AMMERSEElen - Das Buch

christophbarth

Neue überarbeitete und erweiterte Auflage, Inhalt jetzt 160 Seiten mit ca. 230 Bildmotiven

Ammersee len 1

„Wesentliche Begegnungen sind immer uralter Herkunft“. Mir sind viele Menschen

begegnet, die immer von einem Gefühl sprachen, welches sie hier am

Ammersee erlebten. Ein Gefühl des „lange schon Kennens“, ein Gefühl von Geborgenheit,

Vertrautheit, Sympathie und Wärme.

Ich bin in Inning geboren, habe meine Kindheit in Herrsching verbracht, war

dann viele Jahre weg. Doch in all den Jahren, wenn ich von Weßling aus den

Hügel passierte und sich das Tal in Richtung Ammersee vor mir ausbreitete,

war in mir dieses warme Gefühl von Heimat. Ich bezeichne es als Seelenverwandtschaft.

Eine Verwandtschaft zur Gegend, zur Tierwelt, zur Vegetation

und zu den Menschen, die diese Gegend schätzen und schützen.

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser.

Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es

Und wieder nieder zur Erde muss es.

Ewig wechselnd.

Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser.

Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind.

Auszug aus: Gesang der Geister über dem Wasser

von Johann Wolfgang Goethe 1749-1832

Mit diesem Buch möchte ich Ihnen die Orte am See nahe bringen, an denen Sie

Ihre Seele baumeln lassen können. Sowie Menschen, die mit ihren Geschichten

die Seele berühren. Und Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt

am See, deren Seele wir dadurch vielleicht wieder näher kommen können.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir dabei geholfen haben, all das zusammen

zu tragen und die dieses Projekt unterstützten. Ich möchte mich bei

Ihnen bedanken, dass Sie dieses Buch erworben haben und es vielleicht auch

an Freunde und Bekannte weiter geben.

Christoph Barth

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Akademie gGmbH

Wir danken für die besondere Förderung dieses Buches:

Die St. Leonhards Akademie vernetzt Organisationen

und Personen, fördert Aktionen und Projekte, die in

unserer Gesellschaft für Menschlichkeit, Gesundheit, Nachhaltigkeit

und verantwortungsbewusste Freiheit eintreten.

Wasser ist Leben und es bedeckt 70% der Erdoberfläche.

Wasser füllt mehr als 70% unseres Körpers. Es ist Transportmittel

und Informationsträger. Jedes Wasser schwingt

anders, genau wie der Mensch. Diese Vielfalt zu erhalten

und die Resourcen zu schützen ist unsere Aufgabe.

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Beseelte Heimat

Vertraut, herzlich, warm, Räume und Menschen, Natur und Landschaft, das

ist die Welt am Ammersee. Wer hier lebt, will nicht weg und wer weg muss,

bekommt schnell Heimweh.

„AmmerSEElen“ zeigt uns Plätze rund um den Ammersee, die berühren, an denen

wir auftanken oder die Seele ausruhen lassen. Und es zeigt uns Menschen,

denen der Ammersee „Seelen-Heimat“ geworden ist. Wir erleben Land und

Leute, Orte und Geschichten, Altes und Neues mit diesem Buch. Es verbindet

moderne Kommunikationstechnologie mit sinnlicher Nähe und konkretem

Gefühl: Weiterführende Infos auf dem Smartphone mit bayrischem Herz.

Geschrieben hat es ein Herrschinger Spross. Christoph Barth liebt seine Heimat

und begeistert dazu, sie zu sehen. Die einheimischen Bürgerinnen und Bürger

werden Neues und Vertrautes finden: eine zauberhafte Bestätigung für ihre Heimatliebe

und Ortsgebundenheit.

Gäste und Touristen erhalten Einblicke in eine einzigartige Naturlandschaft und

in das Leben von Menschen, die hier ihr Zuhause gestalten und zuhause sind.

Fremde werden von ihnen mit offenen Herzen auf- wie angenommen.

Wer mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen, mit der Natur und seiner Welt im

Reinen ist, also Leben erlebt, stärkt auch seine Gesundheit. Sie wächst mit der

Freude am Leben. Als Arzt und Präventologe darf ich sagen: dieses Buch ist ein

Heilmittel für Leib und Seele und auch ihr Kopf hat seine Freude damit.

Ihr Dr. Ellis Huber

St. Leonhards Akademie gGmbH

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4


Im Augenblick, da das Wollen ruht

und die Betrachtung aufkommt,

das reine Sehen und Hingegebensein,

wird alles anders.

Denn Betrachtung ist ja nicht

Forschung oder Kritik,

sie ist nichts als Liebe.

Hermann Hesse

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Kottgeisering

Grafrath

Stationen Ammerseepfad

Naturbeobachtungstürme

Mit der App regional.tips® die

Stationen des Buches vertiefen

Zug u. S-Bahn

Geltendorf

Besondere Aussichten

Naturschutzgebiete

Schondorf

Stegen / Inning

Buch

Wörthsee

Wörthsee

Weßling

Hechendorf

Seefeld

Utting

Breitbrunn

Pilsensee

Frieding

Ammersee

Immer aktuell informiert

Die App regional.tips® ergänzt das Buch durch tiefer gehende Informationen. Überall,

wo sie das Regenbogenzeichen im Buch sehen, gibt es Berichte, Videos oder Tourenbeschreibungen

auf dem Smartphone. Dazu einfach die jeweilige Seite scannen.

(siehe Seite 158)

Riederau

Herrsching

Andechs

Wenn Sie sich die App: regional.tips® aus dem App- oder Google Play-Store geladen

haben geben Sie das Codewort „ammerseelen“ ein und sie kommen zum Begleitprogramm.

Neben den allgemeinen Themen, wie Gastronomie, Nachrichten etc.

werden Sie über den Bereich Treffpunkt genau an die Plätze geführt, die im Buch

beschrieben sind. Dazu gehören Naturbeobachtungen, Wander- und Radtouren, historisches,

Sonnenuntergänge oder Ausflugsziele.

Auf der Website: www.ammerseelen.info

Dießen

Aidenried

Vorderfischen

Machtlfing

finden Sie auch Videos und tiefer gehende Informationen zum Buch.

6

6

Raisting

Pähl


Inhalt

Die Ammer als Ursprung und der Ammersee als

Naturereignis mit Naturschutzgebieten

Naturbeobachtungen am Südufer und den

Amper Streuwiesen

Biologische Vielfalt - geschichtlicher Hintergrund

Impressionen - Sommer und Winter am See

Der See als Kraftspender mit einer Vielfalt an Kraftorten,

Heilwasserquellen, Wildkräutern und Touren

10 - 17

18 - 29

30 - 37

Raisting .........................................................38

Andechs .................................................... 40 - 43

St. Ottilien ...................................................44 - 48

Wörthsee ........................................................52

Weßlinger und Pilsensee .........................................54

Herrsching. ..................................................56 - 79

Breitbrunn. ..................................................80 - 83

Über Rausch nach Stegen ........................................84

Schondorf .................................................. 86 - 88

Utting, Holzhausen und ......................................89 - 95

der Künstlergarten Gasteiger

St. Alban ........................................................96

Dießen .....................................................98 - 105

Wessobrunn .................................................. 106

Sich auf den Weg machen ...

Fernwanderwege und Touren auf der Westseite

108 - 111

Der Skulpurenweg von Schondorf nach Eching .............. 112 - 113

Die Westseite erwandern .................................. 114 - 115

am See entlang oder den Höhenweg nehmen

Erlebnistouren

Von Bayern nach Schwaben mit der ........................ 116 - 117

nostalgische Ammersee-Dampfbahn

Im Oldtimer oder mit der Postkutsche reisen ................ 118 - 119

Auf den Schaufelraddampfern feiern ........................ 120 - 127

Geschichten von Menschen am See ........................ 128 - 155

Ob Künstler, Fischer, Lebenskünstler, Ausländer,

Norddeutscher oder Bayer. Alle haben eines gemeinsam,

der See hat sie angezogen.

Über den Autor ............................................ 156 - 157

Impressum und Links zu den Themen ...................... 158 - 160

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Willkommen am Ammersee

Wanderer, kommst Du müde von der hektischen Stadt an den Ammersee

und lässt Deine Augen schweifen über liebliche Hügel, hast das sanfte

Kräuseln der Wellen des Sees im Sommer im Blick, das Dir ungeahnte

Badefreuden verspricht und besuchst die leutseligen Dörfer, dann spürst

Du, wie Dich das alles umarmt und willkommen heißt. Die Menschen hier

sind freundlich zueinander, weil die Natur und die Kultur es gut mit ihnen

meint. Seit Hunderten von Jahren lebt hier ein Menschenschlag, der das

Gute, das er bekommt, gerne weitergibt. Meistens hatten die Kleriker, die

das Westufer und Ostufer bevölkerten, das Wohl ihrer Untertanen im Sinn.

Sie kannten das Gesetz des Ausgleichs. Was mir nützt, ist für andere auch

nicht schlecht und kommt zu mir wieder zurück. Dieses Wissen gaben Generationen

von Menschen an ihre Nachkommen weiter. Die Mannschaft der

Bayerischen Schifffahrt freut sich auf Ihren Besuch.

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Die Bürgermeister-Rockband

Es ist die einzige Bürgermeister-Rockband Deutschlands. Sie nennen

sich Dr. SchiWaGu, spielen nicht oft, aber immer gutgelaunt und

ausschließlich für den guten Zweck. Bei ihren Auftritten sammeln die

Gemeindeoberhäupter Geld für Kinder- und Jugendeinrichtungen im

Landkreis Starnberg.

Bürgermeister Wolfram Gum aus Seefeld an der Gitarre , Bürgermeister Manfred

Walter aus Gilching wird an diesem Abend durch Christoph Zöller

vertreten – Bass und Gesang , Bürgermeister Christian Schiller aus Herrsching

am Schlagzeug und Gesang, Gemeinderat Claus Angerbauer aus Wessling,

mit seiner markant, rauchigen Rockstimme und seinem wohlklingenden

Gitarrensound.

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Amper

Stegen / Inning

Schondorf

Buch

Die Ammer

Die Ammer darf frei fließen.

Viele verantwortungsbewusste

Bürger und auch

staatliche Einrichtungen

bemühen sich seit vielen

Jahren mit zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen

und Projekten darum, dass

das auch so bleibt.

Schongau

Peiting

Utting

Riederau

Peißenberg

Dießen

Raisting

Breitbrunn

Herrsching

Pähl

Andechs

Ammer

Weilheim

Bad Kohlgrub

Oberammergau

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Die Ammer beginnt an den Ammerquellen im

Graswangtal, einem der schönsten Hochtäler

der bayerischen Alpen. Vorbei am Passionsspielort

Oberammergau durchquert sie die malerische

Hügellandschaft des Pfaffenwinkels mit

zahlreichen Kulturdenkmälern, an Peißenberg

und Weilheim vorbei bis zur Ammerseemündung.

Die Gesamtstrecke über den Ammersee

hinaus, an der Amper entlang bis nach Moosburg

an der Isar, ist ca. 200 km lang und gemütlich in

3-4 Tagesetappen zu bewältigen. Das Teilstück

bis Dießen oder Herrsching kann an einem Tag

erreicht werden. Zum Start kann mit dem Zug bis

Oberammergau gefahren werden. Auch zahlreiche

mögliche Einstiegspunkte/Ausstiegspunkte

lassen sich mit der Bahn oder anderen öffentlichen

Verkehrsmitteln erreichen.

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Internationales Vogelschutzgebiet Ammersee

Beobachten, aber bitte nicht stören

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Für den Vogelfreund ist der südliche Teil des Ammersees

ein kleines Paradies zum Beobachten. Zwischen Dießen

im Westen und Aidenried am östlichen Ufer liegt das Naturschutzgebiet

»Vogelfreistätte Ammersee-Südufer«. Es

ist eines der bedeutsamsten Feuchtgebiete Bayerns und

durch die (internationale) Ramsar-Konvention geschützt.

Über 300 Tier- und Pflanzenarten wurden dort bisher gesichtet.

Am Ufer, im Schilf und in den Feuchtwiesen finden

viele Vögel wie Großer Brachvogel, Kiebitz, Eisvogel

Schwarzmilan, Rohrweihe, Kormoran, Graugans, Haubentaucher,

Blässhuhn, Lachmöwe, Flussseeschwalbe,

Schwarzmilan, Teichrohrsänger oder Schwarzkehlchen

Platz zum Brüten. Im Winter sind Reiherente, Tafelente,

Schellente, Zwergtaucher und Kornweihen zu sehen. Und

im Frühjahr und Herbst machen viele Zugvögel Rast am

See, z.B. Kampfläufer, Bruchwasserläufer, Grün- und Rotschenkel,

Silberreiher, Kolbenenten, Trauerseeschwalben

und Rotfußfalken.

Zum Beobachten lohnen sich folgende Plätze: Beobachtungsturm

bei Dießen (östlich des Parkplatzes des Sportvereins

MTV Dießen e.V.); Mündungsgebiet der Ammer,

(Dießener Straße Nr. 2056, Parkplatz an der Brücke, von

hier den Damm nach Norden gehen); Aidenried (Strand,

Blick in die Bucht); Wiesen nördlich von Raisting (Weißstörche!).

Der hauptamtliche Gebietsbetreuer bietet naturkundliche

Führungen an, betreuen Pflegemaßnahmen in Streuwiesen

und führen Kartierungen durch. Helfer werden stets gesucht.

Partner bei der Umweltbildung ist die ortsansässige

Mobile Umweltschule.

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14


Links, der Natur-Beobachtungsturm in Dießen.

Bei aufkommenden Gewitter ein idealer Platz die

Tierwelt zu genießen.

„Geführte Beobachtungen über die Gebietsbetreuung

Ammersee mit Christian Niederbichler und

Franz Wimmer finden nur auf öffentlich zugänglichen

Wegen statt. In den Flächen gibt es zum

Schutz v.a. der Brutvögel ein Betretungsverbot.“

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Die Amper-Streuwiesen

Artenreiche Feuchtgebiete entlang der Amper

„Zum Erhalt der Artenvielfalt ist eine Bewirtschaftung

der Streuwiesen notwendig. Ohne

regelmäßige Mahd »verfilzen« und »verbuschen«

die Wiesen. Lichtliebende Arten haben dann keine

Chance“. erklärt mir Christian Niederbichler.

Einmal im Jahr wird gemährt. Nicht alles - sondern

streifenweise nach einem ausgeklügelten

Konzept. Gemeinsam mit den beteiligten

Landwirten werden die zu mähenden Bereiche

festgelegt.

Manche werden etwas früher gemäht und

andere später, denn spätes Mähen fördert die

spätblühenden Pflanzen wie den Lungen-Enzian,

und häufiges Mähen, sowie Düngen oder der

Einsatz von Chemie und Entwässerung würden

die Artenvielfalt vernichten.

Vielfalt an Pflanzen zieht Vielfalt an Tierarten

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nach sich. So ziehen die zwiebelig-süß duftenden

Blütenköpfe des wohlriechenden Lauches

im Spätsommer tausende Honigbienen an. Insekten

bieten wiederum Vögeln und Amphibien

einen reich gedeckten Tisch.

Wenn in solchen Streifen Stauden stehen, nutzen

das die Braunkehlen im nächsten Frühjahr

um von dort aus die Insekten zu beobachten

und beim nächsten Vorbeiflug die Beute zu

fangen.

Nicht nur die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten,

sondern auch zahlreiche seltene, gefährdete

und zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten

tragen zum hohen Wert der Streuwiesen des

Ampermooses bei. Das Ampermoos war viele

Jahre verweist. Doch es ist z.B. gelungen, den

Großen Brachvogel, der vom Aussterben bedroht

ist, wieder zu beheimaten.

Christian Niederbichler ist seit mehr als

20 Jahren Mittler zwischen Natur und

Mensch. Er kümmert sich mit Engagement

und Sachverstand um die Tierund

Pflanzenwelt rund um den Ammersee.

Er war der erste hauptamtliche

Gebietsbetreuer in Bayern, mittlerweile

gibt es sie in 50 Gebieten.

www.gebietsbetreuer.bayern


Naturbeobachtungsturm Kottgeisering

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„Die Ammerseeregion ist eine international

bedeutsame Region der biologischen

Vielfalt. Insbesondere die letzte Eiszeit

hat die Voraussetzung für unterschiedlichste

Standorte mit vielfältigen Lebensgemeinschaften

und hoher Artenvielfalt

geschaffen. Besondere Bedeutung haben

der See, die Moor- und Feuchtgebiete im

Süden und Norden und das Seeholz im

Westen des Sees. Sie stehen unter nationalem

und internationalem Schutz und

zeichnen die Region besonders aus.

Die Entstehungsgeschichte der Region ist

eng mit der letzten Eiszeit verbunden. Sie

ist „verantwortlich“ für See und Moränenhügel,

für weitgereiste Kieselsteine, für

Kalktuffquellen, für trockene Hügel und

feuchte Senken. Nach der Eiszeit wandelte

sich die Landschaft von der baumlosen

Tundra über verschiedene von Wildtieren

beweidete Waldtypen bis zur vom Menschen

geprägten Kulturlandschaft. Das

heutige Landschaftsbild ist auf jahrhundertelange

bäuerliche Nutzung zurückzuführen,

unter der sich die ursprüngliche

hohe Artenvielfalt erhalten konnte. Intensivierte

Landwirtschaft und wachsende

Verkehrs- und Siedlungsflächen führten

und führen seit Mitte des 20. Jahrhunderts

leider zu einem Schwinden der Arten

und einem Wandel des Landschaftsbildes.

Die Vielfalt der Tierwelt ist an arten- und

strukturreiche Pflanzengesellschaften gebunden,

die wiederum von unterschiedlichen

Standortverhältnissen und extensiven

Bewirtschaftungsformen abhängen.

Millimeter große Wasserflöhe und meterlange

Hechte, winzige Miniermotten und

ansehnliche Tagfalter, Sommer- und Wintergäste,

Durchzügler und Standvögel,

Schilf-, Boden- und Höhlenbrüter, Nahrungsspezialisten

und Lebensraumspezialisten

u.v.m. Die besondere Vielfalt machen

Ampermoos, Herrschinger Moos,

das Ammerseesüdufer und die Raistingerwiesen

zu einem der bedeutendsten

Feuchtgebiete in Bayern, Teil des EU-weiten

Netzwerkes NATURA 2000. Ein großer

Teil im Süden ist schon seit 1979 als Naturschutzgebiet

ausgewiesen. Hier brüten

rund 110 verschiedene Vogelarten,

darunter gleich mehrere stark gefährdete

oder vom Aussterben bedrohte. Zusammen

mit den angrenzenden Ortschaften

und Moränenhängen kamen offizielle

Kartierungen sogar auf 135 Brutvogelarten;

soviel wie nirgendwo sonst in Bayern.

Biologische Vielfalt

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Auf der Höhe von Pähl in Richtung Golfplatz wird man mit einer wunderbaren Aussicht auf die Ammergauer Alpen, die Raistinger Wiesen und Dießen belohnt.

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Die Königin unter den Wildblumen

„Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) ist die auffälligste Blütenpflanze

am Ammersee-Südufer. Es gibt nur wenige, die sie nicht kennen und schon

mal bewundert haben; ganz anders als die anderen hier vorkommenden

Pflanzenarten, mehrere Hundert an der Zahl, darunter auch die zweite heimische

Wild-Iris, die Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus), oder die gelbe

Trollblume (Trollius europaeus).

Die Sibirische Schwertlilie blüht am Ammersee nur rund zwei Wochen,

meist in der zweiten Maihälfte, in Jahren mit kühlem Frühjahr auch noch

Anfang Juni. Zum Höhepunkt der Blütezeit bilden sich regelrechte blaue

Blüten. Die Fruchtkapseln werden im Spätsommer und Herbst dunkelbraun

und die Samen reifen. Weil die Streuwiesen traditionell nur ein Mal

jährlich im Herbst gemäht werden, finden die Schwertlilien hier einen

günstigen Lebensraum. Aber auch viele andere Pflanzen- und Tierarten

haben ein Refugium in den Streuwiesen, einem unserer artenreichsten Lebensräume.

Es dürfte deutschlandweit nur mehr wenige Gebiete geben, in denen die

Sibirische Schwertlilie so zahlreich vorkommt. Dieser Iris-Bestand gehört

zu den größten Naturschätzen am Ammersee. Das gleiche gilt für die weniger

bekannten Arten der Auen-Streuwiesen, der Sumpf-Platterbse (Lathyrus

palustris) und dem Kanten-Lauch (Allium angulosum), beides (wie die

Sibirische Schwertlilie) Arten der Roten Liste. Unser Naturschutzgebiet

bewahrt sie alle. Jedoch können sie ohne Pflege der Streuwiesen nicht

erhalten werden. Das staatliche geförderte, spät im Jahr stattfindende

Abmähen der Streuwiesen, durch die Schutzgemeinschaft Ammersee und

ortsansässige Landwirte, sollten wir alle wertschätzen.

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Blaues Land und bunte Pferde

Museen im Oberland

Den Namen ´Der Blaue Reiter´ erfanden wir am Kaffeetisch in der Gartenlaube

in Sindelsdorf. Beide liebten wir Blau, Marc – Pferde, ich – Reiter.

So kam der Name von selbst.“ (W. Kandinsky) Dies war der Beginn der

Entstehung der bedeutendsten Künstlergruppe der Avantgarde zu Beginn

des 20. Jahrhunderts. Ihr Ziel war es, mit alten Maltraditionen zu brechen

(Impressionismus), um neue künstlerische Ausdrucksformen zu schaffen

und zu verbreiten (Expressionismus).

Nirgendwo in Deutschland findet sich ein solch konzentrierter Überblick

über den deutschen Expressionismus wie südlich vom Ammersee bis hin

zu den Alpen, wo bedeutende Künstler wie Franz Marc, Wassily Kandinsky

oder Gabriele Münter sich auch von der herrlichen Naturlandschaft haben

inspirieren lassen.

Das blaue Land, mit Seen, Mooren und Bergen zog nach der Wende zum

20. Jahrhunders viele Künstler an. In den Bildern der Künstlergemeinschaft

„Der Blaue Reiter“ sind viele Ansichten der Region verewigt worden. Interessante

Ausflugsziele in die Welt des Blauen Reiters sind:

Das Buchheimmuseum in Bernried, das Franz Marc-Museum in Kochel sowie

das Schloßmuseum Murnau und das Stadtmuseum in Penzberg.

Schon Gabriele Münter und Wassily Kandinsky ließen sich hier inspirieren.

Heute kann man deren Leben im Münter-Haus, in welchem die Künstler

von 1904 bis 1909 wohnten, nachvollziehen. Eine Vielzahl Ihrer Werke sind

im Schloßmuseum Murnau zu bestaunen. Auf dem Kunstspaziergang rund

um Murnau können Sie die Motive der berühmten Maler wiederentdecken.

Oberbayerns größtes Freilichtmuseum auf der Glentleiten wartet mit über

60 historischen Häusern, Werkstätten, Mühlen, Almen und vielem mehr auf

Sie.

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Eines der schönsten

Naturerlebnisse in der Region

Hier hat sich der Burgleitenbach im Laufe der Jahrhunderte

eine tiefe Schlucht in den Untergrund gegraben. Am Ende der

etwa 3,6 km langen Schlucht gelangt man an einen ca. 16m hohen

Wasserfall, der aufgrund der geringen Wassermenge nicht

unbedingt zu den spektakulärsten Wasserfällen zählt, im Winter

aber zu bizarren Formen gefriert.

Die knapp einstündige Wanderung ist nicht anspruchsvoll

(Trittsicherheit ist notwendig). Man muss jedoch mehrmals

den Bach überqueren, was bei der geringen Wassertiefe und

den vielen Trittsteinen problemlos möglich ist. Während der

Wanderung kann man auch einen Blick auf das Pähler Hochschloss

werfen. Eine besondere Attraktion ist, dass man sich

sogar hinter den Wasserfall stellen kann - und das, ohne allzu

nass zu werden. Zurück geht es auf dem selben Weg.

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Pähler Schlucht 25


Stade Zeit

Es ist die „stade“ Zeit am Ammersee: Verlassene Bootsstege, leere Bojen - weit und breit nur Haubentaucher

und Möwen. Oder? Nicht ganz! Einige Unverfrorene wagen sich noch hinaus auf‘s Wasser.

Die Fischer aus beruflichen Gründen - die Surfer und Schlittschuhläufer aus purer Leidenschaft.

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Unter Föhn-Einfluss scheint hier am Ammersee oft die Sonne und lässt den winterlichen

Nebel schnell verschwinden. Genießen Sie die frische Luft und erholen Sie

sich vom Alltagstrubel.

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Heimathafen für Mensch und Tier

Schwäne

Das Nest der Schwäne wird aus Wasserpflanzen, Gräsern und Zweigen errichtet und ist

oft von beachtlicher Größe. Da ein Paar dasselbe Nest immer wieder nutzt, kann es sich

von Jahr zu Jahr vergrößern. Gebrütet wird allein vom Weibchen, beim Trauerschwan

beteiligt sich auch das Männchen. Gelegt werden vier bis sechs Eier, die etwa 40 Tage

bebrütet werden. Beide Partner begleiten die Jungen. Gelegentlich werden sie auf dem

Rücken transportiert. Flügge gewordene Schwäne bleiben meist bis zur nächsten Fortpflanzungsperiode

in einem Verband mit den Elternvögeln.

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Die Stockente ist die größte und

am häufigsten vorkommende

Schwimmente Europas und die

Stammform der Hausente


Heimathafen - Schutzgebiet der Schiffe

Jeden Abend fahren die Schiffe wieder zurück in den Hafen nach Stegen zum

Auftanken und zur Wartung. Für uns ist es in Ordnung, dass das Hafengelände

abgesperrt ist, damit in Ruhe gearbeitet werden kann. Für die Tierwelt sind solche

Rückzugsmöglichkeiten leider nicht selbstverständlich.

Die Rohrammer besiedelt das

Schilfröhricht/Südende, ernährt

sich von Grassamen, Insekten,

Schnecken u. Würmern.

Am Ammersee ist die Schellente

hauptsächlich in den

Monaten November bis März

anzutreffen.

Brachvögel brüten im Ampermoos

und am Südende

des Sees. Mehrere Dutzend

rasten am See. Erst wenn der

Schlamm am Ufergefriert und

Schnee auf den Wiesen liegt,

fliegen sie weiter gen Süden.

Der Haubentaucher mit seinen

Kleinen nutzt die offene

Wasserfläche für die Jagd

nach kleinen Fischen.

Die Tafelente kommt aus den

Steppen- und Moorgebieten

hinter dem Ural aus den Weiten

Sibiriens.

Wenn der Kiebitz ruft, ist der

Frühling da. Mit seiner Federholle

geht der Kiebitz auf

Brautschau.

Naturschutzgebiete, Rückzugsorte für unsere Tier- und Pflanzen

Für die Vögel am Ammersee sind die geschützten Plätze ein lebenswichtiger Ort.

Da im Winter die Gewässer in den jeweiligen Brutgebieten im Norden und Osten

zufrieren, fliegen Wasservögel, wie z.B. die Reiherente, zu uns an den See.

Hier finden sie Nahrung und Ruhe, um sich für den oft tausend Kilometer langen

Rückflug zu rüsten. Andere Vogelarten finden dagegen hier keine Nahrung im

Winter und verlassen daher die Region in Richtung Süden. Der Teichrohrsänger

und die Flussseeschwalbe verbringen diese Zeit in Afrika.

Feuchtgebiete, wie die Ammerseeregion, sind für Mensch und Tier lebenswichtige

Raststationen. Hier kann man sich ausruhen, Nahrung zu sich nehmen und

Energie auftanken.

Der Ammersee wimmelt von kleinsten Lebewesen, die für das bloße Auge nicht

sichtbar sind. In einem Schluck Ammerseewasser befinden sich etwa 100 Mio.

Bakterien, 300.000 Einzeller, 100.000 Algen, 50 Rädertiere und zwei Krebstierchen.

Eine wichtige Schlüsselposition im Nahrungsnetz kommt dem tierischen Plankton

(Zooplankton) zu. Bedeutende Vertreter dieser Gruppe sind z.B. die ca. 1 mm

großen Wasserflöhe, die mit ihren »Filterkämmen« zur Filtrierung des Wassers

beitragen und damit effektive Algenfresser sind. Gleichzeitig sind diese Kleinkrebse

wichtige Nahrungsgrundlage für viele Fische. Nicht nur für deren Larven,

sondern auch für erwachsene Fische, insbesondere der Renke, einer Schwarmfischart

der Freiwasserzone, die sich überwiegend von tierischem Plankton ernährt.

Keine Angst beim Baden: die hohe Zahl winziger Lebewesen ist für ein

intaktes See-Ökosystem wie dem Ammersee normal und sagt nichts über die

hygienische Qualität des Wassers aus, die im Ammersee sehr gut ist.

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Der See als Kraftspender

Nebel liegt über dem See. Die Angel in der Hand und der Blick auf die Schnur.

Meine Meditation am frühen Morgen.

Die Sonne kämpft sich am Horizont hoch und vernascht Stück für Stück den Frühnebel.

Herrlich anzusehen und auch anzuhören, denn die Vogelwelt ist auch schon wach

und scheint einen Wettbewerb ausgerufen zu haben.

Wer am lautesten Trillern kann ist der Gewinner.

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Die heilsamen Kraftorte des Ammersees

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Ralf Hellmuth führt zu Natursteckdosen

und besonderen Plätzen im magischen

Fünfseenland

Keine Frage, Ralf Hellmuth ist fest verwurzelt im

Fünfseenland. Geboren und aufgewachsen in

der magischen Region des Ammersees, kennt

er wunderschöne, zum Teil kaum bekannte und

versteckt liegende Plätze, die zur Meditation und

Stille oder zum Energie tanken einladen. Regelmäßig

bietet er Interessierten an, sich auf die

heilenden Kräfte von Mutter Natur einzulassen,

die eigene Intuition wieder zu entdecken und

Verbundenheit zu fühlen, mit allem, was ist. Wir

waren mit Ralf Hellmuth zu den besonderen

Plätzen unterwegs.

Wann hast du zum ersten Mal einen Kraftort

bewusst als solchen wahrgenommen?

Ich war schon als Kind mit meinem Opa viel in

der Natur unterwegs und glaube, dass ich so

mein Spüren behalten und weiter entwickeln

konnte. Die Natur bringt uns mit uns selbst in

Verbindung, hier gibt es keine Konzepte, hier

können wir alles loslassen. Irgendwann bin ich

auf Bücher über Kraftorte aufmerksam geworden

und habe gemerkt, dass mir das alles sehr

bekannt vorkommt und ich viele der Plätze kenne.

So habe ich meine Aktivitäten immer mehr in

diese Richtung ausgedehnt, Freunde und Bekannte

haben gefragt, ob sie mitkommen dürfen

– das waren die Anfänge meiner Kraftort-Touren.

Die Ammersee-Region gilt als energetisch starker

Ort, viele spirituelle Menschen, Heiler und

Künstler sind hier zuhause. Woran liegt das?

Die zahlreichen Keltenschanzen im Fünfseenland

sind unter anderem ein Indiz für vorhandene

hochenergetische Plätze. Die Kelten waren

ein sehr spüriges Volk, das genau wusste, wo es

wohnen, schlafen, heilen und arbeiten möchte.

Auf einem Schild der Gemeindeverwaltung

Utting werden die Besucher sogar auf möglich

auftretende Energiephänomene aufmerksam

gemacht und zum Hinfühlen ermutigt. Schaut

man sich die Lage der Keltenplätze auf einer

Karte an, ist klar eine Verbindung zu erkennen,

sei es, dass die Orte auf einer Linie liegen, durch

ein gleichschenkeliges Dreieck oder Symbole

verbunden sind. Auffallend ist, dass auf diesen

Plätzen entweder eine Kirche steht oder ein

Funkturm errichtet wurde. Wo machen Handymasten

Sinn? Dort, wo eine gute Verbindung

und wenig Störenergien vorhanden sind. Vor

allem hier in der oberbayerischen Region gibt es

sehr viele Erfindungen und Patente, denn es ist

die passende Energie vorhanden, um Neues zu

erschaffen und schnell zu verbreiten.

Auch die seit Jahren im Sommer immer wieder

auftauchenden Kornkreise ziehen die Aufmerksamkeit

vieler spirituell interessierter Menschen

auf die Region des Fünfseenlandes.

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Mit Ralf und Miko

auf Kraft-Tour


Eine kleine Rundreise zu ausgewählten

Kraftorten:

Um beim Thema Verbindung zu bleiben, starten

wir bei der Erdfunkstelle Raisting, deren Antennen-

und Satellitenschüsseln von weitem zu sehen

sind – ein Tor ins Weltall. Diese technischen

Geräte wurden nicht zufällig an diesem Platz

aufgestellt, denn er ist von Natur aus hervorragend

dafür geeignet, Energien aus dem Universum

zu empfangen. Viele Menschen fühlen sich

hier den Sternen nahe und bekommen wunderbare

Inspirationen.

Der Hunnenbichl bei Aidenried, ein kleiner, etwas

versteckt liegender Hügel auf einem Privatgrundstück,

mit wunderschönem Blick über den

Ammersee, hat eine segensreiche Wirkung auf

die Menschen. Meist werden wir hier mit einem

milden Wind begrüßt, zwei große, hundert Jahre

alte Linden, vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit,

der Weite und Freiheit. Doch jeder Mensch

nimmt dies anders wahr. Bei einer meiner Führungen

war ein Inka-Sonnenpriester mit dabei,

der diesen Platz hoch über dem Ammersee mit

heiligen Stätten aus seiner Heimat in Verbindung

brachte.

Einer meiner Favoriten ist derzeit Sankt Willibald,

etwa fünf Kilometer vom Ufer des Ammersees

entfernt. Hier stehen drei 360 Jahre alte Linden

rund um eine Kapelle, kraftvoll und gesund. An

diesem Ort ist tiefer Frieden zu spüren, von dem

die Menschen immer ganz berührt sind –

es ist eine behütende, liebevolle, weibliche und

aufnehmende Energie.

Kraftvolle Punkte findet man natürlich in der Keltenschanze

Utting auf einem Areal von etwa 200

mal 100 Meter. Wer etwas Außergewöhnliches

sucht, für den bietet sich die Pähler Schlucht mit

einem wunderschönen Wasserfall an, der für die

Ammersee-Region sehr ungewöhnlich ist. Hier

gibt es viele Tierbegegnungen und häufig zieht

ein Bussard seine majestätischen Runden über

der Schlucht.

Die mächtigen Linden bei der St. Willibaldskapelle

von Finning stammen wohl aus der Zeit

des Kapellenbaues von 1657. Beschirmender

Schatten war damals gefragt, als die Pferde zur

Segnung durch die Kapellenpforte geführt

wurden.

Der Bäckerbichl in Andechs.

Die Landschaft um Andechs ist ein Relikt der

letzten Eiszeit. Der Isar-Loisach-Gletscher überdeckte

weite Teile des Alpenvorlandes und ließ

stellenweise beim Abschmelzen den im Eis enthaltenen

Gesteinsschutt als relativ steilen Hügel

zurück. Die Form dieser Erhebungen gleicht

häufig einem künstlich angelegten Grabhügel

und erhielt daher durch Geologen in Bayern die

Bezeichnung Tumulus. Beim Bäckerbichl handelt

es sich um einen solchen Tumulus mit einer

Fläche von 8000 qm.

Der Bäckerbichl wurde am 9. August 1979 vom

Landratsamt Starnberg in den Schutzstatus

eines Naturdenkmals erhoben.

35


Was ist dir wichtig, wenn du Menschen zu

Kraftorten führst?

Meine Touren gestalte ich meist intuitiv. Ich

habe ein grobes Konzept im Kopf, das ich

jedoch an die jeweilige Gruppe anpasse und so

auch meist selbst überrascht werde. Ich vermittle

kein großes Wissen über die Orte oder

Sehenswürdigkeiten, mir geht es darum, dass

die Leute aus dem Kopf und hinein ins Herz, ins

Fühlen und Spüren kommen. Es geht darum,

stockende Energie wieder ins Fließen zu bringen,

innere Ruhe zu erfahren und Klarheit zu

finden. In einem passenden Moment lade ich

ein, in die Stille zu gehen, unser System kann

sich öffnen, Heilung geschehen. Es ist schon

häufig vorgekommen, dass Kopfschmerzen

oder andere Beschwerden der Teilnehmer

plötzlich abklingen. Mir geht es vor allem auch

darum, die Menschen zu inspirieren, ihre an den

Kraftorten spürbare Intuition auch in den Alltag

zu integrieren.

Erinnerst du dich an ein besonders Erlebnis?

Ich denke gerne an ein eineinhalbjähriges Mädchen

zurück, das mit einer naturverbundenen

Familienfreundin, ohne Mama und Papa, an einer

Tour teilnehmen konnte. Die Kleine litt fast

seit Geburt unter hartnäckigem Dauer-Husten,

gegen den sie Medikamente nehmen musste.

Auf unserer achtstündigen Tour regnete es

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ununterbrochen, so dass sie viel auf meinen

Schultern saß, alles ganz aufmerksam beobachtete

und ohne Filter in sich hinein sog.

Man könnte hier fast von einer Spontanheilung

sprechen, denn bedingt durch die Naturenergien

- Regen und frische Luft, Bäume

und Pflanzen - und die hochschwingenden

Plätze, konnte sich der Husten „spontan“

auflösen. Sehr bereichernd sind auch immer

wieder die Gespräche, die sich unter den

Teilnehmern entwickeln, Telefonnummern

werden ausgetauscht und Freundschaften

geschlossen.

Geomantie

Die Erde als einen lebendigen Organismus zu

verstehen, in dem alles miteinander verbunden

ist, das ist die Erfahrungswissenschaft der

Geomantie. Diese bewusste Begegnung von

Erde, Mensch und Lebensraum umfasst viele

Themenbereiche, die in Verbindung mit der

Erde, der Natur und dem Leben selbst stehen.

Aus der ursprünglichen Beziehung und Begegnung

mit unserer natürlichen Umgebung, der

Landschaft, den Pflanzen und Tieren, können

wir eine schöpferische Kraft erleben, welche in

ihrer Wirkung durch die Elemente Feuer, Erde,

Wasser und Luft unseren Planeten und somit

unser Leben bildet und gestaltet. Diese elementaren

Kräfte können wir für unser Leben

kreativ einsetzen.

Der Zauberwald von Schloß Seefeld nach Drössling.

Angela Mazur-Schaar (Geomantie Ammersee)

führt Interessierte durch die Ammersee-Region

und bringt sie in Kontakt mit den Kräften der Erde.

Eine der Wanderungen führt sie auch zum Zauberwald

am Seefelder Schloß.


Heilquellen

Ulrichsbrunnen von Eresing

Elisabethquelle Andechs

Mechthildquelle Dießen

Kühles, klares Wasser plätschert aus der mittleren

der drei Leitungen in ein Becken. Mittels

einer Holzrinne können sich Pilger das Wasser

des Ulrichsbrunnens von Eresing abfüllen.

„Eine Quelle, die auch im heißesten Sommer

nicht versiegt“, sagte Bürgermeister Loy.

Das erste Brunnenhaus wurde 1666 gebaut,

die jetzige Fassung stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Das graue Altertum erzählt von diesem

Brunn, dass große Wunderding dies Gnadenwasser

bring...“, verrät die Inschrift über

dem Brunnen. „Es wurde geheilt Blindheit,

Lahmheit, Vorgicht, Fraiß, Kropf, Bruch, Verwundungen,

Kopfschmerzen und die Tochter

Katharina des Eresinger Schulhalters Wilhelm

Rische erhielt Gesundung in schwerem Leibgrimmen

und Rückenweh“ zitiert das Heimatbuch

aus dem Ordinariatsarchiv, welches 116

Wundertaten von 1618 bis 1626 auflistet.

Neben der Quelle gab es schon 1618 eine

Kapelle mit Klausnerwohnung, vermutlich

aufgrund der vielen Wallfahrer, die zur Quelle

kamen. Die Klausner waren Franziskaner

tertiaren. d.h. sie stammten aus Laienorganisationen

der Franziskaner.

Am Rande des Schatzberges im Wald versteckt

liegt eine Kapelle über einer geheimnisvollen

Quelle, zu der sich alljährlich, seit 1682, ein

Bittgang vom Kloster durch den Wald bewegt.

Die seit alters her verehrte Mechthildis-Quelle

ist nach der seligen Mechthildis benannt, die

den Menschen im Mittelalter als die Brotmutter

vom Ammersee galt. Vom Volk wurde sie

als Patronin gegen Unwetter gerufen. An der

Brunnenkapelle steht, dass die Quelle mit

dem Wasser aus dem Brunnen der Burg gespeist

wird und die heilige Mechthild oft hierher

gekommen ist, um von dem Wasser zu

trinken. Im Volksmund wird die Quelle immer

noch als „Heilwasser“ gegen Augenleiden geschätzt.

Die Elisabethquelle entspringt unterhalb

dem heiligen Berg Andechs, etwas abseits

des Pilgerweges. Eher unbekannt scheint die

Bedeutung dieses Ortes als Quellheiligtum.

Das Wasser der Elisabethquelle, das selbst in

größter Trockenheit nicht versiegt, soll allgemein

die Lebenskraft erhalten, gegen Augenleiden

helfen und die Nerven beruhigen.

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Himmlische Signale

Die Wiege des Satellitenfunks in Deutschland befindet sich in Raisting.

Idyllisch gelegen, machen riesige Parabolantennen die Kommunikation

mit der Welt möglich. Mit beinahe 50 Metern Durchmesser und der weißen

Außenschicht sticht die Empfangs- und Sendeanlage Radom aus den

umliegenden Feldern und Äckern heraus am südlichen Ammersee und

ehemaligen Ammerseemoos. Es ist ein außergewöhnliches Bild, das sich

in Raisting bietet. Gegründet wurde die Erdfunkstelle Raisting 1963 als eine

der ersten Erdfunkstellen weltweit. Derzeit werden sieben Großantennen

und über 20 kleinere Antennen eingesetzt. Damit ist Raisting die größte

Erdfunkstelle der Welt und damit auch eine wissenschaftliche Attraktion.

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Wer steckt hinter den Kornkreisen? Die einen glauben an Menschenwerk,

die anderen an außerirdische Botschaften. Kornkreise

entstehen über Nacht und ihre Herkunft liegt im Dunklen. Die Region

um den Ammersee bietet für dieses Phänomen einen fruchtbaren

Boden: Der erste wurde 2007 in Fischen, 2012 bei Andechs und

2014 bei der Satellitenanlage von Raisting entdeckt.

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Der Heilige Berg

Weiter geht es auf den heiligen Berg Andechs

mit dem berühmten Benediktinerkloster und

dem nicht minder berühmten Bräustüberl mit

Andechser Bier. Der Weg zum Kloster führt von

Herrsching mit nur geringer Steigung durch einen

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schönen Urwald entlang des Kienbachs durch

das Kiental. Auch mit kleineren Kindern ist diese

Wanderung leicht zu gehen. Dieser Berg ist für

viele Menschen ein spiritueller und auch ein touristischer

Magnet. Ich war selbst schon als Pilger

für vier Tage im Kloster einquartiert. Es war ein

Spagat zwischen Stille - Einkehr und Bierseligkeit.

Es sind nur noch wenige Mönche, die unter

der Leitung von Abt Johannes Eckert das Kloster

betreuen. Sie haben viel zu tun. Neben ihrem


kontemplativen Klosterleben müssen sie sich

mit den rund 200 Kloster-Mitarbeitern um alle

Bereiche kümmern: Metzgerei, Brauerei, Brennerei,

einige Wirtschaftsbetriebe, den Florian Stadl,

den Klosterladen und natürlich die Kirche und

die Kapellen rund um den Berg. Es sind jährlich

immer noch knappe 900 Wallfahrten, die den

Berg erklimmen. Diesem Ansturm begegnen die

Brüder mit Gelassenheit und benedigtinischer

Gastfreundschaft, denn schon im Mittelalter war

das Wallfahrten ein Stück Tourismus, der als willkommene

Abwechslung für Pilger und Mönche

empfunden wurde. Die Benediktiner betreuen

seit 1455 die Wallfahrt. Sie leben nach der Regel

des Heiligen Benedikt, die gerne auf die Kurzformel

„ora et labora - bete und arbeite“ gebracht

wird. Auf dem Heiligen Berg engagiert sich die

klösterliche Gemeinschaft in der Seelsorge für

Wallfahrer, in der Pfarrseelsorge der umliegenden

Gemeinden und in der Leitung der Wirtschaftsbetriebe.

