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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

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und letztlich Armut geschaff en anstatt bekämpft wird. Kollektive Landrechte

sind im Zeitalter der Privatisierung, der Landnahme und der Spekulation mit

Agrarböden das letzte Bollwerk gegen die kapitalistische Durchdringung.

Ende 2011 erfreute die ecuadorianische Chef-Unterhändlerin des Yasuní-

Projekts, Ivonne Baki, die internationale Gemeinschaft mit einer guten Nachricht:

Die von Präsident Correa gesetzte Mindestsumme von 100 Millionen

US-Dollar bis 31.12.2011 sei erreicht, der Nationalpark Yasuní somit vorerst

vor der Ölförderung gerett et. Überraschend war allerdings die Nennung eines

deutschen Beitrags in Höhe von knapp 47 Millionen US-Dollar als Teil

der Gesamtsumme. Hatt e Dirk Niebel sich doch noch überzeugen lassen?

Immerhin war im Oktober 2011 eine parteiübergreifende Delegation von

Bundestagsabgeordneten in den Yasuní gereist, um die deutsche Unterstützung

für das Projekt wiederzubeleben. Der Entwicklungsminister bestritt allerdings

umgehend, jemals Geld für den Yasuní-Treuhandfonds zugesagt zu

haben (amerika 21 2011). Klarheit gab erst Wochen später ein Schreiben der

parlamentarischen Staatssekretärin Gudrun Kopp an die Mitglieder des Ausschusses

für wirtschaft liche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag.

Es sei beschlossen worden, „das bereits bestehende entwicklungspolitische

Engagement im Bereich Biodiversität und Schutz und nachhaltige Nutzung

natürlicher Ressourcen in Ecuador zu erweitern und auf die Yasuní-Region

auszuweiten.” Zugesagt wurde ein von Umwelt- und Entwicklungsministerium

anteilig fi nanzierter Gesamtbetrag von 24,5 Millionen Euro, mit denen der

Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenschutz der deutschen Entwicklungshilfe

für Ecuador aufgestockt werden soll. Die genaue Verwendung der Mitt el soll

erst anlässlich der letzten Runde der diesbezüglichen Verhandlungen zwischen

der ecuadorianischen und der deutschen Regierungen im März 2012 festgelegt

werden. Klar ist jedoch bereits, dass das Geld ganz im Sinne von Minister

Niebel in REDD-Projekte wie das Programm „Socio Bosque” fl ießen soll.

Wieder einmal hat also der globale Norden, vertreten durch die Bundesrepublik

Deutschland, dem Süden seine Bedingungen aufoktroyiert. Der ecuadorianischen

Regierung blieb in einem Wahlkampfj ahr wie 2012 wenig anderes

übrig, als den deutschen Beitrag, ohne den die 100-Millionen-Dollar-Marke

bei weitem verfehlt worden wäre, zu den gesetzten Bedingungen zu akzeptieren.

Andernfalls hätt e sie mit der Ölförderung beginnen müssen – eine extrem

unpopuläre Maßnahme. Wieder einmal hat die Marktlogik über die Alterna-

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