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Der Neue Extraktivismus

die Säuglingssterblichkeit verringert werden sollen. Werdende Mütt er erhalten

jeweils 50 Bolivianos für die Vornahme von vier vorgeburtlichen Untersuchungen,

120 Bolivianos für die Geburt und 125 Bolivianos für jeden

Arztbesuch bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes. Für den Erhalt der Unterstützung

müssen die Mütt er die geforderten Besuche nachweisen.

Armut und Ungleichheit

Aktuelle Daten zur Armut in Bolivien liegen nur bis 2007 vor. Seit 2005 hat es

hier kaum Veränderungen gegeben, sie stieg im Zeitraum 2005 bis 2007 um

0,5 Prozent. Auch die extreme Armut ist um einen Prozentpunkt angestiegen.

Diese Zahlen berücksichtigen jedoch nicht die verbesserten Zugangsmöglichkeiten

zu öff entlichen Dienstleistungen, etwa im Gesundheits- oder

Bildungsbereich. Auch die Folgen der Ausweitung der oben beschriebenen

Programme im Jahr 2008 sind nicht enthalten. Bei der Verbesserung der Lebensqualität

für die Haushalte ist vor allem der breitere Zugang zu elektrischem

Strom zu nennen: Heute verfügen 80,2 Prozent der Haushalte über

Strom, ein Zuwachs um fast 12 Prozent gegenüber ehemals 68,3 Prozent.

Der Anteil der Haushalte mit Abwasserentsorgung stieg von 45,9 auf 50,8

Prozent, der Zugang zu fl ießendem Wasser stieg nur geringfügig.

Angesichts der Mitt el, die die Regierung in den letzten Jahren anhäufen

konnte, gibt es noch deutlichen Spielraum für weitere Anstrengungen auf

dem Gebiet der Armutsbekämpfung. Durch die oben beschriebenen Programme

wurde ein beachtenswerter Anfang gemacht, sie müssen jedoch

noch ausgeweitet werden. Ein Anteil extremer Armut von 37,7 Prozent,

selbst wenn dieser in den letzten beiden Jahren etwas gesunken ist, ist immer

noch sehr hoch. Extreme Armut beinhaltet, dass kein regelmäßiger Zugang

zu lebensnotwendigen Dingen besteht: zum Beispiel haben etwa 28 Prozent

der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser und 24 Prozent der Kinder

unter drei Jahren sind unterernährt. Die Einrichtung von Programmen zur

Verteilung subventionierter Lebensmitt el scheint dringend geboten, was im

Jahr 2008 teilweise umgesetzt wurde, als die Lebensmitt elpreise in die Höhe

schnellten. Es muss jedoch noch viel mehr getan werden, vor allem in ländlichen

Gebieten – 40 Prozent der bolivianischen Bevölkerung ist immer noch

in der Landwirtschaft tätig. Einige Entwicklungsziele können nur mitt el-

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