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Kloster Andechs

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Ein Besuch auf dem „Heiligen Berg“ und im Kloster Andechs

ist fast schon Pflicht, wenn man im Fünf-Seen-

Land ein paar Tage zu Gast ist. Andechs ist in erster Linie

als Wallfahrtsort bekannt, aber auch wegen seines

guten Bieres. Daher lohnt eine Einkehr ins Bräustüberl

mit angrenzendem Biergarten. Man sollte nicht wieder

gehen, ohne die Klosterkirche besichtigt zu haben und

den Ausblick zu genießen. Um Andechs herum sind zudem

viele schöne Wander- und Fahrradwege zu erkunden.

Schon lange vor der Gründung des Klosters war Andechs

ein Wallfahrtsort: Die erste historisch nachweisbare

Wallfahrt fand im Jahr 1128 statt. Die Bezeichnung

„Heiliger Berg“ stammt von Herzog Ernst und erklärt

sich aus dem Reliquienschatz, der hier verwahrt wird

und dessen Anfänge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen.

Wenn sich das erfüllte, worum man Christus oder

einen Heiligen gebeten hatte, konnte man zum Dank

Votivgaben stiften. In der Zeit des Barock handelte es

sich dabei in der Regel um Gemälde, von denen einige

erhalten sind.

Das heutige Aussehen der Klosterkirche geht wesentlich

auf Arbeiten zurück, die anlässlich des 300-jährigen Jubiläums

der Klostergründung im Jahr 1755 unternommen

wurden. Dabei entstanden neue Stuckaturen und

Fresken im leichten, verspielten Stil des Rokoko.

Die Zeit des ersten Benediktinerkonvents in Andechs endete,

als das Kloster, im Zuge der im Reichsdeputationshauptschlusses

1803 beschlossenen Säkularisierung,

aufgelöst wurde. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts konnten

wieder Mönche aus der neu gegründeten Münchner

Benediktinerabtei St. Bonifaz in Andechs einziehen.

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Das Lied der eigenen Seele wieder entdecken

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Ferien im

Kloster St. Ottilien

Wer erschöpft ist, muss wieder neu schöpfen, seine Seele

auftanken. Freie Tage oder der anstehende Urlaub

laden ein, auf das eigene Glück zu schauen. Wo war es

einmal, wo ist es jetzt oder wo versteckt es sich gerade?

Kloster St. Ottilien ist eine Haltestelle, ein Kraftort für

die Seele. Hier kann man im Rhythmus des Mönchsgebetes

Ruhe und Freude finden oder beim gemeinsamen

Singen das eigene Lied der Seele zurück erobern. Hier

kann man Gespräche führen über Gott und die Welt und

bei Wanderungen Gottes schöne Schöpfung genießen.

Solche Zeiten der Stille können helfen, wieder bei sich

selbst anzukommen.

Der hl. Bernhard sagt: Wenn Du vernünftig bist, dann

erweise dich als Schale und lass dich erst anfüllen, bevor

du weitergibst. Du bist nicht unerschöpflich. Tue also

nicht den zweiten Schritt vor dem ersten und laug dich

nicht ständig selber aus. Haushalte mit deinen Ressourcen,

sei bereit zu empfangen und dann fließe gerne über

und gib ab, wovon Du erfüllt bist.

Zukunft entsteht, wenn in der Gegenwart Lücken

bleiben. Denn dort kann sich Neues einnisten. So kann

noch nie Dagewesenes entstehen. Perfektion schaut

nicht auf Zwischenräume, sondern achtet auf Durchgängigkeit

und Optimierung. Haltestellen für die Seele

vollziehen sich aber immer im „Dazwischen“.

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1887 brachen die ersten Missionare der Klostergemeinschaft

in St. Ottilien nach Ostafrika auf. Sie schickten

Gegenstände aus ihrem Lebensumfeld nach St. Ottilien

zurück, um die nachrückenden Missionare mit der

Lebensweise der einheimischen Bevölkerung vertraut zu

machen.

Diese Sammlung von volkskundlichen, künstlerischen

und religiösen Objekten, getrockneten Pflanzen und

präparierten Tieren wuchs rasch an. 1896 findet man

erstmalig die Erwähnung eines „Afrika-Museums“, dann

kam eine Asien-Abteilung hinzu und nach mehreren

Umzügen innerhalb des Klosterareals konnte die Sammlung

im Jahr 1911 dauerhaft in die heutigen Räumlichkeiten

übersiedeln. Zwischen 2011 und 2015 wurde das

Museum umfassend saniert, das museumspädagogische

Konzept modernisiert und um den Schwerpunkt Mission

erweitert.

Auf zwei Ebenen präsentiert das Missionsmuseum seine

Sammlungsbestände. Im Erdgeschoss sind neben den

Tierpräparaten in erster Linie Schmuck, Kleidung und

Werkzeug aus Ostafrika zu bewundern. Im Untergeschoss

findet man eine umfangreiche Sammlung von Schmetterlingen

und Vögeln, überwiegend aus Afrika, afrikanische

Speere, Masken und Figuren sowie Musikinstrumente.

In einem kleinen Gedenkraum werden persönliche

Gegenstände von Missionaren gezeigt, die während ihres

Missionseinsatzes zu Tode kamen. Den Abschluss des

Rundgangs durch das Museum bildet die bemerkenswerte

Korea-Sammlung mit einzigartigen Kunstwerken, aber

auch Kleidung, Spielen und religiösen Objekten.

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Die zum Klosterdorf gewachsene internationale

Gemeinschaft unterhält neben einer modernen

Landwirtschaft auch eine eigene Energieerzeugung,

die das ganze Klosterdorf mit Strom und

Heizkraft versorgt.

Neben dem eigenen Bahnhof gibt es ein Gymnasium,

ein Missions- und Nähmaschinenmuseum,

einen Kloster- und Hofladen und das Exerzitienund

Gästehaus. Dadurch kann man sich leicht

dem Lebensrhythmus der Mönche nähern. Stille

und Schweigen sind Grundpfeiler der benediktinischen

Lebensweise, um zu sich selbst und zum

Urgrund des Lebens zu kommen. Verschiedene

Kurse oder Gespräche mit Mönchen können

Hilfestellungen sein, diesen Weg in die Stille zu

finden. Aber auch Einzelgäste, die als Urlauber

in die wunderschöne Landschaft eintauchen,

werden zu innerer Ruhe finden, um bei sich anzukommen

und neue Kraft zu schöpfen.

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Naturpardies mit

Kräutergarten

Wer sich für sein Wohlbefinden interessiert, kann

hier am Ammersee Kräuter und Heilpflanzen

kennenlernen und der Verwendung und Wirkung

in Küche, Volksheilkunde und moderner Medizin

auf den Grund gehen.

Im Rahmen der BayernTour Natur werden rund

um den See Kräuterwanderungen angeboten,

wobei sie die Schätze des Ammersees riechen,

fühlen und schmecken können.

Auf zwölf Beeten wachsen z.B. beim Kloster Andechs

Kräuter- und Heilpflanzen. Die Auswahl

der Pflanzen erfolgte nach der „Andechser Apothekenliste“,

ein historisches Dokument der

Pharmazie aus dem 15. Jahrhundert. Diese Liste

vermittelt den umfangreichsten Überblick über

den Arzneischatz des Mittelalters.

Die Kräuterpädagogin aus Andechs: Gisela Hafemeyer

bietet das ganze Jahr über interessante

Wanderungen und Seminare. Die Angebote können

auch individuell gebucht werden.

Kräutergarten in St. Ottilien

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Mit der Natur im Einklang

Ammersee-Bienenhof in Eching

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Von den Bienen ...

Martin Wieser ist Vorsitzender des Kreisverbandes der Imker Landsberg, sein eigener

Chef auf dem Ammersee-Bienenhof in Eching und aktiv mit Honig, Pollen- und

Bienenzucht beschäftigt. In der Landwirtschaft aufgewachsen, umgeben von Wiesen

und Wäldern, liegt ihm die Arbeit mit der Natur sehr am Herzen. Durch seine

Liebe zu den Bienen ist er ein Verfechter der nachhaltigen Landwirtschaft sowie

einer natürlichen zusatzstoff- und gentechnikfreien Ernährung. Als freier landwirtschaftlicher

Berater kann er diese Lebensphilosophie sehr gut weiter tragen.

... zu den Blumen

Was dem einen die Bienen sind der anderen die Blumen. Diana Kurzweg ist in der

Bundeshauptstadt groß geworden. In ihrem Studium als Geoökologin hat sie sich

mit der Natur als Ganzes und mit all seinen facettenreichen Komponenten befasst.

Nach ihrer Diplomarbeit in Nicaragua mit verschiedenen Anbauversuchen zu Leguminosen

(Luftstickstoff fixierenden Pflanzen, die im ökologischen Anbau essentiell

sind), anschließenden sozialwissenschaftlichen Studien der Bauern vor Ort, sowie

lehrreichen Aufenthalten in mittelamerikanischen Permakulturen und Versuchsgärten,

ist sie nach Bayern an den schönen Ammersee gekommen. Hier arbeitet sie

hauptberuflich in einem Ingenieurbüro und hat endlich die Zeit und die Möglichkeit,

ihr gesammeltes Wissen über ökologische, naturnahe- und Permakultgärten

in die Praxis umzusetzen. Nebenbei nutzt sie für sich und die Familie die vielfachen

Schätze der Natur in Hof, Garten und der Umgebung. Sie integriert Wildkräuter, oft

auch Unkäuter genannt, in die Ernährung oder nutzt sie zu gesundheitlichen und

kosmetischen Zwecken. Ihr Wissen und ihre Faszination gibt sie gerne in Kräuterwanderungen

und Kursen an Interessierte weiter.

„Dabei fasziniert mich besonders die lange Geschichte, die Mensch und Pflanze

miteinander verbindet. Eine Geschichte von Ritualen, Mythen und vor allem großer

Dankbarkeit für die Geschenke der Natur.“ erzählt mir die seit 2015 zertifizierte Kräuterpädagogin

aus Eching.

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Seenhopping

Der Blick oberhalb von Wörthsee berauscht durch Farben

und Formen wie in südlichen Gefielden.

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Wörthsee

„Da muss ich ja gar nicht mehr an den Gardasee

fahren ...“

mit diesen Worten verabschiedetet sich eine Besucherin

bei mir, als ich ihr von meinen Touren

rund um unsere Seen berichtete. Der Blick oberhalb

von Wörthsee erinnert mich immer an die

mediterranen Urlaubsorte in Italien oder auf Mallorca.

Diese leicht türkisfarbene Stimmung über

dem See und der anschließende Sonnenuntergang

- einfach herrlich. Unter Einheimischen ist

der See durch seine türkise Farbe und die höhere

Badetemperatur bekannt und beliebt. Der Wörthsee

könnte ursprünglich ein Teil des nach der Eiszeit

vor ca. 15.000 Jahren noch sehr viel größeren

Ammersees gewesen sein. Eine Besiedelung

bis in das Jahr 1500 vor Christus lässt sich durch

den Fund von Hügelgräbern nachweisen. Die älteste

bisher gefundene, urkundliche Erwähnung

aus der Gegend um den Wörthsee findet ca. 800

nach Christus der Ort Etterschlag – damals noch

als Etinesloch bezeichnet. Etterschlag ist mit einem

Alter von gut 1200 Jahren eine der ältesten

Siedlungen in dieser Region. Aus den Ortschaften

Etterschlag, Auing, Schluifeld, Walchstadt und

Steinebach ging im Zuge der Gebietsreform im

Jahr 1972 die Gemeinde Wörthsee hervor. Im

Wörthsee gibt es trotz seiner nicht gerade üppigen

Größe eine Insel, die die „Mausinsel“ genannt

wird. Rundherum viele Radwege und schöne

Stellen zum Baden und Einkehren.

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Weßlinger See

Weßling ist durch den S-Bahn-Anschluss und dem

idyllisch gelegenen Café am See der ideale Ausgangspunkt

oder Abschluss einer Tour im Seengebiet.

Nur wenige Meter von der S-Bahn entfernt bietet

das Café einen wunderbaren Blick auf den Wesslinger

See, mit Seerosen und dicken Karpfen direkt an

der Terrasse. Vor allem in der Früh wirkt der Ort noch

verträumt. Ein paar Mutige gehen ins Wasser, die Fischer

haben sich auf den Tag mit all ihren Utensilien

eingerichtet und langsam kommen die Ausflügler.

Die Touren sind vielfältig. Z.B. mit dem Rad über Seefeld,

Drössling, Andechs, Pähl nach Dießen. Dann zurück

mit dem Dampfer nach Herrsching zur S-Bahn.

Ein gemütlicher Radtrip, der mehr Höhenmeter bergab

als bergauf hat, führt zum Pilsensee und von

dort am Westufer entlang nach Herrsching. Zu Fuß

geht man nach Steinebach, am Wörthsee entlang

bis Hechendorf zur S-Bahn. Oder einfach nur um den

Wesslinger See herum.

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Pilsensee

Der Pilsensee liegt östlich des Ammersees und

war ursprünglich mit ihm verbunden. Prominent

thront darüber das Schloss Seefeld, seit

Mitte des 15. Jahrhunderts im Familienbesitz

der Grafen zu Toerring-Jettenbach. In der Romantik

genossen viele Künstler die Reize der

umliegenden Moränenlandschaft.

Heute ist Schloss Seefeld Teil des Naherholungsgebietes

München mit Anschluß an die

S-Bahn in Hechendorf. Durch aufwendige

Renovierungs- und Revitalisierungsarbeiten

im Schlossensemble wurde eine Plattform für

Künstler, Dienstleister und schöne Läden sowie

ein Kino mit besonderen Vorführungen geschaffen.

Hechendorf ist ein guter Ausgangspunkt,

um über Schloß Seefeld, an dem idyllisch gelegenen

Bach am Höllgraben entlang, über den

Widdersberger Weiher in Richtung Andechs zu

wandern. Der Rückweg kann dann leicht über

das Kiental nach Herrsching zur S-Bahn erfolgen.

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Ich habe Heimweh nach Dir.

Ich will bei Dir ausruhen, am See.

Wird es schön? Freust Du Dich?

Ich küsse Dich ausdauernd.

Dein Bert

So sinnlich-poetisch schrieb der junge Dichter Bertolt Brecht

(geb. 1898 in Augsburg) im Jahr 1919 an seine schöne Freundin »Bi« Banholzer.

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Historisches aus Herrsching

Gustl Empfenzeder, ein Heimatpfleger der ersten Stunde

Er war hauptberuflich Rektor in Walchstatt, dem heutigen Wörthsee.

Ich habe ihn noch als Kind erlebt, da er in unserer Straße wohnte und

ich mit seiner Tochter im gleichen Jahr in die Schule kam. Der damalige

Landtagspräsident Rudolf Hanauer schrieb anlässlich seines

Todes: „Wir können sein Andenken nicht besser ehren, als wenn wir

uns selber mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Schönheit dieses

herrlichen Fleckchens bayerischer Erde erhalten bleibt und die ererbten

Kulturgüter treu bewahrt an die nächste Generation weitergegeben

werden“. Empfenzeder war Heimatpfleger der ersten Stunde und

nicht müde wurde er, wenn es darum ging, das Wissen um die Heimat

an seine Mitbürger weiterzugeben.

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Wie sehr ihm seine Passion am Herzen lag, zeigt die Art

und Weise, wie er sich von dieser Welt verabschiedete.

Am Sonntag, 25. September 1977 vollendete

Gustl Empfenzeder mit der Niederschrift

des Vorworts sein wohl umfangreichstes

Werk, die „Geschichte der Ammersee-Heimat“.

Am Tag darauf starb er, kurz vor seinem

55. Geburtstag.

In seinem Vorwort schrieb Empfenzeder:

Das Buch möchte mithelfen, das Wissen um

diesen kleinen Flecken rings um uns noch

mehr zu vertiefen... Aber nicht nur ein Zurückblenden

soll mit diesem Buch ermöglicht

werden, auch die Gegenwart

kommt zu Wort.“

Das verschwundene Dorf Ramsee

Wem einmal so richtig zum Gruseln zumute ist, der soll sich auf die Suche

nach dem verschwundenen Dorf Ramsee machen. Der kleine Weiler wird

in einer Kirchenschrift aus dem Jahre 1223 zum ersten Mal erwähnt. Heute

deutet außer dem Gedenkstein, einer Zisterne und einigen Bodenunebenheiten

nichts mehr auf eine einstige Besiedlung hin. Im 18. Jahrhundert

wohnten hier in fünf Höfen Bauern, die vom Getreideanbau lebten.

Der Wald war hierfür gerodet worden. Nach der Säkularisierung verarmten

auch die Ramseer Bauern. Ein Brand im Jahre 1849 zerstörte den Weiler bis

auf ein Söldnerhaus und die Kirche.

Urkundlich festgehalten wurde (1895) dass der sog. Schäuferlmann bei

Ramsee sein Unwesen getrieben haben soll. Beim Schäuferlmann handelte

es sich um ein Gespenst, das verurteilt worden war, unter einem Brückerl

bei Ramsee so lange zu schaufeln, bis es erlöst wird. Unbeschadet

vorbei kam nur, wer ein paar Tröpferl Weihwasser mit sich führte. Weil er

mutig geworden auf das kostbare Nass verzichtete, wurde einem Landwirt

nach einem fidelen Abend der Heimweg von Andechs nach Ramsee zum

Verhängnis. Wie prophezeit, erschien ihm auf der Brücke, die noch heute

über den Kienbach führt, der Schäuferlmann. Gespannt lauerte dieser unter

dem Steg und spürte sofort, dass der Spätheimkehrer ohne Weihwasser

unterwegs war. Flugs sprang er hervor und jagte ihn bis zu seinem Hofe,

um ihm dann dort noch die Schaufel über den Kopf zu ziehen. „Der Bauer

musste sofort ins Bett und war acht Tage später eine Leich‘“, schreibt Pater

Emmeran Heindl. Als dann der Verstorbene aus dem Haus getragen wurde,

um nach Herrsching überführt zu werden, „fingen die Rosse des Leichenwagens

ein solches Gewieher an“, dass sich laut Überlieferung „alles darüber

verwunderte“. Heute erinnert an das verschwundene Dorf Ramsee nur

noch der Gedenkstein.


Der Herrschinger Flughafen

Als „heimatkundliche“ Rarität berichtet uns Gustl

Empfenzeder von der ersten Landung eines Motorflugzeuges

in Herrsching. Erich Scheuermann,

ein leidenschaftlicher Flieger und Flugingenieur,

erkannte vor dem Ersten Weltkrieg bereits die

zukünftige Bedeutung der Luftfahrt. Es waren nur

10 Jahre nach dem Erst-Motorflug der Gebrüder

Wright vergangen und in Herrsching brach

das Flugfieber aus. So ein begeisterter Aviatiker

wünschte sich natürlich für Herrsching einen

Landeplatz.

Am 2. Oktober 1934 reichte der damalige Bürgermeister

Josef Summer beim Luftamt München

ein Gesuch für die Errichtung eines Lande- und

Startplatzes für Sportflugzeuge ein.

Es sollte ein Platz für Sportflieger und als Zubringerdienst

für das Anfliegen des Bade- und Fremdenortes

sein. Die aufstrebende Herrschinger

Fremdenverkehrsgemeinde dachte vielleicht damals

an Chartermaschinen, die den Erholungsort

Herrsching anfliegen würden.

Dort, wo heute das Herrschinger Industriegebiet

ist, grasten damals Kühe und dazwischen landeten

die Sportflieger. Als einzige Einrichtung war

ein Windsack montiert. Der Traum, dass vom

Herrschinger Tower aus die Flugzeuge zur Landepiste

eingewiesen werden, wurde zum Glück

nicht erfüllt.

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Kurpark und Kurparkschlösschen in Herrsching

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Das Kurparkschlösschen

Der erste „Zugereiste“ baute das Wahrzeichen Herrschings

Ludwig Scheuermann wurde am 18. Okt. 1859

geboren. Sein Vater und sein Onkel entstammten

einer alten Augsburger Kaufmannsfamilie und

waren in Südafrika als Kaufleute tätig. Die Mutter

kehrte nach dem Tod des Vaters nach Augsburg

in ihr Elternhaus zurück. Scheuermann studierte

an der Akademie der bildenden Künste in München,

besuchte dann die Academie Julian in Paris

und zog in die Ferne. Ausgedehnte Reisen führten

ihn in die Schweiz, nach Italien, Tunis und Algier.

1888, Herrsching hatte damals 360 Einwohner,

zog es ihn wieder nach Bayern und er erwarb

das Seegrundstück am Kienbach. Scheuermann

beauftragte nun den Schreinermeister Benedikt

Rehm zum Bau seiner Villa nach eigenen Entwürfen

und Plänen. In den eigenwilligen Bau wollte er

seine Reiseeindrücke integrieren. 1887 heiratete er

Desiree, geb. Stolberg aus Riga.

Das gastfreundliche Haus am See, inmitten eines

schönen Parks, wurde zum Treffpunkt der damaligen

Künstlerwelt. Scheuermann kapselte sich

nicht ab, sondern suchte Anschluss als Bürger und

fand Wertschätzung bei den Bauern und Fischern.

Mit dem damaligen Bürgermeister Benedikt Rehm

verband ihn nahezu eine Freundschaft. Er gründete

mit ihm den heute noch aktiven Verschönerungsverein.

Als es um das große Tauziehen im Lokalbahnbau

Pasing - Ammersee ging, setzte sich Scheuermann

für Herrsching als Endstation ein. Er übernahm

den Vorsitz des Lokalbahnkomitees und zusammen

mit Graf Veit zu Toerring gelang ihm auch der

Sieg. Die heutige Trassenführung ging also nach

Herrsching und nicht wie geplant nach Stegen.

Das Kurparkschlösschen und der Kurpark sind

inzwischen das Wahrzeichen der Gemeinde Herrsching.

Das Scheuermann-Schlösschen ging

1934 in Gemeindebesitz über, wurde renoviert

und dient heute unter dem Namen Kurparkschlößchen

als Kulturzentrum für Konzerte und

Ausstellungen sowie als Hochzeitsschloss. Feste,

Konzerte und Kunstausstellungen finden in den

Sommermonaten im Kurpark statt. Spaziergänger,

Radler, Sportler und Erholungssuchende

sind zu allen Jahreszeiten im Kurpark unterwegs.

