08.12.2012 Aufrufe

GESUNDHEIT2 - Gesundheitsnetz Ostalbkreis

GESUNDHEIT2 - Gesundheitsnetz Ostalbkreis

GESUNDHEIT2 - Gesundheitsnetz Ostalbkreis

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

cross7media®<br />

Ostalb<br />

März 2008<br />

Ratgeber<br />

Fakten, Trends, Perspektiven & Weblinks<br />

SPECIAL:<br />

<strong>Gesundheitsnetz</strong><br />

<strong>Ostalbkreis</strong><br />

GESUNDHEIT 2<br />

Schwerpunkt<br />

Palliativmedizin<br />

und- Pflege


Spektrum des Wohlbefindens<br />

Spektrum des Wohlbefindens<br />

Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

wir vom Team Gesundheitshaus<br />

Petrogalli, haben Freude<br />

an unserer Arbeit. Und damit<br />

auch Sie Freude am Resultat<br />

haben, nehmen wir regelmäßig<br />

an Fort- und Weiterbildungen<br />

teil.<br />

Neue Therapien, technische<br />

Fortschritte, verbesserte Produkte<br />

nehmen wir in unser<br />

Spektrum auf - nachdem wir<br />

überzeugt sind, dass sie auch<br />

Ihnen gut tun.<br />

Unsere<br />

Speziell<br />

Kernkopetenzen:<br />

zum Bereich<br />

Häusliche Pflege<br />

Stomaversorgung<br />

Tracheostomieversorgung<br />

Dekubitus- und Wundversorgung<br />

Pflege- und Hilfsmittel für den<br />

häuslichen Bereich<br />

Unsere weiteren<br />

Kernkompetenzen:<br />

Brustprothetik<br />

Erstversorgung und Beratung<br />

in der Klinik<br />

Voll-Leicht-Teil-Haftprothesen/<br />

Epithesen für brustoperierte<br />

Frauen<br />

Spezialwäsche, Badeanzüge<br />

Reha, Medizintechnik<br />

u.a. Kinderreha, Rollstühle,<br />

Krankenbetten, Sauerstoffversorgung,<br />

Geh- und Alltagshilfen<br />

z.B. für Bad und WC, Lifter<br />

Orthopädie<br />

Bandagen, Orthesen individuelle<br />

Einlagen u.v.a.m<br />

Sanitätshaus<br />

(einziges Venen- und Lymphkompetenzzentrum<br />

im <strong>Ostalbkreis</strong>)<br />

Wellness<br />

Naturkosmetik, Angora<br />

Wäsche und mehr<br />

Kostenlose Beratung vor Ort<br />

- Wir kommen zu Ihnen<br />

Vorträge und Infoabende<br />

Termine telefonisch oder auf<br />

unserer Internetseite.<br />

@<br />

Unser Service:<br />

Gesundheitshaus<br />

Petrogalli GmbH<br />

Obere Straße 7 – 9<br />

73479 Ellwangen<br />

Anzeige<br />

Telefon: 07961/969641<br />

info@gesundheitshauspetrogalli.dewww.gesundheitshauspetrogalli.de


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

obwohl der medizinische Fortschritt unserer Zeit beeindruckend ist, gibt es leider immer<br />

wieder schwere Krankheiten, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist. Patientinnen<br />

und Patienten und ihre Familien stehen dann vor der Notwendigkeit, sich mit der Endlichkeit<br />

des Lebens auseinander zusetzen. Kranke und betroffene Familien können schnell<br />

überfordert werden, wenn sie mit ihren Problemen alleingelassen werden.<br />

Für solche schicksalhaft verlaufenden Erkrankungen wurde mit palliative care eine Methode<br />

entwickelt, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität von lebensgefährlich<br />

erkrankten Patientinnen und Patienten zu verbessern und erträglicher zu gestalten. Palliative<br />

care bindet dabei auch die betroffenen Angehörigen, von denen die Krankheit und das<br />

damit verbundene Leid zu begleiten und zu verarbeiten sind, mit ein. Im <strong>Ostalbkreis</strong> gibt es<br />

bereits viele Angebote für Betroffene und es sollen in der Zukunft noch mehr geschaffen<br />

werden. Der Gesetzgeber hat das Angebot für Palliativversorgung im Solzialgesetzbuch<br />

verankert.<br />

Im Mittelpunkt der Palliativversorgung stehen die Betroffenen mit ihrer Lebens- und<br />

Krankheitsgeschichte selbst, deren körperliche und spirituelle, seelische und soziale Bedürfnisse<br />

ernst genommen werden und die in dieser schwierigen Situation Hilfe und Beistand<br />

finden.<br />

Oft werden Betroffene und Angehörige vor der Situation stehen, dass sie nicht wissen,<br />

wohin sie sich in ihrer Not wenden können. Das <strong>Gesundheitsnetz</strong> <strong>Ostalbkreis</strong> soll auch in<br />

solchen Notsituationen die Möglichkeit zur bestmöglichen Information bieten. Im <strong>Gesundheitsnetz</strong><br />

<strong>Ostalbkreis</strong> finden sich bereits Angebote zur Palliativversorgung, die wir weiter<br />

ergänzen möchten. Deshalb bieten wir allen die Möglichkeit, ihr Angebot im <strong>Gesundheitsnetz</strong><br />

<strong>Ostalbkreis</strong> für die Bürgerinnen und Bürger publik zu machen. Unser Ziel ist, dass im<br />

<strong>Ostalbkreis</strong> ein möglichst dichtes Netz auf dem Sektor Palliativversorgung überschaubar<br />

zur Verfügung steht.<br />

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen beim Lesen des Ostalb-Ratgebers Gesundheit,<br />

dass Sie viele neue Informationen finden werden.<br />

Klaus Pavel,<br />

Landrat des <strong>Ostalbkreis</strong>es<br />

cross7media Ostalb Ratgeber


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Palliative care – individuelle Pflege für<br />

sterbenskranke Menschen Von Angelika Wesner<br />

… und plötzlich ist<br />

alles ganz anders<br />

Diagnose Krebs. Als Elvira<br />

M. von ihrer Krankheit erfuhr,<br />

war sie zutiefst schockiert.<br />

Gerade noch hatte<br />

sie mitten im Leben gestanden,<br />

hatte gearbeitet,<br />

für die Familie gesorgt.<br />

Und plötzlich war alles<br />

ganz anders.<br />

Wochenlange Chemotherapien<br />

und Bestrahlungen erschöpften<br />

die 55-jährige vollkommen.<br />

Nach Operationen schwankte<br />

ihre Stimmung zwischen der<br />

Hoffnung auf Heilung und<br />

der lähmenden Verzweiflung<br />

im Gedanken an den so nahe<br />

scheinenden Tod. Doch der<br />

Krebs war nicht zu stoppen.<br />

Elvira M. wurde schließlich aus<br />

der Klinik nach Hause entlassen.<br />

Die einst so lebensfrohe,<br />

aktive Frau wurde von speziell<br />

geschulten Pflegekräften eines<br />

ambulanten Dienstes und ihren<br />

Angehörigen gepflegt und<br />

bis zu ihrem Tod auf vielfältige<br />

Weise begleitet.<br />

Das Schicksal von Elvira M. ist<br />

frei erfunden. Doch im <strong>Ostalbkreis</strong><br />

erleben viele Menschen<br />

diesen persönlichen Krankheits-<br />

und Leidensweg sehr<br />

ähnlich. Jeder Dritte erkrankt<br />

im Laufe seines Lebens an<br />

Krebs. Zwar wird heute jeder<br />

zweite Patient als heilbar eingestuft.<br />

Doch wenn die medizinischen<br />

Möglichkeiten zur<br />

Heilung an ihre Grenzen stoßen<br />

Die Mitarbeiterinnen der ambulanten Dienste versorgen Palliativpatienten in<br />

