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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

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Der Durban Group for Climate Justice zufolge ist REDD als Instrument

zum Klimaschutz nicht geeignet, da es nicht zum prioritären Inhalt hat, fossile

Treibstoff e ungefördert im Boden zu lassen, sondern im Gegenteil den industrialisierten

Ländern eine Lizenz zum Weiterverschmutzen gibt, indem sie

über REDD Verschmutzungsrechte erwerben können. REDD diene vielmehr

der weiteren festen Verankerung des Verbrauchs von fossilen Brennstoff en –

der Hauptursache der Klimakrise – und versäume es zugleich, die Zukunft der

Wälder und die Rechte der indigenen Völker und waldabhängigen Gemeinschaft

en über ihre Territorien und ihr Wissen über den Wald zu gewährleisten.

Was bei REDD unhinterfragt bleibe sei, dass das hohe Konsumniveau und der

extreme hohe Rohstoffb edarf in den nördlichen Industrieländern wichtige Ursachen

der Entwaldung im Süden sind. Insofern sei REDD ein Mechanismus,

der es den nördlichen Industriestaaten erlaube, wie gewohnt weiterzumachen

und Emissionsreduzierungen zuhause zu vermeiden.

„Die neuen Verschmutzungslizenzen, die durch REDD generiert werden

sollen, sind in einer Art und Weise konzipiert, die die einzige funktionsfähige

Lösung des Klimawandels blockieren: Öl, Kohle und Gas müssen in der

Erde bleiben. Wie die Emissionszertifi kate, die durch den Clean Development

Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls generiert werden, sind sie nicht

dafür vorgesehen, irgendeinen Nett ogewinn für das Klima zu erreichen, sondern

lediglich dafür, den exzessiven fossilen Brennstoff verbrauch woanders

zu kompensieren. In Wirklichkeit schaff en sie es nicht einmal, dieses Nullsummenspiel

zu erfüllen. Wie die CDM-Zertifi kate verschlimmern sie den

Klimawandel, indem sie industrialisierten Ländern und deren Firmen Anreize

schaff en, die Durchführung eines umfassenden strukturellen Wandels von

fossiler Energie abhängigen Systemen der Produktion, des Verbrauchs und des

Transports, den das Klimaproblem verlangt, zu verzögern. Sie verschwenden

jahrelang wertvolle Zeit, die die Welt nicht mehr hat.” 2

Pikant ist darüber hinaus, dass die UN in ihrer Defi nition von schützenswertem

Wald keinen Unterschied macht zwischen gepfl anzten Monokulturen wie

Palmöl-, Eukalyptus- oder Teakplantagen und mega-biodiversem Primärwald

– schließlich enthalte beides gleichermaßen Kohlenstoff – und REDD damit

2 Siehe: www.pro-regenwald.de/news/2010/02/07/Fundamentalkritik_an

(Zugriff : 01.02.2012).

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