Der Kurpark bietet den Besuchern zahlreiche Erholungsorte,

am Bachufer, am Seeufer, auf den

Wiesen und unter den alten Bäumen.

Ein sorgsamer Umgang mit Natur und Freiflächen

soll allen Bürgern und Gästen Herrschings einen

angenehmen Aufenthalt im Kurpark ermöglichen.

Unter schattigen Bäumen am Schachbrett treffen

sich jeden Dienstag im Sommer Menschen zum

Spiel.

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Die „Bayerische Brandung“

führt Menschen zusammen

Mine Gruber, der Konsul führt in seiner Strandbar die Menschen

des Ammersee-West- und -Ostufers zusammen. Er ist gebürtiger

Uttinger, auf beiden Seiten zu Hause. Als ehemaliger Profimusiker

(Gitarre und Saxofon) betrieb er die „Kultur am Bahnhof“

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in Schondorf, gearbeitet hat er aber auch schon im alten Seewinkel

in Herrsching. Nun ist er Chef hier an der Bayerischen

Brandung. Morgens kommt Gruber meist mit dem Dampfer von

Utting nach Herrsching, am Abend radelt er wieder nach Hause.


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Wenn in Herrsching die Sonne im See versinkt ...

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Rudi Schuricke und das

legendäre Seespitz der 50er Jahre

Wenn in Herrsching am Ammersee die rote Sonne

am Horizont des Wassers versinkt, holt Peter

Reichert, der Wirt vom Seehof, die Trompete aus

dem Schrank und stimmt das Lied an: „Wenn bei

Capri die rote Sonne im Meer versinkt ...“ Man hat

den Königsberger Rudi Schuricke mit der zärtlichen

Stimme, der zuletzt hier am Ammersee gelebt

hat, noch nicht vergessen. Er wurde am 16.

März 1913 in Königsberg geboren, starb am 28.

Dezember 1973 in München. Auf dem Foto links

oben sieht man Rudi Schurike, seinen Sohn und

meinen Vater auf dem Steg vor seinem Hotel,

dass später abgerissen wurde. Auf gleicher Höhe

steht heute das Ristorante Seespitz da Mario. Es

wurden damals rauschende Feste gefeiert. Hier

der Einzug der Prinzengarde. Ich kann mich noch

gut an den Kinderfasching erinnern.

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Bootshaus - Minigolfplatz

Die längste Seepromenade Deutschlands

Das «Promenieren» am Ufer wurde erst ab den 70er Jahren durch die

S-Bahn-Anbindung kultiviert. Heute ist die Seepromenade der beliebteste

Spazierweg am Ammersee. Hier treffen sich alle zum fröhlichen Stelldichein,

sobald die Sonne nur ein bisschen scheint. Herrsching hält den

Rekord mit der bislang längsten Seepromenade Deutschlands. Entlang

des Herrschinger Ammerseeufers findet man Restaurants, Hotels, Biergärten,

Badeplätze und auch stille Orte im Park, wo man sich zurückziehen

und die Seele baumeln lassen kann. Zum Baden geht man auf eine der, für

alle kostenlos zugänglichen, Liegewiesen. Einige lange Stege ermöglichen

Schwimmern sofort ins tiefe Wasser zu gehen.

Im Seewinkel (rechts) spielen Volleyballer aus ganz Deutschland um die

„Krone vom Ammersee“. Der Loungebereich im Sand lässt dabei echtes Urlaubsfeeling

aufkommen. Im Seewinkel kann man dem Alltagsstress entfliehen

und sich eine Auszeit gönnen. Bei einem kühlen Getränk, beim Es-

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sen, Trinken oder Shisha rauchen. Für eine Firmenfeier, einen Grillabend mit

Freunden oder einfach nur zum Ausspannen. Feuerschalen stehen für ein

Lagerfeuer zur Verfügung. Es ist ein öffentlicher Strand, der von der Gemeinde

verwaltet und gepflegt wird. Doch wer macht denn da den Dreck weg?

Für die Gemeindeverwaltungen arbeiten viele Reinigungskräfte. An dieser

Stelle möchte ich allen meinen Dank aussprechen. Wenn ich in aller Frühe

zum Schwimmen oder Joggen an den See komme, sehe ich ihn schon

von weitem fleißig den Dreck des Vortages beseitigen. Ludwig Stritter putzt

für uns die Toiletten, trägt zerschlagene Flaschen, Plastikbecher und eklige

Papiertücher zum Müllkorb und lächelt dabei noch. Es wäre leicht ihm etwas

Arbeit abzunehmen - einfach den Müll selbst wegtragen oder mit nach

Hause nehmen. Es sind die guten Seelen, die im Stillen oft unbemerkt uns

das Leben verschönern. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass immer

alles um uns herum sauber ist. Daher vielen Dank.

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Biergartenregeln für „Zuagroaste“

„Biergärten sind wichtige Vollzugsanstalten der

bayerischen Trink- und Sozialkultur“. Viele Einheimische

sagen, dass der Biergarten im Sommer

ihr Wohnzimmer sei. Und sie praktizieren das

auch. Kein lauer Abend, kein Wochenende ohne

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einen Abstecher zum Lieblingsbiergarten. Dazu

gehört natürlich die Brotzeit. Zum Essen darf mitgebracht

werden, was einem schmeckt, nur das

Bier oder die Getränke müssen beim Wirt gekauft

werden.

Die Regeln: Erstens: Man holt sich seine Getränke

und sein Essen selbst. Zweitens: Man spricht seinen

Nachbarn an, nennt seinen Vornamen – und

duzt sich. Drittens: Trotz der Verbrüderung ist am

Tisch nur derjenige zugelassen, der eingeladen wird.


WirtshausBühne

im Seehof in Herrsching

Viertens: Pro getrunkener Mass Bier wird nicht nur vor dem ersten

Schluck, sondern mindestens zehnmal angestoßen, bis der Krug leer

ist. Fünftens: Sich Fast Food im Biergarten anliefern zu lassen ist nicht

gestattet. Sechstens: Das Noagerl, also der Rest, bleibt im Krug. Der

Bayer bevorzugt frisch gezapftes Bier.

Dass es sich im SEEHOF Herrsching nicht nur gut speisen, sondern auchfröhlich

musizieren lässt, hat sich schon lange herumgesprochen. Auf der

WirtshausBühne wird ganzjährig authentische Volks- und Wirtshausmusik

zelebriert. Musikanten aus Bayern, Österreich und Tirol geben sich die Ehre

und werden von internationalen Künstlern und Musikgruppen ergänzt.

Konzerte, Tanzabende, Musik-Frühschoppen, Kabarett, Lesungen u.v.m.

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Nach kurzem Flanieren an der Herrschinger

Promenade, lohnt es sich den idyllische Weg

entlang des Sees durch den nördlich gelegenen

Kurpark mit dem romantischen Kurparkschlösschen

zu nehmen.

Spielplatz am See

Zahlreiche Spiel- und Klettergeräte laden

hier zum Tollen ein. Das Highlight ist die

„Seilbahn“, an der die Kinder mit sicherem

Abstand zum See, doch vor herrlichem

Panorama, hin- und hersausen können. Die

Kleineren können es sich in einer schönen

Nestschaukel gutgehen lassen.

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Ammersee-Hotel

Neben den vielen Biergärten an Herrschings Seemeile gibt es auch das Exklusive

mit dementsprechendem Ambiente. Die Lounge vom Steg 32 des

Ammersee Hotels bietet einen faszinierenden Blick auf den See. Auch an

den kalten Tagen lässt es sich auf der Lounge aushalten. Entweder auf dem

Balkon mit den schönen warmen Fellen oder auf der Lounge, die mit den

Heizstrahlern das ganze wohlig warm machen.

Auch drinnen hat das Ammersee Hotel einiges zu bieten. Das Beauty SPA

mit dem Wellnessbereich bietet Dampfbad, Finnische Sauna, Wellnessduschen

und eine gemütliche Ruhezone.

Bootshaus - Minigolfplatz

Der Minigolfplatz vom Bootshaus ist von Kindern geplant und für Kinder

gemacht. „Selbstverständlich geht es beim Minigolfspielen ums Gewinnen.

Das ist aber für die Golfprofis an der Herrschinger Seepromenade nicht

so einfach. Denn hier haben die Kids eine reelle Chance“, erzählt Jochen

Nibbe. „Es ist eine Naturbahn und da läuft nicht alles so glatt wie auf den

genormten Turnierbahnen“. Dabei leuchten seine Augen, denn er freut sich

jedes Mal, wenn wieder ein Kind freudestrahlend das Gewinner-Eis abholt.

Andi Nibbe, sein Bruder, hat bei der Planung der Anlage seine beiden Kinder

die Bahnen aufmalen lassen. Und diese freuen sich heute noch, wenn

gerade wieder einmal einer auf Kims Schnecke spielt oder ein Ball über

den Buckel des Dinos geschossen wird.

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Archäologischer

Park Herrsching

1982 stieß man bei Erdarbeiten auf ein Bajuwarengrab.

Die Herrschinger Funde waren von außergewöhnlicher

Qualität und besonderem wissenschaftlichen

Interesse. Einige Herrschinger

gründeten daher den „Freundeskreis Archäologischer

Park“, da sie die Fundstücke in einer Ausstellung

präsentieren wollten. Sie warben im Gemeinderat

erfolgreich für ihr Projekt. Im Frühjahr 2010

löste der „Verein für Archäologie und Geschichte

Herrsching e.V.“ den Freundeskreis ab und betreut

nun auch die Adelskirche nahe des Friedhofs. Seine

Mitglieder bieten regelmäßig fachkundige Führungen

durch den Park und die Ausstellung an.

Die 1995/1996 wiederaufgebaute Steinkirche bildet

den Kern der Anlage. Die Grabstätten wurden

mit Steinen markiert und mit Infotafeln versehen.

Ein Schaukasten enthält Wissenswertes über

den Park. Im Inneren der Kirche kann man sich

in einer kleinen Ausstellung detailliert über die

Ausgrabungen und den geschichtlichen Kontext

informieren. Außerdem sind dort ein Modell der

Holzkirche sowie Repliken des Waffensatzes und

des Prunkgürtels aus Grab 9 zu sehen. Die Originale

befinden sich in der Archäologischen Staatssammlung

München.

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Die Herrschinger Kirchen

St. Martin

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Das Patrozinium St. Martin in Herrsching deutet auf eine Gründung

in fränkisch-karolingischer Zeit. Es wird vermutet, dass es sich um

die Eigenkirche des ersten Siedlers Horskeo und seiner Sippe handelte.

Die Innenausstattung entstammt der ersten Hälfte des 18.

Jahrhunderts. Der Hochaltar (Anfang 18. Jh.) soll von einem Dießener

“Kistler” geschaffen worden sein.

Auf dem alten Friedhof haben viele alte Familien aus Herrsching

und aus dem untergegangenen Dorf Ramsee ihre letzte Ruhestätte

gefunden. Zum Dank für den Sieg über Frankreich 1870 und die Einigung

des Deutschen Reichs wurde eine Mariensäule aufgestellt.

Die ur sprüngliche Madonna wurde später durch eine Bronzesta tue

nach dem Vorbild der Münchner Mariensäule ersetzt.


St. Nikolaus

Der Gesamtkomplex der St. Nikolauskirche aus alter und neuer Kirche mit

Sa kristei umschließt einen kleinen Andachtshof mit Nikolausbrunnen am

Eingangs bereich zum Neubau. Im Schwerpunkt der Anlage dominiert der

alte Kirchturm. Der Innenraum des neuen Kirchenschiffs steigt zur Glaswand

gegenüber dem Turm hin an. Altarraum, Gestühl und Orgelempore

richten sich an der diagonalen Raumachse aus. Der Kir chenraum wird geprägt

durch die auf vier Masten ruhende, zeltartig wirkende Dachkonstruktion,

die sich über der Empore in ein fächerförmiges Tragwerk auflöst und

sich über dem Altarraum mit einem gläsernen Dach zum Himmel öffnet.

Eine lichtdurchflutete moderne Architektur.

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Erlöserkirche

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Eingerahmt durch die ländliche Idylle von Kienbach und Ammersee, strahlt

die evangelische Erlöserkirche frisch renoviert zwischen dem alten Baumbestand

hervor. Ein im guten Sinne konservativer Kirchenbau, der durch die

weiße Fassade fast klassisch wirkt. Am 28. Oktober 1956 konnte die Erlöserkirche

festlich eingeweiht werden. Vier Glocken aus der Gießerei in Erding

klingen in der Tonlage ”e-g-a-c“ im Campanile neben dem Pfarrzentrum. Am

zweiten Wochenende im Dezember findet hier der Weihnachtsmarkt statt.


Stellwerk

Knallig lila und rot leuchtet die Fassade des Jugendtreffs in Herrsching.

Ganz passend zu den Herbstfarben der Natur, deren Wirkung noch durch

einen grünen Teppichboden im Inneren unterstrichen wird.

„Stellwerk“ ist ein Begriff, der das Haus an den Bahnschienen auch an die

Weichenstellung für das zukünftige Leben der jungen Menschen erinnern

soll.

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Auf dem Weg nach Rausch, oberhalb von Herrsching erleben sie

einen Rausch an Farben und Weite zu jeder Jahreszeit.

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Vier-Seen Touren

Ellwang

Rausch

Weßling

Wörthsee

Hechendorf

Seefeld

Die Vier-Seen-Touren sind das ideale Ausflugsziel

für alle, die gerne mit der S-Bahn unterwegs

sind, wandern oder radfahren wollen. Die

Bilder auf diesen Seiten sind auf der Höhe von

Rausch, einem Ortsteil von Herrsching entstanden.

Von diesem Plateau aus hat man einen

herrlichen Blick nach Andechs oder in Alpen.

Hier läuft man abseits der touristischen Hektik

an Wiesen und Wäldern vorbei in Richtung

Wörthsee, oder die kürzere Strecke in Richtung

Hechendorf.

Herrsching

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Der selige Leypold von Breitbrunn

Wallfahrten entstehen, weil es entweder eine

heilige Erscheinung gegeben hat, weil ein Gelübde

getan wurde oder aber auch, wie die

einstige Breitbrunner Wallfahrt, weil Ochsen

keine Lust mehr hatten, weiter zu ziehen. Die

Überlieferung handelt vom seligen Leypold.

Gustl Empfenzeder schreibt in seiner Chronik:

„Er brachte sein Leben heiligmäßig zu,

war viel auf Wall- und Pilgerfahrten und soll

im nahe gelegenen Weiler Ellwang verstorben

sein“. Bescheiden habe der Eremit gelebt,

dessen Ziel es war, nur Gutes zu tun. Als nun

die Stunde seines Todes nahte, befahl er, seinen

Leichnam auf einen Wagen zu legen und

zwei Ochsen davor zu spannen. Dort aber, wo

die Ochsen stehen bleiben, dort wolle er auch

begraben werden, soll Leypold angeordnet

haben. Der Wagen kam nur bis Breitbrunn.

Die Ochsen blieben stehen und waren durch

nichts mehr zu bewegen weiter zu gehen. Das

Schicksal hatte entschieden. Breitbrunn wurde

die Begräbnisstätte des Eremiten. Bald

hieß es, der fromme Mann sei ein Abkömmling

der Grafen von Dießen-Andechs. Was einen

Ansturm an Wallfahrer an sein Grab auslöste.

„Pilgerscharen zogen nach Breitbrunn“,

schreibt Empfenzeder. Unruhig geworden

von der „vom Volk verursachten Verquickung

der Andechser Grafen mit dem Verstorbenen“

beantragte der Oberaltinger Pfarrer Johann

Georg Faber beim bischöflichen Ordinariat,

das Grab noch einmal zu öffnen. Doch selbst

das gründliche Sieben des Erdreichs brachte

weder Leichenreste noch Skelettteile zutage.

Jetzt wollte die Kirche nichts mehr von der

Geschichte wissen. Dennoch blieb die Verehrung

des seligen Leypold bis ins 19. Jahrhundert

hinein erhalten. Verewigt ist er innerhalb

der 28 selig oder heilig gesprochenen

Andechser Grafen, die vom Deckengemälde

der Klosterkirche in Dießen herunter schauen.

Leypold sitzt bei der Wolfratshausener

Sippschaft, mit Pilgerstab und Mönchskutte,

neben seiner Mutter, der seligen Justitia, einer

Wittelsbacher Gräfin.

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Ein bisschen Frankreich in Breitbrunn

Es ist Sonntag Morgen. Ich bin mit dem Fahrrad von Herrsching

über Rausch nach Breitbrunn gefahren. Schon von

weitem sehe ich auf der Terrasse vor der Schokosphäre

Menschen sitzen. Sie haben es sich gemütlich gemacht.

Beim Betre ten des kleinen Ladens direkt an der alten Dorfkirche

steigt ei nem ein unvergleichlicher Duft von edler

Schokoladenmasse in die Nase. Als Kunde fühlt man sich

gleich in die Welt des Kinofilms „Chocolat“. Stefan Schneider

ist zwar nicht Juliet te Binoche, doch seine Kunst als

Chocolatier begeistert auch die Ammerseebewohner.

„Beste und feinste Schoko lade ohne Kompromisse“ bietet

der gelernte Konditormeis ter in seiner „Schokosphäre“

den Kunden an. Besonders viel Wert legt er auf die Qualität

der Zutaten und Rohstoffe. Die bezieht er aus der Schweiz

und Frankreich. Die Kakaobohnen dazu kommen meist aus

Peru und Venezuela. Und auch bei den Füllungen wie Marzipan,

Nougat oder Alko hol sucht Schneider immer wieder

lange nach den richtigen In haltsstoffen. Dabei legt er strenge

Maßstäbe an: „Ein billiger Whiskey, Cognac oder Champagner

gehen da gar nicht. Das schmeckt man später raus.“

Sphäre bedeutet eigentlich Raum. Der Ammersee gibt ihm

den Raum für seine süßen Kreationen.

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Der Königsberg

Der Überlieferung nach wollte König Ludwig I. von Bayern auf dem Jaudesberg

einen Landsitz für seine Gemahlin Theresia bauen. Auf dem daraufhin

Königsberg genannten Wiesenhügel stand von 1861 bis 1870 ein trigonometrischer

Punkt in Form eines hohen Holzgestelles und von 1913 bis 1974

ein errichteter Turm, welcher als Aussichtsplatz und Sternwarte, diente. Von

der Kapelle aus hat man eine wunderschöne Aussicht über den Ammersee,

sein Westufer und Blick bis zu den Alpen. „Das Dorf der breiten Brunnen im

Tal“. Der Name, den die Bewohner dieser Siedlung (erste Erwähnung 1098

Preitbrunnen) gaben steht in Zusammenhang mit den im Ortskern entspringenden

Quellen bzw. Brunnen, welche in den Ammersee münden. Wer im

Frühjahr oder Herbst in den frühen Morgenstunden auf den Königsberg geht,

wird ihn auf eine besondere Art und Weise kennenlernen. Nebelfetzen ziehen

über den See und schenken ihm Ruhe und Ausgeglichenheit – eine wohltuende

Stille! In diesen Stunden herrscht eine außergewöhnlich beruhigende

und entspannende Stimmung.

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Ein Haus für Menschen

mit Behinderung

Im Ortskern von Breitbrunn befindet sich seit 1929 eine Einrichtung für Menschen

mit Behinderungen. Über 60 Jahre betreuten diese die Schwestern der

St. Josefskongregation. 1996 übertrugen sie die Verantwortung an eine kirchliche

Stiftung, das Dominikus-Ringeisen-Werk. Die Einrichtung für erwachsene

Menschen mit geistiger und zum Teil schwerst mehrfacher Beeinträchtigung

bietet rund 80 Bürgern von Breitbrunn ein Zuhause sowie einen Arbeitsplatz.

Das Dominikus-Ringeisen-Werk beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.

Einige Schwestern leben noch hier. Das Grundstück liegt direkt

am See.

Gertrud Beranek wohnt seit 1967 in Breitbrunn. Sie hat miterlebt,

wie aus dem landwirtschaftlichen Betrieb der Schwestern eine

moderne Einrichtung für Menschen mit Unterstützungsbedarf

wurde. „Ich bin hier gerne, weil ich die Natur mag. Ich schaue

gerne auf den See. Der See sieht jeden Tag anders aus. Manchmal

gehe ich auch spazieren oder Dampferfahren.“

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Stegen

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Draußen See. Drinnen mehr.

Charmanter und kürzer kann man den FISCHER in Stegen am Ammersee

kaum beschreiben. Doch gerecht wird man ihm damit

nicht. Ja, draußen – direkt vor der Tür – liegt der See. Ein himmlischer,

magischer Fleck Wasser. Eingebettet in eine majestätische

Landschaft. Über die Schönheit, von der man hier empfangen

wird, muss man eigentlich kein weiteres Wort verlieren. Man muss

es erleben. Deshalb konzentriere ich mich lieber darauf, was man

im FISCHER entdecken kann. Und das ist nicht irgendwas, sondern

im wahrsten Sinne des Wortes „mehr“: Sonnenverwöhnte Holzterrassen,

eine lässige Strandbar mit Piratenfeeling, ein Restaurant

mit Wohlfühl-Ambiente und in den kalten Monaten eine Winterlounge

im Chalet-Stil. Jeden Herbst neu aufgebaut mit richtig viel

Holz in der Hütt’n und einem knisterndem Kamin mittendrin. Und

immer wieder streift der Blick von hier aus über den See. Aus immer

unterschiedlichen Perspektiven. Man kann sich hier einfach

nicht genug sattsehen. Dafür aber satt essen. Mit den frischesten

Köstlichkeiten, die aus oder rund um den Ammersee kommen.

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Schiffsanleger Schondorf

Schondorf war für den Maler Wilhelm Leibl die wesentliche

Station seines Lebens. Hier am Ammersee

schuf er seine namhaftesten Werke und hier war ihm

auch ein Liebesglück beschieden. Er verliebte sich in

die blutjunge Tochter vom Gasthof Post der „Wirtsresl“. Ihr

Vater, der Seewirt Steininger, und seine Frau. die Stiefmutter der Resl waren

gegen diese Liebschaft und verboten sogar den Umgang mit dem Maler.

Aus der Beziehung zur Wirtstochter Therese Bauer entspross ein, am 11.

Juni 1876 geborener, Knabe, der auf den Namen Karl getauft wurde. Aus der

Heirat wurde leider nichts. Der Junge starb auch noch im darauf folgenden

Frühjahr. Zeitlebens hat Leibl seiner Resl nachgetrauert. Er blieb allein.

