karriereführer wirtschaftswissenschaften 2.2016
Die Kombinierer. Die Digitalisierung wirbelt derzeit sämtliche Bran-chen auf – auch die der Finanzen. Um der Entwicklung Rechnung zu tragen und den Kundenwünschen zu entsprechen, müssen die Finanzinstitute ihre Geschäftsmodelle nicht verändern, jedoch anpassen und ausweiten. Dazu gehören auch neue Vertriebs- und Ertragswege, die bisher nicht zu ihren Kern-
Die Kombinierer. Die Digitalisierung wirbelt derzeit sämtliche Bran-chen auf – auch die der Finanzen. Um der Entwicklung Rechnung zu tragen und den Kundenwünschen zu entsprechen, müssen die Finanzinstitute ihre Geschäftsmodelle nicht verändern, jedoch anpassen und ausweiten. Dazu gehören auch neue Vertriebs- und Ertragswege, die bisher nicht zu ihren Kern-
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Das Jobmagazin für Hochschulabsolventen # 09.2016 – 02.2017<br />
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<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
Hybrides Denken<br />
Fintechs und Investoren<br />
Nachhaltigkeitsmanagement<br />
Buy Side Due Diligence<br />
Transaktionsberatung<br />
Frauen und Finanzen<br />
Aufstiegs-Bafög<br />
Asset-Management<br />
Gut mit Hut<br />
Club der Zeitmillionäre<br />
Gespräche mit:<br />
Prof. Dr. Max Otte<br />
Finanzmarkt-Experte<br />
Barbara Rojahn<br />
Finanzberaterin<br />
Finanzbranche:<br />
Megatrend<br />
Digitalisierung<br />
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Impressum: <strong>karriereführer</strong> <strong>wirtschaftswissenschaften</strong> <strong>2.2016</strong> 7. Jahrgang, 09.2016-02.2017 Das Jobmagazin für Hochschulabsolventen ISSN: 1869-7747 Herausgeber: Walhalla u.<br />
Praetoria Verlag GmbH & Co. KG, Haus an der Eisernen Brücke, 93042 Regensburg, Fon: 0941 5684-0 Fax: 0941 5684-111 E-Mail: walhalla@walhalla.de Web: www.walhalla.de<br />
Verlagsleitung <strong>karriereführer</strong> und Redaktionskonzept: Viola Strüder (verantw.), Redaktionsanschrift: Verlagsbereich <strong>karriereführer</strong> in der Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co.<br />
KG, Weyertal 59, 50937 Köln, Fon: 0221/4722-300 Redaktion dieser Ausgabe: Christoph Berger (verantw.), Prießnitzstraße 41, 01099 Dresden Freie Mitarbeit: André Boße, Stefan Trees<br />
Anzeigen: Meike Goldmann (verantw.) Anzeigendisposition und -technik: Verlag Loss Jonn Meike Goldmann, Neufelder Straße 18, 51067 Köln, Fon: 0221 6161-267 Onlineauftritt: www.<br />
karrierefuehrer.de Grafik: Olaf Meyer Gestaltung, Köln DTP/Lithografie: Köllen Druck+Verlag GmbH, Bonn+Berlin Druck: Westermann Druck GmbH, Georg-Westermann-Allee 66,<br />
38104 Braunschweig, Fon: 0531 708-501, Fax: 0531 708-599 Fotos: Cover: Fotolia/dimj Verlag: Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co. KG, Haus an der Eisernen Brücke,<br />
93042 Regensburg, Fon: 0941 5684-0 Fax: 0941 5684-111 E-Mail: walhalla@walhalla.de Web: www.walhalla.de Geschäftsführer: Johannes Höfer (V.i.S.d.P.). Der <strong>karriereführer</strong> <strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
wird auf 100 % chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Copyright: © Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co. KG, Regensburg. Alle Rechte vorbehalten.<br />
Auszüge dürfen nicht ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Dies gilt auch für die Vervielfältigung per Kopie oder auf CD-ROM sowie die<br />
Aufnahme in elektronische Datenbanken.<br />
1
Inhalt :<br />
Foto: Fotolia/everythingispossible<br />
Foto: Prof. Dr. Max Otte<br />
Foto:<br />
Foto:<br />
Fotolia/Sergey Nivens<br />
Top-Thema<br />
8<br />
2020<br />
Die Zukunft beginnt jetzt: Um dem<br />
Megatrend Digitalisierung gerecht<br />
zu werden, sucht die Finanzbranche<br />
Absolventen mit unterschiedlichsten<br />
Fähigkeiten.<br />
10<br />
Die Zukunft steht Kopf<br />
Für Absolventen geht es um die<br />
Kombination von digitalem Denken<br />
und klassischem Bankgeschäft.<br />
Top-Interview<br />
16<br />
Prof. Dr. Max Otte<br />
Der mehrfach ausgezeichnete<br />
Finanzexperte gilt als einer der<br />
bedeutendsten Analytiker des<br />
Finanzwesens. Seine Ur-Erfahrungen<br />
sammelt er aber in einem ganz<br />
anderen Umfeld.<br />
Special Fintechs<br />
20<br />
Finanzen neu denken<br />
Fintechs bringen neue Ideen in die<br />
Welt der Banken und Versicherungen.<br />
2<br />
# Rettet das Spiel -<br />
Weil leben mehr als funktionieren ist<br />
Redaktionstipp: Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er<br />
spielt. Was Schiller einst dachte, bestätigt heute die Neurowissenschaft.<br />
Im Spiel entfalten Menschen ihre Potenziale, beim Spiel erfahren<br />
sie Lebendigkeit. Vor diesem Hintergrund plädiert der Neurobiologe und<br />
Autor Prof. Dr. Gerald Hüther zusammen mit dem Philosophen, Autor,<br />
Berater und Keynote-Speaker Dr. Christoph Quarch für die Wiederentdeckung<br />
des Spiels: für mehr Kreativität und Lebensfreude in Familie,<br />
Partnerschaft und Beruf. Brandneu, 26.09.2016. Gerald Hüther, Christoph<br />
Quarch: Rettet das Spiel! Hanser 2016. 20 Euro.
<strong>karriereführer</strong>-Titel u.a.<br />
zu den Themen IT,<br />
Wirtschaftswissenschaften und<br />
Frauen in Führungspositionen<br />
gibt es kostenfrei unter<br />
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Foto: EY<br />
Markus Schnabel Barbara Rojahn Ulrike Strelow<br />
Foto: Tom Pingel<br />
Foto: Wiebke Rübel / www.fl ickr.com/photos/a_la_rue<br />
Einsteigen<br />
24<br />
Jung & erfolgreich bei: EY<br />
Wirtschaftsprüfer Markus Schnabel<br />
arbeitet erfolgreich als Manager<br />
Transaction Advisory Services.<br />
Inspiration<br />
26<br />
Spezialisiert!<br />
Kultur-, Buch- und Linktipps.<br />
Frauen in Führung<br />
28<br />
„Zur Selbstverantwortung angeregt“<br />
Finanzberaterin Barbara Rojahn erklärt<br />
das unterschiedliche Anlageverhalten<br />
von Frauen und Männern und<br />
beschreibt, wie sie erfolgreich den Job<br />
mit dem Privatleben verbunden hat.<br />
Ausatmen<br />
32<br />
Das letzte Wort hat… Ulrike Strelow<br />
Mitten im BWL-Studium nahm sie den<br />
Hut. Die heutige Modistenmeisterin<br />
erzählt von ihrer Leidenschaft für<br />
Handwerk und Hüte.<br />
Standard<br />
01 Editorial<br />
01 Impressum<br />
02 Inhalt<br />
04 Inserenten<br />
06 Kurz + knapp<br />
Service<br />
30 Firmenporträts<br />
<strong>karriereführer</strong> crossmedial<br />
Diese Ausgabe erscheint als:<br />
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Mehr dazu: www.karrierefuehrer.de<br />
3
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Inserenten<br />
Foto: Fotolia/Virus Search<br />
Accenture 5<br />
Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG<br />
U3<br />
Der Entrepreneurs Club<br />
U2<br />
DIPLOMA Private Hochschulgesellschaft mbH 21<br />
Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG 15<br />
Hays AG 23<br />
messe.rocks GmbH 25<br />
Mars GmbH 13<br />
R+V Versicherung AG 23<br />
thyssenkrupp Management Consulting 7<br />
Wegweiser Media & Conferences GmbH Berlin 25<br />
4
Kurz+<br />
Service<br />
<strong>karriereführer</strong> finanzdienstleistungen<br />
2007/2008<br />
knapp<br />
Von Christoph Berger<br />
Akzeptanz steht über Profit<br />
Gesellschaftliche Akzeptanz und Mitarbeitermotivation sind für die Nachhaltigkeitsaktivitäten<br />
von großen Unternehmen wichtiger als die Aussicht auf mehr Gewinn und<br />
Profit. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die von der Universität Lüneburg<br />
und der Alanus-Hochschule durchgeführt wurde. Demnach engagieren sich<br />
Unternehmen nicht nur dann für Umwelt und Soziales, wenn sich dies für sie rechnet,<br />
sondern aufgrund einer Legitimitätsorientierung. So geht es den Firmen vor allem um<br />
gesellschaftliche Anerkennung – zudem wollen sie ein Signal nach innen senden.<br />
Denn: Dem konsequenten Nachhaltigkeitsmanagement wird eine große Bedeutung<br />
bei der Mitarbeitermotivation beigemessen. Doch bei allem Engagement: Verfahren<br />
zur Messung des Erfolgs von Nachhaltigkeitsmanagement spielen in den Unternehmen<br />
durchweg eine untergeordnete Rolle. Am häufigsten werden die Kosten der Maßnahmen<br />
gemessen, gefolgt von den Fortschritten bei der Mitarbeitermotivation und<br />
der Unternehmensreputation. Weitere Informationen unter: www.leuphana.de/institute/csm.html<br />
Frauen in der digitalen Transformation<br />
Im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnen sich neue Handlungsräume, um<br />
Frauen und ihre Entwicklung in den Unternehmen zu fördern. Dies sind Ergebnisse des<br />
BMBF-Projekts „Frauen in Karriere – Fokus Forschung und Entwicklung“, das vom Institut<br />
für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF) und der Friedrich-Alexander-<br />
Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wurde und zu dem auch die Untersuchung<br />
von Gestaltungsszenarien in Banken und Versicherungen gehörten. Handlungsspielräume<br />
ergeben sich laut den Wissenschaftlerinnen deshalb, weil das technische<br />
Feld in Forschung und Entwicklung sich ändert und damit für Frauen attraktiver wird,<br />
Kollaboration und Vernetzung ihnen neue Rollen im Arbeits- und Innovationsprozess<br />
öffnen, ein kooperativerer Führungsstil mehr Frauen ins Management bringen kann,<br />
Agilität neue Karrierewege für weibliche Beschäftigte öffnet und weil das mobile und<br />
flexible Arbeiten der Zukunft ihnen mehr Souveränität und Gestaltungsmöglichkeiten<br />
von Arbeit und Leben bietet. Weitere Informationen unter: www.frauen-in-karriere.de<br />
6<br />
Foto: Olaf Meyer<br />
Sicherheit erlebbar machen<br />
Wird den Versicherungsunternehmen die Digitalisierung mit den damit einhergehenden<br />
Veränderungen aufgezwängt oder können sie diese von innen gestalten? Diese<br />
Frage stellte Professor Dr. Florian Elert im Rahmen seiner Antrittsvorlesung „Digitalisierungsentwicklungen<br />
