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Eine Debatt e über die Grenzen des Rohstoff modells in Lateinamerika

Der Neue Extraktivismus

Die aktuelle Debatt e über Rohstoff abhängigkeit

und Entwicklung in Lateinamerika

Seit der Eroberung basiert die Ökonomie Lateinamerikas auf der Ausbeutung

weniger Rohstoff e, deren Nutzung im Lauf der Geschichte maßgeblich zum

Wohlstand im globalen Norden beigetragen hat. Der Extraktivismus, eine auf

höchstmögliche Ausbeutung von Rohstoff en und Agrarland für den Export

ausgerichtete Entwicklungsstrategie, prägt die wirtschaft lichen und sozialen

Strukturen der meisten Länder des Subkontinents bis heute wesentlich. Die

Folgen sind überwiegend negativ: Extraktive Industrien wie Bergbau, Erdöl

und Agrobusiness sind verantwortlich für massive Menschenrechtsverletzungen,

weisen eine verheerende soziale und Umweltbilanz auf und geben wenig

Impulse für die lokale Ökonomie. Rohstoff reiche Länder sind in der Regel

wirtschaft lich abhängig von äußeren Faktoren wie Weltmarktpreisen und leiden

unter ungerechten Welthandelsstrukturen. Die Fixierung auf den Export

einzelner Rohstoff e führt zudem dazu, dass andere Sektoren kaum ausgebaut

werden und ein Großteil der benötigten Gebrauchsgüter, wie zum Beispiel

Lebensmitt el, importiert werden müssen. Die Begrenztheit der meisten Rohstoff

e sowie die Mehrfachkrise des globalisierten Kapitalismus (Ernährungs-,

Klima-, Energie- und Finanzkrise) machen eine Diskussion über Alternativen

zu dem vom globalen Norden vorgelebten, auf fortwährendem Wachstum basierenden

Entwicklungsweg zwingend notwendig.

In Lateinamerika hat die Krise des Neoliberalismus im vergangenen Jahrzehnt

die politischen Kräft everhältnisse verschoben. In den meisten Ländern

des Kontinents kamen (Mitt e)-Linksregierungen, häufi g unterstützt von sozialen

Bewegungen, durch Wahlen an die Macht. Trotz erheblicher Unterschie-

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