Leibl hat 1877 mit dem Gemälde „Das ungleiche Paar“ seiner Resl ein Denkmal

gesetzt. Das junge Mädchen mit den schwarzen schelmischen Augen

war seine große Liebe. Leibls Verbindung zum Schloss Greifenberg war aus-

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schlaggebend für seinen Schondorfer Zuzug. Seine Jagdleidenschaft fand

hier reiche Betätigung. Der junge Freiherr Anton von Perfall und er wurden

Freunde. Das Bild „Der Jäger“ entstand hier 1876 und von Perfall erzählt,

dass er oft bitterlich frohr, wenn er Leibl Modell stehen mußte, obwohl der

Meister nur an dem Gezweig des Weidenbaums pinselte.

Beim Malen der „Dorfpolitiker“ 1875/76 mussten alle

fünf Männer als Modelle sitzen, auch wenn er nur an den

Silberknöpfen eines Bauern arbeitete.

Wilhelm Leibl ging es bei all seinen Bildern nicht um Figuren,

sondern um Zeitgenossen. Er stellte damit das

Porträt über das Thema. Und so sind uns die Fischer

und Bauerntypen unserer Seeheimat aus dem letzten

Jahrhundert nahe gebracht worden.


Wilhelm-Leiblplatz in Schondorf

Seit vielen Jahren wird mit Blasmusik, Tanz und

Kasperl-Theater im Hochsommerglanz das Brunnen-Fest

gefeiert und unter Sonnenschirmen bei

Brunnengeplätscher Getränke und Speisen aus

biologischer Vollwertkost genossen. Und seit

Jahren schon wird hier am Wilhelm-Leibl Platz

in Schondorf einer der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte

am Ammersee abgehalten.

Das Panini am Wilhelm-Leibl-Platz ist eines von

wenigen Bio-zertifizierten Restaurants in der Region,

denn Tierschutz liegt den Betreibern am

Herzen.

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St. Anna in Schondorf

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Allein in der Natur

Von Schondorf, der Sankt Anna

Kirche starten wir. Der Weg verläuft

immer oberhalb des Sees,

acht Kilometer lang. Geht man

die Strecke nur bis zum Seeufer

in Utting, muss man zu Fuß ca.

eindreiviertel Stunden einplanen.

Mit dem Fahrrad geht es in

der Hälfte der Zeit.

Die Strecke ist in der App gut beschrieben.

Es gibt immer wieder

die Möglichkeit zum Zug oder

zum Schiff zu gelangen. Wenige

Meter hinter Schondorf zeigt

sich die Schönheit der Landschaft.

Im Süden ist die Alpenkette

zu sehen und direkt vor

uns erstreckt sich der Ammersee.

Das Schild „Ammersee-Höhenweg“

zeigt uns die richtige

Spur. Der Weg führt weitestgehend

durch Wiesen und Felder

und für Abkühlung sorgen die

Streckenabschnitte durch den

Wald.


Im Sommer 1904 machte der Schriftsteller Thomas Mann Urlaub in der Villa

Siebein. Er war damals 29 Jahre alt und hatte zwei Novellenbände und

den Roman „Die Buddenbrocks“ veröffentlicht. Mit lila Tinte beendete er in

den sechs Wochen in Utting sein Drama Fiorenza, in dem er die Kontrahenten

Lorenzo die Medici, den Genussmenschen und Girolamo Savonarola,

den Büßermönch, im Konflikt von Leben und Geist, Genuss und Moral aufeinanderprallen

läßt.

Mit seiner Jugendliebe Paula „Bi“ Banholzer hat Bertolt Brecht 1919 den

Ammersee für sich entdeckt. 1928 kommt er zur Sommerfrische aus Berlin

nach Utting, wo er in einer Pension die letzten Szenen der Dreigroschenoper

überarbeitet. 1932 kauft er sich dort ein Haus, das er in seinem Gedicht

„Zeit meines Reichtums“ beschreibt und das er „nach sieben Wochen

echten Reichtums“ wieder verlässt.

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Der Turm in Utting

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Der See leuchtet immer wieder in anderen Farben je nach Jahres- und

Tageszeit. Gepaart mit dem Glitzern der Sonne auf dem Wasser ergibt

das unzählige Malmotive für den Künstler.

Die Sprungturmbilder von Angelika Böhm-Silberhorn entstehen im

Strandbad in Utting und zeigen Mut und Lebenslust. Den Sprung ins

kalte Wasser. Sie spiegeln aber auch das Leben wieder, das geprägt ist

vom Zögern und von den Tränen, die jeden Start begleiten. Sie hat es

als Malerin selbst erlebt, auf ihrem Weg in die Professionalität. Heute ist

sie eine erfolgreiche Freilichtmalerin, die im direkten Kontakt mit dem

ausgewählten Motiv im vollen Licht der Sonne sich entfalten kann.

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„Mußt Deine eigne Scholle beackern, die

siebengescheiten Nachbarn lass gackern“.

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Nach diesem Reim des Schriftstellers Michael

Georg Conrad benannte sich die Künstlervereinigung

„Scholle“, deren Mitglieder, statt im

Atelier zu malen, in die Natur hinausgingen, um

dort die Farben unter dem Einfluß des Sonnenlichts

in sich aufzunehmen. Erler war ein führender

Repräsentant der „Scholle“. Seine kunstgewerblichen

Entwürfe, angefangen von Vasen

und Glasfenstern bis hin zu Möbeln sowie Innendekorationen,

entsprachen dem, was wir heute

Jugendstil nennen. Als die Zeitschrift „Jugend“,

die dieser Stilrichtung den Namen gab, 1896

erstmals erschien, wurde das Titelbild der ersten

Ausgabe von Erler gestaltet.

Die Künstler entdeckten das Westufer des Ammersees

und sein anmutiges Hinterland. Holzhausen

wurde dabei zu einer Künstlerkolonie.

Eduard Thöny war der bekannteste Zeichner

des seinerzeit so populären Simplicissimus

und genoß internationales Ansehen. Die knapp

skizzierte Karrikatur erhob er in den Rang eines

Kunstwerks. Die ländliche Umgebung war es,

die nicht nur Thöny magisch anzog. Als ab 1919

die fünfköpfige Familie Thöny in Holzhausen ansässig

wurde, war deren gastliches Haus bald

Treffpunkt interessanter Leute aus Kunst und Literatur.

Franz von Defregger kam und auch Ludwig

Thoma. 1950 starb Thöny 84-jährig. Auf dem

Friedhof in Holzhausen fand er seine letzte Ruhestätte.

Die Straße von Utting nach Holzhausen

trägt noch heute seinen Namen.

Den Anstoß zur Bildung der Künstlerkolonie

Holzhausen gaben Matthias und Anna Sophie

Gasteiger, die hier seit 1902 ihren Lebensmittelpunkt

hatten und - wie sollte es anders sein - ein

gastliches Haus zu führen verstanden. Gasteiger

war jener Mann, der eine Reihe Münchner Brunnen,

auch das bekannte „Brunnenbuberl“ am

Stachus in München, schuf. Seine Frau war als

Blumenmalerin bekannt geworden.

Ihre Ateliers errichteten am Ammersee ferner

die „Scholle“ Maler Fritz Erler, Walter Georgi und

Adolf Münzer.

Der Künstlerkolonie Holzhausen sind noch hinzuzurechnen:

Professor Adolf Münzer, Walter Georgi,

der Graphiker und Illustrator Paul Neu, Kurt

Alexander Kühn (1880 bis 1957), der Maler Otto

Weil (1884 bis 1929), der im Jahre 1923 mit seiner

zweiten Frau hier ansässig wurde. Die Malerin

Clara Ewald, die 1938 emigrierte. Ihr Haus in

Holzhausen wurde nach ihrer Flucht zeitweise

als Kinderheim genutzt. Der Maler Werner Klamann-Parlo,

der neun Jahre, bis 1940 in Holzhausen

lebte. Der Bildhauer York Koertin-Fischer.

Der Architekt Hans Holzbauer (1898 bis 1939), der

seit 1933 in Holz-hausen wohnte und dort beerdigt

wurde. Der Maler Hans-Jakob Mann, der von

1945 bis 1960 Bürger von Holzhausen war. Sie

alle gaben dem kleinen Dorf am See über Jahrzehnte

ein Flair von Bohème.

Die Scholle

Villa Gasteiger - Holzhausen


in Holzhausen

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Garten der Inspiration

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Der von 1902 bis 1913 am Ufer des Ammersees entstandene

Künstlersitz mit Wohnhaus und umgebendem Bauerngarten

sowie Wirtschaftsgebäuden ist ein einzigartiges

Ensemble des Münchner Jugendstils.

Das Museum mit Sonderausstellungen beinhaltet die

Jugendstilausstattung der Räume, historische Fotografien,

eine Auswahl von Skulpturen Mathias Gasteigers und

eine Sammlung mit Gemälden von Anna Sophie Gasteiger.

Die Anlage des Gartens erfolgte in erster Linie durch Anna

Sophie Gasteiger (1877-1954), die den im näheren Umgriff

der Villa streng formal, axial-symmetrisch zur westöstlichen

Sichtachse angelegten Staudengarten als Inspiration

für ihre Blumenstilleben nutzte.

Umgeben ist er von einem Landschaftspark mit Sichtachsen

auf Andechs und auf alte freistehende Eichen, einem

Relikt der traditionellen Kulturlandschaft. Auch die erhaltene

blumenbunte Wiese ist ein Zeugnis der historischen

Kulturlandschaft.

Im Frühjahr blühen hier Veilchen und Schlüsselblumen

im Mai Mageriten und Wiesen-Salbei, später Klappertopf,

Bocksbart, Wiesenknopf und die gefährdete

Blutrote Sommerwurz. Die Wiese wird wie früher nur

zwei Mal im Jahr gemäht, das erste Mal nicht vor Mitte

Juni und hat wohl noch nie Kunstdünger oder Gülle

gesehen. Eines der letzten Reste unserer einst so artenreicher

Bauernwiesen. Alles in allem ein Kleinod.

„Kultur und Natur gehen hier Hand in Hand.“


Künstlerhaus & Künstlergarten Gasteiger

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Das Fischerei-Jahr

Die Fischer von St. Alban

Die Fischerei gibt es am Ammersee schon seit seiner Besiedlung. Eine erste

urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1135. Auch heute sind es

noch 15 Berufsfischer rund um den See, die ihr traditionelles Handwerk

wie eh und je ausüben.

Einer davon ist die Fischerei Ernst aus St. Alban, direkt neben dem Kloster

der Benediktinerinnen. Der Jungfischer Sebastian hat den Betrieb von

seinem Vater Hans Ernst übernommen, der noch mit vollem Elan mitarbeitet

und in seiner Fischer-Leidenschaft sicher noch viele Jahre auf den See

hinausfahren wird. Im Sommer ist dies schon früh morgens um vier Uhr:

„Dann ist es am allerschönsten“, so die Fischer. „Wenn die Berge in zartrosa

erscheinen und der See spiegelglatt ist!“

Rausfahren müssen sie jedoch das ganze Jahr bei Wind und Wetter. Zu tun

gibt’s 12 Monate was.

Hans und Sebastian Ernst betreiben, wie die meisten Fischer hier, noch einen

Segelboot-Verleih und in ihrem Haus ist der „Segelclub Weiss-Blau“

beheimatet. Mutter Hannelore unterstützt ihre beiden Männer tatkräftig.

Denn der Ammersee ist ihr Lebensmittelpunkt und ihre gemeinsame Leidenschaft.

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Das Fischerei-Jahr beginnt im Dezember, da

kümmern sich die Ammersee-Fischer mit der

sog. „Laich-Fischerei“ – der Gewinnung und Brütung

des Fisch-Laichs - darum, den „Nachwuchs“

zu sichern und um die Pflege – das sog. „Einstellen“

- der Netze. Im Frühjahr ist die Ufer-Fischerei

die Hege der Fischbestände. Im Sommer ist die

tägliche Renken-Fischerei und das Räuchern der

Fische: die zarte Renke ist der traditionelle Ammersee-Fisch

und wird von Einheimischen und

Gästen, fangfrisch auf den Tisch, besonders geschätzt.

Im Herbst klingt das Fischerei-Jahr mit

dem Zanderfang aus und zusätzlich werden die

Jungfische eingesetzt, um die Fischbestände im

See zu erhalten.

Mit ihrem Engagement sind alle Ammersee-

Fischer auch aktive Naturschützer und erhalten

das ökologische Gleichgewicht im Ammersee.

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Dießen - Schaufenster einer lebendigen Künstlerkolonie

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Der See zieht seit Jahren Künstler,

Musiker und Literaten an. Heute

wird der besondere Stellenwert

der Kunst in der Region durch hier

lebende, zeitgenössische Künstler

weitergetragen. Mitten in den

Seeanlagen in Dießen gewährt ein

Ausstellungspavillon das ganze

Jahr hindurch einen Überblick über

das Schaffen der Dießener Künstler.

Europa schaut jedes Jahr im Frühling

einmal ganz intensiv nach

Dießen zum Töpfermarkt. Ca. 150

Werkstätten aus 14 Ländern in Europa

treffen zu Christi Himmelfahrt

in Dießen ein. Der Dießener Töpfermarkt

ist vielseitig: Einmal ein klassischer

Geschirrmarkt, zum anderen

eine Anlaufstelle für internationale

Keramiksammler, und er zeigt die

aktuellen Trends im keramischen

Schaffen Europas. Die Dampfer der

Weißblauen Flotte gelten als die beliebteste

Art und Weise, entspannt

und heiter mitten im Töpfermarkt

anzukommen. Die Dampfer verkehren

rund um den See und eine

direkte Linie verbindet Dießen mit

Herrsching, dem Endpunkt der

S-Bahn-Linie 8. Der Dießener Töpfermarkt

hat die gesamte Marktgemeinde,

vom historischen Ortsteil

Fischerei bis hinauf auf den Klosterberg

und nach St. Georgen vier Tage

fest im Griff. Handwerksbetriebe,

Galerien, Ateliers und Läden öffnen

an den vier Tagen ihre Türen für die

Gäste aus aller Welt.

Das Stellwerk Diessen, vom Heimatverein

Diessen e.V. als „Haus des

Jahres 2013“ ausgezeichnet, verdankt

seine heutige Erscheinungsform

der behutsamen Renovierung

durch die Künstlerin Annunciata

Foresti, die mit viel Gefühl für alte

Strukturen und neue Formen, mit

großem Sinn für Ästhetik das Haus

ausgestattet hat. Sie ist Malerin,

Initiatorin, Gründerin, Netzwerkerin,

Kuratorin, Organisatorin und

Herausgeberin. In dem venezianisch-roten

Gebäude neben den

Gleisen hat sich Foresti im ersten

Stock ein Atelier eingerichtet, im

Erdgeschoß befindet sich eine Galerie

für Ausstellungen, ein Podium für

Künstlerkollegen.

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Der Dießener Himmel

Knapp über 10.000 Einwohner zählt zur Zeit die Marktgemeinde Dießen mit

ihrem markanten hochaufragenden Münster, das eine sanfte Hügelkette im

Westen des Sees konturiert und im Volksmund „Dießener Himmel“ genannt

wird. In kaum einem vergleichbaren Ort finden sich derart viele Kunstschaffende,

dass es beinahe schon unheimlich ist. Zwar ist nicht jeder Dießener

ein Künstler, aber das Verhältnis zwischen ihnen und der normalen Bevölkerung

dürfte signifkant höher sein als anderswo. Hier tummeln und tummelten

sich Bildhauer, Maler, Grafiker aber auch Wortkünstler, Schauspieler

und berühmte Musiker. Irgendwas Besonderes muss an diesem großen

100

Dorf sein, das immer noch einen ruralen Charakter zeigt. Seit über 80 Jahren

kümmert sich die Arbeitgemeinschaft Diessener Künstler (ADK) um das

Wohl und Wehe ihrer Mitglieder, organisiert jährlich die Frühjahrsausstellung

sowie den Herbstmarkt und die Weihnachtsparade mit Arbeiten der

Mitglieder. Wen wundert es, haben doch die Grafen von Dießen-Andechs

schon im Hochmittelalter mit ihrer Bauweise den Grundstein dafür gelegt,

dass das kleine Dörflein, mit der Hauptstraße hinunter zum See, sich von

den umliegenden Dörfern pittoresk unterscheidet.


Seit Jahren finden im Dießener Marienmünster Orgelmatineen statt. Viele

Organisten aus dem In- und Ausland haben seitdem ihr Können auf der

viermanualigen Königsorgel bewiesen. Die Zuhörer haben die Möglichkeit

auf der Orgelempore im ehemaligen Chorgestühl der Augustiner Chorherren

zu sitzen und dabei den Organisten hautnah zu erleben. Ganz nebenbei

erfahren sie Interessantes und Wissenswertes über die Musikstücke. Und

nicht selten werden die Zuhörer mit hineingenommen in die große Welt der

Orgelmusik, wenn der Organist zur Improvisation ansetzt.

Der Schöpfer von sechs Orgelmessen ist heute fast völlig vergessen. Der Dießener

Franz Stickl wurde Organist an Ingolstadts Münsterkirche. Er schrieb

sechs Messen zum 300. Gründungsjubiläum des Münsters von Ingolstadt,

die sich als Originaldruck im Besitze der Grafen von Toerring-Seefeld in Seefeld

befinden.

101


Tradition trifft LebensArt

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Untermüllerplatz Dießen


Dießen hat einen lebendigen, gewerblichen Ortskern

und jeder kann aus dem vielfältigen Angebot auswählen.

Das macht die Gemeinde so attraktiv und gewährleistet

eine hohe Lebensqualität. Direkt am Rathaus beginnt

die Fußgängerzone von Dießen. Eine große Auswahl an

kompetenten Fachgeschäften, gepaart mit gemütlichen

Restaurants und Cafés, bieten in der lang gestreckten

neu sanierten Mühlstraße ideale Möglichkeiten für ein

ganz besonderes Einkaufserlebnis. Diese Vielfalt soll erhalten

bleiben, daher kaufen Sie in der Region.

103


Der Diez

104

Mitten auf dem Untermüllerplatz

thront seit

kurzem „der Diez“, geschaffen

von dem Künstler

Mathias Rodach.

Ein „See-Kind“ war der

Bildhauer schon immer.

In Lindau am Bodensee

geboren, ließ er sich vor

11 Jahren als ausgebildeter

Steinbildhauer und

Absolvent der Akademie der Bildenden Künste 2005

in Dießen am Ammersee nieder. „Der See ist meine

Inspiration“, so der Bildhauer. „Wenn ich auf den

See hinaus schwimme und das Marienmünster vor

dem Dießener Himmel sehe, durchwabert mich ein

Glücksgefühl hier leben zu dürfen. Bei starkem Wind

gleite ich mit dem Katamaran über das Wasser, die

Berge im Blick - hier kommen mir die besten Inspirationen.

Es ist wie ein Eintauchen in die Welt der Freiheit

und unzähligen Möglichkeiten, daraus entspringt

mein Schaffen“.

Auf diese Weise entstand auch „der Mann mit dem

goldenen Fisch“ - eine 2,30 m große Bronze-Figur auf

einem 6m hohen Eichenstamm - der seit April 2016

auf dem Untermüllerplatz in Dießen steht. Inzwischen

heißt er „Der Diez“, so getauft von der Namensgeberin

Ursula Maria Lang, angelehnt an die historische

Siedlung DIEZEN und das althochdeutsche

Wort DIEZ = Mensch, Volk. Der Eichenstamm steht

symbolisch für die traditionell auf Eichenstämmen

gebauten Fischerhäuser am Ammersee – dessen

Viertel heute noch „Fischerei“ heißt. So war auch der

„goldene Fisch“ schließlich ausschlaggebend, dass

Matthias Rodach den Ausschreibungs-Wettbewerb

gewann; eine Skulptur zu erschaffen, welche eine

Identifikation der Einheimischen und Besucher mit

dem Ammersee und Dießen erzeugt. Mit dem Ammersee-Dampfer

ist „der Diez in Dießen“ ein schönes

Ausflugsziel.

Solche Intensionen in ein Kunstwerk zu übersetzen ist

die eigentliche Berufung des Bildhauers. Wenn Matthias

Rodach in seiner Freiluft-Werkstatt in der Seestrasse

in Dießen arbeitet, sagt er „Es ist manchmal

wie in einem Fluss, in welchem sich die Zeit auflöst.

Wenn ich mit einem Thema so verbunden bin, kann

es geschehen, dass ich das Gefühl habe als würde

durch mich hindurch gearbeitet, ich kann mir dann

quasi selber beim Arbeiten zuschauen“. Auf diese

Weise hat der Künstler, der eher im Großformat arbeitet,

schon etliche öffentliche Aufträge realisiert. Seine

Büsten, Köpfe und Figuren stehen u.a. in Hamburg,

München und in seiner Heimatstadt Lindau vor dem

Stadttheater – und jetzt auch in seiner neuen Heimat

am Ammersee. Außer in Bronze erschafft er seine

großen Figuren auch mit ganz außergewöhnlichen

Werkstoffen, wie z.B. aus kleingebrochenen Computer-Platinen

oder Muttererde mit Knochenleim.

Inzwischen entwickelt er auch für Unternehmen

und Privatinvestoren Skulpturen, welche die jeweilige

Vita, Intension, Philosophie bzw. den Unternehmens-Inhalt

abbilden.


Der Schacky-Park aus der Gründerzeit

Er liegt am südlichen Ortsende von Dießen.

Wer den Park auf den Spuren des Freiherrn von

Schacky erleben möchte, startet am besten am

schmiedeeisernen Tor und spaziert entlang des

alten Kutschenweges; Villa Diana, Obstbaumspalier

und Apollo-Brunnen führen zur ländlichen

Idylle des Entenhauses mit dem kleinen Teich.

Herrschaftlich geht es weiter über die historischen

Brunnen zum Monopteros, dem Kulminationspunkt

der historischen Gartenanlage. Ein

schöner Teich liegt zu seinen Füßen. Verschlungene

Wege und kleine Brücken führen dann zum

Teehaus, dem ostasiatischen Traum des oberbayerischen

Barons. Überall laden Bänke zum

Verweilen ein und herrliche Ausblicke belohnen

den Besucher. Vom Dampfersteg oder Bahnhof

aus ist der Park in etwa 15 Minuten zu erreichen.

