FREIWILLIG

rleinf

naturfreundin_3-16

FLÜCHTLINGSHELFER

Holger Scharre (68) & Heiner Hollatz (72), Ahrensburg

Holger Scharre und Heiner Hollatz, beide pensionierte Lehrer, haben mit dem „Freundeskreis

Flüchtlinge“ – unterstützt von der AWO – eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge und

Bedürftige gegründet. Viele Fahrräder wurden gespendet. Und die Werkstatt wurde ein

beliebter Treffpunkt. Inzwischen gibt es sechs deutsche „Schrauber“ und vier bis sechs

mithelfende Flüchtlinge. Es wurden 360 Räder ausgegeben, mittlerweile ist aber die Reparatur

das „Hauptgeschäft“. Dabei ist Hilfe zur Selbsthilfe angesagt: „Wir zeigen unseren

‚Kunden‘, wie sie ihr Rad selbst reparieren können“, sagt Heiner.

Die Anleiter investieren bis zu acht Stunden in der Woche. Warum? „Die vielen

schrecklichen Nachrichten erdrücken einen manchmal“, sagt Holger. „Da fanden wir es

wichtig, an einem Ende mal im Kleinen anzufangen.“c

ECKART KUHLWEIN

www.awo-ahrensburg.de

der Engagierten

wöchentlich

für ihr Engagement

ein

– Tendenz steigend.

Dagegen

engagieren sich

nur noch 18 Prozent

wöchentlich für

sechs und mehr Stunden

– Tendenz sinkend.

Freiwillige wollen gehegt

und gepflegt werden. Sie wollen,

dass ihre Arbeit wertgeschätzt und anerkannt

wird – und das am besten individuell und passgenau.

In einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stifung

zum Freiwilligen-Engagement

heißt es: „Der Einkaufsgutschein verdrängt die

Jubilars- und Ehrennadeln genauso wenig wie

den Blumenstrauß. Freiwillige engagieren sich

aus jeweils ganz unterschiedlichen Motiven

heraus, so dass dementsprechend unterschiedliche

Anerkennungsinstrumente

notwendig sind.“ Das heißt aber

auch, dass Organisationen einen

Dialog mit ihren Freiwilligen führen

müssen, um deren Erwartungen

und Bedürfnisse erkennen

zu können.

Genauso gehört dazu, attraktive

Engagementangebote

zu entwickeln, bei denen

Engagement auch ohne

Mitgliedschaft möglich

ist, ein Ansprechpartner

für Freiwillige verfügbar

ist und die Entwicklungsund

Fortbildungsmöglichkeiten

für Freiwillige

bieten.

Gerade die Relevanz

eines

kompetenten

Ansprechpartners

wird von

Verbänden unterschätzt.

Die Organisationen,

in denen es

Ansprechpartner für Engagierte

gibt, profitieren von

hohen Freiwilligenquoten. Laut

Freiwilligensurvey sind

zwei Drittel aller

Engagierten

in

FREIWILLIGE VON HEUTE WOLLEN

Verbänden tätig, in denen es solche Ansprechpartner

gibt. Interessanterweise ist in ländlichen

Regionen die freiwillige Bereitschaft größer als

in städtischen Gebieten. Höher Gebildete engagieren

sich mehr als Personen mit niedrigem

Bildungsgrad. Während sich 52,3 Prozent aller

Menschen mit weitergehendem Schulabschluss

für das Gemeinwohl freiwillig einsetzen, waren

es nur 28,3 Prozent der Personengruppe mit weniger

Bildung.

Anders als landläufig vermutet, ist die Einsatzbereitschaft

der Deutschen hoch: Jeder Zweite

derzeit Nicht-Engagierte gab an, sich zukünftig

freiwillig einsetzen zu wollen. Organisationen

sollten für diese Gruppe ein professionelles System

der Engagierten- und Betreuung aufbauen.

Bei Wilko Akkermann war das offensichtlich der

Fall. Er sagt: „Meine Entscheidung, nach Borkum

zu gehen, habe ich keinen

Tag bereut.“c

KAROLIN BRÜSSAU

aaSpaß und Freude bei ihrem Engagement haben

aamit interessanten Menschen zusammenkommen

aamit ihrem Engagement etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun

aaihre Kompetenzen in das Engagement mit einbringen, Aufgaben selbst gestalten, Verantwortung

übernehmen, beteiligt werden und aktiv an der Entwicklung der Organisation

mitwirken

aaMöglichkeiten für projektorientierte und Kurzzeit-Engagements geboten bekommen

aaweniger über Verbandszugehörigkeit, sondern über Themen begeistert werden

aasich nicht sofort und lebenslang an eine Organisation binden

QUELLE: „FREIWILLIGEN-ENGAGEMENT PROFESSIONELL GESTALTEN“

FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG; 2013, 3. AUFLAGE; SEITE 4

3-2016 NATURFREUNDiN SEITE 5

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine