <strong>10</strong>0 h-Kontr.<br />

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Mooney M20K 252TSE, W-N­<br />

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2. Speedbr., 7D, Alt Preselect,<br />

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Tel. 0173/3634217<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 67<strong>10</strong>98<br />

Piper PA-18 Super Cub, Standort<br />

EDTX, Bj. 1958, TT 4900 Std., 2<br />

Sitzpl., 78.000,– € VB. 150 PS,<br />

Werk Nr. 6242, 25.500 Starts,<br />

Motor Lycoming O320 150 HP, am<br />

08.<strong>10</strong>.20<strong>10</strong> grundüberholt bei<br />

4667 h und 24.213 Starts, Rest<br />

1798 h bis Oktober 2022, erhöhter<br />

Lärmschutz, Seileinzugsvorrich8<br />

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Piper PA-28 Archer III, 180 PS, Bj.<br />

2003, 1550 Std., mit neuer Jahresabnahme,<br />

bester Zustand, nur privat<br />

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Piper PA-23 AZTEC, Standort<br />

Bern (CH), Bj. 1976, TT 3600 Std.,<br />

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Cessna 303 Crusader, Standort<br />

Deutschland, Bj. 1982, TT 1250<br />

Std., 6 Sitzpl., 2<strong>10</strong>.000,– €. Tel.<br />

0173/2555160, isibanner@web.de<br />

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-Markt<br />

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Oldtimer<br />

Breezer C, Standort EDAW, Bj.<br />

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breezer2004@live.de<br />

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Arrow-Copter (Gyrocopter) AC20,<br />

Bj. 2015, TT 35 Std., 2 Sitzpl.,<br />

135.000,– € VB. Vollausstattung,<br />

neuwertig, Neupreis 179.000,- €.<br />

Tel. 0041/79/6958874,<br />

www.arrow-copter.ch<br />

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Standort EDHW, Bj. 1942, 2 Sitzpl.,<br />

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92 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


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Sitzpl., 16.500,– € VB. 60 PS, only<br />

300 h, rebuilt in 2005.<br />

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Cambridge Serie 302, Flarm, St.<br />

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DG 600 M Evolution Eigenstarter,<br />

Standort EDFP, Bj. 1991, TT<br />

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Scheibe, Standort EHTX, Bj.<br />

1997, TT 4335 Std., 2 Sitzpl.,<br />

<strong>10</strong>8.500,– € VB. <strong>10</strong>0 HP Rotax<br />

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Piccolo B Motorsegler, Bj. 1989,<br />

TT 1181 Std., Motor 971 Std. seit<br />

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Bj. 1974, TT 1350 Std., 2<br />

Sitzpl., 30.000,– € VB. RF 5, gepflegt,<br />

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E01 Motor zu verk. 0177/3152141,<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673669<br />

Katana DA 20, Standort EDBK, Bj.<br />

1995, TT 2815 Std., 2 Sitzpl.,<br />

37.000,– € VB. Rotax 912 (80 hp),<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 674248<br />

Segelflug<br />

Alexander Schleicher, Standort<br />

Bad Nenndorf, Bj. 1976, TT<br />

1802 Std., 1 Sitzpl., 17.000,– €.<br />

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more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 665346<br />

DG-400 Eigenstarter, Standort<br />

EDRX, Bj. 1987, TT 3495 Std., 1<br />

Sitzpl., 52.000,– €. Super Angebot<br />

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Suche Bücker 131 Jungmann.<br />

Ich suche eine flugfähige Bücker<br />

131 Jungmann (orig. oder CASA).<br />

Das Flugzeug sollte deutsch registriert<br />

sein. Kontaktaufnahme bitte<br />

über E-Mail: Benjamin.razii@web.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 669374<br />

-Markt<br />

Gewerbliche Anzeigen<br />

Fax 0711/182-<strong>10</strong>27<br />

Hagelflugzeug gesucht. Suche<br />

einmotoriges Hagelabwehrflugzeug,<br />

gerne komplett umgerüstet,<br />

auch N-registriert.<br />

Tel. 07046/930236, johannes.<br />

wendnagel@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673080<br />

Suche alle alten Hefte „Klassiker<br />

der Luftfahrt" von 1999 bis einschl. Nr.<br />

8/2012. Erbitte Angebote per Tel. 0231-281488,<br />

E-Mail: barschfoxi@gmail.com, oder Mobil<br />

0175/6 03 42 61 (ggf. auf Mobilbox sprechen).<br />

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Zyl., Jabiru 120 PS, 2-Sitz., Carbon,<br />

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Funkmod. S, Transp., eventl. Rettungseinheit<br />

ELT, Neuwert. 45.000,-.<br />

Tel. 0043/664/1534541<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 666098<br />

Cessna 182 gesucht. Suche<br />

Cessna 182, gerne auch N-registriert.<br />

Tel. 07046/930236, johannes.<br />

wendnagel@t-online.de<br />

Charterangebote<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673081<br />

WeFly: Größter DA-42<br />

Operator Deutschlands<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong><br />

93


-Markt<br />

DA40 TDI G<strong>10</strong>00 IFR ab EDAZ<br />

(Schönhagen), 209,- € Nass inkl.<br />

MwSt., Garmin G<strong>10</strong>00 PFD/<br />

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0179/7611875, paolo@marcolini.<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 672293<br />

Cirrus SR20 G3 IFR<br />

ab Schönhagen EDAZ<br />

Preis auf Anfrage<br />

www.schwertfeger-flugzeugcharter.de<br />

Tel. 030/411 90 420 o. 0172/86 27 541<br />

Chartergesuche<br />

IFR 6-Sitzer Charter ges.LOAV/<br />

LOAN/LOWW. Fluglehrer/Examiner<br />

sucht Chartermöglichkeit für<br />

6sitziges IFR-Flugzeug für Flugreisen<br />

mit Familie mit guter Zuladung.<br />

Ideal C206/2<strong>10</strong>, PA32, PA46, P68<br />

im Raum LOAN/LOAV/LOWW.<br />

Tel. 0043/664/3364508,<br />

thomas.menzel@sueddruck.at<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668878<br />

Haltergemeinschaften<br />

Katana DA 20. Biete 50% Halteranteil<br />

an Katana DA 20 in Bayern<br />

Raum Bamberg. Beteiligungssumme<br />

32.000,- €.<br />

Tel. 09502/923157, 0172/8039862,<br />

Fax 09502/923158<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666620<br />

HG oder Stundenp. Piper Turbo<br />

Arrow IV, Biete HG oder Std.­<br />

Pak. für Piper Turbo Arrow IV<br />

Standort: EDMV (Drehteller, 1st<br />

row); IFR; GNS530; Leder; Preis<br />

VB je nach Nutzungswunsch;<br />

Safety-Pilot für Einweisung vorhanden.Tel.<br />

00491718732307<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 671313<br />

1/2 Mooney EDMA, M20E, N-<br />

Reg., EDMA (inkl. Hangar), IFR,<br />

S-TEC30, EDM700, GTX330,<br />

Trimble2000, KX155/KI204CDI,<br />

KY197A, Narco 122, Stormscope<br />

- kostengünstiges, schnel1<br />

les Reiseflugzeug, EUR 17.500,-.<br />

denissenmail@yahoo.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 672954<br />

Haltergemeinschaft Cirrus SR<br />

22T. Suche 1 bis 2 Piloten für eine<br />

zu gründende Haltergemeinschaft<br />

an einer Cirrus SR 22T.<br />

Raum EDME oder EDML. Gerne<br />

auch Einstieg in eine bestehende<br />

Haltergemeinschaft oder Charter.<br />

Tel. 0170/1864640,<br />

jp-blauwal@web.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673419<br />

Maintenance/<br />

Wartung<br />

Cessna 2<strong>10</strong>-5 ab EDTG, top<br />

gepflegte 2<strong>10</strong> (205) mit festem<br />

Fahrwerk VFR-NVFR-CVFR-ILS-<br />

GPS-Kollisionswarner. 6-sitzig,<br />

490 kg NL bei vollen Tanks. Bis<br />

5,5 hrs non stop. Auch als Ab1<br />

setzmaschine zugelassen. Wei1<br />

tere Infos:.Tel. 0163/8348272,<br />

christianstorms@orange.fr<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 672326<br />

DA40 IFR -155 PS- ab EDMQ,<br />

Garmin G500, GTN750/650, Autopilot,<br />

Turbo! Rabatt für Vielflieger!<br />

Tel. 0179-6413130, info@<br />

skybavaria.de, www.skybavaria.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 669131<br />

Piper PA46 Malibu, Fractional<br />

Lease oder Fractional Ownership<br />

Standort EDSB. Top gepflegt.<br />

Transfer/Pick up zu anderen Plätzen<br />

möglich. 1 Pilot auch Safety<br />

möglich. Stundenpreis netto EUR<br />

495 trocken. Bei Fractional Lease /<br />

Fractional Ownership anderes<br />

Preismodell. Tel. 0151/53209950<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666595<br />

Suche Haltergemeinschaft oder<br />

Partner für Flugzeugkauf. Performance<br />

Class: Mooney M20J, Piper<br />

PA28-201 Turbo Arrow IV o. Ä.<br />

Raum EDFE. Tel. 0177/7705025<br />

Haltergemeinschaft. Biete 50%<br />

Haltergemeinschaft an N-reg.<br />

Cessna 421C. JNP/200 h-Kon<br />

trolle 05/16, Maschine ist sehr<br />

gepflegt und gut gewartet;<br />

Standort EDGS. Nähere Informa<br />

tionen: Tel. 0173/2643422 oder<br />

E-Mail: mail@btc-consulting.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668023<br />

1/2 Anteil an Cirrus SR20 zu<br />

verkaufen, geplanter Standort<br />

Raum Dresden/Leipzig/Bautzen.<br />

Maschine soll in <strong>2016</strong> angeschaft<br />

werden. Anteil EUR 50.000,-<br />

(auch in Raten) Weitere Infos<br />

unter Tel. 0170/4885228, info@<br />

modernphone.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673614<br />

Tel. +49(0)2241-924116 · Fax +49(0)2241-924118<br />

www.wmtonline.eu<br />

FAA A&P IA Pre-Purchase Inspections,<br />

Release to Service for<br />

Annual Inspections, Major Repairs<br />

and Alterations, Export and<br />

Standard C of A for US Registered<br />

Aircraft.Tel. +4915119162265,<br />

jackson_konni@web.de F<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 670757<br />

Praxis-Quiz<br />

Lösungen von Seite 37<br />

1.<br />

Frage 1: c) Verantwortlich ist der, der<br />

das Flugzeug tatsächlich führt.<br />

D-INSP Beechcraft Duke B-60,<br />

mit Sicherheitspilot zu vermieten.<br />

Standort des Flugzeuges ist EDSB.<br />

Auf Wunsch kann es auf jeden anderen<br />

Flugplatz gebracht werden.<br />

Das Flugzeug ist top gewartet, hat<br />

IFR-Zulassung, Known Icing Approved,<br />

Druckkabine, 4 Pax + 2<br />

Piloten. Anfragen bitte telefonisch<br />

unter Tel. 0174/2322800<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667004<br />

1/4 Anteil an IFR TB20 in Bonn-<br />

Hangelar, Socata TB 20 Trinidad,<br />

F-Reg, Baujahr 1987, Lycoming<br />

IO-540-C4C5D, TSOH 550h Hartzell<br />

Prop, TSOH 180h Full IFR/Autopilot/WAAS/Traffic<br />

Warning/Fuel<br />

Totalizer, Hangar, sehr guter Zustand,<br />

sehr hohe Zuladung, langjährige<br />

und gut funktionierende<br />

Haltergemeinschaft, 1/4 Anteil =<br />

€ 28.500,-. tb20@online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 674291<br />

-Markt<br />

Privat Anzeigen<br />

Fax 0711/182-1783<br />

2.<br />

3.<br />

Frage 2: b) Der Inhaber der gültigen<br />

Lizenz ist hier der verantwortliche Pilot.<br />

Frage 3: c) Die Haftung kann nicht<br />

ausgeschlossen werden. Solche Vereinbarungen<br />

sind nichtig.<br />

94 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


Fax 0711/182-<strong>10</strong>27 oder www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de<br />

Avionik<br />

Gegroundete Sportpilotin mit<br />

Faible für Reisen und Kultur<br />

sucht sportlichen und dynamischen<br />

IHN für gemeinsame Reisen.<br />

Bestenfalls sattelfest und<br />

mit Spanischkenntnissen für<br />

Abenteuer bei den Gauchos. Mail<br />

an matchmypersonality@web.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 674276<br />

MT-ULTRA Professional JTSO.<br />

Verkaufe ein Moving Terrain ULTRA<br />

Professional JTSO, Preis VS., 2.<br />

vorsitzender@sfg-wershofen.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 671577<br />

Transponder Garmin GTX 328,<br />

sehr guter Zust. incl. Einbaurahmen.<br />

VB 1500,- NAV/COM SL30<br />

Incl. Einbaurahmen. VB 2000,-<br />

GPSMAP 496 VB 500,- GPSMAP<br />

196 mit Zubehör VB 150,-.<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 671611<br />

David Clark Headsets, verkaufe<br />

2 neuwertige David Clark Headsets<br />

mit PJ Stecker. Einzeln für<br />

250,- Euro / Beide für 480,- Euro.<br />

Tel. 0041/78/8970369<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 672208<br />

COM, Magneto, Intercom, .. King<br />

KY97A COM incl. rack, € 800,-;<br />

Panel-mounted 4ch Intercom PM<br />

501, € 120,-; Alt-Encoder ACK<br />

A-30 30750ft, € <strong>10</strong>0,-; Magneto<br />

Slick Mod. 4316, € 400,-. All Units<br />

removed in s/a condition, private<br />

Sale. Tel. 0043/680/1409336,<br />

Robert.Wanek1@gmail.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668779<br />

