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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

vor massiven Problemen, da es mit der privaten Konkurrenz weder im Bezug

auf die Produktivität, noch beim Wett bewerb um Fachkräft e mithalten kann 3

(Kaup 2010: 132).

Der größte Erfolg der Regierung Morales dürft e die Neuverhandlung der

Verträge mit den Gas- und Erdöl fördernden Unternehmen sein, bei denen

vor allem die Preise des nach Brasilien und Argentinien exportierten Gases

stark erhöht wurden. Vor allem aber wurde die Abgabenlast für die Unternehmen

erhöht, die bei größeren Gasfeldern bei insgesamt 82 Prozent liegt (ebd.:

129).

Ecuador: Neue Rohstoff politik mit visionären Vorschlägen

Genau wie in Bolivien setzte auch in Ecuador mit der durch den Verfall der

Erdölpreise ausgelösten Wirtschaft skrise 1982 eine neoliberale Wende in der

nationalen Politik ein. Auch in Ecuador wurde die ganze Bandbreite neoliberaler

Strukturanpassungsprogramme – von Sozialkürzungen bis zu Privatisierungen

– angewandt (Merino 2011: 7). Diese Politik wurde auch in den

1990er Jahren weiter fortgeführt und auf den Erdölsektor ausgeweitet. Schon

1989 wurde der staatliche ecuadorianische Erdölkonzern CEPE in „Petroecuador“,

ein Konsortium aus verbundenen, aber voneinander unabhängigen

Firmen, umgewandelt. Im Jahr 1992 lancierte der damalige Präsident Sixto

Durán Ballén ein Programm der „apertura petrolera“ (Öff nung der Ölindustrie

für private Investoren), das Steuer- und Zollsenkungen sowie Subventionen

für Erdölförderung beinhaltete und scharfe Kritik der Gewerkschaft en hervorrief

(Perreault 2010: 693).

Besondere Bedeutung in der neoliberalen Politik der 1990er hatt en die

fortgesetzten Versuche der ecuadorianischen Regierungen, die Hauptpipeline

SOTE, die die Ölfelder im ecuadorianischen Amazonasgebiet mit dem

pazifi schen Ozean verbindet, zu privatisieren. Die traditionell starke und vor

allem kritische Gewerkschaft sbewegung innerhalb von Petroecuador leistete

dagegen sehr starken Widerstand, der von der Bevölkerung mehrheitlich unterstützt

wurde (ebd.).

Dies bedeutete allerdings noch kein Ende neoliberaler Politiken, die während

3 Die vorher privatisierten Unternehmen wurden allerdings nicht enteignet, sondern

wie bei einer feindlichen Übernahme zurückgekauft .

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