deren vertrauter Umgebung.<br />

Liebevolle Anteilnahme ist ein wichtiger Bestandteil der Palliativpflege.<br />

und das Leben nicht mehr zu<br />

retten ist, bedürfen die Betroffenen<br />

einer besonderen Versorgung.<br />

In der Palliativpflege<br />

– der Fachausdruck heißt „palliative<br />

care“ – gilt als Ziel, Leiden<br />

zu lindern, den Patienten<br />

nach seinen individuellen<br />

Wünschen zu pflegen und ihm<br />

ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.<br />

Dies ist im Kran-<br />

Palliativmedizin und -Pflege<br />

Patienten ganzheitlich behandeln<br />

„Pallium“ heißt das lateinische<br />

Wort für „Mantel“, aus dem<br />

sich das Wort „Palliativmedizin“<br />

ableitet. Wie ein Mantel<br />

sollen alle Therapien und<br />

Maßnahmen Schwerstkranke<br />

schützend umhüllen.<br />

Die Weltgesundheitsorganisation<br />

WHO beschreibt Palliativmedizin<br />

als „aktive und<br />

ganzheitliche Behandlung von<br />

Patienten, die an einer fortschreitenden<br />

Erkrankung mit<br />

einer begrenzten Lebenserwartung<br />

leiden. Hierbei besitzt<br />

die Beherrschung von Krankheitsbeschwerden<br />

und die<br />

psychologische, soziale und<br />

kenhaus ebenso möglich wie<br />

in der vertrauten Umgebung<br />

zu Hause oder im stationären<br />

Hospiz. Bei der Palliativpflege<br />

arbeiten Klinikärzte, Hausärzte,<br />

Pflegekräfte, ehrenamtliche<br />

Helfer des Hospizdienstes und<br />

Psychologen eng mit dem Patienten<br />

und seinen Angehörigen<br />

zusammen.<br />

auch seelsorgerische Betreuung<br />

höchste Priorität“. Laut<br />

WHO soll durch die Palliativmedizin<br />

die Lebensqualität<br />

jener Patienten und Angehörigen<br />

verbessert werden, die<br />

mit einer lebensbedrohlichen<br />

Erkrankung konfrontiert sind.<br />

Mit Hilfe der Palliativmedizin<br />

sollen Leiden und Schmerzen<br />

rechtzeitig erkannt, durch<br />

vorbeugende Maßnahmen<br />

verhindert und durch medizinische<br />

und pflegerische Behandlung<br />

gelindert werden.<br />

Besonderes Augenmerk wird<br />

außerdem auf die psychologische,<br />

soziale und spirituelle<br />

Betreuung gelegt.<br />

Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Die Kliniken<br />

Palliativstation am Klinikum Stauferklinik Schwäbisch Gmünd<br />

Seit Mai 2007 betreibt<br />

das Klinikum Schwäbisch<br />

Gmünd „Stauferklinik“<br />

eine Palliativstation mit<br />

sechs Betten. Das Angebot<br />

für schwerstkranke Menschen<br />

wird sehr gut angenommen.<br />

Die Betten sind<br />

immer belegt.<br />

Der Aufenthalt in der Palliativstation<br />

der Stauferklinik<br />

in Mutlangen wird nicht von<br />

den strukturierten Abläufen<br />

eines Krankenhausbetriebes<br />

bestimmt. Vielmehr werden die<br />

persönlichen Wünsche jedes<br />

Patienten individuell berücksichtigt.<br />

Wer morgens gerne<br />

länger schlafe, werde nicht<br />

schon früh geweckt, berichtet<br />

der Chefarzt am Zentrum für<br />

Innere Medizin, Prof. Dr. med.<br />

Holger Hebart. Bereits bei der<br />

Aufnahme werden diese Wünsche<br />

und Vorlieben mit dem<br />

Patienten genau besprochen.<br />

Er kann Fernsehen oder Musik<br />

hören, sich selbst Mahlzeiten in<br />

der Küche zubereiten, ein Glas<br />

Wein im Aufenthaltsraum trinken<br />

oder dort mit Familien und<br />

Freunden beisammen sitzen.<br />

Die Palliativpatienten müssen<br />

auf ihre lieb gewonnenen Gewohnheiten<br />

nicht verzichten.<br />

Eine von insgesamt sechs Krankenschwestern<br />

mit der Zusatzqualifikation<br />

„palliative care“<br />

kümmert sich pro Schicht um<br />

die vier bis sechs Patienten<br />

auf der Palliativstation. Häufig<br />

kenne man sich bereits von den<br />

vorangegangenen Chemotherapien,<br />

so die Stationsleiterin<br />

Cornelia Becker. Viele Patienten<br />

seien froh, wenn sie auf die bekannte<br />

Station zurückkehren<br />

könnten. Vertraute Kontakte<br />

sind auch für die sechs Helfer<br />

der Hospizgruppe Schwäbisch<br />

Gmünd ein wichtiger Bestandteil<br />

ihrer ehrenamtlichen Arbeit.<br />

Sie begleiten die Patienten und<br />

ihre Angehörigen sowohl in der<br />

Klinik als auch zu Hause.<br />

Wichtiges Bindeglied:<br />

Die Brückenpflege<br />

Durch die Palliativmedizin<br />

werde die Lebensqualität der<br />

Menschen verbessert, erklärt<br />

Holger Hebart. Symptome wie<br />

Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen<br />

oder Atemnot werden kontrol-<br />

liert, die Schwerstkranken erhalten<br />

individuell abgestimmte<br />

Therapien, die wöchentlich von<br />

Ärzten, Pflegepersonal und<br />

Therapeuten neu definiert werden.<br />

Die palliativmedizinische<br />

Weiterbildung des Ärzteteams<br />

rund um den Oberarzt der Palliativstation,<br />

Dr. med. Wolfgang<br />

Grimminger, ist deshalb unverzichtbar.<br />

Selbst wenn keine<br />

Heilungschancen bestehen, haben<br />

alle palliativmedizinischen<br />

Maßnahmen ein Ziel: Der Patient<br />

sollte wenn möglich so weit<br />

stabilisiert werden, dass er nach<br />

Hause in seine vertraute Umgebung<br />

entlassen werden kann.<br />

Die Brückenpflege ist ein wichtiges<br />

Bindeglied zwischen Klinik<br />

und ambulanter Versorgung.<br />

Vier speziell qualifizierte<br />

Krankenschwestern helfen tumorerkrankten<br />

Menschen, so<br />

viel Zeit wie möglich zu Hause<br />

zu verbringen. Als Angestellte<br />

des Klinikums arbeiten sie mit<br />

Hausärzten, den ambulanten<br />

Pflegediensten, Hospizgruppen<br />

oder Krankenkassen eng zusammen,<br />

um die Überleitung<br />

des Patienten von der Klinik<br />

nach Hause optimal vorzuberei-<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Prof. Dr. med. Holger Hebart<br />

ten. Sie organisieren Hilfsmittel<br />

und Medikamente, klären den<br />

individuellen Betreuungsbedarf<br />

sowie Finanz- und Versicherungsfragen.<br />

Die Brückenschwestern<br />

haben rund um die Uhr<br />

Rufbereitschaft und kümmern<br />

sich um die Patienten, wenn<br />

sich deren Zustand zu Hause<br />

verschlechtert. Dieser Übergang<br />

sei optimal und verhindere oftmals<br />

auch eine stationäre Einweisung,<br />

weiß Prof. Hebart.<br />

Klinikum Schwäbisch<br />

Gmünd Stauferklinik<br />

Wetzgauer Straße 85<br />

73557 Mutlangen<br />

Tel.: 07171 / 701-0<br />

www.klinikum-sgd.de<br />

cross7media Ostalb Ratgeber<br />

@


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Die Kliniken<br />

Ostalb-Klinikum Aalen: Experten entwickeln individuelle Konzepte<br />

Palliativpatienten im Ostalb-<br />

Klinikum Aalen werden<br />

auf der Onkologie rundum<br />

versorgt. „Bei uns gilt<br />

der Grundsatz, dass die<br />

Menschen möglichst nicht<br />

verlegt werden, sondern in<br />

ihrem vertrauten Zimmer<br />

bleiben dürfen“, erläutert<br />

der Pflegedienstleiter Erich<br />

Schäffler.<br />

Zwar verfügt das Ostalb-Klinikum<br />

zurzeit noch nicht über<br />

ausgewiesene Palliativbetten.<br />

Entsprechende Bestrebungen<br />

seien aber im Gange, so Erich<br />

Schäffler weiter. Auf der onkologischen<br />

Station 38 werden<br />

Palliativpatienten nach Bedarf<br />

rundum von qualifizierten Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern<br />

versorgt. Seelsorger und Hospizhelfer<br />

arbeiten eng mit dem<br />

Klinikpersonal zusammen.<br />

„Wir versuchen, für die Men-<br />

An der Ostalb-Klinik Aalen werden Palliativpatienten auf der Onkologie versorgt.<br />

Das Bild zeigt von links: den Oberarzt der Onkologie, Dr. Rüdiger Schnaitmann, den<br />

Pflegedienstleiter Erich Schäffler sowie den Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Karsten<br />

Gnauert.<br />

schen ein entsprechendes<br />

Umfeld zu schaffen“, erklärt<br />

der Pflegedienstleiter. Ein mit<br />

CD-Player, Literatur und Duftlampen<br />

ausgestatteter, mobiler<br />

Schrank bietet kleine Annehmlichkeiten.<br />

Angehörige dürfen<br />

bei den Patienten übernachten.<br />

„Wir haben erkannt, dass wir<br />

neben den Patienten selbst auch<br />

deren Angehörige mit betreuen<br />

müssen“, betont der Oberarzt<br />

der Onkologie, Dr. Rüdiger<br />

Schnaitmann. Unverzichtbar<br />

sei neben den räumlichen und<br />

personellen Ressourcen deshalb<br />

auch eine hohe fachliche Qualifikation.<br />

„Für jeden Patienten<br />

müssen wir ein eigenes Konzept<br />

entwickeln“, so Schnaitmann.<br />

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit<br />

des gesamten Teams,<br />

angefangen bei den Pflegekräften<br />

über Ärzte und Therapeuten<br />

bis hin zu den Seelsorgern und<br />

Hospizhelfern, ist deshalb ein<br />

bedeutsamer Faktor im Klinik-<br />

alltag.<br />

Neue therapeutische<br />

Option<br />

„Wir diskutieren gemeinsam<br />

über die bestmögliche Behandlung<br />

jedes einzelnen Patienten“,<br />

ergänzt der Chefarzt der Frauenklinik<br />

Dr. Karsten Gnauert.<br />

Er ist sich mit seinen Kollegen<br />

einig, dass Palliativmedizin etwas<br />

Gutes schafft. „Wir eröffnen<br />

eine neue therapeutische<br />

Option“, sagt er. „Auch wenn<br />

nichts mehr getan werden<br />

kann, gibt es noch immer viel<br />

zu tun“. Die Gewissheit, nach<br />

langen Therapien, Operationen<br />

und Behandlungen, einen neuen<br />

Weg einzuschlagen, sei für<br />

Patienten und deren Angehörige<br />

oft sehr hilfreich. „Das<br />

Sterben zum Thema machen<br />

zu können, ist für die Betroffenen<br />

oft eine Erleichterung“,<br />

ist der Chefarzt überzeugt. Der<br />

Aufbau eines „sozialen Netzes“<br />

ist ein weiterer Bestandteil zur<br />

stationären und ambulanten<br />

Betreuung von krebskranken<br />

Menschen. Gnauert beschreibt<br />

beispielhaft das Projekt „Zeit<br />

für ein Gespräch“, das in enger<br />

Kooperation mit der Klinik für<br />

Psychosomatik und psychotherapeutische<br />

Medizin entstanden<br />

ist. Das psychoonkologische<br />

Nachsorgekonzept für Brustkrebspatientinnen<br />

verknüpft<br />

psychotherapeutische und medizinische<br />

Therapieansätze, die<br />

den Menschen in seiner Gesamtheit<br />

im Blick haben.<br />

Ostalb-Klinikum Aalen<br />

Im Kälbesrain 1<br />

73430 Aalen<br />

Tel 07361 / 55-1401<br />

www.ostalbklinikum.de<br />

Ostalb Ratgeber cross7media<br />

@


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Die Kliniken<br />

St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen: Geprägt vom christlichen Geist<br />