in der Versicherungswirtschaft - Status quo und Ausblick“ an<br />
der HSBA Hamburg School of Business Administration. Seine Antwort lautet: Der<br />
Schlüssel zum Erfolg liegt darin, für Kunden Präventionsmaßnahmen zu entwickeln<br />
und Sicherheit erlebbar zu machen. Die Digitalisierung ermöglicht es, den Kunden in<br />
Echtzeit Präventions- und Schadenmanagementmaßnahmen anzubieten. Es geht<br />
somit nicht mehr nur um die Fähigkeiten, Risiken zu tragen und Schäden zu regulieren.<br />
Ein Wettbewerbsfaktor wird auch sein, die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Ausmaß<br />
von Schäden nachhaltig zu reduzieren. Ganze Branchen, die wegen eines zu<br />
hohen Risikos quasi als nicht versicherbar galten, können durch individuelle Auswertung<br />
von Daten und gezielt eingesetzter Sicherheitstechnik wieder in den Genuss<br />
eines Versicherungsschutzes gelangen. Daten und deren Auswertung sind der Drehund<br />
Angelpunkt. Weitere Informationen unter: www.hsba.de/hsba/departments/<br />
finance-accounting/profil1
Inhouse Consulting<br />
Selbstvertrauen bringt uns voran.<br />
Uns in Frage zu stellen, bringt uns weiter.<br />
Das Vertrauen in die eigenen Stärken hilft, Projekte anzugehen, die eigentlich unmöglich erscheinen.<br />
Weil sich aber die Herausforderungen und Methoden ständig ändern und verbessern, ist es notwendig,<br />
die eigene Arbeitsweise immer wieder zu hinterfragen. Darum rekrutiert thyssenkrupp<br />
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<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Die Zukunft beginnt jetzt<br />
8
Die Kombinierer. Die Digitalisierung wirbelt derzeit sämtliche Branchen<br />
auf – auch die der Finanzen. Um der Entwicklung Rechnung zu tragen und<br />
den Kundenwünschen zu entsprechen, müssen die Finanzinstitute ihre<br />
Geschäftsmodelle nicht verändern, jedoch anpassen und ausweiten. Dazu<br />
gehören auch neue Vertriebs- und Ertragswege, die bisher nicht zu ihren Kerngeschäften<br />
gehörten. Doch dafür braucht es Mitarbeiter, die die „neue“ mit der<br />
„alten“ Welt verknüpfen.<br />
Top-Thema<br />
2020<br />
Die<br />
10<br />
Zukunft steht Kopf<br />
Für Absolventen geht es um die<br />
Kombination von digitalem Denken und<br />
klassischem Finanzgeschäft.<br />
9<br />
Foto: Fotolia/everythingpossible
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Top-Thema<br />
Die Zukunft steht Kopf<br />
Die Finanzbranche<br />
erkennt mehr als früher, dass<br />
Veränderungen ihr guttun.<br />
Vor allem die Möglichkeiten der<br />
Digitalisierung sollen in Zukunft<br />
neue Geschäftsfelder eröffnen.<br />
Damit das gelingt, sucht die Branche<br />
mit Blick auf das Jahr 2020 nach<br />
jungen Leuten, die digital denken<br />
und sich weiterhin auf das klassische<br />
Finanzgeschäft verstehen.<br />
Von André Boße<br />
Wer in der Finanzwelt danach fragt,<br />
welcher Megatrend die Branche bis<br />
2020 in Atem halten wird, erhält in der<br />
Regel eine Antwort. Diese ist übrigens<br />
komplett unabhängig von tagesaktuellen<br />
Aktienkursen oder finanzpolitischen<br />
Entscheidungen. Und auch der<br />
Begriff der „Krise“ spielt keine Rolle.<br />
Der Megatrend der Zukunft – das ist<br />
die Digitalisierung. Diese wird, da sind<br />
sich die Experten einig, die Banken und<br />
auch Versicherungen in den kommenden<br />
fünf Jahren noch weiter durchrütteln.<br />
Dabei geht es einerseits um die<br />
Allgegenwart des Online-Bankings.<br />
„Die Kunden möchten ihre Bankgeschäfte<br />
überall und jederzeit erledigen.<br />
Durch das Smartphone trägt schon<br />
heute jeder seine Filiale in der Hosentasche“,<br />
sagt Stefan Döppes, Recruiter<br />
im Bereich Personal bei der ING-DiBa.<br />
Der Kunde hat sich längst an den Komfort<br />
digitaler Lösungen gewöhnt. Viele<br />
möchten mehr: Noch smartere Apps,<br />
die noch mehr Möglichkeiten bieten.<br />
Und das bei größtmöglicher Sicherheit.<br />
Doch hier hören die Entwicklungen der<br />
Digitalisierung noch lange nicht auf.<br />
Das Privatkundengeschäft ist wichtig.<br />
Und insbesondere mit Blick auf Firmenkunden<br />
ergeben sich durch die<br />
Digitalisierung weitere neue Handlungsoptionen<br />
und Geschäftsfelder. Im<br />
Zuge der Industrie 4.0 zum Beispiel<br />
werden Lieferketten und Produktionsprozesse<br />
immer transparenter. Für die<br />
Banken ergeben sich auf diese Weise<br />
neue Einblicke in das, was ihre Firmenkunden<br />
mit dem Geld tun, das sie von<br />
ihrer Bank erhalten haben. Je nach Einzelfall<br />
kann Liquidität somit passgenau<br />
ermöglicht oder das Risiko einer Transaktion<br />
besser eingeschätzt werden.<br />
Kurz, die Banken und auch die Versicherungen<br />
nehmen deutlich direkter<br />
an den Prozessen teil.<br />
Hier können die Unternehmen der<br />
Finanzbranche also punkten. Eine<br />
wichtige Voraussetzung dafür ist<br />
jedoch das Verständnis, dass die Digitalisierung<br />
nicht im Vorbeigehen erledigt<br />
und in die eigene Unternehmenskultur<br />
integriert werden kann. „Die<br />
digitale Transformation im Banksektor<br />
führt zu einer immens hohen Zahl an<br />
Veränderungs- und Anpassungsprojekten,<br />
bei denen die bisherigen Strukturen<br />
quasi auf den Kopf gestellt werden“,<br />
sagt Mario Zillmann, Experte für<br />
das Finanzwesen beim Branchen-Analyse-Unternehmen<br />
Lünendonk. Die<br />
Bank, das war für Unternehmen und<br />
Privatkunden viele Jahre lang eine Welt<br />
mit klar definierten Feldern. Da gab es<br />
das eigene Konto, den eigenen Kredit,<br />
das eigene Depot. „Diese Dinge stehen<br />
immer weniger im Fokus“, sagt Zillmann.<br />
„An die Stelle tritt das Kundenerlebnis.<br />
Oder auf neudeutsch: die<br />
customer journey.“ Und dieser werde<br />
zunehmend digital. „Den Banken muss<br />
es demnach endlich gelingen, ihre tra-<br />
10
Foto: Fotolia/everythingpossible<br />
ditionellen Geschäftsprozesse, die aus<br />
dem Filialgeschäft sowie einzelnen<br />
Segmenten wie Wertpapier, Zahlungsverkehr<br />
und Privat- sowie Geschäftskunden<br />
bestehen, miteinander zu verzahnen“,<br />
so der Experte. Ferner arbeiteten<br />
viele Banken massiv daran, digitale<br />
Bankingplattformen aufzubauen. Zillmann:<br />
„Das Ziel ist es, die Kunden über<br />
verschiedene Kommunikationskanäle<br />
wie E-Mail, Social Media, Webseite<br />
oder Call Center zu betreuen – und<br />
zwar durchgängig.“ Um diese Interaktion<br />
aufzubauen und reibungslos zu<br />
ermöglichen, stehen digitale Themen<br />
wie Clouds, Big Data und IT-Security<br />
besonders im Fokus. Als ein weiteres<br />
Megathema mit Digitalisierungshintergrund<br />
nennt Mario Zillmann die Automatisierung<br />
von Geschäftsprozessen.<br />
„Der Wertpapierhandel erfolgt bereits<br />
heute stark automatisiert“, sagt der<br />
Finanzbranchen-Kenner von Lünendonk.<br />
Viele Banken und auch Versicherungen<br />
setzten zudem seit einiger Zeit<br />
Big Data Analytics ein – also digitale<br />
Methoden, um die Vielzahl von gesammelten<br />
Daten über Kunden und ihr<br />
Verhalten so zu bearbeiten, dass sie<br />
wertvolle Informationen hergeben, die<br />
sich für die Finanzunternehmen nutzen<br />
lassen. Zum Einsatz kommen diese<br />
Tools in erster Linie, um die Kreditprüfung<br />
zu automatisieren oder Kundengruppen<br />
sinnvoll zu segmentieren und<br />
damit passgenauer anzusprechen. Hier<br />
zeigt sich dann, dass Datenanalyse und<br />
Kundenkommunikation nur dann sinnvoll<br />
sind, wenn sie tatsächlich eng miteinander<br />
verzahnt sind.<br />
Als Executive Director für das international<br />
agierende IT-Unternehmen GFT<br />
Technologies SE begleitet Bernd-Josef<br />
Kohl viele Unternehmen der Finanzbranche<br />
auf ihrem Weg. Seine Einschätzung<br />
zum Status Quo der Digitalisierung:<br />
„Es geht voran. Jedoch langsam.“<br />
Viele Akteure der Finanzbranche<br />
intensivieren aktuell ihre Überlegungen<br />
und fragen sich, was die Digitalisierung<br />
für sie konkret bedeutet. „Hier<br />
sind die Ansätze natürlich sehr verschiedenen,<br />
je nach Geschäftsmodell.“<br />
Vor allem mit Blick auf die organisatorischen<br />
Aspekte wird diese Entwicklung<br />
für viele Banken und Versicherungen<br />
ein echter Prüfstein. Die Unternehmen<br />
der Finanzwelt sind traditionell<br />
sehr hierarchisch aufgestellt. Es gibt<br />
viele festzementierte Strukturen, in<br />
denen es sich über so einige Jahre<br />
angenehm und erfolgreich arbeiten<br />
ließ. Die Digitalisierung jedoch stellt<br />
branchenübergreifend neue Anforderungen.<br />
Weil es hierbei eben nicht nur<br />
darum geht, ein neues Geschäftsfeld<br />
zu implementieren, sondern weil es<br />
eine Veränderung ist, die alle Bereiche<br />
in hohem Maße beeinflusst. „Viele<br />
Banken und Versicherungen versuchen<br />
zunächst einmal, die digitale Transformation<br />
zentral und über die herkömmliche<br />
Struktur zu organisieren“, sagt<br />
Kohl. Dabei ergibt sich oft das Problem,<br />
dass die zur Umsetzung definierten<br />
Mitarbeiter sehr leidenschaftlich an<br />
das Thema herangehen, diese Personen<br />
jedoch in der Hierarchie nicht weit<br />
genug oben angesiedelt sind, um die<br />
notwendigen Entscheidungen zu treffen.<br />
„Wir empfehlen daher gerade den<br />
Manager bewerten Digitalisierung<br />
positiv<br />
Für den Odgers Berndtson Executive<br />
Panel wurden Manager gefragt, wie sie<br />
die aktuellen Veränderungsprozesse<br />
durch die Digitalisierung/Industrie 4.0<br />
wahrnehmen. Demnach empfinden drei<br />
Viertel der Befragten die Veränderungen<br />
als positiv. Dies gilt sowohl für das berufliche<br />
als auch das private Umfeld. 24 Prozent<br />
sehen die Entwicklung mit gemischten<br />
Gefühlen und nur 1,4 Prozent eher<br />
negativ.<br />
Quelle: www.odgersberndtson.com<br />
11
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Top-Thema<br />
Foto: Fotolia/everythingpossible<br />
Versicherungen 2020<br />
In der von der HUK Coburg Versicherung<br />
in Zusammenarbeit Unify erstellten<br />
Trendstudie „Versicherungen 2020“ werden<br />
28 Strategieempfehlungen<br />
für die Branche beschrieben, um die<br />
Versicherungsunternehmen zukunftsfähig<br />
zu machen. Zudem werden in<br />
ihr sechs wichtige Trendfelder<br />
detailliert vorgestellt:<br />
- Kundensegmente und Kaufkriterien<br />
- Kanäle & Technologien<br />
auf dem Weg zum Kunden<br />
- Arbeitsweisen & Struktur der Versicherer<br />
- Neue Werte und Unsicherheiten<br />
- Neue Unsicherheiten<br />
werden zu Produktchancen<br />
- Eigenschaften von Zukunftsprodukten<br />
der Versicherungen<br />
Quelle: www.2bahead.com<br />
Banken, innovative Ideen außerhalb<br />
der hierarchischen Organisation zu<br />
entwickeln. Diese Innovationen müssen<br />
dann jedoch konsequent – von<br />
„oben“ – als Teil der digitalen Transformation<br />
des Unternehmens in die Linie<br />
eingebettet werden“, sagt Kohl. Immer<br />
mehr Unternehmen verstehen dies,<br />
und finden neue Wege, um Transformations-Teams<br />
zu bilden. „Entscheidend<br />
ist es, die Mitarbeiter in den Filialen<br />
oder die Kundenbetreuer einzubinden.<br />
Das gibt insbesondere den jungen<br />
Leuten, die dort tätig sind, die Chance,<br />
sich stärker einzubringen.“<br />
Hier wird deutlich, dass die digitale<br />
Transformation bei den Banken einen<br />
Prozess in Gang setzt, der die Unternehmenskultur<br />
der Firmen nachhaltig<br />
verändern wird. Die Trendstudie „Bank<br />
und Zukunft 2015“ des Fraunhofer Instituts<br />
für Arbeitswirtschaft und<br />
Organisation(IAO) zeigt, dass die Banken<br />
selber sehr daran interessiert sind,<br />
wandelbarer zu werden. Als bedeutsamen<br />
Treiber für die Veränderungen<br />
betrachten die Unternehmen dabei<br />
ihre eigenen Mitarbeiter. Gesucht werden<br />
explizit junge und dynamische<br />
Leute, die aus anderen Motiven bei<br />
einem Unternehmen der Finanzbranche<br />
einsteigen, als dies noch vor einigen<br />
Jahren der Fall war. „Früher fingen<br />
junge Leute bei der Bank an, weil das<br />
Geschäft und die Karrierelaufbahn stabil<br />
und vorhersehbar waren“, sagt<br />
Bernd-Josef Kohl von GFT. „Das ist<br />
heute anders. Es gibt keine klassischen<br />
Karrieregarantien mehr. Mitarbeiter –<br />
gerade Berufseinsteiger – müssen sich<br />
darauf einstellen, dass sie sich bewegen<br />
und digital vom Kunden her denken<br />
müssen, um voran zu kommen.“<br />
Was diese Beweglichkeit bedeutet,<br />
beschreibt Rainer Konder, Bereichsleiter<br />
Human Ressources Products bei<br />
der Postbank. Da schon heute alle<br />
Abläufe und Prozesse digitalisiert sind,<br />
dürfen Einsteiger im Umgang mit<br />
neuen Technologien und Anwendungsmöglichkeiten<br />
keine Berührungsängste<br />
haben. „Die Möglichkeiten<br />
der Digitalisierung eröffnen<br />
Banken komplett neue Möglichkeiten<br />
– vom Kundenerlebnis und dem Vertrieb<br />
bis hin zur Ausgestaltung interner<br />
Prozesse und Datenmanagement.“<br />
Das alles seien Themen, die nur mit<br />
digitalem Spezialwissen weiterentwickelt<br />
werden können. „Daher sind Einsteiger<br />
mit Kenntnissen in Programmiersprachen,<br />
Online-Marketing oder<br />
Webdesign sehr gesucht“, so der Personalverantwortliche.<br />
Eine Einschätzung,<br />
die der Lünendonk-Experte<br />
Mario Zillmann unterstreicht: „Jüngere<br />
Leute sind begehrt, denn die meisten<br />
Banken kämpfen mit dem demografischen<br />
Wandel.“ Durch die Digitalisierung<br />
haben sich die<br />
Stellenanforderungen gewandelt.<br />
„Gefragt sind sowohl Bankfachleute<br />
mit hoher Digitalkompetenz als auch<br />
IT-Experten, die die Grundzüge des<br />
Bankgeschäfts kennen.“ Auch bei der<br />
ING-DiBa vertritt man die Ansicht,<br />
dass IT-Know-how zu einem immer<br />
wichtigeren Punkt im Bewerberprofil<br />
wird. „Generell lässt sich zudem feststellen,<br />
dass zur Bewältigung der ste-<br />
12
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<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Top-Thema<br />
Foto: Fotolia/<br />
Digitalisierter Handel<br />
Nicht nur die Finanzbranche, auch der<br />
Handel ist von der Digitalisierung betroffen.<br />
So gab der Handelsverband Deutschland<br />
dieses Jahr bekannt: Wachstumstreiber<br />
der Branche ist der Online-Handel.<br />
Von derzeit elf Prozent soll der Umsatzanteil<br />
in diesem Segment bis zum Jahr 2020<br />
auf bis zu 20 Prozent ansteigen. Und auch<br />
für das laufende Jahr rechnen die Multichannel-Händler<br />
mehrheitlich mit einer<br />
Steigerung ihrer Online-Umsätze. 46,3<br />
Milliarden Euro werden für 2016 prognostiziert.<br />
Foto: Fotolia/Constantinos<br />
Quelle: www.einzelhandel.de<br />
tig steigenden Komplexität Praxiserfahrungen<br />
immer bedeutsamer werden“,<br />
sagt der Recruiter Stefan<br />
Döppes.<br />
Hier äußert sich der Wunsch der Banken,<br />
mit den jungen Digital Natives frischen<br />
Wind in das Finanzwesen zu<br />
bringen. Die Fraunhofer-Studie zeigt,<br />
dass viele Banken das strategische Ziel<br />
verfolgen, „aus dem bestehenden Kundenstamm<br />
mehr Geschäft zu generieren.“<br />
Im Fokus steht nicht mehr unbedingt<br />
die Jagd nach immer neuen Kunden,<br />
sondern der Ansporn, diese<br />
erfolgreich zu binden, mit Serviceleistungen<br />
zu begeistern und das eigene<br />
Business so zu erweitern. Hier ist<br />
unternehmerisches und strategisches<br />
Denken gefragt. „Banken könnten sich<br />
zum Beispiel Gedanken darüber<br />
machen, wie es schneller und flexibler<br />
möglich sein kann, bislang bankfremde,<br />
innovative Dienstleistungen zu entwickeln“,<br />
sagt Bernd-Josef Kohl von<br />
GFT. Ein Thema seien hier zum Beispiel<br />
so genannte White-Label-Dienstleistungen:<br />
Die Bank bietet eine Lösung<br />
an, zum Beispiel für eine neue Finanz-<br />
App oder zur Adressverifikation, wird<br />
dabei für den Kunden als Dienstleister<br />
jedoch überhaupt nicht sichtbar. Das<br />
ist eher ungewöhnlich, weil Banken es<br />
bislang gewohnt sind, ihre Tätigkeiten<br />
nach außen hin sehr deutlich sichtbar<br />
zu kommunizieren. Dass Geld auch auf<br />
andere, stillere Art verdient werden<br />
kann, ist für viele der neueren Player<br />
der Finanzbranche – insbesondere die<br />
Start-Ups – völlig normal. Die großen<br />
Institute müssen das in vielen Fällen<br />
erst noch lernen und umsetzen. Wobei<br />
sie auch hier auf das Know-how innovativ<br />
denkender junger Mitarbeiter<br />
angewiesen sind.<br />
Wobei eines nicht passieren wird: Die<br />
Banken mögen zwar digitaler werden –<br />
aber sie bleiben in den allermeisten<br />
Fällen weiterhin eine Bank. Eine Voll-<br />
Digitalisierung wie im Handel, wo ein<br />
persönlicher Kontakt selbst bei größeren<br />
Anschaffungen immer seltener<br />
wird, wird die Finanzbranche wohl<br />
nicht erleben. Schließlich dreht sich das<br />
Geschäft um etwas, das dem Kunden<br />
besonders nahegeht – das Geld. Mit<br />
Blick auf die Möglichkeiten des Onlineund<br />
Smartphone-Bankings zeigten die<br />
Kunden ein hybrides Verhalten, sagt<br />
Bereichsleiter Human Ressources Products<br />
Rainer Konder. „Sie informieren<br />
sich vorab online. Danach suchen sie<br />
jedoch das persönliche Beratungsgespräch,<br />
um den Entscheidungsprozess<br />
abzuschließen. Je komplexer und wichtiger<br />
das Thema für den Kunden ist,<br />
umso wichtiger wird dabei das<br />
Gespräch mit dem Berater.“ Einsteiger,<br />
die sich für eine Vertriebskarriere entscheiden,<br />
sollten daher weiterhin<br />
unbedingt gute Kenntnisse in Bereichen<br />
wie Aufgeschlossenheit, Flexibilität<br />
und emotionale Intelligenz mitbringen.<br />
„Der Berater sollte sich auf Augenhöhe<br />
mit dem Kunden über Foren und<br />
Websites austauschen können und die<br />
sich daraus ergebenden Anknüpfungspunkte<br />
für das Beratungsgespräch nutzen.“<br />
Alles digital? Eben nicht. Das<br />
Gespräch übers Geld und unter vier<br />
Augen wird es auch weiterhin geben.<br />
14
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und umsetzen, sämtliche Sortimentsbereiche<br />
kennenlernen, spannende Auslandseinsätze<br />
absolvieren – meine Erwartungen wurden mehr<br />
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<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Der Finanzmarkt-Experte. Seit Prof. Max Otte bereits im Jahr 2006 die<br />
Finanzkrise vorhersagte, gilt der deutsch-amerikanische BWL-Professor als einer der<br />
bedeutsamsten Analytiker des Finanzwesens. Im <strong>karriereführer</strong>-Interview begründet<br />
er, warum die Branche mehr Intellekt benötigt und er lieber laute Rockmusik als Golf<br />
spielt. Die Fragen stellte André Boße.<br />
Prof. Dr. Max<br />
Otte<br />
16
17
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Top-Interview<br />
”<br />
Forschung konnte früher bedeuten, dass jemand<br />
vier Jahre lang scheinbar nichts tut – und dann<br />
eine große Entdeckung macht.“<br />
Herr Prof. Otte, Sie haben bei einem<br />
Vortrag im vergangenen Jahr mit Blick<br />
auf die Finanzbranche die Begriffe<br />
„Krise 2.0“ und „Endspiel“ benutzt.<br />
Sollten diese Zustände einen Einsteiger<br />
entmutigen – oder die Lust auf den<br />
Karrierestart noch erhöhen?<br />
Gute Leute werden immer gebraucht.<br />
Hinzu kommt: In heißen Phasen wird<br />
generell viel durcheinandergewirbelt.<br />
Passiert das, bin ich lieber jung als alt,<br />
denn gerade, wenn viel passiert, eröffnen<br />
sich spannende und außergewöhnliche<br />
Karrierewege. Um diese zu nutzen,<br />
muss man jedoch zu den höchstens 20<br />
Prozent der Absolventen gehören, die<br />
beweglich sind, sich auf Netzwerken<br />
verstehen und Chancen nicht nur<br />
erkennen, sondern auch annehmen.<br />
Was ist mit den anderen 80 Prozent?<br />
Die wollen Sicherheit und suchen von<br />
Beginn an nach ihr. Und zwar auch<br />
dann noch, wenn sie bereits ahnen,<br />
dass es diese nicht mehr gibt.<br />
Bereiten die Hochschulen die Absolventen<br />
auf die heiße Phase der Finanzbranche<br />
vor?<br />
Leider nicht. Es wird den jungen Menschen<br />
immer weniger breites Denken,<br />
weniger Reflexion nahe gebracht. Stattdessen<br />
geht es darum, Fachwissen einzutrichtern,<br />
Lehrpläne abzuarbeiten. So<br />
sind Wissensfabriken entstanden, in<br />
denen die so wichtige Meta-Ebene vollkommen<br />
vergessen wird.<br />
Was meinen Sie damit konkret?<br />
Zum einen fehlt die Interdiszplinarität.<br />
Zum anderen wird versucht, Dinge, die<br />
eigentlich nur qualitativ zu messen<br />
sind, quantitativ zu bewerten. Forschung<br />
konnte früher bedeuten, dass<br />
jemand vier Jahre lang scheinbar nichts<br />
tut – und dann eine große Entdeckung<br />
macht. Das funktioniert heute nicht<br />
mehr. Die Studierenden müssen produzieren,<br />
das Denken wird dadurch abgeschafft.<br />
In der Folge ist ein großer Anteil<br />
der BWL-Abgänger genormt.<br />
Was raten Sie jungen Menschen, wie<br />
kann man in dieser Hinsicht eigenverantwortlich<br />
aufrüsten?<br />
Ich empfehle, zwischen Uni und Job-<br />
Einstieg oder in einer frühen Phase der<br />
Karriere ein Jahr lang mal etwas ganz<br />
Anderes zu machen. Das kann zum Beispiel<br />
eine intensive lange Reise sein –<br />
aber bitte auf eigene Faust und nicht<br />
nur im Rahmen eines fachlichen Austauschprogramms,<br />
bei dem dann doch<br />
wieder alles vorgedacht ist. Es geht<br />
darum, selber etwas zu organisieren<br />
und eine Aufgabe zu identifizieren. Die<br />
Chancen stehen gut, dass sich irgendwann<br />
ein Arbeitgeber findet, der diese<br />
Erfahrungen honoriert. Denn wer sich<br />
mit künstlerischen, sozialen, politischen<br />
oder historischen Themen<br />
beschäftigt, lernt eine andere Art des<br />
Denkens. Diese benötigt man später,<br />
wenn man im Beruf in der Finanzwelt<br />
nicht nur vorankommen, sondern auch<br />
einen Unterschied machen möchte.<br />
Einsteiger können auch das Glück<br />
haben, im Unternehmen einen Mentor<br />
zu treffen, der ihnen dieses Denken<br />
beibringt. Aber dass man einem solchen<br />
Menschen begegnet, ist heute<br />
keine Selbstverständlichkeit mehr.<br />
Auch in den Unternehmen haben es<br />
Menschen, die sich als Unternehmer,<br />
Innovatoren und Hinterfrager betrachten<br />
und so handeln, nicht leicht.<br />
Interessant ist dabei, dass Personaler<br />
gerne behaupten, genau solche Leute<br />
zu suchen.<br />
Na ja, häufig heißt die Devise: „Wasch<br />
mir den Pelz, aber mach mich nicht<br />
nass.“ Ja, die Leute sollen unternehmerisch<br />
denken. Aber sich an das Unternehmen<br />
anpassen sollen sie sich eben<br />
auch. Das ist nun wirklich nicht einfach<br />
unter einen Hut zu bekommen. Hinzu<br />
kommt, dass besonders in der Finanzbranche<br />
der Spielraum für eigenes und<br />
freies Handeln sehr eng begrenzt ist.<br />
Die Unternehmen der Finanzbranche<br />
sind in der Bürokratie gefesselt. Das<br />
widerspricht der Idee der freien Wirtschaft,<br />
nach der ein Unternehmen<br />
machen kann, was es will, solange es<br />
keine Gesetze bricht. Heute ist es so,<br />
dass die Akteure in einem Finanz-<br />
Unternehmen persönlich dafür haftbar<br />
gemacht werden können, wenn sie<br />
ökonomische Entscheidungen getroffen<br />
haben, die sich rückblickend als<br />
falsch erweisen. In der Folge handeln<br />
diese Akteure nicht mehr unternehmerisch,<br />
sondern denken die Regularien<br />
immer schon mit.<br />
Nun bietet die Finanzbranche Einsteigern<br />
einige Optionen. Welcher Bereich<br />
ist dabei für welchen Typ geeignet?<br />
Es gibt vier bedeutsame Felder mit tatsächlich<br />
sehr verschiedenen Schwerpunkten.<br />
Da ist auf der einen Seite das<br />
Kreditgeschäft, das derzeit ein wenig<br />
an Attraktivität eingebüßt hat, weil<br />
hier die Regulierungen die Mitarbeiter<br />
besonders einengen. Zweitens das<br />
Investment-Management, also Fondsund<br />
Asset-Management – ein spannendes<br />
Feld, in dem man auch seine<br />
intellektuelle Ader ausleben kann. Drittens<br />
das Investment-Banking, das mit<br />
dem vorher erwähnten Investment-<br />
Management nur wenig zu tun hat.<br />
Investment-Banking, das sind die<br />
schnellen Deals. Für viele Einsteiger ist<br />
das die Königsdisziplin, gefragt sind<br />
messerscharfe Analytiker und Draufgänger.<br />
Für Menschen, die über viel<br />
Fachwissen verfügen und den direkten<br />
Umgang mit Kunden schätzen, ist<br />
18
Foto: Fotolia/ Africa Studio<br />
Foto: Prof. Otte<br />
neben dem Kreditgeschäft viertens das<br />
Private-Banking ein passender Bereich.<br />
Ihnen liegt als unabhängiger Fondsmanager<br />
das Investment-Management<br />
besonders am Herzen. Warum<br />
kommt es hier eben auch auf intellektuelle<br />
Fähigkeiten an?<br />
Die moderne Ökonomie behauptet<br />
gerne, die modernen Märkte seien effizient.<br />
Das ist grundfalsch. Die Ansicht<br />
hält sich dennoch weiter dogmatisch.<br />
Wäre sie richtig, könnten Sie sich das<br />
Investment-Management sparen.<br />
Denn hier geht es schließlich darum,<br />
zu entschlüsseln, wo das Verhältnis<br />
zwischen Chance und Risiko gut ist –<br />
und wo es eher weniger gut ist. Um<br />
das herauszufinden, muss ich konträr<br />
denken. Ich muss wissen, wo die Märkte<br />
eben nicht effizient sind, und was<br />
daraus folgt. Sprich: Ich bin immer<br />
mindestens einen Schritt weiter, erkenne<br />
Widersprüche – und das verlangt<br />
nach intellektuellen Fähigkeiten.<br />
Wie wichtig sind in diesem Sinne psychologische<br />
Fähigkeiten?<br />
Gerade im Asset-Management ist Psychologie<br />
wichtig. Man darf sich aber nie<br />
von der Psychologie dominieren lassen.<br />
An den Märkten ist die Psychologie<br />
nämlich zwar kurzfristig sehr mächtig.<br />
Mittel- und langfristig jedoch setzt sich<br />
die Mechanik durch, sprich: die tatsächlichen<br />
Fakten. Daraus folgt, dass man<br />
nicht versuchen sollte, aus dem Bauch<br />
heraus psychologische Faktoren zu erraten.<br />
Das kann schon deshalb nicht funktionieren,<br />
weil die psychologischen<br />
Effekte sehr flüchtig ist. Grundlage<br />
müssen daher die ökonomischen Realitäten<br />
bleiben. Erfolgreich ist, wer sich<br />
von der Psychologie frei machen kann.<br />
Was wiederum nur geht, wenn man<br />
sich hier sehr gut auskennt. Dazu zählt<br />
übrigens auch, den Einfluss der eigenen<br />
Psyche zu erkennen und aus der Analyse<br />
herauszulassen. Damit haben viele<br />
junge Asset-Mananger zu Beginn ihrer<br />
Laufbahn Probleme – ich übrigens zu<br />
Beginn auch.<br />
Sie haben ein lautes Hobby: Sie verfügen<br />
über eine große Sammlung elektrischer<br />
Gitarren und spielen in einer<br />
Rockband. Was gibt es Ihnen, es am<br />
Feierabend mal krachen zu lassen?<br />
Andere spielen Golf, ich spiele E-Gitarre.<br />
Es gibt ein Buch des Journalisten Moritz<br />
von Uslar, „Deutschboden“, in dem er<br />
eine drei Monate lange Auszeit in der<br />
Provinz von Brandenburg beschreibt.<br />
Darin beschreibt er den Besuch bei einer<br />
Band und berichtet dabei von der Urgewalt,<br />
die einen trifft, wenn vier Menschen<br />
an ihren Rockinstrumenten loslegen.<br />
Hier entsteht eine unglaubliche<br />
Energie – und ich gebe von Uslar Recht,<br />
es handelt sich um eine Ur-Erfahrung.<br />
Ich kann nur jeden bedauern, der das<br />
noch nicht erleben durfte.<br />
Weil er lieber Golf spielen geht.<br />
Wenn es um Job-Talk geht, ist Golf vielleicht<br />
besser. Aber mit der kathartischen<br />
Erfahrung einer Bandprobe kann<br />
es diese Beschäftigung in keiner Weise<br />
aufnehmen.<br />
Nachdem Sie 2006 als einer der ersten<br />
die Finanzkrise vorausgesagt haben,<br />
gelten Sie als eine Art Orakel. Verändert<br />
der EU-Austritt Großbritanniens<br />
die Finanzbranche?<br />
Ob der Brexit kommt oder mit aller<br />
Konsequenz umgesetzt wird, sei dahingestellt.<br />
Das britische Volk wollte es,<br />
aber die Eliten wollen etwas anderes.<br />
Sollte er aber weitgehend umgesetzt<br />
werden, würde sich Großbritannien<br />
selbst schaden. Gleichzeitig wäre es<br />
eine Riesenchance für den Finanzplatz<br />
Frankfurt.<br />
Zur Person<br />
Max Otte (geboren als Matthias Otte<br />
am 7. Oktober 1964 in Plettenberg) studierte<br />
zunächst BWL, VWL und Politik<br />
an der Uni Köln. In Washington und<br />
Princeton setzte er seine Studien mit<br />
dem Schwerpunkt Finanzwesen fort.<br />
Nach Tätigkeiten als Assistant Professor<br />
in Boston oder wissenschaftlicher Mitarbeiter<br />
an deutschen Hochschulen ist<br />
er seit 2001 BWL-Professor an der Hochschule<br />
Worms. Als Publizist sorgte Max<br />
Otte 2006 mit seinem Buch „Der Crash<br />
kommt. Die neue Weltwirtschaftskrise<br />
und wie sie sich darauf vorbereiten“ für<br />
Aufsehen, in dem er den Zusammenbruch<br />
des US-Immobilienmarkts und<br />
die folgende Bankenkrise vorhersagte.<br />
2008 legte Otte mit seinem Institut für<br />
Vermögensentwicklung einen ersten<br />
eigenen Investmentfonds auf. Seit 2011<br />
besitzt er eine Professur am Institut für<br />
Unternehmensführung der Uni Graz.<br />
Er ist Börsianer der Jahre 2009, 2010<br />
und 2011. In seiner Freizeit spielt Max<br />
Otte leidenschaftlich E-Gitarre – am<br />
liebsten Blues-Rock im Stil von ZZ Top.<br />
19
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Special Fintechs<br />
Finanzen neu denken<br />
Junge Finanzunter nehmen<br />
wirbeln seit einigen Jahren die<br />
Finanzbranche auf. Zugute kam<br />
ihnen dabei sowohl die Finanzkrise<br />
als auch die neuen Möglichkeiten<br />
der Digitalisierung. Doch so<br />
ganz kommen sie ohne die<br />
etablierten Geld- und<br />
Versicherungshäuser nicht aus.<br />
