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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

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Das Projekt zur Nicht-Förderung des Erdöls begann sich wieder zu konsolidieren,

als im Juli 2008 eine neue Verhandlungskommission zusammentrat.

Der Schritt stellte die Überwindung einer recht schwierigen Etappe ohne praktische

Entscheidungen dar. Die neue Kommission formulierte in einem konkreten

Programm den Willen, das Erdöl der ITT -Region nicht auszubeuten.

Es wurden Kampagnenaktivitäten erarbeitet und durchgeführt, vor allem im

Ausland, auch dank der fi nanziellen Unterstützung durch die deutsche GTZ

und die Technische Entwicklungszusammenarbeit Spaniens.

Einige Monate darauf, im Dezember 2008, wurde die Initiative durch die Ernennung

eines dem Anliegen verpfl ichteten Außenministers deutlich gestärkt.

Später, im Februar 2009, wurde schließlich ein unbefristeter Zeitrahmen für

die Akquise der erforderlichen Mitt el festgelegt und der Außenminister mit

der Fortführung der Aktivitäten betraut. Die Entscheidung für diesen unbefristeten

Zeitraum war von besonderer Bedeutung, da sie die permanente

Unsicherheit durch die vom Präsidenten immer wieder neu ausgegebenen

unvorhersehbaren Fristen beendete. Und die Initiative benötigte für ihre Entwicklung

vor allem Raum und Zeit.

Im Jahr 2010 formulierte die ecuadorianische Regierung schließlich, welchem

Zweck die Renditen aus dem Treuhandfonds dienen sollten, der für die

Nicht-Ausbeutung des ITT -Gebiets eingerichtet wurde und der von der UNO

kontrolliert werden soll. Es wurden fünf Ziele festgehalten: Transformation des

Energiemodells durch Entwicklung des Potenzials der in Ecuador verfügbaren

alternativen Energiequellen, Bewahrung der Schutzgebiete, Wiederauff orstung,

nachhaltige soziale Entwicklung insbesondere in der Amazonasregion

sowie Investitionen in technologische Forschung.

Bei den Untersuchungen zur Abschätzung der durch diesen Vorschlag im

Vergleich zur Erdöl-Förderung erwarteten Gewinne, stellten sich ermutigende

Ergebnisse ein. Selbst wenn man die enormen ökologischen und sozialen Kosten

der Erdölförderung und die großen Vorteile, die Ecuador aus der Umsetzung

dieses revolutionären Vorschlags entstehen würden, außer acht lässt, ist

die Option der Nicht-Förderung einträglicher als die Ausbeutung. Mehr noch,

es würde ein Szenario entstehen, von dem (fast) alle profi tieren, Ecuador wie

der Rest der Internationalen Gemeinschaft .

Die von der Regierung nach der Bildung der neuen Kommission initiierten/

ausgeführten Tätigkeiten wurden positiv aufgenommen. Die Tragfähigkeit des

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