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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

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weise armen Länder ohne Gegenleistung auf wirtschaft liche Entfaltungsmöglichkeiten

verzichten“, womit sie ebenfalls für einen fi nanziellen Beitrag der

Bundesrepublik plädierte. Auch die Linkspartei unterstützte den Antrag, der

im Bundestag schließlich einstimmig angenommen wurde. Als 2009 der ecuadorianische

Außenminister Fander Falconí den deutschen Bundestag über

den Stand der Initiative informierte, sicherten alle Bundestags-Parteien dem

Yasuní-Projekt weiterhin ihre Unterstützung zu. Von der großen Koalition waren

dem Projekt jährlich 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.

Es gab allerdings noch viele Fragen bezüglich der konkreten Umsetzung, die

in einen ausgedehnten Briefwechsel zwischen der deutschen und der ecuadorianischen

Regierung mündeten. Viel Zeit sollte auch von ecuadorianischer

Seite vergehen, bis der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen

(UNDP) zu verwaltende Fonds im August 2010 schließlich eingerichtet und

die entsprechenden Regularien offi ziell gemacht wurden. Anstatt der Initiative

seinen vollen politischen Rückhalt zu geben, setzte der ecuadorianische

Präsident Rafael Correa immer wieder Fristen, verbunden mit der Drohung,

wenn bis dahin keine Finanzzusagen in ausreichender Höhe eingegangen seien,

werde das Öl im Yasuní doch gefördert. Man kann darüber streiten, ob dieser

anhaltende politische Druck der Initiative mehr genutzt oder ihr vielmehr

geschadet hat, weil er bei potentiellen Geber_innen Zweifel an der Nachhaltigkeit

des ecuadorianischen Vorschlags weckte.

Nicht nur in der ecuadorianischen Bevölkerung – die laut Meinungsumfragen

mit großer Mehrheit eine Ausbeutung des Öls im Yasuní ablehnt – hatt e

die Initiative eine große Ausstrahlungskraft . Auch in der deutschen Zivilgesellschaft

begannen zahlreiche Organisationen, Institutionen und Initiativen,

sich für den Erhalt des Yasuní zu engagieren, darunter BUND, Klimabündnis,

Klimaallianz Deutschland, die Stadt Hannover, Rett et den Regenwald e.V.,

das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika (FDCL),

Deutscher Naturschutzring und andere mehr schlossen sich in einem Netzwerk

zusammen (www.saveyasuni.eu), um für die deutsche Unterstützung

für das Projekt zu werben und die Politik hierin kritisch zu begleiten. Später

wurden von dem Netzwerk auch private Unterschrift en- und Spendenkampagnen

für Yasuní durchgeführt, die auf ein unerwartet positives Echo seitens

der Bevölkerung stießen, sowie Aktionen an Schulen, in Betrieben und auf der

Straße. Das Netzwerk wird zudem von Prominenten wie Heiner Geißler, Frank

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