Wer es sich zutraut, ohne sich zu verlaufen, kann

durch die verwinkelte Fischerei gehen und dabei

noch das eine oder andere kleine Fischerhaus

entdecken. Noch vor mehr als einem Jahrzehnt

war der Schacky-Park verschlossen und Kühe

standen zwischen den historischen Bauten. Am

Tag des offenen Denkmals im Jahr 2003 öffnete

sich das Tor zum ersten Mal. Das Datum ist bemerkenswert,

denn 100 Jahre zuvor begann der

kunstsinnige Freiherr von Schacky mit der Anlage

seines Parktraums.

Ein Kinderdorf wird 60 –

und ist so jung wie eh und je

Im Frühjahr 1958 zogen die ersten Buben und Mädchen

ins SOS-Kinderdorf Dießen am Ammersee. Es

war das erste in der Bundesrepublik Deutschland.

Nach den Berichten und Erinnerungen der ersten

Kinderdorfmütter war das Interesse am Kinderdorf

Dießen von Anfang an immens.

Halt und Geborgenheit, wenn die leiblichen Eltern

beides nicht geben können - das ist die Vision von

SOS-Kinderdorf. Im SOS-Kinderdorf Dießen am Ammersee

finden Kinder und Jugendliche seit 60 Jahren

ein Zuhause. Gestern wie heute wichtig: Geschwister

bleiben zusammen.

Eine große Idee: „Eine Mutter, Geschwister, ein Haus,

ein Dorf“. An dieser ewig jungen Vision des Gründers

Hermann Gmeiner hält SOS-Kinderdorf auch im Jahr

2018 fest.

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Wessobrunn

Am Anfang war ein Traum

Als Tassilo, der bayerische Herzog, in den Wäldern

zwischen Ammer und Lech wieder einmal

Wildschweine jagte, erschien ihm eines Nachts

im Traum der Apostel Petrus, hoch oben auf der

Himmelsleiter, an deren Fuß drei Gewässer entsprangen,

die in Kreuzform zusammenflossen.

Einige Tage darauf entdeckte sein Jagdgefährte

Wezzo ganz in der Nähe drei Quellen. Das war

ein Zeichen Gottes. Tassilo ließ an dieser Stelle

ein Kloster zu Ehren des heiligen Petrus errichten

und nannte den Ort „Ad fontes Wezzonis“, zu

deutsch Wessobrunn.

Kloster und Dorf Wessobrunn liegen südwestlich

des Ammersees. Ein unscheinbarer Ort, wenn

es da nicht die sehenswerten Klosterkomplexe

gäbe. Vor allem die einst weit über Bayerns Grenzen

hinaus bekannten und bedeutenden Wessobrunner

Stuckateure des 17. und 18. Jahrhunderts

haben das Kloster berühmt gemacht - und

das älteste handschriftliche deutschsprachige

Zeugnis christlichen Inhalts, das bekannte „Wessobrunner

Gebet“.

Die drei Quellen sind heute noch zu besichtigen:

unweit des Klosterhofs - mit fetten Karpfen

im Auffangbecken. Etwa acht Gehminuten vom

Kloster entfernt steht auch die prächtige Tassilo-Linde.

88 Meter lang ist der Fürstentrakt,

sein Flur wird als „der bedeutendste Stuckgang

der Welt“ genannt. Denn weltberühmt und von

höchster Kunstfertigkeit sind die Stuckverzierungen

an der Decke. Auf abwechselnd gelbem und

rosa Untergrund begleiten den Besucher üppig

wuchernde Akanthusblätter und Blüten, wie sie

schon die Griechen an ihren Säulenkapitellen

verwendeten.

Aus Gips, Sand und Kreide haben die Stuckateure

ihr Material gemixt. Um die Masse sämiger

zu machen, wurden Quark, Bier oder Wein dazu

gerührt. Viele Teile hat man in Werkstätten vorgegossen,

das meiste wurde dann vor Ort modelliert.

Zur „Wessobrunner Schule“ gehören die

Stuckateure, Maurer, Steinmetze, Schnitzer, Maler

und Vergolder, die zwischen 1600 und 1800 nicht

nur in Bayern und Schwaben Kunstwerke von

starker Ausdruckskraft schufen. Etwa 1000 Stuckateure

sollen von der Wessobrunner Schule aus

ins Land gezogen sein. Einige kamen bis Moskau,

wo sie den großartigen Kremlsaal schmückten.

Luise Rinser, die als Kind eine Zeit lang in Wessobrunn

zu Hause war, schildert den geliebten

Jagdsaal mit seiner aufwändigen Dekoration als

Traum- und Zaubergarten. Dabei ist er auch ein

technisches Wunderwerk, denn Stuck ist schwer:

So ein Stuckhirsch zum Beispiel, der mit Kupferdraht

und Haken an der „Sargdeckeldecke“ des

Saales befestigt ist, wiegt einen Zentner.

In dem Klosterteil lebten bis vor kurzem noch Missions-Benediktinerinnen

und der Pfarrer der Kirchengemeinde

Wessobrunn. Man war lange auf

der Suche nach einer Nachfolge, da die Gemeinschaft

das Anwesen nicht mehr halten konnte.

Tassilo Linde

106


In der Region verankert und weltweit aktiv

Auch wenn sie viel unterwegs ist, gilt Martina Gebhardt als Einheimische.

Sie ist in München geboren und schon lange in der Region rund um den See

mit architektonischen Projekten aktiv. Auch die Produktion ihrer Naturkosmetik

ist hier beheimatet. Da war es eine glückliche Fügung für die benediktinischen

Schwestern im Kloster Wessobrunn, in ihr eine neue Nachfolgerin

gefunden zu haben. Es ist wieder Leben in allen Ecken. Die Pfarrei wird

ganz offen neben den Produktions-, Präsentations- und Büroräumen der

Martina Gebhardt Naturkosmetik existieren. Sie sind durch den Fürstentrakt

miteinander verbunden.

Martina Gebhardt hat den Dreh raus, wie sie ihre beiden großen Leidenschaften

miteinander verknüpft. Sie ist Architektin und stellt Naturkosmetik

her. Als Jugendliche schon stellte sie eine Salbei-Thymian-Salbe her, mit

der sie die Gesichtsnarbe eines Hundebisses erfolgreich behandelte – ganz

nebenbei auch ihre Akne. Sie erlebte somit eindrücklich die Bedeutung

naturreiner Essenzen zur Pflege und Heilung. Das gab den Anfang. Sofort

begann sie, für sich und ihre Freunde, weitere Salben zu mixen und ihre

Wirkung zu testen. Dabei blieb es natürlich nicht. Seit 1994 betreibt sie eine

Kosmetikfirma in einem alten Bauernhof in Rott. Diesen hat sie mit viel

Liebe zum Detail umgebaut und restauriert. Das Know-How dafür erwarb

sie Anfang der 80er im Architekturstudium, womit sie ihrer zweiten Leidenschaft

folgte: Gebäude konstruieren, restaurieren, sanieren und erhalten.

Im Wessobrunner Klostergarten werden demnächst viele derjenigen Kräuter

angebaut, die wichtige Rohstoffe für ihre kosmetischen Produkte sind,

genauso wie das Wasser aus den hiesigen artesischen Quellen.

Die Unternehmerin verbringt momentan viel Zeit in Taos, das ist ein kleiner

Ort mit etwa 5.000 Einwohnern in New Mexico, USA. Dort hat sie ein über

230 Jahre altes, verfallendes Lehmgebäude im Zentrum restauriert. Aber

Martina Gebhardt ist dort auch für ihre Naturkosmetik unterwegs. Wie eine

Ethnobotanikerin erkundet sie mit einem einheimischen Pflanzenkenner

die bergige Region, immer auf der Suche nach neuen, alten, natürlichen

Möglichkeiten, den menschlichen Körper bei Erholung und Heilung zu unterstützen.

Gebhardt fasst ihr Credo zusammen: „Kosmetik hat für mich eine ähnliche

Bedeutung wie ein schönes Gebäude. Beide sind schützende Hüllen für ein

kostbares Inneres. Diese Hülle soll einen bewahrenden und auch anregenden

Charakter haben, damit Leben sich darin ereignen kann. Jedes Individuum

füllt diesen Raum anders aus.“

Die ruhige und wohltuende Atmosphäre hier in Wessobrunn könnte sich

auch als Grundlage für weitere kreative Entwicklungen erweisen. Denn

die Ideen gehen Gebhardt nicht aus: Seminare, Imkerei, Kloster-Brauerei,

Bio-Käserei, Steinmetz-Werkstatt, Museum... Und weil es hier auch mal

Weinbau gab, überlegt sie: „Warum den nicht wieder aufleben lassen? Das

Klima könnte passen und die Weinbergschnecken haben sich hier seit damals

gut gehalten!“

Martina Gebhardt in „ihrem“ Kloster Wessobrunn

107


Sich

auf den Weg machen ...

Wer möchte sich nicht irgendwann einmal „auf den Weg machen“? Wenn

man die Nase voll hat, dem Frust ein Ende bereiten will. Nahezu jeder

Mensch wird eine solche Phase erleben. Doch es gibt Menschen, die meinen

es wirklich ernst, werden von der Welt magisch angezogen, doch trauen

sich nicht, das Vorhaben umzusetzen. Zu tief sitzt die Angst vor dem

Unbekannten, zu tief ist die Verwurzelung mit unserer „modernen“ Gesellschaft.

Hier am Ammersee kann jeder einmal reinschnuppern, denn alle

interessanten Wanderwege haben eines gemeinsam. Sie führen über das

Kloster Andechs, das Marienmünster in Dießen und über Wessobrunn.

Der erste Fernwanderweg im Alpenvorland folgt auf einer Länge von 127

km den Spuren unseres Kinis, Bayerns Märchenkönig Ludwig II. Der König-

Ludwig-Weg führt von Starnberg über das Kloster Andechs zum Marienmünster

in Dießen und weiter zum Kloster Wessobrunn, über den Hohenpeißenberg

(988 m. NN) und durch die Ammerschlucht nach Rottenbuch. Die Wieskirche, in

Steingaden und die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau

bilden den Abschluß dieser eindrucksvollen und erlebnisreichen „Pilgerwanderung“.

Über eine reizvolle Wiesenlandschaft gelangt man von Dießen aus

nach Wessobrunn, einem der großen Highlights z.B. auf dem Münchner

Jakobsweg.

108


Luise Rinser, die mit Carl Orff von 1954 bis 1959

in Dießen lebte, war von der Schönheit der barocken

Kirchen und der Symbolik des Kults geprägt.

Ein Verwandter war Priester im Kloster

Wessobrunn. Dort verbrachte sie als Kind ihre

Ferien. Für sie war Wessobrunn ein wunderbarer

poetisch-mystisch aufgeladener Ort, wo sie einfältig

glücklich-fromm ist und wo sie kurz vor der

Pubertät zum ersten Mal das Problem des Dualismus

erlebt: die strenge Klarheit des Geistes und

die gefährliche Wildheit des Bloß-Natürlichen“.

Dieses Erlebnis wird dann auch zum zentralen

Thema in ihrer ersten Erzählung ‚Die gläsernen

Ringe. Auch das ‚Wessobrunner Gebet‘ wirkt prägend,

denn es hinterlässt bei ihr das Wissen: ,,Leer

war zugleich voll. Nichts· war zugleich alles‘“.

So ergeht es wahrscheinlich vielen, die sich auf

den Weg machen, die Klöster als Rückzugsort

nutzen, zur Sinnfindung oder ganz einfach

nur um neue Weg für sich selbst zu ergründen.

Man nennt ihn deshalb auch Pfaffenwinkel,

den Abschnitt, den man von Wessobrunn aus

durchwandert. In keiner anderen Region gibt es

eine derartige Dichte an Klöstern und Kirchen.

Vom Marienmünster-Parkplatz aus geht es den

kleinen Bach entlang (Am Winkelsteg) Richtung

Schatzbergstraße.

Der Waldlehrpfad am Schatzberg bietet Information

und Unterhaltung. Spiele für Kinder, Tuffsteinquelle,

ein schönes Bergpanorama und vieles

mehr. Der 2,5 Kilometer lange Rundweg dauert

- wenn Sie sich an allen 14 Stationen etwas Zeit

nehmen - ca. 1,5 Stunden.Unterwegs erfahren Sie,

wie viele Kubikmeter Holz in Bayerns Wäldern pro

Sekunde wachsen, wie viele Kilogramm Sauerstoff

ein Baum pro Tag produziert, wie viel schädliches

Kohlendioxid der Wald unschädlich macht, welche

Rekorde die Ameise bricht, wie Tuffsteine wachsen,

ob der Laubfrosch auf dem Baum wohnt, wie

viele Millionen Lebewesen in einer Hand voll Waldboden

zuhause sind und noch viel mehr!

Schatzbergalm

Weitere Stationen informieren über Waldverjüngung

und die Lebensgemeinschaft Wald, stellen

die Welt der Waldameisen vor, veranschaulichen

moderne Waldpflege, weisen auf Gefahren für

den Wald hin, zeigen Baumwachstum, Holzernte

und Energiegewinnung aus Holz. Auf der Hälfte

des Rundgangs sind Sie an der Station „Schatzberg“

angelangt. Von hier haben Sie bei klarer

Sicht einen herrlichen Blick auf das bayerische Alpenpanorama

vom Karwendel bis in die Allgäuer

Berge. Auf großen Schautafeln werden die Berge

benannt. Am Schluß des Rundgangs wartet die

Schatzbergalm mit Biergarten auf Sie.

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Die Surfer- und Kiter-Szene tummelt sich

am liebsten am Herrschinger Kreuz. Es ist

aufgrund der besonderen geografischen

Gegebenheiten der beliebteste Spot am

Ammersee. Durch das hüglige Umland

nimmt der westliche Wind gerne den Ausgang

in die Bucht und beschleunigt am

Ufer entsprechend. Dabei entsteht der

sogenannte „Düseneffekt“.

Hier entsteht natürlich der größte Interessenskonflikt

zwischen Freizeitsportlern

und Naturschützern. Letztere appellieren,

wie die Segler, die freiwillige Vereinbarung

zur Wassersportruhe zwischen November

und März einzuhalten.

Auf der Seeseite gibt es leider bisher keine

Markierungen wo Schutzgebiete beginnen.

Immer mehr Freizeitsportler verirren

sich dadurch in diese Gebiete, wo sie die

Tiere aufschrecken und dadurch vertreiben.

Ein verträglicher Kompromiss sollte

die Beachtung der Schutzgebiete und Zeiten

beinhalten. Ufergebiete, die mit Schilf

zugewachsen sind, sollten grundsätzlich

für alle Tabu sein. Der Artenreichtum in

unserer Heimat geht schon durch die

Industrialisierung in der Landwirtschaft

zurück. Nehmt also bitte Rücksicht, damit

wir unsere einzigartige Natur erhalten

können!

Bei Wind und Wetter

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Wart ein weilchen ...

Dießen

Raisting

Fischen

Wartaweil, heute ein Ortsteil von Herrsching hieß damals:

„Einöd zur weißen Säule“ Diese Säule wurde 1629 als Orientierungszeichen

für Pilgerfähren errichtet. Hier wartete man

auf das Schiff, wenn man als Pilger von Andechs kam und

weiter nach Dießen wollte.

Heute sollte man als Radfahrer oder Wanderer die stark

befahrene, aber direkte Verbindung von Fischen nach Dießen

meiden. Bei der Ammer biegt man direkt von der Straße ab

in Richtung Raisting. Von dort aus gibt es auch einen König-Ludwig-Weg

parallel zur Hauptstraße nach Dießen.

Von Aidenried aus kann man immer direkt am See entlang

bis nach Stegen laufen. Die einzigen Stellen, denen man

ausweichen muß, sind öffentliche Einrichtungen oder Naturschutzgebiete.

Im Gegensatz zur Westseite ist hier der See frei

begehbar.

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Der Skulpturenweg am Ammersee

von Schondorf nach Eching

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Durchblick - Gerhard Gerstberger


Liegende - Matthias Rodach Turmbau zu Pappel Hannes Kinau Mutter mit Zwillingen - Gombarklass

Wäscheklammern - Franz Hartmann

Luftboot - Hilde Seyboth

Wer mal nicht durch klimatisierte Museen flanieren will, findet auf dem 1,5

km langen Weg von Eching nach Schondorf interessante Kunstwerke. Alle

Künstlerinnen und Künstler, die hier ihre Werke in schöner Umgebung präsentieren,

wohnen und arbeiten um den Ammersee.

Große, auffällig, leuchtende Skulpturen und dann wieder andere, zunächst

unscheinbar wirkende Werke gibt es zu entdecken. Die Kunstwerke sind mit

unterschiedlichen Materialien, wie Holz, Metall, Bronze, Alu, Glas, oder Äste

aus dem Wald geschaffen worden. Lassen Sie sich durch die Einblicke, Durchblicke

und Lichtblicke der Skulpturen in Einklang mit der Natur überraschen.

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Von Dießen gibt es einen sehr schönen Wander- und Fahrradweg an der

Westküste entlang. Vorbei an Badeinseln, Einkehrmöglichkeiten und stillen

Plätzen zum Verweilen.

114

114

Begleitet wird diese Tour im Frühjahr, Sommer und Herbst vom Schiff und

während des ganzen Jahres von der Eisenbahn. Also der ideale Weg neue

Ortschaften zu erkunden.


Der Ammersee-Höhenweg

Schondorf

Utting

Holzhausen

Riederau

115

Dießen

An heißen Sommertagen bietet sich der Ammersee-Höhenweg an. Man wandert

abseits des Trubels im Schatten der Bäume. Im Winter und im Frühjahr, wenn die

Bäume die Sonne durchlassen erlebt man herrliche Lichtspiele auf diesem Weg.

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Von Bayern nach Schwaben

fährt die nostalgische Ammersee-Dampfbahn. Start ist in Utting, weiter gehts

über Schondorf, Geltendorf und Augsburg Hbf direkt zum Dampftag in den Bahnpark,

wo die Reise in die „gute alte Zeit“ ihren Höhepunkt findet: Für Filmer und

Fotografen ergeben sich einmalige Szenen, wenn Lokführer und Heizer ihre Lokomotive

abschmieren und mit Wasser versorgen. In der historischen Schmiede

lodert das Feuer; der Schmied arbeitet an Amboss und Esse. Kinder drehen ihre

Runden auf der Mini-Bahn. Man besucht Ausstellungen und stärkt sich mit Speisen

und Getränken in der „Restauration“. Folgende Lokomotiven sind im Einsatz:

Dampflok 38 1301

Sie wurde im Jahr 1935 in Rumänien gebaut - nach Plänen der Preußischen

Staatsbahn aus dem Jahr 1906. Maschinen dieser Art waren in Augsburg stationiert

und zogen die „Badezüge“ von der Fuggerstadt an den Ammersee.

Dampflok 41 018

Sie wurde im Jahr 1939 für die damalige Deutsche Reichsbahn gebaut und galt

mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern als ausgesprochene

Mehrzweck-Lokomotive. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sie sogar den berühmten

Luxuszug „Rheingold“.

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Die Ammersee-Dampfbahn

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Reisen und erleben wie damals

Eine Postkutschenreise

So unterwegs zu sein wie vor 100 Jahren unsere

Vorfahren, bleibt als Erlebnis exklusiv und unvergesslich.

Ihr Kutscher Andreas Nemitz verbrachte

mehr als 170.000 km auf dem Kutschbock und

zeigt Ihnen gern die schönsten Routen und Plätze

in der Region. Ein einmaliges Erlebnis sind die

Pferde-Schlittenfahrten. Klingeling geht‘s sanft

dahin auf Kufen, gezogen von den braven Pferden.

Stege und Wege tragen ein weißes Kleid.

Dicht an dicht gedrängte Weihnachtsbäume

glitzern im Licht der Sonne. Die Kutschen von

Kerschlach aus zu den Königsschlössern Neu-

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schwanstein und Hohenschwangau fahren immer

am Freitag um 09.30 Uhr ab. Startpunkt ist

das Hofgut in Kerschlach. Das Ziel wird dann am

Samstag gegen 18.00 Uhr bei den Schlössern erreicht.

Raphael Suder hat seine Leidenschaft zum Beruf

gemacht. Mit seinen Ammersee-Nostalgiefahrten

stellt er sich als Chauffeur und Organisator wunderbarer

Erlebnistouren rund um den See zur

Verfügung. Dabei können Schwerpunktthemen,

wie Landschaft und Kultur gewählt werden, aber

auch Kulinarik- und Picknickfahrten lassen den

Ausflug zum unvergessenen Erlebnis werden.

Es stehen zwei Oldtimer für alle erdenklichen und

festlichen Anlässe zur Verfügung. „Eddi“ verkörpert

die „Ganovenlimousine“ der 30er Jahre. Ein

Traum ist sein Innenraum, der ganz in Rot gehalten

ist. Die edle Ausstattung wird durch das aus

lackiertem Holz gefertigte Armaturenbrett und

die Fenstereinrahmungen unterstrichen. Eine

enorme Beinfreiheit garantiert ein herrschaftliches

Reisen.

Das Rolls-Royce 25/30 Wingham Cabriolet

(Bj 1936) ziert die wohl berühmteste Kühlerfigur

Spirit of Ecstasy (Geist der Verzückung) – auch


kurz „Emily“ genannt – sie versinnbildlicht die Faszination, die von diesem

seltenen viertürigen Cabriolet der Königsklasse ausgeht.

Diesen Rolls-Royce besteigt man - denn die Polstersitze im Fond sind erhöht

angeordnet, um den Fahrgästen ein herrschaftliches Gefühl mit einer

außergewöhnlichen Rundumsicht zu bieten. Mit geschlossenem Verdeck

herrscht die luxuriöse Atmosphäre einer noblen Limousine mit einem

Hauch aristokratischer Aura. Der kraftvolle Motor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit

von 130 km/h und ist dabei kaum hörbar.

Nach zwei englischen Vorbesitzern fand der Rolls-Royce für fast 50 Jahre in

Kalifornien, dem „Silicon Valley“, seine Heimat, bevor er 2009 wieder nach

England zurückkehrte.

Im April 2017 wurde er dann im Fünf-Seen-Land „eingebürgert“.

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Der 1908 gebaute und 2005/06 generalsanierte Raddampfer DIESSEN verfügt über eine leistungsstarke

Bordküche, eine elegante Bar, moderne Sanitäreinrichtungen und ein Behinderten-WC.

Der nostalgische Hecksalon ist hochwertig und komfortabel ausgestattet.