Die St. Anna-Virngrund-<br />

Klinik in Ellwangen ist für<br />

eine qualifizierte Palliativversorgung<br />

ihrer Patienten<br />

gerüstet. Mit dem Chefarzt<br />

der Anästhesiologie, Dr.<br />

med. Andreas Prengel,<br />

beschäftigt die Klinik seit<br />

zwei Jahren einen Experten<br />

für Schmerztherapie.<br />

Weitere Mitarbeiter sollen<br />

in der Palliativpflege fortgebildet<br />

werden.<br />

„Bei uns hat jeder Palliativpatient<br />

schon immer eine besondere<br />

Betreuung erfahren“,<br />

unterstreicht der Chefarzt der<br />

Chirurgie, Prof. Dr. med. Bernd<br />

Ultsch. Der christliche Geist<br />

der Nächstenliebe präge die<br />

Klinik in allen Bereichen. „Wir<br />

sind das einzige Krankenhaus<br />

im <strong>Ostalbkreis</strong>, das christlich<br />

ausgelegt ist. Das leben wir<br />

auch“, sagt er. Daher ist es<br />

für ihn eine Selbstverständlichkeit,<br />

dass alle Patienten in<br />

ihrem letzten Lebensabschnitt<br />

liebevoll, fachlich und seelsorgerisch<br />

betreut werden. Der<br />

ambulante Hospizdienst, die<br />

Anna-Schwestern sowie ein<br />

katholischer und ein evangelischer<br />

Pfarrer widmen sich<br />

den seelischen Belangen der<br />

Betroffenen. „Der Patient ist<br />

Mittelpunkt unseres Handelns“<br />

lautet das Motto des Hauses,<br />

das sich die persönliche und<br />

individuelle Behandlung und<br />

@<br />

St. Anna- Virngrund-<br />

Klinik<br />

Dalkinger Straße 8-12<br />

73479 Ellwangen<br />

Tel.: 07961 / 881-0<br />

www.klinik-ellwangen.de<br />

Zuwendung der Patienten auf<br />

die Fahnen geschrieben hat.<br />

Unabdingbar sei eine sehr<br />

gute Schmerztherapie, so Ultsch<br />

weiter. Mit dem Privatdozenten<br />

Dr. med. Andreas<br />

Prengel habe die St. Anna-<br />

Virngrund-Klinik in der Palliativversorgung<br />

einen bedeutenden<br />

Schritt nach vorn<br />

gemacht. Prengel ist Chefarzt<br />

der Anästhesiologie und Experte<br />

der anästhesiologischen<br />

Intensivmedizin sowie der<br />

Schmerztherapie „Wir versuchen,<br />

Symptome zu lindern<br />

und bemühen uns um eine<br />

gute Überleitungspflege, damit<br />

die Patienten möglichst<br />

ambulant weiter versorgt werden<br />

und, wenn gewünscht, ih-<br />

ren letzten Lebensabschnitt zu<br />

Hause verbringen zu dürfen“,<br />

erklärt er. Durch eine optimale<br />

Palliativversorgung könne<br />

man noch vieles für die betroffenen<br />

Menschen tun und ihnen<br />

diese Lebensphase erleichtern.<br />

Die individuellen Wünsche der<br />

Patienten werden ganz selbst-<br />

Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und<br />

haben uns seit 20 Jahren auf Praxis und Objekteinrichtungen<br />

spezialisiert. Unsere Schwerpunkte<br />

liegen in den Bereichen der Fachplanung, sowie<br />

der hauseigenen Möbelfertigung.<br />

Sie erhalten alles aus einer Hand:<br />

PLANUNG<br />

FERTIGUNG<br />

MONTAGE<br />

Wir laden Sie ein, eigene Ideen zu entwickeln.<br />

Bestehende Organisations- und Raumkonzepte<br />

kritisch zu hinterfragen. Ein Stück Zukunft zu<br />

gestalten.<br />

Auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen<br />

würden wir uns sehr freuen.<br />

Gerne stehen wir Ihnen unter Tel. 07361-981795,<br />

oder mobil 0171-2681940 zu einem persönlichen<br />

Gespräch zur Verfügung, bzw. freuen uns nach telefonischer<br />

Terminvereinbarung über ein Gespräch<br />

in Ihren Räumen vor Ort, bzw. Ihren Besuch in unserer<br />

Ausstellung in Aalen.<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Die Virngrundklinik Ellwangen beschäftigt mit dem Chefarzt der Anästhesiologie,<br />

Dr. med. Andreas Prengel (links), einen Experten für Schmerztherapie. Das Bild zeigt<br />

ihn zusammen mit dem Chefarzt der Chirurgie, Prof. Dr. med. Bernd Ultsch (rechts).<br />

verständlich berücksichtigt.<br />

Angehörige haben die Möglichkeit,<br />

rund um die Uhr bei<br />

ihrem schwerstkranken Familienmitglied<br />

zu bleiben. Das regle<br />

man innerhalb des Hauses<br />

schnell und unbürokratisch,<br />

betont Dr. Ultsch.<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 7


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Die Sozialstationen<br />

Pflege im vertrauten Umfeld<br />

Die Versorgung von Palliativpatienten<br />

gehört zum<br />

Pflegealltag der Sozialstationen<br />

im <strong>Ostalbkreis</strong>.<br />

Menschen, die mit einer<br />

unheilbaren Krankheit<br />

aus der Klinik nach Hause<br />

entlassen werden, können<br />

in der Obhut der ambulanten<br />

Pflegedienste ihre<br />

letzte Lebenszeit in den<br />

vertrauten vier Wänden<br />

verbringen.<br />

„Oft sind es relativ junge Tumorpatienten<br />

zwischen 18 und<br />

65 Jahren, die mit unklaren Beschwerden<br />

zum Arzt gehen und<br />

schließlich mit dem Krebsbefund<br />

ins Krankenhaus kommen“, erklärt<br />

die Pflegedienstleiterin der<br />

Sozialstation Abtsgmünd,<br />

Die Pflegedienstleiterin der Sozialstation<br />

Abtsgmünd, Heidi Kratochwille<br />

Heidi Kratochwille. Häufig<br />

seien diese Betroffenen von<br />

heute auf morgen pflegebedürftig,<br />

bekommen Infusionen,<br />

werden über Sonden ernährt<br />

und erhalten eine Schmerztherapie.<br />

Der stellvertretende<br />

Geschäftsführer des Malteser<br />

Hilfsdienstes e.V., Torsten Felgenhauer,<br />

ist mit dem Krank-<br />

heitsweg von Krebspatienten<br />

durch seine frühere Arbeit auf<br />

einer onkologischen Station<br />

vertraut.<br />

Er weiß, dass von den Pflegekräften<br />

viel Kreativität und<br />

Einfühlungsvermögen gefordert<br />

wird, weil jeder Mensch<br />

anders ist und andere Bedürfnisse<br />

hat. Die Palliativversorgung<br />

im ambulanten Dienst<br />

beansprucht deshalb wesentlich<br />

mehr Zeit, als eine normale<br />

häusliche Krankenpflege.<br />

Die kirchlichen Sozialstationen<br />

bieten Palliativpflege<br />

mit über 16 Mitarbeiterinnen<br />

flächendeckend im gesamten<br />

<strong>Ostalbkreis</strong> an.<br />

Sozialstation<br />

Abtsgmünd fährt<br />

separate Pflegetour<br />

Die Sozialstation Abtsgmünd<br />

hat bereits vor vier Jahren<br />

ihre Palliativpatienten aus der<br />

Pflegetour heraus genommen.<br />

Sie werden zurzeit von sieben<br />

speziell geschulten Schwestern<br />

separat versorgt. Die Krankenschwestern<br />

mit der Zusatzqualifikation<br />

„palliative care“<br />

übernehmen die Beratung,<br />

Pflege, Koordination und Optimierung<br />

bei der Betreuung<br />

schwerkranker und sterbender<br />

Patienten, die in der Regel ein<br />

unheilbares Krebsleiden haben.<br />

Ein Team von zwei und<br />

fünf Mitarbeiterinnen wechselt<br />

sich bei dieser Arbeit ab. Durch<br />

diese regelmäßige Betreuung<br />

können die Patienten eine persönliche<br />

Beziehung zu den<br />

Pflegekräften aufbauen.<br />

Diese besondere Organisation<br />

ist allerdings nicht bei allen<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Die ambulanten Dienste haben sich bereits auf die neuen Anforderungen der Palliativpflege<br />