Dittel FSG 5, Handfunkgerät FSG<br />

5, Akku neu, incl. Headset und<br />

Ladegerät VB € 500.-.<br />

bernd.mayr@gmx.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668016<br />

Pilot Headset von TELCOM, Typ<br />

Peltor Optime III, Vector OAS,<br />

Anschluss: PJ 055-068, Dämpfung<br />

passiv: -32 dB, Mikrofondämpfung<br />

aktiv: 8:1, Audiowiedergabe:<br />

Mono, Regelung: Volumenregler<br />

links, Mikrofon: Elektret<br />

Lärmkompensierend, Mikrofonarm:<br />

flexibler Metallschlauch,<br />

Schallwandler: mit 1<strong>10</strong> dB max.,<br />

Fequenzgang: 2502-6000 Hz,<br />

Gewicht: 376 g unbenutzt, KP<br />

200,- EUR. Tel. 04542/5560,<br />

radio-hartmut@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668008<br />

Dynon S<strong>10</strong> EFIS mit künstlichem<br />

Horizont, voll funktionsfähig und<br />

gut erhalten, Bj. 2005, VB 1250,- €.<br />

Tel. 0228/2433644<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 6739<strong>10</strong><br />

Teilemarkt<br />

Tel. +49(0)2241-924116 · Fax +49(0)2241-924118<br />

www.wmtonline.eu<br />

Dornier Do27 Teile, Prop<br />

HC82VX20, gebraucht oder überholt.<br />

Vergaser, Instrumente, Bremsen,<br />

Leitwerke, Türen, Anlasser,<br />

Generatoren, Spinner, Auspuff,<br />

Getriebe für GO480 B1A6 etc.Tel.<br />

0172/5652533<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 670730<br />

Ski für Husky, Piper u.a. Typen, top<br />

Zustand, 4500,- €.Tel. 0173/8537513,<br />

Email: p.v.z@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665749<br />

Rotax 912 A zu verkaufen, 80<br />

hp. Rotax 912 A2, preserved. Still<br />

495 hrs. to go with mod. clutch.<br />

1505 hrs. after overhaul, 2004.<br />

Incl. oil tank and start relay. All<br />

tech. papers and books available.<br />

Special for homebuilt or UL<br />

aircraft. Price 3500,- €. Contact<br />

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Tel. 0031/222314761, pstandaart@<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673429<br />

Motor Lycoming IO-360-A2B. Tel.<br />

01575/3114038<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 670776<br />

Reise/<br />

Veranstaltungen<br />

Tagesflug mit Oldtimer de Havilland<br />

119 Devon nach Duxford/<br />

England, zu "flying legends", 9/7,<br />

ex Mühlheim/Ruhr, 899,- €, inkl.<br />

Eintritt zur Show. Infos bei Alex<br />

Grimburg, Mail: office@hainke.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668655<br />

Bekanntschaften<br />

Pilotin gesucht. Pensionär, ungebunden,<br />

hat seinen Industriebetrieb<br />

verkauft, Resident in Monaco<br />

- Monte Carlo, gutaussehend, 1,75<br />

m, möchte Privatflugzeug - einmotorige<br />

Turbinenprop oder VLJ kaufen,<br />

und sucht schlanke, gutaussehende<br />

Pilotin um zusammen zu<br />

reisen. Bitte E-Mail mit Foto an:<br />

priv@monaco.mc<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 669896<br />

Welcher Berufspilot fliegt mit mir<br />

zu den Sternen? Charmante Dozentin<br />

und Autorin, Ende 40, ledig,<br />

blond, sehr jugendlich und attraktiv,<br />

wünscht eine harmonische Beziehung<br />

mit einem verantwortungsbewussten<br />

Berufspiloten. Gerne<br />

möchte ich meine Freizeit und meine<br />

Hobbies wie Kultur, Fliegen und<br />

Reisen Dir teilen. Wenn Du eine<br />

starke Frau auch mal schwach<br />

werden lassen kannst, freue mich<br />

auf Deine Nachricht mit Bild. Raum<br />

Nürnberg und Frankfurt/Main. Chiffre<br />

AE<strong>10</strong>/1120529<br />

Privatpilot in Berlin, 59 Jahre,<br />

guterhalten, präsentabel und<br />

agil, interessiert an der Welt und<br />

am Entdecken neuer Flugziele.<br />

Welche "Sie" mag mitfliegen und<br />

miterleben? Interessiert? Dann<br />

maile an Matthias unter<br />

Hargmatt2@gmail.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673693<br />

Aero, Fliegerfrau 63, schlank, mit<br />

PPL (A), ungebunden, möchte<br />

mit Dir in die neue Flugsaison<br />

starten. Sollte ich Dich neugierig<br />

gemacht haben, freue ich mich<br />

über Deine E-Mail mit Foto.<br />

notam@t-online.de<br />

more: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé No. 666658<br />

Aufgeschlossene, reisefreudige<br />

Sie (35, CPL/IR) sucht ebensolchen<br />

Ihn (idealerweise zw. 40 und<br />

50) für gemeinsame Unternehmungen<br />

und Reisen. Zusammen ins<br />

Glück fliegen nicht ausgeschlossen.<br />

Zuschriften unter Chiffre<br />

3616915<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667221<br />

Flugbegeisterte gesucht. pilotin@<br />

ich.ms<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667742<br />

Immobilien<br />

Abstellhalle mit Unterkunftsgebäude.<br />

Biete Abstellhalle ca. 600<br />

qm sowie Unterkunftsgebäude mit<br />

mehreren Zimmern, großes Gelände<br />

ca. 1 ha am Flugplatz in Rothenburg/Ol<br />

zum Kauf. Ideal für Vereine,<br />

Clubs, Segelflieger etc.Tel. +49 172<br />

669 4260, Aero-Mobil@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666771<br />

Piloten-Wohnhaus am Flugplatz<br />

Hodenhagen EDVH zu verkaufen.<br />

VB. Ernsthafte Anfragen bitte per<br />

email an: volatus.s@gmail.com.<br />

Hallenplatz in Verden zu mieten.<br />

Sympathische Flieger zwischen<br />

Bremen und Hannover haben auf<br />

dem Verkehrslandeplatz Verden-<br />

Scharnhorst (EDWV) 2 Hallenplätze<br />

für UL oder E-Klasse frei. Ab 129,-<br />

Euro monatlich. Aktives Vereinsleben<br />

mit ausgewogener Altersstruktur<br />

von 14 bis 79 Jahren und<br />

Clubheim inklusive. Nähere Informationen<br />

bei Vorstandsmitglied<br />

Maren Dellinger, 0176/42038900,<br />

vorstand@flugplatz-verden. de<br />

Wohnhaus im Flugplatzsondergebiet<br />

Hodenhagen (EDVH) zu verkaufen.<br />

Info unter:<br />

volatus.s@gmail.com<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 674324<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong><br />