Von Christoph Berger<br />
Das hinter dem deutschen Fintech<br />
Auxmoney stehende Prinzip ist denkbar<br />
einfach: Einer braucht Geld, viele<br />
geben es. Das Düsseldorfer Unternehmen<br />
bringt private Kreditnehmer mit<br />
privaten Anlegern zusammen. Die<br />
Abwicklung erfolgt auch hierbei über<br />
eine Bank, allerdings einfacher als über<br />
den klassischen Bankprozess. Kreditnehmer<br />
geben ihren Wunschbetrag<br />
und ihr Investitionsziel in einer Online-<br />
Anfrage an. Nach kurzer Zeit erhalten<br />
sie bereits eine Zu- oder Absage. Da die<br />
hohen Bearbeitungskosten der traditionellen<br />
Banken wegfallen, profitiert<br />
der Kreditnehmer von besseren Kreditchancen,<br />
die Anleger von hohen Renditen.<br />
Und auch hierbei wird die Bonität<br />
der Antragsteller überprüft. Derzeit<br />
werden etwa 20 Prozent der Kreditanfragen<br />
angenommen.<br />
Auxmoney ist nicht das einzige Startup,<br />
ein sogenanntes Fintech beziehungsweise<br />
Finanztechnologieunternehmen,<br />
das sich rein auf die Kreditvergabe<br />
spezialisiert hat. Auch Kreditech<br />
oder Smava sind Beispiele aus Deutschland,<br />
die ihr Geschäftsmodell nach dem<br />
US-Vorbild Lending Club aufgebaut<br />
haben und in diesem Banksegment in<br />
Wettbewerb zu den traditionellen Geldhäusern<br />
getreten sind. „Fintechs sind<br />
Monoliner, die auf ein Produkt fokussiert<br />
sind“, erklärt Dr. Ingo Kipker, Partner<br />
beim Beratungsunternehmen Horváth<br />
& Partners und Spezialist für die<br />
jungen Finanzunternehmen, das<br />
Geschäftsmodell der neuen Marktteilnehmer.<br />
Diese Konzentration führe bei<br />
den Anbietern zu innovativen Ansätzen<br />
und straffen Prozessen – auch mithilfe<br />
der Möglichkeiten, die der Digitalisierung<br />
entspringen. So werde das Produkt<br />
dann schließlich bestmöglich auf die<br />
Kunden ausgerichtet – mit großem IT-<br />
Know-how und über unterschiedlichste<br />
Vertriebskanäle. Die Nutzer würden so<br />
mit einem prinzipiell bekannten Produkt<br />
ganz neue Erfahrungen sammeln,<br />
die sogenannte customer experience.<br />
„In Deutschland ist den Fintechs der<br />
große Durchbruch vor drei bis vier Jahren<br />
gelungen. In Amerika gelang das<br />
den neugegründeten Firmen schon<br />
etwa drei Jahre früher“, sagt Kipker.<br />
Der Börsengang des Lending Club<br />
wurde zum Beispiel 2014 erfolgreich<br />
realisiert. Was die Investitionen in die<br />
Fintech-Industrie betrifft, liegt<br />
Deutschland im internationalen Vergleich<br />
laut Kipkers Analysen auf Rang<br />
3. Die USA führen die Rangliste an,<br />
Großbritannien liegt auf Platz 2.<br />
300 Millionen US-Dollar flossen in<br />
Deutschland 2014 in die Start-ups.<br />
Außer im Kreditwesen hat der Experte<br />
sechs weitere Bereiche identifiziert, in<br />
20
85x65mm Sonderthema „Weiterbildung“ in der IHK<br />
Foto: Fotolia/everythingpossible<br />
Private staatlich anerkannte Hochschule<br />
University of applied science<br />
Fernstudium<br />
neben dem Beruf oder der<br />
Ausbildung<br />
Studienangebot:<br />
• Wirtschaft • Recht<br />
• Technik<br />
• Gesundheit & Soziales<br />
• Grafik-Design<br />
Bachelor /<br />
Master / MBA<br />
Studienzentrum<br />
Hannover<br />
Tel.:<br />
0511 / 84489489<br />
Foto: Fotolia/Sergey Nivens<br />
Beratungstermine auf www.diploma.de<br />
denen die Fintechs mit den klassischen<br />
Finanzunternehmen in Konkurrenz treten:<br />
Investments, Asset Management,<br />
Factoring, Payment, Kontodienstleistungen<br />
und Insurance. Die Gründungen<br />
im Bereich Investments und Asset<br />
Management führen jedoch die Liste<br />
an. Etwa ein Fünftel der Fintechs sind<br />
in diesen Bereichen aktiv. Am schwierigsten<br />
bewertet Kipker den Einstieg<br />
im Bereich Payment. In diesem Segment<br />
ist das Scheitern der Gründer<br />
besonders hoch. Die Herausforderung<br />
der innovativen Finanzunternehmen<br />
liegt darin, die kritische Masse an Nutzern<br />
zu erreichen. Da dies nicht einfach<br />
ist, haben die Start-ups bereits begonnen,<br />
Kooperationen mit Banken und<br />
Versicherungen aufzubauen. Dies ist<br />
eine Win-win-Situation für alle Beteiligten,<br />
erklärt Kipker: „Die Fintechs<br />
kommen an den großen Kundenstamm<br />
der Finanzinstitute, die Banken<br />
können ihren Kunden zeitgemäße und<br />
einfach abzuschließende Produkte<br />
anbieten.“ Zudem würden die Banken<br />
und Versicherungen auch selbst von<br />
den Fintechs lernen, wenn auch nicht<br />
ganz freiwillig. Doch sie haben begonnen,<br />
selbst in die Digitalisierung ihrer<br />
Unternehmen zu investieren.<br />
Finanzmarktplatz“, erklärt Bettina<br />
Blees, Sprecherin des Unternehmens.<br />
Auf der Plattform befinden sich neben<br />
ausländischen Finanzprodukten aus<br />
europäischen Nachbarländern auch<br />
deutsche Festgelder. Sämtliche Ange-<br />
Anzeige<br />
bote können jedoch über ein einziges<br />
Savedo-Konto, das quasi als Girokonto<br />
fungiert, abgeschlossen und verwaltet<br />
werden. Das alles ist für den Kunden<br />
kostenlos. Die Kontoeröffnung ist in<br />
drei Schritten zu bewältigen und kann<br />
BA<br />
8 69 97 32<br />
Auf Kooperationen und die Zusammenarbeit<br />
setzt beispielsweise das in<br />
Berlin ansässige Fintech-Unternehmen<br />
Savedo, ein auf die Anlage von Festgeldern<br />
spezialisiertes Start-up – als Vermittler.<br />
„Wir arbeiten mit Banken<br />
zusammen und präsentieren ihre Produkte<br />
in unserem virtuellen Online-<br />
21
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Special Fintechs<br />
Foto: Fotolia/everythingpossible<br />
Buchtipp der Redaktion<br />
Oliver Everling/Robert Lempka (Hg.):<br />
Finanzdienstleister der nächsten<br />
Generation<br />
Megatrend Digitalisierung:<br />
Strategien und Geschäftsmodelle.<br />
Frankfurt School 2016.<br />
ISBN 978-3956470431. 69,90 Euro<br />
Fintechs und Investoren<br />
Laut des Start-up-Barometers der<br />
Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY<br />
liegt die Branche Finanzdienstleistungen/<br />
Fintech im Bereich der Risikokapitalinvestitionen<br />
auf Rang 2 – hinter dem<br />
Bereich Konsumentendienstleistungen/<br />
Handel. Demnach wurden im Bereich<br />
der Finanz-Start-ups in 45 Finanzierungsrunden<br />
gut 600 Millionen Euro an<br />
Risikokapitalinvestitionen eingeworben.<br />
Anbieter von Unternehmenssoftware<br />
und Big-Data-Lösungen erhielten in 95<br />
Fällen frisches Kapital – insgesamt 283<br />
Millionen Euro kamen dabei zusammen.<br />
22<br />
Quelle: www.ey.com<br />
von zu Hause aus ausgeführt werden.<br />
Und auch wenn Savedo, wie alle der Fintechs,<br />
sehr technologiegetrieben ist,<br />
werden nicht nur Mitarbeiter mit IT-<br />
Wissen gesucht. Bettina Blees sagt:<br />
„Unsere Mitarbeiter besitzen eine ausgeprägte<br />
Affinität für Technologie, ein<br />
gutes Verständnis für Finanzen und eine<br />
besondere Vorliebe für das Start-up-<br />
Leben, das jedem Mitarbeiter stets ein<br />
hohes Maß an Eigeninitiative und Leidenschaft<br />
abverlangt.“ Experimentierfreude,<br />
Mut und Wissbegierde sind<br />
weitere Eigenschaften, die sie sich von<br />
Einsteigern wünscht. Die Unternehmenskultur<br />
beschreibt sie als bunt.<br />
Das Team sei eine Ansammlung von<br />
diversen Weltanschauungen, Traditionen<br />
und Ambitionen.<br />
Eine ähnliche Beschreibung gibt auch<br />
die ebenfalls in Berlin ansässige Alecto<br />
GmbH mit der Plattform friendsurance.de<br />
von sich ab. „Die Bewerber<br />
sollten vor allem eigenverantwortlich,<br />
pragmatisch, humorvoll und teamfähig<br />
sein sowie eine positive Denkweise<br />
mitbringen“, sagt Geschäftsführer und<br />
Mitgründer Tim Kunde. Niemand habe<br />
bisher das getan, was man nun<br />
gemeinsam mache. Das Fintech hat<br />
ein alternatives Versicherungsprodukt<br />
erarbeitet, ein peer-to-peer-Versicherungsmodell.<br />
Dabei werden kleine<br />
Gruppen von Versicherungsnehmern<br />
innerhalb der großen Versicherungsgemeinschaften<br />
eingeführt und Schadensfreiheit<br />
innerhalb dieser Gruppen<br />
mit jährlichen Beitragsrückzahlungen<br />
belohnt. Statt Beiträge für Policen zu<br />
bezahlen, die selten oder nie genutzt<br />
werden, fließen nun Versicherungsbeiträge<br />
in einen Rückzahltopf. „Wenn<br />
kein Schaden passiert, bekommt jeder<br />
einen Teil aus dem Topf wieder. Bislang<br />
erhielten über 80 Prozent der Nutzer<br />
eine Beitragsrückzahlung – im Sachversicherungsbereich<br />
durchschnittlich<br />
ein Drittel der eingezahlten Beiträge“,<br />
erklärt Kunde.<br />
Allerdings sind es nicht nur die jungen<br />
Fintechs, die die Banken und Versicherungen<br />
derzeit herausfordern. Auch die<br />
großen IT-Konzerne betreten zunehmend<br />
den Markt der seit Jahrzehnten<br />
etablierten Finanzunternehmen. So<br />
hat Google bereits seit 2007 eine<br />
Banklizenz für Europa. Und auch Facebook,<br />
Amazon und Apple werden<br />
Bestrebungen nachgesagt, in das<br />
Finanzgeschäft einzusteigen – bereits<br />
etablierte und funktionierende Bezahlsysteme<br />
sowie umfangreiche Datenpoole<br />
liegen den Unternehmen bereits<br />
vor. Da ist der Weg zu traditionellen<br />
Bankaktivitäten nicht mehr weit. Eine<br />
Entwicklung, die auch Ingo Kipker aufzeigt.<br />
Er merkt an, dass sich mit Apple,<br />
Google, Intuit und Paypal vier große IT-<br />
Unternehmen in einer Banking-Kooperation<br />
vereint haben. Gemeinsam will<br />
der Verbund unter anderem neue Technologien<br />
fördern, um Hindernisse für<br />
Finanzdienstleistungen zu reduzieren<br />
und moderne Finanzanwendungen<br />
voranbringen. Die Finanzwelt wird also<br />
in jeglicher Hinsicht spannend bleiben<br />
und auch für diejenigen optimale Einstiegsmöglichkeiten<br />
bieten, die bereit<br />
sind, neue Wege zu denken – einhergehend<br />
mit profundem Finanz-Knowhow.
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<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Jung und erfolgreich<br />
Name: Markus Schnabel<br />
Position: Manager Transaction Advisory Services im<br />
Fachbereich Transaction Support<br />
Stadt: München<br />
Foto: EY<br />
Jung und erfolgreich bei: EY<br />
Alter: 33<br />
Studienabschluss: 2009<br />
Studium: Wirtschaftswissenschaften<br />
an der Hochschule Neu-Ulm, mit dem<br />
Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH),<br />
Auslandsstudium in Leeds, England,<br />
mit Bachelor-Abschluss<br />
Fremdsprachen: Englisch, Spanisch<br />
Interessen: Segeln, Joggen, Schwimmen<br />
Ziel: Vertiefung von sektorspezifischem<br />
Know-How sowie Ausbau<br />
meines beruflichen Netzwerks<br />
Foto: EY<br />
Nach meinem Studienabschluss hatte<br />
ich den Wunsch, bei der Prüfung von<br />
nationalen und internationalen Unternehmen<br />
mitzuwirken, praktisches<br />
Know-how aufzubauen sowie schnell<br />
Verantwortung in einem dynamischen<br />
Umfeld zu übernehmen. Diese Rahmenbedingungen<br />
habe ich während eines<br />
Praktikums bei EY im Bereich Assurance<br />
vorgefunden und bin vor diesem Hintergrund<br />
nach meinem Studium direkt in<br />
diesem Bereich eingestiegen. Die Weiterbildung<br />
zum Steuerberater und Wirtschaftsprüfer<br />
hat mich schon damals<br />
gereizt. Das Berufsexamen zum Steuerberater<br />
interessierte mich bereits während<br />
meines Studiums. Bei dem Wirtschaftsprüfungsexamen<br />
fand ich die<br />
inhaltliche Vielseitigkeit aus den Bereichen<br />
Wirtschaftswissenschaften und<br />
Recht sehr interessant. Vor dem Hintergrund,<br />
dass ich im Vorfeld bereits das<br />
Steuerberaterexamen mit Erfolg absolviert<br />
habe, konnte ich mir diesen Part<br />
anrechnen lassen. Im Februar diesen<br />
Jahres schloss ich das schriftliche und<br />
im Mai sodann das mündliche Wirtschaftsprüferexamen<br />
erfolgreich ab.<br />
Mit dem Titel hat sich die Wertschätzung<br />
bei Kunden und auch intern noch<br />
einmal erhöht. Aussagen werden auf<br />
andere Weise wahrgenommen – durch<br />
das Wissen bin ich nun in der Lage, Risiken<br />
besser beurteilen und finanzielle<br />
Strukturen besser analysieren und<br />
bewerten zu können. Bereits vor dem<br />
Wirtschaftsprüferexamen habe ich<br />
intern die Abteilung gewechselt und<br />
bin nun in der Transaktionsberatung<br />
von EY tätig.<br />
Hier betrachten wir bei Unternehmensverkäufen<br />
und -käufen die finanziellen<br />
Strukturen. Neben potentiellen Synergien<br />
zwischen Käufer- und Verkäuferunternehmen<br />
analysieren wir insbesondere<br />
die einzelnen Komponenten bei der<br />
Kaufpreisfindung, betrachten finanzielle<br />
Risiken und hinterfragen Annahmen<br />
über die künftige Unternehmensentwicklung.<br />
Die dafür notwendigen Informationen<br />
werden in virtuellen Datenräumen<br />
zur Verfügung gestellt. Des<br />
Weiteren werden tiefergehende Informationen<br />
in sogenannten Management<br />
Sessions gewonnen. Hierbei werden<br />
bei einem Unternehmenskauf im<br />
Rahmen einer Buy Side Due Diligence<br />
Fachexperten des Zielunternehmens<br />
befragt. Um die finanziellen Aspekte<br />
hierbei würdigen zu können, ist das<br />
Wirtschaftsprüferexamen sehr hilfreich.<br />
Neben Private Equity-Unternehmen<br />
zählen zu unseren Kunden Industrieunternehmen,<br />
die Beteiligungen erwerben<br />
oder veräußern möchten.<br />
Abgesehen von dem fachlichen Wissen,<br />
sollte man in diesem Berufsbild vor<br />
allem Teamfähigkeit mitbringen, da wir<br />
stets eng in einem jungen Team zusammenarbeiten.<br />
Zudem sollte man Freude<br />
an der Arbeit mit Zahlen haben und<br />
bereit sein, Neues zu lernen sowie sich<br />
fachlich wie auch persönlich weiterzuentwickeln.<br />
Auch Präsentationsfreude<br />
gehört zu den notwendigen Anforderungen,<br />
um Ergebnisse erfolgreich<br />
unseren Kunden vorstellen zu können.<br />
Da ein Großteil unserer Auftraggeber<br />
aus dem Ausland kommt, sind sehr<br />
gute Englischkenntnisse unerlässlich.<br />
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* Studentinnen erhalten kostenlosen Eintritt nach<br />
Online-Registrierung und Vorlage ihres gültigen,<br />
personalisierten Studentenausweises vor Ort<br />
„Der Frauenanteil in Führungspositionen ist immer<br />
noch viel zu gering. Dabei sind Teams aus Männern<br />
und Frauen erfolgreicher, weil sie das Potential unterschiedlicher<br />
Blickwinkel und Lösungsstrategien nutzen.<br />
Wir wollen daher gemischte Teams auf allen Ebenen<br />
und in allen Bereichen. Und natürlich wollen wir bei uns<br />
mehr Frauen in Führungspositionen.<br />
Die herCAREER ist sehr gut geeignet, um ganz gezielt<br />
Frauen auf Bosch und die vielen Möglichkeiten der beruflichen<br />
Entwicklung bei uns aufmerksam zu machen.“<br />
Jumana Al-Sibai, Chassis Systems Control, Executive Vice President,<br />
Robert Bosch GmbH<br />
Sponsoren<br />
Hauptmedienpartner<br />
CAREER<br />
Die Karrieremesse für Absolventinnen, Frauen in Fach- und<br />
Führungspositionen und Existenzgründerinnen<br />
13. - 14. Oktober 2016 | MTC, München<br />
unter der Schirmherrschaft<br />
von<br />
© Bundesregierung Denzel<br />
Manuela Schwesig<br />
Bundesministerin für<br />
Familie, Senioren, Frauen<br />
und Jugend<br />
Table Captain<br />
Dr. Elke Frank<br />
Senior Vice President HR<br />
Development, Deutsche<br />
Telekom AG<br />
Speakerin<br />
Jennifer Gavito<br />
US-Generalkonsulin,<br />
US Generalkonsulat<br />
München, ehem. im US-<br />
Außenministerium und<br />
US-Finanzministerium<br />
Table Captain<br />
Table Captain<br />
(Auszug)<br />
Miriam Kraus<br />
Dr. Dorothee Ritz<br />
Senior Vice President General Managerin, Microsoft<br />
Global Governance, Risk & Österreich GmbH<br />
Compliance der SAP SE und<br />
ehem. Aufsichtsrätin der Sky<br />
Deutschland<br />
herCAREER@Night<br />
13. Oktober 2016<br />
Der Netzwerkevent mit<br />
über 35 Table Captains!<br />
Anmeldung unter<br />
her-career.com/atNight<br />
Unter Schirmherrschaft von<br />
5. ZUKUNFTSKONGRESS<br />
STAAT & VERWALTUNG 2017<br />
20./21. Juni 2017 | bcc • Alexanderstraße 11 • 10178 Berlin<br />
Unter der<br />
Schirmherrschaft<br />
des Bundesministers<br />
des Innern<br />
Treffen Sie das «Who is Who» der Verwaltungsmodernisierung und des E-Government!<br />
Registrierung • Beteiligung • Information unter www.zukunftskongress.info
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Inspiration<br />
Einwurf!<br />
Kultur-, Buch- und Linktipps<br />
ZEIT IST GELD, ODER?<br />
Ist Zeit wirklich Geld? Fühlt man sich reich, wenn man unbegrenzt Zeit hat?<br />
Und kann ein anderer Umgang mit Zeit die Gesellschaft verändern? Greta Taubert will wissen,<br />
was Zeitwohlstand ist und besucht Menschen, die ihn leben. Im Club der Zeitmillionäre lernt<br />
sie neue Lebensentwürfe kennen und wird vor Herausforderungen gestellt, mit denen sie nicht<br />
gerechnet hat. Ein lebensveränderndes und erhellendes Buch. Greta Taubert: Im Club der<br />
Zeitmillionäre. Wie ich mich auf die Suche nach einem anderen Reichtum machte.<br />
Eichborn 2016. 18 Euro<br />
AUFSTIEGS-BAFÖG<br />
Am 1. August 2016 wurden die Leistungen der Aufstiegsförderung erhöht und der<br />
Kreis der Berechtigten ausgeweitet: Aus dem Meister-BAföG wird das Aufstiegs-BAföG.<br />
So erhalten jetzt beispielsweise auch Bachelor-Absolventen eine finanzielle Förderung,<br />
wenn sie dem Studium eine Meisterausbildung anschließen. Dieser Ratgeber erläutert,<br />
welche Voraussetzungen für eine Fortbildung nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz,<br />
kurz AFBG, vorliegen müssen. Horst Marburger: Finanzielle Hilfen zur beruflichen Fortbildung.<br />
Walhalla 2016. 12,95 Euro. https://www.walhalla.de/service/schnellbestellung<br />
WAS WIR VOM FUSSBALL LERNEN KÖNNEN<br />
Im Fußball stehen Trainer täglich unter Hochdruck. Sie müssen Sportlehrer und Strategen des Spiels<br />
sein, aber auch Motivationskünstler, Konfliktmanager und Energiegeber. Dieses Buch verrät, wie<br />
man Managementqualitäten entwickeln, Kommunikation verbessern, Beziehungen knüpfen, und<br />
Expertenwissen steigern kann. Von der Magie des Fußballs und von Topentscheidern lernen –<br />
auf und neben dem Platz!<br />
Erscheinungstermin September 2016. Claus-Peter Niem, Karin Helle: One touch.<br />
Was Führungskräfte vom Profifußball lernen können.<br />
Mit Einwürfen von Jürgen Klinsmann, Joachim Löw & Co. Campus 2016. 19.95 Euro<br />
26
RICHTIG ZITIEREN 2.0<br />
In Abschlussarbeiten wird heute längst nicht mehr nur aus Büchern und Zeitschriftartikeln zitiert.<br />
Zur Verfügung stehen auch Blog- und Intranet-Beiträge, E-Mails oder Powerpoint-Präsentationen.<br />
Doch wie werden Zitate aus solchen Medien korrekt verwendet? Prof. Dr. Thomas Träger<br />
hilft mit seinem Buch „Zitieren 2.0“ Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher und technischer<br />
Studiengänge dabei, nicht nur richtig zu zitieren, sondern auch, die Güte elektronischer Quellen<br />
zu bewerten und Auswahlentscheidungen hinsichtlich der Nutzung in einer zu erstellenden<br />
wissenschaftlichen (Abschluss-) Arbeit zu treffen.<br />
Prof. Dr. Thomas Träger: Zitieren 2.0. Vahlen 2016. 14,90 Euro<br />
ANDERS ERFOLGREICH<br />
Die Diplom-Finanzwirtin und Heilpraktikerin Gabriele Nies stellte zusammen<br />
mit der Diplom-Ökonomin, Psychologischen Beraterin und Heilpraktikerin Isabel Schamuhn<br />
auf einem Frauennetzwerktreffen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Burnout vor.<br />
So ist Magnesium beispielsweise das Mineral der Gelassenheit. Die beiden Referentinnen<br />
waren vor ihrer Beratungstätigkeit selbst mehrere Jahre als Führungskräfte angestellt.<br />
Weitere Informationen finden sich unter www.naturheilpraxis-nies.de und www.innenarbeit.de.<br />
CHARISMA REISST MIT<br />
Sie ist gelernte Bankkauffrau, Diplom-Betriebswirtin und eine der prominentesten<br />
Wettermoderatorinnen: Claudia Kleinert. Menschen mit einer besonderen<br />
Ausstrahlung gelingt es, andere mitzureißen. Doch was kann man tun,<br />
wenn man ein solches Charisma nicht besitzt? Kann man es lernen?<br />
Diesen Fragen ging Claudia Kleinert in ihrem frisch erschienenen Buch nach.<br />
Sie kommt dabei zu der Antwort: Jeder kann Charisma lernen – durch eine gezielte<br />
Arbeit an der Sprache, Gestik, Mimik, Stimme, Stimmlage<br />
sowie der Art und Weise, wie kommuniziert wird.<br />
Claudia Kleinert: Unschlagbar positiv – Die Charisma-Formel.<br />
Ariston 2016. 19,99 Euro<br />
FÜHRUNG ROCKT!<br />
Führung ist vor allem von den Geführten abhängig. Daher gilt es, die Kreativität der<br />
Mitarbeiter und deren Lust am eigenen Wirken zu wecken und ihnen Freiräume zum<br />
Wachsen zu geben. Klappt das, macht Führung Spaß. – Sie rockt! In seinem Buch verbindet<br />
Lutz W. Eichler seine jahrzehntelange Erfahrung als Psychologe, Trainer, Berater und Führungskraft<br />
mit den Anforderungen, die eine sich schnell wandelnde Businesswelt unter den<br />
Bedingungen des Internets und der Industrialisierung 4.0 an moderne Führung stellt:<br />
mit Impulsen zum Aufstehen, Anfangen und Anpacken.<br />
Lutz W. Eichler: Führung rockt! – Wie Sie bei Ihren Mitarbeitern<br />