eingestellt. Das Bild zeigt von links: Torsten Felgenhauer, Sonja Duschek,<br />

Renate Stempfle, Sabine Würth und Felix Jakob<br />

sozialen Diensten realisierbar,<br />

weil sie sehr kostenintensiv ist.<br />

Über die Veronika-Stiftung hat<br />

die Sozialstation Abtsgmünd<br />

im Jahr 2006 ein Konzept für<br />

die Palliativversorgung einge-<br />

Feste Ansprechpartner beim<br />

Malteser Hilfsdienst<br />

Beim Malteser Hilfsdienst betreut<br />

jede Mitarbeiterin maximal<br />

einen Palliativpatienten,<br />

dem sie sich außerhalb der alltäglichen<br />

Pflegetour intensiv<br />

widmen kann. „Die Schwester<br />

ist feste Ansprechpartnerin<br />

für den Patienten und die<br />

Angehörigen“, erklärt die Bezirksgeschäftsführerin<br />

Sabine<br />

Würth. Die Altenpflegerin Renate<br />

Stempfle ist eine der acht<br />

Mitarbeiterinnen beim Malteser<br />

Hilfsdienst, die sich auch<br />

um Palliativpatienten kümmert.<br />

Immer wieder muss sie<br />

aufs Neue Abschied nehmen<br />

von Menschen, zu denen sie<br />

reicht. Für drei Jahre bekommt<br />

die Einrichtung 36 000 Euro.<br />

30 Prozent der Kosten trägt<br />

die Sozialstation aus eigenem<br />

Budget. Der Rest wird durch<br />

Spendengelder finanziert.<br />

im Laufe der Zeit eine persönliche<br />

Beziehung aufgebaut hat.<br />

Deshalb sei es wichtig, dass die<br />

Pflegekräfte nach einer Palliativversorgung<br />

nicht nahtlos<br />

die Betreuung eines neuen<br />

Schwerstkranken übernehmen,<br />

sondern erst einmal Abstand<br />

gewinnen, so Sabine Würth.<br />

8 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

DRK Schwäbisch<br />

Gmünd und Aalen:<br />

Viel Zeit für<br />

Palliativpatienten<br />

„In der Palliativpflege ist eine<br />

hohe Fachlichkeit erforderlich“,<br />

sagt die Abteilungsleiterin<br />

Sozialdienst und ambulante<br />

Dienste, Sonja Duschek,<br />

vom DRK Kreisverband<br />

Schwäbisch Gmünd. Nicht<br />

nur die pflegerischen Arbeiten<br />

seien sehr anspruchsvoll, auch<br />

die psychosoziale Betreuung<br />

spiele eine große Rolle. „Der<br />

Gesprächsbedarf ist oft hoch“,<br />

so Sonja Duschek. „In solchen<br />

Fällen darf die Zeit der Schwestern<br />

nicht knapp sein.“ Die<br />

Mitarbeiter hätten deshalb einen<br />

großen Spielraum bei der<br />

zeitlichen Planung ihrer Pflegetour.<br />

Der Übergang von der Klinik<br />

nach Hause wird von den<br />

Sozialstationen in enger Kooperation<br />

mit Ärzten, dem<br />

Hospizdienst, aber auch mit<br />

Apotheken und Sanitätshäusern<br />

vorbereitet, erläutert Felix<br />

Jakob, Leiter der Pflegeheime<br />

beim Aalener Kreisverband<br />

des Deutschen Roten Kreuzes.<br />

Vor der Entlassung schickt die<br />

Klinik den Sozialstationen Informationen<br />

über die pflegerische<br />

und medizinische Versorgung<br />

sowie den sozialen<br />

Hintergrund des Patienten.<br />

Die Begleitung der Angehörigen<br />

schon im Vorfeld ist eine<br />

Aufgabe der Sozialdienste.<br />

Sie klären die Kosten, informieren<br />

über die Betreuungsleistungen,<br />

über Vollmachten<br />

und die Hilfsmittelsituation.<br />

Der Hausarzt verordnet<br />

Schmerzpumpen, die vom<br />

Patienten individuell bedient<br />

werden können. Injektionen<br />

oder Infusionen beispielsweise<br />

über einen extra gelegten<br />

Zugang (Port) lindern den<br />

Schmerz und erleichtern dem<br />

Patienten das Leben. Gerade<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

bei Krebspatienten ermöglicht<br />

Morphium eine Linderung der<br />

Schmerzen oder auch völlige<br />

Schmerzfreiheit bei gleichzeitig<br />

vollem Bewusstsein.<br />

Altenpflegeheim Bopfingen<br />

Altenpflegeheim Lauchheim<br />

Altenpflegeheim Oberkochen<br />

Altenpflegeheim im Haus „Schillerhöhe“,<br />

Aalen<br />

Altenpflegezentrum im Wiesengrund,<br />

Aalen<br />

cross7media Ostalb Ratgeber


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Die Sozialstationen<br />

Übergang von der Klinik bis nach Hause wird bestens vorbereitet<br />

Vor der Ankunft des Patienten<br />

sollten Nahrung, alle notwendigen<br />

Medikamente, Infusionen<br />

und Pflegematerialien<br />

bereits im Hause sein. Therapeutische<br />

Maßnahmen von<br />

der Physiotherapie über die<br />

Ergotherapie bis zum Teilbad<br />

müssen mit den Fachleuten<br />

besprochen, die Notwendigkeit<br />

einer Nachtwache erörtert<br />

werden. Mit dem Hausarzt<br />

sollte ein genauer Notfallplan<br />

erstellt werden, damit die Angehörigen<br />

wissen, an wen sie<br />

sich nachts oder an den Wochenenden<br />

wenden können.<br />

Ein funktionierender Übergang<br />

von der Klinik über die<br />

Brückenpflege zu den Sozialstationen<br />

ist die Grundlage für<br />

die reibungslose Fortsetzung<br />

der Pflege. Das entlastet nicht<br />

nur die Angehörigen, sondern<br />

gibt den Pflegekräften die Sicherheit,<br />

dass die Versorgung<br />

lückenlos gewährleistet ist.<br />

Dieser Informationsfluss zwischen<br />

den Kliniken und den<br />

ambulanten Diensten funkti-<br />

Ehrenamtliche Hospizhelferinnen sind bei der Hospizarbeit unverzichtbar.<br />

oniere sehr gut, sind sich die<br />

Mitarbeiter der ambulanten<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Dienste einig. Neben der<br />

Schmerztherapie, der Ernäh-<br />

rung und der allgemeinen<br />

Pflege ist die psychosoziale<br />

Begleitung der Palliativpatienten<br />

ein wichtiger Aspekt.<br />

Die Krankenschwestern der<br />

sozialen Dienste werden dabei<br />

von ehrenamtlichen Hospizhelfern<br />

unterstützt. „In der Regel<br />

kämpfen die Patienten mit<br />

ihrer Situation. Sie sind häufig<br />

depressiv“, so die Erfahrung<br />

von Heidi Kratochwille.<br />

Viele Betroffene versuchen,<br />

die Wahrheit zu verdrängen.<br />

Dabei sei alles etwas leichter,<br />

wenn man innerhalb der Familie<br />

offen über die Krankheit<br />

und den eigenen Tod spreche,<br />

bestätigt Sabine Würth. Wer<br />

sich den unabänderlichen<br />

Tatsachen stelle, habe häufig<br />

noch Zeit, wichtige Dinge<br />

zu erledigen oder sich einen<br />

Wunsch zu erfüllen.<br />

„Unsere Aufgabe ist es, die<br />

individuelle Situation richtig<br />

einzuschätzen und dann zu<br />

versuchen, das Leben des Patienten<br />

so lebenswert wie möglich<br />

zu machen“, lautet das<br />

Ziel aller Pflegedienste.<br />

10 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Hospiz der Anna-Schwestern Ellwangen<br />

Den Tagen mehr Leben geben<br />

Die Zeit des Sterbens ist<br />

für viele Angehörige und<br />

Freunde eine Zeit der Krise,<br />

der Angst und Unsicherheit.<br />

Sie fühlen sich<br />

hilf- und machtlos. Im<br />

stationären Hospiz der<br />

Anna-Schwestern in Ellwangen<br />

werden die Patienten<br />

rund um die Uhr<br />

liebevoll betreut und versorgt.<br />

„Jeder Mensch stirbt<br />

auf seine Art. Kein Sterbeweg<br />

gleicht dem anderen“,<br />

erklärt Schwester<br />

Mechthild. „Der Tod ist so<br />

einzigartig, wie auch jeder<br />

Mensch einzigartig ist“.<br />

Sieben geräumige Zimmer mit<br />

Pflegebetten sind im Juli 2005<br />

im dritten Stock der St. Anna-<br />

Klinik eingerichtet worden.<br />

Helles Gelb bestimmt die Räume<br />

und Flure, Sitzecken ermöglichen<br />

einen komfortablen<br />

Aufenthalt außerhalb des<br />

Patientenzimmers. In einem<br />

freundlich eingerichteten Auf-<br />

enthaltsraum mit Kühlschrank<br />

und Kaffeemaschine können<br />

Angehörige und Freunde mit<br />

dem Patienten beisammen<br />

sitzen. Die Schwerkranken erhalten<br />

eine umfassende Palliativversorgung,<br />

die von der<br />

Schmerztherapie über eine<br />

Wundversorgung bis hin zur<br />

Linderung von Symptomen<br />

wie Übelkeit, Erbrechen oder<br />

Atembeschwerden reichen. Im<br />

Ellwanger Hospiz scheint die<br />

Zeit ein wenig stehen zu bleiben.<br />

In dieser stillen Umgebung<br />

herrscht keine hektische<br />

Betriebsamkeit in einem festgelegten<br />

Tagesablauf. Jeder<br />

Patient darf zwischen verschiedenen<br />

Mahlzeiten wählen und<br />

diese dann zu sich nehmen,<br />

wann er möchte. Individuelle<br />

Betreuung ist eine Selbstverständlichkeit.<br />

Oft sind es nur wenige Tage,<br />

die ein Patient im Ellwanger<br />

Hospiz der Anna Schwestern<br />

verbringt. Die Krankenschwestern<br />

versuchen, den Ster-<br />

Schwester Mechthild im Hospiz Ellwangen hat schon viele Menschen auf ihrem<br />

letzten Lebensweg begleitet<br />

benden diese letzte Phase<br />

ihres Lebens so angenehm<br />

wie möglich zu machen – frei<br />

nach dem Motto des Hospizes<br />

„wir können nicht dem Leben<br />

mehr Tage, aber dem Tag mehr<br />

Leben geben“. Sie werden von<br />

ehrenamtlichen Hospizhelferinnen<br />

unterstützt, ohne die<br />

der Tagesablauf im Hospiz<br />

undenkbar wäre. Das Hospiz<br />

arbeitet nicht kostendeckend.<br />

Zehn Prozent müssen durch<br />

Spenden finanziert werden.<br />

Auch deshalb sind die ehrenamtlichen<br />

Dienste aus dem<br />

Pflegealltag nicht wegzudenken.<br />

Manche Patienten blühen<br />

während ihres Aufenthalts bei<br />

den Anna-Schwestern noch<br />

einmal regelrecht auf, berichtet<br />

die Sozialpsychologin Andrea<br />

Härtlein, die das Hospiz<br />

zusammen mit der Krankenschwester<br />

Ellen Vollmer leitet.<br />

Schwester Mechthild erinnert<br />

sich lächelnd an einen Mann,<br />

der lange Zeit in Griechenland<br />

gelebt hatte und nun noch<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Im stationären Hospiz der Anna-Schwestern in Ellwangen kümmern sich Krankenschwestern<br />