95


JOBBÖRSE<br />

Zuschriften auf Chiffreanzeigen richten Sie bitte an: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, <strong>aerokurier</strong>markt, Chiffre-Nr..., 70162 Stuttgart<br />

TQ steht für Technologie in Qualität. Wir sind einer der führenden Lösungsanbieter<br />

für innovative Technologien. Von der Idee bis zur Serienreife entwickeln<br />

und produzieren wir elektronische Baugruppen und Systeme.<br />

Als expandierendes mittelständisches Dienstleistungsunternehmen (E2MS)<br />

der Elektronikbranche mit rund 1.400 Mitarbeitern an 13 Standorten im<br />

In- und Ausland begeistern wir durch innovative kundenorientierte Lösungen,<br />

ressourcenschonende Technologien und ein attraktives Arbeitsumfeld.<br />

Der Geschäftsbereich TQ-Aviation der TQ-Systems GmbH verzeichnet seit<br />

Jahren ein starkes Wachstum. Um den stetig neuen Herausforderungen<br />

gerecht zu werden, wird zurzeit intensiv die Zulassung als Herstellungsbetrieb<br />

nach EASA Teil 21G sowie Instandhaltungsbetrieb nach EASA Teil 145 betrieben.<br />

Parallel dazu werden ständig neue Produkte sowohl für unsere Luftfahrt<br />

OEM Kunden als auch im Bereich Eigenprodukte entwickelt.<br />

Des Weiteren haben wir zum 01.06.<strong>2016</strong> die Flugfunksparte der Dittel Avionik<br />

übernommen. TQ setzt dadurch einen weiteren Meilenstein in der Umsetzung<br />

der Strategie, seinen Kunden neben umfassenden Elektronik-Dienstleistungen<br />

auch hochwertige, praxisgerechte Lösungsbausteine und Produkte anzubieten.<br />

Für unseren Standort in Seefeld/Oberbayern suchen wir zum nächstmöglichen<br />

Termin einen<br />

Freigabeberechtigten Prüfer Luftfahrt<br />

(Klasse IV) / Certified Staff (m/w)<br />

(Referenznummer 50005250)<br />

Ihre Aufgaben:<br />

■ Certifying Staff für Elektrik- bzw. Avionik-Komponenten<br />

■ Durchführung von Stück- und Nachprüfungen<br />

■ Durchführung von Fehlersuche sowie von Reparaturen im Bereich<br />

elektrischer Systeme/Avionik<br />

■ Wareneingangsprüfung und Ausgangsprüfung<br />

■ Erstellung u. Abzeichnung von Freigabebescheinigungen (EASA Form 1)<br />

■ Aufzeichnung der erforderlichen Reports und Bestätigung der durchgeführten<br />

Arbeiten<br />

Ihr Profil:<br />

■ Abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Elektrotechnik oder eine<br />

vergleichbare Qualifikation<br />

■ Zusätzlich abgeschlossene Fachausbildung im Bereich der Elektrotechnik<br />

oder ersatzweise eine langjährige Berufserfahrung<br />

■ Nachgewiesene LBA/EASA Prüflizenz oder eine behördlich<br />

anerkannte, firmeninterne Freigabeberechtigung ist erforderlich<br />

■ Gute Kenntnisse in MS-Office, Kenntnisse im ERP-Systemen<br />

(bevorzugt SAP) sind wünschenswert<br />

■ Gute technische Englischkenntnisse<br />

■ Zu Ihren persönlichen Stärken zählen Qualitätsbewusstsein sowie eine<br />

teamorientierte Arbeitsweise<br />

Bereitschaft zur Schichtarbeit und zum Bereitschaftsdienst dürfen wir<br />

voraussetzen.<br />

Unser Angebot:<br />

Wir bieten Ihnen eine anspruchsvolle, abwechslungsreiche Aufgabe mit zahlreichen<br />

Entwicklungsperspektiven. Es erwarten Sie ein angenehmer Arbeitsplatz<br />

mit modernster Ausstattung, ein partnerschaftliches Betriebsklima, leistungsgerechte<br />

Bezahlung, individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten und jede Menge<br />

attraktiver Zusatzleistungen, wie z.B. die betriebliche Altersversorgung oder<br />

die hauseigene Kantine.<br />

Das Thema Work-Life-Balance wird bei TQ groß geschrieben: Durch unser<br />

Gleitzeitsystem ermöglichen wir unseren Mitarbeitern größtmöglichen Gestaltungsfreiraum<br />

Ihres Arbeitstages. Zudem stehen unseren Mitarbeitern ein<br />

unternehmenseigener Badeplatz am Wörthsee und eine Skihütte am Spitzingsee<br />

zur Verfügung. Damit Sie Familie und Beruf optimal vereinbaren können,<br />

gibt es am Standort Seefeld das TQ-Kinderhaus Hirschkäfer.<br />

Neugierig? Für mehr Informationen zu TQ und unseren attraktiven Rahmenbedingungen<br />

besuchen Sie unsere Website und bewerben Sie sich direkt online.<br />

Wir freuen uns darauf, Sie in unserem Team willkommen zu heißen.<br />

TQ-Systems GmbH | Caroline Clement | Mühlstraße 2 | 82229 Seefeld<br />

Tel.: 08153 / 9308 - 625 | bewerbung@tq-group.com | www.tq-group.com<br />

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24 Jahre geballte Power: Ready<br />

Entry, mit EASA-frozen ATPL(A) +<br />

Fluglehrerausbildung (PPL-A),<br />

270 Motorflugstunden und 75<br />

Segelflugstunden, sucht einen<br />

Platz im Cockpit. Einsatz in Vollund<br />

Teilzeit, aber auch als Free,<br />

lancer europaweit möglich. So,<br />

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professionelle Flüge. Erfahrun,<br />

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auf Ihre(n) E-Mail/Anruf. frederik.<br />

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Tel. +49 (0)178 2862183<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666287<br />

Pilot sucht Einsatzmöglichkeit<br />

Anfang 30, EASA CPL(A), MEIR,<br />

ATPL-Theorie, FAA SE IR, aus dem<br />

Raum NRW (CGN/DUS). Suche<br />

Einsatz als Pilot auf Rundflügen<br />

(Erfahrung vorhanden), Bedarfs-,<br />

Charter-, Werksverkehr oder ähnli0<br />

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denständig. Ansonsten in der IT/0<br />

Versicherung tätig. Freue mich<br />

über Nachricht. squawk0305@<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 667411<br />

Juristin sucht neue berufliche<br />

Herausforderung (D-A-CH) -<br />

gerne im Bereich Luftfahrt und/<br />

oder §§-fern. Berufserfahrung in<br />

der Energiewirtschaft und allg.<br />

Wirtschaftsrecht sowie Kenntnisse<br />

im Datenschutz- und IT-<br />

Recht vorhanden. Bei Bedarf<br />

Anwaltszulassung in Dtl. möglich.<br />

Mail an: notam83@web.de<br />

oder Chiffre 3619337<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 669850<br />

