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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

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dank der Zollbefreiung in Europa wesentlich billiger als heimische Alternativen

wie etwa Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen (Beste & Boeddinghaus

2011: 7 ff .).

Zu den Hauptanbaugebieten von Soja zählt Südamerika 8 . Der sogenannte

Sojagürtel umfasst Teile von Brasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien und

Uruguay und erstreckt sich insgesamt auf über 40 Millionen Hektar 9 .

Ein Großteil der in Südamerika angebauten Soja ist heute genmanipuliert.

Argentinien war 1996 das Einfallstor für den US-amerikanischen Biotech-

Konzern Monsanto, um den Anbau gentechnisch veränderter (modifi zierter)

Organismen (GMO) in der Region zu etablieren. Von dort aus verbreitete sich

das Gen-Soja in die Nachbarländer. Fast die gesamte in Argentinien angebaute

Soja ist Monsantos „Roundup Ready“, das gegen das gleichnamige Herbizid

(überwiegend Glyphosat) resistent ist, welches ebenfalls von Monsanto geliefert

wird (Grain 2007: 16ff .). Der Einsatz von Herbiziden ist seit der Einführung

von Gen-Soja drastisch gestiegen. Wurde bei der konventionellen Soja

zuvor gut ein Liter Glyphosat pro Hektar verwendet, sind es nun bis zu über

20 Liter (Rulli 2007: 29). Im Jahr 2008 wurden in Argentinien etwa 200 Millionen

Liter Roundup Ready verbraucht; 1996, vor der Einführung des Gen-

Sojas, waren es hingegen nur 13,9 Millionen. Dieses vernichtet alles außer der

Sojapfl anze selbst. Für europäische Konsument_innen ist nicht ersichtlich,

ob ein Tier mit Gen-Soja gefütt ert wurde. Eine Kennzeichnungspfl icht für

Fleisch oder Milch gibt es nicht.

Vom Sojaanbau profi tieren fast ausschließlich Großunternehmen. Während

vor Ort oft das lokale Agrobusiness und die sogenannten Sojabarone das Sagen

haben, kontrollieren internationale Konzerne den Großteil des Geschäft s.

Die Unternehmen, die (genmanipuliertes) Saatgut verkaufen, sind häufi g dieselben,

die auch die für den erfolgreichen Anbau der Monokulturen erforderlichen

Pestizide und Herbizide anbieten (Rulli 2007: 23).

8 Die größten Produzenten sind die USA, Brasilien, Argentinien, China, Indien

und Paraguay. Heute werden drei Viertel der weltweiten Sojaproduktion auf dem

amerikanischen Kontinent hergestellt. Allein Brasilien produziert ein Viertel der

weltweiten Soja.

9 Zum Vergleich: Die Gesamtfl äche der Bundesrepublik Deutschland beträgt knapp

36 Millionen Hektar.

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