und Ehrenamtliche um die Patienten.<br />

Zeit für den Abschied<br />

einmal mit seiner Familie und<br />

seinen Freunden auf griechische<br />

Art feiern wollte.<br />

Sterben und Tod sind für die<br />

Krankenschwestern des Hospizes<br />

etwas völlig Natürliches.<br />

Doch sie wissen genau, dass<br />

dieses Thema in der Gesellschaft<br />

noch immer ein Tabu<br />

ist. Der Umgang mit einem<br />

Sterbenden ist für die Lebenden<br />

oft schwer. Im Hospiz der<br />

Anna Schwestern gibt man<br />

den Patienten und deren Angehörigen<br />

Zeit: Zeit zum Abschied<br />

nehmen, Zeit für stille<br />

Einkehr. Ein Verstorbener wird<br />

nicht sofort aus dem Zimmer<br />

geschoben, sondern liebevoll<br />

gewaschen, gekleidet und frisiert.<br />

Einen Tag lang bleibt er<br />

im Zimmer, so dass sich die<br />

Angehörigen in Ruhe von ihm<br />

verabschieden können.<br />

Hospiz St. Anna<br />

Nikolaistraße 12<br />

73479 Ellwangen/Jagst<br />

Tel.: 07961/882-430<br />

www.anna-schwestern.de<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 11<br />

@


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Hospizdienst<br />

Trösten, zuhören, da sein<br />

Die ehrenamtliche Betreuung<br />

durch Hospizhelfer<br />

spielt eine große Rolle in<br />

der Begleitung schwerkranker<br />

und sterbender<br />

Menschen. Sie hören zu,<br />

sie trösten, reichen ein Glas<br />

Wasser oder halten einfach<br />

nur die Hand des Patienten<br />

oder seines Angehörigen.<br />

Die Hospitzhelferinnen und<br />

Helfer leisten einen großen<br />

Dienst am Nächsten. Sie vermitteln<br />

den Betroffenen, dass<br />

Sterben ein Teil des Lebens ist,<br />

der nicht einfach ausgegrenzt<br />

werden kann. Die ökonomische<br />

Arbeitsgemeinschaft Hospiz in<br />

Schwäbisch Gmünd ist eine<br />

von rund zehn im <strong>Ostalbkreis</strong><br />

organisierten Hospizgruppen.<br />

Die Helfer stehen den Schwerkranken<br />

und Sterbenden bei<br />

Sitzwachen bei und vermitteln<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

ihnen menschliche Wärme,<br />

Nähe und Zuwendung. Zu ihren<br />

Aufgaben gehört außerdem<br />

die Unterstützung der Angehörigen,<br />

die sie am Krankenbett<br />

ablösen, um ihnen eine Zeit<br />

der Ruhe zu ermöglichen. Ihr<br />

Dienst ist ehrenamtlich und<br />

deshalb kostenlos.<br />

Den Tod als Teil des<br />

Lebens akzeptieren<br />

45 Frauen und Männer begletien<br />

zurzeit in und um Schwäbisch<br />

Gmünd Sterbende und<br />

deren Angehörige. Allein im<br />

Jahr 2007 betreuten sie 120<br />

Im Pflegealltag stehen Personal<br />

und pflegende Angehörigen immer<br />

wieder vor demselben Problem:<br />

Der Patient ist in den unteren<br />

Teil seines Bettes gerutscht<br />

und muss nun mühsam wieder<br />

ans Kopfende gezogen werden.<br />

Mit dem transportierenden PUL-<br />

LA-Bettlaken wird dieses Problem<br />

sanft gelöst. Pflegebedürftige werden<br />

ganz ohne Kraftaufwand per<br />

Knopfdruck wieder in die richtige<br />

Liegeposition gebracht. Die Bedienung<br />

ist denkbar einfach: Ein vier<br />

Meter langes Transportlaken wird<br />

von dem am Kopfende des Bettes<br />

aufgestellten PULLA-Stretch-Lift<br />

elektrisch aufgewickelt. Dabei<br />

wird der im Bett liegende Patient<br />

mühelos ans Kopfende gezogen.<br />

Dieser Vorgang lässt sich mehrmals<br />

wiederholen und ist selbst<br />

für empfindliche Patienten kom-<br />

Menschen in 3000 Einsatzstunden.<br />

Das Einsatzteam,<br />

bestehend aus derzeit sechs<br />

Personen, nimmt die Anrufe<br />

am Einsatztelefon entgegen<br />

und koordiniert die weiteren<br />

Hospizbesuche. Jede Helferin<br />

und jeder Helfer hat neben der<br />

Hospizausbildung andere persönliche<br />

Qualifikationen, die<br />

mit den individuellen Wünschen<br />

der Schwerkranken und<br />

Sterbenden und deren Agehörigen<br />

abgestimmt werden. Für<br />

die Betroffenen ist es vielfach<br />

wohltuend und erleichternd,<br />

Fortsetzung: nächste Seite<br />

Pulla das transportierende<br />

Bettlaken<br />

fortabel und vollkommen schmerzfrei.<br />

Auch die Pflegekräfte profitieren<br />

von dem transportierenden<br />

PULLA-Bettlaken, denn die Arbeit<br />

ohne Kraftaufwand schont ihren<br />

Rücken. Der PULLA-Stretch-Lift ist<br />

für Personen bis 150 Kilogramm<br />

Körpergewicht geeignet.<br />

aacurat GmbH<br />

Gottlieb-Daimler-Str. 9<br />

73460 Hüttlingen<br />

Tel. 07361 921 920<br />

Fax 07361 921 921<br />

www.aacurat.de<br />

12 Ostalb Ratgeber cross7media<br />

i


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Fortsetzung: Hospizdienst - Trösten, zuhören, da sein<br />

mit Menschen zu sprechen, die<br />

nicht aus der Familie kommen.<br />

„Mit Fremden zu reden ist oftmals<br />

einfacher, als mit Nahestehenden“,<br />

so die Erfahrung<br />

des Vorsitzenden der Ökumenischen<br />

Arbeitsgemeinschaft<br />

Hospiz in Schwäbisch Gmünd,<br />

Karl Baumhauer. Eine neutrale<br />

Person, die nicht mit dem Familiengeflecht<br />

verbunden sei,<br />

@<br />

Kontakt für alle<br />

Hospizeinrichtungen<br />

im <strong>Ostalbkreis</strong>:<br />

Landesarbeitsgemeinschaft<br />

Hospiz Baden-<br />

Württemberg e.V.<br />

Gartenstraße 40/2<br />

74321 Bietigheim-<br />

Bissingen<br />

Tel.: 07142/776156<br />

www.hospiz-bw.de<br />

könne die Betroffenen manch-<br />

mal viel besser an der Hand<br />

nehmen, einen Rat geben und<br />

stärken. Sechs Helferinnen<br />

der Gmünder Gruppe besuchen<br />

zweimal wöchentlich<br />

Patienten im Klinikum Schwäbisch<br />

Gmünd, Stauferklinik,<br />

in Mutlangen. Der Umgang<br />

mit sterbenskranken, jungen<br />

Menschen gehe jedem Helfer<br />

besonders nahe, so Baumhauer.<br />

Doch innerhalb der Hospizgruppe<br />

lerne man , den Tod als<br />

Teil des Lebens zu akzeptieren.<br />

Mit Supervisionen und Gruppenabenden<br />

einmal im Monat<br />

versuchen die Hospizhelfer,<br />

ihre Erlebnisse und Erfahrungen<br />

mit dem Sterben und<br />

dem Tod zu verarbeiten und<br />

zu reflektieren. „Wer bei uns<br />

mitmacht, erwirbt ein weiteres<br />

Stück an Lebenskompetenz<br />

Der Leiter der ökumenischen Arbeitsgruppe Hospiz, Karl Baumhauer, und die Koordinatorin<br />

Margit Ruscher kümmern sich um die Organisation der Hospizeinsätze.<br />

dazu“, ist Baumhauer deshalb<br />

überzeugt. Auch die Trauerbegleitung<br />

der Angehörigen<br />

spielt eine zunehmende Rolle<br />

in der Hospizarbeit. In Gesprächsgruppen<br />

können sich<br />

Menschen ihre Trauer vom<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Herz reden und lernen dabei<br />

eine andere Liebesbeziehung<br />

zu ihren verstorbenen Partnern.<br />

Ziel jeder Trauerbegleitung<br />

ist, dass die Betroffenen<br />

wieder am Leben ungehindert<br />

teilnehmen können.<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 1


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Pflegeheim<br />

Zum Sterben nicht ins Krankenhaus<br />

Zu Hause sterben zu dürfen<br />

ist für viele Menschen<br />

ein beruhigendes Gefühl.<br />

Für manche Menschen ist<br />

das Seniorenheim St. Markus<br />

in Mutlangen ihr Zuhause.<br />

Deshalb wird dort<br />

an einem Palliativpflegekonzept<br />

gearbeitet, damit<br />

schwerkranke Bewohner<br />

ihre letzte Lebenszeit in<br />

vertrauter Umgebung verbringen<br />

können und nicht<br />

im Krankenhaus sterben<br />

müssen.<br />

Im Seniorenheim St. Markus in<br />

Mutlangen, einer Einrichtung<br />

text text<br />

der Stiftung Haus Lindenhof,<br />

leben 50 Menschen. Jedes<br />

Qualifizierte Pflege<br />

und Betreung aus<br />

einer Hand<br />

Homecare. Wir kommen zu Ihnen<br />

Das Sanitätshaus Schad, mit<br />

Stammsitz in Aalen, bietet<br />

Servicekonzepte für die individuelle,<br />

ambulante Gesundheitsversorgung<br />

außerhalb des<br />

klinisch-stationären Bereichs<br />

an. Ziel des Gesundheitshauses<br />

ist es, den Patienten, die ambulant<br />

zu Hause betreut werden<br />

ein Höchstmaß an Lebensqualität<br />

dadurch zu sichern,<br />

dass sie in ihrem vertrauten<br />

Umfeld so mobil wie möglich<br />

bleiben. Patienten und Angehörige<br />

können bei Schad qualifizierte<br />

Fachberater-Innen<br />

abrufen und sich zu Hause<br />

im Krankenhaus oder im Seniorenheim<br />

eine kostenlose<br />

Die Leiterin des Seniorenheims St. Markus in Mutlangen, Carmen Wolfsteiner<br />

Beratung geben lassen. Neben<br />

den Kernkompetenzen Stoma-Versorgung,<br />

Inkontinenz,<br />

Dekubitus-Wundversorgung,<br />

Brustprothetik, geben qualifizierteMedizinprodukteberater<br />

kompetente Hilfestellung<br />

für Pflege- und Hilfsmittel<br />

im häuslichen Bereich. Dabei<br />

arbeitet das Gesundheitshaus<br />

Schad eng mit der Krankenkasse,<br />

dem Hausarzt oder der<br />

ambulanten Pflegestation<br />

und mit den Angehörigen<br />

der Patienten zusammen. In<br />

der modernen Wundversorgung<br />

kooperiert das Haus mit<br />

dem Wundzentrum Ostalb im<br />

Ostalb-Klinikum.<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Zimmer ist so individuell wie<br />

sein Bewohner: Persönliche<br />

Möbelstücke sorgen für eine<br />

wohnliche Atmosphäre, in<br />

der sich die Senioren zu Hause<br />

fühlen. Doch immer wieder<br />

müssen schwerkranke Heimbewohner<br />

in ihrer letzten Lebensphase<br />

ins Krankenhaus verlegt<br />

werden, um eine optimale Palliativversorgung<br />

zu gewährleisten.<br />

Manchmal sterben die<br />

Bewohner auch dort, fernab<br />

von ihrem vertrauten Umfeld.<br />

Das soll sich in St. Markus ändern.<br />

Die Heimleiterin Carmen<br />

Wolfsteiner hat ein Pflegekonzept<br />

erarbeitet, das künftig die<br />

Palliativversorgung im Senio-<br />

Fortsetzung: nächste Seite<br />

1 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Fortsetzung: Pflegeheim<br />

Zum Sterben nicht ins Krankenhaus<br />

renheim sicherstellen soll. Dadurch<br />

können die Bewohner<br />

auch in den letzten Lebenstagen<br />

und –wochen in ihrem<br />

Zimmer bleiben. Das Seniorenheim<br />

plant die Zusammenarbeit<br />

mit einem Palliativmediziner,<br />

der Schmerzen und<br />

andere Symptome behandelt.<br />

Für Angehörige besteht die<br />

Möglichkeit, im Zimmer des<br />

Bewohners zu übernachten.<br />

Es sei geplant, mindestens<br />

drei Mitarbeiterinnen zur palliative-care-Fachkraftweiterzubilden,<br />

erklärt die Wohnverbundsleiterin<br />

der Stiftung<br />

Haus Lindenhof, Angelika<br />

Herrmann. Außerdem sollen<br />

alle Mitarbeiter in einem<br />

von der Robert-Bosch-Stiftung<br />

entwickelten Curriculum<br />

„Palliative Praxis“ geschult<br />

werden, damit schwerkranke<br />

Heimbewohner bis zuletzt in<br />

St. Markus fachlich hochqualifiziert<br />

betreut und versorgt<br />

werden können. Darüber hinaus<br />

werde zurzeit von einer<br />

Architektin ein Raum- und<br />

Farbkonzept erarbeitet, so Angelika<br />

Herrmann weiter. Par-<br />

allel dazu führe man Kooperationsgespräche<br />

mit weiteren<br />

Dienstleistern, beispielsweise<br />

dem ambulanten Hospizdienst.<br />

Für den Ausbau des<br />

Palliativpflegekonzeptes hat<br />

die Stiftung Haus Lindenhof<br />

Kosten in Höhe von rund<br />

33 000 Euro veranschlagt.<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Altenpflegeheim<br />

St. Markus<br />

Forststraße 11<br />

73557 Mutlangen<br />

Tel.: 07171/802-0<br />

www.haus-lindenhof.de<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 1<br />

@


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Kinderkrankenpflege<br />

Hilfe für die Eltern sterbenskranker Kinder<br />

Die dreijährige Corinna<br />

(Name geändert) leidet<br />

unter einer seltenen<br />

Stoffwechselkrankheit.<br />

Sie muss beatmet, regelmäßig<br />

umgelagert und<br />

ständig überwacht werden.<br />

Für die Eltern ist die<br />

Betreuung und Pflege ihrer<br />

Tochter eine schwere<br />

Aufgabe, die sie nur mit<br />

der Unterstützung der<br />

„Malteser Kinderkrankenpflege<br />

Ambulant – Intensiv“<br />

meistern können.<br />

Die emotionale Belastung der<br />

Eltern sei enorm, weiß der der<br />

stellvertretende Bezirksgeschäftsführer<br />

und Leiter der<br />

Dienste für Kinder des Malteser<br />

Hilfsdienst e. V., Markus<br />

Zobel. „Eine Mutter sagte<br />

einmal zu mir: Ich weiß nie,<br />

was mich erwartet, wenn ich<br />

morgens das Kinderzimmer<br />

betrete“, schildert er. Daher<br />

seien die Eltern unheilbar<br />

kranker Kinder nicht nur<br />

pflegerisch sondern auch seelisch<br />

auf die Unterstützung<br />

der Kinderkrankenpflege angewiesen.<br />

45 größtenteils intensivme-<br />

Impressum<br />

Ostalb Ratgeber<br />

„Gesundheit“<br />

spezial PALLIATIVE CARE<br />

Herausgeber<br />

Ferdinand S. Horcher,<br />

Josef Saum<br />

Der Leiter der Dienste für Kinder des Malteser Hilfsdienst e. V., Markus Zobel, und<br />

die Koordinatorin des Kinderhospizdienstes, Michaela Müller, kümmern sich mit<br />

ihren Teams um die kleinsten Patienten.<br />

dizinisch geschulte Kinderkrankenschwestern<br />

versorgen<br />

rund 20 Kinder mit akuten<br />

oder schweren chronischen<br />

Krankheiten. Ihr Einsatzgebiet<br />

umfasst einen Umkreis<br />

von rund 70 Kilometern rund<br />

um Schwäbisch Gmünd, dem<br />

Hauptsitz der Dienste für<br />

Kinder. Zwischen einer und<br />

manchmal auch 24 Stunden<br />

täglich sind die kleinen Patienten<br />

zu Hause in der pflegerischen<br />

Obhut der Kinderkrankenschwestern.<br />

Ihre Hilfe<br />

reicht von der Grundpflege bis<br />

zu intensivpflegerischen Aufgaben,<br />

wie künstliche Ernäh-<br />

Konzept und Gesamtumsetzung<br />

cross7media GmbH in enger<br />

Zusammenarbeit mit dem<br />

Dezernat Gesundheit und<br />

Verbraucherschutz des Landratsamtes<br />

<strong>Ostalbkreis</strong>.<br />

Redaktion<br />

Angelika Wesner<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

rung, Katheter- und Stomaversorgung<br />

sowie die Pflege<br />

und Überwachung heimbeatmeter<br />

Kinder.<br />

Anschrift<br />

Achalmstr. 28, 73432 Aalen<br />

Tel.: 07367/7480 und 07971/979616<br />

Fax: 07367/7269<br />

info@cross7media.de<br />

www.cross7media.de<br />

Auflage<br />

8.000 Exemplare<br />

Die Palliativpflege und die<br />

Sterbebegleitung sind beim<br />

Kinderkrankenpflegedienst<br />

seit Beginn seiner Arbeit vor<br />

sechs Jahren ein bedeutender<br />

Schwerpunkt. Ziel dieser Einsätze<br />

ist es, die Eltern zu ermutigen<br />

und anzuleiten, damit<br />

die Familie trotz des erkrankten<br />

Kindes ein weitgehend<br />

normales Leben führen kann<br />

oder in der Zeit des Abschieds<br />

Halt findet. Die psychosoziale<br />

Beratung sowie die Vermittlung<br />

und Hilfe bei Behördengängen<br />

gehören ebenfalls zu<br />

den Aufgaben der Dienste für<br />

Kinder. Vor allem für die bürokratischen<br />

Vorgänge fehle<br />

den Familien mit einem sterbenskranken<br />

Kind schlicht die<br />

Kraft, begründet dies Zobel.<br />

Malteser-<br />

Kinderkrankenpflege<br />

Ambulant - Intensiv<br />

Schlachthausstraße 5<br />

73525 Schwäbisch<br />

Gmünd<br />

Tel.: 07171/9265513<br />

www.malteserkinderdienste.de<br />

1 Ostalb Ratgeber cross7media<br />

@<br />

Alle Rechte und Gebrauchsmusterschutz<br />

für Konzept<br />

und Grafik, Umsetzung und<br />

PR-Betreuung liegen bei der<br />

cross7media GmbH.