Techniker (Luftfahrt), 39 J, Alter<br />

Hase aus dem Strukturflugzeugbau,<br />

ehem. Fluggerätmechaniker,<br />

sucht neue administrative Technikeraufgabe<br />

zw. Freiburg und Offenburg.<br />

Maschinen- und Anlagenbau<br />

ebenso interessant wie Luftfahrt,<br />

es liegt nur an Ihrer Flexibilität.<br />

Bringe PPL-H (5<strong>10</strong>h), UL-Gyro<br />

(<strong>10</strong>0h), AZF, Präsentationsstärke<br />

und spreche fließend Englisch.<br />

Wünschenswert ist eine Tätigkeit<br />

als techn. Trainer, techn. Redakteur<br />

oder in der techn. Dokumentation.<br />

Aviator-77933@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 670859<br />

Fluglehrer PPL, CPL, IR, Kapitän<br />

i. R. B737 sucht Freelance<br />

Tätigkeit bei Flugschule im Süddeutschen/Schweizer<br />

Raum. Stehe<br />

gerne auch als Safety zur Verfügung.<br />

Zuschriften bitte an<br />

Al-kapune@gmx.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666624<br />

96 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> Firmenanzeigen sind mit "F" gekennzeichnet www.<strong>aerokurier</strong>.de


JOBBÖRSE<br />

Avionik Experte B2/C, diverse<br />

Mustereinträge, Prüfer Kl. 4 Avionik<br />

sucht für 2017 Teilzeit Tätigkeit<br />

als Prüfer und/oder Avionik<br />

Trainer. Umfangreiches Avionik<br />

Fachwissen und Lehrerfahrung<br />

ist vorhanden. Chiffre 3616439<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666709<br />

Kapitän Citation Jet C525, EASA-<br />

ATPL, 8000 Stunden Jet mit Werkverkehr-,<br />

Businesscharter- und Linienerfahrung<br />

B737. Biete sichere<br />

und professionelle Flüge. Als Freelancer<br />

oder in Festanstellung sofort<br />

verfügbar (auch single hand). Tel.<br />

0177/3020444, jetflieger@arcor.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665242<br />

Ski für Husky, Piper u.a. Typen, top<br />

Zustand, 4500,- €.Tel. 0173/8537513,<br />

Email: p.v.z@t-online.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 665750<br />

Hallenplatz in Hodenhagen zu<br />

vergeben, Stellplatz in Rundhalle<br />

mit Drehteller zu vergeben, mit<br />

Anschluss an sehr aktiven Aero-<br />

Club. 150,00 € monatl. 0171/2434168<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673752<br />

Quereinstieg in die Luftfahrtbranche.<br />

Motivierter und dynamischer<br />

Unternehmensberater (28 J.)<br />

mit PPL-A, GPL und UL-Schein<br />

sucht Quereinstieg in die Luftfahrtbranche.<br />

Bringe Erfahrung im Vertrieb,<br />

als Projektleiter und Werkstattleitererfahrung<br />

(Luftsportverein)<br />

mit. Bin auf der Suche nach<br />

einer Herausforderung, in der ich<br />

meine Begeisterung für die Luftfahrt<br />

voll und ganz ausleben kann.<br />

Flexibilität, Zuverlässigkeit und<br />

Selbstständigkeit in hohem Maße<br />

vorhanden. Wünschenswert wäre<br />

eine Tätigkeit im Vertrieb, Produktmanagement,<br />

Marketing o. ä.<br />

jobs4aviator@gmx.de<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673367<br />

Hier landen Sie richtig:<br />

www.siebert.aero<br />

Wir sind ein mittelständisches Luftfahrtunternehmen,<br />

das im Bereich Ambulanz- und Rettungsdienst,<br />

Pipeline, Charter und Instandhaltung tätig ist.<br />

In unserem luftfahrttechnischen Betrieb werden Hubschrauber von Airbus<br />

Helicopters Typ AS365 und Robinson R22, R44 und R66 gewartet und instandgehalten,<br />

sowie Flächenflugzeuge vom Typ Cessna 414. Wir suchen:<br />

Fluggerätmechaniker (m/w)<br />

Wir erwarten:<br />

■<br />

Flexibilität, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und gute Englischkenntnisse<br />

■<br />

Elektronikkenntnisse von Vorteil<br />

■<br />

Erfahrung auf Piper Cheyenne von Vorteil<br />

Bei Interesse richten Sie bitte Ihre schriftliche Bewerbung per Post an:<br />

Heli-Flight GmbH & Co. KG, z.Hd. J. Sobick, Am Flugplatz, 61203 Reichelsheim<br />

Verschiedenes<br />

SEP / MEP / King Air / CitationJet - VFR / IFR Check & TRG<br />

G<strong>10</strong>00, GNS 430/530, FMS, EFIS, PFD, MFD, IPAD (EFB), LNAV / VNAV / LPV<br />

IFR Erneuerung - IFR Training - IFR Check Erwerb: IFR SEP & MEP<br />

Prüfer (TRE, CRE, IRE, FIE) / Instructor (VFR-IFR-MEP-KingAir-JET) / FNPT II<br />

Peter Burghard (München / Valencia) - mobil 0160/80 50 750 - email: pb@mfa.aero<br />

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mit Elektrostarter, ca. 17 Jahre<br />

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für die Piper Malibu. Der Adapter<br />

kann ganz einfach gewechselt<br />

werden. Abholung in Saarbrücken<br />

für 800,- Euro. Tel. 0681/814485<br />

mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 666003<br />

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Kontakt: Telefon 0251 92459-3 Fax 0251 92459-59 eMail: info@siebert.aero<br />

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<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong><br />

97


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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 668490<br />

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mehr: www.<strong>aerokurier</strong>-markt.de Exposé-Nr 673589<br />

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[ Termine ] OO<br />

22. Oktober<br />

Heessener Dorfstr. 46, 59073 Hamm ✘<br />

präsentiert<br />

von<br />

OO<br />

1. Oktober<br />

37. Flugtag Hausen,<br />

Modellflugspektakel, Flugplatz<br />

Hausen am Albis, Schweiz<br />

Christian Ewald, Chüeweid,<br />

8906 Bonstetten, Schweiz,<br />

Tel.: +41 79 7025084<br />

OO<br />

3. Oktober<br />

19. Oldtimertreffen, Jesenwang<br />

Pro Luftfahrt e.V., Am Flugplatz,<br />

82287 Jesenwang, Tel.: +49 8146<br />

1444, E-Mail: Veranstaltung@<br />

proluftfahrt-jesenwang.de,<br />

www.proluftfahrt-jesenwang.de<br />

OO<br />

8. Oktober<br />

5. Open Acro Cup,<br />

Offener Motorkunstflug-Wettbewerb<br />

(Sportsman/Advanced)<br />

in Hosin, Tschechien<br />

Spins & More, Tel.: +43 664 1900186,<br />

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14./15. Oktober<br />

AOPA Sea Survival Training,<br />

Elsfleth<br />

AOPA-Germany, Verband der<br />

Allgemeinen Luftfahrt, Flugplatz<br />

Außerhalb 27, 63329 Egelsbach,<br />

Tel.: +49 6<strong>10</strong>3 42081, E-Mail:<br />

info@aopa.de, www.aopa.de<br />

AOPA Fluglehrerfortbildung<br />

VFR/IFR, Egelsbach<br />

AOPA-Germany, Verband der<br />

Allgemeinen Luftfahrt e.V., Flugplatz<br />

Außerhalb 27, 63329 Egelsbach,<br />

Tel.: +49 6<strong>10</strong>3 42081<br />

OO<br />

22./23. Oktober<br />

PC-Flugtage, Schleißheim<br />

Deutsches Museum, München, Flugwerft<br />

Schleißheim, Ferdinand-Schulz-<br />

Allee, 85764 Oberschleißheim,<br />

Rainer Pecksen, Flugsimulatorclub,<br />

rainer.pecksen@fsc-ev.de<br />

✘✘1.-3. November<br />

NBAA <strong>2016</strong>, Business Aviation<br />

Convention & Exhibition,<br />

Orlando, Florida, USA<br />

National Business Aviation Association<br />

(NBAA), 1200 G Street NW,<br />

Suite 1<strong>10</strong>0, Washington D.C. 20005,<br />

USA, Tel.: +1 202 783 9000<br />

OO<br />

7. November<br />

Helishow Dubai <strong>2016</strong>,<br />

International Civil and Military<br />

Helicopter Technology &<br />

Operations Exhibitions,<br />

Dubai, Vereinigte Arabische<br />

Emirate<br />

Julia Cuthbert, Tel.: +64 211664822<br />

E-Mail: juliacuthbert@outlook.com<br />

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12. November<br />

41. Internationale Flugzeug-<br />

Veteranen-Teile-Börse,<br />

Technik-Museum Speyer<br />

Flugzeug-Veteranen-Teile-Börse,<br />

Peter Seelinger, Tel.: +49 6341<br />

80906, Mobil: +49 175 5854343,<br />

E-Mail: pseelinger@t-online.de<br />

www.technik-museum.de<br />

OO<br />

3. Dezember<br />

QUAX-Winterzauber,<br />

Flughafen Paderborn<br />

QUAX, Verein zur Förderung von<br />

historischem Fluggerät e.V.,<br />

Tel.: +49 2381 488842,<br />

E-Mail: info@quax-flieger.de<br />

Termine 2017<br />

✘✘<br />

5. – 8. April 2017<br />

AERO, Friedrichshafen<br />

Messe Friedrichshafen, Neue<br />

Messe 1, 88046 Friedrichshafen,<br />

Tel.: +49 7541 708404,<br />

E-Mail: info@messe-fn.de,<br />

www.aero-expo.com<br />

✘✘<br />

Terminankündigungen<br />

Weitere Termine finden Sie bei uns auf der Website<br />

www.<strong>aerokurier</strong>.de. Bitte schicken Sie Ihre Ankündigungen für<br />

den Termin-Service an redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Veranstaltungen mit <strong>aerokurier</strong>-Stand<br />

✘ 22. – 24. Mai<br />

17. EBACE, Genf, Schweiz<br />

European Business Aviation Association,<br />

Avenue de Tervuren 13 a-b/<br />

Box 5, <strong>10</strong>40 Brüssel, Belgien,<br />

Tel.: +32 2 7660070, E-Mail: infoeu@ebace.aero,<br />

www.ebace.aero<br />

OO<br />

9./<strong>10</strong>. September<br />

Fliegerfest Ammerbuch,<br />

Flugplatz Poltringen<br />

Flugsportverein Ammerbuch e.V. ,<br />

Postfach 1<strong>10</strong>2, 7<strong>10</strong>70 Herrenberg,<br />

Tel.: +49 7032 28602,<br />

E-Mail: info@fsv-herrenberg.de,<br />

www.fsv-herrenberg.de<br />

Bei der Flugzeug-Veteranen-Teile-Börse im Technik-Museum Speyer<br />

gibt es allerhand zu entdecken.<br />

Foto: Technik-Museum Speyer<br />

IMPRESSUM<br />

REDAKTION: Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart, Telefon: +49 711<br />

182-2800, Fax: +49 711 182-1781, E-Mail: redaktion@<strong>aerokurier</strong>.de,<br />

Internet: www.<strong>aerokurier</strong>.de<br />

Herausgeber: Michael Pfeiffer Redaktionsleitung: Lars Reinhold<br />

(verantw. i. S. d. Presserechts) Stellv. Chefredakteur: Gerhard<br />

Marzinzik Redaktion: Maximilian Kühnl, Oliver Schenk (Praktikant)<br />

Produktionsleitung: Marion Hyna Schlussredaktion: Jutta<br />

Clever Grafische Konzeption: Harald Hornig Grafik und Layout:<br />

MOTORRAD-Grafik, Ralf Athen, Tobias Rall, Katrin Sdun Repro:<br />

MOTORRAD-Medienproduktion, Stefan Widmann (Ltg.), Catherine<br />

Pröschild (i.V.), Iris Heer, Sabine Heilig-Schweikert Sekretariat: Iris<br />

Schaber Ständige freie Mitarbeiter: Jörg Adam, Bernd Fischer,<br />

Toni Ganzmann, Frank Herzog, Mark Juhrig, Frank Martini, Egon-<br />

Manfred Paech, Holger Weitzel, Helge Zembold<br />

VERLAG: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG Leitung Geschäftsbereich<br />

Motorrad/Luft- und Raumfahrt: Peter-Paul<br />

Pietsch Stellv. Verlagsleitung und Leitung Digitale Medien: Eva-<br />

Maria Gerst Brandmanagement: Natalie Lehn<br />

Anzeigenleitung: Reinhard Wittstamm, Tel.: +49 711 182-2814,<br />

E-Mail: rwittstamm@motorpresse.de Verantwortlich für den<br />

Anzeigenteil: Julia Ruprecht, Tel.: +49 711 182-1548, Fax: -<strong>10</strong>27,<br />