Im Bugsalon im Unterdeck ist das Ambiente der „alten“ DIESSEN besonders intensiv zu spüren.

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Die Original Bullaugen, Deckenprofile und die Innenausstattung versetzen die Gäste zurück in die

Zeit um 1908. Eine Rundreise auf dem See dauert ca. 3 Stunden und es ist wie im Biergarten. Man

kann sich selbst was mitbringen, oder auch gerne das Angebot auf dem Schiff nutzen.

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Romantisch heiraten

am Ammersee

Wunderschöne Kirchen und Standesämter

laden zu einer stilvollen Hochzeit ein und

zahlreiche Gasthöfe und Hotels schaffen ein

stimmungsvolles Ambiente für die nachfolgende

Hochzeitsfeier. Romantische Sonnenuntergänge,

klares Wasser und dazu ein fantastischer

Alpenblick machen das Fest zu einem unvergesslichen

Erlebnis.

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Die bevorzugten Trauungsorte sind:

Die Villa Gasteiger, das historisches Rathaus in

Dießen, das Kurparkschlösschen in Hersching,

die Barockkirche St. Anna in Schondorf und die

Klosterkirche in Andechs. Bei rechtzeitiger Anfrage

kann man sich auch auf einem der Schaufelraddampfer

der Ammernsee-Flotte in einer

Freien Zeremonie das Ja-Wort geben.

Seit Juni 2010 kann man auch auf dem Raddampfer

Dießen standesamtlich heiraten. Die

Trauung findet auf dem noch am Ufer vertäuten

Schiff statt, anschließend geht der Standesbeamte

von Bord und das Brautpaar und seine

Gäste können anschließend ihre Hochzeitsfeier

auf dem See genießen.


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Kreuzfahrt mit Karibikflair

Es ist ein Nostalgieerlebnis der besonderen Art auf dem

Bauernsee, wie er liebevoll genannt wird. Die Ufer säumen

sanft aufsteigende Weiden, Büsche und Wälder, denn von

der Besiedlung sieht man vom Wasser aus wenig. Es geht

normalerweise ruhig zu, ausser in der Hauptsaison.

Nostalgiker bevorzugen die beiden Raddampfer, die

HERRSCHING oder die DIESSEN. Die 1908 erbaute DIES-

SEN ist der älteste bayerische Raddampfer. 2005/06 wurde

er generalüberholt und entspricht den modernsten

Sicherheits- und Komfortansprüchen. Mit einer Fahrt

auf der Dießen entdecken die Gäste die gute alte Zeit.

Mit dem Raddampfer HERRSCHING wurde erstmals in

Deutschland ein schaufelradgetriebenes Schiff gebaut.

Sein eleganter Salon versetzt die Gäste ins Staunen.

Das besondere Flair der Raddampfer entdeckt man bei

den stilvollen Abendveranstaltungen mit kulinarischen

Schlemmer- und schwungvollen Tanzfahrten oder erlebnisreichen

Brunchfahrten.

Die neue UTTING ist 2017 vom Stapel gegangen. Es ist

kein Raddampfer, wie etwa die „Herrsching“, dennoch

vereint sie den Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Mit großem Freideck, einem Salon, vielen Spielmöglichkeiten

für die Kinder und natürlich WLAN.

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Eine ”irdische Mission“

Helmut Tröbensberger ist Ammersee-Schifffahrts-Kapitän und hat ebenso

seine Mission gefunden. Ursprünglich aus dem Allgau an den See gekommen,

ist er wie kein zweiter mit dieser Gegend verwurzelt. Seine Geschichten

über Land und Leute, den See und die technischen Belange des Schiffes haben

etwas Weiches, was ihm oft großen Beifall bringt. Auf meine Frage hin,

für was der vierte Streifen auf seiner Schulterklappe ist, antwortet er: „Den

habe ich für meinen Zweitberuf als Psychologe und Lebensberater an Bord,

für viele Inhaber der Jahreskarte“. Ja, ich bin selbst einer mit dem Jahrespass

und viele fragen mich: „Rentiert sich das?“ Für mich schon, denn es kommt

nicht auf die abgefahrenen Kilometer an, sondern auf die besinnlich verbrachten

Stunden auf dem Dampfer. So eine Fahrt zwingt jeden zur Ruhe,

denn mit 17 Std./km braucht man 3 Stunden bis die ganze Rundfahrt um

den See vorbei ist. Für mich und meine Frau ist es schon zur Gewohnheit

geworden, das Schiff zu benützen, zum Picknicken, zum Ausruhen, als Ergänzung

zum Radfahren oder einfach nur um mit Freunden eine schöne Zeit

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an Bord zu verbringen. Auch bei schlechtem Wetter, aber besonders dann, wenn wir um sieben

Uhr in Herrsching mit dem Rad starten, bei herrlicher Morgensonnen über Rausch, Breitbrunn,

Buch, Stegen und Schondorf nach Utting fahren. Dort beim Campingplatz noch ein Frühstück

zu uns nehmen und dann auf das meist leere Schiff steigen. Das ist für mich Meditation, so in

Ruhe über den See zu gleiten. Mein Geheimtipp - die Sonnenuntergangstour, um die Stille zu

genießen. Das ist Lebensqualität, die uns gesund hält.

Jahreskarte für die Schifffahrt

Michael steht jeden Tag strahlend

an vorderster Front in Herrsching am

Dampfersteg und wartet auf Einlass. Er

genießt seine Jahreskarte und damit

den Ammersee.

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AMMERSEErenade - Orte für Kultur und Klassik

Staatsgut Achselschwang

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Kapellentag - offene Haus- und Hofkapellen

Erzabtei | St. Ottilien


Die AMMERSEErenade ist ein herausragendes Beispiel kulturkreativwirtschaftlichen

Schaffens, die mit ihrer Mischung aus jungen und arrivierten Künstlern viel für deren

Anerkennung tut. Vom Bootshaus bis zur Kirche, vom umgebauten Heustadel

in Andechs bis zu jahrhundertealten Klosteranlagen hier am Ammersee, sind Plätze,

an denen im Spätsommer Konzerte mit Weltklasse-Musikern stattfinden. In zauberhafter

Atmosphäre ist hier Musik zu erleben, deren Spannbreite von Weltklassik bis

hin zu Unplugged-Konzerten reicht. Festivalinitiatoren und -organisatoren sind die

Mitglieder des eigens gegründeten Vereins „Kultur am Ammersee e.V.“

Und da gibt es Menschen, die sind einfach da, wenn jede Hand gebraucht wird. Ohne

wenn und aber. Ganz selbstverständlich. Menschen, die sich von einer Idee begeistern

lassen und diese mittragen. Wie die der AMMERSEErenade, bei der es nicht nur

um ein neues Kultur- und Freizeitangebot am Ammersee geht. Die Zukunft von so

hoher künstlerischer Qualität, kultureller Vielfalt und Talent liegt in den Händen von

Doris M. Pospischil und Hans-Joachim Scholz hier im Kreise der engsten Mitarbeiter.

Florian-Stadl | Andechs

129


Der Bootsbauer

130


„Jedes Boot hat seinen eigenen Charakter und eine eigene

Seele“ sagt Mathis Hoffmann. Er verbrachte seine Lehrjahre am

Starnberger See, doch es hat ihn zum Ammersee gezogen, wo

er sich seit 21 Jahren selbständig um die Boote kümmert. Er

liebt seinen Beruf, das individuelle, denn jedes Boot ist anders.

Hier kauft man nichts von der Stange. Das Spleißen ist z.B. ein

altes Handwerk, das beherrscht werden muß, genauso die Herstellung

der Ruder, die er manuell aus Holz fertigt. Er hat Holzboote

zu betreuen, die über Hundert Jahre alt sind. „Die halten

ewig“ sagt er. Voraussetzung ist natürlich die gute Pflege.

„Es gibt schon Boote, die man mehr mag wie andere“, meint

Mathis. Schön ist es, wenn man ein Boot kennt und weiß, wie

es sich verhält. Alte Holzboote müssen z.B. gewässert werden,

haben unterschiedlich breite Fugen. Das dauert natürlich.

Sein erster Traktor, den er schon seit zwanzig Jahren hat, wurde

von ihm liebevoll restauriert und der hilft jeden Tag die Boote

ins- oder aus dem Wasser zu lassen. Er liebt alte Techniken,

das Ungerade, die traditionellen Linien und Formen, vielleicht

manchmal etwas schwieriger zu bearbeiten, doch das Auge

freut sich und das macht ein gutes Gefühl. Die Seele des Bootes

geht mit dem, der es besitzt in Einklang. Das weiß er.

Das Boot wird heute mit umweltfreundlicheren Farben vor dem

Befall von Algen geschützt. Der Hauptteil der Farbe ist Kupfer, in

einer natürlichen Form. Es muß aber jedes Jahr neu gestrichen

werden. Mathis Hoffmann gibt diese Kenntnisse gerne weiter. Er

bildet aus und ist daran interessiert, dass das Überlieferte erhalten

bleibt, dass die Seele des Bootes sich wieder melden darf.

Schauen Sie sich den Film an und erfreuen Sie sich an dem

kraftvollen Ausdruck eines Menschen, der mit sich und der Welt

im Reinen ist.

131


Traum Oma

132

„Damals 1970, ich war ohne unsere 4 Kinder unterwegs.

Wir wollten eine Firma in Dießen übernehmen.

Das Haus und der Lagerplatz lagen direkt am See.

Während sich mein Mann noch mit dem Ehepaar austauschte,

spazierte ich am See entlang und tauche ein

in eine andere Welt. Vor mir entfaltet sich eine Zukunft,

die ganz neue Perspektiven eröffnet. Der See lockte

mich und wollte mich heim holen aus der Pflicht und

den alten Prägungen, in einen ganz neuen kreativen

Lebensabschnitt. - Ja es ist Zeit dachte ich mir, es ist

höchste Zeit…

Doch es kam anders für Dagmar Mühlbacher. Ihr Mann

starb, sie wurde krank und auf der Suche nach Erkenntnis,

die heilen könnte besuchte sie die Navajos

und die Hopi Indianer, ging später nach China, um die

chinesische Medizin zu erlernen, kehrte dann heim,

machte die Heilpraktikerprüfung und eröffnete am Tegernsee

ihre eigene Praxis.

Träume haben mir geholfen mich immer wieder in

„meiner“ Welt zurecht zu finden und Vertrauen zu gewinnen

zum Leben und zu mir selbst. Heute gibt es

bei mir keine Beratungen mehr, in denen wir nicht die

Sinnbilder der Träume zu einer Lösungsfindung mit

hinzuziehen. Es gab Zeiten völliger Überforderung mit

schweren Erkrankungen, begleitet von tausend widersprüchlichen,

wohl gemeinten Ratschlägen, Meinungen

und Vorschriften. Immer wieder kamen die Träume

hoch. „Ich will dort wieder hin, wo sich damals in

mir die Gegenwart und die Zukunft so unerwartet und

leicht die Hand gegeben haben“. „Wird es dort immer

noch so sein“? fragte sie sich. Sie nutzte einen freien

Tag und suchte den Ort von damals, ging am Ammersee

entlang und die Zeit verschwand, während der

See wie damals rief. „Ja es ist Zeit denke ich, es ist

höchste Zeit“.

Dagmar Mühlbacher wohnt nun in Herrsching am

Ammersee, ist längst Oma und innige Freundin ihrer

heranwachsenden Enkelkinder, die sie täglich, auch

heute noch, mit ihren Träumen beschenken. Wie sie

kleiner waren, fanden sie meine Traumgeschichten

beinahe noch spannender als die Märchen. In all den

Jahren der „Träumerei“ erlebten sie, wie diese Traumgeschichten

auch ihre eigenen Entwicklungsschritte

positiv und erhellend beeinflusst haben.

Als Emine Handan Tecza zum ersten

Mal die Allee von Wessling nach

Seefeld fuhr und in das Tal blickte

und den See sah, ging ihr das Herz

auf. „Die Bäume haben mich damals

begrüßt“, erzählt sie mir freudestrahlend.

Graf Anton Clemens zu Toerring-Seefeld

hat im Jahr 1770 diese

765 Eichen setzen lassen, die heute

prachtvoll und schattenspendend

die Straße säumen. Er hat damals

groß gedacht und Bäume weit auseinander

pflanzen lassen. Es sollte

eine Prachtstraße werden.

Sie wollte immer da wohnen, wo

es Berge und Wasser gibt. Nun lebt

sie schon seit neun Jahren in Herrsching.

Hier am Ammersee kann sie

auftanken und die Schönheit dieser

Landschaft aufsaugen. Denn Emine

liebt alles, was mit Schönheit zu

tun hat. „Ich möchte die Menschen

strahlen lassen“, erzählt sie. Es ist

ihr wichtig, dass sie sich wohl fühlen

und da reichte es der Friseurmeisterin

nicht, sich nur mit der Schönheit

nach außen zu beschäftigen. Sie hat

noch angewandte Psychologie studiert

und arbeitet heute als Coach

und Lebensberaterin.


Sich selbst sehen

„Wenn sich der Mensch

gesehen und in seiner

Persönlichkeit erkannt

fühlt, dann ist das Wertschätzung

und ein

Geschenk.“

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Der See mein Kraftort

Ich habe Susanne Gevert hier am Ufer beim Sonnenuntergang

kennengelernt. „Dass ich hier in Herrsching bin, ist von oben

eingefädelt“, sagte Sie strahlend zu mir. Und so erfuhr ich ihre

Geschichte, die von Dankbarkeit geprägt ist.

Sie stand gerade an einer Wende in ihrem Leben, nachdem sie

Ihren geliebten Mann, der an Krebs erkrankte, bis zu seinem

Tod begleitete. Es war eine harte Zeit, geprägt vom auf und ab,

von Hoffnung und Verzweiflung und der Frage, wie es weitergehen

sollte, denn auch sie wurde krank.

Da begegnete ihr eine faszinierende ältere Dame, die vor Lebenslust

nur so sprudelte und sie in ihren Bann zog. Sie konnte

nicht nur gut zuhören , sondern sie verschaffte ihr auch ein

neues Zuhause hier in Herrsching. „Ich ging an den See und nie

werde ich das Gefühl vergessen, als ich ihn zum ersten Mal richtig

wahrnahm.“ erzählte sie mir. „Es war, als wäre ich nach Hause

gekommen. Glückseligkeit breitete sich in meinem Herzen

aus. Es war unbeschreiblich.“

Zwei Jahre sind vergangen. Ihr Leben hat sich völlig verändert:

„Plötzlich entdecke ich Seiten in mir, die wohl immer

vorhanden waren, die ich aber nie ausgelebt habe. Ich fing an

zu schreiben und zu zeichnen. Und es freut mich, wenn dabei

was geschieht. Ich lasse mich von meinen Werken selbst überraschen.“

„Ich freue mich auf das, was sich in meinem neuen

Lebensabschnitt weiter entwickelt. Der See, den ich täglich besuche,

gibt mir Kraft. Ich habe das Gefühl, er ist weiblich. Für

mich ist er wie eine Mutter. Hört sich verrückt an, ich weiß. Aber

er nährt mich wie sie“. Kann man einen See lieben?

„Ich schon. Ich liebe ihn, meinen Ammersee.“

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Die Seele heimischer Hölzer

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Holz hat eine wunderbare Seele, weiß Thomas

Brouwers aus Pähl, da er sich seit mehr als zwei

Jahrzehnten voller Leidenschaft mit heimischen

Hölzern beschäftigt. Als Schreiner und

Zimmermann kam er schon früh in Kontakt mit

„Holz als Baustoff“ und entwickelte eine tiefe

Leidenschaft für die beseelten Naturmaterialien.

Ein feines Gespür für historische Baustoffe und

seine Begeisterung für „Holz aus der Heimat“,

spiegeln sich in allen Schritten des vielschichtigen

Herstellungsprozesses wider.

Historisches Holz zu entdecken und neu zu

„erwecken“, ihm neues Leben, eine neue Form,

eine passende Aufgabe einzuhauchen, ist seine

Passion. In seiner Antikholzmanufaktur hat Herr

Brouwers über die Jahre allerlei wunderbare

Schätze gesammelt. Stadl´-Brettware in silbergrau

bis sonnenverbrannt schlummern neben

uralten handgehackten Eichen- und Fichtenholzbalken.

Er beschreibt seine Produkte - alles

Unikate - als „moderne maßgefertigte Designelemente

aus antikem Holz.“

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Kreative Zwischennutzung

Sie stellen vorzugsweise in „Off-Spaces“ aus, gehen

dabei installativ vor, reagieren auf die Gegebenheiten

des jeweiligen Ortes und verzaubern

ihn mit ihren Wortspielereien. Die Ausstellungen

haben kein Motto. Von Malerei über Fotografie

und Objektkunst bis hin zu Video-Installationen

werden die unterschiedlichsten Disziplinen

bespielt. Und vom großformatigen Bild bis zur

Postkarte ist für jeden etwas dabei. Das Angebot

ist ebenso geistreich wie poetisch – und vor

allem nicht abgehoben und elitär.

Der heutige Name „Künstler aus dem Einbauschrank“

entstand aus der ersten gemeinsamen

Ausstellung der sieben befreundeten Künstler.

Die Location war eine Herrschinger Luxusvilla

aus den sechziger Jahren, die für ein Bauprojekt

abgerissen werden sollte. Weil es dort mehr

Einbauschränke als Wandflächen zum Bilder

hängen gab, wurde ein Großteil der Kunst ganz

einfach ins Innere der Schränke gehängt, gestellt,

gemalt und gebaut und die Ausstellung

hatte ihren Namen.

Sie arbeiten „im richtigen Leben“ in kreativen

Berufen als Dienstleister. Zeit für die Kunst

müssen sie aus ihrem Alltag herausschneiden.

Es ist ein Freiraum, in dem die Kreativität mal so

richtig ausgelebt werden kann.

Enno Müller, Steffanie Pietsch, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Cristina Blank, Monika Roll, Felix Maizet.

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Kreativität fliegen lassen ...

„Du brauchst nur den See und ein Stück Holz

….um deine Kreativität fliegen zu lassen“. So

begrüßte mich Stanislaus Galun, als ich ihn am

See spielen sah. Mein - Holz - war die Gitarre.

Ein anderer nimmt den (Holz)-Bleistift oder das

(Holz)-Boot oder findet ein verwittertes Stück

Treib-Holz und baut ein Kunstwerk daraus.

Das Wasser nährt das Holz und bringt es zum

Wachstum und das Holz bringt unsere Kreativität

zum Wachsen und gibt es dem Wasser

wieder zurück. Ein Kreislauf!

Stani erzählt mir von seiner Zeit des Neuanfangs

nach einer schweren Zeit, in der er komplett

neu anfangen musste. „Der See war damals wie

heute mein Lehrmeister, denn er hat mir den

Blick auf die Regeln der Natur zurückgegeben.“

„Ich bekam dadurch die Möglichkeit viel Zeit am

See zu sitzen, zu spielen und zu komponieren.“

„Ich habe begriffen, dass wir zwar manipuliert

werden von Wirtschaft, Politik und Presse, doch

ich kann mich selbst daraus befreien. Mit der

Zeit lernte ich die Menschen um den See kennen

und ich sah wie entspannt sie sind, wie der

See in allen schwingt. Die Begegnungen, ob

geschäftlich oder privat, bekamen eine eigene

Qualität und wurden tatsächlich fließend. Die

Grenzen verwischen, wie wenn der Nebel über

dem See die Erde, das Wasser und die Luft ineinander

übergehen lässt.“ In der Musik steckt viel

See(le) drin.

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Dem inneren Ruf folgen …

Ihre Augen strahlten, als die gebürtige Düsseldorferin von ihrer „Fügung“

erzählt. „Als Kind haben wir in Dießen Urlaub gemacht. Und als ich im Alter

von 13 Jahren das erste Mal am Dampfersteg stand und über den See

zum Kloster Andechs und nach Herrsching blickte, durchströmte mich ein

nie gekanntes Glücksgefühl. Es war ein ´Nach-Hause-kommen` und ich

sagte damals meiner Mutter: ´wenn ich groß bin, gehe ich hierher`.“

Direkt nach ihrem Studium folgte Ursula Maria Lang ihrem Ruf, zog vor 25

Jahren an den Ammersee und machte sich im Alter von 26 Jahren selbstständig.

Sie gründete eine PR-Firma, machte Öffentlichkeitsarbeit und

Existenzgründungsberatungen. Doch sie suchte nach mehr und nahm

sich eine Auszeit. Jeden Tag saß sie mit ihrer damals 3-jährigen Tochter

am See, lies die Gedanken schweifen. Diese Atmosphäre am See gab der

inneren Eingebung den Raum, eine neue Idee ins Leben zu bringen. So

entstand ihre eigene Methode der „Berufungsberatung“.

Dem inneren Ruf zu folgen ist das Geheimnis eines glücklichen Lebens, so

ihr Credo. Unser Herz und unsere Seele wissen genau, was für uns gut ist,

was zu uns passt, welchen Weg wir gehen sollen. Doch meistens überhören

wir in der hektischen Welt unser Inneres oder lassen uns ablenken.

Der Ammersee ist einfach ein Kraft- und Seelen-Ort. Eine tiefe Dankbarkeit

durchströmt mich jedes Mal. Z.B. wenn ich am Abend, wie schon tausend

Mal, den Sonnenuntergang fotografiere. Oder wenn ich einen auswärtigen

Geschäftstermin hatte und wieder zurückkomme. In meine Seelenheimat.

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Bio Pionierin

Bayern zeichnet sich für Barbara Scheitz durch unverwechselbares Kopfkino

aus: die Kombination aus Öko-Landwirtschaft und Kulturlandschaft,

die Kühe auf den Wiesen und Weiden, die Berge und Bio-Milch. Bio-Milch

ist das wertvolle Lebensmittel – Lebensgefühl, gesunde Ernährung und

Genuss. Sie wurde zur Molkereifachfrau ausgebildet und studierte Betriebswirtschaftslehre.

Ihre Erfahrungen sammelte sie in anderen Molkereien in

Norddeutschland und Frankreich. 2003 übernahm Frau Scheitz die Molkerei.

Als Erste in der Branche vereinbarte Sie mit den Bauern eine gentechnikfreie

Produktion. 2009 stellte Sie das ganze Sortiment auf Bio um. Heute

ist die Andechser Molkerei Scheitz Europas größter Biomilchverarbeiter.