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Die Leistungsträger<br />

Ambulante Versorgung verbessern<br />

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />

zur Finanzierung<br />

einer ambulanten<br />

Palliativversorgung sind<br />

in Leitlinien definiert<br />

worden. Voraussichtlich<br />

noch in diesem Frühjahr<br />

soll ein umfassendes Versorgungs-<br />

und Kooperationskonzept<br />

in Kraft treten.<br />

Der Gemeinsame Bundesausschuss<br />

Ärzte – Krankenkassen<br />

(G-BA) hat im Dezember 2007<br />

beschlossen, dass schwerstkranke<br />

Patienten, die an ihrem<br />

Lebensende im häuslichen Um-<br />

Der stellvertretende Geschäftsführer<br />

der AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg,<br />

Josef Bühler.<br />

feld oder in einer stationären<br />

Einrichtung gepflegt werden,<br />

im Rahmen der gesetzlichen<br />

Krankenversicherung künftig<br />

Anspruch auf eine bessere Palliativversorgung<br />

haben sollen.<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Pressesprecher Gerhard Heussler<br />

von der Gmünder ErsatzKasse (GEK)<br />

Ein Vertragsarzt kann diese<br />

in der neuen Richtlinie „spezielle<br />

ambulante Palliativversorgung“<br />

(SAPV) definierten<br />

Leistungen verordnen. Auch<br />

Krankenhausärzte haben die<br />

Möglichkeit, für maximal sieben<br />

Tage die SAPV zu verordnen,<br />

wenn sie die Entlassung<br />

der Patienten für möglich halten.<br />

Außerdem, so teilt der<br />

G-BA in einer Presseerklärung<br />

mit, könne ein besonders<br />

qualifiziertes interdisziplinär<br />

zusammengesetztes Palliativ-Care-Team<br />

(PCT) je nach<br />

Bedarf beratend tätig werden,<br />

die Versorgung koordinieren,<br />

mit zusätzlichen Maßnahmen<br />

unterstützen oder diese auch<br />

vollständig übernehmen.<br />

„Die Palliativversorgung wird<br />

Fortsetzung: nächste Seite<br />

18 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Fortsetzung:<br />

Die Leistungsträger<br />

durch diese neuen Richtlinien<br />

verbessert“, ist der stellvertretende<br />

Geschäftsführer der<br />

AOK-Bezirksdirektion Ostalb,<br />

Josef Bühler, überzeugt. Künftig<br />

würden die individuellen<br />

Bedürfnisse jedes einzelnen<br />

Patienten bei den Kassenleistungen<br />

berücksichtigt. Dieser<br />

ganzheitliche Ansatz erfordere<br />

ein enges Zusammenspiel<br />

zwischen den Kassen und den<br />

verschiedenen Leistungsanbietern<br />

– angefangen bei den<br />

Vertragsärzten über die Pflegedienste<br />

bis zu den Krankenhäusern<br />

und Hospizeinrichtungen.<br />

„Im Vordergrund steht<br />

- anstelle eines kurativen, also<br />

heilenden Ansatzes - die medizinisch-pflegerischeZielsetzung,<br />

Symptome und Leiden<br />

einzelfallgerecht zu lindern“,<br />

erläutert der Pressesprecher<br />

der Gmünder ErsatzKasse<br />

GEK, Gerhard Heussler. Zu<br />

klären seien allerdings unter<br />

anderem noch die Leistungsvergütungen<br />

für die ärztliche<br />

und pflegerische Versorgung.<br />

Um alle Maßnahmen sinnvoll<br />

zu koordinieren, sei außerdem<br />

ein vernetztes Arbeiten unter<br />

Berücksichtigung aller therapeutischen,<br />

medizinischen<br />

und pflegerischen Anforderungen<br />

notwendig, so Heussler<br />

weiter.<br />

@<br />

Weitere Internetadressen<br />

zum Thema:<br />

Pflegeführer, zu finden<br />

unter:<br />

www.ostalbkreis.de<br />

www.gesundheitsnetzostalbkreis.de<br />

Kreissparkasse hilft<br />

Die Kreissparkasse Ostalb hat<br />

sich die finanzielle Unterstützung<br />

von sportlichem, kulturell-künstlerischem<br />

und sozialem<br />

Engagement seit jeher<br />

auf die Fahnen geschrieben.<br />

Rund 200 000 Euro pro Jahr<br />

stehen dafür bereit. Etwa<br />

30 000 Euro fließen davon in<br />

den sozialen Bereich, so der<br />

Pressesprecher Holger Kreuttner.<br />

„Wir brauchen kompe-<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

tente Partner“, sagt er im Blick<br />

auf die Auswahl der Organisationen,<br />

die in den Genuss<br />

der Fördermittel kommen.<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 1


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Wichtige medizinische Links<br />

Aalen BrustCentrum<br />

www.ostalbklinikum.de<br />

Allergieinformationen, Pollenkalender<br />

www.allergie-info.de<br />

Brustzentrum Schwäbisch Gmünd<br />

www.klinikum-sgd.de<br />

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte<br />

www.bfarm.de<br />

Bundesministerium für Gesundheit<br />

www.bmg.de<br />

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung<br />

www.bzga.de<br />

Bundesärztekammer<br />

www.bundesaerztekammer.de<br />

Deutsche Schlaganfallhilfe<br />

@www.schlaganfall-hilfe.de<br />

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg<br />

www.dkfz-heidelberg.de<br />

Dino-Online (Deutsche medizinische Suchmaschine)<br />

www.dino-online.de<br />

Informationen für ältere Menschen und<br />

pflegende Angehörige<br />

www.hilfe-und-pflege-im-alter.de<br />

Informationen für ältere und pflegebedürftige Menschen<br />

www.ostalbkreis.de<br />

Kuratorium Deutsche Altenhilfe<br />

www.kda.de<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Mc Kenzie Therapie, Therapie nach Dorn, Kinder- und Jugendpsychiatrie<br />

und Psychotherapie<br />

www.klinik-ellwangen.de<br />

Medivista – Medizinische Suchmaschine<br />

www.medivista.de<br />

Onkologischer Schwerpunkt Ostwürttemberg<br />

www.osp-ostwuerttemberg.de<br />

Psychotherapeutische Medizin Ostalb-Klinikum Aalen<br />

www.psychosomatik-aalen.de<br />

Reha- und Vorsorgeeinrichtungen<br />

www.rehakliniken.de<br />

Selbsthilfegruppen des ostalbkreises<br />

www.hilf-dir-selbst.com<br />

WHO – World Health Organization<br />

www.who.int/en/<br />

Öffentlicher Gesundheitsdienst Baden-Württemberg<br />

www.gesundheitsamt-bw.de<br />

20 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Hilfsaktion für Sabit Köse<br />