E-Mail: jruprecht@motorpresse.de Vertrieb/Einzelverkauf:<br />

DPV Deutscher Pressevertrieb Vertriebsleitung: Dirk Geschke<br />

Herstellung: Rainer Jüttner<br />

DRUCK: Neef + Stumme GmbH & Co. KG, 29378 Wittingen.<br />

Printed in Germany.<br />

Fotoservice/Syndication/Lizenzen:<br />

Motor-Presse International, Tel.: +49 711 182-01<br />

ABO-SERVICE, 70138 Stuttgart<br />

Telefon +49 711 320 688 99, Telefax +49 711 182-25 50<br />

E-Mail: <strong>aerokurier</strong>@dpv.de<br />

ANSCHRIFTEN: Verlag: Motor Presse Stuttg art GmbH & Co. KG,<br />

Leuschnerstr. 1, 70174 Stuttgart, Postfach, 70162 Stuttgart, Telefon:<br />

+49 711 182-01, Fax: +49 711 182-1349 Ideeller Herausgeber:<br />

Deutscher Aero Club e.V., Hermann-Blenk-Str. 28, 38<strong>10</strong>8<br />

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Der <strong>aerokurier</strong> erscheint monatlich (mit den DAeC-Nachrichten<br />

in der Abonnement-Auflage). Es gilt die Anzeigenpreisliste <strong>2016</strong>.<br />

Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der<br />

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übernommen. (ISSN 0341-1281)<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> <strong>10</strong>3