ein Klima für freies Denken und Innovationen schaffen. Wiley-VCH 2016. 19,99 Euro.<br />
27
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Special Frauen Coaching Führung<br />
Interview<br />
Foto: Tom Pingel<br />
Barbara Rojahn:<br />
Zur Selbstverantwortung<br />
angeregt<br />
Die Fragen stellte Christoph Berger<br />
Kennen Sie bereits<br />
die aktuelle Ausgabe des<br />
<strong>karriereführer</strong> frauen<br />
in führungspositionen?<br />
Mehr dazu unter<br />
www.karrierefuehrer.de<br />
Frau Rojahn, Sie arbeiteten mehrere<br />
Jahre im Firmen- und Privatkundengeschäft<br />
einer deutschen Großbank. Wie<br />
kamen Sie dann zu dem Entschluss, als<br />
selbständige und unabhängige Finanzberaterin<br />
arbeiten zu wollen?<br />
Der Entschluss kam nach der Geburt<br />
von drei Kindern. Mir war klar, dass bei<br />
den damaligen Kinderbetreuungsmöglichkeiten<br />
eine Tätigkeit als Angestellte<br />
in einer Bank oder einem Unternehmen<br />
nicht mehr möglich ist. Als Teilzeitangestellte<br />
ohne Karrierechancen wollte ich<br />
nicht arbeiten. Hinzu kam, dass ich die<br />
Tochter eines Unternehmers bin. Die<br />
Selbständig- und Unabhängigkeit in<br />
der Beratung reizte mich sehr.<br />
Und wie kam es zur Fokussierung ganz<br />
auf Frauen?<br />
Diese Entscheidung fiel sehr spontan –<br />
sie war das Resultat eines Treffens mit<br />
Svea Kuschel in München. Svea Kuschel<br />
war zu dem damaligen Zeitpunkt eine<br />
der wenigen Frauenfinanzberaterinnen<br />
in Deutschland. Sie überzeugte<br />
mich von dem großen Potenzial bei<br />
dieser Zielgruppe. Ich nahm ihre Idee<br />
auf und war ziemlich schnell begeistert.<br />
Dieses Gefühl hält übrigens bis<br />
heute an.<br />
1993 starteten Sie mit Ihrer Selbständigkeit.<br />
Kümmerten sich damals schon<br />
viele Frauen um Anlageformen und<br />
Versicherungen?<br />
Damals kümmerten sich nur wenige<br />
Frauen um ihre Absicherung und um<br />
ihr Geld. Gerade die verheirateten<br />
Frauen glaubten, dass sie mit dem<br />
Beginn der Ehe lebenslang versorgt<br />
wären. Ältere Frauen erkannten meistens<br />
erst bei der Scheidung oder bei<br />
Tod des Ehepartners ihre wirkliche<br />
Situation. 1993 waren es vor allem die<br />
berufstätigen Frauen, die sich um ihre<br />
Altersvorsorge und um ihre Absicherung<br />
kümmerten. Übrigens: Die Frauen,<br />
die sich damals für eine eigene<br />
Altersvorsorge entschieden haben und<br />
inzwischen das Rentenalter erreicht<br />
haben, sind heute sehr froh, eine eigene<br />
Rente zu haben.<br />
Wie ist die Situation heute, hat sich<br />
in den letzten 23 Jahre diesbezüglich<br />
etwas verändert?<br />
Ja. Junge Frauen streben heute eher<br />
einen eigenen Beruf an und interessieren<br />
sich damit zwangsläufig und im<br />
Gegensatz zur Generation ihrer Eltern<br />
für die Absicherung von Berufsunfähigkeit<br />
und Altersvorsorge. Außerdem<br />
werden viele Frauen sowohl aktiv als<br />
auch passiv von ihren Müttern zur<br />
Selbstverantwortung angeregt: Entweder<br />
werden sie direkt aufgefordert, sich<br />
um die Finanzen zu kümmern oder sie<br />
28
„<strong>karriereführer</strong> ist Kooperationspartner<br />
der herCAREER und des<br />
Netzwerks Women in Digital.“<br />
Die nächste herCAREER<br />
findet vom 13. bis 14. Oktober 2016<br />
im MTC München statt.<br />
Weitere Infos unter<br />
www.her-career.com.<br />
Um das Thema<br />
„Frauen und Finanzen – the next big thing?!“<br />
geht es am 15. November 2016<br />
im Tower 185<br />
in Frankfurt am Main.<br />
Weitere Infos dazu unter<br />
www.women-in-digital.de<br />
haben mitbekommen, in welche Situation<br />
man geraten kann, wenn man es<br />
nicht tut.<br />
Was ist überhaupt der generelle<br />
Unterschied zwischen Frauen und<br />
Männern, wenn es um die Themen<br />
Altersvorsorge, Anlageverhalten und<br />
Absicherung geht?<br />
Für die meisten Männer sind der Aufbau<br />
einer Altersvorsorge und von Vermögen<br />
oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung<br />
ganz selbstverständliche<br />
Themen. Sie schließen sehr früh nach<br />
dem Start in ihr Berufsleben Verträge<br />
mit hohen monatlichen Beiträgen ab,<br />
weil sie nicht daran zweifeln, dass sie<br />
immer ein gutes Einkommen haben<br />
werden – ohne Unterbrechung. Frauen<br />
zögern mehr und sind vorsichtiger. Sie<br />
wissen nicht genau, wie sich ihr<br />
Berufsleben entwickeln wird. Die Themen<br />
bei Frauen und Männern sind also<br />
gleich, Männer sind jedoch bei der<br />
Umsetzung entschlossener.<br />
Sie selbst haben neben Ihrer Beratungstätigkeit<br />
nicht nur drei heute<br />
erwachsene Kinder großgezogen,<br />
sondern sind außerdem noch in zahlreichen<br />
Verbänden und Institutionen<br />
aktiv. Wie haben Sie alles miteinander<br />
vereint und sind allen Bereichen<br />
gerecht geworden?<br />
Mein Mann und meine Kinder haben<br />
mich bei all meinen Tätigkeiten<br />
immer unterstützt. Als die Kinder<br />
klein waren, hatte ich außerdem Aupair-Mädchen<br />
aus der ganzen Welt.<br />
Zudem waren meine drei Kinder sehr<br />
selbständig und haben zum Beispiel<br />
für die Schule selbst die Verantwortung<br />
übernommen. Hinzu kommt,<br />
dass ich ziemlich gut organisiert bin<br />
und viel Freude an den diversen Aktivitäten<br />
hatte und habe. Ich bin fest<br />
davon überzeugt, dass Kinder von<br />
arbeitenden und aktiven Müttern<br />
deutlich selbständiger und mutiger<br />
sind als Kinder, deren Mütter 24 Stunden<br />
zuhause sind.<br />
Ihr Engagement vermittelt den Eindruck<br />
von großer Motivation und<br />
Leidenschaft. Was reizt Sie am Thema<br />
Finanzen?<br />
Ja, die Themen Finanzen und internationale<br />
Geld –und Währungspolitik sind<br />
meine Leidenschaften. Schon sehr früh<br />
haben mich für Aktien und andere<br />
Geldanlagen interessiert. Freunde und<br />
Freundinnen haben mich immer zu<br />
diesen Themen befragt. Das führte<br />
letztendlich auch dazu, dass ich 1992<br />
die Ausbildung zur Finanzberaterin<br />
aufnahm. Noch heute halte ich gerne<br />
Vorträge und berate mit Leidenschaft<br />
meine Kundinnen.<br />
Männer haben also keine Chance, von<br />
Ihnen beraten zu werden?<br />
Doch. Fünf Prozent unserer Kunden<br />
sind Männer. Allerdings handelt es sich<br />
dabei um die Söhne oder Männer der<br />
Frauen, die wir schon beraten. Denn<br />
Männer gehören natürlich integriert,<br />
sie gehören zu unserer Hauptklientel:<br />
den Frauen.<br />
Welche Tipps haben Sie für Absolventinnen<br />
und Absolventen, die in die<br />
Finanzbranche einsteigen wollen?<br />
Das Thema Finanzen ist spannend,<br />
vielseitig und attraktiv. Wichtig sind<br />
aus meiner Sicht drei Dinge: Wie<br />
schnell bekommt man eigene Verantwortung?<br />
Gibt es Personen im Unternehmen,<br />
die von Ihrer Persönlichkeit<br />
und Ihren Fähigkeiten überzeugt sind,<br />
die Sie fordern und fördern wollen?<br />
Und drittens: Welche Möglichkeiten<br />
der Weiterbildung gibt es? Natürlich ist<br />
auch die Freude an der Materie und<br />
täglichen Arbeit eine Grundvoraussetzung.<br />
Nur so ist man motiviert.<br />
Zur Person<br />
Barbara Rojahn studierte Volkswirtschaftslehre<br />
in Freiburg, Wien und Bonn.<br />
Sie arbeitetet mehrere Jahre im Firmenund<br />
Privatkundengeschäft einer Großbank<br />
und legte 1993 die Finanzberaterprüfung<br />
bei der Industrie- und<br />
Handelskammer ab. Seitdem arbeitet sie<br />
als selbständige und unabhängige<br />
Finanzberaterin. Außerdem ist sie<br />
Versicherungsmaklerin und Finanzanlagenberaterin<br />
und seit 2010 zertifizierte<br />
Testamentsvollstreckerin. Barbara Rojahn<br />
ist Mitglied bei den FinanzFachFrauen<br />
bundesweit, Mitglied im Bundesverband<br />
unabhängiger Finanzdienst leisterinnen<br />
sowie Mitglied im Verband Deutscher<br />
Unternehmerinnen. Als Co-Autorin hat<br />
sie bei verschiedenen Frauenfinanzbüchern<br />
mitgewirkt. Und sie ist<br />
Initiatorin von fünf Aktienclubs für<br />
Frauen in Stuttgart.<br />
29
Firmenporträts<br />
DIPLOMA Private<br />
Hochschulgesellschaft mbH<br />
Am Hegeberg 2<br />
37242 Bad Sooden-Allendorf<br />
Internet: www.diploma.de<br />
Kontakt<br />
Annika Capraro/Janina Kalle<br />
Fon: 05722 286997-32<br />
Fax: 05722 286997-33<br />
E-Mail: info@diploma.de<br />
Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG<br />
Lutterstraße 14<br />
33617 Bielefeld<br />
Internet: www.oetker.de/karriere<br />
Kontakt<br />
Daniela Hengesbach<br />
Fon: 0521-155-2949<br />
E-Mail: personal@oetker.de<br />
Branche<br />
Nahrungsmittel<br />
Produkte/Dienstleistungen<br />
Backartikel, Backmischungen, Dessertpulver, Süße<br />
Mahlzeiten, Einmachprodukte, Müsliprodukte, Pizzen<br />
und Snacks, Fertigdesserts und Sahneprodukte,<br />
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Anzahl der Standorte<br />
6 Standorte im Inland, international in 40 Ländern<br />
Jahresumsatz<br />
2.375 Mio. Euro im Jahr 2015<br />
Anzahl der MitarbeiterInnen<br />
weltweit über 11.500, davon Ÿber 4.400 in Deutchland<br />
Checkliste Bewerbung unter:<br />
www.karrierefuehrer.de<br />
Firmenporträts<br />
Foto: Fotolia/andreas reimann<br />
Auf einen Blick<br />
Fernstudium mit Präsenzphasen, Fernstudium mit<br />
Online-Vorlesungen und Präsenzstudiengänge an<br />
der DIPLOMA Hochschule<br />
Die staatlich anerkannte DIPLOMA Hochschule bietet<br />
mit ihrem Studienkonzept flexible Bedingungen für<br />
die berufsbegleitende Weiterbildung mit einem akademischen<br />
Abschluss als Bachelor, Master oder MBA.<br />
Im Fernstudium mit realen Präsenzveranstaltungen an<br />
einem unserer bundesweiten Studienzentren oder im<br />
Fernstudium mit Online-Vorlesungen finden Berufstätige<br />
ideale Voraussetzungen für ein berufsbegleitendes<br />
Studium. Praxisnah gestaltete Bachelor- und<br />
Master-Studiengänge, kleine Studiengruppen und eine<br />
intensive und persönliche Betreuung durch unsere<br />
Dozentinnen und Dozenten zeichnen das Studium an<br />
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Campus ermöglicht Ihnen zusätzlich eine weitestgehend<br />
zeit- und ortsunabhängige Organisation und ein<br />
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Alle Studiengänge der DIPLOMA Hochschule sind<br />
staatlich anerkannt und nach den Bologna-Beschlüssen<br />
akkreditiert. Gerne beraten wir Sie persönlich zu<br />
Ihrem Studium neben dem Beruf und zu unseren<br />
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nach Maß mit:<br />
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Vorlesungen<br />
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• individueller Förderung und Betreuung<br />
• niedrigen Studiengebühren<br />
• kostenloser Verlängerung der Regelstudienzeit um<br />
bis zu 4 Semester<br />
Die Studiengänge an der DIPLOMA Hochschule<br />
Betriebswirtschaft (B.A.)<br />
Medienwirtschaft & Medienmanagement (B.A.)<br />
Tourismuswirtschaft (B.A.)<br />
Wirtschaftsrecht (LL.B.)<br />
Frühpädagogik – Leitung und Management von<br />
Kinder tageseinrichtungen (B.A.)<br />
Medizinalfachberufe (B.A.) / (M.A.)<br />
Soziale Arbeit (B.A.)<br />
Kindheitspädagogik (B.A.)<br />
Grafik-Design (B.A.)<br />
Creative Direction (M.A.)<br />
Mechatronik (B.Eng.)<br />
Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)<br />
Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.)<br />
General Management (MBA)<br />
Wirtschaft und Recht, Schwerpunkt Management (M.A.)<br />
Wirtschaft und Recht, Schwerpunkt Wirtschaftsrecht<br />
(M.A.)<br />
Wirtschaftsrecht mit internationalen Aspekten (LL.M.)<br />
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Bedarf an HochschulabsolventInnen<br />
ca. 10 pro Jahr<br />
Gesuchte Fachrichtungen<br />
BWL, Wirtschaftswissenschaften, (Wirtschafts-)Ingenieurwesen,<br />
(Wirtschafts-)-Informatik, Lebensmitteltechnologie,<br />
Oecotrophologie<br />
Einsatzmöglichkeiten<br />
Controlling, Einkauf, Forschung und Entwicklung, IT,<br />
Marketing, Vertrieb, Personal, Produktion und Technik<br />
Einstiegsprogramme<br />
Internationales Trainee-Programm, Direkteinstieg<br />
Mögliche Einstiegstermine<br />
laufend<br />
Auswahlverfahren<br />
mehrere Gespräche mit dem entsprechenden Fachbereich<br />
und der Personalabteilung, Fallstudien<br />
Einstiegsgehalt<br />
n.V.<br />
Auslandstätigkeit<br />
6 Monate im Rahmen des internationalen Trainee-<br />
Programms, ansonsten abhängig vom jeweiligen<br />
Aufgabengebiet<br />
Angebote für StudentInnen<br />
Praktika und Abschlussarbeiten,<br />
über die Oetker-Gruppe bieten wir ebenfalls ein Gap<br />
Year Programm an (www.oetker-gruppe.de)<br />
Siehe Anzeige Seite 15<br />
30
Hays AG<br />
Willy-Brandt-Platz 1-3<br />
68161 Mannheim<br />
Internet: www.hayscareer.net<br />
facebook.com/hayscareer.net<br />
twitter.com/hayscareer<br />
instagram.com/hayscareer/<br />
Kontakt<br />
Internal Recruiting Deutschland, Österreich und<br />
Schweiz<br />
Fon: 0800 4636-4297<br />
E-Mail: start@hayscareer.net<br />
Branche<br />
Spezialisierte Personaldienstleistungen<br />
Produkte/Dienstleistungen<br />
Hays ist weltweit die Nr. 1 in der Rekrutierung von<br />
Spezialisten und besetzt Positionen bei über 3.000<br />
renommierten Kunden. Ein internationales Netzwerk<br />
und jahrzehntelange Erfahrung sichern uns das nötige<br />
Vertrauen unserer Kunden. Für unser Key Account<br />
Management in Deutschland, Österreich und der<br />
Schweiz suchen wir neue Talente zur Verstärkung<br />
unserer internen Organisation.<br />
Anzahl der Standorte<br />
D-A-CH-DK-Region: 22<br />
Weltweit: 240 Büros in 33 Ländern<br />
Jahresumsatz<br />
GJ 2014/2015<br />
D-A-CH-DK-Region: über 1,4 Mrd. Euro<br />
Weltweit: 5,05 Mrd. Euro<br />
Anzahl der MitarbeiterInnen<br />
D-A-CH-DK-Region: ca. 1.800<br />
Weltweit: über 9.000<br />
Bedarf an HochschulabsolventInnen<br />
360<br />
Gesuchte Fachrichtungen<br />
Wirtschaftswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften,<br />
gerne auch Quereinsteiger und andere<br />
Studiengänge<br />
Einsatzmöglichkeiten<br />
Direkteinstieg im Key Account Management als<br />
Account Manager oder Manager of Candidate Relations<br />
– unterstützt durch unser Mentorenprogramm<br />
und Hays Learning Center<br />
Einstiegsprogramme<br />
Individuelles Einstiegs- und Weiterbildungsangebot:<br />
Training-on-the-Job, Mentorenprogramm, Seminare,<br />
Workshops, Feedback von Kollegen.<br />
Mögliche Einstiegstermine<br />
Laufend<br />
Auswahlverfahren<br />
Telefoninterview und in der Regel zwei persönliche<br />
Gespräche<br />
Einstiegsgehalt<br />
Marktüblich<br />
Auslandstätigkeit<br />
Im Rahmen der International Transfer Policy möglich<br />
Angebote für StudentInnen<br />
Praktika im Sales und Recruiting möglich<br />
Siehe Anzeige Seite 23<br />
R+V Versicherung AG<br />
Raiffeisenplatz 1<br />
65189 Wiesbaden<br />
Internet: www.jobs.ruv.de<br />
www.ruv-blog.de<br />
www.xing.com/companies/r+vversicherung<br />
www.facebook.com/ruv.de<br />
Kontakt<br />
Recruiting Center<br />
Fon: 0611 533-5210<br />
Fax: 0611 533-775210<br />
E-Mail: recruiting-center@ruv.de<br />
Branche<br />
Versicherungen<br />
Produkte/Dienstleistungen<br />
Als Teil der genossenschaftlichen FinanzGruppe<br />
Volksbanken Raiffeisenbanken bietet R+V sowohl für<br />
Privatkunden als auch für Unternehmen aus Industrie,<br />
Handel, Gewerbe und Landwirtschaft maßgeschneiderte,<br />
innovative Versicherungslösungen.<br />
Anzahl der Standorte<br />
Direktion in Wiesbaden, Direktionsbetriebe in Frankfurt,<br />
Hamburg, Hannover, Stuttgart, Niederlassungen<br />
bundesweit<br />
Jahresumsatz<br />
Ca. 14 Mrd. Euro<br />
Anzahl der MitarbeiterInnen<br />
15.000 (14.500 Inland, 500 Ausland)<br />
Bedarf an HochschulabsolventInnen<br />
60 bis 80 pro Jahr<br />
Gesuchte Fachrichtungen<br />
Wirtschaftswissenschaften, (Wirtschafts-)Mathematik,<br />
(Wirtschafts-)Informatik, Rechtswissenschaften<br />
Einsatzmöglichkeiten<br />
Einsatzgebiete sind die versicherungstechnischen<br />
Sparten, klassische betriebswirtschaftliche Felder<br />
wie Controlling oder Rechnungswesen, spezielle<br />
Bereiche wie Rückversicherung, Personal und Vertrieb<br />
ebenso wie Finanzen oder IT.<br />
Einstiegsprogramme<br />
- Direkteinstieg<br />
-Traineeprogramme: maßgeschneidertes Ausbildungsprogramm<br />
mit On-the-Job- und Off-the-Job-<br />
Komponenten (Innendienst 12 Monate, Außendienst<br />
24 Monate)<br />
Mögliche Einstiegstermine<br />
Direkteinstieg laufend,<br />
Traineeprogramm Innendienst zum 01.10.,<br />
Traineeprogramm Außendienst zum Quartalsbeginn<br />
Auswahlverfahren<br />
Bewerbungsgespräche und zum Teil fachlich orientiertes<br />
Assessmentcenter<br />
Einstiegsgehalt<br />
46.000 bis 50.000 Euro p.a.<br />
Auslandstätigkeit<br />
Abhängig vom Unternehmensbereich<br />
Angebote für StudentInnen<br />
- Praktikum: Mindestdauer 8 Wochen, Voraussetzung:<br />
abgeschlossenes Vordiplom bzw. 2. Fachsemester<br />
eines Bachelor- Studiengangs<br />
- Betreuung von Diplomarbeit bzw. Thesis auf Anfrage<br />
Siehe Anzeige Seite 23<br />
thyssenkrupp Management<br />
Consulting<br />
thyssenkrupp Allee 1<br />
45143 Essen<br />
Internet: www.thyssenkrupp-managementconsulting.com<br />
Kontakt<br />
Anne Kaltenstein<br />
Fon: 0201-844534911<br />
E-Mail: recruiting@thyssenkrupp.com<br />
Branche<br />
Inhouse Consulting<br />
Produkte/Dienstleistungen<br />
Interne Managementberatung des thyssenkrupp<br />
Konzerns<br />
Anzahl der Standorte<br />
Essen (nationale und internationale Projektstandorte)<br />
Bedarf an HochschulabsolventInnen<br />
Wir suchen laufend exzellente Absolventinnen und<br />
Absolventen.<br />
Gesuchte Fachrichtungen<br />
Wirtschaftswissenschaften, BWL, VWL, Wirtschaftsingenieurwesen,<br />
Ingenieurwesen, Naturwissenschaften,Wirtschaftsinformatik<br />
Einstiegsprogramme<br />
Direkteinstieg<br />
Mögliche Einstiegstermine<br />
laufend<br />
Auslandstätigkeit<br />
möglich (nationale und internationale Beratungsprojekte)<br />
Angebote für StudentInnen<br />
Praktika sind laufend möglich.<br />
Siehe Anzeige Seite 7<br />
31
<strong>karriereführer</strong><br />
<strong>wirtschaftswissenschaften</strong><br />
<strong>2.2016</strong><br />
Ausatmen<br />
... das letzte Wort<br />
Frau Strelow, sie studierten einst BWL. Haben Sie vor dem Fach den Hut gezogen?<br />
Es stimmt, ich habe mal BWL studiert, das Studium aber nicht beendet. Irgendwann<br />
habe ich gemerkt, dass das Studium nichts für mich ist, und dass da kein Beruf für<br />
mich hervorgeht, in dem ich mein Leben lang arbeiten kann. Das Faible für das Handwerkliche<br />
hatte ich hingegen schon immer.<br />
Sie studierte einst BWL, nahm den Hut<br />
und verdient heute Kopfgeld.<br />
Mit ihrem Faible für Handwerk und Hüte<br />
fertigt Ulrike Strelow seit 15 Jahren als<br />
Modistenmeisterin mit ihrem kleinen<br />
Team im Essener Stadtteil Rüttenscheid<br />
Kopfbedeckungen aller Art.<br />
Form und Materialien sind dabei kaum<br />
Grenzen gesetzt<br />
Mit ihrem Werdegang macht sie auch Studierenden<br />
Mut, den eigenen Träumen in<br />
einem anderen Fach zu folgen.<br />
Die Fragen stellte Christoph Berger.<br />
Foto: Wiebke Rübel / www.flickr.com/photos/a_la_rue Fotos: Ulrike Strelow<br />
Ulrike Strelow<br />
im Gespräch<br />
Weitere Informationen<br />
zu Ulrike Strelow unter<br />
www.hutmanufaktur.com<br />
Wie kamen Sie dann zu Hüten?<br />
Zu Hüten hatte ich überhaupt keine Verbindung. Eher zum Handwerk allgemein.<br />
Allerdings hatte mir meine Mutter irgendwann nach dem Abitur mal einen Artikel<br />
über eine Hutmacherin in Hamburg gegeben. Sie meinte damals, dies sei ein Beruf<br />
für mich. Nachdem ich mich etwas über den Beruf informiert hatte und gesehen habe,<br />
was man damit verdienen kann, habe ich den Vorschlag erst einmal wieder verworfen.<br />
Während des Studiums reifte dann in mir die Erkenntnis: Lieber ein bisschen weniger<br />
Geld verdienen …<br />
Kann man Assoziationen zwischen einem Hut und seinem Träger ziehen?<br />
Ein Hut kann natürlich sehr stark die Persönlichkeit verändern. Oder unterstreichen.<br />
Das hängt auch mit der jeweiligen Stimmung des Trägers zusammen. Es kann ein Hut<br />
sein, mit und unter dem man sich gut behütet fühlt, unter dem man sich vielleicht so<br />
ein bisschen versteckt. Es kann aber auch ein Hut sein, der einen herausstellt, mit dem<br />
man die Blicke auf sich zieht.<br />
In der Kunst-, Mode- und Kulturwelt hat der Hut in den letzten Jahren eine Renaissance<br />
erfahren. Woran liegt das?<br />
Es ist generell ja so, dass es die eine Mode nicht mehr gibt. Es gibt nicht mehr die Rocklänge<br />
oder Linie, die von allen getragen wird. Vielleicht gibt es noch Richtungen, aber<br />
im Prinzip ist heute alles möglich. Derzeit gehört der Hut auf jeden Fall zu so einer<br />
Richtung. Die Zeiten, in denen dem Hut etwas Altmodisches und Altbackenes anhaftete<br />
und in denen er verpönt war, sind vorbei. Gerade auch, weil viele junge Leute Hüte<br />
tragen.<br />
Und welche Stellung hat der Hut in der Business-Welt?<br />
Man sieht nicht besonders viele Menschen mit Hut, aber es werden mehr. Es kommt ja<br />
wieder der Trend, sich schicker anzuziehen. Und da kann ein Hut dazugehören: Er komplettiert<br />
dann die Garderobe. Und prinzipiell ist ein Hut ja nicht nur schick. Er schützt<br />
vor Sonne, Regen und Kälte. Es gibt unterschiedlichste Ansätze, einen Hut zu tragen.<br />
Aus der von Ihnen gemachten Erfahrung: Was ist Ihr Tipp für Absolventinnen und<br />
Absolventen, die nach dem Studium überlegen, noch einmal einen ganz neuen Karrierepfad<br />
einzuschlagen?<br />
Man muss sich darauf einstellen und damit zurechtkommen, einen Beruf von Grund<br />
auf zu erlernen. Man lässt sich mit einem solchen Schritt nicht auf etwas ein, was man<br />
mal in einem Workshop oder Praktikum lernt. Der Weg ist echt hartes Brot. Aber wenn<br />
man es nicht von der Pike auf lernt, um dann viel machen zu können, dann findet man<br />
nicht die Kunden dafür. Am Anfang meiner Ausbildung, ich war 24 Jahre alt, war ich<br />
wieder das Lehrmädchen, das die Werkstatt gefegt hat. Da ist es völlig egal, was man<br />
davor alles gemacht hat.<br />
32
Masterstudium<br />
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Experten und Studenten geben Tipps, was<br />
in Sachen Masterstudium zu beachten ist:<br />
Entscheiden: Was will ich studieren?<br />
Bewerben: Worauf muss ich achten?<br />
Finanzieren: Woher kommt das Geld?<br />
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