Neues Lebensglück mit neuen Armen<br />

Für den Türken Sabit Köse aus<br />

der Aalener Partnerstadt Antakya<br />

hat ein neuer Lebensabschnitt<br />

begonnen. Dank einer<br />

privaten Spendenaktion durch<br />

Aalener Bürger bekam er zwei<br />

neue Armprothesen und hat<br />

dadurch ein großes Stück<br />

Selbstständigkeit und Lebensqualität<br />

zurück gewonnen.<br />

Das Schicksal meinte es mit<br />

Sabit Köse in der Vergangenheit<br />

nicht immer gut: Nach<br />

einem Starkstromschlag verlor<br />

der junge Mann vor mehr<br />

als zehn Jahren beide Arme.<br />

Zwar bekam er Prothesen,<br />

doch wurden diese bei einem<br />

Hochwasser zerstört. Im vergangenen<br />

Jahr begegnete<br />

eine Aalener Reisegruppe dem<br />

schwer behinderten Türken in<br />

Antakya. Hilde Saup, Nicola<br />

Schindler, Tobias Funk, Uli<br />

Riegel und Clemens Gold entschlossen<br />

sich spontan, eine<br />

Spendenaktion für den Mann<br />

aus der Aalener Partnerstadt<br />

zu initiieren. Sabit Köse sollte<br />

neue Armprothesen bekommen,<br />

um endlich wieder ein<br />

weitgehend selbstständiges<br />

Leben führen zu können. Ihr<br />

Engagement hatte Erfolg:<br />

Heute kann der 34-Jährige<br />

wieder ohne Hilfe essen, trinken<br />

oder telefonieren. Ralph<br />

Weyda, Geschäftsführer des<br />

Aalener Gesundheitshauses<br />

Schad, hat zusammen mit<br />

seinem Mitarbeiter, dem Orthopädiemechaniker<br />

Alfred<br />

Kaiser, die Armprothesen zum<br />

Selbstkostenpreis maßgefertigt.<br />

Bereits einen Tag nach<br />

dem Gipsabdruck beider Armstümpfe<br />

konnte Sabit Köse die<br />

Prothesen anprobieren. Die<br />

exakte Anpassung der Hilfsmittel<br />

bereitete Ralph Weyda<br />

zunächst noch Kopfzerbrechen:<br />

Weil Sabit Köses Oberarmstümpfe<br />

extrem kurz sind,<br />

sei es sehr schwierig gewesen,<br />

mit der Hilfe des Computers die<br />

exakten Muskelkontraktionspunkte<br />

zu finden, erinnert sich<br />

Weyda. Bei der Bewegung oder<br />

Anspannung der Restmuskulatur<br />

entsteht eine elektrische<br />

Spannung, die zwischen zehn-<br />

Von Angelika Wesner<br />

und hundertmillionstel Volt<br />

besteht. Kleine Elektroden<br />

messen diese myoelektrischen<br />

Signale an der Hautoberfläche<br />

und setzen sie in gezielte Bewegungen<br />

um. Die Prothesen<br />

werden über Rückengurte an<br />

den Armstümpfen fixiert. Sabit<br />

Köse habe sehr rasch gelernt,<br />

mit seinen neuen Armen<br />

umzugehen, freut sich Weyda.<br />

Er könne bereits die Hände<br />

öffnen und schließen. Das<br />

rechte Handgelenk lasse sich<br />

außerdem nach links und nach<br />

rechts drehen. Dadurch sei es<br />

Köse nun möglich, sich selbst<br />

ein Glas Wasser einzuschenken<br />

oder ohne fremde Hilfe<br />

Türen auf- und zuschließen,<br />

erklärt der Geschäftsführer.<br />

Hände und Ellenbogen der<br />

Prothese hat Weyda als Fertigteile<br />

bei einem speziellen<br />

Hersteller geordert. Die Teile<br />

kosten rund 19 500 Euro, die<br />

durch die Spenden- und Hilfsaktion<br />

der Aalener Bürger zusammen<br />

gekommen sind. Im<br />

Gesundheitshaus Schad wur-<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

den die Ober- und Unterarme<br />

auf Kosten des Unternehmens<br />

angefertigt. Fußballfan Sabit<br />

Köse wählte als Design das<br />

Emblem des Istanbuler Fußballclubs<br />

Fenerbahce Spor.<br />

Nach einem fröhlichen Empfang<br />

im Aalener Rathaus, bei<br />

dem ein freudig strahlender<br />

Sabit Köse seine neuen Arme<br />

präsentierte und allen Helfern<br />

und Spendern dankte, ist<br />

er wieder in seine türkische<br />

Heimat zurück gereist. In der<br />

Zwischenzeit habe er sogar<br />

schon einen Job gefunden,<br />

berichtet Ralph Weyda. Sabit<br />

Köse erledigt Botendienste für<br />

seine Heimatstadt Antakya.<br />

Eine solche Tätigkeit war für<br />

den jungen Mann bisher undenkbar<br />

gewesen.<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 21


Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Frauenklinikum Aalen<br />

eröffnet eigenes Beckenbodenzentrum<br />

Chefarzt Dr. Gnauert setzt schonende und nachhaltige Therapieverfahren ein<br />

Inkontinenz- und Senkungs-<br />

Beschwerden haben einen<br />

erheblichen Einfluss auf die<br />

Lebensqualität von betroffenen<br />

Frauen. Aus diesem<br />

Grund erweitert die Frauenklinik<br />

des Ostalb-Klinikum<br />

Aalen sein Leistungsangebot,<br />

um diesen Frauen zukünftig<br />

noch besser helfen zu können.<br />

Im Sommer 2008 nimmt in<br />

der Frauenklinik am Ostalb-<br />

Klinikum Aalen ein eigenes<br />

Beckenbodenzentrum<br />

die Arbeit auf. Patientinnen<br />

mit Beckenboden- und Inkontinenzproblemen<br />

finden<br />

in der Aalener Klinik unter<br />

der Leitung von Chefarzt Dr.<br />

Karsten Gnauert kompetente<br />

Ansprechpartner und wirksame<br />

Unterstützung.<br />

Gisela S. aus Nördlingen litt<br />

jahrelang an einer Blasenschwäche.<br />

Heben, Tragen,<br />

Husten, Niesen oder Lachen<br />

reichten aus, um unkontrollierten<br />

Urinabgang<br />

auszulösen. „Es wurde immer<br />

schlimmer“, erzählt sie<br />

rückblickend. „Irgendwann<br />

konnte ich nur noch mit Einlagen<br />

aus dem Haus gehen.<br />

Und trotzdem schwappte immer<br />

wieder was raus.“ Wie<br />

ihr geht es schätzungsweise<br />

etwa zehn Millionen Menschen<br />

– zwei Drittel von ihnen<br />

Frauen. Genaue Zahlen<br />

gibt es nicht, da die Erkrankung<br />

immer noch weitgehend<br />

tabuisiert wird. Gisela<br />

S. hat ihre Scham überwun-<br />

den – und wurde mit schonendenBehandlungs-Methoden<br />

geheilt.<br />

Moderne Medizin bietet<br />

nachhaltige Heilung<br />

Nicht nur bei ihr lohnt sich der<br />

Weg zum Gynäkologen, denn<br />

dank moderner Therapieverfahren<br />

sind viele Probleme<br />

dauerhaft heilbar. Das Team der<br />

Frauenklinik Aalen bietet in<br />

interdisziplinärer Zusammenarbeit<br />

mit niedergelassenen<br />

Gynäkologen, Chirurgen,<br />

Urologen und Hausärzten alle<br />

www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Dr. med Karsten Gnauert, Chefarzt<br />

Frauenklinik<br />

dafür erforderlichen Kompetenzen<br />

und Therapiemöglichkeiten.<br />

„Nach dem Ausbau<br />

unserer Urodynamik bis Juni<br />

2008 können wir den Betroffenen<br />

umfassende Unterstützung<br />

anbieten: angefangen<br />

von modernster Diagnostik<br />

wie Blasendruckmessung und<br />

Harnblasen- Sonographie bis<br />

hin zur gesamten Bandbreite<br />

möglicher Therapieansätze“,<br />

erläutert Oberarzt Dr. Stimmer.<br />

Dazu gehören für ihn selbstverständlich<br />

auch die neueste<br />

Generation spannungsarmer<br />

Scheidenbänder (TVT = Tension-Free<br />

Vaginal Tape) sowie<br />

Netzimplantate bei Beckenbodensenkungen.<br />

In zwanzig Minuten von jahrelangem<br />

Leid befreit<br />

Das Leiden von Gisela S. wurde<br />

in einer nur zwanzigminütigen<br />

Operation unter örtlicher<br />

Betäubung beendet: Dr.<br />

Stimmer setzte ihr dabei ein<br />

fast spannungsloses, nur noch<br />

acht Zentimeter langes TVT-<br />

Bändchen ein. Unterstützt<br />

von dem Bändchen erfüllt die<br />

zuvor durchhängende Harnröhre<br />

jetzt wieder ihre Funktion.<br />

Nach wenigen Tagen war<br />

Gisela S. wieder zuhause und<br />

konnte ohne Komplikationen,<br />

Einschränkungen oder sichtbare<br />

Narben wieder voll in<br />

ihren Alltag einsteigen. „Ich<br />

habe ein ganz neues Lebensgefühl“,<br />

sagt die Mutter zweier<br />

Kinder, „Endlich kann ich<br />

wieder walken und wie früher<br />

stundenlang spazieren gehen.“<br />

Das neue Lebensgefühl wird<br />

aller Voraussicht nach lange<br />

halten, denn die Heilungsraten<br />

liegen bei über 95 Prozent.<br />

Auch TVT-O-Verfahren sowie<br />

Netzimplantate bei Beckenbodensenkungen<br />

Einigen Frauen bieten die<br />

Ärzte des Beckenbodenzentrums<br />

auch die TVT-Variante<br />

TVT-O an. Das Band ist länger<br />

und wird anders geführt. Die<br />

Erfolgsrate liegt hier bei ähn-<br />

Dr. med Gnauert, Professor Kleber, Professor Siech und Dr. med. Meiborg<br />

(vo. li. na. re.) Fortsetzung: nächste Seite<br />

22 Ostalb Ratgeber cross7media


www.gesundheitsnetz-ostalbkreis.de<br />

Fortsetzung:<br />

Frauenklinik Aalen eröffnet<br />

eigenes Beckenbodenzentrum<br />

lich hoch. Auch bei Senkungsbeschwerden<br />

durch erschlaffte<br />

Beckenbodenstrukturen<br />

können Dr. Gnauert und sein<br />

Team mit Netzimplantaten aus<br />

einem synthetischen, nicht<br />

vom Körper abbaubaren, elastischen<br />

Faden wirksam helfen.<br />

Das Netz übernimmt die<br />

Funktion der erschlafften<br />

Bandstrukturen des Beckenbodens<br />

und gibt sowohl dem<br />

Gewebe als auch den Organen<br />

im Beckenboden wieder Halt.<br />

Neben einer Heilungsrate von<br />

über 90 Prozent sogar bei<br />

hochgradigen Senkungen bietet<br />

das schonende Verfahren<br />

den Patientinnen weitere Vorteile.<br />

Dazu gehören eine sofortige<br />

Erfolgskontrolle, eine<br />

extrem kurze Operationszeit,<br />

Dr. Hans Stimmer und Asistenzärztin Dr. Katja Nichterlein bei einer Blasendruckmessung.<br />

Moderne Techniken ermöglichen eine genaue Diagnose<br />

die Vermeidung einer Bauchoperation<br />

sowie der Erhalt der<br />

Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr.<br />

Suchen Sie fachkundige Hilfe!<br />

„Ich rate allen betroffenen<br />

Frauen, zu ihrem Frauenarzt<br />

zu gehen“, gibt Gisela S. anderen<br />

Frauen mit auf den Weg.<br />

„Lassen sie sich untersuchen<br />

und beraten. Es lohnt sich,<br />

denn die zurück gewonnene<br />

Lebensqualität ist so wichtig.<br />

„Unsere Patientinnen sind<br />

hoch zufrieden. Sie gewinnen<br />

die Kontrolle über ihren<br />

Körper zurück und können<br />

sich wieder unbeschwert und<br />

schmerzfrei bewegen“, meint<br />

Ostalb<br />

Ratgeber GESUNDHEIT<br />

Dr. Gnauert. Das sollte Ansporn<br />

genug sein, Inkontinenzbeschwerden<br />

nicht als<br />

Alterungserscheinung abzutun,<br />

sondern als ernsthafte,<br />

aber heilbare Erkrankung anzusehen<br />

– mit der sie keineswegs<br />

allein sind.<br />

@<br />

Frauenklinik und Beckenboden-Zentrum<br />

Aalen<br />

Chefarzt<br />

Dr. med. K. Gnauert und<br />

Oberarzt<br />

Dr. med. H. Stimmer<br />

Ostalb- Klinikum Aalen<br />

Beratung und Sprechstundenvereinbarung<br />

unter:<br />

Tel.: 07361/55 1401<br />

www.ostalb-klinikum.de<br />

cross7media Ostalb Ratgeber 2

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!