Bei Ihrem Engagement für die Biolandwirtschaft geht es Barbara Scheitz

nicht nur um Ihre Molkerei. Sie hat die Heimat im Blick. Für 630 Bio-Milchbauern

und 200 Mitarbeiter trägt und übernimmt Sie Verantwortung. Die

Öko-Landwirtschaft und Kulturlandschaft liegen Ihr sehr am Herzen.

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Die Rockmacherin

Mit ihrer Interpretation von alltagstauglicher

Tracht hat Caroline Lauenstein einen neuen

Trend gesetzt.

Von der Elbe an den Ammersee gezogen, begegnete

sie der Vielfalt der al penländischen

Tracht.

„Mir gefiel die Idee, die Tracht und traditionelle

Muster auch im alltäglichen Leben zu tragen.

Sie ist nicht der schnelllebigen Mode unterworfen

und damit per se langlebig.“ Die ersten

Röcke entstan den in eigener Handarbeit auf

ihrer Näh maschine. Sie nähte für sich, auf ihren

persönlichen Geschmack zugeschnitten,

ein bequemes und zugleich feminines Kleidungsstück,

mit dem man in allen Lebenslagen

gut angezogen ist. Inzwischen verkauft sie

ihre Röcke in renommierten Trachtengeschäften

im alpenländischen Raum.

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Regional zieht an

Sie setzen ein Zeichen

Die Mitglieder der Interessensgemeinschaft „Mode Made

in Bayern“ produzieren zu 100 % in Bayern. Durch kurze

Transportwege, durch die Nutzung hiesiger Produktionsstätten

und durch die Herstellung von langlebiger Qualität,

zeigen sie den nachhaltigen Umgang mit wertvollen

Ressourcen auf und sichern damit regionale Arbeitsplätze.

Sie fördern das bayerische Handwerk, stärken die heimische

Wirtschaft und erhalten Berufe mit alter Tradition.

Die Gründerin Caroline Lauenstein sagt: „Nachhaltigkeit

bedeutet für mich nicht nur der respekt volle Umgang mit

den Ressourcen unserer Erde, sondern auch die herzliche

Beziehung zu den Menschen mit denen ich arbeite.“

Von der Szenenbildnerin

zur Einrichterin

Der Ammersee ist für Uta Hampel pure

Inspiration. Sie ist seit gut 25 Jahren als

Filmarchitektin in der TV-Branche unterwegs.

Ihr Beruf hat ihr immer Spaß

gemacht. Das will sie sich auch erhalten.

Ihre Film-und Lebensstationen

waren Berlin, Hamburg, Baden-Baden.

„Für Spielfilme und Serien habe ich

sehr viele Räume in ,Szene‘ gesetzt. Sei

es bei Studiobauten oder in Locations

von privaten Häusern, Palais oder Geschäftsräumen“

berichtet Uta Hampel.

Seit 6 Jahren lebt und arbeitet Uta

Hampel in Dießen. Hier setzt sie als DIE

EINRICHTERIN ihr gestalterisches Wissen

auch für private Kundschaft ein.

Sie bietet den Menschen eine individuelle

Wohnberatung für das Zuhause,

die Praxis, das Geschäft oder die

Ferienwohnung. Sie unterstützt auch

beim Neuanfang, wenn der Umzug

ansteht oder die Rentenjahre am See

geplant werden. „So wie ich beim Film

Räume neu konzipiere und umgestalte

mit Farbe und Möbeln, so wird auch

die private Einrichtung geschaffen,

die individuell passt. Vergleichsweise

wie sich die Film-Dekoration der darzustellenden

Person fügen muss.“ Bei

Film-und Studiobauten ist sie für das

Konzept, sowie die Planung verantwortlich.

Großes oder kleines Budget

inbegriffen.

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Leben und Leben lassen

Sascha Ruck, Journalist und Buchautor spricht Leser an, die sich mit Herz

und Humor für ihre Heimat rund um den Ammersee engagieren. 2019

feiert sein Journal FreiZeitSchrift das Zehnjährige und mit ihm seine Fans

aus der Region, die sich in regelmäßigen Abständen über die Vielfalt, die

Stärken und die positiven Seiten im Starnberger Fünfseenland, im Pfaffenwinkel

und im Ammersee-Lech-Gebiet informieren können.

Vor allem Porträts sozialer Einrichtungen, gemeinnütziger Vereine und

hilfsbereiter Personen aus der Nachbarschaft liegen ihm besonders am

Herzen. Berichte über Menschen, die viel zu sagen haben, doch leider nur

selten zu Wort kommen. Nach dem Motto „Leben und leben lassen.“ Das

war auch mein Ansatz für dieses Buch.

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For Heaven‘s Sake Singers

„Um Gott‘s Wuilln, jetzt singa die scho wieda,“ heißt im Gospelenglisch

„For Heaven‘s Sake“ Der Chorname wurde 1998 nach einem gelungenen

Auftritt bei einer Hochzeit kreiert, unterstützt durch einige Schoppen Wein

während des Abendessens.

Eine Chorgemeinschaft aus Inning am Ammersee, die gerne feiert, vor

allem runde Geburtstage, die vom 20. bis 80. Lebensjahrzehnt reichen. Da

gibt es Kostümfeste aus den 70er Jahren. Oder ein Dinner an einer langen

Tafel, gedeckt schwarz/weiß, mit Charleston-Musik von Schellack-Platten

untermalt. Faschingsfeiern. Geburtstagsfeste, die ganze Säle füllen, mit

Sketch-Vorführungen auf einer Bühne oder mit Theaterspielen, die das

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Leben der Jubilare widerspiegeln. Der jetzige Leiter des Chores stammt

aus Bosnien, wo er in Sarajevo Musik studierte und während des Balkankrieges

1993 nach Deutschland emigrieren musste. Er fand mit Mutter

und Schwester ein neues Zuhause bei der ideellen Gründerin des Chores.

Der Chor braucht dringend mehr männliche Unterstützung. Traut Euch -

Männer.

Sonnenaufgang auf dem Weg von Buch nach Inning

149


Ein kleines Paradies

Es ist ein eigener Kosmos und man kommt aus

dem Staunen nicht mehr raus, wenn man das

Kunstareal in der Strittholzstraße in Herrsching

betritt. Eva und Jürn Ehlers haben sich da ein

Kunstparadies geschaffen und geben die Fertigkeiten

in Kursen an Jung und Alt weiter.

Eva Ehlers ist gelernte Buchhändlerin, war

Leiterin des Filmarchivs „Welt der Wunder“ und

arbeitet heute als Schmuckdesignerin und freie

Illustratorin.

Jürn Ehlers ist gelernter Bootsbauer und fühlt

sich in der Nähe vom Wasser am wohlsten.

Lange Zeit hat er große verleimte Holzplastiken

geschaffen. Seine „Kunst am Bau“ ist in vielen

Städten Deutschlands zu bewundern. Heute

arbeitet er am liebsten mit dem

Material Holz. „Ich hab zwar auch

eine Steinmetzlehre absolviert,

aber ich bin immer wieder beim Holz gelandet“.

erzählt er, während er mir ein Lichtobjekt, mit

der Kettensäge gefertigt, zeigt.

Eva und Jürn Ehlers sind ein ausdruckstarkes

Künstlergespann. Mich hat die Vielfalt der Techniken

beeindruckt. Illustrationen, Aquarelle,

Bücher, Goldschmiedearbeiten. Skulpturen aus

Holz, Stein und Metall. Eine wundervolle Welt,

die einen Besuch wert ist.

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Der beste Segelsee in Bayern

„Entscheidungen müssen mit gesundem Menschenverstand

gefällt werden und nicht von Parteien“

sagt Klaus Pittrich. Nach Beendigung seines

Berufslebens war es für ihn selbstverständlich sich

ein zweites Mal ehrenamtlich als Gemeinderat in

Herrsching zu engagieren.

Klaus Pittrich ist seit seiner Jugend begeisterter

Segler, Regatta Segler und Törnsegler. Er liebt diesen

Sport als Einzelgänger und auch als Teamsportler.

Der Eintritt in den Herrschinger Segelclub vor 50

Jahren war die Heimat für seine Begeisterung am

Segelsport. Da seine ganze Familie auch Gefallen

am Segelsport zeigte, nahm er vor 30 Jahren das

Angebot an, den HSC als Vorstand mit zu gestalten.

„Der Ammersee ist der beste Segelsee in Bayern“

sagt er und lacht dabei verschmitzt, denn viele Segler

sind hier schon verzweifelt. „Manche finden sich

zurecht und manche halt nicht.“

Bleibt im Norden, denn wer sich zu weit in den Süden

bis nach Breitbrunn oder darüber hinaus wagt,

bleibt am Nachmittag oft genug in der Flaute hängen.

Da der Ammersee im Norden weniger Hügel

am Ufer hat, ziehen die Winde der Großwetterlage

beinahe ungebremst über den See. Westwind ist

der meist vorherrschende Wind am Ammersee. Bei

dunklen Wolken ist das Westufer genau zu beobachten,

da die Böen meist sehr plötzlich kommen.

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Gelebte Schätze

freilegen

Schon während seines Filmwissenschaftsstudiums in

Mainz wuchs in Bernd Hantke die Sehnsucht zum Film.

Er wollte damals immer nach Berlin, denn in jeder Ecke

dieser chaotisch-kreativen Großstadt lauerte eine Geschichte,

die er gerne filmisch erzählt hätte. Doch dann

fand er seine große Liebe in Herrsching, wo er heute als

zweifacher Familienvater lebt und selbständig arbeitet.

Der gebürtiger Hesse hat Land und Leute lieben gelernt.

„Es gibt ungemein vielseitige, kreative und offene Menschen

rund um den Ammersee,“ erzählt er mir, während

er die Objektive seiner Kameras wechselt. „Ich habe viele

Jahre im szenischen deutschen und internationalen Kinofilm

mitgearbeitet. Während dort meist sündhaft teure

Ausstattung nötig ist, greife ich bei meinen Dokus auf das

zurück, was vorhanden ist.“ „Das Spannende am filmischen

Porträtieren ist, das Verborgene, das erst mal nicht

Erkennbare sichtbar zu machen.“ Er liebt die Menschen

und hat die Feinfühligkeit und Kompetenz, die richtigen

Momente erlebbar zu machen, denn im Filmschnitt

entsteht der fertige Film und dieses Handwerk hat er viele

Jahre perfektioniert.

Im Buch gibt es viele filmisch aufbereitete Geschichten

von Land und Leuten, die tiefer gehen. Es sind Bewegtbilder,

aber auch Bilder und Erzählungen, die bewegen.

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Letzte Fahrt

Der Schaufelraddampfer Dießen auf seiner Fahrt von Schondorf

in den Heimathafen nach Stegen.

Christoph Barth - 1997 - Acryl auf Leinwand - 40 x 30 cm

Christoph Barth, geb. 14.08.1950 in Inning am Ammersee.

Am liebsten sitze ich im Biergarten am Dampfersteg in Herrsching, unterhalte

mich mit den Menschen, philosophiere und betrachte den Sonnenuntergang,

der jeden Tag neu fotografiert werden könnte.

Ich verbrachte meine Kindheit bis 1961 in Herrsching. Mein Vater Martin

Barth betrieb ein Tabakwarengeschäft in der Kienbachstraße.

Ich lebe heute vorwiegend in Andalusien, doch Herrsching ist die

Heimat meines Herzen. Ich arbeite sehr gerne als Künstler, Autor,

Fotograf, Coach oder Lebensberater.

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Am Staffelsee

Christoph Barth - 2006

Acryl auf Leinwand

120x100cm

Seerosen am Weßlinger See

Christoph Barth - 1997

Acryl auf Leinwand

160 x 80 cm

Berufsverband der Präventologen e.V.

Wir sind ein Netzwerk von Menschen, die sich beruflich oder als

Bürgerinnen und Bürger für gesunde Verhaltensweisen und Verhältnisse

einsetzen.

Wir fördern die Dinge, die ein gesundes Leben ermöglichen. Gesundheitsberatung

beginnt für mich im direkten Umfeld, bei einer

sorgfältigen Verwendung vorhandener Naturressourcen, denn die

enge Verbindung zwischen Mensch und Umwelt bildet die Grundlage

für einen sozial-ökologischen Weg. In diesem Engagement

bin ich auch der St. Leonhards Akademie stark verbunden.

157


Die App regional.tips® ergänzt das Buch durch tiefer

gehende Informationen. Überall, wo sie das Regenbogenzeichen

im Buch sehen, sind tiefer gehende

Berichte, Videos oder Tourenbeschreibungen für das

Smartphone abgelegt. Dazu einfach die jeweilige Seite

scannen.

regional.tips ®

aus dem App- oder Google Play-Store laden.

Schnellsuche per Bildscan

Wenn Sie sich die App: regional.tips® geladen haben

geben Sie das Codewort „ammerseelen“ ein und sie

kommen zum Begleitprogramm. Neben den allgemeinen

Themen, wie Gastronomie, Nachrichten etc.

werden Sie über den Bereich Treffpunkt genau an die

Plätze geführt, die im Buch beschrieben sind. Dazu

gehören Naturbeobachtungen, Wander- und Radtouren,

historisches, Sonnenuntergänge oder Ausflugsziele.

Touren-Beschreibungen

Ich empfehle Qutdooractive - Europas größte

Outdoor-Plattform, zur Tourensuche und Routenplanung.

Touren, die von mir selbst eingegeben

sind, finden Sie unter der Liste: „Barth-Ammersee“

oder auf regional.tips®.

Lieber Wanderer, Radfahrer, Tourengeher, Bergsteiger

und Outdoor-Freund: Auf Outdooractive

finden Sie die schönsten Radtouren, die besten

Wanderungen, auch rund um den Ammersee.

Ganz egal wonach Ihnen ist, welche Sportart und

Aktivität Sie am liebsten machen, wie trainiert

oder wie altSie sind.

Neben zahlreichen schönen Routen samt detaillierten

Wegbeschreibungen gibt Ihnen Outdooractive

zu jeder Tour eine hochwertige und vor

allem kostenlose Wanderkarte mit auf den Weg.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Zu jeder Tour auf

Outdooractive können Sie sich kostenlos eine

Wanderkarte ausdrucken lassen. Somit sind Sie

bestens gerüstet für die Outdoor-Navigation und

bewahren stets die Orientierung in der Natur. Und

weil uns nur eine erstklassige Wanderkarte gut

genug ist, macht Outdooractive sein Kartenmaterial

einfach selbst. In der hauseigenen Abteilung

für Kartografie erstellen sie seit vielen Jahren

zuverlässige Wanderkarten auf Basis amtlicher

Daten. Die Karten bestechen durch ein markantes

Design, einen sehr hohen Detailgrad, enthalten

alle Wegenetze und viele wichtige Karteninformationen

für Outdoor-Sportler. Mit einer Outdooractive-Karte

kommen Sie immer sicher ans Ziel

Ihrer Tour.

Klick

Die Buchseite anvisieren, den blauen Kamera-Button

drücken und schon erhält man tiefer gehende Informationen

zu den einzelnen Themen.

158

Durch den Zugriff auf Ihren Standort können Sie mit

der App genau an die gewünschten Punkte geführt

werden. Alle Suchergebnisse werden Ihnen automatisch

im Umkreis Ihres Standortes angezeigt. Wenn Sie

das nicht erlauben, dann verwenden wir den Mittelpunkt

des jeweiligen Gebietes als festen Standort.


Impressum

ISBN 978-3-9462820-7-5

Ammerseelen

Erweiterte und überarbeitete Auflage | Nov. 2018

Idee und Konzept - © Christoph Barth

Fotografie, Gestaltung und Text:

Christoph Barth

christophbarth@me.com

Lektorat:

Bernd Hantke

Presse-Druck- und Verlags-GmbH

Curt-Frenzel-Straße 2, 86167 Augsburg

www.presse-druck.de

Begleitende App regional.tips®

4D-Medien Consulting GmbH

82211 Herrsching

www.4dmedien.de

www.regional.tips

Weitere Informationen auf

www.ammerseelen.info

Quellenverzeichnis

Wessobrunner Geschichte aus Werner Frank

Veröffentlicht am 06.04.2001 in „Die Welt“

Von Tieren und Mönchen/Scheitz aus Zeit-online,

von Sven Siedenberg

Inhaltliche Unterstützung zu den Themen

Naturschutzgebiet - Mageriten, Wiesen-Bocksbart,

Gasteiger Villa,

Textlicher Input:

Gebietsbetreuer Ammersee

Christian Niederbichler - www.lbv.de

www.biologischevielfalt.bfn.de

Textpassagen aus Homepage und Tafeln des -

www.ammerseepfad.de

Markus Blacek

S. 58 / 59 / 80 - Gustl Empfenzeder - Heimatpfleger,

Geschichte der Ammersee-Heimat - Eigenverlag

Johanna Empfenzeder Herrsching

Alois Kramer - Ammersee Kurier

Textliche Unterstützung aus den Bereichen

Ammersee West

S.35-36 - Text von Bettina Maier

Fotmaterial:

S. 4/5/30/31/32/33/39

Ralf Hellmuth

S.37 Monika Barth

S. 50/88 Johanna Isabella Lang

S. 121 Doris Pospischil

S. 100 Alois Kramer

Kräuterpädagogen

www.wilde-kraeuter.de

Möstl Gertrud

hofcafe-moestl@web.de

Gisela Hafemeyer

info@kraeuterstadl.

www.kraeuterstadl.de

Birgit Ostermeier

www.kraeuterfee-am-ammersee.de

Diana Kurzweg

www.Bienenhof-ammersee.de

Andechser Kräutergarten

Herr Eschenlohr / Steierl-Pharma GmbH - www.

steierl.de

Kraftortwanderungen

Angela Mazur-Schaar

Breitbrunn/Herrsching

www.geomantie-ammersee.de

Ralf Hellmuth - Herrsching

www.alles-ist-da.de

Asinella - Anahid Klotz

Pähl - www.asinella.com

Nostalgiefahrten

Chaffeurlimousine

www.hochzeitsauto-starnberg.de

www.oldtimer-ausflug-starnberg.de

www.geschenk-ueberraschung.de

Postkutschenreise

www.coaching-in-bavaria.com

Lohnkutscherei Wieland in Pähl

www.hof-gruenbauer.de

Ammersee-Seenschifffahrt

www.seenschifffahrt.de

159


Webadressen zu Artikeln im Buch

unter www.ammerseelen.info

S. 10/11 www.ammergauer-alpen.de

S. 12-21 www.lbv.de

www.biologischevielfalt.bfn.de

S. 36 www.geomantie-ammersee.de

S. 32 www.alles-ist-da.de

S. 40 www.andechs.de

S. 44 www.erzabtei.de

S. 50 www.Bienenhof-ammersee.de

S. 68 www.seehof-ammersee.de

S. 72 www.ammersee-hotel.de

S. 74 www.pfarreiengemeinschaftherrsching-breitbrunnwiddersberg.de

S. 76 www.evangelisch-inherrsching.de

S. 77 www.stellwerk-herrsching.de

www.freizeitschrift.de

S. 80 www.schokosphaere.de

S. 82 www.dominikusringeisen-werk.de

S. 84 www.fischer-ammersee.com

S. 96 www.ernst-st-alban.de

S. 87 www.cafe-panini-ammersee.de

S. 92 www.schloesser.bayern.de

S. 116 www.ammersee-dampfbahn.de

S. 99 www.kunst-im-stellwerk.de

S. 101 www.katholisch-diessen.de

S. 104 www.matthias-rodach.de

S. 109 www.schatzbergalm.de

S. 107 www.martina-gebhardtnaturkosmetik.de

S. 118 hochzeitsauto-starnberg.de

S.130 www.fuenfseenwerft.de

S. 132 www.schuledeslebens.info

S. 133 www.modus-herrsching.de

S. 136 www.antikholz-paneele.de

S. 138 facebook.com/KunstImEinbau

schrank

S. 140 www.kuechen-und-lebensraeume.de

S. 141 www.ursula-maria-lang.com

S. 107 www.andechser-natur.de

S. 144 www.dierockmacherin.de

www.modemadeinbayern.de

S. 145 www.die-einrichterin.com

S. 146 www.freizeitschrift.de

S. 148 www.gospelchor-inning.de

S. 150 www.ehlers-art.de

S. 154 www.online-manufaktur.info

Tourismusverbände

Starnberger Fünf-Seen-Land

www.sta5.de

Ammersee-Lech e.V.

www.ammerseelech.de

Pfaffenwinkel

www.pfaffen-winkel.de

Für Menschen mit Behinderung

Münchener Str. 1, 82211 Breitbrunn

www.dominikus-ringeisen-werk.de

Veranstaltung - Museen - Galerien

AmmerSeerenade

www.ammerseerenade.de

Kultur im Bahnhof Schondorf

www.kubaschondorf.de

Künstlerhaus Gasteiger

Eduard-Thöny-Straße 43,

86919 Utting am Ammersee

Seebühne Utting

www.seebuehne-utting.de

Wirtshaus am Kirchsteig - Dießen

www.wirtshausamkirchsteig.de

Fritz Winter Atelier

Forstanger 15A, 86911 Dießen

Carl-Orff-Museum

Hofmark 3, 86911 Dießen

www.orff.de

Buchheim Museum der Phantasie

Am Hirschgarten 1

82347 Bernried / Starnberger See

www.buchheimmuseum.de

Kunstraum Kramer

Herrschinger Str. 13, 82346 Andechs

www.kunstraum-kramer.de

Franz Marc Museum - Kochel

www.franz-marc-museum.de

Münter Haus - Murnau

www.muenter-stiftung.de

Schloßmuseum Murnau

www.schlossmuseum-murnau.de

Museum Penzberg

www.museum-penzberg.de

Galerie Adelhoch

Marktplatz 2a, 82266 Inning

www.galerien-adelhoch.com

Stellwerk Dießen

www.kunst-im-stellwerk.de

Schloß Seefeld

www.kultur-schloss-seefeld.de

Alter Bahnhof Steinebach/Wörthsee

www.alter-bahnhof-steinebach.de

Stadttheater Weilheim

www.stadttheater-weilheim.de

Bauerntheater Herrsching

www.ammerseer-theaterverein.de

Wirtshauskonzerte

im Seehof Herrsching

www.seehof-ammersee.de

Stadttheater Landsberg

www.stadttheater-landsberg.de

Stadthalle Germering

www.stadthalle-germering.de

Schloßberghalle Starnberg

www.schlossberghalle-starnberg.de

Musikfreunde Tutzing

www.musikfreunde-tutzing.info

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