[ UL/LSA Porträt ]<br />

Der Kiebitz<br />

und sein Vater<br />

Mit dem Kiebitz schuf Michael<br />

Platzer eine kleine Legende<br />

der Ultraleichtszene. Auch<br />

gut 30 Jahre nach dem Erstflug<br />

kann er nicht von seinem<br />

Kind lassen und nimmt noch<br />

immer jedes Exemplar<br />

persönlich ab.<br />

Das Interview führte Oliver Schenk<br />

Herr Platzer, sehen Sie den<br />

Kiebitz als Lebenswerk?<br />

Ja, das kann man so sagen.<br />

In Deutschland sind aktuell<br />

175 Kiebitze zugelassen, weitere 30<br />

sind im Bau oder im Ausland registriert.<br />

Das macht schon stolz. Andererseits<br />

habe ich auch viel geopfert für den<br />

Flieger. Er ist immer das Thema, egal<br />

wo man hinkommt. Das macht nicht<br />

jeder mit.<br />

Was ist das Besondere an der<br />

Konstruktion des Flugzeugs?<br />

Einen Doppeldecker zu bauen ist<br />

schwierig, da aerodynamisch fünf<br />

verschiedene Strömungen beachtet<br />

werden müssen. Es gab aber kein<br />

Vorbild für das Flugzeug, das über<br />

einen Zeitraum von fünf Jahren entstanden<br />

ist. Es dürfte zudem den<br />

Rekord halten, als einziges Muster für<br />

mehr als 15 verschiedene Motoren<br />

zugelassen zu sein. Interessant ist<br />

auch, wie sich das Modell entwickelt<br />

hat. Bei den ersten Kiebitzen wog<br />

die Zelle samt Motor unter 150 Kilogramm.<br />

Sie beraten alle Interessenten,<br />

die einen Kiebitz bauen wollen,<br />

von Anfang an. Welche Voraussetzungen<br />

muss man erfüllen,<br />

um das Projekt zu vollenden?<br />

Ich rate denjenigen vom Bau ab, bei<br />

denen ich den Eindruck habe, dass<br />

sie es nicht durchziehen. Die Hälfte<br />

springt frühzeitig ab. Man kann einen<br />

Kiebitz in 1700 Stunden bauen, es kann<br />

aber auch ein Vielfaches an Zeit kosten.<br />

Die Eigenbauer kommen aus allen<br />

Berufsgruppen, es ist also nicht unbedingt<br />

Voraussetzung, ein Handwerk<br />

gelernt zu haben.<br />

Warum der Name Kiebitz?<br />

Ich wollte meinem Flugzeug keinen<br />

reißerischen Namen geben. In einem<br />

Vogelkundebuch fiel mir ein Vogel auf,<br />

der runde Flügelenden hat, so wie<br />

mein Entwurf. So wurde der Kiebitz<br />

zum Namenspaten.<br />

Fotos: Michael Platzer, Lars Reinhold<br />

Wie halten sie Kontakt zur Kiebitz-<br />

Fangemeinde, die als treu und<br />

verschworen gilt?<br />

Es gibt die Kiebitztreffen, und ich betreue<br />

ja alle Selbstbauer. Dazu nehme<br />

ich jedes Flugzeug persönlich ab,<br />

derzeit etwa fünf bis zehn pro Jahr.<br />

Meine Lebensgefährtin hilft mir dabei.<br />

In Zusammenarbeit mit der „alten<br />

Garde“ gibt es auch einen Mitteilungsdienst.<br />

Der größte und vielleicht wich-<br />

<strong>10</strong>4 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


tigste Effekt des Fliegers ist die Gemeinschaft<br />

derer, die ihn fliegen.<br />

Warum wurde der Kiebitz trotz<br />

des Erfolges nie in Serie gefertigt?<br />

Von Beginn der Konstruktion an war<br />

mir wichtig, dass es ein Selbstbauflugzeug<br />

ist. Denn es sollte kein Flugzeug<br />

sein, das sich nur Wohlhabende<br />

zulegen können. Der Kunde hat eine<br />

gewisse Freiheit beim Bau und der<br />

Individualisierung und wächst so mit<br />

seinem Flugzeug zusammen. Die Sicherheit<br />

ist mir nach wie vor sehr<br />

wichtig, daher der enge Kontakt und<br />

die persönlichen Abnahmen.<br />

Viele Kiebitzbauer passen ihr<br />

Flugzeug individuell an. Was<br />

halten Sie davon?<br />

Alle Abweichungen bedeuten einen<br />

Arbeitsaufwand für mich, da ich mich<br />

um die Zulassung kümmern und das<br />

Handbuch ändern muss. Bisher habe<br />

ich viel nachgegeben ...<br />

Vor dem Kiebitz haben Sie die<br />

Motte konstruiert. War damit der<br />

Weg zum Kiebitz vorgezeichnet?<br />

Bei der ursprünglichen Motte ging es<br />

um Einfachstbau und eine leichte<br />

Konstruktion. Man kann sie als Prototyp<br />

für den Kiebitz sehen. Sie war<br />

wie ihr Nachfolger ein genuiner<br />

Eigenentwurf. Für den Prototyp ging<br />

ich in ein Pflanzengeschäft und kaufte<br />

alle Bambusstangen auf. In das<br />

Gestell baute ich den König-Motor mit<br />

drei Zylindern und 27 PS ein. Der flog<br />

aber zuerst nicht richtig. Erst als das<br />

Gerät mal im Nieselregen stand, bemerkte<br />

ich, wie das einfache Tuch<br />

endlich Spannung bekam. Ich flog<br />

enthusiastisch los, aber der Fahrtwind<br />

trocknete den Flügel und ich plumpste<br />

in den Acker, der labbrige Stoff war<br />

wirkungslos. Mk. II war dann aus<br />

Aluminiumrohr und mit vernünftiger<br />

Bespannung. Insgesamt wurden etwa<br />

60 Motten nach Bauanleitung unter<br />

meiner Überwachung hergestellt.<br />

Sie haben also den Aufschwung<br />

der Ultraleichtszene maßgeblich<br />

mitgestaltet ...<br />

Es war eine internationale Wiedergeburt<br />

der kleinen Fliegerei und eine<br />

ähnliche Pionierstimmung wie Anfang<br />

des 20. Jahrhunderts. Alles wurde<br />

ausprobiert. Zur Zeit der Entstehung<br />

der Motte war fundiertes Wissen Mangelware.<br />

Ich baute sie, um Unfälle zu<br />

vermeiden, da damals noch der Laufstart<br />

in Verbindung mit unzuverlässigen<br />

Motoren üblich war.<br />

Apropos Laufstart: Sie flogen für<br />

die ARD-Sendung „Die Grashüpfer“<br />

einen Lilienthalgleiter, den<br />

Sie selber gebaut haben. Wie kam<br />

das zustande?<br />

Ich habe den Gleiter mit meiner Familie<br />

als Dekoration für einen Fliegerball<br />

gebaut. Der war aber aerodynamisch<br />

nicht zum Fliegen gemacht,<br />

deshalb musste ich für die Produktionsfirma,<br />

die davon erfahren hatte,<br />

einen neuen bauen und sollte den dann<br />

auch fliegen. Deren Angebot war<br />

großzügig, aber man bestand darauf,<br />

dass ich aus zehn Metern Höhe abstürzen<br />

sollte, um Lilienthals Unglücksflug<br />

nachzustellen. Nachdem ich mich<br />

lange genug geweigert hatte, war man<br />

dann einverstanden, stattdessen ein<br />

Dreiviertel-Modell mit Puppe zu opfern.<br />

Haben Sie derzeit außer dem<br />

Kiebitz ein weiteres Projekt?<br />

Ich hatte angefangen, einen Extremflieger<br />

zu entwickeln. Er sollte aerodynamisch<br />

ausgefeilt und sparsam<br />

sein. Die Betreuung der Kiebitze ist<br />

aber sehr zeitaufwendig, und ich<br />

musste mich fragen, wofür so ein Extremflieger<br />

überhaupt gut ist. Wir sind<br />

Luftwanderer, die gerne in der Luft<br />

sind. Wem ist also geholfen, schneller<br />

irgendwo anzukommen? Ich habe<br />

nichts gegen solche Flugzeuge, aber<br />

es ist nicht meine Philosophie. Außerdem<br />

ist so ein Flugzeug in den Händen<br />

unerfahrener Leute nicht ungefährlich,<br />

ihm fehlen nämlich die guten Langsamflugeigenschaften<br />

des Kiebitz. Mit<br />

dem bin ich schon im Regen quer zum<br />

durchweichten Acker gelandet und<br />

wieder gestartet. Wir sollten die Küken<br />

der Fliegerei nicht als Raubvögel<br />

bauen.<br />

ae<br />

Mit Lederhaube und<br />

Fliegerjacke: Bis zu acht<br />

Stunden am Stück ist<br />

Platzer schon im Kiebitz<br />

geflogen.<br />

Alle Pläne sind vom<br />

Konstrukteur selbst<br />

gezeichnet und verlangen<br />

ein Mindestmaß an<br />

technischem Verständnis.<br />

In dieser Serie stellt<br />

der <strong>aerokurier</strong><br />

außergewöhnliche<br />

Persönlichkeiten<br />

aus der Luftfahrt<br />

im Interview vor.<br />

Ein Tüftler und seine Werke<br />

Das Fliegen hat den Maschinenbauingenieur schon immer fasziniert.<br />

Nach der Segelflug- und Motorseglerausbildung konstruiert<br />

Platzer den Eindecker Motte, das erste dreiachsig gesteuerte<br />

Ultraleichtflugzeug Deutschlands. Mit einer Leermasse von 90 Kilogramm<br />

und ebenso viel Zuladung war sie immerhin 125 km/h<br />

schnell. Dafür reichte ein Rotax 462. Einen Bausatz gab es nicht,<br />

nur die Pläne. Spätere Motten erhielten eine Verkleidung. Sein<br />

Lebensprojekt, der Kiebitz, wurde ebenfalls ein reines Selbstbauflugzeug.<br />

Bis heute hat Platzer am Kiebitz immer weiter getüftelt,<br />

brachte eine Version mit Schwimmern in die Luft und konstruierte<br />

eine spezielle Rad-Ski-Kombination, mit der man aus tiefem Schnee starten und auf<br />

einer befestigten Piste landen kann. Sogar ein Tandem, das man zusammengeklappt<br />

im Kiebitzrumpf verstauen kann, hat der Tüftler gebaut. „Es nervt halt, wenn man<br />

irgendwo landet und dann nicht vom Flugplatz weg kommt“, kommentiert er lapidar.<br />

<strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong> <strong>10</strong>5


[ VORSCHAU ]<br />

Das lesen Sie im November<br />

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Heft<br />

11<br />

erscheint am<br />

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<strong>2016</strong><br />

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mit jeder zeitigem Kündigungsrecht.<br />

Detailverliebter Hobby-Historiker<br />

Bird Dog mit Vietnam-Feeling<br />

Aus einer verlebten Cessna Bird Dog hat der italienische<br />

Sammler und Restaurator Andrea Rossetto in fünf Jahren<br />

mühevoller Arbeit einen absoluten Hingucker gezaubert.<br />

Er ging sogar so weit, dass er Beschriftungen wie beim Vorbild<br />

schief aufbrachte. In Wershofen wurde er dafür ausgezeichnet.<br />

Wir bitten um Verständnis, wenn angekündigte Beiträge aus aktuellen Gründen in eine andere Ausgabe verschoben werden.<br />

Fotos: Frank Herzog, Philipp Prinzing, Lars Reinhold, Christian Winter<br />

Kunstflug mal anders<br />

Malen mit dem Flugzeug<br />

Ilka Armitter nutzt ihre Ka 6E nicht nur für<br />

entspannte Segelflüge, sondern auch als<br />

Werkzeug beim Malen. Kunst und Fliegerei<br />

bringt sie auf vielfältige Weise zusammen.<br />

Ed Force One<br />

Eddie hebt ab<br />

Wenn der Bandleader ATPLer ist, reicht ein<br />

Tourbus freilich nicht. Iron Maiden pflegt mit<br />

einer 747 zu reisen, am Steuer sitzt dann<br />

Frontmann Bruce Dickinson persönlich.<br />

Fliegende Sparbüchse<br />

Vier Liter auf <strong>10</strong>0 Kilometer<br />

Mit der MC 30 Luciole hat sich Heinz<br />

Thoma im Eigenbau einen Traum erfüllt.<br />

Zwischenzeitlich drohte das Projekt an<br />

Zulassungsvorschriften zu scheitern.<br />

<strong>10</strong>6 <strong>aerokurier</strong> <strong>10</strong>/<strong>2016</strong>


BOEING 747<br />

Die ungewisse Zukunft<br />

des Jumbos<br />

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